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Ostschweizer Kulturmagazin Nr. 243, M채rz 2015

Saiten

auf Grosswildjagd.


Ein Heft 端ber Walter Mittelholzer und die koloniale Schweiz. Ausserdem: Bersets Kultur足 botschaft. Thedawn. Wortlaut. Und eine Publikums足 beschimpfung.


Manchmal kommt zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammengehört. In meinem Fall war es die zufällige Begegnung mit dem Film La jaula de oro (Der goldene Traum) bei Freunden. Der Mexikaner Diego Quemada erzählt darin die Geschichte von Teenagern aus Guatemala, die sich ins Gelobte Land USA aufmachen – und auf der Strecke mit dem «Todeszug» nach Norden unter die Räder kommen. Sara wird vergewaltigt, der Indio Chauk erschossen, Luis schafft es und erwacht aus dem Traum vom besseren Leben am Ende als Arbeiter in einer Gross-Schlachterei. Ein beklemmender Film, von Laien gespielt, die zum Teil ihre eigene Flüchtlingsgeschichte hinter sich haben. Die Filmbilder von Not, Gewalt und von der Todesmauer an der mexikanischen Grenze, die der «Norden» gegen den «Süden» hochgezogen hat, haben sich ungefragt eingemischt in die Arbeit an diesem Heft. Es beschäftigt sich mit dem St.Galler Fotografen und Flugpionier Walter Mittelholzer (1894–1937). Ihm widmet der Kanton in seinem Kulturraum am Klosterplatz eine Ausstellung, fast 80 Jahre nach seinem Tod. Und mit kritischem Blick auf die europäischüberlegene Haltung, die man heute in den Fotos und Filmen des einstigen Nationalhelden Mittelholzer nicht mehr übersehen kann. Unser Heft macht am Beispiel Mittelholzer die Schweiz als «Kolonialmacht ohne Kolonien» kenntlich. Es beleuchtet seine Nachfolger – bis zu heutigen Afrika-Kreuzflügen –, diskutiert den neuen Umgang der Historiker mit dem visuellen Erbe, bringt eine afrikanische Stimme zu Gehör und erinnert an einen weiteren Ostschweizer mit Kolonialblick: den Historiker Herbert Lüthy. Der Saiten-Titel («auf Grosswildjagd») ist entsprechend ironisch ge-

meint. Wenn schon, gilt unsere Jagd den «grossen Tieren» der Geschichtsklitterung und helvetischen Mythenbildung, zu denen Mittelholzer, Lüthy oder auch René Gardi bis heute zählen. Die Schweiz war und ist keine Insel – sondern global verflochten und also mitverantwortlich für die kulturellen und wirtschaftlichen Gefälle dieser Erde. Wenn der St.Galler Bäckersohn Walter Mittelholzer mit der «Merkur» in den 1930er-Jahren nach Süden flog und wenn Luis, Sara und Chauk 2013 mit dem «Todeszug» nach Norden tuckern, hat das mehr miteinander zu tun, als uns lieb ist. Peter Surber Ausserdem: Seit dem Amtsantritt von Bundesrat Alain Berset als Kulturdirektor weht ein neuer Wind in Bundesbern. Für die Jahre 2016–20 hat Berset eine ambitionierte Kulturbotschaft vorgelegt, die im Mai in die Eidgenössischen Räte kommt. Vorher, am 30. März gastiert Alain Berset in St.Gallen. An einem Abend unter dem Titel «Kultur?? Kultur!!» stellt er die Eckpunkte seiner Kulturpolitik vor und diskutiert mit Fachleuten aus der Region, darunter dem St.Galler Regierungsrat Martin Klöti. Ab Seite 38 im Heft finden Sie Informationen und Diskussionsbeiträge dazu. Saiten hat das Vergnügen, den Anlass mit zu organisieren und lädt herzlich dazu ein.

EDITORIAL


KORREKTUR

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Positionen 9

Blickwinkel

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Redeplatz

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Einspruch

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Stadtpunkt

13 15

Requiem auf einen Raum III Requiem auf einen Freiraum I

von Katalin Déer

mit Roche Hufnagl

von Christof Moser

von Dani Fels

Mittelholzer

Dornier DO B Merkur, CH-171 «Switzerland» der Ad Astra Aero AG im Wasser, 1926. Fotograf: unbekannt

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«Die Globalisierung hat Mittelholzer in den Blick gerückt» Ein Gespräch mit den Ausstellungsmachern Kaspar Surber und Wolfgang Steiger. von Peter Surber

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«Menschlicher Viehbestand»

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Schwieriges Erbe

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Kurzer Begriffsratgeber für Weisse

Esther Hungerbühler, Florian Vetsch

© 2015: Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugs­ weise, nur mit Genehmigung. Die Urheber­ rechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

Reaktionen

Saiten 03/2015

Saiten Ostschweizer Kulturmagazin 243. Ausgabe, März 2015, 22. Jahrgang, erscheint monatlich HERAUSGEBER Verein Saiten, Verlag, Schmiedgasse 15 Postfach 556, 9004 St.Gallen Tel. 071 222 30 66 REDAKTION Corinne Riedener, Peter Surber, Urs­Peter Zwingli, redaktion@saiten.ch VERLAG/ANZEIGEN Marc Jenny, Philip Stuber, verlag@saiten.ch SEKRETARIAT Kristina Hofstetter, sekretariat@saiten.ch KALENDER Michael Felix Grieder kalender@saiten.ch GESTALTUNG Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio, Tiger Woods grafik@saiten.ch VEREINSVORSTAND Lorenz Bühler, Zora Debrunner, Heidi Eisenhut, Christine Enz, Christoph Schäpper, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch VERTRIEB 8 days a week, Rubel Vetsch DRUCK Niedermann Druck AG, St.Gallen AUFLAGE 5600 Ex. ANZEIGENTARIFE siehe Mediadaten 2014/15 SAITEN BESTELLEN Standardbeitrag Fr. 70.–, Unterstützungs­ beitrag Fr. 100.–, Gönnerbeitrag Fr. 280.– Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch INTERNET www.saiten.ch AN DIESER AUSGABE HABEN MITGEARBEITET Ladina Bischof, Michael Bodenmann, Sven Bösiger, Kurt Bracharz, Katalin Deér, Tine Edel, Dorothee Elmiger, Hans Fässler, Dani Fels, Katharina Flieger, Pius Frey, Georg Gatsas, Ralph Hug, Leyla Kanyare, Stefan Keller, Patrick Kessler, Bettina Kugler, Marijpol, Christof Moser, Josef Felix Müller, Rolf Müller, Lika Nüssli, Peter Röllin, Harry Rosenbaum, Anna Rosenwasser, Monika Slamanig, Wolfgang Steiger, Tatjana Stocker, Kaspar Surber, Jiajia Zhang.

Der Ostschweizer Historiker Herbert Lüthy hat den Kolonialismus beschönigt. von Hans Fässler

Problematische Abbilder des «Fremden» beschäftigen die Forschung. von Katharina Flieger

von Noah Sow

INHALTSVERZEICHNIS


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Globis Afrikakreuzflug

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Fremde Welten füllen die Säle

Frieda Kellers Zerstörung

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Lüderitz sehen und

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The Swiss Art of Rock

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Elefanten, Ufos & Mani Matter

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Zäher Fortschritt in einer rauen Welt

Kolonialistische Reisen sind noch immer in. von Hans Fässler

Auch in der digitalisierten Gesellschaft ziehen Abenteurer­Vorträge Publikum an. von Harry Rosenbaum

Coverbild: Kenya, Ostfuss des Mount Kenya, wilde Phoenixpalmen. Fotograf Arnold Heim, 1927.

Perspektiven

Saiten 03/2015

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Flaschenpost

34 34 35 37 37

Rapperswil­Jona Thurgau Vorarlberg Schaffhausen Stimmrecht

Michael Bodenmann und Jiajia Zhang aus Beijing

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von Leyla Kanyare

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Kultur?? Kultur!!

Die Kulturbotschaft und die «Megatrends» der Gesellschaft. von Peter Surber

Der Ostschweiz fehlen künstlerische Lehrgänge. von Josef Felix Müller

Vom Fallen und möglichen Scheitern

Malen in der «Flugasche»

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Hier wird nichts gespielt

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«Fresh Sound from Switzerland»

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Kalender

Jedem Kind ein Instrument? Der Bund will die Jugendmusik fördern. Jugendorchester­Pionier Hermann Ostendarp erklärt, was es dazu braucht. von Bettina Kugler

St.Galler Literaturtage Wortlaut: Sumpfbilder, Justizskandal, Afrikaszenen

Die Hamburgerin Marijpol zeichnet abgründige Szenarien. von Lika Nüssli

Nach 17 Jahren hinter den Plattentellern bringt Thedawn endlich ein Solo­Album heraus. von Corinne Riedener

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Dichter Nebel im Osten

Meisterlich reduzierte Kreidestriche

Lurker Grand beendet seine Trilogie der Schweizer Rockgeschichte. von Pius Frey

Vom Konzeptkünstler Bas Jan Ader, der Lesen zum Happening machte bis zum Wettlauf der modernen Bibliotheken. von Georg Gatsas

Kultur 42

Auszug aus dem ersten Buch der neuen Edition Literatur Ostschweiz. von Monika Slamanig

Ein Dok­Film begleitet drei südafrikanische Teenager in einem Township. von Urs-Peter Zwingli

Kultur?? Kultur!! 38

Michèle Minelli hat ein erschütterndes Frauenschicksal in einen historischen Roman verpackt. von Ralph Hug

Vera Singers Bilder zeigen das Leben in der DDR. von Peter Röllin

Die Kellerbühne St.Gallen spielt Peter Handkes Publikumsbeschimpfung. von Peter Surber

Ein Auszug aus dem Nepal­Tagebuch von Sven Bösiger und Patrick Kessler.

Abgesang 82 83 85 87

Kellers Geschichten Bureau Elmiger Blick zurück Boulevard

NR. 243, MÄRZ 2015


«Absolut lesenswert» Liebe Saiten­Macher Ich habe soeben die neue Ausgabe von Saiten ausgepackt und wie immer schon mal kurz durchgeblättert. Mein erster Eindruck – super – grossartig – absolut lesenswert! Für diese Nummer wäre eine Auflage­Erhöhung wünschenswert, wenn die Nachfrage, ähnlich wie bei «Charlie Hébdo» entsprechend zulegen würde. Als langjähriger, begeisterter Saiten­Leser werde ich ab sofort Ihre Monats­Zeitschrift allen meinen kultu­ rell und gesellschaftspolitisch interes­ sierten Freunden und Bekannten ans Herz legen. Urs Simmen, 8635 Dürnten

Ähnliche Reaktionen gab es mündlich und mailisch mehrfach – «das aktuelle Heft über den Islam finde ich so gut, dass ich sehr gerne noch vier Hefte zusätzlich bestellen möchte», schrieb ein Saiten-Mitglied, und die Reaktion eines Nicht-Mitglieds: «Heute lag das neue Saiten im Briefkasten: Obwohl ich sicher das Heu nicht immer auf derselben Bühne mit euch habe, ist es eine grosse Freude, ein intelligentes, gut geschriebenes Presseerzeugnis vor sich zu haben. Sonst nur befriedigt vom ‹New Yorker›, mag ich die Ostschweiz nach Saiten gleich noch ein bisschen mehr. Eher überraschend nahm dann auch der «Blick» das Thema auf. Grund: Die Verschleierungs-Bilder im Februar-Heft des Londoners mit dem Pseudonym «2041». «Dieser Engländer hat einen Burka-Fetisch», titelte der «Blick» am 6. Februar und zitierte: «‹Es ist ein wenig so, als ob der fotografische Akt der wichtige Punkt des Fetischs ist – er zieht seine Befriedigung aus dem Auftritt vor der Kamera und dem Ablegen, Bearbeiten und Teilen der Bilder mit Gleichgesinnten›, sagt Lewis Chaplin im Ostschweizer Kulturmagazin Saiten.»

Dass Saiten-Ausgaben nachhaltig sind, beweist nachstehende Zuschrift – etwas verspätet zum bilderträchtigen Dezemberheft:

«Im Visier» Was mir am Heft Nr. 240 besonders ge­ fällt: Ich wähle, entscheide bewusst, pflücke mir das Bild, das ich anschauen will, so, wie ich die Texte beim Durch­ blättern des Heftes nach Lust und Inte­ resse selektioniere. Sind wir im Bild, wie die visu­ ellen Darstellungen uns beeinflussen ­ oder im Visier, da wir ihnen unaus­ weichlich ausgesetzt sind? Susanna Sulzer Tisato, Heiden

Viel geklickt Während der Blick aufs Heft­Thema Mittelholzer in die Vergangenheit schweifte, hat die Redaktion auf saiten.ch auch in der Gegenwart die Augen offen gehalten. Mit Abstand am meisten angeklickt wurde im Februar der Bericht Leserbrief-Streit um schwulen Regierungsrat, in dem ein Schlaglicht auf die Leserbrief­Politik des «Tagblatt» geworfen wurde. Und während die Guggen am Saiten­Büro in der Schmiedgasse vorbeilärmten, hat sich die Pro­Fasnacht­Fraktion im Kollektiv durchgesetzt. Was dann im Listicle 10 Gründe für die Fasnacht mündete – analog unseren früheren Bekenntnissen zum Glühwein und zur Olma; geneigte Leser dürften sich daran erinnern. Für die satirische Spitze im Februar war der Theater­ macher Milo Rau mit dem Text Die Unterwerfung besorgt: In einer Parodie auf Michel Houellebecqs jüngsten literarischen Wurf Soumission liess der Exil­St.Galler Rau eine deutsche Wissenschafterin zur Schweizer Bundesrätin und schliesslich Gouverneurin auf Lebenszeit werden. Mehrfach berichtet und diskutiert wurde auf saiten.ch auch über den «Tisch hinter den Gleisen». Die kritisch­konstruktive Runde hat sich jetzt vorge­ nommen, das Areal Bahnhof Nord schrittweise zu beleben – dies, um mehr Stadt­ bewohner an den (Un­)Ort zu bringen, über den diskutiert wird. Geschehen soll das, sobald es etwas wärmer wird. Was uns zum Online­Text bringt, der im vergan­ genen Monat zwar nicht geschrieben wurde, jedoch Not täte: Weiche, Februar, du dunkelster aller Monate. Viele Klicks wären uns jedenfalls gewiss – denn übers Wetter reden alle gern. Mehr Tagesaktuelles auf saiten.ch. Und dem nicht ganz unbekann­ ten «Sticki»­Zeichner endlich einmal: Danke für die Schleichwerbung. Sie ärgern sich? Sie freuen sich? Kommentieren Sie unser Magazin und unsere Texte auf saiten.ch oder schreiben Sie uns einen Leserbrief an redaktion@saiten.ch.

REAKTIONEN

Saiten 03/2015

Saiten Nr. 242, Februar 2015

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Saiten 03/2015

Katalin Deér In die Fläche

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BLICKWINKEL


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Redeplatz «Solche Fallschirme dürfen nicht in Bequemlichkeit enden»

Seit Januar bist Du verantwortlich für die Bullaugen-Konzerte im Grabenhallen-Foyer. Hat sich dadurch auch das Konzept verändert? Am Anfang, also 2009, ging es vor allem darum, auch unter der Woche und in einem kleineren Rahmen Live-Konzerte zu veranstalten, deshalb das Foyer. Ziel war es, unbekannteren Bands aus allen Bereichen eine Plattform zu bieten. Seit Anfang Jahr setzen wir gezielt auf junge Schweizer Formationen, machen Audio- und One-Take-Videoaufnahmen der Konzerte, die wir den Bands dann als Promomaterial zur Verfügung stellen. Wie wichtig ist Dir dabei der Fördergedanke? Er ist zentral – allerdings wollen wir die Bands nicht mit Finanzspritzen unterstützen, sondern mit Know-How, Engagement und einem interessierten Publikum. Viele sind unbekannt, haben kein grosses Plattenlabel oder nicht genügend Songs digitalisiert, um sich für weitere Konzerte zu bewerben. Dabei wollen wir ihnen unter die Arme greifen. Gibt es viele solcher Bands? Massenhaft. Das Problem ist, dass man die Schweizer Szene gerne unterschätzt beziehungsweise viele denken: «Buchen wir sie, denn lokaler Support bringt immerhin Publikum.» Woran liegt das? Unter anderem daran, dass der Markt völlig übersättigt ist und zwar in praktisch allen Genres. Allein beim

Grabenhalle-Büro gehen pro Tag etwa 40 Bandanfragen ein – von gänzlich unbekannten bis zu namhaften Bands. Welches sind die Kriterien, um beim Bullaugenkonzert aufzutreten? Erstens müssen wir eine Band vorab einmal live gesehen haben, zweitens soll sie aus der Schweiz sein – egal aus welcher Ecke –, und drittens sollte sie nicht bereits bei einer grossen Plattenfirma unter Vertrag sein, da sie unsere Unterstützung dann gar nicht mehr nötig hat. Gibt es auch genretechnisch Vorgaben? Einengen lassen wir uns nicht, aber es sollten schon tendenziell ruhige Sachen sein. Unter anderem auch, weil die Clubszene derzeit wieder relativ stark ist und die leisen Konzerte daher vermehrt unter der Woche oder in Bars als Hintergrundmusik stattfinden. Kommt hinzu, dass das Grabenhalle-Foyer nicht wirklich für grosse Bands geeignet ist, dafür aber bestens für Unplugged-Konzerte. Du warst auch Organisator des Young GodsKonzerts in der Lokremise im November 2013. Damals wurde kritisiert, dass die Stadt für ihre Standortkampagne «IT St.Gallen rockt» 100’000 Franken sprach, während sie mehreren Kulturinstitutionen die Gelder kürzte. Die Kritik verstehe ich natürlich, wobei dieses Konzert ja nur ein Teil der Kampagne war, die von der Agentur Alltag konzipiert wurde, wo ich damals angestellt war. Eine Aussage wie «IT rockt» durch ein Konzert zu transportieren finde ich aber völlig legitim. Zudem wurde die Lokremise zuvor noch nie als Konzertsaal in dieser Grössenordnung wahrgenommen. Indem man die Möglichkeiten aufzeigte, wurde der Standort Lokremise also auch kulturell gefördert.

POSITIONEN

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Roche Hufnagl von der GrabenhalleProgammgruppe organisiert jeden Monat Live-Konzerte im kleinen Rahmen – ein Gespräch über Nachwuchsförderung ohne Finanzspritzen.


11 Die Frage nach der «Förderungswürdigkeit» solcher Prestige-Projekte bleibt trotzdem. Wo ziehst Du bei den Bullaugen-Konzerten die Grenze? Vielfach orientiere ich mich an der Präsentation im Internet und der bereits gespielten Konzerte der Band. Daran sieht man relativ schnell, wer noch Support braucht und wer bereits eine funktionierende Promo-Maschinerie im Rücken hat. Mit der Zeit merkt man auch, welche Bands mit Herzblut an die Arbeit gehen.

Saiten 03/2015

Nutzt eure Bullaugen-Plattform den Bands auch nachhaltig? Wir geben ihnen ja nicht nur alle Rechte an den Video- und Audiomitschnitten, sondern auch frische Inputs für Songs oder Aufnahmen. Mit Insane Sue steht uns ein versierter Toningenieur zur Verfügung, der gerne auch unkonventionelle Wege geht. Zudem haben wir mit bullaugenkonzert.ch jetzt auch einen Online-Auftritt mit Bandportraits, Konzertvorschauen und anderen Infos. Ihr bietet den Bands also eine Live-Plattform an und nehmt ihnen zusätzlich noch ein Stück Label-Arbeit ab. Was springt für die Grabenhalle dabei heraus? Eine gute Zeit plus die Taxi-Fahrt nach Hause. Gewinn machen wir mit den Bullaugen-Konzerten aber nicht, im Gegenteil: Wir sind froh, wenns am Schluss eine schwarze Null gibt. Das heisst, dass wir eine ganze Menge Vorarbeit reinstecken und natürlich eng kalkulieren müssen. Denn machen wir uns nichts vor: Aufwand und Ertrag stehen in der Kulturbranche in keinem Verhältnis. Viele setzen auf Defizitgarantien. Darauf verzichte ich bereits seit mehreren Jahren. Aus Gründen der Unabhängigkeit? Nicht wirklich, sondern weil ich ein paar einschneidende Erlebnisse hatte, die mir klar machten, dass mit solchen Geldern vielfach falsch umgegangen wird. Wenn ich höre, dass ein Veranstalter dank seiner 500 Franken Defizitgarantie mit dem Eintritt runtergeht, um mehr Besucher zu mobilisieren, hat er denn Sinn nicht verstanden. Solche Fallschirme dürfen nicht in Bequemlichkeit enden. Roche Hufnagl, 1986, ist Teil der GrabenhalleProgrammgruppe und einer von sieben Bewohnern des Kulturhauses Rose in Stein AR, wo er auch das Booking macht, wenn er nicht gerade grafisch tätig ist. Interview: Corinne Riedener Bild: Tine Edel

Einspruch: Christof Moser Zum Internationalen Frauentag: Feminismus für alle! Ich frage mich, warum es der Feminismus heutzutage so schwer hat. Hier zwei Erklärungen: Eines der Probleme ist unsere Hyperindividualität, dieses allgegenwärtige «Ich interessiere mich nur für mich». Das Gesamtgefüge wird vergessen. Mir scheint, es liegt daran, dass wir als postideologische Generation Mühe haben, uns zu einer Ideologie zu bekennen. Daraus resultiert eine gewisse Sprachlosigkeit. Beim Feminismus ist diese besonders folgenreich, da sich eine gewisse Verhärtung in der politischen Diskussion einstellt: Wer sich zu Wort meldet, muss damit rechnen, platt gemacht zu werden. Viele lassen darum die Finger davon, egal ob Mann oder Frau. Das zweite Problem liegt im eigenen Lager: Jung wettert gegen Alt, Frauen gegen Frauen und nicht etwa Frauen gegen Männer und umgekehrt. Viele haben Angst, eigene Positionen einzunehmen, diese zu hinterfragen und weiterzuentwickeln. Doch machen wir uns nichts vor: Derzeit ist ein gigantischer Backlash im Gang. In Europa haben wir keine gleichberechtigte Gesellschaft hinbekommen, und rundherum ist es noch viel dramatischer: Fundamentalisten unterdrücken Frauen im Namen der Religion, in der Türkei sagt Erdogan, dass Gleichberechtigung «unnatürlich» sei, und aus Russland kommt eine Staatsdoktrin, die alles, was von der Norm abweicht, als krank deklariert und verfolgt. Für mich ist entscheidende Frage, wie wir uns der Welt gegenüber verhalten wollen, diesem männergeprägten System aus Politik, Wirtschaft und Medien. Ich stelle fest, dass sich vor allem Frauen bewusst davon abwenden, sich dem Guten im Kleinen zuwenden und das auch feministisch oder zumindest mit betont weiblichen Argumenten begründen: Das System ist krank und tut uns nicht gut. Dieser Ansatz ist lobenswert, untergräbt aber den Feminismus, da er gerade in der heutigen Zeit auch im grossen Ganzen, in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung präsent sein sollte und sich ganz grundsätzlich für eine bessere Welt einsetzen sollte. Christof Moser, 1979, ist freier Journalist unter anderem bei der «Schweiz am Sonntag» und Redaktionsleiter von infosperber.ch.

POSITIONEN


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Saiten 03/2015

Stadtpunkt Prätentiöser Unsinn

Denken Sie auch, die St.Galler Innenstadt sei «zu Tode beruhigt»? Oder fühlen Sie sich, wie ich, von diesem Lamento einiger Gewerbetreibender nicht angesprochen? Es wäre interessant zu wissen, wer empfohlen hat, mit einer solchen Aussage die Leserbriefe zur Marktplatzvorlage, über die am 8. März abgestimmt wird, zu dramatisieren. Nüchtern betrachtet ist der Spruch von der «zu Tode beruhigten» Innenstadt ein prächtiges Beispiel für das, was der Philosoph Harry Frankfurt als Bullshit * bezeichnet, auf Deutsch wohl am treffendsten übersetzt mit prätentiöser Unsinn. Die Behauptung der zu Tode beruhigten Innenstadt ist deshalb Bullshit, weil sie sich ausschliesslich auf die antiquierte Vorstellung bezieht, es bestehe ein kausaler Zusammenhang zwischen Erreichbarkeit der Innenstadt mit Autos und einem hohen Umsatz für das Gewerbe. Beruhigung meint hier Verkehrsberuhigung, und diese hat eben genau die Belebung der Innenstädte zur Folge. Jan Gehl, der Stadtplaner, der ganz entscheidend dazu beigetragen hat, dass Kopenhagen schon länger als die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität gilt, formuliert es so: «Wenn man den Menschen mehr Raum gibt, wird eine Stadt lebendiger.» Tatsächlich ist Kopenhagen so attraktiv, weil die Innenstadt von ihren Planerinnen und Planern in den letzten Jahrzehnten bewohnbar gemacht wurde, nicht befahrbar. Bullshit ist aber auch die Behauptung, dass «kaufkräftige Kunden» wegblieben, wenn die Zufahrt in die Innenstadt für den Privatverkehr verunmöglicht würde. Wenn diese für Teile des lokalen Gewerbes das Mass der Dinge sind, dann offenbart das ein Bild von Stadt, das sich in feudalen Strukturen ganz gut machen würde, heute aber bloss noch peinlich berührt. Stattdessen hätten am Beispiel der Marktplatzvorlage einige wirklich essentielle Themen abgearbeitet werden können. Zum Beispiel, dass die Gestaltung eines solchen Orts als Ausdruck des gesellschaftlichen Lebens entstehen sollte, was zwingend eine Partizipation der Nutzerinnen und Nutzer bedingt hätte. Aber das ist eine andere, lange Geschichte in dieser Stadt… Dani Fels, 1961, ist Dozent an der FHS St.Gallen und Fotograf. Er schreibt monatlich die Stadtkolumne in Saiten. * Harry G. Frankfurt: On Bullshit. Princeton University Press, 2005. Film mit und über Jan Gehl: The Human Scale (Andreas M. Dalsgaard, 2012)

POSITIONEN

Requiem auf einen Raum III Rettet den Lesesaal! Es gibt Momente im Leben, da hilft auch Schokolade nicht mehr. Zum Beispiel, wenn man das letzte Mal die Tür des altehrwürdigen Lesesaals der St.Galler Kantonsbibliothek hinter sich zuzieht. So geschehen am 7. Februar, als «die Vadiana» für den Umzug in die Hauptpost schloss. Die Schälchen mit Pralinen, die das Personal als Trösterli aufgestellt hatte, waren am Abend so voll wie am Morgen. Man schliesst die Tür, so leise, wie man es immer getan hat, blickt nochmals durch die geschliffenen Glasscheiben in diesen Saal, in dem man seit Jahrzehnten viele Stunden in höchster Konzentration verbracht hat. Sei es während eines Studiums, beim Verfassen eines Artikels oder Buches. Nicht etwa, weil eine Recherche das erforderte. Sondern oft nur, weil einem im eigenen stillen Kämmerlein die Decke auf den Kopf fiel oder weil man fernab von einem hektischen Ort studieren wollte. Wo gibt es noch öffentliche Räume, in denen Wildfremde jeden Alters und Fachinteresses gemeinsam in aller Stille vor sich hin brüten? Der historische Lesesaal der Vadiana war beziehungsweise ist so ein Raum. Man sitzt in Dreierreihen auf harten, aber bequemen Holzsesseln, auf denen schon die Stadtväter und -mütter ihre Hintern wundgesessen haben. Junge Studierende ebenso wie Leute in den besten Jahren, die sich ihre tägliche Dosis Zeitschriftenblätter holen. Oder alte Männer, die sich dort häuslich eingerichtet haben und von morgens bis abends im Zeitungsarchiv Staub schlucken, vielleicht für ein Forschungsprojekt über die Veränderung der Saumlänge an Kinderfestkleidern. Ein Raum, in dem nichts die konzentrierte Stille stört, ausser vielleicht die Darmgeräusche des Pultnachbarn, das Rascheln des Papiermessies, der in Tüten voller Schnipsel kramt oder das gelegentliche Schmatzen eines Pärchens, das sich bei aller Versunkenheit versichern muss, dass sie sich immer noch zum Abknutschen gern haben. Mal war man fast allein, dann, immer häufiger, platzte der Saal aus allen Nähten und man musste früh aufstehen, um sich einen Platz zu ergat-


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15 tern. Hatte man aber einen, hatte man ihn für den ganzen Tag. Man breitete seine Papiere, den Laptop und Bücher aus, liess sie auch in den Pausen liegen, und keine Macht der Welt konnte einem diesen Quadratmeter Heimat für den Tag streitig machen. Und ja, kein Handy- und anderes Geplapper, kein Gezische und Geklapper. Im Lesesaal war jede Art lauter, absichtlicher Geräusche und Tätigkeiten tabu. Stille. Bis auf das leise Aufstöhnen und verlegene Hüsteln, das Summen eines vibrierenden Mobilgeräts oder einer Fliege. Das geteilte Leid, wenn man in dem verlorenen Vorsichhinstarren oder dem scheinbar ziellosen Umhertigern anderer sich selbst wiedererkennt. Denn manchmal braucht es das, Ruhe statt Dauerberieselung, Action und Begegnung. Und eine Kaffeemaschine mit echtem Kaffee für einen Franken, eine frei zugängliche Kopiermaschine, wo man für 10 Rappen das Blatt kopieren kann. Das alles gabs zum Lesesaal dazu. Und dieser Raum soll nun verschlossen bleiben? Für eine Bibliothek, die «ein Begegnungsort, ein Ort voller Menschen und voller Leben» sein will, wie Christa Oberholzer, die Leiterin der Stadtbibliothek, im «Tagblatt» sagt? Wollen das denn alle? Wir bekommen eine Bibliothek an zentraler Lage (stimmt), längere Öffnungszeiten (eigentlich nicht mehr als eine zusätzliche Stunde) und noch einen Ort (verordneter) Begegnung. Aber eines geht in der Begeisterung über das neue Provisorium unter: Wo bleibt der Ort des (konzentrierten) Lernens? In der Hauptpost wird es etwa 100 Arbeitsplätze geben, die überall im Raum angeordnet sind (und als Trostpflaster für alle vorsorglich Besorgten das kleine Turmzimmer). Wenn da nicht das Schlimmste zu befürchten ist. Aber eigentlich soll es weniger um Vorschussbedenken gehen, als um einen Wunsch: Der Vadiana-Lesesaal soll weiterhin zugänglich bleiben. Nicht nur für die Sammlung. Was spricht dagegen, ihn wie anhin zu benutzen? Dieser Wunsch wäre einfach zu erfüllen, er würde nicht Unsummen verschlingen wie andere Provisorien in dieser Stadt. Und wir Ruhebedürftigen könnten bis an unser Lebensende glücklich weiterbrüten. Monika Slamanig

Leicht verschattet: Der Vadiana-Lesesaal. Bild: pd

Requiem auf einen Freiaum I Rettet die Sexspielchen! Jetzt, wo BDSM (Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism) dank Fifty Shades Of Grey plötzlich so gesellschaftsfähig ist, sind sie definitiv vorbei, die unbeschwerten Zeiten – spätestens seit Mitte Februar, als die Verfilmung des ziemlich öden Märchenstoffs von E. L. James in die Kinos gekommen ist. Pünktlich zum Valentinstag, was sonst. Ihre Buchvorlage wurde zuvor über 100 Millionen Mal verkauft, mehrheitlich an Frauen. Seither geht in den Schlafzimmern dieser Welt regelrecht die Post ab: Hintern werden versohlt, es wird lustvoll gelitten und munter drauflos gefesselt. Die Baumärkte rüsten ihre Kabelbinder-, Tape- und Stricksortimente auf, und auch die Sex-Shops haben Zulauf. Vielfach sind es junge Leute, die sich gleich ein ganzes Sadomaso-Paket zulegen – «nicht bloss ein Peitschchen», wie Erotikladen-Besitzerin Alexandra Haas kürzlich im «Zischtigsclub» von SRF versicherte. Das ist erfreulich, kann aber ohne das gewisse Know-How auch zünftig in die Hose gehen. Oder eben nicht: Die Feuerwehren mancherorts befürchten, so heisst es jedenfalls, in nächster Zeit des Öfteren wegen missglückter Fesselspiele ausrücken zu müssen. Fifty Shades Of Grey hat offenbar einen Nerv getroffen – unter anderem auch daran zu sehen, dass in den Feuilletons hüben wie drüben wieder lockerer mit dem Thema Sex umgegangen wird. In den anderen Sparten sowieso. Sadomaso ist ein Thema und das ist auch gut so. Weil dominante oder devote Neigungen – wie alle anderen auch – eine Tatsache sind und kein unangenehmes Laster, das es zu verheimlichen gilt.

POSITIONEN

Aber: Dieses ständige öffentliche Reden übers Kopulieren nervt. Weil es nicht reicht, sich detailliert über gewisse Praktiken zu unterhalten, man muss diese ja auch noch beherrschen im Idealfall. Der Sex-Kanon, so scheint es, ist mittlerweile ziemlich lang und furchteinflössend – Nippelklammern, Fessel- und andere Machtspiele sind da nur die jüngsten Punkte auf einer langen Liste. Wer sich heutzutage auf dem Paarungsmarkt behaupten will, muss neben dem hundskommunen Blümchensex noch weit mehr im Repertoire haben: Dirty Talk, Blowjobs, Wald-und-Wiesen-Fummelei, Striptease, Schoggicrème-Massagen, ein bisschen bi sein, Rollenspiele, Auswärtsspiele und, und, und... Erotik ist heute etwa gleich geheimnisvoll wie die Parlamentsdebatten im Kantonsrat. Und im Gegensatz zu dieser omnipräsenten sexuellen Selbstverständlichkeit werden katholische Priester, die ein lesbisches Paar unterstützen, als «Lesbensegner» angeprangert und von ihren Chefbischöfen augenblicklich zurückgepfiffen, weil sie finden, dass die Kirche nicht jede Mode mitmachen müsse – soviel zu unserem «lockeren» Umgang mit Sexualität. Was bei all der Aufregung vergessen geht: Sex ist keine Massenware, sondern so ziemlich das Individuellste, was es gibt. Gerade die Erotik lebt ja vom Ungesagten, Geheimnisvollen. Der Hype um Fifty Shades of Grey ist deshalb mitverantwortlich, dass Sex heute zu etwas verdammt Ernstem geworden ist, zu einem Leistungskatalog, den es zu kennen und abzuarbeiten gilt. So wird uns auch noch der letzte Freiraum zum lustvollen Spielen und Scheitern genommen. Dabei wäre das ja genau der Punkt: etwas nicht zu können und dann gemeinsam zu entdecken. Das nennt man Lust. Und ja; da ratterts, holperts und kleckerts. Corinne Riedener


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Walter Mittelholzer (1894–1937) Flugpionier, Afrikafotograf, Swissair-Gründer, Nationalheld, Kolonialist

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Walter Mittelholzer auf einer Düne aus einem Fenster gesehen. Tschadseeflug, 1930–31, Fotograf: unbekannt Alle Bilder ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Stiftung Luftbild Schweiz MITTELHOLZER


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Nach der Landung bei Abwong am Sobatfluss. Die Dinka-Neger haben sich vom ersten Schrecken erholt. Afrikaflug, 1927, Fotograf: Arnold Heim, 1882–1965 MITTELHOLZER


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«Die Globalisierung hat Mittelholzer in den Blick gerückt»

Was bringt einen dazu, sich heute mit Mittelholzer zu beschäftigen? Wolfgang Steiger: Für mich war Walter Mittelholzer, wie für viele St.Galler, eine Legende. Es gibt in Winkeln eine Strasse, die nach ihm benannt ist, es gibt sein Geburtshaus in der St.Galler Altstadt. Ich kannte seine Bücher, den Afrikaflug und andere. Den dringlichen Anstoss, sich mit ihm zu befassen, gab dann die Restauration seiner Filme. Sie wurden im Kinok gezeigt, ich schrieb dazu im Programm­ heft, und im Zug dieser Beschäftigung zeigte sich, dass man die Filme heute nicht mehr unschuldig anschauen kann. Sie kommen aus einer anderen Welt. Wie diese weissen Expeditionsschweizer in den Filmen auftreten, das verblüfft. Man versteht das heute nicht mehr.

Mittelholzer war nicht nur Flugpionier, sondern ein früher Medienunternehmer, er ist nicht einfach über die Alpen geflogen und ab und zu nach Afrika, sondern er flog vor allem nach Afrika. Und die Bilder, die er von dort mitbrachte, fanden eine massenmediale Verbreitung. Wir wollen diese Bilder nicht als «exotisch» wegschieben, sondern nehmen sie aus einer heutigen Sicht in den Blick. Darum heisst die Ausstellung «Die Afrikaflüge als Anlass». Gemeint ist: Anlass zu fragen, was die Geschichte und Figur Mittelholzer – und damit auch die Gründung der Swissair, auf die wir bestimmt noch zu reden kommen – mit uns heute zu tun hat.

Was verblüfft daran? W.S.: Das koloniale Gehabe, das Gefälle zwischen den «überlegenen» Schweizern mit ihrem Flugzeug und den «nackten Wilden», die für sie tanzen müssen. Das ruft nach Auseinandersetzung. Kaspar Surber: Ich bin auf das Thema gestossen, nachdem ich das Buch Europas Grenzen geschrieben hatte. Dort ging es um die Frage, wie die Schweiz heute mit Migration umgeht. Dann erschien der Sammelband Postkoloniale Schweiz, der nachzeichnete, wie die Schweiz als ein Land ohne Kolonien trotzdem am Kolonialismus teilgehabt hat. Zeitgleich kamen die Mittelholzer­Filme ins Kinok, so kreuzten sich unsere Wege. Und ich kam zur Überzeugung: Es ist drin­ gend, sich dieser Frage der Beteiligung der Schweiz am Kolo­ nialismus zu stellen.

Afrika war demnach kein «Nebenprodukt» seiner Alpenüberquerungen, sondern er hat die Bilder gesucht, er hat sie etwa der «Schweizer Illustrierten» verkauft, bevor er sie geschos­ sen hatte. Was war seine Motivation? W.S.: Mittelholzer brauchte ja Sponsoren für seine Flüge. Er hat sich früh mit Leuten zusammengetan, die in der kolo­ nialen Wirtschaft tätig waren. Dazu gehörte der ägypti­ sche Baumwollhandel, der via Schweizer Unternehmen ab­ gewickelt wurde. Ein wichtiger Geldgeber war die Fami­ lie Schmidheiny, die das Zementbusiness im Mittleren Osten aufgezogen hat. Der Wattwiler Textilunternehmer Heberlein gehörte ebenfalls zum Kreis der Donatoren. Das heisst: Es gab starke wirtschaftliche Interessen der Schweiz. Andrer­ seits wären diese Expeditionen nicht möglich gewesen ohne die Infrastruktur der Kolonialmächte. Mittelholzer flog ziemlich genau den englischen Kolonien nach.

Wie kann man den kolonialen Blick Mittelholzers beschreiben? Das Stichwort von den «nackten Wilden» ist gefallen, es erinnert an das seit der Auf­ klärung in Europa populäre Sujet der «natür­ lichen» Urvölker – eine Sehnsuchtsprojektion. W.S.: Es gibt diese Optik, aber sie gilt weniger für Mittelholzer selber als für einen anderen Teilnehmer der Expeditionen, Arnold Heim, Sohn des berühmten Geologen Albert Heim. Er war ebenfalls Geologe, interessierte sich aber auch für die Reformbewegungen der 20er­Jahre, von Gesundheitsfra­ gen bis zur Freikörperkultur. Die «unschuldigen» Wilden waren für Heim ein solches Symbol. K.S.: Bevor man über Bildinhalte redet, muss man festhalten:

Hat sich Mittelholzer dieses Interesse zunutze gemacht – oder ist er benutzt worden? K.S.: Dass Mittelholzer sehr stark eingebettet war in die koloniale Ordnung, zeigt sich wie erwähnt etwa darin, dass er auf britischen Flugplätzen gelandet ist – wenn er nicht auf Seen wasserte. Es zeigt sich aber auch in seinem Auftre­ ten in Kolonialherrenkleidung mit Tropenhelm. Die Mittelholzer­Unternehmungen fanden ganz klar innerhalb einer kolonialen Ordnung statt. Die Schweiz hatte aber bekanntlich selber keine Kolonien. Dasselbe galt in dieser Phase für Deutschland, das mit den Versailler Verträgen nach dem Ersten Weltkrieg seine Kolonien verloren hatte und keine grösseren Flugzeuge mehr bauen durfte. Ent­

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Fast 80 Jahren nach seinem Tod erinnert eine Ausstellung im Kultur­ raum am Klosterplatz an den St.Galler Flugpionier. Im Gespräch nehmen die Ausstellungsmacher Wolfgang Steiger und Kaspar Surber Walter Mittelholzers Afrikaflüge zum Anlass, deren wirtschaftliche Interessen und Bildinszenierungen aufzuzeigen. Fazit: Es ging mit den Bildern aus Afrika auch um die Schweizer Identität. von Peter Surber


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sprechend wichtig waren für die Deutschen Mittelholzers Flüge. Die Beteiligung von Dornier Friedrichshafen an der Gründung des Flugplatzes Altenrhein war ein klassisches Umgehungsgeschäft nach den Versailler Verträgen, weil Dornier in Deutschland nicht bauen durfte. Die Dornierwerke und die Junckerswerke stellten Flugzeuge zur Verfügung. So kamen die kolonialen Interessen der Deutschen und der Schweizer zusammen. W.S.: Das ist durchaus einer seiner Charakterzüge: Man konnte Mittelholzer gut instrumentalisieren, vielleicht war das auch das Erfolgsrezept seines späteren Renommees. Er war als St.Galler Bäckerssohn nicht in den oberen Schichten zuhause, musste sich hocharbeiten. Aber er beherrschte Metiers, die man brauchen konnte. K.S.: Genau, er konnte zwei Dinge, die neu waren: Fliegen und Fotografieren. Und er war originell in der Inszenierung seiner Unternehmungen. So hiessen fast alle seine Flugzeuge «Switzerland», er hat sie zu Dunkelkammern umgebaut, um schon unterwegs Bilder entwickeln zu können. Die Flüge waren als «Expeditionen» inszeniert, obwohl zumindest Mittelholzer und Heim jeweils im Hotel übernachteten. Um damit noch einmal auf die Frage nach seinen Motivationen zurückzukommen und darauf, ob sich Mittelholzer instrumentalisieren liess: Wir haben seine Bilder. Schauen wir uns die an! In ihnen wird eine deutliche Hierarchie produziert und transportiert: das Bild einer überlegenen westlichen Expeditionsgemeinschaft, die nach Afrika reist. Ein sprechendes Zeugnis für diese Haltung ist jene Fotografie (s. Seite 17), wo die «Switzerland» im Fluss ankert und die Schwarzen mit ihren Speeren auf dem Schwimmer posieren. Die archaische Welt der nackten Schwarzen wird in Kontrast gesetzt zum modernen Flugzeug. Dazu gehört auch die unablässige Suche nach Tänzen, die in anderen zeitgenössischen Berichten nicht die gleiche Rolle spielen. Das Bild eines angeblich «kindlichen Naturzustands» der Bewohner Afrikas, wie Mittelholzer einmal schreibt, hat schon damals nicht mehr der Lebensrealität entsprochen? K.S.: Mittelholzers Arbeit baut auf einem Konzept von Zivilisation, das den Westen als entwicklungsmässig fortgeschritten sieht, während die Völker in Afrika gewissermassen einen Einblick in unsere Vorgeschichte geben. So ist der Blick auch inszeniert worden. Ein anderes Beispiel dafür ist das Bild einer Frau, einer Angehörigen der sogenannten «Dinka-Neger», die nackt neben einer Hütte steht. Mit dieser gezeichneten Darstellung wurde als Kinoinserat in der NZZ für den Afrikaflug geworben. Als ich das Bild dort sah, kam es mir irgendwie bekannt vor, und tatsächlich findet es sich auch im Buch; dort sitzt neben der Frau aber ein junger Mann, bekleidet. Im Buch begeistert sich Mittelholzer, die Frau sei in ihrer Nacktheit «ein Kunstwerk der Natur». Der Film schliesslich zeigt den Moment vor der Fotografie: Hier trägt die Frau ein Kleid, das sie (auf Anweisung der Kameraleute, wie man vermuten kann – es ist ja ein Stummfilm) dann auszieht. Wenn man diese diversen Dokumente übereinander legt, sieht man, wie hier ein zivilisatorisches Muster, das Bild eines angeblichen Naturzustands, konstruiert wird.

Und der Gegenpol ist das Flugzeug, ist die Kamera: Symbole der Überlegenheit der technischen Zivilisation im Kontrast zur Natur, die natürlicher inszeniert wird, als sie es tatsächlich war. W.S.: Inszeniert – und manipuliert. Wir stiessen auf ein weiteres Beispiel, ein Bild aus dem Tschadseeflug, das einen Schamanen mit einer Ovo-Büchse in der Hand zeigt. Im unmanipulierten Zustand, wie man es im ETH-Archiv sehen kann, zeigt das Bild den Mann mit einem kultischen Gegenstand, eine Art Schale. Die Ovo-Büchse wurde hineinmontiert – ein Fall von Product Placement, Photoshop anno 1930. Mittelholzer ist ungemein modern in solchen Dingen. K.S.: Und das Ganze wirkt ja auch ein bisschen lächerlich: «der Neger und die Ovo-Büchse»… Insofern entsprechen solche Bilder in ihren Hierarchien präzis dem kolonialen Diskurs, der auch sonst in dieser Zeit dominiert. Die Schwarzen sind kindlich, naiv, nackt, sie tanzen, die Frauen können nicht reden, während die schwarzen Männer immerhin als sprechende und agierende Personen auftreten. Die Frauen sind Objekt der Begierde oder der Natur. Das sind die Erzählmuster. Wie steht es um die zivilisationskritischen Äusserungen Mittelholzers – wenn er etwa die «europäische Hyperkultur» kritisiert, die «wie eine Walze» über Afrika hinwegfegt? Es gibt ja in dieser Zeit, Stichwort Futurismus, eine ungebrochene Technik-Verherrlichung, aber es gibt auch die Gegenstimmen: die Kritik an der Verkünstelung der europäischen Kultur. K.S.: Der technologische Fortschritt und die Skepsis, die in jenen Krisenjahren auch zunimmt, sind nach meinem Eindruck zwei Seiten der gleichen Medaille. Und selbst im idealisierenden Bild des bedrohten «edlen Wilden» steckt wiederum eine Hierarchie, auch wenn das Bild wohlwollend gedacht sein mag. Die Vorstellung, dass wir Europäer weiter seien in der Entwicklung, ist eine zentrale Konstante dieser zivilisatorischen Erzählung. Wenn wir jetzt den Bogen in die Gegenwart schlagen wollen: Auch in der sogenannten Islamisierungs-Diskussion fällt immer wieder die Behauptung, der Westen sei fortgeschrittener, etwa punkto Freiheitsrechte. Das sind Motive, die immer noch wirkmächtig sind. W.S.: Kritik an der Moderne sehe ich bei Mittelholzer nicht. Er kann im selben Atemzug von der «Walze der Zivilisation» schreiben und sein Flugzeug starten. Oder er schreibt mit Blick auf die Serengeti-Steppe, da sei noch so viel leerer Raum, in den die Europäer doch vorstossen könnten. Das ist die ungebrochene Kolonialattitüde, wie sie bis zum Zweiten Weltkrieg kaum bestritten war. Erst danach ging diese Ordnung unter. K.S.: Weltweit standen weder vorher noch nachher je so viele Gebiete unter kolonialer Herrschaft. Und zugleich war es die hohe Zeit der Kolonialkultur in den Metropolen. Kolonien und Metropolen (wozu auch die Schweiz gehört) haben einen gemeinsamen Raum gebildet. Die Frage ist daher nicht nur: Was kommt in diesen Bildern zum Ausdruck, sondern auch: Was passiert mit diesen Bildern hier bei uns? Was mich daran interessiert, ist, dass damit auch das Schweiz-Bild und Fragen der Identität ausgehandelt wurden. Und dass dahinter Geschäftsinteressen standen.

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Damit sind wir bei der Nachgeschichte. Wir Kinder der 60er­ und 70er­Jahre bekamen immer noch Mittelholzers Afrikabild vermittelt. K.S.: Diese Bilder haben bis in die jüngere Gegenwart nach­ gewirkt. Typisch dafür ist eine Kasperlifigur wie der Schorsch Gaggo – sie schliesst nahtlos an Mittelholzers Flüge an. Erst in den letzten rund zwanzig Jahren hat sich ein breiteres Bewusstsein gebildet, wie problematisch diese Bil­ der sind. Letztlich geht es immer um Repräsentationen. Wie wird das Eigene und das Andre dargestellt? Wer kommt vor auf dem Bild, wer nicht? Wer spricht, wer schweigt? Diese Fragen kann man auch am Beispiel von Mittelholzer stellen. Heute sprechen viele vom «Erfolgsmodell Schweiz». Der Begriff, geprägt von Economiesuisse, erweckt den Eindruck, als entstehe der «Erfolg» einer Nation irgendwie naturhaft aus sich selber. Wie stark unser «Erfolg», un­ ser Reichtum aber mit der Armut in anderen Ländern zu tun hat, kann man an Mittelholzer ins Bewusstsein rücken. W.S.: Den nationalen Mythos hat Mittelholzer mitbegründet; Er bringt einmal gar den Vergleich mit der Schlacht von Marignano von 1515 und meint, heute könnte eine solche Er­ oberung gelingen, dank der Bezwingung des «Luftmeers». Wie kann man eine Ausstellung über Mittelholzer machen, ohne die Bilder und damit sein Afrika­Bild zu reproduzieren? W.S.: Im ETH­Archiv sind rund 20’000 Bilder digitalisiert und abrufbar für jedermann. Ganz ohne die Bilder geht es auch in der Ausstellung natürlich nicht – wir legen zudem die Bücher auf, das Kinok zeigt die Filme. Die Ausstel­ lung ist nichts Fertiges, es ist eine Laborsituation. Wir sehen sie als Aufforderung, sich zu beteiligen an der Diskussion um die Kolonialgeschichte. Und sie handelt ja nicht nur von Afrika. Es geht auch um den Blick von oben, um die Ent­ wicklung der Luftfahrt und anderes. K.S.: Man wird tatsächlich immer vorsichtiger, je länger man sich mit diesen Bildern beschäftigt. Dass sie gerade jetzt wieder ans Licht kommen, hat natürlich damit zu tun, dass

sie digitalisiert werden und dass die Filme dank Memoriav auf DVD herauskommen. Aber wieso genau diese Fotos? Das ETH­Archiv stellt sich wie Memoriav zur Aufgabe, Bilder «von nationaler Bedeutung» zu erhalten. Die Frage stellt sich gleich danach: Wem gehören diese Bilder, etwa jene vom Abessinienflug? Gehören sie zum nationalen Kulturerbe der Schweiz? Oder Äthiopiens? Die Ausstellung müsste man also nach Afrika bringen – vielleicht mit einem Wasserflugzeug… K.S.: Die Ausstellung bietet tatsächlich auch Beiträge zur Geschichte der Fliegerei, die es bisher so wohl noch nicht gab. Wir haben uns bei den Recherchen auch mit der Luftfahrt beschäftigt, haben die Dornier Merkur im Flie­ germuseum Friedrichshafen angeschaut, auch den Bastel­ bogen gekauft, sind also nicht pauschalpolitisch an die Frage herangegangen … Aber im Ernst: Gerade weil Mittel­ holzer ein so starker Mythos ist, muss man aufpassen, dass man nicht selber Teil davon wird. Man muss sich auf Distanz halten. Erstaunlich überhaupt, dass sich bis da­ hin nie jemand intensiv mit ihm beschäftigt hat. W.S.: Es gibt keine Biografie, wir mussten zahllose Details herausfinden. Ein Grund dafür könnte sein, dass er in dieser fernen Welt der Zwischenkriegszeit stehen geblieben ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg war man mit anderem beschäftigt. Vielleicht will man nicht am Nationalhelden kratzen? K.S.: Wie man sich mit Geschichte beschäftigt, sagt ja immer und vor allem etwas über die Gegenwart aus. Dass die Aus­ einandersetzung mit Rassismus und Kolonialismus heute so virulent ist und Figuren wie Mittelholzer in den Blick rü­ cken, hat sicher mit der globalisierten Gegenwart zu tun, in der wir nicht mehr einfach so tun können, als hätten wir unser Land quasi aus sich selber heraus erfunden. Um zu vergleichen: Ein Ernst S. ist in der Klassen­ und Kultur­ kampf­Debatte der 70er­Jahre zum Thema geworden. Mit Kriterien des Klassenkonflikts allein wäre Mittelholzer hingegen schwierig einzuordnen. W.S.: Dass das Thema jetzt brennt, liegt zweifellos daran, dass wir viel stärker mit schwarzen Menschen zusammen­ leben als früher. Da taugen die überlieferten Bilder nicht mehr. So kann man sagen: Die Realität hat Mittelholzer in den Blick gerückt. K.S.: Entsprechend unrichtig wäre der Vorwurf, wir suchten in diesen Bildern «spezifisch den Rassismus». Es geht auch nicht darum, jemanden vom Sockel zu holen – dafür ist die Geschichte zu lange her. Aber man soll sich diesen Bildern stellen. Entsprechend wichtig ist uns das Begleit­ programm mit Referaten und Gesprächen. Modell Mittelholzer. Die Afrikaflüge als Anlass: Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 27. Februar bis 3. Mai. Infos und Begleitprogramm: kultur.sg.ch Mittelholzer-Filme im Kinok: kinok.ch Peter Surber, 1957, ist Saiten-Redaktor

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Was heisst das konkret? K.S.: Die Entwicklung der Zivilluftfahrt war sehr stark an den Kolonialismus gekoppelt – die Holländer mit KLM, die Belgier mit Sabena oder die Franzosen mit Air France gehörten zu den ersten, die Flugverbindungen in ihre Kolo­ nien aufgebaut haben, was wiederum ihre Zivilluftfahrt massiv förderte. Man brauchte jetzt Flugzeuge, die weit flie­ gen konnten, für Post­ und Personentransporte. Trotz fehlender Kolonien gab es auch in der Schweiz ein massives Interesse aus den Kreisen um Mittelholzer beziehungs­ weise seiner bereits genannten industriellen Donatoren wie Heberlein, Schmidheiny oder Schwarzenbach. Sie woll­ ten eine nationale Airline, und Mittelholzer hat mit seinen Flügen jenen kolonialen Hintergrund hergestellt, den es dafür brauchte. W.S.: Geflogen sind damals zwar nur die Reichen, finanziert wurde das Ganze aber mit Steuergeldern. Da spielte Mittelholzers massenmediale Wirkung eine zentrale Rolle. Auch als Figur hatte er die richtigen Eigenschaften; er wirkte nicht überheblich, er war eher der Bergbursche. Und durch seinen Tod 1937 hat er die Schwelle in die Neuzeit nicht mehr erlebt.


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Kaiser Haile Selassie I. beim Empfang Mittelholzers. Abessinienflug, 1934, Fotograf: Walter Mittelholzer MITTELHOLZER


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Dorfplatz in Abwong. Die Dinkas versammeln sich zum Opfertanz zu Ehren der G채ste. Afrikaflug, 1927, Fotograf: Arnold Heim MITTELHOLZER


«Menschlicher Viehbestand»

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Herbert Lüthy revisited: Der renommierte, aus dem Thurgau stammende Historiker und seine blinden Kolonialismusflecken. von Hans Fässler «Lesen Sie einmal Herbert Lüthy: La Banque Protestante en France!». Aus meinem Geschichtsstudium im Zürich der späten 70er-Jahre ist mir dieser Satz von Rudolf Braun geblieben. Es war eine Vorlesung über die Industrialisierung, und der Pionier der Sozialgeschichte praktizierte im vollen Hörsaal sein «Leiden am Stoff», wie er es nannte. Aber obwohl ich Hochachtung hatte für Braun, las ich Lüthy nicht: Die beiden Bände von 1959 und 1961 waren auf Französisch geschrieben, der Inhalt war anspruchsvoll – und umfasste 1315 Seiten. Was mir damals noch nicht bewusst war: Lüthy hatte enge Beziehungen zur Ostschweiz. Er war Sohn eines Thurgauer Bauernsohns, die Matura machte er an der Kantonsschule St.Gallen, und bevor er Frankreich-Korrespondent der NZZ, Hochschullehrer und gefeierter Buchautor wurde, schrieb er regelmässige Beiträge für das «St.Galler Tagblatt». Als ich mich ein Vierteljahrhundert nach der Braun-Vorlesung dann in die Aufarbeitung der Beziehungen der Schweiz zur Sklaverei stürzte, wurde mir Lüthys Banque Protestante während Wochen zur Leib- und Bettlektüre. Seine enzyklopädische Darstellung erwies sich als Fundgrube für die Beziehung der Schweiz zur Sklavereiwirtschaft. Was ich suchte, fand sich oft in Fussnoten oder in Nebensätzen. Obwohl mir klar war, dass Lüthy sich nicht für das SklavereiThema interessierte und obwohl ich zu wissen glaubte, dass er politisch ein eher konservativer Mensch gewesen war, begeisterte ich mich für sein im wahrsten Wortsinne gewichtiges Werk und nannte ihn in Reise in Schwarz-Weiss einen «grossen Schweizer Historiker».

«Mindere Qualität»

Das hätte ich besser bleiben lassen. Mein Freund und Agassiz-Mitstreiter Hans Barth aus Fribourg hat vergangenes Jahr in einem online veröffentlichten Aufsatz nachgewiesen, dass Lüthy nicht weniger war als ein übler Verharmloser des Menschheitsverbrechens Sklaverei und ein Schönfärber des Kolonialismus. Obwohl er in La Banque Protestante auf Schritt und Tritt auf die Spuren der Beteiligung der untersuchten Finanzwelt an der Sklaverei trifft, verbietet er sich moralische Urteile: «Diese Männer haben das Bankgeschäft nicht gemäss ihren mehr oder weniger glühenden religiösen Überzeugungen betrieben, sondern gemäss ihrem Beruf.» Business as usual also. Und auch Sklavenhandel ist bei Lüthy vor allem Geschäft, das er mit dem Blick des Buchhalters angeht und dabei durchwegs unreflektiert die «Sprache der Täter» verwendet, wie der an der Diskursanalyse geschulte Hans Barth nachweist: Versklavte Menschen sind «cheptel humain» (menschlicher Viehbestand), die «Société d'Angola» hat mit 5000 gehandelten Sklavinnen und Sklaven einen «départ brilliant» (glänzenden Start) ihrer Geschäftstätigkeit, die Sklavinnen und Sklaven aus Angola haben den Ruf, von «qualité inférieure» (minderer Qualität) zu sein.

Wenn Hans Barth dann den Blick ausweitet und Lüthys seinerseits weitausholenden Blick auf die Kolonisation analysiert, wird es vollends grausig. Eine Leseprobe: «…der gewaltige Prozess, durch den die Erde entdeckt, für den Menschen erschlossen und von Menschen besiedelt wurde; der Prozess, durch den Strassen, Küsten und Ozeane zugänglich gemacht wurden, durch den immer wieder verschlossene Kontinente, verbotene Reiche und isolierte Gesellschaften von neuen expandierenden Kräften, neuen Techniken, neuen Sitten, neuen Kenntnissen und neuen Formen gesellschaftlicher Organisation durchdrungen und aufgesprengt wurden.»

«Grosse Kolonialabenteuer»

Wie sehr hier einer aus der Mitte der Schweizer Historikerzunft schreibt und wie hochgeschätzt einer mit solchen Positionen immer noch sein kann, zeigt sich, wenn man schaut, wer an der Herausgabe der gesammelten Werke im NZZ-Verlag von 2005 unter anderem beteiligt war: Jean-François Bergier (der in der Einleitung von «grossen Kolonialabenteuern» spricht, wo es um Sklavenhandel geht), Urs Bitterli, Hugo Bütler, Hans Künzi, Robert Nef, Manfred Papst, Peter Wegelin. Da erstaunt es dann nicht mehr, was Hans Barth in seinem Essay auch noch darlegt: Wie der Intrigant Lüthy versuchte, mittels einem «streng vertraulichen» Brief an den Dekan der Universität Genf die Ernennung von Jean Ziegler zum ordentlichen Soziologieprofessor zu hintertreiben. Erfolglos, zum Glück. Der Aufsatz von Hans Barth Herbert Lüthy, ein grosser Historiker? Sklaverei und die Vernichtung indigener Völker ist (mit detaillierten Quellenund Literaturangaben) abrufbar unter: louverture.ch/ KAMPA/AGASSIZ/barth_herbert_luethy.pdf Harry Fässler,1954, ist Gymnasiallehrer, Kabarettist und Sklavereiforscher.

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Schwieriges Erbe

Fotobücher mit Darstellungen von Landschaften und Menschen aus aller Welt schaute ich mir als Kind während Stunden an, gefesselt von Pflanzen, Tieren, unbekannter Architektur und Mode: Gotthard Schuh, Martin Hürlimann, Henry Brandt … In späteren Jahren führte die Spur dieser Faszination in Bibliotheken und Antiquariate, wo nun auch die dazugehörigen Texte gelesen wurden und ich mich gelegentlich zum Kauf von solch zwiespältigen Büchern wie Mittelholzers Abessinienflug hinreissen liess. Dass diese problematisch waren, erkannte ich allerdings erst viel später.

Mit der Kodak auf Bilderjagd

Walter Mittelholzers Hinterlassenschaft von Texten, Fotobüchern und Filmen reiht sich ein in eine lange Geschichte visueller Repräsentationen des «Fremden» und «Anderen» in der Schweiz. Als 1888 die Rollfilmkamera auf den Markt kam, wurde das Fotografieren einfacher: Alle, die reisten, hätten ihre Kodak mitgenommen, schreibt die Kunsthistorikerin Annemarie Hürlimann im Aufsatz Bildband und illustriertes Reisebuch in der 1992 erschienenen Publikation Photographie in der Schweiz. 1840 bis Heute. Kaum war die Technik für den Transport von Kameras weit genug fortgeschritten, übernahm die Fotografie nach der Malerei die zentrale Rolle als Bilderlieferantin aus der Fremde – auch in der Schweiz. Hürlimann beschreibt, wie Schweizer Ethnologen, Missionare und «bildungsbeflissene Bürger» auf ihren Reisen von der neuen Erfindung profitiert hätten. «Geschäftstüchtige Fotografen richteten überall ihre Studios ein, um den Wünschen der Touristen nach malerischen und exotischen Bildern zu entsprechen.» Und: «Die Fotografen nahmen mit ihren Bildern die Erde in Besitz, kolonialisierten sie.»

Silva-Bände zur Volkserziehung

Die Geschichte des Kolonialismus und die der Fotografie sind in der Epoche der industriellen und imperialistischen Expansion Europas im 19. Jahrhundert eng miteinander verflochten. Beide spielten darin eine zentrale Rolle, deren Spuren sich heute in denselben Archiven finden. Im darauffolgenden Jahrhundert dann erfreuten sich Bildbände und illustrierte Reisebücher grosser Beliebtheit, ihre Produktion nahm kaum zu überblickende Ausmasse an. Vor allem Magazine wie die «Zürcher Illustrierte» machten Ansichten ferner Länder den zuhause Gebliebenen bekannt. Im Gegensatz zum Fotojournalismus knüpften diese in Illustrierten und Bildbänden versammelten Reisefotografien weder an aktuelle Ereignisse an noch nahmen sie eine gesellschaftskritische Position ein. Ihre Aufgabe war es vielmehr «schön» oder «exotisch» zu sein – sie schufen damit die Stereotypen des auflebenden Fremdenverkehrs.

Die Bildbände vergegenwärtigten Sehnsucht, widerspiegelten den Traum von Reisen. Bereits in den zwanziger Jahren wurden einzelnen Handelsprodukten wie Schokolade oder Seide kleine lithographierte Fotobilder von einladenden Landschaften oder unbekannten Sitten beigelegt, die die sammelnde Bevölkerung in textlose Alben kleben konnte. Seide und Schokolade, Waren des kolonialen Handels, versprachen ein Glücksgefühl und liessen sich mit Luxus, Sehnsuchtsorten und einem gewissem Orientalismus verbinden. Später wurden die Sammelpunkte gegen Bild-Text-Bände eingelöst, am bekanntesten darunter die Bücher der Silvaund Mondo-Verlage. Diese «zeigten» fremde Sitten, Natur und Abenteuer, waren für ein breites Publikum gedacht im Sinne der «Volkserziehung». Auch in den Bücherregalen meiner Grosseltern – zuunterst und darum am leichtesten greifbar für Kinderhände – fanden sich zahlreiche Fotobücher, darunter solche des Silva-Verlages: Grönland und Kakteen, Siam oder gar Biblische Welt. Längst die Häuser getauscht, stellen sie sich heute daheim dem kritischen Bewusstsein in den Weg. Unbehagen regt sich: Was haben diese Bücher mit mir, mit uns und unserem Blick auf die Welt gemacht?

Visual History…

Der Beginn des Vorwortes des 1959 erschienenen Buches Siam mit Fotografien von Michael Wolgensinger mutet an wie ein kolonialistisches Märchen: «Vor etwa sechzig Jahren stand auf dem Üetliberg König Chulalongkorn von Siam – und schaute auf die Stadt Zürich hinunter. Es war das erste Mal, dass er sein eigenes Land verlassen hatte und nach Europa gekommen war, um möglichst viel zu sehen, zu lernen und zum Nutzen seines Landes zu verwerten.» Die Vorstellungen über das aussereuropäische «Andere» und deren Rolle für europäische beziehungsweise schweizerische Identitätskonstruktionen gehören zu derzeit intensiv bearbeiteten Forschungsthemen. Meist im Fokus: das Bild. Vielfach ausgerufen: der «Visual» oder «Iconic Turn», wenn nicht gar die «Visual Revolution»: Ob euphorisch oder kulturpessimistisch gefärbt, das Bild rückte ins Zentrum der Debatten. Unter «Visual Studies» wird ein transdisziplinäres Forschungsfeld zusammengefasst, welches auf die (feministische) Repräsentationskritik zurückgeht und neben Ansätzen aus Kunst- und Medienwissenschaften auch Fragestellungen der Cultural, Gender, Queer und Postcolonial Studies bearbeitet – ausgehend von der Position, dass visuelle Wahrnehmung kulturell, geschlechtlich und klassenspezifisch geprägt ist. Und dass visuelle Bilder ebenso wie die Sprache an der Herstellung gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsprozesse beteiligt sind. Auch in den Geschichtswissenschaften schlug sich dieser Paradigmenwechsel nieder. Im deutschsprachigen

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Walter Mittelholzers publizistische Hinterlassenschaft reiht sich ein in eine lange Geschichte von Abbildern des «Fremden» und «Anderen». Diese werden immer wichtiger. Ein Blick darauf – mit eigenen Erinnerungen. von Katharina Flieger


25 Raum prägte der Historiker Gerhard Paul den Begriff der «Visual History». Er plädiert dafür, Bilder in der Geschichts­ wissenschaft ernst zu nehmen. Bis vor rund 20 Jahren wur­ den diese im europäisch­akademischen Raum vorwiegend als Illustration (meist in Form einer Fotografie) für einzelne Ereignisse verwendet. Selten hat man sich darüber hinaus da­ mit beschäftigt, welche Informationen dem Bild eingeschrie­ ben sind, die der schriftlichen Quelle fehlen. Visual History bezieht den Kontext mit ein: Von wem wurden die Bilder ge­ zeigt? Welchen Mehrwert generieren sie? Dabei spielen Ent­ stehungsgeschichte, Finanzierung, Verbreitung und der Re­ zeptionskontext eine wichtige Rolle. Bilder werden heute als eigentliche geschichtliche Akteure, die nicht bloss Vorhande­ nes repräsentieren, sondern selber eine Wirkung erzielen können, ernst genommen.

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… oder die störende Armbanduhr

Mit diesem Ansatz befragt das Forschungsprojekt Aussereuropäische Kulturen in Reisefotografien und Dokumentarfilmen des deutschsprachigen Raums, 1924–1986 der Universität Luzern unter der Leitung des Historikers Aram Mattioli das visuelle Schaffen von Schweizer Fotografinnen und Dokumentarfil­ mern, die als wirkungsmächtige Bildproduzierende Weltge­ genden bereisten, die den meisten Zeitgenossen noch nicht zugänglich waren. Im Rahmen zweier Dissertationen arbei­ ten Angela Müller und Felix Rauh im Projekt mit: Angela Mül­ lers Arbeit Südasien im Sucher. Fotografie im deutschsprachigen Raum 1920–1970 kristallisiert anhand von Fotografien von Martin Hürlimann, Werner Bischof und anderen die zeitty­ pisch dominanten Vorstellungen von Südasien heraus. Sie zeigt unter anderem auf, wie Indien in diesen Abbildungen als eigentliches «Wunderland» mit einer dem Lauf der Zeit enthobenen Kultur repräsentiert wurde. Aktuelle politische und gesellschaftliche Entwick­ lungen fanden in dieser Darstellungsweise keinen Platz. Viel­ mehr habe es sich um eine Art «pittoreske Imaginationsfab­ rik» gehandelt – wie diese funktionierte, zeigt Angela Müller anhand einer Fotografie eines tibetanischen Mönchs: Der Zürcher Reisefotograf und Bildautor Martin Hürlimann hatte per Retusche eine Armbanduhr vom Handgelenk des Mönchs entfernt. «Das Tragen einer modernen Uhr schien ihm nicht mit zeitgenössischen europäischen Vorstellungen des entsa­ gungsvollen Daseins eines buddhistischen Mönchs kompati­ bel zu sein.» Wie Mittelholzer in der Zwischenkriegszeit prägte der Reiseschriftsteller, Fotograf und Filmer René Gardi ab den 50er­Jahre das Afrikabild der Schweizer und Schweize­ rinnen. Im zweiten Dissertationsprojekt, Imaginationsraum Dritte Welt. Audiovisuelle Repräsentationen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas im schweizerischen Entwicklungskontext (1960–1986), untersucht Felix Rauh die Konstruktion der «Dritten Welt» anhand von Werken der Dokumentarfilmer René Gardi, Ulrich Schweizer und Peter von Gunten. Gardi, der Afrika­ Reisende aus Bern, begab sich seit Ende der 40er­Jahre im­ mer wieder vor allem in die Sahara, nach Nordkamerun und andere Gegenden Westafrikas, wo er Aufnahmen machte und mit diesen den Menschen hierzulande «das Fremde» vertraut zu machen versuchte. Mit seinen illustrierten Erlebnisberichten und Bildbänden hat er die Vorstellung von dem, was Afrika war, massgeblich beeinflusst, wie sowohl in Felix Rauhs Beitrag in

Afrika im Blick. Afrikabilder im deutschsprachigen Europa, 1870– 1970 wie auch im Aufsatz von Gaby Fierz in der Publikation Postkoloniale Schweiz. Formen und Folgen eines Kolonialismus ohne Kolonien nachzulesen ist. Laut Felix Rauh lassen sich damit Parallelen zu Mittelholzer ziehen: «Mit ihren Fotografien, Fil­ men, Texten verfolgten sie eine ähnliche Strategie der Ver­ marktung ihrer Produkte.» Mittelholzer inszenierte sich immer auch vor sei­ nem Flugzeug – die Technik und die Möglichkeit, selber zu fliegen und zu fotografieren, wollte er auch im Bild zeigen, neben den Bildern der «Anderen». Im Gegensatz dazu habe Gardi zwar nur selten Bilder seiner selbst veröffentlicht, den­ noch seien seine Stimme und sein Gesicht dank zahlreicher Vorträge, Fernseh­ und Radiosendungen sehr bekannt gewe­ sen. «Mittelholzers und Gardis Publikationen wurden zu eigentlichen Marken, für deren Qualität ihr Name bürgte», betont Rauh.

Wohin mit der eigenen Faszination?

Der Kolonialismus ist in unserem Bildgedächtnis fest veran­ kert. Obschon heute eine zögerliche Aufarbeitung stattfindet, erweist sich gerade das wiederholte Zeigen dieser histori­ schen Repräsentationen als problematisch. Der Fotograf Da­ vid Bate stellt in diesem Kontext die Frage, ob die Geschichte der Fotografie als Disziplin die koloniale Vergangenheit nicht auf eine Weise behandelt hat, die den kolonialen Blick verfes­ tigt. Wenn sie Abstand zur alten Einstellung gegenüber der historischen Realität gewinnen wolle, müsste sie sich mit der Repräsentation kolonialer Polaritäten, also Bildern von Be­ gegnungen zwischen West/Ost, Kolonisator/Kolonisierter, Okzident/Orient eine neue Geschichte der Fotografie ausei­ nandersetzen. Wie also Abstand gewinnen? Ist dies nicht auch im Privaten, abseits akademischer Diskurse und vordergründig kolonialistischer Gesten gefragt? Was ist mit der Journalistin und Schriftstellerin Annemarie Schwarzenbach, deren Bilder und Texte mich verzauberten, die Vorbild und Anreiz war? Meinen Reisen nach Zentralasien, der verklärenden Suche nach dem «Wilden» und den einsamen Steppen? Marco Polo, dessen Spuren immer wieder meinen Weg kreuzten? Was ist mit den Fotografien aus dem Pamir­Hochgebirge, auf denen tadschikische Kinder zu sehen sind, ins Objektiv meiner Spiegelreflexkamera blickend? Heute reflektiere und kritisiere ich fremde und eigene alte Reisebilder, während in sozialen und Massen­ medien endlos Touristenbilder aus Afrika, Südamerika, Asien meinen Bildschirm fluten. Als kläglichen Versuch, Gegen­ steuer zu geben, lese ich kritische afrikanische Magazine oder folge dem Tumblr­Portal everydayafrica, wo fern der «Dritte Welt»­Erzählung von Hunger, Krieg und Krankheit alltägliche Bilder produziert und verbreitet werden. Wie aber damit um­ gehen, dass die Bilder und Bücher, die mich einst träumen und aus der Schweiz in die Ferne ziehen liessen, mich auch zum Teil einer rassistischen Gesellschaft machten? Katharina Flieger, 1982, ist freie Kulturjournalistin und lebt in Winterthur.

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Schwarz.

Die politisch korrekte und vor allem selbstgewählte Bezeichnung für Schwarze Menschen. Sie sollten sich trotzdem nicht wundern, wenn Schwarze Menschen andere Bezeichnungen verwenden. Es ist immer noch ein grosser Unterschied, wie man sich selbst bezeichnet und wie man genannt wird. Schwarz zu sein ist keine Eigenschaft, sondern eine gesellschaftspolitischePosition.DieSelbstbenennung«Schwarz» (gross geschrieben) markiert bestimmte gemeinsame Erfahrungshorizonte und somit auch Lebensrealitäten in einer weissdominierten Gesellschaft. Weisse können daher nicht bestimmen, wer Schwarz ist und wer nicht. Denken Sie jetzt immer noch: Aber die Bezeichnung Schwarz ist doch … irgendwie… nicht richtig? Sie können aus verschiedenen Gründen «Schwarz» unangemessen finden: – weil Sie unterschwellig finden, Schwarz zu sein sei etwas Negatives (begeben Sie sich sofort in psychologische Betreuung), – weil Sie finden, Sie werden dazu gedrängelt, einen Begriff zu akzeptieren, den Sie selbst aber gar nicht wählen würden (man nennt das Selbstbenennungsrecht, und Sie sind gewöhnt, es nicht respektieren zu müssen), – weil Sie glauben, dass ja niemand «echt Schwarz» ist, sondern eher… mehr so braun. Hm. Weisse sind rosa, aber niemand sagt ihnen deswegen, wie sie sich nennen sollen. Und das ist auch gut so. Bei der kolonialen Angewohnheit der Einteilung der Menschen in Hautfarben geht es natürlich nie wirklich um die Farbe, nicht einmal um eine genau definierbare Gruppe. So wenig wie beispielsweise alle europäischen Weissen von Schweden bis Südspanien ernsthaft einer Gruppe zugeordnet werden können, kann man das mit allen Afrikaner_innen, geschweige denn mit allen Schwarzen Menschen tun. Weder sind alle Schwarzen und alle weissen Menschen jeweils «ein Volk» oder «eine Gruppe», noch sehen sie sich im Schnitt im Entferntesten ähnlich. Aber wie soll ich dann jemanden nennen, der… «halb schwarz» ist? Wie wär’s mit «Tanja»? (…) Wer sagt ausserdem, dass die Person «halb Schwarz» sei? Genauso könnte man behaupten, sie sei «halb weiss» oder «halb asiatisch». Das haut aber nicht hin. Zum einen bliebe man damit der irrigen Annahme verbunden, Menschen könnten nach Rassen unterteilt werden. Zum andern spielt es für Diskriminierung und Rassismus keine Rolle, ob die Haut des oder der Betreffenden nun eher hell- oder dunkelbraun aussieht oder die Personen einen weissen Grosseltern- oder Elternteil hat. Nur wer so aussieht, als ob er/sie ausschliesslich weisse Vorfahren habe, ist (selbst, wenn das nicht stimmt) für die Öffentlichkeit «weiss» und wird auch erstmal so behandelt. Schwarz/weiss-Kategorisierungen mögen Einsteiger_innen in das Thema kompliziert erscheinen und werden hoffentlich eines Tages auch überflüssig sein. Ganz sicher

aber sind sie das Ergebnis eines langjährigen weissen «Rassen»-Differenzierungswunsches. Die ganze Palette gesellschaftlich erlernter Rollen, Erwartungen, Auflagen ist auf konstruierte Unterschiede zugeschnitten. Die Weissen sind damit der Angelpunkt, um den sich alles dreht. Die Gesellschaft wird eingeteilt in «weiss» (das zur Norm erhöht wird) und «nicht weiss» (das zur Abweichung konstruiert wird), und Erstere dürfen ohne Grund mit ihrem Verhalten bestimmen, wer wo «dazugehört». Da sie dies aber sowieso schon die ganze Zeit tun, bin ich dafür, diese Tatsache zunächst klar auszusprechen, damit man sie ändern kann.

Afrikaexpert_innen.

Der Aufklärung und dem Humanismus verpflichtete Splittergruppe selbsternannter weisser Sachkenner_innen, die uneigennützig und im Dienste der Gesellschaft ihren Beitrag dazu leisten, authentische Informationen und Interpretationen über Afrika zu liefern. Auf der künstlerischen Ebene drückt sich dieses Bestreben beispielsweise im Schreiben gehaltvoller Bücher (Die weisse Massai) oder im Drehen gehaltvoller Filme (Afrika mon Amour oder Nirgendwo in Afrika) aus, in denen der weisse Mensch als charakteristisches Einzelwesen durch die «kulturelle Begegnung» mit «Afrika» als räumlich-zeitlich-demografisches und auf jeden Fall archaisch-fremdes kollektives geografisches Irgendwas in persönliche Sinn- oder Entwicklungskrisen gestürzt wird und diese auf die eine oder andere Art meisterlich zu bewältigen weiss oder (das ist seltener) scheitert. Um solche unglaublich wichtigen egomanischen Geschichten ordentlich erzählen zu können, muss in einfacher, aber verständlicher Form das «Kulturgefälle» herausgestellt werden. Das funktioniert natürlich nur, wenn Schwarze Menschen nicht als Protagonist_innen erscheinen, sondern als dekoratives Beiwerk zur Untermalung einer exotischen Kulisse verwendet oder, noch besser, vollkommen ausgeblendet werden. Auf wissenschaftlicher Ebene läuft diese, sagen wir mal, asymmetrische «Beziehung» ganz ähnlich, wenn zum Beispiel studierte und deswegen schon An-Sich-Expert_innen ein grundsätzliches Problem damit haben, ihren weissen europäischen Herrschaftsanspruch geschweige denn ihre Definitionshoheit aufzugeben. Über «Afrika» liess es sich schliesslich schon früher prima ohne Afrikaner_innen reden, und da hat – zumindest nach weissem Dafürhalten – ja wohl auch keiner gemeckert! Diese Haltung erlauben sich «Afrikaexpert_innen» noch immer. Das geht sogar so weit, dass selbst im Rahmen einer Kritik an vorherrschenden Afrikabildern afrikanische Wissenschaftler_innen diskursiv kaum zur Kenntnis genommen oder, noch besser, gar nicht erst gefragt werden. Leider können sich weisse Afrikaexpert_innen heutzutage nicht mehr darauf verlassen, «interessante Sachfragen» im gemütlichen Insiderkreise zu diskutieren, sondern müssen mit notorischen (Schwarzen) Querulant_innen rechnen, die ein solches, der wissenschaftlichen Objektivität verpflichtetes und ergo angestammtes Anrecht öffentlich anprangern – gemäss dem Sprichwort «Nothing about us without us is for us». Aus: Wie Rassismus aus Wörtern spricht. (K)Erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutscher Sprache. Hrsg.: Susan Arndt und Nadja OfuateyAlazard, Unrast Verlag Münster, 2011.

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Kurzer Begriffsratgeber für Weisse. von Noah Sow

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Gruppe Frauen und Mädchen. Tschadseeflug, 1930–31, Fotograf: Walter Mittelholzer MITTELHOLZER


Globis Afrikakreuzflug von Hans Fässler

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Gerade rechtzeitig auf die Mittelholzer-Ausstellung ruft uns das heute der Migros gehörende Globus-Reisebüro in Erinnerung, dass die heutige Viel-, Weit- und Billigfliegerei nichts anderes ist als die Fortsetzung des Kolonialismus mit anderen Mitteln. Der europäische und nordamerikanische Mensch ist überzeugt, dass ihm das Recht zusteht, jederzeit überall hinzufliegen. Weil er das Geld hat. Und weil er Lust auf etwas hat. Also fährt man zwecks Konsum von Kultur nach Vietnam, zur Wildwasser-Floss-Fahrt nach Nepal, zwecks Velo-Abenteuer nach Kirgisien, für die Flitterwochen auf die Seychellen, für den Genuss von landschaftlicher Schönheit in die Anden, für Sun & Fun mit der Maturaklasse nach Tunesien. Und warum nicht wieder mal ein Afrikaflug, wie damals?

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Wer die Kreuzfahrten mit den schwimmenden Hotelriesen («Zwischen Eis und Ehrfurcht», «Windjammerromantik Pur», «Facettenreiches Westafrika») schon abgehakt hat oder sie bereits etwas zu «prolo» findet, der wählt nun den «Kreuzflug durch Afrika» – ab 20’800 Franken. Der Prosecco wird dem Sahib natürlich nicht mehr durch die kolonialen Bediensteten serviert, sondern durch die postkolonialen Angestellten in den renommierten Camps, Lodges und Resorts. Zu Land wird man nicht mehr von Schwarzen mit wulstigen Lippen und Baströckchen in einer Sänfte getragen wie 1950 noch «Freund Globi im Urwald», sondern mit einem luxuriösen Offroader gefahren. Die «einmalige Flug-Safari durch Afrika» erfolgt nicht mit einer Dornier Merkur wie die von Mittelholzer, aber immerhin mit einer Cessna Grand Caravan. Ein bisschen Propeller-Flugzeug-Nostalgie muss schon sein. Wie die Kolonialherren definiert das Reisebüro die Geografie. Obwohl nur einige wenige Orte in Tanzania, Zambia, Malawi und Botswana besucht werden, führt der Kreuzflug durch einen ganzen Kontinent: «Kreuzflug durch Afrika». Und das weisse Reisebüro im Norden weiss genau, worin das wahre Afrika besteht: «In dieser fantastischen Savannen-Landschaft mit dem hohen, sich im Wind wiegenden Gras und den baumgesäumten Flussläufen erleben Sie das wahre Afrika.» Wie zur Kolonialzeit ignoriert man, was stört; blendet aus, was nicht passt; umfliegt grossräumig, was zu denken geben könnte. Bestünde das wahre Afrika vielleicht aus dem 109. Platz, den Botswana auf dem Human Development Index der UNO einnimmt? Aus den kolonialen Gräueltaten, die der deutsche Kommandant Paul von LettowVorbeck in Tanzania, dem damaligen Deutsch-Ostafrika, verübte? Aus den Klassengrössen von 80 Schülerinnen und Schülern in Malawi? Oder liegt das wahre Afrika in den 750’000 Aids-Waisen von Zambia? Seien wir nicht ungerecht. Immerhin kommt in den Reiseunterlagen das Thema Migration vor. Diejenige der Gnus nämlich, die jeweils ab etwa Mitte Juni bis Oktober den Mara-Fluss in Tanzania überqueren.

Bild: Globus Reisebüro

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Fremde Welten füllen die Säle

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Trotz Informationsflut sind Geschichten über ferne Länder, seltene Tiere und bedrohte Völker noch immer Publikumsmagneten. Ihr weltanschaulicher Hintergrund ist aber völlig anders als früher bei Walter Mittelholzer oder René Gardi. von Harry Rosenbaum

Referate für Natur-Konvertierte

Explora-Gründer Andreas Hutter ortet die anhaltende Faszination des multimedialen Storytellings im Live-Erlebnis. «Die Leute wollen den Referenten mit eigenen Augen sehen, ihm Fragen stellen können. Das erzeugt eine ganz eigene Dynamik», sagt Hutter. «Die Referenten, die ich engagiere, sind fachlich hochqualifiziert, erzählerisch versiert und haben Charisma. Anders wäre es nicht möglich, so viele Leute zu begeistern.» An einem Vortrag kommen jeweils zwischen 300 und 400 Besucherinnen und Besucher. Explora lanciert pro Jahr etwa zehn Themen aus den Bereichen Natur, Outdoorsport (Bergsteigen,Tauchen etc.), Ethnologie und Menschenrechte. Mit den einzelnen Veranstaltungen geht Explora auf Tournee und deckt ein bis zwei Dutzend Städte und Orte ab. Der Schweizer Bärenexperte und Wildnisguide Reno Sommerhalder, der unter der Affiche «Im Tigerland» über seine Abenteuer in der sibirischen Taiga mit Amur-Tigern und Bären berichtet, sagt: «Tiere sind stimmlos, zumindest für uns Menschen. Möglich, dass wir sie früher besser verstanden, intensiver wahrgenommen haben. Ich habe mich auf Bären spezialisiert. Ich denke, ich verstehe diese Tiere mehr oder weniger. Ich glaube zu wissen, was Bären brauchen, um in dieser so sehr vom Menschen zerrissenen Welt leben, überleben zu können.» Die Menschen, die seine Veranstaltungen besuchten, seien bereits «konvertiert», also für die Natur begeistert, meint Sommerhalder. Was er tun könne, sei diese Begeisterung und den Respekt für die Natur zu vertiefen. Der «Bärenmann» sieht sich dabei nicht in der Tradition des Abenteuer-Schriftstellers Jack London, sondern in jener des Ethnologen und Umweltaktivisten Bruno Manser, der für den Erhalt der Penan-Kultur und des Regenwalds kämpfte und seit dem Jahr 2000 in Malaysia verschollen ist.

Gardis Tonbildschauen

Populärer Reisender mit Tonbildschau war in den 1950er und 60er Jahren der Berner Reiseschriftsteller und Fotograf René Gardi (1909–2000). Er präsentierte an unzähligen Bildungsabenden in Kulturvereinen fremde Welten in Wort und Bild und besuchte die Schulen landauf und landab. Gardi bereiste vor allem den damals noch so genannten «Schwarzen Kontinent». Die Zeitung «Der Bund» schrieb aus Anlass des 100. Geburtstags über den Reise-Abenteurer: «Gardi war eine Institution. Die Briten, die Franzosen und auch die Deutschen hatten Kolonien – die Schweizer hatten Gardi als direkten Draht nach Afrika. Er war es, der sie bekannt machte mit dem Fernen und Fremden.» Und das konnte mitunter unheimlich überheblich tönen. «Afrikaner sind schlechte Techniker, weil sie nicht abstrahieren können, deshalb sind sie in der Regel auch schlechte Rechner», sagte Gardi einmal an einem seiner Diaschau-Abende. (Mehr dazu im Beitrag «Schwieriges Erbe», Seite 26.) Heute würde sich keiner der multimedialen EventVeranstalter in solch abschätzigen Kulturbetrachtungen versteigen. Die Reisen an die zumindest aus europäischer Sicht letzten «weissen Flecken» der Erde und die Reportagen darüber geschehen aus Engagement für das Überleben und Bewahren der Vielfalt dieses Planeten. Und wohl auch, um selbst ein Stück Einzigartigkeit zu erfahren. «Ich versuche, in der Öffentlichkeit für mehr Respekt gegenüber der Natur einzutreten. Für mich ist das eine Mission», sagt Reno Sommerhalder. Harry Rosenbaum, 1951, ist freier Journalist in St.Gallen.

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Ein Gemeindesaal irgendwo auf dem Land: Hier macht der Multimedial-Event-Veranstalter Explora Station, «Tiefenrausch» könnte der Titel an diesem Abend heissen, «Der Weltenwanderer» oder «Inseln des Nordens». Die audiovisuellen Reportagen über entlegene Regionen dieser Erde, über bedrohte Tiere und aussterbende Völker, aber auch über Menschen, die fernab Europas ihre Grenzen ausreizen, füllen die Säle. Unter den Erzählern vor Grossleinwänden sind Günter Wamser, der seit 20 Jahren mit seinen Pferden von Feuerland nach Alaska zieht, Survival-Experte und Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg oder der «Bärenmann» Reno Sommerhalder.


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Gebirge zwischen Colomb-Bechar und Fès. Nordafrikaflug, 1932, Fotograf: Walter Mittelholzer MITTELHOLZER


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Flaschenpost aus Beijing

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Michael Bodenmann, 1978, und Jiajia Zhang, 1981. Michael Bodenmann war drei Monate als Artist in Residence in Beijing. Zu seiner abschliessenden Ausstellung hat er Jiajia Zhang eingeladen, die zur selben Zeit in Shanghai war. Diese Doppelseite zeigt ihren Austausch während der Ausstellungsvorbereitung, die u.a. auf «wechat» stattfand – einer chinesischen Socialmedia Plattform, die auch von der Kunstszene rege genutzt wird. yi-projectspace.org michaelbodenmann.net jiajiazhang.com

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Zu den bekanntesten Aushängeschildern von RapperswilJona gehören, wie eine nicht repräsentative Umfrage in meinem Zürcher Bekanntenkreis ergab: das Schloss, der Kinderzoo, die Mannschaft der Rapperswil-Jona Lakers. Doch den Einheimischen sind ihre «Stars» nicht immer ein Grund zur Freude. Sportfans etwa geraten regelmässig ins Zittern, weil den Lakers erneut der Abstieg in die NLB droht. Auch das Wahrzeichen der Stadt, das Schloss, hat in den letzten Jahren vor allem für negative Schlagzeilen gesorgt. Verschiedene Interessensvertreter zanken sich um die künftige Nutzung des altehrwürdigen Gebäudes. Der Verein «Freunde des Polenmuseums», der im Schloss ein verstaubtes Museum betreibt, das in der Bevölkerung wenig Rückhalt geniesst, kämpft auf höchster Ebene um den Verbleib im Schloss; mittlerweile beschäftigt sich selbst das Schweizer Aussendepartement mit dem Fall. Das neue Nutzungskonzept sieht kein autonomes Polenmuseum mehr vor. Das Schloss soll zu einem «Ausflugsmagneten» werden – dank interaktiven Wechselausstellungen, einem Neubau sowie einem attraktiveren Angebot (Shop, Bistro, Bar im Schlosshof etc.). 2020, so hofft die Besitzerin, die Ortsgemeinde, soll das neue Schloss eröffnet werden. Bis dahin gilt es die vielen Besucher zu vertrösten, die auf dem Lindenhof eine Gartenbeiz vermissen oder nicht verstehen, warum sie nicht auf einen der Schlosstürme steigen können. Knies Kinderzoo ist da bereits einen Schritt weiter. Diesen Monat eröffnet der Zoo seine neuste Attraktion: die 7’000 Quadratmeter grosse Elefantenanlage «Himmapan». Franco Knie erfüllt sich damit einen Bubentraum, die asiatischen Elefanten bekommen mehr Auslauf und der Zoo eine neue Einnahmequelle. Zur Anlage gehört ein Thai-Restaurant, das auch im Winter Umsatz bringen soll. Teil dieser Event-Gastronomie ist ein Holzsteg in den Elefantenpark und eine Aussichtsplattform mit Lounge. Die Familie Knie schreibe Schweizer Geschichte, meinte der St.Galler Kantonsratspräsident Paul Schlegel bei der Besichtigung der Anlage im letzten Herbst. Der Zirkus und seine Familie sind auch in der Rosenstadt beliebt, keine Frage. Vielleicht ist man am Obersee aber auch einfach nur dankbar dafür, dass die Knies als schweizweit bekannte Cervelat-Promis das Städtchen regelmässig ins Gespräch bringen. Ein bisschen Glamour, hofft man, falle auch für Rapperswil-Jona ab. Etwa bei der Premiere des Zirkusprogramms Ende März, zu der sich jeweils auch die lokale Prominenz versammelt. Böse Zungen behaupten allerdings, bei diesem «Glamour» handle es sich vielmehr um Staub aus der Zirkusarena. Tatjana Stocker, 1970, freie Journalistin, lebt neuerdings in Zürich; deshalb ist dies ihr letzter «Perspektiven»-Beitrag aus RapperswilJona. Saiten dankt herzlich.

Thurgau Lausanne und die Lotteriefondsgelder Am 15. April 2015 verhandelt das Bundesgericht – endlich – die causa Kunstmuseum Thurgau. Zwar ist bei der Anrufung von «Lausanne» der Zeitpunkt eines höchstrichterlichen Spruchs nie präzis prognostizierbar, das aber steht fest: Dieses Mal hat es wirklich sehr lange gedauert – seit Dezember 2013 sind Sanierung und Erweiterung des Kunstmuseums Thurgau blockiert. Das kam so: Der Thurgauer Grosse Rat sprach Anfang Dezember 2013 einen Sanierungskredit über 4,6 Millionen Franken für das in der Kartause Ittingen domizilierte Kunstmuseum Thurgau. Die Notwendigkeit der Arbeiten ist unbestritten. Umstritten im Rat aber war, ob es sich beim Kredit um eine gebundene oder nicht gebundene Ausgabe handelt. Nicht gebundene Ausgaben unterstehen ab 3 Millionen Franken der Volksabstimmung. Der Rat entschied: Es ist eine gebundene Ausgabe. Damit war vermeintlich auch der Weg frei für die Absicht der Regierung, weitere 11,32 Millionen Franken in Eigenkompetenz an den Erweiterungsbau aus dem kantonalen Lotteriefonds zu sprechen. Acht Stimmbürger legten innert Wochenfrist gegen den Grossratsbeschluss Beschwerde beim Bundesgericht ein. Sie monierten: Umgehung der Volksabstimmung sowie missbräuchliche Verwendung von Geldern aus dem Lotteriefonds. Beide Themen sind brisant: Bei ersterem steht die Frage im Mittelpunkt, ob die unentgeltliche Nutzung der Museumsräume durch den Kantonsbeitrag an den Bau bei der Stiftungsgründung 1977 eine Gebrauchsleihe oder eine Miete darstellt. Laut Beschwerdeantwort des Grossen Rates gehe man von einer Gebrauchsleihe aus – damit stünde der Kanton in der Pflicht für die Sanierung, so die Argumentation. Der zweite, auch in anderen Kantonen mit Spannung erwartete Punkt, betrifft die Beurteilung der bisher autonomen Praxis der Regierung bei der Vergabe von Lotteriefondsgeldern. Dazu schrieb HSG-Rechtsprofessor Benjamin Schindler 2014 in einem allgemeinen Beitrag in einer Fachzeitschrift von der grossen Versuchung, «Lücken im kantonalen Budget mit Mitteln aus dem Lotteriefonds zu stopfen». Dies führe dazu, dass sich «immer mehr Kantone in einer juristischen Grauzone bewegen». Gegenüber der «Thurgauer Zeitung» schätzte er die Erfolgschance der Thurgauer Beschwerde auf 50 Prozent. Normale Beiträge aus dem Lotteriefonds beliefen sich vielleicht einmal auf 100’000 Franken. 11 Millionen auf einen Schlag, das sei relativ selten, sagte er. Fraglich ist allerdings, ob das Bundesgericht auf diesen Punkt der Beschwerde überhaupt eintritt, da der Regierungsrat die Ausgabe für den Erweiterungsbau formell noch gar nicht beschlossen hat. So oder so, der Thurgau bewegt sich. Im Oktober 2014 stellte die Regierung innert Jahresfrist ein neues Modell zur Ausrichtung von Lotteriefondsgeldern mit Einbezug des Grossen Rates, der Kultur- sowie der Sportkommission in Aussicht. Eine parlamentarische Initiative, die ihre Finanzkompetenz bei einmaligen Ausgaben auf 100’000 Franken begrenzen wollte, wurde daraufhin zurückgezogen. Rolf Müller, 1967, ist Redaktor bei thurgaukultur.ch.

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Rapperswil-Jona Die Krux mit den Wahrzeichen

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Vorarlberg Window Shopping in der Zombie Mall

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Schon ein bisschen gruselig: der Rheinpark. Bild: pd

Das Ende des Fixkurses erwischte mich auf dem linken Fuss. Jahrelang hatte ich immer für Einkäufe im Rheinpark, auf dem Markt in St.Gallen und in Zürcher Antiquariaten ein paar hundert Franken in Reserve gehalten, an jenem Tag der Finanzüberraschung waren gerade mal 30 Stutz in meiner Hosentasche. Oft hosd a Pech, wie der österreichische Volksmund sagt. Es ist natürlich – ausser den Büchern – nichts Lebenswichtiges, das ich jenseits der Grenze kaufe, aber Schwarzenbach im Zürcher Niederdorf hat nun einmal besseren Darjeeling als unsere Teehändler, kulinarische Spezialitäten wie Ligiongia nera, Barba di frate oder Kaiserlinge bekomme ich nur auf dem St.Galler Markt, Antiquariate gibt es in Vorarlberg nur noch ein einziges, und die einzige Chino, die mir ohne jegliche Änderung passt, kann ich bei der Migros im Rheinpark St.Margrethen kaufen. Ein paar Flaschen Cornalin, Humagne rouge oder Heida werde ich sinnvollerweise nicht ausserhalb der Schweiz erwerben, und diese Liste liesse sich verlängern. Nur die Anzahl meiner Restaurantbesuche werde ich zurückschrauben, weil beim 1:1-Kurs der Hauptgang beim guten Italiener nun auch 49 Euro kostet, obwohl es bloss Pasta mit Sugo ist. Und wenn ich Schweizer Gesellschaft am Tisch haben möchte, kann ich eh in irgendein Vorarlberger Restaurant gehen. Aber wie gesagt, es zieht mich halt doch noch recht häufig in das gute alte Einkaufszentrum Rheinpark. Da kam mir zwar schon im Vorjahr manchmal die Atmosphäre etwas merkwürdig vor, aber ich schob das Gefühl der weiten Leere auf den Montagmorgen, an dem ich meistens hinkam, und der nicht gerade jedermanns Einkaufstag ist. Vorige Woche war ich allerdings an einem Dienstagmittag im Rheinpark, und kam mir vor wie in einem Zombiefilm – vor dem Auftreten der Untoten, die noch hinter einer Ecke lauern, wegen denen aber der sichtbare Bereich menschenleer ist. In eini-

gen Läden war kein einziger Kunde zu sehen, in manchen einer oder zwei, in der Migros vielleicht fünfzig. Beim Spirituosenhändler unterhielten sich zwei Frauen, von denen ich die jüngere für eine Kundin hielt, es war aber eine Verkäuferin, die gerade angelernt wurde, worin ich einen gewissen Optimismus erkennen kann. Ein Rum aus Guadeloupe, auf dessen Etikett Gifttiere wie Schlange, Skorpion und Tausendfüssler abgebildet sind, stach mir ins Auge, aber bei einem Preis von umgerechnet 150 Euro warte ich auf den Räumungsverkauf. In der Buchhandlung war ich allein, was zu einem Angestellten:Kundschaft-Verhältnis von 3:1 führte. Bei Sportartikeln, Elektronik, Schuhen und Kleidung begnügte ich mich mit Window Shopping, in der Migros genoss ich es, beim Bezahlen nicht anstehen zu müssen, obwohl an diesem Ausgang nur eine Kasse besetzt war. Relativ Hochpreisiges wie Bison- und Pferdefleisch, gefischte Krabben oder gewisse französische Käsesorten sind aus dem Angebot verschwunden, Kaviar gabs, glaube ich, nicht einmal mehr vor Weihnachten oder Neujahr. Das ist schon ein bisschen gruselig, wenn man so durch ein wenig belebtes Einkaufszentrum geht und sich fragt, wie und wann das wieder einmal anders werden soll beziehungsweise was aus dem Verkaufspersonal wird, wenns mit Nachfrage und Kaufkraft so bleibt. Die Ironie im Hintergrund ist, dass der Rheinpark seinerzeit nicht zuletzt für die österreichische Kundschaft hingestellt wurde und jahrelang auch erstaunlich viele Deutsche selbst aus weiter entfernten Landstrichen hier Nudeln und Kaffee einkauften. Das sind nun die noch gar nicht so lange zurückliegenden Zeiten geworden, von denen der Opa den ungläubigen Enkeln erzählen kann. Kurt Bracharz, 1947, arbeitet als Schriftsteller, Kolumnist und Übersetzer in Bregenz.

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Schaffhausen Frau gönnt sich ein Fest Zugegeben, es ist nicht das schwierigste aller Unterfangen, im Schaffhauser Regionalblättchen zu landen. Ein todsicherer Weg aber – neben dem Veranstalten von Katzenausstellungen oder der Tätigkeit als Lokalpolitiker – ist, sich mit jemandem uneinig zu sein. Zu viel Einigkeit à la «das Wetter spielte an diesem Tag mit» herrscht in den Spalten – da sind die Journalisten froh um Abwechslung. Seien wir also mal nicht einverstanden. Nehmen wir etwas Simples, vielleicht den Umstand, dass die Hälfte der Bevölkerung noch immer nicht gleich viel Lohn bekommt und weniger respektiert wird aufgrund ihres Geschlechts. Klassiker. Die Emanzen-Karte ziehen. Das tat eine Handvoll Frauen der Alternativen Liste, die vor wenigen Jahren anfingen, sich ausserhalb des Politzirkus’ regelmässig zu treffen. «Frauenstammtisch» hiess das Projekt, es mündete vor zwei Jahren am 8. März, am Internationalen Frauentag, in eine Party, «Frau Cardinal» im Cardinal, und hatte so viel Erfolg, dass die Getränke ausgingen. Den Frauentag würde Vorzeige-Altfeministin Alice Schwarzer gerne abschaffen, weil er so «gönnerhaft» sei. Die Schaffhauserinnen gönnten sich stattdessen auch letztes Jahr Festivitäten zu Ehren der Frau. Bei der zweiten Runde fand nicht nur ein «Frau Cardinal» statt, sondern auch ein Anlass mit Lesungen im Kirchhofschulhaus, notabene in der Küche. Man könnte schlechte Witze darüber reissen. Der schlechteste Witz aber ist, dass solche Veranstaltungen noch immer nötig sind. Obwohl, hey, wir haben jetzt immerhin eine eigene Abteilung im neuen Wellnesstempelchen, das gleich neben den Gleisen aus dem Boden geschossen kam. Von den vielen Pools und Zimmerchen dort sind ein Dampfbad und eine Trockensauna nur für Frauen zugänglich. Ich weiss gar nicht, wohin mit all meinen Privilegien. Die Schaffhauser Nachrichten griffen letztes Jahr wahrlich gönnerhaft das Frauenthema mehrfach auf: Veranstaltungsvorschau, Interview mit zwei Frauenstammtischlerinnen, Konzertartikelchen. Und in der Gemischt-Spalte namens «Sache Sächeli» tippte ein Journalist rein, was er beim Interview mit den Frauenstammtischlerinnen aufgeschnappt hatte: Auf die Frage, ob Männer bei den Stammtischsitzungen vorbeikommen könnten, antwortete die eine Frau mit einem munteren Ja. Interviewpartnerin Nummer zwei, eine Generation älter, fiel ihrer Mitfrau vehement ins Wort: «Nein, kategorisch nein!» Der Journalist lachte sich berechtigterweise ins Fäustchen. Der diesjährige Frauenstammtisch ist, wie die Anlässe in den vergangenen zwei Jahren auch, für alle Geschlechter zugänglich. Diesmal wird weder in einer Küche gelesen noch im «Cardinal» getrunken; der 8. März fällt auf einen Sonntag, der tagsüber mit Musik im Taptab begangen wird. Übrigens mit weiblicher Besetzung. Das ist tatsächlich die grösste Schwierigkeit: Weibliche Bands, weibliche DJanes und Technikerinnen sind einen Tick weniger einfach aufzutreiben, als mensch es sich wünschen würde. Anna Rosenwasser, 1990, schreibt für die «Schaffhauser Nachrichten» und das Winterthurer Kulturmagazin «Coucou».

Stimmrecht Deutsch lernen – eine hohe Hürde

Viele Somalier haben Probleme mit der deutschen Sprache. Es gibt sehr viele Flüchtlinge, die seit mehr als fünf Jahren in der Schweiz leben, aber kaum ein Wort Deutsch sprechen. Meistens liegt das daran, dass sie sich nicht trauen, in der Öffentlichkeit zu reden. Dieses mangelnde Selbstvertrauen hindert sie daran, aus sich herauszukommen und mit den Behörden oder Mitmenschen ein ordentliches Gespräch zu führen. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich auch mal zu trauen, Fehler zu begehen, denn bekanntlich lernt man aus ihnen. In der Schweiz gibt es in jedem mir bekannten Kanton eine grosse und breite Auswahl an Deutschkursen, die oftmals sehr kostengünstig oder sogar kostenlos angeboten werden. Diese Sprachkurse sind qualitativ sehr hochstehend und finden auch regelmässig statt. Leider wird dieses Angebot nicht ausgeschöpft, und es gibt sehr viele Menschen, die finden, sie seien zu alt, um eine neue Sprache zu lernen. Motivation und Bereitschaft wären vorhanden, aber sie trauen es sich nicht zu, der Aufgabe gewachsen zu sein. Nun, es kann durchaus sein, dass man mit fortschreitendem Alter nicht mehr so aufnahmefähig ist wie zu Jugendzeiten, aber es gibt kein Alter, in welchem man «zu alt» ist, etwas Neues zu lernen. Es gibt sehr viele inspirierende Beispiele wie etwa der Australier Allan Stewart, der mit 97 Jahren sein viertes Studium absolviert hat. Solche Schlagzeilen geben anderen Menschen Hoffnung und Selbstvertrauen. Allerdings: Es ist nicht gerade ein Vorteil, wenn man eine Muttersprache spricht, die nicht im Geringsten der deutschen Sprache ähnelt. Es gibt kaum Parallelen und auch keine gemeinsamen Wörter oder gleiche Redewendungen. Diese Tatsache erschwert das Deutschlernen massgeblich. Für mich ist jedoch die Kommunikation – also die Rede-Praxis mit den Mitmenschen – wichtiger als die Theorie. Sprachkurse sind zwar notwendig und empfehlenswert, aber ohne Praxis ist dieses Wissen nur theoretisch. Natürlich ist es optimal, wenn man beides intensiv übt und praktiziert, denn nur so erzielt man auch die besten und effizientesten Resultate. Eines ist gewiss: Niemand ist auf die Welt gekommen und beherrschte schon eine Sprache. Leyla Kanyare, 1971, kam 1991 aus Somalia in die Schweiz. Sie arbeitet als Übersetzerin in St.Gallen und schreibt monatlich in Saiten.

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Am 30. März spricht Bundesrat Alain Berset in St.Gallen über die nationale Kulturpolitik und debattiert mit Ostschweizer Fachleuten. Saiten organisiert den Anlass mit – hier und auf den folgenden Seiten drei Beiträge zur Diskussion. von Peter Surber

Kultur??

muss die Kulturpolitik konsequent die gesamte Bevölkerung und ihr Miteinander im Auge haben», heisst es in der Botschaft. Ein zentrales Feld ist die Jugendmusikförderung – siehe dazu das Gespräch auf den folgenden Seiten. Hinzu kommen Leseförderung oder der Aufbau einer «virtuellen Nationalgalerie», um der Bevölkerung die Eidgenössischen Kunstsammlungen näher zu bringen.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Hier soll vor allem der Austausch zwischen den Sprachregionen verstärkt werden. Zuvorderst durch literarische Übersetzungen – eine Arbeit, die von den Verlagen kaum noch finanziert werden könne und für welche der Übersetzer-Nachwuchs fehle. Weiter will der Bund das Italienische und den schulischen Austausch fördern, daneben die Baukultur voranbringen und die Lebensbedingungen der Fahrenden als kulturelle Minderheit verbessern.

Kreation und Innovation

Kulturelle Teilhabe

Die «kulturell diverse Gesellschaft», wie es in der Botschaft heisst, braucht Kitt – und dieser Kitt kann die Kultur sein. Doch das traditionelle Kulturangebot erreicht eine zunehmende Zahl von Kindern und Erwachsenen nicht, umgekehrt ignoriert die Kulturförderung bestimmte Kulturträger, insbesondere die Volkskultur. «Als Teil der Gesellschaftspolitik

Fast eine Milliarde Franken

Vierjahrespläne sind ein neues Instrument der Kulturförderung – in den Kantonen teils bewährt, beim Bund erstmals 2012–15 praktiziert. Gegenüber dem ersten Programm rechnet die (ausnahmsweise auf fünf Jahre verlängerte) Botschaft 2016–20 mit rund 53 Millionen mehr oder insgesamt 894,6 Millionen Franken. Nicht nur dies dürfte im Parlament (und in der Lokremise) zu reden geben. Kultur?? Kultur!!: Montag, 30. März, 19 Uhr, Lokremise St.Gallen. Referat und Diskussion mit Bundesrat Alain Berset, Martin Klöti (Regierungsrat SG), Martha Monstein (Kulturamtsleiterin TG), Josef Felix Müller (Künstler), Kaspar Surber (Palace-Mitgründer) und Barbara Weber (Regisseurin), Moderation: Stefan Keller, Schlusswort: Ständerat Paul Rechsteiner.

Kultur!!

KULTUR?? KULTUR!!

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2012–15 gab es erstmals eine Kulturbotschaft des Bundes. Jetzt hat Bundesrat Alain Berset das nächste Vierjahresprogramm lanciert, für 2016–19. Darüber war bisher in der Ostschweiz nur zu hören, dass sich gleich zwei Institutionen Hoffnungen auf eidgenössische Fördergelder machen: die Stiftsbibliothek und das Textilmuseum. Seite 53 der Botschaft macht allerdings klar: Bis 2019 ist nichts zu erwarten. «Die Auswahl der Finanzhilfeempfänger bleibt unverändert.» Viel Lärm um nichts also? Nicht ganz. Denn zugleich kündigt der Bund an, in den kommenden Jahren alle 13 bisherigen GeldEmpfänger zu evaluieren und allenfalls zu ersetzen. Die bisherigen: Das sind unter anderem das Alpine Museum in Bern, das Verkehrshaus, das Technorama, der Ballenberg, das Schweizer Tanzarchiv, das Architekturmuseum oder das Haus für elektronische Künste in Basel. Schaut man sich diese Liga an, so stellt man zum einen fest: Die Ostschweiz kommt nicht vor. Und zum andern scheint es nicht ausgeschlossen, dass sich auch andere Institutionen als «national bedeutsam» behaupten könnten – wie dies die Stiftsbibliothek Ende letzten Jahres offensiv getan hat mit Unterstützung der drei Ständeräte Paul Rechsteiner, Karin Keller-Sutter (SG) sowie Ivo Bischofberger (AI). Und wie dies das Textilmuseum seinerseits anstrebt. «Leuchtturm»-Förderung ist allerdings in der Kulturbotschaft nicht viel mehr als eine Fussnote. Im Vordergrund stehen die gesellschaftlichen «Megatrends», auf die der Bund mittels Kulturpolitik reagieren will: Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel, Individualisierung und Urbanisierung. Aus ihnen leitet die Botschaft drei «Handlungsachsen» ab: Kulturelle Teilhabe, gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie Kreation und Innovation.

Die schwammigste der drei Handlungsachsen betont die Rolle der Kunst als «wichtiges Experimentier- und Erprobungslabor für Fragen der Zukunft», das «Innovations- und Erneuerungsprozesse» auslösen könne. Deshalb soll die Zusammenarbeit zwischen Kunstschaffenden und der Wirtschaft etwa im Bereich Design und Digitale Medien intensiviert werden, zudem ist eine Standortförderung für Filmproduktionen angedacht.


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Dichter Nebel im Osten

Das Ausbildungsdilemma in der Kreativwirtschaft – Ein Plädoyer für zahlbare künstlerische Lehrgänge in der Ostschweiz. von Josef Felix Müller

Wir leben in einer globalisierten, digitalen Zeit. Die meisten Menschen sind heute informationsautonome, wandelnde Kommunikationsstationen. Bildung ist überall möglich, meint man. Photoshop: kein Problem. Grafikprogramm: easy, Bilderlager in den Wolken: na klar... Heitere Typografie rund um die Uhr, Gestaltung ohne Ende – und ohne Ausbildung.

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Damals an der «Textilakademie»

Als es 1970 um meine berufliche Ausrichtung ging, schickte mich der Berufsberater zur Prüfung an die Kunstgewerbeschule in St.Gallen. Leider konnte ich dann die Schule nicht beginnen, da ich erst 15 Jahre alt war. Mein Vater wollte, dass ich beim Maler Hasler Flachmaler lerne. Der hatte ein kleines Malergeschäft im Dorf. In einem Schaufenster zeigte er seine etwas bleichen Landschaftsbilder, die er in der Freizeit mit Dispersion malte. Das sei ein guter Weg, um Geld zu verdienen, meinte mein Vater: unter der Woche Häuser anmalen und nebenher Landschaften pinseln. Ich stellte mir eher etwas in Richtung Picasso vor, mit vielen Frauen und wilden Bildern. Im Sommer 1970 absolvierte ich eine Schnupperlehre bei Jacob Rohner in Rebstein als Stickereientwerfer. Das war wenigstens ein bisschen en vogue. Schöne Stoffe für schöne Frauen entwerfen: Diese Vorstellung gefiel mir. 1971 begann meine vierjährige Ausbildung mit zwei Schultagen pro Woche an der Textil- und Modefachschule am Industrie- und Gewerbemuseum in St.Gallen. Die Schule war legendär. Viele Künstlerinnen und Künstler hatten ihre Ausbildung hier absolviert. Die berühmteste Schülerin war Sophie Taeuber-Arp, der berühmteste Lehrer Emil Nolde (natürlich weit vor meiner Zeit). Da verankert waren aber auch Ferdinand Gehr, Kurt Wolf, Lucie Schenker, Bernard Tagwerker und viele andere. Die «St.Galler Textilakademie» wurde dann in den 90er-Jahren sang- und klanglos geschlossen. St.Gallen war aber nicht nur eine enorm wichtige internationale Textilstadt, die Textilindustrie brauchte auch Grafiker und Werber, um ihre Produkte zu vertreiben. Die Kunstgewerbeschule bildete lange Zeit auf höchstem Niveau Plakatkünstler, Grafikerinnen und Typografen aus. Heute ist alles etwas komplizierter. Die Schule für Gestaltung wurde um die Jahrtausendwende von der Stadt an den Kanton übergeben und ist nun Teil der Gewerblichen Berufsschule GBS im Tal der Demut (welch passender Name).

Fatale Geringschätzung

St.Gallen hatte gegen Ende des 20. Jahrhunderts Hans Ulrich Stöckling. Er prägte als Regierungsrat nicht nur die St.Gallische Bildungspolitik; «der heimliche Bildungsminister der Schweiz» wurde der FDP-Politiker einmal vom «Tagesanzeiger» genannt. In St.Gallen aber hat sich Stöckling in den 80er- und 90er-Jahren erfolgreich gegen jede Idee eines Einbezugs von gestalterischen und künstlerischen Ausbildungen an einer zukünftigen Fachhochschule St.Gallen gewehrt. Diese Studienrichtungen wurden nach Zürich, Luzern, Basel, Bern und andere Orte vergeben. Nicht einmal ein Studiengang für Textildesign wurde für

die Textilstadt St.Gallen angedacht. Stöckling setzte bei den Kreativen auf die Berufslehre und auf daran anschliessende Weiterbildungen auf der Stufe Höhere Fachschule. Leider gibt es aber heute für viele klassische Berufe im kreativen Segment keine oder fast keine Lehrstellen mehr. Oder wo, bitte sehr, kann man diese Berufe noch lernen: Fotolaborant, Stickereientwerfer, Weberin, Korber, Hutmacherin, Goldschmiedin, Dekorationsgestalter, Typograf, Fotografin, Schneider, Töpfer, Schriftenmalerin, Technischer Stickereizeichner, Webereientwerferin, Drechsler, Textildruckentwerfer, Steinmetz, Bildhauerin, Ziseleur, Giesser, Metalltreiber, Gussformtechniker, Plakatmaler, Sticker, Färberin, Gerber, Silberschmid, Sattler, Ornamentmalerin, Stuckateurin, Graveur, Modellbauerin, Glasmalerin, Glasbläser? Den Ostschweizer Studierwilligen mit kreativem Potential bleibt nur der Wegzug in Städte mit einer Fachhochschule oder nach einer Berufslehre eben die WeiterbildungsLehrgänge an der Höheren Fachschule an der GBS. Diese sind aber für die Lernenden mit enormen Kosten verbunden.

Horrende Schulgelder

Die berufsbegleitende Weiterbildung halte ich persönlich für enorm wichtig. Ich bin ein Anhänger des dualen Bildungssystems. Dass die Studierenden die Vollkosten für ihre HF-Weiterbildung selber tragen müssen, ist aus meiner Sicht jedoch unhaltbar. Es ist ja eine grossartige Errungenschaft, dass eine Matura an einer Kantonsschule, ein anschliessendes Universitätsstudium, ein ETH-Studium oder ein Studium an einer Fachhochschule vom Staat praktisch gratis angeboten wird. Es ist aber andererseits mehr als stossend, dass bei Weiterbildungen nach der Berufsausbildung auf der Stufe der Höheren Fachschule horrende Schulgelder bezahlt werden müssen. Der erfolgreich eingeführte Lehrgang HF Bildende Kunst (und die parallelen Lehrgänge für Fotografie, Industrial Design, Interactive Media Design, Schrift und Typographie sowie Visuelle Gestaltung) kostet für sechs Semester inklusive Abschluss 25’000 Franken für kantonale beziehungsweise 43’000 Franken für ausserkantonale Teilnehmende. Eine Ausnahme im System besteht beim Pflegepersonal: Den Studierenden am Berufs- und Weiterbildungszentrum BZGS werden die ganzen Kosten für die Höhere Fachschule vom Kanton bezahlt. Warum ist ein kostenloser HF-Unterricht beim Pflegepersonal möglich und in der Kreativwirtschaft nicht? Es ist politisch dafür zu sorgen, dass ein Studienplatz an der Höheren Fachschule für die Studierenden nicht mehr kostet als eine Ausbildung an einer Universität oder an einer Fachhochschule – und zwar bei allen Berufen. Das wäre ein wichtiger Beitrag gegen die Abwanderung der kreativen Köpfe und für eine blühende Kultur-Ostschweiz. Josef Felix Müller, Künstler und Verleger, präsidiert seit 2011 die Fachkommission HF Bildende Kunst an der Schule für Gestaltung St.Gallen, Höhere Fachschule für Künste, Gestaltung und Design.

KULTUR?? KULTUR!!


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Jedem Kind ein Instrument?

Die Kulturbotschaft des Bundes setzt einen Schwerpunkt in der Jugendmusikförderung. Was wäre da zu tun? Der Wattwiler JugendorchesterPionier Hermann Ostendarp hofft zumindest auf ein Signal gegen den Spardruck. von Bettina Kugler

Woran liegt das? Die Eltern sehen das häufig erdrückende Freizeitprogramm ihrer Kinder und kommen zum Schluss, dass sie nicht alles machen können. Zumal es ja nicht damit getan ist, dass das Kind einmal wöchentlich den Instrumentalunterricht besucht; wenn es nicht regelmässig übt, passiert überhaupt nichts an musikalischer Entwicklung. Auch die positiven Nebeneffekte des Instrumentalspiels auf das Gehirn, die ja wissenschaftlich erwiesen sind, stellen sich nur bei einem gewissen zeitlichen Ausmass ein – und nicht, wenn man nur zweimal die Woche 20 Minuten übt. Den Wert der Musik an sich schmälert das natürlich nicht. Welche Schlüsse ziehen die Musikschulen und andere Bildungsträger daraus? Man schaut nicht mehr nur auf Quantität, auf möglichst hohe Schülerzahlen, sondern geht mehr in die Tiefe, zum Beispiel durch das Schwerpunktfach Musik an den Kantonsschulen und mit Talentschulen in der Sekundarstufe. Auf diesem Weg können begabte Schüler gezielter gefördert werden. Neu ist, dass man gerade bei den Streichern verstärkt auch ergänzendes Ensemblespiel fördert, nicht nur den Einzelunterricht, und das möglichst von Anfang an. Diese Tendenz sehe ich weltweit. Vieles lernen die Kinder im Ensemblespiel leichter; sie bringen sich in der Gruppe

gegenseitig weiter und motivieren sich zu zielgerichtetem Üben. Der Ensemblegedanke, der später im Orchesterspiel aufgeht, wird in der Schweiz noch an zu wenigen Orten konsequent verfolgt. Schaut man über die Grenze nach Vorarlberg, gibt es dort eine viel stärkere Orchesterkultur an den Musikschulen – auf allen Stufen. Das dürfte Wasser auf Ihre Mühlen sein, nach 25 Jahren intensiver Orchesterarbeit mit «il mosaico» an der Kanti Wattwil. Ja, durchaus. Man muss nicht nur den Einzelunterricht im Auge haben, sondern das Umfeld der musikalischen Bildung, also Ensemblespiel, bei dem die Lust am Zusammenspiel gefördert wird, gemeinsame Konzertbesuche mit Gleichaltrigen, das staunende Erleben von Musik, eine umfassende Persönlichkeitsbildung. Dieses Umfeld ist meiner Erfahrung nach wichtiger als allzu früh viel Theorie vermitteln zu wollen. In der Gruppe öffentliche Generalproben von Berufsorchestern anzuhören, sich anschliessend mit Musikern zu treffen, das prägt und spornt an. Früher war Musizieren Teil der bildungsbürgerlichen Kultur und wurde nur in bestimmten Kreisen gepflegt, einschliesslich der Konzertbesuche. Heute ist die soziale Streuung grösser. Aber oft fehlt der familiäre Hintergrund. Was versprechen Sie sich von der Verankerung der Musikförderung in der Bundesverfassung? In erster Linie ein gesteigertes Bewusstsein für den Wert der musikalischen Bildung, dafür, dass Musik wichtig ist und zu einer umfassenden Persönlichkeitsbildung beiträgt. Es schützt hoffentlich künftig vor blinder Sparwut, in der manchmal Dinge wegbrechen, die lange und gezielt aufgebaut worden sind. Im Bildungsbereich haben wir uns an das Sparen ja schon lange gewöhnt; fast ein Viertel der Lektionen sind beispielsweise an den Kantonsschulen in den letzten Jahren verloren gegangen. Wo könnten denn Bundesgelder sinnvoll für Musikförderung eingesetzt werden? Im Bericht der Arbeitsgruppe, die sich mit der konkreten Umsetzung des Verfassungsartikels befasst hat, werden besonders Ferienkurse und Musiklager hervorgehoben, ein nationales Kompetenzzentrum für «jugend+musik» wird dagegen eher zurückgestuft in der Priorität. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass Einzelprojekte von «jugend+musik» bislang sehr zurückhaltend gefördert worden sind. Wenn überhaupt, bekommt man einen bescheidenen Teilbetrag, oft werden die Eingabefristen auch sehr rigoros gehandhabt, kurzfristige Projekte haben da überhaupt keine Chance. Aber es geht primär gar nicht

KULTUR?? KULTUR!!

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In der Kulturbotschaft 2016–2020 von Bundesrat Alain Berset liegt einer der Schwerpunkte auf der Jugendmusikförderung. Wo stehen wir derzeit mit dem Angebot an musikalischer Bildung für Kinder und Jugendliche in der Schweiz – auch im Vergleich zu anderen Ländern? Hermann Ostendarp: In vielen mitteleuropäischen Ländern hat man in den vergangenen 40 bis 50 Jahren versucht, möglichst flächendeckend Musikschulen zu etablieren. Das war eine wichtige Initiative; dadurch haben heute sehr viel mehr Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, als das früher der Fall war. Die Musikschulen sind ein wichtiger Pfeiler der instrumentalen Praxis. Daneben gab es und gibt es noch immer «Inseln», an denen schon eine Musiktradition vorhanden war, beispielsweise die Singschule in St.Gallen. Oftmals bauen sie auf der Initiative einer Person auf, mit der ihre Erhaltung dann steht und fällt. Bei den Musikschulen hat man sich lange darauf konzentriert, möglichst viele Schüler zu haben, das war ein Zeichen dafür, dass man alle erreichte. Heute zeigt es sich darin, dass der Grundkurs, die Musikalische Grundschule, obligatorisch ist, in den Kindergarten und die Primarschule integriert. In den letzten Jahren kann man aber eine leicht rückläufige Tendenz bei den Musikschulen feststellen.


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so sehr darum, mehr Geld zur Verfügung zu stellen – wichti­ ger sind meiner Ansicht nach sinnvolle Strukturen für die musikalische Bildung, die ein vertieftes Einlassen auf die Musik ermöglichen. Die Arbeitsgruppe sieht vor allem Handlungs­ bedarf bei der Zusammenarbeit zwischen Musik­ schulen und Vereinen, zwischen Musikschulen und Hochschulen und bei der Lehrerausbildung. Ja, da gibt es noch einiges zu tun. Über die Musikvereine weiss ich selbst zu wenig; soweit ich sehe, haben sie vieler­ orts über den Dorfgeist gut funktioniert – so wie «il sis­ tema», das inzwischen weltweit bekannte Jugendorchester­ Netz in Venezuela. Aber der gesellschaftliche Wandel macht vor ihnen nicht Halt; die Vereine haben zunehmend Schwierigkeiten, gute Leiter zu finden, und bei den Leh­ rern der Musikschulen fehlt oft das Verständnis für die tradi­ tionelle Blasmusik. Was die Lehrerausbildung angeht, macht sich bemerkbar, dass immer weniger Primarlehrerin­ nen und ­lehrer einen musikalischen Background mit­ bringen. Während früher an den Lehrerseminaren alle Stu­ dierenden im Chor sangen und ein Instrument lernen mussten, gibt es nun Kurse, die nur wenige besuchen. Beson­ ders schade finde ich es, wenn Studierenden, die an der Kanti das Schwerpunktfach Musik hatten, an der PH keine substanzielle Weiterentwicklung ihres Könnens ermög­ licht wird. Man müsste sie in Spezialklassen weiter fördern, sagt aber, das sei «aus organisatorischen Gründen nicht möglich». Dies an einer Hochschule! Das ist bedenklich. Ein weiterer Punkt ist die Chancengleichheit. Die Kulturbotschaft betont, dass «kulturelle Teil­ habe» aller Kinder und Jugendlichen ange­ strebt wird, zum Beispiel über ermässigte Gebüh­ ren für Kinder aus Familien, die sich Instru­ mentalunterricht nicht leisten können. Wären denn Modelle wie «Jedem Kind ein Instru­ ment» im deutschen Bundesland Nordrhein­ Westfalen eine Alternative? Das ist ein Prestigeprojekt der Politik; in der Praxis haben sich viele Probleme gezeigt. Ich halte es für falsch, blind neue Strukturen zu schaffen. Besser ist es, auf Bestehendem aufzubauen, das schon Vorhandene zu verbessern und zu vernetzen. Wenn man weltweit schaut, wie Kinder an Musik herangeführt werden, sieht man, dass ganz unterschied­ liche Wege Erfolg haben können. Aber sie müssen zu den Menschen passen und der kulturellen Tradition an die­ sem Ort entsprechen. Wir haben hier eine enorme Vielfalt: zum Beispiel eine lebendige Brass­Szene im Wallis, eine ungemein reiche Chortradition im Bündnerland, hervorra­ gende Bläser in der Innerschweiz; die Vereine haben über lange Zeit wesentlich dazu beigetragen. Das muss man erhal­ ten und unterstützen.

nicht so stark auf diszipliniertes Üben schon im Kindesalter basiert. Es gibt einfach sehr viele Studienplätze für Musik in der Schweiz, das hat mit dem Föderalismus zu tun – man hat die einzelnen Hochschulen in den letzten Jahrzehnten stark ausgebaut, statt zu überlegen, wie viele Studienplätze schweizweit wirklich gebraucht werden. Da werden meiner Ansicht nach viele Ressourcen verschwendet. Um die vorhandenen Plätze zu besetzen, wirbt man im Ausland für das Studium an Schweizer Musikhochschulen. Von unse­ ren Toggenburger Schülerinnen und Schülern, die Musik studieren wollten und die aus meiner Sicht auch das Po­ tenzial dazu mitbrachten, haben alle die Aufnahmeprüfung geschafft und das Studium mit gutem Erfolg abgeschlossen. Die Frage ist für mich ohnehin nicht, wie Musiker mit 16 oder 18 Jahren spielen, sondern als welche Person sie mit 30 Jahren in der Welt stehen. Viele denken, dass sie möglichst schnell möglichst viel auf dem Instrument lernen müssen, um Karriere zu machen. Da bin ich skeptisch. Hermann Ostendarp ist Leiter der Musikabteilung der Kantonsschule in Wattwil und Gründer des Jugendorchesters «il mosaico».

«Musik erfüllt ein Grundbedürfnis nach sinnlichem Erleben und ästhetischer Bereicherung. Der Erwerb musikalischer Bildung trägt zur persönlichen Entwick­ lung junger Menschen bei und dauert lebenslang.» Aus der Kulturbotschaft 2016–19

«Nicht alle Zielgruppen werden gleicher­ massen vom Angebot der Musikschulen erreicht. Beim Instrumentalunterricht ist auffallend, dass sich vergleichsweise wenige Kindern und Jugendliche mit Mi­ grationshintergrund oder aus bildungs­ fernen Familien anmelden.» Aus dem Bericht der Arbeitsgruppe Musikalische Bildung des Bundesamts für Kultur

Woran liegt es, dass mehr als die Hälfte der Studie­ renden an Schweizer Musikhochschulen aus dem Ausland kommen? Hat das mit einer unzu­ reichenden Begabtenförderung in der Schweiz zu tun? Es stimmt nicht, dass Bewerber aus der Schweiz keine Chan­ cen haben, auch wenn unsere musikalische Ausbildung

KULTUR?? KULTUR!!


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Sumpfbilder, Justizsk

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Ende März finden die 7. Literaturtage Wortlaut in St.Gallen statt – h Marijpol, der historische Roman Die Verlorene von Michèle Mi dem ersten Band der neuen E

Ein notorischer Zweifler und Eigenbrötler wie der Eremit, Punkfrauen mit Saiteninstrumenten, dunkel anmutende Landschaften – dass Marijpol auf abgründige Szenarien steht, beweist sie mit jedem ihrer Bilder. Mit dem Zusatz, dass die Figuren nicht nur unheimlich sind, sondern gleichzeitig auch liebevoll beseelt. So tummeln sich zum Beispiel hier im Bild ausgelassen zwei Wasserleichen. An der Wasseroberfläche schwimmt fröhlich ein Mädchen, das ebenso unerschrocken auf dem zweiten Bild den Kopf des alten Mannes in Händen zum Lagerfeuer hinhält. Meisterlich

zeichnet die Hamburgerin mit reduzierten Kreidestrichen bewegte Körper – perfekt in Verkürzungen und Perspektive. Das St.Galler Literaturfestival Wortlaut zeigt in einer Ausstellung die Originale aus Marijpols letztem Buch. Der Eremit, ein einsamer Misanthrop mit vor Zwiespalt geteiltem Kopf, den schon die Frage umtreibt, für welche Eissorte er sich entscheiden soll, trifft darin auf ein wütendes Kind, das auf der Flucht vor seinen Erziehungsberechtigten ist, und auf einen älteren Herrn, der zwar seinen Körper, aber

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kandal, Afrikaszenen

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hier eine Vorschau auf drei mutmassliche Höhepunkte: Comics von inelli und eine Leseprobe aus Durstland von Monika Slamanig, Edition Literatur Ostschweiz.

nicht sein Leben verliert. Marijpols Comics sind surreale Mythologien, die mit spielerischer Leichtigkeit und wie selbstverständlich in moderner Zeit agieren. Marijpol (Marie Pohl), Jahrgang 1982, ist Comicautorin und Zeichnerin aus Hamburg. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in deutschen und europäischen Comicanthologien und Magazinen erschien ihr erstes Buch Trommelfels 2011 im avant-verlag, gefolgt 2013 von Eremit. Grössere Einzelausstellungen: Fumetto Luzern 2013, Sar-

jakuvakeskus Helsinki 2014, Frappant Galerie Hamburg 2015. Zur Zeit ist Marijpol Dozentin an der HAW Hamburg. Lika Nüssli

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Der Eremit – die Ausstellung: Samstag, 28. März (Eröffnung mit Lesung um 17 Uhr) bis Sonntag, 12. April, im Lapidarium der Stiftsbibliothek St.Gallen. marijpol.com


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Frieda Kellers Zerstörung

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Die Zürcher Autorin Michèle Minelli hat einen Roman über einen Kindsmord in St.Gallen geschrieben. Buchpremiere ist am Wortlaut-Festival. von Ralph Hug Ein aufsehenerregender Prozess fand im November 1904 in St.Gallen statt. Im Mittelpunkt stand die 25-jährige Damenschneiderin Frieda Keller, Tochter eines Schuhmachers aus Bischofszell. Sie hatte im Hagenbuchwald ihren kleinen Sohn mit einer Schnur erdrosselt und verscharrt. Doch die Leiche kam zum Vorschein und Frieda Keller musste sich den Richtern stellen. Diese verurteilten sie wegen Mord zum Tode. Es folgte die Begnadigung, Frieda Keller wanderte für 15 Jahre hinter Schloss und Riegel in der St.Galler Strafanstalt St.Jakob, die in der Nähe des heutigen OlmaGeländes stand. Nach Verbüssung der Strafe war Frieda Keller eine gebrochene Frau. Das Trauma der Tat, aber auch ihre radikale Entblössung in der Öffentlichkeit – der Fall schlug landesweit Wellen – verunmöglichten ihr eine Rückkehr in ein normales Leben. Sie war für immer stigmatisiert und innerlich ausgebrannt. Viele Jahre schlug sie sich noch als Zimmermädchen durch. Schliesslich erkrankte sie, geriet in die Mühlen der Psychiatrie und starb im Jahr 1942 einen einsamen Tod. So weit der Plot, kurz zusammengefasst.

Verstossen und stigmatisiert

Der Ausgangspunkt des Mordes wird in Michèle Minellis historischem Roman Die Verlorene gleich von Anfang klar. Frieda Keller wurde von einem Wirt, bei dem sie als Aushilfe arbeitete, im Keller vergewaltigt und geschwängert. Später machte sich der Täter aus dem Staub, ohne Alimente zu zahlen. Die Autorin macht deutlich, wie die damaligen patriarchalen Gesetze solche Machenschaften schützten. Frieda Keller hingegen musste selber sehen, wie sie sich durchschlug. Der Vater verstiess sie, weil er die Schande einer unehelichen Niederkunft seiner Tochter nicht ertragen konnte. Aber auch Frieda Keller selbst ertrug den ihr durch die zeitgenössischen Moralvorstellungen auferlegten Druck nicht. Der drohende soziale Ausschluss veranlasste sie, ihr Kind, das Ernstli, in die «Kinderbewahranstalt» Tempelacker zu geben und ihn dort vor der Umwelt zu verbergen. Die Last, ein totgeschwiegenes Kind zu haben, wurde jedoch immer grösser. Ihre prekäre soziale Lage als Schneiderin mit einem geringen Einkommen trug zur wachsenden Verzweiflung bei, die Situation eskalierte im fatalen Kindsmord. Frieda Kellers Suche nach einem bisschen Glück in ihrem Leben endete im Desaster und in der schleichenden Selbstzerstörung. Dass es überhaupt so weit kommen konnte, daran waren die engen gesellschaftlichen und moralischen Verhältnisse vor dem Ersten Weltkrieg mitschuldig. Daran lässt die Autorin keinen Zweifel. Bei der Schilderung des Gerichtsprozesses, einem veritablen Justizskandal, legt sie den Finger auf eine sozial blinde, vorurteilsbeladene Männerjustiz, die dem Fall überhaupt nicht gerecht werden

konnte. In einer weinseligen Runde am Rand des Prozesses wird über «Weibszimmer» wie Frieda Keller mit ihrem liederlichen Lebenswandel kollektiv der Stab gebrochen. Das einstige Vergewaltigungsopfer wird zur doppelten Täterin gemacht.

Dokumentarischer Roman

Das traurige Schicksal der Frieda Keller beruht auf Tatsachen. Michèle Minelli hat die umfangreichen Prozessakten aus dem St.Galler Staatsarchiv durchgearbeitet und mit zahlreichen Fachpersonen gesprochen. Diese ausführliche Recherche erlaubte ihr die Einbettung des Stoffs in einen historischen Roman, der anhand von fiktiven, aber durchaus realistischen Dialogen und Szenen aufzeigt, wie Frieda Keller, die Verlorene, durchs Leben ging und dabei scheiterte. Das ist spannend und einfühlsam geschrieben, gewisse Manierismen muss man der Zürcher Autorin aber nachsehen. Michèle Minelli (Tochter des Rechtsanwalts und Sterbehelfers Ludwig A. Minelli) ist eine Spezialistin für historische Stoffe. Sie hat vor drei Jahren unter dem Titel Die Ruhelosen eine europäische Familiensaga verfasst. Zuvor gab sie einen Band mit Porträts von Engagierten im Asylbereich heraus. Vor zwei Jahren verfasste sie unter dem Titel Kanalleiche einen Kriminalroman, der in Zürich spielt. Für Ostschweizer Leserinnen und Leser ist ihr neuestes Werk auch deshalb von Interesse, weil sich die Schauplätze in Bischofszell und in der Stadt St.Gallen befinden. Die Autorin sagt, sie sei nicht zum Stoff, sondern der Stoff sei zu ihr gekommen. Ein befreundeter Journalist stand eines Tages vor der Tür und übergab ihr ein Dossier: «Ich habe da etwas für dich.» Es war eine Geschichte, die geschrieben werden musste.

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Michèle Minelli. Bild: pd

Michèle Minelli: Die Verlorene. Aufbau-Verlag Berlin 2015, erscheint Ende März. Buchpremiere: Freitag, 27. März, 19.30 Uhr, Raum für Literatur St.Gallen.


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Lüderitz sehen und Auszug aus Durstland. Eine Reise, dem ersten Buch der neuen Edition Literatur Ostschweiz. von Monika Slamanig

(...) Das Häuschen im Innenhof ist klein wie ein alter Wohnwagen, mit einer Spanplatte in zwei Räume unterteilt. Eine Kochnische, ein Tisch mit Eckbänken, rotweiß karierte Gardinen, Toilette im Hof. Hier hat der Sohn der Manns gewohnt. Sie überlässt mir das Bett des Jungen, im hinteren Zimmer, zwischen Motorradpostern und Abzeichen des deutschen Turnvereins. Sie schläft neben dem Eingang auf einer Campingliege. Es ist nicht so schmuddelig, wie es auf den ersten Blick schien. Sie haben immer gelüftet, jederzeit bereit, falls der Junge heimkehrt. Alle gehen weg, sagt Frau Mann. Wir Buchtener sterben aus. Der Junge ist schon lange fort. Das ist mir recht. Ich will nichts von Fremden riechen, ich bin mir fremd genug. Mir kommt einzig der Hund bekannt vor. Er jagt seinem Schwanz nach, oder dem Ball, der daran zu hängen scheint. Er schiebt den Ball mit der Schnauze vor sich her, Schnauze, Ball, Schwanz, rundherum, wie ein Kreisel, in jeder wachen Minute, nichts sonst. Es ist so heiß in Lüderitz. Der Himmel stählern, das Meer eisig, der Kaffee deutsch. Der Hund heißt Ronnie. Ich bleibe im Bett, sonst würde ich weinen. • Manchmal muss ich raus. Pinkeln, rauchen, essen. Ich öffne das Tor und locke Ronnie ins Freie. Er bleibt im Hof stehen, wie angewurzelt. Ich sehe das Kloster am Ende der Straße, es wirkt verlassen. Ich klingle vergebens. Ich bin sicher, dass die Nonnen sich nur verstecken, sie tun so, als wären sie ausgestorben oder nicht da, es kommt aufs selbe heraus. Ich rüttle am Tor, klingle, ich weiß nicht, wie oft. Einmal knackt es, ich schreie in die Gegensprechanlage. Ich will in die Kirche, es ist wichtig. I am lost, Sister. Das Tor bleibt zu, das Knacken hört auf.

Zusammengepfercht mit einer Fremden in der engen Gartenwohnung. Vier Wände um mich herum und eine Tür. Ich liege im abgedunkelten Zimmer und warte. Ich erstarre, wenn ich sie höre. Sie geht aufs Boot. Ich mag das Zimmer am liebsten, wenn es leer ist. Ich schlafe, ich schlafe nicht. Sie ist wach. Sie schüttelt mich, damit ich aufstehe, mich wasche, esse. Sie schüttelt mich oft in diesen Tagen. Genützt hat es nichts. Manchmal sitze ich auf der Stufe und sehe Ronnie zu. Manchmal liegt sie auf ihrer Pritsche zwischen Kochnische und Eingang, das Kissen auf dem Gesicht, und weint. Sie macht die Bootstour zu den Pinguinen und Robben, während ich mich hinter den Rollläden verschanze und Ronnie sich im Kreis dreht. Krankhaft besessen. Nur der Ball zählt. Ein einziges Mal bellt er, als die bad guys uns bis vor die Tür verfolgen. Er tut mir leid. Wir sehen uns in die Augen, und ich sehe mich. Im Kreis im Kreis. Einmal bringt er mir den Ball. Einmal legt er mir die Schnauze auf die Knie und lässt sich den Hals kraulen. Einmal gehe ich zur Werft, das Gebäude ist nur noch eine leere Hülle, in ein Geflecht von rostigen Eisenstäben eingewoben. An manchen Stellen hängen Stücke von buntem Fensterglas. Es klappert und klirrt in meinen Ohren. Der Hund und ich. Wir sind so. • Unheimlich, sagt sie. Hier sind alle verrückt. Kein Wunder, sagt sie. Die Leute, sie nennen sich Buchtener. Sie sagt, der Seelöwe, das war in einem Film. Ich bin sicher, dass er hier auf der Straße lag. Ein südafrikanischer Seebär.

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Mit Durstland. Ein Reise von Monika Slamanig startet die neue Edition Literatur Ostschweiz, eine Publikationsreihe der Verlagsgenossenschaft St.Gallen (VGS) und der Gesellschaft für deutsche Sprache und Literatur (GdSL). Die St.Galler Autorin vereinigt darin sieben lose zusammenhängende Erzählungen, die in Südafrika und Namibia spielen: eine Art road movie mit zwei Personen in einem klapprigen Auto, die sich nichts zu sagen haben, obwohl beide von einer ähnlich starken Sehnsucht getrieben sind, die aber nicht dieselbe ist. Nach einem Überfall, der alles verändert, nach Tausenden von Kilometern durch die Wüste, vielen Pannen, Fast-Unfällen, einigen Abstürzen und Zusammenbrüchen sowie skurrilen Begegnungen an gottverlassenen Orten mit Huren und Hurenböcken, mit jungen Nonnen und alten Hexern, Kleinkriminellen, Hunden, Inspektoren, Mechanikern schrumpft alles, was vorher wichtig schien, auf ein einziges Bedürfnis: Hauptsache, es (das Auto) rollt. Nachstehend ein Auszug aus der Erzählung Lüderitz sehen und.


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Ich höre sie brüllen. In der Woolfbaai werden sie abgeschlachtet. Sie sagt, ich sei krank. Sie ist nüchtern. Wird Zeit, dass sich der Wind dreht. Wie lange sind wir schon hier? Don’t sleep and drive. I am the driver. Ich brauche keinen Arzt.

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• Ich weiß nicht, wie oft ich am Tor des Klosters klingle. Einmal meldet sich eine Frau. Sie sagt, gehen Sie in die Felsenkirche, die ist öffentlich. Ich sage, es mag eine Kirche sein, aber sie ist tot. Eine kalte, finstere Gruft. Gott ist dort nicht. Irgendwann surrt es, und das Tor geht auf. Der Hof ist menschenleer. Nichts rührt sich bis auf eine Gardine, die einen Spalt zur Seite geschoben wird. Die Kirche ist ein kleiner Gebetsraum, von den Bänken bis zur Decke mit Teppichen und Polstern ausgekleidet, ich versinke darin. Jemand sagt etwas. Das Gesicht einer Nonne dicht vor meinem. Stille. Wieder ein Gesicht, ein anderes. Stille. Finger auf meinem Arm, Ketten rasseln. Ich stehe in einem unbekannten Hof, die Sonne sticht, und ich habe einen Schlüsselbund in der Hand. Did you lock? Eine Novizin mit weißem Schleier fegt den Platz. Immer absperren und dort drunter legen, sagt sie und zeigt auf einen Blumentopf neben der Treppe. Ich frage, wann Messe sei und ob ich kommen dürfe. Sie starrt mich an und kichert. Do you understand? Can I come to mass, it’s important, und aus einem Fenster schreit jemand, say yes, Francisca. Ein pinkfarbenes Kleid, rotweiß getupftes Kopftuch, Ohrringe und Kupferarmbänder. Sie klirren, als sie mir die Hand reicht. Sister Mary Uutoni. Die Oberin. Messe um sieben. Ein Dutzend Schwestern, eine Handvoll Novizinnen. Deutsches Kirchengesangbuch, trauriger Gesang. Der alte Priester murmelt vor sich hin, als sei er allein. Sister Mary trägt jetzt die schwarze Ordenstracht und Schleier wie alle anderen. Ich weiß, dass wir jämmerlich singen, sagt sie nach der Messe. Wir sitzen auf der Bank neben der Madonna von Lourdes und trinken Eistee mit Zuckerrand. Der Himmel leuchtet in Purpurtönen, wenig später ist es stockdunkel. Man kann nicht bewegungslos dastehen und Lieder ohne Rhythmus singen. Habt ihr keine eigenen Gesänge? Deutscher Orden, deutsche Kultur. Deshalb sind wir hier. Sie nimmt den Schleier ab und schlingt sich das bunte Tuch um den Kopf. Afrikanerinnen tragen immer eine Kopfbedeckung. Wegen der Sonne, den Männern, den Haaren, wer weiß, sagt sie. Sie mustert mich, die helle Haut mit dem Rotstich, die glatten braunen Haare, die mir in dünnen Strähnen über die Schulter fallen. Alle wollen immer so aussehen wie ihr. Und ich will so aussehen wie ihr. What is your problem?

Wir sprechen lange miteinander. Ich erinnere mich nicht, worüber. • Es ist Mitternacht vorbei, als ich zur Wohnung bei den Manns zurückgehe. Ronnie springt an mir hoch und schubst mir den Ball vor die Füße. Sie liegt auf der Pritsche. Ihr Gesicht ist rot und verquollen, als hätte sie seit Stunden geweint. Es tut mir leid, flüstere ich. Was?, murmelt sie und streckt die Hand aus. Ihr Atem riecht nach Alkohol und Zigaretten. Ich bin müde, ich geh schlafen. Sister Mary hat ihre Hand auf meine gelegt, als ich weinte, und mich umarmt. Es hat mir nichts ausgemacht. Ich treffe sie noch ein paar Mal. Wir sprechen über Gott und singen afrikanische Lieder. Zur Messe gehe ich nicht mehr. Sister Mary ist auf dem Sprung. Wie ich. Sie weiß, wohin. Zurück in ihr Dorf, im Caprivi. My home, sagt sie. So heißt es, da wo man herkommt. Zuhause. Dort ist Gott, sagt sie. • Was gibt es Neues? Was haben wir in Lüderitz verloren? Wie lange liege ich schon im Bett der Manns? Als ich aufwache, erzählt sie von Pinguinen und Seehunden, die aussehen wie gebadete Otter, dort, wo sie aufgewachsen ist. Hast du getrunken?, murmle ich und schlafe wieder ein. I thought I knew you. Sie schüttelt mich und bohrt. Was ist los, was hast du? Driving and driving along, summe ich. Sie lässt nicht locker. Ohne dich geht es nicht weiter. Fehlt noch die rote Wüste, der Etosha-Park, Swakopmund, immer fehlt etwas. So viele Male gerettet, aber dieses Mal nicht. Dies Mal soll nichts gerettet werden. Nur vorübergehen. Sie findet mich mitten in der Nacht vor dem offenen Tor. Ich versuche, Ronnie am Halsband auf die Straße zu ziehen. Er stemmt sich dagegen. Wir zwei über alle Berge, ich sehe uns über die Dünen fliegen, frei, ich möchte, dass er das erlebt. Ich trage nur ein T-Shirt und bin barfuß. Sie zerrt mich zurück in den Hof. Frieden, rufe ich. Peace, Uxolo! Die Manns laufen herbei. Ich glaube, wir brauchen einen Arzt, sagt sie. Ich bin okay, du bist okay. Ich schreie nach Sister Mary. Die Manns holen sie. She is not sick, she has lost her senses, sagt sie. Ich habe nur etwas verloren. Wir werden in der Wüste danach graben. Ich werde als Sandrose wiedergeboren werden. • Am Morgen bringen sie mich in ein Ambulatorium in der Nähe des Hafens. Eine Krankenschwester nimmt mir Blut ab.

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No complaints, you have nice good blood. You will be okay. Sie tätschelt mir den Rücken. Wie schön sie ist in ihrer weißen Tracht. Ich halte meinen Arm gegen ihren. Helle und dunkle Haut. Aber das Blut hat dieselbe Farbe. Ich kichere. Ich warte nicht, bis der Arzt auftaucht. Ich will zurück, hinauf ins Kloster. Meine Gedanken ordnen. Nach wenigen Schritten dreht sich alles. Ich lasse mich auf den Gehsteig fallen. Aus einer Bar stürzen zwei Frauen. Sie führen mich hinein, setzen mich an einen Tisch, bringen mir ein großes Glas Wasser und einen kleinen Brandy. It’s good for you, sagt die Jüngere. Haben Sie vielleicht Tee, Five Roses? Ein dampfender Krug. Kamillentee. Viel Zucker. Ein Anfall von Schwäche, Melancholie, Wüstenfieber. Ist gleich vorbei. Im Blut nichts Auffälliges, ich bin nicht ansteckend. Wo bin ich aufgewacht nach dieser langen Nacht? Eine schummrige Kneipe. Viele Matrosen. Die Frauen tragen dünne, fast durchsichtige Röcke aus goldener und hell­ blauer Kunstseide, ein Hauch rosarot und weinrot auf den Lippen, ein kleines Lächeln, mit einer Andeutung von Spott und mütterlicher Sorge. Die Portugiesen singen traurige Lieder. Mich kümmert ihr Schicksal weniger als meine eigene Haut. No, eu no fala Portugues, sorry. What do you do with the … Sorgen Sie sich nicht wegen meinem Aussehen, es täuscht. Dort, wo ich herkomme, sind alle so, rote Köpfe und weiße Hälse. Ein anderer Planet. Dort ist jede Sehnsucht verdorrt. Ihre Anteilnahme tut mir gut, sie kommt aus der Tiefe Ihres Herzens, danke, danke, ich sehe das. Lassen Sie mich eine Weile hier sitzen. Und dann rufen Sie bitte bei den deutschen Schwestern an.

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Es stimmt nicht, dass wir in Lüderitz nie etwas zusammen unternommen haben. Wir waren in Kolmanskop. Eine Geister­ stadt aus der Zeit des Diamantenfiebers, auf der Kuppe oberhalb der Lüderitzbucht. Mit den Überresten prunkvoller Tanzsäle, Ruinen von Schulen und Amtshäusern, an denen noch Schilder baumeln, Gebäudeskelette, durch die der Wind den Sand treibt. In manchen Räumen steht er bis zur Decke. Bald wird das letzte Stück Mauer in der Wüste versunken, alle Spuren einer menschlichen Siedlung verwischt sein. Diese Bilder fallen mir ein, in der Hütte des Sangoma, diese unwirkliche Landschaft. Alles andere bricht über mir zu­ sammen. Als ich mich an die Geisterstadt erinnere, weiß ich, wie es in meinem Kopf aussieht. Der alte Hexer sieht es auch. Er zieht an einer Zigarre und bläst mir den Rauch ins Gesicht. Er klopft meine Stirn ab und brummt etwas. Ich verstehe ihn nicht. Mary übersetzt. Trink, sagt er und reicht mir ein braunes Fläschchen. Ich nippe daran und würge. Nein, danke, sage ich und will sie ihm zurückgeben. Du musst es austrinken, befiehlt er. Nur Mut, sagt Mary. Es bringt dich nicht um. Ich hab’s auch überlebt. You must go home, sagt er. Sie weiß nicht, wo das ist, erwidert Mary. She will. She will write it down. Like a map. And she will know. Es schmeckt ekelhaft süß, kleine Fetzen, wie von geronnener Milch, bleiben an meinen Lippen kleben. Es schüttelt mich von Kopf bis Fuß. She doesn’t have words, sagt Mary. No worries. God knows. (...)

• You call, and I come. It’s time for a change. Den Kopf zurechtrücken, sagt Sister Mary. Sie bringt mich zu einem Sangoma. Quer durch die Stadt, weit über das Hafenviertel hinaus in eine heruntergekommene Siedlung am Rand des Townships. Es heißt Benguela wie die Meeresströmung. Eine Ansammlung von shacks und Müll, dahinter Wüste. Im Verschlag des witch doctors ist es stockdunkel, es riecht nach Fäkalien, Rauch und Ziegen. Und Currykraut. Der Alte steht schwankend in der Tür und begrüßt uns mit einem meckernden Lachen, als er Mary erkennt. Er zeigt auf meinen Kopf und grinst. What do you have there? Mary reicht ihm eine in Papier eingewickelte Flasche. Er nimmt einen kräftigen Schluck. Ich will raus, an die frische Luft, weg von hier. Mary hält meinen Arm umklammert. Out of her mind, sagt sie zu ihm, und etwas in einer anderen Sprache. Beide lachen. Der Sand ist es nicht, es ist der Wind. Immer dieser Wind in Lüderitz, er wirbelt alles durcheinander. Mein Kopf droht zu platzen. Das ist nicht meiner. Ich hatte noch nie solche Schmerzen.

WORTLAUT

Monika Slamanig. Bild: pd

Buchvernissage: Sonntag, 29. März, 14 Uhr, Festsaal im Stadthaus, Gallusstrasse 14, St.Gallen Monika Slamanig: Durstland. Eine Reise, VGS St.Gallen 2015, Fr. 23.– vgs-sg.ch


The Swiss Art of Rock

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Hot Love erschien 2006, 2012 folgte Heute und Danach, und jetzt legt der St.Galler Lurker Grand Die Not hat ein Ende vor. Das fette Buch zeichnet vornehmlich und vorzüglich anhand von Grafik, also Konzertplakaten und Platten-Covers, die Geschichte der Schweizer Rock-Szene der letzten 50 Jahre nach. Nach einem einführenden ersten Teil verlebendigt der zweite Teil in grosser Fülle und Breite anhand von Künstlerporträts die letzten fünf Rock-Jahrzehnte. Der dritte und letzte Teil ist ein intelligenter Diskurs über Gestaltung in der Rockkultur und die damit verbundenen Besonderheiten in der Schweiz.

Vorreiter waren die Jazzer

Die Chronologie Rock over Switzerland von Sam Mumenthaler, unter anderem Verfasser des Standardwerks Beat Pop Protest – Der Sound der Schweizer Sixties und Mitherausgeber der Swiss Pop & Rock Anthology, geht klar und informativ auf die Meilensteine vom Rock’n’Roll der Fünfzigerjahre bis zur heutigen Rock-Szene ein. Und schon hier wird nicht nur über Musik berichtet, sondern auch auf gesellschaftliche Veränderungen eingegangen, immer mit Blick auf das Visuelle. So weist Mumenthaler etwa darauf hin, dass Jazz bei den Kreativen der 50er- und 60er-Jahre äusserst beliebt war und somit Jazz-Plakate grafisch schon was darstellten. Von solch visueller Kreativität war die aufkommende Beat- und Rockszene noch weit entfernt. Die meisten Veranstaltungsplakate sahen sehr nüchtern aus. Doch die Zeiten änderten sich in der «Art of Rock». Grafisch tätige Musiker kamen ins Spiel, welche eine eigentliche Plakat- und CoverKunst entstehen liessen. Ein Plakat-Pionier war auch der für Good News arbeitende Grafiker Peter Blumer. Und die Art of Rock kam bis nach St.Gallen: Der verstorbene Künstler H.R. Giger gestaltete für die Band Shiver ein Plattencover. Mit Punk und New Wave kam später nicht nur neuer Sound, sondern auch eine neue Ästhetik auf die Covers und Plakate. Dabei fällt immer wieder das starke Zusammenspiel von bildenden Künstlern und Musik auf. Klaudia Schifferle und Peter Fischli seien hier erwähnt. Die 80er-Jahre waren höchst kreativ in allen Belangen. Starke Verbindungen von Musik, Kunst, Fanzines und Zeitschriften sind angesagt.

bis zu ELP, Magma oder Floh de Cologne. Dazu gibt es einen Originaltext von Giger wie auch von Keith Emerson. Die Plakatgeschichten nähern sich der heutigen Zeit, dem Punk und anderer widerständiger Musik und damit unter anderem Peter Bäder mit seinen RecRec-Plakaten, aber auch einem inspirierten Plakat für ein Konzert der Appenzeller Space Schöttl. Die Kunst von Dirk Bonsma mit seinem feinen Stil ist zu bewundern, dann der eigenwillige Musiker, Gestalter und Rockkosmiker Jacques Schouwey. Der Sammelband beweist die durchwegs hohe Qualität des Designs; stellvertretend für viele seien die Künstler, Gestalter und oft auch Musiker Peter Wittwer, Cédric Magnin, Michel Casarramona, Märt Infanger oder Cornel Windlin erwähnt. Stilbildend und abgedreht «Rockmaster K» Alain C. Kupper und Eric Andersen, welcher Stile aus Punkzeiten mit einer neuen Ästhetik verbindet. Das ist radikale Kunst auf Konzertplakaten. Abgerundet wird das Buch durch einen illustrierten Diskurs von Roland Fischbacher und Robert Lzicar zur Frage: Was ist Schweizer Rockgrafik? Die Antworten führen von den Wurzeln über Bildkonstruktion und -montage bis zu lokalen Szenen, Handwerk und Ideal und in die Gegenwart der Schweizer Rockgrafik. Den Schluss des Buches macht, wie es sich für Lurker-Produktionen gehört, ein perfekter Künstler- und Bandindex. Lurker Grand (Hrsg.): Die Not hat ein Ende. The Swiss Art of Rock. 500 Seiten, Grossformat, zahlreiche Abbildungen, Texte in Deutsch und Englisch. Edition Patrick Frey 2015, ca. Fr. 78.–. Buchvernissage: Donnerstag, 26. März, 20 Uhr, Palace St.Gallen.

Jeker, Giger, Bonsma…

Den Hauptteil von Die Not hat ein Ende bilden die fünfzehn Künstlerporträts. Abbildungen von Plakaten und Covers sowie Texte geben einen guten Einblick in fünfzig Jahre Musikgeschehen. Nur schon die Gespräche mit Düde Dürst, einem Urgestein der Schweizer Musikszene, sind eine Wucht. Und in einer Plakatgeschichte von Lurker Grand über den Gestalter Werner Jeker kommt auch ein St.Galler Ereignis zur Sprache: 1969 spielten Black Sabbath im legendären Musik-Club Africana. Der Eintritt kostete Fr. 2.50 inklusive Cola. Die Band schlief in den Gemächern ob dem Goliath. Gut dokumentiert ist auch die Cover-Kunst von H.R. Giger, dem Gestalter vieler Plattencovers; von den erwähnten Shiver über die Nachfolgeband Island aus St.Gallen

MUSIK

Ein Werk von Düde Dürst. Bild: editionpatrickfrey.com

Saiten 03/2015

Lurker Grand beendet seine Trilogie der Schweizer Rockgeschichte mit einer Hommage an die Grafik. von Pius Frey


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Elefanten, Ufos & Mani Matter Nach 17 Jahren engagierten Tuns bringt Thedawn endlich ein Solo-Album heraus – mit neuen, älteren und ganz alten Tönen drauf. Auch auf Vinyl. von Corinne Riedener Gleich kistenweise stapeln sich derzeit die Platten bei Nils Halter zu Hause. 300 sind es – die Vinyl-Auflage seines Doppel-Albums Mad World, das am 13. März in die Läden kommt. Daneben steht ein Bürotisch, begraben unter Controllern, Computern, Mixern, Boxen, Remix Decks und etlichen Metern Kabel. Halters Equipment. Jetzt, drei Wochen vor der Plattentaufe in Wil, sitzt er mehrere Stunden täglich an seinen Geräten. Um zu üben, denn einfach nur dort stehen und auf Play drücken, das will er nicht. Er mixt live. Die 15 Tracks hat er demontiert, um sie dann in Echtzeit wieder zusammenzusetzen – mit Support: ZuB wird an Thedawns Seite sein. Zub, das steht für Zubkultur; Rapper, Träumer und Drummer aus Wil, wo auch Halter aufgewachsen ist. Isch bequem? heisst sein meinungsstarkes Album, das er seit letztem Herbst auf zubkultur.ch gratis zum Download anbietet.

Saiten 03/2015

Allerhöchste Zeit

Thedawn, die Dämmerung, das ist eben Nils Halter, 36, aus St.Gallen. Mad World ist sein erstes Solo-Album. Eine Frechheit eigentlich, immerhin ist er als DJ und Produzent schon seit Jahren fixer Bestandteil der erweiterten Ostschweizer RapSzene – seit 1998 um genau zu sein. Erweitert deshalb, weil sich Thedawn nur selten um Genre-Grenzen schert, erstens, und zweitens, weil er auch die geografischen Grenzen ziemlich früh überwunden hat. Aktuell hat der gelernte Tontechniker seine Finger in einem Londoner und in zwei südafrikanischen Projekten. Und was die Ostschweiz angeht, tja... hier reicht der Platz nur gerade für einen kleinen Auszug: fünf Alben mit Odium von Trilogy, allerlei Irres, unter anderem ein umwerfendes Mixtape mit seiner noch relativ jungen Bass-Crew, den Bass(t) art.os, Projekte mit Gunda Weeche von Madd Family, Rones von Topic One, Gloria Lama, Manuel Hobi. Und nicht zu vergessen: die gefühlten 100’000 Stunden hinter irgendwelchen Turntables in einem Club in irgendeiner Stadt. Es war definitiv Zeit für ein Album. «Allerhöchste Zeit», wie Thedawn selber zugeben muss, «langsam musste ich irgendwas anfangen mit all dem Material.» Und davon hat er massig. Das geht von HipHop und Soul über Reggae zu Dub, Dubstep und Drum’n’Bass nach Dancehall, Boogie und wieder zurück. So überrascht es auch nicht, dass die eigentliche Songauswahl das Schwierigste für ihn war: «Es dauerte ewig, bis die definitive Auswahl stand. Ich wollte ein genrebezogenes Album machen und durfte deshalb den Fokus nicht verlieren – was mir teilweise echt schwer fiel.» Mad World ist genretechnisch, nun ja, nicht wirklich als «reinrassig» zu bezeichnen. Aber wer will das schon. Gerade deshalb ist das Album wohl so dawn-typisch und trotz oder auch wegen seines irren Titels recht ironisch herausgekommen. Das Artwork von Luca Cellere verrät übrigens einiges über den Sound im Innern: Es ist der Soundtrack eines

50er-Jahr-Science-Fiction-Streifens, dessen Endboss auf wacklige Orgeln steht und in der Karibik wohnt, wo er grosse grüne Seepferdspinnen züchtet. So irr, dass es 2015 sein könnte. Oder auch nicht. Thedawn packt jedenfalls so ziemlich alles drauf, was es für einen solchen Film bräuchte: Hip Hop, Twenties Jazz und Bläsersätze. Reggae, Drums, verdubte Bässe. Hasen, Ufos, Mani Matter. Italienische Elefanten im Gänsemarsch. Mit Laseraugen.

Eisgedubte Bässe

Das liest sich jetzt wohl schräger, als es sich anhört. Nämlich recht erfrischend. Kommt hinzu, dass es zur Abwechslung ganz wohltuend ist, mal nicht ständig mit Texten vollgespamt zu werden und sich einfach vom Sound forttragen zu lassen. Zwischendurch ziehen da schon ein paar Wortfetzen vorbei, aber nur wenn nötig. Und nie mehr als nötig. Einmal ist es Charlie Chaplin als Dictator bei seiner Rede in ebendiesem Film aus 1940 – grossartig. Ein andermal ist es Mani Matter, ein Reggae-Matter. Samt Eskimo und Cembalo. Aber wir wissen ja, wie die Geschichte endet: Er «isch ums Läbä chooo». Thedawn killt ihn nach etwa zweieinhalb Minuten – mit eisgedubten Bässen, die lange vorher schon von einem schaurig-schrägen Cembalo angekündigt werden. Auf Mad World sind aber auch zeitgenössische Stimmen zu hören, etwa Morrison Ford aus London im Opener: still alive und bestens in Form. Oder auch der St.Galler Colin Davies aka Gunda Weeche, mit Showtime, einem Jungle-Tune, der auch auf oben genanntem Bass(t)art.os-Mixtape vertreten ist – geht voll in die Beine, aber sowas von. Wer von Thedawn ein typisches Hip Hop-Album erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Dafür spannt er den Genre-Bogen schlicht etwas zu weit. Wer aber offen ist für eine abgefahrene Portion Seepferdspinnen mit alles und scharf, darf sich auf ein paar musikalische Überraschungen freuen. Alles in allem gleicht Mad World in der Tat unserer Welt, in der wir leben: Nicht alles ist auf Anhieb durchschaubar und gerade deshalb wert, entdeckt zu werden. Was furchteinflössend ist, entpuppt sich vielleicht als Scherz, was angenehm flauschig daherkommt, kann in einem Drama enden. Und manchmal muss man zurückschauen, um das, was vorne liegt, zu erkennen.

MUSIK

Thedawn: Mad World, ab 13. März im Handel, digital und auf Vinyl mit dl-Code, Fr. 40.–. Plattentaufe: Freitag, 13. März, Gare de Lion, Wil. Support: DJ Pac-Man & Bass(t)art.os. garedelion.ch Weitere Konzerte: 21. März, Kaff Frauenfeld, 28. März, St.Gallen, tba.


Zäher Fortschritt in einer rauen Welt

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Von Träumen, die an der Realität zerschellen, erzählt der Dok-Film Life in Progress: Er begleitet drei südafrikanische Teenager ins Erwachsenenleben. Schauplatz ist ein Township – ein rauher Ort, an dem die Jugend schnell vorbei ist. von Urs-Peter Zwingli

«You didn’t care, you just shoot. Those were the days.» So lakonisch und brutal zugleich blickt der Südafrikaner Jerry auf die blutigen Wirren zurück, die Anfang der 90er-Jahre das Ende der Apartheid begleiteten. Heute ist Jerry Tanzlehrer in Katlehong, einem Township bei Johannesburg – und die Apartheid Geschichte. Doch noch immer prägt wirtschaftliche Ungleichheit Südafrika und läuft der Alltag weitgehend nach Hautfarben getrennt ab. Hier spürt die Zürcher Filmemacherin Irene Loebell mit Life in Progress dem Leben von drei Teenagern in Katlehong nach, was in der Sotho-Sprache Progress bedeutet. Ein zweideutiger Filmtitel also: Denn das Leben des Mädchens Seipati und der beiden Jungs Venter und Tshidiso verläuft eher in Brüchen, Fortschritte müssen sich die Teenager hart erarbeiten.

Junge Mütter, keine Väter

Epizentrum der Geschichte ist Jerrys Tanzschule Taxido mitten im Township, eine Art soziale Institution, die die Kids von der Strasse holt. Hier trainieren Seipati, Venter und Tshidiso und geben sich ihren Träumen hin, vielleicht eine Tanzkarriere zu machen. «Viele Jugendliche, die ich getroffen habe, haben unglaublich riesige Hoffnungen in die Zukunft – und sie lernen früh, damit zu leben, dass diese Hoffnungen immer wieder zerplatzen», sagt Irene Loebell. Das Township mit seinen prekären Lebensbedingungen sei ein Ort, «an dem die Menschen schnell alt werden». Über sechs Jahre ist Loebell immer wieder nach Katlehong gereist, wo eine halbe Million Menschen leben, und hat dabei «sicher über hundert Familien näher kennengelernt». Diesen ausführlichen Recherchen ist es wohl auch zu verdanken, dass Loebell mit ihrer Kamera sehr nahe ins Leben ihrer Akteure treten und diese auch in intimen Momenten dokumentieren darf: Etwa wenn Venter seinen Vater, den er seit über zehn Jahren nicht gesehen hat, besucht – und ihn mit seinem Schmerz konfrontiert.

Freiheit auf dem Papier

Loebell porträtiert im Film die erste Generation Südafrikas, die in staatlich garantierter Freiheit aufwächst. Über die Apartheid wird im Film kaum geredet. «Im Township zählt vor allem das Hier und Jetzt, der tägliche Kampf ums Überleben. Die Apartheid ist für die Jugendlichen weit weg, sie kennen sie nur aus der Schule», sagt Loebell. Dennoch sind die Nachwirkungen der Rassentrennung in den Bildern zu spüren: Weisse gibt es im Township nicht. Man sieht sie nur kurz im Publikum, als die Tanzgruppe einmal in einem schickeren Viertel von Johannesburg auftritt. Ein Umstand, der Loebell wohl auch Türen geöffnet hat: «Ich bin die erste weisse Person, die diese Jugendlichen näher kennengelernt haben, die sich für sie interessiert und mit ihnen Gespräche führt. Das hat ihre Neugier geweckt.» Und dieser Dialog geht weiter: Venter und Tsidisho werden für die Filmpremieren in mehrere Schweizer Städte anreisen, sich dort an Diskussionen beteiligen und bei Schulvorstellungen Tanzworkshops abhalten. Für die beiden jungen Männer, die ausser in ihrem Heimatland bisher nur in der südafrikanischen Enklave Lesotho waren, ein riesiger Schritt – und für Zuschauer und Schüler die Chance, Fragen zu stellen, die beim Schauen des Films unweigerlich aufgeworfen werden: Etwa, wo die Protagonisten des Films, der mit einem Hoffnungsschimmer endet, jetzt im Leben stehen.

FILM

Premiere: Mittwoch, 4. März, 20 Uhr, Kinok St.Gallen. Im Anschluss spricht die Regisseurin Irene Loebell mit dem Historiker Hans Fässler.

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Seipati (links) beim Training: Vom strahlenden Mädchen zur resignierten Frau. Bild: pd

Fast alle Familien im Township sind auf die eine oder andere Art zerrissen. So fehlen Venter, Seipati und Tsidisho ihre Väter: Diese arbeiten weit weg, sind gestorben oder wollen einfach nichts von ihren Kindern wissen. Das Hadern mit der Vaterlosigkeit zieht sich als roter Faden durch den Film. Nach und nach erfährt man in kaleidoskopischen Filmschnipseln, die sich langsam zu einem grösseren Bild zusammenfügen, was die Jugendlichen sonst noch umtreibt: Venter will für ein besseres Leben an die Uni, Tsidisho beschleicht als Frauenheld irgendwann die Angst vor Aids – und Seipati wird ungewollt schwanger. Schnell wird klar: Auch dieses Kind wird wohl ohne Vater aufwachsen, denn von ihm ist weder die Rede noch ist er zu sehen. Und schon ist Seipati, die man zu Beginn als strahlendes, tanzendes Mädchen kennenlernt, eine resignierte Frau mit einem Baby auf dem Arm.


Bas Jan Aders «Fall», Celans «Schwellen»

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Vor knapp einem Jahr zog die Rapperswiler Stadtbibliothek in die Alte Fabrik der Gebert Stiftung für Kultur. Eine klug kuratierte Ausstellung in diesem Haus widmet sich nun dem Medium Buch. von Georg Gatsas

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Ein Filmstill des amerikanisch-niederländischen Konzeptkünstlers Bas Jan Ader ziert die Einladungskarte zu der Gruppenausstellung «Unendliche Bibliothek» in der Alten Fabrik der Gebert Stiftung für Kultur in Rapperswil. Und gleich zu Beginn erblickt man die wichtigste Arbeit der Ausstellung, eine Performance-Dokumentation des jungen, schlanken Mannes aus dem Jahre 1972: Zweimal täglich ging Bas Jan Ader in die Amsterdamer Galerie Art & Project, setzte sich dort auf einen Stuhl neben einem kleinen Tisch, der Kamera zugewandt. Ein gefülltes Glas Wasser stand bereit. Laut las er immer dieselbe Geschichte, The Boy who plunged over Niagara, aus einer Ausgabe des «Reader's Digest» vor. Diese handelt – nach einer wahren Begebenheit – von einem jungen Abenteurer, der sich mit seinem Schlauchboot die Niagarafälle hinabstürzt. Während den Redepausen trank Ader aus dem Glas, am Ende der 15-minütigen Lesung war es leer. Der Künstler stand dann wortlos auf und verliess die Galerie.

Bas Jan Ader. Bild: pd

Fallstudien

The Boy who fell over Niagara Falls benannte Ader seine Arbeit. Dass im Gegensatz zur «Reader’s Digest»-Geschichte bei ihm plötzlich «fell» und «Falls» im Titel auftauchen, ist kein Zufall: Er hatte sein gesamtes, schmales Werk dem Fallen und dem damit einhergehenden möglichen Scheitern gewidmet. Aders Fallstudien – er selbst ist 1975 im Atlantik verschollen – entdeckt man nicht nur in Ausstellungen immer wieder. Dorothee Elmiger etwa, die am 5. März in der Gruppenausstellung eine Lesung gibt, thematisiert in ihrem jüngsten Roman Schlafgänger mit Andeutungen auf die irritierenden Werke des Konzeptkünstlers ebenfalls die Grenze zum Tod. Und heute, wo auch die Kunst ganz im Dienste der Leistungsgesellschaft mitsamt ihren alltäglichen Ritualen der Selbstoptimierung steht, ist die Arbeit von Bas Jan Ader sehr interessant. Alles, selbst das Nichtstun, bemisst sich nach dem Massstab des Produktiven. Sich fallen lassen ist ein Tabu, Scheitern wird als eigenverschuldetes Versagen erlebt. Ist nun Lesen ein Kontrapunkt zum kapitalistischen Realismus? Können Bibliotheken als Festungen gegen den um sich wütenden Neoliberalismus gedeutet werden? Die Kantone und Städte jedenfalls liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die ausgeklügeltsten Bibliothekssysteme und die Vernetzung der Informationsinfrastrukturen für die Wissensgesell-

schaft. Man denke etwa an die gerade eröffnete Bibliothek der ZHdK, an das Rauminformationssystem der Bibliothek vonRoll oder an swissbib.ch, den Metakatalog der Schweizer Hochschulbibliotheken und der Nationalbibliothek, mit dem mittels Kurierdienst innerhalb einer Stunde ein Buch von einer Bibliothek in die andere geschickt werden kann. Die «Unendliche Bibliothek» ist deshalb eng an den Einzug der Stadtbibliothek in die Alte Fabrik gekoppelt. Dass im Fortschreiten der digitalen Revolution, der allzeit möglichen Abrufbarkeit und dem Teilen von Informationen, Bildern und Texten die Zahl der jährlich erscheinenden Publikationen exponentiell gewachsen ist, scheint paradox, macht aber gleichzeitig Sinn: Die Herstellungsmöglichkeiten haben sich vereinfacht und beschleunigt, die Distributions- und Promotionswege vervielfacht.

Menschen, die gerade noch anwesend waren

Fabian Marti, Emanuel Rossetti und Piero Golia waren sich dieser Tatsache bewusst, als sie vor fünf Jahren The Dor gestartet haben: Es ist ein wachsendes digitales Archiv, das schwer auffindbare Foto- und Künstlerbücher über eine Online-Datenbank für Interessierte zugänglich macht. Einen Teil davon findet man nun ausgedruckt in der «Unendlichen Bibliothek». Saâdane Afif sichtet und sammelt solche Reproduktionen der Reproduktion obsessiv: The Fountain Archive heisst seine wachsende Sammlung von aus Magazinen und Büchern herausgelösten und einzeln gerahmten Abbildungen von Marcel Duchamps berühmtem Urinoir. Veronika Spierenburgs Videoprojektion From Right To Left findet man gleich im Anschluss an Afifs fortlaufende Serie, und sie macht deutlich: Manisch und produktiv wie Büchermacher widmen sich auch Künstler dem Medium Buch. Reihe an Reihe findet man ihre Arbeiten in dieser von Alexandra Blättler klug kuratierten Gruppenausstellung – in unterschiedlichster Form. Eine bleibt speziell hängen und spannt den Bogen zu Bas Jan Ader: Latifa Echakhch's Hommage an den jüdischrumänisch geborenen, deutschsprachigen Schriftsteller Paul Celan. Unter einer Serviette auf einem Nierentisch aus den 50er-Jahren versteckt, lässt sich Celans Gedichtband De seuil en seuil (Von Schwelle zu Schwelle) erahnen. Die Arbeit gehört zur Werkgruppe der Fantômes – Objektcollagen, die aus einem oder zwei Gegenständen und einem Stück verhüllendem Stoff bestehen. Mit ihnen verweist Echakhch auf die Abwesenheit von Menschen, die gerade noch anwesend waren. Celan selbst verkraftete die Deportation und den Tod seiner Eltern, seine eigene Zeit in den Arbeitslagern unter dem Nazi-Regime nie. 1970 beendete er sein Leben am Point Mirabeau durch einen Sprung in die Seine.

KUNST

Unendliche Bibliothek: bis Sonntag, 29. März, Alte Fabrik Rapperswil. alte-fabrik.ch


Malen in der «Flugasche»

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Exilland Schweiz, zweimal für die Berliner Malerin Vera Singer: 1944 als jüdisches Kind und nach 1989 für ihre Bilder. In Rapperswil ist ihr Werk jetzt zu besichtigen. von Peter Röllin

Aufbau des neues Deutschlands

Vera Singer, als Vera Adler 1927 in jüdischer Familie in Berlin geboren, emigrierte 1939 nach Frankreich. Die Jugendjahre verbrachte sie in Ascona und Zürich. Imre Reiner, Max Gubler und Johannes Itten waren in ihrer frühen Ausbildung wichtig. Ihr späterer Ehemann Hans Singer emigrierte 1933 zwölfjährig mit seiner Mutter Kass-Horwitz samt zweitem Ehemann und drei Geschwistern (eines aus zweiter Ehe) von Berlin nach St.Gallen. Zeitweise war ihre Wohnadresse das Haus des heutigen Restaurants Dreilinden. Nach Schulen in Kaltbrunn und St.Gallen war Singer nach seinem Chemiestudium an der ETH Zürich aktiver Sekretär der KPD-Bewegung «Freies Deutschland». Dort lernte Vera Hans Singer kennen. Dessen Vater, Kurt Singer, Musikwissenschaftler, Intendant der Städtischen Oper Berlin und Gründer und Leiter des Kulturbunds Deutscher Juden, starb 1944 im KZ Theresienstadt. Um 1941 lebte Sohn Hans Singer, dem die Erwerbstätigkeit verboten war, zeitweise im Emigranten-Arbeitslager Nuovo Locarno im Tessin.

1948 emigrierten Vera und Hans Singer in die sowjetische Besatzungszone Berlins, um sich als Antifaschisten und Kommunisten für den Wiederaufbau Deutschlands zu engagieren. Nach Studienjahren in München war Vera Singer 1951-53 an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin-Weissensee Meisterschülerin beim Maler und Widerstandskämpfer Max Lingner. Erste öffentliche Wandbilder von Vera Singer entstanden gemeinsam mit Gerhard Moll. Für Vera Singer war der Satz von Käthe Kollwitz «Ich will wirken in dieser Zeit» von zentraler Bedeutung. Im Sinne einer humanistischen Haltung entsprach diese Aussage auch Singers eigener Sicht von der Welt des Westens, deren System auf Ausbeutung beruhe. Geehrt wurde Vera Singer für ihr Engagement 1970 von der Pariser Société d’Éducation et d’Encouragement Art, Sciences, Lettres.

Stillleben aus der Chemiefabrik

1969, mit der Berufung von Hans Singer zum Generaldirektor des riesigen Chemie-Kombinats VEB Chemische Werke BUNA in Schkopau bei Halle an der Saale trat auch Vera Singer mitten in die Industriewelt der dort arbeitenden 20’000 Werktätigen. Die BUNA-Werke zählten damals mit jenen in Bitterfeld zu den grössten und auch am stärksten umweltbelasteten Betrieben im mitteldeutschen Raum. Vera Singer verstand ihr künstlerisches Wirken in jenem Umfeld als gesellschaftliches Engagement: «Der Wirklichkeit nachspüren, zu neuen Erkenntnissen gelangen, mit diesen Erkenntnissen in der dem Maler eigenen Sprache auf die Wirklichkeit einwirken: Das ist für mich, und sicher nicht nur für mich, ein grosses und erlebnisreiches Vorhaben.» In Schkopau entstanden wichtige Porträts von Werktätigen und Stillleben aus den Betrieben. Die DDR wurde 1949 gegründet. Malen und noch mehr das Schreiben unterstanden seit der Übernahme der

Vera Singer: Kopfturm, Mischtechnik, 1990 (Nachricht kurz nach dem Mauerfall)

Vera Singer: Schlosser, Oswald May, Mischtechnik, 1969

KUNST

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Kurze Zeit nach dem Mauerfall 1989 fanden zwölf Bilderkisten mit Werken der 1927 in Berlin geborenen jüdischen Künstlerin Vera Singer den Weg nach Rapperswil. Mit dem Ende der DDR war für die seit 1948 in Ostberlin tätige Antifaschistin die «bessere» Staats- und Gesellschaftsform zu Ende – Vera Singer schickte ihre Bilder in die Emigration in die Schweiz. Als junges Mädchen hatte sie in Ascona und Zürich gelebt. Jetzt zeigt die IG Halle im Kunstzeughaus Rapperswil ihre Werke, danach reisen sie wieder zurück nach Berlin zur heute 88-jährigen Künstlerin. In ihrem malerischen Schaffen bilden Werktätige in den DDR-Chemiewerken BUNA bei Halle, die über Jahre von Vera Singers Ehemann, Hans Singer, geleitet wurden, ein zentrales Thema.


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zuvor selbständigen Kulturkommissionen durch das 1954 ge­ schaffene Ministerium für Kultur der zentral geführten Ob­ servierung, angefangen von der Kultur in Städten und Dör­ fern über Betriebe bis in abgelegene Heimatmuseen. An die Stelle «unfruchtbarer Formexperimente» und «bürgerlicher Intelligenz» setzte die Partei bei der Kulturrevolution auf die Arbeiterklasse («Bitterfelder Weg», Programm schreibender Arbeiter). Monika Marons Roman Flugasche mit der offenen Kritik an der Umweltbelastung der Chemiestadt Bitterfeld ist ein prominentes Beispiel dafür. Das kritische Werk durfte in der DDR nicht erscheinen (1981 brachte es S. Fischer in Frankfurt a. M. heraus). Mit dem Baubeginn der Berliner Mauer 1961, der sichtbar gewordenen Zweistaatlichkeit, sa­ hen sich ostdeutsche Künstlerinnen und Künstler zuneh­ mend stark mit kulturpolitischen Kampagnen konfrontiert. Wie aus neueren kunstgeschichtlichen Arbeiten unter ande­ rem von Manuela Bonnke und Elke Kühns hervorgeht, exis­ tierten in der Kunst der DDR und deren Systemeinbindung sich ablösende programmatische Ausrichtungen, an die sich Künstlerinnen und Künstler halten mussten. Ehemann Hans Singer starb 1979 an Krebs. Vera Singer kehrte in der Folge nach Berlin­Mitte zurück, wo sie heute lebt und bis vor kurzem sehr intensiv ihr umfassendes grafisches Arbeiten mit Aquarellstiften, Kreide und Kohle auf Bütten weiterführte.

Berlinerin. Die in Mischfarben und Mischtechnik gemalten Realismen aus den DDR­Chemiearealen mit Flugasche kennen allerdings selten die Leuchtkraft in reinen Farben. Zu ihren eindrücklichsten Werken zählen die unter dem Titel Epilog geschaffenen Gruppenbilder, die während des Mauerfalls entstanden sind. Sprachlosigkeit und Ver­ zweiflung sind in den durchscheinenden und oft leeren Ge­ sichtern der Menschen zu lesen. Mit der Nachricht vom Zer­ fall der DDR gingen Verlust und Orientierungslosigkeit einher. Für Vera Singer war dies der Grund, die Bilder an den Zürichsee in ein (zweites) Exil zu schicken. Nun kehren sie nach Berlin und in das wiedervereinte Deutschland zurück, das allerdings noch immer mentale und auch wirtschaftliche Differenzen zwischen Ost und West kennt. Die Ausstellung «Mauerfall und Bilderreisen» setzt mit dem über vierzig Jahre jüngeren «dekern» (Thomas Kern, 1970 geboren in Radeburg bei Dresden) einen Kontrast zu Vera Singer. Mit 17 wurde dekern angefahren und lag schwer verletzt für längere Zeit im Koma. Sich Freimalen, der Wunsch nach Attacke, das spricht aus seinem Schaffen. Gesehnt hat er sich immer nach etwas anderem als das, was ihm während der DDR­Zeit widerfahren ist.

Saiten 03/2015

Mauerfall und Epilog

Künstlerisch sind für Vera Singer neben dem Schweizer Max Gubler, den Klassikern Henri Matisse und Max Beckmann vor allem sozialistisch engagierte Maler wichtige Vorbilder. Der Mexikaner Diego Rivera, Schöpfer grosser Mauerbilder (Murales), weilte 1956 in Ost­Berlin, zeitgleich mit dem Ent­ stehen von Singers ersten Wandbildern. Wie die Skizzenbü­ cher aufzeigen, bauen Vera Singers Bildwerke auf sorgfältig entworfenen Bildgerüsten und Vorstudien, um dann dem Pinselduktus freien und gestischen Lauf zu lassen. Thema­ tisch wie auch in der kräftigen Pinselführung steht die Künst­ lerin auch dem italienischen Maler und Bühnenbildner Re­ nato Guttuso (1911–87) nahe, diesen Widerstandskünstler und Antifaschisten schätzt Vera Singer sehr. Verwandtschaften zum Werk des Italieners zeigen nicht nur die Stillleben der

dekern: Come on Angel Boy, undatiert, Acryl und Lackstift auf Holzspannplatte

Mauerfall und Bilderreisen, Vera Singer und dekern – Kunstwege aus der ehemaligen DDR: 1. März – 17. Mai, IG Halle im KunstZeugHaus Rapperswil. Vernissage: Sonntag, 1. März, 11.30 Uhr. Lesung mit Monika Maron, Eugen Ruge und Catalin Dorian Florescu im Rahmen der Literaturtage Rapperswil-Jona: Samstag, 21. März, ab 15 Uhr. Diskussion «Kultur hüben und drüben» mit Peter P. Kubitz, Michael Schilli, Beate Vollack, Peter Röllin: Sonntag, 19. April, 11.30 Uhr. ighalle.ch literaturtage-rapperswil-jona.ch

Vera Singer in Berlin 1985, Archiv Peter Röllin

KUNST


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Die Kellerbühne St.Gallen feiert ihr 50-Jahr-Jubiläum nicht nur mit einer Ausstellung, sondern auch mit einer Neuinszenierung – ausgerechnet Peter Handkes Publikumsbeschimpfung. von Peter Surber «Das ist kein Spiel. Hier gibt es kein Geschehen, das Sie ansprechen soll. Wir zeigen Ihnen nichts...». Gerade einladend ist es nicht, was die vier Schauspielerinnen und Schauspieler uns da an den Kopf werfen. Und ähnlich desillusionierend geht es weiter im Text: «Sie erleben hier keine Intrigen. Sie erleben nichts. Sie stellen sich nichts vor. Sie brauchen sich nichts vorzustellen. Sie brauchen keine Voraussetzung. Sie brauchen sich nicht erwartungsvoll zurückzulehnen. Sie brauchen nicht zu wissen, dass hier nur gespielt wird. Wir machen keine Geschichten. Sie verfolgen kein Geschehen. Sie spielen nicht mit. Hier wird Ihnen mitgespielt.» Das war sie, die grosse Theaterprovokation 1966, als die Publikumsbeschimpfung des damals 24-jährigen Peter Handke am Theater am Turm in Frankfurt uraufgeführt wurde, inszeniert vom gleichfalls jungen Claus Peymann. Das Stück unterlief alle Erwartungen, die das Publikum damals noch an ein ordentliches Drama stellte. Bereits eine der Folgeaufführungen in Berlin 1967 führte denn auch zum Eklat, das Publikum rebellierte und kehrte das Stück um zur Schauspielerbeschimpfung – in der Folge verbot Autor Handke weitere Aufführungen bis zum Jahr 1983.

So alt wie die Kellerbühne

Hans Rudolf Spühler hat das Stück als Schauspielstudent in Basel kennengelernt. Man habe sich damals natürlich intensiv mit solchen neuartigen Theaterformen beschäftigt, sagt Spühler, langjähriges St.Galler Ensemblemitglied und seit drei Jahren pensioniert. Jetzt spielt er zusammen mit Kathrin Becker das ältere Duo im Stück, neben ihnen die vierzig Jahre jüngeren Julian Sigl und Meret Bodamer.

Für Matthias Peter, den Leiter der St.Galler Kellerbühne, passt Handkes Stück ideal als Jubiläumsproduktion – umso mehr, als es erstaunlicherweise noch nie in St.Gallen gespielt worden sei. Die Kellerbühne ist fast genauso alt wie die Publikumsbeschimpfung, und die Fragen, die dieses wohl erste postdramatische Theaterexperiment im deutschsprachigen Raum aufwirft, begleiteten auch die Tätigkeit des St.Galler Kleintheaters über all die Jahre. Allerdings: Die provokative Sprengkraft sei heute kaum noch vorhanden. Theatergänger seien experimentelle Theaterformen längst gewöhnt, und insbesondere für das in der Kellerbühne heimische Kabarettpublikum sei die «direkte Ansprache» im Text von Handke eine Selbstverständlichkeit. Deshalb setze er als Regisseur weniger auf Provokation als vielmehr auf das «intellektuelle Vergnügen», welches im Text und seinen Radikalreflexionen über das Theater drin stecke.

«Ihr Schleimscheisser»

Dieses Vergnügen spürt man bereits in der Probe von Seiten der Schauspieler – aber noch wird auch intensiv gerungen um die richtige Tonalität. Wie direkt soll man das Publikum ansprechen, wie lösen sich solistisches und chorisches Sprechen ab, mit welcher Schärfe oder welcher Beiläufigkeit sollen die «ungeheuerlichen» Sätze Handkes fallen? – Sätze wie «Hier werden die Möglichkeiten des Theaters nicht genutzt», oder auch: «Sie sind das Thema. Sie schürzen den Knoten. Sie lösen den Knoten. Sie sind der Mittelpunkt.» Oder schliesslich, kurz vor dem Ende, die tatsächliche Beschimpfung, die dem Stück den Namen gegeben hat: «…ihr Maulaffenfeilhalter, ihr vaterlandslosen Gesellen, ihr Revoluzzer, ihr Rückständler, ihr Beschmutzer des eigenen Nests, ihr inneren Emigranten, ihr Defätisten, ihr Revisionisten, ihr Revanchisten, ihr Militaristen, ihr Pazifisten, ihr Faschisten… ihr Pöbel, ihr Schweinefrass, ihr Knicker, ihr Hungerleider, ihr Griesgräme, ihr Schleimscheisser, ihr Protze, ihr Niemande, ihr Dingsda.» Für die Kellerbühne und ihr 50-jähriges Herzensverhältnis zum Publikum gilt vermutlich eher die Verabschiedungsformel, die Handke danach doch noch anschliesst: «Sie waren hier willkommen. Wir danken Ihnen. Gute Nacht.» Willkommen ist das Publikum nicht nur bei der im März programmierten Beschimpfung, sondern auch in der Ausstellung, die seit letztem Herbst im Historischen und Völkerkundemuseum zu besichtigen ist. 50 Jahre Kellerbühne wird dort in vielfachen Rückblicken gefeiert und reflektiert. Publikumsbeschimpfung: Mittwoch, 4. März, 20 Uhr (Premiere), weitere Vorstellungen bis 14. März. Podiumsdiskussion in der Ausstellung: Sonntag, 29. März, 11 Uhr kellerbuehne.ch

Das Handke-Ensemble (v. l.): Meret Bodamer, Julian Sigl, Hans Rudolf Spühler, Kathrin Becker. Bild: Timon Furrer

THEATER

Saiten 03/2015

Hier wird nichts gespielt


Weiss auf schwarz «Fresh Sound from Switzerland»

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Über den Jahreswechsel waren Bassist Patrick Kessler und Klangtüftler Sven Bösiger in Nepal unterwegs. Das Tagebuch der dreiwöchigen Konzerttour mit Basislager in Kathmandu ist auf saiten.ch nachzulesen und zu -hören. Hier ein kurzer Auszug. von Sven Bösiger und Patrick Kessler

Saiten 03/2015

24./25./26. Dezember

Es ist immer wieder schlicht überwältigend, irgendwo anzukommen, wo – im weitesten Sinn – die Uhren anders ticken. Wo einen die Bezüge zwischen den örtlichen Besonderheiten radikal in Knäuelform umgeben. Eine erste Herausforderung bringt, nach erster Sinnesakklimatisation, der dritte Tag. Wir machen uns auf, unser Equipment zu vervollständigen. Im Kathmandu Jazz Conservatory warten ein Kontrabass und zwei Verstärker darauf, abgeholt zu werden. Also rein in die Stadt mit einem Taxi, der Adresse und einem Handy. Vielleicht liegt es ja daran, dass man sowieso alles speziell findet und darum extrem abgelenkt ist; das Ziel KJC jedenfalls ist nach mehreren Personenanfragen und Telefonaten an Taxifreundesfreunde erst nach schieren Verzweiflungs-Zufalls-Entdeckungen auffindbar. Das Jazz Conservatory ist die oberste Etage eines vierstöckigen Gebäudes und wird von durchwegs jungen Enthusiasten geführt. Und hier wird, so ahnen wir mit offenen Ohren, so ziemlich alle Musik abseits der traditionellen Nepal-Musik gelehrt-gelernt-geprobt. Allenfalls mit Schwerpunkt Jazz. Eine Besichtigung, ein Bass-Test und ein Gespräch bei feinem Nepal-Café beschliesst unseren Deal zu Instrumentarium und Mietdauer. Der Taxifahrer wundert sich über die seltsame Riesen-Sitar, bringt aber alles, inklusive uns beiden, in seinen kleinen Maruti-Suzuki. Und so geht es zurück ins Hauptquartier.

27./28./29. Dezember

Weitere Akklimatisation – Eindrücke sammeln – schön warm ist es am Nachmittag, augenblicklich kalt nach Sonnenuntergang. Montagabend, Auftritt am traditionellen tibetischen MedizinKongress: Das ist ein spezielles Ambiente, im Umfeld der in ganz Südasien grössten buddhistischen Stupa Bouddhanat (Bild oben), in einem Saal innerhalb des Shechen Monastery, mit einem Publikum, angereist aus der halben Welt: Bhutan, Russland, Malaysia, Indien, Estland, Österreich, Schweiz, Appen-

zellerland - und natürlich Nepal selber. Hier spielen wir, ein einziges Mal in diesen Tagen in Kathmandu, zu einer StummfilmProjektion. Und es ist soweit, die ersten technischen Widerhaken kratzen an unserem Set-up. Ein hässliches lautes Stromadapter-Frequenzen-Gedröhn zwingt Patrick zum trockenen effektlosen Bassspiel. Das ist für einmal nicht so schlimm, aber im Hinterkopf brennt es; eine Lösung muss dringend her für die weiteren Auftritte. Meine Geräte arbeiten hingegen tadellos. Aber es kommt abrupt, mit dem ersten Stromausfall werde auch ich aus den … tronics gekickt. Wir performen stur akustisch weiter in den stockdunklen Saal hinein. Das Publikum dankts mit Begeisterung.

30. Dezember

Heute geht es in das Bikalpa Art Center, für uns Ortsunkundige nicht gerade einfach zu finden, weil schwer abschätzbar, was der Name bedeuten könnte. Etwas versteckt treffen wir auf einen schönen offenen Hinterhof mit Palmen, eine halboffene Bar und das Eigentliche, ein paar verwinkelte geweisselte Wände und ein Dach. Das Center zeigt eine Ausstellung mit Bildern der lokalen Kunstszene. Und mittendrin dürfen wir uns plazieren. Es wird nachtkühl bei circa acht Grad. Diesmal sind es junge Kunstenthusiasten, sympathisch, aufrichtig, sehr hilfsbereit und offensichtlich gut vernetzt, wie wir im Anschluss feststellen. Das Publikum hört uns relativ verdutzt zu. Immerhin: Eine Filmcrew, Regisseur, Cutter und Produzent, direkt vom Schneideprozess kommend, findet an diesem Abend den gesuchten Soundtrack für ihren Film gefunden. Genre: Horrorfilm. «Hey, so spooky, absolut scary, exactly what we looked up…!» Tatsächlich ergaben sich aus diesem Konzert noch zwei weitere Kontakte. Fortsetzung und Bild- und Tondokumente: auf saiten.ch/fresh-sound-from-switzerland und saiten.ch/fresh-sound-from-switzerland-2

WEISS AUF SCHWARZ


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Secondos auf der Bühne

Anrüchiges Gewächs

Rockstar-Fossilien

Comic-Spektakel

Zum dritten Mal findet das Secondo Theaterfestival im Theater Tuchlaube in Aarau statt. Sechs neue Produktionen von interkulturellen Bühnenensembles aus der Schweiz und Deutschland sind zu sehen – zum Beispiel Arcadia (Bild) der Bieler «Cie trop cher to share». In einer Mischung aus Live-Performance und Videodokumentation erzählt die Gruppe von den Nachfahren der Schweizer Siedler in der Region Araukanien in Chile und reflektiert die Bedeutung von Heimat in einer globalisierten Welt. 8. Secondo Theaterfestival Mittwoch, 11. bis Sonntag, 15. März, Theater Tuchlaube, Aarau. tuchlaube.ch, secondofestival.ch

Bei Opium denkt man an Lasterhöhlen, bewusstseinserweiternde Räusche, an das Elend von Süchtigen oder an Traumreisen. Nennt man das Gewächs aber Schlafmohn, klingts nach Blütenpracht und Medizin. So pendelt Opium auch heute noch zwischen dem Ruf des Heilmittels und dem Ruch der Droge, wird gepriesen oder verteufelt. Das Museum der Kulturen widmet dem Kraut nun eine Ausstellung und lädt zu einem Trip durch die Kulturgeschichte dieser alten Kulturpflanze ein. Opium Donnerstag, 19. März bis Sonntag, 24. Januar 2016, Museum der Kulturen, Basel. mkb.ch

Das Fossil eines Ur-Flusspferdes hört auf den Namen Mick Jagger und ein Wurm-Fossil heisst Kalloprion kilmisteri, benannt nach Lemmy Kilmister von Motörhead. Was Rockmusik mit Paläontologie zu tun hat, darüber klärt die Ausstellung «Rock Fossils» im Naturhistorischen Museum auf. Die Paläontologen des Museums taufen eine Seeigel-Art auf den Namen Paracidaris eluveite, nach der Schweizer Folk-Metal-Band Eluveite. Zum Auftakt spielt sie im Skelettsaal des Museums. Rock Fossils – Ja, es ist Liebe! Mittwoch, 18. März bis Sonntag, 31. Mai, Naturhistorisches Museum Bern. nmbe.ch

Gast am diesjährigen Fumetto ist u.a. Jacques Tardi (Bild), der international hochangesehene französische Comic-Künstler. Der als öffentlichkeitsscheu bekannte Autor wird mehrere Tage am Festival verbringen und an einem Podium zu seinem Gesamtwerk teilnehmen. Weitere Schwerpunkte: Pushwagner, Dominique Goblet/Kai Pfeiffer und die russisch-schweizerische Ausstellung «Pas de Deux». Fumetto Comix-Festival Samstag, 7. bis Sonntag, 15. März, verschiedene Standorte in Luzern. fumetto.ch

Kultivierte Schrulligkeit

Faust im Kulturhaus

Generationenfilme

Jürg Kienberger und Jeroen Engelsman lassen gemeinsam grosse Clowns wie Grock, Buster Keaton und Olov Pischkutin aufleben. Kienberger ist ein wunderlicher Musikspieler, ein wehmütiger Melodienclown, liebevoll umständlich und von kultiviertester Schrulligkeit. Mit Hingabe und Musikalität lotst der preisgekrönte Artist in seinen Geschichten verschrobene Gestalten ins unvermeidliche Scheitern. Kienberger + Engelsman: Ich bin zum Glück zu zweit Freitag, 13. und Samstag, 14. März, 20.15 Uhr, Theaterstudio Olten. theaterstudio.ch

Mit dem Goethe-Klassiker Faust bespielt das Theater Karussell erstmals ein ganzes Gebäude. Es nimmt das Publikum mit auf eine Reise durch die Geschichte von Faust und seinem Gegenspieler Mephisto. Der Magier und Technokrat schleppt Faust durchs wilde Leben, verjüngt ihn mittels Zauberei, führt ihm Gretchen zu – und verrechnet sich. In verschiedenen Räumen des neu eröffneten Hauses spielen die Szenen des welberühmten Stoffes. Faust. Premiere: Donnerstag, 5. März, 20 Uhr, Kulturhaus Rössle, Mauren. Weitere Vorstellungen im März. tak.li

Dem Umstand, dass der März an einem Dienstag endet, verdankt Winterthur fünf Streifen zum Monatsthema «Jung und Alt – Eine Beziehung mit Potential» im Filmfoyer. Der Verein hat für seine dienstäglichen Vorstellungen Filme ausgewählt, welche die schwierigen Beziehungen zwischen den Generationen thematisieren. Das Spektrum ist nicht nur wegen der Hintergründe der Regisseure breit, sondern zeigt auch den unterschiedlichen kulturellen Umgang mit Generationenkonflikten. Jung und Alt – Eine Beziehung mit Potential. Jeden Dienstag im März um 20:30 Uhr, Filmfoyer Winterthur. filmfoyer.ch

KULTURSPLITTER

Mit Saiten zusammen bilden diese unabhängigen Kulturmagazine die Werbeplattform «Kulturpool» und erreichen gemeinsam eine Auflage von über 200’000 Exemplaren. kulturpool.biz

Saiten 03/2015

Monatstipps der Magazine aus Aarau, Basel, Bern, Luzern, Olten, Vaduz und Winterthur


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Vadian Lecture über Toleranz

Preisträger halten in St.Gallen

Chäs ’n’ Brot ’n’ Rock ’n’ Roll

Häufig ist die Arbeit der Ingenieure dem Entwurf der Architekten nachgeordnet: Die Statik soll eine architektonische Idee störungsfrei umsetzen. Für das Architekturbüro Staufer & Hasler hingegen bildet das Tragwerk ein wesentliches Element seiner Gebäude. Das eine kann ohne das andere nicht entstehen. Die Frauenfelder Architekten entwerfen viele ihrer Bauten zusammen mit Ingenieur Jürg Conzett aus Chur. Thomas Hasler und Jürg Conzett analysieren in einem Vortrag Gebäude. Montag, 2. März, 19:30 Uhr, Architektur Forum Ostschweiz. a-f-o.ch staufer-hasler.ch

Die Ringvorlesung des Zentrums für Ethik und Nachhaltigkeit ZEN-FHS wird unter dem Namen «Vadian Lectures» fortgeführt. Die vierteilige Veranstaltungsreihe beschäftigt sich dieses Jahr mit unterschiedlichen Facetten des menschlichen Zusammenlebens und erörtert sie aus einer ethischen Perspektive. Die Eröffnung macht der Philosoph Heinz Kleger. Er spricht zum Thema «Toleranz und Koexistenz». Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei, aber eine Anmeldung ist erforderlich. Donnerstag, 5. März, 18 Uhr, Kantonsratssaal St.Gallen. fhsg.ch/vadianlectures

2015 vergibt das Bundesamt für Kultur zum dritten Mal die Schweizer Literaturpreise und schickt die Preisträgerinnen und Preisträger auf schweizweite Lesetournee. Drei der sieben Gewinnerinnen und Gewinner machen einen Halt in St.Gallen und lesen in der Hauptpost oberhalb der neuen Bibliothek im Raum für Literatur: Eleonore Fry «Unterwegs nach Ochotsk», Hanna Johansen (Bild) mit «Der Herbst, in dem ich Klavier spielen lernte» und Guy Krneta mit «Unger üs». Moderiert wird der Abend von Michael Guggenheimer. Donnnerstag, 5. März, 19 Uhr, Raum für Literatur Hauptpost St.Gallen. hauptpost.ch gdsl.ch

Der unfreiwillige Kabarettist Lorenz Kaiser erfüllt sich in seinem neuen Programm einen Herzenswunsch. Er wäre eigentlich der geborene Musikus. Stattdessen zwangen ihn die Eltern eben, Kabarettist zu werden. Jetzt, langsam volljährig, hat er sich endlich die Komplettausrüstung einer Rockband gekauft. Spielen kann er zwar nicht, reden dafür schon. Aber wenn man eine schlechte Nachricht zu einem fröhlichen Dubstep vorträgt, wird die Nachricht dann besser oder die Musik schlechter? Freitag, 6. März, 20 Uhr, Lokremise St.Gallen. lorenzkeiser.ch

KINDER

Grimm & Co.: Rumpelstilzchen. Erzähltheater. Tak Schaan, 10 Uhr

DIVERSES

Tiefenrausch. Multimediashow. Sammlung Würth Rorschach, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr Karl Jakob Wegmann – Aufbruch zu neuen Spielen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Römer, Alamannen, Christen – Das Frühmittelalter am Bodensee. Vortrag mit Peter Erhart. Vorarlberg Museum Bregenz, 19 Uhr

Mi 04. KONZERT

Konzert – Celissimo. Mit der Internationalen Musikakademie im FL. Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz, 18 Uhr JazzJam. Mit der einmaligen Hausband. Varieté Tivoli St.Gallen, 19:30 Uhr Brns (BEL). Support: Reza Dinally. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Ensemble Amarcord. Vokalmu-

sik aus Leipzig und internationale Folksongs. Casino Herisau, 20 Uhr Musica Mundo. Quattro Cani. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Jazz am Mittwoch. Oloid – fremde Klanggalaxien. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Bullaugenkonzert # 47. Mit Deer Johnson. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr Conducta. Eine wunderbare Liebeserklärung an eine Lehrerin in Kuba. Kinok St.Gallen, 16 Uhr Filmtage 21. Filme für eine nachhaltige Welt. Hochschulgebäude Hadwig (PHSG) St.Gallen, 17 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Das grosse Museum. Nicht verstaubt, sondern faszinierend. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Life in Progress. Das Leben dreier Jugendlicher im südafrikanischen Township. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 10 Uhr R&J. Tanzstück zu Shakespeares Tragödie. Theater St.Gallen, 14 Uhr

Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Publikumsbeschimpfung von Peter Handke. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Pas de Deux. Von John Birke. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Rob Spence – Echt stark. Comedy. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 20 Uhr

LITERATUR

Kinder schreiben Denkgeschichten. Lesung und Buchpräsentation. Tak Schaan, 18 Uhr HV Lesegesellschaft Gais. Gechichten um den Wein von Dinah Hinz. Hotel Krone Gais, 19:30 Uhr

VORTRAG

Wie gehe ich mit den Anforderungen im Alltag um? – Burnout / Boreout. Referat: Berndt Kühnel. Spielboden Dornbirn, 19 Uhr Roméo et Juliette. Matinée, Einführung ins Tanzstück. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

KINDER

Buh! Hase ist ein Angsthase. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Silberbüx. Uf Räuberjagd. Diogenes Theater Altstätten, 14:30 Uhr Mitmach Theater. Workshop für Kinder. Eisenwerk Frauenfeld, 16 Uhr

03.– 05.03.

AUSSTELLUNG

Jonathan Binet – Sonia Kacem. Malnachmittag für Kinder. Kunsthalle St.Gallen, 14 Uhr Mit / Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gespräch mit Ueli Vogt. Sitterwerk St.Gallen, 18:30 Uhr Nativité de St Tancrède, jeune homme. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr Philippe Winninger – Modern Ruins. Künstlergespräch. Kunsthalle Wil, 19 Uhr

Do 05. KONZERT

Twilight-Konzert. Internationale Preisträger und Studenten. Grand Hotel Quellenhof Bad Ragaz, 18 Uhr La nuit du monde. Worldvibe Exchange. La Buena Onda St.Gallen, 19 Uhr Hauskonzert. Aufbruch in die Moderne. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Jamsession. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Liselottes. Unbekümmerte Songs zwischen Pop, Folk und Reggae. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Trio Wuh. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Biondini – Godard – Niggli. Höhen und Tiefen dieser musikalischen Geografie. HinterhaltPavillon Uster, 20:30 Uhr

Saiten 03/2015

Wechselwirkungen in der Architektur

NACHTLEBEN

Schabanack. Kein Streich zuviel. Kugl St.Gallen, 20 Uhr Tobias Bergmann. Liftmusik zum Tanzen. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Homo Faber (drei Frauen). Richard Dindos filmische Lektüre von Max Frischs Roman. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Iraqi Odyssey. Filmemacher Samir erzählt von seiner irakischen Familie. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Zusammenbrüche. Filmreihe zum Thema psychische Krankheiten. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr

BÜHNE

Miteinander leben. Vadian Lectures ZEN-FHS. Kantonsratssaal St.Gallen, 18 Uhr Männer. Tanz. Sal Schaan, 19 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 19:30 Uhr Wir lieben und wissen nichts. Schauspiel von Moritz Rinke. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Rolf Miller. Sport- und Kulturzentrum Dreispitz Kreuzlingen, 20 Uhr


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Die Gschicht wird immer no besser!

Saiten 03/2015

«Die Gschicht isch besser» ist die dritte CD von Stahlberger. Und darin kommt die Volksseele unters Messer. Mit der chirurgischen Präzision und Emotionslosigkeit eines Dentalhygienikers seziert Stahlberger (der Sänger, Manuel mit Vornamen) in seinen Texten die Obsessionen des durchschnittlichen Erdenbürgers. Und Stahlberger (die Band) geht ihm dabei zur Hand. Radikal einfach gespielt, bestechend zielsicher eingesetzt. Vorband: Confession – handgemachtes Schaffen aus der Region. Freitag, 6. März, 20:15 Uhr, Altes Kino Mels. alteskino.ch

Kleiner Idiotenführer durch die Hölle. Köstliche Persiflagen und ätzende Satire. Fabriggli Buchs, 20 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Halt in St.Gallen. Preisträger der Schweizer Literaturpreise auf Tournee. Raum für Literatur St.Gallen, 19 Uhr Dorothee Elmiger: Schlafgänger. Mit dem neuen Roman. Alte Fabrik Rapperswil, 19:30 Uhr

VORTRAG

Dschihadismus und Dschihadismusprävention. Referat: Moussa Al-Hassan Diaw. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr

KINDER

Albanische Erzählstunde. Erzählt von Teuta Jashari. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr

DIVERSES

Seniorenzmittag. Gemeinsam essen. Stiftung Vita Tertia Gerbhof und Weiher Gossau, 11:30 Uhr Singen für jedermann – ProSenectute. Singen macht fröhlich. Andreaszentrum Gossau, 14 Uhr Spielenachmittag. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr

Follmond. Bei jedem Wetter. Follmond St.Margrethen, 19:19 Uhr

AUSSTELLUNG

Jonathan Binet – Sonia Kacem. Kunst über Mittag. Kunsthalle St.Gallen, 12 Uhr KIT. Lesung mit Louis-Philippe Dalembert. Nextex St.Gallen, 19 Uhr

Fr 06. KONZERT

Laurenzen Vesper. Musik von Bernhard Ruchti, Texte von Robert Walser. Laurenzenkirche St.Gallen, 18 Uhr Ohrenweide. Volksmusik perkussiv. Alte Stuhlfabrik Herisau, 19:30 Uhr Kelley McRae. Americana-Dinnerkonzert. Treichli Unterwiehnacht. 18:30 Uhr Alder-Buebe. Landgasthaus Neues Bild Eggerstanden, 20 Uhr Bratsch – La dernière tournée. Balkan Blues. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr David Lang. Liedermachertour 2015. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Federspiel. Siebenköpfiges Ensemble, das Blasmusik neu definiert. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Grüsse aus Wien. Werke von Beethoven, Schubert und Brahms. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr

Jools Holland. Der Kult-Star aus Grossbritannien. Conrad Sohm Dornbirn, 20 Uhr Marcello & Elias. Stimme & Hackbrett & Handorgel. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Marco Marchi & the Mojo Workers. Blues, Ragtime und Swing. Dixie- und Jazz-Club Sargans, 20 Uhr Shuffleboggs. Blues-Rock. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Wanderful. There’s no Piz like Show Piz. Forum im Ried Landquart, 20 Uhr Zéphyr Combo. Gipsy, Chansons, keltischer Folk. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Café Deseado. Unterwegs von 47 1/2 ° N nach 47 1/2 ° S. Kulturbar Baradies Teufen, 20:15 Uhr Stahlberger. Die Volksseele kommt unters Messer. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr Theiler, Flisch, Renold & Special Guest. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr How my heart sings. Isabella Pencsek & Goran Kovacevic. Kulturcinema Arbon, 20:30 Uhr Jochen Distelmeyer präsentiert Otis. Auf einer musikalischen Lesereise. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr Rumble-Fish. Blues-Rock von Dr. Feelgood bis zu ZZ-Top. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr 6. Blues Festival Frauenfeld. Syndey Ellis Blues Band. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Beat Dictator Crew – Taufe Columbus EP. Special Guest: Fatoni. Kugl St.Gallen, 21 Uhr Salt. Mit Myra Maud und Lutz Hammond Krajenski. Jazzclub Rorschach, 21 Uhr Stickerei Jazz Trio & Gabriela Krapf. Jazz – Love. Einstein St.Gallen, 21 Uhr Jam-Session. Ostschweizer Jazz Kollektiv. Harmonie, Sonder 642, Wolfhalden, 21 Uhr Sal y pimienta. Latin Party mit Salsaband. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Supertaster. Bedroom-ProducerReality-Show. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Dä Labrador im Dub-Labor: Bass(t)ART.OS. Dub/Offbeat/ Reggae/Reggaeton. Kaff Frauenfeld, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr We Love 80s. Music & Visuals by Clip Extensions. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr Year 2K. 2000er Party. Alte Kaserne Winterthur, 22 Uhr

FILM

Dancing Arabs. Der neue Film von Eran Riklis («The Syrian Bride»). Kinok St.Gallen, 17 Uhr Unter der Haut. Frank, Vater dreier Kinder, hat sein spätes Coming-out. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Die Mühle und das Kreuz. Gemälde und Museumsbetrieb. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Grass – a nation’s battle for life. Nomadenkino mit Echtzeitvertonung. Kronenbühl Rehetobel, 20 Uhr The Imitation Game. Regie: Morten Tyldum. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

05.– 07.03.

Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 21:45 Uhr

BÜHNE

Männer. Tanz. Sal Schaan, 14 Uhr Wir lieben und wissen nichts. Schauspiel von Moritz Rinke. Theater Winterthur, 19:30 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Publikumsbeschimpfung von Peter Handke. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Die Wahrheit. Komödie von Florian Zeller. Mehrzweckhalle Hofacker Rickenbach Sulz, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Oropax. Sport- und Kulturzentrum Dreispitz Kreuzlingen, 20 Uhr Lorenz Kaiser. Chäs und Brot und Rock’n Roll. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Love Letters. Theater-Weltklassiker von A.R. Gurney. Theater 111 St.Gallen, 20 Uhr Pas de Deux. Von John Birke. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Tiltanic. Theatersport. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Der grosse Gatsby. Theater Marie. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Splatterlitheater. Kasperlitheater für hartgesottene Erwachsene. Theater Schauwerk Schaffhausen, 20:30 Uhr

VORTRAG

Äthiopischer Abend im Solihaus. Walter Eggenberger berichtet über Äthiopien. Solidaritätshaus St.Gallen, 19 Uhr Draussen vor der Tür. Flüchtlinge in politischer Praxis und Theorie. Vortrag mit Florian Grosser, zuvor Volksküche. CaBi Antirassismus-Treff St.Gallen, 19 Uhr

DIVERSES

Jass-Nachmittag. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr Essbar. Sushi an der Theke. Rab-Bar Trogen, 18 Uhr Englisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Nikolaus Walter – Begegnungen. Kuratorenführung. Vorarlberg Museum Bregenz, 16:30 Uhr Othmar Eder – insert Tim Ayres. Vernissage. Galerie Christian Roellin St.Gallen, 17:30 Uhr Andreas Schulze – Nebel im Wohnzimmer. Vernissage. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr St.Gallen im Bild – Stadtbilder erzählen Stadtgeschichte. Vernissage. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 18:30 Uhr

Sa 07. KONZERT

Ana Moura. Faso aus Portugal. Sal Schaan, 20 Uhr Invasion Barbar / Slivovitz

Popova Soundsystem. Gipsy / Balkan. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Marina Niedermann. Songwriterin aus Wil. Viertel Bar Trogen, 20 Uhr Pigeons on the Gate. Irish Touch. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 20 Uhr Sputnik. Space Age Soul Beat Shakedown from Outer Space! Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Stress. Support: Mimiks. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr William White. Solo Acoustic. Triebwerk Arbon, 20 Uhr Flurin Caviezel & The Red Shoes Orchestra. Fröhliche Musik. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Jazz in Winterthur. Ravi Coltrane Quartet. Alte Kaserne Winterthur, 20:15 Uhr An Lár. Celtic Folk. Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr Jessy’s Sound Kitchen. Zürcher Singer-Songwriterin. Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Kelley McRea. Folk/Americana. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Hanery Amman & Band. Urgestein des Berner Rock. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Cafetango. Kaffee geniessen & Tango argentino. Kaffeehaus St.Gallen, 16 Uhr Depeche Mode and More Party. Internationaler Szenetreff. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Must die @ Dubtrex. Dubstep & D’n’B. Kugl St.Gallen, 22 Uhr The Monster Mash. Mashup Party. Gare de Lion Wil, 22 Uhr

FILM

Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 12:30 Uhr Conducta. Eine wunderbare Liebeserklärung an eine Lehrerin in Kuba. Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr Citizenfour. Dokuthriller über Flucht und Enthüllungen Edward Snowdens. Kinok St.Gallen, 16:45 Uhr Tibetan Warrior. Wie kämpft man für Freiheit? Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Driften. Preisgekrönter Spielfilm über einen jugendlichen Raser. Kinok St.Gallen, 19 Uhr John Wick. Regie: Chad Stahelski, David Leitch. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Leviathan. Das neue Meisterwerk von Andrey Zvyagintsev («The Return») Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

R&J. Tanzstück zu Shakespeares Tragödie. Theater St.Gallen, 14 Uhr Pas de Deux – Souvenirs. Ein kleines Wandertheater. KulturWerkstatt Wil, 17 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Wir lieben und wissen nichts. Schauspiel von Moritz Rinke. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Chaostheater Oropax – Chaos Royal. Der Weg vom geballten Chaos hin zum edlen RoyalGold. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 20 Uhr


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Anzeigen

über einen jugendlichen Raser. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Jessy’s Sound Kitchen in der Lokremise

Fado heisst Schicksal und ist der Name des portugiesischen Nationalgesangs. Ana Moura ist in ihrer Heimat eine der wichtigsten Fado-Sängerinnen, ein Star, deren Platten Gold- und Platin-Status erreichen. Ihr neues Album «Desfado» ist ganz und gar Ana Moura und klingt doch ganz anders als der traditionelle Fado. Wunderschön arrangierte und filigran instrumentierte Songs reihen sich wie schimmernde Perlen aneinander und lassen den Fado zwar erahnen, doch lassen ihn auch weit hinter sich. Samstag, 7. März, 20 Uhr, SAL Schaan. tak.li

Die Sängerin Jessica Hirschi war bei «The Voice of Switzerland» 2013 eine der ganz grossen Überraschungen gewesen. Die Schlagzeugerin Nicole Aravena und der St. Galler Pianist Urs C. Eigenmann haben die Zusammenarbeit begonnen und gemeinsam mit dem deutschen Saxophonisten Arno Haas, dem Gitarristen-Urgestein Gee-K und dem Bassisten Rodrigo Aravena die Band zusammengestellt. Eigene Songs sind Programm, aber auch Coverversions von Prince, Amy Winehouse und anderen. Samstag, 7. März, 20:30 Uhr, Lokremise St.Gallen. uc-eigenmann.ch

Saiten 03/2015

Ana Moura: Fado aus Portugal

Familienbande. Nina Theater. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Knuth & Tucek – Rausch. Eine Offenbarung in Wort und Lied. Restaurant Alpstein Appenzell, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Love Letters. Theater-Weltklassiker von A.R. Gurney. Theater 111 St.Gallen, 20 Uhr Lust – Lasst uns leben. Kabarett mit Werner Brix. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Rolf Schmid – XXL. Der Bündner Komiker im neuen Programm XXL. Hotel Metropol Widnau, 20 Uhr Tiltanic. Theatersport. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Manifestationen. Diskussion zum Thema «Amerika. Land der Träume». Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Der grosse Gatsby. Podium. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

KINDER

Italienische Erzählstunde. Erzählt von Rossella Ill und Gabriella Macri Mitruccio. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 10:15 Uhr Buh! Hase ist ein Angsthase. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

DIVERSES

Internationaler Frauentag. Frauenbar. Bärenplatz St.Gallen, 15 Uhr Internationaler Frauentag. Orientalisches Buffet, interaktives Referat, Fest. Raum für Literatur St.Gallen, 18 Uhr

AUSSTELLUNG

Emanuel, das heisst Gott mit uns. Führung mit Markus Kaiser. Kathedrale St.Gallen, 10:30 Uhr Véronik – eine Schweizer ComicPionierin. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 16 Uhr

So 08. KONZERT

Loos-Stobede. Mit der Formation «Zytlose». Garni Loosmühle Weissbad, 15 Uhr Barockmusik zur Fastenzeit. Collegium Instrumentale der Kathedrale. Schutzengelkapelle St.Gallen, 17 Uhr Hochgelobter Gottessohn – Barockmusik zur Fastenzeit. Arien für Altstimme und obligate

Instrumente. Schutzengelkapelle St.Gallen, 17 Uhr Klangerlebnis. Kammerchor Amriswil. Evang. Kirche Amriswil, 17 Uhr Sabine Fiegl und Band. Stilmix aus Jazz, Blues, Soul und Pop. Schloss Dottenwil Wittenbach, 17 Uhr Karin Meier’s Forest Radio. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr

NACHTLEBEN

Swing und Kuchen. Mit den Sitterbugs. Kaffeehaus St.Gallen, 14 Uhr

FILM

Unter der Haut. Frank, Vater dreier Kinder, hat sein spätes Coming-out. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Walter Mittelholzer – Eine Schweizer Pioniergeschichte. Neuer Dokumentarfilm über den St.Galler Flugpionier. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Michel muss mehr Männchen machen. Wunderbarer Kinderfilmklassiker nach Astrid Lindgren. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Life in Progress. Das Leben dreier Jugendlicher im südafrikanischen Township. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Traumfrauen. Regie: Anika Decker. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr El verdugo. Regie: Luis García Berlanga. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Driften. Preisgekrönter Spielfilm

07.– 09.03.

Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Pentorama Amriswil, 14 Uhr Das doppelte Lottchen. Nach Erich Kästner. Theater Winterthur, 15 Uhr Hexeneinmaleins. Regie: Hendrikje Winter. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Räubertochter. Théâtre de la Grenouille. Theaterhaus Weinfelden, 15:15 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 16 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Publikumsbeschimpfung von Peter Handke. Kellerbühne St.Gallen, 17 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 17 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Esther Hasler. Kabarett zum internationalen Tag der Frau. Tak Schaan, 19 Uhr Love Letters. Theater-Weltklassiker von A.R. Gurney. Theater 111 St.Gallen, 19 Uhr

LITERATUR

Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr Orientbilder. Fotografien 18501910. Führung. Kulturzentrum am Münster Konstanz, 15 Uhr

Mo 09. KONZERT

Der dritte Blick. Lesung und Fotovernissage. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 Uhr 31. Lesebühne Tatwort. Mit Stimmwunder Nikita Gorbunov aus Stuttgart. Baracca Bar St.Gallen, 20 Uhr

Schwendener’s Hammond Demolition. S groovt, goht id Bei und tschädaraz wia d’Sau. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Kelley McRae. Americana Folk. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

VORTRAG

FILM

Roméo et Juliette. Matinée, Einführung ins Tanzstück. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

KINDER

De Räuber Hotzenplotz. Musical nach der Erzählung von Otfried Preussler. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 14 Uhr Buh! Hase ist ein Angsthase. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Bibi & Tina – Voll verhext. Bibi verknallt sich zum ersten Mal. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Federspielchen. Tanzen, Jodeln, Blasmusik. Fabriggli Buchs, 16 Uhr Der Bär, der ein Bär bleiben wollte. Andreas Schertenleib spielt und singt. Altes Kino Mels, 17 Uhr

DIVERSES

Spaghetti-Sonntag. Mit dem Kulturverein Frohsinn. Restaurant Frohsinn Weinfelden, 17:30 Uhr

AUSSTELLUNG

St.Gallen im Bild – Stadtbilder erzählen Stadtgeschichte. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 11:30 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Szenische Führung zur Finissage. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 14 Uhr Harlis Schweizer – Limelight. Vernissage mit Einführung von Céline Gaillard. Galerie Schönenberger Kirchberg, 14 Uhr Haviva Jacobson – Umschwung.

Carte Blanche. Überraschungsfilm. Grabenhalle St.Gallen, 18 und 20:30 Uhr Dancing Arabs. Der neue Film von Eran Riklis («The Syrian Bride»). Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Räubertochter. Théâtre de la Grenouille. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 und 14:15 Uhr Richard III. Drama von William Shakespeare. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr

LITERATUR

Alfred Hackensberger. Der Autor liest aus seinem hoch aktuellen Thriller. Kult-Bau – Konkordia strasse 27 St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Willst du normal oder glücklich sein. Mit Robert Betz. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 19:30 Uhr Was bedeutet uns die Bibliothek Herisau? Bibliotheken sind im Wandel und überall im Gespräch. Bibliothek Herisau, 20:30 Uhr

DIVERSES

Sprachencafé Spanisch. Generationentreff Negropont Rorschach, 15:30 Uhr Offene Vollversammlung. Für alle, die den Infoladen nutzen wollen. Infoladen Rabia Winterthur, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Der Papst und das Recht. Themenführung mit Dr. Karl Schmuki. Stiftsbibliothek St.Gallen, 15:30 Uhr


64

Anzeigen

St Dricarpe, prosélyte. Muse­ umsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 12. KONZERT

Schön traurig: Lebanon Hanover

Lisa Catena im Chössi Theater

Alfred Hackensberger schrieb im letzten Saiten einen absolut lesenswerten Rundumblick zu den Entwicklungen in der arabischen Welt. Jetzt liest er live aus seinem Thriller «Letzte Tage in Beirut»: 2005 zerfetzte in Beirut eine Bombe den Auto­ konvoi des Selfmade­Millionärs und Politikers Rafik Hariri. Wer den Auftrag gab, ist bis heute unklar. Das ist der historische Hintergrund von Hackenbergers packendem Roman. Er wird an dem Abend aber nicht nur lesen, sondern auch Fragen zum Nahen Osten beantworten. Montag, 9. März, 20 Uhr, Noisma im Kult-Bau St. Gallen. kultbau.org/noisma

Eine Art Homecoming: Lebanon Hanover sind Larissa Iceglass – die ihre Wurzeln teilweise in St.Gallen hat – und William Maybelline. Sie produzieren aufs Wesentliche reduzierten, frostig­ minimalen und äusserst tanzbaren Gitarren/Bass­Wave. Selbst be­ schreibt Larissa ihre Musik als «depressive New Wave ange­ hauchte Tanzmusik», ein Hoch auf die Traurigkeit, wenn sie so schön klingen kann. Emotionen von Melancholie bis Hoffnung versprechen auch die Supporter vom Duo Veil of Light aus Zürich. Dienstag, 10. März, 20:30 Uhr, Grabenhalle St. Gallen. grabenhalle.ch

Die Bühnenkarriere der Komike­ rin, Satirikerin und Lieder­ macherin Lisa Catena begann vor 15 Jahren als Gitarristin einer Punkband. Seither hat sie ein paar Gitarrenverstärker entsorgt, zwei Chansonprogram­ me auf die Bühne gebracht und Satire und Komik für sich entdeckt. Bald schon gewinnt sie erste Preise, u.a. den Swiss Comedy Award. Ihr zweites Pro­ gramm ist ein lustvoller Biss in die Wade der aktuellen Schwei­ zer Politik und erklärt Zusam­ menhänge, wo Sie nie welche ver­ mutet hätten. Samstag, 14. März 20:15 Uhr, Chössi Theater Lichtensteig. choessi.ch

S’isch – s’isch nöd – Das St.Galler Kinderfest. Gespräch mit Sta­ pi Scheitlin. Textilmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr

Di 10. KONZERT

Lebanon Hanover. Support: Veil of Light. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr The Brew (UK). Support: Kin. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

DJ Goodbye Shellack. Fine Tu­ nes from Rock’n’Roll to Indie. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Conducta. Eine wunderbare Lie­ beserklärung an eine Lehrerin in Kuba. Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Pi. Ein Mathematikgenie sucht nach der «Universalformel». Ki­ nok St.Gallen, 20 Uhr Vielleicht lieber morgen. Film­ reihe zum Thema psychische Krankheiten. Spielboden Dorn­ birn, 20 Uhr The Imitation Game. Regie: Mor­ ten Tyldum. Kino Rosental Hei­ den, 20:15 Uhr Pandora’s Box. Türkei 2008, Regie: Yesim Ustaoglu. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Kons­

tanz, 19 Uhr Theater Jam. Für improvisations­ hungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr A History of Everything. Thea­ terprojekt in englischer Sprache. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Em­ merich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Richard III. Drama von William Shakespeare. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Alfred Dorfer. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Vergessen / Erinnern. Liechten­ steiner Monologe. Schlösslekel­ ler Vaduz, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Führung. Kunst­ museum Winterthur, 18:30 Uhr

Mi 11. KONZERT

Paris – Linz – Wien. Musikkolle­ gium Winterthur. Stadthaus Win­ terthur, 19:30 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weiss­ bad, 20 Uhr The Lost World. Peter Madsen and CIA play Silent Movies. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Ghosts & Guests. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr

NACHTLEBEN

Milonga. Tangoabend. Oya St.Gallen, 19 Uhr

FILM

Walter Mittelholzer – Eine Schweizer Pioniergeschichte. Neuer Dokumentarfilm über den St.Galler Flugpionier. Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Weren­ fels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 15:45 Uhr Dancing Arabs. Der neue Film von Eran Riklis («The Syrian Bri­ de»). Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Citizenfour. Dokuthriller über Flucht und Enthüllungen Ed­ ward Snowdens. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Saratan. Cineclub Rosental. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Kons­ tanz, 11 Uhr R&J. Tanzstück zu Shakespeares Tragödie. Theater St.Gallen, 14 Uhr Das doppelte Lottchen. Nach Erich Kästner. Theater Winter­ thur, 15 Uhr Peeping at Pepys. Dailysoap aus dem Barock. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Publi­ kumsbeschimpfung von Peter Handke. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr A History of Everything. Thea­

09.–12.03.

terprojekt zur Weltgeeschichte. Sal Schaan, 20 Uhr Alpenvorland. Schauspiel von Thomas Arzt. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadtthea­ ter Konstanz, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr

VORTRAG

Faszination Vogeleier. Mittags­ treff mit Kurt Schläpfer, Engel­ burg. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr

KINDER

Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Monika Enderli. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poe­ tische Fensterreise. FigurenThe­ ater St.Gallen, 14:30 Uhr

DIVERSES

Kinderkleider- und Spielsachenbörse des Familienzentrums Winterthur. Alte Kaserne Win­ terthur, 09 Uhr Joulangerie. Klassiker des ge­ mütlich­ gemeinschaftlichen Zeitvertreibs. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Andreas Schulze – Nebel im Wohnzimmer. Führung. Kunst­ museum St.Gallen St.Gallen, 18:30 Uhr

NACHTLEBEN

DJ Opac. Low End Cosmic. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Refugiado. Eine Mutter flüchtet mit ihrem Sohn vor häuslicher Gewalt. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Das Fremde in mir. Filmreihe zum Thema psychische Krank­ heiten. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Chrieg. Eine der wichtigsten Neuentdeckungen im Schweizer Spielfilm. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Kons­ tanz, 19 Uhr Smile Night. Mit Tricololas & Smiling Toasters. Grabenhalle St.Gallen, 19:30 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Publi­ kumsbeschimpfung von Peter Handke. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr A History of Everything. Theater Projekt zur Weltgeschichte. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadtthea­ ter Konstanz, 20 Uhr Bunbury oder dabei sein ist alles. SchülerInnen­Theater nach Oscar Wilde. Gymnasium St.Antonius (Kollegium) Appen­ zell, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Urban Priol. Sport­ und Kulturzentrum Dreispitz Kreuzlingen, 20 Uhr Entscheidet euch. Kabarett mit Florian Schroeder. Tak Schaan, 20:09 Uhr Share this Moment 3. Laborato­ rium für zeitgenössischen Tanz. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

Saiten 03/2015

Hackenbergers «Letzte Tage in Beirut»

Floating Tamina Musicnight Nadja Räss & Adlerbuebe. Die Jodel­Ikone. Tamina Therme Bad Ragaz, 19:30 Uhr Paris – Linz – Wien. Musikkolle­ gium Winterthur. Stadthaus Win­ terthur, 19:30 Uhr Atrium. Zwischen Jazz, experi­ mental Rock, Minimalmusic und Folk. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Eduoardo Bennato & Band. Der Cantautore live. Casino Herisau, 20 Uhr Biggles: Orange Wedge. Gitarre, Sampler und Omnichord. Eisen­ werk Frauenfeld, 20:15 Uhr Jaccard/Ruosch Band. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Michael Neff Group. Jazz. Bier­ halle Balgach, 20:30 Uhr


LITERATUR

Ein kleiner und kleiner werdender Reiter. Mit Elisabeth Binder. Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr

Hauff (DJ-Set). Palace St.Gallen, 22 Uhr Kingston Vibes. Feat. Pow Pow Movement. Kugl St.Gallen, 22 Uhr

VORTRAG

NACHTLEBEN

Internierte im ersten Weltkrieg. Mit Thomas Fuchs. Kleiner Ratsaal Appenzell, 19:30 Uhr Kultur-Podium. Podiumsdiskussion zur Kulturpolitik. Gare de Lion Wil, 20 Uhr

DIVERSES

Martel Tour des Vins. Die Martel Tour des Vins erlebt ihren 26. Frühling. Martel Lager Laden St.Gallen, 16 Uhr Zwischen Schwaben und Burgund. Die Kyburger als Thurgauer Landgrafen. Historisches Museum Thurgau Frauenfeld, 18:30 Uhr Diavortrag Betrug im Pflanzenreich. Vortrag mit Hanspeter Schuhmacher. Gemeindezentrum Rehetobel, 19:15 Uhr

AUSSTELLUNG

Modell Mittelholzer – Die Afrikaflüge als Anlass. Führung. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 18 Uhr KIT. Hinter der Bar mit Kasia Maksymowicz. Nextex St.Gallen, 19 Uhr

Fr 13. Saiten 03/2015

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KONZERT

Musse & Melodie über Mittag. Antonín Dvorák Streichquintett G-Dur, op. 77. Rathaus Winterthur, 12:15 Uhr 4. Meisterzyklus-Konzert. Kammermusik mit Werken von Turina, Schubert und Dvorak. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Amelia Amanda & Dani Rieser. Gesang und Piano. Krug – Die Quartierbeiz St.Gallen, 20 Uhr Easy Tuners. Jazz-Kapelle. Schloss Roggwil Roggwil, 20 Uhr Gazzjazz. Funky & Groovy. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Global Shtetl Band. New Yiddish World Music. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Jan Luley – Solo Piano. Jelly Roll Morton Boogie Woogie und Créole Music. Dixie- und Jazz-Club Sargans, 20 Uhr Kimm Trio. Lieder aus dem Osten und Selbstgebranntes. Schlosshof Altikon, 20 Uhr Marcello & Dusan. Stimme & Kontrabass. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Raphael Walser Gangart. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Panem’s Friday Night Music – Saudade Nova. Reisenotizen aus Rio de Janeiro. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr Saudade Nova. Bossa der 60er Jahre. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr Joe Haider Jazz Quartett. Urgestein des Jazz. Jazzhuus (Jazzclub) Lustenau, 21 Uhr Lokal total. Soldat Hans, Fogel, Rue des Cascades. Salzhaus Winterthur, 21 Uhr Durian Brothers (live), Helena

Dance Free. Alkoholfreier Tanzraum, ohne Strassenschuhe. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr A Space Odyssey. Sci-Fi-Party. Kaff Frauenfeld, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Tanznacht 40. Für alle ab 40 Jahren, mit Disco-Hits von alt bis neu. Flair Cocktail Lounge Rapperswil, 21 Uhr Thedawn: Mad World. Electronic. Gare de Lion Wil, 21 Uhr Das House. House Music. Kraftfeld Winterthur, 23 Uhr

FILM

Driften. Preisgekrönter Spielfilm über einen jugendlichen Raser. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Iraqi Odyssey. Filmemacher Samir erzählt von seiner irakischen Familie. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Eldorado. Gebrauchtwagenhändler findet Einbrecher unterm Bett. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr Tao jie – Ein einfaches Leben. Es liegt noch so viel vor uns! Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Samba. Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Unter der Haut. Frank, Vater dreier Kinder, hat sein spätes Coming-out. Kinok St.Gallen, 22 Uhr

BÜHNE

Ein Volksfeind. Schauspiel von Henrik Ibsen. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Publikumsbeschimpfung von Peter Handke. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Che – die Möglichkeit einer Revolution. Von Annette C. Daubner. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Schön & gut: Schönmatt. Kabarett. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Wanderful. Ein musikalischhumorvolles Gipfeltreffen mit Sandra Studer. Hotel- und Kongresszentrum Thurgauerhof Weinfelden, 20 Uhr Florian Schröder – Entschiedet euch. Kabarett. Asselkeller Schönengrund, 20:15 Uhr Widmer. Hommage an den bekannten Schriftsteller Urs Widmer. Theaterhaus Weinfelden, 20:15 Uhr Sabina Spielrein. Szenischer Monolog mit Graziella Rossi. Stadttheater Schaffhausen, 20:30 Uhr Nachtzug. Schauspiel. Lokremise St.Gallen, 21 Uhr

DIVERSES

Martel Tour des Vins. Die Martel Tour des Vins erlebt ihren 26. Frühling. Martel Lager Laden St.Gallen, 16 Uhr Wir faiarn – Ai/AR 500. Erinnerungen an das Jubiläumsjahr. Gemeindesaal Bühler, 20 Uhr Bal Folk Tanzabend. Workshop zu Tänzen aus dem Balkan. Alte Kaserne Winterthur, 20:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Marianne Rinderknecht – I’m so fucking perfect. Vernissage. Galerie Paul Hafner (Lagerhaus) St.Gallen, 18 Uhr 2 x 365: AllTag. ShedBar. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Transfer. Konzert: Wavetest (FL). Kunstraum Engländerbau Vaduz, 21 Uhr

Sa 14. KONZERT

Kleine Feier. Apéro & Musik mit «Stefanalfred». Basar Bizarr am Zebraplatz St.Gallen, 14 Uhr Tony Martinez and the Cuban Power live. Ein Salsa-Abend vom Feinsten. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 18 Uhr Karnivool. Support: Monuments. Salzhaus Winterthur, 19 Uhr Tänze auf der Orgel. Gagliarde, Canzone, Saltarello, Foxtrott, Fandango, uvm. Michaelskirche Aawangen, 19:30 Uhr Chorprojekt Romania Cantat. Solistin: Marion Meili – Sopran. Ref. Kirche Wülflingen Winterthur, 20 Uhr Hits. Mit dem Divertimento Chor Schaan. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Rocknight Goldach. 4 Rockbands laden gemeinsam in die Aula Goldach. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr Tango – Konzert und Ball. Milonga mit dem Ensemble Hyperion. Grand Hotel Quellenhof Bad Ragaz, 20 Uhr Violons Barbares. Musik zwischen Orient und Okzident. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr John Holloway & Friends. Henry Purcell – Fantasien für Streicher. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 20:15 Uhr Addys Mercedes. Sängerin und Songwriterin aus Kuba. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Irish Night. Pigeons on the Gate & Saint City Orchestra. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Maklar & Schwarzbauer. BayernFolk. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Ravenking. Blues. Habsburg Widnau, 21 Uhr Vault 13 presents. Prager Handgriff. Das Contrast Konstanz, 21 Uhr Rabaukendisco. Indietronic. Gare de Lion Wil, 22 Uhr

NACHTLEBEN

None Of Them (Nice Try Records, Züri). Enter the Future Bass Zone. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Oldie Disco «Stayin’ alive». Sounds der 70er- und 80er-Jahre. Alti Gerbi Oberuzwil, 20 Uhr

12.–15.03.

Das lila Lamm feiert mit. DJ T., Bloody Mary, D Cosmo. Salzhaus Winterthur, 23 Uhr Niconé @ Club der Traumtänzer. Deephouse. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Das Salz der Erde. Wim Wenders Reise mit dem Fotografen Sebastião Salgado. Kinok St.Gallen, 12:45 Uhr Life in Progress. Das Leben dreier Jugendlicher im südafrikanischen Township. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Refugiado. Eine Mutter flüchtet mit ihrem Sohn vor häuslicher Gewalt. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Homo Faber (drei Frauen). Regie: Richard Dindo. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Chrieg. Eine der wichtigsten Neuentdeckungen im Schweizer Spielfilm. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Frau Müller muss weg. Regie: Sönke Wortmann. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 21:45 Uhr

BÜHNE

R&J. Tanzstück zu Shakespeares Tragödie. Theater St.Gallen, 14 Uhr A History of Everything. Theater Projekt zur Weltgeschichte. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Schön & gut: Schönmatt. Poetisches und politisches Kabarett. Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Diary of a Madmen. Stück von Gogol in englischer Sprache. Stadttheater Schaffhausen, 18:30 Uhr No Perks Theatre. Diary of a Madman. FassBühne Schaffhausen, 18:30 Uhr Ein Volksfeind. Schauspiel von Henrik Ibsen. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Lucrezia Borgia. Oper von Gaetano Donizetti. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Moderne Pilger. Akrobatisches Tanzstück in 4 Dimensionen vom Panorama Dance Theater. Kletterhalle St.Gallen, 20 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Publikumsbeschimpfung von Peter Handke. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Auf Tour. Der Jazzchor Konstanz – in Szene gesetzt. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Bunbury oder dabei sein ist alles. Schülerinnen-Theater nach Oscar Wilde. Gymnasium St.Antonius (Kollegium) Appenzell, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Günter Grünwald. Sport- und Kulturzentrum Dreispitz Kreuzlingen, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr

Mir stinkt das Glück. Mit Marjolaine Minot. Alte Mühle Gams, 20 Uhr Pas de Deux. Von John Birke. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Rolf Schmid. Grobhumoriker mit dem Charme eines Skilehrers. Casino Herisau, 20 Uhr Lisa Catena – Try-out. Wahlversprechen. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Carole Colombi. Clownstück. Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr Philipp Galizia. Musikalisches Erzähltheater. Altes Zeughaus Herisau, 20:30 Uhr Diary of a Madmen. Stück von Gogol in englischer Sprache. Stadttheater Schaffhausen, 21 Uhr 3. Poetry Slam in Mostindien. Team Special. Vorstadttheater Frauenfeld, 20 Uhr

KINDER

Englische Erzählstunde. Erzählt von Alice Noger. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 10:30 Uhr Katja Alves. Geschichten für Kinder. Kantonsbibliothek Thurgau Frauenfeld, 10:30 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poetische Fensterreise. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Schneeweisschen und Rosenrot. Figurentheater Anke Huber. Eisenwerk Frauenfeld, 15 Uhr

DIVERSES

Martel Tour des Vins. Die Martel Tour des Vins erlebt ihren 26. Frühling. Martel Lager Laden St.Gallen, 13 Uhr

AUSSTELLUNG

Naomi Garde. Vernissage mit Musik von Miguelo Delgado. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr

So 15. KONZERT

Ittinger Sonntagskonzert 04. Werke von Schubert und Beethoven. Kartause Ittingen Warth, 11:30 Uhr High Noon Musik 2000+. Matinée mit zeitgenössischer Musik. Spiegelhalle Konstanz, 12 Uhr Consort La Martinella. Miroir des temps. Kloster Fischingen, 16 Uhr Big Band 14U. 30 Jahre Jubiläumsparty / Konzert. Grabenhalle St.Gallen, 17 Uhr Hits. Mit dem Divertimento Chor Schaan. Schlösslekeller Vaduz, 17 Uhr Jam-Point. Session mit Basisband. Schlosshof Altikon, 18 Uhr Manfred Paier. Seele und Geist entspannende Klänge. Kultur Punkt Flawil, 18:30 Uhr Los Armadillos. Rock’n’Roll, Tex Mex, ein Schuss Country und viel Soul. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr

FILM

Conducta. Eine wunderbare Liebeserklärung an eine Lehrerin in Kuba. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 13:15 Uhr


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Saiten 03/2015

Anzeigen

John Holloway & Friends mit Purcell

Erzähltheater mit Kontrabass

Vortrag zu Selbstheilung

Literarisch Bilanzen lesen

Purcell war der «Orpheus» seiner Zeit. Seine Streicherfantasien stehen am Ende der englischen Tradition der Consortmusik. John Holloway leuchtet diese Musik auf neue, tänzerische Weise aus. Seine «Friends» sind führende Musikerinnen und Musiker der Schweizer Barockszene und oft auch im Zyklus der BachStiftung aufgetreten: Monika Bär, Renate Steinmann (Violinen) und Martin Zeller (Cello). Zu Holloways Aufnahmen schreibt die Sächsische Zeitung: «Sie klingen klar und offen, atmen bisweilen kosmische Schönheit.» Samstag, 14. März, 20:15 Uhr, Schloss Wartegg Rorschacherberg. wartegg.ch

Das Glück hält bis zu dem Zeitpunkt, als die Medien von ihm erfahren: vom KontrabassMann, den man gratis mitnehmen kann. Dann ist es vorbei! Doch vorher erzählt, spielt und singt Philipp Galizia von seiner Figur Ralph, der sich nach der Trennung von seiner Frau auf die Strasse stellte, mit seinem Kontrabass und einem Schild: «Gratis zum Mitnehmen». Ein schräger Roadmovie mit unterschiedlichsten Begegnungen, verrückten Menschen, Hochs, Tiefs und auch etwas Liebe. So begegnet Ralph dem Glück... Samstag, 14. März, 20:30 Uhr, Altes Zeughaus Herisau. kulturisdorf.ch

Clemens Kuby recherchierte über Jahrzehnte in 14 Kulturen weltweit, um herauszufinden, wie es zu nichtmedizinischen Heilungen kommen kann. In diesem Vortrag erklärt er das Phänomen der Selbstheilung. Die Methode geht davon aus, dass es keine zwei gleichen Krankheiten oder Probleme geben kann, da diese individuell verursacht sind. Mental healing basiert auf erklärbaren verständlichen Prozessen und fasziniert deshalb alle, die für ihr Wohlergehen selbst sorgen möchten. Anmeldung wird empfohlen. Montag, 16. März, 19:30 Uhr, Katharinensaal St. Gallen. barbara@durrerklein.net

Daniel Cuonz referiert über Buch- und Lebensführung bei Gustav Freytag, Gottfried Keller und Thomas Mann. Und er geht der Frage nach, wie es mit den mentalitätsgeschichtlichen Nebenwirkungen des Bilanz-Denkens steht. Denn von diesen Nebenwirkungen ist die Rede, wenn die Buchführung in literarischen Texten thematisch wird. Anhand von Romanen versucht er aus erzählten Bilanzen herauszulesen, was unter dem Strich zählt, auch oder gerade weil es sich nicht rechnet. Dienstag, 17. März, 19:30 Uhr, Raum für Literatur Hauptpost St.Gallen. hauptpost.ch gdsl.ch

Citizenfour. Dokuthriller über Flucht und Enthüllungen Edward Snowdens. Kinok St.Gallen, 15:15 Uhr Mittelholzers Afrikaflug 1930. Mittelholzers spektakulärer Flug über den Kilimandscharo. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Honig im Topf. Mit Til Schweiger. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Leviathan. Das neue Meisterwerk von Andrey Zvyagintsev («The Return») Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Los lunes al sol. Regie: Fernando León de Aranoa. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr

BÜHNE

Ein Volksfeind. Schauspiel von Henrik Ibsen. Theater Winterthur, 14:30 Uhr Bunbury oder dabei sein ist alles. Schülerinnen-Theater nach Oscar Wilde. Gymnasium St. Antonius (Kollegium) Appenzell, 15 Uhr Ensemble TaG. Zwischenräume. Theater am Gleis Winterthur, 17 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 17 Uhr Parzival und das Atom. Erzähltheater mit Nathalie Hubler. Theater 111 St.Gallen, 17:45 Uhr Auf Tour. Der Jazzchor Konstanz – in Szene gesetzt. Spiegelhalle Konstanz, 18 Uhr Magie per Excellence. Mit Christoph Borer. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Moderne Pilger. Akrobatisches Tanzstück in 4 Dimensionen

vom Panorama Dance Theater. Kletterhalle St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Albert Camus – der absurd gerechte Sisyphos. Mit Schaupielern des Theaters St.Gallen. Bibliothek Herisau, 11 Uhr

VORTRAG

NGW – Wissenschaft um 11. Supernovae als Voraussetzung für Leben. Alte Kaserne Winterthur, 11 Uhr Roméo et Juliette. Matinée, Einführung ins Tanzstück. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr

KINDER

Peter Pan. Kindergeschichte auf Englisch. Stadttheater Schaffhausen, 14 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poetische Fensterreise. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Rotkäppchen. Das Kindertheater Floh zeigt das bekannte GrimmMärchen. Schulzentrum Oberwiesen Frauenfeld, 14:30 Uhr Die Pinguine aus Madagascar. Ausgefeilte Animationen und dynamische Actionszenen. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Oh, wie schön ist Panama. Nach dem Kinderbuch von Janosch. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr S’tapfere Schnyderli. Dialektfassung. Mehrzweckanlage Rheinau, 15 Uhr Schneewittchen. Schauspiel nach den Gebrüdern Grimm. Tak Schaan, 16 Uhr

DIVERSES

Manfred Paier. Workshop ganzheitliche Fussmassage. Kultur Punkt Flawil, 10 Uhr Schoggihasen giessen: Wie wird ein Osterhase angefertigt? Vorführung der Arbeitsschritte und Schoggihasen-Verkauf. Naturmuseum St.Gallen, 10 Uhr

AUSSTELLUNG

Kunstwerk Alpen – Fotografien von Bernhard Edmaier. Führung. Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr Moore: Lebensraum und Weltkulturerbe. Führung mit Hannes Geisser. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 10:30 Uhr 50 Jahre Kellerbühne. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Beni Bischof – Manor-Kunstpreis St.Gallen 2015. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 11 Uhr Isabelle Lartault & Michel Verjux – Correspondances. Führung. Kunstzone Lokremise St.Gallen, 11 Uhr S’isch – s’isch nöd – Das St.Galler Kinderfest. Führung. Textilmuseum St.Gallen, 11 Uhr Meinrad Schade – Krieg ohne Krieg. Ausstellungsrundgang. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 11:30 Uhr Orientbilder. Fotografien 18501910. Führung. Kulturzentrum am Münster Konstanz, 15 Uhr Vera Singer und dekern – Kunstwege aus der ehem. DDR. Führung. IG Halle Rapperswil, 16 Uhr

15.–17.03.

Mo 16. KONZERT

Stickerei Jazz Trio. Feat. Matthias Anton. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Migre le Tigre. One Man Acoustic Disco. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

KINDER

Schneewittchen. Schauspiel nach der Gebrüder Grimm. Tak Schaan, 10 und 14 Uhr

DIVERSES

Sprachencafé Italienisch. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr

Di 17.

FILM

Yalom’s Cure. Porträt des bekannten Psychiaters und Autors Irvin D. Yalom. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Homo Faber (drei Frauen). Richard Dindos filmische Lektüre von Max Frischs Roman. Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Chrieg. Eine der wichtigsten Neuentdeckungen im Schweizer Spielfilm. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

R&J. Tanzstück zu Shakespeares Tragödie. Theater St.Gallen, 14 Uhr

VORTRAG

Focus PHSG 2015 – Von der Puppe zum Shooter-Game. Spielerisch Gelerntes sitzt besser. Hochschulgebäude Hadwig (PHSG) St.Gallen, 19:15 Uhr Mental healing. Erfahrung in Selbstheilung. Katharinensaal St.Gallen, 19:30 Uhr

KONZERT

The Good, the Bad & the Ugly. St.- Patrick’s-Day-Special. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr The Green Socks. Irish Folk. Irish Pub Brühltor St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

DJ 1.0037 & Guest Robot. We Went out Shopping to Get Some Noise. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Tableau noir. Doku von Yves Yersin. Pro Senectute St.Gallen, 14 Uhr Ein Brief für dich. Regie: Christian Vuissa. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Unter der Haut. Frank, Vater dreier Kinder, hat sein spätes Coming-out. Kinok St.Gallen, 18 Uhr


69 Fort von allen Sonnen. Vergessene Schätze in Moskau: Bauwerke der 1920er-Jahre. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Tokyo Family. Japan nach dem Tsunami, unangestrengt und heiter. Kino Loge Winterthur, 20 Uhr Zusammenbrüche. Filmreihe zum Thema psychische Krankheiten. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Traumfrauen. Regie: Anika Decker. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

Refugiado. Eine Mutter flüchtet mit ihrem Sohn vor häuslicher Gewalt. Kinok St.Gallen, 16:45 Uhr Fünf Swissair-Kurzfilme mit Walter Mittelholzer. Wenig bekannte Kurzfilme des Flugpioniers. Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Double Happiness. Crossing Europe-Filme in Dornbirn. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Wild Tales (Relatos salvajes). Furiose, argentinische Komödie – rasant, brillant und wild. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

BÜHNE

Theater Jam. Für improvisationshungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Ein Volksfeind. Schauspiel von Henrik Ibsen. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Doggy Style. Tanzproduktion von Joshua Monten. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Bilanzen lesen, literarisch. Mit Daniel Cuonz. Raum für Literatur St.Gallen, 19:30 Uhr Friedolin Tschugmells Kriegstagebuch. Lesung mit Mathias Ospelt. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr

Saiten 03/2015

KINDER

Schneewittchen. Schauspiel nach der Gebrüder Grimm. Tak Schaan, 10 Uhr Französische Erzählstunde. Erzählt von Elodie Tassin. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr

AUSSTELLUNG

Das Ausschmücken der Räume und Orgelräume. Führung mit Eduard Brun. Kathedrale St.Gallen, 16 Uhr Transfer. Künstlergespräch. Kunstraum Engländerbau Vaduz, 18 Uhr Paul Strand – Fotografie und Film für das 20. Jahrhundert. Führung. Fotomuseum Winterthur, 19 Uhr

Mi 18. KONZERT

Konzert – Violinissimo. Mit der Internationalen Musikakademie im FL. Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz, 18 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Chansons von Hildegard Knef. Eva-Maria Froidevaux und Willi Häne. Hochschulgebäude Hadwig (PHSG) St.Gallen, 20 Uhr Session-Room. Anstatt «Guitar Hero» zu Hause spielen. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Jazz am Mittwoch. Motek. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

FILM

Dancing Arabs. Der neue Film von Eran Riklis («The Syrian Bride»). Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr

Cinevox Junior Company: «Diva». Musikalische Perlen aus Opern und Musical. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Frühling der Barbaren. Schauspiel nach Jonas Lüscher. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Superhero. Nach Anthony McCarten. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Che – die Möglichkeit einer Revolution. Von Annette C. Daubner. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Die Diplom-Animatöse. Kabarett mit Christine Prayon. Tak Schaan, 20 Uhr Doggy Style. Tanzproduktion von Joshua Monten. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Michael Krebs. Zusatzkonzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Sutter & Pfändler – All inklusive. Comedy. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 20 Uhr Ursus & Nadeschkin – Sechsminuten. Durch und durch aufgepimptes Stück Theater. Thurgauerhof Weinfelden, 20 Uhr

LITERATUR

Doris Knecht: Wald. Literatur aus dem Vorarlberg. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

KINDER

Zauberlaterne Filmclub. Triff die Robinsons. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr Pippas Traumfenster. Eine poetische Fensterreise. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Ungarische Erzählstunde. Erzählt von Eva Csokona. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 15 Uhr Ida hat einen Vogel, sonst nichts. Figurentheater Lupine. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 15:15 Uhr Rawums. Schauspiel ins Wunderland der Schwerkraft. Tak Schaan, 16 Uhr Zauberlaterne Filmclub. Triff die Robinsons. Alte Kaserne Winterthur, 16 Uhr

DIVERSES

Singen für jedermann – ProSenectute. Singen macht fröhlich. Andreaszentrum Gossau, 14 Uhr Der Grenzgänger. Multimediashow. Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 12:15 Uhr

Prozessionsfiguren aus Südindien. Führung mit Jeanne Egloff, Kuratorin Ostasien. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr Lichtwerke – Die Fotografin Mia Hesse, geb. Bernoulli. Vortrag und Führung. Frauenbibliothek Wyborada (Lagerhaus) St.Gallen, 18 Uhr Mit / Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Gespräch mit Felice Crottogini. Sitterwerk St.Gallen, 18:30 Uhr Kunstwerk Alpen – Fotografien von Bernhard Edmaier. Referat von Adrian Pfiffner. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr Nativité de St Stéphane, faune. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 19. KONZERT

Twilight-Konzert. Die Stipendiaten der Internationalen Musikakademie im FL. Grand Hotel Quellenhof Bad Ragaz, 18 Uhr 8. Tonhallekonzert. Gershwin / Wayne Marshall. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Der Blues. Von & mit Notty‘s Jug Serenaders. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr The Legacy Of Jazz #2: laquartett Allstarts. Jazz. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Jacobee. Der Funk-Hohepriester. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Trummer – Molton. Musikalische Reiseeindrücke. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

NACHTLEBEN

Jazzbee. Querbeat! Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Life in Progress. Das Leben dreier Jugendlicher im südafrikanischen Township. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Difret. Engagiertes Plädoyer für Selbstbestimmung und Frauenrechte Kinok St.Gallen, 19 Uhr Vielleicht lieber morgen. Filmreihe zum Thema psychische Krankheiten. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Leviathan. Das neue Meisterwerk von Andrey Zvyagintsev («The Return») Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 17 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Scana Panorama Spezial. 5 Jahre Sal. Sal Schaan, 19:30 Uhr Superhero. Nach Anthony McCarten. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Bar jeder Vernunft. Barabend mit Leseperformance. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Falling in Love. Eva Herzig ist

17.–20.03.

sterbensunglücklich verliebt. Theater Kanton Zürich Winterthur, 20 Uhr Vorletzte Worte. Kabarett von Joesi Prokopetz. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Wanderful. There’s no Piz like Show Piz. Vaduzer-Saal, 20 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit. Jens Steiner liest. Bibliothek Universität St.Gallen, 19:30 Uhr Icon Poet live. Dagny Gioulami, Renato Kaiser, Paul Steinmann, Nora Zukker. Militärkantine (Kastanienhof) St.Gallen, 20 Uhr

KINDER

Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Marianne Wäspe. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr

DIVERSES

Seniorenzmittag. Gemeinsam essen. Stiftung Vita Tertia Gerbhof und Weiher Gossau, 11:30 Uhr Jahrgängerverein Gossau 1941 - 1950. 3. Tanzabend mit Evi und Hans. Schwarzer Adler Gossau, 19 Uhr Der Grenzgänger. Multimediashow. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 19:30 Uhr Japan. Reisebericht in Bild und Ton. Hotel Krone Trogen, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

S’isch – s’isch nöd – Das St.Galler Kinderfest. Podiumsdiskussion. Textilmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr KIT. Hinter der Bar mit Fabian Diem. Nextex St.Gallen, 19 Uhr Modell Mittelholzer – Die Afrikaflüge als Anlass. Nicole Graf über den Nachlass. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 20 Uhr

Fr 20. KONZERT

3. Mittagskonzert. Musik und Lunch mit Werken von Gershwin. Tonhalle St.Gallen, 12:15 Uhr Lass, Fürstin, lass noch einen Strahl. J.S.Bach, Kantate BWV 198. Evang. Kirche Trogen, 19 Uhr Alban Berg – neu gehört. Musikkollegium Winterthur. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr 4someblues. Erstklassiger Blues mit viel Leidenschaft. Dixie- und Jazz-Club Sargans, 20 Uhr Belle Affaire. Von Afrika bis in die Schweizer Berge. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Bixology Jazzband. The Spirit of Bix Beiderbecke. Casino Herisau, 20 Uhr Boulez 90. Solisten der Philharmonia Zürich. Tonhalle St.Gallen, 20 Uhr Doug Johnson Trio. Ein aussergewöhnlicher Hörgenuss. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr

Marcello & Benji. Stimme & Gitarre & Piano. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Nic Nikas. Pop, Rock, Eigenkompositionen. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Kapelle Kessler. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Didine Stauffer und Ficht Tanner. Musikalische Momentaufnahmen. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Doppia Erre & Taiken. Rap mit Support und Special-Guest. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Altstadt Swing. Mit The Waffle Machine Orchestra. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr Soul Jazz Alliance. Der Name ist Programm. Jazzclub Rorschach, 21 Uhr Optimo (Espacio). Palace St.Gallen, 23 Uhr

NACHTLEBEN

Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Nachtflohmarkt. Los Huevos Rancheros. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Twisted Turns #4. Hip-Hop/ Funk. Kaff Frauenfeld, 21 Uhr Breakfast at Tiffany’s. Früher war alles besser! Salzhaus Winterthur, 23 Uhr Claptone @ Oh mon dieu. Deephouse. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Citizenfour. Dokuthriller über Flucht und Enthüllungen Edward Snowdens. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Iraqi Odyssey. Filmemacher Samir erzählt von seiner irakischen Familie. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Hungry Man. Crossing EuropeFilme in Dornbirn. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Kinoteens. Big Hero 6. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

R&J. Tanzstück zu Shakespeares Tragödie. Theater St.Gallen, 14 Uhr 10 Jahre Assitej Liechtenstein. Jubiläumsfeier. Tak Schaan, 18 Uhr Lucrezia Borgia. Oper von Geatano Donizetti. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Superhero. Nach Anthony McCarten. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Che – die Möglichkeit einer Revolution. Von Annette C. Daubner. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Helga Schneider. Hellness – die Show. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr Kabarett in Kreuzlingen. Christine Prayon. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Klaus Kohler. Klavierkabarett. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr MacBeth für Anfänger. Tragödie auf eigenes Risiko. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr


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Haupt- und Nebenwege mit Beethoven

Mit gefeilten Nägeln: Knut & Tucek

Abschied von den Balkan Blues Brothers

Die Bibliothek der Universität St. Gallen veranstaltet zwei Mal jährlich eine Autorenlesung in ihren Räumen. Dabei sprechen die Lesenden gerne auch mit dem Publikum über das Umfeld Ihrer Werke. Diesmal stellt Jens Steiner seinen Roman «Junger Mann mit unauffälliger Vergangenheit» vor. Es ist eine in leichtem Ton geschriebene Geschichte, die ganz nebenbei die Fragen nach Familienbanden, Freiheit im Handeln, nach Selbst- und Fremdbestimmung stellt. Donnerstag, 19. März, 19:30 Uhr, Bibliothek der Universität St.Gallen. biblio.unisg.ch

Das Appenzeller Kammerorchester macht sich mit einem vielversprechenden Konzertprogramm auf den Weg. Dieser ist sowohl ein Prozess nach innen, als auch eine Aufforderung nach aussen. Neue Klangbilder fordern das Orchester heraus und ein spannender Konzertbogen konfrontiert das Publikum mit Fragen. So wird die Musik von Beethovens 1. Sinfonie, Pärts «Mein Weg», Charles Ives und Andreas Zurbriggen durch Texte von Edmond Jabès ergänzt. Samstag, 21. März, 19 Uhr, Evang. Kirche Rehetobel, Sonntag, 22. März, 19 Uhr, Lokremise St. Gallen und Sonntag, 29. März, 18:30 Uhr, Kirche Urnäsch. kammerorchester-ar.ch

Knuth und Tucek schmeicheln den Gehörgängen mit ihren lusterfüllten Liedern. Doch die beiden haben ihre Lippen gerötet und ihre Nägel gefeilt. Die Schmeichelei geht nur so lange, bis der Kopf begreift, wie abgründig und bitterbös ihre Texte sind. Geistreich und wortgewandt teilen sie aus: Politik, Wirtschaft, Spiritualität und volkstümlicher Schlager kriegen ihr Fett weg. Für die Liebhaber der gepflegten, satirischen Abendunterhaltung. «Die Rockstars unter den Satirikerinnen...» Samstag, 21. März, 20:30 Uhr, Löwenarena Sommeri. loewenarena.ch

Die französische Band Bratsch packt ein letztes Mal ihre Koffer für ihre Abschlusstournee. Sie sind geradezu ein Synonym für Musiker auf der Wanderschaft. Und zwar im realen Sinn wie im geistig-kulturellen: Was sie seit jeher mit ihren Brüdern im Geiste, mit den Roma, teilen, ist das Interesse an neuen Kulturen, daran, die Musiken, die sie auf ihren Reisen kennenlernen, aufzugreifen und zu ihrer eigenen Musik zu machen. Die letzte Gelegenheit, diese Institution noch einmal live zu erleben. Samstag, 21. März, 21 Uhr, Palace St.Gallen. palace.sg

Saiten 03/2015

Jens Steiner liest an der Uni

Maria de Buenos Aires. TangoOperita von Astor Piazolla. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Michael Krebs. Zusatzkonzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Parzival und das Atom. Erzähltheater mit Nathalie Hubler. Theater 111 St.Gallen, 20 Uhr Ursus & Nadeschkin – Sechsminuten. Die Show, die ihrer Zeit vorauseilt. Hotel- und Kongresszentrum Thurgauerhof Weinfelden, 20 Uhr Wolfgang – das Musical – hilft. Liederabend von und mit Wolfgang Erkwoh. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Duo Luna-Tic – On-Air. Klavierakrobatik-Liederkabarett. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Ein neuer Tag – Caco erwacht. Clownstück mit Carole Colombi. Oberstufenschulhaus Degersheim, 20:15 Uhr

LITERATUR

Literaturtage Rapperswil Jona. Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 19 Uhr Poetry Slam. Triebwerk Arbon, 20 Uhr

KINDER

Traumhaft. Kinderbühne Wil. Gare de Lion Wil, 10:15 Uhr Polnische Erzählstunde. Erzählt von Elzbieta Barandun. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr Traumhaft. Kinderbühne Wil. Gare de Lion Wil, 18 Uhr

DIVERSES

Jass-Nachmittag. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr Ansichtskarten- und Papierbörse Appenzell. Kleinbörse für historische Dinge. Restaurant Stossplatz Appenzell, 19 Uhr

AUSSTELLUNG

Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Studientag. Kunstmuseum Winterthur, 09:15 Uhr Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Zellwegerabend. Heidi Eisenhut führt durch die Zellweger-Wohnung. Rab-Bar Trogen, 18:30 Uhr

Sa 21. KONZERT

Heinz de Specht. Zeit für eine «Party». Bären Hundwil, 18 Uhr Appenzeller Kammerorchester. Werke von Beethoven, Bach und Zurbriggen. Evang. Kirche Rehetobel, 19 Uhr Jahreskonzert. Mit der Stadtmusik Winterthur. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Blues Max: Kino im Kopf. Frisches Musikkabarett vom Feinsten. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Richie Pavledis. Authentischer Outback Country. Viertel Bar Trogen, 20 Uhr

FILM

Rub A Dub Club. Real Rock Sound (SH) & Signal From Mountain (GR). Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Stimm-Impro-Konzert mit Triado. Mit Sonja, Marcello & Alessandro. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr The Green Socks. Irish Folk. Soirée Bar Altstätten, 20 Uhr Urstimmen. Kompositionen aus A-Cappella und Schauspiel. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Giora Feidman & das Orchester le phénix. Klezmer. Tak Schaan, 20:09 Uhr 15th Guinness Celtic Spring Caravan. Reveillons (Can) & Moxie (Irl). Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Brendan Monaghan & Brian McClean. Irish Songs. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr The Dawn. Dub / Offbeat. Kaff Frauenfeld, 21 Uhr Bratsch. Palace St.Gallen, 22 Uhr

Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Conducta. Eine wunderbare Liebeserklärung an eine Lehrerin in Kuba. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Das Geheimnis der Bäume. Zum Tag des Waldes. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Chrieg. Eine der wichtigsten Neuentdeckungen im Schweizer Spielfilm. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Samba. Regie: Olivier Nakache, Eric Toledano. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Driften. Preisgekrönter Spielfilm über einen jugendlichen Raser. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

NACHTLEBEN

BÜHNE

Live It Up! Mashup & Party Tunes by The Niceguys. Salzhaus Winterthur, 21 Uhr Bravo Hits Party. Mit Special Live Guest Nana. Kugl St.Gallen, 22 Uhr Save the Bamf. HipHop und Rap Tracks von Vorgestern bis Heute. Gare de Lion Wil, 22 Uhr Tango Argentino. Tango Tanzfest. Stadttheater Konstanz, 22 Uhr

20.– 21.03.

Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Ich habe Bryan Adams geschreddert. Junge Theatergruppe aus Winti. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 19:30 Uhr Falling in Love. Eva Herzig ist sterbensunglücklich verliebt. Theater Kanton Zürich Winterthur, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Frau Elfriede Peil – Stoff fürs

Leben. Solo-Stück mit der Liechtensteiner Pantomimin Selina Senti. Schlösslekeller Vaduz, 20 Uhr Helga Schneider. Hellness – die Show. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr I hate myself and I want to die – Durch die Nacht mit Kurt Cobain. Szenische Lesung von Stefan Eberle. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr MacBeth für Anfänger. Tragödie auf eigenes Risiko. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Maria de Buenos Aires. TangoOperita von Astor Piazolla. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Michael Krebs. Zusatzkonzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Rob Spence – Echt stark. Comedy. Casino Frauenfeld, 20 Uhr Rolf Schmid – XXL. Warum kann man mit Kleiderbügeln keine Kleider bügeln? Forum im Ried Landquart, 20 Uhr Wanderful. Comedy. Stadtsaal Wil, 20 Uhr Wanderful. There’s no Piz like Show Piz. Stadtsaal Wil, 20 Uhr Jaap Achterberg. Erzähltheater. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Theater Klappsitz. Kleiner Idiotenführer durch die Hölle. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr Knut & Tucek. Rausch – Wort und Lied. Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr


Die Karamasows von Fjodor Dostojewskij

Charismatischer Jazz mit LimberLumber

«Die Brüder Karamasow» ist Fjodor Dostojewskijs letzter und abgründigster Roman. Es geht um drei Brüder und ihren ermordeten Vater, es geht um Kinder, Tiere, Liebe und Mord. Es geht um Abgründe und Höhenflüge der menschlichen Seele. Es geht um wider­ sprüchliche, um zerrissene, um zerstörte Menschen. Es geht – wie immer bei Dostojewskij – um uns, gestern und heute. Thorsten Lensing inszeniert den grandio­ sen Roman mit einem prominen­ ten Ensemble, darunter André Jung und Ursina Lardi. Montag, 23. und Dienstag 24. März, 19 Uhr, SAL Schaan. tak.li

Die Musiker Christian Rösli, Patrick Sommer und Julian Sarto­ rius gelten als sympathische Hoffnungsträger der CH­Jazz­ Szene. In ihrem Trio LimberLum­ ber pflegen sie einen erfrischenden Umgang mit der Jazz­Klavertrio­ Tradition, mal groovig, jazzig oder zuckerguss­poppig. Dazwischen präsentieren sie vergessene Trouvaillen aus der Film­ und Hit­ melodien­Mottenkiste in über­ raschend neuen Arrangements. Im Vordergrund steht aber immer das Interplay der Musiker mit viel Raum für Improvisation und Klangmalerei. Montag, 23. März, 20 Uhr, Weinlokal 1733 St. Gallen. gambrinus.ch

Hotel Römertor Winterthur, 14 Uhr Margrit Gysin. Figurentheater. Haberhaus Schaffhausen, 14 Uhr Abenteuer für die Kleinen. Kons­ tanzer Improtheater. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Shaun das Schaf – Der Film. Shaun treibt mal wieder gehöri­ gen Unfug. Kino Rosental Hei­ den, 15 Uhr Unterwegs mit Edgar Hund. Fi­ gurentheater. Theater 111 St.Gallen, 15 Uhr Zaubernacht – Familienkonzert. Mit Puppenspiel. Stadthaus Win­ terthur, 17 Uhr

AUSSTELLUNG

Werdenberg – Archäologie im Leitungsgraben. Führung in der Archäologie­Ausstellung, mit Ilona Müller. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Karl Jakob Wegmann – Aufbruch zu neuen Spielen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 11:30 Uhr Transfer. Finissage. Kunstraum Engländerbau Vaduz, 13 Uhr Orientbilder. Fotografien 18501910. Führung. Kulturzentrum am Münster Konstanz, 15 Uhr

Mo 23. KONZERT

De Frank. Sinatra­Tribut. Wein­ lokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Biggles. Süsslich bis zartbitter. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

LITERATUR

Literaturtage Rapperswil Jona. Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 15 Uhr

KINDER

Buchstart. Reim und Spiel mit Marianne Wäspe. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 09:30 und 10:30 Uhr Traumhaft. Kinderbühne Wil. Gare de Lion Wil, 10:30 Uhr Arabische Erzählstunde. Erzählt von Selma Mechergui. Stadtbib­ liothek Katharinen St.Gallen, 13 Uhr Einmal jemand anders sein. The­ aterworkshop. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr History Slam – Märchenhafte Frühlingsgeschichten. Was hat ein Frosch mit unserer Mitra zu tun? Historisches Museum Thur­ gau Frauenfeld, 14 Uhr Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Mehrzweckhalle Dorf Bäretswil, 14 Uhr Was Sachen so machen. Was hat Käpt’n Hein da wohl in seiner Schatzkiste? FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr S’tapfere Schnyderli. Wer kennt sie nicht. Kantonsschulhaus Gla­ rus, 15 Uhr

AUSSTELLUNG

Vernissage: Claudia Hürst. Früh­ lingshaft­Frühlingskraft. Restau­ rant Frohsinn Weinfelden, 17 Uhr

Helmut Wenczel – Unendlich. Soirée. Kunstraum Kreuzlingen, 19 Uhr

So 22. KONZERT

Jodel-Sonntig. Feiern Sie mit uns! Kursaal Heiden, 10:30 Uhr SSC Big Band Rheintal. Celebra­ ting Frank Sinatra. Grabenhalle St.Gallen, 17 Uhr Zum 80. Geburtstag von Barre Phillips. Barre Phillips, Urs Leimgruber, Jacques Demierre. Kleinaberfein St.Gallen, 17 Uhr Affabre. Trilogie Männer – Teil I. Kath. Kirche Amriswil, 17:15 Uhr Haupt- und Nebenwege. Konzert mit Texten. Lokremise St.Gallen, 19 Uhr 3. Migros-Kulturprozent Classics. Royal Stockholm Philhar­ monic Orchestra. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Brendan Monaghan & Brian McClean. Folk & More. Esse Mu­ sicbar Winterthur, 19:30 Uhr

FILM

Fort von allen Sonnen. Vergesse­ ne Schätze in Moskau: Bauwerke der 1920er­Jahre. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Refugiado. Eine Mutter flüchtet mit ihrem Sohn vor häuslicher Gewalt. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Difret. Engagiertes Plädoyer für Selbstbestimmung und Frauen­

rechte Kinok St.Gallen, 15 Uhr Mein Persienflug 1924–1925. Mit­ telholzers Teheranflug, von Sven Bösiger live begleitet. Kinok St. Gallen, 18 Uhr Tibetan Warrior. Wie kämpft man für Freiheit? Kino Rosental Hei­ den, 19:15 Uhr En tierra extraña. Regie: Iciar Bollain. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Dancing Arabs. Der neue Film von Eran Riklis («The Syrian Bri­ de»). Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Lucrezia Borgia. Oper von Geata­ no Donizetti. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Ida hat einen Vogel, sonst nichts. Mitreissende Geschichte über das Alleinsein. Theaterhaus Weinfel­ den, 15:15 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Falling in Love. Eva Herzig ist sterbensunglücklich verliebt. The­ ater Kanton Zürich Winterthur, 19 Uhr

LITERATUR

Literaturtage Rapperswil Jona. Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 11 Uhr

KINDER

Zaubernacht – Familienkonzert. Mit Puppenspiel. Stadthaus Win­ terthur, 11 Uhr Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte.

21.– 25.03.

Walter Mittelholzer – Eine Schweizer Pioniergeschichte. Neuer Dokumentarfilm über den St.Galler Flugpionier. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Cineclub St.Gallen. El secreto de sus ojos. Grabenhalle St.Gallen, 18 Uhr Chrieg. Eine der wichtigsten Neuentdeckungen im Schweizer Spielfilm. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Leviathan. Das neue Meister­ werk von Andrey Zvyagintsev («The Return») Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Ida hat einen Vogel, sonst nichts. Mitreissende Geschichte über das Alleinsein. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 Uhr Karamasow von Fjodor Dostojewskij. Schauspiel, Regie Thors­ ten Lensing. Sal Schaan, 19 Uhr Cinevox Junior Company: «Diva». Musikalische Perlen aus Opern und Musical. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Christian Gasser. Leseshow mit viel Musik. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

DIVERSES

Sprachencafé Englisch. Genera­ tionentreff Negropont Ror­ schach, 15:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Der mittelalterliche Gerichtsprozess im Wandel der Zeit. The­ menführung mit Philipp Lenz. Stiftsbibliothek St.Gallen, 15:30 Uhr

Di 24. NACHTLEBEN

Disasterbar. Healthy Music for Unhealthy People. Kraftfeld Win­ terthur, 20 Uhr

FILM

Life in Progress. Das Leben drei­ er Jugendlicher im südafrikani­ schen Township. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Ort schafft Ort. Wie Baukultur Menschen und Orte verändert. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr Inside Job. Dokumentation über die Weltwirtschaftskrise seit 2007. Kinok St.Gallen, 20 Uhr John Wick. Regie: Chad Stahel­ ski, David Leitch. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Vaters Garten. Doku von Peter Liechti. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Ida hat einen Vogel, sonst nichts. Mitreissende Geschichte über das Alleinsein. Theaterhaus Weinfelden, 10:15 Uhr Carmen. Oper von Georges Bi­ zet. Theater Winterthur, 19 Uhr Karamasow von Fjodor Dostojewskij. Schauspiel, Regie Thors­ ten Lensing. Sal Schaan, 19 Uhr Theater Jam. Für improvisations­ hungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit. Kabarett mit Bern­ hard Ludwig. Kino Theater Mad­ len Heerbrugg, 19:30 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadtthea­ ter Konstanz, 19:30 Uhr Cinevox Junior Company: «Diva». Musikalische Perlen aus Opern und Musical. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Falling in Love. Eva Herzig ist sterbensunglücklich verliebt. Theater Kanton Zürich Winter­ thur, 20 Uhr Flora und ihre Bilder. Tanz­The­ ater­Performance der Cie. Gang­ Werk und Fanerose. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Lesung mit Ro­ bert Hunger­Bühler. Kunstmuse­ um Winterthur, 18:30 Uhr Römer, Alamannen, Christen – Das Frühmittelalter am Bodensee. Vortrag mit Dieter Geuenich. Vorarlberg Museum Bregenz, 19 Uhr

Mi 25. KONZERT

Appenzeller Musik. Hof Weiss­ bad, 20 Uhr Ghosts & Guests. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Julian Sartorius Solo. Jazz Now. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Dark Horses. Artrock aus Eng­ land. Kula Konstanz, 20:30 Uhr

FILM

Dancing Arabs. Der neue Film von Eran Riklis («The Syrian Bri­ de»). Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr

Saiten 03/2015

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Difret. Engagiertes Plädoyer für Selbstbestimmung und Frauenrechte Kinok St.Gallen, 16:30 Uhr Fort von allen Sonnen. Vergessene Schätze in Moskau: Bauwerke der 1920er-Jahre. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Abessinienflug. Mittelholzers erster Tonfilm war sein erfolgreichster Film. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Hungry Man. Crossing EuropeFilme in Dornbirn. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr

BÜHNE

Carmen. Oper von Georges Bizet. Theater Winterthur, 19 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Flora und ihre Bilder. Tanz-Theater-Performance der Cie. GangWerk und Fanerose. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Flurin Caviezel. S’isch doch aso. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Tropfen. Mit Kurt Aebli. Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr

NACHTLEBEN

Die J-Bar. Bring your own sound! Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Gare Tango. Tango Tanzen. Gare de Lion Wil, 20 Uhr Sir Oliver Peter. Exciting Popskur Sounds for the Pleasure People. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr Tanznacht40. Die Disco für alle ab 40 Jahren. P1 Club Dübendorf, 20:30 Uhr

FILM

Unter der Haut. Frank, Vater dreier Kinder, hat sein spätes Coming-out. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Iraqi Odyssey. Filmemacher Samir erzählt von seiner irakischen Familie. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Ort schafft Ort. Wie Baukultur Menschen und Orte verändert. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr

BÜHNE

Arbeitsgruppe Philosophie. Thema: Toleranz. Kaffeehaus St.Gallen, 16 Uhr Stadtrundgang – Jugendliche im öffentlichen Raum. Mit dem Jugendsekretariat der Stadt St.Gallen Talhof St.Gallen, 19 Uhr

Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch-fantastische Oper von Otto Nicolai. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Che – die Möglichkeit einer Revolution. Von Annette C. Daubner. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Edelmais: Gymi5 – Klassezämekunft. Kabarett. Stadthof Rorschach, 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Wanderful. There’s no Piz like Show Piz. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 20 Uhr Wilhelm Busch – Balduin Bählamm. Wort, Gesang und Violoncello. Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

LITERATUR

KINDER

Saiten 03/2015

On a Sunday. Acoustic-IndiePop. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Seven Things. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Ein kleines Konzert #60. Mit Silentbass – Plattentaufe. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Gemeindesaal Männedorf, 14 Uhr S’tapfere Schnyderli. Wer kennt sie nicht. Mehrzweckhalle Altlandenberg Bauma, 14 Uhr Ente, Tod und Tulpe. Wunderbare Freundschaft eines ungleichen Paares. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Märchenstunde. Erzählt von Kathrin Raschle. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 15 Uhr

DIVERSES

Beni Bischof – Manor-Kunstpreis St.Gallen 2015. Kinder Kunst Club. Kunstmuseum St.Gallen St.Gallen, 14 Uhr Lichtwerke – Die Fotografin Mia Hesse, geb. Bernoulli. Finissage. Frauenbibliothek Wyborada (Lagerhaus) St.Gallen, 18 Uhr La Mandragore, solanée androïde. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 26. KONZERT

Siegeszug der Klarinette. Sinfonie-Orchester Biel Solothurn. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Hotel Palindrone (AT). Obere Mühle Dübendorf, 20 Uhr

Wortlaut – Die 7. St.Galler Literaturtage. Thomas Meyer: Rechnung über meine Dukaten. Bücherladen Appenzell, 20 Uhr Otis. Debutroman von Jochen Distelmeyer. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

VORTRAG

Ort der List und der Baukultur. 12. List. Zeughaus Teufen, 17 Uhr Soldatenalltag 1917. Mit Hans Toggenburger, Schwellbrunn. Museum Herisau, 20 Uhr

DIVERSES

Museumshäppli. Vom Löwenfräulein zum Raubritter. Der mittelalterliche Thurgau – mit Peter Niederhäuser. Historisches Museum Thurgau Frauenfeld, 12:30 Uhr Inseln des Nordens. Multimediashow. Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Museumshalt – Ans Eingemachte. Führung durch die Kabinettausstellung «Has im Glas». Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 17:30 Uhr KIT. Gespräch mit Rolf Bossart, Roland Scotti, William Waldvogel. Nextex St.Gallen, 19 Uhr Modell Mittelholzer – Die Afrikaflüge als Anlass. Geschichte der Swissair mit Benedikt Meyer. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 20 Uhr

Fr 27. KONZERT

Laurenzen Vesper. Musik von Mendelssohn-Bartholdy, Texte von Julia Butterfly. Laurenzenkirche St.Gallen, 18 Uhr Songwriter Slamery. 1 Künstler, 1 Instrument, 1 Song. Ilex Romanshorn, 19 Uhr Festival Sing & Play. Tüchel, 95-C, Taped, uvm. Flon St.Gallen, 19:30 Uhr Die Schurken. Mit Goran Kovacevic. 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr Eliane & Band – Bright Lights Tournee 2015. Piano, Balladen und eine sanfte wunderschöne Stimme. Tonhalle St.Gallen, 20 Uhr Kleines Songwriter Festival. Chansons, Canzoni, Liedermacher. Gare de Lion Wil, 20 Uhr Marcello & Marisa. Stimme, Piano & Gesang. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Stress & Special Guest. Mit Doppia Erre. Casino Herisau, 20 Uhr The Moods. Folk-Rock der 60er & 70er Jahre. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Tüchel. Punk’n’Roll since 1993. Flon St.Gallen, 20 Uhr Gregor Loepfe Trio. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Eva. Kraftvolle Soulmusik. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr Nagelritz singt Ringelnatz. Musik, Komik und Gefühle rund um die Seefahrt. Haberhaus Schaffhausen, 20:30 Uhr Panem’s Friday Night Music – Eva. Stil: Soul-Funk-Pop Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr The Base. Support: Pepe the Goose. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Matija Dedic Trio. Jazz aus Kroatien. Jazzhuus (Jazzclub) Lustenau, 21 Uhr Wild Wild East. Sebass (W’thur) & Vendredi Soir Swing (Zürich). Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr

NACHTLEBEN

All About Minimal. Kaff Frauenfeld, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Thirtylicious. Tanzen ab 30. Salzhaus Winterthur, 21:30 Uhr Zatox @ Project Hardstyle. Hardstyle. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Difret. Engagiertes Plädoyer für Selbstbestimmung und Frauenrechte Kinok St.Gallen, 17 Uhr Leviathan. Das neue Meisterwerk von Andrey Zvyagintsev («The Return») Kinok St.Gallen, 19 Uhr

25.– 28.03.

Azul oscuro casi negro. Regie Daniel Sánchez Arévalo. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr The Imitation Game. Regie: Morten Tyldum. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Citizenfour. Dokuthriller über Flucht und Enthüllungen Edward Snowdens. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Schultheatertage Ostschweiz 2015. Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Boston Princes – die Kennedys und Marilyn Monroe. Schauspiel von Werner A. Hofer. Stadttheater Konstanz, 19 Uhr Die Heiratsvermittlerin. SchülerInnentheater nach Thornton Wilder. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 19 Uhr Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch-fantastische Oper von Otto Nicolai. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Che – die Möglichkeit einer Revolution. Von Annette C. Daubner. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas. Von Walter Hasenclever und Kurt Tucholsky. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Moderne Pilger. Akrobatisches Tanzstück in 4 Dimensionen vom Panorama Dance Theater. Kletterhalle St.Gallen, 20 Uhr Flurin Caviezel. S’isch doch aso. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Pat Perry. Zaubershow. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Win-Win – die perfekte Fehlbesetzung in der Chefetage. Kabarett mit Anet Corti. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Theater Bilitz – Aussetzer. Das Dilemma des heutigen Schulalltags. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr

LITERATUR

Wortlaut – Die 7. St.Galler Literaturtage. Mit Michele Minelli. Raum für Literatur St.Gallen, 19:30 Uhr 2. Mundart Poetry Slam. Im Rahmen der Literaturtage. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

KINDER

U9: Einladung. Frei nach Tranquilla Trampeltreu von Michael Ende. Tak Schaan, 18 Uhr

DIVERSES

Mittagsimpuls. Mit Barbara Walser. Kathedrale St.Gallen, 12:15 Uhr Inseln des Nordens. Multimediashow. Kreuz Kultur und Gastlichkeit Jona, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Nikolaus Walter – Begegnungen. Kuratorenführung. Vorarlberg Museum Bregenz, 16:30 Uhr Beni Bischof – Manor-Kunstpreis St.Gallen 2015. Nachtschicht #11. Kunstmuseum St.Gallen, 20 Uhr

Sa 28. KONZERT

Festival Sing & Play. Nofnog, Astpai, Wolves&Wolves, uvm. Flon St.Gallen, 17 Uhr Müslüm. Mit neuem Album. Salzhaus Winterthur, 19:30 Uhr Passio 15. Kammerphilharmonie Winterthur. Evang. Kirche Wolfhalden, 19:30 Uhr Stabat Mater – Antonin Dvorak. Oratorienchor St.Gallen. Laurenzenkirche St.Gallen, 19:30 Uhr Hund. Aftershowpartie mit Thibault (DJ). Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr The Royal Hangmen. Garage / Rock’n’Roll. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr BeDa & J(Andi). Lieder in sarganser Dialekt. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr Hank Shizzoe Solo. Spezialkonzert. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Mr. Leader & Orchestra, Deathrope, Alex Good. Local:now #5. Eisenwerk Frauenfeld, 20:30 Uhr The Bacon Fats. Rhythm and Blues, Rockabilly und Roots. Bluesnights in Degersheim (Lokal), 20:30 Uhr Veronikas Ndigo. Jazz mit Singer/Songwriter, World Music und Soul. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Alma Negra (Sofrito, Basic Fingers, Highlife). Deep Afro House & Voodoo Techno. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Tinush, Lamuzgueule. Electroswing, Deephouse. Kugl St.Gallen, 22 Uhr Maral’s Superjam. DJ Sweap, DJ Pfund 500, Kali. Salzhaus Winterthur, 23 Uhr Simple. Electronic. Gare de Lion Wil, 23 Uhr

FILM

Das Salz der Erde. Wim Wenders Reise mit dem Fotografen Sebastião Salgado. Kinok St.Gallen, 13:15 Uhr Conducta. Eine wunderbare Liebeserklärung an eine Lehrerin in Kuba. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Kinoteens. Big Hero 6. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Difret. Engagiertes Plädoyer für Selbstbestimmung und Frauenrechte Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Driften. Preisgekrönter Spielfilm über einen jugendlichen Raser. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr Double Happiness. Crossing Europe-Filme in Dornbirn. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Traumfrauen. Regie: Anika Decker. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Chrieg. Eine der wichtigsten Neuentdeckungen im Schweizer Spielfilm. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Rawums. Florschütz & Döhnert. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Berlin Comedian Harmonists. Welthits der Beatles, Abba und Michael Jackson. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr


Sing & Play Festival für Trinkwasser

Oratorienchor singt Stabat Mater

Das Bild trügt! 20 Bands aus der in- und ausländischen Punkrock- & Hardcore-Szene teilen sich die Bühne am Sing & Play Festival. Mit dabei auch die St.Galler Trommelfellpolierer von Tüchel, 95-C, ASTPAI uvm. Das Festival ist ein CharityEvent, bei dem Unterstützung für humanitäre Zwecke gesammelt wird. Sämtliche Artists spielen für Spesen. In diesem Jahr wird die Organisation Viva con Agua Schweiz unterstützt, welche sich für Trinkwasser-Objekte in Entwicklungsländern einsetzt. Freitag, 27. März, 19:30 Uhr und Samstag, 28. März, 17 Uhr, Flon St. Gallen. singandplayfestival.ch

Erstmals in der Geschichte des Oratorienchors St. Gallen steht dieses berührende Werk auf dem Programm eines Palmsonntagkonzertes. Dvořák vermag es, nicht nur Marias Schmerz um den Tod ihres geliebten Sohnes, sondern über alle Räume und Zeiten hin Schmerz und Leid in der Welt auszudrücken und zum Mitleiden anzuregen, zugleich aber auch Trost und Zuversicht zu schenken. Eine Stunde vor Konzertbeginn spricht Hans Schmidt in der Schutzengelkapelle zu Wort und Musik von Dvořáks Werk. Samstag, 28. März, 19:30 Uhr und Sonntag, 29. März, 17:30 Uhr, St.Laurenzenkirche St. Gallen. oratorienchorsg.ch

Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr Die Heiratsvermittlerin. SchülerInnentheater nach Thornton Wilder. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 19 Uhr Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch-fantastische Oper von Otto Nicolai. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Hexenjagd. Schauspiel von Arthur Miller. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas. Von Walter Hasenclever und Kurt Tucholsky. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Faust. Schauspiel nach Goethe. Rössle Mauren FL, 20 Uhr Flurin Caviezel. S’isch doch aso. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Flora und ihre Bilder. Tanz-Theater-Performance der Cie. GangWerk und Fanerose. Tanzraum Herisau, 20 Uhr Gogol & Mäx. Humor in Concert. Mehrzweckhalle Walzenhausen, 20 Uhr Kathrin Bosshard – Pandoras Jukebox. Ein sati(e)risches Vergnügen. Kultur-Werkstatt Wil, 20 Uhr Knacks. Ueli Bichsel und Silvana Gargiulo. Rössli Mogelsberg, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Rolf Schmid – XXL. Warum kann man mit Kleiderbügeln keine Kleider bügeln? Hotel- und Kon-

gresszentrum Thurgauerhof Weinfelden, 20 Uhr Twenty.fifteen. Kuenda Productions. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Federspiel. Von Volks- bis Weltmusik. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Funny Feet. Lukas Weiss, Daniel Borak und Sophie Rupp. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Nachtzug. Tanz – House of Pain. Lokremise St.Gallen, 21 Uhr

LITERATUR

Wortlaut – Die 7. St.Galler Literaturtage. Diverse Veranstaltungen an diversen Orten. Stadt St.Gallen, 13 Uhr bis 24 Uhr Wortlaut – Die 7. St.Galler Literaturtage. Plattform für lokale und regionale Autoren. Grabenhalle St.Gallen, 14 Uhr Der Eremit. Vernissage mit Lesung. Lapidarium der Stiftsbibliothek St.Gallen, 17 Uhr Schwarzhumorige Kurzkrimis. Szenische Lesung von Mitra Devi und Barblin Leggio. Schloss Dottenwil Wittenbach, 20 Uhr Wortlaut – Die 7. St.Galler Literaturtage. Gassenhauer mit dem Theater am Tisch. Pelikan-Erker St.Gallen, 23 Uhr

KINDER

Ich giesse selber einen Schoggihasen. Workshops für Familien. Naturmuseum St.Gallen, 10 Uhr Griechische Erzählstunde. Erzählt von Kiriaki Christoforidou. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 10:30 Uhr

Spielzeug oder Göttergabe? Tierrasseln aus Ton töpfern. Workshop. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 13:30 Uhr S’tapfere Schnyderli. Wer kennt es nicht? Schulhaus Eichbühl Bazenheid, 14 Uhr Ente, Tod und Tulpe. Wunderbare Freundschaft eines ungleichen Paares. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr U9: Einladung. Frei nach Tranquilla Trampeltreu von Michael Ende. Tak Schaan, 17 Uhr

DIVERSES

März Märt. Mit buntem Markt und Strassenkünstlern. Kultur Punkt Flawil, 11 Uhr Rojinegro-Preisjassen. Schieber mit Obenabe und Uneufe. Militärkantine St.Gallen, 13 Uhr Ratzliedli singen. Gasthaus Rössli Brülisau, 20 Uhr Frühlingsfest. Mirendos & Steinacher Hafentreff. Gemeindesaal Steinach, 20:15 Uhr

So 29. KONZERT

Jazz-Matineen. Im Foyer. Theater Winterthur, 10:30 Uhr Divertimento Chor Schaan. Konzertlieder aus 18 Jahren Chorgeschichte. Altes Kino Mels, 17 Uhr Mozart: Grosse Messe c-Moll KV 427. Mit dem Collegium Musicum Ostschweiz. Pelagiuskirche

28.– 30.03.

Bischofszell, 17 Uhr Passionskonzert des Concentus rivensis. Werke von W.A. Mozart, A. Pärt, E. Lavarini. Evang. Kirche Walenstadt, 17 Uhr Stabat Mater – Antonin Dvorak. Oratorienchor St.Gallen. Laurenzenkirche St.Gallen, 17:30 Uhr Appenzeller Kammerorchester. Werke von Beethoven, Bach, Pärt, Zurbriggen, Ives. Evang. Kirche Urnäsch, 18:30 Uhr Molton – Tinu Heiniger. Emmentaler Mundartlegende. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr Trio Fellini. Werke von Beethoven, Piazzolla und Brahms. Kirche Haldenbüel Gossau, 19 Uhr Lisa Berg & David Ruosch. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr Canciones a mi Habana. Kubanischer Liederabend. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr

FILM

Mitten ins Land. Filmische Streifzüge durch die Schweiz mit Pedro Lenz. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Dancing Arabs. Der neue Film von Eran Riklis («The Syrian Bride»). Kinok St.Gallen, 13 Uhr Michel muss mehr Männchen machen. Wunderbarer Kinderfilmklassiker nach Astrid Lindgren. Kinok St.Gallen, 15:15 Uhr Afrikaflug: Im Wasserflugzeug von Zürich nach Kapstadt. Einführung: Kaspar Surber, am Piano: Marcel Schefer. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Homo Faber (drei Frauen). Regie: Richard Dindo. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Pan’s Labyrinth. Regie: Guillermo del Torro. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Dora oder Die sexuellen Neurosen unserer Eltern. Stina Werenfels verfilmt das Theaterstück von Lukas Bärfuss. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Don Giovanni. Opera im Kino. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 10:30 Uhr Rawums. Florschütz & Döhnert. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch-fantastische Oper von Otto Nicolai. Theater Winterthur, 17 Uhr Berlin Comedian Harmonists. Welthits der Beatles, Abba und Michael Jackson. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr Twenty.fifteen. Kuenda Productions. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Hexenjagd. Schauspiel von Arthur Miller. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

LITERATUR

Die Herren. Stefan Becker, Mathias Ospelt und Jürgen Schremser. Schlösslekeller Vaduz, 10:30 Uhr Wortlaut – Die 7. St.Galler Literaturtage. Mit Richard Butz und Nathalie Hubler. Vadian-Denkmal St.Gallen, 10:30 Uhr Wortlaut – Die 7. St.Galler Literaturtage. Mit Monika Slamanig. Stadthaus St.Gallen, 14 Uhr

VORTRAG

Kulturszene St.Gallen. Die Entwicklung des kulturellen Angebots 1995–2015. Podium. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Salon de Débat – Prof. Dr. Ursula Pia Jauch. Vom Umgang mit Empfindungen. Kult-Bau – Konkordiastrasse 27 St.Gallen, 11 Uhr

KINDER

Ich giesse selber einen Schoggihasen. Workshops für Familien. Naturmuseum St.Gallen, 10 Uhr U9: Einladung. Frei nach Tranquilla Trampeltreu von Michael Ende. Tak Schaan, 11 Uhr Ladina und d’Plunderlampe. Es gibt mehr als bloss 1001 Nächte. Mehrzweckhalle Marthalen, 14 Uhr Ente, Tod und Tulpe. Wunderbare Freundschaft eines ungleichen Paares. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Asterix im Land der Götter. Regie: Louis Clichy, Alexandre Astier. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Federspielchen. Kinderkonzert. Chössi-Theater Lichtensteig, 17 Uhr

AUSSTELLUNG

Andreas Schulze – Nebel im Wohnzimmer. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 11 Uhr Hans Krüsi – Malerei. Führung. Museum für Lebensgeschichten Speicher, 11 Uhr Überlagerte Schwingungen. Konzert mit der Stimmartistin Kornelia Bruggmann. Zeughaus Teufen, 14 Uhr Jonathan Binet – Sonia Kacem. Führung. Kunsthalle St.Gallen, 15 Uhr

Mo 30. KONZERT

Belly Hole Freak. Ein Mann rumpelt im Häuschen. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Walter Mittelholzer – Eine Schweizer Pioniergeschichte. Neuer Dokumentarfilm über den St.Galler Flugpionier. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Difret. Engagiertes Plädoyer für Selbstbestimmung und Frauenrechte. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Driften. Preisgekrönter Spielfilm über einen jugendlichen Raser. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

VORTRAG

Kultur?? Kultur!! Referat mit Bundesrat Alain Berset und Podium. Lokremise St.Gallen, 19 Uhr

KINDER

U9: Einladung. Frei nach Tranquilla Trampeltreu von Michael Ende. Tak Schaan, 14 Uhr Die kleine Hexe. Kindertheater. Hochschulgebäude Hadwig (PHSG) St.Gallen, 19 Uhr

Saiten 03/2015

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Grafik: Norbert Mรถslang


76 EISENWERK. Industriestrasse 23, Frauenfeld, +41 52 728 89 82, eisenwerk.ch 2 x 365: AllTag. Die beiden Thurgauer Künstlerinnen Elisabeth Ottenburg (Amriswil) und Isabel Eberle (Frauenfeld) haben 2014 jeden Tag im Jahr jeweils eine Karte gestaltet - gezeichnet, skizziert. bemalt, beklebt, collagiert, gerupft, geschnitten. 13.03.2015 bis 14.03.2015

Emotionen am Salon de Débat

Mozarts vollendeter Torso

Der diesjährige Salon de Débat des Zentrums für Ethik und Nachhaltigkeit an der Fachhochschule St. Gallen widmet sich dem Umgang mit Empfindungen. Wir empfinden Freude, Leid, Liebe oder Hass. So scheint jede Empfindung eine Kehrseite zu haben und der Grat dazwischen schmal zu sein. Wie gehen wir damit um? Prof. Dr. Ursula Pia Jauch eröffnet und moderiert die erste Sonntagsmatinée der Veranstaltungsreihe zum Thema «Gut und Schlecht». Sonntag, 29. März, 11 Uhr, Kult-Bau St. Gallen. fhsg.ch/salondedebat

Das diesjährige Passionskonzert des Collegium Musicum Ostschweiz bietet Mozarts Grosse Messe c-Moll (verschiedene Konzerttermine, siehe Website) Die Komposition wurde von Mozart aus noch nicht geklärten Grunden nicht zu Ende gebracht. 2005 wurden die fehlenden Teile durch Robert D. Levin mit grossem Respekt vor dem Original ergänzt und dann die vollständige Messe in New York uraufgeführt. Das CMO hat das Stück nach 2006 erneut im Programm, zusammen mit dem Rondo in a-Moll. Sonntag, 29. März, 17 Uhr, Stiftskirche St. Pelagius Bischofszell. collegium-musicum.ch

Di 31. KONZERT

Café Deseado. Unterwegs von 47 1/2 ° N nach 47 1/2 ° S. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Black Lung. Band aus Baltimores Underground-Szene. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Editanstalt. Phonographic Transmissions from the Wardenclyffe Plant. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Vitus. Kinomol. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Refugiado. Eine Mutter flüchtet mit ihrem Sohn vor häuslicher Gewalt. Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Iraqi Odyssey. Filmemacher Samir erzählt von seiner irakischen Familie. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Tao jie – Ein einfaches Leben. Es liegt noch so viel vor uns! Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Buoni a nulla. Regie: Gianni Di Gregorio. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Wir sind die Neuen. Senioren WG. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

Moses – Die 10 Gebote. Musical von Michael Kunze und Dieter Falk. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Che – die Möglichkeit einer Revolution. Von Annette C. Daubner. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Lars Reichow – das Beste. Kabarett. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr

KINDER

U9: Einladung. Frei nach Tranquilla Trampeltreu von Michael Ende. Tak Schaan, 10 Uhr Die kleine Hexe. Kindertheater. Hochschulgebäude Hadwig (PHSG) St.Gallen, 15 Uhr

DIVERSES

Italienisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr Der Grenzgänger. Multimediashow. Sal Schaan, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Karl Jakob Wegmann – Aufbruch zu neuen Spielen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr

Kunst ALTE FABRIK. Klaus-Gebert-Strasse 5, Rapperswil SG, +41 55 225 74 74, alte-fabrik.ch Unendliche Bibliothek. Eine Ausstellung zur Kunst des Lesens. 24.01.2015 bis 29.03.2015 ALTE KASERNE. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, altekaserne.ch Naomi Garde. Abstrakte und darstellende Malerei in kraftvollen Farben. 02.03.2015 bis 28.03.2015 AMUSE BOUCHE. Bachstrasse 24, Kreuzlingen, Verena Bolliger. Bilderausstellung. Die Künstlerin zeigt einen Querschnitt aus ihrem Schaffen. Bilder in Oel und Mischtechniken sowie Aquarelle. 27.01.2015 bis 20.03.2015 ARCHITEKTUR FORUM OSTSCHWEIZ. Davidstrasse 40, St. Gallen, +41 71 371 24 11, a-f-o.ch Beatrice Dörig – Spektrale. Städtische Austellung im Lagerhaus. 27.02.2015 bis 22.03.2015

BÜHNE

Theater Jam. Für improvisationshungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr

31.03.

FOTOMUSEUM WINTERTHUR. Grüzenstrasse 44 & 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, fotomuseum.ch Paul Strand – Fotografie und Film für das 20. Jahrhundert. Der amerikanische Vertreter der Moderne erschloss neue ästhetische Möglichkeiten für das fotografische Medium und blieb gleichzeitig der Welt, die er porträtierte, engagiert verbunden. 07.03.2015 bis 17.05.2015 FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 30, fotostiftung.ch Meinrad Schade – Krieg ohne Krieg. Meinrad Schade versucht Zusammenhänge zu ergründen und menschliche Schicksale dazustellen, die überall ähnlich sind, sei es in Osteuropa oder in Israel und Palästina. 07.03.2015 bis 17.05.2015 FRAUENBIBLIOTHEK WYBORADA (LAGERHAUS). Davidstrasse 42, St. Gallen, +41 71 222 65 15, wyborada.ch Lichtwerke – Die Fotografin Mia Hesse, geb. Bernoulli. Erstmalig wird die aus Basel stammende Fotografin Maria «Mia» Bernoulli Hesse (1868 –1963) in einer kleinen Sonderausstellung der Frauenbibliothek und Fonothek Wyborada in der Schweiz präsentiert. 05.02.2015 bis 25.03.2015 GALERIE CHRISTIAN ROELLIN. Talhofstrasse 11, St. Gallen, +41 71 246 46 00, christianroellin.com Othmar Eder – insert Tim Ayres. 07.03.2015 bis 25.04.2015 GALERIE FEURSTEIN. Johannitergasse 6, Feldkirch, +43 5522 210 34, galeriefeurstein.at Der Farbenwahnsinn. Feuz – Deyle – Vary – Bodde – Hübsch. 05.02.2015 bis 14.03.2015 Karl-Heinz Ströhle. 28.03.2015 bis 23.05.2015 GALERIE LISI HÄMMERLE. Anton-Schneider-Strasse 4 a, Bregenz, +43 5574 524 52, galerie-lisihaemmerle.at Gabriela Oberkofler – Pauline und ohne Namen. 14.02.2015 bis 25.03.2015 GALERIE PAUL HAFNER (LAGERHAUS). Davidstrasse 40, St. Gallen, +41 71 223 32 11, paulhafner.ch

Marianne Rinderknecht – I’m so fucking perfect. 14.03.2015 bis 02.05.2015 GALERIE SCHÖNENBERGER. Florastrasse 7, Kirchberg SG, +41 71 931 91 66, galerie-schoenenberger.ch Harlis Schweizer – Limelight. 08.03.2015 bis 29.03.2015 GALERIE.Z. Landstrasse 11, Hard, +43 650 648 20 20, galeriepunktz.at Ines Agostinelli – Complete Agent/Das wird es gewesen sein. In der Auseinandersetzung mit Ines Agostinellis zeichnerischem Werk, das oft gestisch-experimentelle malerische Elemente einschließt, begegnen körperhafte und doch abstrakte Erscheinungen wie Formulierungen nicht- oder metasprachlicher Botschaften. 05.02.2015 bis 07.03.2015 GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch Magie des Einfachen – Die Bambuslöffel von Alvaro Abreu. Erstmals in der Schweiz zeigt eine Ausstellung über Tausend geschnitzte Bambuslöffel des Brasilianers Alvaro Abreu und kombiniert diese mit grossformatigen Fotografien des renommierten deutschen Fotografen Hans Hansen. 16.11.2014 bis 29.03.2015 HÄUSLER CONTEMPORY. Lustenau, Keith Sonnier «the Collection». Sonniers künstlerische Experimente mit damals kunstfremden Materialien wie Neon, Glas oder Kunststoff waren wegweisend für die Bildung eines neuen Skulpturenbegriffs. 10.10.2014 bis 31.08.2015 IG HALLE. Postfach, Rapperswil SG, +41 55 214 10 14, ighalle.ch Vera Singer und dekern – Kunstwege aus der ehem. DDR. Mauerfall und Bilderreise. 01.03.2015 bis 17.05.2015 KULTURRAUM AM KLOSTERPLATZ. Klosterhof 1, St. Gallen, sg.ch Modell Mittelholzer – Die Afrikaflüge als Anlass. Die Ausstellung zeigt anhand von Mittelholzers Bildproduktion modellhaft die Verbindung von Fotografie, Film und Fliegerei. Dabei wird deutlich, wie sich die Interessen der Schweizer Wirtschaft innerhalb eines kolonialen Herrschaftsraumes durchsetzen. 27.02.2015 bis 03.05.2015 KULTURZENTRUM AM MÜNSTER. Wessenbergstrasse 43, Konstanz, +49 7531 900 90 0, konstanz.de

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KIT – Hörler, Keller, Zumstein

Nachtschicht im Kunstmuseum

Spektrale von Beatrice Dörig

Der Brasilianer Alvaro Abreu schnitzt Löffel aus Bambus, Hunderte, Tausende, seit vielen Jahren. Erst in einer späten Lebensphase hat er damit angefangen. Jeden Tag einen Löffel, keiner ist wie der andere. Dabei geht es ihm einzig um die Idee und Gestaltung - mit einer Vielzahl an Nuancen, Varianten und Modifikationen. Gleichzeitig werden SchwarzWeiss-Fotografien des renommierten Fotografen Hans Hansen präsentiert; er hat unzählige Bambuslöffel von Alvaro Abreu in einen Rhythmus gebracht. Bis 19. April Gewerbemusuem Winterthur gewerbemuseum.ch

Christian Hörler interagiert mit seinen Gips- und Lehmarbeiten sowie minimalen Eingriffen auf den Ausstellungsraum, Jeannice Keller reagiert experimentell auf die Nextex Örtlichkeit und Claire Zumstein orientiert sich ebenfalls am Raum und fügt Zeichnungen in bestehende Flächen. Fünf Eigenschaften, welche die drei Kunstschaffenden als Drehpunkt mitbringen: Materialität, Linie, Komposition, Raum und Geste. Die Drei changieren zwischen verschiedenen Materialien, Techniken und ihren Assoziationen – das ist KIT. Bis 2. April Nextex St. Gallen nextex.ch

Das Kunstmuseum St.Gallen öffnet an der Nachtschicht wieder seine Tore für Nachtschwärmer. Manor-Kunstpreisträger Beni Bischof und seine Freunde lesen aus dem neu erschienenen Künstlerbuch «Texte 1» vor, und der Klangkünstler Norbert Möslang begleitet die Lesung mit einer Performance. Neben Kurzführungen durch die Ausstellungen «Place Fist Here Bro!» von Beni Bischof und «Nebel im Wohnzimmer» von Andreas Schulze werden spritzige Drinks zu chilligem Sound gereicht. Freitag, 27. März, 20 Uhr, Kunstmuseum St.Gallen. kunstmuseumsg.ch

Zeitungsbilder von Bedrohungen und Katastrophen: malerisch übersetzt in leuchtende Farbspektakel – Beatrice Dörig (Jahrgang 1968) eröffnet mit Spektrale neue Wahrnehmungsebenen. Die St.Galler Künstlerin ent- und rekontextualisiert in ihrem Schaffen Fotoarchive, um sich das Zeitgeschehen in einem mehrstufigen Prozess anzueignen. In ihren jüngsten Arbeiten befasst sie sich mit der Intensitätsverteilung von Bildelementen und Farben sowie deren kritischer Ästhetisierung. Bis 22. März Architektur Forum Ostschweiz a-f-o.ch

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Die Magie des Einfachen

Orientbilder. Fotografien 18501910. Mittels ausgewählter Fotografien zeichnet die Ausstellung den Weg der «fotografischen Eroberung» des Morgenlandes nach. 20.02.2015 bis 22.03.2015 KUNST IM FOYER. Hauptstrasse 20, Bronschhofen, stadtwil.ch Sonia Kopp Roth. Für sie gehören Figuration und Abstraktion klar zusammen, ein Wechselspiel zwischen Fassbarem und Aufgelöstem, vor allem die Farbstimmungen sind ihr wichtig. 14.01.2015 bis 22.03.2015 KUNSTHALLE WIL. Grabenstrasse 33, Wil, +41 71 911 77 71, kunsthallewil.ch Philippe Winninger – Modern Ruins. 08.02.2015 bis 15.03.2015 KUNSTHALLE ST. GALLEN. Davidstrasse 40, St. Gallen, +41 71 222 10 14, k9000.ch Jonathan Binet – Sonia Kacem. Jonathan Binet dekonstruiert in seinen Werken Elemente der Malerei und Architektur. Sonia Kacem bedient sich einer Art performativer Malerei für die Komposition von Raumbildern. 24.01.2015 bis 29.03.2015 KUNSTHALLE ZIEGELHÜTTE. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, +41 71 788 18 60, kunsthalleziegelhuette.ch

Haviva Jacobson – Umschwung. 01.02.2015 bis 26.04.2015 Plastic Surgery. 23.12.2014 bis 26.04.2015 KUNSTHAUS EGNACH. Buch, Egnach, +41 79 335 08 12, Ludy Bauer and kuk featured by Erwin Feurer. Repräsentative Ausstellung von Werken der beiden Ostschweizer Künstler Ludy Bauer (Herisau) und kuk (Degersheim). Ludy Bauer und kuk zeigen auch Gemeinschaftswerke. Besonderer Ausstellungsaspekt: Künstler als Hofnarren der Gesellschaft. 20.11.2012 bis 31.12.2015 KUNSTHAUS GLARUS. Im Volksgarten, Glarus, +41 55 640 25 35, kunsthausglarus.ch Fit for Purpose. Ruth Buchanan, Adam Cruces, Simon Dybbroe Møller, Gina Folly, Karin Hueber, Marlie Mul, Magali Reus, Valentina Stieger, Haegue Yang. 08.02.2015 bis 03.05.2015 KUNSTHAUS KUB. Karl-Tizian-Platz, Bregenz, +43 5574 485 94 0, kunsthaus-bregenz.at Rosemarie Trockel. Märzôschnee ûnd Wiebôrweh sand am Môargô niana më. 24.01.2015 bis 06.04.2015 Trix und Robert Haussmann – Reflexion und Transparenz. Zum Auftakt des Jahresprogramms der KUB Arena ist das

Zürcher Architekten-, Designerund Theoretiker-Duo Trix und Robert Haussmann zu einer Ausstellung eingeladen. 24.01.2015 bis 06.04.2015 KUNSTMUSEUM APPENZELL. Unterrainstrasse 5, Appenzell, +41 71 788 18 00, kunstmuseumappenzell.ch Die Dada La Dada She Dada. 22.03.2015 bis 28.06.2015 Hans Arp – Skizzenbücher. Zwanzig Skizzenbücher des Mitbegründers von Dada, Hans Arp. Diese Skizzenbücher stammen aus den Jahren 1950 bis 1966; sie gehören mithin zum Spätwerk eines Künstlers, der kaum für Skizzen bekannt ist, zumindest nicht für Skizzen im herkömmlichen Sinne. 19.10.2014 bis 08.03.2015 KUNSTMUSEUM ST.GALLEN. Museumstrasse 32, St. Gallen, +41 71 242 06 71, kunstmuseumsg.ch Andreas Schulze – Nebel im Wohnzimmer. 07.03.2015 bis 17.05.2015 Beni Bischof – Manor-Kunstpreis St.Gallen 2015. «Mich interessiert der Kontrast» – Beni Bischof entglamourisiert den edlen Schein der vermeintlichen Exklusivität und zeichnet ein abgründiges Bild der Gesellschaft. 14.02.2015 bis 21.06.2015

KUNST

KUNSTMUSEUM THURGAU. Kartause Ittingen, Warth, +41 58 345 10 60, kunstmuseum.tg.ch Das Universum des André Robillard. Seit über einem halben Jahrhundert bastelt er aus alltäglichen Fundstücken komplexe Objekte und evoziert damit mal erschreckende, mal faszinierende Welten der Phantasie. 29.03.2015 bis 12.08.2015 Der Himmel brennt am Horizont. Kunst in der Ostschweiz im Banne des 2. Weltkriegs. 17.01.2015 bis 30.08.2015 Tadashi Kawamata. Scheiterturm / Log Tower. Der japanische Künstler Tadashi Kawamata entwickelte im Auftrag des Kunstmuseums Thurgau ein Kunstprojekt für den Aussenraum der Kartause Ittingen. 24.03.2013 bis 17.10.2015 KUNSTMUSEUM WINTERTHUR. Museumstrasse 52, Winterthur, +41 52 267 51 62, kmw.ch Die Sammlung. Von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart. 01.01.2015 bis 31.12.2015 Karl Jakob Wegmann – Aufbruch zu neuen Spielen. Reine, leuchtende Farben, eine kühne Gestaltung des Bildraums und ein nonchalanter Umgang mit Gegenständlichkeit prägen ein Spätwerk, das an Frische kaum zu überbieten ist. 31.01.2015 bis 06.04.2015

Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Erstmals zeigt diese Ausstellung das Werden des Künstlers, denn sie widmet sich seinem Frühwerk, das hier beinahe vollständig versammelt ist. 24.01.2015 bis 26.04.2015 KUNSTRAUM. Bodanstrasse 7 a, Kreuzlingen, +41 71 688 58 30, kunstraum-kreuzlingen.ch Angela Wüst – Installation. 28.02.2015 bis 26.04.2015 Helmut Wenczel – Unendlich. 28.02.2015 bis 26.04.2015 KUNSTRAUM ENGLÄNDERBAU. Städtle 37, Vaduz, +41 423 233 31 11, kunstraum.li Transfer. Eine Gruppenausstellung mit Künstlerinnen und Künstler des Vereins KunstVorarlberg. 20.01.2015 bis 22.03.2015 KUNSTZONE LOKREMISE. Grünbergstrasse 7, St. Gallen, +41 71 277 82 00, lokremise.ch Isabelle Lartault & Michel Verjux – Correspondances. 07.02.2015 bis 26.07.2015 Michel Verjux – Anschaulichkeit. Sechs Projektionen auf die Fassade der Lokremise und des Wasserturms – ab Abenddämmerung bis 24 Uhr. 24.10.2014 bis 26.04.2015


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79 LIECHTENSTEINISCHES LANDESMUSEUM. Städtle 43, Vaduz, +41 423 239 68 20, landesmuseum.li Logos # Mythos – Doncho Donchev. Platonisches Gedankenexperiment oder sophistischer Gegensatz? Auf diese Kernfrage reduziert sich das aktuelle Werk Doncho Donchevs. 08.02.2015 bis 08.03.2015

PROJEKTRAUM 4 1/2. Lämmlisbrunnenstrasse 4, St. Gallen, viereinhalb.ch Sittenbild. Vier eigenständige Positionen der gegenständlichen Malerei treffen sich hier und zeigen fassettenreich Aspekte aus dem Umfeld der Künstler. Es entsteht eine zeitgenössisches Spiegelbild aus alltäglichen Szenen. 21.02.2015 bis 08.03.2015

MUSEUM FÜR LEBENSGESCHICHTEN. im Hof Speicher, Speicher, 071 343 80 80, museumfuerlebensgeschichten. ch Hans Krüsi – Malerei. Die Ausstellung «Malerei» ist die dritte Werkauswahl aus der Hans-Krüsi-Sammlung des Kantons Appenzell Ausserrhoden, die das Museum für Lebensgeschichten zeigt. 07.11.2014 bis 26.04.2015

RESTAURANT SCHWARZER ENGEL. Engelgasse 22, St. Gallen, +41 71 223 35 75, schwarzerengel.ch Mitgenommen. Die Fotografin und WOZ-Journalistin Ursula Häne hat Flüchtlinge und Menschen ohne legalen Status in der Schweiz gebeten, ihr einen Gegenstand zu zeigen, den sie aus ihrer Heimat mitgebracht haben. 10.01.2015 bis 09.03.2015

MUSEUM IM LAGERHAUS. Davidstrasse 44, St. Gallen, +41 71 223 58 57, museumimlagerhaus.ch Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. 02.12.2014 bis 08.03.2015

SAMMLUNG OSKAR REINHART AM RÖMERHOLZ. Haldenstrasse 95, Winterthur, +41 52 269 27 40, roemerholz.ch Victor Chocquet: Freund und Sammler der Impressionisten Renoir, Cézanne, Monet, Manet. Die Kollektion Chocquets steht am Anfang einer sich bald darauf international verbreitenden Sammelkultur. 21.02.2015 bis 07.06.2015

MUSEUM OSKAR REINHART AM STADTGARTEN. Stadthausstrasse 6, Winterthur, +41 52 267 51 72, museumoskarreinhart.ch Oranje! Meisterwerke holländischer Malerei. Eine Auswahl der schönsten Holländer aus dem Gemäldeschatz der Stiftung Jakob Briner, des Kunstmuseums St. Gallen und aus Schweizer Privatbesitz werden für diese Überblicksschau zusammengetragen. 29.11.2014 bis 05.04.2015 NATURMUSEUM. Museumstrasse 32, St. Gallen, +41 71 242 06 70, naturmuseumsg.ch Kunstwerk Alpen – Fotografien von Bernhard Edmaier. Eine Bilderreise in die Entstehungsgeschichte des mächtigen Gebirgszuges im Herzen Europas. 06.02.2015 bis 10.05.2015 NEXTEX. Blumenbergplatz 3, St. Gallen, +41 71 220 83 50, nextex.ch KIT. Gruppenausstellung mit Christian Hörler, Jeannice Keller, Claire Zumstein. 19.02.2015 bis 02.04.2015 POINT JAUNE MUSEUM. Linsebühlstrasse 77, St. Gallen, +41 71 222 14 91, postpost.ch Collection permanente. Le musée éduque de manière ludique; c’est un lieu d’initiation sans obligation. Les dispositifs de conservation s’améliorent et le musée devient un véritable laboratoire où les techniques de travail ne cessent d’évoluer. 08.09.2014 bis 07.09.2015

SAMMLUNG WÜRTH. Churerstrasse 10, Rorschach, +41 71 225 10 70, wuerth-haus-rorschach.ch Waldeslust. Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung Würth. 25.01.2015 bis 31.12.2015 SCHLOSS DOTTENWIL. Dottenwil, Wittenbach, +41 71 298 26 62, dottenwil.ch Ueli Bächtold – Zwei Jahre Landschafts-Fotografie. Der strahlende Himmel, die goldenen Sterne, die Berge, das tosende Meer und die schimmernde Ferne, der stille See, der leuchtende Tempelwald, sie alle sind Spiegel der göttlichen Ästhetik und Güte. 14.02.2015 bis 19.04.2015 SILBERSCHMUCKATELIER O’LA LA. Oberdorfstrasse 32, Herisau, +41 71 351 35 70, Scherenschnitte – Ueli Hofer. 07.01.2015 bis 28.03.2015 VORARLBERG MUSEUM. Kornmarktplatz 1, Bregenz, vorarlbergmuseum.at Nikolaus Walter – Begegnungen. Der Vorarlberger Fotograf Nikolaus Walter, geboren 1945, schuf seit Ende der 1960er Jahre ein völlig eigenständiges künstlerisches Werk – Resultat vieler Begegnungen mit Menschen, Dingen und Landschaften. 17.01.2015 bis 03.05.2015

WERKGALERIE PAUL HÜBERLI. Stofelrain 2, Teufen AR, +41 71 333 29 08, paul-hueberli.ch Expressionistische Malerei. Ständige Werkschau. 19.11.2014 bis 31.12.2015 XAOX-ART. Langgasse 16, St. Gallen, xaoxart.ch.vu XaoX-Art: By Bobby Moor. Ein Delirium im Wachzustand, geäussert mit allen Sinnen. Gebündelt das Leben, in Schüben, in Schlaufen, in Pirouetten, in Albträumen und auf langen Strecken in tiefsten Abgründen. 01.01.2015 bis 31.12.2015 ZEUGHAUS TEUFEN. Zeughausplatz 1, Teufen AR, +41 71 335 80 30, zeughausteufen.ch Überlagerte Schwingungen: Jürg und Thea Altherr. Skulpturen und Fotografien. 30.11.2014 bis 12.04.2015

Weitere Ausstellungen BASAR BIZARR AM ZEBRAPLATZ. Linsebühlstrasse 76, St. Gallen, basarbizarr.ch Bahnhof Nord: Olé… Elisabeth Biedermann – Schaufensterausstellung. 06.03.2015 bis 06.04.2015 EISENWERK. Industriestrasse 23, Frauenfeld, +41 52 728 89 82, eisenwerk.ch José Scarabello – Das Gitarrenparadies. Der Eisenbeizhimmel hängt voller Gitarren. 05.02.2015 bis 02.04.2015 GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch Fashion Talks. Mode ist immer und überall. Sie ist die Freiheit, mit der wir spielen und das Diktat, dem wir uns unterwerfen oder gegen das wir uns auflehnen. Mode ist Abgrenzung und Zugehörigkeit. 12.07.2014 bis 08.03.2015 HISTORISCHES UND VÖLKERKUNDEMUSEUM. Museumstrasse 50, St. Gallen, +41 71 242 06 42, hmsg.ch 50 Jahre Kellerbühne. Die Kellerbühne am Müllertor zählte 1965 zu den ersten Adressen für Alternativkultur in St.Gallen. Politkabarett und experimentelles Theater, die Pantomimenkunst oder der Jazz fanden hier eine Heimat. 22.11.2014 bis 19.04.2015 Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. 29.03.2014 bis 01.03.2015 St. Gallen im Bild – Stadtbilder erzählen Stadtgeschichte. 07.03.2015 bis 31.12.2015

KUNST

HOCHSCHULGEBÄUDE HADWIG (PHSG). Notkerstrasse 27, St. Gallen, +41 71 243 94 00, phsg.ch Besa – ein Ehrenkodex. 03.03.2015 bis 13.03.2015 INATURA. Jahngasse 9, Dornbirn, +43 5572 232 35, inatura.at Überwintern – 31 grossartige Strategie. 19.11.2014 bis 19.04.2015 JÜDISCHES MUSEUM. Schweizerstrasse 5, Hohenems, +43 5576 739 89 0, jm-hohenems.at Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Entdecken Sie unbekannte Seiten des jüdischen Alltags und der jüdischen Geschichte im Jüdischen Museum und im Jüdischen Viertel von Hohenems, mit seinem einzigartigen Ensemble von der Synagoge bis zur unlängst sanierten jüdischen Schule. 01.01.2015 bis 31.12.2015 Jukebox. Jewkbox! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl. Mit Emil Berliners Erfindung des Grammophons und der Schallplatte hat das Zeitalter der Massenunterhaltung ihr erstes Medium gefunden. Die erste globale, weltumspannende Kultur war geboren. 21.10.2014 bis 08.03.2015 LAPIDARIUM DER STIFTSBIBLIOTHEK. Klosterhof 6D, St. Gallen, 071 227 34 16, stiftsbibliothek.ch Der Eremit. Comic-Ausstellung von Marijpol. Comic-Ausstellung im Rahmen der 7. St. Galler Literaturtage «Wortlaut». 28.03.2015 bis 12.04.2015 LIECHTENSTEINISCHES LANDESMUSEUM. Städtle 43, Vaduz, +41 423 239 68 20, landesmuseum.li Die Ära Napoleons im Spiegel seiner Medaillen. Napoleon Bonaparte (1769–1821) setzte schon als junger General 1796/1797 erstmals Medaillen ein, um sich als Sieger in Schlachten und Bringer von Frieden zu feiern und damit für seine Person werbende Ereignisse zu verewigen. 19.02.2015 bis 28.06.2015 MAYER’S ALTES HALLENBAD. Kastaudenstrasse 11, Romanshorn, 1914/18 – Kreuzweg. 06.02.2015 bis 22.03.2015 NATURMUSEUM. Museumstrasse 32, St. Gallen, +41 71 242 06 70, naturmuseumsg.ch Allerlei rund ums Ei. Das Ei ist eine geniale Entwicklung der Natur. Geschützt durch eine feste Schale und versorgt durch einen reichen Dottervorrat, entwickelt sich der Keim in einer eigenen, kleinen Welt. 10.03.2015 bis 20.04.2015

NATURMUSEUM THURGAU. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 22 19, naturmuseum.tg.ch Has im Glas – Die Nasssammlung des Naturmuseums Thurgau. Die Nasssammlung des Naturmuseums besteht aus 583 Gläsern, welche mehr als 1100 Tier- und Pflanzenteile, eingelegt in Alkohol- oder in Formaldehydlösung, enthalten. 12.12.2014 bis 28.06.2015 Moore: Lebensraum und Weltkulturerbe. Die vom Naturmuseum St. Gallen gestaltete Ausstellung stellt den Lebensraum Moor vor: Was ist ein Moor und wie entsteht es? 23.11.2014 bis 22.03.2015 SITTERWERK. Sittertalstrasse 34, St. Gallen, +41 71 278 87 09, sitterwerk.ch Mit / Ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Im Zentrum der Ausstellung steht die 93-bändige Holzbibliothek, die der Benediktinermönch Candid Hüber zwischen 1790 und 1804 für Johann Sebastian Clais, einen Uhrmacher, Bergwerksdirektor, Salinenoberkommissar, anfertigte. 25.01.2015 bis 22.03.2015 STIFTSBIBLIOTHEK. Klosterhof 6 d, St. Gallen, +41 71 227 34 16, stiftsbibliothek.ch Wenn Bücher Recht haben – Justitia und ihre Helfer in Handschriften der Stiftsbibliothek. Die Stiftsbibliothek St. Gallen führt anhand ihrer einzigartigen Handschriftensammlung durch die faszinierende Entwicklung des abendländischen Rechts von der Antike bis zum Ende des Mittelalters. 30.11.2014 bis 08.11.2015 TEXTILMUSEUM. Vadianstrasse 2, St. Gallen, +41 71 222 17 44, textilmuseum.ch S’isch – s’isch nöd – Das St. Galler Kinderfest. 11.02.2015 bis 09.08.2015 Vision: Herbst-Winter 2015/2016. 15.10.2014 bis 01.05.2015 VORARLBERG MUSEUM. Kornmarktplatz 1, Bregenz, vorarlbergmuseum.at Römer, Alamannen, Christen – Das Frühmittelalter am Bodensee. Die Zeit zwischen dem 3. und dem 8. Jahrhundert brachte für die Menschen am Bodensee zahlreiche Umwälzungen mit sich. 05.12.2014 bis 19.04.2015 VORARLBERGER LANDESMUSEUM. Kornmarkt 1, Bregenz, +43 5574 460 50, vlm.at Römer oder so. «Römer oder so» folgt den Spuren der Wissenschaft und wirft einen neuen Blick auf die Funde, die in den vergangenen 150 Jahren in einem der größten Gräberfelder der Region gemacht worden sind. Dabei stellt sich heraus: Viele Fragen bleiben offen. 21.06.2013 bis 31.12.2015


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Saiten 03/2015

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Kellers Geschichten

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Diese Karte hat ein junger Mann im April 1920 aus Birwinken TG nach Appenzell geschickt und sie von einer Clara mitunterzeichnen lassen. Meine Grossmutter hiess Clara, sie wohnte in Birwinken, damals war sie eine junge Frau. «Ich gehe alle Tage mit Emil aufs Feld u. bin bald ein Grossbauer», schrieb der Absender. Grossmutter hatte einen Bruder namens Emil, wenn ich mich richtig erinnere, der früh verstarb Bild: Archiv Stefan Keller und dessen Grabstein nach der Aufhebung des Grabes noch viele Jahre in ihrer Scheune stand. Leider ist es nicht die Grossmutter, die hier unterschreibt. Ich habe mir das nur eine Zeit lang vorgestellt. Interessant bleibt immerhin das Haus mit dem Türmchen. Ein gewisser Jakob Keller – auch er nicht verwandt – betrieb an dieser Stelle um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine Kleiderfärberei, die schlecht rentierte. Ausserdem züchtete er Rosen, das gefiel ihm besser als die ungesunde Arbeit in der Färberei. Keller nahm Kredit auf und wurde Gärtner. «Er hatte einen ausserordentlich guten Sinn für dieses Fach», schreibt ein zeitgenössischer Chronist: «In wenigen Jahren gelang es ihm, seine Gartenanlagen auf die ausgedehnteste Weise zu vergrössern.» Bald berichteten Zeitungen über Kellers wunderbaren Park, vornehme Leute reisten von weit her an, um ihn zu sehen. Keller baute ein Wirtshaus für die Gäste, mit einem Türmchen und einem Saal. Im «Rosengarten» fanden jetzt rauschende Feste statt, Versammlungen der neureichen Thurgauer Sticker, Vorträge einer Mittwochsgesellschaft, auf denen sich die Fabrikanten der Region über den Fortschritt informierten. 1875 kündigte man Keller die Kredite. Da ging er spektakulär Konkurs. Die Konjunktur seiner Kunden war unberechenbar. Ein paar Jahre zuvor hatte der «Kunstgärtner und Gastwirth zum Rosengarten» sich auch als Erfinder hervorgetan: Er entdeckte eine Methode, wie man im Sommer Eis aufbewahren konnte – sogar unter freiem Himmel! Jedem Einsender von 30 Franken, versprach er per Inserat, werde das Geheimnis sofort mitgeteilt. Stefan Keller, 1958, Historiker in Zürich, ist Bürger von Birwinken TG.

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Zum Rosengarten


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Bureau Elmiger

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Alle hatten vielleicht einmal Glück gehabt Im März beginnt allenthalben der Frühlingeling, so sagt man. Im März wird es vielleicht schon wärmer sein. Die Bürgermeisterin der kleinen Pelagischen Insel Lampedusa wird vielleicht keine jungen Männer mehr in Empfang nehmen müssen, die bei der Durchquerung des Gewässers erfroren sind, oder vielleicht werden es immerhin weniger sein, denen die Kälte so sehr zugesetzt hat, eine kleinere Zahl hoffentlich, wer weiss, wer weiss, dass der Kern der Erde die Grösse des Mondes hat und immer noch wächst. Im späten Frühling vor drei Jahren trat Giusi Nicolini ihr Amt als Bürgermeisterin von Lampedusa und Linosa an und ein knappes halbes Jahr später verschickte sie jenen Brief an die europäischen Staatengemeinschaft, der seither in viele Sprachen übersetzt und oft zitiert wurde. Ein Aufruf zum Handeln und gegen die Gleichgültigkeit, ein Klageruf voll Trauer über die vielen Toten: «Wenn für diese Menschen die Reise auf den Kähnen der letzte Funken Hoffnung ist, dann meine ich, dass ihr Tod für Europa eine Schande ist», schrieb sie. Zwei Bahnstunden nördlich der Schweizer Grenze nahm ich im Februar am Tisch einer Pizzeria, an einer grossen Tafel Platz, es wurden Stühle gerückt und Plätze getauscht, und als endlich alle Anwesenden einen Platz gefunden hatten, fand ich mich einer Frau gegenüber, die mir unbekannt war, sie trug Brille, so erinnere ich mich, ganz elegant, sprach kein Wort Deutsch, kein Englisch, solo italiano, und ich wiederum: brachte gerade noch jene Wörter zusammen, die mir auf der letzten italienischen Reise zu Kost und Logis verholfen hatten. Viele Stunden verbrachte ich an jenem Abend an diesem Tisch und sprach kein Wort mit Frau Nicolini. (Am Vorabend, so erzählte allerdings eine Tischnachbarin, hätte der Bruder der Bürgermeisterin in der Pizzeria Zaubertricks mit Zigaretten aufgeführt, und das ist, finde ich, gut zu wissen.) Zur Linken der Bürgermeisterin sass ein Schriftsteller, der selbst einmal in einen Kahn mit Hoffnung gestiegen, aber nicht weit gekommen war, rechts von ihr eine Stuttgarter Studentin der Germanistik oder war es eine Buchhändlerin, und weit entfernt, am anderen Ende der langen Tafel, die Nachtigall von Tibet, eine Sängerin, die kurz zuvor sehr leise gesprochen und sehr klar gesungen hatte. Die Nachtigall sass dem chinesischen Friedensnobelpreisträger gegenüber, der zu später Stunde eine lange Flöte auspackte, seinen Stuhl nach hinten rückte und spielte und sang, begleitet von seinem Tischnachbarn, dem Cellisten, während die Kellner hinter der Theke lustig kicherten und Grappa in Grappagläser gossen.

Zusammengenommen verfügte die Gesellschaft an diesem Abend wohl über mindestens zwölf Sprachen, alle hatten vielleicht mindestens einmal Glück gehabt in ihrem Leben und alle wussten bestimmt, dass es vielleicht zwar immer so sein könnte, aber längst nicht immer so war. Irgendwann verabschiedeten sich die ersten und irgendwann verliess auch die Bürgermeisterin den Raum, ich sah sie noch, wie sie durch die automatische Schiebetür nach draussen in die kalte Nacht trat. Am nächsten Morgen, hatte jemand gesagt, werde sie früh wieder nach Hause reisen.

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Dorothee Elmiger, 1985, stammt aus Appenzell und lebt in Zürich. Ihr zweiter Roman Schlafgänger ist 2014 erschienen und letzten Monat mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet worden. Sie schreibt monatlich in Saiten.


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Blick zurück.

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Ein Lobikrieger in Gana (Ober­Volta), auf der Achsel das Antilopenhorn, unter dem Arm den Köcher mit den Gift­Pfeilen. Bild: Arnold Heim. Aus dem Buch Der Erdkreis. Ein Orbis Terrarum in einem Band, Hrsg. Martin Hürlimann, Atlantis Verlag Zürich 1935.

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Boulevard

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Bei Erscheinen dieser Saiten-Nummer ist die Fasnacht – leider? zum Glück? – nur noch ein Traum, der schon bald vom nächsten kollektiven Festtaumel überlagert wird. Trotzdem seien hier noch ein paar Worte zum zweifelhaften Vergnügen namens Ehren-Föbü gestattet. Der war dieses Jahr mit dem St.Galler SRF-Mann HANSPETER TRÜTSCH einer aus der Journalisten-Zunft, die ja öfter geschmäht als geehrt wird. Viele mögen Trütsch zwar als nahbar wirkenden Reporter aus dem Bundeshaus– aber ist er wirklich in St.Gallen «in letzter Zeit äusserst untypisch aufgefallen und hat Födle gezeigt», wie es in den Föbü-Satzungen heisst? Saiten plädiert für die Wahl von Personen, die wahrlich Födle gezeigt haben. Warum nicht einmal über die üblichen Altherren-Bunde hinausdenken, die diese Wahl bestimmen? Übrigens sind unter den 41 Ehren-Föbüs, die seit 1973 gewählt wurden, gerade mal sieben Frauen oder Föbinen vertreten.

Mit dem oben genannten Titel hat sich auch schon der scheidende Stadtrat FREDY BRUNNER schmücken dürfen. Kurz vor Redaktionsschluss gab er mutig-fatalistisch bekannt, dass das Geothermie-Bohrloch im Sittertobel bis auf weiteres offen bleibt. Immerhin über 4000 Meter tief ist das millionenteure Loch, das jetzt ungenutzt vor sich hin gammelt. Daneben sind in St.Gallen ganz generell die Orte für untergründige Kultur rar: Nachdem für das Rümpeltum im letzten Jahr erst nach einigem Hin und Her ein neues Gebäude gefunden wurde, macht das Varieté Tivoli von NADINE WISMER Ende März zu. Ob im alten Haus am Tivoliweg je wieder Kultur und Kulinarik geboten werden, ist offen. Nicht weniger als sechs Jahre lang hat Wismer verschiedensten Künstlern eine Bühne geboten – und das ganz ohne staatliche Kulturförderung, sondern «nur» mit viel Herzblut und Mut. Angesichts dieses traurigen Endes dürfte sich auch NIKLAUS MEIENBERG, nach dem die ans Tivoli angrenzende Strasse benannt ist, im Grab umdrehen. Und wir ernennen Nadine Wismer frohgemut zur Föbine.

Mut gezeigt oder ganz einfach den guten alten Kick gesucht hat wohl auch HANS-RUEDI BECK, der sich an der Vernissage der Manor-Ausstellung von BENI BISCHOF im Kunstmuseum St.Gallen mit Mördermaske und BaseballSchläger unters zahlreiche Publikum mischte – alles ganz harmlos und im Sinne von Bischof, der die Aktion fotografierte und auf Facebook teilte.

Sowieso haben Facebook und sein klügerer Bruder Twitter im Februar wieder Diskussionen aufgegriffen, die in der Realität ihren Anfang nahmen. Als GALLUS HUFENUS am Tisch hinter den Gleisen im Spanischen Klubhaus zu bedenken gab, dass die Hälfte des St.Galler Stadtparlaments Saiten gar nicht lese, wurde das von MARCEL BAUR (St.Gallens aktivster Twitterer?) flugs getweetet. Worauf der TwitterAccount @VadianSG – hinter dem sich CVP-Politiker, Kommunikationsfachmann und Yogalehrer STEFAN GROB verbirgt – verbreitete, das sei eben «ideoLOGISCH». Obwohl wir grosse Freunde von Wortspielen sind, möchten wir betonen, dass Saiten unabhängig ist. Zudem sei hiermit die «andere» Hälfte des Stadtparlaments dazu aufgerufen, hin und wieder in Saiten und auf saiten.ch zu stöbern. Was übrigens für jegliche obskuren «anderen Hälften» gilt. Meinungsvielfalt hat noch niemandem geschadet.

Allerhand Mut – nämlich zu nächtlichen Exkursionen – hat Theaterfotografin TINE EDEL aufgebracht. Für ihre Ausstellung in der St.Galler Galerie vor der Klostermauer hat sie die nächtliche Stadt erkundet und mit ihrer Analog-Kamera die wundersamsten Licht- und Dunkel-Sujets festgehalten. An der Vernissage vor viel Publikum lobte KRISTIN SCHMIDT, Kunstkritikerin und Co-Leiterin der städtischen Fachstelle Kultur, die unspektakulären Wahrnehmungs«Sensationen» auf diesen Bildern. Zum Ausstellungsfinale am 1. März liest Schauspieler und Ehemann MARCUS SCHÄFER Texte von Peter Kurzeck. Saiten profitiert vom künstlerischen Familiengespann regelmässig (mit TineBildern im Heft und mit der monatlichen Video-Kolumne «Schäfers Stunde» im Netz) - und macht drum gern Reklame für den Anlass.

Bilder: srf.ch, stadt.sg.ch, tagblatt.ch, namics.com biennaleonline.org, kleinekunstschule.ch, aargauerzeitung.ch

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N°243 · auf Grosswildjagd  

März 2015 · Ein Heft über Walter Mittelholzer und die koloniale Schweiz. Ausserdem: Bersets Kultur­ botschaft. Thedawn. Wortlaut. Und eine...

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