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das V8-magazin von scania

V8 IM EINSATZ

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2011


inhalt

Schweden

Der Spediteur Hans Pedersen

hat 13 Scania V8-Kipper in seiner Flotte. Der älteste, ein Scania R143, ist immer noch in Betrieb.

Norwegen

Ein Scania R 730 erleichtert den Transport von 58 Tonnen schweren Holzladungen.

Seite 35

Seite 18

Italien

Als der Scania R 730 auf den Markt kam, bestellte das italienische Familienunternehmen De Chirico & Figli sofort zwei Zugmaschinen.

Seite 12

Brasilien

Ein Scania LK140, Baujahr 1978, weckt das Interesse in Brasiliens Lkw-Hauptstadt. Der Lkw, der immer noch in Betrieb ist, wird für den Transport von Schotter eingesetzt.

Seite 43

Türkei

Libanon

Naim Sawaya Establishment

for Trade & Transport in Beirut wartet auf den Scania R 730, um die Produktivität zu steigern und das Image des Unternehmens aufzuwerten.

Seite 30

zu expandieren, hat das türkische Unternehmen AYM zwei weitere Scania V8-Lkw angeschafft.

Seite 10

Seite 19 AUSSERDEM IN DIESEM MAGAZIN

4 D er V8 der Zukunft – ein Transportsystem 6 E inblicke in den legendären Scania V8 14 E r hat sie alle gefahren 16 Die Geschichte des V8-Symbols 22 Kleine Kunstwerke 25 Leistung für den Ernstfall

Südafrika

Eine Scania R 500 Zugmaschine wurde bis ins Detail getunt, um der großen Hitze im sonnenreichen Kapstadt standzuhalten.

Um auSSerhalb des ­Landes

28 Zuverlässige Schiffsmotoren in Australien 31 Ledersitze – wenn das Beste gerade gut genug ist 36 Der Formel-1-Fahrer Allan McNish steigt in einen Scania R 730 Tuning nach Art von Scania Die Suche nach „The Mighty 143“

40  45


Russland

intro

Das St. Petersburger Transport-

unternehmen Jatis braucht zuverlässige Lkw. Die Fahrer legen in bergigem Gelände zwischen den Abholstellen rund 5.400 Kilometer zurück.

ein zuverlässiger partner

Seite 23

China

Die Pekinger Feuerwehr

nimmt zehn speziell konzipierte Scania R 560-Lkw in Betrieb. Ihre Leistung wird für eine schnelle und effiziente Brandbekämpfung benötigt.

Laos

Seite 44

Im gebirgigen Laos werden

Erztransporte durch ein schnelles und präzises Gangwechselsystem sicherer.

Seite 42

Australien

Bei SOUTH WEST Express im westaustralischen Bunbury haben Scania V8-Lkw der R-Baureihe die Stillstandszeiten erheblich reduziert.

Als Scania 1969 den V8-Lkw auf den Markt brachte, wurde nicht nur die Lkw-Leistung revolutioniert, sondern auch die Produktivität maßgeblich gesteigert. Der Scania V8 ist mehr als nur ein Motor – er ist die Transportlösung für anspruchsvolle Gütertransporte. Die Gründe, in einen Scania V8-Lkw zu investieren, sind vermutlich so verschieden wie die Eigentümer selbst. Einige benötigen die Leistung des V8 für schwere Transportaufgaben oder schwieriges Gelände. Andere nutzen ihre V8-Lkw, um die Produktivität zu steigern und Jahr für Jahr ihre Kunden zügig und sicher zu beliefern. Darüber hinaus gibt es Fahrer, die ausdrücklich für Transportunternehmen arbeiten möchten, die Scania V8-Lkw in ihrer Flotte haben. Deshalb wollen viele Spediteure klarstellen, dass sie ein Premiumprodukt fahren. Ein Scania V8 hebt sich von anderen Lkw ab. Der Scania V8 ist ein Partner, dem man vertrauen kann. Er hat eine ­lange Lebensdauer und ist ein ­solides Fundament, auf dem Sie Ihr Geschäft aufbauen können. In diesem Magazin werden Sie mit einigen der zahlreichen Transportunternehmen Bekanntschaft machen, die sich entschieden haben, genau das zu tun: Sie setzen auf Scania V8, um ihre Geschäfte ­erfolgreich abzuwickeln.

Henrik Henriksson, Senior Vice President Trucks, Scania

Seite 20

Herausgeber Nils.Kjellsson@scania.com Redakteur Anders.Nordner@appelberg.com Art Directors Fredrik Andersson, Cecilia Farkas

Redaktionsteam Darren Brown, Conny Hetting, Per-Erik Nordström, Ann-Helen Tolleman, Anders Wettstam Sprachkoordination Helena Åkesson

Produktion und Repro Appelberg Publishing Group www.appelberg.com Titelfoto Dan.Boman@scania.com Druck Trosa tryckeri

Anschrift Scania SE-151 87 Södertälje, Schweden Tel. +46 8 553 816 44 Fax +46 8 553 834 01 www.scania.com


ZUKUNFT – DAS NEUE

GESICHT EINES TRANSPORTSYSTEMS

Diese Lkw-Zeichnung ist eine Zukunftsvision, eine zu Papier gebrachte Idee. 4 LEGENDE • 2011

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Effizient, nachhaltig und mit Respekt einflößendem Temperament – das sind die Vorgaben, nach denen das Stylingteam von Scania beim neuen Scania V8 arbeitet. Text: Anders Nordner Illustration: Allan Macdonald

Scania ist bekannt für schrittweise Veränderungen, die beachtliche Ergebnisse erzielen. So bringen kleinere Veränderungen der ­Fahrzeugdynamik langfristig enorme Vorteile bei der Kraftstoffeffizienz. Die Aerodynamik ist jedoch nur eine der Herausforderungen, vor denen die Designabteilung steht. „So genannte umweltfreundliche Fahrzeuge haben traditionell ein eher sanftes Äußeres“, sagt Kristofer

­ ansén, der das Stylingteam von H Scania leitet. „Das Äußere eines 60-Tonnen-Fahrzeugs muss jedoch Respekt einflößen.“ Ein Fahrzeug dieses Typs soll beeindrucken, aber dennoch attraktiv sein. Eine der Hauptaufgaben des Stylingteams von Scania ist es zu demonstrieren, dass zukünftige Scania V8-Fahrzeuge hocheffiziente Transportsysteme mit möglichst geringen Umweltfolgen sind.

DESIGN

Jeder Mensch verbindet etwas anderes mit dem Scania V8. Viele denken zuerst an Leistung. Bei anderen ruft die ­Marke starke Emotionen hervor. Einige sehen den Scania V8 unter rein wirtschaftlichen Aspekten. Legende bat Kristofer Hansén, den Leiter der Stylingabteilung von Scania, sich ­angesichts dieser unterschiedlichen Assoziationen zum zukünftigen ­Styling des Scania V8 zu äußern. EMOTION: „Wir arbeiten intensiv daran, dass das Fahrzeug wiedererkannt wird. Es sollte kein Zweifel daran bestehen, dass es sich um einen Scania V8 handelt. Das Fahrzeug muss Respekt einflößen und der Fahrer sollte diesen Respekt empfinden, wenn er es fährt. Wir möchten, dass die Leute den Lkw ansehen und dabei an Attribute wie ‚kühn’ und ‚majestätisch’ denken.“

WIRTSCHAFTLICHKEIT: „Für die Wirtschaftlichkeit suchen wir nach einem sportlichen Design. Um einen Athleten nachzuahmen, statten wir das Fahrzeug mit geformten ‚Muskeln’ aus. Dazu werden Oberflächen so getrimmt, dass ein ‚fitter’ Eindruck ohne ein Gramm Fett zu viel entsteht. Kombiniert mit anderen Designelementen wie dem Frontgrill mit charakteristischer Linienführung ist die Aerodynamik das, was das Fahrzeug effizient und wirtschaftlich macht. Ein weiteres Beispiel ist eine effektive Lichtverteilung durch eine neue Technologie, die die Straßensicherheit verbessert und sparsamer ist.“

KRAFT: „Wir sprechen viel über die ‚Haltung’, also wie das Fahrzeug auf dem Boden steht und wie zum Beispiel die Kanten des Fahrerhauses und die Radläufe zur Verbesserung der Fahrzeugphysik beitragen. Weitere wichtige Details sind die Größe und Farbe der Fronthaube. Auch sie sollen ,Haltung‘ vermitteln.“

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2011 • LEGENDE 5


IE EI A NATOM

NES

Scania V8 Der Scania V8-Motor besteht aus 1.827 Einzelteilen (482 verschiedene Artikel). Dank des modularen Systems von Scania sind viele Motoren der breiten Scania Palette mit den gleichen Teilen ausgestattet. Die Teile sind bewährt und werden in großen Mengen produziert. Daher erhalten die Kunden von Scania weltweit Zugang zu Teilen und schnellem, zuverlässigem Service. Text: Anders Nordner Foto: Dan Boman Stylist: Pelle Bottner

1 Zylinderblock, 2 Nockenwellen, 8 Zylinderköpfe, 8 Zylinderlaufbuchsen, 8 untere Kipphebelabdeckungen, 4 Ventile, 4 Ventilfedern, 1 Kurbelwelle, 8 Kolben, 8 obere Kipphebelabdeckungen, 1 Schwungscheibe, 8 Pleuelstangen, 8 Kolbenbolzen, 8 Kipphebel, 1 Dualgetriebe (zwischen Kurbelwelle und Nockenwellen), 1 Turbolader, 1 Schwungscheibengehäuse, 1 Riemenscheibe, 2 Keilriemenspanner, 1 Keilrippenriemen, 8 Einspritzventile, 4 Wellen mit Rollenstößeln, 1 Torsionsdämpfer, 1 Ventilsteuerungsgehäuse (einschl. Öl- und Kraftstofffilter), 1 Kühlmittelpumpe, 1 Riemenscheibe, 1 Lichtmaschine, 1 Wechselstromkompressor, 1 Riemenscheibe, 2 Umlenkrollen, 2 O-Ringe, 8 Hochdruck-Verbindungsrohre, 1 Kurbelwellenzahnrad, 1 Luftkompressor, 1 Hochdruckpumpe, 1 Turbokrümmer, 2 Ansaugkrümmer, 1 Verbindungsrohr, 2 Nockenwellenräder, 1 Zentrifugalölreiniger, 1 Ölnebelabscheider, 1 Anlasser, 1 Leiterrahmen, 12 Abgaskrümmer, 1 Ladeluftrohr, 2 Nockenwellendeckel, 8 Einschubverbindungen, 1 Abdeckplatte, 13 Druckstangen, 1 Getriebe, 1 Ölkühler, 1 Kabelbaum, 1 elektronisches Steuergerät, 2 Nockenwellendeckel, 1 Luftschlauch, 1 Kühlspirale, 1 Ölpumpe, 2 Starterbatterien, 1 Ölwanne, 1 Flanschrohr, 2 Kraftstoffverteiler, 10 Hauptlagerschellen, 1 Ableitungsrohr.

Die rechts gezeigten und oben aufgelisteten Teile sind nicht der vollständige Satz, der für den Bau des Herzstücks des ,,King of the Road” benötigt wird.

LESEN SIE MEHR ÜBER SCANIA V8 AUF ­w ww. scania. com/v 8. 6 LEGEND • 2011

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2011 • LEGEND 9


IK A S Ü DA F R ATZ

INS V8 IM E

geballter V8-Kraft Zeit ist Geld. An dieses Motto hält sich die südafrikanische Spedition Time Link Cargo, ein relativ neuer Akteur in der Transportbranche des Landes, in der Firmen von Generation zu Generation weitergegeben werden. Das Unternehmen wurde 2003 von Kamal Mitoo und Dean Chetty gegründet, die beide erste Erfahrungen in familien­eigenen Speditionen gesammelt hatten. Time Link Cargo hat seine Zentrale in Kapstadt. Mit Zweigniederlassungen im ganzen Land bietet das Unternehmen Spezialdienstleistungen in den Bereichen Ferntransporte, nationale Distribution, Lagerhaltung und Logistiklösungen an. „Wenn es um Werte geht, so halten wir uns wie Scania an die Regel ‚Der Kunde an erster Stelle’“, sagt Mitoo. „Und das ist kein Problem, wenn Scania seine Versprechen uns gegenüber hält, sodass wir unsere Versprechen gegenüber unseren Kunden halten können.“ Es sei eine Win-Win-Situation, ergänzt Chetty, der das Geschäft aus der operativen Perspektive betrachtet. Wenn man sich die Details ansieht, stellt man fest, dass sich diese Männer mit ihrer außergewöhnlichen Flotte an getunten Fahrzeugen definitiv für mehr als die Grundausstattung entschieden haben. Die Liebe zum Detail an ihrem neuesten Flottenzugang, einer Scania R 500-Zugmaschine namens „White Pearl“ (Weiße Perle), ist atemberaubend. Von Stoßfänger zu Stoßfänger ist das Fahrzeug voll durchgetunt mit diversen Extras, darunter ein hochglanzpolierter Frontschutz10 LEGENDE • 2011

bügel mit Zubehör, ein Steinschlagschutz sowie senkrechte keramische Abgasrohre, polierte Aluund Keramikfelgen und eine voll lackierte Sattelkupplung in der Farbe des Fahrerhauses. Hinzu kommen eloxierte Trittstufen, eine hochglanzpolierte fünfteilige Laufstegabdeckung, die dem Mechaniker den Zugang erleichtert, polierte Kraftstofftanks und Tankriemen sowie eine individuell gestaltete Grafik. „Das Design ist nicht über Nacht entstanden“, erklärt Mitoo. „Die Arbeiten an unserer White Pearl haben viel Zeit und Mühe gekostet.“ Auch wenn das manchmal übertrieben erscheinen mag, so gibt es doch für jedes Tuning-Detail dieses R 500 V8 einen Grund. Die keramischen Auspuffrohre verleihen dem Fahrzeug einen Sound, auf den jeder Sportwagenbesitzer stolz wäre, und die Keramikfarbe an den Felgen trägt zur Kühlung bei, wenn in der südafrikanischen Sonne die Temperaturen steigen. Die verchromten Frontschutzbügel sind mit einem Satz Scheinwerfer bestückt, die im nächtlichen Grenzverkehr die Sicht verbessern, während daneben LEDLeuchten angebracht sind, die bei gewöhnlichen Nachtfahrten für gute Sichtverhältnisse sorgen. „Die Lkw ­repräsentieren unser Unternehmen“, sagt Mitoo, „deshalb ­sollen sie gut aussehen. Scania war sehr entgegenkommend und hat die Lkw genau nach unserer Spezifikation ­geliefert. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“

Kamal Mitoo und Dean Chetty, die Inhaber eines südafrikanischen Transportunternehmens, schwören auf ihre Scania Fahrzeuge. Auf das Detail kommt es an, sagt Mitoo. Text: Jeandre Koen Fotos: Hannes van der Merwe

„Die Arbeiten an unserer ,White Pearl’ haben viel Zeit und Mühe gekostet“, sagt Kamal Mitoo.

„Die Lkw repräsentieren unser Unternehmen, deshalb sollen sie gut aussehen.“ Kamal Mitoo, Inhaber der Time Link Cargo

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I nspI r e d by h a r d wor k . scan ia truck ge ar

www.scania.com/webshop


I TA L I E N

INSATZ V8 IM E

Die italienische Spedition in Familienbesitz verlässt sich auf V8-Lkw von Scania, um ihren Kunden einen zuverlässigen und hochwertigen Service zu bieten.

... sicher, dass der R 730 genauso gut oder noch ­besser sein würde.“

Text: Chiara Vaccari Fotos: Studio Confalone Graziano de Chirico grün-

dete seine Spedition De Chirico & Figli vor fast 60 Jahren mit einem einzigen Lkw. Heute besitzt er zusammen mit seinen Söhnen Franco, Claudio und Davide 15 Scania Lkw, die verschiedene Güter wie Pflanzen, Lebensmittel und Blumen transportieren. Die süditalienische Kleinstadt Terlizzi, in der das Unternehmen seinen Sitz hat, ist als Stadt der Blumen bekannt. Der Arbeitstag von Graziano beginnt um vier Uhr morgens. Claudio steigt kurze Zeit später ein. Er verbringt seinen Tag am Schreibtisch, wo er die Verwaltung und Logistik regelt. „Das Telefon klingelt von halb acht Uhr morgens bis abends um neun“, sagt er. Franco und Davide sind normalerweise draußen auf der Straße und fahren mit ihren Scania Lkw quer durch Italien. Es ist dem Unternehmen wichtig, die Erwartungen der Kunden zu erfüllen. „Mit Scania V8-Lkw können wir unseren Kunden Qualität

und Zuverlässigkeit bieten“, meint Franco. „Wir haben eine Scania Flotte, damit wir sicher sein können, dass wir immer fristgerecht ausliefern.“ Die De Chiricos haben zwei neue Scania R 730 bestellt, als die neue Baureihe auf den Markt kam. „Wir haben diese Lkw gekauft, ohne sie zu testen, weil wir von ihren Qualitäten wie Antriebskraft, Leistung, gute Kraftstoffwirtschaftlichkeit und geringem Wartungsbedarf überzeugt sind“, sagt Davide. „Wir besitzen drei R 620 und sind mit ihrem Kraftstoffverbrauch sehr zufrieden. Deshalb waren wir sicher, dass der R 730 genauso gut oder noch besser sein würde.“ Die Fahrer reißen sich darum, für die De Chiricos zu fahren, weil sie Scania V8 fahren möchten, erklärt Davide. „Wir wählen unsere Mitarbeiter sehr sorgfältig aus, denn wir möchten sicher sein, dass sie unsere Fahrzeuge auch fahren können.“

Graziano de Chirico gründete seine Firma vor 60 Jahren. Jetzt hat er zwei neue Scania R 730-Lkw bestellt.

Unternehmer mit

hoher Qualität 12 LEGENDE • 2011

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Die italienische Spedition De Chirico & Figli baut ihr Geschäft auf Scania V8-Lkw auf.

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Davide de Chirico wählt die Fahrer für seine Scania V8-Fahrzeuge sorgfältig aus. Sie befördern unter anderem Blumen.

Die Scania Flotte von De Chirico & Figli umfasst 15 leicht wiederer­ kennbare Lkw.

2011 • LEGENDE 13


„KING OF THE ROAD“

VON SUN FÄHRT NUR

Der Holztransporteur Leif Nyman sitzt nicht einfach im Fahrerhaus seines Lkw – er thront. Nach 50 Jahren auf der Straße ist er im schwedischen Sundsvall eine lebende Legende. Und eines ist gewiss: Der ,,King of the Road” fährt nur Scania V8. Text: Anne Hammarskjöld Fotos: Kristoffer Lönnå & Peter Rutherhagen/Johnér

Leif Nyman kennt alle Scania V8-Modelle, mit Ausnahme des neuesten, dem Scania R 730.

14 LEGENDE • 2011

Vor 40 Jahren fuhr Leif Nyman, ein junger, ehrgeiziger 25-jähriger Mann, zum ersten Mal einen V8. Es war ein Scania LS140. Er lächelt, als er sich daran erinnert. „Es war der erste LS140 in Sundsvall und die Leute blieben immer stehen und schauten, wenn ich vorbeifuhr. Das war 1971 und ich war der ,King of the Road’. Heute möchte niemand mehr einen solchen Lkw fahren, damals - vor dem Zeitalter von Opticruise – war das anders.“ Der Holzspediteur hat sein ganzes Berufsleben im Fahrerhaus eines Scania Lkw verbracht, über Hunderttausende von Kilometern begleitet vom Klang eines V8-Motors. Nyman hat alle V8-Modelle gefahren, außer dem neuesten. „Ich würde mir gerne einen Scania R 730 zulegen, doch ich bin zu alt dafür und die Investition ist zu hoch“, meint Nyman. „Dafür fahre ich jetzt einen R164 mit 580 PS, 16-Liter-Motor und 740.000 Kilometern auf dem Tacho.“ Es ist der neunte Scania Lkw, den Nyman fährt, und die Seiten des metallicblauen Fahrerhauses sind mit seinen früheren Lkw von 1962 bis heute bemalt. Diese Bemalung illustriert die Geschichte von Scania und das Berufsleben von Nyman – als junger Hilfslader bei Thoresson Hauliers, als stolzer Vater von zwei Töchtern und als Inhaber und Fahrer von L. Nyman Timmertransport. 1996 machte Nyman sich selbstständig. Das Leben eines Holzspediteurs ist nichts für empfindliche Gemüter. Die Arbeitstage sind lang und die www.scania.com


DSVALL

Gewinnspannen klein. Vor zehn Jahren hatte Nyman einen Schutzengel, als er unverletzt aus seinem Fahrerhaus kletterte, nachdem sein Holztransporter von der Straße abgekommen und die gesamte Front eingedrückt war. Seine Berufswahl hat er dennoch nie bereut: „Ich habe meine Wahl aus persönlichen Gründen getroffen. Diese Arbeit gibt mir Freiheit, auch wenn die Tage lang sind.“ Nymans Ehefrau Monica kümmert sich um die Verwaltung des Unternehmens. Sie ist eine gute Köchin, und wenn Nyman abends endlich nach Hause kommt, erwartet ihn eine herzhafte Mahlzeit. Es ist diese Zeit zwischen Winter und Frühling. Der Schnee will nicht schmelzen und die Waldstraßen sind schlammig und schwer befahrbar. Geschickt manövriert Nyman seinen mit 39 Tonnen Holz beladenen Lkw. Der Motor summt, während er die Ausstattung des Lkw beschreibt, die er selbst entworfen hat. „Ich lebe mit meinem Lkw und habe eine echte Beziehung zu ihm. Einen richtig guten Lkw zu fahren gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.“ 50 Jahre mit Scania sind eine lange Zeit. „Ich möchte nicht mit den Nuckelpinnen fahren“, sagt er schmunzelnd. Doch dann wird er wieder ernst. „Für mich hat alles mit Scania begonnen und ich habe mein Herzblut in meine Firma gesteckt. Scania hat immer stärkere und leistungsfähigere Motoren, auch wenn andere Lkw-Hersteller sich verbessert haben. In meinen Augen ist Scania einfach härter im Nehmen als der Rest.“

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2011 • LEGENDE 15


Die Lebensspanne des Scania V8-Symbols kann in drei Phasen unterteilt werden: das Original, das Unsichtbare und das Wiederauferstandene. Text: Anders Nordner Fotos: Scania

ein JUWEL

ROA D E H T F O G N I F ÜR DEN ,,K

Die ersten Scania V8-Lkw, die 1969 eingeführt wurden – der Scania 140 und 141 –, zierte das originale Scania V8-Symbol. Dieses Symbol wurde auch für die nachfolgende Scania 142erBaureihe verwendet. Doch als der kraftstrotzende 143er auf den Markt kam, verzichtete man auf das V8-Symbol auf der Front. Es fehlte auch beim 1995 eingeführten Scania 144. „Damals wollten wir, dass die Front der neuen 4er-Baureíhe möglichst klar ist, um die neuen Designdetails zu betonen“, erinnert sich Kerstin Wistedt, die damals dem Marketingteam der 4er-Baureihe angehörte. Es gab eigentlich auch keinen Grund, die Tatsache hervorzuheben, dass das Fahrzeug einen V8-Motor hatte: Die beiden ersten Ziffern des Modellnamens 144 genügten als Hinweis, dass das Fahrzeug mit dem legendären 14-Liter-V8-Motor von Scania ausgestattet war. Als Scania 2000 den 16-Liter-V8-Motor auf den Markt brachte, war es an der Zeit, für die neuen Fahrzeuge - beginnend mit dem Scania R164 – wieder ein V8-Symbol einzuführen. Die Inspiration für das neue Symbol lieferte der V8-Motor selbst. Damals waren die Ventildeckel V-förmig und diesen Umstand nutzte man für das Design des Symbols. „Andere Hersteller von V8-Fahrzeugen stellten das V und die 8 dicht zusammen“, erinnert sich Anna Bodestig Börjesson, Industriedesignerin bei Scania. „Scania ging eigene Wege und orientierte sich am Original-Symbol, das heißt die 8 wurde in das V gesetzt.“ Seither wurde das Symbol einer Reihe kleiner Änderungen unterzogen. Für die 2004 eingeführte R-Baureihe wurde es leicht angepasst. „Das fällt aber wahrscheinlich nur wahren V8-Kennern auf“, meint Bodestig Börjesson. Das Design des V8-Symbols von 2000 ist dreidimensional und leicht gewölbt, was einen bestimmten Grund hat. „Wir wollten den ,King of the Road‘ mit einem Juwel schmücken“, erklärt Bodestig Börjesson. 16 LEGENDE • 2011

KURZE GESCHICHTE DES SCANIA SYMBOLS

1901–1911

Das erste Symbol von Scania bestand aus der stilisierten Tretkurbel eines Fahrrads mit dem Kopf eines Greifs in der Mitte.

1911–1954

Der rote Greifkopf mit der goldenen Krone war ein Jahrzehnt später, als Scania mit VABIS fusionierte, auch im neuen Symbol präsent. www.scania.com


KURZE GESCHICHTE DES V8-SYMBOLS

Das Original

Das Unsichtbare

Das Wiederauferstandene

1954–1969

1954 entwarf man ein modernisiertes Symbol mit standardisierten Proportionen und Farben.

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1969–1984

In diesen 15 Jahren gab Scania den Greif auf und verwendete stattdessen den ausgeschriebenen Firmennamen als Symbol.

1984–1995

Während der Saab Scania Ära wurde die Tretkurbel durch sphärische Ringe ersetzt.

1995–

wurde das Symbol mit der Tretkurbel und dem Greif in moderner Form wieder zum Leben erweckt. 2011 • LEGENDE 17


NORW E

GEN

INSATZ V8 IM E

HOLZTRANSPORTE – TEST FÜR LKW UND NERVEN 58 Tonnen über enge, steile und vereiste Waldstraßen zu steuern, ist nicht jedermanns Sache. Im Motorsport würde dies dem Fahren eines Formel-1-Rennwagens gleichkommen. Text & Fotos: Henrik Thorstensen Mit sieben Jahren erlebte Hans Raasok zum ersten Mal den Wald und heute ist der Wald sein Leben. Er transportiert Holz über schwer befahrbare Waldstraßen, eine Tätigkeit, der er und sein Vater Bjørn fast ihr ganzes Leben lang nachgegangen sind. Hans Raasok soll eine Fuhre Holz abholen. Legende begleitet ihn auf dieser Fahrt. Raasok hat unlängst einen neuen Lkw bekommen, einen bonbonfarbenen Scania R 730 mit einem ultramodernen fünfachsigen Auflieger, den er nun seit ein paar Monaten nutzt. Früher fuhr er einen R 620, doch der wird nun von seinem Vater gefahren. Raasok arbeitet in Setsko­ gen, wo er seit 23 Jahren Holztransportlaster fährt. Als wir auf die enge Waldstraße abbiegen, wird klar, dass wir eine spannende Wegstrecke vor uns haben. Wir rasen vereiste, steile Hügel hinauf und donnern extrem abschüssige Hänge wieder hinun18 LEGENDE • 2011

ter. In solchen Momenten kommt die gesammelte Kraft des leistungsstärksten SerienLkw auf dem Markt voll zur Geltung. „Ja, ich brauche wirklich 730 PS“, sagt Raasok. „Das Fahrzeug lässt sich mit der schweren Ladung sogar leichter fahren.“ Nach knapp 30-minütiger Fahrt befinden wir uns mitten im tiefen Wald. Wir schießen ein paar Fotos, während Hans den Lkw mit Holz belädt. Die 730 PS und das massige Drehmoment von 3.500 Nm kommen voll zur Geltung, als wir aus dem Wald hinausfahren. Dies ist Raasoks erster Lkw ohne Kupplung, und er ist voll des Lobes für das Opticruise-Getriebe. „Ich habe noch nie ein Getriebe erlebt, das so weich schaltet wie dieses“, sagt er. Anfangs sei es etwas ungewohnt gewesen, keine Kupp­lung zu haben, doch inzwischen hat er sich ­ daran gewöhnt, nur zwei Pedale zu bedienen – und es gefällt ihm.

„Ich habe noch nie ein Getriebe erlebt, das so weich schaltet wie dieses.“

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TÜRK EI

INSATZ V8 IM E

REINE FAMILIENSACHE Das türkische Transportunternehmen AYM verlässt sich bei seinen Stahltransporten in der Kaukasusregion auf eine Flotte von leistungsfähigen, robusten Lkw. Text & Fotos: Metin Demirsar Ein kleines Speditions- und Handelsunternehmen in Familienbesitz aus der Nordtürkei nutzt eine Flotte von Scania Lkw für den Transport von Stahlerzeugnissen im Inland und in den Ländern des ehemaligen sowjetischen Kaukasus – Georgien, Aserbaidschan und Armenien. AYM Demir Çelik ve Uluslararası Nakliye Sirketi mit Sitz in der anatolischen Stadt Karabük hat 18 Scania V8-Lkw für internationale Transporte (TIR) im Fuhrpark. „Unsere Lkw stehen nie still“, sagt Dursun Koç, der 42-jährige Hauptfahrer und Fuhrparkmanager von AYM, der 1992 bei AYM einstieg. „Jeder fährt 140.000 Kilometer pro Jahr und transportiert

dabei Stahl aus Karabük und andere Waren aus anderen Städten. Wir befördern 15.000 Tonnen Stahl pro Monat.“ Karabük ist das älteste Stahlproduktionszentrum der Türkei. Das 1940 gegründete, riesige Stahlwerk Kardemir beherrscht die Stadt. Neben Kardemir stellen rund 40 kleine private Walzwerke und Werkstätten in der Stadt vielfältige Stahlerzeugnisse her, von Rohstahl und Baustahl bis zu Eisenbahnschienen und Gusseisenteilen für das Baugewerbe und die Fertigungsindustrie. 600 Lkw operieren von Karabük aus, doch AYM hat die größte Flotte an Scania Lkw und eine der größten in der Türkei. „Wir brau-

chen starke, leistungsfähige Lkw, um den Stahl aus Karabük zu transportieren”, sagt der Chef von Koç und Inhaber von AYM, Recep Eksik. „Wir sind mit unseren Scania Lkw zufrieden. Sie bringen gute Leistung beim Transport von schweren wie leichten Ladungen. Außerdem sparen sie Kraftstoff.“ Eksik lobt auch den lokalen Scania Händler, die Doğuş Gruppe, für den Aufbau eines guten Servicenetzes in der Türkei, wo Teile und Komponenten leicht erhältlich sind. Seinen ersten Scania Lkw erwarb AYM im Jahr 2000. Bis 2009 führte das 30 Jahre alte Unternehmen nur Transporte in der Türkei durch.

Recep Eksik

Seit 2010 befördert es auch Waren in benachbarte Länder. „Wir möchten außerhalb der Türkei expandieren“, sagt Eksik. „Darum haben wir zwei weitere Scania V8 bestellt.“ Eksik siedelte als 17-Jähriger mit seiner Familie von der Mittelmeerhafenstadt Mersin nach Karabük um. 1980 stieg er in das Stahlhandelund Speditionsunternehmen seiner Familie ein und leitet AYM nun gemeinsam mit seinem Sohn.

Die Lkw von AYM legen pro Jahr 140.000 Kilometer zurück und transportieren dabei Stahl aus Karabük, dem ältesten Stahlproduktionszentrum der Türkei. www.scania.com

2011 • LEGENDE 19


AUSTR

A LIEN

INSATZ V8 IM E

South West

Express Der Australier Mark Mazza ist Inhaber eines Transportunternehmens in Westaustralien. Wenn er die Wahl hat, entscheidet er sich immer für Lkw von Scania.

Text & Fotos: David Meredith

Mark Mazza gründete seine Spedition vor 17 Jahren. Er setzt nur auf Topfahrzeuge, darunter Scania V8-Lkw.

20 LEGENDE • 2011

Der V8-Mann Mark Mazza ist bekannt dafür, dass er vor einer Entscheidung seine Hausaufgaben macht, dann die Entscheidung trifft und dazu steht. Vor über zehn Jahren hat er seinen ersten Scania Lkw gekauft, einen 290 PS starken LB111. Und die Erfahrungen, die er damit gemacht hat, haben ihn dazu bewegt, sich eine exklusive Scania Flotte der P-, G- und R-Baureihe zuzulegen, die mit unterschiedlichen Trailerkonfigurationen im Südwesten des Bundesstaates Westaustralien unterwegs ist. Darum heißt seine Firma South West Express, SWE. Mazza lebt in fünfter Generation in Bunbury, dem größten regionalen Zentrum Westaustraliens. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er vor 17 Jahren das Transportunternehmen, in dem sie beide arbeiten. Einer ihrer vier Söhne, Justin, fungiert als Transportmanager. Mazza begann mit Anfang 20 als Fahrer bei Giacci Bros., dem größten Unternehmen für Erdbewegungsarbeiten in der Region. Seinen ersten Lkw, einen gebrauchten Atkinson, erwarb er, als er ein kleines Unternehmen kaufte, das Tiefkühlkost auslieferte.

Der South West Express bevorzugt Scania R 500 V8-Lkw.

Schon früh entschied er sich aber, dass die beste Strategie für Kosteneffizienz im Unternehmen erstklassiges Equipment ist. Darum legte er sich als nächstes einen neuen Lkw zu. Er wählte den LB111 und setzte ihn für 65-Tonnen-

Transporte auf den Landstraßen ein. Seitdem ist er Scania treu geblieben. Dafür gibt es zwei Gründe, sagt er. „Erstens lässt sich der Lkw hervorragend fahren. Er fährt sich leicht, sicher, wirtschaftlich und - was am

wichtigsten ist - zuverlässig. Denn die Lebensmittel müssen unbedingt rechtzeitig an den Bestimmungsort und ins Kühlhaus gelangen. Und zweitens bieten die Leute von Scania in Bunbury einen hervorragenden Service.“ Doch es ist der tägliche Linienverkehr, der den Scania Fuhrparkbetreiber von anderen unterscheidet. Westaustralien ist ein Land der Road Trains und bei jeder Fahrt auf ländlichen Highways donnern riesige Trailerkombinationen vorbei. Bei Mazzas Road Trains handelt es sich meist um Auflieger-Anhänger-Kombinationen, sogenannte Pocket Road Trains, da diese die maximale Länge von 27,5 Metern, die auf vielen Landstraßen im Süden vorgeschrieben ist, nicht überschreiten. Bei den meisten Aufträgen nutzt Mazza seine neuesten Lkw aus der R-Baureihe mit 500 PS. „Wir setzen unsere R 580 ein, wenn wir Spezial­ ladungen mit Maximalgewicht haben, doch die beste Balance zwischen Leistung und Kraftstoffverbrauch erzielen wir mit dem R 500“, sagt er. Eine seiner Spezialkombinationen ist ein G 440 8x4 mit www.scania.com


Erstens lässt sich der Lkw hervorragend fahren...“

Die neuen Lkw der Scania R-Serie haben South West Express eine beeindruckende Verringerung der Stillstandszeiten ermöglicht.

Mehrtemperatur-Kühlaufbau für Sonderlieferungen nach Manjimup. Das Volumen erfordert 32 Paletten, doch wegen der beschränkten Zufahrtsmöglichkeiten kann kein B-Double eingesetzt werden. Darum werden 12 Paletten auf den Starrachser geladen und 20 auf einen 41-Fuß-Anhänger. Der Fahrer stellt den Anhänger an einem Massengut-Lieferort ab und fährt mit dem Starrachser zum Supermarkt-Ladedock, in das dieser hineinpasst wie in einen Handschuh. www.scania.com

Die Kühlzonen werden vom Fahrer vom Fahrerhaus aus überwacht. Unterwegs können Anpassungen vorgenommen werden. Frische Erzeugnisse werden in einer Kühlzone aufbewahrt, Tiefkühlkost in einer Gefrierzone. SWE hat insgesamt 16 Scania Lkw. Mazza fährt die Lkw fünf Jahre und schafft dann neue an, um die Flotte auf dem neuesten technischen Stand zu halten. Das mache sich bezahlt, meint er. Die Kunden würden inzwi-

schen technische Lkw-Details in den Ausschreibungsunterlagen spezifizieren. der R-Baureihe hätten die Stillstandszeiten erheblich verringert. Mazza hat einen lokalen Servicevertrag, sodass seine Fahrer lediglich täglich die Flüssigkeiten und das Fahrgestell überprüfen müssen. Die Kosten für einen Scania V8 seien in den ersten Jahren hoch, doch dann liege er weit vorn, meint Mazza. Deshalb sei sein Geschäft alles in

Die neuen Lkw

allem rentabler. Seit die Lkw mit Opticruise ausgestattet sind, haben sich die Servicekosten und Stillstandszeiten noch weiter reduziert. „Sofern meine Jungs das Kupplungspedal zum Anfahren und Anhalten benutzen können, ist alles in Ordnung“, sagt Mazza. Insgesamt verbraucht die Flotte im Schnitt rund 48 bis 53 Liter auf 100 Kilometer, und da sind die Kühllastzüge, die in den Küstenregionen und Ebenen oft starkem Seitenwind ausgesetzt sind, mit-

berücksichtigt. Ein weiterer Vorzug der V8-Konfiguration von Scania ist, dass der Motor weit unten im Fahrgestell sitzt, so dass der Schwerpunkt tief liegt. Dies ist ein entscheidender Vorteil, wenn ein Lkw mit zwei Kastenaufbauten starkem Küstenwind aus seitlicher Richtung ausgesetzt ist. Das Scania Fahrer EcoModul ist ebenfalls Bestandteil des Einarbeitungsprozesses der Fahrer. Mazza sagt, seine Fahrer sind versessen darauf, sich selbst bei jeder Fahrt zu übertreffen. 2011 • LEGENDE 21


Modellkünstler bei der Arbeit Neben Lkw in Originalgröße sind im Scania Museum auch maßstabgetreue Modelle aus der langjährigen Geschichte des Unternehmens zu sehen. Legende stellt einen der Modellkünstler vor.

Text: Alexander Farnsworth Fotos: Martin Sundström

Das Scania Museum Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8:00 - 16:45 Uhr Anschrift: Nyköpingsvägen 33, Södertälje (Schweden) GPS: 17 Grad 38” 7’ W, 59 Grad 11” 59’ N Der Eintritt ist frei. Im Museum kann eine Auswahl an Fahrzeugmodellen, Büchern, Bekleidung und anderen Accessoires käuflich erworben werden. Tel.: +46 8 553 825 00

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Håkan Forsell, 34, ist ein Modellbauer, wie er im Buche steht. Das zeitaufwändige Hobby des regionalen Garantiemanagers für Großbritannien, Irland und die Benelux-Länder von Scania besteht darin, Modelle von Scania Lkw in verschiedensten Varianten im Maßstab 1:24 nachzubauen. Dabei klebt er nicht einfach vorgefertigte Miniaturbausätze zusammen, sondern er arbeitet die Sätze so um, dass er die Lkw bauen kann, die er möchte. Er gilt als Experte und schreibt Beiträge in Lkw-Modellforen im Internet.

Einige von Forsells Modell-Lkw sind im Scania Museum in Södertälje ausgestellt: exakte MiniaturNachbauten von Scania Lkw wie dem L141, T580, R 620 und dem R143, die alle maßstabgetreue Modelle des unverkennbaren Scania V8-Motors enthalten. Diese sind bemalt und mit Kunststoff überarbeitet, damit sie wie echt aussehen, mit Schwungrad und allem Drum und Dran. „Mein Jugendtraum war es, Lkw-Fahrer zu werden“, sagt Forsell. „Scania ist schon immer die Nummer eins gewesen.“ Schon als Kind habe er Modelle gebaut und dieses Hobby nach seinem Ingenieurstudium wiederentdeckt, erzählt er. 2006 nahm er eine Stelle bei Scania an, und ein Besuch bei einem Scania Händler in Norwegen, der Modellbausätze verkaufte, entfachte sein Interesse am Modellbau erneut.

Bislang hat Forsell zehn Lkw-Modelle gebaut, die alle absolut originalgetreu sind. Wenn er in entsprechender Stimmung ist, kann er Hunderte von Stunden damit verbringen, genau die passende Lösung für ein bestimmtes Problem oder ein Merkmal zu finden, das in der Original-Betriebsanleitung nicht beschrieben ist. „Ich habe einmal einen R 480 8x8 Militär-Lkw gebaut und konnte keine Räder mit dem richtigen Reifenprofilmuster in der passenden Größe finden“, erinnert sich Forsell. „Eines Tages bummelte ich durch einen Spielwarenladen hier in Södertälje und fand einen Radlader, der die perfekten Räder hatte.“ Das Bauen von Scania Modellen bietet ihm die ideale Entspannung, sagt er. „Und es gefällt mir, etwas Neues zu schaffen, das dem Original möglichst nahe kommt.“

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RUS SL A

ND

INSATZ V8 IM E

am ende der welt

Ein russisches Logistikunternehmen hat erkannt, dass der Scania V8 das ideale Fahrzeug für eine seiner schwierigsten Routen ist. Das Unternehmen befördert Fisch aus dem hohen Norden Norwegens nach Russland. Text: Tobin Auber Fotos: Alexander Belenky

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„Wir holen frisch eingefrorenen Fisch an der norwegischen Atlantikküste ab, ganz im Norden des Landes.“

Olga Komissarowa und Waleri Denissenko von Jatis loben die Leistung der Scania V8-Lkw des Unternehmens in gebirgigen Gegenden. 24 LEGENDE • 2011

Das führende russische Transport- und Logistikunternehmen Jatis hat eine beeindruckende Fahrzeugflotte, die überwiegend aus Scania V8-Lkw besteht. Das Unternehmen wurde 1995 in St. Petersburg gegründet, um Lebensmittel aus Nordeuropa zu importieren. Der Fuhrpark umfasst heute 170 Fahrzeuge, 98 davon sind Scania. Während der größte Teil der Frachten im benachbarten Finnland abgeholt wird, erwies sich eine andere Route als besonders problematisch. „Wir holen frisch eingefrorenen Fisch an der nor-

wegischen Atlantikküste ab, ganz im Norden des Landes“, sagt Olga Komissarowa, die Leiterin der Kühltransportabteilung des Unternehmens. „Die Fahrer müssen in sieben oder acht Tagen auf einer einzigen Tour rund 5.400 Kilometer zurücklegen. Das Gelände ist sehr bergig und die Abholstellen sind sehr abgelegen.“ Waleri Denissenko, der die Betriebs- und Instandhaltungsabteilung von Jatis leitet, hat fast 30 Jahre Erfahrung im Speditionsgeschäft. Einen Großteil dieser Zeit verbrachte er am Steuer. Er sagt, eine Kombination von

Faktoren hat dazu geführt, dass Scania die Flotte der Firma dominiert und der V8-Lkw zum bevorzugten Fahrzeug geworden ist, vor allem für die schwierige Norwegen-Route. „Es ist immer eine Frage der Qualität und der Kosten, doch auf dieser Route wird die Leistung des V8 gebraucht, um über die Gebirgspässe zu kommen“, erklärt Denissenko. „Pro Jahr legt das Fahrzeug, das diese Strecke fährt, rund 140.000 Kilometer zurück und fährt die Norwegen-Route mindestens 20  Mal. Das ist ein gutes Stück Arbeit. Der Lkw

muss zuverlässig sein und mit den Straßenbedingungen im hohen Norden fertig werden.“ Dieser Meinung schließt sich auch Alexander Gutorowitsch an, der Jatis-Fahrer, der mit dem jüngsten Flottenfahrzeug, einem Scania R 500, bereits eine Tour nach Nordnorwegen und zurück gefahren ist. „Die Straßen sind sehr steil“, sagt er. „Es gibt viele scharfe Kurven und es ist rutschig, doch man spürt sofort, dass der V8 mit den Gefällen ­klarkommt. Das gibt einem ein unglaublich sicheres Gefühl.“ www.scania.com


DIE KRAFT DER

FRIEDENSSICHERUNG Fahrzeuge für Friedensmissionen müssen schwierige und gefährliche Situationen meistern. Der Erfolg der Mission und die Sicherheit der Besatzung hängen im Ernstfall von der Motorleistung ab. Text: Åke R. Malm Fotos: Kristofer Samuelsson www.scania.com

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Olof ist Fahrer eines 28 Tonnen schweren Kampffahrzeugs, das mit einem 550-PS-V8-Motor von Scania ausgerüstet ist.

D 26 LEGENDE • 2011

ie Besatzung der fünf gepanzerten Kettenkampffahrzeuge vom Typ CV90 der schwedischen Armee haben einen hektischen Donnerstag. Die Fahrzeuge müssen für die Außenübung in der kommenden Woche vorbereitet werden. Überall an den Fahrzeugen wird gearbeitet, während Befehle durch die Luft hallen. Doch trotz des Tempos, in dem gearbeitet wird, scheint alles gut im Griff zu sein. Die Hast ist teilweise darauf zurückzuführen, dass ein verlängertes Wochenende mit Heimaturlaub bevorsteht. In einigen Monaten werden die Mannschaften ihre Kollegen ablösen, die in Mazar-i-Scharif in Afghanistan stationiert sind, um sich an der Friedensmission der Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe (ISAF) zu beteiligen. Für einige ist es der erste Auslandseinsatz, andere haben schon an ähnlichen Missionen teilgenommen. Einer von ihnen ist Olof, der eines der Kampffahrzeuge fährt und bei der UN-Mission in Liberia gedient hat. Als er aus der engen Fahrerluke nach unten gleitet, erklärt er, dass die Sicht nach vorn durch eine Reihe von Prismen begrenzt sei. Dies erfordere ein instinktives Gespür fürs Gelände. „Es kann sein, dass acht Soldaten hinten auf dem Fahrzeug stehen, die ich keinen Moment vergessen darf“, sagt er. In manchen Situationen verlässt er sich auf die Führung des Kommandanten, der die beste Sicht hat und gemeinsam mit dem Geschützführer den Rest der Mannschaft bildet. Ansonsten findet er, dass seine 28 Tonnen schwere, mit 550 PS ausge-

stattete Maschine sich dank des zuverlässigen Scania V8-Motors und des Perkins Automatikgetriebes relativ leicht fahren lässt. Andreas, der Fahrwerkmechaniker der Einheit, schließt sich, was die Zuverlässigkeit betrifft, seiner Meinung an. Im Ernstfall würden sie einfach den gesamten Motor herausnehmen und gegen einen Ersatzmotor austauschen, erklärt er. „Er ist leicht auszubauen, und wenn er einmal draußen ist, hat man von allen Seiten freien Zugang“, sagt er. „Mit den richtigen Werkzeugen ist es ziemlich einfach, an ihm zu arbeiten.“ Obwohl der 14,2-Liter-V8 ein großer Motor ist, waren seine kompakten Maße entscheidend, als BAE Systems Hägglunds AB die Fahrzeugplattform entwickelte. Eine gerade 6-Zylinder-Konfiguration hätte die Haube 30 Zentimeter nach hinten verschoben und die gesamte Fahrzeuggeometrie verändert. „Wir haben den Scania V8 sehr zu schätzen gelernt“, sagt Plattformmanager Dan Lindell von BAE. „Der Motor ist sehr robust und verbraucht, so wie wir ihn einsetzen, relativ wenig Kraftstoff.“ Als die fünf Kampffahrzeuge einsatzklar sind und aus der Werkstatt donnern, denkt die Besatzung vielleicht eher an den bevorstehenden Urlaub als an den Kraftstoffverbrauch. Doch wenn sie erst einmal mit der ISAF vor Ort in Afghanistan sind, ist es ein gutes Gefühl zu wissen, dass der Kraftstoff sie auch wieder zum Stützpunkt zurückbringt. *Aus Sicherheitsgründen werden bei den Mannschaftsmitgliedern nur die Vornamen angegeben. www.scania.com


Datenblatt Bezeichnung: CV9040C Hersteller: BAE Systems Hägglunds AB Typ: gepanzertes Kettenkampffahrzeug Besatzung: 11 Länge: 6,55 Meter Breite: 3,17 Meter Höhe: 2,71 Meter Gewicht: 28 Tonnen Motor: ladeluftgekühlter 14,2-Liter-V8 Leistung: 550 PS bei 2.100 U/min Drehmoment: 2.300 Nm bei 1.350 U/min Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h vorwärts und 45 km/h rückwärts

Die Mannschaft bereitet sich auf eine Friedensmission in Mazar-i-Scharif in Afghanistan vor.

Der 14,2-Liter-Motor im Kettenkampffahrzeug 90 profitiert von der Technikentwicklung für zivile Zwecke.

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Fotos: BAE Systems

„Der Motor ist sehr robust und verbraucht, so wie wir ihn einsetzen, relativ wenig Kraftstoff.“ 2011 • LEGENDE 27


DAS GROSSE RAD LÄUFT UND LÄUFT Nichts hält einen riesigen Scania V8-Schiffsmotor auf – auch nicht 23 Jahre und 25.000 Betriebsstunden bei maximaler Leistung. Text: Alexander Corne Fotos: Mark Horsburgh & Andrew Hobbs

Scania Motoren treiben in Aus­

tralien die beiden Kookaburra River Queen Schaufelraddampfer an, die den Brisbane River befahren und inzwischen Kultstatus erlangt haben. Die Schiffe, die den Schaufelrad­ dampfern des Mississippi und Mur­ ray River nachempfunden sind, wurden 1986 und 1988 von Millkraft Thompson Boatyards gebaut. Die auf der Weltausstellung von 1988 ausgestellten Schiffe sind seit über 20 Jahren Teil der Flussland­ schaft des Brisbane River. Jedes der Schiffe ist 30 Meter lang, hat ein Gewicht von 200 Tonnen und ist mit zwei Scania Motoren ausgestattet. Die River Queen 1 mit Seitenrad hat zwei 11-Liter-6-Zylinder-Reihenmo­ toren, die River Queen 2 mit Heckrad zwei 14-Liter-V8-Motoren. Beide Schiffe sind im jahrhunder­ tealten Schiffszimmermannverfahren gebaut worden. Jede Planke wurde unter Dampfeinwirkung individuell geformt und jeder Nagel handgetrie­ ben, um die Qualität der handwerk­ 28 LEGENDE • 2011

lichen Arbeiten sicherzustellen. Die River Queens wurden 2007 von Kapitän Jim Kelly von Brisbane Crui­ ses übernommen. Inzwischen ist die River Queen 1 restauriert worden, auf der River Queen 2 sind die Arbeiten noch im Gange. Trotz der hohen Kosten wird die Restaurierung mit hoher Präzisi­ on durchgeführt, damit ein perfektes Erscheinungsbild gewährleistet ist. „Wir haben viel Außenholz durch Schiffssperrholz ersetzt, das wir mit Epoxidharz wasserdicht gemacht haben“, erklärt Kelly. „Mit den Arbei­ ten, die wir auf den Decks durchge­ führt haben, müssen sie weitere 100 Jahre halten.“ Obwohl sie seit über 20 Jahren im Wasser sind, brauchten die Scania Motoren neben der regulären laufen­ den Wartung bisher keine General­ überholung. „Wir sind mit den Motoren zufrieden“, sagt Kelly. „Sie sind äußerst langlebig. Wir warten sie alle 250 Stunden und Scania bietet uns einen guten Service. Ersatzteile kön­

nen für ein 23 Jahre altes Schiff schwer zu beschaffen sein, doch Scania hat sich immer für uns eingesetzt.“ Arty Eley, der erste Maschinist von Brisbane Cruises, der sich seit über zehn Jahren um die Scania Motoren kümmert, kann seine vier Schützlin­ ge gar nicht genug loben. „Alles, was sie brauchen, sind gelegentliche Ven­ tileinstellungen und die Routinewar­ tung“, sagt er. „Das ist angesichts des Alters der Motoren erstaunlich. Sie sind so gut wie neu. Sie rauchen nicht einmal, obwohl sie hart arbeiten. Aus dem Kaltstart heraus direkt auf 1.500 Umdrehungen, und dann arbeiten sie den ganzen Tag mit 98 Prozent Nenn­

leistung und treiben die Hydraulik­ pumpen an, die die Räder drehen.“ Die ladeluftgekühlten 14-LiterV8-Turbomotoren sind extrem zuverlässig, sagt er. „Sie sind noch nie ausgefallen. Einer der beiden V8-Motoren hat 25.000 Betriebsstun­ den. Wir lieben die Motoren so sehr, dass wir ein großes Scania Logo an der Tür zum Maschinenraum ange­ bracht haben. Scania Motoren sind eine gute Investition. Sie sind hoch­ wertig und solange man sie richtig wartet, hat man nie Probleme. Wir haben mehr Probleme mit den Toi­ letten auf diesen Schiffen als mit den Motoren.“ www.scania.com


KRAFTVOLLE LKW IM TESTEINSATZ Im Juni und Juli 2010 testeten Fans von Scania V8-Lkw die neue Scania V8-Baureihe in Norditalien. Text: Conny Hetting Fotos: Carl-Erik Andersson & Dan Boman

Rund 900 LkwFans nahmen am vierwöchigen Lake Garda Drive 2010 teil, bei dem sie die Möglichkeit hatten, zehn V8-Fahrzeugkombinationen mit 500 bis 730 PS auf den gebirgigen und sehr anspruchsvollen Straßen nördlich des Gardasees zu testen.

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LIBA NO

N

INSATZ V8 IM E

Schwere Frachten auf gebirgigen Straßen. Die Naim Saway Establishment for Trade & Transport im Libanon fährt nur mit Scania V8-Lkw.

Warten auf den Scania R 730

Eines der größten libanesischen Transportunternehmen setzt ausschließlich auf Scania V8-Lkw. Ein Grund ist die Topo­ grafie des Landes, ein anderer sind die schweren Frachten. Text: Khalil Assha Fotos: Kassim Dabaji

in den 1970er Jahren, als Naim Sawaya noch ein Teenager war und sein Vater ein Transportunternehmen mit einem einzigen Lkw betrieb. Später kaufte sein Vater einen Scania 110. Seither ist Sawaya der Marke fast immer treu geblieben. „Ich versuchte es einmal mit einer anderen Marke, doch das dauerte nicht lange“, erklärt er. Naim Sawaya Establishment for Trade & Transport ist eines der großen Transportunternehmen im gebirgigen Libanon. Der Fuhrpark des Unternehmens umfasst rund 50 Lkw, die meisten davon sind Sattelzugma-

Alles begann

30 LEGENDE • 2011

schinen. Neben Transportdienstleistungen importiert und vertreibt das Unternehmen Eisenerzeugnisse für Bauzwecke. „Der größte Teil unseres Geschäfts wird mit niedrigen Sattelanhängern bewältigt, die Baugeräte transportieren“, sagt Sawaya. „Wir betreiben auch in begrenztem Umfang Transitgeschäfte in die Golfländer, doch das ist finanziell riskant, wenn wir leer zurückfahren müssen.“ Der erste Scania V8 des Unternehmens war ein 142er. Seither setzt das Unternehmen von Sawaya auf Scania V8-Fahrzeuge. „Nach einem Besuch in Schweden im Jahr

2000 kauften wir zwei Scania R164 mit 580 PS“, sagt er. Zehn Jahre später wurde die Flotte durch einen Scania R 620 ergänzt. Um seinen Wettbewerbsvorsprung zu sichern, wartet Sawaya nun darauf, dass der Scania R 730 im Libanon zum Verkauf freigegeben wird. „Der Libanon ist sehr hügelig“, erklärt er. „Man braucht viel Leistung auf den steilen Straßen. Außerdem haben wir oft schwere Frachten.“ Für Sawaya geht es aber nicht nur um die Leistung der V8-Lkw, sondern auch um das Image. „Vergessen Sie nicht, dass er der ,King of the Road‘ ist“, sagt er. www.scania.com


ES V8 D R E D DA S LE

DER LANGE WEG ZUR

PERFEKTION

Die Herstellung des Leders für die Sitze der  V8-Lkw von Scania erfordert eine lange und abenteuerliche Reise durch ganz Europa, doch der Aufwand lohnt sich. Die Sitze, die daraus entstehen, sind von einer Qualität, von der viele Luxus-Automobilhersteller nur träumen können. Text: Tobin Auber Fotos: Jonny Lindh Illustration: iStockphoto

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6

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Schweden, Oskarshamn

Schweden, Kungsbacka

...die Produktionsanlage für Fahrerhäuser von Scania, wo der komplette Sitz im Fahrerhaus des Scania V8 montiert wird.

Die Bezüge werden in die Fabrik geschickt, wo alle Scania Sitze endmontiert werden. Dann geht’s weiter in...

EIN HOCHWERTIGER LEDERSITZ WIRD

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Schweden, Svenljunga Die Tierhäute für die Sitze in Scania V8-Lkw werden in Skandinavien ausgewählt, obwohl diese zu den teuersten zählen. Doch hochwertiges Leder ist kein verschwenderischer Luxus.

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edersitze in Fahrzeugen verbreiten einen Hauch von Magie. Und damit die Sitze dieser Magie gerecht werden, müssen sie aus edelstem Leder sein. Das außergewöhnlich hochwertige Leder, das für die Ledersitze der V8-Lkw von Scania verwendet wird, ist aber kein verschwenderischer Luxus, meint Kent Uddén, Einkaufsleiter bei Scania. Er ist der Mann, der den komplexen Produktionsprozess überwacht. „Das Leder ist höherwertiger als dasjenige, das in den meisten Premium-Automarken verwendet wird“, sagt er,

2

Polen, Posen Der Zuschnitt der Häute ist zu kompliziert, um ihn Computern zu überlassen. Stattdessen schneidet Fachpersonal die Häute per Hand zu, um Schnittschäden zu vermeiden.

���doch im Verlauf eines Jahres werden die Lkw etwa zehnmal so viel genutzt wie ein Luxusauto. Das Leder muss von sehr hoher Qualität sein, um dieser Beanspruchung standzuhalten.“ Die Herstellung des Leders beginnt mit der Auswahl der Tierhäute. Skandinavische Tierhäute eignen sich am besten, auch wenn sie die teuersten auf dem Markt sind, erklärt Jimmy Ahlgren von Elmo Leather, dem Unternehmen, das die Tierhäute für Scania einkauft. „In Pkw und anderen Lkw-Marken findet man meist Narbenleder“, erklärt

Ahlgren. „Die Maserung wird auf die Oberfläche des Leders geprägt. Es wird stark poliert und geschliffen und sieht toll aus. Doch wenn man lange darauf sitzt - und das tun Lkw-Fahrer nun einmal - wird es ziemlich klebrig. Außerdem wird es im Winter kalt und im Sommer warm. Doch für geprägtes Leder kann man billigere Tierhäute verwenden.“ Scania habe sich jedoch entschieden, teures Naturnarbenleder zu verwenden, erklärt er: „Die Maserung, die man auf der Oberfläche sieht, kommt durch die Tierhaut selbst. Dadurch wirkt

das Leder komfortabler und natürlicher.“ drei Gründe, warum skandinavische Tierhäute die besten für Naturnarbenleder sind. Erstens sind die in Skandinavien gezüchteten Rinder gut für die Herstellung sehr hochwertiger Tierhäute geeignet. Zweitens senkt das kalte Klima in Skandinavien die Zahl der Ungeziefer, die sich von dem Vieh ernähren, drastisch. Dadurch hat das Leder weit weniger Narben, die auf Insektenstiche zurückzuführen sind. Und drittens weisen die Tier-

Ahlgren nennt

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Ungarn, Szolnok Die Kopfteile und die anderen Lederbahnen werden von Fachleuten zu Bezügen zusammengesteppt.

FASZINATION LEDER

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Niemand kann sich einen englischen Gutsbesitzer vorstellen, der übers Land galoppiert – in einem Vinylsattel.

Deutschland, Lemgo

Text: Nancy Pick Fotos: iStockphoto

Die geschnittenen Lederbahnen werden zusammengesteppt und an den Sitzen befestigt. Mit Hochfrequenz-Schweißgeräten wird das V8-Logo auf das Leder aufgebracht.

L Ein Scania Sitz: bald am Ende seiner langen Reise.

häute weniger Verletzungen auf, weil es in Skandinavien üblich ist, Elektrozäune statt Stacheldrahtzäune zu verwenden. Wenn Elmo Leather in Svenljunga bei Göteborg das Leder gegerbt hat, wird es zu der Spezialanlage des Unternehmens in einem Vorort von Posen in Polen versandt, wo es in Bahnen für Sitzbezüge geschnitten wird. Der Schneidprozess ist zu komplex, um ihn computergesteuert durchzuführen, sagt Ahlgren, sodass er weitgehend von Hand durchgeführt wird. Hier hängt viel vom Können und Urteilswww.scania.com

vermögen des Personals ab. Von Polen aus werden die geschnittenen Lederbahnen zu Isringhausen geschickt, einem Marktführer für die Fertigung von Sitzen für den Lkw-Sektor. Dort werden die Bahnen zusammengenäht und an den Sitzen befestigt. Die Kopfbahnen werden nach Lemgo in Deutschland versandt, wo das Unternehmen mit speziellen HochfrequenzSchweißgeräten das V8-Symbol auf das Leder aufbringt. Die Kopfstücke werden dann zu den anderen Lederbahnen in das Werk von Isringhausen im ungarischen

bei Sitzen als Luxus. Das ist so, seit die ersten echten Ledersättel um 350 n. Chr. in Konstantinopel auftauchten und sich dann nach den Kreuzzügen in Europa verbreiteten. Die kunstvollen Sättel waren Prunkstücke aus Leder, mit Seide bestickt und dicht besetzt mit kostbaren Edelsteinen. Wenn heute Verbraucher Sitze für ihre Luxusfahrzeuge wählen, wird überwiegend Leder verlangt. „Schönes Leder ist eine ,fühlbare‘ Erfahrung“, sagt Skip Horween, der Präsident von Horween Leather, dem 1905 von seinem Urgroßvater gegründeten Feinlederunternehmen, das nun die letzte Gerberei in Chicago ist. „Es hat ein bestimmtes Aussehen, eine bestimmte Haptik und im Idealfall einen bestimmten Geruch.“ eder gilt

Leder wird auch mit Handwerkskunst assoziiert, etwa mit

Designer-Handtaschen oder handgemachten italienischen Schuhen. Leder passt sich auch an den Körper an. Horween liefert das Leder für eine Produktlinie an schottischen Jacken, die anfangs ziemlich steif sind. Doch mit der Zeit werden sie weicher und passen sich dem Träger an. „Wenn jemand anderes meine Jacke tragen würde, wäre sie für ihn nicht so bequem.“ Verbraucher, die sich Ledersitze leisten können, ziehen Leder so gut wie immer einem anderen Bezug vor, sagt Steve Jeske, Senior Vice President Verkauf und Marketing von GST AutoLeather in der Nähe von Detroit. „Das hat mit dem Image zu tun“, sagt er. „Im Allgemeinen gilt Leder bei Verbrauchern als Premiumprodukt.“ Doch schneidet Leder wirklich besser ab? Die Wahrheit ist, dass alle Polstermaterialien die strengen Anforderungen der Automobilindustrie erfüllen müssen. Leder rangiert jedoch in bestimmten Bereichen wie Reinigungsfähigkeit und Abnutzungsbeständigkeit weit oben. 2011 • LEGENDE 33


Vom Schnitt bis zur Montage stellen erfahrene Handwerker ein hochwertiges Produkt her. w w w. sc an i a .c om / v 8

Jede Tierhaut ist groß genug für zwei Sitzbezüge.

„Das Leder ist höherwertiger als dasjenige, das in den meisten Premium-Automarken verwendet wird.“ Kent Uddén, Einkaufsleiter, Scania Sollnok geschickt, wo die Bezüge zusammengesteppt werden. Danach werden die Bezüge zu Isringhausen in Kungsbacka in Schweden geschickt, wo die Endmontage aller Scania Sitze erfolgt. Ein Großteil der Arbeit muss von Hand durchgeführt werden, da Computer nicht mit den vielen Variablen zurecht kommen, erklärt Johan Roslund, der Geschäftsführer von Isringhausen in Schweden. „Das Design der Sitze selbst ist weitaus komplexer als in den Pkw”, meint er. „Das liegt an den Aufhängungssystemen, die sie enthalten, und den 34 LEGENDE • 2011

vielen Anpassungen, die an ihnen vorgenommen werden können. Die Herstellung der Sitze ist komplexer, und deshalb sind auch die Anforderungen an das Leder höher.” Wenn die fertigen mit Leder bezogenen Sitzteile montiert sind, werden sie an die Fahrerhaus-Produktionsanlagen von Scania im schwedischen Oskarshamn geliefert, wo sie in die Fahrerhäuser eingebaut werden. Nun sind sie am Ziel ihrer ungewöhnlichen Odyssee durch Europa angekommen, auf der sie die ideale Polsterung für den V8-Lkw erhalten haben.

Die Herstellung der Ledersitze für Scania V8-Lkw wird hauptsächlich per Hand vorgenommen. www.scania.com


SCHWE

DEN

INSATZ V8 IM E

Der Spediteur Hans Pedersen betreibt in Stockholm einen Fuhrpark von 16 Kippern, von denen 13 Scania Lkw mit V8-Motoren sind. Im März 2011 wurde der Fuhrpark um vier neue vierachsige Scania R 730 mit V8-Motoren erweitert. Sein ältester Scania, den er 1996 kaufte und der immer noch in Betrieb ist, ist ein R143. Die Lkw von Pedersen fahren verschiedene Baustellen rund um Stockholm an, um Erde und Geröll zu Deponien zu bringen. „Man könnte mich als V8-Junkie bezeichnen“, sagt Pedersen, der seit 1966 im Transportgeschäft tätig ist. Der erfahrene Spediteur erwarb 1978 seinen ersten Scania und hat es nie bereut. „Damals konnte man einen Ölwechsel in Hemd und Krawatte vornehmen“, erinnert er sich. „Das ist es, was Scania den Vorsprung verschafft hat, und das gilt auch heute noch.“ Pedersen weist darauf hin, dass die Lkw der Konkurrenz im Laufe der Jahre besser geworden seien. „Doch die Fahrer wollen Scania V8“, sagt er. „Es ist ein komfortableres Fahrgefühl mit mehr Leistung. Die neuen V8 sind leistungsfähiger als die früheren und brauchen weniger Kraftstoff pro 1.000 Tonnen Fracht. Auch das Drehmoment wurde erheblich verbessert. Die neuen V8 stellen das maximale Drehmoment bereits bei 1.350 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung.“ Andreas Sjöö fuhr unlängst einen von Pedersens neuen Scania R 730 zwischen einer Baustelle in Sollentuna und der Deponie Vällsta. Das Bruttogewicht pro Ladung betrug 60 Tonnen. Eine besondere Herausforderung bestand darin, rückwärts steil bergauf zu fahren, um die Fahrzeugkombination in eine optimale Position für den Schaufellader zu bringen. Gleichzeitig musste er auf die großen Unebenheiten im Gelände achten. Der R 730 meisterte die Aufgabe ausgezeichnet. „Der Lkw ist leise und angenehm zu fahren und wechselt die Gänge sehr weich“, sagt Sjöö, der seit 20 Jahren Lkw fährt. Trotz der schlammigen Umgebung, in der er arbeitet, muss er nur selten den Komfort seines Fahrerhauses verlassen, meint Sjöö. Er fährt sogar ohne Schuhe, nur in Socken.

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Für Hans Pedersen ist der Scania V8 eine Art Leidenschaft. Text & Fotos: Alexander Farnsworth

ENTSCHEIDUNG OHNE REUE Andreas Sjöö

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AUF DER SUCHE NACH

LEISTUNG Es ist ein weiter Weg von Monaco nach Millbrook, doch f端r den ehemaligen Formel-1-Star und zweimaligen Le-Mans-Sieger Allan McNish lohnte sich die Reise. Text & Fotos: Phil Sampson


O

seines Lebens hinter dem Steuer eines der exotischsten Fahrzeuge verbracht hat, das je entwickelt wurde, hat der Formel-1-Star und zweimalige Le-Mans-Sieger Allan McNish noch nie ausprobiert, wie sich ein hochmodernes schweres Nutzfahrzeug fährt. Als sich ihm die Gelegenheit bot, mussten wir ihn deshalb nicht zweimal fragen. Wir treffen uns mit Allan McNish an einem bitterkalten Wintermorgen um acht Uhr auf dem Testgelände in Mill­ brook, tief im Herzen der ländlichen Grafschaft Bedfordshire in England. McNish kommt in einem glänzenden, lippenstiftroten Audi R8 herangerollt. Das Fauchen seines V10-Motors durchschneidet die eisige Luft. Der Kaffeeautomat ist eingeschaltet, die Schinkenbrötchen warten, doch der Formel-1Fahrer übergeht unser gastfreundliches Angebot und steuert schnurstracks auf das andere PS-starke Fahrzeug zu, das in der Nähe glänzt. Gary Wrights Scania R 730 mit Nachlaufachse ist das allererste Exemplar des 730 PS starken Scania V8, das weltweit ausgeliefert wurde. „Antriebskraft, Leistung und Drehmoment sind für uns extrem wichtig, da wir es mit unterschiedlichen Transportaufgaben zu tun haben, wie Kühltransporte nach Mitteleuropa, Tieflader- und Forsttransporte“, erklärt Wright, der gemeinsam mit seinem Vater Haydn Wrights Self Drive betreibt, ein Speditions- und Vermietungsunternehmen für leichte Nutzfahrzeuge mit Sitz im walisischen Welshpool. Als stolzer Eigentümer einer damals weltweiten Neueinführung erklärte sich Wright einverstanden, uns an diesem Tag zu begleiten, sodass die Ankunft seines R 730 gebührend gefeiert werden kann. Und gibt es dafür eine bessere Möglichkeit, als für die Jungfernfahrt einen Fahrer von Weltrang einzuladen – einen, der daran gewöhnt ist, mit 700 und mehr PS umzugehen (wenn auch in einem ganz anderen Hubvolumen)? bwohl er einen GroSSteil

D

ie ersten Erfahrungen im Fahrerhaus beginnen für McNish mit einem Sicherheitsbriefing und der Einweisung in die Bedienelemente durch Scania Driver Experience Manager Mark Agnew. Wie fühlte er sich dabei, einem der erfolgreichsten Rennfahrer der Gegenwart beizubringen, wie man mit einem Fahrzeug umgeht? „Überhaupt kein Problem“, antwortet Agnew. „Allan ist ein Profi und daher war es ihm wichtig, ein Fahrzeug, das er zum allerersten Mal fahren sollte, zu verstehen und richtig einzuschätzen. Es ist überflüssig zu erwähnen, dass er sich extrem schnell anpasste. Ich spürte, wie ich allmählich von der Rolle des Lehrers in die des Beifahrers schlüpfte. Doch die ganze Zeit über war Allan daran interessiert, mehr über das Fahrzeug und seine Fähigkeiten zu erfahren. Es besteht kein Zweifel daran, dass er ein echtes Interesse daran hatte, das Beste aus dem Tag zu machen.“ Nach mehreren Runden auf dem Testparcours von Millbrook ist die Verlockung des Schinkenbrötchens doch zu groß. Allan fährt an die Seite. Welches sind seine ersten Eindrücke vom Scania R 730? „Das erste Gefühl war bange Erwartung, weil das für mich eine völlig neue Welt ist“, antwortet er. „O. K., es hat ein Lenkrad, viele PS , viel Drehmoment und vier Räder – oder in diewww.scania.com

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sem Fall mehr als vier Räder. Doch es ist etwas ganz anderes: Es ist kein Rennwagen und kein Straßenwagen. Es ist sehr hoch und ich hatte ein mulmiges Gefühl beim Einsteigen in das Fahrerhaus. Mir wurde beinahe schwindelig. Ich bin 1,65 Meter groß und reiche nicht einmal ans untere Ende der Sitze. Man sitzt sehr, sehr weit oben und hat große Glasflächen vor sich, aber das Heck kann man nicht sehen. Man weiß, dass man einen Sattelauflieger hinter sich hat, den man aber nicht sehen kann. Es ist also nicht so einfach, die vorderen und hinteren Fahrzeugbegrenzungen zu lokalisieren. Doch wenn man einmal losfährt, wird einem plötzlich klar, wie es geht. Die vielen perfekt platzierten Spiegel ermöglichen einem dieses Extra an zusätzlicher Sicht.“

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dass die Kraft möglichst weich und effizient umgesetzt wird, ist der R 730 mit der neuen Generation des vollautomatischen Gangwechselsystems Scania Opticruise ausgerüstet. Wie hat McNish das gefallen? „Als Mark sagte, es ist ganz einfach, dachte ich, er würde flunkern“, sagt er. „Doch ich war beeindruckt: Es war tatsächlich ganz leicht. Man startet einfach den Motor, betätigt das Fahrpedal und Opticruise wählt dann, abhängig vom Fahrzeuggewicht und der Straßenneigung, den optimalen Gang. In unserem Fall gab es ein leichtes Gefälle, sodass wir im zweiten Gang anfuhren. Wenn man die Handbremse löst, gibt es zusätzlich eine Auto-Hold-Funktion, damit man, wenn man von der Fußbremse zum Gaspedal wechselt, nicht wegrollt. Dann berührt man das Gaspedal und gleitet davon. Bei 3.500 Nm Drehmoment erwartet man einen Ruck und eine aggressive Beschleunigung, doch es lief sehr kontrolliert ab. Es war sehr entspannt und die Beschleunigung war sehr weich. Auch die Gangwechsel erfolgten verzögerungsfrei. Ehe ich mich versah, war ich im achten oder neunten Gang. Das war eine Überraschung, weil die Gangwechsel so weich waren. Ich hätte nicht gedacht, dass man so viele PS und so viel Drehmoment so gut kontrollieren kann.“ Gibt es Parallelen zwischen dem R 730 und der Art

„Das erste Gefühl war bange Erwartung, weil das für mich eine völlig neue Welt ist.“ von Fahrzeugen, die Allan McNish als Rennfahrer normalerweise fährt? „Wir haben ähnliche PS-Zahlen, aber viel weniger Drehmoment“, antwortet er. „Wir fahren mit knapp über 1.000 Nm Drehmoment, was sich bei einem Rennwagen mit 900 Kilo Gewicht anfühlt wie eine Rakete. Mit 44 Tonnen hat man viel mehr Gewicht zu bewegen und zu bremsen. Doch die Tech­ nologie im Lkw war für mich sehr interessant, weil ich viele ähnliche Lösungen sah, aber manchmal anders angewendet.“

amit gewährleistet ist,

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Der Weltklassefahrer Allan McNish am Steuer eines Scania R 730.

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ür Rennfahrer sind Gangwechsel kritisch, erklärt er. ,,Sie müssen schnell, präzise und weich sein, sonst verliert man Spitzengeschwindigkeit, was am Ende jeder Geraden bei Mulsanne auf der Le-Mans-Strecke einen oder zwei Kilometer pro Stunde ausmachen kann. Das bedeutet mehr Spritverbrauch, kann aber auch bedeuten, dass die Konkurrenz in der ersten Schikane an dir vorbeizieht. Hier im Lkw müssen die Gangwechsel auch weich und präzise sein, weil es 14 Gänge gibt und das Fahrzeug sehr schnell rauf- und runterschaltet. Doch man braucht auch den richtigen Gang für die jeweilige Geschwindigkeit und die jeweilige Drehzahl, damit man Kraftstoff spart.“ „Das Gebiet, auf dem ich etwas dazulernen musste, war die Einschätzung der Länge, vor allem beim Überholen oder beim Manövrieren unter beengten Platzverhältnissen. In solchen Situationen wird einem bewusst, dass die Länge und die Positionierung des Fahrzeugs kritisch sind. Es dauerte eine Weile, bis mein Gehirn sich daran gewöhnt hatte, dass das hintere Ende ziemlich weit weg ist.“ Als es ans Rückwärtsfahren geht, beeindruckt Allan als Anfänger-Trucker das Scania Team. Worauf führt er seine Fahrkünste zurück? „Ich bin im Südwesten Schottlands aufgewachsen“, erklärt er. „Dumfries ist eine große landwirtschaftliche Gemeinde. Meine ganze Familie befasst sich mit Landwirtschaft und als Heranwachsender war ich daran gewöhnt, einen kurzen Traktor mit langem Anhänger zu fahren. Das war vor gut 25 bis 30 Jahren. Aber ich glaube, die Prinzipien, wie man sich ausrichtet und in Position geht, sind dieselben. Zwei meiner drei Rückwärtsfahrversuche sind mir auf Anhieb gelungen. Der dritte gelang mir erst beim zweiten Anlauf. Das war mir etwas peinlich.“ „Es war ein fantastischer Tag“, bilanziert er am Ende. „Es ist immer gut, seine Grenzen zu überschreiten, das Gewohnte hinter sich zu lassen und etwas Anderes zu sehen. Ich kenne Scania schon lange ziemlich gut. Doch hierher zu kommen und den neuesten und besten Lkw, den es auf der Straße gibt, zu fahren und zu sehen, wie Scania auf die Bedürfnisse der Fahrer eingeht, war für mich sehr interessant. Es gibt auch viele Parallelen zu dem, was wir auf der Rennstrecke tun. Wir versuchen doch beide ein sehr ähnliches Ziel zu erreichen, nämlich die Besten zu sein.“ www.scania.com


DER CHARME DES DRITTEN MALS Text: Anders Nordner Fotos: Sanna Skerdén

Die erste Ausgabe von LEGENDE erschien 2009 aus Anlass des 40. Jahrestags der Markteinführung des legendären V8-Motors von Scania. Der damals kraftvollste Lkw-Motor der Welt steigerte über Nacht die Produktivität einer ganzen Branche.

Die zweite Ausgabe konzentrierte sich 2010 auf den Scania R 730, das Flaggschiff der neuesten V8Lkw-Baureihe von Scania. Mit der Einführung des R 730, dem kraftvollsten Lkw der Welt, reicht die V8-Baureihe von Scania nun von 500 bis 730 PS. In dieser Ausgabe 2011 von LegendE widmen wir uns besonders den Transportunternehmen in aller Welt, die Scania V8-Lkw einsetzen. Obwohl die Lkw für verschiedenste Zwecke verwendet werden, profitieren die Unternehmer alle von den herausragenden Eigenschaften der Scania Lkw in puncto Leistung, Zuverlässigkeit und Kraftstoffwirtschaftlichkeit. www.scania.com

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D I E D E N T R A U M -T R U C K

BAUEN 2 0 11

Der Tuning-König Sven-Erik „Svempa“ Bergendahl erregt weltweit Aufsehen mit seinen umgestylten Lkw, die sich durch unverwechselbare Lackierungen, Chrom- und Aluminiumapplikationen auszeichnen. Text: Ylva Carlsson Fotos: Dan Boman

Frühere Arbeiten von Svempa

2008 Der Blue Shark Limitierte Auflage des Scania R 620 mit Spezialkarosserie aus 4 mm dickem Aluminium (2008).

2010 Dark Diamond Limitierte Auflage des Scania V8, ein echter Hingucker mit besonderen Verzierungen überall auf und im Fahrzeug (2009).

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Bergendahl dreht den Zündschlüssel um und startet seinen Liebling, eine knallrote Version eines Scania T-Haubermodells mit offenem Fahrerhaus, der auf 1.000 PS hochgetunt wurde. Das Dröhnen seines V8-Motors erfüllt Svempas Werkstatt und auf seinem Gesicht zeichnet sich ein breites Lächeln ab. Mit 71 Jahren hat Svempa − eine internationale Legende im Lkw-Styling-Geschäft − noch keine Pläne, sich zur Ruhe zu setzen. Er ist seit über 40 Jahren im Geschäft. Schon früh wurde Scania zu seinem Favoriten. „Es gibt nichts Besseres als Scania Lkw“, sagt er. „Mit ihren leistungsstarken Motoren, ihrem attraktiven Design und ihrer durch und durch hohen Qualität lassen sie die Konkurrenz Staub schlucken.“ Im Auftrag von Scania produziert Svempa auch limitierte Auflagen von nach Kundenwünschen gefertigten Lkw. Seine jüngste Kreation, der Black Amber, steht in der Werkstatt und wartet auf die Endinspektion. Die dunkelbraune Metallic-Lackierung des Lkw leuchtet intensiv. Svempas Chefstylist Jan Richter führt mit Kristofer Hansén, dem Leiter der Stylingabteilung von Scania,

Sven-Erik „Svempa“

kontinuierlich Gespräche über Styling-Vorschläge und Prototypen. „Mit diesen Lkw werten wir das optimale Styling von Scania auf. Wir gehen bis an die Grenze, fügen dem Original aber nie Schaden zu“, sagt Richter. Seit die Werkstatt für limitierte Auflagen vor zehn Jahren eröffnet wurde, haben fast 500 von Svempa gestylte Lkw in ganz Europa ein neues Zuhause gefunden. Das größte Interesse ist in Italien zu verzeichnen. „Die Italiener lieben V8 und trendiges Styling“, sagt Svempa. „Je mehr es glänzt und leuchtet, desto besser.“ Die Kunden sind immer begeistert, wenn die Lkw ausgeliefert werden. Seine lebhafteste Erinnerung hat Svempa an eine Begegnung in Trient im Jahr 2008, als ein Kunde Freudentränen vergoss, als er seinen Blue Shark in Empfang nahm. Im Laufe der Jahre haben Svempa und sein Team aber auch viel Feedback von Kunden bekommen, Informationen, die für die Arbeit an neuen Kreationen und für das Erschließen neuer Märkte sehr wertvoll sind. Ein neu erwachtes Interesse ist in Brasilien, China und Thailand zu verzeichnen. Trotz seiner Erfahrung hat Svempa

aber immer noch Träume: „Stellen Sie sich einen herrlichen Sommertag in den Stockholmer Schären und einen auffällig lackierten Aluminium Combat Vessel 90 mit V8-Zwillingsmotor vor. Das würde alles in den Schatten stellen, was ich bisher gemacht habe.“ www.scania.com


,,Es gibt nichts Besseres als Scania Lkw. Sie lassen die Konkurrenz Staub schlucken.” Lkw-Styling-Legende Svempa Bergendahl

Svempa beschreibt sich selbst als Kontrollfreak, vor allem wenn es um Innendetails und die Beleuchtung geht.

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Der Black Amber besitzt vorne einen Kühlergrill und Lufteinlässe in Black Brilliant und die Spiegel und Windschutzscheibenrahmen in einem glänzenden Piano Black. Die Fans des Lkw werden sich auch für die sichtbaren Chrombolzen für verschiedene äußere Befestigungen begeistern.

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INSATZ V8 IM E

Achterbahn. Um die Berg­ bauregion zu erreichen, müssen die Lkw dramatische Höhenunterschiede bewälti­ gen. Die 152 Kilometer lange Fahrt führt von 250 Metern über dem Meeresspiegel über 850 Meter hohe Pässe in ein Tal auf 450 Meter Höhe.

In den Bergen von Laos machen rutschige Straßen Erztransporte zu einem riskanten Geschäft. Dank des Opticruise-Getriebes können sich die Fahrer von Scania Lkw ganz auf die Sicherheit konzentrieren. Text: Anders Ellqvist Foto: Susanna Asklöf

Auf holprigen Strecken hoch oben in den Bergen von Laos ziehen Tag für Tag Scania V8-Lkw die Hänge bergab und bergauf. Die Wege haben mehr Ähnlichkeit mit Skipisten als mit Straßen für Roherztransporte – und manchmal sind sie ebenso rutschig. Diese Straßen flößen einem Respekt ein. Kreuze und kleine Schreine entlang der Wege sind traurige Mahnmale für die Menschenleben, die sie schon gefordert haben. Das ganze Jahr über stellen die Gebirgsstraßen eine schwierige Herausforderung dar. Während der Regenzeit müssen die Fahrer ihre Lkw, die mit der Erzfracht auf ein Gesamtgewicht von 75 Tonnen kommen, durch 42 LEGENDE • 2011

Schlamm und Sturzfluten navigieren, während der trockenen Jahreszeit bei 40 und mehr Grad durch Staub und Geröll. Der leistungsstarke V8-Motor, der die Scania Lkw mit ihren Anhängern auf und über die Berge bringt, kann seine Arbeit nur mithilfe des Opticruise-Getriebes bewältigen. Dank schneller und präziser Gangwechsel können die Fahrer sich voll auf ihre Lkw verlassen. Durch einfaches Antippen mit dem Finger kann jeder der 14 Gänge gewählt werden, sodass der Fahrer das Fahrzeug bei einer Bergauf- oder Bergabfahrt völlig unter Kontrolle hat. Die effiziente Fahrbarkeit erhöht die Straßensicherheit und rettet letzten Endes Leben. www.scania.com


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INSATZ V8 IM E

Zwei Jahrzehnte

Erfolg

Ein Unternehmer aus São Marcos hält seinen Scania V8 LK140 so tadellos in Schuss, dass er in der Stadt zur Attraktion geworden ist. Text: Daniel Corrêa und Renata Nascimento Fotos: Rogerio Formighieri Traditionen. Schon Robério Fernando Chemel­ los Vater schätzte Lkw von Scania.

Es ist schwierig, im brasilianischen São Marcos einen Einwohner zu finden, der von Robério Fernando Chemellos Scania V8 LK140 nicht fasziniert ist. Der LK140 aus dem Jahr 1978, den Chemello zehn Jahre später kaufte, ist sein Ein und Alles. „Als ich ins Erdbaugeschäft einstieg, suchte ich einen V8, um ihn vorwiegend im Dammbau einzusetzen, wo das Gelände sehr uneben ist“, erklärt Chemello. „Der Motor ist stärker und gewährleistet ausgezeichnete Leistung in jedem Gelände. Nach intensiver Suche fand ich, was ich wollte, und ich bereue den Kauf nicht.“ Mit der Zeit verwandelte sich der Lkw in ein mobiles Denkmal. Was

bereits gut war, wurde noch ­besser, nachdem Chemello begann, in Ersatzteile und Zubehör zu investieren. So hielt der Scania nicht nur die erforderliche Leistung und Kapazität aufrecht, sondern wurde auch immer schöner. Damit zog er nicht nur in São Marcos, sondern an allen Orten, an denen Chemello arbeitete, die Aufmerksamkeit von Bew underern auf sich. Der 30-jährige Reginaldo Macedo de Lima ist als Lkw-Fahrer für das Unternehmen tätig. In den vergangen zehn Jahren hat er den LK140 gefahren. „Er ist anders als andere Lkw“, sagt er. „Er ist leicht zu fahren und

sehr zuverlässig. Ich bin damit schon sehr schwierige Touren gefahren und immer wohlbehalten hin- und zurückgekommen.“ Chemello ist stolz auf seinen LK140. Und wenn er heute einen neuen Lkw kaufen müsste, würde er sich für einen neuen Scania V8 entscheiden. „Das ist das beste Fahrzeug, das es da draußen gibt“, versichert er. „Wenn ich meinen Lkw vor dem Haus parke, bleiben viele Leute stehen und sehen ihn sich an.“ Die Einwohner von São Marcos wissen die Kraft von Motoren und die Schönheit von Lkw zu schätzen – immerhin ist die Stadt in Brasilien als Hauptstadt der Lkw-Fahrer bekannt.

Fortschrittlich Der Scania LK, dessen Vor­ derachse weiter nach vorne versetzt wurde als beim LB, wurde in den 1970er Jahren gebaut, um den vorgeschrie­ benen Gewichtsbegrenzung­ en der Vorderachse, die vor allem in Brasilien und Australi­ en galten, gerecht zu werden.

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INSATZ V8 IM E

Kraftvolle

Feuerwehr Die Pekinger Feuerwehr nimmt zehn Scania R 560 in Betrieb, um in der chinesischen Hauptstadt Feuer zu bekämpfen. Text: Jin Qiu Fotos: Wang Jing

Die zehn V8-bestückten Scania R 560 sind in der Lage, speziell konzipierte Wasserpumpen zu betreiben, die den Wasserdruck und das Wasservolumen erhöhen, um die erforderliche Reichweite in horizontaler wie in vertikaler Richtung zu erzielen. Das Wasser kann damit bis zu 120 Meter hoch gespritzt werden. Dadurch sind die Feuerwehrleute in der Lage, Großbrände sicherer und schneller zu löschen. Die Pekinger Feuerwehr untersteht der Chinesischen Bewaffneten Volkspolizei.

Die zehn Scania R 560 sind von einem chinesischen Aufbauhersteller maßge­ schneidert worden. 44 LEGENDE • 2011

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Mighty 143 The

Nach einem Vierteljahrhundert auf der Straße treten ein Mann und sein Truckersong aus dem Schatten. Text und Fotos: Phil Sampson

1980er Jahre verstummen die Gerüchte nicht: Irgendwo in Großbritannien hatte jemand einen Song über den Scania R143 geschrieben, den damals unumstrittenen ,,King of the Road”. Doch wer das war, blieb ein Rätsel. Immer wieder wurde die Frage in Gesprächen in den Büros von Scania UK und auf Lkw-Messen gestellt. Legende beschloss, das Rätsel zu lösen. Die Nachforschungen führten uns schließlich nach Nordirland, wo uns Harry McQuillan, Vertriebsleiter beim örtlichen Scania Händler Road Trucks Limited, helfen konnte. Mc-

Seit Ende der

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Quillan begeisterte sich sein Leben lang für das Transportgeschäft und hat im Laufe der Jahre eine Fülle von Erinnerungsstücken gesammelt. Abgesehen von seiner 150 Exemplare umfassenden Lkw-Modellflotte hat er auch Truckermusik gesammelt. Hilfsbereit kletterte er auf seinen Dachboden und staubte seine alten Musikkassetten ab, die er Jahre zuvor dort eingelagert hatte. stammte von einem Trio, dass sich Triaxle nannte, und auf dem Cover posierten die Bandmitglieder vor einem 470 PS starken Die Aufnahme

Scania R143. Triaxle hat sich schon vor langer Zeit aufgelöst, doch McQuillan war auf etwas Interessantes gestoßen. Er brachte uns nach Loughgall in der Grafschaft Armagh, wo wir den LkwFahrer Micky Prunty trafen. Vor langer Zeit war er ein geübter Banjospieler gewesen und hatte die Leute im örtlichen Pub unterhalten. „Ich spielte mit meinen Freunden Micky McGorman, einem anderen Banjospieler hier aus der Gegend, und dem Gitarristen Dermot Maguire zusammen“, erzählt Prunty. „Wir traten nur zum Spaß auf. Schließlich nahmen wir an einem Talentwettbe-

werb teil und gewannen. Der Preis bestand darin, ein Album aufzunehmen – und so kam die Kassette zustande.“ Doch was ist mit dem Song, der als „The Mighty 143“ bekannt wurde? meinem 22. Lebensjahr Fahrer“, erinnert er sich. „Damals war ich im internationalen Fernverkehr tätig und bis zu zehn Tage am Stück weit weg von zu Hause. Ich fuhr immer Scania V8, denn der V8 war für mich das Fahrzeug schlechthin. Viele Fahrer in Nordirland waren derselben Meinung. Wir hatten sogar einen Spruch für unsere Chefs: ,No V, no me’

„Ich war seit

Micky Prunty (oben) und Harry McQuillan halfen mit, das Rätsel von ,,Mighty 143” zu lösen.

(‚Ohne V geht gar nichts!’). Ursprünglich hatte ich einen R142, über den ich einen Song schrieb, und als der 143 herauskam, schrieb ich auch einen über ihn.“ 2011 • LEGENDE 45


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V8 Legende 2011