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nazarethbrief diakonische gemeinschaft nazareth Nr. 01 / 02 - Jan. / Febr. 2010 117. Jahrgang www.nazareth.de

Unser Jahresthema: diakonische Bildung Jahreslosung 2010 „Jesus Christus spricht: Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ (L) Johannes 14, 1


inhalt Seite editorial / aus der geschäftsstelle ............................................................... 4 jahresthema 2010: diakonische bildung: Grußwort der Direktion ............................................................................. 6 Ausbildung im Wandel .............................................................................. 7 Neues aus der Fachhochschule der Diakonie .......................................... 11 Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Diakonenausbildung ........... 14 Einladungen zu Veranstaltungen ............................................................ 16 Hermann Brandhorst im Ruhestand ........................................................ 20 Pulsschlag 2010 - Theologie für den diakonischen Alltag ........................ 24 aus der frauenarbeit: Frauentag 2009 ...................................................................................... 27 aus mission und ökumene: Epiphanias-Treffen 2010 ......................................................................... 31 IERP und Nazareth - eine gute Verbindung! ........................................... 31 Ein Dank .................................................................................................. 33 aus der ev. bildungsstätte: Oberseminar 2008/2009 ......................................................................... 34 aus dem vedd: Bericht von der Herbst-BDK 2009 in Rummelsberg ................................. 38 leserbriefe: Zur Ausbildung im Rauhen Haus .............................................................. 41 Zum Weihnachtsmarkt in Nazareth ........................................................ 42 aus gruppen + bezirken: Jubiläum 50 Jahre Nazareth-Musizierkreis... ........................................... 43 Einladung zum Nazareth-Stammtisch .................................................... 45 aus der seniorenarbeit: Reisebericht Leipzig .......................................... 47 2009 jahre mauerfall: Nachlese ................................................................ 49 buchtipps ................................................................................................... 51 aus den stiftungen .................................................................................... 54 aus der personalarbeit .............................................................................. 56 aus kirche und diakonie: „Damit ihr Hoffnung habt“ - Einladung zum Ök. Kirchentag .................. 58 nachrufe ..................................................................................................... 59 persönliches ............................................................................................... 62 unsere kranken geschwister ..................................................................... 63 termine ....................................................................................................... 64

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geistliches wort "Wir können nicht mehr unterscheiden, was wichtig ist und was nicht." Frank Schirrmachen hat diesen Satz in seinem Buch „Payback“ formuliert. Die durch E-Mail, Internet, SMS oder Twitter auf uns einströmende Informationsflut und die in der verdichteten Arbeit und Freizeit geforderte Gleichzeitigkeit, die Fähigkeit zum Multitasking, lässt uns überfordert zurück. Es entstehen immer wieder kleine Blackouts: Wo war ich gerade? Was wollte ich gerade machen? Wir können uns nicht erinnern. Selbst die Hoffnung "Wichtiges kommt wieder" verliert immer öfter ihre Gültigkeit. Denn das Wichtige ist oft gerade nicht dringend, aber das Dringende oft nicht wichtig. Kennen Sie diese Erfahrung aus Ihrem Alltag? Doch halt, was hat diese Erfahrung bei einem Geistlichen Wort zu suchen? Andacht ist für mich Innehalten und sich genau dieser Frage widmen: Was ist wichtig und was nicht? In unserer individualisierten Welt wird es auf die Frage unterschiedliche Antworten geben und jeder und jede muss sie für sich beantworten. Meine Antwort habe ich bei alten Menschen am Ende ihres Lebens erfahren. Was zählt am Ende? Es ist die Liebe, die ich von anderen bekommen habe und die Liebe, die ich anderen gegeben habe. Da wird Familie wichtig. Freundschaft wichtig, Diakon/in sein und diakonische Arbeit wichtig. Dazu gehört die Vergewisserung, dass ich ein von Gott geliebtes Geschöpf bin, dass auch ich wichtig bin und dass diese ganze Welt einen Sinn hat. Eine Welt, wo ich an meinem Platz aufgerufen bin, sie ein klein wenig heller zu gestalten. Dann klingelt das Handy und manchmal hab ich meine Antwort dann wieder vergessen…. Heinz-Jürgen Uffmann

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editorial Liebe Schwestern und Brüder, liebe Freundinnen und Freunde Nazareths!

„Das vor allem: Den Segen Gottes über all Deinem Tun, das wünsche ich Dir.“ Mit diesem Wort von Jörg Zink grüße ich Sie zu dem nicht mehr ganz so neuen Jahr 2010 und wünsche Ihnen alles Liebe und Gute. In einer Sondersitzung am 15. Jan. 2010 hat sich der Gemeinschaftsrat grundsätzlich mit dem Thema Bildung befasst. Die Entwicklungen in der Ausbildung zum Diakon / zur Diakonin wecken in der Gemeinschaft viele Fragen, führen an vielen Stellen zu Verunsicherungen und Sorge. Und in der Tat, die Geschwindigkeit der Veränderung ist enorm, man hat kaum Zeit nachzukommen.

Bezirken und auf den Gemeinschaftstagen weiter informieren und mit Ihnen daran arbeiten. Dazu gibt Bruder Arlabosse (für die Direktion der Stiftungen Sarepta und Nazareth) eine Einführung ins Thema und Pastor Dr. Hillringhaus (als Pastor der Gemeinschaft Nazareth und Geschäftsführer der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde) erläutert die „Umgebungsgeräusche“ dieser Veränderungen... Bitte lesen und befassen Sie sich mit den gedruckten Artikeln aus der Fachhochschule und nehmen Sie die vorgestellten Angebote wahr. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit!

Wir möchten Sie und Euch zeitnah informieren und haben uns darauf verständigt, Bildung in diesem nazarethbrief und im Jahr 2010 zu einem Schwerpunktthema zu machen. Wir werden Sie u.a. in den

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Herzliche Grüße Friedrich-Wilhelm Meine


aus der geschäftsstelle

++ aktuell ++ aktuell ++

Ein Abschied Schwester Mirjam Aasman hat von März 2009 bis Ende Januar 2010 in der Geschäftsstelle der Gemeinschaft engagiert und kompetent mitgearbeitet. Neben der Teilnahme am Oberseminar hat sie sich schnell zu einer selbständig tätigen Mitarbeiterin entwickelt. Mir fiel auf, dass sie sich mit ihrer vollen Aufmerksamkeit, freundlich, klug und verbindlich für die Geschwister eingesetzt hat bzw. sich einer jeweiligen Aufgabe widmete. Herzlichen Dank dafür! Friedrich-Wilhelm Meine

>> Klassik

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jahresthema 2010: diakonische bildung

Liebe Schwestern und Brüder, in diesem nazarethbrief lesen Sie verschiedene Beiträge zur Entwicklung der Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen. Nach Abschluss eines gemeinsamen Projektes der Fachhochschule der Diakonie (FHdD), des Wittekindshofes und der Ev. Bildungsstätte der Stiftung Nazareth wurde der Antrag auf Akkreditierung für einen neuen Studiengang an der Fachhochschule der Diakonie gestellt. Wir setzen uns als Direktion der Stiftung Nazareth mit diesem Schritt gemeinsam mit der FHdD und dem Wittekindshof für die Entwicklung eines ersten grundständigen Studienganges mit dem Titel "Diakonie im Gemeinwesen - Soziale Arbeit und Diakonik" ein. Er dient der Weiterentwicklung diakonischer Arbeit angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen. Wir wollen mit diesem neuen Angebot einen Beitrag dazu leisten, dass die sich verändernde Soziale Arbeit auf kommunaler Ebene auch eine diakonische Gestalt finden kann. Frauen und Männer sollen integriert sozialarbeiterische Kenntnisse und theologische Kompetenzen entwickeln. Auf dieser Basis sollen sie Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen beraten und begleiten, Hilfen für sie organisieren

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und mit ihnen Netzwerke der Selbsthilfe und Begegnung aufbauen. Dabei ist der Bezug zu Kirchengemeinden und kirchlichen Gruppen ein wesentlicher Aspekt. Auf einer aktuellen Tagung der Ev. Kirche von Deutschland und des Diakonischen Werkes konnten wir erleben, dass diese inhaltliche Ausrichtung unseres neuen Studiengangs großes Interesse findet und die fachlichen Entwicklungen aufnimmt. Mit diesem Studiengang werden wir erstmals in der Lage sein, jungen Menschen eine komplette Diakonenausbildung auf Fachhochschulniveau anzubieten. Wir setzen hierbei auf die Unterstützung der Ev. Kirche von Westfalen und bauen die gute Kooperation mit der Ev. Stiftung Wittekindshof sowie der dortigen Schwestern- und Brüderschaft aus. In den Berichten klingt mehrfach an, dass wir neben diesem Schritt der Weiterentwicklung in der Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen weitere neue Modelle der Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten von und für Diakoninnen und Diakonen an der Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde erarbeiten. Mit diesen Schritten wollen wir ein eindeutiges Signal für neue theologisch-diakonische Bildungsangebote setzen, die einerseits an den aktuellen Entwicklungen der Arbeitsfelder orientiert sind und damit zugleich den Absolventinnen und Absolventen gute Berufsperspektiven bieten. Das hört sich angesichts der Erfahrungen der jungen Generation mit einem schwierigen Berufseinstieg in befristeten Arbeitsverhältnissen eher unglaubwürdig an. Es ist aber angesichts der schon beginnenden


jahresthema 2010: diakonische bildung Personalknappheit und der sich weiter verschärfenden demographischen Lage eine zutreffende Aussage. Wir freuen uns auf die neue Form der Kooperation von Bildungsstätte, der Fachhochschule der Diakonie und dem Wittekindshof. Und wir freuen uns, dass der Gemeinschaftstag im Mai das Thema "Ausbildung" zum Schwerpunkt gewählt hat. So gibt uns dieser Tag Raum zur differenzierten Darstellung und Diskussion der Entscheidungen und nächsten Schritte. Denn eine gelingende Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen durch Nazareth braucht immer auch die Unterstützung der Schwestern und Brüder der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth. Mit freundlichen Grüßen aus der Direktion Werner Arlabosse

rungsprozesse einlassen müssen: ein neues Regelwerk, eine neue Software, Wechsel im Kollegium … Tatsächlich aber ist dieser Satz bereits recht alt; der Philosoph Heraklit hat ihn geprägt, und dieser weise Mann lebte zwischen 540 und 480 vor Christus. Veränderungen und Wandlungsprozesse sind seit jeher untrügliche Zeichen von Leben und - man staune! - von Beständigkeit. Was stirbt, erstarrt - und umgekehrt. Auch in der Bildungslandschaft gibt es deutlichen Wandel. Er wirkt sich auf die Ausbildung im Diakonat aus, auch auf die Fort- und Weiterbildungsprogramme. Wir wollen, da Bildungsarbeit zu den zentralen Aufgaben der Stiftungen Sarepta | Nazareth gehört, diesem Wandel nicht das Heft in die Hand geben, sondern ihn selbst bewusst mitgestalten. Dazu ist es nötig, auf die Veränderungen der Rahmenbedingungen und auf neue Herausforderungen zu achten. Zugleich können wir zu internen Verbesserungen gelangen und empfindliche Mängel des bisherigen Ausbildungssystems beseitigen.

Der sogenannte Bologna/ Kopenhagen-Prozess

Ausbildung im Wandel Nichts ist so beständig wie der Wandel. Diese paradoxe Wahrheit klingt wie ein Seufzer aus der Runde der Mitarbeitenden, die sich wieder einmal auf Verände-

Die Kultusminister der europäischen Länder haben 1999 im italienischen Bologna beschlossen, in dem Zeitraum etwa eines Jahrzehnts ein einheitliches Hochschulsystem zu schaffen, das die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen und abschlüssen gewährleistet. Inzwischen haben die (Fach-) Hochschulen in Deutschland die meisten ihrer Studiengänge auf das zweistufige System umgestellt; nach sechs bis acht Semestern kann der Bachelor-, nach weiteren zwei bis vier Jahren der Master-Grad erworben werden. Die Studien-

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jahresthema 2010: diakonische bildung leistungen werden nicht nur abschließend mit einer Note bewertet, sondern auch in ihrem Umfang bemessen, so dass sie sich europaweit miteinander vergleichen lassen. Auf diese Weise wird ein Wechsel der Hochschule während des Studiums erleichtert; man kann für einige Semester in ein anderes europäisches Land gehen, seine Sprache, Kultur, berufliche Praxis und wissenschaftliche Methoden kennenlernen und damit den eigenen Horizont erweitern. Großen Wert legt die Reform auf die Nähe der Lernprozesse zu den beruflichen Aufgaben; Theorie und Praxis werden bereits in der Ausbildung eng miteinander verknüpft. Schließlich sollen die Absolvent/inn/en auf dem Arbeitsmarkt auch vermittelbar sein und schnell ihren Platz in der Berufswelt finden. Die Fachhochschulen aller europäischen Länder werden zu dem Ort praxisnaher und vielfältig kombinierbarer Fachausbildungen. Der Zugang steht neuerdings auch denen offen, die nach dem erfolgreichen Besuch einer Berufsfachschule mindestens drei Jahre in ihrem Beruf tätig waren und sich dann weiterqualifizieren wollen. Bildung soll kein Privileg Weniger sein; indem die Studienleistungen bemessen und vergleichbar werden, gibt es nun auch viele individuelle Wege zu einem Hochschulabschluss. In dieser Linie liegen auch die Beschlüsse, die von den Bildungsministern 2002 in Kopenhagen gefasst worden sind. Der "Europäische Qualifikationsrahmen" soll dazu verhelfen, Berufsausbildungen und erworbene Kompetenzen vergleichbar zu machen und die Türen zu weiteren Bildungsabschlüssen zu öffnen. Früher gab es eine "Lehrzeit"; sie war nach einer festgelegten Zeit abgeschlossen und dann arbeitete man häufig bis zum Rentenalter in dem

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erlernten Beruf. Heute sprechen wir vom "lebensbegleitenden Lernen"; mit dem schnellen Wandel der beruflichen Anforderungen eröffnen sich immer wieder neue und interessante Lernfelder, für die passgenaue Aus- und Weiterbildungsprogramme bereitgestellt werden.

Diakonie im Gemeinwesen Auch die Diakonischen "Anstalten" sind in Bewegung. Nicht nur, dass sie auf diesen altmodischen Begriff im Namenszug verzichten; sie geben auch Zug um Zug ihren Anstaltscharakter auf und verlagern die Dienstleistungen und Einrichtungen in die Stadtteile, in denen Menschen ohne besonderen Hilfebedarf leben. Dieser Wandel ist Programm; es soll zum Normalfall im Stadtbild werden, dass sich dort die Menschen auf unterschiedliche Art fortbewegen, einkaufen oder Erholung im Park suchen - mit Gehhilfen, zu Fuß, mit dem Rollstuhl oder an der Hand eines Betreuers. Behinderung gehört zur Vielfalt des Lebens und ist kein Anlass für die Separation. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern haben wir in Deutschland eine große Dichte von "Anstalten"; viele sind im Zuge der Industriellen Revolution in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden, als weder Kirche noch Gesellschaft geeignete Strukturen für Menschen mit Hilfebedarf aufbauen konnten und somit kleine, abgesonderte Dörfer oder Stadtteile entstanden. Diese Notlösung sollten wir nicht zur Norm werden lassen. Normal ist es vielmehr, wenn Menschen mit Hilfebedarf da leben, wo andere auch leben. "Laut Schätzungen leben weltweit 600 Millionen Menschen mit Behinderungen. Dennoch werden nach wie vor Menschen isoliert, vor allem wenn sie behindert sind. Da gibt es die Mauern der Scham, Mauern


jahresthema 2010: diakonische bildung der Vorurteile, Mauern des Hasses, Mauern der Konkurrenz, Mauern der Angst, Mauern der Ignoranz, Mauern theologischer Vorurteile und kulturellen Unverständnisses. Die Kirche ist berufen, eine inklusive, eine niemanden ausgrenzende Gemeinschaft zu sein - sie soll Mauern niederreißen." Diese Worte aus einem wegweisenden ökumenischen Dokument gehen der UNKonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung von 2006 zeitlich und sachlich voraus. Nicht nur die Mauern der Anstalten müssen fallen. Vor allem die inneren und äußeren Barrieren in unseren Sozialräumen, in den Wohnvierteln und Stadtteilen. Wenn "Inklusion", die selbstverständliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung am gesellschaftlichen Leben, gelingen soll, müssen neben den Barrieren aus Stein vor allem die Mauern der Abgrenzung in den Herzen und Köpfen der Bürgerinnen und Bürger beseitigt werden. Das ist eine große Aufgabe, die noch vor uns liegt; sie verlangt die besten Kräfte und ein Zusammenwirken vieler Professionen: Architektur, Städteplanung, Verkehrswesen, Kommunikation, Recht, Bildungswesen, Gesundheits-, Krankenund Altenpflege, Religion, Erziehung - und anderes mehr. Der Fähigkeit, Netzwerke und Kooperationen zwischen möglichst vielen Akteuren, insbesondere mit den Kirchengemeinden und kirchlichen Kreisen zu bilden und zu fördern, wird in der Aufbauphase die größte Bedeutung zukommen. Diese Fähigkeit gehört zu den professionellen Kompetenzen von Diakoninnen und Diakonen. Darum nehmen wir die Herausforderung an und bilden von nun an junge Menschen aus für die "Diakonie im Gemeinwesen".

Integrativer Studiengang Hier im Bereich der Evangelischen Kirche von Westfalen wird die Diakonenausbildung gemäß einem Kirchengesetz von 1993 gestaltet. Es sieht eine Ausbildung (bzw. ein Studium) in einem Sozial- oder Pflegeberuf mit staatlichem Abschluss sowie eine zweijährige theologisch-diakonische Qualifikation mit kirchlichem Examen vor. Beide Ausbildungsgänge sollen einander ergänzen und sich wechselseitig bereichern. Eine gute Idee. Allerdings bleibt angesichts der Vielfalt fachlicher Schwerpunkte diese Verknüpfungsleistung überwiegend den Studierenden selbst überlassen. Oft bleibt sie wohl völlig auf der Strecke. Die theologisch-diakonische Weiterbildung dient dann mehr der persönlichen Vergewisserung und der Klärung von religiösen und ethischen Fragestellungen. Beruflich ist das vor allem dann nicht besonders relevant, wenn der Anstellungsträger in erster Linie auf die soziale bzw. pflegerische Fachlichkeit sieht und der diakonische Bildungsgang nur den Rang einer individuellen Kür hat, auf die man auch verzichten kann. Die Zahl derer, die ihre Diakonenausbildung abbrechen, erhöht sich deutlich, wenn zudem der Arbeitsmarkt nur eine geringe Flexibilität erlaubt und nur wenige Stellen anbietet, die mit einem ambitionierten Ausbildungsprogramm verbunden werden können. An die Stelle dieser beiden bisherigen "additiven" Ausbildungsgänge soll künftig ein "integrativer" Studiengang treten. Hier greifen die Bildungsprozesse ineinander, ergänzen oder befragen sich. Theorie und Praxis, Entwicklung einer diakonischen Identität, Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit einer Diakonischen Ge-

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jahresthema 2010: diakonische bildung meinschaft, Methoden Sozialer Arbeit und diakonischer Auftrag werden unablässig auf einander bezogen. Die Verknüpfung wird nicht mehr nur von den Studierenden verlangt, sondern sie schlägt sich in der Anlage des Studiengangs nieder und muss auch von den Lehrenden authentisch vertreten werden. Zudem bezieht sie sich auf die oben beschriebenen neuen Herausforderungen. Das ist innovativ; es gibt dafür noch keine Vorbilder. Es gilt, gemeinsam mit anderen (Fach-)Hochschulen und von anderen europäischen Ländern zu lernen und sich tastend auf Neuland zu begeben.

"Portale" der Diakonischen Gemeinschaften In der bisherigen Ausbildungsform bestanden für die Studierenden viele Chancen, zeitgleich die Diakonische Gemeinschaft kennen zu lernen und nicht nur äußerlichformal, sondern auch innerlich ein Mitglied zu werden. Wenn nun die Fachhochschule der Diakonie die Ausbildung übernimmt, kann sie diese Funktion nicht auch noch ausfüllen; sie muss ja den Anliegen und Interessen ihrer verschiedenen Träger gerecht werden. Das künftige Ausbildungsmodell sieht daher vor, dass die Diakonischen Gemeinschaften Programme zur Förderung und Begleitung der Studierenden entwickeln und sich auf diese Weise an den Bildungsprozessen beteiligen. Sie bilden "Portale", durch die man in die Ausbildung eintritt. Die Diakonischen Stiftungen Wittekindshof und Nazareth sind die ersten, die ein solches Portal errichten; möglicherweise werden andere Gemeinschaften dadurch angeregt, ebenfalls eine Studienbegleitung für ihre künftigen Mitglieder anzubieten. Die Stiftungen Wittekindshof und Nazareth sind derzeit im Begriff, über ihre Bildungs-

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stätten ein Mentoring-Programm zu entwickeln, geeignete Stellen für die Praxisphasen sowie für einen kleinen Nebenjob zu akquirieren und Ideen für Begegnungen zwischen Studierenden und den Gemeinschaften zu entwickeln. Der Wohntrakt im Haus Nazareth steht nach wie vor für Wohnund Studiengemeinschaften zur Verfügung - campusnah, modern, gut ausgestattet, im Preis erschwinglich; die Entwicklung der Wohnkultur wird begleitet von Diakonin Karin Steinbrück. Die Gemeinschaft stellt bereits ein vielseitiges berufliches Netzwerk dar, das sich Anfänger in anderen Berufen erst mühsam schaffen müssen. Wer den neuen Studiengang belegen möchte und den Kontakt zur Diakonischen Gemeinschaft Nazareth sucht, kann sich über das Portal Nazareth um einen Studienplatz bewerben und im Falle einer Zusage alle diese begleitenden Angebote in Anspruch nehmen. In Kürze kann man sich darüber auch auf der neu gestalteten Homepage der Ev. Bildungsstätte informieren.

Wie geht es weiter? Die Rahmenbedingungen für eine wertvolle und zeitgemäße Ausbildung sind damit geschaffen. Sie ist attraktiv und kann den Diakonischen Werken helfen, das Fachpersonal bereitzustellen, das sie künftig benötigen. Und sie wird den besonderen Herausforderungen gerecht, die im Zuge der Dezentralisierung der Hilfesysteme auf uns zukommen. Sie wird mit dazu beitragen, dass sich Kirchengemeinden bzw. -kreise und Diakonie weiter annähern. Die Portale werden aber nur dann ihre Aufgabe erfüllen können, wenn sie mit Leben gefüllt sind und nicht nur mit papiernen Angeboten. Wenn die Studierenden hinter diesen Angeboten interessierte und wache Zeitgenossen entdecken,


jahresthema 2010: diakonische bildung die ihre Gemeinschaft für neue Menschen und neue Einsichten öffnen, die sich über Begegnungen freuen und ihre Erfahrungen in das Suchen nach neuen Wegen einbringen, dann kann sich die Umkehrung bewahrheiten, in die ein kluger Kopf die Weisheit Heraklits gegossen hat: "Was sich verändert, bleibt" (M. Richter). Klaus Hillringhaus

Neues aus der Fachhochschule der Diakonie Dass die bisherige Ausbildung zum Diakon und zur Diakonin in Bethel von der (Nazareth-) Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde an die Fachhochschule der Diakonie (FHdD) ‚verlagert' werden soll, ist - so höre ich - für viele Nazarener schmerzlich. Für viele Generationen von Diakonen und später auch Diakoninnen war die Ausbildung an der Bildungsstätte bzw. Diakonenschule eine für ihr Berufs- und ihr Privatleben ungemein prägende Zeit. Wird die Fachhochschule das fortsetzen können?, werden sich manche fragen. Und doch: Ohne Nazareth gäbe es wohl keine FHdD. Dort, wo die DiakonenAusbildung einst ‚erfunden' wurde, im Rauhen Haus in Hamburg, ist sie schon seit den 70er Jahren an die Ev. Fachhochschule für Soziale Arbeit und Diakonie übergegangen, und während in Nazareth

die Bewerbungen seit längerem rückläufig sind, bewerben sich an der attraktiven Hamburger ‚Diakonen-Schmiede' jährlich bis zu 300 Studieninteressenten. So waren es Nazarener wie Jürgen Steinbrück, Horst Bögeholz und Heinrich Fallner, später auch Werner Arlabosse, Hermann Brandhorst und Bernward Wolf, die schon seit Ende der 90er Jahre auf die Gründung einer Fachhochschule gedrängt hatten. Zu Jahresbeginn 2006 wurde dann die die Hochschule tragende GmbH von 15 diakonischen Trägern und dem Diakonischen Werk der EKD gegründet; 51% des Stammkapitals hält die Stiftung Nazareth als Mehrheitsgesellschafter, bei der Diakon Carsten Böhrnsen auch die Geschäftsführung inne hat. 2006 starteten auch die ersten Studiengänge, wobei mit dem Studiengang "Diakonik - Werteorientiertes Gestalten in Kirche und Diakonie" zunächst die berufsbegleitende Form der Diakonen-Ausbildung an die FHdD kam. Im nächsten Entwicklungsschritt besuchten Grundseminaristinnen und -seminaristen der Jahrgänge 2008 und 2009 zwar noch das Grundseminar, dessen Inhalte aber schon an die "Module" des Fachhochschul-Studienganges angepasst waren - nebenbei gesagt: Eine didaktische Meisterleistung des Teams der Bildungsstätte! Statt des klassischen Oberseminars im Anschluss an Fachschulund Fachhochschul-Ausbildung besuchen diese Grundseminaristen nun schon neben ihrer Berufsausbildung einige Seminare an der FHdD und werden bald nach ihrem Berufs- oder Studienabschluss auch den Bachelor in Diakonik ablegen können. Die ersten beiden Absolventen des 2006er Jahrgangs werden im Februar in der

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jahresthema 2010: diakonische bildung Zionskirche ins Diakonenamt eingeführt. Das ist schön und erfreulich. Aber es zeigt auch das Problem dieses Studienganges: Er ist zu lang, damit wohl auch zu teuer, und daher findet er nicht genügend Interessenten. Die Addition von Fach- und Diakonenausbildung mit Bachelor-Abschluss bedeutet mindestens 5, wenn nicht 6 oder 7 Jahre Ausbildung. Damit sind wir nicht konkurrenzfähig auf dem Ausbildungsmarkt - in Hamburg oder Bochum wird der doppelte Abschluss nach 3 oder 4 Jahren erreicht … Ab Oktober wird das anders: Da startet der erste Jahrgang eines integrierten Sozialarbeits- und Diakonik-Studienganges. Schwerpunkt wird die soziale Arbeit im Gemeinwesen. Sozialarbeiterische und theologisch-diakonische Inhalte werden eng verknüpft, mit viel Praxis verbunden und durch ein Begleitprogramm der Gemeinschaften Nazareth und Wittekindshof gestärkt. Der Zugang zu diesem Studium ist für Abiturienten oder FachhochschulAbsolventInnen möglich, aber auch nach einer Berufsausbildung und Berufspraxis. Die Bewerbungen zum Studium laufen über die Gemeinschaften Nazareth und Wittekindshof (oder später noch weitere Gemeinschaften) oder können auch direkt an die FHdD gehen. Nach 4 Jahren wird der Bachelor-Grad in Sozialer Arbeit (und damit verbunden die Berufsanerkennung) erreicht und die Möglichkeit, sich als Diakonin oder Diakon einsegnen zu lassen. Einige der Fragen, die sich mit diesem Studiengang verbinden, hat Bernd Heidevon Scheven in diesem ‚nazarethbrief' (siehe S. 14) beantwortet. An der Bildungsstätte, die ja keineswegs aufgegeben wird, wird inzwischen über neue,

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zusätzliche Wege der Ausbildung zur Diakonin und zum Diakon nachgedacht. Bisweilen wird die Befürchtung geäußert, die Akademisierung der Diakonenausbildung produziere nur noch ‚SchreibtischTäter' - Diakoninnen und Diakone, die Armut und Krankheit oder das Leben von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen nur aus Büchern kennen und entsprechend praxisfern denken und handeln. Wir denken, dass diese Befürchtung grundlos ist: Das Besondere des neuen Studienganges ‚Diakonie im Gemeinwesen - Soziale Arbeit und Diakonik' liegt gerade in der engen Verbindung einerseits von Sozialarbeits- und theologischen Inhalten und andererseits in einer sehr engen Theorie-Praxis-Verzahnung drei Praktika sind in das Studium integriert. Nicht zuletzt daher dauert das Studium auch länger als vergleichbare Sozialarbeits-Studiengänge - 4 Jahre, und es führt zu 240 ‚Kreditpunkten'. Wer später noch den Master-Grad erreichen möchte, braucht dazu nur noch 1 Jahr Vollzeit oder 2 Jahre berufsbegleitendes Studium. Diese intensive Theorie-Praxis-Verbindung soll auch durch ein Mentoren-Begleitprogramm unterstützt werden: Jeder und jede Studierende soll eine Diakonin oder einen Diakon aus den Gemeinschaften Nazareth oder Wittekindshof als persönlichen Begleiter (Mentor) an die Seite gestellt bekommen, die oder der beim Studium und in der Berufssozialisation unterstützt und in das Gemeinschaftsleben einführt. Gut nachgefragt sind an der FHdD seit Beginn die berufsbegleitenden Studiengänge "Management im Sozial- und Gesund-


jahresthema 2010: diakonische bildung heitswesen" und "Mentoring im Sozialund Gesundheitswesen"; die ersten 19 frisch gebackenen Bachelors wurden am 2. Oktober 2009 in die "akademische Freiheit" entlassen. Im Herbst dieses Jahres startet neu ein Aufbau-Studiengang für staatlichich anerkannte HeilpädagogInnen, die damit in 2½ Jahren zugleich einen Schwerpunkt in Management oder Mentoring (Beraten und Anleiten) belegen können. Weitere Studiengänge (Psychiatrische Pflege; Suchttherapie) sind in Planung. Auch personell ist einiges an der FHdD in Bewegung. Ende November ging P. H.Hermann Brandhorst in Ruhestand (s. S. 20). Zu Bernd Heide-von Scheven und Angela Quack kam als dritter Nazarener Dr. Carsten Bäuerl als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Hochschule. Pfarrer Dr. Heiko Ulrich Zude (42) übernahm am 1. 11. den Lehrstuhl für Biblische und systematische Theologie. Am 2. 12. wurde ihm vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates der FHdD, P. Bernward Wolf, die Ernennungsurkunde überreicht. Heiko Ulrich Zude ist Pfarrer der bayerischen Landeskirche. Nach dem Studium der Theologie und Philosophie forschte und lehrte er an der Universität Jena zum Thema Medizinethik und Patientenautonomie. Zuletzt arbeitete er als Studienleiter und Pfarrer im Ev. Studienwerk Villigst in Schwerte. Für Zude ist es wichtig, dass Studierende die ‚Freiheit eines Christenmenschen' als Lebenshaltung und Glaubenskonzept verstehen können und attraktiv finden. Als Hochschulseel-

sorger ist es sein Anliegen, dass sich die Studierenden der Fachhochschule auch persönlich im Studium "gut aufgehoben" fühlen. Heiko U. Zude ist verheirat und hat 4 Kinder. "Viel Bewegung" wird es mit Sicherheit auch in den kommenden Monaten und Jahren an der FHdD geben. Wir möchten Sie, liebe Leserinnen und Leser des ‚nazarethbriefs', in Zukunft gerne intensiver darüber "auf dem Laufenden" halten, was an "Ihrer" Hochschule sich entwickelt. Und wir laden Sie ein, an einzelnen Unterrichtstagen bei uns Gast zu sein. Carsten Bäuerl hat dazu in diesem ‚nazarethbrief' einige Angebote zusammengetragen (s. S. 17). Prof. Dr. Martin Sauer Rektor der FHdD

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jahresthema 2010: diakonische bildung Soll es nur noch "Häuptlinge" geben und keine Diakone mehr im Basisdienst?

Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Diakonenausbildung Warum werden die Diakoninnen und Diakone Nazareths jetzt an der FH der Diakonie ausgebildet? Nazareth folgt damit einer Empfehlung der EKD, die schon in den 90er Jahren die Fachhochschule als gewünschte Bildungsebene der Diakonenausbildung empfohlen hat. Viele anderen Gemeinschaften lassen ihren "Nachwuchs" an evangelischen Fachhochschulen ausbilden. Die Besonderheit an der FH der Diakonie ist, dass sie von Nazareth zusammen mit anderen diakonischen Trägern gegründet wurde und weiterentwickelt wird, um Diakoninnen und Diakone auszubilden.

Brauchen wir nur noch studierte Diakoninnen und Diakone? Junge Menschen, die jetzt nach Nazareth kommen, werden sich im Laufe ihres Berufslebens immer weiter qualifizieren müssen. Schon jetzt ist deutlich, dass wichtige Weiterbildungen in Studiengänge umgewandelt werden und dass Menschen, die keinen Hochschulabschluss haben, dazu dann der Zugang fehlt. Es wäre unverantwortlich, Diakoninnen und Diakone so auszubilden, dass ihnen Zugänge zum lebenslangen Lernen deutlich erschwert werden.

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Das Bildungswesen verändert sich tiefgreifend. Der Abschluss des „Bachelor“ wird mehr und mehr zur Basisqualifikation für Fachkräfte. Es ist aber abzusehen, dass Diakoninnen und Diakone in Zukunft "Häuptling" und "Indianer" (meist gleichzeitig) sein werden. Ihr Verantwortungsbereich wird sich ausweiten, aber sie werden vermehrt alleine arbeiten und eher in Netzwerken kooperieren. Der geplante Studiengang soll beispielsweise insbesondere für konkrete Arbeit im Gemeinwesen qualifizieren. Das heißt: Man arbeitet direkt mit Menschen in Armut, mit Ehrenamtlichen, Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen und ihren Angehörigen in einer Gemeinde oder einem Stadtteil. Dieser Studiengang qualifiziert nicht direkt für Leitungsfunktionen. Wer diese nach einer Zeit anstrebt, hat allerdings gute Möglichkeiten, sich dafür weiter zu qualifizieren. Wenn Diakoninnen und Diakone in Zukunft vergleichbare Aufgaben und Funktionen übernehmen sollen, wie sie das heute tun oder in der Vergangenheit getan haben, dann scheint ein Studium unumgänglich.

Wird die Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde jetzt geschlossen? Seit einiger Zeit ist die Bildungsstätte mehr als nur eine Diakonenschule. Sie kooperiert bei der grundständigen Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen mit der FH der Diakonie ab. Es besteht aber nach wie vor die Möglichkeit, sich in Nazareth für eine Qualifizierung zur Diakonin oder zum Diakon zu bewerben. Diese Bewerber müs-


jahresthema 2010: diakonische bildung sen ausgewählt und bei ihrem Studium an der FH der Diakonie begleitet werden (Mentoringprogramm, Stipendium, begleitete Praktika). Die Bildungsstätte wird darüber hinaus berufs- und ausbildungsbegleitende Qualifizierungen zur Diakonin oder zum Diakon entwickeln.

Sollen Menschen, die in der Pflege arbeiten, nicht mehr Diakonin oder Diakon werden können? Auch Pflegeausbildungen wandeln sich. Das deutsche Modell einer pflegerischen Fachausbildung ist in Europa relativ einmalig. Schon jetzt ist abzusehen, dass bald qualifiziertes Pflegepersonal, wie auch in anderen Ländern, studiert hat und dass es daneben pflegerische Hilfskräfte gibt, die mehr oder weniger ausgebildet sind. Schon jetzt gehen Fachleute von einem Bedarf von etwa 10% akademisch ausgebildeter Pflegefachkräfte aus. Nazareth hat durch die Gründung der FH der Diakonie vielen Pflegenden die Möglichkeit eröffnet, sich durch ein Studium weiter zu qualifizieren und die berufliche Sackgasse zu überwinden. Dadurch entstehen in Zukunft Möglichkeiten in Kooperation zwischen Bildungsstätte und der FH, Pflegende so zu qualifizieren, dass sie sich fachlich weiterentwickeln und Diakonin beziehungsweise Diakon werden können. Durch eine neue Zusammenarbeit des Fachseminars für Altenpflege mit der Bildungsstätte, bieten sich natürlich auch hier Möglichkeiten für eine duale Ausbildung an.

gramm von Nazareth oder dem Wittekindshof begleitet. Dies soll durch Geschwister geschehen und die berufliche Identität als Diakonin oder Diakon sowie die Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft thematisieren. Darüber hinaus ist das Studium so geplant, dass die Studierenden an verschiedenen Zeitpunkten im Studium an Veranstaltungen der Gemeinschaften teilnehmen, sich daran beteiligen oder gemeinschaftliche Aktivitäten initiieren. Anders als bisher soll die Bindung an die Gemeinschaften nicht nur durch die Bildung von Gemeinschaft im Kursus, sondern auch durch gezielte, im Studium verankerte Bildung von Netzwerken zu anderen Geschwistern stattfinden.

Was wird aus dem gemeinsamen Wohnen in Nazareth während des Grundseminars? Es wird ein Wohnangebot, aber keine Wohnpflicht für Studierende im Haus Nazareth geben. Diejenigen, die während ihres Studiums in Nazareth leben, werden begleitet und haben Möglichkeiten, Gemeinschaft einzuüben. Bernd Heide-von Scheven

Ist es nicht viel schwerer, Menschen, die an einer Fachhochschule studieren, in die Gemeinschaft einzuführen? Die Studierenden in dem neuen Studiengang werden durch ein Mentoring-Pro-

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jahresthema 2010: diakonische bildung Einladung zum Hochschultag 2010 an der Fachhochschule der Diakonie Der Blick über den Tellerrand internationale Diakonie Die Diakonie steht in der globalisierten Welt vor neuen Herausforderungen. Wie sieht Gesundheits- und Sozialarbeit in benachteiligten Gesellschaften heute aus? Welche Rolle spielen dabei die internationalen Organisationen von Kirche und Diakonie? Zusammen mit ihren Kooperationspartnern Brot für die Welt und Vereinte Evangelische Mission gestaltet die Fachhochschule der Diakonie (FHdD) ihren diesjährigen Hochschultag zu diesem Thema. Zu Gast ist Jorge Gerhard aus der Evangelischen Kirche am La Plata (IERP). Er stellt aktuelle Projekte zur integralen Bildungsarbeit mit Jugendlichen, deren Rechte verletzt werden, vor. Schwerpunkt der von Brot für die Welt geförderten Sozialarbeit liegt in den Großstädten Argentiniens und Uruguays. In unterschiedlichen Workshops werden anschließend aktuelle Themen der internationalen diakonischen Arbeit praxisnah und kritisch diskutiert. Workshops finden unter anderem zu folgenden Themen statt: • Die Studie Zukunftsfähiges Deutschland (Brot für die Welt)

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• Strategien der internationalen Armutsbekämpfung und die Rolle der Diakonie (Brot für die Welt) • Diakoniewissenschaft und ökumenische Diakonie - eine wissenschaftliche Herausforderung? (VEM) • HIV/AIDS-Programme in Afrika (VEM) • Áldás ein Recyclingprojekt in der Diakonie Ungarns (Nazareth, R. Fischbach)

Datum: Uhrzeit: Ort:

Samstag 20. 3. 2010 10.00 - 18.00 Uhr Assapheum, Bethel

Weitere Informationen: www.fhdd.de Um Anmeldung bis zum 12.3. im Sekretariat der FHdD (sekretariat@fhdd.de) wird gebeten. Hilke Bertelsmann, Professorin für Gesundheitswissenschaften an der FHdD


jahresthema 2010: diakonische bildung Einladung zu Veranstaltungen in der Fachhochschule der Diakonie Liebe Schwestern und Brüder, Das Kollegium der Fachhochschule lädt Euch / Sie ein, an einer oder an mehreren Veranstaltungen (je nach Interesse und Zeit) teilzunehmen. Dabei handelt es sich jeweils um einen ganzen "Modultag" von etwa 7 Zeitstunden (und Pausenzeiten). Anmeldungen bis 2 Wochen vor dem jeweiligen Veranstaltungstag sind aus organisatorischen Gründen erbeten bei: Petra Buchheim (Sekretariat FHdD, Haus Terach, Grete-Reich-Weg 9, Raum T_E.01, 0521/144-2700 oder per E-Mail: sekretariat@fhdd.de). Die drei folgenden Veranstaltungen werden vom Wissenschaftlichen Mitarbeiter Diakon Dr. Carsten Bäuerl im Studiengang Diakonik angeboten. Ihr trefft / Sie treffen dabei auf eine 7-köpfige engagierte Gruppe von Frauen und Männern, die seit Herbst 2008 sich in der berufsbegleitenden Diakonenausbildung befinden: • "Vom Nutzen der Gemeinschaft für den Menschen" im Modul 6 "Christliche Gemeinschaften / Spiritualität" Fr. 26. Februar 2010, 9:00 - 17:30 Uhr; Raum T_E.07 in Haus Terach • „Diakonie im Interaktions-, Organisations- und Gesellschaftsbezug" (nach Dierk Starnitzke) im Modul 7 "Sozial und Gesellschaftspolitik…. Systemisches Denken in Kirche und Organisationen"

Do. 11. März 2010, 10:00 - 18:30 Uhr; Raum T_E.03 in Haus Terach • "Zur Sprache in diakonischen Einrichtungen" im Modul 9 "Aktuelle Fragen der Diakonik" Sa. 22. Mai 2010, 8:30 - 17:00 Uhr; Raum T_.03 in Haus Terach Die folgende Veranstaltung wird von der Wissenschaftlichen Mitarbeiterin Diakonin Angela Quack angeboten: • "Zur Situation behinderter Menschen im historischen Kontext Paradigmenwechsel der Heilpädagogik" Was ist eigentlich Behinderung? Und welche Auswirkungen hat das Verständnis von Behinderung auf jene Theorie und Praxis, die sich mit der Lebenssituation von Menschen mit Behinderung befasst? Die aktuelle Situation als geschichtlich gewordene zu begreifen, macht den Blick frei dafür, dass sie werdende, das heißt veränderbare ist. Hier ist es notwendig, Hintergründe und Bedingungen dieser historischen Prozesse zu entdecken. Dies ermöglicht uns ein tieferes Verständnis der Gegenwart und kann uns dabei helfen, Zukunftsperspektiven zu entwickeln. Do. 15. April 2010, 10:00 - 18:30 Uhr, Haus Nazareth im Festsaal 1 (im Studiengang Mentoring des Jahrgangs 2009) oder: Do. 11. November 2010, 9:00 17:30 Uhr, Haus Nazareth im Festsaal 2 (im Studiengang Management des Jahrgangs 2009)

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jahresthema 2010:

diakonische bildung

Die beiden folgenden Veranstaltungen werden vom Rektor der FHdD Prof. Dr. Martin Sauer (im Studiengang Management) angeboten:

Einladung zu vier Reflexionsabenden über das (Selbst)Verständnis von "Gemeinschaft"

• "Der Sozialstaat" im Modul 2 "Sozial- und Gesundheitswesen" 10. Mai 2010, 10:00 - 18:30 Uhr, Haus Nazareth im Festsaal 2 • "Arbeitsrecht" im Modul 6 "Grundlagen der Personalarbeit" Referent: Werner Ziemann, Vors. Richter am Landesarbeitsgericht Hamm 14. Mai 2010, 8:30 - 17:00 Uhr, Haus Nazareth im Festsaal 2 Zwei weitere Veranstaltungen werden vom Wissenschaftlichen Mitarbeiter Diakon Bernd Heide-von Scheven (im Studiengang Mentoring) angeboten: • "Wie lernen Menschen?" im Modul "Bildung und Empowerment" Fr. 16. April 2010, 9:00 - 17:30 Uhr, Assapheum im kleinen Saal • "Umgang mit Wissen in Organisationen" Mi. 12.Mai 2010, 9:00 - 17:30 Uhr, Hs. Nazareth im Festsaal 1 Referent: Christian Keller (von der Firma ck2, Gildenhausseminare) Anmeldung bis zum 12. Mai bitte nur bei Bernd Heide- von Scheven (FHdD, Tel.: 0521/144/2707) wegen begrenzter Teilnehmerzahl

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mit Diakon Dr. Carsten Bäuerl, Fachhochschule der Diakonie

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Interessentinnen und Interessenten! Was wollen wir voneinander? Was sind wir füreinander? Eine verbindliche Gemeinschaft zwischen Menschen ist in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich, und so etwas wie die Diakonische Gemeinschaft Nazareth ist heute eher eine besondere historische Ausnahme. Das zeigt sich uns nicht nur in Abgrenzung zur "äußeren Welt", sondern auch innerhalb der Gemeinschaft selbst. So erscheint mir ein Reflexionsprozess über das Selbstverständnis von Gemeinschaft notwendig zu sein. Die vier Abende, die ich anbiete, geben dazu ein paar anthropologische Impulse, und zwar dahingehend, dass, nach einer zunächst kritischen Bestandsaufnahme, der Mensch als ein auf Gemeinschaft hin angelegtes Wesen erkannt werden kann. Am Ende können wir Folgerungen für diakonische Gemeinschaften ziehen. Neben der Darstellung dieser Impulse (die im Folgenden aufgeführt sind) soll das reflektierende Gespräch miteinander nicht zu kurz kommen: sowohl über theologische Momente als auch über unsere konkrete Nazareth-Gemeinschaft.


jahresthema 2010: diakonische bildung Obwohl es sicherlich wegen des Zusammenhangs sinnvoll wäre, die gesamte Veranstaltungsreihe zu besuchen, ist auch die Teilnahme an einem einzelnen Abend gut möglich. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Mittwoch 21. April

18.00 - 19.30 Uhr

Gesellschaftlicher Ausgangspunkt: die Vergemeinschaftung der Vereinzelten • zum aufgeklärten bürgerlichen Individuum • zur Vereinzelung in der Konkurrenz des Geschäfts • der Mensch als repräsentatives oder überflüssiges Exemplar • der Mensch als göttliches Subjekt • die postmoderne Vergemeinschaftung durch technische Medialität • Formen der regressiven Vergemeinschaftung Mittwoch 28. April

18.00 - 19.30 Uhr

Der andere Mensch als Ausgangspunkt für Gemeinschaft • der Tod des Narcissus (Ovid) • das sinnlich gesellschaftliche Wesen (früher Marx) • der Humanismus des Ganz-Anderen und die Verwunderung (Levinas, Irigaray) • der Mensch als das schöpferische und auf Gemeinschaft hin angelegte Wesen (Gen. 1-3,) • Sprache, Arbeit und der Einheitswahn (Gen. 1-3, Benjamin, "Turmbau zu Babel")

Dientag 11. Mai

18.00 - 19.30 Uhr

Das Tun und das Transzendieren als Ausgangspunkt für Gemeinschaft • Gemeinschaft ist nur im Akt, im Tun, und sie ist keine Institution. • Gemeinschaft wird durchs Spielen konstituiert. • Gemeinschaft durch Transzendenz (Bataille) • Das Heilige hebt die Vereinzelung des Menschen im Religiösen auf (Otto, Bataille) und das Abendmahl als religiöses Ritual von Gemeinschaftskonstituierung • Anmerkungen zu Paulus' mystischer Gemeinschaft Mittwoch 26. Mai

18.00 - 19.30 Uhr

Zusammenfassung und Folgerungen für die diakonische Gemeinschaft • Zusammenfassung der Überlegungen • Folgerungen für christliche Gemeinschaften • Folgerungen für diakonische Gemeinschaften Alle Veranstaltungen finden im Tagungszentrum Bethel, Haus Nazareth, Nazarethweg 5 - 7 statt. Bitte beachten Sie die Wegweiser!

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jahresthema 2010: diakonische bildung Hermann Brandhorst im Ruhestand eine Würdigung Prof. Dr. Heinz-Hermann Brandhorst, Kapitän zur See wollte er werden und was ist er geworden: 23 ½ Jahre Lehrer an der Diakonenschule (Bildungsstätte) Nazareth und 3 ¼ Jahre Professor an der Fachhochschule der Diakonie. Nun ist er - auch mit Hilfe landeskirchlicher Regelungen - im Ruhestand und kann zum Glück aller Studierenden und Dozierenden eines nicht lassen: aufklärende und engagierte Theologie an beiden Institutionen zu betreiben. Er entkam der Seefahrerei und der Bundeswehr, zu welcher er sich zunächst verpflichtet hatte, durch das Theologiestudium im Bethel und Göttingen, das er 1975 mit theologischem Examen abschloss. Bis 1979 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Päd. Hochschule Westfalen/Lippe, wo er zum Doktor der Theologie promovierte. Nach dem Vikariat und dem zweiten theologischen Examen wurde er 1981 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Neues Testament an der Kirchlichen Hochschule Bethel. 1983 trat er auf die geschichtliche Bühne Nazareths, indem er theologischer Lehrer und Pastor an der Diakonenschule wurde. Nebenher erhielt er die Ordination zum Dienst der öffentli-

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chen Verkündigung und beendete sein Studium der Erziehungs- und Sozialwissenschaften mit dem Magisterexamen (1985). Aus diversen Fort- und Weiterbildungen seien vor allem diejenigen zum Bibliodramaleiter und zum NLP-Trainer und Supervisor hervorzuheben. Zu seiner

Lehrtätigkeit an der Diakonenschule kamen 1995 bis 1999 die Leitung der Fortund Weiterbildungsabteilung (der Westf. Diakonenanstalt), sowie 2000 bis 2003 der Vorsitz in der Konferenz der Ausbildungsleiter im VEDD hinzu. Leiter der Diakonenschule / Bildungsstätte war er auch: von 1999 bis 2003. In diesen vielen Jahren seines Wirkens darf auch die freundschaftliche Zusammenarbeit mit Jürgen Steinbrück nicht unerwähnt bleiben und dass diese die Weiterentwicklungen der Diakonenausbildung geprägt hat. Bis September 2006 war er Studienleiter für die Diakonenausbildung in der Bildungsstätte und fand sich im Oktober desselben Jahres im Gründungsteam der Fachhochschule der Diakonie wieder, wo er bis Novem-


jahresthema 2010: diakonische bildung ber 2009 die Professur für Theologie bekleidete. Er wirkte beim Aufbau der jungen FH mit und war dort Studiengangsleiter für den Diakonik-Studiengang, außerdem nebenamtlicher Dozent an der Ev. Bildungsstätte. Nach einem immensen Pensum an Lehrverpflichtungen, vor allem in den letzten zwei Jahren, wünschen wir ihm jetzt die Freiheit, unabhängiger über Tun und Lassen entscheiden zu können.

Zum Unterricht und zum theologischen Gehalt Manche mögen sich erinnern - oder auch nicht - seine ersten Predigten und Andachten in Nazareth haben in Kreisen der Gemeinschaft Protestwellen ausgelöst (und so manchen jungen Schülerinnen und Schülern hier scheint etwas zu fehlen); doch erhielt er durchaus Rückendeckung von (theologisch) liberal ausgerichteten Kollegen (z.B. durch Warns, Mengel oder Dirks)… Warum? Inhaltlich steht er der Bultmannschule mit ihrer historisch-kritischen Exegese des Neuen Testaments nahe, welches er als Fach in allen Zeiten seiner Lehrtätigkeit in allen Kursen vertrat. Dabei wurde so manche naive Glaubensvorstellung infrage gestellt und zum einen mit aufgeklärter Vernunft, zum anderen mit den wirklichen gesellschaftlichen Verhältnissen (von Auschwitz über Vietnamkrieg bis zum heutigen Turbo-Kapitalismus) konfrontiert. Zum einen erschien er als der kritisch nüchterne Wissenschaftler, der den historischen Jesus und seine Zeit beleuchtete - seit Jahren anhand der Pflichtlektüre des Jesusbuches von J. D. Crossan -, zum anderen ließ er nicht von der theologisch-dogmatischen Frage ab,

wer denn Christus für uns heute sei. So waren Bonhoeffer und vor allem Dorothee Sölle mit Bezug auf die Befreiungstheologie die entsprechenden Bezugspunkte. Er entwickelte eine von Ulrich Bach inspirierte "Kleine Dogmatik", die auf diakonisches Engagement hin angelegt ist und genauer nach dem Leiden und seiner möglichen Aufhebung fragt. Im kleinen, alten, behinderten oder sonstwie ausgegrenzten Menschen den Bruder Christus zu entdecken, hieß für ihn stets vom "Gloria" jeglicher Macht und jeglicher Allmachtsvorstellung sowie vom Kitsch "des holden Knaben im lockigen Haar" zu lassen. Die Verhältnisse, die heute zum diakonischen Engagement zwingen und in welchen sich gleichsam Diakonie abspielt, waren ihm so wichtig zu vermitteln, dass er insbesondere in den letzten Jahren, in denen er Grundseminarleiter war, Studienfahrten in die deutschen Metropolen (z.B. zum Hamburger Kiez) veranstaltete. Als theologischer Lehrer und Studienleiter der Diakonenausbildung hat er immer die diakonische Liebestätigkeit als Gratwanderung aufgezeigt, die zwischen den Abgründen des (illusionären) Erfolgs und des depressiven Burn-Outs hindurch führt. Neben einer kritischen Exegese und einer diakonischen Dogmatik wurde Hermann Brandhorst auch als "Praktischer Theologe" erlebbar. Wenn auch nicht quantitativ, so waren doch qualitativ die vielgestaltigen ästhetischen Formen mit psychodramatischen Momenten, also die bibliodramatischen Einheiten, in jedem Kurs ein besonderes Highlight. Ansonsten hat er von allen Studierenden klare Aussagen in klarer Sprache gefordert, um aus dem bequemen Haus des "Weiß nicht" oder des "Irgendwie" oder

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jahresthema 2010: diakonische bildung des aktuell postmodernen "Nicht wirklich" herauszulocken. Damit nun das theologisch Sagbare nicht nur nüchtern und klar daherkam, verlas er Texte des Dichter-Theologen Kurt Marti. Auf jeden Fall war bei seinen "Schulandachten" darauf beinahe immer Verlass. Am Verlässlichsten jedoch war seine Liedauswahl (23 Jahre und mehr mindestens ein- bis zweimal die Woche): "All Morgen ist ganz frisch und neu…" (EG 440) Auch dies kann als Erweckungsversuch aus dem allmorgendlichen oder mittäglichen Dämmer verstanden werden… Dass sein Steckenpferd im Fach Kirchengeschichte die Reformation Luthers war, sollte angesichts seiner Doktorarbeit über die Lutherrezeption wohl kaum verwundern. Vielleicht war man/frau schon eher über die protestantische Nähe zu Luther verwundert, wenn er dem Amtskatholizismus einen autoritären Traditionsfetischismus nachwies oder wenn er verlautbaren ließ, dass in der Bibel nebst Evangelium und Gesetz auch Heu und Stroh zu finden sei. Das also, was den Aufklärer Brandhorst mit dem Reformator Luther vereint, ist der kritische Geist und - allen allzumenschlich Frommen sei's ins Ohr geflüstert - der gemeinschaftsstiftende Spiritus Sanctus.

"Diakonische Gemeinschaft" - was ist das? Und: hat ein aufgeklärter Intellektueller darin einen Platz? Er selbst, so sagte er mir einmal, sei aus Solidarität mit den Diakonenschülerinnen und Schülern in die Gemeinschaft eingetreten. Wer kann heute schon ein so klares Motiv dafür benennen?

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Christliche Gemeinschaft kann letztlich durch nichts anderes am Leben erhalten werden als durch "Liebe", was eben Paulus bekanntlich dazu bewogen hat, sie an die erste Stelle zu stellen. Hermann Brandhorsts "letzte Predigt", gehalten in der Zionskirche im Oktober (im Semestereröffnungsgottesdienst und im Zusammenhang mit der ersten Exmatrikulationsfeier der FHdD) ist von dieser paulinischen Sicht der Liebe inspiriert. So bleibt zu wünschen, dass diese Predigt, die gut und gerne als sein bisheriges theologisches Vermächtnis zu bezeichnen ist, durch eine schriftliche Form für alle zugänglich gemacht wird. Zum Unterricht und den Inhalten wäre noch vieles zu sagen. Allein: es handelt sich hier um eine kleine subjektive Auswahl meinerseits, die vielleicht auch Entscheidendes nicht würdigen kann, weil es mir nicht bewusst ist. Vielleicht sei noch daran erinnert, dass Brandhorst neben den Texten das Medium Film in leidenschaftlich sammelnder Recherche für die Seminararbeit nutzbar gemacht hat, wie kaum ein anderer in der Bildungsstätte.

Zur Zukunft der diakonischen Bildung und der eigenen Tätigkeit Befragt man Hermann Brandhorst nach der Zukunft der diakonischen Bildung, so lassen sich ihm ein paar verschiedene, auch zum kritischen Aufhorchen veranlassende Gedanken entlocken. Den jungen Menschen sollten wir vermitteln, dass "sie die Schätze sind", dass sie es sind, die am Reich Gottes arbeiten. Ihnen die Würde zu geben, heißt aber auch, an sie die Frage zu stellen: "was habt Ihr für eine Vorstellung vom Reich Gottes?". Und dabei zeigt sich in dieser Zeit, dass viele


jahresthema 2010: diakonische bildung politisch und gesellschaftlich resignieren und sich in die kleinen privaten Beziehungen zurückgezogen haben. Das ist mit größter Sicherheit ein Indiz für das Wenigerwerden des diakonischen Engagements und des Diakonenberufs. Die unreflektierten Selbstwidersprüche unternehmerischer (d.h. dem Geist des freien Marktes dienender) Diakonie setzen einem kritischen Theologen erheblich zu, sodass er den Trend zur "Dienstleistung mit christlicher Vergangenheit" nicht mit gutem Gewissen mittragen kann. So etwas käme einem Bankrott der Theologie wie dem des diakonischen Engagements gleich. "Wir brauchen stattdessen" - so Brandhorst - "eine Theologie, eine neue theologische Sprache, die den aktuellen (und künftigen) hässlichen Zuständen der Welt standhält". Im neuen grundständigen Studiengang an der FHdD, in welchem die Diakonenausbildung fortgeführt und mit sozialer Arbeit kombiniert wird, erblickt er die Chance der beruflichen Zukunft einer von "Nazareth" ausgehenden Diakonie. Das Loch, das durch die Pensionierung Hermann Brandhorsts vor allem in der Lehre gerissen wird, ist immens groß, da vor allem durch die Umstrukturierungen der Diakonenausbildung sowohl die "alten" Kurse (Oberseminare an der Bildungsstätte) wie die zwei Übergangskurse, als auch die vier berufsbegleitenden Diakonikkurse und die künftigen Kurse der neuen Studienform bedient werden müssen, was vom Nachfolger Prof. Heiko Zude und mir als wissenschaftlichem Mitarbeiter natürlich nicht allein zu leisten ist. So hoffen wir im Herbst nicht nur auf eine weitere Professur, sondern freuen uns über Her-

mann Brandhorsts Absicht, Lehraufträge durchzuführen und als Krankheitsvertretung bereit zu stehen. Neben dieser freiwilligen Lehrverpflichtung wird er uns erhalten bleiben durch ein mit seiner Frau zusammen gegründetes Institut, das sich u.a. dem Dialog zwischen den Religionen widmet und in welchem man/frau vor allem die christliche Spiritualität in bibliodramatischer Praxis ausüben kann. Sein Engagement in Bibliodrama, was die diakonischen Oberseminare wie auch einzelne Menschen mit der Vielfalt christlicher Spiritualität geprägt hat, findet hier seine Fortsetzung. Hermann Brandhorst war 1987/88 und 2004/05 mein Lehrer und 2006 bis heute mein Kollege in der Bildungsstätte und an der Fachhochschule. Und wenn es etwas existentiell Entscheidendes für mich gibt, das ich von ihm gelernt habe, dann ist es die Suche nach einer heute noch möglichen theologischen Sprache und das diakonische Engagement als die tätige Antwort auf menschliches Leiden. Ohne diesen theologischen Sprachversuch und ohne diese Überzeugung wäre mein Leben jetzt viel ärmer. Wenn ich aphoristisch verdichten sollte, was der Lehrer Hermann Brandhorst mir sagt, dann etwa das: Wir leben nicht vom Brot allein, sondern wir sterben am Brot allein, doch ohne das Brot, das wir teilen, können wir nicht leben und auch unser diakonisches Engagement nicht. Carsten Bäuerl

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aus bildung & beratung + ev. bildungsstätte

Theologie für den diakonischen Alltag Bildung & Beratung Bethel und die Ev. Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde präsentieren die 3. Veranstaltungsreihe "pulsschlag - Theologie für den diakonischen Alltag". Theologische Impulse und Anregungen für den diakonischen Alltag werden jeweils an einem Nachmittag von 15.00 Uhr-18.00 Uhr im Haus Nazareth angeboten. Die Veranstaltungen richten sich an Mitarbeitende und Leitende in diakonischen Einrichtungen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Heinz-Jürgen Uffmann, Tel.-Nr. 0521/144-6108. Teilnahmebeiträge werden nicht erhoben. Anmeldeunterlagen finden Sie unter www.bildung-beratung-bethel.de. Für Teams organisieren wir gerne Pulsschläge aus 2010 oder 2009 als InhouseMaßnahmen. 25. Februar 2010 Dr. Klaus Hillringhaus: Ostern feiern in diakonischen Einrichtungen In der Vorbereitung auf das Osterfest geht der Pulsschlag der Frage nach, wie das besondere und für den christlichen Glauben zentrale Thema dieses Festes mit anderen als rein sprachlichen Mitteln bewusst gemacht und kommuniziert werden kann. Die darstellende Kunst und Elemente der Raumgestaltung helfen dabei. Die Teilnehmenden erarbeiten und erhalten alltagspraktische Anregungen, die sie für

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das diesjährige Osterfest nutzen oder auch auf andere Feste im Kirchenjahr übertragen können. 10. März 2010 Wolfgang Roos-Pfeiffer: Alles inklusive, oder was? Verhältnisbestimmung von Leitbegriffen der sozialen Arbeit zur Diakonie Passen die modernen Leitbegriffe der Sozialen Arbeit zur Diakonie? In den zurückliegenden Jahren wurden ständig neue Leitbegriffe geschaffen. Inklusion, Empowerment, Selbstbestimmung,… . Verbirgt sich dahinter tatsächlich ein tiefgreifender Wandel sozialer Arbeit oder sind das vorübergehende Modeerscheinungen? Vielfach ungeklärt ist auch das Verhältnis dieser neuen Denkrichtungen mit den traditionellen Zielen der Diakonie und elementaren theologischen Glaubenssätzen der christlichen Kirchen. Ist das Wort Fürsorge verboten, oder enthält es noch wichtige Aspekte professioneller Unterstützung? Wie inklusiv geben sich Kirche und Diakonie selbst? Wie offen oder abgegrenzt sind wir im interreligiösen und interkulturellen Dialog? Diesen und vielen weiteren Fragen und Herausforderungen widmet sich dieser Pulsschlag.


aus bildung & beratung + ev. bildungsstätte 13. April 2010 Prof. Dr. Martina Plieth: Tote essen auch Nutella - Von Kindern Weisheit über Tod und Sterben lernen Kinder nehmen Sterbevorgänge und auch herandrängende bzw. hereinbrechende Todeswirklichkeit(en) anders wahr als Erwachsene. Ihre Einstellungen und Reaktionen können überraschen und manchmal auch erschrecken; ihre Kommentare sind oft bildreich und erinnern an längst vergessene eigene Vorstellungswelten. Wir können von den Kindern viel über unseren Umgang mit Tod und Sterben lernen. 5. Mai 2010 Prof. Dr. Matthias Benad: Zum 100. T odestag Friedrich vv.. Todestag Bodelschwingh des Älteren Was hat / was hätte der Vater Bethels einem sozialraumorientierten Unternehmen im bundesdeutschen Sozialstaat zu sagen? 16. Juni 2010 Hans Schmidt: Was macht Diakonie zur Diakonie? Wert oder Wertverlust in diakonischen Unternehmen Ist die Diakonie inzwischen ein Anbieter auf dem Sozialmarkt wie jeder andere auch? Sind die Veränderungen, die wir im Alltag unserer Arbeit erleben, mit "Diakonie" noch vereinbar? Wo Diakonie drauf steht, sollte auch Diakonie drin sein. Ist sie bloß noch fromme Verpackung oder ist noch "mehr drin" im Angebot des Sozialen, das als "Diakonie" erkennbar ist? Sowohl für Mitarbeitende wie auch für Menschen, die uns in Anspruch nehmen?

16. September 2010 Holger Kasfeld, Sozialpfarrer: Ev. Kirche im Sozialraum Wie tickt Kirche? Wie unterschiedlich können Kirchengemeinden sein? Was sind die entscheidenden Gemeinsamkeiten? Welche Chancen ergeben sich in der Kirche für Menschen mit einem Hilfebedarf? Wo liegen aber auch Grenzen? In diesem Pulsschlag erfahren Sie neben theologischen Fragen Anregungen, wie Kirche und Diakonie - am Beispiel des Kirchenkreises Herford - im Sozialraum neu zusammenfinden können. 3. November 2010 Hans Schmidt: Was liegt der Diakonie voraus? Christlich-jüdische Wurzeln der Diakonie Die Diakonie hat religiöse Voraussetzungen, in denen sie begründet ist. In diesem Pulsschlag geht es darum, die jüdisch-christlichen Grundlagen der Diakonie kennenzulernen und zu fragen, wie diese Voraussetzungen in den Praxisvollzügen kenntlich gemacht werden können. Diakonie, die ihre religiösen Wurzeln nicht mehr kennt und pflegt, hört auf, Diakonie zu sein!

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tipps + termine

Ballastwache Bethel am 19. März 2010 in E´heim Ballastwache Bethel zum Dritten: nach den großen Erfolgen "Mach´s noch einmal Fritz" (2006) und "AusgeGendert" (2007) waren auch die Premieren des neuen Programms "Sozialgeträumt" Ende 2009 viel umjubelt. In "Sozialgeträumt" geht es mitten rein in das echte Leben. Sozialraum nennen pädagogisch geschulte Menschen das, wo sich mehr oder weniger normale Menschen so aufhalten - und zwar nicht nur zum Zwecke eines Pausenbrotes. Auch Wirtschaftskrisen finden ja bekanntlich nicht nur in Kneipen statt. Die Ballastwache Bethel, die Hüterin diakonischen Humors, eröffnet Ihnen Spielräume, von denen Sie gar nicht wussten, dass sie Ihnen zur Verfügung stehen. Wenn die größte diakonische Einrichtung Europas die Anstalten hinter sich lässt,

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dann kann es Ihnen passieren, dass Sie sie treffen: mittendrin, nebenan oder gleich da vorne. Sie sollten vorbereitet sein… Ballastwache Bethel, das sind: • Diakonin Sabine Hirte • Diakon Wolfgang Roos-Pfeiffer • Diakon Walter Spratte • Sascha Hömske (Musik)

Aufführung: 19. 03. 2010 um 20.00 Uhr im Thekoa-Saal, Eckardtsheim, Paracelsusweg, 33689 Bielefeld Eintritt: 12,--€, ermäßigt 8,--€ Vorverkauf (ab 01. 02. 2010): SPuKin im Freizeitzentrum, Eckardtsheimer Str. 21 und in der Buchhandlung Bethel


aus der frauenarbeit Frauentag 2009 "Steh auf, Menschenkind, und stell dich auf deine Füße. Ezechiel 1;2 Eine Einladung der Nazarethfrauen zu dem oben genannten Thema erreichte mich und viele von uns im Oktober mit einem Anschreiben durch den Vorbereitungskreis. Der Tag beginnt mit einem Stehcafé in gesprächiger, lockerer Atmosphäre. Erst einmal ankommen ist hier angesagt. Es treffen sich einige Frauen seit langer Zeit wieder und sind gleich in intensivem Austausch über "dies und das". Erste neue Kontakte werden geknüpft, denn "Frau" hat jetzt ein Namensschild und wird angesprochen oder spricht andere Schwestern an. Die Eröffnung des Frauentages geschieht durch den Vorbereitungskreis, der sich dann auch der Gemeinschaft der Frauen vorstellt. Mit einem Rückblick auf fast 40 Jahre "Frauenarbeit Nazareth" zu diesem Tag beginnt Schwester Behr. Sie hat uns berichtet, wie sie mit einer Mitstreiterin im Brüderrat sich für diesen neuen Kreis eingesetzt hat. Es soll zuerst belächelt worden sein; nun ja - es hat sich eine anspruchsvolle Form der Frauenarbeit und eine Gemeinschaft dieser Frauen über die Grenzen Bethels hinaus in Bewegung gesetzt.

Durch das Thema der Bibelarbeit führt uns an diesem Morgen Pastorin Nicole Frommann. Zuerst macht sie uns noch einmal mit der biblischen Aussage des Propheten Hesekiel bekannt, der durch Gott seinen Auftrag für das Volk Israel zugesprochen bekommen hat. Hesekiel wird aufgefordert, das Volk Israel, das Volk des Widerspruchs, zum Glauben an Gott zurückzuführen. Diese Sendung erfordert von Hesekiel eine enorme Kraft, sich gegen alle Widerstände durchzusetzen, also im Gespräch mit dem Volk Israel in Bewegung zu bleiben. Es folgen noch andere biblische Beispiele aus dem Alten Testament - Josua und Elia. Beide werden durch Gott aufgefordert: "Steh auf - Gehe im Vertrauen oder im Bund mit mir durch dein Leben". Nach dieser Einleitung werden wir mit dem Lied "Steh auf und bewege dich" in Begleitung des Klaviers und Christa Gräßlin mit rhythmisch schnipsenden Fingern, singend und Schritte auf einander zugehend in Bewegung gesetzt. Es ist herrlich,

Ein Lied wird angestimmt: "Gott des Himmels und der Erden". Schwester Gräßlin und Schwester Elke Braun begleiten mit Klavier und Blockflöte unseren Gesang.

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aus der frauenarbeit diese fröhliche Stimmung um uns herum wahrzunehmen. Nun regt Pastorin Frommann eine Murmelrunde im kleinen Kreis zu dem Gehörten an - Fragen dazu: Wann gebe ich mich auf? Wie bin ich wieder auf die Füße gekommen? Habe ich in meinem Leben schon einmal am Boden gelegen? In unserer Runde sind bewegende Gespräche zwischen uns Frauen im Gange. Jede hat ja ihrem Leben die eine oder andere Situation vor Augen und wagt den Gedanken, auch in bestimmten Augenblicken durch Gott in Bewegung gesetzt worden zu sein, eben bewusst aufstehen um eine Wende herbeizuführen. Kraft spüren für den nächsten Schritt. Es folgen weitere alttestamentliche Geschichten, die im kleinen Kreis der Frauen in Gesprächsrunden bearbeitet werden. Fragen dazu: Wie gehen Männer und Frauen miteinander um? Wieviel bin ich mir selbst wert? Welche Wege gehe ich in meiner Beziehung? Themen rund um die Familie. Beziehungsthemen stehen im Zentrum der Frauengespräche. Frauen haben durch ihr Aufeinanderzugehen neuen Mut erfahren, haben eine andere Energie gespürt und Aktivitäten untereinander wahrgenommen. Der Bogen der biblischen "Auf-Steh-Geschichten" ist ebenso im Neuen Testament zu finden. Pastorin Frommann stellt uns vier Heilungsgeschichten vor, wo durch Jesus den Menschen z. B. diese Botschaft: "Steh auf, nimm dein Bett und gehe umher!.' Mk 2.9 zugesprochen wird. Menschen sind hier völlig am Ende ihrer Kräfte durch ihre Krankheit oder sterbend.

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Es ist zu hören, wie groß die Sehnsucht von uns Mernschen ist, wieder im Leben zu stehen, aufzustehen - Stehvermögen zu haben - nach langer Krankheit wieder im Bett sitzen zu können. Ich erlebe in meinem Berufsalltag dies täglich in verschiedener Art und Weise .Es freut uns zu beobachten, wie ein Lächeln über das Gesicht eines Bewohners huscht, weil er uns Mitarbeiter und die Umgebung aus einer anderen Perspektive sieht. In den Psalmen kommen die Beter zu Wort, die Gott auffordern, ihnen oder dem Volk Israel zu helfen. Ps 68, 2 Gott "steht auf', so werden seine Feinde zerstreut, und die ihn hassen, fliehen vor ihm. Dem Thema wird durch verschiedene Psalmverse, die Pastorin Frommann liest, noch einmal Raum gegeben. Fragen dazu: Wo wünschen wir uns , dass Gott aufsteht? Welche Veränderungen wünschen wir uns? Begegnungen mit Gott, mit mir selber und mit anderen! Es folgt eine Pause um zu entspannen, Kaffee oder andere Getränke zu sich zu nehmen oder im "Welt-Laden" einzukaufen, der für alle geöffnet ist. Nach der Pause eröffnet Schwester Gräßlin die Runde mit einer Klangschalenbeschallung. Die Schwingungen lassen Ruhe einkehren und bewirken bei mir eine meditative Ebene. So entsteht eine ausgeglichene Atmosphäre. In der anschließenden Fragerunde mit Pastorin Frommann zu dem Thema der Bibelarbeit brauchen wir eine kurze Übergangszeit um die ersten Gedanken zu äußern. Es wird die jüdische Glaubensgeschichte betrachtet. Der Gott Israels ist ein hellwacher Gott, der nicht schläft noch schlummert (Ps 121).


aus der frauenarbeit Schließt die Frage nach "dem Auf-stehn Auferstehn" theologisch gleichzeitig die Sündenvergebung mit ein? Das Thema hat bei einigen Frauen zu einer Übung nach "innen" geführt, zu einem Balance halten, einer inneren Gleichgewichtsübung. Eine Wortmeldung unterstreicht, dass Gottes Wille die Aufforderung "Aufzu-stehn" immer Bewegung ist, die nach vorne führt. Eine Auffassung wird so geäußert, dass bewusstes "Auf-stehn" geschehen sollte, indem sich vielleicht jede noch einmal hinsetzt, um überstürztes Handeln zu vermeiden.' Steh auf Menschenkind, und stell dich auf die Füße, Ez. 1, 2; kann uns sagen: ich habe die Freiheit, Gottes Willen zu tun, es ist jetzt dran, etwas zu tun! Zum Abschluss der Bibelarbeit trägt Pastorin Frommann ein Gedicht von Marie Luise Kaschnitz vor. Es wird eine Kollekte eingesammelt, die durch die Frauenhilfe Zion an einen Kindergarten weitergeleitet wird. Nach dem Mittagessen entscheiden wir uns für eine der sechs Arbeitsgruppen: Wo ist mein Platz, wo stehe ich?; Bibliodrama; Nachgespräch zu der Bibelarbeit; Ich bewege mich; Handmassage / Aromatherapie; Singegruppe Ich habe mich für die Gruppenarbeit mit Frau Wenker entschieden. Mit mir sind weitere Frauen gespannt auf Aromatherapie und Handmassage. Frau Wenker gibt eine ausführliche Einführung zur Gewinnung der ätherischen Öle, verschiedene Wirkungsweisen und den Möglichkeiten, diese mit ihren Eigenschaften am Klienten einzusetzen. Wir werden dann von ihr in einer Partnerarbeit in eine Hand- und Unterarmmassage eingeführt und dazu angeleitet, diese an der gegenüber sitzenden Partnerin zu tun.

Als MassageöI haben wir uns nach einer Riechprobe gemeinsam für das Pampelmusenextrakt entschieden. Jede von uns genießt die Massage an beiden Händen und Unterarmen. Alle sind nach dem Durchmassieren entspannter. Der Duft des Öls hat einen frischen, aktivierenden Charakter. Jede von uns Frauen ist durch die positive Zuwendung durch die Massage an ihr gelöster. Eine von uns spricht spontan aus: "So etwas Wohltuendes habe es in früheren Zeiten nicht gegeben". Den Abschluss dieses Frauentages bilden ein Agapemahl und ein anschließendes Abendessen. Als Erinnerung an diesen gemeinsamen Tag der Begegnung und des Austausches nehmen wir einen leuchtenden Fröbelstern mit nach Hause. Karin Patzer

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aus mission und ökumene Epiphanias-Treffen, 06. Januar 2010 "Mache dich auf…" Der Gottesdienst beim Epiphanias-Treffen wurde in diesem Jahr von der Aussendung der Geschwister Petra und Oliver Schwarz mit ihrer Tochter Nele geprägt. Trotz heftigen Schnees waren sehr viele Menschen in die weihnachtlich geschmückte Zionskirche gekommen, um ihre Verbundenheit mit den auszusendenden Geschwistern und der weltweiten Ökumene zum Ausdruck zu bringen. Die Predigt hielt Pastor Dr. Deonal Sinaga aus Indonesien, Mitarbeiter des Zentrums für Mission und Diakonie (im Missionshaus Bethel). Er predigte über die Jahreslosung aus Joh. 14,1: "Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!" Eindrücklich waren dabei für mich seine Schilderungen der direkten Auswirkungen des Klimawandels auf Länder, die vom Meer umgeben sind. Obwohl gelegentliche "Wetterkapriolen" in meiner Heimat Ostwestfalen wohl auch in Zusammenhang mit dem von Men-

schen verursachten Klimawandel stehen, haben mir die persönlichen Schilderungen erstmals die Folgen für die Menschheit ins Bewusstsein - oder besser: in mein Herz - gebracht. Die Aussendung von Petra und Oliver Schwarz als Mitarbeitende in das Lutindi Mental Hospital in der Ev. Lutheran Church of Tansania erfolgte durch P. Dr. Fidon Mwombeki, den Generalsekretär der Vereinten Ev. Missions VEM, mehrere Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth und eine ehemalige Kollegin von Oliver Schwarz. Bei der anschließenden Zusammenkunft im Haus Nazareth mussten zunächst Stühle zusammengerückt werden, da die Zahl der Gäste größer war als erwartet. Zum Glück reichte das indonesische Essen ohne Probleme für alle! Erich Möller und Karin Bormann-Voß vom Ausschuss für Mission und Ökumene führten durchs Programm. Sie ließen vorbereitete Briefe an die Geschwister im Ausland von Tisch zu Tisch geben, auf denen die Anwesenden grüßen und unterschreiben konnten. Familie Schwarz informierte über die anstehenden Schritte bis zur Aussendung im April. Eine fast sichtbare Welle der Sympathie ging durch den Festsaal, als Oliver, Petra und Nele Schwarz über ihre praktischen und gedanklichen Vorbereitungen für ihren Einsatz in Lutindi berichteten. Sie können sicher sein, dass Fürbitten, gute Gedanken und praktische Unterstützung

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aus mission und ökumene Bruder Helmut Scholten äußerte dazu, dass dieses Hemd quasi einem Busticket - samt Polizeieskorte - gleiche, da der Träger eines solchen Hemdes zumindest in der Nordostdiözese Tansanias dann direkt an seinen "Ausgangspunkt" bzw. Einsatzort gebracht würde. So steht dem Einsatz von Familie Schwarz in Lutindi nun nichts mehr im Wege und die Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth werden sie mit vielen guten Wünschen und Gedanken begleiten! Uta Braune-Krah

sie wohlwollend auf allen ihren Wegen begleiten werden! Pastor Sinaga berichtete mit Bildern über die Arbeit seiner Kirche auf Indonesien und wurde dabei durch Übersetzung unterstützt von Dr. Ulrich Beyer, der selbst jahrelang in Indonesien im Rahmen der VEM gearbeitet hat. Einige Geschwister aus unterschiedlichen Ländern ließen schriftliche oder telefonische Grüße an die Diakonische Gemeinschaft ausrichten. Die aktuellsten Grüße kamen von Familie Maas aus Lutindi Bruder Joachim Hood hatte über Weihnachten drei Wochen dort verbracht. Er überreichte Oliver Schwarz die neue Arbeitskleidung mit der Aufschrift "Lutindi Mental Hospital" auf dem Rücken.

IERP und Nazareth - eine gute Verbindung! Als Nazareth Diakon Detlef Venhaus vor 27 Jahren in Nueva Germania (Paraguay) seinen Dienst in der IERP (Iglesia Evangélica del Río de la Plata, der Evangelischen Kirche am La Plata in Argentinien, Paraguay und Uruguay) begann, konnte noch niemand ahnen, dass diese Verbindung einmal so vielfältige Früchte tragen würde. Begonnen hat der Kontakt zwischen der Evangelischen Kirche am La Plata und der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth über die Aufbauarbeit von Bruder Venhaus in Nueva Germania. Mit der Gründung eines Internats zur Verbesserung der Schulsituation in Nueva Germania begann eine längere Phase der finanziellen Unterstützung

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aus mission und ökumene der diakonischen Arbeit innerhalb der IERP. Es konnten viele Spenderinnen und Spender gewonnen werden, die die Arbeit über Jahre begleiteten, so dass für einige Jahre auch eine finanzielle Unterstützung der Ausbildung von Diakoninnen und Diakonen in Argentinien möglich war. Durch regelmäßige Deutschlandaufenthalte der Kirchenleitung und verschiedene Delegationsbesuche von aktiven Kirchenmitgliedern in Westfalen und Bethel wuchs der partnerschaftliche Kontakt zwischen Nazareth und der IERP. Bei einem Besuch in Argentinien und Paraguay im Jahre 1998 konnten Rudolf Falkenroth, Brigitte Klausing und Jörg Oelmann selber einen Eindruck von der diakonischen Arbeit vor Ort gewinnen. Die vielen Gespräche in Deutschland und Argentinien/Paraguay erweiterten unseren Horizont und vertieften das Interesse aneinander. Bis zum Jahr 2008 haben wir durch die ehrenamtliche Arbeit von Bruder Falkenroth jungen Menschen regelmäßige (Arbeits-)Aufenthalte im Rahmen von ADiA ("Anderer Dienst im Ausland" - Zivildienst im Ausland) im Altenheim "Hogar San Juan" in Eldorado, Misiones bei Bruder Venhaus ermöglicht. Im Auftrag des Ausschusses für Mission und Ökumene der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth und der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel beteiligt sich Bruder Oelmann am "Arbeitskreis Evangelische Kirche am La Plata" der Evangelischen Kirche von Westfalen. Mit diesem Hintergrund hat sich die Diakonische Gemeinschaft Nazareth der Aufgabe, auf eine Anfrage der Kirchenleitung

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der IERP hin, die Ausbildung von Frau Spellbrink für ihre zukünftigen Aufgaben innerhalb der diakonischen Arbeit der Kirche am La Plata zu gewährleisten, gerne gestellt. Seit dem Frühjahr 2008 befindet sich Frau Mariana Spellbrink aus Buenos Aires als Stipendiatin der Gemeinschaft zur Ausbildung in Nazareth. Frau Spellbrink hat einige Jahre in der IERP in Buenos Aires zusammen mit Pastor Jorge Gerhardt die Arbeit mit ausländischen Volontären innerhalb der IERP koordiniert. Nach einem Vorpraktikum und dem Besuch des Grundseminars 2008/2009 studiert Frau Spellbrink seit letztem Herbst an der FHdD (siehe auch Bericht von Frau Spellbrink in dieser Ausgabe) und wird mit dem Diakonenexamen ihre Ausbildung hier abschließen. Der Aufenthalt und die Ausbildung von Frau Spellbrink werden durch Spenden und eigene Arbeitsleistungen von ihr finanziert. Zur Regelung anstehender Fragen und als direkte Verbindung zwischen Gemeinschaft und Stipendiatin wurde ein Begleitausschuss einberufen. Die Diakonische Gemeinschaft Nazareth hat Frau Spellbrink finanzielle Unterstützung auf BAföG-Basis zugesichert, zu der Frau Spellbrink durch eigene Arbeit und Spendenwerbung einen Teil beisteuert. Weitere Spenden zur Absicherung dieser Zusage sind natürlich jederzeit willkommen. Karin Bormann-Voss Jörg Oelmann


aus mission und ökumene Liebe Schwestern und Brüder in Nazareth! Im Dezember 2008, genau vor 2 Jahren, bekomme ich eine Mail aus Nazareth. Ganz gespannt und aufgeregt lese ich sie nach: "Frau Spellbrink, Sie bekommen einen Studienplatz für eine Ausbildung zur Diakonin und ein Stipendium von Nazareth, um das Studium zu finanzieren". Das war einer von den glücklichsten Tagen in meinem Leben! Die ersten Verbindungen zu Deutschland lassen sich auf meine deutschen Wurzeln zurückführen, die schon mehr als 4 Generationen zurückliegen. Hierdurch hat meine Familie in Buenos Aires, Argentinien, schon lange starken Bezug zum deutschevangelischen Gemeindeleben, welches meine Kindheit und Jugend prägte. Mit etwa 12 Jahren lernte ich zum ersten Mal deutsche Volontäre kennen, die von deutschen Organisationen für die Mitarbeit in Armenvierteln gekommen waren. Ihr sozialpolitisches Interesse und bemerkenswertes Engagement haben mich damals sehr fasziniert, sodass ich Lust bekommen habe, selber andere Kulturen kennenzulernen sowie eigene Mitarbeit zu leisten. Nach dem Abitur in Argentinien beschloss ich, ein freiwilliges soziales Jahr in Würzburg in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung zu absolvieren. Das war eine von meinen größten Erfahrungen. Zurück in Argentinien, begann ich ein Sozialpädagogikstudium und arbeitete drei Jahre als Sekretärin in dem Diakoniebüro

der Evangelischen Kirche am Río de la Plata, wo ich deutsche Volontäre anleitete und in ihrer Zeit in Argentinien begleitete. Noch bevor ich mein Studium abgeschlossen habe, bekam ich die Möglichkeit, in Deutschland zu studieren und entschied mich, nach Nazareth / Bethel zu gehen, um eine Ausbildung zur Diakonin zu beginnen. Eine Ausbildung zur Diakonin in Argentinien wäre nur möglich, wenn ich ein abgeschlossenes Studium hätte. In meinem Fall war das hoch kompliziert, weil ich Vollzeit gearbeitet habe und wenig Zeit für mein Studium der Sonderpädagogik hatte. Letztes Jahr habe ich das Grundseminar zur Diakonin in Nazareth abgeschlossen. Heutzutage, im Rahmen der Diakonausbildung, studiere ich berufsbegleitend im Studiengang Management im Sozial- und Gesundheitswesen an der Fachhochschule der Diakonie. Hier befinde ich mich im ersten Semester. Als Praxisstelle bin ich angestellt beim Familienunterstützenden

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aus mission und ökumene

aus der ev. bildungsstätte

Dienst in Bethel, was mir ganz viel Spaß macht und wo ich viel Erfahrung sammeln kann.

Oberseminar 2008/2009

Probleme wie z.B. die breite Spanne zwischen Arm und Reich, umweltpolitische Themen und internationale Kommunikationsprobleme sind meine Hauptmotivation, weshalb ich mich in diesem Bereich engagieren möchte. Ich möchte mein im Studium erworbenes Wissen in meiner Heimatgemeinde, der Evangelischen Kirche am Rio de la Plata, einbringen und Entwicklung aktiv mitgestalten. Besonders möchte ich mich in Projekten für Menschen mit Behinderung engagieren und kann mir auch vorstellen, selber ein Projekt ins Leben zu rufen. Gerade für diese soziale Randgruppe wird in Argentinien wenig Hilfe angeboten. Die Kombination aus einer Ausbildung zur Diakonin und einem Studium in Management im Sozial- und Gesundheitswesen würde eine sehr gute Grundlage für meinen beruflichen Werdegang bilden. Eine vergleichbar intensive Ausbildung gibt es in meinem Heimatland Argentinien nicht. Ich kann schon sagen, dass ich mich wie ein Glückskind fühle. Ich mache ein tolles Studium und außerdem fühle ich mich in Deutschland ganz wohl. Heimweh und Sehnsucht sind immer in meinem Herzen, aber die Liebe und die offenen Herzen in Bielefeld machen, dass ich mich wie zuhause fühlen kann. Für die große Unterstützung, für diese große Chance danke ich der Gemeinde Nazareth. An Alle ein gesegnetes Jahr! Mariana Spellbrink

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Nach den Herbstferien 2008 ging es also los, das Oberseminar mit dem wir alle unsere Diakonenausbildung nach fünf bzw. sieben Jahren beenden wollten. Sieben von acht Personen kannten sich schon gut: Amelie, Anja, Dennis, Elmar, Fabian und Marcel waren gemeinsam im Grundseminar (GS 04/05), waren aber offen für neue Begegnungen mit Inga (GS 02/03). Vieles sollten wir in diesem Jahr lernen, der Fächerkanon bestand sage und schreibe aus 18 Fächern, mit einem leeren Kästchen darunter. Aber auch dafür fiel uns noch ein Fach ein, das wir nicht missen wollten, geistliches Leben! Der Rhythmus des wöchentlichen Unterrichts wurde immer wieder durch Exkursionen unterbrochen, auf denen wir einander oder ein spezielles Thema besser kennenlernten. So erlebten wir eine Bibliodrama-Woche mit Andrea und Hermann Brandhorst in Einschlingen, fuhren mit Herrn Schildmann ins Ruhrgebiet, erkundeten mit Reinhard Neumann die Wewelsburg und spürten


aus der ev. bildungsstätte bei einer Bethelführung dem historischen Geist in Bethel nach. Unsere Kursfahrt führte uns gemeinsam mit Klaus Hillringhaus und Susanne Jordan nach Nagykörös, welches wir nicht nur aus Berichten anderer Gemeinschaftsmitglieder, sondern auch selbst kennenlernen wollten. Wir entschieden uns, mit dem Auto dorthin zu fahren und besuchten auf dem Weg gleich noch die Hauptstädte Österreichs und Ungarns. Nach der Ankunft in Wien am Samstagabend schlenderten wir über ein Frühlingsfest der Region Steiermark, das vor dem Rathaus stattfand, und lernten einen echten Steier kennen, mit dem wir über deutsch-österreichische Unterschiede und Köstlichkeiten diskutierten und schließlich noch gemeinsam eine Bar besuchten! Am Sonntag besuchten wir einen reformierten Gottesdienst und tauschten uns beim Kirchencafé mit Mitgliedern der Gemeinde aus, bevor wir bei herrlichem Sonnenschein die Stadt erkundeten, mit dem Fiaker fuhren, eine Stadtführung machten und uns zwischendurch auf den Grünflächen erholten. Sonntagabend ging es weiter nach Budapest, wo wir schon von den Vermietern unserer abenteuerlichen Unterkünfte empfangen wurden und anschließend zwei teils urige Wohnungen in der Budapester Innenstadt bezogen. Die Wohnung

von Dennis, Elmar, Fabian und Marcel sah so aus, als ob die alte Dame nur mal eben zur Kurzzeitpflege sei und auch die Zugänge über scheppernde Fahrstühle und Innenhofbalustraden ließen Menschen mit Höhenangst immer fein an der Wand entlang laufen! Vorteil dieser schmucken Wohnungen war es, dass wir uns direkt in der Innenstadt befanden und fast alle Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen konnten. Bei sommerlichem Wetter wurden wir tags darauf von Abel, einem Studenten aus Nagykörös, empfangen und durch die Stadt geführt. Wir besuchten eine Synagoge, zahlreiche Kirchen mit teils abenteuerlichen Reliquien (die rechte Hand des ersten ungarischen Königs), die Burg auf der gegenüberliegenden Flussseite, und feierten abends am Donaustrand Karinas Geburtstag. Im Gegensatz zu unserer entspannten Anreise nach Budapest bei Nacht wurde

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aus der ev. bildungsstätte die Abreise im Feierabendverkehr und praller Sonne zur Nervenprobe für Fahrer und Mitfahrer. Allein um einmal um den Block zu fahren und auf die Hauptstraße zu gelangen brauchten wir 60 Minuten! Gegen Abend und nach einer kurzen Fahrt über ländliche Straßen mit großen Schlaglöchern kamen wir dann endlich in Nagykörös an. Dort war schon eine Gruppe holländischer Studentinnen aus Ede, die wie wir an der internationalen Woche teilnahmen. Die Tage in Nagykörös waren geprägt durch den gegenseitigen Austausch. Über das Sozialsystem in Ungarn, Deutschland und Holland, die Art unserer Ausbildungen, ein Konzert in der Kirche von Nagykörös und den Besuch zweier Einrichtungen für behinderte Menschen in Nachbarorten. An einem Tag nahmen wir gemeinsam mit allen Studenten der Hochschule an einem erlebnispädagogischen Tag im Wald teil, der vom "reformierten Katastrophenschutz" geleitet wurde! Außerdem gab es verschiedene Abendprogramme: Tanz, Spiel und Gespräche. Den größten gemeinsamen Nenner fanden wir beim gemeinsamen Singen. Es gab viele Lieder, die wir gemeinsam in unserer jeweiligen Sprache singen konnten oder die wir einander vorsangen! Der Austausch mit den ungarischen Studierenden gestaltete sich schwieriger als mit den holländischen Studierenden. So gab es immer nur einige ungarische Studierende, die ausgewählt wurden, mit uns zu essen und sich zu unterhalten, die anderen aßen in einem Raum, der mit einem Vorhang abgetrennt war. Obwohl wir

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dies mehrmals ansprachen, kam es leider nicht dazu, dass wir alle gemeinsam aßen. Sprachbarrieren, schlechtes Englisch oder Deutsch und eine Scham darüber mögen die Gründe gewesen sein. An unserem letzten Abend in Nagykörös nahmen wir am Frühlingsfest der Hochschule teil. Hier überraschten uns die ungarischen Studierenden dann doch mit ihren Sprachkenntnissen, in dieser Atmosphäre war es nun doch möglich, sich zu unterhalten! Als wir am nächsten Morgen früh aufbrechen wollten, da wir die 1300 km von Nagykörös nach Bielefeld an einem Stück fahren wollten, wartete die nächste Überraschung auf uns: Die Holländerinnen waren ebenso früh aufgestanden, um uns zu


aus der ev. bildungsstätte rer beruflichen Tätigkeit, Familie, etc. zu erledigen. Umso besser das Gefühl Mitte / Ende Juni, dann erstmal alle schriftlichen Arbeiten erledigt, gedruckt, gebunden und abgegeben zu haben! Bevor wir uns in die Sommerferien verabschiedeten, feierten wir gemeinsam in der Kellerkneipe und verabschiedeten uns auch von dem Grundseminar, das wir nach den Ferien nicht mehr sehen würden. Nach den Ferien gab es nur noch wenige Schultage, in denen wir uns auf das mündliche Examen vorbereiteten und die Fächer inhaltlich abschlossen.

verabschieden! Wir machten noch schnell ein Gruppenbild und fuhren dann los. Nach ca. 12 Stunden Fahrt ohne einen einzigen Stau, dafür aber einer Reifenpanne, die von Elmar und Gabor (einem Ungarn, den wir für ein Praktikum mit nach Deutschland nahmen) perfekt repariert wurde, kamen wir am Abend müde und voller Erlebnisse wieder in Deutschland an. Nach der Studienfahrt hatte uns der normale Schulalltag schnell wieder im Griff und die nächsten Monate bis zu den Sommerferien waren geprägt von Referaten, praktischen Proben in Homiletik und Katechetik, der zweiten Klausur und unserer Abschlussarbeit. Es war eine Herausforderung für uns, das alles neben unse-

Der Examenstag konnte strahlender nicht sein, blauer Himmel, Sonnenschein, eine ermutigende Andacht von Frau Will-Armstrong und los ging der Prüfungsmarathon. Das neue Grundseminar hatte den Pausenraum der Bildungsstätte dekoriert und uns mit Donauwellen, Getränken und Obst versorgt, Danke! Nachdem wir gegen Mittag alle Prüfungen absolviert hatten, stand ein gemeinsames Mittagessen mit den Dozenten an und danach die Notenbekanntgabe: Alle hatten bestanden! Unsere nächste gemeinsame Aktion war unsere Examensparty, bei der viel getanzt wurde und wir uns schon einmal vom Studierendenstatus verabschiedet haben. Für die Rüsttage, in denen wir uns auf die Einsegnung vorbereitet haben, durften wir in Haus Salem einziehen und uns von Schwester Claudia und dem besonderen Ambiente des Hauses verwöhnen lassen!

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aus der ev. bildungsstätte aus dem vedd Gestaltet wurden die Tage hauptsächlich von Marlis Seedorff und Klaus Hillringhaus. Hier hatten wir Zeit und Ruhe, das Gemeinschaftswochenende und die Einsegnung vorzubereiten und uns voneinander zu verabschieden. Schön war auch, dass Friedrich-Wilhelm Meine mit dabei war und wir ihn so schon etwas kennenlernen durften! Mit gesalbten Füßen und schnellen Schritten ging es nun auf den Einsegnungsgottesdienst zu. Der Tag der Aufnahme in die Gemeinschaft und der Einsegnung in das Diakonenamt war ein herrlich warmer Spätsommertag, den wir alle mit Familie, Freunden, Kollegen und Geschwistern feiern durften und noch lange in Erinnerung behalten werden: Morgens Andacht mit den Dozenten, dem Gemeinschaftsrat und der Direktion; Gottesdienst, Aufnahme und Einsegnung durch Bernward Wolf in der Zionskirche; Mittagessen und festliche Reden im Assapheum; Kaffeetrinken; historische Sammlung; Bethelführung mit Reinhard Neumann; Agapemahl als Abschluss des Tages: Danke, dass so viele dazu beigetragen haben, dass wir diesen tollen Tag erleben durften! Ich bin froh, meine Diakonenausbildung mit dem Oberseminar in Nazareth beendet zu haben. Auch wenn die Ausbildung lange gedauert, hat weiß ich zu schätzen, wie viele Menschen sich Gedanken darüber machen, was wir als Diakone im Arbeitsleben benötigen. Für das OS 08/09: Inga Kießling

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Bericht von der HerbstBundesdelegiertenkonferenz 2009 in Rummelsberg Am Mittwoch, 14.10.2009, begann die Herbst-BDK in Rummelsberg. Vertreten waren die Ausbildungsstätten Rummelsberg, das Wichern-Kolleg aus Berlin, der Wittekindshof, Vertreter der Fachhochschule aus Moritzburg, das Martineum Witten und Nazareth / Bethel. Für die vor uns liegenden vier Tage hatten wir uns viel vorgenommen. Viele Projekte, die wir auf der Frühjahrs-BDK entwickelt hatten, sollten fortgesetzt werden. Am Donnerstag begannen wir mit der ersten Tagungseinheit. Nach erfolgreicher Überprüfung der Beschlussfähigkeit und der Verabschiedung des Protokolls der Frühjahrs-BDK starteten wir mit einer Kennenlernrunde, in der es aber nicht nur darum ging, dass wir Delegierten uns persönlich besser kennenlernen, sonder viel mehr darum, dass wir einen Einblick in die verschiedenen Ausbildungsformen und aktuelle Veränderungen erhalten. Besonders die Einführung des BachelorAbschlusses in einigen Ausbildungsstätten war ein Thema, über das wir uns lange unterhalten haben. Vor dem Mittagessen besuchten wir einen Schulgottesdienst des Oberseminars in der Philippuskirche. Die Kirche steht auf dem Rummelsberger Gelände und in der Ausbildung ist es vorgesehen auch Küsterdienste, Glockenläuten und Gottesdienstgestaltung mit zu übernehmen.


aus dem vedd Am Nachmittag beschlossen wir ein Grundkonzept für einen Internetauftritt der BDK, welcher es uns ermöglichen soll, neben dem geplanten Flyer, unsere Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Am späten Nachmittag erhielten wir eine aufschlussreiche Führung über das Rummelsberger Gelände durch Herrn Tischer, Hausvater des Brüderhauses. Dabei kamen wir auch in den Genuss des ersten Schnees im Jahr. Den Abend verbrachten wir in geselliger Runde im Rummelsberger Bierkeller. Am Freitagvormittag haben wir in Kleingruppen einen Brief an alle Ausbildungsstätten formuliert, in dem die Ausbildungsstätten aufgefordert werden, uns zeitnah immer mit den Kontaktdaten der Delegierten zu informieren, so dass in Zukunft mehr Ausbildungsstätten in der BDK mitarbeiten. Ferner haben wir an diesem Vormittag in allen Ausbildungsstätten angerufen, die leider keine Delegierten zur Herbst-BDK entsandt haben. Am Freitagnachmittag sind wir nach Nürnberg gefahren und haben das Doku-Zentrum besucht, welches uns einen guten Einblick verschaffte, welche (ge?)wichtige Rolle Nürnberg zur NS-Zeit gespielt hat. Den Abend verbrachten wir in einem Brauhaus mit traditioneller fränkischer Küche, wo wir mit diversen regionalen Köstlichkeiten versorgt wurden. Am Samstag widmeten wir uns unserem großen Projekt, einen aktuellen BDK-Flyer zu entwerfen. Im Plenum entwickelten wir

die erste grobe digitalisierte Idee weiter, so dass der neue Flyer demnächst hoffentlich in Druck gehen kann. Unsere Power-Point- Präsentation wurde im Zuge dessen auch noch einmal überarbeitet und aktualisiert. Da wir die Entscheidung getroffen hatten, als BDK eine eigene Volleyballmannschaft zum Turnier nach Moritzburg zu entsenden, mussten hierfür ebenfalls noch einige Dinge geplant und auch ein bisschen geübt werden. Am Abend hatten die Rummelsberger für uns einen "Abend der Begegnung" mit Andacht organisiert, bei dem wir uns im Anschluss bis in die späten Nachtstunden beim Karaoke-Singen amüsierten. Am Sonntagmorgen besuchten wir noch einmal die Philippuskirche zum Gottesdienst, um dann nach einer Feedbackrunde die Herbst-BDK 2009 offiziell zu beenden. Am Bahngleis sangen wir zusammen das für uns alle typische irische Segenslied, "Möge die Straße...“ bevor wir die Heimreise in unsere Ausbildungsstätten antraten. Wir hoffen, dass wir weiterhin mit der Arbeit in unserem Gremium als Mittler die Kommunikation zwischen den Auszubilden untereinander und zum VEDD verbessern können. Barbara Klotz + Katja Reindl

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www.nazareth.de

leserbriefe Hamburg,

Sehr geehrte Damen und Herren, "Das Rauhe Haus ist eine der renommiertesten diakonischen Einrichtungen in der Stadt Hamburg, aber auch bundesweit" so sagte Sozialsenator Dietrich Wersich. "Allerdings ist das Budget der Hochschule an der Grenze des Auskömmlichen", wie Oberkirchenrat Wolfgang Boten anmerkte. Durch diese Tatsache werden die Studenten genötigt, die Hochschule mit zu finanzieren, um ihren Erhalt zu sichern.

Internet-Tipp: Unter www.nazareth.de/.cms/52 finden Sie ganz aktuell jeweils den neuesten nazarethbrief - noch bevor er gedruckt und versandt wird! Die „Einstellung“ im Internet wird über eine Nachricht im Nazareth-Forum angekündigt (Hinweise dazu auch auf S. XX neben dem Artikel zum Ökumenischen Kirchentag in München)! Allerdings enthält die Internet-Fassung NICHT die Seiten mit den Nachrufen und den persönlichen Mitteilungen, da das zu öffentlich wäre! Die Darstellung in der Nazareth-Homepage kann man durch ein „Klick“ auf die Heftmitte (s. Button „View in fullscreen“) auf Vollbildschirmgröße vergrößern. Dort gibt es sogar eine „Lupe“ (mit der Maus in das Heft klicken - „Click to Zoom IN“). Fehlt Ihnen eine Information über Nazareth im Internet? Lassen Sie es uns wissen! Mailto:f.w.meine@bethel.de

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Seit der Vertragsänderung von 2006 werden die finanziellen Mittel der Hochschule von der Nordelbischen Kirche (NEK) und der Stadt Hamburg stetig gekürzt. Die Hochschule wird durch drei Beteiligte finanziert, wobei die Stadt Hamburg mit 3/ 5 den größten Teil der Finanzierung übernimmt. Die NEK und die Studenten finanzieren jeweils 1/5. Am 7. Oktober 1985 wurde zwischen der Stiftung Rauhes Haus, der NEK und der Stadt Hamburg ein Vertrag über den Betrieb und die Finanzierung der Ev. Hochschule Rauhes Haus geschlossen. 2006 wurde dieser Vertrag auf Initiative der Kirche geändert. "Dieser (neue) Vertrag kann zum 31. Dezember eines jeden Kalenderjahres mit einer Frist von 12 Monaten von jeder Vertragspartei schriftlich gekündigt werden, frühestens jedoch zum 31. Dezember 2011. (...) Erklärt eine der Parteien die Kündigung, so werden von diesem Zeitpunkt an keine neuen Studierenden mehr


aufgenommen." (Vertrag über die Förderung der Hochschule) Auf Grund der eingeführten Studiengebühren ist freies und Themen vertiefendes Studieren nicht mehr möglich. Der damit einhergehende Arbeitszwang, um das Studium zu finanzieren, bringt uns Studierende in eine äußerst prekäre Situation. Vor allem in den Praxissemestern (3. und 4. Semester) müssen wir neben einer 40Stundenwoche im Praktikum unsere Leistungsnachweise erfüllen und zusätzlich für unseren Lebensunterhalt arbeiten. Nur vier Monate dieses einjährigen Praktikums werden vergütet, allerdings nur mit monatlich 166,67 €. Dies reicht gerade aus, um den Studienbeitrag für ein einziges Semester zu finanzieren. Abgesehen davon, dass die Semesterbeiträge uns in allen Belangen vor nicht leistbare Anforderungen stellen, schafft die NEK durch die Kürzung ihrer finanziellen Mittel eine soziale Spaltung. Diese ist ethisch nicht mit den christlichen Werten vereinbar. Außerdem ist es uns durch Zeitmangel unmöglich, unserer eigenen Intention, soziales Engagement zu leisten, nachzugehen. Sie alle wissen am Besten, dass die Diakonie von motivierten, ehrenamtlichen Mitarbeitern lebt.

Von Seiten der EKD wird diese Misere als "krasse Unterfinanzierung der Hochschule" betitelt (Landesbischof Dr. Johannes Friedrich, Vorsitzender des Hochschulbeirates der EKD)

Studium und die praxisorientierten studienbegleitenden Maßnahmen. Schon durch das besondere Auswahlverfahren, welches sich nicht nur auf den Notendurchschnitt der Bewerber stützt, sondern sich vielmehr auf die persönliche Disposition bezieht, wird unterstützt, dass qualifizierte und überdurchschnittlich motivierte angehende Sozialarbeiterinnen und Diakoninnen ausgebildet werden. Wir vermissen das Interesse der NEK, sich für eine gute Ausbildung von Sozialarbeiterinnen und Diakoninnen, die die Grundsätze der Kirche vertreten, einzusetzen. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung, um bei der Synode Ende Februar die NEK von unserer problematischen Situation mit einem Redebeitrag in Kenntnis zu setzen und hoffentlich eine Besserung der finanziellen Lage zu erreichen. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Über konstruktive Kritik und Anregungen würden wir uns freuen. Die Studentenschaft des Rauhen Hauses Julia Pörschke Margaretenweg 41 20357 Hamburg E-Mail: Joulie_87@web.de

Die Studentenschaft des Rauhen Hauses zeigt eine besondere Motivation für das

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leserbriefe Weihnachtsmarkt in Nazareth Am zweiten Adventswochenende gab es den Weihnachtsmarkt auf dem roten Platz in Bethel, wie immer. Auch wir vom Weltladen Bethel waren dabei, wie immer. Im Haus Nazareth fanden sich viele Stände mit unterschiedlichen Waren und Angeboten, wie immer. Doch eines war neu: die Cafeteria im Haus Nazareth. Nun werden einige sagen: Wieso denn, die gab es doch auch schon oft! Richtig, doch in diesem Jahr wurde sie von einem neuen Team betrieben, dem Weltladen Bethel. Und das kam so... Nach dem Umbau des Bethelplatzes gab es im letzten Jahr keinen Stand mehr von den jüngeren Geschwistern, wo Kaffee und Kakao angeboten wurde und gleichzeitig gab es kein Kaffee-Angebot im Hause Nazareth. Das bewog uns, bereits im Januar 2009 nachzufragen, ob der Weltladen Bethel nicht die Cafeteria im Haus betreiben könne, um so für ein Spendenprojekt der Vereinten Evangelischen Mission Gelder zu sammeln. Nach der Zusage war dann vor der Arbeit. Der November kam und unser kleines Ladenteam stellte sich zunehmend die Frage, wie wir diese große Aufgabe bewältigen sollten. Kuchen sammeln, Arbeit verteilen, alles organisieren, was da nicht alles zu bedenken war. Und doch, dank vielen Menschen und Gottes Führung war das Wochenende

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ein voller Erfolg, trotz oder gerade wegen Regenwetters. Daher will ich mich an dieser Stelle bedanken: bei Frau Griese, die uns mit Rat und Tat und ihrer Unterstützung sehr geholfen hat, beim Grundseminar, das auf eine freundliche Anfrage sofort bereit war, mitzuhelfen und uns ungemein unterstützt hat, an die vielen Kuchenspenderinnen, die uns mit Kuchen, Torten und Plätzchen versorgt haben. Am Ende haben wir mit dem Verkauf von Kaffee und Kuchen die stolze Summe von 1000 € zusammengetragen, die wir der Rainbow School* in Irente (Nordost-Tansania) überweisen können, toll! Ich finde es schön, dass sich für mich gezeigt hat, dass sich in Nazareth viele Menschen mit großen Herzen, zupackenden Händen und großer Hilfsbereitschaft zusammenfinden. Danke! Malte Hausmann * Die Rainbow School ist eine Schule für Kinder mit geistigen Behinderungen.


aus gruppen + bezirken Jubiläum 50 Jahre Nazareth-Musizierkreis... ... ein willkommener Anlass für viele ehemalige Mitglieder und die jetzt immer noch aktiven Mitspielerinnen, miteinander musikalisch zu feiern. Am Freitagabend begegnen sich im Festsaal des Hauses Nazareth Frauen und Männer, die der Einladung von Bruder Roland Müller gerne gefolgt sind. Mit der Freude über das Wiedersehen in den Gesichtern umarmen sich alte Bekannte und begegnen sich Menschen, die einander überhaupt erst kennenlernen.

Werke von verschiedenen Meistern aus mehreren Jahrhunderten, so z. B. das bekannte "Alta Trinitata beata", die schon bei den "Gründerbrüdern" sehr beliebte Rodrigo-Suite v. G. F. Händel oder auch Südamerikanische Tänze und natürlich beliebte Sätze zu Chorälen und Volksliedern. Am Samstagvormittag finden sich die TeilnehmerInnen aus verschiedenen Richtungen wieder im Festsaal ein. Bis Roland Müller das Startzeichen gibt, wird dem Bedürfnis der ausgiebigen Unterhaltung viel Raum gegeben. Auch die gemeinsamen Mahlzeiten und das Kaffeetrinken geben wiederholt die Möglichkeit, sich über Vergangenes und Gegenwärtiges zu unterhalten.

Im Kreis der Ehemaligen sind besonders die "Gründungsbrüder", die gekommen sind, zu nennen: Konrad Sigler, Manfred Schöler, Heiner Klapproth, Gottlieb Westerwelle und Roland Müller. Nach der ausgiebigen Begrüßungsrunde schlägt Roland Müller vor, aus einer zum Jubiläum erstellten Notensammlung ein bekanntes Musikstück zum Auftakt zu musizieren - so gelingt ihm in bewährter Weise die Einstimmung auf das Wochenende. Die Notensammlung umfasst kleine

Das gemeinsame Musizieren mit den verschiedenen Instrumenten, Blockflöten und Streichern sowie einer Posaune, wird mit dem Ziel fortgesetzt, am Sonntagvormittag die Gottesdienstbesucher durch das Vorspiel am Jubiläum teilnehmen zu lassen. Am Samstagabend tragen Gründungsmitglieder, wie auch die aktiven Mitglieder des Musizierkreises mit besinnlichen, heiteren und lustigen Beiträgen über gemeinsame Erlebnisse zu einem fröhlichen Fest bei.

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aus gruppen + bezirken Der Nazareth-Musizierkreis hat in seiner 50jährigen Geschichte von der Gründung bis heute die unterschiedlichsten Veranstaltungen musikalisch gestaltet und dabei immer viel Freude bereitet. Neben anderen Höhepunkten ist eine Reise in die Bretagne (1982) unvergesslich in der Erinnerung geblieben. Roland Müller hat mit den ihm eigenen musikalischen und pädagogischen Fähigkalisches Erlebnis, fröhlich auf den Heimweg begeben. Für die Bereitstellung des Raumes und für die Bewirtung ist auch der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth herzlich zu danken. Alfred Buderer keiten, besonders aber mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen, den Nazareth-Musizierkreis während der 50 Jahre geleitet und leitet ihn weiter. Mit seinem humorvollen Stil gelingt es ihm, sowohl in der Übungsphase wie auch beim Vorspiel, Stärken und Schwächen in Einklang zu bringen. Dafür und auch für den unermüdlichen Einsatz in der Vorbereitung sage ich Dir, lieber Roland, stellvertretend einen besonderen Dank. Mit Musik zu den irischen Segenswünschen und vielen persönlichen Wünschen verabschieden sich die Teilnehmer voneinander. Wir können uns, dankbar für ein besonderes gemeinschaftliches und musi-

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aus gruppen + bezirken Einladung an alle Nazarener und die, die es werden wollen! zum Nazareth-Stammtisch Der Nazareth-Stammtisch ist eine Initiative von Studierenden der Bildungsstätte und dient zum Austausch, Klönen und Spaß haben. Wir treffen uns im neuen Jahr wieder jeden dritten Donnerstag im Monat um 19.00 Uhr (es sei denn, es ist anders angegeben) in der Kellerkneipe im Haus Nazareth.

• 16. September: in der Kellerkneipe im Haus Nazareth • 21. Oktober: in der Kellerkneipe im Haus Nazareth • 18. November: Feuerzangenbowle in der Kellerkneipe im Haus Nazareth • 16. Dezember: Weihnachtsmarkt Treffen bereits 18.00 Uhr Café Block Bis zum nächsten Treffen eine schöne Zeit und Gottes Segen Euer Florian Renner

Hier nun die neuen Termine des Nazareth-Stammtisches für das Jahr 2010. • 18. Februar: in der Kellerkneipe im Haus Nazareth • 18. März: in der Kellerkneipe im Haus Nazareth • 15. April: Wir gehen Kegeln, bitte Turnschuhe mitbringen. Treffen am BBW (Berufsbildungswerk, An der Rehwiese 63, 33617 Bielefeld) • 20. Mai: in der Kellerkneipe im Haus Nazareth • 17. Juni: in der Kellerkneipe im Haus Nazareth • 08. Juli: Grillabend in der Kellerkneipe (Um Anmeldung wird bis zum 20. 06. 10 gebeten!)

Korrektur In den Terminankündigungen „Aus der Seniorenarbeit“ im letzten nazarethaktuell Ausg. 12 | Dez. 2009 ist uns ein Fehler unterlaufen: Die Seniorenreise nach Südengland und London findet - wie auch in der beiliegenden Ausschreibung angekündigt - vom 20.06. - 30.06. statt. ENTSCHULDIGUNG!

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rückmeldung Ich bin / wir sind an folgenden Veranstaltungen der NazarethSeniorenarbeit interessiert und bitte/n um Zusendung der Ausschreibung:  27.02. – 04.03.2010 Seniorenseminar in Rietberg  11.05. – 16.05.2010 Seniorenreise ins Altmühltal  08.06.2010

Tagesfahrt nach Rheda-Wiedenbrück

 20.06. – 30.06.2010 Seniorenreise nach Südengland und London  01.07. – 10.07.2010 Seniorenreise in die Schweiz und an den Lago Maggior  26.11. – 29.11.2010 3-Tagefahrt: Advent in Berlin und Lobetal

_____________________________________________________________ Name: Vorname: _____________________________________________________________ Anschrift: Telefon: _____________________________________________________________ Datum: Unterschrift:

Zurück an: Diakonische Gemeinschaft Nazareth z. Hd. Frau Cornelia Bilan Nazarethweg 7 33617 Bielefeld

e n I h r .. a h c u g. S i e a iorenta n e n denk m Se B i t t e dung zu el Anm

Tel.: 0521/144-4152 Fax: 0521/9146226 e-mail: gemeinschaft@nazareth.de

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aus der seniorenarbeit Reisebericht Leipzig vom 12. - 14. 12. 2009 "Zwischen Diakonie Leipzig und dem Bach´schen Weihnachtswunderwerk" Am 12. Dezember 2009 machten wir uns auf den Weg nach Leipzig, eine Gruppe Bach liebender bzw. Bach begeisterter Personen aus Nazareth, Sarepta und Freunde. In Bosdorf bei Leipzig, im Evangelisch Lutherischen Diakonissen-Mutterhaus, wurden wir herzlich empfangen. Es waren nicht nur weihnachtliches Gebäck und die adventliche Stimmung, sondern die Herzlichkeit der Schwestern, die uns ein Gefühl des Zuhauses vermittelten. Die Begegnung mit Nazarethgeschwistern, die dort alljährlich Urlaub machen, bot für uns eine besondere Überraschung. Eine Flötengruppe des Hauses stimmte uns zusätzlich adventlich. Die Bosdorfer Diakonissenschwesternschaft, 1890 gegründet, widmete sich zunächst überwiegend der Erziehungsarbeit an "gefährdeten Mädchen". 1902 wurde die aus 45 Schwestern bestehende Diakonissenschaft Mitglied des Kaiserswerther Verbandes. Ab 1930 übernahmen die Schwestern überwiegend Arbeiten an geistig behinderten Kindern, z.B. im Katharinenhof Großhennersdorf in der Oberlausitz, aber auch in eigenen Einrichtungen auf dem Gelände in Bosdorf. Zur Diakonissenschaft Bosdorf gehören heute 24 Schwestern, davon 23 im Ruhestand.

Alle Schwestern stehen in einem treuen Gebetsdienst für Diakonie, Kirche und Welt. Sie versehen auch im Ruhestand ehrenamtliche Dienste im Diakonischen Werk der IM Leipzig. Es gibt zahlreiche kulturelle und religiöse Betreuungsangebote durch die Schwesternschaft sowie das Angebot von altersgerechtem Wohnen im Schwesternwohnhaus. Unsere Unterbringung im Hotel Lindner ließ keine Wünsche offen. Ein Teil von uns machte sich nach dem Abendbrot auf, um das weihnachtliche Leipzig mit seinen einzigartigen Arkaden und dem stimmungsvollen großen Weihnachtsmarkt zu entdecken. Der Sonntag bot zwei Höhepunkte. Die Stadtführung bzw. -rundfahrt am Vormittag und den Besuch des Weihnachtsoratoriums in der Thomaskirche am frühen Abend. Die Rundfahrt wurde durch die originelle Stadtführerin, Frau Monika Auspurg, zum besonderen Erlebnis. Leipzig mit seinen wundervoll restaurierten Fassaden, die von ehemaligem Wohlstand künden, ist wieder eine sehenswerte Stadt. Der Weihnachtsmarkt mit seinen auffallend vielen kunstgewerblichen Angeboten verzauberte uns. Es waren nicht nur die Thüringer Bratwurst und die diversen Angebote von Dresdner und Leipziger Stollen und Weihnachtsgebäck, sondern auch das Alte Rathaus, die vielen Passagen, die Nikolai- und die Thomaskirche, zuletzt der monumental errichtete Hauptbahnhof, "das größte Einkaufszentrum mit Gleisan-

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aus der seniorenarbeit schluss", wie die Leipziger lächelnd ihren Bahnhof bezeichnen. Die Aufführung des Weihnachtsoratoriums unter der Leitung des Thomaskantors Christoph Biller, alle 6 Kantaten, verzauberte uns. Schön, die Thomaner und die hervorragenden Solisten zu erleben, den Bassisten, der alles auswendig sang oder Christian und Paul, zwei Thomaner, die für die erkrankte Sopranistin einsprangen. Ein herrlich weihnachtliches Erlebnis, schöner als in der Oetkerhalle oder auf CD. Dass wir uns in diesen Tagen immer wieder zu "informellen Gruppen" zusammenfanden, war besonders schön, tagsüber, aber auch abends an der Hotelbar. Die Heimfahrt führte uns über Naumburg, wo wir den im frühromanischen Stil errichteten Dom St. Peter und Paul besuchten. Der Dom stammt größtenteils aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Er gehört zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätromanik in Sachsen-Anhalt. Sein Kreuzgang ist beeindruckend und erinnert an Klosteranlagen im französischen Burgund.

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Ein kleiner Stadtrundgang führte uns über den idyllischen Weihnachtsmarkt, vorbei an der Stadtkirche St. Wenzel und Häusern mit den charakteristischen Rundbogenerkern. Der Spaziergang durch die Judengasse mit Gedenktafeln in der Tordurchfahrt erinnert an die Ausweisung der Juden vor mehr als 500 Jahren. Am Ende dieses kurzen Berichtes über die Nazareth-Seniorenfahrt sei Bruder Foede gedankt, der wegen der Erkrankung seiner Frau nicht mitfahren konnte. Die Planung und Organisation lagen vorbereitend in seiner Hand. Ein Dank auch an Bruder Hopf, der bereit war, die Reiseleitung zu übernehmen. Die Fahrt zwischen Diakonie Leipzig und dem Bach´schen Weihnachtswunderwerk, neben vielen persönlichen Begegnungen, wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben. Jürgen Falk


2009 jahre mauerfall Nachlese "Sie bekommen 50.000 DM in bar, wenn sie erzählen". Dieser für mich überraschende Satz fiel am 3. Febr. 1988 nachmittags auf dem Gelände des Quellenhofes in BielefeldBethel. Ein Reporter des "Stern" hatte dieses in vollem Bewusstsein - so schien es mir - gesagt. Erfahren im Umgang mit Reportern und Problemen, erwiderte ich: "Ich habe aber Wissen für ca. 1 Million'. Ungerührt antwortete er: "Dann muss ich aber erst mit der Redaktion reden". Was hat das nun mit der Maueröffnung zu tun? Ubrigens bekam der Reporter bei den improvisierten Pressekonferenzen mit z. T. über 100 Journalisten alle Informationen umsonst. In meinem Beruf als Diakon, Sozialarbeiter und als Leiter obiger Einrichtung hatte ich ständig mit Menschen zu tun, die niemand so recht haben wollte. Viele kamen aus dem Osten und hatten u. a. auch die DDR zwangsweise verlassen müssen. Ich kam ebenfalls daher und kannte mich gut aus. In Lobetal, Kreis Bernau bei Berlin, als Sohn des Pastors, Anstaltsleiters und Bürgermeisters (1922 -1954) geboren und mit drei Geschwistern aufgewachsen, waren uns viele Ost-West Probleme bekannt und vertraut. Lobetal ist eine Gründung Friedrich v. Bodelschwinghs (1905) für die "Obdachlosen von Berlin". Mein Bruder Werner blieb als Pfarrer in der DDR. Als er später Direktor der Stephanusstiftung in Berlin-Weißensee wurde, halfen wir uns im Ost-West Geschäft, so gut es ging. Seit 1963 kannte ich mich in sog. "Frei-

kaufaktionen" gut und gründlich aus. Man redete nicht darüber und war froh über jede gelungene Aktion zum Wohle von Menschen. Hatten diese dann Vertrauen zu einem entwickelt, erzählten sie auch die "ganze Wahrheit".

Richtige Wessis verstanden sowieso nicht, was da passierte. An den Umgang mit der Stasi hatte ich mich gewöhnt und man trickste sie aus, wo es ging. Die Proteste in der DDR eskalierten und es kamen viele Menschen in den Knast mit allen Folgen. Die Solidarität mit den Dissidenten war verbal weltweit und die Führung der DDR wirkte hilflos bei den Problemen. Durch Verhandlungen wurde erreicht, dass viele Dissidenten der Kirche übergeben wurden. Der Berliner Bischof Forck bat meinen Bruder (seinen Nachbar und Freund), Stefan Krawczyk u. Freya Klier sowie Bert Schlegel, Nadja Klier und Ines Czygalla in die Bundesrepublik zu fahren. Laut Ost-Presse gab es nur kleinere "Störungen".

Im Westen gab es einen Presserummel wie selten. Mich hatte Bischof Binder, der damalige Militärbischof und Verbindungsmann zwischen Staat und Kirche, aus Bonn angerufen, um mir mitzuteilen,dass heute mein Bruder mit Besuch kommt. "Aber keine Presse". Die als streng geheim und leise geplante Aktion wurde so laut, dass in Bethel das Telefonnetz zusammenbrach und "niemand" Bescheid wusste. Eine Woche hat das dann gedauert. Die mutigen 16 Dissidenten wurden abgeschoben. Die letzten, Vera Wollenberger (heute

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2009 jahre mauerfall Lengsfeld) mit Mann (der später als Mitarbeiter der Stasi enttarnt wurde) und Kinder holte ich noch sozusagen als Zugabe bei der Stasi um 0 Uhr in Eisenach ab. Das war am 5. Februar 1988. Von da an ging es rapide bergab mit der DDR. Obwohl voll im Thema hätte ich am 8.11. 1989 nicht geglaubt, dass am 9.11.1989 von Regierungssprecher Schabowski die Öffnung der Grenzen so nebenbei verkündet wurde. Am 10.11.1989 waren meine Frau und ich über Westberlin mit dem Auto Richtung Ostberlin unterwegs. Am Ubergang Bornholmer Straße fuhren wir in die "falsche" Richtung. Tausende glückliche Menschen kamen uns entgegen. "Olle, kneif mir, wird sind im Westen". Dieser Ausspruch eines Ostberliners ist mir noch im Ohr.

Solidarität). Die Lösung war: Honeckers können nach Lobetal zu Pastor Holmer (Nach-Nachfolger unseres Vaters und selbst Vater von 10 Kindern, die alle aus politischen Gründen nicht auf die Oberschule durften) ins Haus. Für zwei Monate blieben die Honeckers sicher dort in unseren alten Kinderzimmern. Eine höchst friedenstiftende Maßnahme. Und nun denkmal - Bethel (Haus Gottes) nimmt 16 Dissidenten unter z.T. spektakulären Umständen auf (Februar 1988). Zwei Jahre später am 31.01.1990 nimmt Lobetal die Honeckers auf. Die "Schwachen" in Lobetal schützen den vermeintlich "Starken". So schreibt Gott auch auf krummen Wegen gerade. Danke lieber Gott! Martin Braune

Die DDR war dann schnell am Ende. Da gab es aber noch etwas zu regeln: Wohin mit Erich und Margot Honecker? Er war krank und sie mussten Wandlitz, den Dienstsitz, verlassen. Die Todesstrafe war zwar abgeschafft. Der Schießbefehl wurde erst am 13.11.1989 durch General Keßler aufgehoben. Am 22.12.1989 gab es schwere Kämpfe in Rumänien. Ceausescu wurde abgesetzt und später mit seiner Frau erschossen. Die Honeckers hatten offenbar begründete Angst und haben über Rechtsanwalt Vogel anfragen lassen, ob die Kirche sie aufnehmen könnte. Mein Bruder wurde von Bischof ForcK gebeten, die Gespräche mit Erich Honecker zu führen. So sah er seinen Staatsratsvorsitzenden das erste Mal im Bademantel. Die SED war abgetaucht (So ist das im Ernstfall mit der

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g lesun n e r to r Au u z dung Einla Am Dienstag den 13. April 2010 laden wir Sie herzlich um 19:00 h in die Zionskirche in Bethel ein. Werner Braune wird aus seinem im Mai erschienen Buch „Abseits der Protokollstrecke - Erinnerungen eines Pfarrers an die DDR“ lesen (s. buchtipp rechts)!


buchtipp Abseits der Protokollstrecke Erinnerungen eines Pfarrers an die DDR

Fast 41 Jahre dauerte die Deutsche Demokratische Republik. Inzwischen erscheint manchen völlig unerklärlich, weshalb ein großer Teil der DDR-Bürger weg wollte, warum sie damals aufbegehrt hatten? Es war doch nicht alles schlecht? und: Wir hatten damals wenigstens alle Arbeit? Erinnerungen an die DDR werden häufig begleitet von Nostalgie und Halbwahrheiten, Tatsachen werden verdrängt, so resümiert Pfarrer Werner Braune, der die gesamte DDR-Zeit erlebt hat.

r ng zu u d a l Ein te! h die inken Sei c u a l r Sie uf de hten Beac nlesung a re Auto Werner Braune: Abseits der Protokollstrecke - Erinnerungen eines Pfarrers an die DDR Wichern-Verlag; ISBN: 978-3-88981-266-7 kartoniert; 19,80 Eur[D]; ca. 220 S.; 1. Aufl. 07.05.2009

Nüchtern berichtet der Autor von den Missständen der DDR, gegen welche Unannehmlichkeiten Mitarbeiter der Kirche und Diakonie kämpften, wie sie sich für Behinderte einsetzten, wie überlebenswichtig Beziehungen waren, wie viel Kraft und Einsatz im Alltäglichen nötig waren, davon erzählt Braune authentisch. Dabei werden auch tief persönliche Erlebnisse lebendig: Wie er Honecker im Krankenhaus besuchte, einen Stasi-Mitarbeiter vor die Tür setzte und eines Tages Dissidenten nach Westdeutschland chauffierte. Ein ungeschönter Blick eines Pfarrers auf vier Jahrzehnte DDR-Geschichte.

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buchtipp Das Persönliche Budget leicht gemacht… …ein Lese- und Arbeitstipp für Menschen mit Behinderung, Angehörige, aber auch Berater/innen für das Persönliche Budget. Schon die Gestaltung und Ausführung des Arbeitsbuches Persönliches Budget ist dem Bethel-Verlag gelungen. Das Buch macht mit seinem Format und kräftigen Farben neugierig… eine Einladung, es in die Hand zu nehmen, aufzuschlagen, darin zu blättern und ganz schnell in den anschaulichen Texten zu verweilen. Neben den systematisch sinnvoll angeordneten sachlichen Informationen in einfacher Sprache, vielen Symbolen und Fotos, wird schnell deutlich, dass Budgetgeschichten von Einzelpersonen erzählt werden. Zu jedem Schritt des Persönlichen Budgets ein passendes Beispiel. Durch Leitfragen und kurze Zusammenfassungen werden die wichtigen Informationen zu jedem Kapitel verständlich und deutlich vermittelt. Und das alles aus der Perspektive eines Fragenden, der möglicherweise das Persönliche Budget nutzen möchte oder Informationen im Umsetzungsprozess benötigt. Zum Gesamtkonzept passt, dass die zwar wichtigen, aber häufig ermüdenden rechtlichen Grundlagen ganz zum Schluss behandelt werden. Zu Beginn des Buches werden die entscheidenden Fragen gestellt: "Was ist das Persönliche Budget und warum lohnt es sich, darüber nachzudenken?" Daher ist dieses Buch insbesondere für Menschen mit Behinderung, die sich über das Persönliche Budget informieren wollen, sehr geeignet, aber auch für diejenigen, die zum Persönlichen Budget beraten.

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Denn dieses Buch stellt die richtigen Fragen, gibt kurze Antworten in leichter Sprache und ist somit ein geerdeter Leitfaden im Informationsdschungel zum Persönlichen Budget. Juliane Meinhold Referentin Kompetenzzentrum Persönliches Budget des PARITÄTISCHEN Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e.V. Wolfgang Roos-Pfeiffer Roos-Pfeiffer,, Joachim Zipfel: Arbeitsbuch Persönliches Budget - in einfacher Sprache mit CD; Bethel-Verlag, Bielefeld 2009, 136 Seiten mit Begleit-CD, zahlreiche Abbildungen, Praxisbeispiele und Tipps; Kosten: 12,-- €, erhältlich im Buchhandel, ISBN 978-3-935972-26-0 Nähere Informationen: v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel Stabsstelle Projekte, Wolfgang Roos-Pfeiffer


buchtipp Keiner fragt - Theologen antworten: Satirische Arroglanzstücke von Heine bis heute Kurzbeschreibung Von Heinrich Heines Spott ("Gäbe es in der protestantischen Kirche keine Orgel, so wäre sie gar keine Religion.") über die Wertschätzung von Beratern ("Man sollte sich seine Unbestechlichkeit bezahlen lassen!") bis hin zu Klaus Witthinrichs sprachlichen Spitzfindigkeiten ("Neulich hatte mich der Pfarrer in sein Gebet eingeschlossen. Ich wußte gar nicht, wie ich da wieder rauskommen sollte.") reicht der Reichtum der hier versammelten kabarettistischen Kabinettstückchen, ganz nach dem Motto: "Mir geht es gut, aber was habe ich davon?"

Eine Kostprobe? Veränderungsprozesse in den diakonischen Anstalten Die Diakone wollen mehr Bruderschaft wagen. Die Diakoninnen wolle mehr Schwesternschaft wagen. Die partnerschaftlich Orientierten wollen mehr Geschwisterschaft wagen. Die Geschwisterschaft will mehr Diakonie wagen. Die Diakonie will mehr Krankenwagen. Die Kranken wollen mehr Notarztwagen. Aber der Vorstand will mehr Dienstwagen.

Pressestimmen • "Schmunzeln und Kurzweil." (Westfälische Nachrichten) • "Witthinrich ist ein genialer Beobachter der Tiefebene realexistenter Kirchlichkeit." (Die Glocke) Klaus Witthinrich (Autor), Bärbel Grebert (Illustrator): Keiner fragt Theologen antworten: Satirische Arroglanzstücke von Heine bis heute; Broschiert: 120 S.; Verlag: Cmz (November 2009) ISBN-10: 3870625155 Größe: 18,2 x 11,6 x 1,2 cm; Preis: 10,00 Eur[D]

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aus den stiftungen Liebe Schwestern und Brüder, im Jahr 1969 wurde in der Schillingshofsiedlung der erste Gebäudeteil des v. Plettenberg-Stiftes erbaut. Das Gebäude des v. Plettenberg-Stiftes ist mittlerweile zunehmend in einem baulichen Zustand, der den heutigen Erfordernissen nicht in ausreichender Weise entspricht und so nicht auf Dauer bleiben kann. Nach 40-jähriger Nutzung ist ein deutlicher Modernisierungsbedarf im gebäudetechnischen und innenarchitektonischen Bereich entstanden (u.a. Rufanlagen, Aufzüge, Elektrik, …). Daneben sind durch gesetzliche Veränderungen auch umfangreiche Brandschutzauflagen zu erfüllen. Zur Verbesserung der Wohn- und Pflegesituation wären weitere umfassende bauliche Maßnahmen nötig und sinnvoll. Mit anderen Worten: eine Gesamtsanierung des Gebäudes wäre dringend erforderlich. Einrichtungsleitung und Direktion Sarepta/ Nazareth haben sich deshalb im vergangenen Jahr eingehend mit möglichen Modernisierungsmaßnahmen beschäftigt. Die verschiedenen Modelle wurden ausführlich mit dem Vorstand der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, der Stadt Bielefeld und dem Landschaftsverband WestfalenLippe diskutiert. Letztendlich wurde dabei deutlich, dass alle möglichen Optionen zu unvertretbar hohen Aufwand führen würden, ohne dass es in dem Haus zu einer für die Bewohner und Bewohnerinnen deutlich gesteigerten Wohnqualität käme. Eine solche Modernisierung wäre mit der Verdoppelung des Investitionssatzes für die Bewohner und Bewohnerinnen verbunden und läge damit gleichauf mit dem Kosten-

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satz des Neubaus, ohne dessen Qualität erreichen zu können. Neben diesen wirtschaftlichen Aspekten wurde auch ein anderer Aspekt als sehr kritisch eingeschätzt: die Sanierungsmaßnahmen müssten im laufenden Betrieb stattfinden und es käme über ca. 2 Jahre zu erheblichen Belastungen für alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Mitarbeitende. Intensiv wurde geprüft, ob ein Neubau, Erweiterungsbau oder Anbau auf dem bisherigen Gelände eine Alternative sein könnte. Dabei sind wir auf mehrere Grenzen gestoßen. Auf die Begrenzungen aus den Vorgaben der vorhandenen Gebäude, den Vorgaben der Bebauungspläne, den Einschränkungen des Landschaftsschutzes und den eingeschränkten Möglichkeiten des Standortes für eine große Zahl von 125 Plätzen. Auch die Prüfung eines Ersatzneubaues dieser Größenordnung an einem anderen Standort in der Schillingshofsiedlung hat zu keinem positiven Ergebnis geführt. Aufgrund der genannten Aspekte und der Notwendigkeit, eine vertretbare Lösung für die nächsten 25 bis 30 Jahre entwickeln zu müssen, haben Direktion Sarepta/Nazareth und Vorstand der v. Bodel-


aus den stiftungen

schwinghschen Stiftungen Bethel beschlossen, das v. Plettenberg-Stift am jetzigen Standort durch eine neue Einrichtung, - die pflegefachlich und energetisch modernsten Standards entspricht - an anderer Stelle zu ersetzen. Der dafür ins Auge gefasste Standort liegt nicht weit entfernt. Es ist ein großes Grundstück im Baugelände Breipohls Hof in der Ortsmitte von Senne. Hier könnte (ohne so harte Winter wie der jetzige) bereits Ende 2011/ Anfang 2012 ein modernes, differenziertes und stadtteilorientiertes Wohn- und Pflegeangebot entstehen. Vorgesehen sind ca. 80 Pflegeplätze und 20 Einheiten für Betreutes Wohnen. Nach positiven Vorgesprächen mit der Stadt Bielefeld und der Bezirksvertretung Senne konnte jetzt aktuell der Kaufvertrag über das Grundstück am Breipohls Hof abgeschlossen werden. Wir können nun die detaillierten Konzept- und Bauplanungen für die neue Einrichtung weiter voranbringen. Hierbei nehmen wir gern Anregungen von Bewohnerinnen und Bewohnern, Mitarbeitenden und Angehörigen des v. Plettenberg-Stiftes entgegen. Mitte Januar haben wir Bewohnerinnen und Bewohner, Angehörigen und Gremien der Gemeinschaft sowie der Öffentlichkeit

unsere Planungen vorgestellt und erläutert. Dabei haben wir auch unser Ziel benannt, nach Möglichkeiten zu suchen, einen kleineren Teil der bisherigen Gebäude des v. Plettenberg-Stiftes zu erhalten bzw. deren Funktion in anderen Gebäuden der Schillingshofsiedlung fortzuführen. Uns ist es wichtig, gemeinsam mit den Menschen in der Lukas-Gemeinde angemessene Angebote von ambulanter Pflege über Kurzzeitpflege bis hin zu besonderen Hilfeformen in der Schillingshofsiedlung zu entwickeln. In solchen Konzepten wollen wir auch die gute Zusammenarbeit mit Kirchengemeinde und Hospizgruppe fortsetzen. Mitarbeitende Bethels, Mitglieder der Gemeinschaften in Sarepta und Nazareth und Menschen, die eine besondere Verbundenheit zu Bethel leben, können somit auch in Zukunft in der Schillingshofsiedlung, aber auch in Bethel (z.B. im neuen Wohnstift Frieda v. Bodelschwingh) gute Lebensmöglichkeiten auch im Alter finden. Wir werden Sie über die weitere Entwicklung informieren und stehen gern für Ihre Fragen und Anregungen zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen aus der Direktion Werner Arlabosse

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aus der personalarbeit Neuwahl des Vertretungsausschusses

und Mitarbeiterinnen und Mitglieder des Gemeinschaftsrates.

Am 2. März 2010 findet die Neuwahl zum Vertretungsausschuss statt. Der Wahlausschuss ist am 20. November 2009 auf der Mitgliederversammlung gewählt worden. Die konstituierende Sitzung des Wahlausschusses fand am 16. Dezember 2009 statt. Mitglieder d. Wahlausschusses sind: • Daniel Nottbrock, Stiftung Nazareth (Vorsitzender) • Heinz Jürgen Gruhn, Stiftung Nazareth (stellvertretender Vorsitzender) • Günter Felske, Stiftung Nazareth (Beisitzer) Ersatzmitglieder: • Frauke Bösch (Stiftung Sarepta) • Christiane Klostermann-Baydacz (Stiftung Sarepta) • Annegret Kornath (Stiftung Sarepta)

Den Vertretungsausschuss gibt es seit 1993. Er ist der Mitarbeitervertretung gleichgestellt (s. Mitarbeitervertretungsgesetz, allgemeine Bestimmengen, § 1). Er vertritt die Mitglieder im Entsendungsverhältnis gegenüber ihrem Arbeitgeber, der Stiftung Sarepta und der Stiftung Nazareth.

Damit der neue Vertretungsausschuss gewählt werden kann, bedarf es Mitglieder, die sich für die Arbeit im Vertretungsausschuss interessieren und sich zur Wahl aufstellen lassen. Nicht wahlberechtigt sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die am Wahltag (2. März 2010) seit mehr als drei Monaten beurlaubt sind, sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit befinden und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Leitungsorganen Sarepta/Nazareth (Direktionsmitglieder). Nicht wählbar sind Wahlberechtigte, die am Wahltag (02. März 2010) noch für einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten beurlaubt sind, (siehe § 9 MVG und § 10 MVG), sowie direkt der Direktion Sarepta Nazareth nachgeordnete Mitarbeiter

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Der Vertretungsausschuss versieht z.B. folgende Aufgaben: • Vertretung von Mitarbeitenden gegenüber dem Direktionsmitglied in Personalangelegenheiten • Hinwirkung auf frauen- und familienfreundliche Bedingungen am Arbeitsplatz • Eingliederung und Förderung von Mitarbeitenden mit Behinderungen • Entgegennahme von Beschwerden und Anregungen von Mitarbeitenden und Hinwirken auf deren Bearbeitung durch die Stabsstelle Personal und Bildung • Mitwirkung und Beratung bei Personalentscheidungen Der Vertretungsausschuss arbeitet auf der Rechtsgrundlage des Kirchengesetzes über Mitarbeitervertretungen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (in der Fassung vom 01. 01. 2010) und der Sarepta/ Nazareth Dienstordnung (in der Fassung vom 01. 01. 2004). Mit diesem Artikel möchten wir Sie aufrufen, sich aktiv an der Wahl zum Vertretungsausschuss zu beteiligen; sei es, dass Sie uns Kandidaten benennen oder


aus der personalarbeit

++ aktuell ++ aktuell ++

sich selber zur Wahl stellen. Ihre Rückmeldung senden Sie bitte bis zum 10. Februar 2010 direkt an den Wahlausschuss in Nazareth.

Wohnraum frei im BFH!

Terminhinweis: Dienstag, den 2. März.2010 - Öffnungszeit des Wahllokals mit anschließender Auszählung der Stimmen - 11:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr im Haus Nazareth - Raum Lobetal - N7_1.04. Für den Wahlausschuss Daniel Nottbrock

Hinweis Durch Erkrankung des Setzers Ende Januar und den erheblichen Umfang dieses nazarethbriefes hat sich leider die Veröffentlichung verzögert - darum sind die Termine dieses Artikels z.T. schon überholt. Alle Mitglieder im Entsendungsverhältnis (also die v.A. hier angesprochenen) wurden aber schon direkt per Brief über die Möglichkeiten ihres Wahlrechts informiert. Die Redaktion

Im Brüderfeierabendhaus (Missionsweg 7 in Bethel) ist • ab sofort ein WG-Zimmer zu vermieten; • ab dem 16. März 2010 zusätzlich ein Appartement.

Wenn ihr in einer netten Hausgemeinschaft wohnen möchtet, seid ihr bei uns an der richtigen Adresse. Details: Appartement 38qm, 2 Zimmer, kleine Küche (alles Laminatboden), WC und Dusche auf dem Flur, gemeinsame Nutzung mit einem anderen App., Miete ca. 230 EUR incl. Nebenkosten, zzgl. Strom. Zimmer in einer 4er WG, 28 qm (Zimmer 16 qm plus ca. 3 qm Nische mit eigenem Waschbecken), eingerichtete Küche. Miete ca. 190 EUR incl. Nebenkosten, zzgl. Strom. Alles mit Gartennutzung, Kellerräumen, Waschmaschine, Trockner und DSL. Wir freuen uns auf Euch! Bei Interesse bitte bei Karsten Mielke melden. karstenmielke@web.de oder 0171.4741942

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aus kirche und diakonie „Damit ihr Hoffnung habt“ (1. Petrus 1,21) So lautet das Motto des 2. Ökumenischen Kirchentages vom 12. - 16. Mai 2010 in München.

Wer Interesse hat, an dem Kirchentag teilzunehmen, kann sich gerne melden bei: Nadine Kellerer entweder per Mail: lutzzi2000@gmx.de Handy: 0179-97 84 531 (Mo.-Do. ab 18 Uhr, Fr. ab 16 Uhr) oder Privat: 0521-430 75 24 (Zeiten s.o.). Die Kosten für eine Dauerkarte betragen 89 €, ermäßigt 54 € (für alle die einen Ermäßigungs-Ausweis vorlegen können, unabhängig vom Alter). Die Kosten für die Unterkunft im Gemeinschaftsquartier betragen 18 € inkl. Frühstück pro Nacht Ich melde an für das Gemeinschaftsquartier, sowie Einzelreisende (Einzelreisende = die sich selbst um ihre Unterkunft bemühen). Die Anreise kann auf verschiedene Weisen erfolgen, hier kommen dann noch weitere Kosten hinzu. Ich weise darauf hin, dass die Sonderzüge jetzt schon fast ausgebucht sind! Für weitere Informationen: www.oekt.de

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Anmeldeschluss ist am 5.März 2010. Ich freu mich auf zahlreiche Anmeldungen, mit den liebsten Grüßen, Eure Nadine Kellerer

Vorschlag zur Kommunikation: Das Nazareth-Forum nutzen: http://dgn.diakonie-netz.de (Oder über den Menüpunkt „Service“ unter www.nazareth.de): • Ein neues Thema eröffnen... • An der Diskussion beteiligen... • Informiert sein...

http://dgn.diakonie-netz.de


März 01. 06. 07. 10. 10.

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64 BZK Nordwest >>Klassik um 3<< Pulsschlag: Alles inklusive, ...? Gemeinschaftsabend Schillingshof: Das Kirchenlied im Kirchenkampf FHdD - Modul 7 Einkehrtag Aufsichtsrat FHdD Erzählkneipe: Heinz Ritterbusch Nazareth-Stammtisch Gemeinschaftsrat/Schwesternrat Nazarethkreis Eckardtsheim: Technik, die man (nicht) braucht - mit Bernd Richter Hochschultag an der FHdD BZK Rhein/Ruhr/Sieg Osterferien bis 10.04.2010

Pulsschlag: Tote essen auch ... 19:00 h - Autorenlesung, Zion Gemeinschaftsabend Schillingshof: "Resignation nach / trotz Ostern?" Bibelarbeit FHdD - Modul Heilpädagogik Nazareth-Stammtisch (Kegeln) Jubiläumsgottesdienst Sarepta FHdD - Modul „Bildung“ Nazarethkreis Eckardtsheim: Haus ELIM gestern + heute Gottesdienst m. Abendmahl u. Aufnahme neuer Schwestern in die Sarepta Schwesternschaft BZK Süd BZK Ost Festgottesdienst 144. Jahresfest Sarepta mit Einsegnung zur Diakonisse >>Klassik um 3<<

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Der nazarethbrief aus der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth/Bethel wird kostenlos an alle Mitglieder der Gemeinschaft versandt.

Herausgeber: Gemeinschaftsrat der Diakonischen Gemeinschaft Nazareth in der Stiftung Nazareth in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel; verantwortlich: F.-W. Meine; Redaktion: Redaktionsausschuss; Layout + Satz: Martin Eickhoff-Drexel; Druck: Zum Stickling, Avenwedder Straße 72, 33335 Gütersloh; © 2010

Anschrift: Diakonische Gemeinschaft Nazareth, 33546 Bielefeld, Postfach 13 03 49. Telefon: 0521/ 1444118, Fax: 0521/914 6226, http:// www.nazareth.de.

Bankverbindung: 2 101 660 012 bei der KD-Bank (BLZ 350 601 90)


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