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SANTÉSUISSE – SERVICE

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Gemäss Ziffer 25.02.03.00.1 der Liste für Mittel und Gegenstände (MiGeL) werden pro Seite maximal 700 Franken zulasten der OKP erstattet. Diese Leistung ist jedoch limitiert auf bestimmte Diagnosen, wie beispielsweise Keratokonus. Im Titel steht unter genannter MiGeL-Ziffer «Spezialfälle für Kontaktlinsen II». Bedeutet dies, dass bei Keratokonus nur Kontaktlinsen erstattet werden? Nein, wenn die Korrektur gleich gut oder gar besser mit Brillengläsern gemacht werden kann, so muss die Krankenversiche-

rung die Kosten dafür übernehmen. Wenn eine gute Lösung nur durch Kontaktlinsen erzielt werden kann, so gilt die in der Frage erwähnte Ziffer 25.02.03.00.1 der MiGeL. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber, dass die Kosten für Brillengläser und Kontaktlinsen nicht kumuliert werden können und auch hier insgesamt der jährliche Höchstbetrag eingehalten wird. Auch andere Erkrankungen der Hornhaut lösen solche Leistungen aus. Die Limitation ist in der Ziffer aufgezählt. (JPB)

Milchpumpe /  Kostenbeteiligung In der Ausgabe 11/1998 vertraten wir die Meinung, dass die Milchpumpen im Rahmen der OKP ohne Kostenbeteiligung abgerechnet werden müssen. Die Praxis des EVG veranlasst uns, diesen Standpunkt zu revidieren. Die besonderen Leistungen bei Mutterschaft sind im Art. 29 KVG sowie im 4. Kapitel der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV Art. 13 bis 16) abschliessend erwähnt.

Foto: Prisma

Brillengläser/Kontaktlinsen Spezialfälle

Gemäss Art. 64. Abs. 7 darf der Versicherer auf diesen Leistungen keine Kostenbeteiligung erheben. Milchpumpen finden darin jedoch keine Erwähnung. Sie sind somit nicht Teil der besonderen Leistungen bei Mutterschaft und unterstehen der gesetzlichen Kostenbeteiligungsregelung. Diese Meinung teilt auch der Ombudsman der sozialen Krankenversicherung. (JPB)

Mototherapie: eine kassenpflichtige Leistung? Die Mototherapie ist eine Massnahme, deren Grundlage die Einheit von Wahrnehmung, Bewegung, Erleben und Handeln ist. Die mototherapeutische Behandlung wird bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen angewendet, die aufgrund von Wahrnehmungs- und perzeptivermotorischer Störungen in ihrer körperlichen und psychischen Entwicklung und infolge dessen in ihrem Lern- und Sozialverhalten auffällig oder gestört sind. Die Frage, wer die Kosten für die Mototherapie übernimmt, variiert je nach Alter (Kind oder Erwachsener), Ursache der Schwierigkeit und Wohnkanton.

Die Kosten werden in der Regel teilweise oder ganz übernommen von: • Kanton, Gemeinde oder Schule; • Invalidenversicherung (BSV/ IV: die Psychomotorik-Therapie wird seit 1973 teilweise anerkannt); • allenfalls bestehenden Krankenkassen-Zusatzversicherungen; • privaten Trägerschaften. Von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung kann diese Leistung nicht übernommen werden, da hier das Lernund Sozialverhalten und nicht eine Krankheit im engeren Sinne im Vordergrund steht. (JPB)

infosantésuisse Nr. 9/2005 deutsch  

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