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infosantésuisse Magazin der Schweizer Krankenversicherer Nr. 6, Juni 2004

Im Gespräch: Elke Burkart, Leiterin der Fachstelle BGM der CSS Seite 8

Gesundheitsförderung und Prävention durch Krankenversicherer Seite 10

IM VISIER:

Kostenentwicklung 2003


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INHALT

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GESUNDHEITSWESEN 4 8

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STATISTIK ZUR KOSTENENTWICKLUNG IM JAHR 2003 Kosten steigen um 4,6 Prozent IM GESPRÄCH: ELKE BURKART-KAPFER, LEITERIN DER FACHSTELLE BGM DER CSS VERSICHERUNG «In Zentrum steht der Kunde, nicht unser Produkt» GESUNDHEITSFÖRDERUNG UND PRÄVENTION DURCH KRANKENVERSICHERER Grosser Einsatz für ein gesünderes Leben ALLEZ HOP, EINE GEMEINSAME AKTION DER SCHWEIZER KRANKENKASSEN Gesunde Bewegung im Alltag «DIE SCHWEIZ NIMMTS LEICHTER» – EINE KAMPAGNE DER SCHWEIZER DROGERIEN UND VON SUISSE BALANCE Das Idealgewicht – erreichen und halten «MANAGED CARE» (3/2004) ZUM THEMA «ANGEHÖRIGENPFLEGE» Höhere Lebenserwartung – Mehr Pflegeprobleme IM GESPRÄCH: RUTH LÜTHI, GESUNDHEITS- UND SOZIALDIREKTORIN DES KANTONS FREIBURG «Mit Herumbasteln löst man keine Probleme»

Allez Hop: Gesunde Bewegung im Alltag Seite 12

TARMED 18

DIAGNOSECODE UND RECHNUNGSSTELLUNG Der TARMED-Motor im Spitalbereich stottert noch

INFO 19 19 19 20 20 20 20

Im Gespräch: Ruth Lüthi, Gesundheits- und Sozialdirektorin des Kantons Freiburg Seite 16

Klipp und Klar Leistungspflicht schweizerischer Krankenversicherer bei Behandlungen in Liechtenstein Welche Versicherung zahlt den Guthrie-Test? Prophylaktisches Einfrieren von Spermien Service BUCHTIPP: PROFESSIONELLER UMGANG MIT JOURNALISTEN Ärzte und Medien MIGRÄNE Enorme Belastung für das Gemüt KAMPAGNE DES AARGAUISCHEN ÄRZTEVERBANDES GEGEN DIE MASSIV STEIGENDEN MEDIKAMENTENKOSTEN Medikamentenkosten – wie weiter? STOP AIDS Im Zweifelsfall «en Gummi drum»

Der TARMED-Motor im Spitalbereich stottert noch Seite 18

Nr. 6, Juni 2004 Erscheint zehnmal jährlich

Layout: Henriette Lux

Abonnementspreis: Fr. 69.− pro Jahr, Einzelnummer Fr. 10.−

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Titelbild: Heiner Grieder, Langenbruck ISSN 1660-7228


EDITORIAL

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Vertragsfreiheit – eine Chance gegen das Kostenwachstum

D Josef Barmettler Verwaltungsrat santésuisse

ie Kosten des schweizerischen Gesundheitswesens steigen und haben mittlerweile 11,2 Prozent des Bruttoinlandproduktes erreicht. Im Mittel der letzten fünf Jahre erhöhten sich die Kosten jährlich um vier Prozent. Allein in der Grundversicherung steigen sie jeden Tag um zwei Millionen Franken. Es steht die Frage im Raum, was die prämienzahlende Bevölkerung für diesen unglaublichen jährlichen Mehraufwand als Gegenleistung bekommt. Leider ist zu vermuten, dass mit jedem Kostenschub weitere Ineffizienzen geschaffen oder bestehende zementiert werden. Das KVG beauftragt die Krankenversicherer, die Wirtschaftlichkeit der medizinischen Leistungen zu prüfen. Damit sind die Versicherer gefordert, ihren Beitrag zum Kostenmanagement im Gesundheitswesen zu leisten. Sie nutzen dazu Instrumente wie Rechnungskontrollen, Audits bei Leistungserbringern oder Wirtschaftlichkeitsprüfungen. Diese nachgelagerten Massnahmen greifen jedoch erst dann, wenn die medizinische Leistung bereits erbracht worden ist. Sinnvoller wäre es, vermeidbare Kosten gar nicht erst entstehen zu lassen. Gerade die Ärzte bräuchten Anreize, um ihre Patienten dazu zu bewegen, auf unnötige medizinische Leistungen zu verzichten. Heute ist das Gegenteil der Fall. Krankenversicherer und Leistungserbringer müssten darum die Möglichkeit haben, Kriterien und Anreize für eine hohe Qualität und Wirtschaftlichkeit der Behandlung festzulegen und vertraglich zu vereinbaren. Das ist aber erst möglich, wenn der Vertragszwang abgeschafft ist. Erst die Vertragsfreiheit ebnet den Weg für mehr Transparenz im ärztlichen Angebot und für eine höhere Effizienz in der Behandlung.

Hans Heinrich Brunner übernimmt per 1. Juli 2004 die Leitung des Bereichs Kranken- und Unfallversicherung im Bundesamt für Gesundheit. Als Arzt und ehemaliger Präsident der FMH kennt er die Mechanismen im Gesundheitswesen von Grund auf. Er weiss, dass sinnvolle und weniger sinnvolle Medizin betrieben wird. Er weiss, wo die Hebel angesetzt werden müssten, um Qualität und Wirtschaftlichkeit in der medizinischen Versorgung zu steigern. Ich glaube, dass Hans Heinrich Brunner als liberal denkender Mensch auch davon überzeugt ist, dass das Kostenwachstum nicht durch staatliche Lenkung in den Griff zu kriegen ist. Von ihm darf die Bevölkerung erwarten, dass er sich für die Politik des Bundesrates und damit für die Vertragsfreiheit einsetzt. Als Arzt wäre er bestens geeignet, seinen Berufskolleginnen und -kollegen zu zeigen, dass Vertragsfreiheit auch für sie neue Chancen bedeutet. Systemwechsel alleine reichen aber nicht aus. Gefordert sind auch Einsichten und Verhaltensänderungen – und das nicht nur von den Ärzten.


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GESUNDHEITSWESEN

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Statistik zur Kostenentwicklung im Jahr 2003

Kosten steigen um 4,6 Prozent Die Pro-Kopf-Leistungen der Grundversicherung sind im letzten Jahr um 4,6 Prozent angestiegen. Die Ausgaben belaufen sich gemäss santésuisse Datenpool auf 18,063 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Steigerung von über zwei Millionen Franken pro Tag. Den höchsten Anstieg verzeichnete der Spitalbereich, während die Kosten in den Kategorien Medikamente und Pflege im durchschnittlichen Rahmen zugenommen haben.

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Insgesamt sind die Ausgaben der Grundversicherung im Jahr 2003 auf 18,063 Milliarden Franken angewachsen. Dies entspricht seit der KVG-Einführung einem Anstieg um 60 Prozent. Mit 6,6 Milliarden Franken sind die Spitäler der grösste Kostenposten. In diesem Bereich fällt auch das stärkste Pro-Kopf-Kostenwachstum an, nämlich 9,7 Prozent (Grafik 2). Dabei machen Medikamente (Apotheken und Selbstdispensation) über 20 Prozent der Ausgaben bzw. 3,9 Milliarden Franken aus: der Kostenanstieg liegt hier bei 3,8 Prozent pro Kopf. Pflegeheime und Spitex verursachten Kosten in der Höhe von 1,8 Milliarden Franken, was einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Anstieg von vier Prozent gleichkommt. Hingegen ist die Kategorie Arztkosten mit 4,2 Milliarden und einem Pro-Kopf-Kostenanstieg von 1,4 Prozent im Vorjahresvergleich nur wenig gestiegen. Anders sieht die Situation bei den üb-

rigen Ausgaben aus, die sich mit - 4,5 Prozent pro Kopf deutlich verringert haben (Total 1,3 Milliarden). Der Rückgang bei den übrigen Ausgaben ist auf klarere Definitionen im statistischen Datenmaterial zurückzuführen, was für gewisse Kosten Umschichtungen in andere Kategorien zur Folge hatte.

Nach wir vor hohes Sparpotenzial bei Medikamenten Mit der Einführung der leistungsorientierten Abgeltung von Medikamenten (LOA) im Jahr 2002 ist der Ertrag der Apotheken vom Medikamentenpreis entkoppelt worden. Zudem wurde der Preis der auf der Spezialitätenliste verzeichneten Medikamente um zehn Prozent gesenkt, um den notwendigen finanziellen Spielraum für die Einführung der Apotheken- und Patiententaxen zu schaffen. Diese zwei Faktoren haben das Kostenwachstum zwar ge-

Die Pro-Kopf-Kosten sind im Jahr 2003 mit + 4,6 % etwa im Durchschnitt der vergangenen Jahre gewachsen.

Quelle: santésuisse-Datenpool

Quelle: santésuisse-Datenpool

as Kostenwachstum von 4,6 Prozent im Jahr 2003 entspricht etwa dem Durchschnitt der Kostenentwicklung in der Grundversicherung der letzten Jahre. Seit der Einführung des KVG schwankt dieser Wert zwischen 7,6 Prozent im Jahr 1998 und 3,6 Prozent im Jahr 2002 (Grafik 1). Im Vorjahresvergleich bedeuten die im Jahr 2003 verzeichneten 2462 Franken ProKopf-Leistungen einen erheblichen Anstieg, zumal das Kostenwachstum im Jahr 2002 das bisher geringste war. Der im Jahr 2002 erreichte relativ tiefe Wert darf indessen nicht als Tendenz für ein rückläufiges Kostenwachstum gedeutet werden. Dieser ist nämlich auf die hauptsächlich von Spitälern stark verspätete Rechnungsstellung zurückzuführen, was sich in den Zahlen von 2003 niederschlägt und schwer auf der Kostenentwicklung in diesem Bereich lastet.

Besonders stark sind die Kosten in der Grundversicherung im Jahr 2003 im Spitalbereich gewachsen (+ 9,7 %). Danach folgen die Medikamente (Arzt und Apotheke) mit 3,8 %, die Pflege (Pflegeheime und Spitex) mit 4,0 %, die Ärzte mit 1,4 % und Übriges mit einer Reduktion der Pro-Kopf-Kosten um - 4,5 %.


GESUNDHEITSWESEN

Im Jahr 2003 betrug die Zunahme bei den Medikamentenkosten der Apotheker 4,3 %, bei den selbstdispensierenden Ärzten 2,8 %. Wegen der LOA-Einführung sind die Zahlen für das Jahr 2002 für die beiden Abgabekanäle stark unterschiedlich ausgefallen.

bremst, konnten aber einen Anstieg um sieben Prozent im Jahr 2002 nicht verhindern. Mit 3,8 Prozent (4,3 Prozent durchschnittlichem Anstieg bei der Medikamentenabgabe durch Apotheken und 2,8 Prozent durch Selbstdispensation) sind diese Kosten 2003 allerdings relativ weniger stark gestiegen (Grafik 3). Der Anstieg ist hauptsächlich auf eine Kostensteigerung bedingt durch die Pharmaindustrie zurückzuführen. Die Apotheken konnten ihren Anteil gemessen an den von ihnen in Rechnung gestellten OKP-Kosten gegenüber den selbstdispensierenden Ärzten weiter ausbauen. Dieser ist seit 1999 von 63 auf 67 Prozent im Jahr 2003 gestiegen. Das Ausgabenwachstum im Bereich Medikamente ist zwar so tief wie seit vier Jahren nicht, dennoch birgt diese Kategorie ein beachtliches Sparpotenzial und zwar bei Herstellern, Verteilern und Konsumenten. Die Preise für Medikamente sind in der Schweiz generell immer noch zu hoch. Dieser Faktor sowie die immer teureren Medikamente, die auf den Markt gebracht werden, schlagen in der Grundversicherung zu Buche. Für santésuisse gibt es fünf Ansatzpunkte, um die Kosten der Arzneimittel in der Schweiz nachhaltig zu senken: • Medikamente kosten in vergleichbaren europäischen Ländern durchschnittlich 20 bis 30 Prozent weniger als in der Schweiz. • Während in der Schweiz die Medikamentenpreise während der Patent-

Quelle: santésuisse-Datenpool

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Die Spitalkosten des Jahres 2003 sind um 9,7 % pro Versicherten gestiegen, wobei die Zunahme im ambulanten Sektor 10,4 %, im stationären Sektor 9,3 % beträgt. Das starke Wachstum kompensiert die tiefen Zuwachsraten des Jahres 2002.

schutzfrist unangetastet hoch bleiben, senken europäische Länder die Medikamentenpreise sukzessive. Auch in der Schweiz sollte der Patentschutz vom Preisschutz getrennt werden. Die Preise müssten regelmässig mit dem Ausland verglichen und gegebenenfalls gesenkt werden. • Der Innovationszuschlag auf neuen Medikamenten treibt die Preise in die Höhe. Dieser Zuschlag wird gewährt, wenn eine neue Medikamentenklasse auf den Markt kommt. Hat ein Medikament tatsächlich einen grossen Zusatznutzen, wird es sich als echte Innovation am Markt durchsetzen und ist deshalb nicht auf einen staatlichen Innovationszuschlag angewiesen. Die Krankenversicherer stellen deshalb die Innovationszuschläge generell in Frage und fordern die Behörden auf, diese im Rahmen einer Verordnungsänderung zu streichen. • Indem der Arzt lediglich den Wirkstoff verschreibt, trägt er dazu bei, dass jeweils ein billigeres Generikum abgegeben wird. Je nach Medikament ist der Preisunterschied beträchtlich: Plavix beispielsweise ist 13 bis 17-mal teurer als Aspirin Cardio. santésuisse geht davon aus, dass mit einer konsequenten Abgabe von Generika insgesamt zwischen 160 und 250 Millionen Franken eingespart werden könnten. • Schliesslich sollen die Krankenversicherer zur Beschwerde gegen die Aufnahme von Medikamenten in die Spe-

zialitätenliste berechtigt sein. Das Eidgenössische Versicherungsgericht hatte in einem Urteil zu Xenical festgehalten, dass die Krankenversicherer nicht legitimiert seien, sich gegen die Aufnahme von Medikamenten zu wehren. Umgekehrt ist die Pharmaindustrie gemäss Gesetz beschwerdelegitimiert, wenn ein Medikament vom Bundesamt nicht kassenpflichtig erklärt wird. Das EVG-Urteil hat in der Konsequenz zu ungleich langen Spiessen geführt und der Pharmaindustrie einen ungerechtfertigten Vorteil verschafft, den es im Rahmen der KVG-Reform zu korrigieren gilt. Handlungsbedarf besteht auch auf Konsumentenseite, etwa bei der Compliance. Heute landen nämlich Medikamente für rund 500 Millionen Franken einfach im Abfalleimer. Patienten sollten sich ausserdem angewöhnen, ihren Arzt immer daran zu erinnern, dass er ihnen das kostengünstigste Medikament verschreibt.

Spitäler: Verzögerungseffekt durch Fakturierungsrückstände Mit einem Kostensprung von + 9,7 Prozent verzeichnete der Spitalbereich den grössten Zuwachs seit vier Jahren. Drei Viertel des Gesamtanstiegs der Gesundheitskosten sind denn auch auf diese Entwicklung zurückzuführen (Grafik 4). Die Spitalkosten haben nun die Marke von 900 Franken pro Kopf erreicht. Der Grund für diese massive Kostenexplosion liegt in den Verzögerungen bei der Rechnungsstellung der Spitäler. Im Jahr 2002 haben zahlreiche


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Die Kosten der Pflegeheime haben im Jahr 2003 um 2,2% pro Versicherten zugenommen, bei der Spitex beträgt die Zunahme 13,2%.

Spitäler ihre Rechnungen nicht fristgerecht weitergeleitet, da immer noch Unklarheiten in Bezug auf die korrekte Fakturierung bestanden. Dies ist auf den vom Eidgenössischen Versicherungsgericht gefällten Entscheid vom 30. November 2001 zurückzuführen, wonach die Kantone auch für Privat- und Halbprivatversicherte einen Sockelbeitrag zu leisten haben. Die Angelegenheit konnte erst durch die Volksabstimmung vom 9. Februar 2003 geklärt werden. Das Volk sprach sich mit grosser Mehrheit für einen abgestuften Sockelbeitrag aus. Die Spitäler haben einen erheblichen Teil ihrer im Jahr 2002 gestellten Rechnungen deshalb erst im Jahr 2003 weitergeleitet. Die Kostenentwicklung für das Jahr 2003 wurde infolgedessen verzerrt. Die effektiven Zahlen für das Jahr 2003 liegen tiefer. Die Verlagerung vom stationären in den ambulanten Bereich hat sich fortgesetzt. Dies führt zu einem Kostenanstieg in der Krankenversicherung, da die stationäre Behandlung gleichzeitig von den Kantonen und der Krankenversicherung finanziert wird, während der ambulante Bereich voll und ganz zu Lasten der Krankenversicherung geht. Der Kostenanteil des ambulanten Sektors beläuft sich heute auf 38 Prozent. 1999 waren es noch 34 Prozent. In Franken ausgedrückt sind es 561 pro Kopf im stationären Bereich gegenüber 343 Franken im ambulanten Bereich. Die Spitalfinanzierung ist Teil der KVG-Reform. Die Krankenversicherer begrüssen die Absichten des Bundesrates, die kantonale Subventionierung auf die Privatspitäler auszudehnen.

Quelle: santésuisse-Datenpool

GESUNDHEITSWESEN

Quelle: santésuisse-Datenpool

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Besonders stark gestiegen sind die Kosten der Grundversicherung 2003 im Kanton Graubünden (+9,5%).

Pflegeheime und Spitex: bessere Kostenaufteilung Mit einer durchschnittlichen Kostenzunahme von vier Prozent pro Kopf im Jahr 2003 liegen die Bereiche Pflegeheime und Spitex unter der Entwicklung der vergangenen vier Jahre (Grafik 5). In diesem Bereich bestehen allerdings massive Unterschiede zwischen der Kategorie Spitex mit einem Pro-Kopf-Kostenanstieg von 13,2 Prozent und den Pflegeheimen mit lediglich 2,2 Prozent. Grund dafür ist einerseits die demographische Alterung. Andererseits geht der Trend immer mehr in Richtung Betreuung zu Hause. Die älteren Menschen treten alles in allem später in ein Pflegeheim ein, wodurch die Spitexkosten generell steigen. Die starke Schwankung bei den Pflegeheimen von 12 Prozent im Jahr 2002 und 2,2 Prozent im Jahr 2003 ist auf das verbesserte Abrechnungssystem für Spitäler zurückzuführen. Geriatrieabteilungen bieten neben geriatriespezifischen Leistungen auch Pflegeleistungen an, die in die Kategorie Pflegeheime fallen. Bis 2001 wurden beide Leistungsarten dem Bereich Spital zugeschrieben. Ab 2002 wird der Geriatrieanteil dem Bereich Spitäler und der Pflegeheimanteil dem Bereich Pflegeheime angerechnet. Damit erklärt sich der markante Unterschied im Kostenzuwachs zwischen den Jahren 2002 und 2003. Das Wachstum für das Jahr 2002 ist überbewertet bzw. für das Jahr 2003 unterbewertet. Dieser Bereich bleibt trotzdem aber kostensensibel. Ein weiterer Grund dafür, dass der Kostenanstieg in der Kategorie Pflegeheime weniger hoch ausgefallen ist als erwartet,

sind die vor einigen Jahren eingeführten Rahmentarife. Um einen weiteren Kostenschub einzudämmen, hofft santésuisse auf einen Tarifstopp. santésuisse begrüsst deshalb die in der KVG-Revision enthaltenen Übergangsbestimmungen, welche die heutige Lastenverteilung beibehalten, gleichzeitig aber einige kleinere Korrekturen vorsehen. santésuisse spricht sich für die Vorlage aus, insofern als die Rahmentarife für die Pflegefinanzierung weiterhin gelten und alle Leistungserbringer einbezogen werden. Ausserdem ist auf die Unterscheidung zwischen Langzeitbehandlungen sowie Akutbehandlung zu verzichten. santésuisse lehnt eine allgemeine Erhöhung der beiden oberen Pflegebedarfsstufen vor Einfrieren der Tarife ab, wie dies in der Vernehmlassungsvorlage vorgeschlagen worden war. Sollte der Bundesrat die oberen Pflegebedarfsstufen dennoch erhöhen, müsste er gleichzeitig die beiden unteren Stufen senken, die heute zu hoch sind. Die gegenwärtigen Gesamtkosten im Pflegebereich dürfen auf keinen Fall noch höher ausfallen.

Ärzte und Übrige: konstante Entwicklung und klarer Rückgang Die Entwicklung der Arztkosten ist mit + 1,4 Prozent im Jahr 2003 praktisch gleich geblieben wie im Jahr 2002 (1,5 Prozent). Die Arztkosten beliefen sich im Jahr 2003 auf insgesamt 4,2 Milliarden Franken. 2002 trat der Zulassungsstopp in Kraft, was zur Folge hatte, dass im Mehrjahresvergleich 50 Prozent mehr Zulassungsnummern vergeben wurden, nämlich 1100. Aufgrund dieser starken Nach-


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Physiotherapeuten, Labore und Transporte machen mit über einer Milliarde Franken weiterhin den grössten Kostenposten in diesem Bereich aus. Der Rückgang ist auch hier auf klarere Definitionen im statistischen Datenmaterial zurückzuführen, was für einige Kosten Umschichtungen in andere Kategorien ermöglichte.

Kostenentwicklung in den Kantonen Die Kostenentwicklung pro Kopf und Kanton ist völlig unterschiedlich (Grafik 6). So haben bisher kostengünstige Kantone wie Appenzell Ausserrhoden, Graubünden, Schwyz und Uri einen erheblichen Kostenschub zu verzeichnen: zwischen 8,2 Prozent und 9,5 Prozent bzw. 1914 Franken (UR) und 2054 Franken (GR) für die Pro-

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Kopf-Kosten. Kostenteure Kantone wie Waadt, Zürich und Basel-Stadt hingegen bleiben mit + 1,8 bis 3,1 Prozent weit unter dem Durchschnitt. Die Pro-Kopf-Kosten liegen allerdings zwischen 2393 Franken (ZH) bis 3216 Franken (BS). Mit 4,9 bis 5,2 Prozent liegen die Kantone Wallis, Tessin und Thurgau im Mittelfeld, mit ProKopf-Prämien von 2225 Franken (TG) bis 3077 Franken (TI). Den geringsten Kostenanstieg verzeichnete der Kanton Freiburg mit 1,4 Prozent, die Pro-Kopf-Kosten betrugen 2296 Franken. Der Rückgang von - 4,6 Prozent im Kanton Genf und - 6,5 Prozent im Kanton Jura steht nicht für eine rückläufige Kostenentwicklung. Die Werte sind lediglich auf eine genauere Zuteilung der Versicherten auf die Kantone zurückzuführen.  (NB) Foto: Heiner Grieder

frage rechnete man trotz Zulassungsstopp mit einem Kostenschub bei den Arztkosten, was aber nicht eingetreten ist. Dies hat vor allem damit zu tun, dass die in einer Arztpraxis während der ersten fünf Jahre verrechneten Kosten durchschnittlich um einiges tiefer liegen, als in den folgenden Praxisjahren. Die vollen Kosten der zusätzlichen Praxen werden also erst ab 2006 zu spüren sein. Wie sich die neue gesamtschweizerisch einheitliche Arzttarifstruktur TARMED auf die Entwicklung der Arztkosten auswirken wird, ist derzeit offen. Die Kostenneutralität wird bis Mitte 2005 für Stabilität sorgen. Danach ist die Entwicklung ungewiss. Die übrigen Kosten belaufen sich auf 1,3 Milliarden Franken, was einem klaren Rückgang um 4,5 Prozent entspricht.

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Die Pro-Kopf-Leistungen der Grundversicherung sind im letzten Jahr um 4,6 Prozent gestiegen.


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Im Gespräch: Elke Burkart-Kapfer, Leiterin der Fachstelle BGM der CSS Versicherung

«Im Zentrum steht der Kunde, nicht unser Produkt» Die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle gemeinsamen Massnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Damit hier Resultate erreicht werden können, so die Erfahrungen der CSS, ist der Arbeitgeber von Anfang an direkte Zielgruppe des Veränderungsprozesses. infosantésuisse: Elke Burkart, Sie leiten die Fachstelle für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der CSS. Welches Verständnis von Gesundheitsförderung haben Sie? Elke Burkart: Ich teile die ganzheitliche Auffassung des Begriffes Gesundheitsförderung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Gesundheit ist ein umfassendes Konstrukt mit bio-psycho-sozialen Faktoren, die miteinander zusammenhängen. Ich benütze gerne das positive Bild der Verliebtheit. Verliebtheit bezieht sich auf den Mitmenschen, ist sozial. Man spürt Schmetterlinge im Bauch – eine starke körperliche Empfindung. Die Welt ist rosarot, und auch das psychische Empfinden ist sehr positiv. Es geht um Körper, Psyche, Umfeld. Es geht um Empowerment, d.h. um die Befähigung des Menschen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Gesundheitsförderung ist zugleich langfristig angelegt, ist ein Prozess und eine Kulturfrage, nicht ein Projekt. Der Ansatz sollte verhalten- und verhältnisorientiert sein. Der Mensch soll nicht einseitig

als für alles verantwortlich betrachtet und damit zusätzlich belastet werden, sondern man muss analysieren, was die Umwelt bzw. die Umgebung dazu beiträgt, und wie unter diesen Bedingungen Risikobelastungen minimiert werden können. Sie arbeiten explizit in der Lebenswelt «Betrieb». Was hat denn Krankenversicherung mit Betrieblicher Gesundheitsförderung zu tun? Wir haben uns lange darauf beschränkt, via Taggeldversicherung das Risiko der Betriebe – Krankheiten, Absenzen ihrer Mitarbeitenden – mitzufinanzieren. Das war für beide Seiten unbefriedigend, denn bei einer negativen Entwicklung muss der Versicherer Prämienanpassungen vornehmen. Wir suchen deshalb heute zusammen mit dem Kunden die Risikooptimierung; unser eigentliches Ziel ist aber, dass das Risiko gar nicht entsteht. Wir sprechen denn auch von Betrieblichem Gesundheitsmanagement. Wir haben diesen Begriff eingeführt, um den Begriff Gesundheit bzw. Ge-

Das BGM-Team v.l.n.r.: Marcel Sturzenegger, Elke Burkart, Nicole Berger.

sundheitsförderung näher an die Logik des Unternehmens zu bringen. Das Unternehmen fördert nicht, sondern managt. Was heisst das konkret? Wie gehen Sie auf potenzielle BGM-Kunden zu? Wir empfehlen grundsätzlich ein ganzheitliches Vorgehen. Unser Kundenberater verfolgt die Prämienentwicklung eines bestimmten Betriebes. Im Mittelpunkt steht folglich der Kunde, nicht unser Produkt. Im Gespräch mit ihm versuchen wir herauszufinden, wo das Problem im Bereich Personalabsenzen liegt und welche Ziele der Betrieb verfolgt. Wir versuchen ihn für das Problem zu sensibilisieren, ihm zu zeigen, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, die Absenzen in den Griff zu bekommen. Wir merken schnell, ob ein Kunde für diese Philosophie empfänglich ist oder nicht. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir eine notwendige Prämienanpassung gedämpft haben, weil sich der Versicherungsnehmer bereit erklärt hat, aktiv zur Lösung des Problems beizutragen. Ich denke, die Firmen erkennen immer besser, dass es keine Lösung sein kann, dauernd mehr Prämien zu zahlen. Ihr Konzept setzt beim Management an: Wie verträgt sich dies mit dem Partizipationsanspruch der Definition der WHO? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass hohe Erwartungen geweckt werden, wenn man die Mitarbeitenden von Beginn weg in den Prozess integriert. Wenn diese auf Grund des mangelnden Commitments der Führungsebene nicht erfüllt werden, gibt es Frustrationen statt Motivation. Wir setzen also beim Management an und zeigen diesem in einem Initialworkshop auf, weshalb Gesundheit für den Betrieb ein wirtschaft-


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Fotos: ZVG

Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrem Programm gemacht? Mittlerweile ist das Thema seit rund zehn Jahren in der CSS präsent, und durch verschiedene Personen weiterentwickelt worden. In der Aufbauphase wurde es kostenlos angeboten. Damals musste die Erfahrung gemacht werden, dass es die Personalbteilungen zwar interessiert, dass es aber genauso häufig versandet. Seit eineinhalb Jahren wird es nun entgeltlich angeboten und im Zentrum steht explizit der Kunde, nicht mehr das Produkt. Diesbezüglich kann ich aber noch keine Auswertungen vorlegen.

Elke Burkart-Kapfer: «Meiner Meinung nach ist der Begriff Absentismus eine Wahrnehmungsverzerrung.»

lich bedeutendes Thema ist. Wir beleuchten dessen betriebliche Situation und mögliche finanzielle Auswirkungen. Wir thematisieren weiter, weshalb Menschen überhaupt krank werden. Es ist mir ein grosses Anliegen, den Begriff Absentismus zu hinterfragen. Meiner Meinung nach ist dies häufig eine Wahrnehmungsverzerrung, weil es einfacher ist, den Grund für eine Absenz beim Betroffenen zu orten, statt im Betrieb selber. Wir untersuchen zusammen mit dem Management, wo die betrieblichen Ressourcen liegen, wo die Belastungen. Wir fragen, inwiefern wir das eine stärken können und das andere reduzieren. Es geht uns darum, dass das Management ein Commitment für eine Veränderung abgibt. Wir benötigen die entsprechende Unterstützung der Personalabteilung – moralisch, in Form von Budgets, aber auch bei internen Fragen und Kritik. Sobald wir das Commitment der Führung haben, kommen die Mitarbeitenden zum Zug. Um eine Gesamtschau zu erhalten, machen wir eine betriebliche Gesundheitsanalyse im Sinne einer Mitarbeiterbefragung, in der so genannte weiche Faktoren wie das Wohlbefinden im Team, mit dem Vorgesetzten usw. abgefragt werden. Aber auch physikalische Arbeitsbedingungen wie Lärm, Luft, Licht usw. werden erör-

tert. Diese Gesundheitsanalyse ist sehr umfassend, und sie ist in acht verschiedenen Sprachen vorhanden. Sie ist nicht nur eine Standortbestimmung, sondern auch ein Instrument zur Priorisierung von Handlungsfeldern. Ein zweidimensionales Handlungsportfolio gibt Antwort auf die Effizienz der Felder zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Liegt das Schwergewicht bei der Ableitung von Massnahmen auf der Verminderung von Schwächen oder auf der Stärkung von vorhandenen Ressourcen? Ich muss selber auch immer wieder aufpassen, dass ich die Stärken nicht vergesse! Diese werden zwar wahrgenommen, auch die Empfehlung, diese aktiv zu erhalten. Aber meist geht es doch darum, Gefahrenherde abzuschwächen. Dies auch deshalb, weil so die Mitarbeitenden merken, dass die von ihnen geäusserte Unzufriedenheit und die bezeichneten Mängel ernst genommen werden. Das Zentrale für mich ist, dass mit den ganzen Aktivitäten auch die Wertschätzung deutlich wird. Die Belegschaft soll spüren, dass sie wichtig ist für den Betrieb. Klar erwartet man von ihnen Leistung. Aber der Betrieb ist auch dafür verantwortlich, dass sie die Leistung so gut wie möglich erbringen können.

Häufig hängt das Absenzen- oder Krankheitsverhalten mit unsicheren Situationen wie Umstrukturierungen, Fusionen usw. zusammen. Macht in einem solchen Kontext betriebliche Gesundheitsförderung Sinn oder ist es bloss Pflästerlipolitik? Ich würde mir wünschen, dass gerade in betrieblichen Veränderungsprozessen ein spezielles Augenmerk auf die Mitarbeitenden gelegt würde. Man analysiert und entwirft auf dem Papier Prozesse, man fusioniert Kapital, aber man vergisst dabei häufig den einzelnen Menschen. Dabei wird gerade in Betriebskulturen oft sehr viel investiert. Hier geht enorm viel Potenzial verloren, auch wirtschaftlich betrachtet. Deshalb wünschte ich mir, dass man sich schon bei der Vorbereitung von solchen Prozessen den Teams annehmen würde. Mitarbeitende sind nicht nur ein Budgetposten, sondern Menschen, die Ängste haben, die verunsichert sind und die entsprechend reagieren, wenn sie sich ausgeliefert fühlen.

I n t erv iew: U r su l a Vogt

Elke Burkart-Kapfer Die Rheintalerin Elke Burkart-Kapfer (geb. 1973) absolvierte an der Uni Zürich das Studium der Psychologie, Psychopathologie sowie Sozial- und Präventivmedizin, welches sie 1998 mit dem Lizenziat abschloss. Nach einer mehrmonatigen Projektleitung im Bereich Marktforschung bei der Zürcher Kantonalbank übernahm sie im Dezember 1999 die Leitung des Betrieblichen Gesundheitsmanagementes bei der CSS in Luzern. Elke Burkart-Kapfer ist verheiratet und wohnt in Thalwil.


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Gesundheitsförderung und Prävention durch Krankenversicherer

Grosser Einsatz für ein gesünderes Leben Seit 1996 verpflichtet Artikel 19 des Krankenversicherungsgesetzes die Versicherer, die Verhütung von Krankheiten zu fördern. Aus diesem Grund betreiben die Krankenversicherer gemeinsam mit den Kantonen die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Darüber hinaus bieten die meisten Kassen eigene Gesundheitsprogramme an. Eine Bestandesaufnahme*.

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ast 7000 Franken pro Kopf und Jahr investieren Herr und Frau Schweizer in ihr Gesundheitswesen. Das sind 48 Milliarden Franken. Alleine 18 Milliarden davon beansprucht die medizinische Grundversorgung im Rahmen des KVG. Leider deuten alle Prognosen sowie die demografische Entwicklung darauf hin, dass die Kosten im Gesundheitswesen weiter steigen werden. Angesichts dieser unerfreulichen Tatsachen kommt dem Prozess eines «gesunden Alterns» eine immer grössere Bedeutung zu. Eine Bedeutung, der die Krankenversicherer durch verschiedene Aktvitäten Rechnung zu tragen versuchen. So betreiben sie einerseits gemeinsam mit den Kantonen die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz, deren Arbeit durch Beiträge über die obligatorische Krankenversicherung – momentan Fr. 2.40 pro Kopf und Jahr – finanziert wird. Anderseits bieten die meisten Kassen eigene Gesundheitsprogramme an. Um die vielfältigen Bemühungen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, bezieht

man sich bei santésuisse bei der Definition des Begriffes «Gesundheitsförderung» auf die «Ottawa Charter» von 1986, die an der ersten internationalen Konferenz zur Gesundheitsförderung verabschiedet wurde. Anders als die Prävention, die krankheitsfördernde Risikofaktoren reduzieren oder ausschalten will, soll die Gesundheitsförderung persönliche und soziale Ressourcen für die eigene Gesundheit stärken.

Gesundheitsförderung – der perfekte Werbeträger In der Praxis konzentrieren sich sowohl santésuisse als auch die einzelnen Krankenversicherer auf den Lebensstil ihrer Kundschaft. Im Mittelpunkt stehen Bewegung, Ernährung und Stressresistenz sowie Entspannung. Einige grosse Akteure engagieren sich mit diesen Themen auch in den Betrieben. Häufiger Partner aller Aktivitäten ist Gesundheitsförderung Schweiz. Beim Programm «action d – Diabetes aktiv vorbeugen» zum Beispiel ist es Gesundheitsförderung Schweiz gelungen, Helsana, CSS, Concordia, ÖKK und

Prävention und Gesundheitsförderung Zwischen Prävention und Gesundheitsförderung besteht ein Unterschied: Die Prävention umfasst jene Massnahmen und Aktivitäten, die dazu beitragen, eine gesundheitliche Schädigung zu verhindern, weniger wahrscheinlich zu machen oder zu verzögern. Prävention ist krankheitsorientiert. «Gesundheitsförderung» setzt bei der Ottawa Charta der WHO aus dem Jahre 1986 an und orientiert sich an der Gesundheit. Die Gesundheitsförderung ist ein ganzheitliches Konzept. Die Analyse und Stärkung der Gesundheitsressourcen und -potenziale setzt sowohl beim Individuum an, bezieht aber auch alle gesellschaftlichen Ebenen mit ein. Dazu gehört z.B. die Entwicklung persönlicher Gesundheitskompetenzen; dazu zählt man aber auch die Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik oder gesundheitsfördernder Lebenswelten.

Prävention im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Gesundheitskonzept Die Gesundheit ist ein zentraler Begriff moderner Gesellschaften. Die Bewahrung von Gesundheit ist dabei nicht nur Privatsache, sondern gleichzeitig auch staatliche Aufgabe. Wie komplex diese Interdependenz funktioniert, zeigt eine Aufsatzsammlung, die 2002 unter dem Titel «Prävention im 20. Jahrhundert – Historische Grundlagen und aktuelle Entwicklungen in Deutschland» erschienen ist. Der historische Bogen wird dabei über das Deutsche Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich, die beiden deutschen Nachkriegstaaten bis in die Gegenwart gespannt. Dieser Abriss zeigt dabei deutlich, dass gerade Konzepte zur Gesundheit und Prävention dem Wandel unterworfen sind und abhängig vom gesellschaftlichen und institutionellen Ort, der ihnen zugewiesen wird. Und sie können – dies hat das Dritte Reich drastisch gezeigt – absolut pervertiert werden. Sigrid Stöckel, Ulla Walter (Hrsg.): Prävention im 20. Jahrhundert. Historische Grundlagen und aktuelle Entwicklungen in Deutschland. In: Grundlagentexte Gesundheitswissenschaften. Weinheim und München 2002.


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Regelmässige Bewegung fördert die Gesundheit – in jedem Alter.

Visana für eine gross angelegte gemeinsame Aktion zu gewinnen. Neueste Innovation sind die «Helsana swiss running walking trails», eine Weiterentwicklung der «Laufträffs» aus dem Allez Hop-Kursangebot (s. Artikel Seiten 12/13). Solche Trails gibt es bereits an 13 Orten in der Schweiz. Ein wichtiger Nebeneffekt, der durch die vielfältigen Aktivitäten der Krankenversicherer entsteht, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Da im Bereich der Gesundheitsförderung allgemein der gesunde Lebensstil als wichtige Ressource für Gesundheit thematisiert wird, eignet sich dieses Thema auch perfekt als Werbeträger. Manchmal offenbar sogar zu gut: In Deutschland wurde die Prävention inklusive Gesundheitsförderung just wegen der allzu intensiven Besetzung durch das Marketing aus dem Leistungskatalog gekippt und später erst in einer

stark abgeschwächten Form wieder ins Gesetz aufgenommen . Neu sind die Versicherer in Deutschland auch zu einem Qualitätsnachweis verpflichtet.  (MKO)

* Ein ausführlicher Bericht über Gesundheitsförderung und Prävention durch Krankenversicherer erscheint Mitte Juni in focus Nr. 19 / Juni 2004. Bestellungen (kostenlos) an: Gesundheitsförderung Schweiz office.bern@promotionsante.ch

Auch das KVG kennt Prävention und Gesundheitsförderung Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt gemäss Art. 26 KVG die Kosten für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen oder vorsorgliche Massnahmen, wenn diese von einem Arzt oder einer Ärztin vorgenommen werden. Art. 12 der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) zählt diese Massnahmen und Untersuchungen und die dafür geltenden Bedingungen abschliessend auf (Positivliste). Dazu gehört z.B. die Tuberkuloseimpfung. Die Gesundheitsförderung ist ebenfalls im KVG verankert. Gemäss Art. 19 KVG unterhalten die Versicherer zusammen mit den Kantonen eine national tätige Institution, die Gesundheitsförderung Schweiz (GF CH). Finanziert wird diese Organisation über Beiträge sämtlicher Krankenversicherer (Fr. 2.40 pro versicherte Person und Jahr). Die GF CH betreibt zur Zeit drei Schwerpunktprogramme zu Bewegung/Ernährung/Entspannung, Arbeit und Gesundheit sowie Jungendliche und Gesundheit. Zusammen mit weiteren Partnern engagieren sich die GF Schweiz und die Krankenversicherer bzw. santésuisse zusammen für Allez Hop (s. auch S. 12/13).


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Allez Hop, eine gemeinsame Aktion der Schweizer Krankenkassen

Gesunde Bewegung im Alltag Die ungenügende Bewegung der Schweizer Bevölkerung verursacht Milliardenkosten. Die Schweizer Krankenversicherer treten gegen den grassierenden Bewegungsmangel an und zeigen in einer gemeinsamen Aktion, die seit dem 12. Mai auf verschiedenen Fernsehkanälen zu sehen ist und noch bis am 11. Juli dauert, wie Bewegung im Alltag möglich ist und bieten mit Allez Hop eine konkrete

TV-Spot «Heimweg»

Möglichkeit, sich ab sofort mehr zu bewegen.

B

ASPO-Studien gehen davon aus, dass die ungenügende Bewegung von gut einem Drittel der Bevölkerung in der Schweiz direkte Behandlungskosten von 1,6 Milliarden Franken auslöst. Umgekehrt vermeidet die körperliche Betätigung von zwei Dritteln der Bevölkerung Behandlungskosten von 2,7 Milliarden Franken. Angesichts dieser Zahlen zeigen die Schweizer Krankenversicherer seit Jahren, wie man sich im Alltag mehr bewegen kann. Seit anfangs 2003 ist santésuisse zusammen mit der Gesundheitsförderung Schweiz, Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport (BASPO) auch offizielle Partnerin von Allez Hop. Allez Hop bietet Kurse und Treffs in den Bereichen Walking, Nordic Walking, FitGym (Halle) und Wasser an. In der ganzen Schweiz bieten rund 1100 aktive Allez Hop-Leiterin-

nen und Leiter Kurse und Treffs an, und allein im Jahr 2003 hat Allez Hop knapp 30 000 Personen in über 2000 Kursen und Treffs bewegt. Das Allez Hop-Konzept ist bewusst niederschwellig: Die Kurse sind für Anfängerinnen und Anfänger ausgelegt, es bestehen keinerlei sportlichen Voraussetzungen, und der Preis ist für alle erschwinglich. Eine Lektion kostet durchschnittlich fünf bis acht Franken, was bei zehn Lektionen einen Kurspreis von 50 bis 80 Franken ergibt.

Die Krankenversicherer übernehmen gesellschaftliche Verantwortung Die Krankenversicherer werden in der Öffentlichkeit mitunter kritisiert, weil einerseits Massnahmen der Prävention und der Gesundheitsförderung kaum bezahlt würden, andererseits die gesundheitlichen

Schäden kassenpflichtig sind und somit im Rahmen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung gedeckt seien. Obwohl diese Haltung lediglich die korrekte Umsetzung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) widerspiegelt, herrscht die Erwartung, dass sich die Versicherer im Interesse der Kostendämpfung stärker in der Gesundheitsförderung engagieren. Dies tun die Versicherer jedoch schon lange: Etliche Unternehmungen bieten ihren Kundinnen und Kunden vergünstigte Fitness- und Wellnessangebote oder weitere Produkte an, zum Teil existieren auch Rückvergütungen im Rahmen der Zusatzversicherungen. Neu am Allez Hop-Engagement ist indessen, dass sich die Branche zum ersten Mal geeint für ein Bewegungsförderungsprojekt einsetzt. Die gemeinsame Kampagne der Kassen will denn auch ein Zeichen setzen für mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen und diesbezüglich auch konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Zwar sind viele Faktoren der Kostenentwicklung für den Einzelnen kaum oder nicht beeinflussbar wie die Mengen-

Bewegungskurse in Ihrer Nähe? Rufen Sie jetzt an: 0800 00 2004

Eine Aktion aller Krankenkassen und von Gesundheitsförderung Schweiz

Weitere Informationen: Allez Hop Schweizerhaus Alpenstrasse 25, 2532 Magglingen Tel. 032 327 61 90, Fax 032 327 61 98 kontakt@allezhop.ch, www.allezhop.ch


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TV-Spot «Waschtag»

Die Öffentlichkeitskampagne der Schweizer Krankenversicherer Der Verwaltungsrat von santésuisse hat im Dezember 2002 ein Engagement bei Allez Hop beschlossen, weil er die Branche im Bereich Gesundheitsförderung stärker positionieren will, um dadurch einen Imagegewinn für die Krankenversicherer zu ermöglichen. Deshalb hat er gleichzeitig

beschlossen, das Allez Hop-Engagement als eine Kampagne der Krankenversicherer breit zu kommunizieren. Für diese Öffentlichkeitskampagne ist es gelungen, aus dem Kreis der offiziellen Partner von Allez Hop die Gesundheitsförderung Schweiz («Stiftung 19») zu gewinnen, die die Kampagne mitträgt. Kernstück der Kampagne sind drei TVSpots, die auf spielerische und überraschende Weise aufzeigen, dass Bewegung im Alltag immer möglich ist, und auf die Allez Hop-Angebote verweisen. Im Abspann wird auf die Telefonnummer

TV-Spot «Fussball EM»

ausweitung, der medizinische Fortschritt, die Alterung der Bevölkerung usw. Umgekehrt trägt aber auch die vermehrte Inanspruchnahme des Gesundheitswesens durch Patientinnen und Patienten zur Kostenentwicklung bei. Und hier setzt Allez Hop konkret an: Wer sich bewegt – und da reichen bereits 30 Minuten pro Tag –, profitiert von einer höheren Lebensqualität und verursacht gleichzeitig nachweislich weniger Krankheitskosten. Allez Hop steht somit nicht nur für ein Kursangebot, sondern gleichsam für eine Vision: Allez Hop begeistert, flächendeckend in der ganzen Schweiz, jährlich Zehntausende von Menschen, sich in der Freizeit und im Alltag gesund zu bewegen, und wird dadurch langfristig zu einem nationalen Botschafter für eine gesunde Bewegung im Alltag. Es ist somit auch nicht zentral, dass man einen Allez Hop-Kurs besucht, sondern dass man etwas für seine eigene Gesundheit tut: Sei dies nun, indem man die Treppe statt den Lift benützt oder dass man zu Fuss Einkäufe macht, anstatt das Auto zu nehmen.

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0800 00 2004 und www.allezhop.ch verwiesen. Wer auf die Telefonnummer anläutet, wird gebeten, seine Nummer zu hinterlegen und wird am Folgetag von der Geschäftsstelle Allez Hop kontaktiert. Findet der Interessent, die Interessentin bei Allez Hop, was er oder sie sucht, wird der Kontakt zu den lokalen Allez Hop-Leiterinnen und Leiter hergestellt. Möchte die Person ein Bewegungsangebot in einem anderen Bereich, wird sie gefragt, ob sie mit der Übermittlung ihrer Personendaten an die Krankenversicherung einverstanden ist. Die Geschäftsstelle Allez Hop leitet im positiven Fall die Angaben an santésuisse weiter, von wo das Mail an den zuständigen Krankenversicherer geschickt wird. Die Krankenversicherer sind sodann aufgerufen, ihren interessierten Kundinnen und Kunden wenn immer möglich ein Angebot zu machen oder allenfalls ein externes Angebot zu vermitteln. Hier soll bewusst auch die Konkurrenz spielen können. Die TV-Spots sind auf den nationalen Sendern (SF1, SF2, TSR1, TSR2, TSI1, TSI2), privaten Lokal-TV-Sendern (Tele Bärn, Tele Basel, Tele M1, Tele Ostschweiz, Tele Südostschweiz, Tele Tell, Tele Top, Tele Züri) und einigen Schweizer Werbefenstern ausländischer Sender (Sat1, Kabel1, M6) zu sehen. Die Ausstrahlung erfolgt noch bis am 11. Juli, jeweils zwischen 19.00 und 22.45 Uhr.   (PM)


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«Die Schweiz nimmts leichter» – Eine Kampagne der Schweizer Drogerien und von Suisse Balance

Das Idealgewicht – erreichen und halten Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung lebt über der medizinisch als gesund definierten Gewichtsgrenze – Tendenz steigend. Die Initiative «Die Schweiz nimmts leichter» will diesen unheiligen Trend stoppen.

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Häufige Gründe für Übergewicht

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter Übergewicht.

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ie Hose ist zu eng, der Bauch schwabbelt. Die Hüften sind zu breit und die Schenkel zu dick. Die meisten Menschen sind mit ihrer Figur ganz und gar nicht zufrieden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass sie auch übergewichtig sind. Effektiv leiden in der Schweiz rund zwei Millionen Menschen – sowohl Frauen (28 Prozent), Männer (42 Prozent) als auch Kinder (23 Prozent) – unter Übergewicht. Besonders besorgniserregend ist, dass zunehmend Kinder und Jugendliche von Übergewicht betroffen sind. Von tatsächlichem Übergewicht spricht man, sobald überschüssiges Körperfett die Gesundheit gefährdet oder ihr scha-

det. So beweisen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Übergewicht die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2), Osteoporose und einige Krebskrankheiten erhöht. Abgesehen davon sind in der Schweiz gegen 30 Prozent der gesamten Kosten des Gesundheitswesens auf ernährungsbedingte Krankheiten zurückzuführen, und die ungenügende körperliche Aktivität eines guten Drittels der Bevölkerung ist gemäss vorsichtigen Schätzungen für 1,4 Millionen Erkrankungen, knapp 2000 Todesfälle und direkte Behandlungskosten von 1,6 Milliarden Franken pro Jahr verantwortlich.

Nun ist es allerdings leider so, dass niemand auf die Schnelle nachhaltig zum idealen Gewicht findet. Häufig braucht es eine Umstellung im Lebensstil. Neben Alter und Geschlecht kommen vor allem der Bewegung sowie einer ausgewogenen Ernährung eine entscheidende Rolle zu. Ebenfalls eine grosse Bedeutung kann die psychische Situation spielen. So neigen übermässig gestresste Menschen häufig zu hastigem und zu vielem Essen. In Zusammenarbeit mit Suisse Balance (Die Ernährungsbewegung vom Bundesamt für Gesundheit und von Gesundheitsförderung Schweiz), Allez Hop und den Schweizerischen Ernährungsberaterinnen sowie Polar im Kontrollbereich bieten die Schweizer Drogerien jetzt eine umfangreiche Initiative gegen Übergewicht an. Die Ziele von «Die Schweiz nimmts leichter» sind, möglichst vielen Menschen bewusst zu machen, dass sie sehr viel gegen Übergewicht tun können und dass das recht spielerisch geschehen kann. Zudem geht es darum: • Die Wichtigkeit des Zusammenspiels von Energieaufnahme (Essen) und Energieverbrauch (Bewegung) aufzuzeigen. • Die Möglichkeit einer Standortbestimmung anzubieten. • Mit einer kompetenten, vernetzten Beratung eine Möglichkeit der nachhaltigen Gewichtsveränderung aufzuzeigen. • Konkrete Angebote bereitzustellen, die helfen, regelmässige Bewegung, Entspannung und eine gesunde Ernährung in den Alltag einzubauen. • Aufzuzeigen, wie man Übergewicht aktiv begegnen und vorbeugen kann. (MKO) Weitere Informationen: www.dmz.ch


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«managed care» (3/2004) zum Thema «Angehörigenpflege»

Höhere Lebenserwartung – Mehr Pflegeprobleme Die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger ist ein Thema, das mit der Zunahme Hochbetagter zunehmende Bedeutung erhält. In seinem Beitrag über Bedeutung und Entwicklung von Angehörigenpflege weist Prof. Dr. Francois Höpflinger vom Soziologischen Institut der Universität Zürich darauf hin, dass in der Schweiz nach allen verfügbaren Informationen schätzungsweise zwischen 55 und maximal 60 Prozent der pflegebedürftigen älteren Menschen von Angehörigen (teilweise mit professioneller Unterstützung) zu Hause gepflegt werden.

auch die Kinder. Waren diese beim Eintritt einer Pflegesituation vormals vielleicht zwischen 20 und 40 Jahre alt, so erleben sie Pflegebedürftigkeit eines oder beider Elternteile heute oft in einem Alter von 50 bis 60 Jahren. Das bedeute, so Höpflinger, dass das familiäre Pflegepotenzial immer häufiger nur auf der Grundlage einer guten professionellen Beratung und Betreuung zum Tragen kommen kann. Zahlen der Spitex belegen diese These: Letztes Jahr pflegte die Spitex 320 000 kranke Menschen, wobei sie im Normalfall gerade eine Stunde bei einem Patienten verbrachte, die übrigen 23 Stunden übernahmen Angehörige.

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n den nächsten Jahren werde sich das familiäre Hilfs-und Pflegepersonal erhöhen, weil mehr hochbetagte Menschen Lebenspartner und Kinder haben, schreibt der Autor. Längerfristig aber, das heisst nach 2030, werde sich der Trend umkehren, weil dann der Anteil kinderloser Frauen und Männer unter Hochbetagten deutlich ansteigen werde. Höpflinger gibt auch zu bedenken, dass die höhere Lebenserwartung älterer Menschen mit einer steigenden Zahl von multimorbiden Krankheitsbildern verbunden ist, was eine intensive Pflege erfordert. Eine besondere Herausforderung und Belastung für Angehörige verursachen demenzielle Erkrankungen. Nach Höpflinger ist weiter zu berücksichtigen, dass wegen der Hochaltrigkeit pflegebedürftiger Menschen die pflegenden Personen ebenfalls bereits in einem höheren Lebensalter stehen werden. Das betrifft vor allem die Lebenspartner, aber

Die meisten Pflegenden sind Frauen Gestützt auf deutsche Daten, die aber im Wesentlichen auch für schweizerische Verhältnisse zutreffen dürften, stellt der Autor fest, dass rund 80 Prozent der Hauptpflegepersonen weiblich sind. Dabei steht die Pflegekonstellation «Frau pflegt eigene Mutter» an erster Stelle, gefolgt von «Frau pflegt Ehemann» und «Frau pflegt Schwiegermutter». Mit steigendem Alter der pflegebedürftigen Personen ergibt sich eine Verlagerung der Pflege von Ehepaaren auf die Kinder. Interessant ist auch die Feststellung, dass namentlich die Töchter trotz erhöhter Erwerbstätigkeit meist weiterhin bereit sind, ihre Eltern im Alter zu pflegen.

Zweideutigkeiten und Ambivalenzen Dass bei intergenerationeller Verpflichtung auch Zweideutigkeiten und Ambivalenzen zutage treten, bestätigt eine von

Höpflinger zitierte entwicklungspsychologisch ausgerichtete Studie, in der Schweizer Frauen und Männer mittleren Alters (40 bis 55 Jahre) befragt wurden. Die Studie ergab, dass zwar ein starker Konsens darüber bestand, dass Kinder ihren alternden Eltern gegenüber Verpflichtungen haben, dass aber die Eltern die erbrachten Hilfeleistungen oft zu wenig zu schätzen wissen. Insgesamt lässt sich aber nicht feststellen, dass die Bereitschaft zu intergenerationeller familiärer Pflege gesunken wäre. Anforderungen mit Konfliktpotenzial könnten sich jedoch ergeben, wenn die Pflege betagter Eltern und intensive Berufstätigkeit zusammenfallen. Der Autor verweist auf eigene Berechnungen, die zeigen, dass schon heute mindestens jede vierte Frau im Verlauf ihres Lebens nach dem Berufs-Mutterschafts-Konflikt potenziell einen zweiten familiär-beruflichen Vereinbarungskonflikt (Beruf versus Alterspflege) erlebt. Dass mit steigender Lebenserwartung auch die Pflegeprobleme und damit die körperlichen und psychischen Belastungen der Pflegenden zunehmen, ist offensichtlich. Die Erfahrungen zeigen, dass diese Belastungen schon heute oft an Grenzen stossen: Pausenlose Präsenz, gestörte Nachtruhe, die Unsicherheiten und plötzlichen Veränderungen der Pflegesituation zehren an Körper und Seele. Verständlich, dass sich dermassen überforderte Angehörige vor allem zwei Dinge wünschen: Entlastung und gesellschaftliche Anerkennung.  (Z) managed care kann bezogen werden bei: Rosenfluh Publikationen AG, C. Mascherin, Schaffhauserstr. 13, 8212 Neuhausen, Tel. 052 675 50 60, Fax 052 675 50 61, E-Mail: info@rosenfluh.ch


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Im Gespräch: Ruth Lüthi, Gesundheits- und Sozialdirektorin des Kantons Freiburg

«Mit Herumbasteln löst man keine Probleme» In Sachen Krankenversicherung steht der Kanton Freiburg im Schweizer Vergleich relativ gut da. Die Prämien entsprechen dem schweizerischen Durchschnitt und sind im letzten Jahr nur gerade ein Prozent gestiegen. Projekte, wie etwa die Qualitätszirkel im Medikamentenbereich, wirken sich kostenhemmend aus. Im Gespräch mit santésuisse nimmt die Freiburger Gesundheits- und Sozialdirektorin, Ruth Lüthi, Stellung zur heutigen kantonalen und nationalen Gesundheitspolitik.

infosantésuisse: Frau Lüthi, der Kanton Freiburg galt lange Zeit als Musterschüler, was die Spitalplanung anbelangt. Heute lehnen Gemeinden und Einwohner des Seebezirks die Änderung des Leistungsauftrags des Spitals Meyriez-Murten ab. Vor diesem Hintergrund hat der Kanton Mühe, seine Anliegen durchzubringen. Wie rechtfertigen Sie den Entscheid, die Akutversorgung im Spital des Seebezirks Meyriez-Murten weiterzuführen, obwohl im Leistungsauftrag für dieses Spital eine andere Funktion vorgesehen war? Ruth Lüthi: Wir haben uns entschieden, ein neues Modell zu prüfen und zwar mit Akutabteilung. Das heisst aber nicht, dass wir den Status quo wollen. Wir haben vorgeschlagen, strukturelle Änderungen vorzunehmen und das Angebot im Bereich der Akutversorgung nochmals zu überprüfen. Allerdings konnten wir nicht so weit gehen wie in den anderen Kantonsbezirken. Also letztlich ein politischer oder ein struktureller Entscheid? Beides. Die Bevölkerung hat sich für ihr Spital stark gemacht. Sie hat Petitionen eingereicht und Aktionen durchgeführt. Alle Gemeinden haben sich daran beteiligt. Von Gesetzes wegen sind aber die Gemeinden für den Leistungsauftrag der Spitäler zuständig. Wir leben ja in einer Demokratie und mussten daher versuchen, unsere Partner im Dialog zu überzeugen. Dieser Entscheid richtet sich gegen den Vorschlag, die Akutspitäler gesamtschweizerisch auf 38 zu reduzieren?

Wir sind ebenfalls der festen Überzeugung, dass die Zahl der Akutspitäler reduziert werden muss. Der Kanton Freiburg hat bereits gezeigt, dass er diese Ansicht teilt. In den 90-er Jahren gab es im Kanton noch sieben öffentliche Akutspitäler. Heute sind es noch vier. Drei sollen am Schluss noch übrig bleiben. Unsere Rationalisierungsanstrengungen gehen also weiter. Ich denke aber, man sollte eher 70 als 38 Spitäler anvisieren. Mit 38 Spitälern muss man entweder vergrössern oder rationieren. Mit Sicherheit wird man die Zahl der Spitäler reduzieren, allerdings nicht in einem solch drastischen Masse. Wie fällt Ihre Bilanz bezüglich der Qualitätszirkel in Alters- und Pflegeheimen aus? Die Erfahrungen sind durchaus überzeugend. Es ist eine sehr gute Sache. Im Medikamentenbereich sind die Kosten am meisten gestiegen. Durch die Qualitätszirkel arbeiten Alters- und Pflegeheime, Ärzte und Apotheker zusammen. So können Kosten eingespart werden. Gibt es bei der Pflegeversorgung älterer Menschen andere Bereiche mit Einsparungspotenzial? Ja. Ich denke etwa an Zwischenstrukturen, die es den älteren Menschen erlauben, weiter bei sich zu Hause zu wohnen. Heimaufenthalte sind sehr teuer und ausserdem wollen die älteren Menschen oft nicht in ein Heim, sondern möglichst lange und selbstständig zu Hause wohnen. Dazu braucht es aber die Unterstützung der Familie oder der Nachbarn. Ohne dieses Solidaritätsnetz geht es nicht. Es braucht zu-

dem Spitex-Strukturen und andere Massnahmen zur Förderung der Betreuung zu Hause und der Autonomie der älteren Menschen. Wir planen ebenfalls Tageszentren in allen Kantonsbezirken, um Familienangehörige, die sich um ältere Angehörige kümmern, zu entlasten. Was halten Sie von einer Zusatzversicherung, z.B. ab dem 50. Altersjahr? Ich bin ganz und gar gegen eine Versicherung für ältere Menschen. Entweder gilt die Versicherungspflicht für alle und das wäre sehr kostspielig – der Staat müsste diese Versicherung subventionieren –, oder es könnten sich nur Personen versichern, die es sich auch leisten können. Wo würden Sie dann Personen unterbringen, die keine solche Versicherung haben? Ich bin für ein System, das auf Solidarität zwischen Jungen und Alten gründet. Planen Sie neue Investitionen im Gesundheitsbereich? Wenn ja, welche? Wir sind sehr zurückhaltend, was Investitionen in die Infrastruktur anbelangt. Wir beschränken uns hier auf wirklich dringende Fälle. Ich kann Ihnen einige Beispiele nennen: Bis Ende 2006 ist der Bau eines einzigen Alters- und Pflegeheims geplant und zwar für den Sensebezirk. Ansonsten ist nur vorgesehen, normale Heime in Pflegeheime umzuwandeln. Da es immer mehr Pflegebedürftige gibt und die Pflegefälle immer schwerer werden, müssen wir auch ins Personal investieren. Es sind auch verschiedene Neubauten und Umbauarbeiten im Spitalbereich geplant oder bereits am Laufen. Zum Beispiel wird das Spital Billens umgebaut.


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Dort gibt es künftig keine Akutversorgung mehr, dagegen aber ein Rehabilitationszentrum und ambulante Pflege für Herzund Kreislauferkrankungen. Im Kantonsspital müssen die alten Operationssäle erneuert werden.

ben kann, welche Medikamente sie abgeben sollen. Wie stehen Sie zur Vertragsfreiheit? Ich bin nicht davon überzeugt, ob das eine wirklich gute Lösung ist, vor allem in Bezug auf die Kriterien für den Vertragsabschluss mit einem Arzt. Es wird eine sehr heikle Angelegenheit sein und man muss wohl mit einigen Beschwerden rechnen, wenn wir den einen oder anderen Arzt ausschliessen. Ich denke, man sollte eher die heutigen Regelungen stärken. Ich fürchte, dass wir noch nicht über die geeigneten Kriterien verfügen werden, wenn wir über diese Frage entscheiden müssen. Die Kantone haben bereits diese

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Erfahrung gemacht mit der neuen Verordnung über den Zulassungstopp. Wir haben einfach nicht genügend Informationen, um den Bedarf und vor allem auch das Angebot richtig einschätzen zu können. Wenn wir den Konsum von Gesundheitsleistungen reduzieren wollen, so müssen wir eher auf Hausarztmodelle setzen und Konsultationen bei Spezialärzten begrenzen.

Foto: Nicole Bulliard

Was schlagen Sie vor, um den Prämienanstieg in der Krankenversicherung zu stoppen? Ich sehe es mit einer gewissen Genugtuung, dass die Prämien im Kanton FreiWie halten Sie insgesamt von der Gesundheitspolitik Pascal Couchepins? burg im letzten Jahr nur um ein Prozent gestiegen sind. Wir setzen alles daEs ist noch zu früh, um über seine Gesundran, die Ausgaben in der Krankenversiheitspolitik urteilen zu können. Ich habe cherung zu bremsen. Was ich besonders jedoch etwas das Gefühl, dass Pascal Coustossend finde, ist die Prämienerhöhung chepin unter Druck steht und deshalb gewisse Massnahmen etwas in den Zusatzversicherunüberstürzt vorschlägt. Da gen. Die öffentliche Hand sehe ich die grösste Gebezahlt immer mehr für Leute mit Zusatzversichefahr. Das Gesundheitswerungen und die Beiträge sen ist eine komplexe Masteigen weiter. terie. Die Probleme werWir müssen vor allem bei den nicht gelöst, indem man überall etwas heden Medikamentenpreirumbastelt. Es braucht sen und bei der Menge nicht eine Reihe indiDruck aufsetzen. Im Mevidueller Massnahmen, dikamentenbereich steisondern eine umfasgen die Kosten schnelsende Gesamtsicht. Die ler als im Spitalbereich. Leider können die Kanmittel- und langfristigen tone hier nicht mitreden. Auswirkungen der einzelWir können keine Preise nen Massnahmen müssen besser bekannt sein. Das festsetzen und den Ärzten fehlt leider im Moment. auch nicht vorschreiben, Aber dazu muss man welches Medikament sie Überlegungen anstellen verschreiben sollen. Es und zwar gemeinsam braucht auf nationaler mit den anderen AkteuEbene mehr Kompetenzen bei der Preisfestsetren. Die Massnahmen, die zung und bei der Menbis heute getroffen wurden, vermögen die Kosten genregulierung. Aussernicht einzudämmen. Die dem befürworte ich Paralgekürzten Rabatte auf den lelimporte. Es gibt keinen Grund dafür, dass wir für höheren Franchisen wirein gleiches Medikament ken sich demotivierend mehr bezahlen als unauf die Versicherten aus, sere Nachbarn. Ich bin die sparen wollen. Es stelauch überzeugt davon, len sich letztlich also zwei Fragen: welches Gesunddass wir noch mehr Generika verwenden könnheitssystem wollen wir, ten, vor allem wenn man und wie können wir die die Abgabequote für GeGesundheitskosten wirknerika mit anderen Länsam verteilen? dern vergleicht. Politisch I n t erv iew: ist diese Frage aber sehr N icole B u lli a r d heikel, da man ja den «Das Gesundheitswesen ist eine komplexe Materie. Die Probleme Ärzten nicht vorschreiwerden nicht gelöst, indem man überall etwas herumbastelt.»


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Diagnosecode und Rechnungsstellung

Der TARMED-Motor im Spitalbereich stottert noch Nach wir vor ungelöst ist die Frage der Angabe des Diagnosecodes auf Spitalrechnungen, und noch nicht korrekt erfolgt die Rechnungsstellung nach TARMED. Immerhin: Die Verhandlungsdelegation von santésuisse und H+ haben sich Ende April 2004 vorläufig auf einen (sehr) kleinen gemeinsamen Nenner geeinigt.

Foto: Prisma

tens endlich eine Verbindlichkeit schafft und zweitens leicht ausbaubar ist. • Sobald der Bericht des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten vorliegt, spätestens aber am 1.1.2006, wird die Regelung über die 2-stellige Code-Angabe im Sinne der Erweiterung angepasst werden. • Ab 1. Oktober 2004 muss die Rechnungsstellung korrekt, d.h. über das so genannte Einheitliche Rechnungsformular, erfolgen.

Weiteres Vorgehen Mit den geeigneten Massnahmen kommt der Motor schon auf Touren!

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bwohl die Tarifpartner 2002 mit Rücksicht auf die Spitäler den neuen Tarif TARMED ein weiteres Jahr hinausgeschoben hatten und dieser somit gesamtschweizerisch erst am 1. Januar 2004 in Kraft trat, ist die zusätzliche Verschnaufpause von den Spitälern offensichtlich schlecht genutzt worden. Auch heute noch, im Monat Fünf von TARMED, müssen die Delegierten von santésuisse mit dem Spitalverband H+ elementare Startbedingungen verhandeln. Und dies erst noch meist ohne Gewähr. Die nach-

Übergangszeit bald abgelaufen Per 30. Juni 2004 läuft die Übergangsfrist für das derzeit ebenfalls anwendbare TARMED-Handabrechnungsformular der Ärzte ab. Damit muss das einheitliche elektronische Rechnungsformular, wie es vom Forum Datenaustausch empfohlen wird, von den Schweizer Ärzten Flächen deckend angewendet werden.

folgenden Ausführungen geben deshalb explizit den Verhandlungsstand vom 29. April 2004 wieder!

Kleinster gemeinsamer Nenner gefunden Nach unzähligen Verhandlungsstunden hatten sich santésuisse und H+ am 29. April 2004 auf folgende Zusatzvereinbarung geeinigt: • Im Bereich Diagnosecode wird bis Behandlungsdatum 31. August 2004 der Status quo akzeptiert. Das bedeutet für die Krankenversicherer, dass bis Ende August die TARMED-Spitalrechnungen ohne Diagnoseangabe nicht auf dem einheitlichen Rechnungsformular usw. erfolgen können – eben Status quo. • Ab Behandlungsbeginn 1. August 2004 ist auf jeder Rechnung der zweistellige ICD-10-Code anzugeben. santésuisse, die ihre Haltung nicht geändert hat und den 4-stelligen ICD-10-Code als Ziel verfolgt, betrachtet die vereinbarte Regelung als Übergangslösung, die ers-

Nachdem die Tarifkommission der Krankenversicherer am 12. Mai 2004 der oben skizzierten Lösung zugestimmt hat, liegt der Ball nun wieder beim Spitalverband H+. Am 17. Mai 2004 ist dessen Vorstand dazu aufgerufen worden, innerhalb von zehn Tagen per Zirkularbeschluss zu einer Lösung Hand zu bieten. Wie diese nun aussieht, war bei Drucklegung dieser Ausgabe noch nicht bekannt. Die Krankenversicherer werden zu gegebener Zeit per Rundschreiben informiert werden. (UVO)

Was heisst denn nun «elektronisch abrechnen»?! Einzelne öffentliche Spitäler haben für sich offenbar das Ei des Kolumbus entdeckt. Als Krankenversicherer TARMED-Rechnungen zurückschickten, weil die Limitationen für nicht elektronisch abrechnende Leistungserbringer überschritten worden waren, schickten die betroffenen Spitäler als Beweis ihres Könnens eine CD-ROM mit PDFFiles ihrer Abrechnungen und beharrten darauf, dass sie «elektronisch abrechnen» und ergo diesen Limitationen nicht unterliegen!


SANTÉSUISSE – SERVICE

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Welche Versicherung zahlt den Guthrie-Test?

Foto: Prisma

Der Guthrie-Test dient zur Erfassung von Stoffwechselstörungen (z.B. SchilddrüsenUnterfunktion) beim Neugeborenen. Bei diesem Test handelt es sich um eine präventivmedizinische Massnahme gemäss Art. 12 KLV und nicht um eine Leistung im Sinne von Art. 29 Abs. 2 lit. d KVG. Die Kosten des Guthrie-Tests trägt daher der für das Kind zuständige Krankenversicherer. (JPB)

Prophylaktisches Einfrieren von Spermien

Aufgrund eines Notenwechsels von 1938/ 39 zwischen der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein können sich Schweizer Versicherte, die im Grenzraum Liechtenstein wohnen (insbesondere Kantone St. Gallen und Graubünden), im Rahmen des «kleinen Grenzverkehrs» bei einem liechtensteinischen Arzt zu Lasten der OKP ambulant behandeln lassen (stationäre Behandlungen sind von der Vereinbarung ausgenommen). Der Notenwechsel hat den Charakter eines (bilateralen) Abkommens zwischen den beiden Staaten und gilt nur für Grenzärzte, die nach der schweizerischen bzw. liechtensteinischen Gesetzgebung im anderen Staat zugelassen sind. Alle anderen Leistungserbringer (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten

usw.) sind von dieser Regelung ausgenommen. Die anwendbaren Tarife richten sich nach den gesetzlichen oder vertraglichen Tarifen des Behandlungsortes. Für Behandlungen in Liechtenstein ist der Versicherte Honorarschuldner (tiers garant). Da in diesen Fällen nicht die Bestimmungen des EFTA-Abkommens zwischen der Schweiz und Liechtenstein gelten (zwischenstaatliche Leistungsaushilfe), sondern es sich viel mehr um die Ausdehnung der schweizerischen Krankenversicherung auf liechtensteinische Leistungen im Rahmen des «kleinen Grenzverkehrs» handelt, richtet sich die Kostenbeteiligung nach der schweizerischen Gesetzgebung. (JPB)

Foto: Prisma

Leistungspflicht schweizerischer Krankenversicherer bei Behandlungen in Liechtenstein

Das prophylaktische Einfrieren von Spermien wird, ebenso wie der Entscheid, sich unterbinden zu lassen, als Teil der eigenen Lebenshaltung verstanden. Es handelt sich hier nicht um die Behandlung einer Krankheit, sondern um die Wahrung einer Eigenschaft. Deshalb stellt diese Leistung keine Leistungspflicht im Sinne des KVG dar. Da hier eine präventive Massnahme vorliegt, müsste eine aktive Aufnahme in Art. 12 KLV (Massnahmen der Prävention = Positivliste) über die Eidg. Leistungskommission durch das EDI gemacht werden. (mk)


service Buchtipp: Professioneller Umgang mit Journalisten

Ärzte und Medien, Karin Müller, Orell Füssli Verlag, Zürich, 160 Seiten, Fr. 44.80, ISBN 3-280-05073-1

Die Aktion nomig hat die bisher grösste Umfrage bei MigräneKranken in der Schweiz durchgeführt. Das Migräne-Barometer untersuchte das Befinden von

2000 Betroffenen heute und vor zehn Jahren. 42 Fragen erfassten den Einfluss der Krankheit auf das Privatleben und die Arbeit. Ein besonderes Augenmerk galt der Zufriedenheit der Patienten mit Medikamenten oder alternativen Therapien. Auf das Gemüt schlägt die Krankheit fast allen, nämlich 97 Prozent der am Migräne-Barometer beteiligten Migränikerinnen und Migränikern. 64 Prozent sehen sich gar ziemlich stark bis stark belastet. Und das Ausmass der eingesetzten Therapien ist immens: 155 verschiedene Medikamente und 133 Me-

thoden aus dem komplementärmedizinischen Bereich kommen zur Anwendung. Positiv fällt auf, dass Betroffene heute mehr Hilfe und Verständnis in ihrem Umfeld finden als noch vor zehn Jahren. Aufgrund der Auswertung sind verschiedene Publikationen entstanden, die ab sofort erhältlich sind. Im Herbst folgt das erste Kompendium für Migräniker über komplementärmedizinische Therapien. Sein Pendant zum Thema Medikamente erscheint voraussichtlich anfangs 2005. (PD) Internet: www.nomig.ch

Kampagne des Aargauischen Ärzteverbandes gegen die massiv steigenden Medikamentenkosten

Medikamentenkosten – wie weiter? In den letzten Jahren sind im Gesundheitswesen die Medikamentenkosten übermässig stark gestiegen. Der Aargauische Ärzteverband lanciert nun eine Kampagne, um gemeinsam mit Patientinnen und Patienten bei den Medikamentenkosten zu sparen. In den kommenden Monaten werden in den Wartezimmern der Aargauer Ärztinnen und Ärzte Informationen in Form von Plakaten und Bro-

schüren aufliegen, um auf einen bewussteren Umgang mit Medikamenten hinzuweisen. Hier einige Tipps bzw. Überlegungen, bevor und wenn man sich ein Medikament verschreiben lässt: • Braucht es ein Medikament oder genügt ein «Hausmittel»? • Habe ich noch gleichwirkende Medikamente in meiner Hausapotheke? • Gibt es gleichwirkende Generika?

• Ist der Weg über die Versandapotheke ohne Beratungs- und Patiententaxe sinnvoll? Dadurch können Medikamente, die über Jahre eingenommen werden und in der Regel teuer sind, um 10 bis 15 % günstiger abgegeben werden. Hier handelt es sich vor allem um Medikamente gegen hohen Blutdruck, gegen Herzkrankheiten, um Cholesterinsenker und Medikamente gegen Lungenkrankheiten. (PD)

Stop Aids

Im Zweifelsfall «en Gummi drum» Das einzige wirksame Mittel beim sexuellen Risikokontakt ist und bleibt das Präservativ. Wissenschaftliche Studien belegen eindeutig, dass der Schutz durch das Präservativ die Ansteckung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten verhindert. Aus diesem Grund eröffnen Liebesspiele mit einem Präservativ, bildlich dargestellt, die Stop

Aids Kampagne 2004. Die neuen Plakate, die in Zusammenarbeit mit der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) entstanden sind, übermitteln ihre Botschaft unverblümt und ohne Umschweife. Die schwarzen Botschaften auf gelbem Grund sollen die Öffentlichkeit und im besonderen die Kunden des SexGewerbes an die Praxis des «safer sex» erinnern. (PD)

Foto: Prisma

Seit mehreren Jahren ist das Verhältnis zwischen Medienschaffenden und Ärzten gespannt. Die Ärzte sind daran nicht ganz unschuldig: Sie wähnen sich in einer falschen Sicherheit und Unantastbarkeit. Die Kommunikationsberaterin Karin Müller hilft mit ihrem Fachbuch, Misstrauen abzubauen und legt eine gesunde Basis für eine professionelle Medienarbeit. Aktive Information, Rechte und Pflichten von Journalisten, Sinn und Unsinn einer Pressekonferenz, der medienwirksame Auftritt im Fernsehen gehören genauso zum Inhalt wie die Rechtslage zum Thema Arztgeheimnis oder Tipps, wie eine Krise gemeistert werden kann. (PD)

Enorme Belastung für das Gemüt Foto: Prisma

Ärzte und Medien

Migräne


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Departement für öffentliches Recht Arbeits- und Sozialversicherungsrecht Universität Freiburg Schweiz F O R M AT I O N C O N T I N U E

Les systèmes de santé

5. Freiburger (Jubiläums-) Sozialrechtstage 23. – 24. September 2004

entre

Die 5. IVG-Revision: Kann sie die Rentenexplosion stoppen?

Du 1er au 4 septembre 2004, Genève accueillera la 8ème Conférence internationale sur la science des systèmes en santé. Lors de conférences plénières, tables rondes et sessions parallèles, des experts suisses et internationaux offriront une vision globale de la santé intégrant à la fois les aspects économiques, sociaux, éthiques, géographiques et environnementaux.

• Die IV in der Reform: Zurück zu den Wurzeln! Prof. Dr. iur. Erwin Murer, Universität Freiburg/CH

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Principaux thèmes Le système suisse de santé Le vieillissement de la population Les inégalités face à la santé Prévention en économie et en médecine L’univers du médicament Financement de la santé et rôle des assurances Concurrence entre assurances santé Maîtrise des coûts de la santé Biotechnologies et pharmacoéconomie Régulation des systèmes de soins Public

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• Zu den Ursachen der Rentenexplosion Der Hausarzt: Dr. med. Gerhard Baumgartner, Innere Medizin FMH, Murten/FR Der Psychiater: Dr. med. Rudolf Conne, Psychiater/Psychoterapie FMH, Zürich Der MEDAS- Mediziner: PD Dr. med. Beat Morell, Chefarzt MEDAS Zürich Die Rehabilitationsfachfrau: Esther Baumberger, Jowa AG, Volketswil/ZH • Fehlende Arbeitsstellen? Die Erfahrungen einer IV-Stelle Lic. phil. Werner Durrer, Direktor der IV-Stelle des Kantons Luzern • Die Antworten des Gesetzgebers in der 4. und 5. IVG-Revision: Die zentralen Punkte der beiden Revisionen Lic. phil. Béatrice Breitenmoser, Vize-Direktorin BSV, Bern • Von welchem Menschenbild geht der Gesetzgeber aus? Prof. Dr. phil. Jean-Claude Wolf, Lehrstuhl für Ethik und politische Philosophie, Universität Freiburg/CH • Die Willensfähigkeit von Versicherten mit psychischen Störungen: Die Sicht des Hirnforschers Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, Direktor am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen/D • HEARING mit den Referenten des 1. Tages Leitung: Prof. Erwin Murer und Dr. med. Renato Marelli Psychiatrie/Psychotherapie FMH, Basel • Die Zukunft der Invalidenversicherung aus der Sicht der Durchführung Lic. iur. Andreas Dummermuth, Direktor der Ausgleichskasse des Kantons Nidwalden und Präsident der IV-Stellenkonferenz • Ausschluss gewisser Krankheiten von der IV-Deckung? Lic.iur. Basiel Cardinaux, Assistent am Lehrstuhl für Arbeits- und Sozialversicherungsrecht, Universität Freiburg/CH • Die Zukunft der IV und unseres Sozialversicherungssystems Dr. h.c. Beat Kappeler, Publizist, Herrenschwanden/BE Tagungsgebühr (einschl. Pausengetränke und Dokumentation): Fr. 380.–; detaillierte Programme und Anmeldeformulare können angefordert werden bei: Weiterbildungsstelle der Universität Freiburg, Frau Annette Enz, Chemin du Musée 8, 1700 Freiburg, Tel. +41 26 300 73 47 resp. Fax +41 26 300 96 49; auch Anmeldung online via www.unifr.ch/formcont möglich.

infosantésuisse Nr. 6/2004 deutsch  

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