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Wie war das Jahr 2006?

Jahresbericht SAXONIA Standortentwicklungs-und-verwaltungsgesellschaft mbH


Intro

Seite 2

Finanzen

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Standortentwicklung/Immobilien

Seite 14

Altlastenprojekt

Seite 19

Projekt Erdstoffverwertung

Seite 20

Projekt Brachflächenmanagement

Seite 21

Projekt Brachflächenmanagement Erzgebirge

Seite 22

Projekt NSM -Kleines Dreieck

Seite 24

Projekt Regionalentwicklung Nordungarn

Seite 27

EU-Projekt CHANCE

Seite 30

Projekt Geothermie Halsbrücke

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Montanregion Erzgebirge

Seite 34

Projekt Transportaufkommen

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SIDAF Veranstaltungsmanagement

Seite 38

Deutsches Brennstoffinstitut

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Öffentlichkeitsarbeit/Sponsoring

Seite 44


Intro Das Jahr 2006 war ein besonderes für die SAXONIA Standortentwicklungsund -verwaltungsgesellschaft mbH. Der Kultur des Hauses, kontinuierlich in die Zukunft zu investieren und vorausschauend zu handeln, haben wir mit dem Erwerb der Deutsches Brennstoffinstitut VermögensverwaltungsGmbH, Freiberg, in nachdrücklicher Weise entsprochen. So hatten am 28. Juni 2006 der Kreistag des Landkreises, der Stadtrat am 06. Juli 2006, der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung am 11. Dezember 2006 dem Erwerb der DBI Vermögensverwaltungsgesellschaft-mbH als 100 %iges Tochterunternehmen der SAXONIA GmbH zugestimmt. Maßgeblich war die im Vorfeld durchgeführte Due Diligence und das vom Gutachterausschuss des Landkreises erstellte Verkehrswertgutachten. Der Vertrag über Kauf und Abtretung von Geschäftsanteilen wurde am 19. Dezember 2006 notariell vollzogen. Neben dem Erwerb des DBI veräußerte die SAXONIA GmbH mit notariellem Vertrag vom 20. Dezember 2006 das Verwaltungsgebäude/Mehrzweckgebäude und die Zentralfläche des Saxonia-Areals an die Deutsche Solar AG. Mit diesem Verkauf sind alle bebaubaren Flächen, mit Ausnahme der nicht bebaubaren Haldenflächen, auf dem Industriegebiet veräußert.

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Die Liquidität der Gesellschaft war während des gesamten Geschäftsjahres nicht gefährdet und die Vermögens- und Finanzlage stets geordnet. Das Anlagevermögen der Gesellschaft ist vollständig durch Kapital gedeckt. Demnach beweist sich, dass der begonnene Stabilisierungs- und Konsolidierungsprozess auch Wirkung zeigt. Unter Berücksichtigung der Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation wurde der Geschäftsverlauf des Jahres 2006 als gut beurteilt.

Im organisatorischen Bereich haben Kreistag, Stadtrat, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Änderung des Gesellschaftsvertrages der SAXONIA zugestimmt. Die vorhandene Organisationsstruktur hat sich weiterhin bewährt. Die Spezialisierung auf bestimmte Themenfelder war in den letzten Jahren der Schlüssel zum Erfolg. Laufende Projekte wurden zielgerichtet und zeitnah in den Projektteams bearbeitet. Eines der wesentlichen Kerngeschäfte ist das vom Freistaat Sachsen geförderte Altlastenprojekt SAXONIA. Im Jahr 2006 wurden die Arbeiten im Altlastenprojekt u. a. durch folgende Maßnahmen bestimmt: •Planung und Sanierung Schlackenhalde „Hohe Esse“ Halsbrücke •Bauleistungen und Überwachungen Haldenkomplex Südseite •Sanierungsplanung Hüttenhof Muldenhütten •Wassermonitoring Das andere Kerngeschäft ist nach wie vor die Erdstoffannahme und das dazugehörende Erdstoffmanagement. Mit dem Erwerb der Flächen der „Alten Zinnhütte“ und der Genehmigung zum Verbringen von Erdstoffen wird das Geschäftsfeld „Erdstoffannahme“ erfolgreich fortgeführt. Die Aktivitäten im Immobilienbereich wurden weitergeführt. Der von SAXONIA neu aufgearbeitete und vom Landratsamt Freiberg genehmigte Bebauungsplan für den „Gewerbe- und Industriestandort an der B 101“ in Siebenlehn ist Grundvoraussetzung für die Fortsetzung der Vermarktung. Der Geschäftsbesorgungsvertrag „Eherne Schlange“ mit den Freiberger Verkehrsbetrieben hat mit dem Thema „Altlasten“ seinen Abschluss gefunden; lediglich die Begleitung der Aufgabe „Abrissmaßnahme“ wird fortgesetzt.


Im Rahmen der Wirtschaftsförderung sind folgende Aktivitäten durchgeführt worden: • Fortsetzung des Schlüsselprojektes „Montanregion Erzgebirge/UNESCO Weltkulturerbe“ • Weiterführung des Brachflächenmanagements für das Regionalmanagement Erzgebirge • Finanzierung des AGENDA-21-Prozesses im Hinblick auf Initiierung von Projekten sowohl für den Landkreis als auch die Stadt Freiberg • Geothermieprojekt „Halsbrücke“ auf SAXONIA-eigenen Flächen • Interreg III a – Projekt zur Touristischen Erschließung des Erzgebirges • Abschluss der Projektstudie „Netzwerk Sächsisch-Ungarische Unterneh- menskooperation“ • Untersuchung zum Transportaufkommen der Freiberger Wirtschaft 2006 – 2010 im Zuge des Baues der Umgehungsstraße • Durchführung von SIDAF-Veranstaltungen und Kolloquien u. a. Kreislauf wirtschaftstag, Freiberger Wirtschaftstag, Abfallkolloquium, Freiberger Solartage • Abschluss des Teilprojektes zur Entwicklung thermischer Spritzbeschichtungen und Spritzverfahren zur Begrenzung der Hochtemperatur-Korrosion. Wir werden auch 2007 alle Anstrengungen unternehmen, unsere Tätigkeiten im Rahmen des Unternehmensgegenstandes und des Erwerbs der DBI Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH auszudehnen und kontinuierlich fortzusetzen. Mit der Geschäftsanteilsübernahme ergeben sich automatisch

Synergien, die das Geschäftsfeld Immobilienmanagement sowie die Standortentwicklung positiv beeinflussen werden. Nach wie vor ist erklärtes Ziel der Geschäftsführung, die Stellung der SAXONIA als Dienstleister auszubauen.

Schwerpunkte des Unternehmens bilden 2007: • Fortsetzung der Maßnahmen im Rahmen des Altlastenprojektes SAXONIA entsprechend dem mit der Projektgruppe abgestimmten Maßnahmen- und Finanzierungsplan • Projekt „Alte Zinnhütte“ • Projekt „Davidschacht und Hammerberg“ • Akquisition von Unternehmen zur Ansiedlung in der Wirtschaftsregion Freiberg und deren Betreuung während der Ansiedlungsphase • Projektentwicklung von Industriebrachen (u. a. Kühlerbau, etc.) • Aufbau eines Liegenschafts- und Immobilienmanagements u. a. für ein kommunales Facilitiy Management sowie Energiecontracting • Projektmanagement im Rahmen des Regionalmanagements Erzgebirge für UNESCO-Weltkulturerbe-Projekt • Durchführung von Projekten im Zuge der EU-Osterweiterung gemeinsam mit den Partnern des Landkreises und der Universitätsstadt Freiberg (u. a. CHANCE, Siedlungsmanagement Zittau) • Ingenieurdienstleistungen im Zusammenhang mit dem Know-how der Altlastenbearbeitung (z. B. Deponiesanierung, Hochwasserschutz).

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Intro

Dafür werden künftig auch weiterhin folgende strategische Ziele verfolgt: • Erweiterung und Aufbau neuer Geschäftsfelder, insbesondere im Bereich Consulting sowie Immobilienmanagement • Entwicklung und Weiterbearbeitung von Problemlösungen als Dienstleister sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten Bereich • Erhöhung der nationalen wie internationalen Akzeptanz, speziell auf dem Gebiet des Liegenschaftsrecyclings und des Brachflächenmanagements unter Einbeziehung einer optimalen Geoinformationslösung.

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Hauptziel der Unternehmenspolitik der Geschäftsführung für die langfristig positive Unternehmensentwicklung bleibt nach wie vor die Expansion vor allem auf dem Gebiet der Standortentwicklung, des Liegenschaftsrecyclings, des Liegenschafts- und Immobilienmanagements.

Ein neu aufzubauender Schwerpunkt wird künftig das Facility Management bilden, vor allem im Hinblick auf den Erwerb der Geschäftsanteile der DBI Vermögensverwaltungs-GmbH.


Organe Der Ausbau der Aufgaben im Bereich der Wirtschaftsförderung wird zudem ein weiteres Standbein der SAXONIA bilden. Die Gesellschaft wird sich auch den neuen Gegebenheiten der EU anpassen müssen und dies im Rahmen neuer Geschäftsfelder tun.

Die Behauptung des Unternehmens SAXONIA auf dem Markt als Dienstleister erfordert die Umsetzung einer neuen Organisationsstruktur, damit das Unternehmen für einen Qualitätswettbewerb mit neuen Herausforderungen gerüstet ist. Fokussierung auf Branchen und fachliche Spezialisierung einerseits, Verlässlichkeit und Integrität andererseits, sind gerade in dieser Zeit wichtige Attribute für unsere Gesellschaft. Deshalb blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft.

Gesellschafter

Ohne das Engagement von Gesellschaftern, Aufsichtsgremien, Mitarbeitern sowie Genehmigungsbehörden wäre die positive Bilanz des zurückliegenden Geschäftsjahres 2006 nicht möglich. Zusammen haben wir die Basis geschaffen, das Unternehmen SAXONIA langfristig und nachhaltig in der Region aufzustellen. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten und wünsche uns gemeinsam Erfolg bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben und interessanten Herausforderungen, die vor uns liegen.

Herr Dipl.-Verwaltungswirt Volker Uhlig Landrat des Landkreises Freiberg Vorsitzender

Landkreis Freiberg vertreten durch Landrat Herr Dipl.-Verwaltungswirt Volker Uhlig Universitätsstadt Freiberg vertreten durch Oberbürgermeisterin Frau Dr. Uta Rensch Aufsichtsrat

Frau Dr. Uta Rensch Oberbürgermeisterin der Stadt Freiberg Stellvertretende Vorsitzende Frau Ass. jur. Christine Putzler 1. Kreisbeigeordnete des Landkreises Freiberg Herr Ing. Jörg Kiehne Bürgermeister der Gemeinde Halsbrücke Herr Dr.-Ing. Arnd Böttcher Bürgermeister für Finanzen der Stadt Freiberg

Erich Fritz Geschäftsführer

Herr Dipl.-Ing. oec. Dieter Brautzsch Mitglied des Stadtrates Freiberg Geschäftsleitung Herr Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Erich Fritz alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer

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Ertrags Finanzen

lage Im Vergleich zum Vorjahr musste ein Umsatzrückgang (Gj. TEUR 813, Vj. TEUR 1.087) verzeichnet werden, der im Wesentlichen auf der verringerten Erdstoffannahme wegen der schlechten Wetterlage zu Beginn des Geschäftsjahres beruht. Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten als größte Position die Erträge aus dem Altlastenprojekt in Form von Erstattungen in Höhe von 90 % der angefallenen Kosten der Sanierungsleistungen (Gj. TEUR 324, Vj. TEUR 1.177). Die Tätigkeit im Rahmen des Altlastenprojektes umfasste hauptsächlich Bauleistungen und Überwachungen auf der Südseite des Haldenkomplexes der Hütte Freiberg sowie Planungs- und Bauleistungen für die Schlackenhalde „Hohe Esse“ Halsbrücke.

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Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen fallen im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2005 um TEUR 985 niedriger aus, was sich im Wesentlichen mit den niedrigeren Aufwendungen aus dem Altlastenprojekt sowie den im Wirtschaftsjahr 2006 nicht vorgenommenen Rückstellungen für Nachsorgeaufwendungen für das Altlastenprojekt begründen lässt. Es erfolgte eine Steigerung der Zinserträge. Erzielt wurde ein positives Jahresergebnis von TEUR 47 (Vj. TEUR 66).


2006 TEUR

2005 TEUR

Wachstum TEUR

577

811

-234

Planungs- und Ingenieurleistungen

98

100

-2

Vermietung und Verpachtung

78

83

-5

ErlĂśse SIDAF

59

92

-33

Sonstige

1

1

0

Dienstleistungen (hauptsächlich Erdstoffannahmen)

813

1.087

-274

Gewinn- und Verlustrechnung 1. Januar bis 31. Dezember 2006

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Finanzen

Vermรถgens

lage

Umsatzentwicklung 1.000 900 800 700 600 500 400 300 200 100 0

2002

2003

2004

2005

2006

Betriebsergebnis 0 -200 -400 -600 -800 -1.000

2002

2003

2004

2005

2006

Jahresergebnis 200 100 0 -100 -200

8 Angaben in TEUR

2002

2003

2004

2005

2006


Die Bilanzsumme hat sich um TEUR 53 (0,4 %) erhöht und resultiert hauptsächlich aus Anlagenzugängen in Höhe von TEUR 220, der Zunahme von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 20 sowie der Erhöhung der sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von TEUR 28, was mit einem Mittelabfluss von TEUR 214 im Geschäftsjahr einherging. Die Zugänge zu Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken in Höhe von insgesamt TEUR 182 betreffen zwei Grundstücke für das Projekt „Alte Zinnhütte“, mit welchem die Erdstoffannahme weitergeführt wird. Dazu wurden auch unter den Anlagen im Bau die für Planungsund Erschließungsarbeiten angefallenen Aufwendungen in Höhe von TEUR 35 aktiviert.

In Höhe von TEUR 17 wurden Aufwendungen aus dem Erwerb eines zukünftig verbundenen Unternehmens aktiviert, die den mit Wirkung vom 1. Januar 2007 vollzogenen Kauf der Geschäftsanteile in Höhe von 100 % an der Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH betreffen. Das Eigenkapital wurde durch den Gewinnvortrag von TEUR 66 gestärkt. Die Rückstellungen beinhalten als größte Positionen Rückstellungen für Umweltsanierungen, für Abrisskosten, für Schadstoffe, für unterlassene Instandhaltungen, für Instandshaltungsund Sanierungsaufwendungen und Nachsorgeverpflichtungen. Das Stammkapital von TEUR 250 halten zu je 50 % der Landkreis Freiberg und die Stadt Freiberg.

Bilanzsumme 2.000 1.500 1.000 500 0

2002

2003

2004

2005

2006

9 Angaben in TEUR


Finanzen

Aktiva Bilanz zum 31. Dezember 2006

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Passiva

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Finanzen

Sonstige Angaben Die Gesellschaft beschäftigte durchschnittlich folgende Anzahl an Mitarbeitern getrennt nach Gruppen:

2006 Personen

Männer

2005 Personen

9

9

Frauen 5 14

5 14

25 Beschäftigte

23

Azubi

22

20

20 19 18 17

15

16 15

15

15 14

14

10 9

6

6

5

5

5

2

0

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

Chancen und Risiken Die Gesellschaft wird weiterhin alle Anstrengungen unternehmen, ihre Tätigkeiten im Rahmen des Unternehmensgegenstandes unter den schwierigen gesamtwirtschaftlichen Verhältnissen auszudehnen. Dabei werden die Instrumente des Risikomanagements zur frühzeitigen Erkennung von potenziellen Risiken für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingesetzt, um rechtzeitig Handlungsalternativen entwickeln zu können.

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SAXONIA Prüfungsbericht Jahresabschluss zum 31.12.2006 und Lagebericht Bestätigungsvermerk Den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk haben wir wie folgt erteilt: „Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers An die SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH, Freiberg: Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH, Freiberg, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2006 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags liegen in der Verantwortung der Geschäftsführung der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der Geschäftsführung sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und den ergänzenden Bestimmungen des Gesellschaftsvertrags und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.“

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Aktivitäten

2006 Standortentwicklung Immobilien

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Die Aufgaben der Standortentwicklung umfassen die Vermarktung von Gewerbeflächen mit den dazugehörigen Verhandlungen zum Verkauf sowie den Kauf und die Kommunalisierung von Grundstücken und die Abwicklung dieser Verträge. Des Weiteren sind die Vermietung von Grundstücken, die Kontrolle der Grundstücke sowie der fachgerechte Umgang mit dinglichen Rechten ständiger Bestandteil der Aufgaben. Dazu kommen Recherchen über Grundstücke, um auf Basis dieser Informationen Entwicklungskonzepte zu erarbeiten und der Geschäftsführung strategische Entscheidungshilfen zu geben.

2006 wurden insgesamt vier Verkäufe mit einer Fläche von ca. 42.000 m² und einem Erlös von ca. 1.054 TEUR abgeschlossen. Alle Verkäufe betrafen Grundstücke des Saxonia-Areals. Damit ist dieses Gewerbe- und Industriegebiet annähernd zu 100 % vermarktet. Der wichtigste Verkauf betraf die Zentralfläche und das derzeitige Verwaltungsgebäude der SAXONIA. Zur Vermarktung der verbliebenen Restfläche laufen derzeit Verkaufsaktivitäten. Im Bestand der SAXONIA verbleiben die Halden und die Anschlussbahn.


Choren Industries

Solar Matarials

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Standortentwicklung Immobilien Im Berichtsjahr waren weiterhin Aktivitäten zur Kommunalisierung von Grundstücken notwendig. So wurde die im dritten Bauabschnitt auf dem Saxonia-Areal gebaute Straße (GustavJulius-Pilz-Straße) an die Stadt Freiberg übertragen. In Halsbrücke konnte nach Abschluss von Sanierungsmaßnahmen des Altlastenprojektes SAXONIA und der Beseitigung von Hochwasserschäden durch die Talsperrenverwaltung,

die Kommunalisierung für das Flurstück 174/16 mit ca. 9.100 m² abgeschlossen werden. 2006 wurden sieben Anträge zur Löschung von Rückauflassungsvormerkungen, Vorkaufsrechten, Leitungsrechten (u.a.) geprüft, beurteilt und (wenn zugestimmt wurde) abgewickelt. Dies betraf u.a. auch ein Wegerecht in Halsbrücke, welches bereits am 05.05.1900 eingetragen wurde.

Grundbuch von Halsbrücke, Blatt 44

Um die weitere Entwicklung des denkmalgeschützten Komplexes „Schachtofen“ in Muldenhütten besser einschätzen und mögliche Nutzungsvarianten entwickeln zu können, wurde in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Wirth von der Bauhaus – Universität Weimar eine Diplomarbeit zum Thema „ Der historische Hüttenstandort Muldenhütten – Erläuterungsbericht zur denkmalpflegerischen Analytik sowie zu konzeptionellen und entwerferischen Ansätzen“ vergeben. Der beauftragte Diplomant erarbeitete eine fundierte historische Analyse sowie Vorschläge zu möglichen Nutzungsszenarien.

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Standortentwicklung Immobilien

Die Überarbeitung des Bebauungsplanes für das Gewerbe- und Industriegebiet Siebenlehn konnte abgeschlossen werden. Die Genehmigung des überarbeiteten Bebauungsplanes liegt vor. Mehreren Interessenten wurden Verkaufsangebote unterbreitet. Die Aktivitäten zur Vermarktung der Fläche am Forstweg (ehemaliger Kühlerbau) führten zur Kontaktaufnahme mit einem ortsansässigen Maklerbüro mit dem konzeptionellen Ansatz, im Rahmen einer Interessengemeinschaft, bestehend aus Grundstückseigentümer, Baufirma, Architekt und Makler, die Fläche zu einem Wohnstandort zu entwickeln. Die Umsetzung dieser Idee wird 2007 weiterverfolgt, vertragliche Regelungen sind entsprechend Aufsichtsratsbeschluss vorzubereiten.

Zur Qualitätssteigerung der darstellenden Arbeiten auf bzw. an den Liegenschaften wurde in der SAXONIA das Geoinformationssystem POLYGIS eingeführt. Die Entscheidung zur Auswahl und Anwendung erfolgte im Kontext kommunaler Synergieeffekte und in Abstimmung mit dem Landratsamt Freiberg. Mit diesem System wird die Erfassung, Verarbeitung, Analyse und Präsentation von raumbezogenen Daten möglich.

Verkäufe 2006 lfd. Nr. Fläche (m²) Käufer Lage 1 1.600 Landestalsperrenverwaltung Fläche des für das Land Sachsen Einlaufbewerkes 2 3.224 CHOREN FUEL Freiberg GI 5 an der GmbH & Co. KG Gustav-Julius-Pilz-Straße 3 1.903 B.U.S Zinkrecycling Straße E Freiberg GmbH & Co. KG 4 36.628 Deutsche Solar AG Zentralfläche und Firmensitz SAXONIA Summe 43.355

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KONTAKT Herr Hein Telefon: 03731-395010 E-Mail: diethard.hein@saxonia-freiberg.de


Im Jahre 2006 wurde im Altlastenprojekt neben einigen vorbereitenden Planungs- und nachbereitenden Monitoringaufgaben vor allem die Sicherung der Schlackenhalde „Hohe Esse“ in Halsbrücke durchgeführt. Die Schlackenhalde „Hohe Esse“, auch bekannt als Seilbahnhalde, wurde ab dem Jahre 1917 angelegt und bis zur Stilllegung der Bleischachtöfen in Halsbrücke 1961 betrieben. Es kamen maximal 225.000 t Bleischlacke zur Ablagerung.

In den Jahren nach 1961 bis 1990 wurde die Schlacke von dem oberen Plateau der Halde zurückgebaut und als Flussmittel bei der Verhüttung von Akkumulatoren in den Schachtöfen in Muldenhütten eingesetzt. Aus Gründen der Standsicherheit sind ca. 85.000 t als Ablagerung auf der steilen Talböschung zur Mulde verblieben. Die Sicherung der Halde bewegte sich in dem Spannungsfeld zwischen Umweltschutz, Naturschutz und Denkmalsschutz. Die offene Schlackeablagerung war als ein wesentlicher Staubemittent einzustufen und trug zur Verschlechterung der Luftsituation in Halsbrücke bei. Zum Zweiten liegt die Halde im FFH – Gebiet (FFH = FloraFauna-Habitat) und weist erhebliche Ansiedelungen der Schwermetallflechten, aber auch Populationen von weiteren schützenswerten Pflanzen (z.B. Gebirgshellerkraut) und Tieren (z.B. Zauneidechse) auf und letztlich ist die Halde als Industriedenkmal der Hüttenindustrie eingestuft, als ein wesentlich landschaftsprägendes Element, das in seiner äußeren Gestalt möglichst nicht verändert werden sollte.

Altlasten

Bereits seit 2004 liefen vorausreichende Planungen und Untersuchungen, um einen Kompromiss zwischen den drei verschiedenen Interessenlagen zu finden. Dieser Kompromiss bestand schließlich in einer Abdeckung der Halde mit einem Grobschlag aus natürlichem Gestein im unteren Bereich und einer Begrünung der feinkörnigen Schlackepartien ohne eine Erdstoffabdeckung. Damit wird der Haldenkörper als solcher erhalten, gleichzeitig aber die Staubverfrachtung über den Luftpfad weitgehend eingeschränkt.

projekt

Um allerdings einen solchen Extremstandort ohne Erdstoffabdeckung begrünen zu können, mussten völlig neue Methoden angewendet werden. Es muss ausdrücklich betont werden, dass im Maßstab einer solchen Halde noch keine Erfahrungen vorlagen und dass es sich hier um ein Großpilotvorhaben handelte. Es wurden zwei verschiedene Methoden angewandt, einmal wurden Gehölze unter Verwendung eines Hydrogels in Pflanzcontainern gepflanzt und zum Zweiten wurde mykorrhiziertes Saatgut für eine Gras-Kräutermischung verwendet. Beide Methoden ermöglichen die Speicherung von Wasser und damit die Sicherung der Überlebensfähigkeit von Pflanzen an Extremstandorten, wie diese Halde einen darstellt.

Weitere Arbeiten des Jahres 2006 dienten vor allem der Vorbereitung der Bauvorhaben 2007:

Die Halde wurde letztlich von dem öffentlichen Straßenraum durch eine 1,80 m hohe gneisverblendete Fußmauer getrennt.

Diese Objekte sind für die Sicherung im Jahre 2007 vorgesehen

Die Sicherungskosten beliefen sich einschließlich aller Untersuchungen und Planungen auf nur ca. 170 TEUR. Das bedeutete gegenüber den geplanten Mitteln eine Einsparung von mehr als 300 TEUR.

- Erlangung der wasserrechtlichen Genehmigung für die Sicherung der Abbrandhalde - Ausführungsplanung und Vorbereitung der Vergabe für dieses Objekt Beantragung der Genehmigungen für die Sicherung der Mülldeponie Hilbersdorf - Durchführung von bauvorbereitenden Maßnahmen (Baufeldfreimachung) für die Sicherung der Mülldeponie Hilbersdorf - Weitere Prüfung der Möglichkeiten zur Sanierung des denkmalsgeschützten Hüttenhofes am Schachtofen 1 in Muldenhütten.

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KONTAKT Herr Dr. Mollée Telefon: 03731-395031 E-Mail: rainer.mollee@saxonia-freiberg.de


Projekt

Erdstoff

verwertung

Die „Alte Zinnhütte“ war ein traditioneller Industriestandort in der Südvorstadt von Freiberg. Bis zum Jahr 1935 produzierte hier eine Glashütte, anschließend wurde Zinn aus heimischen Rohstoffen des Erzgebirges industriell hergestellt. Nach dem Neubau der Zinnhütte auf dem Gelände der ehemaligen Hütte Freiberg, dem heutigen Saxonia-Areal, wurde der Standort stillgelegt und die Produktionsanlagen abgebrochen. 1992 erfolgte der Verkauf des Geländes an einen Investor mit der ursprünglichen Nutzungsoption als Bodenverwertungsstandort. Das Gelände „Alte Zinnhütte“ wurde dann von der SAXONIA im Jahr 2005 erworben.

Analog zur Verfahrensweise bei der Sanierung der Objekte „Absetzbecken“, „Haldenkomplex“ und „Abbrandhalde“ auf dem Saxonia-Areal erfolgt ab 2006 die Sicherung der „Alten Zinnhütte“ ebenfalls durch eine mineralische Oberflächenabdeckung, wobei zur Profilierung im Rahmen einer Verwertung nach Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz Erdstoffe mit Freiberg-typischer Schwermetallkontamination eingebaut werden können. Mit dieser Methode konnten bereits in der Vergangenheit über 1,0 Mio. t schwermetallbelastete Böden aus dem Freiberger Raum zum Vorteil der örtlichen Bauindustrie, der jeweiligen Bauherren und der öffentlichen Hand gezielt verwertet werden. Neben der daraus erzielten Kostenersparnis für die Bauherren werden auch lange Transportwege und damit weitere Umweltbelastungen unterbunden. Weiterhin wird ein bodenschutzrechtlich wichtiges Ziel erreicht, indem schwermetallbelastete Böden an ihrem Ursprungsort und in der Kernzone des Belastungsgebietes verbleiben. Im Oktober 2006 war die Kapazität der Abbrandhalde erschöpft. Hier wurden über einen Zeitraum von 1,5 Jahren insgesamt 96.000 t Erdstoffe zur Profilierung der Altablagerungen verwendet. Aufgrund des weiterhin bestehenden hohen Bedarfs an Verwertungsmöglichkeiten solcher Bauaushübe musste deshalb bereits im November 2006 vorzeitig mit der Annahme der Erdstoffe auf der „Alten Zinnhütte“ begonnen werden. Da es ursprünglich erst im Januar 2007 geplant war, mit der Erdstoffabdeckung zu beginnen, wurden abschließende Maßnahmen der Baufeldfreimachung sowie der Fertigstellung der Baustelleneinrichtungen und -zufahrt zeitparallel zur Erdstoffannahme erforderlich.

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KONTAKT Frau Dr. Fritze Telefon: 03731-395022 E-Mail: christin.fritze@saxonia-freiberg.de

Bis zum Ende des Jahres 2006 konnten somit bereits 12.500 t Erdstoffe im Rahmen der Altlastensicherung „Alte Zinnhütte“ verwertet werden.


Brachflächen stellen im Sinne des Flächenrecyclings momentan ungenutzte Flächen dar, die aus wirtschaftlichen, ökologischen, städtebaulichen oder sozialen Gründen einer neuen Nutzung zugeführt werden sollen. Dabei stößt ihre Wiedernutzbarmachung auf für Brachflächen typische Hemmnisse, wie zum Beispiel vorhandene Altlasten, eine unzureichende infrastrukturelle Erschließung und eine ungünstige räumliche Lage. Handelt es sich deshalb nur um Problemfälle? Flächenrecycling, d.h. die Wiedernutzbarmachung von Brachflächen, ist aber auch ein Instrument der nachhaltigen Siedlungsentwicklung, das von der EU-Politik

stellen aufgrund ihrer Geschichte aber trotzdem Problemfälle dar, die jedoch durch eine fachlich fundierte Beratung gelöst werden können. Flächen und Boden sind schützenswerte Ressourcen. Die Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme für Siedlung und Verkehr ist ökonomisch, ökologisch und aus sozialer Sicht notwendig. In diesem Zusammenhang betrachtet die SAXONIA GmbH die Wiedernutzung von Brachflächen als eine wichtige Komponente eines aktiven Flächen- und Bodenmanagements.

Projekt

Brachflächen management Brachflächenmanagement ist ein wesentlicher Baustein der nachhaltigen Umwelt-, Siedlungs- und Raumentwicklung.

Methodik Brachflächenmanagement Arbeitsschritte 1. Bestandsaufnahme und Visualisierung

2. Flächenbewertung

3. Auswertung

Datenerhebung

Verschiedene Methoden

Potenzialanalyse

Datenerfassung in einer Datenbank

In Abhängigkeit vom Ziel und jeweiligem Projektinhalt

Prioritätenliste

Datenvisualisierung über GIS

Indikatoren zur Verbesserung des Wertes der Brachfläche Argumente gegenüber Investoren Grundlage für Blatt 1 Fördermittelanträge

immer stärker gefordert und gefördert wird. Dem folgend wurden durch die Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) am 30. Juni 2006 die neuen Leitbilder und Handlungsstrategien für die Raumentwicklung in Deutschland beschlossen, welche wiederum auf die Landesentwicklung und Regionalplanung Sachsens einen entscheidenden Einfluss ausüben werden. Bieten Brachflächen deshalb nicht auch ein großes Potenzial für eine nachhaltige Umwelt-, Siedlungs- und Raumentwicklung? Die Erfahrungen der SAXONIA GmbH aus der Revitalisierung ihrer eigenen Standorte und aus nachfolgend aufgeführten Projekten für externe Auftraggeber führte zu der Erkenntnis, dass beide Aspekte zutreffen. Brachflächen bieten sehr wohl ein hohes Potenzial für eine nachhaltige Entwicklung, sie

Eine Wiedernutzung sollte dabei nicht nur durch Rückführung in den Wirtschaftskreislauf erfolgen, auch eine Rückführung in den Naturkreislauf durch Rückbau, Entsiegelung und Sanierung sollte diskutiert werden. Dieses neue Verständnis zum Umgang mit Brachflächen ist auch Grundlage des Politikansatzes der Flächenkreislaufwirtschaft. Sie stellt ein neues Verständnis von Flächennutzung und Flächenentwicklung dar, das von der Wiedernutzbarkeit von Flächen nach dem Prinzip einer Kreislaufwirtschaft ausgeht. Die Flächenkreislaufwirtschaft ist damit auch eine geeignete Strategie zur Bewältigung demographischer und wirtschaftsstruktureller Veränderungen in den Städten und Stadtregionen.

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Projekt Brachflächen management

Erzgebirge

Im Rahmen einer Studie für das Regionalmanagement „Echt Erzgebirge“ wurden 67 Brachflächen aus den Landkreisen Annaberg, Freiberg und Mittlerer Erzgebirgskreis sowie aus den Städten Annaberg-Buchholz, Aue, Freiberg, Brand-Erbisdorf, Flöha, Marienberg, Olbernhau, Schneeberg, Schwarzenberg und Zschopau erfasst und bewertet. Ziel war es, für das Regionalmanagement ein regionales und interkommunales Brachflächenmanagement aufzubauen.

Die Studie beinhaltete folgende Schwerpunktthemen: 1. Erfassung der Brachflächen in einer eigens dafür erstellten Datenbank mit dem Ziel der Vermarktung dieser Flächenpotenziale, 2. Bewertung der Brachflächen in Bezug auf ihre Eignung für eine wirtschaftliche Nachnutzung. Als Bewertungsmethodik wurde das vom Umweltbundesamt entwickelte Verfahren der Boden-Wert-Bilanzierung verwendet. Dieses Bewertungssystem kann zur ganzheitlichen und nachhaltigen Beurteilung der Flächeninanspruchnahme eingesetzt werden, da bei dieser Methodik neben wirtschaftlichen Aspekten auch die gesellschaftlichen und ökologischen Dimensionen des Flächenverbrauchs eine Rolle spielen. Dazu zählen zum Beispiel auch ökologische Kriterien sowie die Aspekte einer nachhaltigen Siedlungs- und Raumentwicklung. Durch die Bewertung der erfassten Brachflächen konnten neben der Ermittlung monetärer Gesamtwerte auch verschiedene Nachnutzungsoptionen gegeneinander abgewogen sowie Ranglisten zur Mobilisierung der Flächenpotenziale erstellt werden.

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Die Prioisierung erfolgte vor allem unter Beachtung der Rahmenbedingungen aus der neuen Strukturfondperiode 2007 - 2013, in der eine wirtschaftliche Nachnutzung von Brachflächen verstärkt gefördert werden soll. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studie und der gewonnenen Erfahrungen während der Bearbeitung wurden abschließend Strategien zur Weiterführung und Vertiefung der konzeptionellen Arbeit für ein nachhaltiges Brachflächenmanagement entwickelt. Brachflächenmanagement ist ein wesentlicher Baustein einer nachhaltigen Umwelt-, Siedlungs- und Raumentwicklung.


Notwendigkeit der Erarbeitung getrennter Entwicklungsstrategien erfasster Brachflächen:

Entwicklungsstrategien Brachflächen (A) zur Rückführung in den Wirtschaftskreislauf

(B) zur Rückführung in den Naturkreislauf

1. Auswahl geeigneter Brachflächen, 1. Auswahl geeigneter Brachflächen, die im Wirtschaftskreislauf die aus dem Wirtschaftskreislauf verbleiben sollen herausgenommen werden sollen 2. generelle Vermarktung über (Brachflächen-) Gewerbedatenbank

2. Überführung in eine Ausgleichsflächendatenbank; Aufbau eines Behördenmanagements

3. Erstellung eines Nachnutzungskonzeptes für geeignete Brachflächen

3. Klassifizierung nach dem Nutzen des Rückbaus (Renaturierung, Hochwasserschutz)

Prüfung der Förderfähigkeit Vorbereitung von Förderanträgen, u.a. EFRE

Prüfung der Förderfähigkeit bei Lage in relevanten Schutzgebieten

Aufbau eines Fördermittelmanagements bezüglich der neuen EFRE-Periode ab 2007 sowie weiterer Fördermöglichkeiten (auch im Rahmen einer Kofinanzierung)

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KONTAKT Frau Dr. Fritze Telefon: 03731-395022 E-Mail: christin.fritze@saxonia-freiberg.de


Projekt NSM-

Kleines Dreieck

„Nachhaltiges Siedlungsflächenmanagement (NSM) und stadträumliche Strategien im Städteverbund – Kleines Dreieck“ Im Jahr 2004 wurde mit Unterstützung des Sächsischen Ministeriums des Innern ein Modellprojekt mit dem Ziel einer grenzüberschreitenden Flächenkreislaufwirtschaft und eines darauf fußenden Siedlungsflächenmanagements initiiert. Die Stadt Zittau hat in Abstimmung mit den Partnern des Städteverbundes „Kleines Dreieck“, Bogatynia (PL) und Hrádek nad Nisou (CZ), in Umsetzung des Regionalen Entwicklungskonzeptes der drei Städte das Schlüsselprojekt „Nachhaltiges Siedlungsflächenmanagement Teil I“ bereits in 2 Stufen realisieren lassen. In Fortführung des Projektes wurde der Teil II ausgeschrieben. Die SAXONIA hat im Rahmen einer Bietergemeinschaft mit dem Kompetenzzentrum für interdisziplinäres Flächenrecycling (CiF) an der TU Bergakademie Freiberg und der Projektgruppe Stadt+Entwicklung Leipzig ein Angebot abgegeben, welchem der Zuschlag erteilt wurde. Die Aufgaben, an denen die SAXONIA schwerpunktmäßig arbeitete, waren neben der Organisation von Workshops, die Erstellung einer Boden-Wert-Bilanz für Brachflächen sowie die Erstellung eines Kommunikationskonzeptes und eines Konzeptes für die Internetplattform „Flächenpool – Kleines Dreieck“. Eine besondere Anforderung dieses Projektes war die grenzübergreifende Arbeit der Verwaltungen. Im Zusammenhang mit geplanten Investitionen sind bei der Auswahl von potenziellen Standorten ökologische und ökonomische Aspekte zu berücksichtigen.

Die Boden-Wert-Bilanz ist ein Instrument mit dessen Hilfe ein Standortvergleich zwischen einer Brachfläche und einer „Grüne Wiese” - Fläche unter Berücksichtigung ökologischer Gesichtspunkte durchgeführt werden kann. Mit Hilfe der Boden-Wert-Bilanz wird ein mehrstufiger Wirtschaftlichkeitsvergleich erstellt. Im Rahmen des Projektes wurde eine modifizierte Boden-Wert-Bilanz für die Stadt Zittau an einem Fallbeispiel durchgeführt. Die Wirtschaftlichkeit von Investitionen wird von den jeweiligen Standortfaktoren geprägt: Flächengröße, Einbindung in das Straßenverkehrs- sowie Ver- und Entsorgungsnetz, Lagequalität, zeitliche Verfügbarkeit, Nutzungsmöglichkeiten/ Restriktionen, planungs- und genehmigungsrechtliche Auflagen sowie der Haftungssicherheit. Um eine monetarisierte Bewertung zu ermöglichen, welche die jeweiligen Aufbereitungs- und Bewirtschaftungskosten für die Flächen vergleichbar machen soll, wurde für jede der acht Bewertungskriterien der Boden-Wert-Bilanz ein Kostenansatz formuliert, welcher mit einem spezifischen Wert EUR/m² ausgedrückt werden kann. Ziel dieser Bewertung ist es, diejenige Flächenalternative (Brachfläche versus „Grüne Wiese”) als prioritär für eine gewerbliche Nutzung einzustufen, die bezogen auf die o.g. Kriterien und unter Berücksichtigung der Kosten sowie des erzielbaren Verkaufserlöses, den höchsten Nutzen erwarten lässt.

Mit dem Projekt werden in Ergänzung der ursprünglich mit der Ausschreibung der 1. Stufe definierten Ziele weitere Lösungsansätze verbunden:

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- Bewertung von Baulücken und Mobilisierung innerörtlicher Baulandpotenziale - Optimierung des Nutzwertes von Flächen - Wiedernutzung von Brachflächen und Altlastenflächen - Schutz und Entwicklung von Freiflächen.


Für die Stadt Zittau wurde der Brachflächenstandort „Roburwerke” mit dem Grüne-Wiese-Standort „Industriegebiet Weinau - Zittau Nord/Ost” verglichen. Für den Standort „Roburwerke” liegen bereits aus dem Wettbewerb „europan 8“ erste Erkenntnisse für eine potenzielle Nutzung vor. Gegenstand des Kommunikationskonzeptes ist der Austausch von Informationen zwischen den drei Städten auf Internetbasis. Die Anwendung des Flächenpools ist ein Bestandteil dieses Konzeptes. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen wird es gerade für kleine Städte und periphere Regionen immer schwieriger, die exogenen Einflussfaktoren zukünftiger Stadtentwicklung abzuschätzen und auf aktuelle Trends zu reagieren. Dennoch sind sie von den Folgen wirtschaftlicher Globalisierung, dem Bedeutungsverlust nationaler Politik, der strukturellen Krise sozialer Sicherungssysteme oder der Bedeutungszunahme neuer Informations- und Kommunikationstechnologien betroffen. Schwindende finanzielle Spielräume bewirken zudem eine weitere Verschärfung der kommunalen Problemlagen und zusätzliche qualitative Anforderungen im Sinne nachhaltiger Entwicklung stellen die Städte und Regionen vor weitere Herausforderungen. Dennoch muss die Stadtentwicklung Antworten auf das komplexe Spektrum anstehender Fragen finden. Noch immer arbeiten und leben Menschen in der Regel in eng umgrenzten Räumen, in denen sie ihr eigenes soziales Netz aufspannen, spezifisches Wissen aufbauen und lokale Handlungskompetenz entfalten.

Instrumente Siedlungsflächenmanagement Flächenpass Version Zittau

Fläche A

Fläche B

Gewerbeflächenkataster

Fläche C

Fläche E

Fläche D

Baulückenkataster

Brachflächenkataster

Priorität Stadtentwicklung

Fläche F

Flächenfilter I

ARCHIKART Datei

Fläche A

Fläche B

Kommunales Flächenmanagement

Fläche C

Fläche F Fläche D

Fläche E

Flächenfilter II

Bauleitplanung

Entwicklung

Flächenpass

Fläche A

Fläche C

Zwischennutzung

Fläche D

Fläche E

Renaturierung

Fläche B

Boden-Wert-Bilanz

Start-upPlan

Fläche C

Nachhaltiges Siedlungsflächenmanagement

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Derzeit übernehmen bereits in vielen Fällen die Homepages der Gebietskörperschaften die Rolle eines Portals für die öffentliche Verwaltung. Deren Funktionalität umfasst gegenwärtig jedoch erst Bruchteile dessen, was künftig hinter „Kommunalen Internetplattformen“ zu finden sein sollte. Dazu sollten alle die Stadt betreffende Informationen und Interaktionsangebote integriert werden. Dabei besitzen die Web-Angebote von Kommunen, Städten und Regionen vor allem deshalb ein enormes Potenzial für den Aufbau von Portalen, da sie als geografisch abgrenzbare Räume einen Einstiegsund Sammelpunkt zu einem lokalen Netzwerk darstellen. Für die Kommunen bestehen große Chancen durch Kooperationen mit Partnerstädten (Städteverbund „Kleines Dreieck”) sowohl das Serviceangebot dieser Einrichtungen zu erhöhen als auch die Kosten für Aufbau und Unterhalt erheblich zu reduzieren. Zielstellung des Konzeptes für die Internetplattform war es, eine webfähige Software-Lösung zur Verwaltung und Vermarktung von freien Industrie- und Gewerbeflächen (vorrangig Brachflächen) vorzuschlagen, welche im Städteverbund „Kleines Dreieck” mit den Partnerstädten Bogatynia, Hrádek nad Nisou und Zittau zum Einsatz kommen soll.

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KONTAKT Herr Lehmann Telefon: 03731-395033 E-Mail: markus.lehmann@saxonia-freiberg.de

Im Mittelpunkt des grenzübergreifenden Liegenschaftsinformationssystems steht dabei, potenziellen Investoren über das Internet einerseits verfügbare Brachflächen im Projektgebiet darzustellen und andererseits ihnen so viele Informationen wie möglich über das potenzielle Baugrundstück (Brachfläche) zu geben. Die Internetplattform könnte vorzugsweise auf der Homepage des Städteverbundes „Kleines Dreieck” - www. kleines-dreieck.eu - integriert und von den jeweiligen Seiten der Partnerstädte verlinkt werden. Die Erfassung der Informationen über die Brachflächen für das Web-Informationssystem erfolgt dabei über den Flächenpass, somit ist eine einheitliche Datengrundlage gewährleistet. Dieses Projekt stand in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Aufbau eines Brachflächenmanagements für das Regionalmanagement Erzgebirge.


„Netzwerk Sächsisch-Ungarische Unternehmenskooperation“ Auf Grundlage der Aktivitäten zur sächsisch-ungarischen Kooperationsentwicklung wurden ab dem Jahr 1998 konkrete Aktivitäten zur Umsetzung von Industrievorhaben in Ungarn durchgeführt. Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH konnten mehrere Teilprojekte in der Modellregion Nordungarn umgesetzt werden.

Projekt

Regionalentwicklung

Nordungarn

Mit der am 17.03.2005 in Brüssel unterzeichneten Kooperationsrahmenvereinbarung zwischen den deutschen und ungarischen Partnern konnten die Möglichkeiten der Ansiedlung sächsischer Unternehmen der Umweltindustrie in Nordungarn sondiert und nachfolgend Maßnahmen zur Einführung der Umweltindustrie und der Revitalisierung von Brachflächen im Kontext der entwicklungspolitischen Zielsetzungen für die Planungsperiode 2007 - 2013 vorbereitet werden. Im Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit mit Partnern in der nordungarischen Region wurden die SAXONIA und ihr Projektpartner Interessenverband Chemnitzer Maschinenbau e.V. durch die EU-Koordinierungsstelle für Nordungarn (NORDA) um Unterstützung bei der Erarbeitung des regionalen Entwicklungskonzeptes gebeten. Nachfolgend wurde zwischen den ungarischen und sächsischen Partnern ein Vertrag geschlossen, der die Erstellung einer Studie „Revitalisierung von Brachflächen und Einführung der Umweltschutzindustrie in der nordungarischen Region“ zum Ziel hatte. Mit der Ausarbeitung einer Programmdokumentation zur Entwicklung der Umweltindustrie unter besonderer Beachtung der Brachflächenrevitalisierung sollte der Auftrageber in die Lage versetzt werden, die EU-Förderperiode 2007 – 2013 mit entsprechenden Projektanträgen zu untersetzen. Diese Programmdokumentation zielt insbesondere auf die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und die Erhaltung bzw. Schaffung von Beschäftigung ab. Als Partner der SAXONIA waren weiterhin die TU Bergakademie Freiberg, vertreten durch das Kompetenzzentrum für interdisziplinäres Flächenrecycling e.V. und die ProCon GmbH Chemnitz in das Projekt eingebunden. Darüber hinaus hat SAXONIA eine ergänzende Projektstudie im Auftrag der Wirtschaftsförderung Sachsen erstellt, welche die Absatzchancen sächsischer KMU aus den Zulieferbereichen Maschinen- und Anlagenbau, Energietechnik, Umwelttechnik, industrielle Infrastrukturentwicklung und Ingenieurdienstleistungen untersucht.

Die Region Nordungarn soll zu einer Modellregion Umweltindustrie entwickelt werden. Auf Grund der Komplexität der Thematik Umweltindustrie müssen zunächst die Entwicklungsschwerpunkte unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten vereinbart werden. Vor dem Hintergrund der Modellregion Umweltindustrie Nordungarn muss weiterhin die Entscheidung zu den prioritären Maßnahmen auf der Grundlage eines abgestimmten Konzeptes zum Inhalt der Modellregion und auf der Basis des Regionalplanes durch die politischen Entscheidungsträger erfolgen.

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Neben den Fragen zum Umweltschutz ist zu prüfen, welche anderweitigen Maßnahmen den Modellcharakter für die Region Nordungarn unterstützen. Für deren Förderung ist eine Verknüpfung mit weiteren Programmschwerpunkten, u.a. hinsichtlich Logistik, Personalentwicklung, Dienstleistungen und Tourismus, notwendig. Der innovative Ansatz der Projektarbeit resultiert aus der angestrebten Verknüpfung der Entwicklung von Brownfields (Brachflächen) mit Maßnahmen zur Einführung der Umweltindustrie. Dies beinhaltet die Ansiedlung von Unternehmen der Umweltindustrie im Kontext mit der Realisierung von Vorhaben zur Verbesserung der Umwelt. Die Inanspruchnahme verfügbarer Fördermittel, u.a. zum Erhalt und der Schaffung von Arbeitsplätzen, bildet eine wichtige Rahmenbedingung im Prozess der Initiierung einer Modellregion Umweltindustrie. Gegenstand der vorgelegten Studie ist die Beschreibung der vorbereitenden Maßnahmen zur Einführung der Umweltindustrie in der Region Nordungarn. Ausgehend von einer umfassenden Beschreibung der Brownfieldrevitalisierung sowie der Umweltindustrie hinsichtlich der Methodiken, Anforderungen und Strategien wurden Handlungsempfehlungen unterbreitet.

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Die Ergebnisse der diesbezüglichen Untersuchungen finden ihren Niederschlag in den Umsetzungsstrategien für die Umweltindustrie und die Brownfieldrevitalisierung. Die Herangehensweise zur Umsetzung wurde in Form der Arbeitsschritte zur Beurteilung von Projektanträgen aufgezeigt, ebenso wie die Beschreibung der finanziellen Rahmenbedingungen, des Netzwerkmodells „Umweltindustrie auf Brownfields“ und einiger grundsätzlicher Handlungsempfehlungen. Für die Region Nordungarn soll ein integrierter Ansatz für den Aufbau der Modellregion Umweltindustrie, unter Beachtung neuer Potenziale der Zulieferindustrie, der FuE-Einrichtungen, des Technologietransfers sowie der regionalen Wirtschaftsförderung, realisiert werden.


Struktur der Modellregion Modellregion Umweltindustrie Umweltindustrie Regionale Lenkungsgruppe IHK

Entwicklungsagentur

Körperschaften

Arb.Amt

...

projektübergreifende Begleitung

Schwerpunkt Brachflächenentwicklung Region A

Schwerpunkt Abfall / Recycling Region B

Projektträger

Projektträger

. Wiss.-Techn. Kompetenzzentrum Umweltindustrie

Schwerpunkt Erneuerbare Energien Region C

Schwerpunkt Immissionsschutz Region D

Projektträger

Projektträger

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KONTAKT Herr Eisenblätter Telefon: 03731-395012 E-Mail: alexander.eisenblaetter @saxonia-freiberg.de


EU-Projekt

CHANCE

Der Herausforderung, den regionalen Wandel als Chance im Kontext von Globalisierung und EU-Erweiterung zu nutzen, stellen sich die Akteure, Initiative Südwestsachsen e.V., SAXONIA und GIZEF, des EU-Projektes mit dem gleichnamigen Titel „CHANCE“. Drei Grenzregionen zu den neuen EUMitgliedsstaaten, die Oststeiermark in Österreich, die Region Freiberg in Südwestsachsen und die Region Satakunta in Süd-Finnland haben sich zusammengeschlossen, in ihren Regionen Maßnahmen zu verwirklichen, um die Wirtschaftskraft zu stärken, neue wirtschaftliche Herausforderungen zu erkennen und anzunehmen sowie vor allem die Beschäftigungssituation zu verbessern. Das Projekt „CHANCE“ reflektiert sehr stark auf die Verknüpfung regionaler Kompetenzen der Wirtschaft, der Forschung und Entwicklung, der Sozialpartner und der Regionalpolitik und richtet sich direkt an Leitbetriebe, KMU und Unternehmensgründungen. Regionale und überregionale Kompetenzen werden in diesen Prozess eingebunden und gemeinsam der Blick in die Zukunft gerichtet. Im Rahmen regionaler Zukunftskonferenzen werden regionale Strukturen für das Management der Umstrukturierung etabliert und somit die laufende

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Antizipation, die Strategieentwicklung und die Strategieüberwachung sichergestellt. Die regionale Zukunftskonferenz wird den gesamten Prozess des Projektes CHANCE begleiten und für die nachhaltige Weiterführung des Prozesses sorgen. In der Folge erhoffen wir uns eine Erhöhung des Bewusstseins und der Kompetenzen hinsichtlich zentraler Wandlungsprozesse und die Entwicklung zielgerichteter regionaler Handlungskompetenzen bei allen beteiligten Partnern. Von entscheidender Bedeutung wird hierbei auch die Integration der Erfahrungen und des Know-hows aller relevanten Stakeholder in die transnationale Entwicklung und Umsetzung des Projektes sein. In einem parallel ablaufenden Prozess werden in Unternehmensnetzwerken der Branchen Energie, Umwelt, Werkstoffe, Land- und Forstwirtschaft sowie Tourismus zukünftige Strategien regionaler Wandlungsprozesse erarbeitet. Am Ende des Projektes sollen alle in diese Netzwerke einbezogenen Beteiligten von dem Prozess profitieren und Werkzeuge in den Händen halten, mit denen sie auf die Entwicklungen strategisch besser reagieren können.


Regionale Kompetenzcluster Werkstoffe

Maschinenbau

Bildung + Wissenschaft

Land-/Forstwirtschaft

Umwelt + Energie

Gesundheit

Nahrungsg체ter

Tourismus

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KONTAKT Herr Eisenbl채tter Telefon: 03731-395012 E-Mail: alexander.eisenblaetter @saxonia-freiberg.de


Projekt

Geothermie

Halsbrücke

Die SAXONIA prüft derzeit, ob am Standort des ehemaligen Kulturhauses der Grube Beihilfe in der Gemeinde Halsbrücke Einfamilienhäuser entstehen könnten. An diesem Standort bietet sich eine geothermische Grubenwassernutzung an. Im Rahmen der Gespräche mit der Gemeinde Halsbrücke zur Realisierung der Wohnbebauungen wurden Möglichkeiten aufgezeigt, den geplanten Wohnhäusern Wärme für die Heizung durch Anwendung der Geothermie bereitzustellen. Überlegenswert ist, hier einen innovativen, beispielgebenden Standort für alternative Energieerzeugung und -anwendung zu entwickeln und gleichzeitig zu versuchen, weitere Abnehmer für die Wärme oder auch Kälte zur Klimatisierung in unmittelbarer Nähe zu finden. Um die Wärmegewinnung durch Geothermie weiter voran zu treiben, wurden Möglichkeiten der Förderung geprüft. Dazu gab es bereits erste sondierende Gespräche im sächsischen Wirtschaftsministerium. Aufgrund verschiedener Projekte im Zusammenhang mit der Sanierung des Rothschönberger-Stolln im Auftrag des Sächsischen Oberbergamtes wurde eine Projektidee mit dem Geologischen Ingenieurbüro Andreas Benthin erarbeitet. Bei untertägigen Aktivitäten fiel auf, dass aus dem Füllort des Schachtes „warme“ Wässer emporsteigen und diese anschließend über den Beihilfer Querschlag „sinnlos“ im Rothschönberger-Stolln verschwinden. Messungen am Füllort der Grube Beihilfe ergaben, dass diese Wässer eine konstante Temperatur von 15,8 bis 16,5 °C besitzen und in einer Größenordnung von 48 bis 62 l/sec aus den tieferen Grubenbauen des Halsbrücker Reviers emporsteigen.

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Würde man diese Wässer nach Übertage heben, könnte man über Wärmetauscher und eine bzw. mehrere leistungsfähige Wärmepumpen dieses geothermische Potenzial nutzen und z.B. für die geplanten, neu zu errichtenden Einfamilienhäuser die Wärmeversorgung ohne weiteres sicherstellen. Nur für die drei Einfamilienhäuser wäre das allerdings eine Verschwendung des tatsächlich vorhandenen Potenzials. Überlegenswert wäre es, unter Einbeziehung von solarer Verstromung zu versuchen, weitere Abnehmer für die Wärme und auch Kälte zur Klimatisierung in unmittelbarer Nähe zu finden. Zur Erreichung einer CO2 -Neutralität der gesamten Anlage wäre es günstig, da z.B. die Einfamilienhausstandorte in exponierter Lage liegen, eine indirekte Kopplung der Anlage mit der schon genannten solaren Stromerzeugung vorzunehmen. Mit diesem innovativen Ansatz wird erreicht, dass nur der niedrig temperierte und somit verlustarm über größere Entfernungen zu transportierende Solekreislauf den Verbraucher erreicht und hier auf die Belange des einzelnen Abnehmers zugeschnitten, die entsprechende Wärmepumpe bzw. Wärme- oder Kälteversorgungsanlage zu installieren ist. Der mögliche Betreiber bzw. die Betreibergesellschaft stellt hier sozusagen nur die „Primärwärmequelle“ zur Verfügung. Fördermöglichkeiten für diese innovative Lösung wurden in Zusammenarbeit mit der SAENA Sächsische Energieagentur (vormals Energieeffizienzzentrum (EEZ) des Landesamtes für Umwelt und Geologie) und anderen Projektträgern ausgelotet.


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KONTAKT Herr Fritz Telefon: 03731-395010 E-Mail: saxonia@saxonia-freiberg.de


Montan

region Erzgebige

INTERREG III A

Das Projekt „Montanregion Erzgebirge“ wurde im Berichtsjahr intensiv weiter bearbeitet. Dabei wurde die bewährte Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement Erzgebirge, dem Institut für Wissenschafts- und Technikgeschichte der TU Bergakademie Freiberg und dem Förderverein Montanregion fortgesetzt. Im Rahmen des Förderprogramms LEADER+ wurde das 3. Teilprojekt zur Erfassung und Bewertung potenzieller Sachzeugen für das UNESCOWelterbe und den Tourismus weitergeführt. Der Schwerpunkt lag dabei auf den vom Montanwesen beeinflussten Bereichen, wie Städte und Siedlungen, Architektur, Kunst und Kultur, Wissenschaft, Museen, Archive und Sammlungen, Industrialisierung und Nachfolgeindustrien. Es wurden Vorbereitungen getroffen, um auch für die Förderperiode 2007 bis 2013 den Schwerpunkt Montanregion Erzgebirge für die Entwicklung des ländlichen Raumes und der touristischen Angebote in den „Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepten“ zu verankern.

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Für die Übertragung der Methodik und Datenbank zur Erfassung und Bewertung der Potenziale in den weiteren Teilen des Erzgebirges konnte im Rahmen des Regionalmanagements Erzgebirge ein INTERREG III A–Antrag initiiert werden. Als Projektträger stellte sich der Landkreis Freiberg zur Verfügung, der die SAXONIA GmbH mit der Projektsteuerung beauftragte. Mit dem Schwerpunkt „Touristische Inwertsetzung der Montanregion Erzgebirge“ konnte das Projekt erst im Herbst 2006 genehmigt werden. Es war abzusehen, dass abrechenbare Ergebnisse bis zum Abschluss des Rechnungsjahres nicht realistisch waren. Deshalb wurde die Ausschreibung für 2006 aufgehoben.

Bei der Sächsischen Aufbaubank wurde der Antrag auf Übertragung der anteiligen Fördermittel in das Jahr 2007 gestellt. In Kooperation mit den Projektpartnern erfolgte die Vorbereitung und Durchführung eines Symposiums mit internationaler Beteiligung zum Erfahrungsaustausch mit und über Welterbestätten. In ihren Vorträgen stellten Dr. Libuse Pokorna, Regionalmuseum Most, und Prof. Dr. Helmuth Albrecht, TU Bergakademie Freiberg, jeweils die für das Welterbe infrage kommenden Objekte und Ensembles vor. Dr. Scherer von der Universität St. Gallen stellte die Ergebnisse der Studie zur Bodenseeregion vor, die zuvor in der Diskussion in Sachsen zum Teil missverständlich interpretiert wurde. Für die prosperierende Bodenseeregion bringt das UNESCO-Label einen geringen Zuwachs in wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht. Diese Wirksamkeit ist z. B. beim polnisch-deutschen Welterbe „Muskauer Park“ bedeutsam. Das gilt sicher auch für das Erzgebirge. Die erfolgreiche Veranstaltung mit ca. 100 Teilnehmern ermutigt die Organisatoren, das Projekt Montanregion Erzgebirge auch in den kommenden Jahren durch derartige Symposien zu begleiten.


Arbeitsplan Projekt Montanregion 1997

1998

1999

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Vorbereitungen für ein UNESCO-Projekt; Oktober 1998 Eintragung der Montan- und Kulturlandschaft Montanregion Erzgebirge in die Tentativliste Januar 2000 Einsetzung einer interministeriellen Arbeitsgruppe, später Fachbeirat, beim SMWK März 2000 bis Dezember 2001 Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie, Verteidigung 2002 2002 - Zwei Studien (Interreg III A - Kleinprojekte) zu touristischen bzw. wirtschaftlichen Effekten des Projekts Vorbereitungen zur Gründung des Fördervereins am 13.Juni 2003 Der Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V. unterstützt die Entwicklung der Region zum UNESCO-Welterbe als Projektträger und in der Öffentlichkeitsarbeit Dezember 2003 Flyer - Februar 2005 CD - April 2006 Flyer - Juli 2006 Symposium - April 2007 Symposium - 2008 Symposium mit Europäischem Köhlerverband 2009 Symposium mit TICCIH Herstellung und Ausbau der Kontakte zur tschechischen Erzgebirgsregion über Euroregion und Regionale Entwicklungsagentur Usti/Most, Kooperation bei Projekten, 2004 Kongress Bergbaugeschichte in Mikulov - Flyer (tschechisch) - 2006 Zwei Beratungen in Most zur Methodik der Dokumentation Koordinierung durch Bezirksmuseum Most Vortrag Dr. Pokorna zum Potenzial des tschechischen Erzgebirges - November 2006 Treffen mit Präsident der Region Usti Einordnung als Schwerpunkt im Regionalmanagement Berlin Juni 2005 - Regionalkonferenz September 2005 - Workshop Dezember 2005 Erfassung und Bewertung von potentiellen Objekten für Welterbe und Tourismus, gefördert durch Leader+ im Osterzgebirge, Träger Förderverein Vorbereitung 2003 - Teil1 2004/05 - Teil2 2005 - Teil3 2006/07 - Februar 2007 Workshop - Abschluß April 2007

Berlin Mai 2006

Vorbereitung und Durchführung eines Interreg III A-Projektes, Träger Landkreis Freiberg zur Weiterführung der Potenzialerfassung, Eigenmittel von Regionalkonvent und Förderverein Januar - März 2007 Fortschreibung der Machbarkeitsstudie in Abstimmung mit dem SMI Januar - Dezember 2007 Objekt- und Ensembleauswahl in Abstimmung mit den Kommunen und Landkreisen 2007 Objektdokumentation mittleres und westliches Erzgebirge (Interreg III A) 2007/08 Pilotstudie (Durchführungsstudie am Beispiel von zwei ausgewählten Regionen) 2008 Externe Prüfung des Gesamtprojektes 2008-2010 Antragsausarbeitung: Antragstellung:

Dokumentation und Begründung Erhaltungs- und Managementkonzeption Vereinbarung mit der Tschechischen Republik

Februar 2009 Antrag auf fakultative Evaluierung Februar 2010 offizieller Antrag Sommer 2011 Verleihung des Welterbe-Prädikats

Die Zusammenarbeit mit Tschechien hat sich, wie u. a. das Symposium gezeigt hat, stabil entwickelt. Dazu hat auch die Vorstellung des Projekts beim Präsidenten der Region Ústi beigetragen. Mit dem Regionalmuseum von Most, das die wissenschaftliche Begleitung und organisatorische Koordinierung auf tschechischer Seite wahrnimmt, bestehen enge Arbeitskontakte. Ebenso fruchtbar ist die Zusammenarbeit mit der Regionalen Entwicklungsagentur AG Ústi/Most. Die Kontakte mit dem Direktor der Agentur, Dipl.-Ing. Manfred Hellmich MBA, unterstreichen, dass auch grenzüberschreitend das Vorhaben als Element der Wirtschafts- und Regionalentwicklung gesehen wird.

Von tschechischer Seite wurde durch die genannten Kooperationspartner die Studie „Beurteilung des tschechischen Teils des Erzgebirges als Bergbau- und Kulturlandschaft mit ausgewählten Objekten, die würdig sind, im Rahmen des sächsisch-böhmischen Projekts ‚Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí’ in die Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen zu werden“, auf deren Grundlage die bilaterale Zusammenarbeit am UNESCO-Projekt in hoher Qualität weitergeführt werden kann. Die im Jahresbericht 2005 angesprochene Pilotstudie wurde noch nicht in Angriff genommen. Die Zurückstellung des Vorhabens erfolgt in Abstimmung mit dem Sächsischen Staatsministerium des Innern. Mit Staatssekretär Dr. Staupe wurde vereinbart, dass zuvor eine Aktualisierung der Machbarkeitsstudie vorgenommen wird.

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KONTAKT Herr Dr. Ladwig Telefon: 03731-395041 E-Mail: roland.ladwig@saxonia-freiberg.de


Projekt

Transport

aufkommen

Untersuchung des Transportaufkommens der Freiberger Wirtschaft 2006 - 2010 Die SAXONIA Standortentwicklungsund –verwaltungsgesellschaft mbH wurde von den Mitgliedern des kommunalen Gesprächskreises gebeten, bei den wichtigsten Unternehmen der Region eine Abfrage des Straßengüteraufkommens vorzunehmen. Wo die Wirtschaft aktiv ist, muss auch Wirtschaftsverkehr in den Stadtteilen, in der City und an der Peripherie möglich sein. Wirtschaftsverkehr darf nicht aus vermeintlichen Gründen zur Verbesserung der Attraktivität behindert werden. Wirtschaftsverkehr ist weitgehend „Automobil“-Verkehr. Wirtschaftsrelevante Verkehre sind wegen ihrer flächenbezogenen Bedienung überwiegend nur in Form der selbstbestimmten, individuell ausgeübten Mobilität zu akzeptablen Prämissen realisierbar, da es der Schiene an der nötigen Präsens und Flexibilität fehlt. Der Wirtschaftsverkehr ist integrierter, unverzichtbarer Bestandteil der durch die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Stadt realisierten Wertschöpfungen. Im September 1997 hatte die IHK Südwestsachsen eine Befragung zum selben Thema durchgeführt. 36 Unternehmen haben sich damals beteiligt. Die Befragung diente dem Zwecke des alsbaldigen Baus der Ortsumgehung Freiberg. Die transportierte Warenmenge betrug im Jahr 1996 932.442 t.

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In die Befragungsergebnisse wurden keine Betriebe der Bauwirtschaft und des Handels, die normalerweise überdurchschnittliche Transportbedürfnisse stellen, einbezogen.


Prognose Transportaufkommen 2006 1.659.457 t 2007 1.752.910 t 2008 1.941.707 t 2009 2.045.393 t 2010 2.153.244 t 37

KONTAKT Herr Fritz Telefon: 03731-395010 E-Mail: saxonia@saxonia-freiberg.de


SIDAF

Veranstaltungs

management

Im Geschäftsjahr 2006 wurden folgende Schwerpunktveranstaltungen durch das SIDAF organisiert und durchgeführt: 06.04.2006 05.07.2006 08./09.09.2006 28./29.09.2006

6. Sächsischer Kreislaufwirtschaftstag 4. Freiberger Wirtschaftstag 3. Freiberger Solartage Abfallkolloquium

Bereits zum 5. Mal veranstaltete das SIDAF den Sächsischen Kreislaufwirtschaftstag. In enger Kooperation mit dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft wurden die inhaltlichen Schwerpunkte festgelegt. 2006 konzentrierten sich die Fachbeiträge der Referenten aus Politik und Wirtschaft auf die Thematik der aktuellen Entwicklungen im Bereich der Sammlung von Abfällen und die Verantwortung für deren Entsorgung. Schirmherr der Veranstaltung war Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft, Stanislaw Tillich. Eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Stadt Freiberg ist inzwischen auch der von der Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann initiierte und gemeinsam von SAXONIA, Stadt- und Landkreisverwaltung veranstaltete Freiberger Wirtschaftstag geworden. Dieses Projekt ist längst den Kinderschuhen entwachsen und erfreut sich inzwischen eines großen Zuspruchs. Das Thema des Wirtschaftstages 2006 war nicht nur bestimmt durch den Regierungswechsel in Bonn, sondern auch durch die aktuelle politische Großwetterlage. Die Beiträge der Referenten spiegelten sehr deutlich das Spannungsfeld zwischen Globalisierung der Märkte und Konkurrenzfähigkeit der sozialen Marktwirtschaft wider. Wichtige Informationen gab es für die zahlreichen Teilnehmer u.a. auch über Instrumente der Wirtschaftsförderung durch Bund, Land und EU.

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Dem Anspruch einer internationalen Tagung stellten sich erstmals die Freiberger Solartage in ihrer dritten Auflage unter dem Titel „Environmental health and safety issues in modern PV-Industry and in developing Countries“. In enger Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg und der Deutschen Solar AG konnten im Rahmen der DAAD-Sommerschule Referenten und Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern in Freiberg begrüßt werden. Durch die internationale Orientierung der Konferenz hatten PV-Experten aus Deutschland und aus Entwicklungsländern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen in Bezug auf Entwicklung, Anwendung, Produktion und Recycling auszutauschen und zu diskutieren. Die erfolgreiche Arbeit des SIDAF in den zurückliegenden Jahren seit seiner Gründung ist sehr eng verbunden mit einer festen Größe im jährlichen Veranstaltungskalender, dem Abfallkolloquium. 2006 diskutierten Experten und Fachpublikum im Kontext der Nachhaltigkeitsdebatte über die energetische Verwertung von Abfällen und die Prozessführung in der Energieeffizienz. Die Beiträge der Fachtagung gaben an ausgeführten Beispielen Auskunft darüber, wie die Energiebilanzen bei der Verbrennung und Mitverbrennung von Abfällen verbessert werden. Gleichzeitig wurde auf die Probleme und Gefahren für die Anlagenverfügbarkeit durch die Verbrennung abfallspezifischer Stoffe verwiesen.

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Teilnehmerstatistik SIDAF 554

508 386

383 269

250

1999

2000

378

2001

2002

2003

2004

2005

2006

39

KONTAKT Herr Eisenblätter Telefon: 03731-395012 E-Mail: alexander.eisenblaetter @saxonia-freiberg.de


Deutsches

Brennstoff

institut

Der Kreistag des Landkreises Freiberg und der Stadtrat der Stadt Freiberg haben in Ihren Sitzungen am 28.06.2006 und am 06.07.2006 folgende Beschlüsse gefasst: 1. Der Kreistag/der Stadtrat nimmt die umfassende Unterrichtung über die Chancen und Risiken aus dem Erwerb der Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH durch die SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH sowie dessen Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft zur Kenntnis und stimmt dem Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile der Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH und deren Fortführung in der Rechtsform der GmbH durch die SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH zu. 2. Der Kreistag/der Stadtrat stimmt der Bestellung von Herrn Erich Fritz zum alleinvertretungsberechtigten Geschäftsführer der Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH zu und ermächtigt den Landrat/die Oberbürgermeisterin zur diesbezüglichen Stimmabgabe in der Gesellschafterversammlung der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH.

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3. Der Kreistag/der Stadtrat beschließt die Anpassung des Gesellschaftsvertrages der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH dahingehend, dass der Aufsichtsrat der SAXONIA Standortentwicklungsund -verwaltungsgesellschaft mbH künftig auch die Geschäftsführung und die Geschäftstätigkeit von Tochtergesellschaften und damit der Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH mit überwacht und ermächtigt den Landrat/die Oberbürgermeisterin, Änderungen des Gesellschaftsvertrages zuzustimmen, die im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für erforderlich gehalten werden und dem Inhalt nicht wesentlich widersprechen.


Die Entwicklung des Deutschen Brennstoffinstitutes Freiberg (DBI) wurde in dem halben Jahrhundert seines Bestehens im Wesentlichen durch energiewirtschaftliche und historische Veränderungen bestimmt. Gegründet am 01.10.1956 als Kohleforschungsinstitut, waren ab 1969 Aufgaben der Gaserzeugung, -fortleitung, -speicherung und der Kerntechnik die bestimmenden Themen des Institutes. Das DBI wurde Forschungszentrum des Gaskombinates Schwarze Pumpe. Nach der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Wende in Deutschland wurden in den Jahren 1990-1992 die Fachbereiche und abschließend das Deutsche Brennstoffinstitut privatisiert. Ab 1996 begannen schrittweise die Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles und die Entwicklung der Immobilie zum Gewerbepark, der bis heute Heimstätte für viele Unternehmen und Existenzgründer ist.

Die SAXONIA war seit 2005 mit der Geschäftsführung und den Gesellschaftern der Deutsches Brennstoffinstitut Vermögensverwaltungs-GmbH zur Übernahme der Geschäftsanteile im Gespräch. Die DBI-GmbH hat ihren Sitz und ihre Geschäftsräume in 09599 Freiberg, Halsbrücker Straße 34. Durch die Übernahme der Geschäftsanteile der DBI-GmbH entsteht eine 100 % -ige Tochter der SAXONIA. Im beabsichtigten Rechtsgeschäft liegt eine mittelbare Beteiligung an einem Unternehmen aus Sicht der Stadt und des Landkreises vor. Gleichzeitig erfolgt durch die Geschäftsanteilsübernahme eine wesentliche Veränderung der SAXONIA. Daher ergaben sich für den Kreistag und den Stadtrat informationspflichtige und zustimmungsrelevante Vorgänge:

1. Unterrichtung zu Chancen und Risiken und Auswirkungen auf die private Wirtschaft 2. Zustimmung zur Übernahme der mittelbaren Beteiligung

Im fünfzigsten Jahr seines Bestehens konnten mit dem Kauf des DBI durch die SAXONIA im Dezember 2006 weitere wichtige Weichen für die Zukunft gestellt werden. Auf dem Freiberger Traditionsstandort der Energieforschung will die SAXONIA bereits vorhandene Kompetenzen mit neuem Leben erfüllen, intelligent vernetzen und weiterentwickeln.

3. Abwägung und Entscheidung zur Beibehaltung der Rechtsform der Unternehmung 4. Die Zustimmung zur Bestellung des Geschäftsführers der mittelbaren Beteiligung durch den Kreistag/den Stadtrat wäre nicht zwingend erforderlich. Da es sich im geplanten Fall um die gleiche Person handelt, die zum Geschäftsführer der SAXONIA bestellt ist, wird die Zustimmung des Kreistages/des Stadtrates eingeholt. 5. Die Änderung des Gesellschaftsvertrages betrifft die Kompetenzen des Aufsichtsrates der SAXONIA dahingehend, dass dieser künftig auch die Geschäftsführung und die Geschäftstätigkeit von Tochtergesellschaften mit überwacht.

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Deutsches Brennstoffinstitut

Weiterhin sieht § 97 Absatz 1 vor: „Die Gemeinde darf zur Erfüllung ihrer Aufgaben ein wirtschaftliches Unternehmen ungeachtet der Rechtsform nur errichten, übernehmen, unterhalten, wesentlich verändern oder sich daran unmittelbar oder mittelbar beteiligen, wenn 1. der öffentliche Zweck dies rechtfertigt, 2. das Unternehmen nach Art und Umfang in einem angemessenen Verhältnis zur Leistungsfähigkeit der Gemeinde und zum voraussichtlichen Bedarf steht und 3. der Zweck nicht besser und wirtschaftlicher durch einen privaten Dritten erfüllt wird oder erfüllt werden kann.“ Diese notwendigen Bedingungen waren vor der Übernahme der DBI-GmbH zu prüfen. Zwischen den Vertretern der Gesellschafter und dem Geschäftsführer der SAXONIA einerseits und den Vertretern der Gesellschafter der DBI-GmbH andererseits fanden am 09.03.06 sowie am 11.04.06 entscheidende Verhandlungen zur Übernahme sämtlicher Geschäftsanteile der DBI-GmbH statt. Unter wechselseitigem Gremienvorbehalt wurde eine Einigung dahingehend erzielt, dass die SAXONIA die Geschäftsanteile erwerben kann. Seitens der SAXONIA wurde eine Due Diligence durchgeführt. Das Gesamtareal der DBI-GmbH, d. h. sowohl die vorhandenen Gebäude, als auch die Grundstücke, weist ein hohes Entwicklungspotential auf, welches von der SAXONIA unter Berücksichtigung der Interessen vorhandener und neu zu akquirierender Mieter, aber auch von Eigentümern der Nachbargrundstücke, aktiv genutzt und gestaltet werden kann. Von wesentlichem Vorteil sind hierbei auch die Erfahrungen der SAXONIA auf dem Gebiet nationaler und europäischer Fördermöglichkeiten, die für Mieter und Mietinteressenten eingesetzt werden können. Angestrebt wird ein aktives Immobilienmanagement am Standort der Tochtergesellschaft.

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Das Gelände der DBI-GmbH hat zudem gute Potenziale für eine Ansiedlung moderner Technologien in den dort zur Verfügung stehenden Gebäuden und Grundstücken. Eine Geschäftstätigkeit der DBI-GmbH unter dem Dach der SAXONIA wird somit die bestehenden und zukünftigen Ansiedlungen aufwerten können. Folgt man der allgemeinen Entwicklung der wirtschaftswissenschaftlichen Ansiedlungstheorien, werden die weichen Standortfaktoren immer größere Bedeutung erlangen.


Hierzu zählen neben der Infrastruktur, Umwelt und Kultur auch sogenannte immaterielle Werte. Diese spiegeln insbesondere das in der Region vorhandene Wissen, den Ausbildungsgrad und die Ausbildungswilligkeit der Bevölkerung wider. Zu jenen wie Infrastruktur, Umwelt und Kultur gehören u. a. auch das moderne Kreiskrankenhaus, moderne Ver- und Entsorgung, Theater, Hochschulen, Volkshoch- und Musikschule, allgemein bildende Schulen, Berufsschulen, Qualifizierungsgesellschaften usw. Aber auch ein intaktes Wohn- und Erholungsumfeld gehören dazu. Von all den aufgezählten Ressourcen hat die Stadt auf hohem Niveau viel zu bieten. Eine Ansiedlung weiterer Unternehmen würde also nicht nur ihren Bedarf an solchen „weichen“ Bedingungen und qualifizierten Wirtschaftsförderungsberatungsleistungen befriedigen, sondern wegen des demografisch bedingten Wandels auch die Investitionen der Stadt, des Landkreises, der Gemeinden und Privater durch Zuzüge sichern helfen. Eine Betätigung der SAXONIA über die DBI-GmbH wird sowohl den jahrelangen, erfolgreichen Erfahrungen der SAXONIA

im Bereich der Standortentwicklung als auch von Industrie- und Gewerbeansiedlungen ein erweitertes Betätigungsfeld bieten und die Investitionen von öffentlicher und privater Hand sichern helfen. Durch das unternehmerische Handeln werden der privaten Wirtschaft gute Bedingungen und für Neueinsteiger günstige sowie geförderte Möglichkeiten zugänglich gemacht. Die im Gelände vorhandenen Immobilien bieten Möglichkeiten sowohl für Kleinmieter, aber auch für Produktionskleinlinien. Einzelhandel findet in der DBI-GmbH nicht statt. In der Mitbewerbersituation sind im engeren Umkreis keine weiteren Industrie- und Gewerbeparks privater Anbieter in einer ähnlichen Größenordnung und ähnlichem Spektrum bekannt. Aus der mittelbaren Betätigung der öffentlichen Gesellschafter werden daher auf die private Wirtschaft keine negativen Folgen, sondern eher positive Effekte erwartet. Mit der umfangreichen Darstellung über Chancen und Risiken haben sich auch die gesellschaftsrechtlichen Organe der SAXONIA auseinandergesetzt. Der Aufsichtsrat fasste am 24.04.2006 den Beschluss, dass die Geschäftsführung vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistages, des Stadtrates und der Gesellschafterversammlung ermächtigt wird, die gesamten Geschäftsanteile der DBI-GmbH (Sitz: Halsbrücker Straße 34 in Freiberg) zu erwerben. Die Gesellschafterversammlung fasste im Anschluss einen inhaltlich gleichlautenden Beschluss. Zum Geschäftsführer wurde Herr Erich Fritz bestellt.

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Öffentlichkeits

arbeit Sponsoring Engagement, Teamgeist und das permanente Streben nach innovativen Lösungen und Perfektion sind wichtige Bausteine unseres Erfolgs und Teil unserer Philosophie. Um den Erfolg und unsere Erfahrungen weiterzugeben, unterstützt die SAXONIA unterschiedliche regionale Projekte, Initiativen und Vereine aus Wirtschaft, Wissenschaft, Sport und Kultur, die sich wie wir immer wieder ehrgeizige Ziele setzen. Besonderen Wert legen wir auch auf die gezielte und nachhaltige Förderung von Jugendlichen und sozial Benachteiligten, um ihnen langfristige Chancen in der Region zu eröffnen.

Caritas Freiberger Tafel e.V. Esther-von-Kirchbach e.V. Freiberg Förderverein Gottfried Silbermann e.V. Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V. Freiberger AGENDA 21 e.V. Freunde und Förderer der Bergakademie Freiberg e.V. Handballspielgemeinschaft Freiberg e.V. IÖZ TU Bergakademie Freiberg e.V. Miteinander Leben e.V. Mittelsächsisches Theater (Auswahl)

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E

ngagement auf regionaler Ebene, quer durch alle Generationen. Weil wir etwas bewegen wollen und

daran glauben, dass man nur gemeinsam Visionen ver- wirklichen kann.

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www.saxonia-freiberg.de Herausgeber: SAXONIA Standortentwicklungsund -verwaltungsgesellschaft mbH D-09599 Freiberg Alfred-Lange-Straße 15

Verantwortlich: Dipl.-Verwaltungswirt (FH) Erich Fritz Telefon: 03731 39 5010 Telefax: 03731 395013 E-Mail: saxonia@saxonia-freiberg.de Redaktion/Gestaltung: Alexander Eisenblätter Susann Müller Fotos: SAXONIA Hans-Jörg Walter, Zürich Photocase.com pixelio.de flickr.com

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Erfolgreich!

Jahresbericht 2006  

Jahresbericht SAXONIA 2006

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