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FAST FOOD IN HOHENEMS Eine schnelle Reise durch die Mittagsk端che


Es ist Mittagszeit in Hohenems und mir steigen die verschiedensten Aromen in die Nase. Orientalische Gewürzeh. Sauerkraut. Frittierfett. Ein starker, frisch gebrühter Kaffee verbreitet seinen Duft im Flur des Wohnblocks in dem ich mich befinde. Meine Neugier ist geweckt. Wer verbirgt sich hinter den Türen und welche Mahlzeiten wohnen diesen Gerüchen inne? Ich begebe mich auf eine schnelle Reise durch die privaten Küchen Hohenems. Ich lerne die Stadt durch ihre Bewohner, ihre Kulturen und ihre Mittagsrituale kennen, wie man es sicher so nicht auf einer Verköstigungsreise durch die Hohenemser Gastronomiebetriebe könnte.

Hohenems wird für mich von der fremden Stadt zur Erinnerung. Ich besuche eine Stadt, die für mich bis dahin nur ein größerer Fleck auf der Vorarlbergkarte darstellt. Durch diese spontane Reise, welche mir einen ungeschminkten Einblick in die private Mittagszeit gewährt, erfahre ich mehr als nur was gerne gegessen wird. Die verschiedenen Menschen, Kulturen und Geschichten verleihen Hohenems ein Gesicht, welches es durch andere Erfahrungen für mich wohl kaum bekommen hätte.


Es ist mittags und ich stehe im Flur eines Wohnblocks hinterm Friedhof. Schon beim betreten kriechen mir die Aromen der Mittagsvorbereitungen in die Nase. Ich kann mich gar nicht richtig entscheiden welcher Geruch hinter welcher Türe mich am meisten anzieht. Kurzer Hand entschließe ich mich für eine Türe, welche von einem Schild mit türkisch anmutendem Namen verziert wird. Meine Vermutung bewahrheitet sich und ein türkischer Mann lässt mich mit den Worten: „Wenn es um die Küche geht muss ich meine Frau fragen“, kurz in der Türe verweilen. Mit dieser Formulierung werde ich in meiner Reise noch öfters konfrontiert. Ich muss ein wenig schmunzeln. Die von mir erwartete schnelllebige Mittagszeit scheint in diesem Haushalt

nahezu in Zeitlupe abzulaufen. Freundlich und sichtlich interessiert lässt man mich die Küche besichtigen. Schnell schaue ich mich um und schieße meine ersten Fotos von Menschen, Mahlzeiten, Gerüchen und Geschmäcker. Die eingelegten Eier die ich auf dem Esstisch entdecke, sind auf einem Teller platziert und gerade auf dem Weg ins Wohnzimmer in dem der Fernseher läuft. Ansonsten scheint es als wäre das Mittagsritual noch nicht in Gange. Die Küche wirkt sehr aufgeräumt. Der Kühlschrank ist außer ein paar wenigen Nahrungsmitteln leer. Die Frau des Hauses versichert mir jedoch, dass alles was man für ein sattes Mittagsmahl braucht, im Keller in zwei großen Gefrierschränken aufbewahrt wird.


Fast Food in Hohenems