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Nr. 05 - 08 / Mai - Aug. 2013 120. Jahrgang www.nazareth.de

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Spurensuche


geistlicher impuls Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Komm und siehe! (Joh. 1, 43-51) Andacht zur Delegiertenkonferenz, 20.04.2013 Es ist dies die Geschichte von Nathanael, den Jesus in die Gruppe seiner Jüngerinnen und Jünger berufen wollte und der sich jedoch nicht sogleich überzeugen ließ. Es ist die Geschichte von Nathanael, der wohl ein frommer und gebildeter Jude war. Nacherzählung der Geschichte (Kursiver Text zitiert nach: Edwin Schulz, http://www.greifbar.net/Komm-undsieh.83.0.html) Es war ein sehr kühler Wintertag. Doch Philippus schwitzte. Er lief durch die Straßen. Er suchte jemanden. Normalerweise trafen sie sich immer auf dem Markt. Aber da war er heute nicht. Philippus war ganz aufgeregt. Das passiert einem ja nicht alle Tage, dass man plötzlich dem wichtigsten Mann der Geschichte gegenübersteht. Und dann sagte der auch noch: „Komm mit mir!“ Philippus konnte es nicht fassen. Er gehörte nun zum engsten Team des Auserwählten, des Messias, wie er bei ihnen genannt wurde. Seit Jahrhunderten hatte das ganze Volk auf ihn gewartet. Propheten hatten seine Ankunft vorhergesagt. Jetzt war er da und hatte ihn, Philippus, angesprochen. Das musste er unbedingt Nathanael erzählen. Aber wo steckte der nur? Vielleicht war er schon wieder zu Hause. Und tatsächlich da war er. Nathanael saß neben der Palme vor seinem Haus und blinzelte zu ihm

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hoch: „Was ist los? Brennt’s irgendwo? Dir steht ja der Schweiß auf der Stirn!“ „Nathanael, wir haben den Messias gefunden, den Auserwählten Gottes, von dem schon Mose und die Propheten geschrieben haben: Er heißt Jesus, ein Sohn des Josef, eines Mannes aus Nazareth!“ „Nazareth? Aus dem Kaff? Wo du nicht übern Markt gehen kannst, ohne beklaut zu werden? Was kann aus Nazareth schon Gutes kommen?“ Nathanael war skeptisch. Aber Philippus lässt sich in seiner Begeisterung nicht bremsen. Er sagt zu Nathanael schlicht und einfach: „Komm und sieh! Komm einfach mal mit!. Überzeug dich selbst!“ Und Nathanael kommt mit. Als Jesus Nathanael zu sich kommen sieht, sagt er: „Das ist ein echter Sohn Israels, ein ehrlicher und aufrichtiger Mann, ohne böse Absichten!“

(Erste Zwischenbemerkung: Was für eine höfliche Anrede. Was für ein Satz, den ich kaum lesen kann, ohne darin eine süffi-sante Ironie zu hören. Vielleicht eine para-doxe Intervention: wenn jemand schlecht über dich denkt und redet, so begegne ihm erst recht mit Freundlichkeit…) „Woher kennst du mich?“ fragt Nathanael ihn ganz verwundert. „Weißt du, Nathanael, schon bevor dich Philippus rief, sah ich dich unter dem Feigenbaum.“

(Zweite Zwischenbemerkung: Es soll in der Bibliothek von Jerusalem eine aufgezeichnete Legende zu dieser Textpassage geben, in der berichtet wird, dass zu der


Zeit, als König Herodes alle neugeborenen Jungen töten ließ, der junge Nathanael von seiner Mutter unter einem Feigenbaum versteckt und nicht gefunden wurde. Ob die Legende stimmen mag oder die Verwunderung Nathanaels eher der persönlichen Ausstrahlung Jesu geschuldet war, die trotz all seiner Abwehr so schnell und viel Nähe herzustellen vermag, lasse ich offen. Beides ist bemerkenswert.) Da bricht es aus Nathanael heraus: „Du bist der Sohn Gottes, der König von Israel!“ Jesus antwortet ihm „Du vertraust mir, weil ich dir gesagt habe, dass ich dich unter dem Feigenbaum gesehen habe. Ich sage dir, du wirst noch Größeres zu sehen bekommen.“ Und er spricht zu ihm; „Wahrlich ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn.“

Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Eine Frage, der sich die Diakonische Gemeinschaft Nazareth seit 1877, also seit 136 Jahren stellt. In jedem Fall ist der Titel Nazareth auch eine Solidaritätsadresse an jeden, der aus Nazareth kommt und an Jesus Christus im Besonderen. Die Herkunft Jesu aus dem schlecht angesehenen Nazareth passt in das Bild der Niedrigkeit seiner Geburt, passt zur Nähe Gottes, mit den Geringen und schlecht Angesehen. Da reihen wir uns als Nazarener gerne ein.

Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Menschen wie Philippus. Es braucht Leute in der Diakonie, die anderen hinterherrennen, sich nicht zu schade sind, die von dem erzählen, was sie glauben und erlebt haben mit Gott. Keine Bekehrer im Sinne von, ich bin richtig und du bist falsch, sondern freundliche Überzeugungstäter, Anstifter, (Virus-) Überträger, Anstecker, Mitreißer, … Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Es braucht auch Leute wie Nathanael, die zunächst abwarten, vielleicht auch abwehrend sind. Auch Abwehr hat in aller Regel gute Gründe. Es braucht Menschen, die ihre Zurückhaltung aufgeben und sich anstecken, infizieren lassen. Es braucht die Zweifler, die Unsicheren, die Bedenkenträger, sie stellen wichtige Fragen an das Leben. Alles stehen und liegen lassen, sofort? Das ist nicht jedem gegeben, und das ist gut so. Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Jesus der Gelassene, der die Unhöflichkeit Nathanaels übergeht, der durch seine Art des Zugehens und der Kontaktaufnahme besticht. Ich weiß nicht, warum Du so reagierst, wie Du reagierst. Ich weiß aber, dass ich freundlich bleibe. Auf die Ablehnung reagiert Jesus mit einem Beziehungsangebot: Respekt und Annahme, ich will dich nicht ändern, du bist, wie du bist, o. K., auch mit deiner Abwehr und Geringschätzigkeit, Jesus bleibt dabei: auch Du bist zur Nachfolge eingeladen. Mehr noch: ich kenne Dich, ich kenne deine Geschichte – und dies ist keine Bedrohung, sondern eher ein Angebot. Du bist mit allem angenommen.

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geistlicher impuls

editorial

Große Gesten für kleine Diakoninnen und Diakone aus Nazareth. Es braucht diese Menschen, die freundlich und hartnäckig an denen dran bleiben, die sonst keiner mehr will und die aufgegeben haben, darauf zu hoffen, dass es Menschen gibt, die sich ihrer annehmen.

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Leserinnen und Leser des nazarethbriefs,

Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Es braucht Menschen, die über den Tag hinaus denken und eine Idee, eine Vision haben. Sie machen die Seele und den Himmel weit. Ein Mensch mit Behinderung in Bethel fragte in einer Gottesdienst-Vorbereitungsgruppe, "wo steht eigentlich in Bethel die Himmelsleiter"? Eine grandiose Frage für eine Einrichtung, die sich den Namen Bethel gegeben hat, Haus Gottes, nach der Geschichte von Jakobs Traum von der Himmelsleiter. Der offene Himmel als Zeichen einer guten Verbindung zwischen Gott und Menschen, als Zeichen der verheißungsvollen Zukunft Gottes für die Menschen. Es braucht wohl immer wieder Mittler zwischen der großen Verheißung Gottes und den Niederungen menschlichen Lebens. Es braucht Menschen wie Jesus, die signalisieren, ja, ich kenne Dich, Du bist eingeladen, so wie Du bist. Und es braucht Diakoninnen und Diakone, die hiervon immer wieder berichten und genauso handeln. Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Komm und siehe! Eine Einsteiger-Geschichte für Diakoniker und solche, die es werden wollen. In jedem Fall: wir in Nazareth sind für Überraschungen gut!

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"Spuren des Diakonischen - Diakonische Spurensuche", so hatten wir das zurückliegende Nazareth-Wochenende überschrieben, und in der Tat fand sich im Verlauf der drei Tage reichlich "Diakonisches" wieder. In diesem nazarethbrief finden sich u.a. Berichte über das Wochenende. Wenn Sie sich darüber hinaus über die Inhalte informieren wollen, erhalten Sie umfangreiches Material (Vorträge, Bibelarbeit, Impulse der Jubiläumsgeschwister, Predigt) auf der homepage unserer Gemeinschaft unter www.nazareth.de/2 in der Rubrik Nachrichten. Reichhaltige Spuren enthält auch dieser nazarethbrief, der außerordentlich umfangreich geworden ist. Viele haben dazu beigetragen, herzlichen Dank dafür! Dieser nazarethbrief zeugt auch von dem großen und vielfältigen Reichtum unserer Gemeinschaft, von den vielen Geschwistern und Ereignissen, die uns in den letzten Wochen beschäftigt haben: • Berichte aus der Studierendenschaft sowie der Seniorenarbeit, • ein Aufsatz aus der Forschungsarbeit unserer Schwester Daniela HändlerSchuster zu Hausmüttern der 1940er und 50er Jahre, • Berichte aus Gremien, Gruppen und vom Familientag der Gemeinschaft, • der Abschied aus dem v.-PlettenbergStift, • Aktuelles aus Personalarbeit. Wenn Sie dieser nazarethbrief erreicht, werden sich viele von Ihnen zumindest gedanklich schon auf die Sommerferien vorbereiten. Geschrieben habe ich dieses editorial noch in den furchtbar nassen und

kalten Tagen Ende Mai. Nun, es bleibt zu hoffen, dass sich zwischenzeitlich "Entscheidendes" getan hat, um tatsächlich auch Sommergefühle aufkommen zu lassen, die Winterpullover endlich im Schrank zu verstauen und Heizungen abzustellen. Sollten wir in der Diakonie ein besonderes Talent darin haben, auf Zukunft hin zu leben? Ja!

Verwegenes Hoffen. In einer Welt, in der es viel Grund zur Hoffnungslosigkeit gibt, grenzt es an Verwegenheit, sich auf die Möglichkeiten zu konzentrieren und nicht auf die Unmöglichkeiten. (Ulrich Schaffer, Verwegenes Hoffen, 1990 , Edition Schaffer, S. 6)

Vielleicht wäre das auch so eine Spur des "Diakonischen". Hierzu sind wir ermutigt von Gott, gestärkt durch Jesus Christus und bewegt vom Heiligen Geist. Lassen Sie sich anstiften zu verwegenen Sommererfahrungen und Abenteuerreisen. Und: kommen Sie heile wieder!

Auf bald, Ihr/Eurer Wolfgang Roos-Pfeiffer

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berichte vom gemeinschaftswochenende Die Frage, die sich für die OrganisatorInnen des Nazareth-Wochenendes ganz zu Beginn des Wochenende stellte, war:

„Klappt es oder klappt es nicht“? Kirchentag für Daheimgebliebene Es klappte! Die Live-Schaltung über Skype in die Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde nach Hamburg-Ellerbeek stand! Mitarbeitende der Freiwilligenagentur Bethel und BläserInnen der Posaunenmission Bethel wollten dort im Rahmen des Kirchentags gemeinsam mit 100.000 anderen Menschen in Hamburg ein Feierabendmahl feiern, nicht aber, ohne zuvor Grüße nach Bielefeld in das Assapheum (und zurück!) los zu werden. Sogar ein –zeitversetzterKanon gelang uns und stimmte alle auf einen schönen Abend ein.

„Nicht ohne einander!“ war das Motto des Feierabendmahls. Jutta Beldermann und Paul-Friedrich Klein geleiteten mit

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Unterstützung von Händen und Füßen, von Bauch, Kehle und dem Herzen sowie einer Gruppe von daheim gebliebenen-Bläserinnen und Bläsern unter der Leitung von Hans Eisenberg, die anwesenden ca. 160 Geschwister gedanklich und praktisch durch das Feierabendmahl. Ein schöner und inniger Beginn eines NazarethWochenendes, an dem nichts ohne einander gelungen wäre!

„Spuren des Diakonischen – diakonische Spurensuche - so war zum Gemeinschaftswochenende eingeladen worden und dieses Motto zog sich wie ein roter Faden durch alle drei Tage. Am Morgen des Gemeinschaftstages begrüßte Karsten Rode die Anwesenden im Assapheum. In der Bibelarbeit nahm uns Jutta Beldermann mit in die Gedanken und Fragen des Mose. Er fühlt sich mit den vor ihm liegenden Aufgaben restlos überfordert und klagt vor Gott: „Warum gehst du so übel um mit deinem Diener?“ (4. Mose 11, 11 ff.). Gott trägt ihm auf, gleichgesinnte, kluge Menschen um sich zu sammeln, auf die ER zur Ermutigung und Stärkung seinen Geist auflegen will, damit die Arbeit getan werden kann. Die Wanderung des Volkes Israel durch die Wüste von der Knechtschaft in die Freiheit ist eine Parabel für ein Projekt, das nur gelingen kann, wenn es von vielen Schultern getragen wird und Gottes Segen auf ihm ruht. Das nicht wegzudenkende „Würstchen-Frühstück“ gab auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit zu lebhaften Gesprächen und Wiedersehensfreude.


berichte ... Historische und aktuelle Spurensuche Wolfgang Roos-Pfeiffer führte uns in seiner historischen Spurensuche über „Das Diakonische in Geschichte und Gegenwart der vBS Bethel“ in (scheinbar) alt bekannte Gefilde, aber auch in neu entdeckte Bedeutungen unterschiedlicher Aspekte. An den Reaktionen (meist der älteren Brüder) konnte man erkennen, wann er mit seinen Ausführungen „den Nagel auf den Kopf“ getroffen hatte! Pastor Bernward Wolf erläuterte in seinem Vortrag, wie das Diakonische in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen und darüber hinaus (unter anderem durch die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth) erlebbar gemacht werden könnte und kann. Beide Vorträge sowie die Bibelarbeit, sind in einer Dokumentation des Gemeinschaftstages auf der Nazareth-Homepage www.nazareth.de/2 veröffentlicht. Sie können aber auch in Papierform in der Geschäftsstelle der Gemeinschaft angefordert werden. Mit den Gedanken aus beiden Vorträgen waren alle Anwesenden gut beschäftigt und gefüllt –der Bauch jedoch drohte, sich leer zu fühlen, deshalb war es gut, dass die Mittagspause geplant war. Außer Suppen und Nachtisch gab es natürlich auch wieder reichlich Gespräche an den Tischen und in kleinen Gruppen auf dem sonnigen Bethel-Platz. Nachdem wir uns vormittags eher theoretisch mit den Spuren des Diakonischen befasst hatten, war nach dem Mittagessen Zeit für die Spurensuche ganz praktisch innerhalb unserer Gemeinschaft.

Herzliches Willkommen den Studierenden Zunächst konnten wir die neuen Studierenden des Studiengangs „Diakonie im Gemeinwesen- Soziale Arbeit und Diakonik“ (DG 12) der FHdD begrüßen. Einige von ihnen waren bereits durch ihre Beteiligung beim Feierabendmahl oder bei der Kinderbetreuung am Gemeinschaftstag, aber auch bei verschiedenen anderen Gelegenheiten des gemeinschaftlichen Lebens zuvor, aktiv in Erscheinung getreten. Herzlich willkommen ihnen allen!

Projekt „Netzwerk Diakonische Gemeinschaft Nazareth“ Wolfgang Roos-Pfeiffer gab im Namen des Gemeinschaftsrates einen kurzen Überblick über die aktuellen Bearbeitungsstände der verschiedenen Teilprojekte des „Projekts Netzwerk Diakonische Gemeinschaft Nazareth“ und warb um weitere Geschwister zur Mitarbeit. Obwohl es nicht möglich ist, alle Teilprojekte auf einmal und sofort zu bearbeiten, sind wir mit vielem doch schon auf einem sehr guten Weg!

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berichte vom gemeinschaftswochenende Änderungen in der Leitung des Gemeinschaftstages Mit der Einladung zum Gemeinschaftstag waren alle Geschwister über den gemeinsamen Antrag von Gemeinschaftsrat und Leitung des Gemeinschaftstages informiert worden, der sich auf die Leitung des Gemeinschaftstages bezieht. Rüdiger Noelle, mit 9 Jahren Erfahrung ein „alter Hase“ in der Leitung des Gemeinschaftstages, und Wolfgang Roos-Pfeiffer aus Sicht des Gemeinschaftsrates, erläuterten, aus welchen Gründen sich Gemeinschaftsrat und Leitung des Gemeinschaftstages entschlossen haben, gemeinsam den Antrag zu stellen, für eine Erprobungszeit von zwei Jahren auf die Wahl einer Leitung des Gemeinschaftstages zu verzichten. Die folgenden Rückfragen und Statements einzelner Geschwister machten auf unterschiedliche Weise deutlich, dass die demokratische Struktur, seit Anfang der 90er Jahre ein wesentliches Merkmal unserer Gemeinschaft, ein sehr hohes Gut ist, auf das

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niemand verzichten möchte. Dahingehende mögliche Bedenken konnten durch weitere Erläuterungen von Wolfgang Roos-Pfeiffer und Rüdiger Noelle sowie durch die Rückmeldungen einzelner Geschwister zerstreut werden. Dem Antrag wurde mit eindeutiger Mehrheit stattgegeben. Die Planungen für die nächsten Gemeinschaftstage werden also durch die Mitglieder des Gemeinschaftsrates übernommen, zur Vorbereitung und Durchführung der Gemeinschaftstage werden, wie bisher auch, Mitglieder der Gemeinschaft zu Hilfe gebeten. Es wäre ja schön, wenn dadurch jeder Gemeinschaftstag mit viel Schwung und Lust durchgeführt werden kann und die Entwicklung der Gemeinschaft weiterhin brummt und Kreise(l) zieht!

Eine Frage des Geldes Mitgliedsbeiträge Der nächste Tagesordnungspunkt ging ans Eingemachte: Unser Geld! Johanna Jarchow als Schatzmeisterin der Gemeinschaft präsentierte die Ergebnisse einer gründlichen Bestandsaufnahme der Beitragszahlungen in den letzten Monaten: • Mitglieder im Entsendungsverhältnis sind nicht mehr der Regelfall (z. Zt. ca. ein Drittel aller Mitglieder) • Es gibt zunehmende (Lebens-/Arbeits-) Situationen, die Ausnahmereglungen erfordern. • Es gibt keine Reglungen, ob, wann und wie lange Ausnahmeregelungen gelten. • Zurzeit gibt es bei mehr als 15% der Mitglieder unklare Beitragssituationen.


berichte vom gemeinschaftswochenende • Es herrscht eine gering ausgeprägte Kultur der aktiven Mitwirkung in Beitragsfragen.

Eine Beitragsordnung wird erarbeitet Zurzeit gibt es, außer der in der Ordnung benannten Verpflichtung aller Mitglieder, einen Beitrag zu leisten, keinerlei Schriftform, in der verbindliche Regelungen zu Zahlungsweise, Beitragsreduzierungen oder –befreiungen sowie ein transparentes Verfahren bei Nicht- Zahlung formuliert worden sind. All diese Überlegungen und Erfahrungen der vergangenen Monate (und wie wiederholt geäußert wurde, auch der vergangenen Jahre) haben dazu geführt, dass sich der Gemeinschaftsrat entschlossen hat, eine Beitragsordnung zu erarbeiten. Der Entwurf der Beitragsordnung lag auf den Tischen aus und wurde von den anwesenden Geschwistern zustimmend zur Kenntnis genommen. Sachdienliche Ergänzungen wurden geäußert und werden in die Beitragsordnung aufgenommen. Der Tenor dieser Debatte lautete: „Es ist für

alle Seiten gut, solch ein Regelwerk zu haben! Weiter so! Mit der Einladung zum Gemeinschaftstag im Herbst 2013 wird die Beitragsordnung an alle Geschwister verschickt mit dem Ziel, als für alle Mitglieder verbindlich verabschiedet zu werden. Bei Interesse ist es selbstverständlich möglich, auch den Entwurf der Beitragsordnung in der Geschäftsstelle zu erhalten. Der Gemeinschaftstag endete mit einem Lied und einem seinem Nachbarn / seiner Nachbarin zugesprochenen Segenswort. Erschöpft, erfüllt und zufrieden gingen die Geschwister auseinander.

Jubiläums-Sonntag Am Rogate-Sonntag feierten wir das 136. Jahresfest Nazareths mit der Ehrung der Jubilare und Jubilarinnen, die vor 25, 50 und 60 Jahren in ihr Amt als Diakon/ Diakonin eingesegnet wurden.Der Gottesdienst in der Zionskirche war von einer kleinen Gruppe von „gemischten“ Jubilarinnen und Jubilaren gemeinsam mit Jutta Beldermann vorbereitet worden. Sie luden die gut gefüllte Zionskirche u. a. gleich zu Beginn zu einer Zeitreise ein, in der Impressionen aus verschiedenen Jahren sich mit der Frage beschäftigten, welche Bedeutung das „Diakon- / DiakoninnenSein“ zu der Zeit eigentlich hatte. Sehr persönliche und berührende Aussagen wurden dort getroffen.

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berichte vom gemeinschaftswochenende Der anschließende Festempfang fand aufgrund der großen Anzahl der JubilarInnen im Assapheum statt. Viele Menschen nahmen jeweils Anteil an den Jahren, die der Jubilar oder die Jubilarin sich im Dienst befunden hat. Ein Dienst, der jeweils (diakonische) Spuren hinterlassen hat. [Anm.: das Jubiläums-Foto finden Sie auf S. 25] „Nazareth“ – das sind immer wieder Menschen, die sich begegnen; die sich austauschen; die unterschiedliche Meinungen haben; die argumentieren; die sich übereinander und aneinander freuen; die gemeinsam feiern, singen und beten können. Die Antwort einer Jubilarin auf die Frage, was ihr im Rückblick zum NazarethWochenende einfallen würde, lautete mit einem Seufzer und einem Lächeln: „Schön war´s!“ Dem ist aus meiner Sicht nichts mehr hinzuzufügen. Alles andere lassen Sie sich erzählen! Uta Braune-Krah Die Kollekten für das Ökumenische Netzwerk Flüchtlingsasyl betrug insgesamt 2.417, 84. Davon sind für medizinische Hilfe 876,70 Euro (Kollekte Freitag) und 1.541,14 Euro für Mieten und Wohnungsangelegenheiten (Kollekte Sonntag.

Allen Geberinnen und Gebern sei sehr herzlich gedankt!

Protokoll des Gemeinschafstages vom 04.05.2013 Lied Begrüßung durch Bruder Karsten Rode • Hinweis auf den gestrigen Gottesdienst • Vorgehensweise heute Vormittag / Nachmittag • Solidarkasse für Fahrkosten • Kollekte gestern 867.60 € für das Kirchenasyl • Es werden wieder 20 neue Mentoren/innen für die Begleitung der Studierenden der Fh-D gesucht, bisher haben sich insgesamt schon 70 Geschwister gemeldet • Hinweis auf das Bürgerbegehren des Freibades Gadderbaum • Hinweis auf die Aktion „Bethels Gedächtnis“ im Archiv • Geburtstage / Kranke Bibelarbeit von der Pastorin der Gemeinschaft Jutta Beldermann zu 4. Mose 11,11-25. Sie hat diese Bibelarbeit schon auf einer Betheltagung in Erkner b. Berlin gehalten, zusammen mit Frau Schellong von den Friedrich-v.-BodelschwinghSchulen. Vortag von Wolfgang Roos-Pfeiffer zum Thema: „Das Diakonische in Geschichte und Gegenwart der v. Bodelschwighschen Stiftungen Bethel – eine Spurensuche“ Vortrag von Pastor Bernward Wolf zum Thema: „Das Diakonische erlebbar

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berichte vom gemeinschaftswochenende machen – Beiträge der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth zu den Entwicklungen in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel“ • Am Ende des Vormittags hatten sich 209 Menschen in die Anwesenheitsliste eingetragen, davon waren 161 stimmberechtigt und 48 nicht stimmberechtigt / Gäste.

• Anschließend stellten sich die neuen Studierenden vor, in diesem Jahr fangen 43 neue Studierende an, 14 von ihnen waren persönlich im Assapheum. Bericht von Wolfgang Roos Pfeiffer zum Stand des Projektes Netzwerk Diakonische Gemeinschaft Nazareth: • Teilprojekt 1: Im Frühjahr 2014 wird es ein neues Mitgliederverzeichnis geben, zum einen in gewohnter Papierform und zum anderen in elektronischer Form, dadurch sind Veränderungen schneller umsetzbar. • Im Teilprojekt 2 wird ein Profil der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth erarbeitet, das nach Fertigstellung dann auch als Flyer erscheinen wird. • Das Teilprojekt 3 umfasst die künftigen Aufgabenstellungen von

Gemeinschaftsrat und der Leitung des Gemeinschaftstages, hierzu gibt es am Nachmittag eine ausführliche Darstellung und Diskussion. Das Teilprojekt 4 „Beitragsordnung“ wird auch am Nachmittag genauer vorgestellt und beraten. Das Teilprojekt 5, die Bezirksarbeit, ist in Arbeit und wird in den einzelnen Bezirken diskutiert und beraten Teilprojekt 6„nazarethbrief“, ab Frühjahr 2014 soll ein „Newsletter“ monatlich erscheinen, der gewohnte „nazarethbrief“ wird dann in größeren Abständen, dafür ausführlicher erscheinen. Im Teilprojekt 7 geht es um Seelsorge und Begleitung in der Gemeinschaft. Es ist deutlich, dass die Besuche zu runden Geburtstagen bei allen Geschwistern personell nicht leistbar sind, hier wird nach neuen Möglichkeiten der Begleitung gesucht. Das Teilprojekt 8 befasst sich mit dem Internetauftritt, dieser soll 2014 mit einer neuen Struktur starten.

Hier noch eine Bitte: zu allen Arbeitspaketen werden Geschwister gesucht, die mitwirken wollen und können. Interessenten können sich in der Geschäftsstelle der Gemeinschaft melden. Antrag Änderung Gemeinschaftstagsleitung: Es wird der gemeinsame Antrag des Gemeinschaftsrates und der Leitung des Gemeinschaftstages eingebracht und von Wolfgang Roos-Pfeiffer und Rüdiger Noelle erläutert. Die Präsentation zur Antragsbegründung kann in der Geschäftsstelle angefordert werden.

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aus der gemeinschaft «Mein Lohn ist, dass ich darf» (W. Löhe 1808-1872)

1. Der Gemeinschaftstag beschließt, dass der Gemeinschafsrat für die Erprobungszeit von zwei Jahren die Vorbereitung, Durchführung und Versammlungsleitung der kommenden Gemeinschaftstage wahrnimmt. 2. Der Gemeinschaftstag beschließt, ab heute für die Dauer der Erprobungszeit keine Wahl der Leitung des Gemeinschaftstages durchzuführen Abstimmung: Bei 104 Ja Stimmen, 9 Nein Stimmen und 1 Enthaltung wird der Antrag angenommen. Antrag Einführung Beitragsordnung: Einführung in das Thema durch Johanna Jarchow. Die Präsentation zur Antragsbegründung kann in der Geschäftsstelle angefordert werden Votum des Gemeinschafstages: Einstimmige Zustimmung zum Vorhaben. Ausblick: zum Herbstgemeinschaftstag 2013 wird die überarbeitete Beitragsordnung zur Abstimmung gestellt und vorher fristgerecht mit der Tagesordnung verschickt. Für das Protokoll: Jens Rosenfeld, Rüdiger Noelle

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Erkenntnisse zur Hausmutter-Funktion 1945-1995 in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel

Liebe Schwestern und Brüder aus Nazareth, Hauseltern waren im vergangenen Jahrhundert erste Ansprechpersonen für Kranke und Pflegebedürftige in den Häusern von Bethel. Heute verblasst die Bedeutung von Hauseltern zunehmend, u. a. weil immer weniger Mitglieder der damaligen Hauselternfamilien unter uns sind. Um dem Thema und seiner Bedeutung gerecht zu werden, entschloss ich mich Ende 2008, mich dem Feld von Hauselternfamilien zu nähern und mich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Zunehmend stieß ich damit auf die Bedeutung der Hausmutter, der in der Literatur nur wenig Beachtung geschenkt wurde. Jene Gespräche mit Angehörigen damaliger Hauselternfamilien waren anregend und boten mir verschiedene Einblicke in die Erinnerungen der damaligen Familien, die unter verschiedensten Bedingungen gelebt haben. Weil insgesamt nur wenige Kenntnisse darüber vorhanden waren, was Hausmütter in den Einrichtungen für Kranke und Pflegebedürftige bewirkten und welche Bedeutung dieser Funktion zugeschrieben wurde, entschloss ich mich, meine Studie auf die Bedeutung der Hausmutter-Funktion zu fokussieren. Entsprechend sortierte ich das Material und


aus der gemeinschaft fasste Gespräche in diese Richtung konkreter. Im Jahr 2012 habe ich meine Dissertation mit dem Titel „Betriebsfamiliale Systeme am Beispiel der HausmutterFunktion 1945-1995“ abschließen können Im Februar 2013, erschien eine Publikation aus der Dissertation in der pflegewissenschaftlichen Zeitschrift „PFLEGE“ unter dem Titel: „«Mein Lohn ist, dass ich darf». Wie Hausmütter den Machtverlust ihrer Position in Häusern für «Kranke und Pflegebedürftige» zwischen1945 und 1995 im Rückblick erinnerten“ Wie erinnerten Hausmütter berufsbezogene Entwicklungen in Pflegeeinrichtungen? In der letzten Publikation bin ich der Frage nachgegangen, wie Hausmütter in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts berufsbezogene Entwicklungen in Pflegeeinrichtungen erinnerten. Im Gesamtprojekt konnten von den 42 Personen, die befragt wurden, die Daten von neun Hausmüttern verwendet werden; diese Daten bildeten die Grundlage für die Publikation. Anhand der Erinnerungen der neun Hausmütter, die ich im Rahmen meiner Studie befragt habe, konnte beschrieben werden, dass die professionelle Gesundheits- und Krankenpflege in Wohn- und Hausgemeinschaften in Bethel vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an Bedeutung gewonnen hat. Die Entwicklungen lassen sich auf Bestrebungen zurückführen, Pflege als Handlungs- und Verantwortungsbereich zu professionalisieren, was vor allem gegen Ende der 1980er-Jahre an Bedeutung gewann. Hausmütter waren maßgeblich daran beteiligt, dass sich das Leben der Bewohner/-innen in den Einrichtungen von

Bethel zu einem freieren und autonomeren Lebensstil veränderte. Ich kann mich zum Beispiel gut an ein Gespräch erinnern, in dem mir eine frühere Hausmutter bildhaft erzählte, dass sie nicht mehr mit Hausmutter angesprochen werden wollte, weil sie sich nicht mit der Rolle identifizieren konnte. Dieser Aspekt war für mich in der Untersuchung besonders spannend, weil er darauf schließen ließ, dass Hausmütter durch ihre Bemühungen, sich für einen freieren und autonomeren Lebensstil einzusetzen, auch gleichzeitig daran beteiligt waren, ihre herausragende Bedeutung und ihre Stellung als Hausmutter zu hinterfragen. Hausmütter, mit denen ich sprach, hatten in der damaligen Zeit einen breiten Handlungs- und Verantwortungsbereich, sorgten für die innere Ordnung der Häuser und hatten überhaupt einen wesentlichen Anteil am Zusammenhalt in den Einrichtungen von Bethel hatten.

Fehlende Anerkennung Die Ergebnisse zeigten deutlich auf, dass Hausmüttern in Bethel die Anerkennung für ihre Arbeit lange Zeit verwehrt blieb. Hausmütter, die zu ihrem Lebensweg befragt wurden, bejahten diesen mehrheitlich, weil sie auch von dieser Rolle profitierten. Hausmütter förderten die Gesundheit der Bewohner/-innen auf ganz unterschiedlichen Wegen. Sie beugten bewusst gesundheitlichen Schäden vor und unterstützten die Bewohner/-innen in der Behandlung und den Therapien. Die Zusammenarbeit mit Angehörigen war häufig ein fester Bestandteil im Alltag. So lässt sich allein durch diese Aspekte eine

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aus der gemeinschaft Definition einer professionellen Pflegepraxis herstellen. Es waren die Hausmütter, die häufig in erster Instanz auf Notsituationen reagierten und Mitarbeitenden Aufgaben delegierten, damit der Alltag in den häufig so großen Häusern von Bethel funktionierte. Weil die Funktion der Hausmutter sowohl von Mitarbeitenden als auch von Bewohnern als so bedeutend wahrgenommen wurde und weil die Hausmütter die Möglichkeit hatten, Veränderungen zu erwirken und aktiv mitzugestalten, konnte ihnen zu Recht Autorität in ihrer Position zugesprochen werden, auf die ich im nazarethbrief in einer Ausgabe von 2011 bereits hingewiesen habe.

Die Erkenntnisse über die HausmutterFunktion für die Gegenwart Was bedeuten die Erkenntnisse für heute? Heute beruht ein Beziehungsprozess in der Pflegepraxis (noch immer) auf Vertrauen. Aber er impliziert selbstverständlich einen Privatbereich, den die Hausmütter von damals häufig nicht hatten. In neueren Konzepten der Pflege gewinnt die Grundidee des gemeinschaftlichen Wohnens wieder an Bedeutung, womit auch die Erfahrungen von früher aktuelle Bedeutung finden. Das Handlungs- und Verantwortungsfeld der professionellen Pflege muss heute klar deklariert und vor anderen transparent gemacht werden. Es muss deutlich werden, was Pflege leistet und wie wichtig Pflege im familiären Kontext ist. Hausmütter bewegten sich mit dem Verlust ihrer Funktion in einer Phase des Aufbruchs. Es war ein Aufbruch in der Pflegegeschichte, der mit einem Professionalisierungs-

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bestreben einherging, womit die Pflege an Bedeutung gewann. Die Funktion der Hausmütter ist daher ein Teil der Pflegegeschichte, die uns darauf hinweist, dass auch heute noch viele Pflegende eher unsichtbar sind, obwohl sie ja wertvolle Arbeit für Kranke und Pflegebedürftige leisten und diese auch zeigen und deklarieren können. Familienmodelle müssen heute professionelle Pflege klar benennen und anerkennen, damit die Arbeit, die wir kranken und pflegebedürftigen Menschen in unserer Gesellschaft zukommen lassen, auch entsprechend gewürdigt wird. Einige Publikationen zu diesem Thema können Sie über die Geschäftsstelle der Gemeinschaft beziehen. Noch in diesem Jahr soll ein Workshop für Interessierte zu diesem Thema in Bethel stattfinden, den ich zurzeit gemeinsam mit der Geschäftsstelle der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth, der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde sowie der Fachhochschule der Diakonie vorbereite. Diesbezüglich würde ich mich über einen Austausch mit Ihnen/Euch freuen. Mit besten Wünschen nach Bielefeld,

Ihre/Eure Daniela Händler-Schuster Zürich, 22.05.2013


aus der gemeinschaft Bericht von der Delegiertenversammlung April 2013 Am 20. April trafen sich rund 40 Delegierte aus Bezirken, Konventen und Gruppen sowie Jahrgangssprecherinnen und sprecher der Einsegnungskurse in Nazareth zur Frühjahrs-Delegiertenversammlung. Schwerpunktthema war die Arbeit in den Bezirken unserer Gemeinschaft. Hier konnten die Vertreterinnen und Vertreter von sehr unterschiedlichen Erfahrungen in der Bezirksarbeit berichten, von gelingenden Bezirkstreffen und Begegnungen, aber auch von teilweise sehr geringer Resonanz bei Mitgliedern der Gemeinschaft. Alle Bezirke sind zurzeit aufgefordert, eigene Ideen zur Weiterführung und Belebung der Bezirksarbeit anzustellen. Zwei Bezirke (Süd und Nordwest) haben eine Befragung der Mitglieder durchgeführt. Die Ergebnisse stehen noch aus. Die Mitglieder der Delegiertenversammlung sprachen sich wie zuvor auch der Gemeinschaftsrat dafür aus, die Bezirksarbeit in jedem Fall fortzusetzen. Die Bestimmungen der geltenden Ordnung sollten dahingehend überprüft werden, dass sie so wenig Hürden wie möglich für die Bezirksarbeit enthalten. Vielmehr solle das Selbstgestaltungspotential in den Bezirken gestärkt werden.

den Gemeinschaftstag im Mai 2013 zur Beratung anstehen. Ein erster Entwurf für eine Beitragsordnung der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth wurde vorgestellt und von den Delegierten begrüßt. Die Vorschläge der Gemeinschaftstagsleitung und des Gemeinschaftsrates zur Neuregelung der Leitung von Gemeinschaftstagen wurde intensiv, auch kontrovers diskutiert. Hier werden die Diskussion und weitere Meinungsbildung auf den nächsten Gemeinschaftstagen fortgesetzt werden. Die Delegiertenkonferenz schloss mit der gemeinsamen Feier des Abendmahls im Andachtsraum. Die nächste Delegiertenversammlung findet am Freitag, 11. Oktober 2013, statt und mündet am Samstag, 12. Oktober, in das Forum der Gemeinschaften, welches von Mitgliedern der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth und der Sarepta Schwesternschaft gemeinsam gestaltet wird. Das Forum der Gemeinschaften ist öffentlich! Termin bitte vormerken. Wolfgang Roos-Pfeiffer

Die Delegierten setzen sich auch mit Diskussionsvorlagen des Gemeinschaftsrates auseinander, die beim bevorstehen-

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+++ termin gemeinschaftstag 2014 +++ termin Liebe Geschwister – ungewöhnliche Daten erfordern ungewöhnliche Taten aten! Im kommenden Jahr 2014 feiert die Stadt Bielefeld ihren 800. Geburtstag und somit ein großes Stadtjubiläum! Unter dem Motto „ 800 Jahre Bielefeld - Das gibt´s doch gar nicht!“ werden das ganze Jahr über spannende Veranstaltungen angeboten, um ein breites Spektrum des Lebens in Bielefeld darzustellen (www.bielefeld800.de). Am 10. Mai 2014 findet ein sog. Diakonie-Tag in Bielefeld statt, an dem sich die unterschiedlichen Träger diakonischer Einrichtungen Bielefelds in der Zeit von 11.00 bis 16.00 Uhr mit Infos, Catering und Mitmachaktionen auf dem Jahnplatz sowie mit überraschenden Aktionen an den Haltestellen und in Stadtbahnen der Linie 1 präsentieren. Dieser Tag steht unter dem Motto: „unglaublich.wichtig – Diakonie gibt´s doch gerade in Bielefeld!“ Um möglichst vielen Mitgliedern unserer Gemeinschaft die Mitwirkung und / oder Teilnahme an diesem Ereignis zu ermöglichen, hat der Gemeinschaftsrat Nazareths beschlossen, diesen Tag gemeinsam mit der Sarepta Schwesternschaft als „Tag der Gemeinschaften“ zu begehen und neben einem eigenen Rahmenprogramm Möglichkeiten zum Besuch dieses Bielefeld-Tages der Diakonie zu eröffnen.

Den Vorabend zu diesem Großereignis, also den Freitag, 09.05.2014 werden wir als kleinen Gemeinschaftstag nutzen, um die Dinge und Anliegen vorstellen und entscheiden zu können, die dann anstehen. Aufgrund des großen Aufwands für dieses Fest verzichten wir darauf am 24. Mai, dem zwei Wochen später angestammten Termin, einen Gemeinschaftstag zu veranstalten. Unberührt von diesen Planungen feiern wir das Jahresfest der Stiftung Nazareth wie gewohnt am Sonntag Rogate, also am 25. Mai 2014. Hier werden auch wie immer die Jubilarinnen und Jubilare geehrt, die vor 25, 50 oder 60 Jahren (1989, 1954 und 1964) aufgenommen und eingesegnet wurden.

WICHTIG! Für 2014 bitte vormerken: Freitag, 09. Mai 2014: Abends „kleiner Gemeinschaftstag“ Nazareth Samstag, 10. Mai 2014: „Tag der Gemeinschaften“ und Teilnahme am Tag der Diakonie Sonntag, 25. Mai 2014: Rogate, Jahresfest Nazareth und Feier der Jubiläen

gemeinschaftstag 2014 +++ termin gemeinschaft 16


+++ termine +++ termine +++ termine +++ Einladung zum Stadtpilgern in Berlin, 19. Oktober 2013

"Geh-denken" ... ... oder über welche Welt reden wir hier eigentlich?" ein City-pilgrimage (Stadtpilgern) durch Berlin; Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebräer 13,14) Am Samstag, 19. Oktober besuchen wir gemeinsam "denkwürdige" Orte des Alltags in Berlin. An diesen wollen wir uns mit den unterschiedlichen Sichtweisen auf unsere Welt beschäftigen, reden, singen, schweigen und beten. In unterschiedlichen (kleinen) Gruppen werden wir zu verschiedenen Zielen pilgern. Dort gibt es etwas zu tun, zu hören oder zu sehen von den Sichtwiesen auf unsere Welt. Wir werden alle Pilgerwege gemeinsam um 10. 00 Uhr am Kloster Segen beginnen, uns mittags an einem gemeinsamen Ort treffen und dann wieder auseinander gehen. Zum Abschluss treffen wir uns wieder im Kloster Segen zu einem gemeinsamen Abendmahl und Austausch zum pilgrimage. (Wir nutzen dazu unsere Beine, die öffentlichen Verkehrsmittel und bei Bedarf für Geschwister, die nicht gut zu Fuß sind, auch Autos.)

Der Abschluss des Einkehrwochenendes wird am Sonntag, 20. Oktober der gemeinsame Besuch eines Gottesdienstes sein. Für Geschwister, die von außerhalb Berlins anreisen, besteht die Möglichkeit von Freitag, 18. Oktober 2013 bis Sonntag, 20. Oktober 2013 ein Quartier im Kloster Segen zu beziehen: Stadtkloster Segen, Schönhauser Allee 161, 10435 Berlin (www.stadtklostersegen.de) Über die Geschäftsstelle der Diakonischen Gemeinschaft haben wir vorsorglich 17 Betten in Einbett-, Zweibett- und Mehrbettzimmern reservieren lassen. Die Kosten der Unterkunft (inkl. Frühstück) betragen zwischen 32,50 und 42,50 Euro pro Nacht. Im Bedarfsfall ist eine anteilige Kostenübernahme der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth möglich.

Wir laden Sie und Euch herzlich zur Teilnahme ein und benötigen Ihre / Eure verbindlichen Anmeldungen spätestens bis zum 30. August 2013 .. ... unter: gemeinschaft-nazareth@bethel.de. Mit geschwisterlichen Grüßen aus Berlin, im Namen der Vorbereitungsgruppe Melanie Henke, Christof Buck u.a.

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aus gruppen + bezirken Bezirkstreffen im Südbezirk „Wie gestalten wir unsere zukünftige Bezirksarbeit in unserem flächenmäßig so großen Südbezirk?“ Mit diesem Thema beschäftigten wir uns auf unserem Frühjahrsbezirkstreffen am 27. April in Nieder-Ramstadt zusammen mit Schwester Melanie Henke und Bruder Christof Buck vom Gemeinschaftsrat. “ Dazu war es uns im Vorfeld sehr wichtig, auch den Versuch zu unternehmen, alle Geschwister im Bezirk mit einzubeziehen und so haben wir mit der Einladung zu unserem Treffen einen Fragebogen mit den folgenden 5 Fragen verschickt: 1) Welche Rolle/Funktion können die Bezirke für das gemeinschaftliche Leben in Nazareth haben? 2) Was hat sich in der Bezirksarbeit im Südbezirk bewährt? Was könnte/ müsste anders werden? Welche Ideen und Wünsche haben Sie? 3) Wie kann gemeinschaftliches Leben im flächenmäßig großen Südbezirk gefördert werden? Welche Ideen haben Sie? 4) Warum gelingt es nicht, neue bzw. jüngere Geschwister für die Teilnahme an Bezirkstreffen zu interessieren? Wie können gelingende Zugänge für diese Geschwister gestaltet werden? Was müsste passieren, damit diese Geschwister sich beteiligen? 5) Die Bezirksarbeit müsste dringend in jüngere Hände gelegt und neu strukturiert werden. Wer kann sich vorstellen,

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hier mitzumachen? Wen möchten Sie ansprechen und vorschlagen? Dieser Fragebogen wurde mit der Einladung zu unserem Treffen über das Büro unserer Gemeinschaft an alle Geschwister (55 Adressen) im Südbezirk verschickt, außerdem habe ich diesen Fragebogen auch in unser Nazareth Internet-Forum eingestellt. Bis jetzt sind 7 Fragebögen zurück gekommen, darüber hinaus haben 5 Geschwister per Brief ohne Fragebogen geantwortet. Unter diesen 12 Geschwistern, die reagiert haben, sind drei jüngere Geschwister, davon 2 Studierende, sie führen u. a. starke berufliche Belastung, Zeit- und Kostenaufwand ins Feld, um nach Nieder-Ramstadt zu kommen. Die übrigen 9 Geschwister, alle schon lange im Ruhestand und größtenteils treue Teilnehmer unserer Treffen, formulieren u. a., dass ihnen die geschwisterlichen Kontakte untereinander und zu den Geschwistern aus Nazareth sehr wichtig sind und unsere Treffen doch so ganz gut verlaufen würden, „das kann doch so bleiben und wir kommen gerne, so lange es uns gesundheitlich möglich ist.“ Wir haben bei unserem Treffen natürlich auch überlegt, mal im Südbezirk auf „Reisen“ zu gehen, wobei dies dann u. U. bezüglich Zeit und Ort von den Geschwistern vor Ort organisiert werden müsste, außerdem ist aufgrund der dünnen geschwisterlichen „Besiedelung“ in den Weiten des Südbezirks mit einer geringen Beteiligung zu rechnen. Im Südhessischen, Rheinhessischen


aus gruppen + bezirken und Limburger Raum wohnen viel Nazarethgeschwister, deswegen bisher immer Nieder-Ramstadt. Wir müssen einfach diese Fragen weiter bedenken, u. a. auch in unserem „Diakonietreff“. Hier treffen wir Nazarethgeschwister uns im Südhessischen Raum in der Regel alle 2 Monate nachmittags reihum privat. Dieses geschwisterliche Beisammensein ist uns sehr wichtig. Ein weiteres Thema auf unserem Treffen, vorgestellt von den Geschwistern des Gemeinschaftsrates, sind die 8 Teilprojekte des Netzwerkes Diakonische Gemeinschaft Nazareth. So haben wir hier auch in unseren nächsten Diakonietreffs reichlich Gesprächsstoff. Mit der Feier des gemeinsamen Abendmahles klang unser schöner Nachmittag aus. Noch einmal allen, die gekommen waren, und den Geschwistern vom Gemeinschaftsrat auf diesem Wege ganz herzlicher Dank!

Impulse 2014 Für die Geistlichen Impulse 2014 benötigen wir wieder Ihre / Deine Mithilfe! Wir bitten um Zusendung von geistlichen, nachdenklichen, fröhlichen, nachdenklichen … Texten, die in die Geistlichen Impulse 2014 aufgenommen werden können. Ebenfalls freuen wir uns über Geschwister, die Lust daran haben, einen der Monatssprüche für das kommende Jahr auszulegen. Unter uta.braune-krah@bethel.de oder in der Geschäftsstelle der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth, Nazarethweg 7, 33617 Bielefeld, werden alle Texte gerne bis zum 30. August 2013 entgegengenommen. Herzlichen Dank im Voraus! Uta Braune-Krah

Mit vielen Grüßen aus dem Südbezirk, Reemt Schipper.

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aus gruppen + bezirken Familientag Nazareth 2013 Wann war der Familientag? • Wie immer am Pfingstmontag. Was gab es zu „tun“? • Die Kinder konnten sich auf der Hüpfburg austoben. • Günter Felske beeindruckte mit seinen Jonglier-Künsten und gab sein Können weiter – vielen Dank! • Die Kinder konnten sich schminken lassen und am Basteltisch kreativ werden. Was gab es zu „schmecken“? • Frische Waffeln und dazu Kaffee, Bratwürstchen und Kaltgetränke. Was gab es zu „hören“? • Gute Gespräche, nette Begleitmusik und zum Abschluss des Familientags eine Andacht. Wer hat´s gemacht? • Das Team der Kellerkneipe, Studierende der FHdD und Mitglieder der Gemeinschaft. Wer kam zu Besuch? • Familien aus der Gemeinschaft Nazareth und Familien aus der Nachbarschaft. Trotz Regenwetter nahmen ca. 50 Menschen am Familientag teil und erlebten einen gelungenen Nachmittag.

Wir freuen uns bereits auf den nächsten Familientag – Pfingstmontag 2014! Lukas Ellinger, Karin Steinbrück

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aus gruppen + bezirken Abschied aus dem v.-Plettenberg-Stift Ende Juni 2013 gibt die Stiftung Nazareth das v.-Plettenberg-Stift auf. Bewohnerinnen und Bewohner wie auch Mitarbeiter-innen und Mitarbeiter haben nun viele Monate auf den Umzug in die neue Einrichtung des Stiftungsbereich Altenhilfe, das Seniorenzentrum Breipohls Hof, im Bielefelder Süden hingelebt und gearbeitet. Viele behördliche Auflagen hatten in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass der notwendige Investitionsaufwand zum Weiterbetrieb des v.-Plettenberg-Stiftes nicht leistbar war. Für die Diakonische Gemeinschaft Nazareth, für die Nachbarschaft der Schillingshofsiedlung und viele weitere Menschen bedeutet diese Veränderung auch den Abschied von gewohnten und bewährten Verbindungen. In zwei Veranstaltungen wurde dieser Abschied in besonderer Weise vollzogen. Am 21. April 2013 fand im Speisesaal des v.-Plettenberg-Stiftes ein großer und bewegender Abschiedsgottesdienst statt. Die Stiftung Nazareth, die Diakonische Gemeinschaft Nazareth, die Kirchengemeinde, die Schillingshofsiedlung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Bewohnerinnen und Bewohner sowie viele Angehörige, Nachbarn und Freunde nahmen in diesem festlichen Gottesdienst Abschied voneinander. Dankbarkeit für den erfahrenen Segen Gottes auf Haus und Menschen sowie Ermutigung für den Wechsel standen im Mittelpunkt dieses Festes. In einem Nazareth-Abend am 10. April 2013 nahm auch der Konvent der Schillingshofsiedlung Abschied vom Haus, das

über so viele Jahre und Jahrzehnte Heimat für gemeinschaftliche Veranstaltungen und Begegnungen war. Musikalisch bestens eingerahmt war dieser Abend vom Nazareth-Musizierkreis unter der Leitung von Bruder Roland Müller. Der Musizierkreis hat sich mit vielen, vielen Konzerten ebenfalls um die kulturelle und geistliche Prägung des Hauses sehr verdient gemacht. Nachfolgend sind Auszüge aus dem Grußwort des Ältesten unserer Gemeinschaft, Wolfgang Roos-Pfeiffer, zu diesem Abend abgedruckt: „Das v.-Plettenberg-Stift hat seit seiner Eröffnung 1969 für die Diakonische Gemeinschaft Nazareth eine besondere Bedeutung gehabt. Wenngleich zu betonen ist, dass dieses Haus keine Einrichtung der Gemeinschaft Nazareth oder eine nur für Gemeinschaftsmitglieder war, so ist doch das besondere Gepräge, das durch Mitglieder unserer Gemeinschaft hier lebendig geworden ist, wirklich bemerkenswert. Seit 1969, so hat Bruder Helmut Scholten errechnet, haben in diesem Hause 1.229 Bewohnerinnen und Bewohner gelebt. Von diesen waren 150, also ziemlich genau 12 %, Diakoninnen, Diakone, Ehepartner derselben oder andere Mitglieder unserer

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aus gruppen + bezirken Gemeinschaft. Ich war überrascht, dass es „nur“ 150 waren. Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, ich hätte mehr vermutet. Das macht einerseits deutlich, welch hohe Bedeutung dieses Haus für unsere Gemeinschaft hatte und andererseits aber auch, was der eigentliche Auftrag und Zweck dieses Hauses war, nämlich die ‚Versorgung alter und im Dienst der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel müde gewordener Mitarbeiter‘. Überhaupt erhielt ja die Schillingshofsiedlung dadurch ihr besonderes Gepräge, dass diese so etwas wie der Alterssitz pensionierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bethels, Eckardtsheims und darüber hinaus Nazareths sein sollte. In Zeiten knappen Wohnraums und der Präsenzpflicht für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollte, sollten die Werkswohnungen in den Anstalten bzw. Ortschaften für die im aktiven Dienst befindlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorbehalten sein. Sie alle wissen, dass viele Veränderungsprozesse dafür gesorgt haben, dass diese besondere Bedeutung der Schillingshofsiedlung und auch des v.-Plettenberg-Stiftes für die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel insgesamt und die Stiftung Nazareth so nicht mehr gegeben ist. Nicht zuletzt ist auch der Zuzug pensionierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Bethels allgemein wie auch der Nazareth-Geschwister im Besonderen in den zurückliegenden Jahren deutlich zurückgegangen. Von Beginn an stand das v.-PlettenbergStift unter Leitung eines Nazareth-Diakons bzw. einer Diakonin. Auf Bruder Wilhelm

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Hartmeier (1969 bis 1981), dem die Brüder Leisner und später Dörscheln als Pflegedienstleiter zur Seite standen, folgte Bruder Helmut Scholten, der 1976 zunächst als Pflegedienstleiter begann und 1981 die Hausleitung übernahm und mit seiner Familie in das Haus einzog. Bruder Scholten arbeitete insgesamt 24 Jahre im v.-Plettenberg-Stift, davon 19 Jahre als Hausleiter. Ihm folgte im Jahr 2000 Schwester Susanne Fleer, die bis heute Leiterin des Hauses ist. Den genannten Brüdern und der genannten Schwester standen viele Nazareth-Geschwister als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ganz unterschiedlichen Funktionen und Bereichen des Hauses zur Seite. Sie alle prägten mit je eigenen Gaben und Talenten auch das geistliche Leben und geschwisterliche Miteinander im v.-PlettenbergStift. In den ersten Jahrzehnten war das Leben hier auch davon geprägt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner in der Regel lange Jahre im Haus lebten und selbst in der Lage waren, das gemeinsame Leben aktiv mitzugestalten und zu prägen. Schon immer gab es eine große Nähe zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern der Schillingshofsiedlung insgesamt und den Menschen im v. Plettenberg-Stift. Die große Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement im v. Plettenberg-Stift war und ist ein besonderes Markenzeichen von Siedlung und Einrichtung gewesen: • Besuchs- und Assistenzdienste bei


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einzelnen Bewohnern durch Nachbarinnen und Nachbarn in der Siedlung; zahllose Unterstützungsleistungen durch Angehörige, entweder direkt für die pflegebedürftigen Eltern oder Verwandte oder z. B. durch die Mitarbeit im Heimbeirat; ungezählte Auftritte mehr oder weniger großer Chöre und Musikgruppen; die Gründung und Mitarbeit in der Hospizgruppe; die Beteiligung an den Hausandachten; das Betreiben der Kaffeestube; unzählige Feste und Feiern im Haus oder drum herum (auf der Wiese); die äußerst lebendige, verbindliche und kreative Arbeit vieler NazarethGeschwister im und für den Konvent – vormals Bezirk – Schillingshof …

Nicht genug ist aufzuzählen, was an ehrenamtlichem und professionellem Engagement hier geleistet wurde. Nicht genug ist allen zu danken, die sich hier aktiv eingebracht haben. Nicht genug ist Gott zu danken, der seinen reichen Segen über dieses Haus und alle Menschen darin und darum ausgebreitet hat.

Der Monatsspruch des Monats April 2013 aus dem Brief des Paulus an die Kollosser (2,6-7) lautet so: „Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben wie ihr gelehrt worden seid und seid reichlich dankbar.“

„…und seid reichlich dankbar!“ Reichlich dankbar sind wir für das, was sich hier durch vieler Hände Arbeit und durch Gottes Segen ereignen konnte. Es war und bleibt immer auch ein besonderes Stück lebendiger Gemeinschaftsgeschichte. Das v. Plettenberg-Stift war im wahrsten Sinne ein Ort gelebter Gemeinschaft, nicht als exklusiver Nazareth-Club, sondern als offene und jedermann/-frau einladende Gemeinschaft. Wir sind bei allen Sorgen hierdurch auch ermutigt und gestärkt für das, was hier mit dem Gebäude und der Siedlung insgesamt geschehen wird. Und ich wünsche mir, dass dieser Dank uns auch beflügelt, den Weg der Bewohnerinnen und Bewohner, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die neue Einrichtung engagiert und freundlich zu begleiten. Auch dort soll ein Stück Nazareth, ein Stück „Gemeinschaft verwirklichen“ Bethels erlebbar sein und bleiben. Gott segne alle, die daran hier oder dort mitwirken.“ Wolfgang Roos-Pfeiffer ... Fortsetzung: nächste Seite!

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aus gruppen + bezirken Aufruf zur Mitwirkung an der Nazareth-Andachtsgruppe:

Liebe Schwestern und Brüder, viele Mitglieder unserer Gemeinschaft haben in den letzten Jahren ehrenamtlich dazu beigetragen, dass einmal wöchentlich im v. Plettenberg-Stift eine NazarethAbendandacht stattfinden konnte. Hierfür gebührt sehr vielen Geschwistern großer Dank! Die Mitglieder des aktuellen Andachtskreises haben sich nach Beratungen mit der Einrichtungsleitung der neuen Einrichtung Seniorenzentrum Breipohls Hof bereit erklärt, auch dort zum geistlichen Leben im Hause beizutragen. Weiterhin soll einmal wöchentlich eine Abendandacht gestaltet werden. Wir suchen noch dringend Mitglieder unserer Gemeinschaft, die sich hier engagieren können und wollen. Alle, die bisher hier tätig waren, können von vielen guten Begegnungen und Erfahrungen berichten.

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Rückfragen beantworten sehr gerne unsere Brüder Stefan Warmuth und KlausDieter Oltersdorf. Bei Interesse melden Sie sich bitte in der Geschäftsstelle der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth, Tel. 0521 144-4152


Einsegnungsjubiläum Rogate 2013: 25jähriges Jubiläum: Waltraud Bäcker, Heinz-Joachim Baumann, Renate Baumann, Karin Bormann-Voss, Arnd Brömmelhörster, Jürgen Elmers, Bernd Hansen, Ulrike Hegener-Tarrach, Annette Herholt, Bernd Kruse, Stefan Lapke, Regina May, Stefan Mund, Friedrich-Wilhelm Niedernolte, Elisabeth Patzsch, Cordula Prinz, Christine Roth, Esther Salmingkeit-Winkens, Gudrun Schöniger, Heidrun Schulz-Scharmberg, Karina Schwanz, Uwe Schwarze, Ulrich Weber, Jörg Zahlmann; 50jähriges Jubiläum: Jürgen Biedert, Friedhelm Braun, Hindrik Jan Egbers, Ernst-August Eichhoff, Rudolf Falkenroth, Hans-Peter Gossing, Günter Grab, Tonni Havekost, Wilhelm Heidenreich, Otto Heinecke, Wiard Helmers, Werner Illert, Heinrich Jürgenbehring, Rudolf Kersten, Reinhold Klose, Ernst Lohmann, Wilfried Marx, Günter Matschke, Günter Oberschmidt, Harri Quentmeier, Martin Schlüer, Horst Tiemeyer; 60jähriges Jubiläum: Werner Both, Erich Etgeton, Gerhard Nolde, Gerhard Nottbrock, Ernst Pech, Kurt Rasokat, Lothar Schimmelpfennig, Eberhard Schmidt, Claus v. Arnim

jubiläum rogate 2013

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aus der seniorenarbeit Seniorentag der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth (auch für Seniorinnen) Wenn es Anfang März und ein Montag ist und wenn dann Posaunenklänge vor Nazareth erklingen und sich das Assapheum schon vor neun Uhr füllt,: dann ist Nazareth Seniorentag. In diesem Jahr war´s der 4. März.

Thema: Glaubensfrüchte – Gibt es bei uns etwas zu ernten? Zur Erinnerung: Im Lied EG 503 Geh aus mein Herz im Vers 13 heißt es: „…gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe“ (Text von Paul Gerhardt). Gut vorbereitet vom Seniorenbeirat mit Martin Kreutz starteten wir in den Tag und ins Thema: Anne Bach, Eberhard Westenfelder und Elisabeth Reich gaben persönliche Impulse zu den Wortpaaren: Mut und Angst, Gewissheit und Zweifel, Enge und Weite. An den Tischen ging es weiter mit dem Austausch eigener Lebens- und Glaubenserfahrungen und Überlegungen zu Hoffnung und Verzagtheit, Lust und Pflicht, Trost und Verzweiflung. Vielleicht gab´s auch ganz andere Themen. - Nein , wir mussten danach nicht im Plenum unsere „Ergebnisse“ präsentieren und das war auch gut so. Das Gleichnis vom Vierfachen Acker, Matthäus 13, 3 ff hat uns Frau Pastorin Beldermann durch die Bibelarbeit näher

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gebracht: Erst mal versetzten wir uns in die Zeit und den Ort, den Jesus vor Augen hatte bei seinem Gleichnis: Selbst bei sorgfältiger Arbeit des Sämannes fällt der Same nur teilweise auf gutes Land. Die Steine im Acker und die schnell wachsenden Dornen reduzieren den Ertrag. Der Ertrag muss ihn und seine Familie bis zur nächsten Ernte ernähren. Es geht nicht um den maximalen Gewinn und den Wettbewerb mit anderen, auch nicht in unserem Glauben. Ernten, das heißt zuhören können und verstehen. Wer versteht, kann Frucht bringen, kann sich nähren. Das Säen geht nie zu ende, geht immer weiter, mit der Möglichkeit, sich, den Boden zu verändern. Glaubensfrüchte in Nazareth, das ist: Zuhören und sich äußern, das ist auch ein kräftiger Choral - Gesang aus ca. 200 Kehlen. Das ist Roland Müller, seit (beinahe) 60 Jahren mit dem Nazareth Chor, und Hans Eisenberg mit dem Posaunenchor. Glaubensfrüchte – das ist auch: dankbar zurückblicken auf die Jahre der NazarethZugehörigkeit: Hans Höner mit klarer, fester Stimme berichtet von seinen Erlebnissen seit 1943, Siegfried Ibelings mit Witz und Humor von seiner Zeit seit 1953 und Karin Bormann–Voß von ihrem Weg in Nazareth und ihrer Arbeit von 1985 an. Nazareth-Seniorentag, das ist auch: gute Versorgung mit Essen und Trinken, Freude über das Wiedersehen mit vielen Weggefährten, Gespräche, die schnell nicht


aus der seniorenarbeit nur oberflächlich sind. Zum Glück war dafür Zeit eingeplant. Nazareth-Seniorentag, ein Gemeinschaftstag der besonderen Art. Schade eigentlich – nach meinem Eindruck wäre dieses Thema und dieser Tag auch für andere interessant gewesen.

Wir treffen uns wieder am ersten Montag (dem 3.3.) im März im Jahr 2014, vielleicht zu einem „Mehrgenerationentag.“ Mit Dank an alle Mitwirkenden!! Elisabeth Reich

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aus der seniorenarbeit Seniorenseminar vom 18. – 22. März 2013 Zum wiederholten Mal trafen wir uns in der Begegnungsstätte „Institut Vita“ in Rietberg. Wir waren 28 TeilnehmerInnen. Nach Zimmerbezug, Kaffeetrinken und Vorstellungsrunde kamen wir zum Thema der Tagung „Was mich hält, wer stützt mich?“ Überwiegend waren wir der Meinung, dass wir uns in der Gemeinschaft Nazareth, ob in Kursen, Konventen oder anderen Begegnungen, getragen, gehalten und gestützt fühlen. An drei Vormittagen hat uns Bruder Wilfried Diekmann in beeindruckender Weise einige Kapitel des Markus Evangeliums, die erste antike Jesusbiographie, ausgelegt. Aktuelles aus Nazareth war das Thema am 2. Nachmittag. Bruder Wolfgang Roos-Pfeiffer stellte uns das Projekt „Netzwerk Diakonische Gemeinschaft Nazareth“ vor. Es bedarf aber ganz sicher noch weiterer Verständnisfragen. Bruder Martin Kreutz fragt an, ob es Themenvorschläge für den nächsten Seniorentag gibt. An einem Nachmittag besuchten wir das ehemalige Franziskanerkloster in Rietberg. Abschließend hörten wir in der Kirche ein Orgelkonzert – Werke von Bach und Mozart. An einem weiteren Nachmittag referierte Bruder Wilfried Diekmann zum Thema: „Das Volk fürs Himmelreich retten“ aus einem Briefwechsel Friedrich von

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Bodelschwinghs mit seinem Freund Braun aus Berlin Es war auch sehr interessant. Natürlich kamen Erzählen und Singen nicht zu kurz. Alles in Allem: Wir fühlten uns in dem Haus sehr wohl und können es nur weiter empfehlen. Auch für das leibliche Wohl wurde gut gesorgt. Mit einer kleinen meditativen Besinnung haben wir in der neuen Kapelle der Einrichtung die Tage ausklingen lassen. Danach haben wir uns voneinander verabschiedet und hatten den Eindruck, dass wir uns auch in dieser Gemeinschaft getragen und gehalten fühlten. Wir danken Bruder Wilfried Diekmann, Bruder Kay-Werner Marxen und Bruder Eberhard Westenfelder ganz herzlich für die gute Vorbereitung, Durchführung und Begleitung des Seminares. Magdalene Weduwen Bitte vormerken:

Das nächste Seniorenseminar findet vom 31. März – 4. April 2014 in Rietberg statt. Bruder Heinrich Jürgenbehring hat zugesagt, die Bibelarbeiten zu „Johannes, das außerordentliche Evangelium“ zu halten. Nähere Einzelheiten zum Seminar folgen im Herbst 2013.


aus dem stiftungsbereich altenhilfe Liebe Geschwister, Betreutes Wohnen in barrierefreien Wohnungen bietet das Wohnstift Frieda v. Bodelschwingh in Bethel an. Zurzeit sind folgende Appartements verfügbar: App. E.21 (61,07 m²), Erdgeschoss, Blick in den Garten, eigene Terrasse, 2 Zimmer mit Küchennische (ohne Kücheneinrichtung), geräumige Nasszelle und Abstellraum im Keller; Miete 1.166,43 € (incl. Abschlag Nebenkosten), zzgl. 116 € Servicepauschale App.M.12 (25,89 m²), 2. Etage mit Blick Richtung Promenade, 1 Raum mit Küchenzeile, geräumige Nasszelle und Abstellraum im Keller; Miete 594,50 € (incl. Abschlag Nebenkosten), zzgl. 116 € Servicepauschale App. D.05 (26,48 m²], Dachgeschoss, Blick in den Garten, Zugang nicht barrierefrei, 1 Zimmer mit eigener Nasszelle, Abstellmöglichkeiten auf dem Dachboden, Gemeinschaftsküche auf der Etage; 372,57 € (incl. Abschlag Nebenkosten), zzgl. 116 € Servicepauschale Für weitere Informationen oder Besichtigungen steht Ihnen Diakonin Elfriede Schultjan, Tel. 0521/144-4071 gerne zur Verfügung! S.a: www.wohnstift.altenhilfe-bethel.de

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jahreslosung 2013 Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. (Hebräer 13,14) Das Jahresmotto der Ev. Jugend Hagen entsteht immer während der Herbstferien. Dort sind wir mit ca. 120 Ehrenamtlichen in der Ausbildung Ehrenamtlicher, die sich Gedanken machen zur neuen Jahreslosung und über die ganzen fünf Tage auf einer Pinnwand das neue Jahresmotto formulieren, zeichnen und diskutieren. Zum Ende stimmen wir eine Tendenz ab und nehmen mit unseren Grafikerinnen und Grafikern Kontakt auf, die daraus eine Postkarte machen, in diesem Jahr sogar zwei. Unsere Jugendreferentinnen und Jugendreferenten, Pfarrerinnen und Pfarrer nutzen diese Karte dann zum Start ins neue Jahr für Jugendgottesdienste, Konfirmandenunterricht etc., sie werden eingesetzt bei unserer Dankeschön-Feier für alle Ehren- und Hauptamtlichen und wandern auch mit in unsere Schulprojekte und Jugendzentren, wo sie ausgelegt werden. So ist die Jahreslosung das ganze Jahr im Einsatz und spricht Jugendliche und junge Erwachsene da an, wo sie ihre Freizeit verbringen oder zur Schule gehen. In Anlehnung an die Jahreslosung 2013 formulierte die Ev. Jugend Hagen ihr Jahresmotto: Zu mir oder zu dir?

"Zu mir oder zu dir?" fragt Gott. "Zu dir?" Ich schaue ihn mit großen Augen an. "Auf keinen Fall! “Dazu lebe ich zu gern hier auf dieser Erde mit meinen Freunden und in meiner Familie. Außerdem gibt es so viele tolle Orte, die ich liebe, und welche, die ich noch sehen möchte. Ich schau mir gern noch ein bisschen an, was es hier zu sehen gibt." "Na dann, also doch zu mir,“ grinst Gott. "WIESO?" frag ich. "Na, weil ich da ùberall auch Zuhause bin. Freundschaft - ist meine Idee - und in ihr bin ich Zuhause. Liebe ist meine Idee, und wo sie lebt, lebe ich auch. Diese bunte Welt entspringt meiner Phantasie - ich bin in ihr." "Na dann - auf zu Dir und Mir"- lache ich zurück. "Komm, begleite mich, dann bist Du nicht so allein ;-)" "Okay“, sagt Gott, "das mache ich.“ In diesem Moment spüre ich, wie eine Kraft in mir aufsteigt, die nicht von dieser Welt ist. Diakon Frank Fischer Leiter der Ev. Jugend Tel: 02331-3492021 Mail: info@ev-jugend-hagen.de

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aus der studierendenschaft DYNAMO DIAKONIA AUF DEM HERMANNSWEG Im letzten nazarethbrief war er angekündigt, nun hat er stattgefunden:

Der Dynamo-Diakonia-Wandertag. Die Füße schmerzen immer noch, die Beine sind voller Muskelkater und der Kopf ist leicht gerötet von der Sonne. Aber trotzdem, wir haben es Alle geschafft. Trotz individueller Voraussetzungen, welche von gänzlich untrainiert über Jakobswegerfahren bis hin zum trainierten Läufer reichen. Aber der Reihe nach: Im Vorfeld war der Wandertag in unterschiedlichen Medien angekündigt und beworben worden: bei Facebook, im FHdD-Netzwerk, im nazarethbrief, per Mundpropaganda etc. Immer verbunden mit der Bitte, sich anzumelden. Dies führte zu immerhin 30 Anmeldungen im Vorfeld, bei einer Zahl von ca. 100 Studierenden im Studiengang Diakonie im Gemeinwesen (welche ja bisher am meisten mit unserem Sportverein Dynamo Diakonia zu tun haben) doch eine beachtliche Zahl. Zusätzlich zu den Studierenden meldete sich Siegfried Ibelings aus der Gemeinschaft nach dem Erscheinen unseres Artikels im nazarethbrief an, ein Umstand, der uns besonders freute, ganz nach unserem Motto: „Dynamo ist inklusiv“. Wir wollen keine Gemeinschaft von Studierenden sein, die unter sich bleibt, wir wollen über unsere Sportmannschaft Aktionen auf die Beine stellen, die sich an alle Interessierten richten!

Zum vereinbarten Treffpunkt auf der Sparrenburg in Bielefeld erschienen am Donnerstagmorgen lediglich 18 hochmotivierte Teilnehmer. Fairerweise muss jedoch erwähnt werden, dass einige Personen am Tag vorher abgesagt hatten, vielleicht bekam doch der Eine oder die Andere kalte Füße aufgrund der zu bewältigenden Strecke von mindestens 34km. Noch leicht verschlafen wurde um kurz nach 8.00 Uhr das obligatorische Gruppenfoto geschossen, danach startete die Gruppe auf den Hermannsweg. Voller Elan wanderten wir mit hohem Tempo los. Mit zu hohem Tempo, wie sich später herausstellen sollte. Zunächst ging es über die gut ausgebaute Promenade in Richtung Brands Busch, immer dem weißen H im schwarzen Kästchen hinterher. Kurz hinter dem Otto-Riethmüller-Haus wurde die

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aus der studierendenschaft Bodelschwinghstraße überquert und der erste Anstieg begann. Auf der Kammhöhe angekommen, ging es weiter in Richtung „Eiserner Anton“. Dort angekommen gab es eine erste kurze Pause, aufgrund des sich rasch verdunkelnden Himmels und des starken Windes beschlossen wir jedoch, schnell weiterzuwandern, da Regen zu befürchten war. Je näher wir jedoch dem ersten Etappenziel, Oerlinghausen, kamen, desto freundlicher wurde das Wetter. Die Jacken konnten im Rucksack verstaut werden und die ersten blau-weißen Trikots kamen zum Vorschein. Kurz nach 11 Uhr wurde die Kirche in Oerlinghausen erreicht, dort trafen wir auf Siegfried, welcher uns auf den kommenden Kilometern begleiten wollte.

denkmals motivierte alle zum Weiterlaufen. Langsam nahm das Tempo ab, die Kilometerzeiten wurden länger und länger, das Gruppengefüge jedoch besser und besser. Die verbliebenen Wasservorräte wurden geteilt, Kekse machten die Runde, Traubenzucker wurde verteilt. Als schließlich der Hermann das erste Mal am Horizont auftauchte, gab es keine Ausreden mehr. Jedem und Jeder war klar, dass man es jetzt auch schaffen möchte! Wir waren schließlich nicht über 30km und 7 Stunden gewandert, um so kurz vor dem Ziel aufzugeben. Die Bergankunft sollte zur ultimativen Prüfung für jeden von uns werden. Am Ende unserer Kräfte schleppten wir uns die letzten 3,5 km bei gefühlten 27% Steigung den steinigen Waldweg hinauf.

Nach einer ca. halbstündigen Pause im strahlenden Sonnenschein ging es weiter, frisch gestärkt mit Eis, Kaffee und Keksen. Zurück auf der Kammhöhe, passierten wir die Kummetonne, eines der Wahrzeichen Oerlinghausens. Im stetigen Wechsel von schattigen Waldwegen und sonnigen Freiflächen passierten wir die alte Einsiedlerkapelle auf dem Tönsberg und erreichten schließlich die Gaststätte „Bienen-Schmidt“. Leider war diese geschlossen, sodass der ersehnte Toilettengang für die Damen nicht stattfinden konnte. Da sich die ersten Sonnenbrände zeigten, beschlossen wir, schnell weiterzuwandern, das nächste Etappenziel waren die Donoper Teiche. Langsam zeigten sich erste Ermüdungserscheinungen, die ersten 25km forderten ihren Tribut. Trotzdem zog die Gruppe weiter, die Aussicht auf das Erreichen des Hermanns-

Nach 8 Stunden hatten somit 18 Wanderer/Innen das Hermannsdenkmal erreicht und die 34 km des Hermannsweges zwischen Bielefeld und Detmold bewältigt. Als kleine Anekdote am Ende sollte noch erwähnt werden, dass der eingeplante Linienbus zum Detmolder HBF aufgrund des Wochentages leider nicht fuhr, sodass zur absolvierten Strecke noch einige Kilometer hinzukommen sollten, am Ende sollten für jeden von uns mindestens 40km zusammengekommen sein.

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Markus Bachmann, Studierender des DG 11


aus der ev. bildungsstätte INFO aus der Studierendenschaft Liebe Schwestern und Brüder! Gerade liegt das fünfte Forum der Studierendenschaft hinter uns und es gibt Anlass, ein wenig Bilanz zu ziehen. Das Thema dieses Forums war „Alt trifft Jung“. In meinen Augen war es ein sehr interessanter Abend der Begegnung, weil doch so einige da waren in der Kellerkneipe und sich der Ort und die Gelegenheit bot, sich mit den verschiedenen Lebenswegen und Zugangsmöglichkeiten zu Nazareth auseinanderzusetzen. Was ich für mich persönlich von diesem Abend mitnehme, ist, dass unabhängig von den unterschiedlichen Zeitumständen, eine Gewissheit über Gottes Nähe im eigenen Leben eine zentrale Rolle spielt, aber auch, dass verschiedene familiäre Zusammenhänge überschattet sind vom Nazarenertum und von der Zugehörigkeit zu Bethel. Ich meine dies nicht wertend, doch in vielen der Geschichten , welche ich an diesem Abend vernommen habe, war es so, dass die Eltern religiös waren und die Kinder nicht unbedingt in deren Fußstapfen treten wollten, dann aber doch in Nazareth und / oder Bethel gelandet sind. Was ich schön finde, ist das Interesse aneinander. Sowohl der älteren Diakone und Diakoninnen am Nachwuchs, aber auch umgekehrt. Das Interesse daran, was damals anders war und warum es vielleicht so war. Neben dem Abend mit Werner Arlabosse im März, bei welchem

auch reges Interesse der Studierenden am Engagement Nazareths in Bezug auf das derzeitige Studium „Diakonie im Gemeinwesen“ deutlich wurde, wird mir dieses Forum in sehr angenehmer Erinnerung bleiben, weil es so von gegenseitigem Interesse geprägt war. Von Seiten der Studierendenschaft kann ich nur sagen, das war einer der Gründe dafür, warum wir dieses Forum ins Leben gerufen haben, und ich freue mich auf weitere solche Veranstaltungen. Im Juni werden wir einen kleinen BethelRundgang mit Reinhard Neumann und Joachim von Haebler machen, der an der Brockensammlung mit einem Input von Rüdiger Wormsbecher starten wird. Auch dies wird in diesem Jahr sicherlich ein Highlight sein und Ihr, egal welchen Alters, seid alle herzlich eingeladen daran teilzunehmen! Starten wird er am letzten Montag im Juni um 18 Uhr vor dem Haupteingang Nazareths. Im Anschluss gibt es bei gutem Wetter die Möglichkeit, in der Kellerkneipe bei Wurst und Getränk den Abend Revue passieren zu lassen. In diesem Rahmen möchte ich gerne auch den Mitgliedern der Kellerkneipe nochmals meinen Dank aussprechen, die unsere Angebote immer nach besten Kräften unterstützen und alle dazu auffordern, sich doch mal häufiger an diesem Treffpunkt unserer Gemeinschaft sehen zu lassen! In diesem Sinne, Euer Sebastian Ulrich

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aus der personalarbeit Neues Entgelterhöhung der AVR DW-EKD Die Arbeitsrechtliche Kommission des Diakonischen Werkes der EKD (ARK DWEKD) hat am 17.04.2013 die Erhöhung der Entgelte für die AVR-Anwender beschlossen. Der Eckpunktebeschluss beinhaltet u.a. folgende Regelungen: 1. Lineare Vergütungserhöhung Die Tabellenwerte der entsprechenden Anlagen zum AVR werden ab dem 01. Juni 2013 um 3,1 % sowie ab dem 01. März 2014 um weitere 1,3 % erhöht. 2. Urlaub Ab dem 01. Juni 2013 neu eingestellte Mitarbeitende erhalten in der FünfTage-Woche einen Urlaubsanspruch im vollen Urlaubsjahr in Höhe von 29 Tagen. Nach Vollendung des vierten Beschäftigungsjahres erhalten die Mitarbeitenden 30 Tage Urlaub. 3. Flexibilisierung Für Einrichtungen, die sich in schwieriger Situation befinden (z.B. wegen zu geringer Refinanzierung) hat die ARK DW-EKD verschiedene Flexibilisierungsmöglichkeiten beschlossen. So können Einrichtungen der Altenhilfe, der Rehabilitation, der Jugendhilfe sowie ambulante Dienste und Beratungsstellen zukünftig die Jahressonderzahlung um 75 statt bisher 50 % reduzieren, wenn das betriebliche Ergebnis negativ ist

Standortbestimmungsseminar 2013 Am 08./09.11.2013 findet das nächste Seminar zur „Orientierung im Berufsleben

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– ein Seminar zur eigenen Standortbestimmung“ im Haus der Stille, 33617 Bielefeld, statt. Dazu laden wir im Rahmen des Personalentwicklungskonzeptes herzlich ein! Wer Interesse an diesem Seminar hat, kann sich über Bildung & Beratung Bethel direkt anmelden (Seminarnummer GSA13-129). Für die Geschwister in Nazareth und Sarepta übernehmen wir den Teilnahmebeitrag (ohne Verpflegungskosten). Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung! Mit sommerlichen Grüßen

i.A. Joachim Hood, Personalreferent Telefon +49 521 144-4119, Mail: joachim.hood@bethel.de Web: www.personal-bethel.de


Juni 27. 29. 29.

juniNazareth-Frühstück

12. 13. 19. 25. 26. 22.

48 Nazareth on Tour Bibliodrama für Frauen Mirjam tanzt

Juli 03.-12.

juliBaltikum Reise - Kay Werner

Marxen Gemeinschaftsrat Pilgern im Pott Nazarethkreis Eckardtsheim Nazareth-Frühstück Vertretungsausschuss Sommerferien NRW bis 03.09.

August 29. Nazareth-Frühstück 30. Vertretungsausschuss/ Klausur

august

September 11. Erzählkneipe: Jens MeyerPrystav, Walter Spratte 11. Gemeinschaftsabend Schillingshof 13. Gemeinschaftsrat 13. Nazarethkreis Eckardtsheim 20. Vertretungsausschuss 20. Vollversammlung der Mitglieder im Entsendungsverhältnis 20. Abend vor dem Gemeinschaftstag 21. Herbstgemeinschaftstag und Aufnahme 22. Einsegnung 27. Vertretungsausschuss 28. Bezirkstreffen Süd 28. Bezirkstreffen Rhein/Ruhr/ Sieg

september

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termine

Der nazarethbriefaus der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth / Bethel wird kostenlos an alle Mitglieder der Gemeinschaft versandt.

Herausgeber: Gemeinschaftsrat der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth in der Stiftung Nazareth in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel; verantwortlich: Wolfgang Roos-Pfeiffer; Redaktion: Uta Braune-Krah; Layout + Satz: Martin EickhoffDrexel; Druck: proWerk - ServiceCenter Druck, Quellenhofweg 27, 33617 Bielefeld; © 2013

Anschrift: Diakonische Gemeinschaft Nazareth, 33617 Bielefeld, Nazarethweg 7. Telefon: 0521/ 144-4118, Fax: 0521/144-4151, http:// www.nazareth.de.

Bankverbindung: 2 101 660 012 bei der KD-Bank (BLZ 350 601 90)

Nazarethbrief-2013_05-06-07-08  

Der Nazarethbrief ist das Mitteilungsheft der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth in Bielefeld-Bethel. Ausgabe 2013_05-08 | Mai - Aug. 120. J...

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