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AnglerForum Mitteilungsblatt des LSFV SchleswigHolstein e.V.

Mitglied im Verband

Deutscher Sportfischer, im Landessportverband,

im Landesnaturschutzverband und im Baltic Sea RAC

LSFV-Präsident Ernst Labbow beendet Amtszeit Generationswechsel in der Führung des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein. Nach über 31 Jahren engagierten ehrenamtlichen Wirkens verlässt LSFV-Präsident Ernst Labbow die Kommandobrücke des Verbandes. Der Wechsel wird Ende April auf der Jahrestagung des Verbandes eingeleitet. Als Nachfolger schlägt das LSFV-Präsidium Peter Heldt vor. Kiel von Michael Kuhr

Ein Nagelrochen ging Andreas Kling an den Haken.

Foto: Kuhr

Ungewöhnlicher Fang im norwegischen Stavanger-Fjord Einen ungewöhnlichen Fang im norwegischen Stavanger-Fjord machte der Sportjournalist Andreas Kling aus Wrist. Beim Pilken ging ihm ín etwa 20 Meter Wassertiefe dieser wunderschöne Keulen- oder Nagelrochen an den Haken. Das Tier biss auf einen Pilker und ließ sich nur mit viel Mühe aus dem Wasser des Stavanger-Fjordes ziehen. Seiten 10 & 11

Ernst Labbow hat sich in den vielen Jahren ehrenamtlicher Arbeit viele Verdienste erworben. Auf Vorschlag des Präsidiums und des Verbandsausschusses wird Ernst Labbow zum Ehrenpräsidenten des LSFV ernannt. Zum Nachfolger wird Peter Heldt, derzeit Vizepräsident und Kreisvorsitzender der Angler in Schleswig-Flensburg vorgeschlagen. Mit Ernst Labbow verlässt auch das Angler-Forum die Bildfläche. Nach 15 Ausgaben wird das Erscheinen des Heftes in Druckform auf Beschluss des Verbandsausschusses ab sofort eingestellt, weil der ehrenamtlich erbrachte Zeitaufwand in keinem Verhältnis mehr zum Erfolg des am heimi-

schen Computer entstandenen Heftes steht. Ausschlag gab auch das magere Ergebnis einer Umfrage, die in der Gesamtauflage von fast 5000 Heften (gedruckt und online) erschien und von lediglich sieben Anglern beantwortet wurde. Mehr im Innenteil


Inhalt Petri Heil

Vorwort LSFV-Präsident Ernst Labbow hat das Wort ..........................

Angeln in der Stör verspricht am Ende des Tages eine schöne Vielfalt. Seite 7

3

Intern Neues aus der LSFVKüstenklatschwelle ............................ 4

Kreativ Klimawandel Prof. Dr. Mojib Latif sprach in Plön vor Anglern über Klimawandel ............... 8

LSFV-Buchtipps Drei Bücher werden diesmal ganz besonders für Angler vorgestellt ...... 13

Vermessung Der Große Plöner See wird seit 30 Jahren mal wieder neu vermessen ................ 15

Grundel Die Schwarzmundgrundel hat Einzug in den NOK gefunden ................ 18 & 19

I m p r e s s u m

Aus abgebrannten Feuerwerkskörpern kann man übrigens richtig gute Posen bauen Seite 9

Schnäpel Jahr für Jahr werden durch die Fischer tausende von Schnäpeln in die Ostsee eingesetzt. Seite 17

Das „Angler-Forum“ ist das offizielle Mitteilungsblatt des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein. Es erscheint viermal im Jahr zum Ende eines Quartals (Auflage: 2000 Stück) kostenlos für alle Mitgliedsvereine und -vorstände im LSFV und erfüllt die satzungsgemäßen Voraussetzungen. Ein kostenloses Download gibt es für alle interessierten AnglerInnen im Internet unter www.lsfv-sh.de Herausgeber: Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V., Papenkamp 52, 24114 Kiel (Tel. 0431-676818, Fax 0431-676810 oder E-Mail: info@lsfv-sh.de) V.i.S.d.P.: Michael Kuhr, LSFV-Pressesprecher, Papenkamp 52, 24114 Kiel (Tel. 04521-72203, Fax 04521-830304 oder E-Mail: kuhr@lsfv-sh.de) Mit vollem Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion ist nicht verpflichtet, unverlangt eingesandte Manuskripte abzudrucken. Vereine und Kreisverbände sind für die Richtigkeit ihrer Artikel selbst verantwortlich.

I m p r e s s u m


Angler-Forum:

Der Präsident hat das „letzte“ Wort Liebe Angelfreunde, dieses Vorwort ist ein besonderes, denn es ist mein letztes als Präsident des Landessportfischerverbandes SchleswigHolstein, weil ich nach 31 Jahren aktiver Vorstandstätigkeit auf unserer Hauptversammlung am Sonntag, dem 26. April, nicht erneut kandidiere. Vielmehr schlage ich den Delegierten mit Angelfreund Peter Heldt einen Nachfolgekandidaten vor, der sich aus meiner Sicht in den vergangenen drei Jahren als Vizepräsident sehr gut vorbereiten konnte auf die nicht immer einfache Arbeit in der Verbandsführung. Dafür legt er jetzt noch bestehende Ehrenämter nieder, vor allem den Vorsitz im Kreisverband SchleswigFlensburg, um sich ganz auf den Landesverband konzentrieren zu können. Meine Mitarbeit im LSFV endet damit jedoch nicht ganz. Als Mitglied des Präsidiums des Deutschen Fischereiverbandes (DFV) werde ich regelmäßig von bundes- und europapolitischen Entwicklungen berichten und Wünsche und Anregungen aus dem Landesverband in die Bundesgremien tragen. Außerdem ist auch diese ganze Ausgabe des AnglerForums eine besondere, denn sie ist die vorerst letzte gedruckte Fassung. Auf vielen Versammlungen, in zahlreichen Gesprächen, im Internet-Forum und zuletzt über eine Umfrage in der letzten Ausgabe haben wir das Interesse der Mitglieder am Fortbestand des Mitteilungsblattes erfragt.

Dabei galt es auch, die erhebliche Arbeit und die hohen Kosten ins Verhältnis zum Nutzen zu setzen. Bei 2.500 gedruckten und verschickten Heften und mehreren tausend von der Internet-Seite geladenen Dateien haben ganze sieben (!) Angelfreunde an der erbetenen Umfrage teilgenommen. Bei dieser Resonanz ist es nicht mehr zu verantworten, für das Mitteilungsblatt einen derartigen hohen Aufwand zu betreiben. Künftig wird das AnglerForum daher nicht mehr regelmäßig jedes Quartal erscheinen und verschickt, sondern bei Bedarf und einer genügenden Menge an „Stoff“ über die Internet-Seiten des LSFV zum Herunterladen zur Verfügung gestellt werden. Zusammen mit den Rundschreiben, Versammlungen, fachbezogenen Sitzungen, dem newsletter und weiteren Informationswegen verfügen wir damit über eine umfassende öffentliche Darstellung unseres Verbandes mit größtmöglichem Nutzen bei vertretbarem Aufwand. Nun möchte ich noch kurz auf andere aktuelle Entwicklungen eingehen, die für uns alle wichtig und interessant sind. Zum einen wurde ein bedeutender Schritt in Richtung Fusion der deutschen Anglerverbände unternommen. In seiner Hauptversammlung am 7. März hat der Deutsche Anglerverband e.V. (DAV) ohne Gegenstimme (!) den Zusammenschluß der Verbände befürwortet. Die Versammlung des Verbandes Deutscher Sportfischer e.V. (VDSF) steht im Herbst an, am 16. Oktober,

und ich erwarte dort ein gleich deutliches Votum. Anschließend tritt eine Kommission zusammen, die den Zusammenschluss in die Wirklichkeit umsetzt. Im kommenden Jahr könnte es dann schon soweit sein! Zum anderen steht die Änderung des Fischereigesetzes, der Küstenfischereiordnung, der Binnenfischereiordnung und der Durchführungsverordnung zum Fischereigesetz an. Bezüglich des LFischG wurden wir sehr frühzeitig von den Landtagsfraktionen der CDU und SPD in das Verfahren einbezogen und konnten wesentliche Änderungswünsche in einer umfassenden Stellungnahme vorbringen. Vermutlich noch in diesem Jahr könnte das geänderte Gesetz in Kraft treten. Für die nachrangigen Verordnungen hat sich die oben angesprochene Annäherung der Verbände bereits auf Landesebene praktisch bewährt, LSFV

und LAV haben eine gemeinsame Stellungnahme abgegeben. So zeigt sich schon jetzt, dass wir alle von einer Zusammenführung der Verbände profitieren können. Nicht ein einziger Nachteil ist mir ersichtlich. Und es liegen einfach noch zu viele Aufgaben vor uns, derer wir uns gemeinsam, mit gebündelten Kräften, annehmen müssen. Die Ressourcen sind begrenzt, es wäre also mehr als nur unwirtschaftlich, sondern auch unvernünftig, Aufwand für Streit zwischen Verbänden zu betreiben, der im Streben nach sachgerechter Umweltpolitik in Behörden, Verbänden und anderen Organisationen benötigt wird. Diese kurze Darstellung aktueller und wichtiger Themen soll für das Vorwort genügen. Ihnen und Euch allen wünsche ich eine schöne Frühlingszeit mit viel Petri Heil und ich hoffe, wir sehen uns auf unserer Hauptversammlung! Ihr

Ernst Labbow Präsident


Interessantes aus dem LSFV-Präsidium

tenklats s ü chwelle K von V F LS LSFV-Pressesprecher Michael Kuhr

Die erste Nachricht des neuen Jahres im LSFV-Newsletter ist eine gute: Das Aal-Projekt der Europäischen Union soll mit der Unterstützung des LSFV in Schleswig-Holstein fortgeführt werden. Damit werden in den nächsten fünf Jahren jeweils etwa 20.000 Euro als LSFVAnteil in das Projekt für die Elbe-Zuflüsse fließen. „Wir werden allerdings nicht mehr zahlen, wenn unsere Angler von dem Projekt keine Vorteile mehr haben“, sagte LSFV-Präsident Ernst Labbow deutlich. Das heißt: wenn es durch die EU zu inakzeptablen Einschränkungen der Angelei auf Aal kommt, steigt der LSFV aus der Finanzierung aus. Angesichts des herausragenden Einsatzes des LSFV für den Schutz des Europäischen Aals werde es nicht hingenommen, wenn unsere Mitglieder später behandelt werden wie diejenigen, die nicht den geringsten Anteil für den Bestandsschutz leisten. "Nur wer sät, darf später auch ernten", stellte Ernst Labbow klar.  In einer Informationsveranstaltung des LSFV ging es um die Freiwilligen Vereinbarungen zwischen dem LSFV und dem Umweltministerium, die die weitere fischereiliche Nutzung der Angelvereine in der bisheri-

gen Art und Weise sicherstellen sollen. Dabei sei eine Art Bestandsschutz für die Vereine erreicht worden. Zu dem aktuellen Sachstand und den künftigen Aufgaben referierten LSFVGeschäftsführer Dr. Dieter Bohn und Edelgard Heim vom Gebietsmanagement in den Natura 2000-Gebieten. Außerdem wurden an diesem Abend die einzelnen Vereins- und Gebietsvertreter als Ansprechpartner vor Ort benannt.  Der LSFV hat im vergangenen Jahr 625 Mitglieder verloren. Das Präsidium sprach über die Ursachen, die offenbar sehr vielfältig sind. Vor allem die demografische Entwicklung, aber auch die wirtschaftliche Krise hinterlassen bei den Anglern Spuren. Der LSFV wird seine Aufgaben und damit verbundene Ausgaben weiterhin täglich auf den Prüfstand stellen. Dennoch sind die Beitragsverluste der seit vier Jahren registrierten Mitgliederrückgänge auf Dauer nicht allein durch Sparen kompensierbar. Positiv zu bemerken sei aber, dass in diesem Jahr bereits drei Vereine neu in den LSFV aufgenommen wurden. Das zeigt, dass der Nutzen, der von einer Mitgliedschaft im Verband ausgeht, überzeugt. Gemeinsam sind wir Angler stark, gemeinsam können wir viel erreichen und gemeinsam hatten wir auch schon gute Erfolge.  Hinsichtlich der Nutzung von Booten mit Elektromotoren ist der LSFV wieder ein Stück

vorangekommen. Nachdem der Kreis Plön jetzt für den Dobersdorfer See fünf Boote mit Elektromotoren genehmigte, signalisierte vor wenigen Tagen auch der Kreis RendsburgEckernförde die Genehmigung von Elektrobooten für den Westensee. Damit ist der LSFV seinem Ziel näher gekommen, auf allen vom LFSV bewirtschafteten Gewässern den Einsatz von Booten mit Elektromotoren zumindest für Menschen mit körperlichen Behinderungen zu ermöglichen.  Das gesamte Fischereirecht des Landes steht derzeit vor einer Aktualisierung. Nachdem zunächst das Hauptwerk, das LFischG, überarbeitet wird, folgen anschließend die Küstenund Binnenfischereiordnung sowie die Durchführungsverordnung zum Fischereigesetz. Frühzeitig wurde der LSFV von der Politik, den Landtagsfraktionen von CDU und SPD, einbezogen und angehört, so dass eine gute Grundlage für das weitere Verfahren geschaffen wurde. Noch in dieser Legislaturperiode soll das neue Gesetz in Kraft treten. Das ist einerseits ein Vorteil, weil positive Entwicklungen den Anglerinnen und Anglern recht schnell zugute kommen. Andererseits kann es aber auch ein Nachteil sein, weil in dieser Zeitraum nicht ausreicht, um grundlegende Neuerungen zu diskutieren und umzusetzen. So ist etwa die Fiktion, nach der bestimmte Flußläufe als Küstengewässer gelten, an denen keine Hegepflicht besteht, änderungswürdig. Für die betroffenen

Erwerbsfischer wären damit aber wohl berufs-, steuer- und sozialversicherungsrechtliche Änderungen verbunden, die langfristig vorbereitet werden müßten. Nach dem LFischG werden dann die nachrangigen Verordnungen überarbeitet. Entsprechende Vorschläge erstellt der LSFV derzeit gerade. Dennoch ist es nicht zu spät, gute Vorschläge einzureichen. Sie sind jederzeit sehr willkommen und können gegebenenfalls auch später noch in das Verfahren eingebracht werden. Wesentliches Thema ist in Verbindung mit der KüFO und der BiFO der Fischartenschutz besonders zu den Arten Aal und Dorsch, weil hier auch europäische Schutzprogramme laufen. Diese müssen jedoch offensichtlich besser aufeinander abgestimmt werden. So ist ein Schutz des Europäischen Aals ohne gleichzeitige Maßnahmen bezüglich des Kormorans kaum sinnvoll. Auch erhöhte Mindestmaße führen in erster Linie zu einer größeren Menge an zurückzusetzenden Fischen, die dann gerade nicht sinnvoll verwertet werden, obwohl diese Verwertung aus unserer Sicht immer der Zweck des Angelns ist.  Bei der jüngsten Tagung der Sportwarte im LSFV im Vereinshaus des Kreisverbandes Neumünster am Einfelder See ging es neben der Schulung auch um die Verlängerung der Schiedsrichterlizenzen. Ein wichtiger Besprechungspunkt lag in der Wertungsregelung der Meeresfischen.


Ernst Labbow: über 30 Jahre erfolgreich im Ehrenamt für die Angler Plön von Michael Kuhr

Ernst Labbow wird mit der anstehenden Jahresversammlung des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein in Rendsburg in den anglerischen Ruhestand verabschiedet. Hinter ihm liegen über 30 Jahre ehrenamtliche Arbeit für die Angler in SchleswigHolstein und die Angler in ganz Deutschland. Ernst Labbow hat dem LSFV 22 Jahre als Präsident seinen unverkennbaren „Stempel“ aufgedrückt, der noch viele Jahre erhalten bleiben wird. An Ministern mit Bezug zur Fischerei hat Ernst Labbow einige erlebt: Günter Flessner, Bernd Heydemann, Hans Wiesen, Edda Müller, Rainder Steenblock, Klaus Buß, Ingrid Franzen, Klaus Müller und jetzt aktuell Dr. Christian von Boetticher. Höhepunkt seiner ehrenamtlichen Tätigkeit war sicherlich die Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die Ernst Labbow 2002 in Würdigung seiner Verdienste für den ehrenamtlichen Einsatz im Bereich der Angelfischerei bekam. Labbow nahm die hohe Auszeichnung aus der Hand von Rolf Sebelin, Leiter der damaligen Abteilung Fischerei im Ministerum für ländliche Räume, Landesplanung, Landwirtschaft und Tourismus entgegen. Sebelin lobte Labbow. Er habe ganz wesentlich die Geschichte des Landessportfischerverbandes SchleswigHolstein geprägt. Nicht ganz einfach sei es für Ernst Labbow, die „nicht immer deckungsgleiche Meinungen“

im damaligen Dachverband der Angler, dem Landesverband der Angler und Fischer, unter einen Hut zu bringen. Plöns damaliger Bürgermeister Ulf Demmin zählte in Kiel zu den ersten Gratulanten: „Es freut mich sehr, dass es wieder einen Bürger unserer Stadt getroffen hat.“ Ernst Labbow habe sich über das normale Maß hinaus ehrenamtlich engagiert, bescheinigte auch Demmin ihm eine sehr gute Arbeit. Als Ehrenpräsident des Landessportverbandes erinnerte der heute bereits verstorbene Hans Hansen an 30 gemeinsame Jahre ehrenamtlicher Arbeit. Ernst Labbow habe es sehr gut verstanden, den Umweltschutz als Notwendigkeit in den Landessportverband hinein zu tragen.

Die Flucht trieb Ernst Labbow 1945 als fünfjährigen Stepke mit seinen Eltern aus Pommern nach SchleswigHolstein. Sie wurden zunächst in Hennstedt (Kreis Dithmarschen) sesshaft. Die nahegelegene Eider zählte zu den ersten Angelrevieren von Ernst Labbow. »Mit einem Haselnussstock ging ich bei dem kleinen Dorf Horst angeln und brachte meiner Mutter daumendicke Aale und schöne Brassen mit nach Hause«, erinnert sich Labbow. Während der Vater mit Torfstechen für das Wohl der Familie sorgte, war Ernst Labbow schon in jungen Jahren um die Ernährung seiner Familie bemüht. 1952 dann wechselte der Vater aus beruflichen Gründen in den Kreis Plön. Der mittlerweile 12-jährige Sohn Ernst

hielt gleich nach geeigneten Angelrevieren Ausschau und stieß auf den Kolksee. Er trat der Jugendgruppe des Preetzer Angelvereins bei und fing bereits mit 14 Jahren mit Hilfe einer Bambusrute einen großen Hecht von stolzen 17 Pfund. Ernst Labbow schmunzelt: »Der Hecht war fast so groß wie ich selbst und die Bambusrute nach dem Drill ziemlich verbogen.« Ernst Labbow lernte den Beruf des Industriekaufmanns. In dieser Zeit trat das Angeln mehr und mehr in den Hintergrund. Bereits mit 21 Jahren heiratete er seine heutige Ehefrau Ute. Und die entdeckte seine Liebe zum Angeln neu. Wie? »Meine Ute schenkte mit zur Hochzeit eine hochmoderne Angel aus Glasfieber«, freute sich Ernst Labbow noch heute über die richtige Wahl von damals. Vor lauter Angeln mit dem neuen Gerät habe er sogar seinen ersten Hochzeitstag vergessen. Doch Schwiegereltern und Ehefrau kamen unverhofft mit Kaffee und Kuchen an die Schwentine irgendwo zwischen Preetz und Raisdorf zu einer kleinen »Feierstunde im Grünen«. Nach seiner Lehre arbeitete Ernst Labbow als kaufmännischer Angestellter beim Schiffsausrüster Zerssen in Kiel bevor er freiwillig für drei Jahre zur Marine ging. 1960 freute er sich über die Chance, in den gehobenen Beamtendienst zu kommen, ging zur Standortverwaltung und war bis zum Eintritt in den Ruhestand stellvertretender Leiter der Behörde in Plön. Das Angeln hat Ernst Labbow allerdings nie aufgegeben. Er schloss sich 1963 den Plöner Sportfischern an. Im


Verein war er selbst Sportwart, Gewässerwart, zweiter Vorsitzender und Vorsitzender. Heute ist Ernst Labbow Ehrenvorsitzender seines Sportfischervereins für Plön und Umgebung Vereins. Seit 1978 engagiert sich Ernst Labbow ehrenamtlich im Landessportfischerverband Schleswig-Holstein. Er war stellvertretender Schatzmeister, Vizepräsident und ist seit 1987 bis heute Präsident des knapp 40.000 Mitglieder starken Verbandes. Über 20 Jahre war Ernst Labbow auch Landschaftswart des Kreises Plön für die Plöner Gewässer und ehrenamtlicher Fischereiaufseher. Als Höhepunkte seiner 22-jährigen Präsidentschaft bei

den Anglern nannte Labbow den Erhalt des gesetzlichen Auftrages als beliehener Träger des Landes zur Fischereischeinprüfung, die Novellierung verschiedener Gesetze, den Kauf des Stolper Sees für den Verband sowie den Erhalt der gesamten Struktur der Verbandsgewässer. »Ich habe mich immer für die Gemeinschaftsangeln als kameradschaftliche Veranstaltungen eingesetzt«, blickt Ernst Labbow auf seine so erfolgreiche Zeit bei den Anglern zurück. Die im stolzen Besitz der Angler befindliche Geschäftsstelle des Landessportfischerverbandes sei mit zwei Geschäftsführern zu einem Service- und Dienstleistungs-

zentrum ausgebaut worden. Seinerzeit wurde dort auch der Dachverband geführt. Der Interessensverband von Anglern, Berufsfischern und Nebenerwerbsfischern wurde auf Initiative von Ernst Labbow gegründet. Er war auch der

erste Präsident des sogenannten Dachverbandes, der später ein schnelles Ende fand. Ernst Labbow ist in all den Jahren ehrenamtlicher Arbeit an höchster Stelle immer Angler geblieben. Zu seinen bevorzugten Revieren gehört neben dem Großen Plöner See natürlich auch die Ostsee. Auf Reisen mit seiner Frau Ute trifft man Ernst Labbow in Norwegen. Er kann sogar gut norwegisch sprechen. Ehrenamtlich ist für den 68-jährigen Labbow noch lange nicht Schluss. Er ist weiterhin im Präsidium des Deutschen Fischereiverbandes und vertritt dort die Interessen der Schleswig-Holsteinischen Angler.

LSV-Ehrenpräsident Hans Hansen (†, links) und Plöns Bürgermeister Ulf Demmin (rechts) zählten zu den ersten Gratulanten von Ernst Labbow und seiner Ehefrau Ute. 2. von links ist der damalige Abteilungsleiter Rolf Sebelin. Fotos: Michael Kuhr


Angeln in der Stör ist doch nicht „schwör“ Itzehoe Rüdiger Matzellus, SAV Itzehoe

Es war ein schöner Abend – so richtig, um ein paar schmackhafte Aale zu verhaften. So fuhren Rene und ich gemeinsam an die Stör und wir sollten einen wirklich kurzweiligen Abend erleben.
Punkt 18 Uhr holte Rene mich ab und wir starteten sofort in Richtung Stör. Als wir im Nachbarort ankamen und einen „HühnerHugo“ am Straßenrand entdeckten war auch ohne Worte klar, das zwei dieser netten Geschöpfe uns auf unsere Reise begleiten werden. Am Fluss angekommen wurden natürlich ersteinmal unsere Ruten montiert, bevor wir uns den Hühnchen widmeten.
Die

ersten Bisse ließen auch nicht lange auf sich warten. Leider war meine Biss-Ausbeute schlecht wie eh und je, aber es gelang mir einen wunderschön gezeichneten Barsch von 32 Zentimeter Länge zu verhaften. Danach kehrte etwas Ruhe ein und wir genossen einen klasse Spätsommerabend.
Mit einsetzender Dämmerung konnte ich dann auch den ersten Aal erbeuten, der mit 52 Zentimeter Länge und einem dicken Bauch okay war. Zwischendurch sorgte Rene immer für Abwechslung, denn er fing einen guten Brassen, anschließend einen Kaulbarsch, um sich dann ganz den Aalen zu widmen, von den er drei Stück erbeutete.
Ich bekam zwischendurch noch einen

Ein Aal aus der Stör mit einem dicken Bauch.

Schön gezeichnet: Rüdiger Matzellus mit einem Barsch. 46 Zentimeter langen Aal in selbst waren traumhaft. Ich war den Eimer bis sich durch einen mit einem super Angelkollegen zaghaften Biss der „Höhe- am Wasser und wir hatten einen punkt“ des Angelabends an- ungewöhnlichen Fang. Was kündigte.
Was nach dem An- will man mehr!
Natürlich sind schlag aus dem Wasser kam wir am nächsten Tag auch wieerstaunte und der unserem Angelbericht beide wirklich. Namen gerecht Es war eine 38 geworden. Zentimeter lange und wirklich Rene „fand“ mit seinen Socken dicke Quappe. Diesen Fisch ein Zandervorfach mit einem überhaupt in der Stör zu erwi- Drilling (ich muss nicht erwähschen, dann „schon“ im nen das der Drilling in der September und in einer Nacht Socke steckte die bis dato ohne mit einem wunderschönen Loch war, jetzt haben beide Sternenhimmel... Alles in eins) und zum Abschuss des Allem war es einer der Abende Abends rutschte auch noch an dem alles stimmte. Wir hat- einer den Deich runter und ten viele verschiedene Fische, blieb zum Glück mit dem Kopf das Wetter und der Abend an den Rutenständer hängen...

Eine Quappe – mitten im September aus der Stör - ungewöhnlich.


Die Klima-Wirklichkeit ist schlimmer Plön – Die Klimawirklichkeit ist schlimmer als der berechnete schlimmste Fall. Das sagte der bekannte Professor Dr. Mojib Latif vor den Seenbeobachtern im Kreis Plön. Er gab sich dennoch optimistisch. „Was wir heute sehen und messen, sind die Klimasünden unserer Eltern und Großeltern“, stellte Professor Dr. Mojib Latif im Kreistagssitzungssaal fest. So träge seien die Reaktionen des Klimasystems. Mithin würden die heutigen Sünden bei Klimagasen erst viele Jahre später erkennbar. Diese und andere anschauliche Darstellungen brachte Professor Dr. Mojib Latif vom Institut für Meereswissenschaften (IFM Geomar) in Kiel im Rahmen eines Referates bei der Informationsveranstaltung zum Seen-Beobachtungsprogramm. Geladen hatte das Umweltamt des Kreises Plön als Koordinator des seit 1991 durchgeführten Seen-Beobach-

Professor Dr. Ulrich Sommer, ebenfalls vom Geomar und ebenfalls ehrenamtlicher Referent des Abends, gab Einblicke in die komplizierten Wechselbeziehungen von Erwärmung, Plankton und Fischen.

Der Kreistagssitzungssaal in Plön – gespannte Aufmerksamkeit der Seenbeobachter. tungsprogramms. In seiner meWenn in Medien davon dienerprobten gekonnten Art gesprochen werde, dass es ja schaffte es Professor Dr. Mojib gar keine Erderwärmung mit Latif, auch komplexe Klima- den entsprechenden Folgen wechselwirkungen plakativ gäbe, dann solle man dies einund überzeugend darzustellen. fach nicht glauben. Die Tat„Ich bringe sie in Depres- sachen sprächen längst eine sionen, aber ich selber bin den- andere Sprache und die noch ein Wissenschaft Optimist“, so Seenbeobachtung sei sich einig, gab der dass der Klimatologe einen positiven Mensch eine Erderwärmung Ausblick. Die Menschheit bisher ungeahnten Ausmaßes könne immer noch etwas tun, verursache. um eine Katastrophe abzuwenMit den möglichen Ausden. Sie müsse allerdings end- wirkungen eines Klimawandels lich anfangen. Dazu brauche auf Plankton und Fische beman einerseits weiltweit eine schäftigte sich Professor Dr. gerechte Lösung („Kohlen- Ulrich Sommer, ebenfalls vom stoffgerechtigkeit“) und ande- IFM Geomar in Kiel. Simurerseits einen „Umwelt-Gorbi“, lationen im Klimakammern also eine weltweit anerkannte hätten ergeben, dass eine Persönlichkeit wie seinerzeit Erwärmung der Ostsee um 6 den russischen Präsidenten Grad zu erheblichen VeränMichael Gorbatschow, der derungen beim Plankton führe. durch seine Person grundlegen- Das Gefüge der Nahrungskette de Wandlungen im Weltgefüge gerate durcheinander. eingeleitet hatte. Allerdings werde es letztlich Seinen Optimismus leitete kein totales Sterben geben. Wo der Klimaforscher aus zwei eine Art aussterbe und verloren Ereignissen ab, die ihn in sei- gehe, werde die entstehende nem Leben nachhaltig beein- Lücke von einer anderen Art druckt hätten. Einmal die An- genutzt werden. Insofern kündigung und die Umsetzung beantworteten beide Wissendes Fluges der Menschen zum schaftler die Frage nach dem Mond („wir können also, wenn „Klimatod“ der Erde, dass es wir wollen“) und zum anderen diesen nicht geben werde. Aber der von allen für undenkbar es werde erhebliche und bittere gehaltene Fall der Mauer. Wandlungen für kommende

Professor Dr. Mojib Latif verstand es, die Zuhörer im Kreistagssaal in seinen Bann zu ziehen und bedrückende Fakten so darzustellen, dass ein optimistischer Ausblick blieb. Generationen geben, wenn nicht zügig gehandelt werde. „Wir müssen nachhaltig wirtschaften und endlich aufhören, alle Lasten künftigen Generationen aufzubürden“, so Professor Dr. Mojib Latif.


Posen selbst gebaut – eine Anleitung Kiel von Jürgen Labes

Im virtuellen Angler-Forum des Landessportfischerverbandes Schleswig-Holstein wird nicht nur viel diskutiert und über das Angeln geschnackt. Hier gibt es auch ganz praktische Anleitungen zum Angeln, Räuchern oder dem Selbstbau von Angelposen. Die Bauteile für die kleinen und zweckmäßigen Posen sind Schutzhülsen für den Zünder der Silvesterraketen. Am besten sind die, die man aneinanderschieben kann. Getränkesaugrohre,schön stabil (die von Capri-Sonne) einfacher Wirbel ein Stück Draht, 1 Millimeter Durchmesser, 1 Zentimeter

lang zum V gebogen 1 Schrotblei Kleber-UHU flinke Flasche. Bei den Schutzhülsen, deren Spitze abgerundet ist, die Spitze mit einem Messer so 2 Millimeter abschneiden. Bei den Hülsen, die unten flach sind, mit einem Bohrer im Durchmesser des Saugrohres ein Loch bohren oder mit einer spitzen Messerspitze ein Loch hinein drehen. Schräge Kante am Saugrohr gerade abschneiden. Saugrohr einschieben, unten rausschauen lassen, eine Schutzhülse (unten) ruhig halbvoll mit Kleber laufen lassen. Kleber auch an dem Teil der oberen Hülse, das in die untere geschoben wird, anbringen. Teile nun zusammen stecken. Von außen, wo die Saugrohre herausschauen, alles mit Kleber dichtmachen. Fertig ist die Durchlaufpose! Wir können uns auch noch eine Einhängeoder Gleitpose bauen. Dazu wird in die Hülse, die unten sein soll, ein Loch gebohrt oder mit dem Messer herausgedreht. Das 1 Zentimeter lange Stück

Draht zum V biegen. Wirbel oder Gleitpose! Bemalen einhängen und beide Teile in braucht man die Teile nicht. die Hülse einführen. Der Über Nacht den Kleber gut Wirbel soll zu zwei Dritteln verhärten lassen. Dann die herausschauen. Schrotblei Schwimm- und Tragfähigkeitshinein geben und Hülse ca. versuche. Auf dem dritten Bild halbvoll mit Kleber laufen las- seht ihr sie im Spülbecken sen. Andere schwimmen. Hülse am Tipps von Anglern Die rechte Pose Einschubstück taucht, ohne (eventuell mit Klebeband Bleibeschwerung, soweit ab, umwickeln, bis die Teile sau- dass nur noch ein kleiner Teil gend zusammenpassen) mit der Spitze aus dem Wasser Kleber versehen und beide schaut. Kommt nun noch eine Teile zusammenschieben. Alle Bebleiung und der Köder dazu, Teile gut miteinander verkle- geht sie unter - also ist sie nicht ben. Fertig ist die Einhänge- zu gebrauchen! Die mittlere und die linke Pose tragen drei Schrotbleie, wie dargestellt. Ein viertes bringt auch sie zum Sinken. Bei drei Schrotbleien tauchen die beiden o.g. Posen bis zur Hälfte mit ihrem Körper ein. Nimmt man ein Schrotblei weg und rechnet dafür das Gewicht von Haken und Köder, so hat man sicherlich den gleichen Effekt. Sie sind also für´s Angeln tauglich. Das endgültige Ergebnis muss durch einen Praxistest erbracht werden! Den Praxistest haben die Posen bestanden. Viel Spaß beim Nachbauen und Petri Heil.


Norwegen: Die Artenvielfalt von Amoy Stavanger von Michael Kuhr

Norwegen, das wissen viele Angler aus eigener Erfahrung, ist immer eine Reise wert. Die Artenvielfalt der Lebewesen unterhalb der Wasseroberfläche ist für die an Nord- oder Ostsee gewöhnten schleswig-holsteinischen Angler einfach atemberaubend. So fingen vier Angler innerhalb von nur einer Woche Fische vieler unterschiedlicher Arten. Doch beginnen wir ganz am Anfang der Geschichte. Früh morgens gegen 5 Uhr startete die Gruppe von Eutin über Kiel nach Hantsholm, dem Fährhafen nordwestlich in Dänemark. Der Bundeswehroffizier Dierk von Jagow aus St. Augustin, der Mediziner Dr. Stefan Ellwanger aus Kiel sowie die beiden Journalisten Andreas Kling (Wrist) und Michael Kuhr (Eutin) hatten sich in diesem Jahr den Stavanger-Fjord zum Angeln ausgesucht. Mit dem Fährschiff (Vorsicht: Buffet schlecht und teuer sowie schlechter Umrechenkurs) ging es in sechs Stunden vom dänischen Hantsholm nach Egersund in Norwegen. Damit wurden rund 250

Das Angelparadies um Armoy, nördlich der norwegischen Stadt Stavanger. Straßenkilometer eingespart. Von Egersund dauerte es nur etwa eineinhalb Stunden bis an Ziel, die Insel Amoy im Stavanger-Fjord. Noch ein Tipp: norwegisches Kleingeld ist Pflicht, weil an den Straßen

„Maut-Kassen“ stehen, die mal 10, mal 15 oder mal 26 Norwegische Kronen „Wegegeld“ kassierten. Wer nicht zahlt wird fotografiert und muss mit empfindlichen Geldbußen rechnen. Das gilt

Der Journalist Andreas Kling aus Wrist hat im STavanger-Fjord die Ruhe weg.

auch für Schnellfahrer. Dann endlich das Ziel vor Augen: Amoy. Der Bürgermeister Ommund Vareberg persönlich nahm uns in Empfang, zeigte uns unsere Boote, zwei kleine und immer sehr zuverlässige „Schnecken“, die sein Vater Ove stets wartete. Kein Wunder, wir hatten nämlich eines seiner Häuser gemietet – direkt am Wasser, den kleinen, eigenen Hafen mit den Booten immer im Blick. Ommund gab uns gleich am ersten Abend wertvolle Tipps, wo denn die dicksten Dorsche und die fettesten Makrelen stehen. Danach verschwanden wir erst einmal in die Sauna... Gleich am nächsten Tag ging es los. Mit MakrelenVorfächern und 50 GrammPilkern ging es auf den Grund zu. Mal dort, mal im Mittelwasser, mal eben unter


Dierk von Jagow fing diesen schmackhaften Leng. den Booten standen die Makrelen, die uns den „Stoff“ für die Angelei mit Naturködern auf Grund ermöglichen sollten. 200 Gramm Blei mussten es dort schon sein, damit die Naturköder auch unten ankamen und entsprechend aufreizend für die Raubfische auf dem Meeresgrund präsentiert werden konnten. In der Masse wurden Makrelen gefangen – weil es einfach Spaß machte, zuverlässig alle Haken besetzt aus dem Stavanger-Fjord zu ziehen. Und was gibt es Schöneres, als frische Makrelen mit Zitronen beträufelt und im Mehl gewendet in die Bratpfanne zu legen und wenig später zu verspeisen? Dafür legte man sogar Gerichte wie Sauerfleisch oder das legendäre erste Grünkohlessen der Saison in die Mitte oder ans Ende des Angelurlaubs. Etwa dann, wenn einem Makrelen schon schon Hals raushingen... Die Suche nach den guten Stellen im Stavanger-Fjord war denn auch nicht ganz so einfach, wie Ommund es uns erzählte. Es ging um die Suche nach den bekannten Bergen unter Wasser und das Erkennen der Strömungsverhältnisse. Ob auch die Tieden eine Rolle

beim Fischfang spielten, stellten wir nicht fest. Wie in jedem anderen Gewässer auch gab es sowohl gute wie auch schlechte Beißzeiten. Machte auch nichts – wir waren ja sowieso auf dem Wasser. Und so gab uns der Stavanger-Fjord in einer Woche intensiver Angelei seine Artenvielfalt an die Haken. Gefangen wurden viele verschiedene Fischarten – Makrele, Dorsch, Seelachs, Schellfisch, Leng, Seenadel, Scholle und natürlich Pollack. Die Besonderheit des diesjährigen Angelurlaubs war denn der Nagel- oder Keulenrochen, den Andreas Kling in etwa 50 Meter Tiefe auf MakrelenFetzen fing. Es war ein außergewöhnlicher Drill an der starken geflochtenen Leine. Bis der Rochen mit seinen spitzen Nägeln am Rücken und auf dem Schwanz endlich im Kescher war, musste Andreas Kling einige Meter „pumpen“. Das Fleisch dieser Tiere soll in Norwegen übrigens eine absolute Delikatesse sein. Eine Delikatesse übrigens waren auch die Taschenkrebse, die auf unsere mit Makrelen bestücken Fangkörbe hereinfielen. Krebse von ungeahnter Größe ließen uns ihre Scheren. Und den Fachmann für die schmerzlose Operation im

Leckere Krustentiere verliefen sich in Fangkörben und schmeckten köstlich. Fotos: Michael Kuhr Stavanter-Fjord hatten wir mit Dr. Stefan Ellwanger gleich dabei. Er bereitete die schmackhaften Krebsscheren auch köstlich zu. Mit Remoulade, einem Weißwein und kleinen Brötchen möchte man sich danach von nichts anderem mehr ernähren. Praktisch ist, dass die Krebse nach ihrer Operation wieder ins Wasser zurückgegeben werden können, wo ihnen die leckeren Beinchen in einigen Wochen wieder nachwachsen. Ein jeder Angelurlaub geht auch einmal wieder vorbei. Hier nahmen wir eine Schnellfähre, einen Catamaran, der nur zwei Stunden von Kristiansand nach Hantsholm brauchte. Mit Turbinenantrieb und mehreren 10.000 „Pferdestärken“ ging es bei einem köstlichen und preis-

lich angemessenem Buffet wieder nach Hause. Nach jahrelangen BarschJagden in Schweden war in diesem Jahr einmal wieder Norwegen dran. Es war ein absolutes Erlebnis. Aber die schwedischen Scheren sind auch ganz schön. Wer Interesse an einem Angelurlaub bei Ommund und Ove auf Amoy hat, der kann sich mit dem Autoren Michael Kuhr oder direkt mit Ommund Vareberg (ovareberg@mac.com) in Verbindung setzen. Er spricht übrigens hervorragend Deutsch. Noch ein Hinweis: Wer über Veranstalter von Angelreisen bucht, der muss fast das Doppelte für das Haus zahlen.

Gezielt auf Großfisch: der Arzt Dr. Stefan Ellwanger und der Journalist Andreas Kling.


LSFV unterstützt eine Doktorarbeit Kiel – Die Diplom-Biologin Anja Dethlefs schreibt an der Christian-Albrecht-Universität in Kiel ihre Doktorarbeit über die Flusskrebse in SchleswigHolstein. Dabei werden der LSFV und seine Vereine um Mithilkfe gebeten. Es gibt in SchleswigHolstein vier Flusskrebsarten. Der Edelkrebs ist heimsich. Der Galizier, der Kamberkrebs und der Signalkrebs gehören hier eigentlich gar nicht her und verdrängen den Edelkrebs. Doch wo diese vier Arten vorkommen und früher vorkamen und wie weit sie sich ausgebreitet haben, weiß noch keiner so recht. Deshalb wird Anja Dethlefs im Sommer eine Kartierung vornehmen. „Nun werden Sie sich sicher denken, dass das ganz schön viel Arbeit wird, wenn ich jeden Teich, jeden See und jedes Fließgewässer mit Krebsreusen bestücken will, um zu sehen, ob da am nächsten Tag vielleicht Krebse drin sitzen“, schreibt Dethlefs. Und

genau deswegen bittet sie die Angler um Hilfe: Angler haben schon sehr viel mehr Zeit an „ihrem“ Gewässer verbracht als sie, und wahrscheinlich ist vielen von ihnen auch schon einmal ein Krebs begegnet. Auf diese Erfahrungen ist Anja Dethlefs angewiesen. Mit dem nächsten Rundschreiben des LSFV erhalten die Vereine einen Bestimmungsschlüssel für Flusskrebse, eine Umfrage und einen Meldebogen für spätere Flusskrebsfunde. „Bitte geben Sie diese Kopien auch an andere weiter, ich bin auf jede Teilnahme an der Umfrage und jede zukünftige Flusskrebsmeldung angewiesen“, sagte Anja Dethlefs. Jetzt schon können sich Interessierte unter http:// flusskrebse-in-sh.hammes.at informieren. Sollte eine Prüfung auf einen Flusskrebsbestand bzw. eine nähere Untersuchung des Bestands nötig sein, wäre Anja Dethlefs über eine Zugang zum Gewässer dankbar.

Anglerjugend war in der Brandung Kalifornien – Zu einem Gemeinschafts - Brandungsangeln hatte die LSFV Jugendorganisation eingeladen. 35 Jugendliche waren mit ihren Betreuern an den Mittelstrand nach Kalifornien kommen. Jörg Drews, Verantwortlicher für Binnen- und Meeresfischen, begrüßte alle und freute sich über die große Beteiligung. Ebenfalls begrüßte er Heinz-Jürgen Nefen, Schriftund Kassenwart der LSFVJugend und als Vertreter des neuen Jugend-Sponsors „Pilkmaxx“, Peter Dikof. Nach der Platzauslosung wurden allen Jugendlichen kostenlos neu entwickelte Brandungssysteme durch den Sponsor überreicht, um diese sofort in der Praxis zu testen. Schnell wurden dann die Plätze am Strand belegt und gegen 16 Uhr wurde mit dem Angeln begonnen. Trotz ablandigem Südwestwind wurden schon bald erste Fänge gemeldet. Leider ergab das abschließende Fangergebnis, dass vor-

wiegend untermaßige Butt und Schollen gefangen wurden. Lediglich sechs maßige Fische kamen in die Wertung. Gegen 19.30 Uhr fanden sich alle zur Stärkung durch eine köstliche, heiße Gulaschsuppe auf dem Parkplatz ein, die Jörg Drews organisiert hatte. Leider brachte auch die 2. Hälfte des Angelns keine großen Erfolge, so dass die Siegerehrung ohne einen spektakulären Fang gegen 23.30 Uhr vorgenommen werden konnte. Die sechs Erstplatzierten erhielten wertvolle Erinnerungsgaben wie Rollen und Ruten. Alle Teilnehmer erhielten tolle Erinnerungsgaben von der Fa. „Pilkmaxx“ und noch einen Beutel mit Angelzubehör, das von Heinz-Jürgen Nefen („Heinzi´s Angelshop“) zur Verfügung gestellt wurde. Damit war es für alle Beteiligten eine rundum zufriedenstellende Veranstaltung, war von den jungen Anglern zu hören.

Nachruf Die Angelfreunde des Kreissportfischerverbandes Steinburg e.V. trauern um ihr ehemaliges Vorstandsmitglied

Herbert Gosemann der im Januar 2009 im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Herbert war 26 Jahre Vorsitzender des SAV Glückstadt e.V. und vier Jahre stellv. Kreisverbandsvorsitzender des Kreissportfischerverbandes Steinburg e.V. Wir haben Herbert als gradlinigen und korrekten Angelkameraden kennen gelernt, und seine langjährige Vorstandsarbeit zu schätzen gewusst. Während seiner Amtszeit sind ihm alle Ehrungen des KSFV-Steinburg, des LSFV-Schleswig-Holstein und des VDSF zuteil geworden. Mit Herbert ist eine fischereiliche Persönlichkeit abgetreten. Uns bleibt nur in Anerkennung seiner Verdienste Dank zu sagen und uns stets in Achtung seiner zu erinnern.

Hartwig Lentfer Kreissportfischerverband Steinburg e.V.


LSFV-Buchtipps „Kinderleichte Knotenkunde“

So räuchert man Fische

– mit DVD Schritt für Schritt zum Gaumenschmaus Im FISCH & FANG-Sonderheft dreht sich alles um das Vergolden des Fanges. Sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene lernen Schritt für Schritt, worauf es ankommt. Vom Heiß- bis zum Kalträuchern, vom kompakten Tischräucherofen bis zum Profiofen aus Stein – keine Frage rund ums Räuchern bleibt unbeantwortet. Das Sonderheft ist 84 Seiten stark und reich bebildert. Dazu gibt es eine 60-minütige DVD, die alles Wissenswerte filmisch begleitet. 84 Seiten 9,90 EUR ISBN 978-3-89715-127-7

Das Knoten-Set Knoten gehören zum Angeln wie Rute, Rolle, Schnur und Köder. Zahllose Bücher sind zu diesem Thema erschienen. Trotzdem ist dieses Buch ein äußerst nützliches, denn es be-handelt keine Angelknoten, sondern seemännische. Und jeder Angler, der nicht ausschließlich vom Steg aus fischt, wird einige davon immer wieder brauchen. „Das Knoten-Set“ aus dem Delius Klasing Verlag bietet für alle Anfänger und Fortgeschrittenen eine mühelose Annäherung an die Kunst, in jeder Lage den richtigen Knoten zu finden. Die Sache wird darum so leicht gemacht, weil sich die Autoren in die Psyche eines Knotenneulings hineingedacht haben und gleichzeitig die Möglichkeit zum praktischen Üben bieten. Es handelt sich um eine Box im Schuber, bestehend aus einer Broschüre, die schmal genug ist, um auf jeder schwimmenden Planke Platz zu finden, und aus zwei Tauenden, mit denen man spielend leicht nachvollziehen kann, was die Zeichnungen mit den anschaulichen Erläuterungen vormachen. Und dann gibt es noch ein kleines Fach in der Box mit zehn Karten für die Westentasche mit praktischen Gebrauchsanweisungen für die wichtigsten Knoten. Da kann einfach nichts mehr schief gehen. Besonders nützlich sind die Knoten-Noten, die in der Broschüre gleich auf den ersten Blick verdeutlichen, welchen Rang der Knoten in bezug auf Festigkeit, Sicherheit, Bindbarkeit und nicht zuletzt Lösbarkeit einnimmt. Schon nach kurzer Zeit werden auch vermeintlich ungeschickte Hände nicht nur Achtknoten oder Palstek lässig beherrschen, sondern ebenso den Spierenstich oder Bauchgordingstek locker beherrschen. Geoffrey Budworth / Nic Compton „Das Knoten-Set“ 196 Seiten, 10 Farbfotos, 52 farbige Abbildungen, 2 Tampen Format 18 x 17,5 cm, in Schmuckbox ISBN 978-3-7688-2545-0 Preis: 19,90 Euro

Seemannssprache Von Tampen, Pütz und Wanten Dietmar Bartz „Seemannssprache“ – Mit diesem Lexikon aus dem Delius Klasing Verlag führt Dietmar Bartz in die Welt der Meere und Seen aus einer ganz besonderen Sichtweise ein. Wenn hier nämlich von A wie Aak bis Z wie Zyklon auf 300 Seiten der Sprachschatz der Seeleute enthüllt wird, dann begnügt sich der

Autor nicht mit erklärenden Definitionen. Vielmehr liefert er zu jedem Begriff auch die Herkunftsgeschichte mit. Und damit wird es richtig spannend, denn Wortgeschichte ist auch immer Kulturgeschichte, und so wird, wer in diesem Buch blättert und liest, ganz nebenher mit den alten Praktiken von Schiffstechnik und Seefahrt, mit Fischerei und Meeresmythen vertraut. Kleine Zitate aus der Literatur, die fast jedem Begriff beigegeben

sind, erhöhen das Lesevergnügen zum wirklichen Genuß. Lexika sind alphabetisch geordnet, was praktisch ist, aber das Problem mit sich bringt, daß sachliche Zusammenhänge auf der Strecke bleiben. Diesen Nachteil gleicht das Buch auf elegante Art aus, indem vorweg die Stichwörter nach Sachgruppen sortiert sind. 304 Seiten, 165 Abbildungen, 24,90 EUR ISBN 978-3-7688-193-6


Zunehmende Schäden durch Kormorane Brüssel - Das Europäische Parlament spricht sich für einen Europäischen KormoranManagementplan zur Reduzierung der zunehmenden Schäden durch Kormorane für Fischbestände, Fischerei und Aquakultur aus. Die starke Ausbreitung dieser Wasservögel habe in vielen Gebieten der EU zu unmittelbaren Auswirkungen auf die lokalen Fischpopulationen bzw. die Fischerei geführt. Kormorane hätten in vielen Mitgliedstaaten der Union nachweislich dauerhafte Schäden an der Vegetation in bestimmten Gebieten verursacht. Der von den Abgeordneten angenommene Bericht von Heinz Kondermann ruft deshalb dazu auf, einen mehrstufigen europäisch koordinierten Bestandsmanagementplan für Kormorane vorzulegen, der diese langfristig in die Kulturlandschaft integrieren soll. (558 Ja-Stimmen, 7 NeinStimmen, 18 Enthaltungen). Kormorane sind mittelgroße bis große Wasservögel, die sich ausschließlich von Fischen ernähren, bei einem täglichen Nahrungsbedarf von 400-600 Gramm. Sie entnehmen jährlich über 300.000 Tonnen Fisch aus europäischen Gewässern, in vielen Mitgliedstaaten ist dies ein Vielfaches dessen, was die Binnenfischerei und Fischzucht an Speisefischen erzeugt. Besonders gravierend seien die

Verluste bei ohnehin gefährdeten Fischarten wie Aal, Äsche, Nase und anderen Kieslaichern, sowie bei Junglachsen, so der Bericht. Die Netzfischerei leide zudem an direkten Schäden durch zerrissene Netze. Der Bestand an Kormoranen habe sich im Gebiet der Europäischen Union in den vergangenen 25 Jahren verzwanzigfacht und liegt heute bei einer Mindestschätzung von 1,7 bis 1,8 Millionen Vögeln. Inzwischen kommen die Vögel auch weit außerhalb ihrer traditionellen Brutstätten in Regionen vor, in denen sie früher nie vorgekommen sind. Eine reguläre Bejagung des Kormorans bleibe jedoch ausgeschlossen. „Die Vogelart genießt wie alle anderen natürlich vorkommenden Arten im Regelfall fast absoluten Schutz“, so Kindermann. Die Mitgliedstaaten können allerdings „zur Abwendung erheblicher Schäden an Kulturen, Viehbeständen, Wäldern, Fischereigebieten und Gewässern“ von diesen strengen Schutzmaßnahmen abweichen. Derzeit gebe es innerhalb der EU jedoch keine ausreichende bilaterale und multilaterale Koordinierung auf wissenschaftlicher und administrativer Ebene, um dieses Phänomen zu erfassen und dieser Entwicklung entgegenzutreten. Die bisher versuchten nationa-

len, regionalen und lokalen Maßnahmen hätten zudem nachweislich nur sehr begrenzte Wirkung zur Eindämmung von Schäden durch die Ko r m o r a n - P o p u l a t i o n e n gehabt. Ein gemeinsamer, rechtlich verbindlicher Ansatz sei daher nicht nur begrüßenswert, sondern „unbedingt erforderlich“, und würde nicht zuletzt allen beteiligten Interessensgruppen mehr Rechtssicherheit garantieren. Der Bericht fordert deshalb die Förderung regelmäßiger wissenschaftlicher Erhebungen über Kormorane. Von der Kommission verlangen die Abgeordneten, ein wissenschaftliches Projekt auszuschreiben und zu finanzieren, das ein Schätzmodell für die Größe und Struktur der Kormoran-Gesamtpopulation liefern soll. Verstärkte Koordination, Kooperation und Kommunikation auf wissenschaftlicher und administrativer Ebene könnten ein nachhaltiges Management der Kormoranbestände fördern. Ein mehrstufiger europäisch koordinierter Bestandsmanagementplan könne die Kormoranbestände langfristig in die Kulturlandschaft integrieren. Alle zur Verfügung stehenden Rechtsmittel seien deshalb zu prüfen und die im EU-Haushaltsplan zur Verfügung stehenden Mittel zur Verfügung zu stellen.

Fachtagung der AFGN im norddeutschen Lachszentrum Gronau/mk – Die 42. Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz in Norddeutschland (AFGN) findet am Sonnabend, dem 9. Mai, und am Sonntag, dem 10. Mai im norddeutschen Lachszentrum in Gronau an der Leine statt. Es wird dort von Günter Ohnesorge organisiert. Der Tagungsablauf wird im Kern aus Fachthemen bestehen. Außerdem soll über die Zukunft der AFGN diskutiert werden. Das Treffen dauert über zwei Tage, weil es sicher nach so langer Zeit zum Thema AFGN und anderen Themen sehr viel Bedarf des Austausches gibt, heißt es in der Einladung. Tagungsbeginn wird am Samstag um 10 Uhr sein, Tagungsende am Sonntag um 13 Uhr, teilte Stefan Ludwig, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Fischarten und Gewässerschutz in Norddeutschland, mit. Die an der AFGN beteiligten Landesverbände hatte beschlossen die bisherige Form der Interessengemeinschaft aufzulösen und in lockerer Reihenfolge zu diesem Thema zusammen zu kommen. http://www.wanderfische. de/AFGN/AFGN.html

Kormorane: EAA und VDSF sind gemeinsam erfolgreich Brüssel – Das Europaparlament hat Ende 2008 mit überwältigender Mehrheit für einen gesamteuropäischen Kormoranmanagementplan gestimmt (558 Ja-Stimmen, 7 Nein-Stimmen, 18 Enthaltungen). Die Abgeordneten haben damit den Bericht von Dr. Heinz Kindermann (SPD) angenommen. Er fordert die EU-Kommission dazu auf, einen mehrstufigen europäisch koordinierten Be-

standsmanagementplan für Kormorane vorzulegen, der diese langfristig in die Kulturlandschaft integrieren soll. An dem Bericht haben neben anderen der VDSF, die EAA, insbesondere Dr. Franz Kohl vom Österreichischen Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz und EAA Generalsekretär Jan Kappel tatkräftig mitgearbeitet. Die langjährigen Bemühun-

gen des VDSF und der EAA und der persönliche Einsatz des Präsidenten des VDSF und der EAA, Peter Mohnert, in Sachen Kormoranmanagement sind mit dem klaren Votum des europäischen Parlaments in Brüssel belohnt worden. Das klare Abstimmungsergebnis stellt einen Auftrag an die Europäische Kommission und den Ministerrat dar, einen Gesamteuropäischen Manage-

mentplan zu erarbeiten. Dazu gehören die Erhebung besserer Daten, eine bessere Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten, eine stärkere Beteiligung der Fischerei und eine Klärung der rechtlichen Bedingungen. Es ist zu hoffen, dass die EU-Kommission, zum Nutzen des Artenschutzes und der Biodiversität in und an unseren Gewässern, zügig den Auftrag umsetzt.


Der Große Plöner See wird neu vermessen Plön – Der Große Plöner See wird jährlich im Rahmen eines bundesweiten Seen-Monitorings unter der Federführung des Umweltbundesamtes sowie im Zuge der Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) untersucht. Im Zeitraum von März bis November eines jeden Jahres werden insgesamt neun Probenahmen an der tiefsten Stelle des Sees für physikalisch-chemische Analysen des Wassers sowie für Planktonbestimmungen durchgeführt. Bisher wurden diese Untersuchungen vom Landesamt für Natur und Umwelt (LANU) vorgenommen, jetzt ist das neue Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) zuständig. Begleitend zu dem Untersuchungsprogramm wird der Große Plöner See seit März vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN-SH) neu vermessen. Dies wird mehrere Wochen Zeit in Anspruch nehmen – es ist der größte See in Schleswig-Holstein, der auf diese sehr genaue Art vermessen wird. Die Tiefenbestimmung erfolgt mit Hilfe eines Doppel-Echolotes, um zeitgleich neben dem festen Untergrund weiche Schlickschichten oder Unterwasserbewuchs zu erfassen. Zusätzlich wird ein so genanntes „Sidescan-Echolot“ eingesetzt, das flächendeckende Schattenbilder erzeugt und somit auch einen Blick in die nicht explizit vermessenen Bereiche ermöglicht. Die Position des Bootes wird fortlaufend mit Hilfe hochgenauer Satellitentechnik (Real-Time-Kinematic-GNSS) mit einer Genauigkeit von wenigen Zentimetern in der Lage sowie der Höhe bestimmt. Die Messprofile sind in einem Raster mit einem Abstand von 100 Meter definiert, das je nach Bedarf vor

Mit dem „Hafenpilot“ wird derzeit der Große Plöner See exakt vermessen. Ort verdichtet werden kann. Um den ökologischen Zustand des Sees nach den Vorgaben der WRRL bewerten zu können, werden darüber hinaus in bestimmten Untersuchungsintervallen die Ufer- und Unterwasservegetation (Makrophyten) und der Kieselalgenbewuchs im Uferbereich (Diatomeen) sowie die Wirbellosen des Sedimentes (Benthos) erfasst. Nach den Maßstäben der WRRL befindet sich der Große Plöner See aktuell in einem mäßigen ökologischen Zustand. Weiterführende Informationen zu den vom LLUR untersuchten Seen in Schleswig-Holstein sind im Internet unter www.umwelt.schleswigholstein.de weiter unter Wasserwirtschaft weiter unter Seen zu finden.

Aus den gewonnenen Vermessungsdaten wird nach einer Plausibilisierung ein digitales Geländemodell des Unterwasserbereiches erstellt. Ein Vergleich mit den Ergebnissen aus 1973/74 zeigt die morphologischen Veränderungen in den vergangenen 35 Jahren, u.a. hinsichtlich eines möglichen

Untersuchung Sedimenteintrags. Die erstmalige Tiefenvermessung wurde durch das Geographische Institut der Universität Kiel 1973/74 vorgenommen. Damals wurde für die Tiefenbestimmung unter Wasser auch ein Echolot eingesetzt, die Position des Bootes wurde über eine zeitgleiche Winkelmessung mittels Theodoliten von

verschiedenen Standpunkten aus realisiert. Zur Navigation des Bootes wurden zudem große Signale im Uferbereich aufgebaut. Der Große Plöner See ist mit 28,4 km² Fläche der größte Binnensee in SchleswigHolstein. Er wird gemeinsam von vier Binnenfischer und dem Landessportfischerverband Schleswig-Holstein bewirtschaftet. Seine maximale Tiefe beträgt 58 Meter und der mittlere Wasserstand liegt bei 21 Meter über NN. Er wird von der Schwentine, die auch die oberhalb gelegenen Seen Stendorfer See, Sibbersdorfer See, Großen Eutiner See, Kellersee, Dieksee und Behler See verbindet, in Richtung des Kleinen Plöner Sees durchflossen.


Wathose kaputt – gleich wegwerfen? von Andreas Wetzer, Rosdorf Im virtuellen Anglerforum wurde lange Zeit und sehr intensiv über die Qualität von Neoprenwathosen gesprochen. Darüber hinaus ging es auch im das Thema „Reparatur von defekten Wathosen“. Mir ist in letzter Zeit sehr häufig aufgefallen, dass von Anglern über einen „feuchten Schritt“ bei der Nutzung von Neoprenhosen berichtet wird. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten nicht gerade über eine mangelnde Kontrolle beim Wasserlassen verfügen und daher eventuell zwei Grundprobleme dazu führen, dass es im Schritt nass wird. Problem 1: schlechte Unterbekleidung Wenn man insbesondere einen starken Anteil von Baumwolle unter dem Neopren trägt, sammelt sich in der Schrittzone eine Menge Schwitzwasser vom Neopren und auch das von der Haut abgegebene. Beide zusammen lassen ganz schnell ein unangenehmes Gefühl von Kälte aufkommen. Das muss nicht sein. Bereits ein bis zwei Lagen von so genannter günstiger Funktionsunterwäsche aus dem Sportbereich, kann bei verschiedenen Discountern übers Jahr erworben werden, schafft für Abhilfe. Die oberste Lage als Wärmeisolierung am Neopren kann dann auch gerne mal unterschiedlich stark gewähltes Fleece sein. Besonders bei langen Anmärschen oder Belly-BoatEinsätzen bewährt sich die richtige Unterbekleidung. Und ihr bleibt schön trocken, wie in einer Pampers. Problem 2: Undichtigkeit von Nähten Ärgerlich, aber kein Grund

die Hose gleich zu entsorgen. Wenn man es richtig macht. Ich gehe mal von einem Anschaffungswert einer Wathose zwischen 50 und 150 €uro aus. Selbst die für 50 €uro tut gute Dienste und gehört nicht in den Müll, wenn es trotz der richtigen Unterbekleidung zu feuchten Partien von der Gürtellinie bis zum Fuß kommt. Die Nähte besonders bei Bellyfahrern, wie mir, oder auch schlumpigen Angler, kenne ich auchnicht richtig Aus dem aufhängen und trocknen-nass liegen lassen-falten-Kofferraumdauerterror etc, geben am schnellsten auf. Das kann bereits nach wenigen Einsätzen erfolgen und auch wirklich

teure Wathosen betreffen. Nähte sind überall eine Schwachstelle. Doch was kann man dann tun? Kauft euch im Baumarkt oder Fachhandel Pattex Extrem Repair. Dieser Kleber ist noch besser wie die bekannten Neoprenkleber und dabei noch günstiger. Die 20 Gramm Tube gibt es für um die 5 Euro. Und das reicht für mehrere Reparaturen und ihr braucht diesen Kleber nicht im Gefrierfach u f z u b ew a h Virtuellen aren, sondern nehmt ihn mit zum Angeln. Ihr bestreicht damit gut deckend eure Nähte im gesamten Schrittbereich. Das Zeugs ist dauerelastisch und ver-

dammt stark belastbar. Ich verwende es auch bei meinem Bellyboot und am motorisierten Schlauchboot! Auch kleine Löcher könnt ihr damit abdichten, ohne einen Flicken verwenden zu müssen. Solltet ihr schnell danach wieder fischen wollen, gibt es einen Trick, den man vorsichtig anwenden sollte. Man kann den frischen Kleber mit einem Feuerzeug oder ähnlichen vorsichtig erwärmen, bis er selbst anfängt leicht zu brennen. Dann schnell ablöschen und die Oberfläche ist bereits ausgehärtet und versiegelt. Das geht aber nur bei Löchern, die nicht in Bewegungsfalten liegen sollten und man wirklich gleich wieder ins Wasser will. Ansonsten kann man es auch nach 15 Minuten bei ausreichender Sonnenwärme ab 15 Grad bereits wieder versuchen. Bei Nähten wäre ich vorsichtig, dann lieber ein bis zwei Stunden aushärten lassen. Ihr seht, die kleine Tube kann euch auch den Angeltag retten, wenn ihr mit ner Watbüx unterwegs seid. Das waren Geldbeutel sparende Tips, die ich häufig anwende. Ich habe seit vier Jahren zwei Wathosen der Fa. Behr und dank dieser Kleber benutze ich trotz schonungsloser Verwendung auf Belly sowie Wald und Flur, immer noch die Erste. Die hatte schon einige Löcher und undichte Nähte. Ich hoffe es hilft.

Anm. der Redaktion: Weitere Fragen dazu sind im Internet unter www.anglerforum.de beantwortet worden.


Neue Schnäpel für die Ostsee

Spannende Blicke auf die jungen Ostseeschnäpel: Helmut Schwarten (von links) gemeinsam mit dem Ersten Ältermann des Neustädter Fischeramtes, Hermann Ehwalt, Gewässerwart Bernd Schulz und Vorstandsmitglied Otto Ziemann. Fotos: Michael Kuhr Neustadt von Michael Kuhr

Behutsam entlässt Helmut Schwarten die jungen Brütlinge der Ostseeschnäpel in den Lachsbach.

Eine halbe Million Ostseeschnäpel werden im Frühsommer in SchleswigHolsteinische Flüsse mit Meeranbindung entlassen. Sie sind zuvor sechs Monate bei Fischwirtschaftsmeister Helmut Schwarten in Bad Malente im Kellersee aufgezogen worden. Sie kehren in etwa drei Jahren wieder zurück – die meisten als schmackhaftes Essen. Die letzten 80.000 Brütlinge wurden im Lachsbach bei Neustadt ausgesetzt. Sie sind etwa drei bis sechs Zentimeter groß. Auftraggeber der Wiedereinbürgerung des Ostseeschnäpels ist das Amt für ländliche Räume, das mit Genehmigung des Neustädter Fischeramtes von 1474 das Projekt betreibt. „Es begann im November und Dezember, als die Elterntiere im Neustädter Binnenwasser gefangen wurden“, erinnerte sich Helmut

Schwarten gemeinsam mit dem Ersten Ältermann des Neustädter Fischeramtes, Hermann Ehwalt, Gewässerwart Bernd Schulz und Vorstandsmitglied Otto Ziemann. Es seien etwa 300 Fische gefangen worden, deren Eier abgestreift und künstlich befruchtet wurden. Daraus entstanden in den beleuchteten Netzkäfigen bei Helmut Schwarten im Kellersee etwa 500.000 Brütlinge, die in den Lachsbach, die Schwentine, den Nord-OstseeKanal, die Trave, die Schlei, die Kremper Au und im Neustädter Binnenwasser ausgebracht wurden. Der Ostseeschnäpel ist die kleinste Lachsart, die sich vornehmlich in der Küstenregion aufhält. Das unterscheidet sich von den großen Lachsen, die nach dem Ablaichen in den Flüssen in das Meer zurückschwimmen. „Auf Usedom wird der Ostseeschnäpel ‘Steinlachs’ oder ‘weißer Lachs’ genannt“, weiß Hermann Ehwalt. Von dort und

vom Stettiner Haff haben die Fischer vor einigen Jahren die in Schleswig-Holstein ausgestorbenen Ostseeschnäpel geholt und hier wieder angesiedelt. Der Ostseeschnäpel ist für die Berufsfischer zu einem wirtschaftlich interessanten Fisch geworden. Die jetzt eingesetzten Brütlinge brauchen etwa drei Jahre bis sie in der Ostsee und ihren Zuflüssen zur Schlachtreife gelangen. Die Berufsfischer fangen sie mit dem Netz an der Küste, geduldige Hobbyfischer mit der Hegene. Der nach drei Jahren etwa 50 bis 60 Zentimeter große Ostseeschnäpel schmeckt gekocht oder gedünstet am besten. „Er setzt sich langsam in der heimischen Gastronomie durch“, weiß Bernd Schulz. Bereits seit fünf Jahren sind die schleswig-holsteinischen Fischer mit der Wiedereinbürgerung des Ostseeschnäpels beschäftigt.


Die Schwarzmundgrundel Eine neue Art erobert den Nord-Ostsee-Kanal Hochdonn von Rüdiger Neukamm Das ging fix! Nicht einmal zwei Jahre hat die Schwarzmundgrundel gebraucht um ihr Verbreitungsgebiet auf den gesamten Nord-Ostsee-Kanal auszudehnen und einen Bestand aufzubauen, dessen Größe rasant zunimmt. Insbesondere im Ostteil des Kanals haben bereits viele Angler mit d e r

Schwarzmundgrundel Bekanntschaft gemacht. Beim Butt- und Aalangeln ist die Art mittlerweile schon regelmäßiger Beifang. Neogobius melanostomus ist der lateinische Artnahme der Schwarzmundgrundel. Ursprünglich begrenzte sich ihr Vorkommen auf das Kaspische und Schwarze Meer, jeweils inklusive der Unterläufe der einmündenden Flüsse. Seit etwa 20 Jahren jedoch erweitert sich das Verbreitungsgebiet der Schwarzmundgrundel stetig, zum Teil mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Zunächst wurde beobachtet, dass die Schwarzmundgrundeln sich nicht mehr auf die Unterläufe großer Flüsse beschränkten, sondern ihren Lebensraum auf weiter stromaufwärts gelegene Gewässerabschnitte ausdehnten. So wurden Schwarzmundgrundeln beispielsweise in der Donau im Jahr 2000 erstmals auf österreichischem Gebiet festgestellt und im Jahr 2004 dann bereits in Deutschland nachgewiesen. Neben dieser

aktiven Erweiterung des Verbreitungsgebietes durch die Fische selbst kam es in der jüngeren Vergangenheit auch häufig zu einer durch den Menschen bedingten Verbreitung der Art. Ein Eintrag mit abgelassenem Ballastwasser von

Handelsschiffen oder als Begleitart bei Fischbesatzmaßnahmen sind wahrscheinliche Eintragspfade für die Schwarzmundgrundel. 1990 gelangte die Schwarzmundgrundel unter anderem in die Great Lakes in Nordamerika und in die Danziger Bucht. Die weitere Ausbreitung der Schwarzmundgrundel innerhalb der Danziger Bucht und in die umgebenden Teile der Ostsee wurde von polnischen Wissenschaftlern kontinuierlich untersucht. Sie dokumentierten eindrucksvoll, welches Potential diese Art besitzt, wenn es darum geht, sich neue Lebensräume zu erschließen. Nachdem 1990 jeweils nur wenige Tiere in den Häfen von Hel und Gdynia festgestellt worden waren, umfasste das Verbreitungsgebiet in dem die Fische bestandsbildend waren, 2001 bereits eine Fläche von 400 km2. Damit waren nahezu alle geeigneten Habitate in der Danziger Bucht besetzt.

Stellenweise erreichte die Bestandsdichte Werte von durchschnittlich 4 Individuen/ ha. Von der Danziger Bucht aus verbreitete sich die Schwarzmundgrundel entlang der Ostseeküste weiter. 1999 wurde sie bei Rügen festgestellt, 2003 lag Rostock schon hinter ihr. Wann sie genau in der Kieler Bucht angekommen ist, steht nicht fest. Erste

derung in die Elbe antreten wollte. Damit muss der NordOstsee-Kanal als durchquert betrachtet werden. Die meisten Angler, die Schwarzmundgrundeln gefangen haben taten sich schwer mit der Artbestimmung dieser ihnen bisher oft gänzlich unbekannten Fischart. Die Vorschläge reichten von Schwarzgrundel über Quappe und Aalmutter bis hin zur Groppe. Eine richtige Bestimmung ist zweifelsfrei nicht ganz leicht aber dennoch für jeden möglich, wenn man die entscheidenden

Einwanderungen in den etwa 100 Kilometer langen NordOstsee-Kanal über die Holtenauer Schleusen erfolgten wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte 2006. Erste Fänge von Sportanglern wurden 2007 gemeldet. Fanggebiete waren der Nord-Ostsee-Kanal östlich von Rendsburg und in besonderem Maße der Flemhuder See. Auch der in Rade ansässige Fischer machte in dem Jahr erstmals Bekanntschaft mit der Schwarzmundgrundel. Bis zum Herbst 2008 fehlten dann aber weitere Nachweise aus den weiter westlich gelegenen Teilen des Nord-OstseeKanals. Fast sah es so aus, als würde der Schwarzmundgrundel dieser Gewässerteil nicht zusagen, so dass sie von einer Besiedlung vorerst absehen würde. Dass dem nicht so war, offenbarten Hamenfänge in der Brunsbüttler Schleuse im letzten Oktober, bei denen eine erwachsene Schwarzmundgrundel gefangen worden ist, die offensichtlich ihre Wan-

Merkmale im Körperbau dieser Art kennt. Gemessen an unseren heimischen Grundelarten wird die Schwarzmundgrundel sehr groß. Im Brackwasser sollen männliche Tiere Körperlängen von bis zu 25 cm erlangen. Der gedrungene, im Querschnitt rundlich und leicht abgeplattete Körper ist gelblich bis grau, oftmals mit mehreren großen braunen Flecken auf den Körperseiten. Während der Laichzeit können Männchen auch eine schwarze Färbung annehmen. Entlang der Körperseite vom Kopf bis zur Schwanzflosse befinden sich pro Schuppenreihe 45-55 Schuppen. Die erste Rückenflosse hat 5-7, die zweite 14-17 Flossenstrahlen. Ganz charakteristisch ist der schwarze Fleck im hinteren Bereich der ersten Rückenflosse. Zweite Rückenflosse, Schwanzflosse, Afterflosse und die Brustflossen haben eine abgerundete Form. Im Kopfbereich, inklusive der Kiemendeckel, gibt es, im Gegensatz


zu vielen ähnlich aussehenden Arten, keine deutlich sichtbzw. fühlbaren Dornen, Stacheln oder Bartfäden. Zu guter Letzt ist als typisches Merkmal eine auffallend große, fast waagerechte Maulspalte zu nennen, wodurch die Tiere bei der Ansicht von vorn einen überaus humorlosen Eindruck erwecken. Schwarzmundgrundeln sind typische Bodenbewohner. Sie ernähren sich überwiegend von Muscheln, Würmern, Krebsen, und gelegentlich wohl auch von Fischlaich. Im Alter von 2-3 Jahren erreichen die Tiere die Geschlechtsreife. Die Laichzeit beginnt im Frühjahr und kann sich bis in den Spätsommer hinziehen. Schwarzmundgrundeln sind Portionslaicher. Die Eizahl pro Weibchen wird mit 100-5000 angegeben. Die Eiablage erfolgt auf nahezu jeder Art von Hartsubstrat in einer Art Nest. Dieses Nest, in das verschiedene Weibchen ihre Eier gelegt haben können, wird bis zum Schlupf der Brut durch das Männchen bewacht. Nach Beendigung des Brutgeschäfts stirbt das Männchen, vermutlich an Erschöpfung.

Weibchen können zum Teil ein zweites Mal reproduzieren, allerdings werden auch sie im Regelfall nicht älter als 4 Jahre. Wie aus der Verbreitungsgeschichte der Art zu entnehmen ist, bevorzugt die Schwarzmundgrundel Brackwasser, kommt aber auch in reinem Süßwasser vor. Entsprechend ist damit zu rechnen, dass noch viele weitere Gewässer in Schleswig-Holstein von der Schwarzmundgrundel eingenommen werden. Erste Nachweise aus dem Traveeinzugsgebiet liegen bereits vor. Spannend ist nun, wie sich die Art weiter verbreiten wird. Schafft sie es sich in der Unterelbe zu etablieren und von dort bis nach Dresden aufzusteigen? Wird sie in Eider und Stör vor-

dringen? Wird der ElbeLübeck-Kanal von Süden oder von Norden besiedelt, oder von beiden Seiten gleichzeitig? Wir wissen noch nicht, ob und wie sich das Vorkommen der Schwarzmundgrundel auf die bestehenden Fischartengemeinschaften der unterschiedlichen Gewässer auswirken wird. Prinzipiell sind positive und negative Auswirkungen denkbar. Raubfische bekommen beispielsweise ein erweitertes Beutespektrum, kleinere Fische einen weiteren Konkurrenten um die Ressourcen Nahrung, Unterstand und Laichsubstrat. Insgesamt sind also viele Fragen an das Auftreten der geknüpft, die für Angler und Fischer von großem Interesse sind. Aus diesem

Hegegemeinschaft Gewässersystem Nord-Ostsee-Kanal

Landweg 16, 25712 Hochdonn Tel: 04825-902145 – Fax: 04825-923302 Email: hegegemeinschaftnok@t-online.de Landessportfischerverband Schleswig-Holstein e.V.

Papenkamp 52, 24114 Kiel Tel: 0431-676818 – Fax: 0431-676810 Email: info@lsfv-sh.de

Grund bitten wir Sie um Mithilfe! Wenn Sie eine Schwarzmundgrundel gefangen haben und sich nicht sicher sind, dass der Fangplatz bereits bekannt ist, melden Sie sich bitte bei der Hegegemeinschaft Gewässersystem Nord-OstseeKanal oder dem LSFVSchleswig-Holstein (Adresssen siehe Kästchen). In Zusammenarbeit mit der Fischereibiologischen Abteilung des Zoologischen Museums der Universität Hamburg sollen die Daten gesammelt und ausgewertet werden. Begleitend sind weitere Untersuchungen zur Biologie und zum Verhalten der Schwarzmundgrundel vorgesehen, um mehr über diese spannende Fischart und ihre Lebensweise in Norddeutschen Gewässern herauszufinden. Mehr zur Schwarzmundgrundel und ihrer Verbreitungsgeschichte finden Sie hier: Sapota, M.R. (2006): NOBANIS – Invasive Alien Species Fact Sheet – Neogobius melanostomus. – From: Online Database of the North European and Baltic Network on Invasive Alien Species – NOBANIS www.nobanis.org

Gemeinsam mit Dänemark für den Aal Kiel – Auf Vorschlag von Fischereiminister Dr. Christian von Boetticher hat die Landesregierung der Unterzeichnung einer Gemeinsamen Erklärung mit dem dänischen Landwirtschaftsministerium zugestimmt. Inhalt soll der Austausch von Daten zum Aal im Grenzgebiet sowie Grundlagen für die künftige Zusammenarbeit auf fischereiwissenschaftlichem Gebiet sein. Die Fischereiverwaltungen von Dänemark und SchleswigHolstein werden fortan alle relevanten Informationen für die zwei grenzüberschreitenden Fließgewässer Krusau (Kruså) und Vidau (Vidå) austauschen und in die jeweilige

Gebietsplanung einfließen lassen. „Die Gemeinsame Erklärung ist ein weiterer Baustein zum Aalschutz. Unsere Anstrengungen machen dabei wie auch die Aale nicht an der Landesgrenze halt, sondern mir ist der neue grenzüberschreitende Ansatz zum Schutz dieser Fischart besonders wichtig“, freute sich von Boetticher. Hintergrund ist eine EUVerordnung zum Schutz des Europäischen Aals, nachdem dessen Bestandsentwicklung in den vergangenen Jahren Anlass zur Sorge gegeben hat. Danach müssen alle EU-Mitgliedsstaaten im Rahmen so genannter Managementpläne nachweisen, dass die Fischart Aal nach-

haltig genutzt wird. Konkret wird die Zusammenarbeit zwischen Kopenhagen und Kiel beim Aal so aussehen, dass beim Monitoring der in die Gewässer aufsteigenden jungen Aale sowie der zum Laichen ins Meer abwandernden erwachsenen Aale eine enge methodische und räumliche Abstimmung erfolgt. „Dies sichert zum einen die optimale Vergleichbarkeit der wissenschaftlichen Daten zur Entwicklung der Aalbestände und spart zugleich auch Geld für beide Partner, da jeder die Erkenntnisse des Nachbarlandes direkt in seine Managementplanung einfließen lassen und den eigenen Unter-

suchungsaufwand so reduzieren kann“, erläuterte Christian von Boetticher. Schleswig-Holstein hatte bereits verschiedene Maßnahmen zugunsten des Aals ergriffen und so auf Entscheidung von Fischereiminister von Boetticher beispielsweise schon im vergangenen Jahr die Fördermittel aus der Fischereiabgabe für Aalbesatzmaßnahmen in den Gewässern zwischen Nordund Ostsee auf 60.000 Euro pro Jahr aufgestockt. Weitere 60.000 Euro sollen nach Genehmigung der Aalmanagementpläne durch die Kommission aus dem europäischen Fischereifonds hinzukommen.



Anglerforum Februar 2009