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infosantĂŠsuisse Magazin der Schweizer Krankenversicherer Nr. 5, Mai 2007

Aufmarsch der Panzerbakterien

Seite 16

Wer geht wie oft zum Arzt?  Seite 20

IM FOKUS:

Koordination mit den anderen Sozialversicherungen




INHALT

infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

SCHWERPUNKT 4 6 8 10 12

iiz-plus: Für eine schnelle Rückkehr an den Arbeitsplatz Die 5. IVG-Revision – Auswirkungen auf die Krankenversicherer Im Gespräch: Markus Abderhalden, Leiter Taggeld-Leistungen bei Swica Unfallversicherung: «Man kann nicht von einer wirklichen Zusammenarbeit reden» Wie wird die Pflege heute finanziert?

KRANKENVERSICHERUNG 3 Der Countdown läuft – in knapp einem Jahr läuft der Zulassungsstopp aus 1 14 Drei Fragen an: Didier Juillard, Verantwortlicher für den Kanton Jura von santésuisse

IV und Krankentaggeldversicherer spannen zusammen Seite 4

GESUNDHEITSWESEN 6 1 18 20 21

Aufmarsch der Panzerbakterien Obsan-Studie: Die ärztliche Versorgung ist (noch) überall gewährleistet Grafik des Monats: Wer geht wie oft zum Arzt? Listenmodelle: Gemeinsame Erklärung von FMH und santésuisse

SERVICE 2 2 23 23 23 24 24 25 25

Leserumfrage mit Wettbewerb News aus aller Welt BSV will Schnittstellen zwischen Sozialversicherungen erforschen Gesundheitspolitik im Wahljahr: Wo stehen die Parteien? Autofreie Tage in der ganzen Schweiz Hans Wohler neuer Leiter des Ressorts Ausbildung von santésuisse Veranstaltungskalender

Im Gespräch:Yves Rossier, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen

Seite 10

Didier Juillard über die heikle gesundheitspolitische Lage im Kanton Jura Seite 14

Nr. 5, Mai 2007 Erscheint zehnmal jährlich

Layout: Henriette Lux

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EDITORIAL



infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Volkswirtschaftliche Verantwortung, betriebswirtschaftlich sinnvoll

D Josef Barmettler Verwaltungsrat santésuisse

ie Krankentaggeldversicherer und mit ihnen die Krankenversicherer haben in jüngster Zeit ihre tradi­ tionelle Rolle abgelegt und mit dem Case Management ihre Funktion neu definiert und erweitert. Über Jahre hinweg war es ihre herkömm­ liche Aufgabe, bei Erwerbsausfall Kranken­ taggelder auszurichten und versicherungs­ rechtliche Ansprüche zu prüfen. Diese eng definierte Zuständigkeit hat die Kranken­ taggeldversicherer oft als Zahlstellen er­ scheinen lassen. Die Invalidenversiche­ rung als nachgelagertes Versicherungs­ system übernahm die Versicherten und sprach ihnen eine Rente zu. Allerdings steckten die Versicherten da bereits in der Desintegrationsspirale: Zu einem früheren Zeitpunkt wäre mit einem Stellen- oder gar Berufswechsel eine Rückkehr ins Arbeits­ leben möglich gewesen. Beide, Kranken­ taggeldversicherer und Invalidenversiche­ rung, standen im Dienste des Versicherten – nur eben isoliert voneinander. Jahrelang waren IV und Krankentaggeldversiche­ rung Einzeldisziplinen. Heute jedoch gehört es zum neuen Selbst­ verständnis der Krankentaggeldversi­ cherer, Leistungsfälle auf ihr integratives Potenzial zu prüfen und die versicherten Arbeitnehmer professionell zu begleiten. Case Management wird für die Kranken­ taggeldversicherer immer bedeutender. Denn damit führen sie aktiv zwei Versi­ cherungssysteme zusammen, deren Inter­ essen volkswirtschaftlich die selben sind. Wenn Krankentaggeldversicherer gemein­ sam mit den versicherten Unternehmen und deren Angestellten frühzeitig nach integrativen Lösungen suchen, so sparen die Arbeitgeber Prämien, die Versiche­ rer nicht notwendige Leistungskosten auf der einen und die IV Rentenzahlungen auf der anderen Seite. Und dienen damit einem bislang ungenannten Dritten: der Allgemeinheit, die nicht anfallende Ge­ sundheitskosten auch nicht zu finanzie­ ren braucht.

Mehr noch: Ein Case Management, in dem Sachbearbeiter, Sozialarbeiter und Psycho­ logen die Versicherten proaktiv beglei­ ten, beweist inzwischen, dass es möglich ist, volkswirtschaftliche Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig betriebs­ wirtschaftlich sinnvoll und erfolgreich zu handeln. Mit diesem neuen Ansatz haben sich die Krankentaggeldversicherer entfernt von ihrer einst traditionellen Einzelrolle und forcieren heute das lohnende Zusam­ menwirken. Sie leisten damit einen Bei­ trag zur finanziellen Gesundung der In­ validenversicherung. Nicht auszudenken, wie es hätte kommen können, wenn das Schweizer Stimmvolk am 11. März die In­ itiative für eine Einheitskasse gutgeheis­ sen hätte: Zur sanierungsbedürftigen IV hätte sich innert wenigen Jahren eine sa­ nierungsbedürftige soziale Krankenversi­ cherung gesellt. Eine Schuldenwirtschaft aber ist das letzte, was wir Krankenversi­ cherer wünschen.




SCHWERPUNKT

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Enge Zusammenarbeit zwischen IV und Krankentaggeld-Versicherern

iiz-plus: Für eine schnellere Rückkehr an den Arbeitsplatz Die Mehrzahl der IV-Rentner haben zuvor Taggeld einer Krankentaggeld-Versicherung bezogen. Bis Anspruch auf eine IV-Rente entsteht, braucht es eine Arbeitsunfähigkeit von einem Jahr. In dieser Zeit konnte die IV selber bis vor kurzem wenig zur Wiedereingliederung der Betroffenen unternehmen. Seit 2006 ist die Vereinbarung iiz-plus in Kraft: Damit wird eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen IV und Krankentaggeld-Versicherung Tatsache. Die IV kann so rechtzeitig mit der Reintegration beginnen.

I

n den industrialisierten Ländern ver­ lieren immer mehr Menschen aus ge­ sundheitlichen Gründen den Zugang zum Arbeitsmarkt. Alleine ist es ihnen kaum mehr möglich, zurück ins Berufs­ leben zu finden – Gesellschaft, Wirtschaft und Staat sind gefordert. Dabei gilt: Je frü­ her gezielte Reintegrationsbemühungen beginnen, desto grösser ist die Chance einer Wiedereingliederung.

Fragmentierter Sozialstaat Der Schweizer Sozialstaat ist ausserordent­ lich komplex. Zehn verschiedene Sozial­ versicherungen plus die Sozialhilfe tei­ len sich die Verantwortung. Die Finan­ zierung dieser Versicherungen könnte unterschiedlicher nicht sein: Von der Kopf­ prämie über Arbeitgeberfinanzierung und Lohnprozente bis hin zur reinen Steuerfi­ nanzierung reicht das Spektrum. Die ver­

Beitritt freiwillig Mit der Unterschrift des BSV ist der Bei­ tritt zu iiz-plus für alle IV-Stellen zwin­ gend. Nicht so für die KrankentaggeldVersicherer: Sie können der Vereinba­ rung freiwillig beitreten. Dass das Inter­ esse gross ist, zeigt sich am Beispiel der santésuisse-Mitglieder: Die grosse Mehr­ heit der Versicherer, die das Kranken­ taggeld-Geschäft betreiben, hat die iizplus-Vereinbarung unterzeichnet. Jede IV-Stelle und jede beigetretene Versicherung bezeichnet eine Kontakt­ person für den Partner. Diese Kontakt­ personen sind unter www.iiz-plus.ch aufgeführt. Dort finden sich auch alle wichtigen Informationen rund um die Vereinbarung, darunter alle Anhänge und Merkblätter.

schiedenen Sozialversicherungen werden von mehreren hundert Versicherungsträ­ gern durchgeführt – ergänzt durch Privat­ versicherungen, vor allem in der Kranken­ taggeld-Versicherung (KTG). Hier die Übersicht zu bewahren, ist selbst für Ex­ perten schwierig – für die Versicherten ist es praktisch unmöglich. Weil paral­ lel zu den ausbezahlten Versicherungs­ leistungen auch der Spardruck zunimmt, ist es in einem derart komplexen System für die Versicherungsträger eine denkbare Option, teure Fälle an eine andere Insti­ tution weiterzureichen. Entlastet wird das Gesamtsystem dadurch nicht – im Ge­ genteil: Die Reintegration verzögert sich durch diesen Drehtüreffekt, und die Kos­ ten steigen. Die Invalidenversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die Sozial­ hilfe spannen deshalb seit 2001 zusam­ men: Unter der Führung des Staatssekre­ tariats für Wirtschaft haben sie unter dem Namen iiz (Interinstitutionelle Zusammen­ arbeit) Verfahren entwickelt, welche die Versicherten durch gemeinsame Anstren­ gungen schneller wieder ins Berufsleben bringen.

Von iiz zu iiz-plus Schnell wurde klar, dass mit der engeren Zusammenarbeit zwischen Invalidenver­ sicherung, Arbeitslosenversicherung und Sozialhilfe längst nicht das gesamte Koor­ dinationspotenzial ausgeschöpft ist. Auch die berufliche Vorsorge (BV, 2. Säule) ist vom Risiko Invalidität stark betroffen. Aus­ serdem «erbe» die IV 80 Prozent der Ren­ tenfälle von der Taggeldversicherung: Das sagte Andreas Dummermuth, Präsident der IV-Stellenkonferenz, an einem Vor­ trag an der Universität Luzern. Eine Zu­ sammenarbeit im Krankheitsbereich sei

vor allem mit den Trägern der KTG-Ver­ sicherung nach KVG und VVG möglich. Deshalb haben die IV-Stellen-Konferenz (IVSK), der Schweizerische Versicherungs­ verband (SVV), das Bundesamt für So­ zialversicherungen und santésuisse An­ fang 2006 die Vereinbarung iiz-plus ge­ troffen.* Das Hauptziel der Zusammenar­ beit ist eine möglichst schnelle berufliche Wiedereingliederung.

Fokus liegt auf «best care-Fällen» Die KTG-Versicherer haben schon früh Kenntnis von Fällen, bei denen das Ri­ siko einer Invalidität besteht. Im Rahmen von iiz-plus treten die Taggeld-Versicherer und die IV-Stellen frühzeitig miteinander in Kontakt. So wird verhindert, dass bis zum Beginn der WiedereingliederungsMassnahmen wertvolle Zeit vergeht. Dank standardisierten Dokumenten verfügt die IV-Stelle über bessere Informationen zur beruflichen und gesundheitlichen Situa­ tion und kann schneller und präziser re­ agieren. Wie genau die iiz-plus-Zusam­ menarbeit abläuft, hängt von der Schwere der Fälle ab: • «Leichte» Fälle, bei denen die Arbeits­ unfähigkeit voraussichtlich nach weni­ ger als drei Monaten beendet ist, müs­ sen nicht besonders betreut werden. • Wenn eine längere Arbeitsunfähigkeit wahrscheinlich, gleichzeitig aber die Chance für eine Wiedereingliederung gross ist, arbeiten die Taggeldversicherer in der Regel nach drei, spätestens aber nach acht Monaten mit der IV zusam­ men. • Besondere Aufmerksamkeit brauchen die so genannten «best care-Fälle». Es sind komplexe Fälle, bei denen die Chancen auf eine Wiedereingliederung


SCHWERPUNKT



Foto: Prisma

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gen. Sie stellen die frühzeitige Verbindung zur IV her und informieren die betroffenen Versicherten. Insbesondere informieren die KTG-Versicherer die IV, wenn sie er­ kennen, dass Reintegrationsmassnahmen angezeigt sind (die KTG-Versicherer kön­ nen im Einzelfall Massnahmen zur Ein­ gliederung sogar direkt einleiten). Weil die IV-Stellen nun früher Bescheid wis­ sen, können sie die administrativen Ar­ beiten für das Rentengesuch und die ers­ ten Eingliederungs-Schritte parallel durch­ führen. Damit wird verhindert, dass die einjährige Wartefrist bis zum IV-Rentenan­ spruch ungenutzt verstreicht. Ausserdem sind die Versicherten nicht mehr Doppel­ begutachtungen durch KTG-Versicherer und IV ausgesetzt.

Zentrale Rolle der Versicherten

Eine möglichst schnelle Rückkehr an den Arbeitsplatz ist das erklärte Ziel von iiz-plus.

nur bei intensiver Betreuung intakt sind. Deshalb widmet iiz-plus diesen Fällen die grösste Aufmerksamkeit: Der Bei­ zug der IV durch die KrankentaggeldVersicherer erfolgt in der Regel inner­ halb von drei Monaten nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit. • Rentenfall: Eine Wiedereingliederung ist nicht zu erwarten. In diesen Fällen mel­ den die Taggeldversicherer die Betrof­ fenen (mit deren Vollmacht) nach acht Monaten für eine IV-Rente an. Die Wiedereingliederung ist so in den Ka­ tegorien 2 und 3 frühzeitig möglich, und

die Gefahr der endgültigen «Verrentung» wird massiv verringert. Um die «best-care-Fälle» schnell erken­ nen zu können, haben die iiz-plus-Part­ ner Triagekriterien ausgearbeitet. Sie be­ rücksichtigen die gesundheitliche Situa­ tion sowie das berufliche und soziale Um­ feld der Betroffenen.

iiz-plus legt grossen Wert darauf, die Ver­ sicherten von Anfang an in den Wieder­ eingliederungsoprozess mit einzubezie­ hen. Das bedingt, dass die Versicherten umfassend und verständlich über die Zu­ sammenarbeit der Versicherungsträger und über die Wiedereingliederungs-Mass­ nahmen informiert sind. Sie erhalten des­ halb ein Merkblatt, mit dem sie über die Ziele und Prozeduren von iiz-plus aufge­ klärt werden. Dazu gehört auch der Hin­ weis, dass mangelnde Kooperation Leis­ tungskürzungen zur Folge haben kann. Zudem werden die Versicherten laufend und rechtzeitig über die nächstfolgenden Schritte informiert. iiz-plus kann im Einzelfall nur zur Anwen­ dung kommen, wenn der Versicherte eine Vollmacht unterzeichnet. Diese berech­ tigt die Versicherungsträger unter ande­ rem zum Austausch der notwendigen In­ formationen. Die Versicherten müssen sel­ ber einen aktiven Beitrag, etwa in der Be­ schaffung der nötigen Unterlagen, leisten. Vor allem aber füllen sie standardmässig einen Fragenbogen über ihren beruflichen Hintergrund und ihre Zukunftsvorstellun­ gen aus. Das ist die Grundlage dafür, dass die Wiedereingliederung nicht nur schnel­ ler, sondern auch den Wünschen und Fä­ higkeiten der Versicherten angepasst über die Bühne geht.  Peter Kraft

Neue Aufgaben für die KTG-Versicherer und die IV-Stellen Für die KTG-Versicherer heisst das, dass sie sich mehr als bisher mit der beruflichen Reintegration der Versicherten beschäfti­

* Die 5. IV-Revision wird bei ihrer Annahme auch Auswirkungen auf iiz-plus haben. Lesen Sie mehr dazu auf den Seiten 6–7.




SCHWERPUNKT

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Die 5. IVG-Revision – Auswirkungen auf die Krankenversicherer

Bei Arbeitsunfähigkeit schneller handeln Am 17. Juni 2007 findet die Volksabstimmung zur 5. IVG-Revision statt. Das Referendum wurde vom «Zentrum für selbstbestimmtes Leben» und einigen kleineren Behindertenorganisationen ergriffen. Was bringt die Revision und welche Auswirkungen hat sie auf die Krankenversicherer?

D

ie 5. IVG-Revision1 sieht neue Leistungen vor und korrigiert be­ stimmte negative Systemanreize. Im Bereich der beruflichen Massnahmen wird ein Paradigmawechsel durch eine gesetzlich geregelte Früherkennung an­ gestrebt. • Früherfassung von gesundheitsbe­ dingter Arbeitsunfähigkeit • Frühinterventionsmassnahmen • Integrationsmassnahmen für psychisch Behinderte • Erweiterter Zugang zu Eingliederungs­ massnahmen. Die Vorlage ist klar eine Sanierungsvor­ lage. Es wird jedoch nicht nur gespart, sondern auch investiert – und zwar in die Frühinterventions- und Integrationsmass­ nahmen. Die Revision sieht eine tief grei­ fende Systemkorrektur vor. Sie will bei den Ursachen ansetzen und die Einglie­ derungsrate nachhaltig erhöhen. Dadurch würden die Rentenausgaben sinken. Die neuen Elemente der Früherfassung und der Frühintervention werden es den IV-Stellen erlauben, früh und unkompli­ ziert auf die Person und den Arbeitge­ ber zuzugehen und mit niederschwelligen Massnahmen zu versuchen, den Arbeits­ platz zu erhalten. Erstversicherer wie Un­ fall- oder Krankentaggeld-Versicherer ha­ ben viel früher Kenntnis von der Arbeits­ unfähigkeit. Deshalb bindet die 5. IVGRevision diese Versicherungen in die Früherfassung mit ein. Dadurch wird die

Kennzahlen zur Invalidenversicherung IV- Ausgaben 2006: 11,5 Mia. Fr. Einnahmen 2006: 8,8 Mia. Fr. Defizit 2006: 1,6 Mia. Fr. Defizit kumuliert: 9,3 Mia. Fr. Die IV-Schulden werden dem AHVFonds belastet und gefährden somit mittelfristig die AHV-Renten.

Schadensabwicklung besser koordiniert und die Eingliederung beschleunigt. Letzt­ lich werden so auch die Gesamtkosten gesenkt.

Paradigmawechsel Diese verstärkte Zusammenarbeit wird von allen Beteiligten eine radikale Ände­ rung der Einstellung erfordern. Heute er­ folgen über 90 Prozent der Anmeldungen wegen Krankheit erst nach Ablauf eines Jahres – also dann, wenn der Arbeitsplatz längt verloren ist. Leider stellen die IV-Stel­ len – trotz Abkommen mit den Erstversi­ cherern – in der Praxis noch keine signi­ fikante Veränderung hin zu früheren An­ meldungen fest. Das mag einerseits daran liegen, dass man der IV-Anmeldung nicht ansieht, wer sie allenfalls veranlasst hat, weil die IV-Anmeldung immer durch die versicherte Person selbst einzureichen ist. Andererseits verfügen Nichterwerbstätige und ein Viertel der Erwerbstätigen über keine Krankentaggeldversicherung. Früherfassung und Frühintervention sol­ len nach der 5. IVG-Revision schon nach einem Monat Arbeitsunfähigkeit einset­ zen und haben das Ziel, den Arbeitsplatz der Betroffenen zu erhalten oder ihnen rasch einen passenden zu vermitteln. Die Massnahmen der Frühintervention sind unter anderem die Anpassung des Arbeits­ platzes, Ausbildungskurse, Arbeitsvermitt­ lung, Berufsberatung, sozialberufliche Re­ habilitation und Beschäftigungsmassnah­ men. Damit die IV-Stelle schnell handeln kann, hat der Gesetzgeber eine Liste von Beteiligten erstellt, die die entsprechende Meldung machen können. Darunter fallen die Krankentaggeldversicherer nach KVG und VVG.2 Diese Meldung ist nicht die IV-Anmeldung. Die IV-Anmeldung kann nach wie vor nur durch die versicherte Person eingereicht werden. Weiter haben die Krankentaggeldversicherer zwar ein Melderecht, aber keine Meldepflicht. Den­ noch ist die Regelung von der Meldepflicht

im UVG inspiriert worden. Der UVG-Ver­ sicherer kennt allfällige Probleme bei der Rückkehr zur Arbeit früh (oder sicher frü­ her) und kann auch die Behandlung be­ einflussen. Die Unfallmeldung nach spä­ testens drei Tagen ist eine Selbstverständ­ lichkeit für den Verunfallten wie für den Arbeitgeber. Es gibt keine analoge Melde­ pflicht im Krankheitsfall. Aus Sicht der IV ist dies gravierend, denn 80 Prozent der Renten werden aufgrund von Krankheit zugesprochen.

Wichtige neue Leistungen für psychisch Behinderte Aufgrund der Rechtsprechung ist es heute nicht erlaubt, sozialberufliche Massnah­ men zulasten der Versicherung durchzu­ führen. Somit fehlen heute der IV Einglie­ derungsinstrumente, die speziell auf Per­ sonen mit psychisch bedingter Einschrän­ kung der Arbeitsfähigkeit zugeschnitten sind. Die Revision sieht neue Integrations­ massnahmen für diese Personengruppe vor. Ziel der Integrationsmassnahmen ist der Aufbau der Eingliederungsfähigkeit durch schrittweise Erhöhung der Belast­ barkeit. Weil dies die Gruppe derjenigen Versicher­ ten ist, die zur Erhöhung der Rentenquote massgeblich beigetragen haben, sind die­se Leistungen für die Sanierung unabding­ bar. Praktiker erachten die sozialberuf­ lichen Massnahmen als dringend notwen­ dig. Gerade bei den psychisch Behinder­ ten ist der Gesundheitszustand nicht für alle Zeiten gleich. Schon eine Teilrente anstelle einer ganzen Rente ist für die versicherte Person wie für die Versicherung ein Gewinn. Die be­ rufliche Integration führt auch zu einer besseren sozialen Integration: Vor diesem Hintergrund erscheint es einigermassen verwunderlich, dass Behindertenorga­ nisationen die 5. IVG-Revision mit dem Argument des Leistungsabbaus bekämp­ fen.


SCHWERPUNKT



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Medizinische Massnahmen nach IVG nur noch bis zum 20. Lebensjahr

Anreize für Arbeitgeber Die Revision sieht Einarbeitungszuschüsse in Form von Taggeldern und eine Entschä­ digung für allfällige Beitragserhöhungen bei der beruflichen Vorsorge oder der Krankentaggeldversicherung vor. Die Ar­ beitgeber sind im Rahmen des Zumutba­ ren zur Zusammenarbeit mit der IV-Stelle verpflichtet.4

Auswirkungen auf den iiz-plus-Vertrag Inhaltlich hat der Vertrag der Revision vorgegriffen, denn aktuell fehlt auf Ge­ setzesstufe eine Regelung der systema­ Foto: Prisma

Der Bundesrat hatte die Absicht, die me­ dizinischen Massnahmen zur beruflichen Eingliederung in das Leistungssystem der Krankenversicherung zu «überführen»: Seit der Einführung des KV-Obligatoriums sei dieses Risiko für die gesamte Bevölkerung versichert.3 Das Parlament entschied sich dafür, diese Leistungspflicht nach Art. 12 IVG zu erhalten, jedoch nur bis zum voll­ endeten 20. Lebensjahr. Aus Sicht der Krankenversicherer bedeutet dies, dass nur die medizinischen Massnahmen für Personen nach dem vollendeten 20. Le­ bensjahr überführt und sich finanziell zu Buche schlagen werden. Die ersatzlose Aufhebung von Art. 12 IVG hätte für die

IV Einsparungen von ca. 50 Mio. Franken gebracht. Welche Einsparungen der jetzige Kompromiss erlaubt, ist nicht bekannt.

tischen Zusammenarbeit der Versicherer untereinander. Das ATSG regelt zwar die Leistungskoordination, nicht aber die Ver­ fahrenskoordination. Die IV ist als Zweit­ versicherung auf Hinweise der Erstversi­ cherer oder auf die Anmeldung des Versi­ cherten selbst angewiesen, die momentan in über 90 Prozent der Fälle nach zwölf Monaten erfolgt. Diesen Mangel haben die Versicherungsträger erkannt und ih­ ren Möglichkeiten entsprechend gehan­ delt: Es bestehen Zusammenarbeitsver­ träge zwischen den Versicherungsträgern in den Bereichen IV-UV und IV-KTGV. Ein Beitritt ist bei solchen Verbandsver­ trägen jedoch freiwillig. Solange die Zu­ sammenarbeit der verschiedenen Versi­ cherungsträger aber auf freiwilliger Ba­ sis beruht, bleibt das Risiko, dass die IV als Zweitversicherung zu spät eingeschal­ tet wird. Der Arbeitsplatz ist dann schon verloren. Die aktuelle Form der interins­ titutionellen Zusammenarbeit hat gewich­ tige Nachteile: Sie bedingt teilweise das Einholen einer Vollmacht des Versicher­ ten, die Aufgabenkoordination ist unge­ nügend und der Informationsfluss ist er­ schwert. Der gesetzlich vorgesehene ver­ einfachte Datenaustausch der Sozialversi­ cherer untereinander5 gelangt nämlich bei der Zusammenarbeit einer IV-Stelle mit einem Krankentaggeldversicherer nach VVG nicht zur Anwendung. Eine klar gesetzlich geregelte Ausrichtung auf die verbleibende Arbeitsfähigkeit und die Rückkehr an den Arbeitsplatz hat un­ gleich stärkere Auswirkungen. Eine ge­ setzliche Verankerung dieser Melderechte hat den Vorteil, dass die Bestimmungen beim Konsultieren der verschiedenen Ge­ setze rasch gefunden würden. Denn ob­ wohl die Verträge und die dazugehörigen Hilfsformulare auf dem Internet publiziert sind (www.iiz-plus.ch), stellt man in der Praxis immer wieder fest, dass sie nicht (so) bekannt sind. Übrigens: Mit der 5. IVG Revision wird der iiz-plus-Vertrag überarbeitet. Eine Arbeits­ gruppe der Dachverbände arbeitet bereits an der neuen Version. Corinne Zbären-Lutz, Geschäftsführerin IV-Stellen-Konferenz, Luzern

BBl 2006, S. 8313ff Art. 3b Abs. 2 lit. e und f nIVG 3 BBl 2005, S. 4541 4 Art. 18a, Art. 18, Art. 7c nIVG 5 Art. 31 Abs. 2 ATSG 1 2

Mit der 5. IV-Revision wird nicht nur gespart, sondern auch investiert – vor allem in die Reintegration.




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Im Gespräch: Markus Abderhalden, Leiter Taggeld-Leistungen bei Swica

«Man kann nicht von einer wirklichen Zusammenarbeit reden» Markus Abderhalden kennt die Koordinationsprobleme mit der Unfallversicherung aus der täglichen Praxis. Der Leiter Taggeld-Leistungen bei Swica berichtet, wie er selber mit den Unfallversicherern zusammenarbeitet und nennt Möglichkeiten, wie die Zusammenarbeit unter den Kostenträgern verbessert werden kann.

infosantésuisse: In welchen Bereichen sehen Sie die grössten Berührungspunkte zwischen der Kranken- und der Unfallversicherung? Markus Abderhalden: Der wichtigste Be­ rührungspunkt ist die Abgrenzung der Leistungen: Wer übernimmt was? Das ist oftmals sehr komplex, aus medizinischer und aus juristischer Sicht. Klassische Un­ fälle bieten kaum Probleme. Schwieriger wird es bei unfallähnlichen Körperschädi­ gungen und bei Berufskrankheiten. Was genau sind unfallähnliche Körperschädigungen? In der Verordnung zur Unfallversicherung ist eine Reihe von Leiden aufgeführt, für die es keine «aussergewöhnliche äussere Einwirkung» braucht, damit sie als Unfall gelten (siehe Kasten). Es braucht gemäss Rechtsprechung lediglich ein «sinnfälliges Ereignis». Bekanntestes Beispiel für eine solche unfallähnliche Körperschädigung ist der Meniskusriss. Das «sinnfällige Ereig­ nis» kann hier ein Misstritt auf der Treppe sein – also keine «aussergewöhnliche äus­ sere Einwirkung», wie sie das Gesetz nor­ malerweise vorschreibt. Alle anderen Be­ dingungen an einen Unfall müssen aber erfüllt sein. Die Unfallversicherung über­ nimmt also keinen Meniskusriss, der auf eine Erkrankung zurückzuführen ist.

Unfallähnliche Ereignisse (Art. 9 UVV) Unfallähnliche Ereignisse sind mög­ lich bei: Knochenbrüchen, Verren­ kungen von Gelenken, Meniskusris­ sen, Muskelrissen, Muskelzerrungen, Sehnenrissen, Bandläsionen, Trom­ melfellverletzungen.

Haben Sie konkrete Beispiele? Was für Fälle sind vor allem strittig? Am besten kann ich das an den Kno­ chenbrüchen illustrieren. Die Fragen lau­ ten etwa: Ist der Bruch durch einen Un­ fall entstanden? Handelt es sich um ei­ nen Ermüdungsbruch? Wenn ja, ist er ein unfallähnliches Ereignis? Oder ist er auf eine Krankheit wie Osteoporose zurück­ zuführen? Auch gewisse Schulterleiden und Muskelrisse geben immer wieder An­ lass zu Diskussionen. Das Alter der Ver­ sicherten spielt hier eine gewisse Rolle: Bei Menschen über 50 sind solche Lei­ den in der Regel auf eine Krankheit zu­ rückzuführen.

sung. Mit externen Unfallversicherern wird es schwieriger. Dort ist die Koordination heute viel zu wenig ausgeprägt. Schwie­ rig wird es insbesondere dann, wenn die Unfallversicherer nach lang dauernden Ar­ beitsunfähigkeiten plötzlich mit dem Un­ fall abschliessen, weil ihrer Ansicht nach keine Unfallfolgen mehr vorliegen. Trotz­ dem bleibt der Versicherte arbeitsunfähig – häufig aus psychischen Gründen. Dann bezieht er im schlechtesten Fall während zwei Jahren Taggelder. Ich gebe Ihnen ein Beispiel aus der Pra­ xis: Zwei Jahre nach dem Unfall schliesst die Unfallversicherung einen Fall ab, der Betroffene meldet sich bei der Taggeld­ versicherung. Im Dossier des Unfallver­ sicherers steht, dass die Chronifizierung längst eingetreten ist. Der Versicherte wurde wiederholt begutachtet. Es wur­ den auch Versuche zur Rehabilitation un­ ternommen – ohne Erfolg. Ein Rechtsan­ walt ist bereits involviert, weil der Unfall­ versicherer schon einmal versuchte, den Fall abzuschliessen. Man hatte also be­ reits zu einem früheren Zeitpunkt den Ein­ druck, dass in diesem Fall krankheitsbe­ dingte Komponenten im Spiel sind. Trotz­ dem sind wir erst nach dem definitiven Abschluss durch die Unfallversicherung informiert worden. Was uns bleibt: Ein Versicherter mit einem stark chronifizierten Beschwerdebild, der kaum wieder in den Arbeitsprozess einge­ gliedert werden kann. Selbstverständlich werden wir alles probieren – aber uns ist durch die fehlende Information viel Zeit verloren gegangen.

Wie regeln Sie strittige Fälle mit den Unfallversicherern? Innerhalb unserer Unternehmung, die beides anbietet, funktioniert das gut. Wir sitzen zusammen und suchen eine Lö­

In dem Fall war es klar, dass dieser Versicherte zumindest vorläufig bei Ihnen bleibt. Wie machen Sie es, wenn diese Klarheit nicht gegeben ist? Wie werden dann Einigungen erzielt?

Welcher Art sind die Uneinigkeiten oder Missverständnisse mit den Unfallversicherern, und worauf gründen sie? Es geht meistens um die Frage, ob die Unfall- oder die Krankenversicherung zu­ ständig ist. Schlussendlich ist dies nicht ein medizinischer, sondern ein juristischer Entscheid. Das letzte Wort liegt also beim Richter. Grundsätzlich sind die Versiche­ rer nach KVG verpflichtet, in solchen Fäl­ len Vorleistungen zu erbringen. Für die Taggeldversicherung nach VVG gibt es keine entsprechende gesetzliche Rege­ lung, sondern ein Abkommen zwischen santésuisse, der Suva und dem Schweize­ rischen Versicherungsverband.

«Die Zuständigkeitsdiskussionen dürfen auf keinen Fall auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen werden.»


SCHWERPUNKT



Foto: Peter Kraft

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kenversicherer verpflichtet, Vorleistungen zu erbringen und die Leistungen für ab­ gelehnte Unfälle zu übernehmen. Wenn der Krankenversicherer mit einem Ent­ scheid des Unfallversicherers nicht ein­ verstanden ist, muss er auch in der OKP den Rechtsweg beschreiten. Diese Zustän­ digkeitsdiskussionen dürfen aber auf kei­ nen Fall auf dem Rücken des Versicher­ ten ausgetragen werden. Deshalb gibt es ja die Vorleistungspflicht der Versicherer nach KVG: Die Versicherten erhalten ihre Leistungen, und die Diskussionen laufen im Hintergrund. Mit der IV besteht der iiz-plus-Vertrag. Würden Sie eine ähnliche Lösung auch für die Unfallversicherung begrüssen? Sehr sogar. Es kann nicht sein, dass wir nach zwei Jahren von einem Fall Kennt­ nis bekommen, den wir übernehmen und bei dem es inzwischen aussichtslos ist, etwas zu machen. Mit einem Abkommen wie dem iiz-plus wären wir in der Lage, gemeinsam an der Wiedereingliederung dieser Leute zu arbeiten. Gerade in der Taggeldversicherung sind Case Manager von grosser Bedeutung. Was halten Sie von gemeinsamen Case Managern von verschiedenen Sozialversicherungen?

«Es kommt auf das Musikgehör jedes einzelnen an.»

Wie gesagt: Bei externen Unfallversiche­ rungen bekommen wir erst Kenntnis von den Fällen, wenn bereits eine Verfügung über den Fallabschluss erlassen ist. Dann bleibt uns nichts anderes, als im KVG-Be­ reich eine Einsprache gegen den Entscheid des Unfallversicherers einzulegen. Sie bestreiten also einfach den Rechtsweg? Wir haben gar keine andere Möglichkeit mehr, denn zu diesem Zeitpunkt ist es zu spät, um noch zusammen zu sitzen. Sie haben die mangelnde Koordination angesprochen. Was müsste besser werden? Wir treten an Mitarbeiter von Unfallversi­ cherern heran und bitten sie, uns Kennt­

nis zu geben von Fällen, bei denen sich eine Ablehnung abzeichnet. Auf Sachbe­ arbeiterebene ist uns das punktuell zwar gelungen – aber nicht bei allen Mitarbei­ tern der Unfallversicherungen stossen wir damit auf Anklang. Es gibt keine Abkom­ men diesbezüglich, und deshalb kommt es auf das Musikgehör eines jeden ein­ zelnen an. Unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit der Unfallversicherung im Taggeldbereich und im übrigen KVG-Bereich? Mit den anderen Unfallversicherern kann im Bereich der obligatorischen Kranken­ pflege-Grundversicherung nach KVG nicht von einer wirklichen Zusammenarbeit ge­ sprochen werden. Auch hier sind die Kran­

«Es kann nicht sein, dass wir nach zwei Jahren von einem Fall Kenntnis bekommen, den wir übernehmen und bei dem es inzwischen aussichtslos ist, etwas zu machen.» Die Case Manager unserer Unterneh­ mung arbeiten bereits heute systemüber­ greifend, indem sie im konkreten Fall das Gespräch mit allen Beteiligten suchen, um die Wiedereingliederung zu koordinieren. Die Idee von gemeinsamen Case Mana­ gern von verschiedenen Sozialversiche­ rungen, eine Art Case-Manager-Pool, stelle ich wegen der unterschiedlichen Hand­ lungszyklen der Versicherungen und der Führungsproblematik in Frage: Wer hat schlussendlich im Einzelfall das Sagen? Wer führt diese Case Manager? Auch in­ nerhalb der Sozialversicherungen gibt es verschiedene Interessen. Ich sehe deshalb den Weg eher in einem Abkommen mit der Unfallversicherung, ähnlich dem iizplus.  Interview: Peter Kraft


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Im Gespräch: Yves Rossier, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV)

«Die Koordination findet auf dem Terrain statt» Yves Rossier, der Direktor des BSV, kennt die Koordinationsprobleme zwischen den verschiedenen Sozialversicherungen und deren Auswirkungen. Er stellt aber klar: Die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Stellen geschieht in der Praxis, auf dem Feld – und nicht auf der Ebene der Bundesämter.

infosantésuisse: Was sind die wichtigsten Berührungspunkte zwischen der Krankenversicherung und den anderen Sozialversicherungen? Yves Rossier: Es gibt viele Berührungs­ punkte, wobei keiner von ihnen absolut zentral ist. Die Pflegefinanzierung hat Aus­ wirkungen auf die Ergänzungsleistungen. Die Frage der medizinischen Massnahmen in der IV wird in der vorliegenden Revi­ sion neu geregelt. Die Koordination mit der EU ist beim BSV angesiedelt, auch für die Krankenversicherung. Da hätte eine Aufteilung keinen Sinn gemacht. Ein wich­ tiges Element ist auch der iiz-plus-Vertrag. Aus meiner Sicht sind die Berührungs­ punkte beispielsweise zwischen der ers­ ten und der zweiten Säule oder zwischen der IV und der Arbeitslosenversicherung weitaus grösser als zwischen der Kran­ kenversicherung und den anderen Sozi­ alversicherungen. Wie hat sich der Wechsel der Krankenversicherung vom BSV ins BAG auf die Koordination der Krankenversicherung mit den anderen Sozialversicherungen ausgewirkt?

«Die IV soll ihre Leistungen zur Reintegration bereits anbieten können, wenn noch Krankentaggelder ausbezahlt werden.» Das ist für mich schwierig zu sagen. Ich habe mein Amt erst nach der Umstruktu­ rierung angetreten. Ich würde aber sagen, sie hat kaum einen Einfluss auf die Ko­ ordination gehabt. Die Krankenversiche­ rung ist ja nur in ein anderes Bundesamt gewechselt und nicht in ein anderes De­ partement. Die Idee dahinter war wohl mehr, die politische Gewichtung ein we­

nig auszugleichen. Das BSV hatte mit allen Sozialversicherungen inklusive der Kran­ kenversicherung viele Bereiche, die ge­ setzgeberisch sehr intensiv sind. Zudem war die Krankenversicherung schon im BSV etwas getrennt von den anderen Ver­ sicherungen, weil sie sehr viele Besonder­ heiten hat. Insofern sollte man diese Ver­ schiebung nicht überbewerten. Wenn Syn­ ergien (und der Wille sie zu nutzen) vor­ handen sind, dann findet man sie, auch zwischen zwei Bundesämtern. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen BSV und BAG? So stark sind die Berührungspunkte nicht. Natürlich reden wir miteinander, wo es Sinn macht. Der Austausch ist nicht schwieriger geworden im Vergleich zu der Zeit, als die Krankenversicherung noch im BSV war. Welche Rolle können die Krankenversicherer (Krankentaggeldversicherer) bei der Früherfassung und Frühintervention der IV spielen? Wichtigster Punkt ist die iiz-plus-Verein­ barung. Wenn sich die Krankenversicherer danach richten, kann die IV viel schneller intervenieren, wenn eine Person krankge­ schrieben wird. Das Ziel einer solchen Ver­ einbarung ist, dass die Kräfte von Anfang an gebündelt werden und die Zusammen­ arbeit intensiviert wird. Die IV soll ihre Leistungen zur Reintegration bereits an­ bieten können, wenn noch Krankentag­ gelder ausbezahlt werden. Es macht kei­ nen Sinn, bei einer Versicherung abzuwar­ ten, bis der Anspruch an anderer Stelle er­ schöpft ist. Sonst werden die Versicherten von einer Institution zur nächsten gescho­ ben, und überall beginnt die Prozedur der Abklärungen von neuem. So geht viel Zeit und Geld verloren. Ich kann allerdings sa­

gen, dass die Koordination zwischen Tag­ geld-Versicherern und IV in einigen Kan­ tonen bereits gut funktioniert. In den Bereichen IV, UV und KV gibt es nicht selten Fälle, bei denen eine eindeutige Zuordnung zur zuständigen Versicherung schwierig ist. Haben Sie Übereinkünfte mit dem BAG, wie die Zuteilung solcher Leistungen vor sich geht?

«Die Wahl der Finanzquelle ist eine Wahl des Kreises der Belasteten, es ist eine Frage der verschiedenen Solidaritäten.» Die Krankenversicherung bezahlt ja keine Rente, sondern medizinische Leistungen. Da hat es vorher die Problematik gegeben, dass die medizinischen Massnahmen von beiden Versicherungen angeboten wer­ den, auch von der IV. Aber mit der 5. IVGRevision wird dieses Problem ja gelöst. Es braucht also auf Ebene der Bundesämter keine Übereinkünfte? Die Koordination findet in der Praxis statt. Das Bundesamt arbeitet nicht im Terrain, sondern die IV-Stellen und die einzel­ nen Krankenversicherer. Mehrfachabklä­ rungen zum Beispiel sind ein Problem der Zusammenarbeit in der Praxis und nicht von Abgrenzungen zwischen Bundesäm­ tern. Natürlich braucht es dazu gesetzliche Richtlinien. Teilweise ist es sogar so, dass die gesetzlichen Grundlagen die Koordi­ nation erschweren. Die 5. IVG-Revision wäre diesbezüglich ein grosser Schritt vor­ wärts. Es darf in Zukunft nicht mehr sein, dass verschiedene Versicherungen Abklä­ rungen mit widersprüchlichen Resultaten treffen, und am Schluss ist niemand für den Versicherten zuständig.


SCHWERPUNKT

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keine grösseren Schwierigkeiten. Die Kran­ kenversicherer können uns aber gerne mit­ teilen, wo sie noch ein besseres Koordina­ tionspotenzial sehen. Letztlich geht es we­ niger um Koordinationsprobleme, sondern um die Frage: Wer finanziert die Leistun­ gen? Wird die Finanzquelle über Kopfprä­ mien oder über Steuerbeiträge gespeist? Die Wahl der Finanzquelle ist eine Wahl des Kreises der Belasteten, es ist eine Frage der verschiedenen Solidaritäten. Wenn der Bundesrat also sagt, die Krankenversiche­

schaft funktionieren zentral geführte Sys­ teme einfach schlecht. Zentrale Institutio­ nen kennen nur ein paar wenige Verant­ wortliche zuoberst – für alle anderen sind ihre Arbeiten nur übertragene Aufgaben. In unserem System hingegen ist jeder IV-Stel­ len-Leiter für seine IV-Stelle verantwortlich. Auf Papier ist das vielleicht chaotisch. Trotz­ dem funktioniert unser System besser als etwa das französische, weil die Verantwort­ lichen in der Praxis eben auch selber Ver­ antwortung tragen. Ich denke auch nicht,

Foto: Keystone

Zurzeit ist der Vermögensverzehr für ELLeistungen für Heimbewohner nicht einheitlich festgelegt. Sind diesbezüglich Reformen geplant? Die letzten 40 000 Franken des Vermögens dürfen nicht angetastet werden. Diese Frei­ grenze ist schweizweit einheitlich. Unter­ schiedlich gelöst ist die Frage, was mit dem Vermögen darüber geschieht. Ich bin aller­ dings nicht der Meinung, dass das einheit­ lich geregelt werden sollte. Die Kosten zur Existenzsicherung werden von den Kanto­

«Ich denke nicht, dass ein zentrales System eine schlankere Verwaltung hätte.»

nen getragen. Also ist es auch richtig, dass sie entscheiden, wie der Vermögensverzehr geregelt ist. Im Übrigen halte ich die An­ hebung der Freigrenze für keine gute Idee. Je höher diese Freigrenze, desto grösser ist der Schutz der erbrechtlichen Ansprüche. Und ich denke nicht, dass die sozialstaatli­ che Solidarität zum Zweck haben soll, die Ansprüche der Erben zu schützen. Ihr Fazit: Wo besteht in der Koordination der Krankenversicherung mit den anderen Sozialversicherungen Verbesserungspotenzial? Den Koordinationsproblemen mit der IV begegnen wir mit der 5. IV-Revsion und mit den iiz-plus-Verträgen. Ansonsten sehe ich

rung solle nicht noch mehr an die Pflegeleis­ tungen bezahlen, geht es nicht darum, die Krankenversicherer zu schützen: Es ist ein sozialpolitischer Entscheid, um die Kopf­ prämien nicht zusätzlich zu belasten. Die Pflege soll stärker über die Steuern finan­ ziert werden, weil Einkommen und Vermö­ gen in der Regel mit dem Alter steigen. Wo sehen Sie die grossen Vorteile unseres doch recht fragmentierten Sozialversicherungssystems? Die Tatsache, dass das System dezentra­ lisiert ist, ist ganz gewiss ein Vorteil. Für die Ablehnung der Einheitskasse scheint mir das das massgebliche Argument ge­ wesen zu sein. In einer komplexen Gesell­

dass ein zentrales System eine schlankere Verwaltung hätte. Hat das System auch seine Nachteile? Das System ist immer verbesserungswür­ dig. Reformen sind auch notwendig, weil die Gesellschaft sich ständig verändert. Hier wiederum ist ein dezentrales Sys­ tem viel flexibler und anpassungsfähiger. Das betrifft nicht nur die Sozialversiche­ rung oder die Krankenversicherung, son­ dern es ist ein allgemeiner Grundsatz: Je mehr die Verantwortungen verteilt werden, desto effizienter ist das Ergebnis. Natürlich braucht so ein System viel Koordination, aber der Preis ist klein gegenüber den Vor­ teilen.  Interview: Peter Kraft


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SCHWERPUNKT

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Wie wird die Pflege heute finanziert?

Pflegekosten: Krankenversicherung übernimmt die Heilbehandlungen Der Ständerat möchte in der Neuordnung der Pflegefinanzierung die Beiträge der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) je nach Pflegebedarf in Franken festlegen. Ausserdem sollen Spitex und Pflegeheime gleich finanziert

Foto: Prisma

und den Anspruch auf Ergänzungsleistungen und Hilflosenentschädigungen erweitert werden. Das ist bekannt. Doch von welcher Situation geht der Ständerat aus? Wie ist die Pflege heute finanziert? Eine kurze Übersicht.

schal nach dem Grad der Hilflosigkeit. Die Entschädigung beträgt für Heimbewohner bei mittlerer Hilflosigkeit 538 Franken, bei schwerer Hilflosigkeit 860 Franken. Die IV entrichtet auch bei leichter Hilflosigkeit ei­ nen Beitrag, nicht aber die AHV.

Ergänzungsleistungen Wenn Bezüger von AHV- oder IV-Leistun­ gen ihre Krankheits- oder Behinderungs­ kosten mit ihren Renten nicht decken kön­ nen, haben sie Anrecht auf Ergänzungs­ leistungen. Für Personen in einem Heim werden dabei das Vermögen, alle Ein­ künfte (von den Renten bis zum Eigen­ mietwert) und die nicht gedeckten Pfle­ gekosten verglichen und so der Bedarf an Ergänzungsleistungen ermittelt. Die Ober­ grenze für die Ergänzungsleistungen liegt bei 30 900 Franken.2 Kosten für Unterkunft oder Verpflegung fallen nicht in den Bereich der Grundversicherung.

G

emäss KVG vergüten die Kran­ kenversicherer beim Aufenthalt in einem Pflegeheim «die gleichen Leistungen wie bei ambulanter Kranken­ pflege und bei Krankenpflege zu Hause». Das bedeutet, dass die OKP die gesamte Heilbehandlung, nicht aber die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Betreuung in einem Pflegeheim übernimmt. Die oft gehörte Behauptung, laut Gesetz müsste die Krankenversicherung sämtliche Kos­ ten eines Heimaufenthalts übernehmen, ist also falsch. Für die Spitex hingegen sieht die Verordnung die Leistungspflicht der Grundversicherung für die Behandlungswie auch für die Grundpflege vor. Ausser­ dem sind die Finanzierungsregeln anders: Es gelten Stunden- statt Tagestarife. Ein Spezialfall sind Pflegeleistungen, die we­

gen Geburtsgebrechen erbracht werden: Hier übernimmt die IV bis zum vollen­ deten 20. Lebensjahr die Kosten. Danach werden die Kosten für die Heilbehandlung wie in anderen Pflegefällen von der sozia­ len Krankenversicherung getragen.

Hilflosenentschädigung Hilflosenentschädigungen werden an Per­ sonen ausgerichtet, die «wegen der Be­ einträchtigung der Gesundheit für alltäg­ liche Lebensverrichtungen dauernd der Hilfe Dritter oder der persönlichen Über­ wachung bedürfen»1. Sowohl die AHV als auch die IV kennen eine Hilflosenent­ schädigung, wobei im Pflegebereich vor allem die AHV eine Rolle spielt. Sie rich­ tet sich nicht nach den Kosten, die wegen der Hilflosigkeit anfallen, sondern pau­

Private Finanzierung, öffentliche Hand und informelle Pflege Wenn die Krankenversicherungsbeiträge, die AHV-Renten, die Hilflosenentschädi­ gung und die Ergänzungsleistungen nicht reichen, um die Pflegekosten zu decken, geht die Differenz zu Lasten der Pflege­ bedürftigen. Erst wenn der Vermögens­ verzehr so weit fortgeschritten ist, dass nur noch 40 000 Franken übrig bleiben, springt die öffentliche Hand ein und über­ nimmt die ungedeckten Pflegekosten. Von grosser Bedeutung ist die unentgelt­ liche Hilfe von Angehörigen und Freun­ den: Ihr Gegenwert wird für 2002 auf über 1,2 Milliarden Franken geschätzt. Zum Vergleich: Die ausgewiesenen Kosten für die Pflege betrugen im selber Jahr knapp sieben Milliarden Franken.  Peter Kraft Art. 9 ATSG Art. 3a ELG

1 2


KRANKENVERSICHERUNG

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Der Countdown läuft

In gut einem Jahr läuft der Zulassungsstopp aus

Am 4. Juli 2002 ist der Zulassungsstopp Rückkehr zum Status quo ante sind. EU-Ärzte, die direkt in die Schweiz für ambulante Leistungserbringer im Rah­ ist keine Option für die Eröffnung einer Arztpraxis kom­ men der obligatorischen Krankenpflege­ Soviel zur Geschichtsschreibung. Wie aber men, gibt es höchstens in Fällen mit Un­ versicherung in Kraft getreten. Das Par­ geht es nun weiter? Am 3. August 2008 terversorgung. lament hat die Massnahme 2005 um drei läuft der Zulassungsstopp aus. Das Parla­ Eine Rückkehr zur früheren Situation be­ Jahre verlängert. Am 3. Juli 2008 läuft die ment hat anlässlich der Debatte über die inhaltet die Gefahr, dass es zu einem un­ so genannte Bedürfnisklausel also aus. Verlängerung der Massnahme im Herbst kontrollierbaren Zuwachs an frei praktizie­ Gestützt auf die Zahlstellennummern 2004 versprochen, dass eine aberma­ renden Ärzten kommen könnte. Denn das kann in etwa abgeschätzt werden, wie lige Verlängerung des Zulassungsstopps Personenfreizügigkeitsabkommen erlaubt der Zulassungsstopp gewirkt hat. Die Sta­ nicht zur Diskussion stehe. Ebenso klar es jedem Arzt, der über ein Ärztediplom tistik des Zahlstellenregisters (ZSR) von ist, dass eine Rückkehr zum Status quo eines EU-Landes verfügt, in der Schweiz santésuisse zeigt, dass seit 1998 im Jahres­ ante nicht in Frage kommt. Denn gegen­ die Diplomanerkennung zu beantragen. durchschnitt 820 Zahlstellennummern an über den Ärzten aus der EU hat der Zu­ Diese eröffnet ihm – europaweit einzig­ Ärztinnen und Ärzte neu vergeben wur­ lassungsstopp zweifellos seine Wirkung artig – direkt den Zugang zum Schweizer den (siehe Grafik). Besonders auffällig ist gezeigt: Bislang konnten die Kantone ge­ Sozialversicherungsmarkt. Es sind deshalb dabei der Ausschlag im Jahr 2002, als der stützt auf den Zulassungsstopp einem aus­ andere Optionen als die Rückkehr zum Zulassungsstopp in Kraft trat (+ 1160). Die ländischen Arzt die kantonale Berufsaus­ Status quo ante zu prüfen, welche einer­ Ärzte hatten im Vorfeld der neuen Rege­ übungsbewilligung verweigern. Zwar ge­ seits Chancengleichheit für alle Ärzte ga­ lung einige Monate Zeit, bei den Kantonen hen bereits heute rund ein Viertel aller rantieren, andererseits für den Zugang zur eine Berufsausübungsbewilligung noch neuen ZSR-Nummern an Ärzte aus der Sozialversicherung eine gewisse Hürde nach altem Recht zu beantragen. Dies be­ EU, dabei handelt es sich aber vorab um vorsehen. Die Krankenversicherer sind ge­ wirkte eine sehr starke Nachfrage nach Ärzte, die an Schweizer Spitälern tätig sprächsbereit.  Peter Marbet Zahlstellennummern. In der Folge sank die Zahl der Neuzulassungen zwar, im vergangenen Jahr stieg sie Entwicklung der Neuvergabe von aber wieder über den langjährigen Zahlstellennummern an Ärzte Schnitt (862). 1400 Insgesamt sind zwischen dem In­ * 4.7.2002: Der Zulassungsstopp tritt in Kraft krafttreten des Zulassungsstopps 1160 1200 am 4. Juli 2002 und Ende 2006 3714 neue Zahlstellennummern an Ärzte 966 1000 vergeben worden. In derselben Zeit 862 821 haben 1783 Ärzte ihre Tätigkeit be­ 792 775 742 800 707 endet, und deren Zahlstellennum­ mern sind sistiert worden. Damit 551 600 resultiert ein Nettozuwachs von 1931 Nummern oder – gemessen an 400 der Gesamtzahl aller aktiven Num­ 200 mern Ende März 2007 – von rund 10 Prozent. Von Kanton zu Kan­ 0 ton variiert der Nettozuwachs von 1998 1999 2000 2001 2002* 2003 2004 2005 2006 Null Prozent im Kanton Uri bis zu 21,7 Prozent im steuerfreundlichen Die Zahl der ZSR-Nummern, die an Ärzte vergeben wird, ist auch nach Inkrafttreten Kanton Zug. des Zulassungsstopps hoch geblieben. Im Jahr 2002 liegt sie sogar deutlich höher.

Quelle: santésuisse

Seit dem Inkrafttreten des Zulassungsstopps hat die Anzahl der Ärzte, die über die Krankenversicherung abrechnen und im Besitz einer Zahlstellennummer sind, um zehn Prozent zugenommen. Der Zulassungsstopp hat sich im Inland als schwaches Instrument herausgestellt, gegenüber den EU-Ärzten hat er hingegen zweifellos gewirkt.


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KRANKENVERSICHERUNG

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Drei Fragen an: Didier Juillard, Verantwortlicher für den Kanton Jura von santésuisse

«Die somatische Spitalstruktur im Kanton Jura ist überdimensioniert» Nimmt man die Einheitskassen-Abstimmung als Gradmesser, ist die Bevölkerung des Kantons Jura gegenüber den Krankenversicherern kritischer eingestellt als irgendwo sonst in der Schweiz. Kein Wunder: Der Jura ist

«Für 70 000 Personen gibt es drei öffentliche Spitäler.»

infosantésuisse: Die Kantone Jura und Neuenburg haben die Einheitskassen-Initiative als einzige angenommen. Was hat die Bevölkerung des Jura zum Ja bewogen? Didier Juillard: Die Kantone der lateinischen Schweiz sind der In­ itiative generell positiver gegen­ übergestanden als die Deutsch­ schweiz: Der Jastimmen-Anteil liegt zwischen den beiden Lan­ desteilen um 20 Prozent auseinan­ der. Speziell im Jura haben viele Patienten und Versicherte Pro­ teststimmen abgegeben. Die Prä­ mienbelastung durch die Grund­ versicherung ist eine der höchs­ ten der Schweiz. Hinzu kommt, dass das medizinische Angebot dem eines Randgebiets entspricht. Das führt dazu, dass die meisten Jurassier die Zusatzversicherung «Ganze Schweiz» abschliessen – eine zusätzliche finanzielle Belas­

tung. Darüber hinaus hat der Jura die höchste Steuerbelastung aller Schweizer Kantone. Das alles führt dazu, dass die Belastung durch obligatorische Abgaben für die Jurassier sehr hoch ist. Entspre­ chend beziehen 40 Prozent der Bevölke­ rung Prämienverbilligung. Auch die jurassischen Ärzte haben die Einheitskasse in der Mehrheit befürwor­ tet. Als Einflussfaktor ist das nicht zu un­ terschätzen, weil die Ärzte gegenüber ih­ ren Patienten gerade in Fragen des Ge­ sundheitswesens Meinungsbildner sind. Der Kanton Jura hat im schweizerischen Vergleich hohe Prämien – obwohl er die üblichen Kriterien von Kantonen mit hohen Prämien (urban, hohe Dichte von

Leistungserbringern) nicht aufweist. Was sind die Gründe dafür? Zum ersten ist unsere Bevölkerungs­ struktur nicht gerade «kostendämpfend»: Wir haben zwar einen höheren Kinder­ anteil als der Schweizer Durchschnitt. Die Altersklasse zwischen 26 und 60 ist dagegen untervertreten – eine Folge der Abwanderung in Regionen, wo bessere Arbeitsplatzchancen winken. Der Anteil von älteren Menschen ist im Jura dann wieder grösser als in der Gesamtschweiz (Grafik 1). Das führt – neben generell ho­ hen Gesundheitsausgaben – dazu, dass die Dichte von Spitexdiensten und Pflege­ heimen hoch ist, mit den entsprechenden Kostenfolgen. Der Vergleich der Pflege­ kosten mit anderen ländlichen Kantonen

Grafik 1: Bevölkerungsanteil in % nach Altersgruppen 4.50 4.00

CH JU

3.50 3.00 2.50 2.00 1.50 1.00 0.50 0.00

19-25 26-30 31-35 36-40 41-45 46-50 51-55 56-60 61-65 66-70 71-75 76-80 81-85 86-90

Im Kanton Jura ist der Anteil der älteren Bevölkerung markant höher als in der Restschweiz.

91+

Quelle: BfS

Foto: Peter Kraft

gebeutelt von hohen Prämien – ohne die Infrastruktur und Leistungserbringerdichte eines Stadtkantons als Gegenwert. Ein schweres Terrain also für den lokalen santésuisse-Verantwortlichen Didier Juillard. Er nennt die Gründe für die heikle gesundheitspolitische Lage im Jura.


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700

600 Pflege (Heime und Spitex) Spital stationär

500

400

300

200

100

0 CH

JU

AI

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Die Spital- und Pflegekosten sind im Kanton Jura markant höher als in anderen ländlichen Kantonen.

CH

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beweist das (Grafik 2). Die Ärztedichte sich die Feststellung der OECD im Klei­ im Kanton Jura ist gering – so gering al­ nen: Die ökonomische Lage hat grossen lerdings, dass die Patienten oft gezwun­ Einfluss auf den Gesundheitszustand der gen sind, direkt das Spital aufzusuchen. Menschen. Im Gegensatz dazu ist die Spitalstruktur in unserem Kanton überdimensioniert. An welchen Lösungen arbeiten die VerFür eine Bevölkerung von 70 000 Per­ tragspartner, an welchen die jurassischen sonen gibt es drei öffentliche Spitäler. Kantonsbehörden? Zwar hat die Regierung die Spitäler un­ Wir legen den Akzent auf eine Anpas­ ter einer gemeinsamen Trägerschaft ver­ sung der Spitalstruktur auf die wirk­ einigt und eine gewisse Aufga­ benteilung vorgenommen. Doch die Reform wurde durch poli­ Grafik 3: Anteil der IV-Rentenbezüger tischen Widerstand aus den Re­ nach Kanton und Einwohner in % gionen, vor allem aus der Ajoie, 10.00% gebremst: Die Bevölkerung sorgte sich um ihr Spital und wohl auch 9.00% um die damit verbundenen Ar­ 8.00% beitsplätze. Gerade im wirtschaft­ lich schwachen Jura wiegt dieses 7.00% Argument besonders schwer. Die 6.00% ökonomisch schwierige Situation 5.00% hat noch weitergehende Auswir­ kungen auf die Gesundheitskos­ 4.00% ten: Die Krise der 90er-Jahre hat 3.00% zu einer bleibenden Zunahme der 2.00% Arbeitslosigkeit geführt. Nicht we­ nige dieser Menschen beziehen 1.00% nach der Aussteuerung eine IV0.00% Rente (Grafik 3). Die damit ver­ bundenen Behandlungen und Un­ tersuchungen gehen aber zulasten des KVG. Im Kanton Jura zeigt Nach Basel-Stadt hat der Kanton Jura die höchste IV-Bezügerquote aller Kantone.

Quelle: BfS

lichen Bedürfnisse. Bisher sind wir dort auf grossen Widerstand, vor allem emotionaler Art, gestos­ sen. Mit der neuen Kantonsregie­ rung scheint sich dies allerdings zu bessern. Sie scheint das Pro­ blem ernst zu nehmen, vor allem nach den Parlamentsbeschlüssen vom vergangenen März: Die freie Spitalwahl in der ganzen Schweiz ist für die jurassische Bevölkerung eine Entlastung. Für den finanz­ schwachen Kanton Jura allerdings heisst das, dass er nicht die über­ dimensionierte Spitalstruktur und die Aufenthalte von Patienten in ausserkantonalen Spitälern finan­ zieren kann. Also braucht es Lö­ sungen. Bereits sind mit den Kan­ tonen Basel-Stadt und Bern Ge­ spräche über eine Zusammenar­ beit im Spitalbereich im Gang. Von den Tarifpartnern machen uns die Spitäler die grössten Sorgen: Im Gegensatz zu den Ärzten haben wir mit ihnen noch immer keine Einigung darüber, wie es im ambulanten Bereich nach der Leistungs- und Kostenvereinba­ rung von TARMED weitergeht. Ausser­ dem sind die Akutspitäler des Jura in ihrer Kategorie die teuersten der Schweiz. Auf 2007 konnten wir die stationären Tarife aber immerhin um zehn Prozent senken.  Interview: Peter Kraft

Grafik 2: Pflege- und Spitalkosten pro Versicherten/Jahr im Kanton Jura und in anderen ländlichen Kantonen (2005) Kantonale und ausserkantonale Kosten

JU

Quelle: santésuisse

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GESUNDHEITSWESEN

infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Forschungsprojekt 49 des Nationalfonds zur Antibiotikaresistenz (NFP 49)

Aufmarsch der Panzerbakterien Der ganze Körper ist von den krankmachenden Bakterien befreit. Der ganze Körper? Nein! Ein von unbeugsamen Erregern bevölkerter Krankheitsherd hört nicht auf, den Antibiotika Widerstand zu leisten. Doch im Gegensatz zu den allseits beliebten gallischen Dorfbewohnern haben die widerspenstigen Bakterien Expansionsgelüste. Ein Forschungsprojekt des Schweizer Nationalfonds hat den Kampf aufgenommen.

M

anchmal erleben Bakterien zu­ fällig eine genetische Verän­ derung, die sie widerstandsfä­ hig gegen ein bestimmtes Antibiotikum macht. Wenn das Medikament zum Ein­ satz kommt, haben sie grosse Überlebens­ vorteile gegenüber ihren «Artgenossen». Sie können sich weiterhin ungehindert vermehren, und sie haben sogar noch eine weitere Möglichkeit, ihre Resistenz wei­ terzugeben: Plasmide sind Gen-Sequen­ zen, die in Bakterienzellen vorkommen, ohne zum Zellkern zu gehören. Manche dieser Plasmide lösen bei den Bakterien eine Vorstufe einer sexuellen Handlung aus – die so genannte Konjugation. Dabei entsteht eine Art Brücke zwischen zwei Bakterien, und das Plasmid wird von ei­ ner Bakterie auf die andere übertragen.

Staphylococcus aureus Diese Bakterien kommen beim Men­ schen häufig auf der Haut und in den Schleimhäuten vor. Findet der Erre­ ger günstige Bedingungen wie ein ge­ schwächtes Immunsystem vor, kann er Hautreizungen und Geschwüre, aber auch schwere Krankheiten wie Lungenoder Hirnhautentzündung verursachen. Staphylococcus aureus hat nun einige Stämme entwickelt, die gegen den Wirk­ stoff Methicillin resistent sind. Damit sind sie auch immun gegen alle BetaLactam-Antibiotika, die wiederum einen Grossteil aller erhältlichen Antibiotika ausmachen. Eine Behandlung dieser so genannten MRSA-Bakterien ist deshalb enorm schwierig.

Wenn das Plasmid eine Antibiotikaresi­ tenz trägt, ist das zweite Bakterium nun auch damit «angesteckt». Es gibt mehrere Arten von AntiobiotikaResistenzen: Die Bakterien können ein Ei­ weiss bilden, welches das Antibiotikum neutralisiert, sie können ihre Zellstruktur so verändern, dass das Antibiotikum kei­ nen Angriffspunkt mehr findet, oder sie können den Stoffwechselschritt, den das Antibiotikum stören soll, durch einen an­ deren ersetzen.

Globales Problem Mit den Antibiotika verbreiten sich auch die Resistenzen, und zwar auf der ganzen Welt. Einige Bakterienarten wie etwa Sta­ phylococcus aureus (siehe Kasten) haben Stämme entwickelt, die nicht nur einem, sondern den meisten Antibiotika die lange Nase zeigen. Weil Antibiotika auch in der Nutztierhaltung zum Einsatz kommen, können resistente Erreger über den Dung, aber auch über die Nahrungsmittel ver­ breitet werden. Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass sich Antiobiotikaresistenzen exponentiell ausbreiten: Zuerst langsam, später aber sehr schnell. Handeln ist also angesagt, wenn das Problem noch schein­ bar unbedeutend ist. Deshalb hat die Welt­ gesundheitsorganisation 1998 allen Staa­ ten empfohlen, Konzepte für den Kampf gegen die widerstandsfähigen «Panzerbak­ terien» zu erarbeiten. Gestützt darauf ver­ abschiedete der Bundesrat im Juni 1999 das Nationale Forschungsprogramm 49 zur Antiobiotikaresistenz. Der National­ fond erhielt dafür 12 Millionen Franken über fünf Jahre verteilt.

Führendes Überwachungssystem Heute liegen die Resultate des NFP 49 vor. Wichtigstes Ergebnis ist der Aufbau eines bereits funktionierenden Überwachungs­ systems: Seit kurzem liefert das an der Uni Bern angesiedelte SEARCH erste Daten über die Resistenzsituation in der Schweiz. Sie lassen darauf schliessen, dass jedes Jahr 80 Menschen wegen der «Panzerbak­ terien» sterben. Alleine die MRSA-Bakte­ rien (siehe Kasten) verursachen heute Kos­ ten von 14 Millionen Franken pro Jahr. In acht Jahren dürfte es zehnmal so viel sein, wenn keine Massnahmen ergriffen wer­ den, sagt die SEARCH-Projektleiterin Ka­ thrin Mühlemann. Trotzdem ist die Re­ sistenzsituation in der Schweiz noch ver­ gleichsweise günstig: Andere Länder ha­ ben viel grössere Probleme. Trotzdem, so Kathrin Mühlemann, müsse man rasch handeln, bevor die exponentielle Ver­ breitung der resistenten Bakterien ihren


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Foto: Keystone

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ins Erdreich, werden von dort ausgewa­ schen und erreichen sogar das Grund­ wasser: Spuren von Antibiotikaresten wurden dort vom Nationalfonds iden­ tifiziert. Die Konzentrationen sind zwar so klein, dass nicht klar ist, ob sie zu ei­ ner Verbreitung von resistenten Keimen beitragen können. Trotzdem empfiehlt der Nationalfonds, an Orten mit starker Abschwemmung möglichst wenig Gülle auszubringen.

Antibiotika in den meisten Flüssen nachweisbar Vom Menschen ausgeschiedene Medika­ mente fliessen mit dem Abwasser in die Oberflächengewässer. In vielen Schwei­ zer Flüssen sind Antibiotika nachweisbar – wenn auch nur in meist geringer Kon­ zentration. Grund dafür ist, dass die Me­ dikamenten-Rückstände in den Abwäs­ sern von den Kläranlagen nur ungenü­ gend neutralisiert werden. Der National­ fonds schlägt deshalb vor, das Abwasser mit Ozon zu behandeln, weil diese Me­ thode die meisten Antiobiotika-Reste ent­ fernt. Nötig wäre dies insbesondere bei Kläranlagen, die Spitalabwässer aufneh­ men: Erwartungsgemäss ist dort die Anti­ biotika-Konzentration am höchsten. Die Bakterie Staphylococcus aureus kann Lungen- oder Hirnhautentzündungen hervorrufen. Sie hat einige Stämme entwickelt, die gegen die meisten Antibiotika restistent sind.

rasanten Lauf nimmt. In der Datenbank von SEARCH laufen die Messresultate von 22 klinischen Mikrobiologie-Labors zu­ sammen. SEARCH deckt damit 80 Pro­ zent der Spitaltage und 30 Prozent der praktizierenden Ärzte ab. Damit sind die Messungen nicht nur repräsentativ, son­ dern gelten als weltweit führend. Sie lie­ fern eine gute Grundlage, um bei nega­ tiven Entwicklungen rechtzeitig Massnah­ men einzuleiten.

Resistenz in Landwirtschaft und Umwelt Seit 2006 werden Geflügel, Schweine und Rinder in der Schweiz auf antibiotikare­ sistente Keime getestet. Von jeder Tier­ art werden pro Jahr mehr als 100 Proben auf Schlachthöfen genommen, dazu Pro­ ben von schon im Verkauf befindlichem Fleisch. Das Ergebnis: Es wurden zwar Bakterien gefunden, die gegen ältere

Wirkstoffe resistent sind, aber nur sehr wenige, bei denen auch moderne Antibi­ otika nichts ausrichten können. Eine wei­ tere Teilstudie des NFP 49 hat aufgezeigt, dass bei tiergerechter Haltung der Antibi­ otikaverbrauch und damit auch die Resis­ tenzen deutlich tiefer liegen. In der kon­ ventionellen Landwirtschaft wird zudem die Milch der Kühe, die Antibiotika erhal­ ten, an Kälber und Schweine verfüttert. Schliesslich untersuchte das NFP 49 auch die landwirtschaftlichen Produkte. In 40 bis 60 Prozent der getesteten Wurst- und Käseproben wurden resistente Keime ge­ funden. Der Nationalfonds empfiehlt des­ halb, den Gehalt an solchen Bakterien für gewisse Lebensmittel zu einem Qua­ litätskriterium mit Deklarationspflicht zu erklären. Antibiotika, die den Nutztieren verab­ reicht werden, kommen via Gülle oder Mist wieder in die Umwelt. Sie gelangen

Wichtigste Empfehlung: Überwachung fortführen Die Schweiz steht in Sachen Antibiotika­ resistenz also noch vergleichsweise gut da. Das kann sich aber, wie gesehen, sehr schnell ändern. Deshalb empfiehlt der Nationalfonds dringend, die Über­ wachungssysteme in Human- und Veteri­ närmedizin sowie in Umwelt und Gewäs­ sern beizubehalten. Sie sollen in einem Nationalen Antibiotikaresistenzzentrum (NARC) zusammengefasst werden. Das NARC würde neben den Analysen auch Handlungsrichtlinien im Falle von nega­ tiven Entwicklungen herausgeben. Ge­ nerell würde es als Informations- und Beratungsplattform zum Thema dienen. Ab 2008 kann das SEARCH-Projekt nicht mehr mit Nationalfonds-Mitteln finanziert werden. Die Schätzungen für das NARC liegen bei einem Bedarf von 700 000 Fran­ ken pro Jahr. Je 150 000 Franken wollen das BAG und das Inselspital übernehmen. Um die restlichen 400 000 Franken sicher­ zustellen, ist der Nationalfonds mit den Kantonen, Spitälern und verschiedenen Sponsoren in Kontakt.  Peter Kraft


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infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Obsan-Studie «Offre et recours aux soins médicaux ambulatoires en Suisse»

Die ärztliche Versorgung ist (noch) in allen Regionen der Schweiz gewährleistet Das schweizerische Gesundheitsobservatorium (Obsan) in Neuenburg hat anhand der Daten aus dem santésuisse-Datenpool die ärztliche Versorgung in den einzelnen Regionen der Schweiz umfassend analysiert. Zurzeit herrscht in keiner Landesregion Unterversorgung. In ländlichen Regionen ist aber die Arbeitsbelastung der einzelnen Ärzte weitaus höher als in städtischen Gebieten. Auf eine zusätzliche Nachfrage aufgrund der demografischen Alterung oder auf eine Abnahme des Angebots wegen Praxisschliessungen kann deshalb in ländlichen Regionen schlechter reagiert werden.

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ie Studie geht auf zwei Aspekte der ärztlichen Versorgung – das Angebot und die Inanspruch­ nahme – ein und klammert die Kosten­ seite bewusst aus. Die emotionalen Ar­ gumente über den angeblichen Haus­ arztmangel in den Randregionen und die Überversorgung mit Spezialisten in den Zentren lassen sich mit dieser Studie wis­ senschaftlich belegen oder widerlegen.

Vollzeitäquivalente versus Anzahl Ärzte Bis anhin wurde die Ärztedichte in der Anzahl niedergelassene Ärzte pro Ein­ wohner ausgedrückt. Sinnvoller ist aber die Berücksichtigung der Beschäfti­ gungsgrade der Ärzte: So kann es durch­ aus vorkommen, dass ein einzelner Arzt mehr arbeitet als zwei seiner Berufskol­ leginnen. Bereits im Jahr 2005 ist santé­ suisse zusammen mit Vertretern des Ob­ san, des BAG, der FMH und der Kantone dieser Frage nachgegangen. In der «Un­ tersuchung der ärztlichen Versorgung»

wurde eine Methode entwickelt, die es erlaubt, für jeden einzelnen Arzt anhand der Anzahl Patienten und der Anzahl Konsultationen einen Aktivitätsgrad zu berechnen (siehe auch infosantésuisse Nr. 1/2, Februar 2006). Mit den Aktivitäts­ graden können die Vollzeitäquivalente einer Region berechnet werden. Die All­ gemeinmediziner – zu welchen das Ob­ san neben den Allgemeinpraktikern auch die Allgemeininternisten, die Gruppen­ praxen und die Ärzte ohne Facharzttitel zählt – haben gesamtschweizerisch ei­ nen Aktivitätsgrad von durchschnittlich 67 Prozent (siehe Tabelle). Dieser Aktivi­ tätsgrad ist in den Zentren mit Universi­ tätsspitälern mit 50 Prozent am tiefsten und mit 84 Prozent in den sehr länd­ lichen Regionen am höchsten.

Noch keine Unterversorgung – Gefahr besteht in ländlichen Regionen Mit anderen Worten: Die Ärzte in Regi­ onen mit einer tiefen Ärztedichte arbeiten

mehr als Ärzte in Regionen, wo es viele Ärzte gibt. Bei den Vollzeitäquivalenten sind demzufolge die regionalen Abwei­ chungen vom schweizerischen Mittel­ wert weitaus geringer als bei der klas­ sischen Ärztedichte. Die ärztliche Grund­ versorgung ist somit trotz sehr unter­ schiedlicher Ärztedichte in der ganzen Schweiz gewährleistet. Allerdings kann sich die Situation in den Randgebieten rasch ändern, weil die meisten dort täti­ gen Ärzte bereits vollzeitig tätig sind und ihre Arbeitsleistung bei einer steigenden Nachfrage oder einer Praxisschliessung eines Kollegen nicht noch weiter aus­ bauen können. Bei den Allgemeinme­ dizinern beträgt das Durchschnittsalter sowohl in städtischen als auch in länd­ lichen Gebieten 53 Jahre. Jüngere Ärzte scheinen aber eine Niederlassung in städ­ tischen Regionen zu bevorzugen. Dies kann dazu führen, dass es in ländlichen Regionen schwierig wird, einen Praxis­ nachfolger zu finden.

Urbane und periphere Medizin Angebot an Allgemeinmedizin im Jahr 2004, nach MS-Regionentypen Allgemeinmedizin

Ärzte/ 10 000 Einwohner

Schweiz

Versorgungseinheiten/ 10 000 Einwohner

Aktivitätsgrad der Ärzte (%)

% Frauen

% Ärzte < 41 Jahre

% Ärzte > 60 Jahre

9,4

6,3

67

20

10

19

12,7

6,3

50

25

11

20

Metropolräume

8,5

5,8

68

20

11

18

Tertiäre Agglomerationen

9,1

6,7

74

18

10

18

Industrielle Regionen

7,9

6,6

83

14

9

17

Touristische Regionen

9,6

6,9

72

14

8

20

Rurale Regionen

7,8

6,6

84

12

7

18

Zentren mit Universitätsspital

Quellen: BFS, santésuisse, FMH; Analyse: Obsan

Ein Grund für den tieferen Aktivitätsgrad der Ärzte in den städtischen Regionen ist der höhere Frauenanteil. Dieser liegt in den Zentren und Agglomerationen mit 20 bis 25 Prozent markant höher als in ländlichen Regionen mit nur 12 Prozent. Ärztinnen arbeiten in der Regel weniger als ihre männlichen Kollegen. Im Gegen­ satz zum Geschlecht hat das Alter kei­ nen Einfluss auf den Aktivitätsgrad der Ärzte: So arbeiten ältere Ärzte nicht we­ niger als junge Ärzte. Die Studie stellt weiter fest, dass es auf dem Land deutlich weniger Fachärzte


GESUNDHEITSWESEN

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infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Allgemeinmedizin: Lokalisationsindex, 2003 Nach MS-Regionen Lokalisationsindex > − 0,93 0,90 – 0,92 0,86 – 0,89 0,81 – 0,85 0,75 – 0,80 < 0,75

Analyse: IEFO Quellen: santésuisse, BFS

© BFS, ThemaKart, Neuenburg 2006

Der Lokalisationsindex zeigt: Die meisten Behandlungen durch den Hausarzt finden innerhalb der Wohnregion statt.

gibt. Besuche bei ausgesprochenen Spe­ zialisten sind nicht so häufig, und des­ halb können auch längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden. Ausserdem ist bei den chirurgischen Tätigkeiten die Nähe zu einem Spital notwendig. Gynä­ kologen, Pädiater und Psychiater sind auf dem Land seltener. Es wird vermutet, dass ein Teil dieser Tätigkeiten von den Allge­ meinmedizinern übernommen wird. Zusammenfassend werden zwei Arten der ärztlichen Vorsorgung unterschieden: In der urbanen Medizin arbeiten die Ärzte vermehrt Teilzeit, und der Frauen­anteil ist höher. Zudem gibt es sehr viele Spezialis­ ten. Die periphere Medizin zeichnet sich durch einen geringen Frauen­anteil aus und besteht vorwiegend aus Allgemein­ medizinern, welche ein breites Tätigkeits­ spektrum abdecken und eine hohe Ar­ beitsbelastung aufweisen.

Zum Allgemein-Praktiker meist innerhalb der Wohnregion Der zweite Teil der Studie befasst sich mit der Inanspruchnahme von ambulanten Leistungen. Die Patientenströme werden mit zwei Indikatoren – dem Lokalisations­ index und dem Market Share-Index – ge­ messen. Der Lokalisationsindex gibt die Sicht der Patienten wieder und drückt aus, welcher Anteil der Patienten sich innerhalb der Wohnregion behandeln lässt. Der Mar­ ket Share-Index betrachtet die Patienten­ ströme aus Sicht der Leistungserbringer. Er gibt an, welcher Anteil der Patienten aus der Standortregion der Leistungser­ bringer stammt. Die Analyse zeigt, dass 60 Prozent der ambulanten Behandlungen vor Ort vor­ genommen werden. Bei den Allgemein­ medizinern ist der Lokalisationsindex mit 85 Prozent am höchsten, bei der Psychia­

trie mit 49 Prozent am tiefsten, d.h. weni­ ger als die Hälfte der ambulanten psychi­ atrischen Behandlungen findet innerhalb der Wohnregion der Patienten statt. Die Grafik zeigt den Lokalisationsindex für die Allgemeinmedizin. Nicht unerwartet lassen sich die Patienten in abgelegenen Regionen wie beispielsweise dem Enga­ din, dem Jura oder dem Urnerland über­ durchschnittlich häufig in der eigenen Re­ gion behandeln. Aber auch in den grös­ seren Städten ist der Lokalisationsindex höher – dies hauptsächlich wegen dem hohen Angebot. Im Vergleich zu anderen Facharztgruppen lassen sich bei den All­ gemeinmedizinern keine grossen StadtLand-Unterschiede erkennen. Ambulante Leistungen der Allgemeinmedizin werden vorwiegend lokal beansprucht, und die Ärzte behandeln vor allem ortsansässige Patienten.  Michael Bertschi


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GESUNDHEITSWESEN

infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Grafik des Monats

Deutschschweiz: Mehr Konsultationen, aber geringere Kosten In der Westschweiz gehen die Leute zwar weniger häufig zum Arzt als in der Deutschschweiz, dafür sind die Konsultationen länger und teurer.

I

sind in der Westschweiz die Tarife höher (mit Ausnahme des Wallis haben alle West­ schweizer Kantone überdurchschnittliche Taxpunktwerte) und die Ärzte wenden den Tarif extensiver an (mehr abgerechnete Ta­ rifpositionen pro Konsultation). Eine durchschnittliche Arztkonsultation (ohne Medikamente) kostete gesamt­ schweizerisch 113 Franken. In der West­ schweiz waren es 143 Franken, in der Deutschschweiz 105 Franken. Eine Kon­ sultation kostete 2005 in der Westschweiz also 37 Prozent mehr als in der Deutsch­ schweiz. Die Grafik des Monats zeigt den Zusammenhang zwischen den Kosten pro Konsultation und der Häufigkeit der Arzt­ besuche auf: Im Kanton Jura gehen die

Leute beispielsweise nur 4,2-mal pro Jahr zum Arzt. Eine Konsultation kostet durch­ schnittlich 116 Franken. Das andere Extrem stellt der Kanton Basel-Stadt dar: Basler ge­ hen 7,2-mal pro Jahr zum Arzt. Dafür sind die Kosten einer Konsultation mit 101 Fran­ ken vergleichsweise tief. Die höchsten Kon­ sultationskosten weist mit 181 Franken der Kanton Genf auf. Weil in der Westschweiz die Kosten pro Konsultation massiv höher und die Anzahl Konsultation pro Versicherten nur leicht tiefer sind als in der Deutschschweiz, re­ sultieren in der Westschweiz höhere Arzt­ kosten pro Versicherten (700 Franken) als in der Deutschschweiz (598 Fran­ ken).  Michael Bertschi

Ärztliche Konsultationen und deren Kosten in den Kantonen 2005 Durchschnittskosten einer Konsultation

Quelle: santésuisse-Datenpool 2005

n der aktuellen Studie des Obsan (siehe Artikel auf Seite 18) wurde unter an­ derem festgestellt, dass die Romands weniger häufig zum Arzt gehen als die Deutschweizer. Dies wirft die Frage auf, warum die Krankenversicherungsprämien in der Westschweiz höher sind als in der Deutschschweiz. Auswertungen aus dem santésuisse-Da­ tenpool zeigen, dass die Westschweizer im Jahr 2005 durchschnittlich 4,9-mal ei­ nen frei praktizierenden Arzt aufsuchten, die Deutschweizer hingegen 5,7-mal. Aller­ dings dauert eine Konsultation in der West­ schweiz mit 11,8 Minuten durchschnittlich 11 Prozent länger als in der Deutschschweiz (10,6 Minuten pro Konsultation). Zudem

150

^ GE (181/5.6) |

VD

Ø W-CH

140 130

NE FR

120

JU

ZH

110

VS

100

LU

NW 90

TG OW

TI Ø D-CH

AG

AI

80 4.0

Ø CH

ZG SZ

SO

AR

BE

SG

BL

BS

GL

SH

UR

GR 4.5

5.0

5.5

6.0

6.5

7.0

7.5

Anzahl Konsultationen pro Versicherten

Die Westschweizer gehen weniger zum Arzt als die Deutschschweizer. Allerdings ist eine Konsultation in der Romandie deutlich kostenintensiver.


GESUNDHEITSWESEN

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infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Gespräch Versicherer – Ärzteschaft vom 28.3.07

Förderung von Managed Care und/oder «Listenmodellen» Im Zuge der öffentlichen Diskussion um die «Listenmodelle» haben sich Vertreter der Versicherer und der Ärzteschaft am 23. März zu einer Aussprache getroffen. Nachfolgend die gemeinsame Erklärung im Wortlaut.

D

ie Förderung von Managed Care ist ein zentrales Thema der laufenden KVG Revision. Interessierte Versi­ cherer wie auch die Ärzteschaft wollen die in den letzten zehn Jahren eingeleitete Ent­ wicklung aktiv vorantreiben. Die jeweiligen Grundhaltungen finden sich im Thesenpa­ pier der Ärztekammer, dem obersten Organ der FMH1 bzw. im Positionspapier von san­ tésuisse, dem Dachverband der Kranken­ versicherer2.In den letzten Monaten fand eine zunehmend polarisierende, öffentliche Diskussion rund um die Listenmodelle ver­ schiedener Versicherer (vgl. Kasten) statt. Dies ist insofern problematisch weil di­ ese Modelle im gleichen Atemzug wie Ma­ naged Care-Modelle genannt wurden. In der Überzeugung, dass die offenen Fra­ gen rund um die Entwicklung von Managed Care nur im Dialog gelöst werden können, hat die FMH zu einer Aussprache zwischen den verschiedenen Exponenten der Ärzte­ schaft und der Versicherer eingeladen. Das Gespräch fand am 28.03.07 statt. Die Ver­ sicherer wurden dabei wie folgt vertreten: CSS (Reto Dahinden), Helsana (Philippe Si­ gner, Petra Geiser, Georg Raguth), santé­ suisse (Stefan Kaufmann), SWICA (HansUeli Regius). Für die Ärzteschaft nahmen teil: FMH: (Jacques de Haller, Olivier Kap­ peler), med-swiss net: (Max Albrecht Fi­ scher), Ordine dei Medici: (Franco Eu­ genio Denti, Francesca Gemnetti), Société Neuchâteloise de Médicine: (Pierre-Yves Bi­ lat, Simone Walder-de Montmollin), Verein für Hausarztmedizin im Kanton Schaffhau­ sen (Gerhard Schilling), Walliser Ärztever­ band: (Marc-Henri Gauchat). Der Anlass wurde von Peter Berchtold, Präsident Fo­ rum Managed, moderiert.

Die Listenmodelle werden kontrovers be­ urteilt. Während sich die betroffenen Ver­ sicherer auf den Standpunkt stellen, die Grundlage für diese Modelle sei im KVG gegeben (siehe unten), wehren sich die Ärztinnen und Ärzte der betroffenen Re­ gionen und Kantone gegen die unilaterale Auswahl und bestreiten die Rechtmässig­ keit dieser Modelle.

Aktuell gültige Formulierung im KVG (Art. 41, Absatz 4) Die Versicherten können ihr Wahlrecht im Einvernehmen mit dem Versicherer auf Leistungserbringer beschränken, die der Versicherer im Hinblick auf eine kosten­ günstigere Versorgung auswählt (Art. 62 Abs. 1 und 3). Der Versicherer muss dann nur die Kosten für Leistungen übernehmen, die von diesen Leistungserbringern ausge­ führt oder veranlasst werden; Absatz 2 gilt sinngemäss. Die gesetzlichen Pflichtleistun­ gen sind in jedem Fall versichert.

Ausgehend von den jeweiligen Positionen diskutierten die Teilnehmer die Vorausset­ zungen, die nötig sind, um die Attraktivi­ tät von Managed Care Modellen zu erhö­ hen und wie solche Modelle durch Ärzte­ schaft und Versicherer einvernehmlich wei­ terentwickelt werden können. Die Teilnehmer stimmen darin überein, dass die offenen Fragen im Dialog geklärt werden sollen. In den kommenden Mona­ ten soll die Praktikabilität dieses Lösungs­ ansatzes ausgelotet werden. Für Juni 2007 wird ein weiteres Gespräch vereinbart an dem eine Zwischenbilanz gezogen und wei­ tere Schritte diskutiert werden.

Aktueller Stand der Diskussion dieses Artikels in der KVG-Revision (Position des Ständerates). Auszug aus Amtlichem Bulletin SR Plenum Dezember 2006 Art. 41a Antrag der Mehrheit Titel: Managed Care Abs. 1 Die Versicherten können ihr Wahlrecht auf Leistungserbringer beschränken, mit denen ihr Versicherer einen Vertrag über die Behandlung und deren Steuerung ab­ geschlossen hat (Managed Care). Die ge­ setzlichen Pflichtleistungen sind in jedem Fall versichert.

Die Teilnehmer verabschiedeten sich in der Überzeugung, einen Lösungsansatz gefun­ den zu haben der zwar noch fragil, aber doch mit dem nötigen Respekt belastbar sei.

Stefan Kaufmann, stv. Direktor santésuisse Olivier Kappeler, Mitglied des Zentralvorstands FMH

http://www.fmh.ch/ww/de/pub/fmh/standespolitik.htm www.santesuisse.ch (Rubrik «Politik und Recht» – Positionspapiere)

1

2


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SANTÉSUISSE – SERVICE

infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Leserum

frage

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rn t Ih :I b wink ücksende r , n e e h R c a w d n e mitm en u frage enderinn Wettb s er u m

r L es Rück onen nsere ter allen Pers u i i e e w n b z -Belt n Sie tschrift. U g ger e f ür o d J n Wen i t e sam re Z e eise: chen sin Nähe besse raktive Pr s s-Wo s e r e e T r n l t t Ih Wel piano im wi r a s in er -Kur S p -Abo o n i ck ! is : btax ez H he l l e l a r z ur ü A P H h n c 1. i c m s i e s zu fla je n Sie a r te rink s : lehne gesk nd T P r ei a u n . T n 3 a B d nd d e SB 2. un s–u e ei n u j a e g m fr a r ei s : 10. P e s er u L s i e b r se 4. ie un len S l ü F : A l so


service BSV will Schnittstellen zwischen Sozialversicherungen erforschen

Was geschieht beim Wechsel in eine andere Sozialversicherung?

Porsche als Ambulanz: Bulga­ rien verwendet einen Weltbank­ kredit für sein Gesundheitswe­ sen auf umstrittene Weise: Das Land hat eine Flotte von 32 Por­ sche Cayenne angeschafft, die zu Ambulanzen umgerüstet werden. Dem Gesundheitsmi­ nisterium zufolge sollen mit die­ sen Geländewagen auch abge­ legene Gebiete erreichbar wer­ den. Kritiker meinen hingegen, der Weltbankkredit wäre bes­ ser in eine moderne Spitalinfra­ struktur investiert worden. Erboste Ärzte: In Irland sol­ len Haus- und Fachärzte künf­ tig regelmässig vor staatlichen Gutachtern ihre Fähigkeiten un­ ter Beweis stellen. Ausserdem sollen Gerichtsverfahren wegen ärztlichen Kunstfehlern öffent­ lich werden. Der irische Ärzte­ bund reagiert erbost: Die Re­ form sei ein Angriff auf das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. MPAs auf Hausbesuch: Sach­ sen startet einen Pilotversuch zur Entlastung von Hausärzten in ländlichen Regionen: Spezi­ ell ausgebildete Arzthelferinnen übernehmen einfachere Haus­ besuche. Durch ein Videokon­ ferenz-System sind sie jederzeit mit den ÄrztInnen verbunden. Rauch in Brüssel: Das EU-Par­ lament lockert das eben erlas­ sene strikte Rauchverbot bereits wieder. Manche Parlamentarier hätten das Verbot systematisch unterlaufen. Die Regel sei des­ halb nicht durchsetzbar gewe­ sen, sagt eine Parlamentsspre­ cherin.

Seit Anfang der 90er-Jahre ver­ zeichnen die Sozialhilfe, die In­ validenversicherung und die Ar­ beitslosenversicherung einen starken Zuwachs der Leistungs­ bezüger und Leistungsbezüge­ rinnen. Deshalb will das Bun­ desamt für Sozialversicherungen (BSV) die Schnittstellen und Übergangsmöglichkeiten zwi­ schen diesen drei Versicherungen genau untersuchen lassen. Auch sollen die Auswirkungen allfäl­ liger Gesetzesrevisionen im einen

auf die anderen Systeme besser voraussehbar werden. Das BSV schreibt zu diesem Zweck den Forschungsauftrag «Quantifizie­ rung der Übergänge zwischen Systemen der sozialen Sicherheit» öffentlich aus. Es soll statistisch ermittelt wer­ den, wie viele Personen aus einem System austreten und in­ nerhalb einer bestimmten Frist in ein anderes eintreten – oder möglicherweise bei mehreren Systemen gleichzeitig angemel­

det sind. Ziel der Studie ist eine regelmässige Erhebung und län­ gerfristig die Einführung eines Monitorings zu den Übergängen zwischen den drei Systemen. Die Studie soll auch Hypothesen zu den finanziellen Aspekten der Systemübertritte von Leistungs­ bezügern und -bezügerinnen for­ mulieren und Indikatoren zur Er­ fassung der finanziellen Aspekte vorschlagen. Die effektive Mes­ sung der Indikatoren ist jedoch nicht Inhalt der Studie.

Kurztagung im Anschluss an die santésuisse-Generalversammlung: «Gesundheitspolitik im Fokus»

Gesundheitspolitik im Wahljahr: Wo stehen die Parteien? Die KVG-Revision kommt zwar voran – doch nicht so schnell wie erhofft. Die Interessen und Allianzen sind sehr vielfältig und manchmal unüberschau­ bar. Die Folge sind hart ge­ führte, nicht immer lösungso­ rientierte Diskussionen. santé­ suisse versammelt deshalb gesundheitspolitische Expo­ nenten aller vier Bundesrats­ parteien, um sie ein Bekennt­ nis abgeben zu lassen: Erika Forster-Vannini (FDP), Urs Schwaller (CVP) und Toni Bor­ toluzzi (SVP) legen dar, in wel­ che Richtung sie das Gesund­ heitswesen mit ihren Parteien entwickeln möchten. Die Ver­ tretung der SP ist noch vakant. Am 1. Juni ab 10.30 Uhr disku­ tieren die vier Politiker im Ho­ tel Bellevue Palace in Bern. Moderiert wird die Veranstal­ tung von Iwan Rickenbacher. Die Teilnahme an der Veran­ staltung ist gratis. Programm und Anmeldeformular finden Sie unter www.santesuisse.ch im Veranstaltungskalender.

Foto: Keystone

News aus aller Welt


24

SANTÉSUISSE – SERVICE

infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Gesundheitsförderung Schweiz: Kampagne für mehr Bewegung

Autofreie Tage in der ganzen Schweiz gramm für gesunde Unterhaltung. Auch 2006 findet wieder eine Reihe von slowUps in der ganzen Schweiz statt (www.slowup.ch). Gesundheitsförderung Schweiz ist in Sachen Bewegungsförde­ rung auch mit einer neuen Pla­ katserie aktiv: Die Sujets sollen die Bevölkerung dazu animie­ ren, lange vergessene Sportgeräte wieder hervorzuholen. Schliess­

lich steht Gesundheitsförderung Schweiz Pate für die SF-Sendung «Bi de Lüt». Während zwölf wö­ chentlichen Sendungen können die Zuschauer mitverfolgen, wie die Bewohner von Eglisau versu­ chen, überflüssige Pfunde loszu­ werden. Daten slowUps: 27.5. slowUp Wallis

10.6. slowUp Schaffhausen-Hegau 17.6. slowUp Hochrhein 1.7. slowUp Vallée de Joux 8.7. slowUp Gruyère 5.8. slowUp Genf 19.8. slowUp Sempachersee 26.8. slowUp Euregio Bodensee 3.9. slowUp Albula 9.9. slowUp Emmental 16.9. slowUp Basel-Dreland 23.9. slowUp Zürichsee

Foto: Keystone

Seit Jahren organisieren Gesund­ heitsförderung Schweiz und die Stiftung Veloland Schweiz auto­ freie Tage in der ganzen Schweiz. Während der so genannten slow­ Ups werden bestimmte Routen für den motorisierten Verkehr ge­ sperrt und bleiben Läufern, Velo­ fahrern und Inlineskaterinnen vorbehalten. Entlang der Strecke sorgt ein vielseitiges Rahmenpro­

Hans Wohler löst Sonja Althaus ab

Neuer Leiter des Ressorts Ausbildung von santésuisse Nach über fünfjähriger Tätig­ keit als Leiterin der Ausbildungs­ abteilung verlässt Sonja Althaus santésuisse, um sich beruflich einer neuen Herausforderung zu stellen. Wir danken ihr an die­ ser Stelle für die geleistete Arbeit und wünschen alles Gute und viel Befriedigung in der neuen Stelle. Per 1. Juni 2007 wird Hans Wohler (58), dipl. Krankenver­

sicherungsexperte und dipl. Er­ wachsenenbildner HF, die Lei­ tung der Ausbildung und damit auch die Nachfolge von Sonja Althaus übernehmen. Wir freuen uns sehr, dass hierbei eine in­ terne Lösung gefunden wurde und wir einen engagierten Prak­ tiker für diese Führungsarbeit gewinnen konnten. Hans Wohler war 20 Jahre im Aussendienst tätig – zuerst

10 Jahre bei einer Privatversiche­ rung als Organisationsinspektor, und anschliessend 10 Jahre bei einem Krankenversicherer als Kollektivspezialist. Der direkte Kontakt mit Kunden hinter­ liess entsprechend umfassende Kenntnisse in der Krankenversi­ cherungsbranche. Seine grosse Erfahrung als Aus­ bildner konnte er sich während acht Jahren als interner Trainer

für Fach-, Führungs- und Ver­ kaufsausbildung bei einem gros­ sen Krankenversicherer aneig­ nen. Hans Wohler arbeitet nicht nur seit fünf Jahren bei santé­ suisse und kennt damit die Ver­ hältnisse bestens, sondern war massgeblich an der Neuausrich­ tung der Lehrgänge und der neuen kaufmännischen Grund­ bildung beteiligt.


SANTÉSUISSE – SERVICE infosantésuisse  Nr. 5, Mai 2007

Veranstaltungen Veranstalter

Besonderes

Datum/Ort

Weitere Informationen

U.a. mit Fritz Britt, Direktor santésuisse

24. Mai 2007 Hotel Bern, Bern

www.gdk-cds.ch

29. Mai 2007 Saal Pfarreizentrum Bruder Klaus, Zürich

www.patientenstellen.ch

31. Mai bis 1. Juni Zentrum Paul Klee, Bern

www.nkgg.ch

Mit Erika Forster-Vannini (FDP), Urs Schwaller (CVP) und Toni Bortoluzzi (SVP). Vertretung SP vakant.

1. Juni 2007 Hotel Bellevue Palace, Bern

www.santesuisse.ch

Bisherige Erfahrungen mit Codierrevisionen im Hinblick auf die SwissDRG-Einführung

5. Juni 2007 Zürich

www.lenz-schweiz.com

Thema: Mehr Qualität und Patientensicherheit – Managed Care als Schlüsselfaktor

6. Juni 2007 WTC, Zürich-Oerlikon

www.fmc.ch

Tagung zur Psychiatrieplanung GDK

Patientendaten – zunehmend gefährdet? Verein Patientenstelle Zürich

Referat des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürich, Bruno Baeriswyl

Nationaler Kongress für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen MEM Media Foundation santésuisse ist Patronatspartner

Zweitägige Veranstaltung mit Referaten und Workshops

«Gesundheitspolitik im Fokus»: Die Bundesratsparteien im Wahljahr santésuisse

Fachtagung Codierrevision Lenz Schweiz

Forum Managed Care santésuisse ist Medienpartner

Zeichnung: Marc Roulin

Symposium Forum Managed Care

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Ausschreibung Fachspezialist Leistungen und Vertrauensärztlicher Dienst Die Ausbildung richtet sich an Kader und erfahrene Spezialisten, welche im Leistungsbereich oder in vertrauensärztlichen Diensten tätig sind. Ausbildungsträger: Die Ausbildung wird gemeinsam von santésuisse und der Schweizerischen Gesellschaft der Vertrauensärzte durchgeführt. Die verpflichteten Referenten und Referentinnen rekrutieren sich aus dem Umfeld der beiden Ausbildungsträger und verfügen über entsprechende Fachkompetenzen. Ein Grossteil der Referierenden sind Ärztinnen und Ärzte mit vertrauensärztlichem Mandat. Zweck der Ausbildung: Die Ausbildung soll die Zusammenarbeit und die Prozesse zwischen vertrauensärztlichen Diensten und Leistungsabteilungen bei Krankenversicherern oder anderen Leistungsträgern fördern und effizienter gestalten. Die Teilnehmenden erhalten nach bestandener Schlussprüfung ein Attest (Zertifikat). Inhalte: Der Kursinhalt besteht aus zwei Hauptteilen: Einem Teil, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen behandelt und einem Teil, der die medizinischen Bereiche unterrichtet. Nähere Angaben entnehmen Sie bitte dem Kursprogramm. Voraussetzungen: Voraussetzungen für die Teilnehmenden sind Grundlagenkenntnisse der Medizin und praktische Erfahrungen im Bereich der Rechnungsstellung bzw. Leistungsabrechnung. Absolventen des kompletten Medizinkurses von santésuisse verfügen über die entsprechen Voraussetzungen und werden bei der Anmeldung bevorzugt behandelt. Die Teilnehmenden verfügen über einen Internetanschluss, weil sich der Unterricht teilweise darauf abstützt. Neben dem Besuch der ganztägigen Unterrichtstage wird von den Teilnehmenden auch Selbststudium erwartet. Kurstermine: Es sind zwei Pilotkurse vorgesehen: Der Kurs 1 beginnt am 10. Oktober 2007 und endet am 17. Dezember 2008. Der Kurs 2 beginnt am 11. Oktober 2007 und endet am 18. Dezember 2008. Insgesamt sind 10 ½ Unterrichtstage sowie ein halber Tag Abschlussprüfung geplant. Kursort: Im Gebäude der HWZ, Sihlhof, Lagerstrasse 5, 8004 Zürich nähe Hauptbahnhof (5 Min. zu Fuss). Anmeldung: Ihre Anmeldung tätigen Sie bitte über unsere Homepage www.santesuisse.ch oder per e-Mail direkt an: ausbildung@santesuisse.ch Programm/Themen: 10./11. Okt. 07 Sozialsystem CH, Leistungspflicht nach KLV, MiGeL, ALT, SL, WZW-Übungen 21./22. Nov. 07 ATSG, Koordinationsteil, Versicherungen nach VVG, Taggeld, Rechtssprechung und Verfahren inkl. Risikoprüfung 19./20. Dez. 07 Spitalbedürftigkeit, Rehabilitation, Kuren, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Ernährungsberatung, Prävention 12./13. März 08 Datenschutz und VA-Vertrag, Tariffragen 23./24. April 08 Medizinische Ethik, Genetik, Gynäkologie, Geburtshilfe, Fertilisationsbehandlungen 28./29. Mai 08 Plastische Chirurgie, Gastroenterologie/Endokrinologie/Adipositas, Orthopädie, Rheumatologie und Physiotherapie 25./26. Juni 08 Kardiologie, Pneumologie, Hämatologie, Phlebologie 10./11. Sept. 08 Neurologie, Geriatrie, Psychiatrie 22./23. Okt. 08 Onkologie, Zahnmedizin, ORL 19./20. Nov. 08 Dermatologie, Pädiatrie, Ophthalmologie, Nephrologie/Urologie 17./18. Dez. 08 Infektions-KK, Impfungen und Prüfung Kurskosten: CHF 3900.– (Personen, welche den kompletten Medizinkurs als Vorbereitung besucht haben, erhalten CHF 120.– Ermässigung.) Anmeldefrist: 20. August 2007. Die Anmeldungen werden nach dem Eingang berücksichtigt!


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Ex. «Gesundheitswesen Schweiz 2007 – 2009 – Eine aktuelle Übersicht», Herausgeber: Gerhard Kocher / Willy Oggier, 422 S., Fr. 39.90

Bestellung an: Verlag Hans Huber, Hogrefe AG Länggass-Strasse 76, Postfach, 3000 Bern 9 Fax 031 300 45 94, E-mail: distribution@hanshuber.com

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Ausbildung im Sozialversicherungsbereich Kenntnisse in Sozialversicherungsfragen Berufliche und praktische Erfahrung im Gesundheitsbereich (mind. 5 Jahre) EDV Kenntnisse Französisch W/S und evtl. Italienischkenntnisse Führerschein Kat. B Selbstständigkeit, Flexibilität und Mobilität

Wenn Sie eine abwechslungsreiche, selbstständige und eigenverantwortliche Tätigkeit in einem dynamischen Umfeld anspricht, bei der die Patientin/der Patient im Mittelpunkt steht, dann freuen wir uns auf Ihre vollständige Bewerbung per Post.

Vorname / Name

THERAPLUS Stiftung für Therapiebegleitung Harald F. Grossmann Geschäftsführer Münsterberg 1 4001 Basel

Strasse / Nr.

Tel. 061 207 77 00

PLZ / Ort

Mail: harald.grossmann@theraplus.ch www.theraplus.ch


infosantésuisse Nr. 5/2007 deustch  

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