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SPORT BA zählten dabei Berchtesgaden, Füssen und Oberammergau zum engeren Favoritenkreis. Da die Organisatoren in Partenkirchen in diesen Fällen jedoch Überschneidungen der Zuschauer-Einzugsgebiete und damit einhergehende Umsatzeinbußen befürchteten, fiel die Wahl auf Oberstdorf. 1953 war es schließlich soweit: Mit dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wurde die erste Tournee der Geschichte eröffnet. Lange Zeit galt die Tournee als unüberwindbarer Mythos. Immer wieder scheiterten die Athleten bei dem Versuch, alle vier Einzelspringen in einem Winter zu gewinnen. Erst bei der 50. Ausgabe in der Saison 2001/02 erreichte der Deutsche Sven Hannawald diesen Meilenstein. In den letzten beiden Wintern gelang auch Kamil Stoch (Polen) und Ryoyu Kobayashi (Japan) dieses Kunststück.

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Der Ort Garmisch-Partenkirchen ist untrennbar mit der Vierschanzentournee verbunden. Auf der Großen Olympiaschanze fand am Neujahrstag 1953 der erste Wettkampf in der Geschichte der Tournee statt. Die Skisprung-Geschichte des Orts reicht aber noch weiter zurück: Bereits 1921 fand hier das erste Neujahrsspringen statt, zudem fungierte die Schanze als Wettkampfstätte für die Olympischen Winterspiele 1936. Im Laufe der Zeit kam es immer wieder zu Modernisierungsarbeiten an der Schanze, in den 2000er-Jahren wurde schließlich ein kompletter Neubau nötig, um den immer strengeren Anforderungen der FIS zu genügen. Im April 2007 wurde die alte Anlage gesprengt, die Einweihung der neuen Schanze fand rund acht Monate später statt.

Die Statistik In der 67-jährigen Geschichte der Vierschanzentournee gelang es zwölf verschiedenen Athleten, mehr als einen Gesamtsieg zu erringen. Rekordsieger ist der Finne Janne Ahonen mit fünf Gesamterfolgen (1999, 2003, 2005, 2006, 2008). Der Deutsche Jens Weißflog konnte die Tournee vier Mal gewinnen (1984, 1985, 1991, 1996), sein Landsmann Helmut Recknagel (1958, 1959, 1961) und der Norweger Björn Wirkola (1967, 1968, 1969) jeweils drei Mal. Wirkola schaffte es außerdem als bisher einziger Springer, die Tournee drei Mal in Folge zu gewinnen. In Sachen Einzelerfolge liegen Weißflog und Wirkola mit jeweils zehn Tagessiegen an der Spitze, dahinter rangieren Ahonen und der Österreicher Gregor Schlierenzauer mit jeweils neun Einzelsiegen auf den Verfolgerplätzen. Ahonen (29 Mal) und Weißflog (28 Mal) standen zudem mit Abstand am häufigsten auf dem Siegertreppchen in Tournee-Wettkämpfen. Für ein Kuriosum sorgte Ahonen bei seinem Gesamterfolg 2006, den er sich mit dem Tschechen Jakub Janda teilen musste. Beide kamen nach acht Wettkampfsprüngen auf exakt dieselbe Punktzahl.

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Die Austragungsorte

ObersTdorf Auf der Schattenbergschanze in Oberstdorf findet traditionell der erste Wettbewerb im Rahmen der Vierschanzentournee statt. Einzige Ausnahme: Bei der Premiere im Winter 1952/53 startete die Tournee mit dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Das Springen in Oberstdorf findet noch im alten Jahr statt, der 29. oder 30. Dezember hat sich dabei als Wettkampftag etabliert.

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Sportecho Dez 19/ Jan20  

Sportecho Dez 19/ Jan20  

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