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SBFI NEWS

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Informationen aus dem Staatssekretariat fĂźr Bildung, Forschung und Innovation SBFI

Fokus Weiterentwicklung der Berufsbildung >4

Bildungszusammenarbeit Schweizer Expertise > 16

Hochschulen Fondation suisse in Paris > 18

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Inhalt Fokus – Weiterenwicklung der Berufsbildung ƒƒ Interview Handlungsspielräume erkennen – Chancen nutzen

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ƒƒ «Berufsbildung 2030» Umsetzung von ersten Projekten im Gange

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ƒƒ Förderung des digitalen Wandels in der Berufsbildung Sichtbar machen – vernetzen – fördern Zulassung zur Bildung

Bildung

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ƒƒ Neuer Leitfaden für Fachpersonen Durch Anrechnung von Bildungsleistungen effizient zu einem Berufsabschluss

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Themen ƒƒ Weiterentwicklung des Informationsangebots Wissen, was im SBFI geht

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ƒƒ BFI-Botschaft 2021–2024 Etappenweiser Prozess im Gange

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ƒƒ Internationale Anerkennung von Berufsqualifikationen Schweizer Expertise für sechs Balkanländer

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ƒƒ Fondation suisse in Paris Renovation des Pavillon Le Corbusier abgeschlossen

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Einblicke ƒƒ Arbeiten im SBFI: Oliver Botta

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ƒƒ Zahlen und Fakten Die Schweizer Forschung und Innovation im internationalen Vergleich ƒƒ BFI-Bild

IMPRESSUM Herausgeber: Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI Einsteinstrasse 2, 3003 Bern info@sbfi.admin.ch www.sbfi.admin.ch Ausgabe: Nr. 1 2019 (1/19) Redaktion: Dani Duttweiler und Martin Fischer Layout: Désirée Goetschi Übersetzungen: Sprachdienst SBFI und BK Druck: BBL Sprachen: D und F ISSN 2296-3677

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Titelseite: Im Fokus dieser Ausgabe steht die Weiterentwicklung der Berufsbildung. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt haben in den vergangenen Jahren gemeinsam den Strategieprozess «Berufsbildung 2030» erarbeitet. Das Fokusthema in dieser Ausgabe bietet einen Einblick in die Umsetzung und stellt konkrete Projekte vor. Bild: © Kaminfeger Schweiz

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SBFI NEWS 1/19 l EDITORIAL

Sehr geehrte Damen und Herren Die Agenda 2019 präsentiert sich vielfältig und herausforderungsreich. Da ist die Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2021-2024. Diese alle vier Jahr wiederkehrende Aufgabe bietet die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und Schwerpunkte zu setzen. Schwerpunkte setzen heisst aber nicht nur, Neues angehen oder Bestehendes ausbauen, sondern allenfalls auch Bestehendes hinterfragen. Dazu sind die Anliegen der Akteure wichtig. Zum Beispiel haben der ETH-Bereich, die Rektorenkonferenz swissuniversities, der Schweizerische Nationalfonds, Innosuisse und die Akademien der Wissenschaften Schweiz im Vorfeld ihre Mehrjahresplanungen mit inhaltlichen Prioritäten und finanziellen Vorstellungen erarbeitet. Da ist zweitens das grosse Interesse der Forschung und Wirtschaft an «Horizon Europe», dem EURahmenprogramm für Forschung und Innovation (FRP) mit der Laufzeit 2021-2027. Derzeit verhandeln EU-Kommission, -Rat und -Parlament über die gesetzliche Grundlage und die konkrete Ausgestaltung dieses FRP. Die Beteiligungsmodalitäten von assoziierten Staaten wie die Schweiz sind von diesen Diskussionen ausgeklammert. Sie sollen im Herbst behandelt werden, wenn die Situation in Sachen Brexit besser abschätzbar ist. Es ist aber klar, dass die Schweiz eine Assoziation an die nächste FRP-Generation anstrebt. Auch prüft die Schweiz eine Beteiligung an neuen Programmen wie «Digital Europe». Um die diesbezügliche Interessenlage der Schweizer Forschungs- und Innovationsakteure zu eruieren, haben das SBFI und weitere Bundesstellen im Auftrag des Bundesrates eine Umfrage durchgeführt und werden nun die Resultate auswerten. Zudem beschäftigen uns die auf EU-Ebene laufenden Diskussionen zum Nachfolgeprogramm von «Erasmus+». Erst wenn dessen Parameter bekannt sind, kann die Frage einer Assoziierung ab 2021geprüft werden. Die Digitalisierung als grosse Herausforderung und ebenso grosse Chance beschäftigt uns 2019 auch auf nationaler Ebene. Im Rahmen der Ausschreibung für die 5. Serie Nationaler Forschungsschwerpunkte (NFS) hatte der Bund auch Eingaben erwartet, welche die Grundlagenforschung im Bereich der Digitalisierung stärken und ihr Potenzial für verschiedene Anwendungsbereiche nutzen. Dass er in dieser Erwartung nicht enttäuscht wurde, sollte die kommende Lancierung neuer NFS durch das WBF zeigen. Last but not least, die Berufsbildung: Das Steuergremium des Prozess’ «Berufsbildung 2030» hat soeben den Start der Plattform www.berufsbildung2030.ch noch im März 2019 beschlossen. Die Website enthält allgemeine Informationen zur Strategie und gibt einen Überblick zu Projekten. Bei all dem ist nicht zu vergessen, dass die erwähnten und die vielen anderen nicht erwähnten Dossiers eng miteinander verknüpft sind. Für den Bund ist klar: Der BFI-Bereich bleibt weiterhin stark dank der Gesamtsicht auf alle Akteure, Bedürfnisse und Fördermassnahmen. Wichtig ist auch, die Balance zu finden zwischen Beständigkeit und Wandel. Gemeinsam gilt es, die sich stellenden Herausforderungen zu benennen, die Opportunitäten zu erkennen und den Wandel zu gestalten.

Martina Hirayama Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation

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Fokusthema – Weiterentwicklung der Berufsbildung

Handlungsspielräume erkennen – Chancen nutzen

Rémy Hübschi, Vizedirektor und Leiter Abteilung Berufs- und Weiterbildung, SBFI

Wie steht es um die Schweizer Berufsbildung? Rémy Hübschi: Ohne falsche Scheu dürfen wir sagen: Die Schweizer Berufsbildung ist gut aufgestellt. Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt arbeiten in einem feintarierten System zusammen. Das Interesse der Jugendlichen an der Berufsbildung ist nach wie vor gross. Auch haben wir in den letzten Jahren verschiedene Modernisierungen umgesetzt wie beispielsweise die Stärkung der eidgenössischen Berufs- und höheren Fachprüfungen. Wichtig erscheint mir, dass wir nicht stehen bleiben. Wir haben ein Berufsbildungsgesetz, das als offenes Rahmengesetz konzipiert ist und entsprechend Handlungsspielräume ermöglicht. Diese gilt es zu nutzen. Welche Entwicklungen gilt es besonders im Auge zu behalten? Im Strategieprozess «Berufsbildung 2030» haben wir gemeinsam die zentralen Herausforderungen eruiert. Das daraus resultierende Leitbild und die davon abgeleiteten Stossrichtungen zeigen den Weg auf. Mir persönlich erscheint es dabei wichtig, dass wir die Chancen der Digitalisierung aktiv nutzen. Dazu haben wir beispielsweise die Förderinitiative «digitalinform.swiss» lanciert. Wir gehen damit über die bisherige Förderpraxis hinaus und wollen Projekte sichtbar machen, Akteure vernetzen und auf der Basis des Aktionsplans «Digitalisierung im BFI-Bereich» des WBF/SBFI Projekte fördern.

Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt haben in den vergangenen Jahren gemeinsam den Strategieprozess «Berufsbildung 2030» erarbeitet. Rémy Hübschi, Leiter der Abteilung Berufs- und Weiterbildung im SBFI, gibt Einblick in den Stand der Arbeiten. Er ist überzeugt: «Mit Berufsbildung 2030 haben wir eine gute Grundlage, um die Berufsbildung verbundpartnerschaftlich weiterzuentwickeln».

«Wichtig ist mir, dass «Berufsbildung 2030» als eine gemeinsame Initiative von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt verstanden wird.» Wo steht der Strategieprozess «Berufsbildung 2030»? Nachdem wir in den vergangenen Jahren die Grundlagen gelegt haben, sind wir nun seit Sommer 2018 in der Umsetzung. Wenn man auf die Projektliste schaut, so stellt man fest, dass einiges im Gange ist. Die Palette reicht von der Revision der Rahmenlehrpläne für Berufsbildungsverantwortliche über die Klärung der Governance bis zur Untersuchung der Finanzflüsse. Wichtig ist mir, dass «Berufsbildung 2030» als eine gemeinsame Initiative von Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt verstanden wird. Es braucht den Willen und das Engagement von allen Beteiligten. Entsprechend lädt das Steuergremium von «Berufsbildung 2030» alle Akteure der Berufsbildung ein, sich am Prozess zu beteiligen.

Zudem müssen wir darauf Acht geben, dass die Berufsbildung weiterhin attraktiv bleibt. Ich denke dabei einerseits an die Jugendlichen. Modernisierte berufliche Grundbildungen und eine möglichst hohe Durchlässigkeit des (Berufs-)Bildungssystem sind Voraussetzungen dafür, dass wir weiterhin qualifizierte Fach- und Führungskräfte ausbilden können. Andererseits sind wir aber auch daran, die Berufsbildung für Erwachsene zu optimieren. Das reicht von der Förderung von Grundkompetenzen am Arbeitsplatz, über die Attraktivitätssteigerung der beruflichen Grundbildung bis hin zu den Angeboten der höheren Berufsbildung.

Wo wird die Berufsbildung im Jahr 2030 stehen? Auch im Jahr 2030 geht es im Endeffekt darum, dass die Absolventinnen und Absolventen einer Berufsbildung auf den Arbeitsmarkt abgestimmte Qualifikationen erwerben können. Und ebenso haben die Unternehmen ein Interesse daran, über qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu verfügen. Schliesslich haben wir mit unserer Verbundpartnerschaft ein Modell, um welches uns andere Länder beneiden. Wenn wir uns bei allen Reformschritten an diesen drei Konstanten orientieren, sind wir auf gutem Weg.

Kontakt: Rémy Hübschi, SBFI Vizedirektor, Leiter Abteilung Berufs- und Weiterbildung remy.huebschi@sbfi.admin.ch, +41 58 462 21 27

Weitere Informationen: www.berufsbildung2030.ch

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«Berufsbildung 2030»

Umsetzung von ersten Projekten im Gange Bund, Kantone und Organisationen der Arbeitswelt verfolgen mit dem gemeinsamen Strategieprozess «Berufsbildung 2030» eine gezielte Weiterentwicklung der Berufsbildung. Ende 2018 und im Februar 2019 hat das Steuergremium «Berufsbildung 2030» die Umsetzung erster konkreter Massnahmen gutgeheissen. Das Steuergremium lädt alle Verbundpartner ein, ebenfalls Projekte im Rahmen ihrer Zuständigkeiten zu erarbeiten.

Projekte im Rahmen von «Berufsbildung 2030» Die genehmigten Projekte werden unter Einbezug des Steuergremiums «Berufsbildung 2030» durchgeführt. Ausführliche Projektbeschreibungen und Kontaktangaben finden sich auf der neuen Internetseite «Berufsbildung 2030». Folgend findet sich eine Auswahl von Projekten.

Allgemeinbildung 2030

Digitalisierung als Schwerpunkt in der Projektförderung

Vor dem Hintergrund von Megatrends wie der Digitalisierung oder der Internationalisierung von Arbeitsbeziehungen wird der allgemein bildende Unterricht an Berufsfachschulen auf die künftigen Erfordernisse hin überprüft und bedarfsgerecht weiterentwickelt.

Mit dem Förderschwerpunkt «digitalinform.swiss» werden Rahmenbedingungen geschaffen, die über die Projektförderung des Bundes in der Berufsbildung im engeren Sinn hinausgehen. Wissen und Erfahrungen sollen sichtbar gemacht werden. Auch soll unter den Akteuren eine Vernetzung stattfinden (siehe Beitrag Seiten 8 und 9).

Revision der Rahmenlehrpläne Berufsbildungsverantwortliche

Optimieren der Governance Ziel des Projekts ist es, die bestehenden Steuerungsprozesse und -gremien in der Berufsbildung kritisch zu hinterfragen. Diese sollen – wenn nötig – angepasst werden.

Bürokratieabbau in den Lehrbetrieben Im Rahmen des Projekts wird eruiert, welches die Potenziale für eine Reduktion der administrativen Belastung in den Lehrbetrieben sind. Anhand einer Vertiefungsstudie sollen entsprechende Lösungsansätze identifiziert werden.

Projektziel ist eine Revision im Sinne einer Vereinfachung und einer Anpassung an die neuen Herausforderungen und die Bedürfnisse der Praxis.

Positionierung der höheren Fachschulen Im Rahmen des Projekts wird das System der höheren Fachschulen hinsichtlich seiner nationalen und internationalen Positionierung ganzheitlich überprüft. Dabei soll das spezifische Qualitätsmerkmal der Arbeitsmarktorientierung der Bildungsgänge erhalten und weiter gestärkt werden.

Vereinfachen der Finanzflüsse Mobilisierung von Unternehmen für den Berufsabschluss für Erwachsene Mit dem Projekt sollen die Möglichkeiten und Vorteile des Berufsabschlusses für Erwachsene bei den Unternehmen besser bekannt gemacht werden.

Das Projekt sieht vor, die bestehenden Finanzflüsse zu untersuchen, Vereinfachungspotenzial zu eruieren und bei Bedarf entsprechende Massnahmen zu erarbeiten.

Lancierung des Leitfadens zur Anrechnung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung Das «Handbuch berufliche Grundbildung für Erwachsene» und der «Leitfaden Anrechnung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung» sollen mit dem Projekt bekannt gemacht und damit die Voraussetzungen geschaffen werden, die gesetzlichen Möglichkeiten des Anerkennungsartikels des Berufsbildungsgesetzes möglichst optimal zu nutzen (siehe Beitrag Seiten 10 und 11). 6


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Nationale Strategie für die Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung Stärkung der interkantonalen Zusammenarbeit Optimieren der Datenflüsse «optima» Nutzen der Flexibilisierung in den Berufsfachschulen Diese seitens der Kantone eingebrachten Projekte hat das Steuergremium an seiner Sitzung vom Februar 2019 gutgeheissen. Die Projektbeschreibungen werden im Internet aufgeschaltet.

Beschleunigung der Zusammenarbeit bei der Berufsentwicklung Die Dynamisierung der Berufe in der beruflichen Grundbildung und höheren Berufsbildung verlangt auch eine Dynamisierung des Entwicklungs- und Revisionsprozesses.

Offener Prozess Die Umsetzung der Massnahmen erfolgt in verschiedenen, teilweise bereits bestehenden Projektgruppen und Gremien. Dabei wird der Einbezug der direkt betroffenen Akteure sichergestellt. Die Federführung bei den einzelnen Projekten richtet sich nach den im Berufsbildungsgesetz festgehaltenen Zuständigkeiten. Das Steuergremium «Berufsbildung 2030» lädt alle Verbundpartner ein, in ihren Zuständigkeiten weitere Projekte zu erarbeiten.

Kontakt: Sandro Stübi, SBFI Projektverantwortlicher Ressort Berufsbildungspolitik sandro.stuebi@sbfi.admin.ch, +41 58 465 13 71

Weitere Informationen www.berufsbildung2030.ch

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Förderung des digitalen Wandels in der Berufsbildung

Sichtbar machen – vernetzen – fördern Die Förderinitiative «digitalinform.swiss» ist Teil der Umsetzungsmassnahmen des Projekts «Berufsbildung 2030». Gemeinsam mit allen Verbundpartnern soll damit der digitale Wandel in der Berufsbildung zum Nutzen von Wirtschaft, Gesellschaft und Individuen vorangetrieben werden. Der Bund sieht dazu einen bis ins Jahr 2024 befristeten Förderschwerpunkt vor. Die Akteure der Berufsbildung sind eingeladen, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinanderzusetzen, ihre Chancen zu entdecken und Projekte einzugeben.

Viele Organisationen der Arbeitswelt, Bildungsinstitutionen, Anbieter überbetrieblicher Kurse, kantonale Bildungsverwaltungen sowie Berufs-, Studien und Laufbahnberatungen befassen sich bereits aktiv mit dem Thema Digitalisierung. Zahlreiche Projekte wurden bereits in Angriff genommen. Aus Gesprächen mit diesen Akteuren der Berufsbildung haben sich folgende Erkenntnisse herauskristallisiert: • Projekte werden oftmals isoliert entwickelt und umgesetzt, ohne eine Vernetzung, Koordination oder einen Erfahrungstransfer mit anderen Aktivitäten. • Die Aktivitäten beruhen oft auf der persönlichen Motivation einzelner Personen. Eine systematische Durchdringung von grösseren Bereichen fehlt. • Zum Teil fehlt es den Institutionen am notwendigen Fachwissen sowie an personellen und finanziellen Ressourcen, um die digitale Transformation im nötigen Tempo voranzutreiben. • Die Arbeiten und Erkenntnisse aus der Wissenschaft zum Thema Digitalisierung und Berufsbildung sind zu wenig in der Praxis bekannt und werden daher kaum umgesetzt. Internetplattform als Dreh- und Angelpunkt «digitalinform.swiss» ist ein Schwerpunktthema im Rahmen der ordentlichen Projektförderung des Bundes nach den Artikeln 54 und 55 Berufsbildungsgesetz (BBG). Darüber hinaus macht «digitalinform. 8

swiss» Vorhandenes sichtbar, vernetzt die Akteure untereinander und fördert einen aktiven Knowhow-Transfer zwischen digitalen Projekten. Das Webportal «digitalinform.swiss», das zentrale Kommunikations- und Vernetzungsinstrument, wurde im Dezember 2018 anlässlich des Spitzentreffens der Berufsbildung offiziell lanciert. Über das Webportal können sich interessierte Kreise informieren und nach ihren Bedürfnissen, Möglichkeiten und Interessen bei der Förderung des digitalen Wandels in der Berufsbildung aktiv einbringen. Zudem können über das Webportal Projektskizzen eingereicht werden. Für den Erfolg der Förderinitiative spielt insbesondere ein kontinuierlicher Informations-, Wissens- und Erfahrungsaustausch unter den Akteuren der Berufsbildung eine wichtige Rolle. Um dies zu begünstigen, wird die Internet-Plattform in den nächsten Monaten sukzessive inhaltlich ausgebaut und mit Projektbeispielen ergänzt. Dadurch sollen beispielsweise Sprachgrenzen überwunden und Einblicke in andere Branchen gewährt werden. Auch soll aufgezeigt werden, welche anderen Massnahmen sich ebenfalls mit der Digitalisierung der Berufsbildung befassen, beispielsweise die Programme und Angebote des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung EHB.


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Ausserdem soll im Sinne von «sichtbar machen» und «vernetzen» der persönliche Austausch unter den Akteuren gefördert werden. Das SBFI ermittelt hierzu laufend die Bedürfnisse der Akteure und stellt bei Bedarf entsprechende Gefässe zur Verfügung. Projektförderung Die Fördermittel für «digitalinform.swiss» werden nach den geltenden Vergabekriterien des SBFI gesprochen. Generell gelten folgende Kriterien: • Bezug zur Berufsbildung • Bedarfsnachweis • Einbezug von Partnern • Projektcharakter «digitalinform.swiss» unterstützt und fördert schwerpunktmässig Projekte in den Aktionsfeldern, die im Bericht «Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz» festgehalten sind: 1. Verbesserung der digitalen Kompetenzen in der Schule 2. Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien beim Lehren und Lernen 3. Rasche Anpassung des Bildungssystems an die Anforderungen des Marktes 4. Koordination und Kommunikation in der Bildungszusammenarbeit.

Dieser Bericht wurde vom Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) beziehungsweise vom SBFI erarbeitet und im Juli 2017 vom Bundesrat zur Kenntnis genommen (siehe weitere Informationen). Die im Bericht genannten Aktionsfelder fügen sich in die Strategie des Bundes «Digitale Schweiz» ein. Der finanzielle Mittelbedarf für «digitalinform.swiss» ist abhängig von der Nachfrage der Akteure. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen der Projektförderung nach Art. 54 und 55 BBG und ist aktuell für die Jahre 2019 und 2020 in den Bundeskrediten eingestellt. Projekte können im Umfang von 60 Prozent der bewilligten Gesamtkosten vom Bund unterstützt werden. Aufgrund der Erfahrungen der Jahre 2019 und 2020 sollen für die neue Förderperiode entsprechende Mittel beantragt werden. Es ist vorgesehen, in der BFI-Botschaft 2021–2024 bei der Berufsbildung einen spezifischen Schwerpunkt Digitalisierung zu setzen.

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wird im Rahmen der bestehenden Projektförderstrukturen des Bundes im Bereich Berufsbildung betrieben, ergänzt mit Aktivitäten zum Wissens- und Erfahrungsaustausch unter den Akteuren.

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unterstützt und fördert schwerpunktmässig Projekte in den Aktionsfeldern, die der Bundesrat 2017 im Bericht «Herausforderungen der Digitalisierung für Bildung und Forschung in der Schweiz» definiert hat.

3 Kontakt: Fritz Jordi, SBFI Projektverantwortlicher Ressort Weiterbildung und Projektförderung fritz.jordi@sbfi.admin.ch, +41 58 462 21 43

bezweckt keinen Handlungszwang. Die inhaltliche Arbeit bleibt Sache der Verbundpartner beziehungsweise richtet sich nach den gesetzlichen Zuständigkeiten.

Weitere Informationen www.digitalinform.swiss Aktionsplan im Bereich Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren 2019–2020: www.sbfi.admin.ch/digitalisierung Richtlinie Projektfinanzierung: www.sbfi.admin.ch/projektfoerderungbb 9


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Neuer Leitfaden für Fachpersonen

Durch Anrechnung von Bildungsleistungen effizient zu einem Berufsabschluss Der vom SBFI neu herausgegebene Leitfaden «Anrechnung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung» soll dazu beitragen, dass die Prozesse zur Anrechnung von Bildungsleistungen schweizweit weiterentwickelt werden. Qualifizierungswillige Erwachsene sollen so möglichst effizient zu einem eidgenössischen Berufsattest oder eidgenössischen Fähigkeitszeugnis gelangen. Die Lancierung des Leitfadens ist eine Massnahme im Rahmen des Projekts «Berufsbildung 2030».

Die rechtlichen Grundlagen der Berufsbildung sehen die Anrechnung von bereits erbrachten Bildungsleistungen an eine berufliche Grundbildung vor. Das Ziel des Leitfadens ist es, die Kantone und die Trägerschaften der Berufsabschlüsse dazu zu ermutigen, die vorhandenen Spielräume des Berufsbildungsgesetzes zu nutzen. Instrument für Fachpersonen Der Leitfaden «Anrechnung von Bildungsleistungen in der beruflichen Grundbildung» beschreibt den Prozess zur Anrechnung von Bildungsleistungen und enthält Empfehlungen an die Kantone und an die Trägerschaften der Berufsabschlüsse. Er richtet sich an die bei der Anrechnung von Bildungsleistung involvierten Stellen wie Beratungsstellen, die Erwachsenen bei der Zusammenstellung der Qualifikationsnachweise behilflich sind, sowie an die für die Anrechnung von Bildungsleistungen zuständigen Stellen wie die kantonalen Dienststellen und Ämter für Berufsbildung, die Berufsfachschulen, die Lehrbetriebe und die Bildungsinstitutionen. Wichtige Adressaten sind auch die für die Erarbeitung der Empfehlungen zur Anrechnung von Bildungsleistungen zuständigen Trägerschaften, die Organisationen der Arbeitswelt. Verbundpartnerschaftliche Erarbeitung Der Leitfaden ergänzt das 2017 veröffentlichte Handbuch «Berufliche Grundbildung für Erwachsene». Er wurde unter der Federführung des SBFI in einer verbundpartnerschaftlich zusammengesetzten Arbeitsgruppe entwickelt. Von Mai bis Juli 2018 fand eine Anhörung statt, in deren Rahmen zahlreiche Stellungnahmen von Kantonen, Organisationen der Arbeitswelt und weiteren Interessierten eingingen. Der Leitfaden stiess auf breite Akzeptanz und wurde explizit begrüsst. Die in den Rückmeldungen eingebrachten Ergänzungs- und Änderungsvorschläge wurden soweit möglich übernommen.

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Kantone sind für Umsetzung zuständig Für die Umsetzung der Anrechnung in der beruflichen Grundbildung sind gemäss Berufsbildungsgesetz die Kantone zuständig. Um die Qualität der Anrechnungspraxis und die Abstützung in den Branchen sicherzustellen, können die Organisationen der Arbeitswelt als Träger der beruflichen Grundbildungen zuhanden der Kantone Empfehlungen ausarbeiten. Darin kann definiert werden, wie verschiedene nicht formalisierte Bildungen an die berufliche Grundbildung angerechnet werden sollen. Weitere Massnahmen geplant Das SBFI und die Schweizerische Berufsbildungsämter-Konferenz werden im Rahmen des Projekts «Berufsbildung 2030» verschiedene Massnahmen definieren, um die Umsetzung des Leitfadens zu befördern. Den Auftakt bildet eine Fachtagung mit kantonalen Akteuren im März 2019 in Bern.

Erfolgreiche Bildungsgeschichten auf der Kampagnen-Seite «Berufsbildungplus.ch» illustrieren, dass es sich sowohl für das Individuum als auch für Arbeitgebende lohnt, wenn Erwachsene einen Berufsabschluss erwerben. Bild: zVg

BERUFSABSCHLUSS FÜR ERWACHSENE MEHR KOMPETENZ. MEHR ERFOLG. MEHR PERSPEKTIVEN.


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Formen der Anrechnung In der beruflichen Grundbildung existieren vier Formen der Anrechnung von Bildungsleistungen.

Zulassung zur Bildung

Erwachsene sind zu einer beruflichen Grundbildung zugelassen, wenn sie den schulischen und praktischen Anforderungen genügen.

Bildung

Bereits erbrachte Bildungsleistungen werden an Bildungsgänge angerechnet. Sie führen zu Dispensationen oder einer Verkürzung der Dauer der Bildung.

Zulassung zu einem QV: Ausserhalb eines geregelten Bildungsganges

Erwachsene, die eine berufliche Grundbildung ausserhalb eines geregelten Bildungsganges erworben haben, sind zu einem Qualifikationsverfahren (QV) zugelassen.

Qualifikationsverfahren

Die Kantone rechnen bereits erworbene Bildungsleistungen an Qualifikationsverfahren an. Dies geschieht über eine Dispensation von schulischen Prüfungsteilen.

Prozess zur Anrechnung von Bildungsleistungen Die Anrechnung von Bildungsleistungen erfolgt auf Antrag der Erwachsenen. Die kantonalen Beratungsstellen unterstützen die Erwachsenen bei diesem Prozess. Die Begleitung erfolgt in vier Schritten.

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Inventar erstellen

Die kantonale Beratungsstelle unterstützt eine erwachsene Person beim Zusammenstellen ihrer relevanten persönlichen Unterlagen, damit eine Standortbestimmung vorgenommen werden kann.

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Standort bestimmen

In der Standortbestimmung analysiert die Person, begleitet von Fachpersonen, ihre Praxiserfahrung sowie ihre verschiedenen formalisierten (z.B. einen eidgenössischen Bildungsabschluss) und nicht formalisierten Bildungsleistungen (z.B. eine Kursbescheinigung). So werden diejenigen Bildungsleistungen identifiziert, die für die angestrebte berufliche Grundbildung relevant und eventuell anrechenbar sind.

Kontakt: Sabina Giger, SBFI Projektverantwortliche Ressort Berufsbildungspolitik sabina.giger@sbfi.admin.ch, +41 58 463 14 06

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Anrechnung beantragen

Die erwachsene Person beantragt bei den zuständigen Stellen eine Anrechnung. Die zuständigen Stellen können je nach Form der Anrechnung die Bildungsinstitution, die Berufsfachschule, der Kanton oder der Lehrbetrieb sein.

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Bildungsleistungen anrechnen

Die für den Entscheid zuständigen Stellen prüfen den Antrag und gewähren gegebenenfalls eine Anrechnung von Bildungsleistungen.

Weitere Informationen www.sbfi.admin.ch/leitfaden-anrechnung Informationen zum Thema «Berufsabschluss für Erwachsene»: www.berufsbildungplus.ch 11


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Weiterentwicklung des Informationsangebots

Wissen, was im SBFI geht Das SBFI hat sein Informationsangebot überarbeitet und digitaler ausgerichtet. Die wichtigsten Neuerungen: Seit Februar 2019 erscheint monatlich der elektronisch versandte Newsletter «SBFI Mail». Dieser fasst in kompakter Form die wichtigsten Informationen zusammen. Die bereits seit 2013 publizierten «SBFI News» wurden grafisch und inhaltlich überarbeitet und in der Internet-Darstellung optimiert. Ihr Erscheinungsrhythmus wird angepasst.

Newsletter «SBFI Mail» Das SBFI hat im Februar 2019 erstmals seinen elektronischen Newsletter «SBFI Mail» herausgegeben. Dieser erscheint monatlich in vier Sprachversionen und ergänzt das bestehende Informationsangebot. «SBFI Mail» bietet in Form von Kurzmeldungen einen kompakten Zugang zu Informationen aus dem SBFI. Auch kündigt er jeweils das Magazin «SBFI News» an. «SBFI Mail» abonnieren: www.sbfi.admin.ch/newsletter-d

Magazin «SBFI News» Die «SBFI News» geben einen vertieften Einblick in die Geschäfte und Aktivitäten des SBFI. Eine im Sommer 2018 durchgeführte Umfrage bei den Leserinnen und Lesern hat gezeigt, dass die «SBFI News» grundsätzlich gute Noten erhalten. Umfang, Aktualität, Themenmix und redaktionelle Qualität stossen auf ein positives Echo. Seitens der Leserschaft besteht das Interesse an sämtlichen BFI-Themen. Gewünscht werden jedoch mehr Hintergrundbeiträge und Artikel zu Querschnittthemen. Gut die Hälfte der Antwortenden möchte weiterhin eine gedruckte Ausgabe erhalten. Die «SBFI News» sind nun einerseits grafisch und inhaltlich neu ausgerichtet worden. Als Hintergrundmagazin sollen sie noch stärker als bisher Themen und Dossiers des SBFI vertieft beleuchten, Zusammenhänge aufzeigen und Entwicklungen darstellen. Andererseits erfolgten Optimierungen im elektronischen Bereich, beispielsweise sind nun alle Hauptbeiträge einzeln abgelegt, was einen direkteren Zugriff im Internet ermöglicht. Die «SBFI News» erscheinen neu zweimonatlich, weiterhin auch in gedruckter Form.

Weitere Informationsmöglichkeiten Internet Der Internet-Auftritt des SBFI umfasst rund 3500 Seiten und ist teilweise bis zu viersprachig. Optimierungen wie die neue Publikationsdatenbank bieten erleichterten Zugang zu Informationen. www.sbfi.admin.ch

 Medienmitteilungen Können über den Abonnementsdienst «News Service Bund» abonniert werden. www.news.admin.ch

Kontakt: Dani Duttweiler, SBFI stv. Leiter Kommunikation dani.duttweiler@sbfi.admin.ch, +41 58 462 45 60 12

Soziale Medien Das SBFI ist unter anderem auf Twitter, Youtube, ISSUU und Linkedin präsent: www.sbfi.admin.ch/so-me_d


ARBEITEN IM SBFI

Oliver Botta Wissenschaftlicher Berater Abteilung Raumfahrt oliver.botta@sbfi.admin.ch

Was ist Ihr Aufgabengebiet? Die Abteilung Raumfahrt des SBFI ist das Kompetenzzentrum für Raumfahrt innerhalb der Bundesverwaltung und setzt die schweizerische Weltraumpolitik um. Durch ihre Mitgliedschaft bei der europäischen Weltraumorganisation ESA kann sich die Schweiz an vielen Grossprojekten in der Raumfahrt beteiligen. Als Delegierter bei der ESA für die Themenbereiche Exploration und Trägerraketen vertrete ich die Interessen der Schweiz in den zuständigen Gremien. In diesen werden Forschungs- und Entwicklungsprogramme der ESA erarbeitet, entschieden und schliesslich bei der Umsetzung begleitet. Was gefällt Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders? Die Raumfahrt, für welche ich mich schon seit meiner Kindheit interessiere, hat sich in den letzten Jahren stark verändert, was alle Akteure (Raumfahrtagenturen, Industrie und Wissenschaft) vor neue Herausforderungen stellt. Dieses dynamische und komplexe Umfeld fordert mich täglich bei meiner Arbeit. Mir gefallen vor allem die internationale Zusammenarbeit, die wissenschaftlichen und technologischen Aspekte der Raumfahrt sowie die Arbeit in unserem Team. Welche Herausforderungen stehen in der nächsten Zeit an? Ende dieses Jahres findet eine ESA-Ratssitzung auf Ministerebene in Sevilla (Spanien) statt, bei welcher die Mitgliedsländer gemeinsam die Finanzierung neuer Programme entscheiden werden. Dies erfordert intensive Vorbereitungen sowohl in den ESA-Gremien wie auch auf nationaler Ebene. Des Weiteren stehen 2019 mit der 50-Jahr-Feier der ersten Mondlandung im Juli 1969 sowie dem Start der für die Schweiz bedeutsamen CHEOPS-Mission, einem Teleskop zur Beobachtung von Planeten ausserhalb unseres Sonnensystems, zwei weitere Höhepunkte an. Bild: Christophe Stolz, SBFI

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SBFI NEWS 1/19 l BFI-BOTSCHAFT

BFI-Botschaft 2021–2024

Etappenweiser Prozess im Gange Der Bundesrat legt den eidgenössischen Räten alle vier Jahre – abgestimmt auf die Legislaturplanung – eine Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation vor. Die Erarbeitung der nächsten BFI-Botschaft für die Jahre 2021–2024 ist unter der Federführung des WBF / SBFI in vollem Gange. Die wichtigsten Etappen im Überblick.

BFI-Botschaft 2021–2024 – Zeitplan 2018

2019

2020

Anliegen BFI-Partner / 1 Mehrjahresprogramme Ziele Legislaturplanung

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finanzielle «Eckwerte»-Legislatur (-> BFI-Volumen)

Inhaltliche Stossrichtung (des Bundesrats) Redaktion

3 BFI-Spitzentreffen

Botschaft (des Bundesrats an das Parlament)

Redaktion

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Februar 2020 5

Kickoff (intern) 1. Version (intern) Version Ämterkonsultation Version Mitbericht

Parlamentarische Beratung Sessionen Bundesratsentscheid

Kommissionen

Quelle: SBFI

BFI-Botschaft – Bilanz, Ziele und Massnahmen sowie Finanz- und Rechtsbeschlüsse Mit einer BFI-Botschaft zieht der Bundesrat Bilanz über die jeweils laufende Periode (aktuell 2017–2020) und legt die Ziele und Massnahmen der neuen Förderperiode (2021–2024) fest. Beantragt wird einerseits die grundlegende Finanzierung des BFI-Systems seitens des Bundes. Andererseits umfasst die BFI-Botschaft allfällige Gesetzesänderungen zur Optimierung der Rechtsgrundlagen. Die Finanzbeschlüsse beinhalten alle nationalen Massnahmen des Bundes in den Bereichen Berufsbildung, Hochschulen (ETH-Bereich, kantonale Universitäten und Fachhochschulen) und Weiterbildung sowie für die Forschungs- und Innovationsförderung. Im internationalen Bereich werden für jene Massnahmen Kredite beantragt, die nicht bereits durch völkerrechtliche Verträge oder durch gesonderte Anträge an das Parlament festgelegt sind. Die Mittelbegehren pro Förderbereich werden in separaten Finanzbeschlüssen formuliert. Die Finanzierung folgender Bereiche wird nicht mit der BFI-Botschaft beantragt: • Ressortforschung des Bundes, • Beteiligung an multilateralen Forschungsorganisationen und -infrastrukturen über Pflichtbeiträge, • europäische Rahmenprogramme für Forschung und Innovation («Horizon Europe») sowie für Bildung («Erasmus»).

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SBFI NEWS 1/19 l BFI-BOTSCHAFT

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Anliegen der BFI-Partner

Im Hochschulbereich und hinsichtlich der Forschungs- und Innovationsförderung besteht ein etablierter Prozess der Mehrjahresplanung. Dabei erstellen verschiedene Organisationen im Vorfeld der BFI-Botschaft ihre strategischen Planungen, welche einerseits inhaltliche Schwerpunktsetzungen und andererseits finanzielle Vorstellungen enthalten. In der Berufsbildung wird die strategische Weiterentwicklung im Rahmen der Verbundpartnerschaft verfolgt, beispielsweise mittels des Strategieprozesses «Berufsbildung 2030» oder des «Spitzentreffens Berufsbildung». Im Frühjahr 2019 plant das WBF, die wichtigsten Institutionen, welche im Kontext der BFI-Botschaft entweder eine Steuerungsverantwortung innehaben oder bedeutende Beitragsempfänger sind, zu einem Spitzentreffen einzuladen. Im Zentrum des Treffens stehen die Diskussion und der Konsens über Ziele, Massnahmen, Förderschwerpunkte und Prinzipien der Mittelverteilung.

3 Inhaltliche Stossrichtung Die Erstellung der BFI-Botschaft ist vollständig in den Prozess der Legislaturplanung integriert. Der Bundesrat legt für einzelne Politikbereiche inhaltliche Stossrichtungen fest; für die BFI-Botschaft 2021–2024 ist dies für das zweite Quartal 2019 geplant. Damit werden auf Stufe Bundesrat Ziele, Eckwerte und Mittelverteilung der BFI-Botschaft diskutiert, was die darauffolgende Redaktion der Botschaft sowie die spätere Verabschiedung durch den Bundesrat erleichtern wird.

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Redaktion

Zusätzliche Hinweise für die Ausgestaltung der BFI-Botschaft liefern zum Beispiel der «Bildungsbericht Schweiz», der Bericht «Forschung und Innovation in der Schweiz», die Schweizer Roadmap für Forschungsinfrastrukturen oder auch die Zwischenevaluation des ETH-Bereichs.

Die Redaktion der BFI-Botschaft erfolgt ab Frühsommer 2019 in mehreren Etappen. Sobald das WBF / SBFI einen intern bereinigten Entwurf erarbeitet hat, legt es diesen wie üblich im Rahmen einer Ämterkonsultation allen Verwaltungseinheiten des Bundes vor, die am Thema interessiert sind. Vor dem Entscheid des Bundesrates erfolgt das Mitberichtsverfahren, bei welchem etwaige Differenzen zwischen den Departementen so weit wie möglich bereinigt werden.

2 Finanzielle Eckwerte

5 BFI-Botschaft

Der Finanzrahmen für die BFI-Botschaft wird im Rahmen der Legislaturplanung und insbesondere der Legislaturfinanzplanung festgelegt. Voraussichtlich im Frühling 2019 bestimmt der Bundesrat die finanziellen Eckwerte für die BFI-Botschaft 2021–2024. Der BFI-Bereich zählt gemäss Legislaturplanung 2015–2019 zu den prioritären Politikbereichen des Bundesrates.

Vorgesehen ist, dass der Bundesrat im ersten Quartal 2020 die BFI-Botschaft 2021–2024 zuhanden des Parlaments verabschiedet.

Kontakt: Patrick Vock, SBFI Leiter Einheit Strategische Projekte patrick.vock@sbfi.admin.ch, Tel. +41 58 462 96 63

Die parlamentarischen Beratungen in den Kommissionen und Räten erfolgen im Jahr 2020. Geplant ist, dass das Parlament spätestens in der Wintersession über die mit der BFI-Botschaft 2021–2024 verbundenen Finanz- und Rechtsbeschlüsse abstimmt.

Weitere Informationen BFI-Botschaft 2017–2020: www.sbfi.admin.ch/bfi-17-20_d

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SBFI NEWS 1/19 l BILDUNGSZUSAMMENARBEIT

Internationale Anerkennung von Berufsqualifikationen

Schweizer Expertise für sechs Balkanländer An einem dreitägigen Treffen Ende 2018 unterstützten die Schweiz und Österreich sechs Balkanländer («West Balkan Six») bei der Aufnahme von Verhandlungen im Hinblick auf ein Abkommen über die Anerkennung von Berufsqualifikationen. Jedes dieser Länder strebt mittel- bis langfristig einen EU-Beitritt an, weshalb das auszuarbeitende System stark an die Regeln des EU-Rechts angelehnt sein sollte. Die Schweiz hat diese Regeln im Personenfreizügigkeitsabkommen übernommen. Was haben die Schweiz und die sechs Balkanländer Serbien, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Kosovo und Bosnien-Herzegowina gemeinsam? Sie sind von Mitgliedsländern der EU umgeben. Vielleicht hat dies den Regional Cooperation Council (RCC), der von der Schweiz im Rahmen ihrer Aussenpolitik unterstützt wird, dazu bewogen, das SBFI um seine Expertise anzufragen. Konkret sollte dieses den sechs Ländern dabei helfen, untereinander ein Abkommen über die Anerkennung von Berufsqualifikationen auszuhandeln.

«Schweizer Expertise hat hier eine anerkannte Rolle gespielt in Zusammenarbeit mit dem Regional Coordination Council. Das Ganze zum Nutzen unserer Partnerländer und der Stabilität in der Region.» Adrian Maître, Schweizer Botschafter in Albanien

Der RCC, der 2008 den Stabilitätspakt für Südosteuropa ablöste, soll die Zusammenarbeit und die Integration der südosteuropäischen Länder unterstützen und damit die Entwicklung dieser Region fördern. Serbien, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Kosovo und Bosnien-Herzegowina sind allesamt Anwärter oder potenzielle Anwärter auf eine EU-Mitgliedschaft. Sie haben sich entschieden, sich an den EU-Vorschriften zu orientieren und ein Diplomanerkennungsabkommen auszuarbeiten, das – wenn auch nur indirekt – dazu dient, einen künftigen Beitritt vorzubereiten. Komplexität des Systems Die komplexen europäischen Regeln zur Anerkennung von Berufsqualifikationen erfordern eine gewisse Expertise. Überdies hängt die konkrete Wirkung der Regeln, sobald diese in Kraft sind, von mehreren Faktoren ab. Entscheidend ist insbesondere, wie die einzelnen Länder bestimmte Berufe reglementieren: Eine flexible Reglementierung macht das Anerkennungsverfahren einfach, eine strikte hat den gegenteiligen Effekt. Ein Grossteil des Workshops war deshalb darauf ausgerichtet, die geltenden nationalen Reglementierungen für vom Abkommen abgedeckte Berufe (Ingenieur-, Architekten-, Arzt- und Zahnarztberuf) zu beschreiben. Das SBFI erläuterte die Funktionsweise des europäischen Systems, das es im Rahmen des Freizügigkeitsabkommens selber anwendet. Dabei wurden auch tatsächliche Auswirkungen mit konkreten Beispielen aufgezeigt. «Keep it technical» Die politischen Fragen blieben in den Debatten zwar nicht ganz aussen vor, die Vertreterinnen und Vertreter der sechs Balkanländer waren aber gemeinsam bestrebt, technische Lösungen zu erarbeiten und die Politik auszuklammern. Die Diskussionen waren von beacht16

Grün: die sechs Balkanländer Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien und Kosovo. Blau: die EU-Mitgliedsländer.


Diskussion in einem Workshop. Bilder: zVg

licher Qualität, und obschon es noch zahlreicher weiterer Treffen und Verhandlungen bedarf, sind die Parteien doch einen grossen Schritt weitergekommen. Sie verbesserten ihr gemeinsames Verständnis des Themas und identifizierten sowohl Punkte, die verhandelt werden müssen, als auch solche, bei denen sie sich einig sind. Stärkung der Schweiz auf internationaler Ebene Durch seinen Einsatz konnte sich das SBFI im internationalen Umfeld positionieren und seinen Position stärken. Die vom Bundesrat im Juli 2018 verabschiedete «Internationale Strategie der Schweiz im Bereich Bildung, Forschung und Innovation» sieht verschiedene Aktionen im Bereich der Anerkennung von Berufsqualifikationen vor. Das aktuelle

Vorgehen zielt zwar nicht darauf ab, ein Abkommen mit den sechs Balkanländern abzuschliessen. Dennoch dient es dazu, mittelfristig die Übereinstimmung der Anerkennungssysteme zu fördern, Beziehungen zwischen den zuständigen Behörden aufzubauen und das SBFI als kompetenten und verlässlichen Ansprechpartner in diesem Bereich zu positionieren. Die sechs Balkanländer haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt, insbesondere wollen sie die Verhandlungen bereits im Sommer 2019 abschliessen. Klar ist, dass der Austausch in diesem Prozess den regionalen Zusammenhalt stärkt, was sowohl im Interesse der Schweiz als auch ganz Europas ist.

Der Vertreter des SBFI, Frédéric Berthoud, beschreibt das europäische System der Anerkennung von Berufsqualifikationen.

Kontakt: Frédéric Berthoud, SBFI Leiter Ressort Internationale Bildungszusammenarbeit und Berufsqualifikationen frederic.berthoud@sbfi.admin.ch, +41 58 465 58 66

Weitere Informationen Anerkennung ausländischer Diplome www.sbfi.admin.ch/diploma

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Im von Le Corbusier entworfenen Schweizer Pavillon findet sich auch 18ein Wandgemälde von ihm. Bild: ŠFLC/ADAGP, Paris 2006


SBFI NEWS 1/19 l HOCHSCHULEN

Fondation suisse in Paris

Renovation des Pavillon Le Corbusier abgeschlossen Im Süden von Paris erstreckt sich ein Campus für Studierende, Forschende sowie Kunstschaffende aus der ganzen Welt – die Cité internationale universitaire de Paris (CIUP). Auf diesem Campus befindet sich auch der Schweizer Pavillon, ein von Le Corbusier entworfener Bau der Moderne. 2018 ist dieses denkmalgeschützte Gebäude einer grösseren Renovation unterzogen worden.

Die Schrecken des Ersten Weltkriegs mahnten in den 1920er-Jahren zur Friedensförderung. In diesem Geiste entstand als Pionierprojekt der Völkerverständigung in Paris die Cité internationale universitaire. Ein Campus, der sich über 34 Hektaren erstreckt und Häuser verschiedener Länder beherbergt. Neuartiger Pavillon von Le Corbusier Bereits 1924 beschliesst die Schweiz, ein Wohnheim in der Cité universitaire zu errichten. Die treibende Kraft dahinter ist Rudolf Fueter, Mathematikprofessor und späterer Rektor der Universität Zürich. Er ist bestens vernetzt in der Schweizer Politik und befreundet mit dem Architekten Le Corbusier. Dieser willigt ein, gemeinsam mit seinem Cousin Pierre Jeanneret das Schweizer Haus zu bauen. Die Einweihung erfolgt 1933. Es handelt sich in der Cité universitaire um das erste Gebäude im modernistischen Stil, das nicht die architektonische Identität eines Landes betont. Das Resultat wurde in der Schweiz denn auch mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Ein Chalet hätte wohl eher dem Selbstbild der Schweiz entsprochen. Die Fondation suisse ist eines der ersten Werke Le Corbusiers, in dem er das Charakteristische seiner Architektur umsetzt. Seit 1986 ist das Gebäude denkmalgeschützt. Mitunterstützung durch das SBFI Die Fondation suisse hat heute den Status einer Stiftung nach französischem Recht mit einem schweizerisch-französischen Stiftungsrat. Präsident der Stiftung ist jeweils der Schweizer Botschafter in Paris – seit September 2018 ist dies Botschafterin Livia Leu Agosti. Die Fondation suisse erhält jährlich eine Subvention des SBFI. Diese deckt einerseits die Funktionskosten, was tiefe Zimmerpreise ermöglicht. Andererseits dient die Subvention des SBFI für Unterhaltsarbeiten am Gebäude. Die Fondation suisse ist in erster Linie ein Wohnheim für Studierende und umfasst 45 Zimmer, die mehrheitlich auf drei Stockwerke verteilt sind. Zwei Zimmer werden direktfinanziert durch die Universität Zürich und den Kanton Wallis (Künstlerstipendium), welche die Zimmer nach den Kriterien der CIUP selbst vergeben. Die Bewerbungen für die 43 verbleibenden Zimmer werden von einer Auswahlkommission geprüft. Diese wird im Auftrag des SBFI von swissuniversities geleitet und setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Hochschultypen sowie einem

Vertreter des Vereins der Schweizer Studierendenschaften VSS und der Direktorin der Fondation suisse, Monica Corrado, zusammen. Rund 20 Nationalitäten unter einem Dach Das Schweizer Kontingent der Cité internationale universitaire de Paris umfasst jährlich zwischen 50 bis 60 Personen. Gemäss dem Reglement der CIUP müssen mindestens 30 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner eines Länderhauses eine andere Nationalität als jene des Hauses haben. Die Häuser tauschen deshalb die aufgenommenen Kandidatinnen und Kandidaten untereinander aus. Die Fondation suisse hat 17 solcher Austauschabkommen und beherbergt somit mindestens 18 Nationalitäten – so wohnen etwa Studierende aus Dänemark, Brasilien, Indien, Deutschland, Tunesien, den USA oder Italien in der Fondation suisse.

Die Cité internationale universitaire in Paris Die Cité internationale universitaire in Paris (CIUP) ist ein Ensemble von 40 Wohnheimen für Studierende, Forschende, Kunstschaffende und Sportlerinnen und Sportler. Sie liegt in einem Park im Süden von Paris. Die Initiative zu ihrer Gründung geht auf den damaligen französischen Bildungsminister André Honnorat zurück, der aufgrund der Erfahrungen des Ersten Weltkriegs zur Völkerverständigung beitragen sowie den kulturellen Austausch und die Toleranz unter jungen Menschen unterschiedlicher Länder fördern wollte. Dank der finanziellen Unterstützung des Industriellen Emile Deutsch de la Meurthe und der Schenkung des Terrains konnte 1925 das erste Haus eingeweiht werden. Bis 1938 folgten 18 weitere Häuser, darunter 1933 dasjenige der Schweiz. In einer zweiten Bauphase wurden zwischen 1952 und 1969 17 Häuser erstellt. Mit ihren mehr als 6000 Betten und dem Personal der Wohnheime hat die Cité universitaire die Dimensionen einer Kleinstadt angenommen, wobei deren Bewohnerinnen und Bewohner eher von einer Welt im Miniaturformat sprechen. Der Schweizer Pavillon ist beispielsweise umgeben von den Häusern Norwegens, Dänemarks und Schwedens und liegt nur einige Schritte entfernt von den Gebäuden Portugals, Brasiliens, Indiens und Japans. Die dritte Bauphase begann 2014 und wird voraussichtlich 2025 mit der Eröffnung von acht weiteren Häusern beschlossen.

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SBFI NEWS 1/19 l HOCHSCHULEN

Schweizer Kontingent 2018/2019 der Cité internationale universitaire de Paris – Anzahl Studierende Postdoktorat: 1 Doktorat: 3

Master: 16 (2. Jahr)

Quelle: Fondation suisse

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Bachelorstufe: 2 (3. Jahr)

Master: 34 (1. Jahr)

5000 Besucherinnen und Besucher In zweiter Linie ist das Haus ein architektonisches Denkmal: Öffentlich zugänglich sind der Eingangsbereich mit dem «Salon courbe» (und dem Wandgemälde von Le Corbusier) sowie die restaurierte «Chambre témoin» im ersten Stock mit dem Mobiliar der Anfangszeit. Die Fondation suisse zählt jedes Jahr gegen 5000 Besucherinnen und Besucher. Einen dritten Schwerpunkt bildet das Kulturprogramm des Hauses. Die Fondation suisse organisiert jährlich etwa 30 öffentliche Veranstaltungen: Filmzyklen, Konzerte, Ausstellungen und Vorträge. Die Mehrheit der Veranstaltungen hat einen Bezug zur Schweiz. Neben dem eigenen Kulturprogramm organisiert die Fondation suisse ausserdem gemeinsame Aktivitäten mit anderen Häusern: Université de la paix, Jazz à la Cité, AnimaCité etc.


«Eine Küche von 6 m² für 15 Personen war nicht mehr zeitgemäss» Monica Corrado ist Direktorin der Fondation suisse. Aus ihrer Sicht hat sich die acht Monate dauernde Renovation gelohnt. Das Gebäude verfügt nun über moderne Küchen und Bäder. Der Umbau wurde unter anderem möglich dank finanzieller Unterstützung von privater Seite.

Weshalb hat die Stiftung diese Renovation in Angriff genommen? Monica Corrado: Bei meiner Ankunft im Jahr 2015 habe ich die alten Stiftungsratsprotokolle durchgelesen und bin immer wieder auf dieselben Kritikpunkte der Bewohnerinnen und Bewohner gestossen: Es fehlt ein Gemeinschaftsraum, die Küchen sind zu klein, eine Toilette im Zimmer wäre angenehm. Der «Salon courbe», der einzige Gemeinschaftsraum des Hauses, ist gleichzeitig ein öffentlicher Raum, der täglich bis 17 Uhr von externen Personen besucht werden kann. Das denkmalgeschützte Wandgemälde sowie das Mobiliar schränken dessen Nutzung zusätzlich ein. Und oft wird der Salon abends für das Kulturprogramm beansprucht. Die Küchen massen vor dem Umbau etwa 6 m2 – und waren für 15 Personen gedacht! Ist das die erste Renovation seit 1933? Meine Vorgängerinnen haben zahlreiche Renovationen durchgeführt. Das Haus ist ziemlich arbeitsintensiv im Unterhalt, aber eben auch ein architektonisches Meisterwerk, das es zu erhalten gilt. Eine so umfassende Renovation wie 2018 durchzuführen, die eine komplette Schliessung des Hauses nötig macht – die Bauarbeiten haben acht Monate gedauert –, ist immer auch eine finanzielle Herausforderung. Denn die Mittel für den Unterhalt sind begrenzt. Wir hatten das Glück, über die Jahre etwas Geld zur Seite gelegt zu haben. Ausserdem haben die Ernst Göhner Stiftung und das Unternehmen Rolex das Projekt finanziell unterstützt.

Was wurde 2018 renoviert? Die Priorität lag auf den Zimmern und Küchen. Jedes Zimmer besass bereits eine kleine Nasszelle mit Lavabo und Dusche, die durch ein Regal- und Schranksystem vom Wohnraum getrennt war. In diesen Raum haben wir eine Toilette integriert, gleichzeitig aber auch die Dusche und das Lavabo erneuert und das Ganze mit einer Kombination von Schiebetür aus Holz und Aufbau aus Glas abgeschlossen. Daneben haben wir das Volumen der Küchen mehr als verdoppeln können. Ausserdem haben wir die komplette Schliessung des Hauses dazu genutzt, die Abwasserrohre zu sanieren und die Kabel neu zu legen. Wie haben die Bewohnerinnen und Bewohner auf die Renovation reagiert? Die Rückmeldungen sind einhellig positiv. Die Bewohnerinnen und Bewohner schätzen nicht nur die privaten Bäder, sondern vor allem auch die nun grösseren Küchen als geeigneteren Ort für den internationalen und interdisziplinären Austausch. Die Bestätigung dafür, dass wir mit dieser Renovation den richtigen Weg eingeschlagen haben, liefern uns unter anderem die beiden Bewohnerinnen, die bereits einmal im Haus gelebt haben und die folglich das Vorher und Nachher kennen. Bewerbung für 2019–2020 Wer die einmalige Atmosphäre der Cité universitaire erleben möchte, kann sich für das akademische Jahr 2019–2020 bewerben. Die Bewerbungsfrist ist der 3. Juni 2019. Weitere Informationen: www.fondationsuisse.fr/lieu-de-vie/admissions-et-tarifs/procedure-de-candidature/.

Kontakt: Monica Corrado, Direktorin Fondation suisse contact@fondationsuisse.fr, Tél. +33 1 44 16 10 10

Weitere Informationen www.fondationsuisse.fr

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SBFI NEWS 1/19 l FAKTEN UND ZAHLEN

ZAHLEN UND FAKTEN

Die Schweizer Forschung und Innovation im internationalen Vergleich Das SBFI hat Ende 2018 aktualisierte Indikatoren zur Leistungsfähigkeit der Schweizer Forschung und Innovation im internationalen Vergleich publiziert. Der Bericht versteht sich als Nachschlagewerk und Diskussionsgrundlage.

Forschungs- und Entwicklungs-Aufwendungen der Abbildung B 4.3: F&E-Aufwendungen der Schweizer Schweizer Unternehmen nach Unternehmensgrösse, Unternehmen nach Unternehmensgrösse, in Mio. CHF in Mio. CHF zu laufenden Preisen (Abbildung B 4.3) zu laufenden Preisen

Partnerwahl für Wissens- und Technologietransfer in der Schweiz (Abbildung B 9.3)

16 000 14 000 12 000 10 000 8000 6000 4000 2000 0 1996

2000

2004

2008

2012

2015

Von den Unternehmen, die im Wissensaustausch aktiv sind, nannten 70% im Zeitraum 2008−2010 eine Institution (oder mehrere) des ETH-Bereichs als Partner. Knapp dahinter folgten die Fachhochschulen (69%), während die kantonalen Universitäten deutlich weniger oft erwähnt wurden (43%). Dieser tiefere Wert erklärt sich aus der Tatsache, dass es an den Universitäten wenige sehr anwendungsnahe Forschungsrichtungen in den technischen Bereichen gibt.

Weniger als 50 Beschäftigte 50 – 99 Beschäftigte Mehr als 100 Beschäftigte Quelle: BFS

Der grösste Teil der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der Schweiz erfolgt in den grossen Unternehmen. Grund dafür sind die hohen Kosten gewisser Forschungsinfrastrukturen.

Die Schweiz zählt im Bereich Forschung und Innovation weltweit weiterhin zu den bestplatzierten Ländern.

IN KÜRZE

Die gute Position der Schweiz bestätigt sich auch im internationalen Regionenvergleich. Hier ist das Ergebnis jedoch weniger deutlich als im Ländervergleich. Verbesserungspotenzial besteht beispielsweise beim Wissensund Technologietransfer zwischen kleinen Unternehmen und Hochschulen sowie bei den Innovationsaktivitäten von kleinen Unternehmen.

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SBFI NEWS 1/19 l FAKTEN UND ZAHLEN

Anteil der internationalen der GesamtAbbildung B 7.5: Anteil derPartnerschaften internationalen an Partnerzahl der gemeinsam erarbeiteten Publikationen, schaften an der Gesamtzahl der gemeinsam erarbeiteten Zeitraum 2011–2015 (Abbildung B 7.5) Publikationen, Zeitraum 2011–2015 0

0.1

0.2

0.3

0.4

0.5

0.6

Schweiz

0.7

0.8

0.9

Österreich

Schweden

UK

 Bericht «Forschung und Innovation in der Schweiz»

Deutschland

Italien

Finnland

Dänemark

Niederlande

 

Frankreich Japan

USA

Korea China

Die Schweizer Forschung und Innovation im internationalen Vergleich – Aktualisierte Indikatoren 2018

Der vom SBFI herausgegebene Bericht «Forschung und Innovation in der Schweiz» ist erstmals 2016 erschienen. Die neue Gesamtausgabe wird 2020 publiziert. Um zwischenzeitlich über möglichst aktuelle Zahlen zu verfügen, ist der lndikatorenteil des Berichtes (Teil B – Die Schweizer Forschung und Innovation im internationalen Vergleich) Ende 2018 aktualisiert worden.

0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90%

 Mittelwert 2006–2010 Quelle: SBFI

Der Anteil der Publikationen, die von Forschenden aus verschiedenen Ländern erarbeitet werden, ist ein Indikator für die Vernetzung oder den gegenseitigen Austausch von Wissen. Im Zeitraum 2011−2015 beträgt der Anteil der Publikationen, die auf internationalen Partnerschaften beruhten, in der Schweiz 84%. Dies bedeutet im internationalen Vergleich Rang 1.

3. Platz

Die Schweiz liegt mit 310 Patentanmeldungen pro Mio. Einwohnerinnen und Einwohner nach Japan und Schweden an dritter Stelle. Bei dieser hervorragenden Position der Schweiz ist jedoch zu berücksichtigen, dass viele in der Forschung- und Entwicklung tätige multinationale Konzerne ihren Hauptsitz in der Schweiz haben, von dem aus sie ihre Patentanmeldungen einreichen.

Weitere Informationen Die Schweizer Forschung und Innovation im internationalen Vergleich – aktualisierte Indikatoren 2018: www.sbfi.admin.ch/f-i_bericht_int_vergleich 23


BFI-BILD

1969 wurde die École polytechnique de l’Université de Lausanne (EPUL) von der Universität Lausanne getrennt und zu einer eidgenössischen Institution unter dem heutigen Namen École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL). Zusammen mit der ETH Zürich ist die EPFL Teil des ETH-Bereichs und wird direkt vom Bund geführt. Sie zählt heute weltweit zu den renommiertesten technischnaturwissenschaftlichen Hochschulen. Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums führt die EPFL 2019 verschiedene Veranstaltungen durch. Bild: EPFL, Alain Herzog Weitere Informationen: https://celebration.epfl.ch 24

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