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HANDELSBLATT MANAGEMENT-FORUM 0I/10 E

X C L U S I V E

I N T E R N A T I O N A L

P R O F E S S O R

P A N E L

F R O M

T O P

B U S I N E S S

Umfrage Januar 2010: Ausblick 2010 - Wege zum Wachstum

S C H O O L S


HANDELSBLATT MANAGEMENT-FORUM 0I/10

Inhalt 1

Vorwort

2

Kernbotschaften

3

Umfrageergebnisse

4

Fragen und Antworten

5

Anhang

6

Impressum

Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010 A


HANDELSBLATT MANAGEMENT-FORUM 0I/10

B Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010


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1 Vorwort Prof. Ronny Fürst und Santiago Advisors haben in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt einen exklusiven Fachkreis renommierter Professoren führender Business Schools zusammengestellt, um diese in regelmäßigen Abständen zu zukünftigen Managementthemen zu befragen. Business Schools bilden die Management-Elite der Zukunft aus. Darüber hinaus betreuen und beeinflussen Sie im Rahmen von Executive Programmen die Management-Elite von heute. Das Handelsblatt Management-Forum bringt die führenden Professoren der Management-Lehre virtuell zusammen und lässt sie gemeinsam in die „Glaskugel“ blicken und Zukunftsthemen bewerten.

zukünftig relevanter Managementthemen. Inhaltlicher Fokus war der aktuelle Jahres– bzw. Fünfjahresausblick. Die folgenden 12 Professoren aus der Triade haben vom 15.12.09 bis 31.12.09 an der Befragung teilgenommen:  UCLA, Anderson School of Management (USA), Prof. Dominique M. Hanssens

 Yale

School

of

Management

(USA),

Prof. Oliver J. Rutz

 Columbia University, Columbia Business School (USA), Prof. Bernd Schmitt

 Harvard

Business

School

(USA),

Prof. Stefan H. Thomke

 Universität St. Gallen, HSG (Europa), Prof. Oliver Gassmann

Universität

Mainz

(Europa),

Prof. Oliver Heil

Prof. Dr. Fürst ist Studienleiter der European Management School (EMS) in Mainz und Inhaber einer Professur für International Business.

 INSEAD (Europa), Prof. David A. Sober-

Santiago Advisors ist eine auf Organisation und Strategie fokussierte international operierende TopManagement Beratung. Das seniore Team ist spezialisiert auf die Konzeption, Umsetzung von komplexen Unternehmensveränderungen, Reorganisationen und Integrationen.

 Singapore Management University, Lee

Die Jahresauftaktbefragung bestand aus fünf Fragen bezogen auf die aktuellen Präferenzen in der Forschung und Lehre sowie den Einschätzungen der Teilnehmer bzgl. aktueller und

 Korea University Business School (Asien),

mann

 University of Navarra, IESE Business School (Europa), Prof. Julián Villanueva

Kong Chian School of Business (Asien), Prof. Cathy Y. Chen

 CEIBS, China Europe International Business School (Asien), Pfoertsch

Prof.

Waldemar

A.

 Indian School of Business, ISB (Asien), Prof. Jagmohan S. Raju

Prof. Shijin Yoo

Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010 1


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2 Kernbotschaften Kernbotschaften

Regionale Differenzen

∙ Die Renaissance der Strategie: Neu-

∙ Europäische Führungskräfte werden

orientierung in Europa und USA mit starkem Fokus auf Innovation

sich auf Wachstumsbeschleunigung fokussieren

∙ Die

Renaissance von Lokalität: Asiens Manager entdecken den (lokalen) Kunden und die Bedeutung seiner lokalen Bedürfnisse

∙ Amerika

neigt zum Fokus auf Wachstumsstrategien, erkennt jedoch den aktuellen Nachholbedarf bei der Effizienzoptimierung

∙ Die Renaissance der Globalisierung:

∙ Führungskräfte in Asien setzen auf

Globale Expansion ist die große Herausforderung in Asien

nachhaltiges globales Wachstum, sehen jedoch den Entwicklungsbedarf im Bereich der Unternehmensstrukturen

∙ Die Renaissance des Internets: Die

stille digitale Revolution zwingt bestehende Geschäftsmodelle zu Quantensprüngen ∙ Themenfokus auch in fünf Jahren

noch relevant: Die globalen Trends von heute besitzen auch 2015 noch Gültigkeit

Volle Kraft auf Wachstum, aber regional differenziert Themen

Europa

Amerika

Asien

Wachstum

67%

50%

59%

25%

25%

33%

Struktur & Führung

25%

8%

Effizienz

Europa sucht Rettung in Wachstum durch Innovationen

USA setzt auch auf Wachstum, sieht aber noch Nachholbedarf bei der Effizienz

Quelle: Santiago, Prof. Fürst, Outlook 2010, Frage 2

2 Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010

8%

Asien weiß, dass die Strukturen mit den Wachstumsansprüchen noch nicht standhalten


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3 Umfrageergebnisse Einleitung Die sich andeutende weltwirtschaftliche Erholung hat Auswirkungen auf den Wissensbedarf von Studenten und Managern an den führenden Business Schools rund um den Globus. Auch wenn die übergeordneten Ziele, wie Wachstum oder die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, identisch sind, so unterscheiden sich die Ansätze in der Triade (Amerika, Europa, Asien) deutlich voneinander. Westliche Führungskräfte suchen nach Orientierung. Deshalb wird der Themenbereich Strategisches Management am häufigsten mit hoher Priorität nachgefragt. Für asiatische Unternehmen stellt dagegen die nachhaltige regionale Expansion als nächster Schritt nach der reinen Exportorientierung die größte Hürde für die nächste Dekade dar. Folgerichtig ist hier Marketing die Schlüsseldisziplin, um die (ausländischen) Märkte und Kundenwünsche besser zu verstehen. In logischer Konsequenz wird Globales Management und Internationalisierung am zweithäufigsten nachgefragt, um die Operationalisierung der Marketingerkenntnisse und eine nachhaltige regionale Expansion zu verbessern. Aus Sicht führender asiatischer Professoren werden 2 Kernstrategien in Asien das nächste Jahrzehnt beherrschen: “Denke global, handle lokal” und “von der Auftragsproduktion zur global führenden

Technologie“. “Wertschöpfende technische Innovationen und kundenorientiertes Marketing ersetzen die traditionellen low-cost Modelle”, so beschreibt Cathy Y. Chen von der Singapore Management University den angestrebten Wandel in der Wertschöpfungskette. In der Folge wird der Druck auf westliche Unternehmen enorm ansteigen. “Der Wettbewerb zwischen den Regionen wird ansteigen, ganz besonders zwischen China und den USA,” prophezeit Oliver Heil von der Universität Mainz. Und wie sieht die Strategie Europas inmitten dieses Kampfes der Regionen aus? Laut Oliver Gassmann von der Universität St. Gallen wird “Europa 2020 Kreativität und HighEnd-Services exportieren”.

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3 Umfrageergebnisse Umfragedetails Die Renaissance der Strategie: Neuorientierung in Europa und USA mit starkem Fokus auf Innovation Das Fach „Strategisches Management“ wird zur Zeit an Europas und Amerikas führenden Business Schools am stärksten nachgefragt. Studenten und Manager wollen lernen, wie verschiedene Wachstumspfade anzugehen sind und welche neuen Erkenntnisse die Wissenschaft liefert. Das Ziel ist klar: Es gilt das Unternehmenswachstum zu beschleunigen, gleichzeitig fehlen allerdings die innovativen Ideen hinsichtlich des „Was“ und des „Wie“. Aber nicht nur der strategische Bebauungsplan zum Aufbau erfolgreicher Geschäftsmodelle und Marktzugänge wird „verzweifelt gesucht‟. Es sind die Werkzeuge und Methoden der Umsetzung, nach denen konsequent gefahndet wird. Ein straffer, kontinuierlicher Innovationszyklus ist die größte Herausforderung, um den technischen Wettbewerbsvorteil zu erhalten, den westliche Firmen bis dato als ihren wichtigsten Schutz vor der asiatischen Konkurrenz sehen. Somit wird Innovationsmanagement unter den prestigeträchtigsten Forschungsgebieten der BWL der Zukunft liegen. Harvards Stefan Thomke forscht in diesem Zusammenhang 4 Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010

an offenen Innovationsmodellen; solche Modelle also, bei denen zukünftig stärker in Netzwerken unternehmensübergreifend gearbeitet wird. Der koreanische Professor Shijin Yoo von der Korea University Business School unterstreicht die Bedeutung von “Kunden als Innovatoren” gerade bei Industriezweigen mit starker Kundennähe (z.B. Konsumgüter, Automobilbau, Elektronikbranche und Telekommunikation). Oliver Gassmann (St. Gallen) beschäftigt sich augenblicklich mit neuen Wegen, wie der Output von globalisierten Forschungs- und Entwicklungsnetzwerken erhöht werden kann: “Die Schlüsselfrage ist: Wie können Innovationen in nachhaltige Wettbewerbsvorteile übersetzt werden? Die Entwicklung der MP3 Technologie ist nicht mehr genug, das iPhone muss geschaffen werden.”


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3 Umfrageergebnisse

Die Renaissance von Lokalität: Asiens Manager entdecken den (lokalen) Kunden und die Bedeutung seiner lokalen Bedürfnisse

Die Renaissance der Globalisierung: Globale Expansion ist die große Herausforderung in Asien

Denke global, handle lokal: Ebenso wie westliche Unternehmen lernen mussten, wie wichtig das Anpassen von Produkten und Dienstleistungen an lokale Bedürfnisse in Asien ist, erkennen nun asiatische Firmen, dass ihr Scheitern beim Vordringen in neue geografische Gebiete auf ihr begrenztes Wissen von lokalen Märkten und Bedürfnissen beruhte. Dies trifft aber gleichermaßen auf ihre Heimatmärkte zu. Und Asien fokussiert sich schon jetzt stärker auf sich selbst. “Die Zielkundendefinition verschiebt sich von europäischen und amerikanischen zu lokalen Kunden”. Dies wird ein wesentlicher Wachstumstreiber, meint Cathy Y. Chen aus Singapur. Diese Ansicht teilt Jagmohan Raju (Wharton Business School), der auch an der Indian School of Business in Hyderabad lehrt: “Geschäftsmodelle, die die lokalen Märkte stärken und auf junge indische Talente setzen, haben zukünftig Erfolg.“

Asiens Professoren sehen jedoch nicht nur die Notwendigkeit einer stärkeren lokalen Adaption und Intimität mit den lokalen Kunden, sondern auch die Steigerung der Professionalität im Umgang mit Marktstrategien und regionaler Expansion. Bei Waldemar Pfoertsch von der führenden asiatischen Business School CEIBS in Shanghai z.B., stellt die Unterstützung chinesischer Firmen bei der Internationalisierung seinen aktuellen Arbeitsschwerpunkt dar. Diesen Fokus teilt Wharton‟s Jagmohan Raju, der das Thema globale Expansion in 5 Jahren klar an erster Stelle der Managementagenda in Asien sieht. Cathy Y. Chen (Singapur) ergänzt dies um eines ihrer aktuellen Forschungsthemen: Die Auswirkungen von Kultur auf Geschäftsmodelle in einer globalisierten Welt.

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3 Umfrageergebnisse

Die Renaissance des Internets: Die stille digitale Revolution zwingt bestehende Geschäftsmodelle zu Quantensprüngen Professor Fürst, Studienleiter der European Management School in Mainz, sieht einen Trend, der mit einer wesentlich stärkeren Intensität und Geschwindigkeit in der westlichen Hemisphäre als in Asien zuschlägt: “Die zunehmende Relevanz der Digitalisierung. Der steigende Einfluss von Internet und Web-basierten Services sowie die technologischen Errungenschaften smarter mobiler Kommunikation beherrschen in der nächsten Dekade nicht nur die direkte Kommunikation mit Kunden. Stattdessen werden sie, schneller als zu Zeiten der Internetblase, zum existentiellen Prüfstand für den Erfolg nachhaltiger Geschäftsmodelle.“ In diesem Rahmen arbeitet Oliver Rutz von der Yale University an der Weiterentwicklung und Spezialisierung von Suchmaschinen für Nischenbereiche. „Viele westliche Unternehmen, die es nicht schaffen eine ausreichende digitale Kompatibilität in Ihrem Geschäftsmodell abzubilden, werden den Gang zum Insolvenzverwalter bis 2020 unabhängig von der aktuellen Krisensituation kaum abwenden können“, prophezeit Prof. Fürst. Weiterhin ist zu beobachten, dass 6 Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010

sich führende ManagementVordenker der westlichen Welt darüber bewusst zu sein scheinen, dass auch in dieser virtuellen Erweiterung der globalen Geschäftswelt nicht nur die technologischen und technischen Fertigkeiten der Mitarbeiter und Manager Wettbewerbsvorteile nachhaltig absichern, sondern Kreativität und Experimentierfreude in den kommenden Jahrzehnten zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren werden. Bernd Schmitt der Columbia University ist bspw. ein Vorreiter in der Experimentierfreude des Experience Management. In seiner Forschung wird er sich 2010 auf dieses Thema, Innovation und Kreativität konzentrieren. David Sobermann (INSEAD) steuert dazu einen Aspekt bei, der im Augenblick sehr en vogue in der Marketing Forschungswelt ist. “Die Aktivierung Sozialer Netzwerke als Basisplattform für den Kontakt und die Interaktion mit dem Kunden“ wird auf der europäischen Managementagenda 2010 ganz oben stehen. Infolgedessen hat Dominique Hanssens von der Anderson School of Management‟s (UCLA) die Anwendung von sozialen Medien in der Marketingstrategie als eines der aktuell wichtigsten Forschungsthemen für sich definiert. Die Echtzeittransparenz


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3 Umfrageergebnisse

von sozialen Netzwerken und unkontrollierbaren Diskussionen und Bewertungsverfahren im Internet bringen eine entscheidende Herausforderung für die zukünftige Kommunikation, ebenso wie für die Strategien des Brandmanagements hervor. Julián Villanueva von der IESE in Barcelona, fasst zusammen: „Zukünftig müssen wir unseren Kunden etwas erzählen, das Sie hören oder worüber sie sprechen möchten. Wir müssen online Dialoge unter den Usern initiieren, die wir nicht kontrollieren (können).”

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3 Umfrageergebnisse

Themenfokus auch in fünf Jahren noch relevant: Die globalen Trends von heute besitzen auch 2015 noch Gültigkeit Die Prognosen der wichtigsten Themen auf der Top-Management Agenda der nächsten 5 Jahre hinterlassen ein wesentlich klareres und differenzierteres Bild. Den amerikanischen Wissenschaftlern zufolge müssen sich US-Führungskräfte vermehrt auf das Thema Innovation in Kombination mit sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit konzentrieren, um ihre Firmen im verschärften globalen Wettbewerb nachhaltig weiterzuentwickeln. Asiatische Manager werden weiter an den aktuellen Herausforderungen arbeiten. Sie werden Cathy Y. Chen (Singapur) zufolge zukünftig forciert “neue Märkte bewerten und entwickeln” sowie “den schwindenden Vorteil der niedrigen Lohnkosten umgehen und sich hin zu höherwertigen Produkten und Dienstleistungen bewegen”. Dies bleibt jedoch Wunschdenken, sofern speziell fernöstliche Firmen es nicht schaffen, eine “flexiblere Organisationsstruktur und Personalmanagement aufzubauen“ unterstreicht Korea‟s Shijin Yoo. Gerade für Europa (aber ebenso anwendbar für andere Regionen) wird 8 Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010

die entscheidende Herausforderung der Aufbau wirklich innovativer Geschäftsmodelle bleiben – eine Herausforderung, die nie vollends gemeistert sein wird. Innerhalb Europas sollte das Streben nach beschleunigten Innovationen von der “Anpassung bestehender Geschäftsmodelle auf neues Kundenverhalten“ begleitet werden, wie INSEAD‟s David Sobermann die zukünftige Herausforderung zusammenfasst. Julián Villanueva, Professor an einer der führenden europäischen Business Schools, der IESE in Barcelona, provoziert und streitet sogar die Existenz wirklich innovativer Geschäftsmodelle gänzlich ab: “Ich glaube, es gibt ein Defizit an wirklich innovativen Geschäftsmodellen”. Dies erklärt die intensivierten Bemühungen der führenden Professoren, Wege zu finden, Geschäftsmodelle in einer strukturierteren und konsistenteren Art zu (er-)finden und dabei die unermesslichen Möglichkeiten der modernen Technik zu nutzen, die bereits heutzutage bestehen und ständig verbessert werden. Dabei könnte sich Europa die Forschung an den führenden US-Schulen zunutze machen. Zum Beispiel untersucht Stefan Thomke (Harvard) aktuell die Vorteile von GeschäftsmodellExperimenten, die Geschäftsmodelle simulieren helfen und die Chance


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3 Umfrageergebnisse

eines Fehlschlags eindämmen. “Die Suche nach neuen, innovativen Geschäftsmodellen wird entscheidend für den zukünftigen Erfolg. Es sind nicht nur die neuesten Produkte oder Dienstleistungen, nach denen führende Unternehmen primär Ausschau halten. In gänzlich neuen, selbst geschaffenen Märkten erwarten sie einen schnelleren und dauerhafteren Geschäftserfolg. „Der beginnende Kampf um Marktanteile in der jetzigen wirtschaftlichen Erholungsphase wird von denjenigen gewonnen, die auf breiter Basis Neuerungen einführen und dies am schnellsten tun.” So fasst Juan Rigall von Santiago Advisors seine letzten Arbeiten für marktführende Unternehmen zusammen.

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4 Fragen und Antworten Frage1: Welche Themen werden die höchste Priorität in ihrer Forschung in 2010 haben?

UCLA (USA) Prof. Hanssens Yale University (USA) Prof. Rutz Columbia University (USA) Prof. Schmitt Harvard University (USA) Prof. Thomke Universität St. Gallen (Europa) Prof. Gassmann Universität Mainz (Europa) Prof. Heil INSEAD (Europa) Prof. Sobermann Navarra University (Europa) Prof. Villanueva Singapore University (Asien) Prof. Chen CEIBS (Asien) Prof. Pfoertsch Indian School of Business (Asien) Prof. Raju Korea University (Asien) Prof. Yoo

 Der Einfluss von Marketing auf den Firmenwert  Die Anwendung von sozialen Medien in der Marketingstrategie  Messung der Effektivität von Suchmaschinenoptimierung (z.B. biologische Klicks) und bezahltes Suchmanagement (z.B. gesponsorte Links)  Die Wechselbeziehung von Online- und Offlinewerbung  Erfahrungsmanagement  Innovation  Kreativität  Geschäftsmodelle und FuE Serviceinnovationen  Innovationsprozessmodelle  Projektmanagement  Globalisierung von FuE und Innovation  Management von zukunftsträchtigen Innovationen

 Entwicklung des Wettbewerbs zwischen Amerika, Europa und Asien  Welche Maßnahmen benötigt Europa, um wettbewerbsfähig zu bleiben?  Marketing von neuen Produkten und die Herausforderung von "grünem Marketing"  Marketing im Gesundheitsbereich  Dynamische Pricing-Strategien  Customer Equity (Kundenwert)  Neue Medien

 Die Auswirkungen von Kultur auf Geschäftsmodelle in einer globalisierten Welt  Der Einfluss von Kundenemotionen und Kundeneigenverantwortung auf das Marketing

 Internationalisierung chinesischer Firmen  Komponenten Marketing/Branding

 Keine Antwort

 "Marketing Messbarkeit"  "Customer Equity Chain" – die messbare Auswirkung von Marketinginvestitionen auf den absoluten Kundenwert

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UCLA (USA) Prof. Hanssens

2

3

Yale University (USA) Prof. Rutz

1

3

Columbia University (USA) Prof. Schmitt

2

Harvard University (USA) Prof. Thomke

2

Universität St. Gallen (Europa) Prof. Gassmann

1

Universität Mainz (Europa) Prof. Heil

3

INSEAD (Europa) Prof. Sobermann

3

Navarra University (Europa) Prof. Villanueva

3

3

2

2

1

1

1

2

3

2

3

2

1

Internationalisierung & Global Bus.

IT

Technologie & operatives Mgmt.

Entrepreneurial Mgmt./Entrep. 1

1

2

1

3

2

3

Indian School of Business (Asien) Prof. Raju Korea University (Asien) Prof. Yoo

1

3

Singapore University (Asien) Prof. Chen CEIBS (Asien) Prof. Pfoertsch

Finanzen & Buchhaltung

Mrktg. & Research/Märkte

Führung & Organ. Verhalten

Strategie/Strateg. Management

HR Management

Frage 2: Welche Management Themen werden gerade von den Teilnehmern der MBA und Executive MBA Programme am stärksten nachgefragt?

1

2

1

3

2

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Frage 3: Welche innovativen Geschäftsmodelle mit einer hohen Erfolgswahrscheinlichkeit entwickeln sich gerade in Ihrer Region? UCLA (USA) Prof. Hanssens

 Web 3.0 zur Forcierung von SaaS (Software als Dienstleistung)  Saubere Energie

Yale University (USA) Prof. Rutz

 Fokussiertere Nischensuchmaschinen. Für spezialisierte Suchmaschinen besteht noch Potenzial

Columbia University (USA) Prof. Schmitt

 Online-Tools und -entwicklungen

Harvard University (USA) Prof. Thomke

Universität St. Gallen (Europa) Prof. Gassmann

Universität Mainz (Europa) Prof. Heil

INSEAD (Europa) Prof. Sobermann

Navarra University (Europa) Prof. Villanueva

Singapore University (Asien) Prof. Chen

CEIBS (Asien) Prof. Pfoertsch

Indian School of Business (Asien) Prof. Raju

Korea University (Asien) Prof. Yoo

 Offene Innovationsmodelle und kundengesteuerte Innovationen  „Cloud computing‟ – eine Möglichkeit die IT-Kosten für Start-ups niedrig zu halten  Wechsel zu Bezahlinhalten  Beispiel Ingenieurleistungen: Zukünftig unternehmensübergreifende Arbeit für gemeinsamen Erfolg anstatt einer Bezahlung auf Stundenbasis  In 2020 wird Deutschland und das westliche Europa Kreativität und High-End-Services exportieren  Die von Konsumenten im Internet generierten Inhalte (User Generated Content) analysieren  Überwachung (Intelligent Video Analysis) des KOMPLETTEN Konsumentenverhaltens in Geschäften  Bewertung der Wettbewerbsvorteile von einzelnen Regionen  Internetbasiertes Direktmarketing  Integrierter Marketingansatz in B2B Märkten  Marketing basierend auf Sozialen Netzwerken  Ich glaube es gibt ein Defizit an wirklich innovativen Geschäftsmodellen. Es gibt großartige Firmen, die ihre alten Modelle “fein getuned” haben, jedoch sehe ich keine wirklich neuen Modelle. Zu mindestens nicht in den letzten 5 Jahren.  Wertschöpfende technische Innovationen und kundenorientiertes Marketing ersetzen Low-Cost Modelle  Zielkundendefinition verschiebt sich von europäischen und amerikanischen zu lokalen Kunden  Kultivierung und die Entwicklung von lokalen Luxusbrands

 Von der Auftragsproduktion zum Markeninhaber

 Geschäftsmodelle, die die lokalen Märkte stärken und auf junge indische Talente setzen

 "Der Kunde als Innovator" ist ein attraktives Geschäftsmodell für viele Branchen, wie z.B. der Automobil-, Elektronik- und Telekommunikationsbranche

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Frage 4: Welche Themen müssen Ihrer Ansicht nach in Ihrer Region in den kommenden 6 Monaten ganz oben auf der Management Agenda stehen? UCLA (USA) Prof. Hanssens

 Keine Antwort

Yale University (USA) Prof. Rutz

 Die Management Teams sollten sich Gedanken darüber machen, wie eine integrierte Welt eine - typischerweise - nicht integrierte Firma verändert

Columbia University (USA) Prof. Schmitt

 Online-Tools und -entwicklungen

Harvard University (USA) Prof. Thomke

 Das Management muss den wirtschaftlichen Rückschlag behutsam steuern und gleichzeitig strategische Investitionen in FuE und neue Produkte/Services anstoßen

Universität St. Gallen (Europa) Prof. Gassmann

Universität Mainz (Europa) Prof. Heil

INSEAD (Europa) Prof. Sobermann

Navarra University (Europa) Prof. Villanueva

Singapore University (Asien) Prof. Chen

CEIBS (Asien) Prof. Pfoertsch

Indian School of Business (Asien) Prof. Raju

Korea University (Asien) Prof. Yoo

 Die Schlüsselfrage ist: Wie können Innovationen in nachhaltige Wettbewerbsvorteile übersetzt werden? Die Entwicklung der MP3 Technologie ist nicht mehr genug, das iPhone muss geschaffen werden

 Keine Antwort

 Die sozialen Netzwerke als Basis für das Erreichen und Integrieren von Kunden nutzen  Wie kann die Kommunikation innerhalb der Organisation besser eingebunden werden?

 Marketing Effizienz (Wie kann die Markenstärke in einer tiefgreifenden Krise aufrechterhalten werden?)  Vertriebseffizienz/Kundenorientierung und Customer Equity Management. Wie kann man noch intelligentere Promotions durchführen?  Entwicklung/Erhalt technischer Innovationen und Erfolg in kundenorientierter Forschung und Verständnis für Kunden und innovatives Marketing  Aufbau effizienter Partnerschaften in lokalen Märkten und Entwicklung rezessionssicherer Geschäftsmodelle

 Unterstützung der Expansion der Kundennachfrage

 Corporate Governance  Marketing für eine aufstrebende und wachsende Mittelschicht  Führung  Management in Zeiten "wirtschaftlicher Erholung"  Nachhaltigkeit gestärkt durch soziale Verantwortung des Unternehmens  Wahrnehmung von Innovationen durch den Kunden und Arbeitnehmer als Kunden

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Frage 5: Welche Themen müssen Ihrer Ansicht nach in Ihrer Region in den kommenden 5 Jahren ganz oben auf der Management Agenda stehen? UCLA (USA) Prof. Hanssens

 Zukunftsfähigkeit des Unternehmens  Wirkungsnachweis des Marketing  Wissensmanagement

Yale University (USA) Prof. Rutz

 Soziale Verantwortung und Umweltbewusstsein. In einer Welt, in der das (Unternehmens-) Ansehen eine zunehmende Bedeutung hat, rückt nicht nur der Wert des Produkts, sondern die gesamte Organisation in den Blickpunkt

Columbia University (USA) Prof. Schmitt

 Innovation

Harvard University (USA) Prof. Thomke

Universität St. Gallen (Europa) Prof. Gassmann

Universität Mainz (Europa) Prof. Heil

INSEAD (Europa) Prof. Sobermann

Navarra University (Europa) Prof. Villanueva

Singapore University (Asien) Prof. Chen

CEIBS (Asien) Prof. Pfoertsch

Indian School of Business (Asien) Prof. Raju

Korea University (Asien) Prof. Yoo

 Produkt- und Serviceinnovationen  Innovative Geschäftsmodelle  Prozessinnovationen

 Innerhalb Europas müssen mehr Innovationen und ein Wertzuwachs an der gesamten Wertschöpfungskette angesteuert werden

 Globaler Wettbewerb und Luxus als neue Marketingstrategie  Konsumentenverhalten in Echtzeit überwachen  Das Internet für die Marketingstrategie abschöpfen  Anpassung bestehender Geschäftsmodelle, zur Abbildung der neuen Wege, die Konsumenten und Geschäftskunden beim Einkaufen und in Ihrem Verhalten beschreiten  Umgang mit einer älteren, sich in Rente befindenden Bevölkerung  Der Todesspirale der Preissenkungen entkommen  Innovation  Kommunikation in einer online Welt  Neue Märkte beurteilen und entwickeln  Mit dem schwindenden Vorteil der niedrigen Lohnkosten umgehen  Globale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen/unterschiedliche Anforderungen globaler Märkte managen

 Internationalisierung

 Globalisierung  Konsumverhalten  Talentmanagement  Gesunde und stabile Wachstumsstrategie, Innovationen für Wertsteigerung  Globalisierung: Denke global, handle lokal  Flexiblere Organisationsstrukturen und Personalmanagement

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5 Anhang

HR Management

Strategie/Strateg. Management

Effizienz

x

x

Führung & organisatorisches Verhalten

Marketing & Research/Märkte

Struktur & Führung

Wachstum

Gruppierung der Management Themen von Frage 2 für weiterführenden Interpretationen in die Cluster “Wachstum”, “Struktur & Führung” und “Effizienz”

x

x

Finanzen & Buchhaltung

x

Technologie & operatives Management

x

IT

x

Entrepreneurial Management/ Entrepreneurship

Internationalisierung & Global Business

x

x

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6 Impressum Handelsblatt: Das Handelsblatt ist die größte Wirtschafts- und Finanzzeitung in deutscher Sprache. Rund 200 Redakteure und Korrespondenten weltweit stehen für einen kritisch-analytischen Journalismus, der zu nationalen und globalen Themen und Anlässen exklusiv und aktuell recherchiert und analysiert. Es unterhält mit über 30 Korrespondenten weltweit eines der größten Netzwerke unter den deutschen Tageszeitungen. Handelsblatt-Leser sind Entscheider und Meinungsführer der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Aufgrund seiner aktuellen und qualitativ hochwertigen Berichterstattung ist das Handelsblatt laut Medientenor 2009 die meistzitierte Abonnement-Zeitung in Deutschland. Damit führt es zugleich die Rankings der Wirtschafts- und Finanzzeitungen sowie der überregionalen Tageszeitungen an. Prof. Dr. Ronny A. Fürst: Prof. Dr. Fürst ist Studienleiter der European Management School (EMS) in Mainz und Inhaber einer Professur für International Business. Zuvor war er mehrere Jahre Management-Experte bei einer führenden deutschen Restrukturierungs-/Unternehmensberatung in Düsseldorf und München. Santiago GmbH & Co. KG: Santiago Advisors ist eine auf Organisation und Strategie fokussierte, international operierende Top -Management Beratung. Das Team aus senioren Experten ist spezialisiert auf die Konzeption und operative Umsetzung von komplexen Veränderungsprozessen und Reorganisationen und verfügt über eine breite Referenzbasis bei der Begleitung marktführender Unternehmen. Weiterführende Informationen zum Handelsblatt Management-Forum finden Sie unter: www.handelsblatt.de www.santiago-advisors.com Für Fragen zu dieser Erhebung kontaktieren Sie gerne: Christian Prinz zu Salm-Horstmar Managing Partner Santiago GmbH & Co. KG Christian.Salm@santiago-advisors.com Alle Rechte vorbehalten © 2010 Santiago GmbH & Co. KG Das Werk ist urheberrechtlich geschützt und darf weder ganz noch in Auszügen ohne schriftliche Genehmigung der Santiago GmbH & Co. KG vervielfältigt oder verbreitet werden. Unter dieses Verbot fällt insbesondere auch die gewerbliche Vervielfältigung bei Kopien, die Aufnahme in elektronische Datenbanken und die Vervielfältigung auf CD-ROM. 16 Handelsblatt Management-Forum Outlook 2010


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