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„ ...der dritte pädagoge ist der raum.“ diplomaufgabe ws 2011 / 12 jugendbildungszentrum offenbach prof. oppermann sarah von babka-gostomski 711 526 offenbach am main gehört zu den städten mit den höchsten ausländeranteilen in deutschland. viele familien mit migrationshintergrund wirken auf das kultur- & wirtschaftsleben & sind auch im städtischen leben präsent. anlehnend an offenbachs prägende industrietradition, soll auf dem gelände der heutigen allessa-chemie ein jugendbildungszentrum entstehen.

3. die „offenbacher bühne“ musik, tanz & handwerk-diese nutzungsmöglichkeiten sollen in dem südlich gelegenen, an das haupttor anschließenden baukörper stattfinden. die orientierung zur straße & das anheben des niveaus machen die „offenbacher bühne“ zur ausstellungsfläche, die direkt mit dem städtischen raum agiert.

ein ensemble aus drei gebäuden: 1. das jugendbildungszentrum respektvoll an den achsen der industriestruktur orientiert, soll dieser baukörper ein verbindendes gelenk zu den klaren kanten des denkmalgeschützten sozialgebäudes bilden. die großzügige verglasung öffnet das erdgeschoss zu seiner umgebung, erweitert die räume nach außen & fördert die direkte interaktion mit dem öffentlichen raum. der südliche teil des bildungszentrums dient als plattform für die öffentlichkeit, hier befindet sich der multifunktionssaal, der als geometrisch zurückhaltender monolith in das gebäude eingeschoben ist. als schnittstelle zwischen kultur- & bildungsbereich fungiert der verwaltungstrakt. dieser orientiert sich an der industrieachse & betont die figur & orientierung des baukörpers auch im inneren raum. über die großzügige treppe erschließen sich in den beiden obergeschossen die bildungsbereiche. verbindendes element dieser geschosse ist ein repräsentativer luftraum & die grafisch angelegte scheibe des erschließungs- & santitärkerns.

städtebauliche analyse das planungsgebiet befindet sich im osten offenbachs, dem stadtteil „mathildenviertel“ . es wird von zwei hauptverkehrsadern der stadt, dem mainufer im norden & mehreren industriegeländen im osten umrahmt. durch die verkehrssituation herrscht eine ungenügende anbindung an den freiraum des mainvorgeländes , so dass die aufwertung der generell fehlenden grün- & spielflächen im stadtteil angestrebt wird. angrenzende städtebauliche strukturen zeigen eine aufgelöste blockrandbebauung der gründerzeit. es fehlen bauliche strukturen, die den stadtteil gestalten, aufwerten & somit einen adäquaten quartierseingang, der östlich des planungsgebietes liegt, generieren. zwischen dem sozialgebäude des chemiekonzernes, somit angrenzend an das planungsgebiet, & der für die industriekultur typischen fabrikantenvilla in nähe des mainufers, spannt sich ein bisher privat genutztes parkgelände auf.

2. die sport- & fitnesshalle der nördlich angeordnete, zweigeschossige baukörper orientiert sich klar zum neugestalteten stadtpark. er ermöglicht eine angliederung sportlicher aktivitäten auf dem parkgelände & schafft durch das abrücken zum denkmalgeschützten sozialgebäude eine klare achse, die das bildungsareal mit dem park verknüpft. die gläsernen längsseiten lassen das baumdach des parks zum interieur werden, machen das innere geschehen ablesbar & bespielen sowohl den innenhof als auch den park. auch innerhalb der sporthalle werden blickbezüge zu den im obergeschoss angeordneten fitness- & krafträumen hergestellt.

entwurf der entwurf sieht ein gebäude-ensemble vor, das respektvoll auf die prägende städtebauliche industriestruktur eingeht , zugleich werden bezüge zu dem denkmalgeschützten sozialgebäude hergestellt. klare kubaturen & kanten spiegeln abstrakt die blockrandbebauung der nachbarschaft wider, schaffen eine städtebauliche eingliederung in das umfeld & stärken das bild einer schnittstelle/ eines verbindenden gelenkes zwischen industrie- & stadtstruktur. durchwegungen & achsen generieren verschiedene städtische räume, schaffen verbindungen zu der umgebung & verstärken durch die öffnung des parks die attraktivität & aufenthaltsqualität innerhalb des alessa-geländes für die allgemeinheit. somit wird das kultur- & bildungsareal zum begegnungsraum für alle bewohner des mathildenviertels.

_lageplan m 1.1000

innenraum konzept „ein kind hat drei pädagogen: der erste pädagoge sind die anderen kinder. der zweite pädagoge ist der lehrer. der dritte pädagoge ist der raum.“ loris malaguzzi, ital. pädagoge

rückzugsmöglichkeit

jugendbildungszentrum offenbach individuelles lernen

kommunikation

grundgedanke für das jugendbildungszentrum ist es,einen ort zu schaffen, der kommunikation, den austausch von wissen, erfahrung & ideen ermöglicht. dies erfordert eine auseinandersetzung mit heutigen lehrmethoden & einem sensiblen umgang mit dem innenraum. der verzicht auf frontalunterricht & räumliche trennungen schafft einen raum, der nichts erzwingt aber vieles ermöglicht. dieses konzept verfolgt eine verschränkung von lern-& rückzugsbereichen, die die kommunikation der jugendlichen fördert & durch die architektur das verständnis vermittelt, teil einer gemeinschaft zu sein. somit besteht das jugenbildungszentrum aus zonierungen, die flexibel glieder- & nutzbar sind & vielfältige arrangements zulassen. es ergeben sich kleine & große einheiten-in denen der einzelne nicht verloren geht & alle zusammenkommen können, in denen jeder für sich arbeiten kann & gruppen sich gegenseitig unterstützen können. diese einheiten werden durch zahlreiche rückzugsmöglichkeiten / -nischen ergänzt.


_ansicht süd m 1.200

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_grundriss eg m 1.200

wohngebiet tor

_städtebauliche schnittstelle

ingang östl. quartierse

_erschließung des areals

_bezüge zu park & mainufer

_prinzip der nutzungsverteilung

_schnitt a-a m 1.200


_ansicht ost m 1.200

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_grundriss 2.og m 1.200

_grundriss 1.og m 1.200

kommunikation / rückzug rückzug „workbox“

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kommunikation

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individuelles lernen

_innenraumkonzept

_umsetzung

2 1 0 _schnitt c-c m 1.200


_ansicht west m 1.200

dachaufbau extensive begrünung (sedum-kraut-vegetation) 100 mm photovoltaikelement auf werksteinplatte, aufstellungswinkel 30° speichervlies 2 x 6 mm filtervlies 10 mm rieselschutzvlies wasserableitend 5 mm wärmedämmung 180 mm abdichtung 2 lagig 10 mm stahlbetondecke 300 m fassade faserzementplatte auf agraffen-unterkonstruktion, anthrazit 12 mm hinterlüftung 40 mm dämmung 140 mm fensterrahmen aluminium eloxiert stahlbetonstütze 250 mm deckenaufbau epoxidharzbeschichtung 5 mm zementestrich 55 mm pe folie trittschalldämmung 30 mm granulatschüttung 60 mm stahlbetondecke 300 mm patio bohlen 100/25 mm lattung im kiesbett 20/80 mm bautenschutzmatte 6mm trennlage abdichtung 2 lagig 10 mm wärmedämmung 220 mm dampfsperre stahlbetondecke 300 mm deckenaufbau bibliotheksbereich sitzbank : betonfertigteil, sperrholz mit furnier 21 mm klebeparkett massiv 8mm kleber 2 mm estrich 50 mm pe folie trittschalldämmung 30 mm granulatschüttung 60 mm stahlbetondecke 300 mm bodenaufbau innenhof werksteinplatte 40 mm im kiesbett dränmatte mit filtervlies

betonkernaktivierung rohrregister werden in der betondecke positioniert, durchfließendes wasser erwärmt bzw kühlt diese erdwärmesonde & wärmepumpe unterstützen diesen vorgang lüftung der natürliche luftaustauch erfolgt über lüftungselemente (mechanisch & manuell) sonnenschutz mit lichtlenklamellen photovoltaik-anlage zur energieversorgung

_klima- & energiekonzept

_vertikalschnitt westfassade m 1.20

_schnitt b-b m 1.200


// diplomarbeit ws 2011/2012: jugendbildungszentrum offenbach