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nazarethbrief diakonische gemeinschaft nazareth

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Nr. 08 / 09 / 10 / 11 - Aug. / Sept. / Okt. / Nov. 2011 118. Jahrgang www.nazareth.de


inhalt Seite editorial ........................................................................................................ 3 aus der gemeinschaft: Ergebnis der ร„ltesten-Wahl ...................................................................... 4 Verabschiedung von Bruder Friedrich-Wilhelm Meine ............................... 5 Die Diakonische Gemeinschaft und ihre Einkehrtage ................................ 6 stiftArt ...................................................................................................... 7 Zeit.Punkt ................................................................................................. 8 Nazareth-Studierende ............................................................................ 10 nazarethwochenende: Impressionen .......................................................................................... 11 aus dem vedd: Zu ehemaligen Heimkindern (C. Christian Klein) ...................................... 15 aus mission und รถkumene: Neues aus Lutindi (Erich Mรถller) .............................................................. 18 Herzliche Einladung zum Epiphanias-Treffen .......................................... 18 aus der seniorenarbeit: Einladung ................................................................................................ 20 Anmeldung zur Adventsfeier .................................................................. 21 Mit Kay und Kรถlkers unterwegs (Dieter Mertin) ...................................... 23 Nazarethreise Israel (Ursula und Martin Foede) ...................................... 26 leserbriefe: Mariana Spellbrink................................................................................... 28 aus kirche und diakonie: "Neue Klosterwelten in Westfalen und Lippe" (Reinhard Neumann) ...... 30 nachrufe ..................................................................................................... 32 persรถnliches ............................................................................................... 37 Diakonenkalender 2012 ............................................................................. 39 unsere kranken geschwister ..................................................................... 39 termine ....................................................................................................... 40

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editorial

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freundinnen und Freunde Nazareths! Es ist Herbst und wir gehen dem Ende des Kirchenjahres entgegen. Eine Zeit, die für viele von uns verbunden ist mit der Erinnerung an Abschiede, Dunkelheit und Trauer. Wir gedenken in dieser Ausgabe an die Geschwister unserer Gemeinschaft, die im vergangenen Kirchenjahr verstorben sind. Ich grüße Sie mit der Gewissheit: "Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsere Nacht nicht traurig sein!" Mit dieser Ausgabe des nazarethbriefes informieren wir Sie auch über viel NEUES in Nazareth: Anfang Oktober hat Pastorin Jutta Beldermann ihren Dienst in als Geschäftsführerin der Ev. Bildungsstätte und als Pastorin der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth aufgenommen. Am vergangenen Sonntag haben wir die abgegebenen Stimmen für die Wahl des Ältesten ausgezählt. Bruder Wolfgang Roos-Pfeiffer ist mit großer Mehrheit zu unserem neuen Ältesten gewählt worden. Näheres werden Sie mit Informationen aus dem Wahlausschuss bereits erfahren haben.

Ein neuer Studiengang "Diakonie im Gemeinwesen - Soziale Arbeit und Diakonik" hat mit insgesamt 40 Studierenden, davon 13 mit einem Ausbildungsvertrag über Nazareth, begonnen. Der neu gewählte Gemeinschaftsrat wird in dieser Woche mit seiner Arbeit beginnen. Außerdem werden Sie mit diesem nazarethbrief über vielfältige Aktivitäten, die in unserer Gemeinschaft durch Schwestern und Brüder gestaltet werden, informiert. Bitte beachten Sie auch die Einladungen zu unterschiedlichen Veranstaltungen. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen

Paul-Friedrich Klein

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aus der gemeinschaft Ergebnis der Ältesten-Wahl Am 9. Oktober 2011 wurden unter den Blicken der anwesenden Öffentlichkeit die Wahlbriefe für die Ältestenwahl geöffnet und die Stimmzettel ausgezählt: Das Ergebnis in Zahlen: 962 Wahlunterlagen wurden verschickt, 576 Wahlbriefe sind fristgerecht wieder in Nazareth eingegangen. Davon waren 573 gültige und 3 ungültige Stimmen. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 59,9%. Auf Diakon Rüdiger Noelle entfielen 110 Stimmen (19,1%). Auf Diakon Wolfgang Roos-Pfeiffer entfielen 463 Stimmen (80,4%). Bruder Roos-Pfeiffer ist somit mit großer Mehrheit zum Ältesten der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth gewählt worden und hat die Wahl angenommen. Herzlichen Glückwunsch! Über den Beginn seines Amtsantritts werden jetzt Gespräche geführt. Das Mandat im Gemeinschaftsrat wird Wolfgang Roos-Pfeiffer bis zum Amtsantritt als Ältester beibehalten. Bruder Martin Foede nimmt als Nachrücker für den Gemeinschaftsrat ab sofort ebenfalls an den Sitzungen teil. Der Wahlausschuss hat die Mitglieder der Gemeinschaft mit Schreiben vom 9. Oktober 2011 vom Ausgang der Wahl informiert und bedankt sich bei beiden Kandidaten für ihre Bereitschaft und die Art der Durchführung der Kandidatur.

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Die Gemeinschaft bedankt sich im Gegenzug bei den Mitgliedern des Wahlausschusses, die für einen reibungslosen Ablauf des Wahlverfahrens gesorgt haben. Uta Braune-Krah


aus der gemeinschaft Verabschiedung von Bruder Friedrich-Wilhelm Meine aus dem Amt des Ältesten der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth Am 9. September 2011 wurde FriedrichWilhelm Meine in einem Gottesdienst in der Zionskirche von seinem Amt als Ältester entpflichtet und als Ältester der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth verabschiedet. Gut einhundert Gäste waren der Einladung gefolgt und erlebten einen dem Abschied angemessenen und stimmungsvollen Gottesdienst.

Detering und die räumliche Gestaltung (auch des Büffets) durch Küster Bruder Gerhard Hornbruch. Allen Beteiligten und dir, Friedrich-Wilhelm, herzlichen Dank für die guten Stunden miteinander. Dirk Bennemann

Pastor Schmidt wies in seiner Predigt auf die anvertrauten Talente hin, die man seinen Gaben entsprechend nutzen kann und muss. Bruder Meine habe dies getan und dafür sei ihm sehr zu danken. Die Entpflichtung von Friedrich-Wilhelm Meine von seinem Amt erfolgte durch die Mitglieder des Gemeinschaftsrats. Die Zionskirche bot, nach kleineren Umräumarbeiten, auch den richtigen Rahmen für die Grußworte. In ihnen wurde Bruder Friedrich-Wilhelm Meine Dank für sein Wirken als Ältester entgegengebracht und Respekt für seine Entscheidung, vom Amt des Ältesten zurückzutreten, ausgedrückt. Erinnerungen und Geschenke für die Zukunft werden Friedrich-Wilhelm Meine hoffentlich gut auf seinem weiteren beruflichen Weg und in der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth begleiten. Für eine gute Atmosphäre sorgten auch das Cellospiel von Diakon Tobias Schmidt-

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aus der gemeinschaft Die Diakonische Gemeinschaft und ihre Einkehrtage Bereits seit mehreren Jahren werden jährlich 3 - 4 Einkehrtage für die Geschwister unserer Gemeinschaft angeboten. Eingeladen werden jeweils die Kursjahrgänge, die gemeinsam eingesegnet bzw. aufgenommen wurden, sowie die Studierenden und Interessierte. Geschwister, die einen Einkehrtag besucht haben, sind im Nachhinein oftmals ganz begeistert von der Bearbeitung der Themen, der Begegnung unterschiedlicher Generationen miteinander und der Wiedersehensfreude mit alten Bekannten. Regelmäßig werden also ca. 200 Personen zu den Einkehrtagen eingeladen, von denen in der Vergangenheit 30 - 40 Personen auch teilnahmen. In den vergangenen Monaten mussten wir jedoch zwei Einkehrtage mangels Anmeldungen absagen - nur 4 - 6 Personen von allen angeschriebenen Geschwistern hatten sich überhaupt zurück gemeldet! Zurzeit stehen wir vor einer ähnlichen Situation, und fragen uns, ob eine Durchführung in solch einem Rahmen sinnvoll erscheint. Was ist also los? Ist das Angebot der Einkehrtage in der jetzigen Form nicht zeitgemäß; sind die Themen am "Puls der Zeit" vorbei; ist die Anreise zu weit; sind die Termine falsch geplant?... Mit diesen Fragestellungen werden wir uns auf der Delegiertenversammlung / Treffen der Jahrgangssprecher und Jahrgangssprecherinnen am 11. November 2011 beschäftigen.

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Uns interessiert aber auch Ihre ganz persönliche Meinung: Haben Sie / Habt Ihr bereits Einkehrtage erlebt und welche Erfahrungen haben Sie/ habt Ihr dabei gemacht? Was hindert Sie / hindert Dich, die Einladung zu einem Einkehrtag anzunehmen? Welche Ideen haben Sie / hast Du zu einer veränderten Gestaltung, zu Themen, Fragestellungen etc. Ihre / Eure Rückmeldungen sind wichtig! Die Diakonische Gemeinschaft befindet sich in einem (nicht nur personellen) Veränderungsprozess und Sie sind und Ihr seid gefordert, daran mitzuwirken! Ich bin gespannt auf Ihre und Eure Rückmeldungen unter uta.braunekrah@bethel.de oder auch telefonisch unter 0521/ 144- 5081.

Der ursprünglich geplante Einkehrtag am 26. Nov. 2011 wird nicht stattfinden. Für 2012 werden neue Ideen entwickelt, auf deren Gestaltung Sie und Ihr Einfluss nehmen könnt! Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle, Uta Braune-Krah


aus der gemeinschaft stiftArt Kunst auf Reisen Ausstellung im Haus Nazareth Die Gruppe stiftArt ist eines der zahlreichen Angebote des ambulanten Betreuungsdienstes für Menschen mit Behinderung - SchwanterWeg - der Behindertenhilfe gGmbH des Evangelischen Johannesstifts in Berlin-Spandau. Jährlich unternehmen die Teilnehmenden der Künstlergruppe stiftArt eine Kunstreise, besuchen Ateliers und pflegen Kontakte zu Künstlern. In diesem Jahr führt die Reise nach Bethel. Im Reisegepäck befindet sich eine Auswahl von Bildern, die in den letzten Jahren entstanden sind und die vom

27. Okt. bis 31. Dez. 2011 im Haus Nazareth, Nazarethw. 7, 33617 Bielefeld ausgestellt werden. Wir laden Sie herzlich ein zu einer kleinen Vernissage am 26. Oktober 2011. Die Einführung in die Ausstellung erfolgt durch Diakonin Marlis Seedorff, Berlin. Musik: Diakon Tobias Schmidt-Detering (Cello) Zeit : 26. Oktober 2011, 17.00 Uhr Ort: Haus Nazareth, 1. Obergeschoss "Brücke"

„„„„ FH der Diakonie „„„„ Diakonie im Dialog : ) 5 Gesprächsabende 2011_2012

Ringvorlesungsreihe Wir laden herzlich zum nächsten Termin der Reihe ein:

Thema: Burn-Out: Der Umgang mit psychischer Belastung als Managementaufgabe y Prof. Dr. Hilke Bertelsmann, FH der Diakonie y Prof. Dr. Tim Hagemann, FH der Diakonie

17. Nov. 2011 y immer Do., 19 - ca. 21 h | Frieda-v.Bodelschwingh-Saal | Nazarethweg 4 y die Vortrage eroffnen nach einer Pause die Diskussion | fur Getranke ist gesorgt

„„„„ FH der Diakonie „„„„

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aus der gemeinschaft Zeit.Punkt Liebe Geschwister, ihr seid im berufstätigen Alter, stellt euch den Anforderungen des Lebens, setzt euch im diakonischen Alltag bis an die Grenze eurer Kräfte ein, und für euch selber habt ihr keine Zeit…????

und du bist / Sie sind herzlich eingeladen!

---Merkzettel--------Wir laden euch deshalb an jedem 1. Mittwoch im Monat* von 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr in das Haus Nazareth ein. Lasst uns miteinander Ankommen; Durchatmen; Leib, Geist und Seele etwas Gutes tun; Auftanken; Ausruhen Kraft finden; gemeinsame Wurzeln spüren; Neuem begegnen etwas Leckeres genießen… Unser Motto heißt

Jeden 1. Mittwoch im Monat (*liegt der 1. Mittwoch in den NRW -Ferien, ist es der 2. Mittwoch!) von 18.00 bis 20.00 Uhr im Haus Nazareth: 5. Oktober 2011, 9. November 2011, 7. Dezember 2011, 11. Januar 2012, 1.Februar 2012, 7. März 2012 Beginn in der Pausenhalle - Keine Anmeldung erforderlich. Bei Fragen wendet euch an Uta BrauneKrah unter 0521/144-5081 oder uta.braune-krah@bethel.de.

Wir freuen uns auf euch!

Miteinander den Abend feiern!

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Der Vorbereitungskreis: Uta Braune-Krah, Heinrich Diekmann, Petra Moser, Christoph von Knorre, ...


aus der gemeinschaft Wir gedenken der im vergangenen Jahr verstorbenen Nazareth-Geschwister:

25.11.2010 01.12.2010 19.12.2010 07.01.2011 12.01.2011 18.01.2011 27.01.2011 15.02.2011 27.02.2011 02.03.2011 04.03.2011 15.03.2011 19.03.2011 24.03.2011 26.03.2011 26.03.2011 28.04.2011 13.05.2011 10.07.2011 30.08.2011 06.09.2011 14.09.2011 06.10.2011

Ilona Klebig Gerhard Lehmann Minna Vieregge Rudolf Vestner Eugen Maurer Hannelore Jehnert Margarete Cardinal Marie-Luise Wiese Hartmut Neuhaus Heinz Katenbrink Harold Jehnert Marie-Luise Nicolmann Marianne Flachmeier Wilhelm Lehmhaus Annette Grothaus Elisabeth Perkuhn Martin Scheurenbrand Rolf Lindemann Anni Scheurenbrand Alfred Schlabs Ernst Schultz Hans-Henning v. Mayer Gerhard Stiehler

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aus der gemeinschaft Nazareth-Studierende des Studiengangs Diakonie im Gemeinwesen sind im Herbst 2011 gestartet

Vorne: Markus Bachmann, David Weigel Mitte: Alexander Fuller, Julian Becker, Julia Möller, Saskia Wilhelm, Iwanka Wagner, Ester Pohl Hinten: Annika Schnall, Alina Gerversmann, Carina Raudies, Julia Bähr, Maike Rosenbrock

Derzeitige / Herkunftsadressen: Markus Bachmann Julia Bähr Julian Becker Alexander M. Fuller Alina Gerversmann Julia Möller Esther Pohl

33617 Bielefeld 32689 Kalletal 33613 Bielefeld 59555 Lippstadt 33617 Bielefeld 33609 Bielefeld 32791 Lage

Carina Raudies Maike Rosenbrock Annika Schnall Iwanka Wagner David Weigel Saskia Wilhelm

33332 Gütersloh 29320 Hermannsburg 33824 Werther 33613 Bielefeld 93093 Donaustauf 42859 Remscheid

Herzlich Willkommen!

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Aufnahme und Einsegnung 2011 2011: Reihe I: Nadine Hahn, Renate Mosig, Jennifer Bechauf, Kristin Tielbürger, Marlene Düsterloh, Hans-Martin Schwarze, Nicole Holtmann, Martin Meister Reihe II: P. Ulrich Pohl, Ulrich Strüber, Carsten Böhrnsen, Carsten Bäuerl, Reinhard Neumann, Uta Braune-Krah, Werner Arlabosse, Paul-Friedrich Klein, Max Wulfmeier-Böhm

nazarethwochenende

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nazarethwochenende 23. - 25. Sept. 2011 Das Nazarethwochenende begann am Freitagnachmittag, 23. September, mit dem Gespräch mit den Kandidaten für das Amt des Ältesten. Der Festsaal war mit den interessierten Anwesenden gut gefüllt. Unter der Moderation von Paul-Friedrich Klein antworteten die Brüder Wolfgang Roos-Pfeiffer und Rüdiger Noelle auf die aus dem Plenum gestellten Fragen. Der Bogen der Fragen spannte sich vom Thema Ökumene über Personalverantwortung in der Direktion bis hin zum eigenen geistlichen Standpunkt und machte deutlich, welch vielfältige Fragen und Erwartungen die Geschwister an das Amt des Ältesten stellen. Wolfgang Roos-Pfeiffer und Rüdiger Noelle standen Rede und Antwort und beiden wurde im Anschluss großer Respekt für die Art ihrer Darstellung ent-

gegen gebracht. Deutlich wurde auch, dass die hohen Erwartungen nicht ohne die Mitwirkung und Unterstützung von Geschwistern erfüllt werden können. Ein pragmatischer Vorschlag kam zum Schluss: "Das kann doch einer alleine gar nicht schaffen - lasst uns doch einfach beide wählen"! Ein kleiner Imbiss mit Brezel und Suppe half, die Zeit bis zum Kabarett zu überbrü-

Impressionen vom Nazarethwochenende und der Auszählung zur Wahl des Ältesten am 9. Okt. 2011

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nazarethwochenende nicht durchsetzen, da die meisten Geschwister eine individuelle Entscheidung für sich in Anspruch nehmen wollen. Eine interessante Methode, die zu vielen Gesprächen und einigen "Jetzt lass und doch endlich mal Du zu einander sagen!" anregte.

cken. "Übergangsweise - ein kabarettistischer Abend zum Thema Leben, Sterben und Tod" traf leider nicht jedermanns Geschmack. Aber das ist beim Kabarett ja manchmal so. Der Samstag begann mit "Ankommen und Anmeldung" - Wiedersehensfreude allerorten! Die Namensschilder wurden erst nach kurzer Erläuterung ausgeteilt. Auf ihnen sollten die Teilnehmenden am Gemeinschaftstag aufschreiben, wie sie gerne angeredet würden. Diese Aktion ging auf eine Anregung von Bruder Hermann Wortmann zurück, der anmerkte, dass es in anderen Gemeinschaften üblich sei, sich generell zu "Duzen", und wie wir in Nazareth es damit halten wollen. Die Namensschilder sollten am Ende an eine eigens dafür aufgestellte Stellwand geklebt und ausgewertet werden. Die mitmachenden Geschwister äußerten mit Mehrheit die Bereitschaft, sich unter Umständen duzen zu wollen (ausgedrückt durch ein Smiley : ). Ein generelles Duzen konnte sich jedoch

Das Referat von Prof. Dr. Heiko Zude "Ethische Fragestellungen im Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Selbstbestimmung" war intensiv und gefüllt mit Themen (s. Protokoll) Anbei einige Rückmeldungen, die es dazu an die Gemeinschaftstagsleitung gab: "Den Vortrag von Prof. Zude über ethische Fragestellung fand ich passend und hilfreich." Der Vortrag war sehr informativ und zeigte verständlich die Fragestellungen auf. Die Hintergründe unserer Kriterien für Entscheidungen am Lebensende kamen deutlich zutage.", "Das Thema war sehr intensiv und es regte sehr zum Nachdenken an. Es hat mir allerdings auch gezeigt, dass es keine allgemeingültigen Antworten gibt, sondern dass meine Meinung immer nur eine Augenblicksaufnehme ist. Dass ich evtl. anders entscheide, wenn ich persönlich betroffen bin. Es gibt kein "Richtig oder falsch". Nach "Blitzlichtern" zu ethischen Dilemmata aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern ging es über das Mittagessen in die Arbeitsgruppen, die z.T. außerhalb von Nazareth stattfanden. Für einige Geschwister war es eine willkommene Gelegenheit, sich auf dem Weg dorthin ein wenig in Bethel um zu sehen und auch die Gesprä-

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nazarethwochenende che "vor Ort" wurden als wohltuend und intensiv erlebt. Am Nachmittag gab Werner Arlabosse mit den Informationen aus der Direktion einen kurzen Einblick in die Fülle der Arbeitsfelder der Stiftungen Sarepta und Nazareth. Paul-Friedrich Klein gab außer dem, was bereits im Jahresbericht des Gemeinschaftsrates geschrieben und verschickt worden war, einen Ausblick auf die Herausforderungen, mit denen unsere Gemeinschaft jetzt und auch in Zukunft umgehen muss. Den Mitgliedern unserer Gemeinschaft, die sich ehrenamtlich in der Leitung unserer Gemeinschaft engagieren, wurde mit großem Applaus herzlich für die getane Arbeit gedankt. Einen besonderen Abschluss fand der Gemeinschaftstag mit der Aufnahme neuer Mitglieder in unsere Gemeinschaft, die im Rahmen des Agapemahls im Assapeum stattfand. Der dort gestaltete festliche Rahmen und die Anwesenheit von so vielen Geschwistern ließ die Aufnahme in die Gemeinschaft für die neuen Geschwister zu einem besonderen Erlebnis werden und stärkte, so glaube ich, ein "Gemeinschaftsgefühl". Der Tag war lang und erfüllt, und alle Beteiligten waren rechtschaffen erschöpft. Mir fiel es aber dennoch leicht, in den Wochenspruch des Einsegnungsonntags einzustim-

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men: "Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat" (Psalm 103,2). Uta Braune-Krah


aus dem vedd Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und das Diakonische Werk der EKD haben die ehemaligen Heimkinder um Verzeihung gebeten, die in evangelischdiakonischen Heimen Leid und Unrecht erfahren haben. In einer gemeinsamen Erklärung bekannten sich der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, und der Präsident des Diakonischen Werkes der EKD, Oberkirchenrat Johannes Stockmeier, zum Versagen der evangelischen Heimerziehung in den Nachkriegsjahren. Ich danke dafür, dass neben Vertretern und Vertreterinnen aus den Diakonischen Unternehmen und Einrichtungen Diakoninnen, Diakone und Mitarbeitende im Diakonat aus den Diakonischen Gemeinschaften durch ihre Anwesenheit die ‚Bitte um Verzeihung für das erfahrene Leid in evangelischen Heimen' unterstützt haben und rege an, den Wortlaut der Erklärung in den Mitteilungsblättern der Gemeinschaften zu veröffentlichen. Mit herzlichen Grüßen aus der VEDDGeschäftsstelle C. Christian Klein

Nachfolgend veröffentlichen wir den Wortlaut der von Präses Nikolaus Schneider gegebenen Erklärung Im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung am 11. September 2011 in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus

Schneider, zusammen mit dem Präsidenten des Diakonischen Werkes der EKD, OKR Johannes Stockmeier, vor den anwesenden ehemaligen Heimkindern: „Kinder und Jugendliche, die in den ersten Jahrzehnten nach Gründung der Bundesrepublik in Heimen schweres Leid erfahren haben, sind dadurch für ihr ganzes Leben geprägt. Allzu lange schwieg die Öffentlichkeit, schwiegen auch wir, zu diesem vielfach verdrängten Leid. Zwar änderten sich die Verhältnisse in der Jugendhilfe durch die Heimreform der 70er Jahre grundlegend, aber das Stigma, Heimkind zu sein, wirkte lange nach und verhinderte die notwendige Aufarbeitung. Die Opfer sind lange Zeit aus dem Blick geraten. Wir müssen eingestehen: Erst ein Anstoß von außen und die Stimmen der Betroffenen, die den Mut hatten, ihre Erlebnisse und Traumata öffentlich zu benennen, haben uns die Augen dafür geöffnet, dass Leid, das viele Heimkinder auch unter Verantwortung von Kirche und Diakonie ertragen mussten, bis heute fortwirkt. Heute sehen wir Missstände in evangelischen Heimen und Leid, das sie bei Betroffenen verursacht haben, deutlich. Gewalt wurde nicht selten als Mittel zur Durchsetzung erzieherischer Maßnahmen eingesetzt. Kinder und Jugendliche wurden oft mit dem Ziel, ihren Willen zu brechen, auf menschenunwürdige Weise erniedrigt. Es gab Fälle sexueller Gewalt durch Heimpersonal und durch andere Jugendliche. In evangelischen Heimen wurde religiöse Erziehung vielfach mit Zwang verbunden. Die Beschränkung der Betreuung auf die Befriedigung der Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und

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äußere Gesundheit und auf das Funktionieren der Gruppe stand oft so sehr im Vordergrund, dass eine individuelle Förderung häufig unterblieb. Vielen Kindern und Jugendlichen wurden dadurch Bildungsund Ausbildungschancen verwehrt. Häufig fehlte es an menschlicher Wärme, die für die Entwicklung von Kindern, gerade auch in Säuglingsheimen, so lebensnotwendig ist. Das wenige Personal, aufgrund der damaligen Rahmenbedingungen oft unterbezahlt, unzureichend ausgebildet und schlecht angeleitet, war häufig überfordert. Viele handelten hartherzig oder hilflos. Darunter mussten die Kinder leiden. Wenn es engagierten Mitarbeitenden trotzdem gelang, eine Atmosphäre der Warmherzigkeit herzustellen, so war das kein Ausgleich für die Mängel, unter denen Kinder und Jugendliche litten. Arbeit, selbst für Kinder, galt damals als wichtiges Erziehungsmittel, das vielfach missbräuchlich eingesetzt wurde. Die Wertschöpfung durch die verpflichtende Arbeitsleistung der Kinder und Jugendlichen wurde gemäß den damals geltenden Regelungen für die Eigenversorgung der Heime eingesetzt. Wo dieser Arbeitseinsatz ohne vertragliche Grundlage erfolgte, sind Lücken bei der Rentenversicherung entstanden. In dem Prozess der Aufarbeitung, der allen Beteiligten viel abverlangt, wurden diese Missstände immer deutlicher sichtbar. Zu diesem Prozess gehört es, den Betroffenen zuzuhören und sich dem benannten Leid zu stellen. Dieser Weg ist für Betroffene, die das Schweigen überwinden, nicht leicht. Wir danken allen, die mitgeholfen haben, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

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Denn zur öffentlichen Aufarbeitung gehören das Benennen von Tatsachen, die Dokumentation von Details und das Erkennen verdrängter Wahrheiten, wie es etwa in dem an der Universität Bochum durchgeführten Projekt oder in Publikationen von diakonischen Trägern erfolgt ist. Auch wenn hier weitere Arbeit geleistet werden muss, wird heute das schwere Leid, das Kinder und Jugendliche in der Nachkriegszeit auch in Heimen in evangelischer Trägerschaft erfahren haben, klar benannt und anerkannt. Was in evangelischen Heimen an Fehlverhalten geschehen ist, steht deutlich im Widerspruch zu unseren christlichen Überzeugungen. Die Wertschätzung, der Respekt vor der Einzigartigkeit der Kinder und Jugendlichen und das Recht auf würdevollen Umgang miteinander sind Ansprüche, die in der Arbeit in evangelischen Heimen vielfach verfehlt wurden. Es fällt uns schwer und es ist schmerzlich, dieses Versagen zu bekennen. Es beschämt uns, dass die Atmosphäre in evangelischen Heimen oft nicht vom Geist christlicher Liebe geprägt war. Damit sind Kirche und Diakonie schuldig geworden vor denen, die uns anvertraut waren, und vor Gott. Wir werden den begonnenen Weg der Aufarbeitung, der persönlichen Begleitung und des Dialogs weiter gehen und unseren Beitrag zur Übernahme von Verantwortung leisten. Wir rufen nochmals alle Einrichtungen auf, die Geschichte ihrer Erziehungspraxis aufzuklären und auf ihre ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner zuzugehen. An der Bereitstellung angemessener Hilfen und materieller Unterstützungen für die Opfer werden wir uns


aus dem vedd beteiligen. Dabei sind wir uns bewusst, dass materielle Hilfen lindern und befrieden, aber verlorene Lebenschancen nicht wieder gut machen können. Der Prozess der Aufarbeitung und die Suche nach einem angemessenen Umgang mit dem erfahrenen Leid sind Ausdruck dessen, dass wir unser Versagen erkennen. Im Namen der Evangelischen Kirche in Deutschland und im Namen des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland bitten Präsident Stockmeier und ich die betroffenen Heimkinder für das in evangelischen Heimen erfahrene Leid um Verzeihung.“

Den Versuch einer Bilanz des zentralen Forschungsprojekts zur konfessionellen Heimerziehung in der Nachkriegszeit gab Professor Dr. Traugott Jähnichen, RuhrUniversität Bochum. Der Artikel kann auf Wunsch in der Geschäftsstelle angefordert werden.

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aus mission und ökumene Neues aus Lutindi

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Diakon Oliver Schwarz ist mit seiner Familie aus privaten Gründen bereits im Sommer 2011 aus Lutindi zurück gekehrt und wohnt jetzt wieder in Bielefeld. Die Nachfolge für das Lutindi Mental Hospital konnte zur Freude aller Beteiligten schnell geregelt werden. Barbara und Werner Blauth, die vor 25 Jahren bereits in Lutindi lebten und arbeiteten, werden für zunächst drei Jahre wieder über die VEM in die Arbeit der Nordostdiözese (NED) der Evangelisch -lutherischen Kirche von Tansania (ELCT) entsandt werden. Barbara Blauth wird als Referentin für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der NED Fortbildungen anbieten und Werner Blauth wird die Aufgaben des Verwaltungsleiters im Lutindi Mental Hospital übernehmen. Sie werden Mitte November nach Tansania ausreisen und sind bereits in einem Gottesdienst am 9. Oktober 2011 in der Zionskirche in Bethel ausgesandt worden.

Herzliche Einladung

Erich Möller

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zum Epiphanias-Treffen 2012 Liebe Geschwister, bereits jetzt möchten wir Sie herzlich einladen zum Epiphanias-Treffen der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth. Wie im vergangen Jahr, wird das

Epiphanias-Treffen am Sonntag nach Epiphanias, nämlich am 8. Januar 2012, stattfinden und um 10.00 Uhr mit einem Gottesdienst in der Zionskirche beginnen. Im Rahmen dieses Gottesdienstes wird Pastorin Jutta Beldermann in ihre neuen Aufgaben eingeführt. Anschließend laden wir ein zu einem festlichen Empfang und Begegnungen miteinander in das Haus Nazareth.

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aus mission und ökumene Herzliche Grüße und Dank aus Kömlöd, Ungarn Aus dem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen in Kömlöd, Ungarn erreichte die Diakonische Gemeinschaft Nazareth ein Brief mit Fotos und Dank für den Einsatz von Bruder Dieter Thane. Er hatte im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen von "Áldás" bereits zum zweiten Mal zwei Monate dort gelebt und gearbeitet. Im Herbst 2010 war Diakonin Susanne Jordan ebenfalls für drei Monate dort, um die Mitarbeitenden in Bezug auf Beschäftigungsmöglichkeiten zu schulen (s. nazarethbrief Sept./Okt. 2010)

Wir hoffen, dass Dieter im nächsten Jahr wieder kommt…."

Die Leiterin der Einrichtung, Frau Erzsébet Böröczky Auerné, schreibt nun mit großem Dank: "… Vor einem Jahr hat Dieter unsere Werkstatt in Bewegung gesetzt. Seit dieser Zeit arbeiten die betreuten Menschen in der Werkstatt und haben viel Freude an ihren Produkten…. Am Anfang hatten wir viele Schwierigkeiten, aber Dieter hat uns immer geholfen, weil er viel Erfahrung mitgebracht hat. Der Samen, den Dieter gelegt hat, ist aufgegangen und lebt.

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aus der seniorenarbeit Einladung zur Adventsfeier der Senioren und Seniorinnen 2011 Liebe Schwestern und Brüder! Herzlich lade ich Sie ein zu unserem Adventsnachmittag am

Dienstag, 29. November 2011 um 14.30 Uhr in den großen Saal des Assapheums. Wir wollen uns an diesem Nachmittag auf den Advent einstimmen, miteinander singen und bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen. Die Bibelarbeit hält Pastorin Jutta Beldermann, Pastorin der Gemeinschaft und Geschäftsführerin der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde.

Freuet Euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich, freuet Euch! Der Herr ist nahe! Phil. 4,4+5 Für die Geschwister, die aus der Senne, aus Eckardtsheim und Sennestadt kommen, wird wieder ein Bus für die An- und Abreise zur Verfügung gestellt. Der Fahrpreis (ca. 6,00 €) wird während der Fahrt eingesammelt. Damit die Fahrt und die Feier gut vorbereitet werden können, bitten wir um Ihre Anmeldung bis 15.11.2011 in der

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Geschäftsstelle der Diakonischen Gemeinschaft, auch per E-Mail, Telefon oder Fax mit dem beiliegenden Anmeldebogen. Fahrplan für den 29. November 2011 13.30 Uhr ab Eckardtsheim, Paul-Gerhardt-Weg 13.35 Uhr ab Sennestadt, Altmühlstraße (Blumen v. Groß) 13.45 Uhr ab Sennestadt, Elbeallee / Ecke Travestraße 13.50 Uhr ab Schillingshofsiedlung, Lukaskapelle 14.00 Uhr ab Senne, Max-Planck-Straße/Edeka Ich freue mich auf den Nachmittag mit Ihnen und grüße Sie herzlich aus der Geschäftsstelle, Ihre

Uta-Braune Krah (Referentin)


anmeldung Anmeldung zur Adventsfeier der Senioren und Seniorinnen in Nazareth ˆ

Hiermit melde ich _______ Personen für die Seniorenadventsfeier am Donnerstag, dem 2. Dezember 2010, an.

Ich möchte / wir möchten mit dem Bus fahren und werde(n) an der folgenden Stelle einsteigen: ˆ

13.30 Uhr

ab Eckardtsheim Paul-Gerhardt-Weg

ˆ

13.35 Uhr

ab Sennestadt Altmühlstraße (Blumen v. Groß)

ˆ

13.45 Uhr

ab Sennestadt Elbeallee / Ecke Travestraße

ˆ

13.50 Uhr

ab Schillingshofsiedlung Lukaskapelle

ˆ

14.00 Uhr

ab Senne Max-Planck-Straße, Edeka

Name

_________________________________________________________

Anschrift

_________________________________________________________

Datum

___________

Unterschrift ______________________________

Wir erbitten Ihre Anmeldung bis 15.11.2011 in der Geschäftsstelle der Diakonischen Gemeinschaft, auch per E-Mail, Telefon oder Fax

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aus der seniorenarbeit

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aus der seniorenarbeit Mit Kay und Kölkers unterwegs: Bericht über eine Reise in Südengland und Cornwall: Am 04.07., Sonntagfrüh ab 5.45h traf sich eine Reisegruppe von 47 Personen ehemaliger Mitarbeiter/innen aus den verschiedensten Einrichtungen der v. Bodelschwinghschen Stiftungen zu der o.g. Reise. Dem Wunsch vieler Teilnehmer, in der 1. oder 2. Reihe im Bus zu sitzen, konnten Kölkers nicht nachkommen. Auf der ganzen Welt gibt es keinen Hersteller solcher Breitwagen, außerdem gibt es in der gesamten EU keine dafür geeigneten Straßen. Folglich wurden nach der bewährten Weise von Frau Kölker die Plätze vergeben, was zu guten Sitznachbarschaften führte. Über Holland und Belgien ging die Fahrt nach Calais. Durch Staus und lange Umleitungen war unser terminierter Shuttlezug für die Kanalunterführung weg; wir mussten fast 2 Stunden warten. Für die meisten von uns war es die erste "Kanalüberwindung". Die Waggons erinnerten mich an die Castortransporte. Unser erstes Ziel war das Hotel in Faraham / Solent. Durch den extremen Zeitverzug kamen wir sehr spät im Hotel an; glücklicherweise halfen uns dienstbare Geister, unser Gepäck auf die Zimmer zu bringen. In allen Hotels hatten wir die Wahl zwischen drei verschiedenen DreiGänge-Menüs zu treffen.

Gewöhnungsbedürftig war uns das engl. Frühstück. Spiegelei, gebratene Würstchen und Speck, heiße, weiße Bohnen in Tomatensoße, gebr. Campignons, frittierten Toastdreiecken, aber es gab auch Bekanntes, z.B. Müslizutaten, diverse Joghurts, Obstsalat, Marmeladen in vieler Auswahl und Honig. Die Zimmer waren durchschnittlich alle gut, z.T. sehr gut In den Doppelzimmern mit "französischen Betten" gab es naturgemäß nur eine Zudecke, nicht immer erfreulich für die Zimmernutzer. In England stieß unsere Reiseführerin, Frau Gabrielle Davis zu uns. In Lemgo geboren und lange Zeit in Neuseeland wohnend, war sie vor Jahren nach England gekommen und hat sich zur Reiseführerin ausgebildet. Sie passte sehr gut zu unserer Gruppe. Ihre frische, fröhliche Art, die mit Humor gewürzten Informationen und allein schon ihre Stimme machten das Zuhören leicht und angenehm. Zur Begrüßung und zum Sammeln hieß es bei ihr meistens: meine liebe, liebe Familie… Am Montag waren wir zuerst beim Prähistorischen Steinkreis von Stonehenge, errichtet etwa 3000 vor Chr. Es ist ja nach wie vor ungeklärt, wie diese Steine dorthin kamen; und ein Rätsel, welche Bedeutung dieser Steinkreis hat. Jedenfalls ist er eine Weltkulturstätte und für Viele ein Heiligtum und eine Stätte zum Feiern von Sonnenwenden. Weiter ging die Fahrt nach EXETER mit seiner wunderschönen Kathedrale, deren Bau schon im Jahre 1112 begann. Alle

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aus der seniorenarbeit Baustile fanden hier ihre Wiedergabe. In der Kathedrale zu singen, war uns ein Bedürfnis, tolle Akustik! Das Quartier mit den entsprechenden Mahlzeiten war wieder nur für eine Nacht. Anderntags ging es in den sagenumwobenen Nationalpark Dartmoor. Bei dichtem Nebel konnten wir zeitweise keine 50 Meter weit sehen; es war schon eine gespenstische Landschaft. Wir staunten über die große Gefängnisstadt. Im Infohaus konnten wir kunsthandwerkliche und andere Arbeiten von Häftlingen besichtigen. Am Nachmittag durchwanderten wir die Haus- und Gartenanlagen "Mount Edgcumbe Plymon Sound". Die verschiedensten Gartenstile mit unendlich vielen Pflanzen hätten wir gerne noch länger besichtigt; aber die Hafenbarkasse in Plymouth wartete auf uns zur Hafenrundfahrt. Dann folgte die Busfahrt nach St. Austell mit Hotel für 5 Nächte; d.h., morgens vorerst keine Koffer mehr schleppen. In der bewaldeten Parklandschaft Cornwalls besichtigten wir LanhydrLanhydrock House & Garden mit seinem typisch englischen Garten. Unsere Zeit reichte leider nur zur Besichtigung vom Haus oder Garten. Die Nachmittagsrast war im malerischen Fischerort Polperro, ein viel fotografiertes Bilderbuchdorf mit bunten Häusern und vielen Geisterfiguren über und an den Wänden. Der nächste Tag führte uns zunächst in die Hafen- und Ferienstadt Falmouth mit

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schönen Sandbuchten und geschütztem Hafen. Der Bummel durch die Stadt, vorbei am ältesten Haus, dem Costums House, erinnerte an vergangene (?) Schmugglerzeiten. Nördlich von St. Austell liegt das Projekt Eden, eine weltweit karitative Stiftung im Bildungsbereich. Hier wird eine faszinierende Pflanzenwelt gezeigt. Die Anlage in einer ehemaligen Tongrube ist größer als 35 Fußballfelder. In kugelartigen Spezialgewächshäusern, eines als RegenwaldBiom, ein zweites als Mittelmeeer-Biom, wird Natur gezeigt, woher wir Menschen kamen, was wir tun und für die Zukunft tun können. Nach dieser eindrucksvollen Besichtigung ging es ins Hotel zurück. Der Freitag führte uns in die Welt der Rosamunde Pilcher. Wir besuchten das Minak-Theatre, ein Freiluft-Theater, direkt in die Küstenfelsen im altgriechischen Stil gebaut. Weiterfahrt nach "Lands End". Die westlichsten Küstenfelsen Cornwalls mit äußerst gewaltigen Ozeanwellen hinterließen bei uns einen starken Eindruck. Am nächsten Tag konnten wir den Landsitz Prideaux Place mit einer Führung besichtigen - kommt wohl nicht alle Tage vor, dass "Hoheiten" ihre bewohnten Räume zeigen. Abends mussten wir unsere Koffer packen; unsere Reise hatte ein weiteres Ziel: die Hafen- und Handelsstadt Bristol: Wir erlebten auf der Fahrt noch einmal die schöne Landschaft mit ihren Hügeln und weiten Feldern, vor allem die gelben Rapsfelder leuchteten weithin. Frau


aus der seniorenarbeit Gabrielle machte uns auf die einzelnen, verschiedenen Schornsteine aufmerksam, die noch aus der Zeit des Kupfer- und Zinnabbaus stammten. Ein Mittagsstopp wurde in der Hafenstadt Padstow eingelegt. Wir suchten uns ein Fischrestaurant, verzehrten ein einheimisches Kurzmenü und schlenderten noch durchs Hafenviertel. Auf der Weiterfahrt nach Bristol wurde der letzte Gartenpark, der RHS Garden Rosemoor Map besucht. Leider war die Rosenblüte schon vorbei, aber es gab genügend anderes Blühende, Hecken und Bäume und herausgeputzte Rasen zu sehen. Die Fotografen und Filmer kamen durchaus auf ihre Kosten.

Fazit: Wir hatten eine wunderschöne Reise mit vielen Erlebnissen. Sehr unterschiedliche Tagesziele brachten viele interessante Eindrücke. Eine Reisegesellschaft, die in ihrer Zusammensetzung bunt und zugleich harmonisch war. Unsere Reiseleitung betreute uns gut, der Fahrer fuhr ausgezeichnet, wir fühlten uns stets sicher aufgehoben. Für alles und Allen also ein Dankeschön. Dieter Mertin

In Bristol gab es keine Zeit mehr für einen Rundgang. Der letzte Show-Tag stand an. Die berühmte Kurstadt Bath wurde teils erfahren, teils durchwandert. Die Architektur der Altstadt im Regencystil war beeindruckend. Alle Straßen einheitlich, wie mit dem Lineal und an einer Schnur gezogen, wirklich zu Recht ein Weltkulturerbe. Nach dem Marktplatzbesuch verabschiedete sich Frau Gabrielle; wir machten uns auf den Weg zu unserer letzten "Bettstadt" Chatham. Der Rückreisetag stand an. Um den bestellten Shuttlezug zu erreichen, hieß es: Frühstück oder Abstecher nach Canterbury. Da auch die Zeit dort nur einen flüchtigen Besuch erlaubt hätte, stimmten wir für das Frühstück. So kamen wir pünktlich in Folkstone an, durch den Eurotunnel fassten wir wieder festen Boden und mit den vorgeschriebenen Pausen waren wir abends gegen 19.30h zu Hause.

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aus der seniorenarbeit Nazarethreise Israel Vom 9. Mai bis 19. Mai 2011 fand unsere diesjährige Nazareth-Seniorenreise statt. Wir gingen auf Pilgerreise ins biblische Land, beiderseits des Jordans. Natürlich besuchten wir auch Geschwister, die an der Reiseroute leben. Am 9. Mai machten wir uns nachts um 3.30 Uhr auf zum Flughafen nach Düsseldorf. Hier stiegen weitere Teilnehmer zu, unter anderem Gäste der Reisemission in Leipzig, die diese Reise wieder vortrefflich organisiert hatte. So waren wir insgesamt 19 Personen auf dem Weg ins "gelobte" Land. Gegen 14.20 Uhr Ortszeit erreichten wir Tel Aviv, wo wir nach einem ausgiebigen Sicherheitscheck von unserem israelischen Reiseleiter empfangen wurden. Entlang der Mittelmeerküste fuhren wir nach Tiberias zur Übernachtung. Unser erster Morgen in Galiläa begann mit einer Bootsfahrt auf dem See Genezareth. Auf dem Boot hielt Bruder Rosenfeld unsere tägliche Andacht. Die morgendliche Stimmung auf dem See hat uns sehr beeindruckt. Wir fuhren anschließend zu den am See gelegenen heiligen Stätten, auf den Berg der Seligpreisungen, dem Ort der Bergpredigt. Wir wandelten auf den Spuren Jesu hinunter nach Tabgha, der Stätte der Brotvermehrung, und zur Primatskapelle am Seeufer, wo Jesus vom See aus predigte. Über Kapernaum ging die Fahrt weiter durch die schön gelegenen Drusendörfer bis nach Nazareth, einer heute modernen Großstadt mit geschäftigem Treiben. Wir besuchten die Verkündigungsbasilika, die Josefskirche mit der Josefs Werkstatt,

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gingen zur Gabrielkirche mit dem Marienbrunnen sowie über den orientalischen Markt. Die nächsten drei Tage verbrachten wir in Jordanien. Höhepunkte waren die Besuche in Jerash, das in der Bibel "Antiochia" und "Gerasa" genannt wurde. Im biblischen Bethany, taufte Johannes (Joh 1,28). Heute sind dort eine byzantinische Siedlung mit Kirchen und ein Kloster aus dem 5.-6. Jhd. zu sehen. Bei der Stadtrundfahrt in Amman ("Philadelphia") konnten wir u.a. einen Blick auf den Ammoniterturm, die byzantinische Kirche und das römische Amphitheater werfen. Unsere nächsten Ziele waren Hisbon, in der Bibel die "Stadt des Sihon" (4. Mos 21, 25ff; 32, 37), Madaba, eine Stadt mit meisterhaften Mosaiken und der Georgskirche mit ihrer berühmten römischbyzantinischen Palästina-Landkarte. Auf den Spuren Moses bestiegen wir den Berg Nebo, wo Moses das zugesprochene Land sah, bevor er starb (5. Mose 34, 15). Die Straße führte durch das Wadi Mujib, dem Grand Canyon Jordaniens. In Karak beeindruckte uns die gewaltige Kreuzfahrerfestung aus dem 12. Jhd. Letzter Höhepunkt in Jordanien war die Felsenstadt Petra, in der in biblischer Zeit die Nabatäer lebten (312v.Chr.). Zurück in Israel ging es weiter zur Oasenstadt Jericho. Wir besichtigten die Ausgrabung der ältesten Stadt der Welt. Am siebten Tag unserer Reise, einem Sonntag, besuchten wir den deutschsprachigen Gottesdienst in der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche in Jerusalem. Anschließend waren wir bei Familie Azar eingeladen. Wir verbrachten


aus der seniorenarbeit eindrucksvolle Stunden mit unserer Schwester Jihan Azar und ihrer Familie. Abends erlebten wir die raue Wirklichkeit in Palästina, Krawalle aus Anlass des Jahrestages der Gründung des Staates Israel direkt vor unserem Hotel. Bethlehem ist von einer 9 m hohen Betonmauer mit scharfen Grenzkontrollen eingezäunt.

Bild: Bernd Brandenburger

In den folgenden Tagen besuchten wir in Anlehnung an die Passionsgeschichte die zahlreichen heiligen Stätten in Jerusalem und Umgebung, unter anderem den Scopusberg und den Ölberg. Wir gingen zu Fuß auf dem Palmsonntagsweg entlang zur Kapelle Dominus flevit und hinab zum Garten Gethsemane, zur Kirche aller Nationen, zum Mariengrab und zur Verratsgrotte. Wir fuhren durch das Kidrontal zum Berg Zion, besuchten die Kirche St. Peter in Gallicantu mit dem Gefängnis Jesu, die römische Treppe, die Dormitioabtei, den Abendmahlsaal und das Davidgrab. Wir wanderten entlang der Via Dolo-

rosa zur Grabeskirche auf dem Hügel Golgatha. Auf dem Tempelberg erlebten wir das oft lautstarke und geschäftige Treiben der Gläubigen aller Religionen, wir sahen die Klagemauer, den Felsendom und die El-Aksa-Moschee. Zum Abschluss besuchten wir die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. In Bethlehem erinnerten wir uns in der Geburtskirche mit der Geburtsgrotte an die Geburt Jesu. Wir besuchten die Hirtenfelder und die Engelskirche. Am vorletzten Tag führte uns der Weg zunächst nach Qumran, dem Fundort der alttestamentlichen Schriftrollen. Mit der Seilbahn fuhren wir zur Felsenfestung Massada, dem letzten Widerstandsort der jüdischen Revolte gegen Rom. Exponate und Modelle der Ausgrabungen vermittelten uns einen Überblick über Ausmaße und Bedeutsamkeit dieser Festung. Mit der Fahrt durch die Judäische Wüste zum Toten Meer, dem tiefsten Punkt der Erde, und dem Bad im Toten Meer endete dieser hoch interessante Tag. Der letzte Tag führte uns in die Jerusalemer Neustadt zu Menorah und Knesseth. Wir ließen in der Synagoge des Hadassa Krankenhauses die Fenster von Marc Chagall auf uns wirken. Mit dem Besuch des Klosters Ein Karem, der Geburtsstätte Johannes des Täufers, beendeten wir unsere Reise. Die Reise wird noch lange in uns nachklingen, gilt es doch die Zeit der Bibel mit dem erlebten Heute in Einklang zu bringen. Ursula und Martin Foede

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leserbriefe Liebe Nazareth-Geschwister! nach meinem letzten Bericht im Frühjahr des nazarethbriefes 2010, möchte ich euch / Ihnen davon erzählen, wie es mir als Stipendiatin der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth jetzt geht und wo ich heute stehe. Ich komme aus der Iglesia Evangelia del Rio de la Plata (IERP) in Argentinien und Nazareth fördert mit dem Stipendium die Weiterentwicklung der Diakonie innerhalb der IERP. Nach dem Grundseminar befinde ich mich zurzeit im 4. Semester im berufsbegleitenden Studiengang "Sozialmanagement" an der FH der Diakonie (FHdD) in Bethel. Das dritte Semester war sehr anstrengend - nicht nur für mich sondern auch für meine Kommilitonen-, weil viele Hausarbeiten und Prüfungen geschrieben werden mussten. Als Argentinierin sind das sprachlich große Herausforderungen für mich. In Lerngruppen konnte ich diese Prüfungsleistungen jedoch gut schaffen. Inzwischen bereite ich mich auf meine Bachelorarbeit vor. Die plane ich zwar erst im Sommer 2012 abzugeben, aber um diese Aufgabe gut zu erfüllen, brauche ich mehr Zeit, als Einheimische.

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Nebenberuflich arbeite ich einmal wöchentlich im Familien unterstützenden Dienst (FuD) in Bethel, als Betreuerin für Kinder mit Behinderungen. Um mich auch auf leitende Tätigkeiten vorzubereiten und um die Theorie mit der Praxis zu verknüpfen, mache ich derzeitig noch ein zusätzliches Praktikum in der Diakonie des Kirchenkreises Halle/Westf. Hier werden mir viele Zusammenhänge erklärt und ich gucke in die unterschiedlichen Bereiche (ambulant, stationär) rein. Zudem werden mir geschäftsführende Aufgaben anhand des Alltages der Einrichtung aufgezeigt. Das gefällt mir auch sehr gut. Ich habe bereits weitere Kontakte zu Praktikumsstellen aufgebaut - z.B. in den Altenhilfebereich Sarepta/Nazareth - um noch mehr Erfahrung zu sammeln. Mit Bruder Detlef Venhaus, der die Altenhilfeeinrichtung am Rio de la Plata / Ar-


tipps + termine gentinien leitet, hatte ich im Mai ein gutes Gespräch. Gerne würde ich nächstes Jahr dort eine Zeit mit ihm zusammenarbeiten. So kann ich meine Einsichten in Deutschland und Argentinien vergleichen und meine Erkenntnisse gut einbringen. Mir ist es wichtig ca. alle 1,5 Jahre meine Familie in Argentinien zu besuchen und Kontakt mit der IERP zu haben. Zuletzt war ich über den Jahreswechsel 20102011 dort. Im Sommer war eine Delegation der IERP im Kirchenkreis Halle/Westf.. Diese haben mich eingeladen, in einem Forum von meinen Erfahrungen in Deutschland zu berichten, was ich im Juli getan habe. Das ist eine gute Möglichkeit, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Gerne werde ich auch mal in Nazareth-Gremien von dem Austausch erzählen. Wenn ihr/Sie noch weitere Fragen habt, können Sie/ könnt ihr mich gerne anschreiben. mspellbrink@hotmail.com Mit freundlichen Grüßen, Mariana Spellbrink

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aus kirche und diakonie "Neue Klosterwelten in Westfalen und Lippe" Religiöse Institutionen und ihr Wirken in der Bildungsarbeit Am 30. Juli 2011 bot eine Vortragsveranstaltung, gemeinsam organisiert von der Theologischen Fakultät der Universität Paderborn / Bistumsgeschichte, der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, der Historischen Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und des Westfälischen Heimatbundes, einen informativen Einblick in das Leben, das Wirken und in die Arbeit von religiösen Institutionen verschiedener Konfessionen, die in Bielefeld beheimatet sind und sich in ihrer Tätigkeit insbesondere der Bildungsarbeit angenommen haben. Der Tagungsleiter Msgr. Professor Dr. Karl Hengst betonte in seiner Begrüßung und Einführung die Bedeutung dieser Gemeinschaften für die westfälische Kloster- und Kirchengeschichte, die sich auch mit ihrer Darstellung im vierten und letzten Band des Westfälischen Klosterbuches wiederfinden wird.

Fide Constanter - im Glauben fest Unter diesem Leitwort steht das Leben im Konvent der Ursulinen zu Breslau, die, bedingt durch die Folgen des Zweiten Weltkriegs, seit 1945 in Bielefeld eine neue Heimat gefunden haben. Die Schwestern aus Breslau, des damals größten deutschen Ursulinenklosters (140 Schwestern im Mutterhaus und in drei Filialen), hatten nach den Tragödien von Flucht und Vertreibung teilweise zunächst in der Biele-

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felder Innenstadt eine neue Bleibe erhalten. Schon in Breslau gehörten die Ordensfrauen der Ursulinen mit der Direktorin des Breslauer Gymnasiums und ihrer Stellvertreterin zu den herausragenden Vertreterinnen des städtischen Bildungswesens. Im November 1945, nach der Flucht aus Breslau, wurde ihrem Antrag auf "Wiedereröffnung der Schule des Breslauer Ursulinenkonventes" in Bielefeld ein positiver Bescheid gegeben. Am 31. März 1953 nahm die Marienschule, nach ihrem Umzug vom Bielefelder Klosterplatz nach Schildesche, an ihrem heutigen Standort an der Sieboldstraße neben den Konventsgebäuden der Schwestern ihre Unterrichtstätigkeit auf. Schwester Oberin Carola Kahler, zugleich langjährige Direktorin der Marienschule, erläuterte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der überaus gut besuchten Tagung in einem ebenso interessanten wie engagierten Vortrag die wechselreiche Geschichte des Konventes der Ursulinen zu Breslau und ihrer Schule in Bielefeld. Eine anschließende Führung durch Kloster und Gymnasium ergänzte ihr informatives Referat. Ein weiterer Vortrag von Frau Maria Lohre über das Säkularinstitut St. Bonifatius in Detmold führte das Auditorium in die Geschichte und in das heutige Wirken dieser Missionsbenediktinischen Gemeinschaft ein.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein (Sinnspruch an der Giebelwand des Remters der Kirchlichen Hochschule Bethel)

Professor Dr. Matthias Benad, Direktor des Instituts für Diakonie- und Sozialge-


aus kirche und diakonie dene Aspekte der Betheler Geschichte geboten. Der Veranstaltungstag schloss um 18.00 Uhr mit der gemeinsamen Teilnahme an der täglich stattfindenden Abendandacht im "Haus der Stille".

schichte an der Kirchlichen Hochschule, sprach in seinem Vortrag über die Bedeutung der religiösen Genossenschaften Sarepta und Nazareth für Bethel. Seit jeher war jegliche Art von Bildungsarbeit innerhalb der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel auf das Engste mit der diakonischen Arbeit der Stiftungen Sarepta und Nazareth verbunden. Dieser Umstand drückt sich etwa aus in der Arbeit von "Bildung und Beratung Bethel", aber auch in der Lehr- und Unterrichtstätigkeit an der Evangelischen Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde und an der Fachhochschule der Diakonie. Drei verschiedene Rundgänge durch Bethel ergänzten die Ausführungen des vorangegangenen Referates:

Doch auch ein gewisser Wermutstropfen mag nicht verschwiegen werden: die Anzahl der Teilnehmenden aus den "Betheler Bereichen" an dieser gelungenen, ínformativen und gut organisierten Veranstaltung war mehr als gering. Zu vermuten ist, dass die Einladungen zu diesem Ereignis nicht bis in die dafür zuständigen Gremien unserer Gemeinschaften in Sarepta und Nazareth gelangt sind. Dem Verfasser dieses kurzen Berichtes drängt sich die Frage auf: Welcher Informationsfluss aus den hohen Sphären der Wissenschaft an die Basis des interessierten, potentiellen Publikums müsste hier besser werden? Reinhard Neumann

y "Die geistliche Prägung der Betheler Mutterhäuser" (Prof. Matthias Benad) y "Leben und Alltag in Bethel" (Kerstin Stockhecke, Leiterin des Hauptarchivs) y "Schwestern im Mutterhaus Sarepta" (Schwester Gabriele Göckel). Vor allem vielen der auswärtigen Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern wurde somit ein Einblick in sehr verschie-

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aufkleb e aufkleb r Adressaufk leber A er Adr es dr aufkleb er Adr saufkleber A essaufkleber essauf d aufkleb Adress ressau kleb au fk e aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre leber A aufkleb fkleber ssaufk er Adr leb es dr er aufkleb A er Adr saufkleber A essaufkleber dressaufkleb Adressaufkle er Adressau f essauf d e aufkleb A ber Ad r r e d Adress ssaufk ressau kleb e ressau f aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber A dressa leb au fk ss e ufk aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber A dressa leber A aufkleb fkleber ssaufk er Adr u le fk essauf d e aufkleb A b r r e d e A s ressau r Adre saufk dress kleb e ssaufk aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber A l dressa leb au fk ss e ufkle aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber A dressa leb au fk ss e ufkle aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber A dressa leber A aufkleb fkleber ssaufk er Adr u le fkleb essauf dressa er Adr aufkleb Adress ber Ad kleb ufk ess au e ressau fkleb aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber A dressa leb au fk ss e ufkleb aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber A e dressa leber A aufkleb fkleber ssaufk er Adr u le f e d e k aufkleb A ssaufk b r r le e d e A s b r r s e d e a A ssau ress ufk dre leb e aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber Ad ssaufkleber leber A aufkleb fkleber ssaufk er Adr ressau leb fkleber es dr er aufkleb A er Adr saufkleber A essaufkleber dressaufkleb Adressaufkle er Adressau f essauf d e kleber aufkleb A b r Adre ressau dressa er Adr kleb fk ss e u e aufkleb r Adressaufk er Adressau leber Adress fkleber Adre aufkleber Ad ssaufkleber le a f s r er Adr essauf ber Adressa kleber Adres ufkleber Adr saufkleber A essaufkleber kleber ufkleb saufk essau dress A

termine

November 1. Frauentag 6. >>Klassik um 3<< 9. Zeit.Punkt 9. Gemeinschaftsabend Schillingshof: Die Hospizarbeit im Süden Bielefelds 11. Gemeinschaftsrat 11. Delegiertenversammlung 12. Forum der Gemeinschaften 14. - 18. Synode 16. Erzählkneipe mit Dieter Thane 17. Taizé- Andacht 19. Nazarethkreis Eckardtsheim: mit Uta Braune-Krah und Karin Steinbrück, Abschluss: Abendmahlsgottesdienst, Eckardtskirche 19. Bezirkstreffen Süd 19. Bezirkstreffen Nordost 29. Seniorenadvent

november

Dezember 5. Adventliches Beisammensein Bezirk R/R/S in Mettmann 7. Zeit.Punkt 09. Gemeinschaftsrat / Schwesternrat 11. >>Klassik um 3<< 15. Taizé- Andacht 21. Erzählkneipe mit Ulrich Strothmann 27. Singen an der Krippe mit Frau Bracht-Müller und Pastor Müller 23. Weihnachtsferien NRW - 06.01.2012

dezember

2012 12.05. 13.05. 22.09. 23.09.

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Frühjahrsgemeinschaftstag Rogate Herbstgemeinschaftstag Aufnahme / Einsegnung

Der nazarethbrief aus der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth/Bethel wird kostenlos an alle Mitglieder der Gemeinschaft versandt.

Herausgeber: Gemeinschaftsrat der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth in der Stiftung Nazareth in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel; verantwortlich, Redaktion: Uta Braune-Krah; Layout + Satz: Martin Eickhoff-Drexel; Druck: Zum Stickling, Avenwedder Straße 72, 33335 Gütersloh; © 2011

Anschrift: Diakonische Gemeinschaft Nazareth, 33546 Bielefeld, Postfach 13 03 49. Telefon: 0521/ 1444118, Fax: 0521/914 6226, http:// www.nazareth.de.

Bankverbindung: 2 101 660 012 bei der KD-Bank (BLZ 350 601 90)

Nazarethbrief-2011_08-09-10-11  

Der Nazarethbrief ist das Mitteilungsheft der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth in Bielefeld-Bethel. Ausgabe 2011_08-09-10-11 | Aug.-Sept.-...

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