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BITZER WIEGETECHNIK

Wiegesysteme für die effektive Schüttgut-Verladung Für die eichfähige Verwiegung von Schüttgütern und für deren Verladung eignen sich Band- wie auch Schüttwaagen. Für beide Wiegesysteme sieht der bereits im Jahr 1948 gegründete Waagenspezialist Bitzer Wiegetechnik Vor- und Nachteile. it einer im Förderband eingebauten eichfähigen Bandwaage kann das Schüttgut während des Transports verwogen werden. Die Investitionskosten für eine Bandwaage sind im Verhältnis zu anderen Wiegesystemen gering. Bei der Anschaffung einer geeichten Bandwaage sind jedoch bauliche und technische Voraussetzungen einzuhalten, ist doch die Bandwaage nur ein Teil des Gesamtsystems und im Endlosgurt verbaut. Die Genauigkeit der Waage ist abhängig von den Eigenschaften und dem Zustand des Endlosbandes oder den mechanischen Komponenten des Bandes bzw. deren Konstruktion. Unter anderem ist eine konstante Bandspannung nötig, um Witterungseinflüsse auf das Band auszugleichen. Das Band sollte zudem vor Umwelteinflüssen, wie Wind oder Regen, geschützt werden. Hierzu ist eine Umhausung für das Förderband einzuplanen. Die Steigung des Förderbandes darf je nach Eichklasse maximal 10 % oder 20 % betragen. Werden diese baulichen und technischen Voraussetzungen an das Förderband nicht eingehalten, können die Fehlergrenzen von beispielsweise ± 0,5 % oder

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Bandwaage. ± 1 % bei eichfähigen Bandwaagen nicht erreicht werden. Zur Prüfung und Eichung der Bandwaage ist die Rückverwiegung des bereits verwogenen Materials über das Band mit beispielsweise einer geeichten Fahrzeugwaage unumgänglich und bei der eichtechnischen Prüfung ein Muss. Bei hohen Leistungen der Bänder und entsprechend viel Material müssen demnach ausreichend Lkw zur Verfügung stehen, um das Material, das über die Bandwaage erfasst wurde, abzutransportieren und mit einer Kontrollwaage gegenzuprüfen. Diese Prüfung muss meist mehrfach durchgeführt werden, da eine Nachjustierung und damit eine erneute Prüfung mit dem Material erfolgen muss. Die Kontrollwaage (meist eine Fahrzeugwaage) muss ebenfalls mit Eichgewichten vorab geprüft werden bzw. darf die letzte Eichung der Fahrzeugwaage nicht länger als drei Monate zurückliegen. Der zeitliche und organisatorische Aufwand für den Be-

trieb einer eichfähigen Bandwaage gilt somit – wie Bitzer betont – als erheblich.

Schütt- oder Behälterwaagen Als zweites Wiegesystem für die Verladung werden Schütt- oder auch Behälterwaagen eingesetzt. Das Waagengestell ist eine stabile Schweißkonstruktion, im Einlauf durch eine pneumatische

Bedienmaske der Selbstbedienpults.

Zahlen Bandwaage – Klasse

Bandwaage – Fehlergrenze

Schüttwaage – Klasse Schüttwaage – Fehlergrenze

0,2

± 0,1 %

0,5

± 0,25 %

0,5

± 0,25 %

1

± 0,5 %

1

± 0,5 %

2

±1 %

2

Genauigkeitsklassen: –

Messunsicherheit:

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MÄRZ 2018

zwischen ± 0,5 % und ± 1 %, teilweise ungenauer

±1 % 0,1 % und genauer

Absperrklappe und im unteren Teil des Wiegebehälters mit pneumatisch betätigten Bodenentleerungsklappen ausgerüstet. Bei den automatischen Schüttwaagen (SWT-Funktion) wird die Gesamtmenge durch die Addition der Einzelschüttungen ermittelt. Die Schüttwaage weist üblicherweise eine höhere Genauigkeit auf als die Bandwaage. In der Praxis liegt der Fehlerwert meist unter ± 0,25 %. Durch die genaue Justage der Schüttwaage bei der Installation sind auch Fehlergrenzen von ± 0,1 % in der Praxis erzielbar. Die Schüttwaage wird in den Materialfluss bzw. die Verladewege integriert. Für einen kontinuierlichen Materialfluss sind Vor- und Nachbehälter einzuplanen. Die Schüttwaage kann als Einzelwaage bis zu 600 t/h fördern. Durch die Installation von Duplexwaagen lässt sich eine Leistungskraft von bis zu 1 000 t/h erreichen. Dadurch hat sich die Schüttwaage für den Umschlag großer Mengen bewährt. Im Verhältnis zur Bandwaage ist die Anschaffung einer Schüttwaage zwar zunächst kostenintensiver und für den Einbau muss ausreichend Platz zur Verfügung stehen, aber – so betont man im Hause Bitzer – für den alltäglichen Betrieb sowie die regelmäßige Überprüfung und Eichung ist die Schüttwaage mit weniger zeitlichem Aufwand und damit einhergehend mit weniger Folgekosten verbunden. Eine Rückverwiegung des Materials ist nicht zwingend nötig, da die Waagen meist mit einem Prüf-Stop-Verfahren ausgestattet sind, das nur bei der Ei-

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bauMAGAZIN März 2018  

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