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im fokus // squaredance

Abend den Bamberger Club. „Einfach so“, sagt er. Es ist nicht wichtig, ob man sich kennt – man heftet sich sein Clubschild, das so genannte „Badge“ ans Revers oder an die Bluse und tanzt einfach zusammen. So haben sich auch Günter aus Forchheim und Monika, die Präsidentin des Shillelaghs-Clubs in Erlangen kennengelernt. „Ich wollte nach der Scheidung vor ein paar Jahren einfach etwas Neues machen“, erzählt er, „und bin inzwischen in vier Clubs aktiv.“

mit Elementen aus Pop oder Hip-Hop kombinierbar und der Caller inzwischen zu einer Mischung aus DJ und Koordinator avanciert – eine Aufgabe, die bei jeder Übungsrunde eine kleine Herausforderung darstellt.

Der Altersdurchschnitt der Squaredancer scheint höher zu sein als der beim Discofox – ein guter Sport, um fit zu bleiben. Auch für Norbert und Monika, die seit drei Jahren dabei sind. „Wegen einer Knieerkrankung kann ich leider keinen Discofox mehr tanzen“, bedauert Norbert. Beim Tanzen im Square sind die Knieprobleme aber deutlich weniger zu spüren. „Auch ist es lustig und ungezwungen“, meint Monika, daher hätten sie sich beide hier sofort heimisch gefunden.

Clubmitglieder besuchen sich gegenseitig Thomas und Ehefrau Rosita sind als Gründungsmitglieder seit Anfang an im Club dabei. Auch ihre Tochter, inzwischen weit erwachsen, hat sie früher gerne begleitet. Schon ab zehn Jahren darf man mittanzen. Der Sohn von Sandy und Bernd, die heute Abend auch gekommen sind, muss mit fünf Jahren aktuell noch etwas warten, kommt aber meist mit zur Tanzstunde seiner Eltern. „Es ist immer jemand da, der nach dem Junior schaut“, sagt Sandy. Seit drei Jahren kommt die Familie regelmäßig hierher. Es ist ein unbeschwerter Abend für die Eltern einmal in der Woche, den sie sichtlich genießen.

Den Squaredance nahezu in die Wiege gelegt bekamen die Geschwister Dominique und Beatrice. „Ich glaube, ich habe schon im Babybauch mitgetanzt“, meint Dominique. Mit Mitte Zwanzig gehören sie mit zu den Jüngsten auf dem Parkett. Während Beatrice heute Abend Hose und Westernhemd gewählt hat, strahlt Dominique im tollen Country-Kleid mit wirbelndem Petticoat. Sehr zur Freude von Vater Horst, der zusammen mit seiner Frau schon seit 1985 im Club ist und sich schmunzelnd neidlos eingestehen muss: „Sie tanzen inzwischen besser als ich.“

Überhaupt sind am ersten Tanzabend nach der Sommerpause viele Tanzpaare gekommen. Auch aus anderen, umliegenden Clubs oder weil sie einfach Urlaub machen in der Stadt. „Das Schöne am Squaredance ist, dass die Leute sich gegenseitig besuchen“, meint Thomas. Oft kennt man sich gar nicht, was der Sympathie aber keinen Abbruch tut. Squaredancer untereinander sprechen sich ganz nach amerikanischer Manier beim Vornamen an. Auch Wolfram von den Lenbach Swingers aus Schrobenhausen besucht heute

KONTAKT

„Wir sind mit unseren Eltern viel herumgereist, haben auch andere Clubs gesehen und Freundschaften geknüpft. Squaredance gehört für uns einfach dazu“, meint Dominique in einem kurzen Statement. Etwas Ablenkung vom Alltag, Spaß mit netten Menschen, aus denen sich auch gute Freundschaften entwickelt haben, seien für sie durchschlagende Argumente, um regelmäßig im Club vorbeizuschauen. „Eine Jugendgruppe wäre schön“, sagt sie. Mehr Zeit zum Reden bleibt jedoch nicht, bis sie das Tanzfieber packt und sie sich in einem Square vor der Bühne einreiht.

Clubabend der Bamberg Cornhusker e. V. jeden Freitag ab 19:30 Uhr Vereinsheim der FC Sportfreunde 1919 Bamberg e. V., Am Sendelbach 6, 96050 Bamberg Thomas Spätling (Caller) Telefon (0951) 4 37 72 E-Mail caller@bambergcornhusker.de

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Sportecho Oktober / November 2019  

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