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SACHSENS BLASERPOST 01/2010

Landesblasmusikfest 2010 Verdienstmedaille für Helmut Göhler 3. Deutsche Brass Band Meisterschaften

Die Zeitschrift des Sächsischen Blasmusikverbandes


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17.03.2010

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'DV*O FNJHQLH‰HQ Wenn alle Frßchtchen gemeinsam auf die Pauke hauen.

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INHALT

Liebe Leserinnen und Leser die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise hat auch das Bundesland Sachsen schwer getroffen und führt zu umfassenden Sparmaßnahmen seitens der Landesregierung. Nach Verlautbarungen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz entfallen vom Gesamtsparpaket 25 Millionen Euro auf den Bereich der Förderung von Trägern der freien Jugendhilfe bei der Erbringung von Angeboten des überörtlichen Bedarfs. Außerdem sind die Mittel für die Jugendpauschale gekürzt und die FSJ-Stellen im Freistaat von 1100 auf 550 halbiert worden. Diese und weitere angekündigte Sparmaßnahmen werden sich mittelfristig auch auf die Projekte der sächsischen Musikvereine und des SBMV e.V. auswirken. Es gilt nun mehr als je, die Notwendigkeit und den Sinn von Kinder- und Jugendarbeit in den Musikvereinen geschlossen deutlich zu machen und unter Beweis zu stellen. Seit 20 Jahren ist der SBMV e.V. als Dachorganisation und Interessenvertreter der sächsischen Musikvereine tätig. Die Bewahrung der Traditionen (Seite 12) und eine zukunftsorientierte Aufstellung der Blasmusikszene sind die Hauptaufgaben unseres Verbandes. Die vielfältigen Bereiche der Arbeit können uns alle stolz machen. Mehr zur Geschichte des SBMV e.V. ab dieser Ausgabe auf den Seiten 20 und 21. Dass eine konstruktive Kommunikation wie zuletzt bei den Regionalgesprächen 2009 wichtig ist und welche neuen Arbeitsaufgaben sich ergeben werden, lesen Sie auf Seite 4. Unser aller Hauptanliegen, die Musik, beschreibt BMD Heiko Schulze im Interview (Seite 7). Zur verstärkten Außenwirkung und zur noch besseren Kommunikation mit den sächsischen Musikvereinen wird mit dieser Ausgabe von Sachsens Bläserpost unsere Verbandszeitschrift auch online verfügbar sein. Auf www.blaeserpost-online.de sind aktuelle Berichte und interessante Informationen verfügbar. Wir laden Sie herzlich ein, dieses neue Medium intensiv zu nutzen und uns mit Nachrichten und Anliegen zu versorgen. Bleiben Sie auch der Druckausgabe von Sachsens Bläserpost gewogen. Viel Spaß beim Lesen! Ihr Redaktionskollegium SBP

Liebe Mitglieder des Sächsischen Blasmusikverbandes, sehr geehrte Damen und Herren, mit Beginn des neuen Jahres stehen unser Verband und alle Mitgliedsvereine vor vielfältigen Herausforderungen. Die finanzielle Situation und andere gesellschaftliche Veränderungen wirken sich auf unser aller Arbeit für Sachsens Blasmusik aus. Ich bitte Sie, gemeinsam mit dem Präsidium des SBMV e.V. einen kühlen Kopf zu bewahren und die vor uns liegenden Aufgaben in Ruhe zu besprechen, um ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen. Dazu ist die Anwesenheit zum Verbandstag des SBMV e.V. und der Hauptversammlung der Bläserjugend Sachsen am 24. April 2010 in Frankenberg/Sa. unbedingt erforderlich. Neben den Präsidiumsund Vorstandswahlen gilt es, die aktuellen Entwicklungen zielorientiert zu diskutieren und eine Geschlossenheit der sächsischen Blasmusikszene zu demonstrieren.

Ich freue mich auf unsere weitere Zusammenarbeit und verbleibe mit freundlichen Grüßen Thomas Firmenich, Präsident

SBMV DIREKT 4 Zusammenarbeit im SBMV e.V. – Regionalgespräche 2009 5 Ergebnisse der D- und C- Prüfung 5 Künstlersozialversicherung 6 Der Rechtsanwalt berät 6-7 Was ist Artikulation? 7 Auf der Suche nach Musiksprache und Emotion LBMF 8 O Jugend, o schöne Rosenzeit 9 9. Landestreffen Sächsischer Kinder- und Nachwuchsorchester 9 Theo Müller zum 70. Geburtstag 9 Krone der Blasmusik 2010 10 Verein Jugendblasorchester der Stadt Thum/Erzgeb. e.V. 10 Jugendblasorchester Zwickau e.V. 11 Blasmusikverein Carl Zeiss Jena e.V. 11 Wertungs- und Kritikspiele – Neue Pflichttitel AUS DEN MITGLIEDSVEREINEN 12 50 Jahre Wirken für die Musik 13 20 Jahre Sachsenländer Blasmusikanten 14 Termine unserer Mitgliedsvereine 15 20. Thumer Orchestertreff 15 Ehrungen von Musikerinnen und Musikern SBMV BRÜCKENSCHLAG 16 Das Rundfunk-Blasorchester Leipzig auf neuen Wegen 16 Clarinetucumulus? 17 Zwischen Frack und Weste – Die Original Elbländer Blasmusikanten 18 3. Deutsche Brass Band Meisterschaft 18 Sächsischer Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V. 19 In Kürze BLASMUSIKGESCHICHTE 20 Werner Kunath zur Musikge- schichte (Teil 3) 20-21 Spezial – 20 Jahre SBMV e.V. IN EIGENER SACHE 22 Kleines Lexikon der Blasmusiker 22 Nonsensecke 22 Kuriose Blasinstrumente WEITERE INFOS UNTER www. blaeserpost-online.de


SBMV DIREKT

Zusammenarbeit im SBMV e. V. / BJS sachsenweit – unsere Regionalgespräche 2009 Aktivitäten in den Regionen im Verband und in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, wurde auf den Regionalkonferenzen ein Medienkonzept vorgestellt, das neben dem Festlogo, einer eigenen Website (www.landesblasmusikfest. de), sachsenweiter und regionaler Pressearbeit sowie einem Fotowettbewerb den SBMV e.V./ BJS als die Basis für die vielfältige Blasmusik in Sachsen weiter etabliert.

Um zusammen arbeiten zu können, müssen die Partner einander kennen, ihre Ziele, Vorstellungen, Ideen und Wünsche austauschen. Dieser offene Meinungsaustausch zwischen den Mitgliedsvereinen und Vertretern von Präsidium und Vorstand des Sächsischen Blasmusikverbandes e.V. und der Bläserjugend Sachsen wurde mit den Regionalgesprächen 2008 begonnen. Vor Ort mit den Mitgliedsvereinen zu diskutieren, schafft Nähe und Informationsdichte mit regionalem Bezug. Der Austausch ist eine Möglichkeit, den Kontakt zwischen den Vereinen und der Verbandsleitung in informellem Rahmen zu vertiefen. Die Vereine aus der Region Chemnitz/Erzgebirge waren nach Lichtenstein, die Mitglieder aus dem Leipziger Raum nach Leipzig eingeladen. Die Vertreter aus dem Raum Dresden und Ostsachsen trafen sich in Dresden. Ein Gesprächsschwerpunkt war die Vorbereitung des Festjahres 2010 zum zwanzigjährigen Bestehen des SBMV e.V. und der BJS. Hauptthemen waren zudem die vom Verbandstag 2009 verabschiedeten Leitbilder des Verbandes und Informationen zu aktuellen Fragen in musikalisch-fachlicher und verbandspolitischer Arbeit. Mit seiner Gründung im Jahr 1990 begann für den SBMV e.V./BJS ein Entwicklungsweg, auf dem er die Vielfalt und den Reichtum der Amateurblasmusik weit über die Grenzen des Freistaates Sachsen hinaus nachhaltig prägte. Das sechste Landesblasmusikfest vom 20. bis 22. August 2010 wird mit aktuell 47 angemeldeten Vereinen (Stand Mitte März 2010) das bisher größte gemeinsame Musikfest des Verbandes werden. Um die Veranstaltungen im August, aber auch die vielfältigen Konzerte und 4

Sachsens Bläserpost 1/2010

Beim Austausch zu den vorgestellten Ideen wurde insbesondere deutlich, dass der Verband als „SBMV“ außerhalb der Reihen der MusikerInnen unzureichend wahrgenommen wird. Daher nutzt der SBMV e.V. das Festjahr als Chance, den Verband weiter in Sachsen zu platzieren. Neben der eingeforderten Präsidiumsarbeit sagten die Vereine eigenes Engagement zu – zum Beispiel mit der Nutzung des Festlogos auf den Websites der Vereine, dem Erwerb von gleich gestalteten Vereins-T-Shirts für das Landesblasmusikfest und der Unterstützung bei der Medienpräsentation der Veranstaltungen vor Ort. Bei der Diskussion zum Programm des Musikfestes entwickelten die Teilnehmer in Leipzig die Idee, ein Projektorchester für ehemalige MusikerInnen des LJBO über 27 Jahre erstmalig zum LBMF 2010 ins Leben zu rufen. Auch ehemalige MusikerInnen, die aus Sachsen weggezogen, nicht mehr in den Vereinen aktiv sind, den Kontakt halten und hochwertige Blasorchesterliteratur spielen wollen, können mit diesem Projektorchester wieder in Sachsen musikalisch aktiv werden. Ein Vorschlag der Dresdner Gesprächsrunde war die Produktion einer neuen Verbands-CD, die bereits produzierte Aufnahmen aus den Vereinen veröffentlicht. Die Vielseitigkeit und die Qualität der Verbandsorchester kann so hervorragend präsentiert werden. Bei der nachfolgenden Diskussion um die zum Verbandstag 2009 verabschiedeten Leitbilder des Verbandes wurden unterschiedliche Standpunkte deutlich. Vereine aus der Erzgebirgsregion und u.a. das Orchester Holzhausen berichteten von überwiegend positiven Erfahrungen beim Einsatz der Leitlbilder in Gesprächen mit Regionalentscheidern. Die Leitbilder trugen besonders dazu bei, in den Gesprächen klare Positionen hinsichtlich der Arbeitsziele der Vereine zu vermitteln und den SBMV e.V. als sachsenweite Basis für die fachliche und überfachliche Arbeit der Mitgliedsvereine zu positionieren. Andere Teilnehmer an den Re-

gionalgesprächen hatten die Leitbilder in ihrer Arbeit noch nicht eingesetzt. Um eine effiziente Arbeit zu ermöglichen, stehen diese für die individuelle Einbindung der Vereine in Gespräche und Präsentationen im Internet unter www.blasmusik-sachsen.de zum Download zur Verfügung. Schwerpunkt im weiteren Verlauf der Regionalgespräche war die Entwicklung des Landesjugendblasorchesters. Mit der Beendigung des Vertrages mit Peter Vierneisel übernimmt Bundesmusikdirektor Heiko Schulze die Orchesterleitung und Entwicklung des musikalischen Konzeptes im Jahr 2010. Als sächsisches Jugend-Auswahlorchester sind die jungen MusikerInnen aus den Mitgliedsvereinen unmittelbar angesprochen, sich im LJBO einzubringen. Damit im Zusammenhang diskutierten die Teilnehmer bei allen Treffen verschiedene Wege zur Nachwuchsgewinnung in den Vereinen. Die seit April 2009 von der Theo-Müller-Stiftung finanzierten Stiftungsscheine sind ein sehr gutes Modell zur Unterstützung der Nachwuchsarbeit. Dennoch bleibt die Forderung nach Unterstützung bei der Nachwuchsgewinnung an die Verbandsleitung weiter bestehen. Für die Ausrichtung der Treffen sei in Lichtenstein dem Musikverein Lichtenstein/Sa. e.V., in Leipzig dem Jugend- & Blasorchester Leipzig und in Dresden der Firma Service&Marketing, Rolf Hilbig, herzlich gedankt. ■ Thomas Firmenich Präsident

Dreitägige Musikmesse zum 6. Landesblasmusikfest Aussteller Instrumentalhersteller, Musikverlage und Musikgeschäfte präsentieren ihre Arbeit und Produkte Ziel Musikschaffende miteinander ins Gespräch und in Interaktion zu bringen Ort Martin-Luther-Gymnasium (Lutherplatz 1, Frankenberg/Sa.) aktuelle Informationen unter www.landesblasmusikfest.de


SBMV DIREKT

Ergebnisse der D-Prüfung und C-Prüfung Sächsischer Blasmusikverband e.V. / Bläserjugend Sachsen Folgende Musikerinnen und Musiker haben erfolgreich die D1-, D2-, D3-Prüfung 2009 im SBMV e.V. absolviert:

D1-Prüfung

Trommelflöte Kelly Henze, Mädchenspielmannszug Dresden Querflöte Pia Grossinger, JBO Hohenstein-Ernstthal e.V. Julia Schmidt , BO der FFW Schönfeld e.V. Nicole Päckert, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Christine Bretschneider, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Klarinette Christian Prechtel, Fanfarenzug Schönfelder Hochland Cecilia Stockmann, BO der FF Olbernhau e.V. Pauline Breidel, BO der FF Olbernhau e.V. Tina Stößel, JBO Hohenstein-Ernstthal e.V. Sebastian Hunger, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Laura Mauersberger, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Sandra Blum, BO der FF Olbernhau e.V. Anne-Marie Berstel, JBO Zwickau e.V. Annalena Armoneit, JBO Zwickau e.V. Trompete Bruno Einenkel, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Corinna Steglich, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Vanessa König, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Michel Fischer, BO der FF Olbernhau e.V. Toni Pieper, BO der FF Olbernhau e.V. Maria Gläser, BO der FF Olbernhau e.V. Carolin Mann, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Axel Hetze, BO der FF Olbernhau e.V. Lisa Fickel, JBO Zwickau e.V. Marc Grießmann, JBO Zwickau e.V. Tenorhorn Kirsten Häntzschel, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Frank Wiederänders, BO der FFW Schönfeld e.V. Marvin Schneidenbach, JBO Zwickau e.V. Flügelhorn Peter Klausing, JBO Hohenstein-Ernstthal e.V. Saxophon Anne Neubert, MV Lichtenstein e.V. Nils Drechsel(Es-Alt-Sax.), BO der FF Olbernhau Michele Schulze, JBO Zwickau Posaune Nils Klemm, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Philipp Hüller, JBO Zwickau e.V. Tuba Franz Klötzer, MV Lichtenstein e.V. Schlagzeug Max Beck, MV Lichtenstein e.V. Thomas Schmidt, BO der FFW Schönfeld e.V. Karsten Kästner, JBO Zwickau e.V.

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Fanfare Maria Reinhardt, Fanfarenzug Dresden e.V. Erik Eiselt, Fanfarenzug Dresden e.V. Klarinette Susanne Bauer, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Elisabeth Winkler, JBO Zwickau e.V. Lisa Friese, JBO Zwickau e.V. Bariton Matthias Hahn, MV Lichtenstein e.V. Trompete Rudolf Zappe, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Anja Lämmel, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Franziska Schneider, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Jonas Ernecke, BM MV Jöhstadt-Grumbach e.V. Annika Seehars, JBO Zwickau e.V. Waldhorn Martin Gross, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V. Posaune Markus Franz, MV Lichtenstein e.V. Paul Schlögel, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Tenorhorn Lisa Fischer, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Tuba Domenic Nowak, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Tom Tom Nancy Geppert, Fanfarenzug Dresden e.V. Lyra Tessa Kliemann, Mädchenspielmannszug Dresden

D3-Prüfung

Flöte Annemarie Gollmer, FK JBO Bautzen e.V. Klarinette Friedrich Horschig, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Carolus Zschieschang, Orchester Holzhausen e.V. Trompete Rick Reichelt, BO der FF Olbernhau e.V. Marschtrommel Erik Prasse, Fanfarenzug Dresden e.V.

Folgende Musikerinnen und Musiker haben erfolgreich die C-Prüfung 2010 im SBMV e.V. absolviert:

C1-Prüfung

Maik Haven, Jugend- und Blasorchester Leipzig e.V. Theresia Lange, Jugend- und Blasorchester Leipzig e.V. Alexander Herrmann, Blasorchester Bautzen e.V. Sandra Behrens, MTV Salzhausen e.V.

D2-Prüfung

Trommelflöte Tina Ludewig-Hermsdorf , Mädchenspielmannszug Dresden Flöte Michaela Gerisch, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Diana Leichtfuß, Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik e.V. Maria Bauer, BMK „Frisch Glück“ Annaberg-Buchholz e.V.

In SBP 03/2009 wurde die Problematik zur bestehenden Abgabepflicht bei der KSK seitens der Musikvereine dargestellt. Auf Initiative der Mitgliedsverbände hat sich die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V. (BDMV) entschlossen, eine Arbeitsgruppe zur Gründung einer so genannten Ausgleichsvereinigung zu konstituieren. Im Rahmen des Gründungsvorhabens wurden die Musikvereine aufgerufen, ihre aktuellen Daten einer Prüfung zu unterziehen, um den Gesamtbedarf an KSK-pflichtigen Geldern zu ermitteln. Auch Mitgliedsvereine des SBMV e.V. sind darunter.In Kürze wird sich die Arbeitsgruppe der BDMV e.V. zu Beratungen mit der KSK treffen, wobei erste Prüfungsergebnisse einfließen sollen. Möglicherweise kommt es dabei auch schon zu einem Vertragsentwurf zwischen der Ausgleichsvereinigung der BDMV e.V. und der KSK. Nach dem Geschäftsführer der BDMV e.V., Harald Eßig, zeigt ein derzeitiger Stand, dass sich die zu erwartenden Zahlungen entsprechend der Anzahl der Mitglieder im unteren Rahmen bewegen. In diesem Zusammenhang bitten wir alle Mitgliedsvereine, sich von Ihren Ausbildern eine Inanspruchnahme der so genannten Übungsleiterpauschale bescheinigen zu lassen. Ein entsprechendes Formular findet sich zum Download auf www.bdmv-online.de unter der Rubrik Download › Allgemein. Es wird empfohlen, diese Bescheinigungen auch rückwirkend auszufüllen, da dies auch aus steuerlichen Gründen sinnvoll erscheint. Anmeldungen zu einer freiwilligen Prüfung im Rahmen der Gründungserhebung sind immer noch möglich: Interessenten wenden sich bitte an die Geschäftsstelle der BDMV e.V. Ebenso können sich Vereine melden, bei denen wohl keine Abgabepflicht in Frage kommen wird. Eine möglichst flächendeckende Erhebung kann zusammenfassend im Interesse aller Musikvereine nur dienlich sein. ■ Marion Haslinger, SBMV e.V.

Wir gratulieren allen Musikerinnen und Musikern sehr herzlich zu ihren bestandenen Prüfungen.

Leiterin der Geschäftsstelle

SBMV e.V. / BJS

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SBMV DIREKT Der Rechtsanwalt berät

Rechtsanwalt Bertram Petzoldt – Fachanwalt für Arbeitsrecht Dresden Berät und vertritt den Sächsischen Blasmusikverband e.V. sowie dessen angeschlossene Vereine. Telefonische Fragen zu Rechtsfragen des Vereinslebens werden jeweils am ersten Donnerstag des Monats in der Zeit von 16.00–17.30 Uhr beantwortet. Tel. (0351) 21 30 30 40 info@ra-petzoldt.de www.ra-petzoldt.de Haben Sie Anregungen und Fragen zu dem Thema? Schreiben Sie uns bitte. Wir freuen uns über jede Zuschrift.

Aus der Praxis:

Vereinsrecht für Fortgeschrittene: Neuwahl nach Rücktritt von Vorstandsmitgliedern?

Verein A. hat einen Vorstand, bestehend aus 4 Personen. Die Amtsdauer beträgt 3 Jahre. Jedes Vorstandsmitglied betreut einen bestimmten Geschäftsbereich, nach außen ist die Vertretungsmacht nicht eingeschränkt. Aufgrund eines Zerwürfnisses wollen 2 Mitglieder ihren Rücktritt beschließen, um Neuwahlen zu ermöglichen.Wie ist die Rechtslage? Der Rücktritt vom Vorstandsamt ist ein höchst persönlicher Akt. Der Rücktritt muss deshalb von jedem einzelnen Vorstandsmitglied nicht nur „beschlossen“, sondern auch erklärt werden. Allerdings bindet diese Erklärung den übrigen Vorstand nicht. Dieser bleibt vielmehr im Amt. Ob durch den Rücktritt einzelner Vorstandsmitglieder Neuwahlen vor Ablauf der Amtsperiode stattfinden müssen oder besser gesagt dürfen, ist zweifelhaft. Tritt der Vorstand – oder Teile davon – zurück, so kann sich hieraus die Handlungsunfähigkeit des Vorstandes ergeben. Zwingend ist das aber keinesfalls. Ist nämlich der verbleibende Vorstand nach außen unbeschränkt vertretungsbefugt, so ist der Vorstand insgesamt noch handlungsfähig. Handlungsunfähig wäre er nur, wenn auch die nicht zurückgetretenen Mitglieder so zerstritten sind, dass sie sich einander in der Amtsführung blockieren. Diese Handlungsunfähigkeit des Vorstandes eröffnet die Möglichkeit für den Einsatz eines Notvorstandes. Sie gibt natürlich auch den vernünftigen Anlass für Neuwahlen, nur folgen diese nicht per Gesetz. Vielmehr ist das normale Wahlverfahren durchzuführen, wenn die Satzung kein Selbstergänzungsrecht vorsieht. Die Frage ist somit, ob vor Ablauf der regulären Amtsdauer überhaupt ohne weiteres Neuwahlen stattfinden können. Zwar kann die Bestellung zum Vorstand jederzeit widerrufen werden – was gleichbedeutend ist wie Neuwahlen, häufig schränken die Vereinssatzungen das Recht zum jederzeitigen Widerruf jedoch ein. Regelt die Satzung hierzu nichts, so ist ebenfalls fraglich, ob aus der Festlegung einer Amtsdauer geschlossen werden kann, dass während der Amtsdauer nur eingeschränkt Neuwahlen stattfinden können. Dies wird unterschiedlich gesehen, wobei sich die widerstreitenden Argumentationen durchaus hören lassen. In unserer Beratungspraxis gehen wir davon aus, dass durch die Festlegung einer konkreten Amtsdauer eine zwischendurch stattfindende Neuwahl nicht per se ausgeschlossen ist. Unter Berücksichtigung der gegenteiligen Ansicht wäre hingegen eine Neuwahl nur beschränkt möglich, wobei die Beschränkung so aussieht, dass ein wichtiger Grund für die Neuwahl, die zugleich die Abberufung des bisherigen im Amt verbliebenen Vorstandes bedeutet, erforderlich ist. Ein solcher Grund wäre hier auch in Kenntnis des Zerwürfnisses innerhalb des Vorstandes noch nicht erkennbar.

Was ist Artikulation?

Instrumentalwerkstätten des 16. Landesprobenlagers Der Besuch von Weiterbildungen – neudeutsch: Workshops – gehört in Musikerkreisen zum guten Ton. Hier lernt man neue Sichtweisen auf Musik, interessante Details des Instrumentalspiels und trifft Gleichgesinnte. Mit den Instrumentalwerkstätten des Landesprobenlagers hat der SBMV e.V. eine Institution für Amateurmusiker geschaffen, die in dieser Form oft nur Musikstudenten zur Verfügung steht. Die Zusammenarbeit und vor allem das gemeinschaftliche Konzerterlebnis mit den exzellenten Musikern des Rundfunk-Blasorchesters Leipzig bieten jedem interessierten Bläser oder Schlagwerker hervorragende Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten. In diesem Jahr bot der 1. Teil des Landesprobenlagers außerdem die Gelegenheit, mit dem designierten Chefdirigenten des RBO Leipzig, Prof. Thomas Clamor musikalisch zu arbeiten. 6

Sachsens Bläserpost 1/2010

Clamor, selbst Trompeter bei den Berliner Philharmonikern, hatte gemeinsam mit BMD Heiko Schulze ein interessantes Programm unter dem Titel „American Classics“ zusammengestellt, dass Musiker und später Konzertgäste auf eine Reise in die fruchtbare und vielseitige amerikanische Musikkultur unter Aufhebung der unsäglichen E- und U-Musik-Grenzen mitnahm. Kompositionen von Gershwin und Bernstein vereinten sich ganz selbstverständlich mit denen Glenn Millers oder Musik der amerikanischen Volkskultur mit ihren Einflüssen aus aller Herren Länder. Nachdem die Musiker seit Freitag Abend in einzelnen Registern unter Anleitung der RBODozenten gearbeitet hatten, übernahm Prof. Clamor am Samstag und Sonntag die Gesamtproben, in denen er mit musikalischem Geist und pädagogischem Feingefühl die jungen und junggebliebenen LPL-Teilnehmer zu dif-

ferenziertem Spiel und sinnvollem Musizieren (sprich: sinfonisch) anregte. Die freundliche und kompetente Arbeitsweise Clamors motivierte selbst passiv teilnehmende Beobachter, neu über musikalische Sachverhalte nachzudenken. Die Frage nach Sinn und Nutzen von Artikulation stellte – obgleich Thomas Clamor eine endgültige Definition offen ließ – nur einen Teil der Arbeit mit dem Orchester dar. Beim traditionellen Abschlusskonzert im Zwickauer Konzertsaal „Neue Welt“ führte Heiko Schulze die Gäste durchs Programm, die den Leistungen der Musiker im Orchester oder in den kammermusikalischen Gruppen größten Respekt und noch mehr Applaus zollten. Die in diesem Jahr rückläufigen Teilnehmerzahlen bei den Instrumentalwerkstätten stellen die Organisatoren des Landesprobenlagers vor in-


SBMV DIREKT teressante Herausforderungen. Wenn in Sachsen weniger Vereinsmusiker oder Musikschüler an Angeboten interessiert sind, die schon im Nachbarbundesland zwar überfüllt aber auch vielfach teurer bezahlt werden müssen, stellt sich die Frage, inwieweit diese Angebote zielführend sind. Die Begeisterung der Teilnehmer widerspricht leider dem Desinteresse mancher Vereinsvorstände und -dirigenten, denen eine weiterführende Ausbildung ihrer Musiker am Herzen liegen sollte. Um die positiv und kon-

struktiv gemeinte Kritik abzurunden, bleibt noch der Hinweis, dass bis auf wenige Ausnahmen keine Dirigenten oder Vorstände im Publikum auszumachen waren. Bleibt zu hoffen, dass Wünsche und Anregungen schnellstmöglich an den SBMV e.V. herangetragen werden, um die Erwartungen und Ansprüche der sächsischen Blasmusikszene weiter erfüllen und vorwärts bringen zu können. Wer nichts sagt, den hört man leider nicht.

Ein großer Dank an die fleißigen Helfer vom JBO Zwickau e.V., die seit 16 Jahren das Landesprobenlager mitgestalten und tragen. Die Orchesterwerkstätten des Landesprobenlagers finden vom 01. bis 03. Oktober 2010 in Schneeberg und Zwickau statt. Anmeldungen sind möglich unter www.blasmusik-sachsen.de › Projekte › Landesprobenlager. ■ Norman Grüneberg

Auf der Suche nach Musiksprache und Emotion Im Gespräch mit Heiko Schulze

Heiko Schulze wird 2010 zum zweiten Mal das LJBO Sachsen als Chefdirigent leiten. Norman Grüneberg sprach mit dem Landesund Bundesmusikdirektor über sächsische Blasmusiklandschaften und die Motivation, ein Auswahlorchester zu dirigieren. SBP: Herr Schulze, als LMD im SBMV e.V. haben Sie nun 10 Jahre die musikalischen Geschicke in Sachsen mit verfolgt. Wo steht Sachsens Bläserszene? HS: Nun, verfolgt habe ich die sächsische Blasmusikszene schon viel länger. Ich sehe in ihr meine musikalischen Wurzeln, durfte den SBMV e.V. mit gründen und habe in den letzten 10 Jahren als LMD Verantwortung tragen dürfen. Im Rückblick auf diese Dekade überwiegt der Stolz auf das Erreichte und die Dankbarkeit für viele künstlerische, pädagogische und menschliche Erlebnisse, die ich in unserem Verband erfahren durfte. Ich glaube, unser SBMV e.V. ist ein lebendiger und echter Fachverband, in dem die Musik im Fokus der Verbandsarbeit steht. Dass die sächsische Bläsermusik in ihrer Gesamtheit einen wichtigen kulturpolitischen und künstlerischen Faktor im Freistaat Sachsen darstellt, zeigt ja auch ein Blick über unseren Verbandsrahmen hinaus. SBP: Welche Rolle spielt dabei das LJBO Sachsen? HS: Das LJBO ist und bleibt ein sächsisches Jugendauswahlensemble, das über das Medium sinfonische Blasmusik ein Musikerlebnis für Ausübende und Hörende zugleich schafft und eine Aus- bzw. Weiterbildungseinrichtung darstellt, die gleichzeitig neue künstlerische Möglichkeiten heutiger Blasmusik aufzeigt. Es ist ein Ensemble, das aus dem ehrenamtlichen Engagement des SBMV e.V. entstanden ist und auch experimentierfreudiger Vorreiter in Fragen

Programmdramaturgie und Präsentation sein sollte. SBP: Sie haben das LJBO Sachsen 2005 auf seiner China-Tournee geleitet. Was bedeutet Ihnen die Arbeit mit jungen, talentierten MusikerInnen? HS: Natürlich ist die Arbeit mit engagierten, jungen MusikerInnen immer eine Freude und Herausforderung zugleich. Was gibt es schöneres für einen Dirigenten als einen Klangkörper zu formen, der sich aus ambitionierten und leistungswilligen Mitgliedern zusammensetzt? Ich sehe meine Aufgabe darin, neben der künstlerischen Orchesterleitung, auch als Musikpädagoge auf die Orchestermitglieder zu wirken und so für diese ein Musikerlebnis zu schaffen. SBP: Neben einem klassischen Programm wird das LJBO Sachsen 2010 ein Open Air Programm mit „leichter Muße“ erarbeiten. Zuviel Anbiederung an den Zeitgeschmack? HS: Also, das Open Air Projekt als „leichte Muße“ zu charakterisieren, klingt mir wieder nach deutschem Schubladendenken. Natürlich lebt auch der klassische Musikmarkt von einer Eventkultur. Übrigens erfreuen sich zum Beispiel die Gewandhaus Open Air Konzerte einer großen Beliebtheit und erreichen Publikumsschichten, die sich vielleicht niemals in ein Klassikkonzert verirren würden. Warum sollten gerade wir als Bläserformation uns diese Chance versagen? SBP: Manche MusikerInnen aus sächsischen Musikvereinen scheuen eine Bewerbung für das LJBO. Wie viel Überwindung kostet ein Vorspiel und was erwartet einen dabei? HS: Diese Frage beschäftigt uns als Verantwortliche fast in jeder Präsidiumssitzung. Wie schaffen wir es, den hohen künstlerischen Anspruch mit sächsischen Instrumentalisten, die

möglichst in Beziehung zu unseren Mitgliedsvereinen stehen, abzusichern? Grundsätzlich sollte jeder Interessierte die Chance haben im LJBO mitzuwirken. Vielleicht müssen wir zukünftig noch bessere vorbereitende Brücken bauen? Auf der anderen Seite muss sich das Repertoire auch vom „alltäglichen“ Vereinsmusizieren abheben und etwas Besonders für die Mitglieder sein. Ich möchte alles dafür tun, dass wir die richtige Mitte in dieser Frage finden und vor allem über unsere musikalische Ausstrahlung überzeugen. Das ist für mich aber nicht eine Frage des Schwierigkeitsgrades der Literatur, sondern eine Frage in wie weit die Aktiven fähig sind eine künstlerisch-ästhetische Musiksprache zu finden. Ich möchte jedem Interessierten die Vorspielbedenken nehmen und meine Kollegen Orchesterleiter bitten, entsprechende Talente auch durch eine LJBO-Mitwirkung zu fördern. SBP: Gibt es bei Ihnen eine Vorliebe für einen Stil innerhalb der Bläsermusik? HS: Bei dieser Frage können wir auch gern auf „Bläser“ verzichten. Ich kann Musik nur wiedergeben, die mich berührt, zu der ich eine Empfindung aufbauen kann. Diese dann als Dirigent musikalisch zu gestalten ist natürlich besetzungs- und leistungsabhängig. Mein Denken richtet sich aber nicht auf ein spezielles Musikgenre oder Schwierigkeitsstufen sondern vielmehr auf den emotionalen Grundgehalt einer Komposition. SBP: Warum gerade Blasmusik? HS: Weil ich all diese Emotionen in verschiedensten Stilrichtungen ausleben kann und glaube, dass die musikpädagogischen Möglichkeiten der Bläser- und Blasmusik in Deutschland noch viel zu sehr unterschätzt werden. SBP: Vielen Dank für das Gespräch. ■

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LBMF

O Jugend, o schöne Rosenzeit Ehemaligen-Projekt des LJBO Sachsen Über 150 Musikerinnen und Musiker aus ganz Sachsen haben einen Teil ihrer musikalischen Erfahrungen in den Projektphasen des Landesjugendblasorchesters Sachsen seit 1997 gemacht. Zahlreiche Erinnerungen an tolle Konzerte, anstrengende Probenphasen und abendliche Feste werden im Sinne des titelgebenden, von Mendelssohn Bartholdy vertonten Volksliedes noch Jahre danach erzählt und ausgeschmückt... Inzwischen dem Jugendalter entwachsen wurde von ehemaligen Musikern die Idee eines Erwachsenenprojektes an den SBMV e.V. herangetragen. Im Rahmen des Landesblasmusikfests 2010 haben die Organisatoren um Jens Göttert (Jugend- & Blasorchester Leipzig e.V.) ein solches Projekt auf die Beine gestellt und fast alle Ehemaligen angeschrieben. In der Hoffnung auf eine virale Verbreitung der Informationen in Netzwerken und per Mundpropaganda hofft der SBMV e.V. auf zahlreiche Anmeldungen. Das Ehemaligenorchester trifft sich zum Lan-

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Sachsens Bläserpost 1/2010

desblasmusikfest in Frankenberg, um ein Konzertprogramm proben und präsentieren zu können. Dank der Initiative von Jens Göttert konnte der ehemalige Chefdirigent des RBO Leipzig, Jochen Wehner, als Dirigent gewonnen werden, der sich nach eigener Aussage freut, wieder einmal mit sächsischen Bläsern und Schlagzeugern zu arbeiten. Das ambitionierte Projekt soll, wenn es von den Musikerinnen und Musikern angenommen wird, auch in den Folgejahren als Landesensemble im Erwachsenenbereich fortgeführt werden, eine Entwicklung, die der sächsischen Bläserszene bestimmt zum Guten gereichen wird. Neben den ehemaligen Mitgliedern des LJBO Sachsen sind natürlich auch alle erwachsenen Musikerinnen und Musiker aus Sachsen eingeladen, an dem Orchesterprojekt teilzunehmen. Anmeldungen sind möglich über die Geschäftsstelle des SBMV e.V. www.blasmusik-sachsen.de ■ Norman Grüneberg

Verbandstag Wahl des Präsidiums des SBMV e.V. und des Vorstandes der BJS

Termin Sonnabend, 24. April 2010 Ort Veranstaltungs- und Kulturforum „Stadtpark“ Frankenberg/Sa. Ausrichter Städtischer Musikverein Frankenberg/Sa. e.V. Beginn 9.30 Uhr


LBMF

9. Landestreffen Sächsischer Kinder- und Nachwuchsorchester im Rahmen des Landesblasmusikfestes des Sächsischen Blasmusikverbandes e.V.

Kinder- und Nachwuchsorchester 2009 in Recihenbach auf der Landesgartenschau

Im Rahmen des Landesblasmusikfestes des Sächsischen Blasmusikverbandes e.V., begrüßen wir am 22.08.2010 bereits zum neunten Mal Kinder- und Nachwuchsorchester sächsischer Vereine. Im Mittelpunkt stehen auch in diesem Jahr das gegenseitige Kennenlernen unserer sächsischen Nachwuchsensembles und das gemeinsame Musizieren. Im Kinderdorf des Landesblasmusikfestes laden spannende Attraktionen und Stationen zu Spiel und Spaß ein. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Musiklandschaft. Höhepunkt des Tages wird das gemeinsame Abschlusskonzert aller Teilnehmer auf dem Frankenberger Markt sein. Anmeldungen erfolgen im Rahmen des Landesblasmusikfestes 2010 unter www.landesblasmusikfest.de oder direkt über die Geschäfts-

>> THEO MÜLLER ZUM 70. GEBURTSTAG

Foto: SBMV e.V.

stelle des SBMV e.V. Zum Abschlusskonzert aller Teilnehmer des Landestreffens Sächsischer Kinder- und Nachwuchsorchester werden folgende Titel zu hören sein: Michael Sweeney Drums of Corona (Hal Leonard) Edward Elgar (Hal Leonard)

Pomp and Circumstance Arr. Michael Sweeney

Gerald Sebesky BASIEcally Blues (Northeastern Music Publ.) Ritchie Blackmoore Smoke on the water (Hal Leonard) Arr. Paul Murtha

Sehr geehrter Theo Müller, seit Jahrzehnten sind Sie der Musik in Ihrer ganzen Vielfalt eng verbunden. Eine ganz persönliche Verbindung haben Sie seit Ihren eigenen Kindheits- und Jugendzeiten zur Instrumentalmusik. In der deutschen Kulturlandschaft ist Ihr Name mit unternehmerischer Verantwortung und Kulturförderung verknüpft. Mit der Einrichtung der Theo Müller Stiftung, zur Förderung und Pflege der Instrumentalmusik, haben Sie eine Institution geschaffen, die seit Jahren jungen Musikerinnen und Musikern ihre Arbeit, und ihre Freude am gemeinsamen Musizieren ermöglicht. Ihre kulturfördernde Arbeit gerade für unseren kleinen Sächsischen Blasmusikverband ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Durch die von der Theo Müller Stiftung bereit gestellten Stiftungsscheine für den Instrumentalunterricht konnte dutzenden Kindern und Jugendlichen in Sachsen eine Instrumentalausbildung ermöglicht werden. Dafür gebührt Ihnen unser tiefempfundener Dank und Anerkennung. Das Landesjugendblasorchester Sachsen als blasmusikalischer Botschafter des Freistaates wäre ohne Ihre Unterstützung nicht existent und hätte sich nicht zu einem bundesweit anerkannten Klangkörper im Bereich der sinfonischen Bläsermusik entwickelt. Im Namen aller ehemaligen und derzeitigen Musikerinnen und Musikern des LJBO Sachsen danke ich Ihnen auch dafür aufrichtig.

Patricia Grüneberg

Krone der Blasmusik 2010 Neuer Termin

In SBP 03/2009 ist bereits zur 2010 stattfindenden „Krone der Blasmusik“ eingeladen worden. Zur Bereicherung des Landesblasmusikfestes 2010 haben die Organisatoren den Wettbewerb für volkstümliche Blasmusik in diesem Jahr örtlich und terminlich verlegt. Die „Krone der Blasmusik“ findet also am Sonnabend, 21. August 2010 zum 6. Landes-

Offener Brief des Präsidenten

blasmusikfest statt. Der Wettbewerb findet mit neuer Ausschreibung und neuen Bedingungen statt, die auf die Wünsche der bisherigen Teilnehmer reagieren. Details finden sich auf der Homepage des SBMV e.V. unter www.blasmusik-sachsen. de und www.landesblasmusikfest.de.

Zu Ihrem Geburtstag wünsche ich Ihnen, lieber Herr Müller, im Namen der sächsischen Bläsergemeinschaft, des Präsidiums und Vorstandes aber auch persönlich alles Gute, Gesundheit, Glück und Wohlergehen im Kreise Ihrer Familie und Ihrer Mitarbeiter. Mit musikalischen Grüßen Thomas Firmenich Präsident

Theo Müller feierte am 29.01.2010 seinen 70. Geburtstag.

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LBMF

6. Landesblasmusikfest 2010 - Wir sind dabei! Bei Redaktionsschluss haben sich 47 Orchester zum LBMF 2010 angemeldet. Mit drei Orchestern kamen wir ins Gespräch.

Verein Jugendblasorchester der Stadt Thum/Erzgeb. e.V. Was macht für euch den besonderen Reiz aus, am Landesblasmusikfest teilzunehmen? Unser Verein stellt sich in Frankenberg mit dem Jugendorchester und den Bläserkids vor – zwei ganz unterschiedlichen Ensembles. Für uns Ältere im Jugendorchester ist es regelrecht eine Pflicht beim Landesblasmusikfest dabei zu sein. Zum einen wollen wir natürlich zeigen, was sich musikalisch in Thum entwickelt hat. Zum anderen freuen wir uns sehr darauf, bei dieser Gelegenheit alte Bekannte und befreundete Musiker aus dem Verband zu treffen. Bei unserem Nachwuchs, den Bläserkids, ist die Spannung natürlich groß: Sie fahren einmal im Jahr für ein Wochenende gemeinsam auf eine Ausfahrt – in diesem Jahr zum Landesblasmusikfest. Wir bringen auch die „ganz Kleinen“ mit, die erst nach den Sommerferien bei den Bläserkids anfangen. Für sie ist es der erste Ausflug im Verein und das erste große musikalische Erlebnis überhaupt. Es freut uns, dass es für sie in Frankenberg die Möglichkeit gibt, viele andere Musiker kennen zu lernen.

einem Probenwochenende auf die diesjährigen Unterhaltungskonzerte vor. Und dieses Repertoire werden wir in Frankenberg präsentieren. Wir wollen zeigen, wie vielfältig Blasmusik sein kann – daher stellen wir uns am Samstag mit einem ganz bunten Programm vor. Die Bläserkids sind sowohl am Samstag als auch am Sonntag in Frankenberg mit dabei. Sie werden vor Ort noch ein wenig proben und präsentieren dann aktuelle Stücke aus ihrem Jahreskonzertprogramm. Welche Erwartungen habt ihr an das Fest und unseren Verband – den SBMV e.V.? Wir erwarten vor allem ein gut vorbereitetes Fest mit vielen Teilnehmen, guter Stimmung und natürlich vielen musikinteressierten Zuhörern. Wir hoffen, dass unsere Musikerinnen und Musiker in Frankenberg die Möglichkeit haben, tolle Musik anderer Orchester zu hören. Wir freuen uns also auf das RBO und hoffen natürlich auf noch weitere musikalische Höhepunkte, die Bereicherung, Ansporn und Vorbild für die jungen Menschen in unserem Verband sind. Insgesamt ist es unser Anliegen, unseren Verein und seine Musik(er) zum Landesblasmusikfest zu präsentieren und noch bekannter zu machen – unterstützt durch den SBMV e.V. mit sachsenweiter Ausstrahlung. ■

Wie bereitet ihr euch auf das Landesblasmusikfest vor? Eine besondere Vorbereitung gibt es für das Jugendorchester in dem Sinne nicht. Nach den Jahreskonzerten bereiten wir uns unter anderem mit

Nicole Lerchenberger, 2. stellv.Vorsitzende Verein JBO Thum e.V.

Jugendblasorchester Zwickau e.V. Was macht für euch den besonderen Reiz aus, am Landesblasmusikfest teilzunehmen? Wenn sich im August die Blasmusik Sachsens in Frankenberg trifft, dürfen wir als Jugendblasorchester Zwickau nicht fehlen. Orchestertreffen in solch großem Stil haben natürlich ihren Reiz. So erinnern wir uns gern an das 3. wie auch 4. Deutsche Musikfest sowie an die Sächsischen Landesmusikfeste, zum Beispiel in Leipzig oder Bad Lausick: Man trifft alte Freunde, knüpft neue Beziehungen, verfolgt aufmerksam die Konzerte der „Konkurrenz“, nimmt wertvolle Anregungen für die Arbeit im eigenen Verein mit nach Hause. Für uns Zwickauer Blasmusikenthusiasten ist bereits heute klar: wir reisen mit Mann und Maus nach Frankenberg. Wie bereitet ihr euch auf das Landesblasmusikfest vor? Unsere drei Spielgruppen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenorchester werden sich in die Bläserharmonie in Frankenberg einreihen. Während 10

Sachsens Bläserpost 1/2010

sich das Kinderorchester „Zwickauer Küken“ mit recht poppigen Titeln auf sein Konzert wie auch auf das Kinderorchestertreffen vorbereitet, wird das Jugendorchester dem Publikum sein breitestes Repertoirespektrum anbieten. Die erzgebirgisch-böhmische Vielfalt an Volksmusik repräsentiert unser Erwachsenenorchester „Grande Reserve“. Es sei hier angefügt, dass wir neben den etwa 120 aktiven MusikerInnen auch unsere große Fangemeinde mit nach Frankenberg bringen wollen, indem wir unseren traditionellen Ausflug mit Musik auf den 21. August legen. In den letzten Jahren folgten unserer Einladung immer so an die 250 Fans. Welche Erwartungen habt ihr an das Fest und unseren Verband – den SBMV e.V.? 20 Jahre Sächsischer Blasmusikverband e.V. sind Grund genug für ein ganz besonderes Event. Frankenberg hat in seiner Geschichte schon viel erlebt, solch ein klingendes Wochenende aber ganz gewiss noch nicht. Wünschen wir dem Geburtstagskind SBMV e.V. ein glückliches Händchen bei der Vorbereitung des großen Festes. Wir freuen uns auf Frankenberg im August! ■ Günter Haubold,Vorsitzender JBO Zwickau e.V.


LBMF

Blasmusikverein Carl Zeiss Jena e.V. Was macht für euch den besonderen Reiz aus, am Landesblasmusikfest teilzunehmen? Das Landesblasmusikfest ist für uns „Newcomer“ im Sächsischen Blasmusikverband e.V. eine hervorragende Gelegenheit, die sächsische Vielfalt an Blasmusiktradition in kürzester Zeit und auf engem Raum kennen zu lernen. Bekanntlich sind wir als Musikverein aus dem thüringischen Jena erst 2008 in den Sächsischen Blasmusikverband herzlich aufgenommen worden. Das Fest bietet aber auch die Möglichkeit, uns der Familie sächsischer Blasmusikanten und dem sächsischen Publikum vorzustellen. Wir werden mit zwei Orchestern nach Frankenberg kommen, einer nach englischem Vorbild original besetzten Brass Band mit 35 Blechbläsern und fünf Schlagwerkern und mit unserem Kinderorchester BrassKIDS. Mit unserem Konzert möchten wir auf das noch weithin unbekannte Musikgenre der klassischen Brass Musik aufmerksam machen. Wir bringen zum Landesblasmusikfest eine neue Klangfarbe mit, darauf kann sich das Publikum freuen. Wie bereitet ihr euch auf das Landesblasmusikfest vor? Wir stecken mit der Brass Band BlechKLANG mitten in der Vorbereitung der Deutschen Brass Band Meisterschaft, die im Mai in Duisburg ausgetragen wird. Nach unserem 1. Preis 2008 in Ingolstadt in der Mittelstufe treten wir in diesem Jahr erstmals in der Oberstufe an. Die Kompetenz der internationalen Juroren Broodbent (England), Goorhuis

(Holland) und Buchegger (Österreich) lassen keinen Raum für Oberflächlichkeit. Das ist wie im Hochleistungssport, das Orchester muss auf den Punkt fit sein. Die Konkurrenz aus den alten Bundesländern ist groß und professionell. Ich denke, von der Vorbereitung auf die Meisterschaft partizipieren dann auch die Besucher unseres Konzertes in Frankenberg. Ohne schon den Konzertablauf zu verraten, es wird Ausschnitte aus dem Meisterschaftsprogramm geben, wir werden aber auch mit vielen anderen Titeln aus unserer reich gefüllten Repertoirekiste von Brass Band Originalliteratur aufwarten. Das Spektrum reicht von Filmmusiken über Musicalmelodien bis hin zum Marsch. Sicher, viele Titel werden den anderen Blasorchestern nicht unbekannt sein, aber das Klangbild einer Brass Band wird sie vielleicht doch überraschen. Nicht umsonst vergleichen Profis den Klang von Brass Bands mit dem Klang einer beseelten Orgel. Welche Erwartungen habt ihr an das Fest und unseren Verband – den SBMV e.V.? Erwartungen zu äußern klingt immer wie Forderungen formulieren. Ich möchte unsere Erwartungen in einen Wunsch kleiden: Das Landesblasmusikfest soll ein großer Erfolg mit vielen bleibenden Erinnerungen werden. Freuen würden wir uns, wenn wir mit unserem Auftritt erreichen, innerhalb des SBMV e.V. das bereits bestehende Interesse an Brass Band Musik weiter zu befördern und beitragen, dass die Brass Musik in Sachsen festen Boden unter die Füße bekommt. Der SBMV e.V. wäre damit ein Vorreiter bezogen auf alle neuen Bundesländer. Es wäre doch für den SBMV e.V. toll, wenn er auch bundesweit zu den wenigen Verbänden zählt, welcher der Brass Band Musik den Weg mit ebnet, sich zu einer Tradition zu entwickeln. Deutschland hat bei der Etablierung dieses Musik Genres noch großen Nachholbedarf. ■ Dr. Ulrich Richter,Vorsitzender Blasmusikverein Carl Zeiss Jena e.V.

Wertungs- und Kritikspiele - Neue Pflichttitel Zum Landesblasmusikfest finden entsprechend der Ausschreibung Wertungs- und Kritikspiele in verschiedenen Kategorien statt. Für beide Vortragsformen gilt die Wertungs- und Kritikspielordnung des SBMV e.V. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des SBMV e.V. gibt es in jeder Kategorie Werke eines sächsischen oder ostdeutschen Komponisten. Alle Titel können über den Musikverlag Küttner (www.mvkshop.de) bestellt werden. Kategorie 1: Keine Pflichttitel. Das Programm wird durch das Ensemble selbst eingereicht und durch den Landesmusikdirektor bestätigt. Kategorie 2: Kurt Gäble, Zauberland (Musikverlag Rundel)

Philip Sparke, A London Intrada (Curnow Music Press) Horst Häupl, One, Two, Three - Dap-Du-Dap (Ewoton)

Siegmund Goldhammer, Prélude (Musikverlag Küttner) Carl Wittrock, Lord Tullamore (Verlag: Gobelin)

Kategorie 3: Philip Sparke ,Valerius Variations (Curnow Music Press) Walt Genthin, Lob der Stille (Musikverlag Küttner) Hans Hütten, Sorbische Tänze aus der Lausitz (Kliment) Josef Bönisch, Festival Pictures (Oscar Bihler Musikverlag)

Kategorie 5: Raoul Ewler, Hocuspokus (Carpe Diem) W.A. Mozart, Ouvertüre zur Oper „Die Zauberflöte”, Bearbeitung: Siegmund Goldhammer (Ewoton) Gerhard Baumann, Variationen über ein niederdeutsches Lied (Oscar Bihler Musikverlag) Otto M. Schwarz, Dragon Fight (Mitropa)

Kategorie 4: Wolfgang Schumann, Toccata Solemnis (Schorer Musikverlag) Reinhard Summerer, Scherzo Concertante (Hebu Musikverlag)

Kategorie 6: Pflichttitel werden auf Anfrage an die Geschäftsstelle des SBMV e.V. ausgereicht.

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AUS DEN MITGLIEDSVEREINEN

50 Jahre Wirken für die Musik

Musikalischer Leiter des Bergmusikkorps Freiberg Helmut Göhler mit Verdienstmedaille in Gold mit Diamant ausgezeichnet

„Freiberger Polkafreunde“. Seit nunmehr 13 Jahren ist Oberbergmusikmeister Helmut Göhler der musikalische Leiter des Bergmusikkorps Saxonia Freiberg. Im Namen des ganzen Vereins gratulierte ihm die Vorsitzende Ines Laubenstein für die seltene und bedeutende Auszeichnung und dankte ihm für fünf Jahrzehnte Einsatz für die Musik und das Orchester. Höhepunkte des wie immer sehr gut besuchten Jahreskonzerts waren der Auftritt des Russisch-Horn-Ensembles unter der Leitung von Jens Göhler, die Erst-Aufführung eines Marsches von Otto Archner, den Helmut Göhler für das Bergmusikkorps arrangiert hatte und das Debüt der neu gegründeten Nachwuchskapelle, in der bereits zwei seiner Enkelinnen mitspielen.

Der musikalische Leiter des Bergmusikkorps Saxonia Freiberg, Oberbergmusikmeister Helmut Göhler, staunte nicht schlecht, als er nach dem traditionellen Jahreskonzert in der Nikolaikirche in Freiberg am 7. November 2009 von der Vereinsvorsitzenden Ines Laubenstein nicht nur einen Blumenstrauß als Dank für das tolle Konzert erhielt, sondern auch eine Auszeichnung der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände angekündigt wurde. Kein Geringerer als der Präsident des Sächsischen Blasmusikverbandes e.V. Thomas Firmenich verlieh Helmut Göhler die Goldene Verdienstmedaille in Gold mit Diamant für „50 Jahre vorbildliche Tätigkeit zur Förderung der Musik“. Und weiter heißt es in der Urkunde: „In Würdigung der besonderen Verdienste spricht die Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V. Dank und Anerkennung aus“. Tatsächlich kann Helmut Göhler, der im Jahr 2007 bereits den Bürgerpreis der Stadt Freiberg erhielt, auf 5 Jahrzehnte aktives Musizieren zurückblicken: Er erlernte bereits in jungen Jahren Klavier, Saxophon, Klarinette, Kontrabass und Tuba und trat 1959 in das damalige Blasorchester der Bleierzgruben Freiberg (später Blasorchester des Berg- und Hüttenkombinats „Albert Funk“, heute Bergmusikkorps Saxonia Freiberg) als Tubist ein. Seitdem wirkte Helmut Göhler nicht 12

Sachsens Bläserpost 1/2010

Natürlich ließ es sich Helmut Göhler nicht nehmen, die drei Zugaben des Bergmusikkorps mit angehefteter goldener Verdienstmedaille zu dirigieren. ■ Roland Achtziger,

nur als Musiker, sondern bald auch als Dirigent: 1981 erhielt er die staatliche Anerkennung als Leiter eines Blasorchesters; bereits seit 1975 war er stellvertretender Leiter des Orchesters, zunächst von Otto Archner, von 1980 bis 1997 von Horst Sellack. Von 1978 bis 1988 leitete er das Pionier- und Jugendblasorchester und von 1988 bis 2006 die von ihm gegründeten

Schriftführer Bergmusikkorps Saxonia Freiberg e.V.

Weitere Informationen: www.bergmusikkorps-freiberg.de


AUS DEN MITGLIEDSVEREINEN

20 Jahre Sachsenländer Blasmusikanten Erstes Ostsächsisch-Böhmisches Blasmusikfestival Die Sachsenländer Blasmusikanten aus Sebnitz begehen in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Vereinsjubiläum. Am 9. Juni 1990 kam es zur Gründungsversammlung. Wenig später wurde der Verein als einer der ersten in das zu diesem Zeitpunkt gerade neu geschaffene Vereinsregister des damaligen Kreisgerichtes Neustadt/ Sachsen eingetragen. Mit der Errichtung ihres eigenen Vereins beendeten die Gründungsmitglieder eine Entwicklung, deren Beginn sich schon in den letzten 1980-iger Jahren abgezeichnet hatte. Damals waren sie alle noch Mitglieder der im Jahre 1977 von Hermann Teßmer und Eberhard Pfüller gegründeten Sebnitzer Kinder- und Jugendblasmusik. Verschiedene Orchesterstufen sollten den unterschiedlichen Jahrgängen der Musikanten Rechnung tragen. Mit deren zunehmendem Alter zeigte sich jedoch immer deutlicher, dass diese Struktur insbesondere den älteren, schon im Berufsleben stehenden, Orchestermitgliedern nicht mehr gerecht wurde. Die politischen Veränderungen der Wendezeit taten ihr Übriges, so dass es schließlich zur Loslösung von den beiden Gründungsvätern kam. Dennoch wurden beide sogleich zu Ehrenmitgliedern des jungen Vereins ernannt. Leider verstarb der gelernte Berufsmusiker Pfüller viel zu früh. Der ehemalige Musiklehrer Teßmer steht den Sachsenländern

noch heute als Ratgeber und wichtige Institution in Sachen Vereinsfragen zur Seite. In musikalischer Hinsicht nahmen die Sachsenländer eine gute Entwicklung. Maßgeblich beeinflusst wurde dies auch durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Dirigenten Uwe Flaschel (heute JBO Görlitz) und Thomas Köckritz (JBO Sebnitz). Zu den alljährlich stattfindenden Probenlagern des Vereins konnten u. a. auch Jörg Küttner (JBO Zwickau) und Matthias Hauschild (JBO Bautzen) als Dirigenten engagiert werden. Derzeit leitet der Dresdner Hendrik Meyer, ein ehemaliges Mitglied des Blasorchesters Neuwürschnitz und Absolvent der Dresdner Musikhochschule, das Orchester in musikalischer Hinsicht. Schon sehr zeitig interessierten sich die Sachsenländer auch für das Blasmusikgeschehen innerhalb Sachsens. Der langjährige Vereinsvorsitzende Jan Schlenkrich, erster Flügelhornist im Orchester, forcierte dieses Interesse. Folgerichtig traten die Sachsenländer schon im November 1990 dem jungen und noch im Aufbau befindlichen Sächsischen Blasmusikverband e.V. bei. Das Orchester spielte zum Thumer Orchestertreff ebenso wie zahlreiche Vereinsmitglieder in der Vergangenheit an den vom Verband gemeinsam mit dem Rundfunkblasorchester Leipzig organisierten Landesprobenlagern in Schneeberg teilnahmen. Höhepunkt

der Mitgliedschaft der Sachsenländer im Verband war die Organisation und Durchführung des Landesblasmusikfestes in Sebnitz im Jahre 1997. Aus Anlass des Vereinsjubiläums der Sachsenländer wird es nun vom 13. Mai bis 16. Mai 2010 in Sebnitz das erste Ostsächsisch-Böhmische Blasmusikfestival geben. Der Verein hat in den zurückliegenden zwanzig Jahren zwölf Musikfeste organisiert, verfügt daher über ausreichende Erfahrungen bei der Vorbereitung und Durchführung solch großer Feste. Höhepunkte des Festivals werden der Festumzug und das große Festkonzert der Sachsenländer am Sonntag sein. Ihre Teilnahme am Umzug fest zugesagt haben die Jugendblasorchester aus Bautzen, Görlitz und Sebnitz. Unsere böhmischen Nachbarn sind selbstverständlich ebenso vertreten. Zudem ist es dieses Jahr erstmals gelungen, das Musikfestival gemeinsam mit den Sebnitzer Blumentagen zu verbinden. Damit feiert die Stadt Sebnitz ihre große Tradition in der Herstellung künstlicher Blumen, die sie einst weltberühmt gemacht hat. Damit dürften alle Voraussetzungen für ein unvergessliches Wochenende in Sebnitz erfüllt sein. ■

Die Sachsenländer Blasmusikanten im zwanzigsten Jahr

Stefan Topp,Vorstandsmitglied

Foto: Sachsenländer Blasmusikanten

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AUS DEN MITGLIEDSVEREINEN

Termine unserer Mitgliedsvereine April 2010–Juli 2010 April 2010 04.04.2010, 15.04.2010, 17.04.2010, 25.04.2010, Mai 2010 01.05.2010, 02.05.2010, 09.05.2010, 11.05.2010, 13.05.2010, 13.05.– 15.05.2010, 22.05.– 24.05.2010, 24.05.2010,

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JBO Grimma e.V., Osterkonzert, Hängebrücke Grimma JBO Zwickau e.V., „Summer feeling“ Zwickauer Küken, Käthe-Kollwitz-Gymnasium Original Rodewischer Musikanten e.V., Konzert, Ev.-Lutherische Kirche Rodewisch JBO Hohenstein-Ernstthal e.V., Frühjahrskonzert

JBO der Stadt Thum/Erzgeb. e.V., Jahreskonzert, Eduard-von-Winterstein Theater Original Rodewischer Musikanten e.V., Musikertreffen, Insel Rodewisch FV JBO Bautzen e.V., Frühlingskonzert, Mehrzweckhalle Schützenplatz JBO Grimma e.V., Muttertagskonzert, Marktplatz Grimma Jugend & Blasorchester Leipzig e.V., Muttertagskonzert, Pier 1, Cospudner See Stadtorchester Markneukirchen e.V., Konzert zum „Intern. Instrumental-Wettbewerb 2010“, Musikhalle MV Lichtenstein/Sa. e.V., Bier-Bratwurst-Blasmusik, Käppler-Eiche Sachsenländer Blasmusikanten e.V., 13. Musikfest, 20-jähriges Jubiläum Ostsächsisch-Böhmisches Blasmusikfestival, Marktplatz Sebnitz BO der FFW Olbernhau, 60-jähriges Jubiläum Original Rodewischer Musikanten e.V., Musikertreffen, Insel Rodewisch

Sachsens Bläserpost 1/2010

Das JBO Bautzen e.V. musiziert zum Frühlingskonzert am 09. Mai 2010.

Foto: Rüdiger Rätze

28.05.– 30.05.2010,

JBO der Stadt Thum/Erzgeb. e.V., 20. Thumer Orchestertreff

29.05.2010, 30.05.2010,

JBO Zwickau e.V., Konzert, Dom St. Marien Zwickau Blasmusikverein Carl Zeiss Jena e.V., Galakonzert Brass Band „Blechklang“,Volkshaus Jena

Juni 2010 Juni 2010, 13.06.2010 20.06.2010 25.06.2010 26.06.2010 28.06.– 01.07.2010,

JBO Bernsdorf e.V., 6. Kinderkonzert, Kultur- und Sporthalle JBO Grimma e.V., Konzert Park am Schwanenteich Tauchaer Musikanten e.V., Kaffeekonzert, Stausee Fockendorf JBO Grimma e.V., Konzert der Orchesterschule , Park am Schwanenteich Jugend & Blasorchester Leipzig e.V., Sommerkonzert, Pier 1, Cospudner See JBO der Stadt Thum/Erzgeb. e.V., Jahreskonzert „Bläserkids“,Volkshaus Thum JBO Hohenstein-Ernstthal e.V., Konzert , Stadtgarten Jugend & Blasorchester Leipzig e.V., „Feuer, Wasser und Musik“, Werder FV JBO Bautzen e.V., „Blue Lake Southern Winds” USA (Gastspiel), Bautzen

Juli 2010 25.07.2010

Tauchaer Musikanten e.V., Kaffeekonzert, Stausee Fockendorf

Änderungen vorbehalten! Bitte senden Sie uns Ihre Konzert- und Veranstaltungstermine, damit wir diese in Sachsens Bläserpost veröffentlichen können.


AUS DEN MITGLIEDSVEREINEN

20. Thumer Orchestertreff

Runder Geburtstag lockt mit Symbiose aus Neuem und Altbewährtem

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Schließlich ist der Orchestertreff 2010 etwas ganz Besonderes – das Blasmusikfestival im Erzgebirge feiert seinen 20. Geburtstag! Traditionell eine Woche nach Pfingsten, vom 28. bis 30. Mai 2010, lädt der Verein Jugendblasorchester der Stadt Thum/Erzgebirge e.V. zahlreiche Musikfreunde zum Orchestertreff nach Thum. Um den Besuchern wieder eine rundum gelungene und abwechslungsreiche Veranstaltung zu bieten, traf sich das Organisations-Team bereits zu ersten Sitzungen, alles Nötige wurde bestellt und vorbereitet und auch die meisten Programmpunkte stehen fest. Nun müssen die Verantwortlichen der einzelnen Bereiche ihre Helfer mobilisieren, damit zum Fest selbst alles glatt läuft. Was hat der Verein in diesem Jahr

geplant? Altbewährtes auf der einen Seite: So gibt es unter anderem wieder die große Eröffnung mit Bieranstich. Stargast am Freitagabend ist zur 20. Auflage Ute Freudenberg. Außerdem wie immer die Volkshaus Party Nights im angrenzenden Volkshaus, die Orchestertreff Kinderparty in den Schulanlagen des Gymnasiums, den Familien-Abend mit den Allgeiern am Samstagabend im Festzelt und vieles mehr. Doch auch Neues erwartet die Besucher: Dazu gehört das Sonderkonzert des Thumer Jugendorchesters am Samstagnachmittag. Die meisten Gastorchester sind zum traditionellen Abschlusskonzert mit dem gastgebenden Ensemble am Sonntag bereits auf der Heimreise. 2010 sollen auch diese einmal die Möglichkeit haben, den Gastgeberverein mit seinem Jugendorchester kennen zu lernen. Ganz neu in

diesem Jahr ist der Festumzug am Sonntagmittag, welcher im Festzelt endet und dem sich das große Gemeinschaftskonzert anschließt. Als Dirigent konnte in diesem Jahr der stellvertretende Landesmusikdirektor Jörg Küttner gewonnen werden. Dies alles sind nur einige Programmpunkte des 20. Thumer Orchestertreffs. Überzeugt Euch doch selbst! Wer mehr wissen will, findet weitere Infos auf der Homepage des Vereins unter www.jbo-thum.de sowie unter www.thumer-orchestertreff.de. Wir laden alle Musikfreunde zu den drei tollen Tagen nach Thum ein und freuen uns auf viele Besucher – eine Woche nach Pfingsten zum 20. Thumer Orchestertreff. ■ Vorstand JBO Thum

Ehrungen von Musikerinnen und Musikern aus unseren Mitgliedsvereinen

Januar bis März 2010 Ehrennadel in Bronze für 10-jährige Tätigkeit

Ehrennadel in Gold mit Kranz und Jahreszahl für

Ehrung für 15-jährige fördernde Mitgliedschaft

Matthias Malt, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

30-jährige Tätigkeit

Marion Werthschütz, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Lutz Kästner, Bergmannsblasorchester Kurbad Schlema e.V.

Christel Sygulla, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Andreas Voitel, Musikverein Meinersdorf e.V.

Wir gratulieren allen Musikerinnen und Musikern sehr

Ehrung für 15-jährige Tätigkeit

herzlich zu ihren Ehrungen.

Sarah Kühnert, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V. Sebastian Förster, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Ehrennadel in Gold mit Kranz, Diamant, Jahreszahl

Wir möchten unsere Vereine noch einmal darauf hinweisen,

Martin Kocner, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

und Ehrenbrief für 40-jährige Tätigkeit

dass alle Anträge auf Ehrungen spätestens 6 Wochen vor

Tobias Kubern, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Kerstin Pfüller, Musikverein Meinersdorf e.V.

dem Ehrungstermin über die Geschäftsstelle des SBMV e.V.

Kristin Damzog, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

bei der BDMV e.V. eingereicht werden müssen.

Gerd Damzog, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Verdienstmedaille in Silber für 15-jährige Tätigkeit

Steffi Oswald, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Michael Lengert, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Stefan Altmann, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V. Susann Pohl, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Verdienstmedaille in Silber für 20-jährige Tätigkeit

Michael Pryzybilla, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Hubert Schoen, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Petra Russy, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Kathrin Dreßler, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Peter Russy, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Heiko Dreßler, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Jörg Sauer, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Beate Werthschütz, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Dirigentennadel in Bronze für 10-jährige Tätigkeit

Wolfgang Weber, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Sven Schremmer, Bergmannsblasorchester Kurbad Schlema e.V.

Ehrennadel in Silber für 20-jährige Tätigkeit

Dirigentennadel in Gold für 20-jährige Tätigkeit

Jan Pielert, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Jürgen Brunner, Musikverein Neuwürschnitz e.V.

Markus Till, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V. Ehrennadel in Bronze für 10-jährige fördernde Ehrennadel in Silber mit Kranz für 25-jährige

Mitgliedschaft

Tätigkeit

Wolfgang Konrad, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Andre Murawski, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Angelika Engel, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Roman Altmann, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

Erhard Sauer, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V. Gabriele Pohl, Musikverein Löbauer Berg-Musikanten e.V.

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SBMV BRÜCKENSCHLAG

Das Rundfunk-Blasorchester Leipzig auf neuen Wegen Neuer Chefdirigent: Prof. Thomas Clamor Ab dem Jahr 2011 wird Prof. Thomas Clamor das Amt des Chefdirigenten sowie die künstlerische Leitung der Bläserakademie Sachsen übernehmen. Der studierte Trompeter ist seit 1986 Mitglied der Berliner Philharmoniker. Gastdirigate führten ihn nach New York, Los Angeles, Chicago, Boston, Buenos Aires, Santiago de Chile, Lima, Peking,Tokyo und Osaka. Seit 2001 ist Clamor Gastprofessor an der Berliner Musikhochschule Hanns Eisler und Professor h.c. an der Musikhochschule Shanghai. Bereits 2010 wird er einen Großteil der RBO Projekte leiten. Dazu gehört das RBO-Jubiläumskonzert am 17.10.10 im Gewandhaus zu Leipzig – die Welturaufführung der Kammeroper „Katharina von Bora“. Das Rundfunk-Blasorchester Leipzig (RBO) feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Orchesterjubiläum. Das Festjahr geht mit vielen neuen und positiven Entwicklungen einher:

Gründung der Sächsischen Bläserphilharmonie Als einziges ziviles Berufsblasorchester Deutschlands definiert der Leipziger Klangkörper maßgeblich den künstlerischen Ent-

wicklungsstand zeitgenössischer sinfonischer Bläsermusik. Bei der „Sächsischen Bläserphilharmonie“ handelt es sich nicht um ein neues Orchester, sondern um eine deutliche Zielsetzung des RBO: den Anspruch, die künstlerischen Möglichkeiten konzertanter Bläsermusik stärker in den Vordergrund zu stellen. Neubau des Proben- und Akademiesitzes in Bad Lausick Am 2. Februar 2010 feierte das neue Musikhaus in Bad Lausick Richtfest. Mit dem Neubau werden lang ersehnte Proben- und Akademieräume geschaffen, die den musikpädagogischen Angeboten der Bläserakademie Sachsen und der künstlerischen Bedeutung des Rundfunk‐ Blasorchesters Leipzig Rechnung tragen. Die Fertigstellung des Gebäudes ist für März 2011 geplant. ■ RBO Leipzig/Bläserakademie gGmbH Mehr dazu auf www.blaeserpost-online.de

Clarinetucumulus?

Neue CD des Mannheimer Klarinettenensembles Die Klarinette als Orchesterinstrument ist hinlänglich bekannt. Von der „Schwarzwurzel“ in der traditionellen Blasmusik über das Soloinstrument im großen Orchester bis hin zu Klezmer- und Jazzmusik ist ihre Variabilität fast unübertroffen. Die Besetzungsform des Klarinettenchors ist hierzulande eher selten. In Sachsen ist das Sächsische Klarinettenensemble des Zwickauers Frank Klüger ein Begriff für diese spezielle Form der kammermusikalischen Arbeit. Die Besonderheit dieses Ensembles liegt in der Verwendung der gesamten Klarinettenfamilie, zu der neben den bekannten B-Klarinetten auch Alt-, Bass- und Kontrabassklarinetten oder die sogenannten Bassetthörner, eine historisch entstandene Cousine der Klarinette gehören. Als Bereicherung der musikalischen Tradition in Mannheim, dessen Klangkörper und Musiker in der Musikgeschichte Herausragendes geleistet haben, rief Ralf Schwarz vor einigen Jahren das Mannheimer Klarinettenensemble ins Leben. Der Gründer und Leiter des Ensembles ist auch lange Jahre als Holzbläserleiter des LJBO Sachsen tätig gewesen. 16

Sachsens Bläserpost 1/2010

Die aktuelle CD der Mannheimer zeigt unter dem rätselhaften Namen Clarinetucumulus zum einen das vielfältige Repertoire eines solchen Klangkörpers, zum anderen aber auch den überaus interessanten Farbenreichtum und die damit verbundene Klangvielfalt eines solchen Klarinettenchors. Neben Bearbeitungen klassischer Werke wie dem Einzug der Königin von Saaba oder der überzeugenden Darbietung des Adagio für Klarinette, op. 23 von Heinrich Joseph Baermann (Solistin: Shirin Masjedi) sind es vor allem die zeitgenössischen Originalkompositionen, welche die Aufnahme durchaus hörenswert machen. Das namensgebende Werk Clarinetucumulus von Franz-Jürgen Dörsam und Blue Aquaclarine der Mannheimer Komponistin Andrea Csollány geben einen Eindruck davon, wie interessant und „publikumsaffin“ zeitgenössische Kunstmusik im 21. Jahrhundert sein kann, gleichwohl sie nicht unbedingt beim Autofahren sondern mit Muße gehört werden sollte. Fernab von eklektizistischer Notenklauerei und pseudomoderner Popularmusik gelingt es Ralf Schwarz, seinen Musikern – die er zum größten Teil an der Mannheimer Musikschule

selbst ausgebildet hat – spieltechnisch und interpretatorisch Höchstes abzuverlangen. Dem Klang eines Klarinettenensembles kann jeder musikalisch empfindsame Mensch etwas abgewinnen. Dass der Klang und der Charakter der Musik dennoch nie eintönig wird – wie bei einer „innerfamiliären“ Kammermusikbesetzung zu befürchten wäre – ist meiner Meinung nach die besondere Leistung des MKE. So sind es gerade die Feinheiten, welche die Qualität des Ensembles ausmachen: synchrone Stimmführung, filigrane Technik sowie Sinn für Balance und Phrasierung. Einziges Manko ist die sehr trocken anmutende Aufnahmequalität, die der Musikalität und Eindringlichkeit des Vortrags leider nicht zum Guten gereicht. Mit einer soliden HiFi-Anlage und entsprechenden Einstellungen (DS, DBB, 5.1 o.ä.) kann hier der Hörgenuss aber gesteigert werden. Ohne Möglichkeit zur Live-Performance nähert man sich reiner Klarinettenmusik am besten auditiv: die CD ist über die Geschäftsstelle des SBMV e.V. zu erwerben und kann interessierten Hörern zugesandt werden. ■ Norman Grüneberg


SBMV BRÜCKENSCHLAG

Zwischen Frack und Weste – Die Original Elbländer Blasmusikanten „Blasmusik? Nee, mach ich nicht!“ Viel zu oft sind diese Worte heutzutage noch im klassischen Bereich der Profiorchester und -musiker zu hören. Dabei ist es keine generelle Abneigung, sondern vielfach lediglich fehlende Kenntnis dieses Genres. Spricht man dann noch von der ursprünglichen, traditionellen Form der Blasmusik mit ihren Märschen, Polkas und Walzern, rümpft sich die Nase noch mehr… Umso besser, dass sich klassische Musiker im Bläserbereich ihrer musikalischen Wurzeln erinnern und klangvoll zu ihnen bekennen. Die meisten der heute in Profiorchestern tätigen Bläser haben ihre Wurzeln nämlich in den städtischen und dörflichen Musikvereinen oder den kirchlichen Posaunenchören. Im Genre der traditionellen Blasmusik fallen dem hinlänglich belesenen Musikliebhaber Namen wie Ernst Mosch oder Toni Scholl ein. Ein neues Ensemble macht seit einiger Zeit auf sich aufmerksam und legt nun seine erste CD-Aufnahme vor. Eins vorweg: so frisch, virtuos und liebevoll hat man die traditionelle Blasmusik noch nicht gehört. ‚Von der Karlsbrücke zum Blauen Wunder‘ ist Titel und Programm des Tonträgers, der beim Label auris subtilis erschienen ist. Entsprechend zeigen die als Sachsen in Sachsen tätigen Original Elbländer das reiche Repertoire der traditionellen Blasmusik im Spannungsfeld von böhmischmährischer Volksmusik über historisches Marschrepertoire hin zu neuen Titeln volkstümlichen Repertoires. Neben der technischen Perfektion, die von Profimusikern zu erwarten ist, begeistern vor allem die Polkas und Walzer mit einer musikalischen Intensität, wie sie auf vielen neueren Aufnahmen vornehmlich kommerzieller Provenienz nicht zu hören ist. Hier offenbart sich die Intention des Ensembles, die zumeist sehr bekannten Titel (Böhmischer Wind, Rauschende Birken u.a.) eben nicht „herunter“ zu spielen, sondern jeden Spannungsbogen nachzufühlen und die unglaublich interessanten Stimmführungen in dieser Musik – etwa im Zusammenspiel von Tenorhorn/ Bariton und Flügelhorn – bis ins Detail auszufeilen. Auch beim Marschrepertoire (Deutschmeister Regimentsmarsch u.a.) paart sich solides Können mit hoher Musikalität und der Sensibilität, im diszipliniert-zackigen Duktus dennoch Ruhe und Abgeklärtheit den Vorzug vor nervösem Drängen zu geben. Bemerkenswert sind die Kompositionen aus der Feder des Tenorhornisten Robin Kürschner. Sowohl

Hier spielt die Musik! Wahrhaft kurfürstlich musiziert es sich auf Schloss Colditz – dafür sorgt nicht zuletzt der kreative Nachbar der Jugendherberge, die Landesmusikakademie Sachsen. Professionelle Proberäume werden hohen musikalischen Ansprüchen gerecht und moderne Zimmer oder das Rahmenprogramm mit kulturhistorischer Nachtwanderung, Lesung sowie Schlossführung mit Besichtigung der Fluchttunnel runden dieses „beschwingte“ Arrangement ab. 2 Ü/VP inkl. Programm & Proberäume

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die Elbländer Polka (Text: Conrad Wecke) als auch die Jubiläumspolka sind technisch anspruchsvoll, sollten aber bald verlegt werden, um die wunderbare Musik auch anderen Ensembles zugänglich zu machen. Dass die Original Elbländer Blasmusikanten ihr Handwerk beherrschen, ist auch in den solistischen Beiträgen hörbar. So darf die Post im Walde mit dem Trompeter Robert Wintzen durchaus als Referenzaufnahme bezeichnet werden und das Klarinettenkunststück Schnick & Schnack (Solisten: Karolin Ketzel,Teresa Schubert) sprüht geradezu vor Witz und Engagement, verkommt dabei aber nicht zur Leistungsschau. Die Stimmen von Corina Voigt und Jan Schmaglowski zeigen bravourös die schlichte Größe volkstümlichen Gesangs und bereichern gerade durch gekonnte Zurückhaltung die Musik auf beeindruckende Weise. Trotz aller Perfektion ist die durchgestylte Aufnahme keine akademische Repertoireschau. Vor allem die Ursprünglichkeit und Naturgemäßheit, mit der das Ensemble musiziert, verleiten zu der Aussage: „So muss (traditionelle) Blasmusik klingen, und nicht anders“. Die Hingabe der Musiker zu ihrer Blasmusik wird auch im anregenden Beiheft deutlich, gleichwohl ein einzelner Bierkrug als Abbildung ausreichend gewesen wäre. Wenn man denn “kritisieren“ wollte, so höchstens mit der lakonischen Bemerkung, dass der Astronautenmarsch kleine Tränen ins Auge treibt, wenn man hört, wie mühelos und locker-leicht dieser, manche Blaskapelle zu Verzweiflung bringende, Marsch doch eigentlich klingen kann. In jedem Fall eine Scheibe, die in die Sammlung jedes anständigen Blasmusikliebhabers gehört. Und auch Kritiker der volkstümlichen Blasmusik sollten spätestens mit dieser Aufnahme eines Besseren belehrt sein. ■ Norman Grüneberg

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SBMV BRÜCKENSCHLAG

3. Deutsche Brass Band Meisterschaft Der Weg lohnt sich

Die Stadt Duisburg wird am Pfingstwochenende vom 21. bis zum 23. Mai 2010 in zweierlei Hinsicht (nicht nur) die mediale Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Zum einen bildet sie im Rahmen der „Local Hero“-Woche die europäische Kulturhauptstadt RUHR 2010 und zum anderen ist der für seine herausragende Akustik bekannte Konzertsaal der Mercatorhalle – die Spielstätte der Duisburger Philharmoniker – der Austragungsort der 3. Deutschen Brass Band Meisterschaft. Eröffnet wird der Wettbewerb mit dem bereits zum zweiten Mal stattfindenden Entertainment Contest. In diesem Wettbewerb hat jede Brass Band dreißig Minuten Zeit, das Publikum zu unterhalten und für sich zu begeistern. Nicht nur die musikalische Perfektion, sondern auch Showeinlagen und der Unterhaltungswert der

Präsentation werden hier bewertet. Dabei zählt sowohl die Meinung der Fachjury, als auch die einiger zufällig ausgewählter Zuschauer, die mit ihrem Votum das Ergebnis mitgestalten können. Da dieser Wettbewerb auch für Brass Bands aus den Niederlanden sowie aus Belgien 18

Sachsens Bläserpost 1/2010

freigegeben ist, wird das Publikum sicher einen facettenreichen, beeindruckenden Abend erleben. Am Samstag wird es dann ernst: Insgesamt dreizehn deutsche Brass Bands werden sich in drei Kategorien der international besetzen Jury dem Leistungsvergleich stellen. Jede Formation wird ein Pflicht- und ein Selbstwahlstück darbieten. Die Bewertung erfolgt nach dem CISM Reglement (Confédération Internationale des Sociétés Musicales), das heißt jeder Juror wertet jeweils beide Vorträge nach zehn Kriterien. Dabei werden maximal zehn Punkte pro Kriterium vergeben. Die maximale Punktzahl beträgt demnach einhundert Punkte für jedes vorgetragene Stück. Das Endergebnis errechnet sich aus der Addition der Punktzahlen der Juroren, dividiert durch die Anzahl der Stücke und der Juroren. Die Gewinnerband der Kategorie Höchststufe hat sich automatisch für die Europameisterschaft der Brass Bands 2011 in Montreux (Schweiz) qualifiziert, wo sie dann Deutschland auf europäischem Parkett vertreten wird. An dieser Stelle wünschen wir der Brass Band BlechKLANG Jena (ein Mitgliedsverein des SBMV e.V.) gutes Gelingen und starke Nerven, denn die Mädchen und Jungs des Blasmusikvereins Carl Zeiss Jena werden sich in diesem Jahr, nach ihrem großen Erfolg 2008, der nächst höheren Kategorie stellen. Ausklingen wird der Wettbewerbstag mit einem großen Galakonzert. Dieses wird gestaltet von den Duisburger Philharmonikern sowie der Brass Band Oberösterreich mit ihrem Solokornettisten Prof. Hans Gansch (ehem. Solotrom-

peter der Wiener Philharmoniker). Besonders gespannt darf man auf den Auftritt der Duisburger Philharmoniker sein. Wie werden sie auftreten? In großer Besetzung mit Streichern? Und was werden sie spielen? Der Intendant der Duisburger Philharmoniker, Dr. Alfred Wendel, hat darüber noch nichts verraten. Aber eines ist wohl sicher: Diese Kombination aus Brass Bands und Philharmonikern birgt ein musikalisches Spannungspotential, das allein den Besuch in Duisburg lohnenswert macht. Der Eintritt ist am Eröffnungstag und während der Meisterschaft im Laufe des Samstags frei. Weiterführende Informationen zum Wettbewerb können unter www.brassbandwettbewerb.de eingesehen werden. Ein Besuch dieser Veranstaltung sei allen neugierigen und interessierten MusikerInnen ans Herz gelegt – vor allem jenen, die schon immer einmal wissen wollten, was den Reiz von Brass Band Musik ausmacht und weshalb viele Brass Band Musiker so viel Zeit und Herzblut in ihre Brass Bands stecken. ■ Sören Hofmann Bläserjugend Sachsen Sächsischer Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V. Veranstaltungen des Sächsischen Landesverbandes der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine e.V. im Jahr 2010 09. April, Bundesvorstandssitzung in Friedwald/Hessen

Bundesdelegiertenversammlung

10. April Landesdelegiertenversammlung in Lengefeld 24. Mai Bergmeisterpokal in Waldkirchen

Ausrichter: Hüttenknappschaft

„Blaufarbenwerk Zschopauthal“

22. Juli, 18.15 Uhr, 514. Bergstreittag in Schneeberg 04. Sept., 21.00 Uhr, Großer Sächsischer

Bergmännischer Zapfenstreich in Oelsnitz

zum Tag der Sachsen

12. Nov., 17.00 Uhr, Stützpunktgespräch in Freiberg 13. Nov., Stützpunktgespräch in Frohnau (10.00 Uhr)

und Bad Schlema (14.00 Uhr)

27. Nov., 14.00 Uhr, Bergparade in Chemnitz 28. Nov., 14.00 Uhr, Bergparade in Thum 27. Nov., 17.00 Uhr, Bergparade in Aue 04. Dez., 14.00 Uhr, Bergparade in Stollberg 05. Dez., 16.30 Uhr, Bergparade in Schneeberg 11. Dez., 14.00 Uhr, Bergparade in Zwickau 11. Dez., 17.00 Uhr, Bergparade in Schwarzenberg 12. Dez., 14.00 Uhr, Bergparade in Marienberg 12. Dez., 17.00 Uhr, Bergparade in Lößnitz 18. Dez., 16.00 Uhr, Bergparade in Leipzig 19. Dez., 13.30 Uhr, Jahresabschlussparade in

Annaberg-Buchholz


SBMV BRÜCKENSCHLAG

In Kürze Zum 325. Geburtstag von Johann Sebastian Bach ist am 20.03. das erweiterte und neu gestaltete Bach-Museum in Leipzig eröffnet worden. Die Besucher können spielerisch, vor allem hörend in die Welt von Bachs Musik eintauchen. Internationales Flair im Konzert der Nationen mit Orchestern aus unterschiedlichsten Kulturkreisen wird es zum Berliner Militärmusikfest am 6. und 7. November in der MaxSchmeling-Halle geben. Ein Muss für Fans der Militär- und Marschmusik. Das internationale Festival ‚Swinging‘ Saxonia‘ für Amateurbands, Big Bands und Jazzensembles findet am 7. und 8. Mai 2010 in Hohenstein-Ernstthal statt. Der Organisator Saxoniade e.V. erwartet zahlreiche Gäste zu dem bedeutenden Festival der Popularmusik. www.saxoniade.de Das Traditionsunternehmen Schreiber & Keilwerth, einer der führenden Hersteller

von Holz- und Blechblasinstrumenten steht vor der Insolvenz. Das auch im vogtländischen Markneukirchen mit vielen Mitarbeitern tätige Unternehmen reichte Anfang März beim Amtsgericht Darmstadt den entsprechenden Antrag ein. Derzeit wird ein Investor gesucht, während Produktion und Vermarktung weiterlaufen. Das 18. Kurt-Weill-Fest, das vom 26.02. bis 07.03. im mitteldeutschen Dessau stattfand, konnte bei den insgesamt 44 Veranstaltungen mehr als 9000 Besucher und 300 Künstler begrüßen. Während Christian Thielemann ab 2012 Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle wird, ist dem 80-jährigen Lorin Maazel der mit dem Weggang Thielemanns vakante Posten des Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker angeboten worden.

Möglichkeit beide Wettbewerbstage (30.04. ab 17:00 Uhr und 01.05.2010 ab 09:00 Uhr) via Internet-Live-Stream mitzuerleben. Weiterführende Informationen sind auf www. britishbandsman.com oder www.facebook.com abrufbar. Subaru feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum in Deutschland. Die Brass Band BlechKLANG aus Jena wird die musikalische Umrahmung der riesigen Jubiläumsfeier auf dem Gelände der Leipziger Messe übernehmen. Vom 24. bis 30.05.2010 findet die Friesland Brass Akademie 2010 in Zetel (Friesland) statt. Der unter der musikalischen Leitung von Dankwart Schmidt stehende Workshop richtet sich vordergründig an Blechbläser und Schlagwerker. Weitere Informationen unter www. friesland-brass.de .

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BLASMUSIKGESCHICHTE Fortsetzung aus Ausgabe 03/2009 Musikdirektor Werner Kunath schreibt aus der sächsischen Blasmusikgeschichte Zur sächsischen Bläsertradition (Teil 3) Wie es in der SBP 03/2009 zu lesen gab, waren in Sachsen nach der Militärreform 1867 unter dem Beitritt zum Norddeutschen Bund in starken Besetzungen vertretene 46 Militärorchester stationiert. In manchen Städten sogar mehrere Orchester zugleich. Für diese gut besetzten und leistungsfähigen Klangkörper musste das Repertoire bereichert werden. Schon um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurden von begabten Militärkapellmeistern Bearbeitungen und Transkriptionen von Werken bekannter Komponisten sowie auch eigene Kompositionen geschaffen. Namhafte Tonsetzer wie Wagner, Verdi, Brahms, Rossini, Liszt, Weber, R. Strauß, Berlioz und später auch viele Operettenkomponisten waren an Blasorchesterbearbeitungen ihrer Werke sehr interessiert. Damit trugen die Militärorchester wesentlich dazu bei, diese damals neue Musik populär zu machen und somit den breitesten

Volksschichten nahe zu bringen. Ab 1919, mit der Gründung der Reichswehr, reduzierte man die Militärmusik in Sachsen auf 6 Musikkorps und 6 Trompeterkorps. Stand 1939: Wehrmacht, etwa 30 Militärorchester (Zahl variierte). Stand 1959, NVA: 5 Musikkorps, dazu 3 Polizeimusikkorps. Im zivilen Kulturleben, ab den Jahren 1830 bis 1850, bildeten sich in kleineren Orten durch Spielleute Dorfkapellen und in Städten Stadtorchester, in denen Bürger, Studenten, Stadtpfeifer und ehemalige Militärmusiker spielten. Bereits 1548 wurde allerdings schon in Dresden die sächsische Hofkapelle gegründet und 1743 rief die Leipziger Bürgerschaft das so genannte „Große Conzert“ ins Leben, Grundstock des Gewandhausorchesters. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstanden auch Kapellen der Schützenvereine, der Kommunalgarde, Bergkapellen und Beamtenkapellen. Ein vielfältiges

Musikleben war in allen sächsischen Bevölkerungsschichten entstanden! Um diese Zeit wandelten sich die meisten Stadtpfeifereien / Ratsmusiken in Stadt-Musikschulen um, welche trotzdem weiterhin im Volksmund und auch bei den Musikanten Stadtpfeifen genannt wurden. Diese bildeten auch den notwendigen Nachwuchs für die Militärorchester aus. In Sachsen existierten damals 32 dieser Einrichtungen, die letzten wurden 1952 aufgelöst. Das alles können nur Auszüge aus der reichen Bläsergeschichte Sachsens sein. Es soll aber anregen, sich damit zu beschäftigen und die Orchesterarbeit zu bereichern. Unsere Bergkapellen/-musikkorps geben ein bestes Beispiel, wie Brauchtum und Tradition in der Praxis gepflegt wird. ■ MD Werner Kunath

Spezial – 20 Jahre SBMV e.V. (1989-1993) Grund zur Rückbesinnung an die damalige Situation auf dem Gebiet der Blasmusik in Sachsen in den Jahren 1989/1990 während der Umbruchphase zur Wiedervereinigung. Viele unserer jüngeren Verbandsmitglieder können kaum ermessen, welchen Enthusiasmus, welche Anstrengungen und nervliche Belastungen es erfordert hat, eine fachlich vertretbare Ausgangsposition für eine möglichst schnelle und erfolgsversprechende Verbandsgründung und -entwicklung zu schaffen. Schon in den letzten Wochen des Jahres 1989 wurden in den verschiedenen Fachgremien der Blasmusik in Sachsen Überlegungen angestellt, wie es nach der bevorstehenden Vereinigung ohne etwaige Schäden, ohne eventuell noch unbekannte Veränderungen weitergehen könnte und musste. Fast alle Amateurorchester hatten Trägerorganisationen, -institutionen oder -betriebe. Das bedeutete Subventionen dieser Einrichtungen für die Orchester: Finanzmittel für Instrumentenkauf und Reparaturen, für Bekleidung, Notenkauf, Kompositions- und Arrangementsaufträge, Honorare für Instrumentallehrer und Probenräume standen unentgeltlich 20

Sachsens Bläserpost 1/2010

zur Verfügung. Dirigenten hatten bei diese Betrieben oder Institutionen feste Anstellungen oder arbeiteten auf Honorarbasis. Das alles fiel im Laufe des Jahres 1990 durch Auflösung, Umstrukturierung oder Privatisierung weg. Dadurch hatten die meisten Orchester keine finanzielle Existenzgrundlage mehr, sie waren auf sich allein gestellt. Leider überstanden einige Orchester, vor allem von Betrieben, diese Phase nicht und lösten sich auf. Die einzige Alternative war die Bildung von Vereinen, für uns eine völlig neue Orientierung. Die gesellschaftliche Situation, das Leben selbst, präzisierte also die dringendsten Aufgaben für die Entwicklung der neuen Strukturen: - Erhalten der noch bestehenden Orchester, Mut zum weitermachen vermitteln, - Förderung des Sich-Neufindens der Musi- ziergemeinschaften, - Beratung und Hilfe beim Schaffen von Auftrittsmöglichkeiten unter neuen Bedingungen, - Umdenken zum Vereinswesen mit Sensibilität lenken. Die Präsenz der Blasmusik im sächsischen Raum musste also bewahrt und neu bewiesen werden. Die Initiativen dazu gingen vorwiegend von den damals wirkenden Bezirksarbeitsgemeinschaften Blasmusik (Dresden, Chemnitz, Leipzig) aus. Im Bezirk Chemnitz bereitete

eine Gruppe von Orchesterleitern Anfang 1990 die Gründung eines regionalen „Blasmusikverbandes Erzgebirge/Vogtland“ vor. In Dresden planten optimistisch denkende Musiker und Dirigenten die Schaffung eines „Blasmusikverbandes Obere Elbe/Ostsachsen“. In Leipzig bereiten bereits Ende 1989 in Zusammenarbeit mit der BAG Fachexperten wie Klaus Schüler (Orchesterdirektor Hochschule für Musik), Prof. Willi Baethge (Uni Leipzig), Rolf Schirmer (ehemals Konzertmeister RBO Leipzig), Wieland Ziegenrücker (Musikwissenschaftler, Verlagslektor), Otto Wagner (Komponist), Werner Kunath (Chef Stabsmusikkorps Landstreitkräfte, Musikinspizient GST) über Maßnahmen für die zukünftige Arbeit unter den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen. Kurz aufeinander fanden sechs Zusammenkünfte dieses Gremiums statt, auf denen der Weg des Übergangs zum Vereinswesen skizziert wurde. Resultat: Anregung, Beratung und Unterstützung zu Vereinsbildungen in den Orchestern und Gründung eines regionalen Blasmusikverbandes als Zentrum und Leitorgan sowie dem Aufbau eines sächsischen Landesverbandes. Neben den Aktivitäten in den Bezirken der (Noch-)DDR gab es auch von zentraler Stelle Bestrebungen, einen „Blasmusikverband der DDR“ zu gründen. Dieses Vorhaben fand jedoch von vornherein keine Zustimmung bei


BLASMUSIKGESCHICHTE

den Musikern und Dirigenten. Die Tendenz neigte zu Landesverbänden. Ausgehend von den Beratungen der Leipziger Gruppe wurde am 25.01.1990 ein Blasmusikforum im Leipziger Haus des Lehrers organisiert, zu dem 35 Vertreter von 23 Blasorchestern der Region und 12 Einzelpersonen erschienen. Als Ergebnis der Diskussionen fasste man den gemeinsamen Entschluss, hier und jetzt einen Blasmusikverband mit dem Namen „Sächsischer Blasmusikverband e.V.“ zu gründen. Es wurde ein Vorstand gewählt, dem die Verantwortung für die weitere Entwicklung übertragen wurde. 17 Orchester erklärten ihren Beitritt. Vor allem die Jugendblasorchester machten sich schnell mit dem Vereinswesen vertraut und stellten sich darauf ein. Eine erste gemeinsame Maßnahme war vom 29.03. bis 01.04.1990 ein Weiterbildungsseminar für Orchesterleiter in der Jugendherberge Schloss Mutzschen, an der alle Dirigenten der Region teilnahmen. Und die auch die Gemeinsamkeit des Wollens wieder aktivierte. Die neue Vereinigung wurde am 02.04.1990 unter der Nr. 12 in das Vereinsregister des Kreisgerichtes Leipzig-Südost als „Sächsischer Blasmusikverband“ eingetragen und erhielt damit Rechtsfähigkeit. Der Leipziger Verband veranstaltete daraufhin am 30.06.1990 einen Verbandstag im Hörsaal 16 der Uni Leipzig, an dem 23 Vertreter der 17 Mitgliedsvereine aus der Stadt und den umliegenden Kreisen sowie 11 Einzelpersonen teilnahmen. Es wurde das auch heute noch gebräuchliche Signum „SBMV“ und heute noch gültige Logo/Verbandszeichen bestätigt sowie eine achtköpfige Leitung gewählt (Vorsitzender Klaus Schüler, Fachleiter Blasorchester Werner Kunath). Als eine Art Protokoll erschien am 31.07. das erste Informationsblatt,Vorgänger des späteren Verbandsorgans „Sachsens Bläserpost“. In den

folgenden Monaten bereiteten die Verbände Dresden, Chemnitz und Leipzig auf mehreren gemeinsamen Sitzungen die Gründung eines sächsischen Landesverbandes vor. In den meisten Orchestern/ Musikvereinen regte sich wieder echt sächsische Betriebsamkeit. Konzerte und kleinere Musikfeste wurden veranstaltet. Am 27.09.1990 bekam der Leipziger SBMV vom Finanzamt Leipzig die Gemeinnützigkeit zugesprochen. Dann erfolgte am 10.11.1990 in Leipzig die Gründungsversammlung des Sächsischen Blasmusikverbandes als Landesverband für ganz Sachsen. Zu diesem ersten Verbandstag des neuen Landesverbandes kamen 117 Vertreter aus 54 Orchestern. Als Ehrengast und kundiger Berater war auch der damalige Geschäftsführende Präsident und Schatzmeister der BDBV (Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Volksmusikverbände), Herr Walther Wachter, aus Stuttgart angereist. Das vorbereitete Statut wurde bestätigt und ein Präsidium gewählt: Präsident - unbesetzt Geschäftsführender Präsident - Klaus Schüler, Leipzig Vizepräsident - Wolfgang Uhlig, Chemnitz Vizepräsident - Heinz Dzick, Dresden Landesmusikdirektor - MD Werner Kunath, Leipzig stellv. Landesmusikdirektor - Horst Sellack, Freiberg Schatzmeister - Johanna Göpfert, Markkleeberg Schriftführer - Gisela Schüler, Leipzig Kurz nach dem Verbandstag wurde unser Verband auch Mitglied in dem am 06.10.1990 gegründeten Sächsischen Musikrat. Bis Ende März 1991 war der neue Landesverband auf 30 Musikvereine, gesamt 912 Mitglieder, angewachsen. Auf der 21. Sitzung des Hauptausschusses der BDBV am 27./28.04.1991 in der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen wurde unser Verband in diese Dachorganisation der Blasmusik aufgenommen. Das bedeutete für uns bundesweite Anerkennung als Landesverband. Am 14.05.1991 wurde auf einer erweiterten Präsidiumssitzung der damalige Sächsische Staatsminister für Landwirtschaft,

Ernährung und Forst, Herr Dr. Rolf Jähnichen, in das Präsidium aufgenommen und als Präsident des Verbandes bestätigt. Ein Schwerpunkt dieser Sitzung war auch die Vorbereitung der Gründung der Bläserjugend Sachsen. Die Lage der meisten Musikvereine begann sich trotz der immer noch prekären Finanzsituation allmählich zu stabilisieren. Der Verband selbst erhielt im ganzen Jahr 1991 keine Finanzmittel von staatlicher Seite. Da 1991 noch kein Raum für eine Geschäftsstelle zur Verfügung stand, musste die gesamte verwaltungstechnische und organisatorische Arbeit in der Wohnung des GF und der LMD erledigt werden. Nach längerem Bemühen konnte endlich im Plattenbaugebiet Leipzig/Grünau ein Kellerraum gemietet werden. Vom September 1992 bis Ende 1994 war dieser Keller das Verbandsbüro – unheizbar, Toilette in einem anderen Block beim Hausmeister, rauschende Abfallrohre an der Kellerdecke! 1991 fanden neben vielen Einzelkonzerten der MV auch wieder erste Großveranstaltungen statt: - 1.Thumer Orchestertreff - 1.Saxoniade im Raum Hohenstein-Ernstthal als internationales Festival für Jugendblasor chester - 1.Ostsächsisches Blasmusikfest in Dresden - 1.Landesblasmusikfest des Freistaates Sachsen im „agra – Messepark“ Leipzig Dabei wurden 36.000 Besucher gezählt! Es waren damals etwas kühne Unterfangen, ein Jahr nach der „Wende“ solche landesweiten Musikfeste zu organisieren. Aber der Erfolg und die Resonanz bei der Bevölkerung belohnte alle Mühen. Von Anfang an setzten wir großes Vertrauen in unsere Jugend und bezogen sie voll in die Verbandsarbeit ein. Das hat sich bis heute bewährt. Logische Folge war die Gründung der Bläserjugend Sachsen am 25.05.1991 in Thum. Als Vorsitzender wurde Reinhard Günther, Leiter des Jugendblasorchesters Bernsdorf, gewählt. Mit Wirkung vom 01.01.1993 erhielt der Verband vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Familie den Status „Träger der freien Jugendhilfe“ zuerkannt. Am 15.01.1993 trat der Verband der 1992 gegründeten „Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Sachsen“ als Mitgliedsverband bei. Damit erschlossen wir uns eine weitere Möglichkeit ideeller und finanzieller Unterstützung für die Bläserjugend. ■ MD Werner Kunath

Fortsetzung folgt

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IN EIGENER SACHE

Kleines Lexikon der Blasmusiker Alle Menschen lieben Musiker, denn es gibt so viele davon. Aber, wie erkennt man Musiker, was zeichnet sie aus und in welche Familien, Gattungen, Arten können sie eingeteilt werden? Das „Lexikon der Blasmusiker“ wird einige von ihnen vorstellen, die Liebenswürdigkeiten ihres Daseins schildern, ihre kleinen Macken hervorheben und Sie so als Mensch erkennbar werden lassen.

Folge 2: Der „U – bic“ oder die Entwicklung vom Musiker zum Menschen Gute Musiker sind wie blonde Locken auf einer Glatze – sehr selten. Eine Ausnahme bildet der „U – bic“, den viele Anthropologen für ein (leider ausgestorbenes) Zwischenglied zwischen Mensch und Blasmusiker halten. Der „U – bic“ war ursprünglich nur ein „bic“ mit einem u-förmigen Instrument. So wurde er auf steinzeitlichen Höhlenmalereien dargestellt und beschrieben. Mit etwas Phantasie und guten Ohren kann man auch heute noch in dem Instrument ein ‚U’ erkennen: Der Ton kommt von unten und geht nach oben. Im ausklingenden Mittelalter wurde es modern, alle ungewöhnlichen Instrumente nach dem

Nonsensecke

(aus dem Blamu-Nonsens-Lexikon) Piccolo, das (auch Pikkolo) Das kleinste Instrument im Blasorchester wurde Ende des 18. Jahrhunderts mit Klappentechnik entwickelt. Es pfeift prävalent am höchsten über alle anderen Blasinstrumente oben hinaus bis in himmelsluftige Lagen. Schwebt immer denerval auch über den dicksten Klangballungen. Ein querulantiver Hochlangtriller kann den ödesten Tonfolgen interessante bewegende Erhebung verleihen. Schrill verinnerlichend! In das Mundloch wurde eigentlich nicht hineingeblasen, sondern einfach drüber weg.

Ton „D“ einzustimmen und der Spieler (Frauen spielten damals selten ein orales Instrument) wurde „D – U – bic“ genannt. Dieser komplizierte Name hatte zwei Nachteile: 1. Die Anrede „du“ war unhöflich; man sagte „Euer Durchlaucht“, „Ihre Majestät“ oder schlicht „Er“ zu einem Tölpel. 2. Die Adligen, für welche die Musik war, kannten zwar den Ton „D“, suchten aber vergeblich nach der Note „U“, nach wel- cher früher noch gestimmt wurde. Um das begeisterte Publikum nicht zu verwirren, wurde beschlossen, das englische Wort für „Rohr“ (Tube) als Namensgeber für das Instrument auszugeben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus „Tube“ der „Tubist“. Bei all dem Durcheinander und der verflossenen Zeit gingen natürlich die musikalischen Fähigkeiten vom „göttlichen Niveau“ eines „U – bic“ auf das untermenschliche Niveau“ eines „D- Tubisten“ zurück. Da man dieses Instrument heute nach „C“ einstimmt, hoben sich die musikalischen Fähigkeiten etwas, aber der Qualitätsverlust ist auch heute noch daran erkennbar, dass ein eigener Notenschlüssel benötigt wird und trotzdem unter dem 5-zeiligen Notensystem ein weiteres aus Hilfslinien angehängt werden muss. (Der Tubist braucht also viel Hilfe).

Wodurch ist aber der „gemeine Tubist“ im Orchester charakterisiert und woran erkennt man ihn? Er kann nie pünktlich sein, da das Instrument den Blick auf den Dirigenten versperrt. Aber wenn man ihn neben das Schlagzeug setzt, wird er oft rechtzeitig geweckt und dieses Manko also teilweise ausgeglichen. Der Tubist ist oft ein Einzelspieler und somit ständig auf der Jagd nach Freunden: Sofort nach Probenschluss wird der Brunnen der Großzügigkeit aufgedreht und es regnet Gastlichkeit und Komplimente. Viele Tubisten bezeichnen sich immer noch als „Locke auf der Glatze“, doch damit verwechseln sie den „Pfad der Weisheit“ mit dem „Wege des Holzes“: Der wahre Musiker sucht und findet das Haar nicht auf dem breiten Scheitel, sondern da, wo es hingehört – in der Suppe! Doch getreu dem Motto “Nicht alles ist Trübsaal, was bläst“ arbeitet der Tubist weiter an seiner Evolution und wird so in vielen Orchestern geachtet und anerkannt als das was er ist: „Ein Mensch, der Musiker werden will.“ ■

Was dann noch an Luft ins Instrument kommt, reicht glandilar für das kleine Ding völlig aus. Das soll nun nicht bedeuten, dass nur leicht schwächliche Menschentypen dieses zierliche Blasgerät widmungsbedingt bedienen sollten. Allerdings würde es denen mit großen Schaufelhänden und extrem wulstigen Fingern immense Schwierigkeiten berieten, das enganliegende Klappensystem so fix zu betätigen, wie es oft in den Notenstimmen verlangt wird. Der größte Vorteil des Instruments ist seine Transportleichtigkeit. Man kann es bequem in eine Jackentasche stecken! ■

Gerit Lindner, Brass Band „BlechKLANG“ Jena

Fortsetzung folgt

Kuriose Blasinstrumente Kontrafagott in alter Bauart von Meister Johann Tobias Uhlmann, Wien, um 1820, mit sechs Messingklappen und ausladender Metallstürze. MD Werner Kunath

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IMPRESSUM Herausgeber: Sächsischer Blasmusikverband e.V. /Bläserjugend Sachsen V.i.S.d.P. Präsident Thomas Firmenich Geschäftsstelle: Humboldtstraße 11, 09669 Frankenberg/Sa. Tel.: 037206 / 89 41 89 Fax: 037206 / 89 41 90 E-Mail: sbmv@blasmusik-sachsen.de www.blasmusik-sachsen.de Redaktionskollegium: MD Werner Kunath Heinrich-Budde-Straße 10, 04157 Leipzig Tel.: 0341 / 912 96 63 Marion Grüneberg, Silke Schulze, Norman Grüneberg, Sören Hofmann, Sandra Saborowski

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Sachsens Bläserpost 1/2010

Eingereichte Texte und Bilder wurden in Abstimmung mit den genannten Autoren in vorliegender Form veröffentlicht. Ein weitergehender Haftungsausschluss besteht. Redaktionsschluss Ausgabe für 02/2010 15. Juni 2010 Anzeigenverkauf: Katrin Kummer – scharfe//media e.K. Tharandter Straße 31-33, 01159 Dresden Tel.: 0351 / 456 80 -180 Fax: 0351 / 456 80 -136 www.scharfe-media.de Layout/Satz: mdc – media.design.communication www.mdc-agentur.com

Druck: addprint AG, Am Spitzberg 8 a, 01728 Bannewitz Auflage: 2.000 Der SBMV dankt dem Freistaat Sachsen - dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales - sowie allen Freunden und Sponsoren, insbesondere der Theo Müller Stiftung für die finanzielle Unterstützung unseres Verbandes. ©Alle Rechte bei SBMV e.V. / BJS


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Bläserpost Ausgabe 1 (2010)  

Die Zeitschrift des Sächsischen Blasmusikverbandes

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