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TERRA

Mit Fluid-Felsbohrungen Kosten und Zeit sparen Im deutschen Idar-Oberstein und im schweizerischen St. Gallen ist mit dem sogenannten Fluid-Felsbohren erfolgreich eine neue Art des Felsbohrens eingesetzt worden. Das Verfahren verspricht erhebliche Kosten- und Zeiteinsparungen gegenüber konventionellen Lösungen. Dabei wird der Luft-Wasser-getriebene Druckluft-Schlagkopf Terra-Rock mit einer Steuer-Felsbohrkrone ausgerüstet und ermöglicht so erstmals Bohrungen in reinem Fels und in Mischböden, ohne dabei zu verstopfen. n Idar-Oberstein sollten für einen Hausanschluss zwei neue Stromleitungen durch Mischboden mit harten Geröllbrocken verlegt werden. Und in St. Gallen stand eine Felsbohrung in Konglomerat-Gestein, auch »Nagelfluh« genannt, an. Beide Bohrungen fanden am gleichen Tag statt und beide Baumaßnahmen konnten aufgrund beengter Platzverhältnisse nur mit einer Grubenbohranlage ausgeführt werden. Zum Einsatz kam der Terra-Mini-Jet MJ 1600 (mit 1 600 Nm Drehmoment und 60 kN Zug- und Schubkräfte) mit dem Terra-Rock 65. Mit den einteiligen, 0,5 m langen Stahlbohrgestängen sind minimale Biegeradien von 15 m erreichbar. Der Terra-Rock-Schlagkopf am Mini-Jet wird mit Druckluft und Wasser betrieben. Der Arbeitsdruck der Druckluft sollte dabei zwischen 12 bar und 14 bar liegen. Der Druckluft wird Wasser zugesetzt, dem im Vorfeld bereits der Zusatz TerraRock Add 1304 beigemischt wur-

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de. Die an der Steuer-Felsbohrkrone vorn austretende Spülflüssigkeit verhindert ein Verstopfen des Bohrkopfs. Dadurch kann der Terra-Rock auch in Mischböden und in Lehm eingesetzt werden. Er arbeitet in nahezu jedem Untergrund in den Bodenklassen 1 bis 7. Steine, Geröll und Fels niedriger und mittlerer Festigkeit können so überwunden werden. Rock Add unterstützt zudem eine Erhöhung der Abbaugeschwindigkeit des Felsmaterials. Es stabilisiert den Bohrkanal, auch in nichtfelsigem Untergrund wie Mischböden oder Lehm. Es stellt einen kontinuierlichen Austrag des abgebauten Erdreichs hinten am Bohrkanal sicher und es gilt als umweltverträglich.

Pilotbohrung im Nagelfluh Auch in St. Gallen konnte eine 20 m lange Pilotbohrung im Konglomerat-Gestein (»Nagelfluh«) mit der neuen Technologie durchgeführt werden. Die Pilotbohrung mittels fluidunterstütz-

Grubenbohranlage Terra Mini-Jet mit dem Luft-Wasser getriebenen Terra-Rock. tem Hammerbohren nahm rund einen halben Arbeitstag in Anspruch. Die reine Bohrgeschwindigkeit lag bei 8 m/h. Die SteuerBohrkrone des Terra-Rock baut den Fels ab und bewirkt kleine Felspartikel (Cuttings). Eingebaute Ausbläser befördern diese nach hinten aus dem Bohrkanal. Nach erfolgter Pilotbohrung wurde die Steuer-Bohrkrone des Terra-Rock ausgetauscht und gegen eine Aufweitkrone ersetzt. Diese ermöglichte die Aufweitung der Pilotbohrung im Fels. Die Zentriernase folgt automatisch der Pilotbohrung, die Aufweitgeschwindigkeit lag bei 12 m/h. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse stellt sich oft die Frage, ob eine kleine HDD-

Spülbohr- oder eine Grubenbohranlage zum Einsatz kommen soll. Terras Lösungsansatz besteht darin, die Grubenbohranlage, die Hydraulik sowie das Bentonit direkt von der Spülbohranlage beziehen zu lassen. Somit können ein zusätzliches Aggregat und eine zusätzliche Misch- und Pumpstation eingespart werden. Mit einer 4-t-Spülbohranlage Terra-Jet TJ 1804 S/XL könne, so der Anbieter, mit geringem Aufpreis die Grubenbohranlage Terra Mini-Jet MJ 1600 erworben werden. Terra informiert auf den Bohrtechniktagen in Bad Zwischenahn vom 26. bis 28. April auch über die Entwicklungen in der Fluid-Felsbohrung. §

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bauMAGAZIN April 2017  

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