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ECHO

SPORT BA Im Dachgeschoss seines Hauses befindet sich sein kleines, aber feines Fechtatelier. Hier hat er seine Florette und seine Ausrüstung von der Nationalmannschaft mit dem Bundesadler-Emblem aufgereiht, daneben steht eine Fechtbahn. Da lässt es sich durchaus üben, einen vom Balken fallenden Handschuh zu treffen. „Gar nicht so einfach“, findet die 9-Jährge Kim und startet gleich mehrere Versuche. „Man muss schnell sein und im richtigen Moment schneller sein als der Gegner“, sagt Hojer und lacht. Auch dürfe man im Wettkampf anfangs nicht zu viel von sich preisgeben, um den Gegnern die Stärken und Schwächen nicht gleich auf dem Silbertablett zu präsentieren. „Das wahre Potenzial zeigt sich immer erst in der Endrunde“, weiß der Stratege.

Erfolg. Dass die Sportart sehr teuer ist, sei zudem längst überholt. „Nahezu jeder Verein hat einen Fundus mit Masken, Floretten und Handschuhen, die man sich zunächst ausleihen und erst nach drei Monaten entscheiden kann, ob man sich eine Ausrüstung für etwa 140 Euro zulegt.“ Zeitintensiv ist Fechten aber allemal. Um sich auf Wettkämpfe vorzubereiten, stehe nicht nur intensives Training, sondern auch viel Videoarbeit an. Seit einiger Zeit, jetzt im hohen Alter, versucht Manfred Hojer dem Wettkampfmodus zu entgehen. „Ich habe mich entschieden, dass es ein Leben nach dem Fechten gibt“, sagt er. Einfach zu relaxen, die Zweisamkeit zu genießen, Gartenarbeit zu machen oder zu verreisen wann und wohin man möchte, stehe ihm inzwischen mehr im Sinn. Sein Herz schlägt aber weiterhin für den Fechtsport und die Equipe – nur etwas ruhiger und nicht mehr ganz so schnell. / Daniela Pielenhofer // Fotos: Daniela Pielenhofer, Manfred Hojer privat

Winkler Oliver

„Fechten ist gut für die Konzentration und die Koordination in jedem Alter“, sagt Hojer. Galt der Fechtsport früher mit seinen Kodexen der Kameradschaft und Ritterlichkeit vorwiegend elitär, habe er heute damit nicht allzu viel zu tun. Wer Fechten lernen will, muss Kraft, Ausdauer und Humor mitbringen, sich auf Analysegespräche einlassen und die Technik in vielen Trainingsstunden üben. „Vor allem Kinder ab 10 Jahren, wenn sie gewinnen wollen“, findet der Profi. Der sportliche Ehrgeiz übertrage sich dabei durchaus auf die schulischen Leistungen oder den späteren beruflichen

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Sportecho Dez 19/ Jan20  

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