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Ostschweizer Kulturmagazin Nr. 241, Januar 2015

Saiten

korrigiert.


Ein Heft mit lauter Verbesserungen und guten Vor­ sätzen. Ausserdem: Der Report von der Gasse, Kunst und Zwang in der Psychiatrie, Sounds aus Zone 167.


Januar, neues Jahr, neues Team, gute Vorsätze – das Titelthema dieser Ausgabe hat einen freudigen, optimistischen Grund und Hintergrund. Man nimmt sich vor, ein paar Dinge besser zu machen, dieses anzupacken und jenes endlich bleiben zu lassen. Wir tun das bei Saiten auch («und zwar perma­ nent, nicht bloss zu Beginn des neuen Jahrs», wirft meine Kollegin gerade korrigierend ein, natürlich hat sie recht) – zum Beispiel also lautet einer unse­ rer Vorsätze, im Saiten­Heftabschluss künftig um Mitternacht fertig zu sein und nicht bis in den halben Morgen hin­ ein noch Korrekturen anzubringen, obwohl sich natürlich immer noch etwas verbessern lässt. Oder, anderes, wich­ tigeres Beispiel: Wir nehmen uns vor, künftig noch fundierter zur Verbes­ serung der kulturellen und politischen Entwicklung unserer Region beizu­ tragen. («Und den Mächtigen auf die Fin­ ger zu schauen und auch mal auf die Finger zu hauen», ergänzt mich der Kol­ lege, natürlich zurecht). Kurzum, wo man hinschaut: Korrigierbedarf, Verbesserungsmöglich­ keiten, Wandlungslust, Vorwärtsdrang. Drum widmet sich dieses Heft dem Kor­ rigieren. Zum einen unserem Hand­ werkszeug, der Sprache selber: Corinne Riedener denkt über Gender­Correctness nach, die junge Ostschweizer Schrift­ stellerin Laura Vogt reflektiert ihre Korri­ gier­Arbeit am Text und am Leben. Und auch das mathematische Korrigieren hat seinen Platz (und seine Tücken). Zum andern gesellschaftlich und ge­ schichtlich: Richard Butz schlägt notwen­ dige Korrekturen an der hiesigen Ge­ schichtsschreibung vor, Rolf Bossart sinniert grundsätzlich über das «Mängel­ wesen» Mensch und den Zwang zur Selbstoptimierung im durch­ökonomi­ sierten 21. Jahrhundert.

An solchen Stellen … («unpräziser Aus­ druck», kritisiert die Grafikerin – also noch einmal:) Bei solchen Stichwor­ ten wird man gewahr («schönes altes Wort», grummelt der Korrektor), dass die löbliche Arbeit an sich selber und das meist harmlose Spiel mit guten Vorsätzen schnell einmal ins Bedrohliche kip­ pen kann. Wer nicht mittrainiert, kommt irgendwann nicht mehr mit – der Report erzählt davon, und im Kulturteil geht es unter anderem um die Psy­ chiatrie und ihre Versuche, den Menschen künstlerisch und medikamentös zu «bessern». Am Ende wird sich eine Gesell­ schaft, die den imperfekten Menschen nicht mehr akzeptiert, genetisch einen neuen, perfekten schaffen. Das ist vorder­ hand noch, zum Glück, bloss eine Horrorvision – bildnerisch haben die Saiten­Grafiker aber schon mal ins Volle gegriffen. Die Bildstrecke zeigt Maria, 32, im Original und nach dem Facelifting per Photoshop – urteilen Sie selber, wie das vorläufig nur digitale Korrektur­Abenteuer ausgeht. In diesem Sinn: Auf ein gutes Jahr 2015! Und wenn es besser wird: umso besser. Peter Surber

EDITORIAL


Saiten Ostschweizer Kulturmagazin 241. Ausgabe, Januar 2015, 22. Jahrgang, erscheint monatlich HERAUSGEBER Verein Saiten, Verlag, Schmiedgasse 15 Postfach 556, 9004 St.Gallen Tel. 071 222 30 66 REDAKTION Corinne Riedener, Peter Surber, Urs­Peter Zwingli, redaktion@saiten.ch VERLAG/ANZEIGEN Marc Jenny, Philip Stuber, verlag@saiten.ch SEKRETARIAT Kristina Hofstetter, sekretariat@saiten.ch KALENDER Michael Felix Grieder kalender@saiten.ch GESTALTUNG Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio, Thomas Knoll grafik@saiten.ch VEREINSVORSTAND Lorenz Bühler, Zora Debrunner, Heidi Eisenhut, Christine Enz, Christoph Schäpper, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch VERTRIEB 8 days a week, Rubel Vetsch DRUCK Niedermann Druck AG, St.Gallen AUFLAGE 5600 Ex. ANZEIGENTARIFE siehe Mediadaten 2014/15 SAITEN BESTELLEN Standardbeitrag Fr. 70.–, Unterstützungs­ beitrag Fr. 100.–, Gönnerbeitrag Fr. 280.– Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch INTERNET www.saiten.ch AN DIESER AUSGABE HABEN MITGEARBEITET Oliver Baer, Myshelle Baeriswyl, Ladina Bischof, Katalin Deér, Kurt Bracharz, Richard Butz, Tine Edel, Dorothee Elmiger, Dani Fels, Christina Genova, Luca Ghiselli, Maria Guță, Tudor Guță, Leyla Kanyare, Stefan Keller, Bettina Kugler, Rolf Müller, Charles Pfahlbauer jr., Harry Rosenbaum, Anna Rosenwasser, Corinne Schatz, Wolfgang Steiger, Tatjana Stocker, Heinz Surber, Laura Vogt

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Esther Hungerbühler, Florian Vetsch

Reaktionen Positionen

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Blickwinkel

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Redeplatz

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Einspruch

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Stadtpunkt

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Medienrevolution I und II

von Katalin Déer

mit Niklaus Reichle

von Myshelle Baeriswyl

von Dani Fels

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Wortzement.

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Wahr oder falsch.

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Arbeit am Text.

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Wissen wir genug?

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Wir Selbstoptimierer.

Gendersprachliche Correctness ist so nötig wie sperrig. Was tun? von Corinne Riedener

Bericht von einem, der ein Lehrerleben lang Matheklausuren korrigiert hat. von Heinz Surber

Das schwierig schöne Schreiben – ein Werkstattbericht. von Laura Vogt

Die Geschichtsschreibung über Rassenwahn in der Ostschweiz braucht Korrekturen. von Richard Butz

KORREKTUR

© 2015: Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugs­ weise, nur mit Genehmigung. Die Urheber­ rechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

Es gibt das Recht, schlauer zu werden, aber auch den Zwang zur Selbstkorrektur. Ein Gespräch mit Rolf Bossart. von Peter Surber Grafik zum Titelthema: Maria Guță, Ladina Bischof, Tudor Guță, Kasper­Florio

INHALTSVERZEICHNIS

Saiten 01/2015

Korrigieren


Kultur

Perspektiven 33 33 34 35 35

Rapperswil­Jona Schaffhausen Vorarlberg Thurgau Stimmrecht

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Flaschenpost

von Leyla Kanyare

Mit Roman Signer in China. von Corinne Schatz

Report 38

Ausstellung

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Kunst

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Tanz

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Theater

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Film

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Musik

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Literatur

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Weiss auf schwarz

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Kalender

«Hey, ich bin gsund, huere siech» Eine Foto­Reportage über Menschen auf der Gasse. von Oliver Baer

Saiten 01/2015

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Im Kopf auch nicht immer ganz Rein. Neu entdeckte Kunstwerke aus der psychiatrischen Klinik Münsterlingen. von Wolfgang Steiger

Marlies Pekareks Buch Time Shifts, Pattern Stay the Same. von Christine Genova

Gisa Franks Wildwechsel mit Tanz und Musik. von Bettina Kugler

Das Theater St.Gallen inszeniert den Schweizer Bestseller zur Finanzkrise. von Peter Surber

Satirisch, dadaistisch, chaotisch: Lara Stoll lan­ ciert ihre Sendung «Bild mit Ton» neu. von Luca Ghiselli

Das Doppelalbum Lyrical Psycho II vereint wütenden Rap und düsteren Dubstep. von Corinne Riedener

Adrian Riklins Erzählung über den glühenden Jahrhundertsommer in Rom. von Peter Surber

Abgesang 73 75 77 78

Kellers Geschichten Bureau Elmiger Charles Pfahlbauer jr. feiert Comeback Boulevard

NR. 241, JANUAR 2015


Gefesselt Aufmerksame Leser und Leserinnen sind Gold wert – in diesem Fall galt die aufmerksamkritische Reaktion einer Redewendung im letzten «Redeplatz»-Interview. Dort war von einem «an den Rollstuhl gefesselten pensionierten Historiker» die Rede. Winfried Mall, Heilpädagoge in St.Gallen, schickte uns dazu stirnrunzelnd die nachstehende Karikatur:

Recht hat er! Und seine Kritik passt nebenbei blendend zum Titelthema dieses Januarhefts. Mehr zu correctness in sprachlicher, historischer und lebenspraktischer Hinsicht ab Seite 16.

Klassenkämpferisch Einspruch, und zwar heftig, kam von Stefan Millius. Den Ostschweizer Autor und Filmer hatte Saiten in der vorletzten Ausgabe als «Ghostwriter» der Stadtratskandidatin Barbara Frei vermutet, was dieser zuerst dementierte, sich später aber auf dem Portal «persoenlich. com» als ihr Wahlkampfberater zu erkennen gab. Unser Online-Beitrag dazu («Das Outing von Millius») kam entsprechend nicht gut an. In einem Kommentar im «Leader» lobte Millius zwar die vielfältige Ostschweizer Presselandschaft, aber dann... hier ein Auszug: «Saiten» beispielsweise wurde einst als klassisches Kulturmagazin begründet, was in einer kulturell aktiven und gleich­ zeitig unterschätzten Region wie der unseren durchaus seine Berechtigung hatte. Heute ist es ein als Hintergrund­ zeitschrift getarntes Klassenkampfblatt, das Wahlempfehlungen abgibt und in

steckbrieflicher Manier alles rechts der Mitte zum Abschuss freigibt. Was macht man als kulturell interessierter und en­ gagierter Mensch, der bei Themen wie Migration oder Sparmassnahmen eine andere Meinung hat als das vereinigte SP­Sekretariat, das «Saiten» längst un­ terwandert hat? Die Reaktion twitterte prompt herein: Hey @MagazinSaiten habt ihr gewusst, dass wir (@SPsangalle) euch unterwan­ dert haben gemäss dem freisinnigen «Leader»? Da ist guter Rat für den engagierten Menschen tatsächlich teuer. Vielleicht hilft der Hinweis im Inserat auf Seite 32 weiter.

Hausmitteilungen Adieu und Hallo Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – und jedem Abschied ein Schmerz. Ende Dezember hat Peter Olibet nach dreiein­ halb Jahren als Verlagsleiter Saiten ver­ lassen. Er war der perfekte Kollege – pu­ blizistisch ideenreich, technisch bewan­ dert, mit breitem Horizont und intimer Kenntnis der Stadt unterwegs, geschickt im Verhandeln, debattierfreudig und hilfs­ bereit. Peter Olibet rückt neu ins St.Galler Stadtparlament nach und arbeitet dane­ ben im «tiRumpel» mit Kindern. Er bleibt Saiten aber im Vorstand erhalten. Bereits einen Monat früher hat Gabriela Baumann den Bürotisch an der Schmiedgasse mit jenem in der Militärkantine getauscht. Sie war die Saiten­Anlaufstelle für Mit­ glieder, bewältigte Sekretariat, Admi­ nistration, Buchhaltung und diverse weitere Tätigkeiten mit grossem Know­ how und blendender Vernetzung in der Stadt. Ihre Rolle(n) hat Kristina Hofstet­ ter bereits mit Elan und Liebenswürdig­ keit übernommen. Ein Wechsel schliesslich auch in der Redaktion: Katharina Flieger hat Saiten nach einem rund einjährigen, in­ tensiven und höchst fruchtbaren Gast­ spiel wieder verlassen. Sie brachte die vorher eher handglismete Online­Arbeit von saiten.ch auf Trab, stellte die drin­ genden Fragen und lieferte Antworten. Und hat damit das Feld prächtig bereitet für ihren Nachfolger: Urs­Peter Zwingli, 1984, hat beim «Tagblatt» und bei «20 Minuten» Journalismus in allen Facetten gelernt und betrieben und auf der Saiten­

REAKTIONEN

Website bereits erste Spuren hinterlas­ sen. Herzlich adieu – und herzlich will­ kommen.

Das Geschenk für Mitglieder: Comic­Extra Falls Sie Saiten­Mitglied sind – also zu jenen mehr als zweitausend Glücklichen gehören, die Saiten jeweils am Monats­ ende in ihrem Briefkasten vorfinden und dafür einen Jahres­ oder Gönnerbeitrag für das Heft zahlen –, dann finden Sie diesmal eine Doppelausgabe vor: Zu­ sätzlich zum Januarheft erhalten unsere Mitglieder ein rund 50­seitiges Comic­ Extraheft. Es versammelt Comics von elf Ostschweizer Zeichnerinnen und Zeich­ nern, die im Saiten­Jubiläumsjahr 2014 jeden Monat in der Heftmitte erschie­ nen sind. Das Heft kann man auch be­ kommen, in dem man schleunigst Saiten­ Mitglied wird – oder es für 12 Franken erwerben über sekretariat@saiten.ch.

Neuer Blickwinkel Bis Dezember hat Sebastian Stadler un­ sere Bildrubrik «Blickwinkel» gestaltet. Seine Auswahl namens «Beute» war Monat für Monat anregend. Für die nächsten Ausgaben konnten wir die Künstlerin Katalin Déer gewinnen. Ge­ boren 1965 in Palo Alto (USA), wohn­ haft im Sitterwerk St.Gallen, hat sie u.a. in den letzten Monaten mit Plakatfoto­ grafien aus Neapel auf dem St.Galler Klosterplatz Aufsehen erregt. Die Serie für Saiten trägt den Titel «In die Fläche».

Sie ärgern sich? Sie freuen sich? Kommentieren Sie unser Magazin und unsere Texte auf saiten.ch oder schreiben Sie uns einen Leserbrief an redaktion@saiten.ch.

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Saiten Nr. 240, Dezember 2014

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Katalin Deér In die Fläche

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BLICKWINKEL


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Redeplatz «Das Analoge ist ehrlicher»

Niklaus Reichle über Schweizer Bands, analoge Lebensqualität und die Vielfalt der Möglichkeiten. Seit einem Jahr betreibst du zusammen mit Ronny Hunger «La Suisse Primitive», ein auf Schweizer LoFi­Musik spezialisiertes Independent Label. Ihr veröffentlicht ausschliesslich digital und zusätz­ lich Kleinstauflagen auf Vinyl. Warum? Weil man Platten bewusster hört als digitale Tonträger. Man muss sich Zeit nehmen. Und sie kosten, man entscheidet sich also bewusst dafür, nicht wie im Netz, wo man Musik eher per Flatrate konsumiert. Gleichzeitig ist die Schallplatte auch ein Objekt für die Sinne, Haptik, Geruch und Gestal­ tung spielen immer eine Rolle. Und: Man will sie nicht stän­ dig dabei haben – im Gegensatz zur digitalen Musik auf dem Smartphone. Das ist befreiend. Das musst du genauer erklären. Der Plattenspieler erfüllt nur eine einzige Funktion. Damit nimmt er im Alltag relativ wenig Raum ein. Das Smartphone hingegen hat man den ganzen Tag im Hinterkopf. In unserer Multioptionsgesellschaft tut es deshalb schlicht und einfach gut, etwas zu haben, das nur genau eine Funktion erfüllt, dafür aber perfekt. Etwas, das man nachher wieder zurück­ legen kann, ohne den ständigen Reflex, es aus der Tasche ziehen zu wollen. Eine neue Lebensqualität, diese Rückbesinnung auf das Analoge? Es geht nicht um gut oder schlecht. Für mich ist es eine Frage der «Realisiertheit» – ähnlich wie in der Fotografie, wo das digitale Bild erst durch die gezielte Auswahl aus tausenden Bildern wirklich zum Bild wird. Die Schallplatte hat einen anderen Grad der Realisiertheit als eine Datei, da digitale Musik viel diffuser und unverbindlicher ist. Man

Geht es nicht vor allem um Exklusivität? Klar, die beschränkte Auswahl bei analo­ gen Werkzeugen hat immer auch etwas Einzigartiges. Wenn ich eine alte Orgel aus den 60er­Jahren kaufe, habe ich zwar nur dieses eine, sehr spezifische Klangbild, aber ich setze mich auch umso intensiver damit auseinander. Das heisst nicht, dass ich digitale Werk­ zeuge weniger schätze, im Gegenteil. Für mich ist es eine Zweckfrage: Wenn ich zum Beispiel Fotos für meinen Blog mache, will ich sicher sein, dass das Endresultat überzeugt. Also fotografiere ich zur Sicherheit digital. In den Ferien wiederum lasse ich mich gerne auf die «Ungewissheit» des Analogen ein. Ist es also letztlich der Zweck, der über das Mittel entscheidet? Das wäre zu einfach. Ich geniesse einfach die Vielfalt der Möglichkeiten. Zu Hause höre ich mir gerne Platten an, unterwegs nutze ich aber Spotify. Wie gesagt, es sind einfach zwei Welten des Musikhörens. Deshalb gibt es La Suisse Primitive auf Vinyl und digital. Leben kannst du aber nicht davon. Das ist nicht unser Ziel und wäre für mich persönlich auch nicht der richtige Weg. Zu viel Professionalisierung würde mir die Freiheit rauben, die es braucht, um sowas überhaupt zu machen. Dasselbe gilt auch für Ronny, der die Sieb­ drucke für die Platten jeweils in aufwändiger Handarbeit erstellt. Trotzdem: «Es ist alles wie immer, nur schlimmer», schreibt Berthold Seliger in seinem Buch Das Geschäft mit der Musik. Album, Plattenlabel, Musikverlag, Management, Tournee, Merchandise, Sponsoring – ohne gehts scheinbar nicht. In vielen Bereichen ist das so, ja. Als Veranstalter nerve ich mich zum Beispiel oft über gewisse Agenturen und Tour­ manager. Im Treppenhaus in Rorschach verzichten wir ganz bewusst auf Sponsoren. Das hat zwar seinen Preis, doch wir bleiben dafür unabhängig. In der Schweiz haben wir die

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zappt rein und wieder raus, hört alles querbeet. Das hat zwar auch Vorteile, endet aber oft damit, dass die Musik nur noch beiläufig gehört wird. Beim Musikmachen verhält es sich ähnlich: Mit dem Computer sind die Möglich­ keiten nahezu unbeschränkt. Ein alter, analoger Synthesizer kann zwar viel weniger, dafür aber auf eine einzigartige Weise. Diese überschaubare Auswahl an Möglichkeiten ist es, was die Kreativität fördert. Insofern ist das Analoge be­ grenzter, aber umso ehrlicher, während das Digitale schier endlose Auswahl­ möglichkeiten bietet – was viele auch überfordert.


11 komfortable Situation, dass Musikschaffen, Konzertlokale und Labels staatlich unterstützt werden. Das nimmt viel Druck weg und ermöglicht Vielfalt. Trotzdem sind Schweizer Bands meiner Ansicht nach im Schnitt nicht besser als aus­ ländische. Kaum hat eine Schweizer Band drei, vier Kon­ zerte gespielt, verlangt sie schon relativ hohe Gagen. Dies steht in krassem Kontrast etwa zu amerikanischen Bands, die viel erfahrener sind, oftmals bereits einen Namen haben und dennoch weniger verlangen. Aber für den Erfolg ist letztlich der Label­Support ausschlaggebend. Der Wert eines guten Labels liegt vor allem in der Vernetzung. Platten pressen lassen kann eigentlich jeder. Dass diese dann aber auch gekauft und gehört werden, ist die schwierigere Aufgabe. Die Bands profitieren also einerseits vom Ruf eines Labels und können andererseits mühselige Aufgaben wie Vertrieb oder Pressearbeit abgeben.

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Wie versteht sich La Suisse Primitive? Zurzeit arbeiten wir mit relativ kleinen Garage­Bands aus der Schweiz zusammen, bei denen wir viel Energie spüren. Diese möchten wir bündeln. In musikalischer Hinsicht wollen wir uns aber nicht einschränken, denn zurzeit passiert an vielen Orten etwas. Manche Leute sind mir diesbezüg­ lich zu pessimistisch: Sie idealisieren zum Beispiel die 80er, belächeln die Bands von heute, da sie meinen, es sei alles schon mal da gewesen. Dagegen sträubt ihr euch? Es stimmt schlicht und einfach nicht, dass es musik­ technisch nichts Gutes mehr gibt heutzutage. In der Schweiz gibt es durchaus Bands, die ihr eigenes Ding machen wollen, wenn nötig im Alleingang. Diese Dynamik kann man aber nur nutzen, wenn man für gewisse Dinge zu­ sammenspannt. Zum Beispiel? Das Swiss Psych Fest in der Westschweiz, wo auch viele Ostschweizer mittun. Viel passiert auch in Luzern, wo Memphisto Produktion und HighTime zuhause sind, oder in Genf mit Initiativen wie «Rock This Town» oder «What we do!». Da mischen die unterschiedlichsten Leute mit, einer macht Plakate, der andere organisiert die Konzerte etc. Hier in St.Gallen vermisse ich das manchmal. Niklaus Reichle, 1986, hat internationale Beziehungen studiert und lebt in St.Gallen. Er arbeitet bei der Max Havelaar Stiftung, ist Programmverantwortlicher im Treppenhaus Rorschach, betreibt zwei Labels und verkauft Schallplatten im Klang und Kleid. Bis jetzt erschienen bei La Suisse Primitive: Augenwasser: New Seas, 7", Fr. 10.– Shady & The Vamp: Toothpaste, 7", Fr. 8.– The Staches: There’s Something in Between, 7", Fr. 9.– lasuisseprimitive.com Text: Corinne Riedener Bild: Tine Edel

POSITIONEN

Einspruch: Myshelle Baeriswyl Sexualpädagogischer Leerplan Im Gegensatz zur medialen Omnipräsenz sexuel­ ler Darstellungen und Inhalte muss Sexualität im Lehrplan 21 minutiös gesucht werden. Sexualkun­ de ist kein eigenes Fach, sondern Teil des Themen­ komplexes «Natur, Mensch und Gesellschaft», ver­ streut in die Kompetenzbereiche «Identität, Körper, Gesundheit», «Natur und Technik», «Wirtschaft, Arbeit, Haushalt» sowie «Ethik, Religionen, Ge­ meinschaft». Und selbst in diesen ist sie noch auf­ gefächert in zig Lernziele wie «Körperliche Ent­ wicklung verstehen», «Geschlecht und Rollen re­ flektieren», «Menschliche Fortpflanzung kennen», «Beziehungen, Liebe und Sexualität reflektieren» usw. Kurzum: Wer Sexualkunde sucht, sieht sich mit einem vielteiligen Puzzle konfrontiert. Diese Zurückhaltung im Lehrplan 21 bei der Sexualkunde mag ihren Grund haben. Lange vor dessen Veröffentlichung sorgten die mögli­ chen sexualpädagogischen Inhalte für emotionale Auseinandersetzungen. Kinder und Jugendliche sollen vor «Übersexualisierung» geschützt werden, so der Tenor. Die Rücksicht auf fundamental­reli­ giöse und rechtspopulistische Kreise aber hat Se­ xualität auf die Reproduktion verengt und so die Sexualkunde um wesentliche Inhalte beraubt – bis hinein in die Sprache. Themenbereiche wie Sexualität und So­ ziale Medien bzw. Sexualität und Menschenrechte fehlen. Zwar seien Menschenrechte zentral, «bei der politischen Bildung stehen die Basiskonzepte Demokratie und Menschenrechte im Zentrum» heisst es, und in 14 Passagen werden Menschen­ rechte genannt, aber «Gay Rights» werden nir­ gends erwähnt. Unter «sexuelle Orientierungen» nennt der Lehrplan 21 zwar Hetero­ und Homose­ xualität, aber Geschlechtsidentität fehlt ebenso wie Transsexualität und Intersexualität. Gender wurde aus dem Vokabular gestrichen, ebenso Dis­ kriminierung, Vielfalt/Diversity und LGBTI – und wenn von «unkonventionellen Geschlechterrol­ len» die Rede ist, beinhaltet das bereits eine Stig­ matisierung. Das wäre doch etwas für die «Reflek­ tion gesellschaftlicher Normenbildung und deren Durchsetzung» am Beispiel der Heteronormativi­ tät? Aber vielleicht finden sich diesbezüglich ja Kompetenzziele, bloss wo? Kurz: Der Lehrplan 21 ist ein sexualpä­ dagogischer Leerplan und geht hinter das Kreis­ schreiben zur Sexualpädagogik des St.Galler Er­ ziehungsrates aus dem Jahre 2005 (sic!) zurück. Wo sind wir stehen geblieben? Wohin wollen wir zurück? Wofür steht 21? Myshelle Baeriswyl, ist Psychologin FSP, Sexualpädagogin und Geschäftsleiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen St.Gallen-Appenzell (ahsga.ch).


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Stadtpunkt Motorisierte Dinosaurier

Stehen Sie gerade auf der Teufenerstrasse im Stau? Als Betrof­ fene im Stadtbus, der vom Privatverkehr blockiert wird? Dann empfehle ich Ihnen, zu Fuss weiterzugehen, es gibt einige ab­ wechslungsreiche Wege rein in die Stadt. Oder sind Sie vielleicht Verursachende? Dann sind Sie hier richtig. Der motorisierte Privatverkehr in der Stadt ist ein Auslaufmodell. Seit 100 Jahren werden Innenstädte durch eine rendite­ und wachstumsorientierte Planung mit auto­ zentrierten Konzepten systematisch zerstört. Heute hätten die Städte theoretisch zwar andere Möglichkeiten, doch die Mentalität der Verkehrsplanung ist am Beginn des 20. Jahr­ hunderts stehen geblieben und bewegt sich seither nicht we­ sentlich weiter. Diese rückwärtsgewandte Sicht auf die Mobi­ lität in der Stadt hemmt viele Entwicklungen, die mehr Lebensqualität für alle bedeuten würden. Wenn wir die Pläne unserer Privatverkehrseupho­ riker für das Güterbahnhofareal und die Stadtautobahn an­ schauen, merken wir, wie festgefahren deren Logik ist. Wenn die Agglopendler sich über den Stau, den sie selber verursachen, beklagen, sollte die Reaktion darauf nicht ein Ausbau der Strasseninfrastruktur, sondern eine wachsende Bereitschaft zur Auseinandersetzung mit mobilen Innovationen sein. Die Zukunft gehört dem öffentlichen Verkehr. Der Tarifverbund Ostwind wird das noch merken und seine Wege­ lagerertarife wieder gegen unten anpassen. Die Zukunft gehört auch dem Carsharing, zum Beispiel mit einem Grundbestand an selbstfahrenden Autos, welche die Leute in der Stadt zielge­ richtet zur Arbeit oder zum Einkauf bringen. Diese Fahrzeuge werden bedarfsgerecht eingesetzt und stehen nicht tageweise als sinnlose Platzhalter im städtischen Raum. Die schon leicht übel riechende Parkplatzdiskussion wäre damit erledigt. In Grossbritannien soll noch 2015 ein grossange­ legter Versuch mit solchen «autonomen Fahrzeugen» starten, dieAutoverbände laufen Sturm dagegen. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Idee Potential hat, denn die Dinosaurier haben wohl ebenfalls nochmals laut gebrüllt, bevor sie ausstarben. Bis es soweit ist, tun wir der Stadtkasse etwas Gutes und erheben eine differenzierte Gebühr für die Einfahrt in die Stadt. Schön gestaffelt nach Gründen für die Fahrzeugnut­ zung, mit aufsteigenden Tarifen für Handwerk, Privattransport oder Bequemlichkeit. Und ja, ich zahle selbstverständlich auch, wenn ich wieder mal dem inneren Faulpelz nachgeben sollte. Dani Fels, 1961, ist Dozent an der FHS St.Gallen und Fotograf. Er schreibt monatlich die Stadtkolumne in Saiten.

POSITIONEN

Medienrevolution I Patriotische Pflicht Der «Appenzeller Volksfreund», die kleinste Regionalzeitung der Schweiz aus dem Kanton Appenzell Innerrho­ den, kauft jetzt die grösste Druckerei in Appenzell Ausserrhoden und will sich damit die Zukunft sichern. Der Vorgang ist nicht nur wirtschaftlich von Bedeutung, sondern auch historisch. Den heute mit einer Auflage von 5432 Exemplaren viermal wöchentlich erscheinenden «Volks­ freund» gründeten die Konservativen im katholischen Innerrhoden 1876 als Kampfblatt gegen die Liberalen im pro­ testantischen Ausserrhoden, die sich um die «Neue Appenzeller Zeitung» scharten. Im Frühjahr 2015 übernimmt die Genossenschaft Druckerei Appen­ zeller Volksfreund (DAV) aus Appenzell zu 100 Prozent die Sparte Appenzeller Druckerei der Appenzeller Medienhaus AG in Herisau. Das Unternehmen ist das Stammhaus der «Appenzeller Zei­ tung», die aus der «Neuen Appenzeller Zeitung» hervorgegangen war und heu­ te ein Kopfblatt des St.Galler Tagblatts ist, das wiederum der NZZ­Medien­ gruppe gehört. Für Markus Rusch, Geschäfts­ führer der DAV, ist der Herisauer Erwerb ein Teil der Strategie zur langfristigen Existenzsicherung des «Volksfreunds». «Das ist ein gewaltiger Brocken für uns», sagt Rusch respektvoll über den eigenen Innovations­Mut. «Wir verdoppeln da­ mit die Grösse des bisherigen Unterneh­ mens von gegenwärtig 50 auf rund 100 Beschäftigte. Das Geschäft, das einen hohen einstelligen Millionenbetrag kos­ tet, muss zuerst einmal verdaut werden.» Das gilt auch für die Belegschaft der DAV. 30 Mitarbeitende müssen künftig in Herisau arbeiten, 20 bleiben in Ap­ penzell. Das habe für Unruhe gesorgt, bemerkt Rusch dazu. Die Verlegung der Produkti­ on nach Herisau ist aber wirtschaftli­ cher und weniger mit Risiken verbunden als ein Druckerei­Neubau in Appenzell, der bereits in Planung war. Die NZZ­ Gruppe ist zur Zeit in Ausverkaufs­Stim­ mung, weil sie flüssige Mittel für Gross­ investitionen in die Digitalisierung und ins Auslandgeschäft benötigt. Sie hat des­ halb den Kauf des Appenzeller Medien­ hauses den Innerrhodern angeboten.


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Mit der unternehmerischen Expansion nach Ausserrhoden soll 417 Jahre nach der Landteilung aber keine Wiederver­ einigung auf medialem Weg veranstaltet werden. «Die Redaktion und der Druck des ‹Appenzeller Volksfreundes› blei­ ben in Appenzell», sagt Rusch. «Die Zei­ tung soll auch in 20 Jahren noch er­ scheinen.» Dies ist der ideelle und kommerzielle Hintergrund des Engage­ ments in Ausserrhoden. Die DAV erhofft sich damit die Erschliessung neuer Ge­ schäftsfelder. In der Ostschweiz hat sie bereits eine starke Position als Akzi­ denzdruckerei, betreibt erfolgreich die Web­Agentur «anderthalb.ch» und das Newsportal «Appenzell24». Der «Volks­ freund» musste lange querfinanziert wer­ den und ist erst seit kurzem selbsttragend. Für die DAV ist die Herausgabe der Zeitung gewissermassen eine patri­ otische Pflicht. Rusch formuliert es so: «Für Innerrhoden ist es auch heute noch wichtig, eine eigene Zeitung zu haben. Die Erhaltung und Herausgabe des ‹Volksfreundes› ist und bleibt des­ halb auch der Hauptzweck unserer Ge­ nossenschaft.» Harry Rosenbaum

Medienrevolution II Gegen die Unverschämten Es waren heftige Signale an die Adresse des NZZ­Verwaltungsrats: die Protest­ briefe von 63 Auslandkorrespondentin­ nen und ­korrespondenten und von 163 Mitgliedern der Redaktion (eine stolze Zahl, sie zeigt nebenbei, wie stark die NZZ personell noch immer besetzt ist). Beide Briefe drohten: «Die Ernennung eines Exponenten nationalkonservati­ ver Gesinnung würde in unseren Augen das Ende der Kultur einer liberalen und weltoffenen NZZ bedeuten, die wir mit­ tragen und für die wir uns Tag für Tag publizistisch einsetzen. Sie dürfte darü­ ber hinaus auch ein kommerzielles De­ saster einleiten.» Zu jenem Zeitpunkt (am 16. Dezember 2014) hatte Markus Somm, ehemals «Weltwoche»­Redaktor und heute Chefredaktor und Verleger der «Basler Zeitung» (BaZ), zwar bereits ab­ gesagt. Und der Verwaltungsrat tat kund, es sei noch offen, wer Nachfolger des Hals über Kopf gekündigten Chefre­ daktors Markus Spillmann werden sol­ le. Aber die NZZ­Macher blieben den­ noch «tief besorgt» über die Zukunft der «Alten Tante» und protestierten präven­

tiv gegen die «politische Richtung, in der offenbar nach einem neuen Chef­ redaktor gesucht worden ist». Protest kam am Tag danach bemerkenswerterweise auch von der Ostschweizer Volkswirtschaftsdirekto­ ren­Konferenz: Die jüngsten Ankündi­ gungen aus der NZZ­Gruppe seien «sehr kritisch zu beurteilen. Das gilt na­ mentlich für die Entscheidung, die Me­ dien in der Ostschweiz und der Zent­ ralschweiz unter eine einzige Leitung zu stellen.» Dies führe zu einem journa­ listischen Einheitsbrei, der den Eigen­ heiten der beiden regionalen Räume nicht gerecht werde. «Unserem Landes­ teil droht ein erheblicher publizisti­ scher Abstieg mit grundlegenden Fol­ gen für das Selbstverständnis und die Identität der Ostschweiz.» Bei den star­ ken Worten blieb es nicht: Sie hätten «beim Verwaltungsrat interveniert, um zu erfahren, mit welchen Massnahmen die NZZ­Gruppe die mediale Grundver­ sorgung der Ostschweiz sichern will», teilten die Regierungen unisono mit. Die Intervention kam spät – die gemeinsame Leitung unter dem neuen CEO Jürg Weber ist bereits Tat­ sache. Eine Mantellösung zwischen Lu­ zern und St.Gallen («Synergien» ge­ nannt) soll bereits im Frühling 2015 umgesetzt werden. Noch gravierender allerdings wäre, wie bei den Dezember­ Wirren heiss diskutiert, wenn die NZZ ihre Regionalzeitungen in der Ost­ schweiz und in der Zentralschweiz ver­ kaufen würde – an Milliardär Blocher oder seine Gesinnungsgenossen. Das ergäbe eine «nationalkonservative» Ach­ se Basel­Luzern­St.Gallen, die den Re­ gierungen und den Leserinnen und Lesern noch gewaltig mehr Kopfzer­ brechen bereiten müsste. Im Moment sind diese Pläne allerdings dementiert. Zum Glück, denn was mit dem Rechtspopulismus hierzu­ lande Einzug gehalten hat, ist mehr als eine konservative Wende: eine charak­ terliche Verluderung. Statt Solidarität und Gemeinsinn wird Egoismus propa­ giert, die Angriffe gelten mit Vorliebe den Schwachen dieser Gesellschaft, in­ ternationale Verantwortung ist ein Schimpfwort, rassistische Frechheiten gehören zum guten Ton. Gegen diesen Stil, gegen dieses Klima der Unver­ schämtheit standen bisher auch die bürgerlichen Medien wie NZZ und St.Galler Tagblatt gerade. Das bleibt hoffentlich so. Peter Surber

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Der Mensch ist ein Mängelwesen – und entsprechend korrekturbedürftig verbesserungs­ fähig. Die Sprache auch. (Und die Politik? – Anm. d. Lektors)

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Wortzement

Sprachpolitische Correctness ist so umständlich wie das Feingefühl dafür wichtig wäre. Man kann sich aber auch fragen, ob gendergerechtes Schreiben überhaupt Sinn macht. von Corinne Riedener

Auch wenn es für manche unverständlich sein mag, aber die Linguistik ist ein faszinierendes Forschungsgebiet, besonders die Sprachkritik. Nur ist es mit der feministischen Linguistik dem gendergerechten Sprachgebrauch so eine Sache: Er hat was von einem Bremsknüppel. Nicht nur in Sachen Schreibfluss, auch was die gesellschaftliche Entwicklung angeht. Nicht selten ist nämlich die öffentliche Debatte von allerlei Ressentiments verpestet, sobald es um die sprachliche Gleichstellung von Frau und Mann der Geschlechter geht. Oder zumindest ist sie von einem tiefen Seufzer begleitet. Und das auf allen Seiten.

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Pseudofeministische Korrektheitsorthografie?

Das Thema stösst zwar mittlerweile überwiegend auf Ver­ ständnis, dennoch gibt es einige, mehrheitlich (aber nicht nur, Anm. des Setzers Lektors) männliche Gegner, die ihr «pseudofeministische Korrektheitsorthografie», «Sprach­ feminismus» oder sogar «Sexismus» vorwerfen, so zum Beispiel die IG Antifeminismus. Gendergerechte Sprache ist definitiv umstritten, auch im Journalismus: «Die Sprache, so wie wir sie gebrauchen, entspricht einem gesellschaftlichen Konsens. Wenn es sich ergeben sollte, dass Frauen tatsäch­ lich eines Tages eine führende Rolle übernehmen, wird sich die Sprache mutmasslich automatisch ändern», schrieb beispielsweise «Weltwoche»­Redaktor Alex Baur in einer Email, als ich ihn im Rahmen meiner Bachelorarbeit dazu befragte. Das war im Juli 2013. Zur Erinnerung: Die Gleichstellung von Mann und Frau ist seit 1981 in der Bundesverfassung verankert. Um ihr auch auf sprachlicher Ebene gerecht zu werden, hat der Bund im Jahr 2009 die bereits zweite, vollständig überarbeitete Auflage des Leitfadens «Geschlechtergerechte Sprache» ver­ öffentlicht. Und nicht nur auf Ebene der Gemeinwesen werden die Texte angepasst, auch in vielen Bereichen der Privat­ wirtschaft. Diese «verordnete» Veränderung der Sprache führt deshalb hin und wieder auch zu Auswüchsen eher skurriler Art. So wollte etwa das Gleichstellungsbüro der Stadt Bern im Juni 2010 das Wort «Fussgängerstreifen» mit «Fussgänger­ innenstreifen» ersetzen und provozierte damit ein Echo, das die Kritik am Sprachgebrauch vielerorts ins Absurde Lächerliche zog. (Zebrastreifen wäre einfacher gewesen.) Einverstanden, das Argument, dass Sprache historisch und organisch gewachsen ist und darum nicht ver­ gewaltigt gewaltsam zurechtgebogen werden darf, ist nach­ vollziehbar. Schliesslich ist sie eine Art Spiegel der Gesellschaft und trägt uns seit Jahrtausenden. Aber gerade weil sie ein Spiegel ist, verändert sich die Sprache. Früher etwas langsamer, heute etwas schneller – analog zur Umwelt. Aus Althoch­ deutsch wurde Mittel­, aus Früh­ wurde Neuhochdeutsch, so wie aus Siedlungen Städte und aus Hexen Apothekerinnen wurden. Und «mit freundlichen Grüssen» heisst sowieso längst «MfG», auch in der Autokorrektur des Computers (von Hash­

tags, Smileys und sonstigem ganz zu schweigen). Angesichts dieses rasanten Wandels ergibt es also wenig Sinn, sich noch an der präskriptiven Grammatik an starren Regelwerken festzuklammern – die Zeit für Experimente war nie perfekter. Aber: So wichtig sprachliche Sensibilität auch ist, so mühsam ist es, genderpolitisch möglichst korrekte Texte zu verfassen. In mehrerlei Hinsicht: Einerseits mangelt es ihnen oft an sprachlicher Logik Präzision, (das nominali­ sierte Partizip «Studierende» bezeichnet nun mal nicht dasselbe wie der Nominativ Plural «die Studenten», weil das eine Tätigkeit ist, während das andere eine Funktion ist), andererseits werden die Texte schnell holprig und hölzern. Und vor allem: lang. Die «Lehrerschaft» tönt ja nun wirk­ lich furztrocken nicht nach etwas Menschlichem. Und jedes «Architektinnen und Architekten» frisst eine Zeile mehr, die eigentlich für relevantere Informationen reserviert wäre. Das ist verheerend. Gerade in einer Zeit, in der die Auf­ merksamkeit der Leserinnen und Leser des Publikums selten mehr als 3000 Zeichen übersteht – und besonders bei Texten, die einen demokratie­relevanten Auftrag haben, sich also möglichst jeder alle angesprochen fühlen müssen. Kurz gesagt: Gendergerechte Sprache bringt nicht nur gram­ matikalische Unsauberkeiten mit sich, sie ist auch stilis­ tisch nicht gerade ein Bringer. Im Moment zumindest. Er­ staunlich eigentlich, wenn man bedenkt, dass darüber be­ reits seit mehr als 40 Jahren diskutiert wird...

Die Menstruation ist bei jedem ein bisschen anders

Anfang der 70er­Jahre begannen sich die ersten Linguistinnen für den Zusammenhang zwischen Sprache und Geschlecht zu interessieren. Fachfrauen aus dem englisch­ und deutsch­ sprachigen Raum, darunter Robin Lakoff, Luise F. Pusch oder Senta Trömmel­Plötz, prangerten damals die patriarcha­ len Strukturen unserer Sprache an und prägten so den Be­ griff der feministischen Linguistik. Ihr Vorwurf: Frauen würden nicht nur rechtlich und gesellschaftlich, sondern auch sprachlich diskriminiert. Sie kritisieren unter anderem den androzentrischen Sprachgebrauch im Deutschen, sprich die Bezeichnung des Mannes als Norm und jene der Frau als Abweichung der Norm. Dessen Hauptmerkmal ist das so­ genannte generische Maskulinum, «die Ärzte» und «die Leh­ rer» zum Beispiel, die im Plural stets in der männlichen Form genannt werden (ausser natürlich, es geht ausschliess­ lich um weibliche Personen). Nicht nur Lakoff & Co., auch verschiedene Studien besagen, dass Frauen sich so nur «mitgemeint» fühlen. Es gibt diese witzige Anekdote, dass Luise F. Pusch, Publizistin und eine der wichtigsten Sprachkritikerinnen im europäischen Raum, damals fast vom Klo Hocker gefallen ist, als sie auf der O.B.­Verpackung folgenden Satz las: «Die Menstruation ist bei jedem ein bisschen anders.» Nachdem sie das Unternehmen auf die absurde Grammatik dieses Satzes

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• Bei der Substantivierung von Adjektiven oder Partizipien ist zwar Vorsicht geboten, da, wie bereits erwähnt, nicht alle Varianten präzis sind; trotzdem gibt es viele bereits etablierte Varian­ ten: zum Beispiel Pensionierte, Asylsuchende, Aus­ zubildende (Azubis), Mitarbeitende, Angestellte, Anwesende, Delegierte, Drogen­ oder Spielsüchti­ ge, Alleinerziehende, Pubertierende, Jugendliche, Parteivorsitzende, Andersdenkende, Erkrankte, Interessierte, etc. • Ein weiteres Mittel sind Synonyme oder andere Alternativen, also Fachleute statt Fachmänner anheuern, alle statt jedermann kennen, ärztliche Hilfe suchen statt Ärzte fragen, Ausbildungs­ plätze in den Geisteswissenschaften schaffen statt mehr Geisteswissenschaftler ausbilden, die Ge­ genseite statt die Kritiker zu Wort kommen lassen, Ratsmitglieder statt Kantonsräte abwählen, das OK loben, nicht die Organisatoren und so weiter... • Passiv­ und Infinitivkonstruktionen sind zwar teilweise etwas schwerfällig oder wirken gestelzt, sparsam eingesetzt helfen aber auch sie über gewisse Klippen hinweg: Wenn die Forscher etwa Verunreinigungen im Wasser finden, ist das das­ selbe, wie wenn bei der wissenschaftlichen Unter­ suchung Verunreinigungen festgestellt werden, und wenn der Gesetzgeber etwas verbietet, ist davon auszugehen, dass etwas strafbar ist. • Oft vergessen, aber definitiv elegant: Redundanzen weglassen. Wieso schreiben, dass zwei FDPler aus der Fraktion nicht kommen konnten, wenn

einfach zwei aus der FDP­Fraktion nicht kommen konnten? Ebenso logisch ist es, dass sich der Quartierverein trifft, nicht die Vertreter des Quar­ tiervereins.

Vorleben, nicht vorschreiben.

Diese Liste liesse sich natürlich beliebig weiterführen, aber eben: Zuerst einmal müssten einem die möglichen Fettnäpfe auffallen. Und dazu fehlt vielen die nötige Sensibilität – was nicht als Vorwurf gemeint ist, sondern eine häufige Ant­ wort der Befragten in meiner Arbeit war. Wie sich damals gezeigt hat, liegt das unter anderem daran, dass gerade junge Menschen kaum einen Gedanken an sprachliche Gleich­ stellung verschwenden. Einige, weil es ihnen «zu blöd» oder «zu umständlich» ist, andere – vor allem Frauen –, weil sie sich aus Prinzip mitgemeint fühlen, wenn von «den Journa­ listen» die Rede ist. Abgesehen von Alex Baur gaben aber alle zu Protokoll, dass sie ihre Texte dennoch so gut es geht gendern, meistens mit Doppelnennungen, auch wenn diese unnötig Platz frässen. Das wirft Fragen auf. Natürlich; es fühlen sich noch lange nicht alle mitgemeint, wenn von «den Malern», «den Programmierern» oder «den St.Gallern» die Rede ist. Aber wenn das wirklich das Ziel ist, müsste zumindest die Doppelnennung ganz dringend abgeschafft werden. Und ja, auch das Binnen­I. Wieso? Es geht um die Einstellung in den Köpfen: Je mehr «Besucherinnen und Besucher» in einem Text zu finden sind, desto mehr werden logischer­ weise «die Besucher» als rein männlich verstanden. So werden die bestehenden Verhältisse zementiert – und nicht nur jene zwischen Männern und Frauen, sondern auch die komische längst überholte Idee, dass es dazwischen nichts gibt. Es wäre deshalb effizienter, nach Mitteln und Wegen zu suchen, die das Verständnis generischer Maskulina in eine neutrale Richtung lenken, sprich: Eine Gesellschaft, in der «die Besucher» alle möglichen Geschlechter haben, braucht auch keine Doppelnennungen mehr. Das ist ketzerisch, ich weiss, aber Gleichstellung soll ja nicht vorgeschrieben, sondern vorgelebt werden. Und genauso wenig wie ich eine rein männliche Sprache will, will ich eine Sprache, die mir ein duales Geschlechter­ bild vorschreibt. Da nützen auch alle Gender­Gaps, Sternchen, Querstriche und Binnen­I nichts – abgesehen davon, dass wir ohnehin kaum umsetzbare Ideen haben, wie man diese Zeichen laut aussprechen könnte, würden sie denn wirklich irgendwann akzeptiert und salonfähig.

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Corinne Riedener, 1984, ist Saiten-Redaktor. ;) Saiten bemüht sich im übrigen schon bisher und weiterhin nach bestem Wissen und Gewissen, gendergerechte Schreibweisen zu verwenden (Anm. des Lektors).

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hingewiesen hatte, wurde der Beipackzettel angepasst. Seither hat es allerhand Ansätze gegeben, die Frauen das Weibliche in der Sprache sichtbar zu machen. Eines der bekanntesten Mittel ist wohl das Binnen­I, das allerdings auch nach 40 Jahren noch verpönt und nur in Texten mit eindeutig linker politischer Ausrichtung zu finden ist. Heutzutage domi­ nieren deshalb vor allem zwei sprachliche Mittel zur Sicht­ barmachung: die Doppelnennung («Verkäuferinnen und Verkäufer», das Binnen­I gehört ebenfalls zu dieser Methode) und die Neutralisierung beziehungsweise Abstraktion des Geschlechts («Belegschaft» oder «Angestellte» statt «Arbeiter», «Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund» anstelle von «Migranten» oder «Ausländern»). Ja, hier fängt man an zu grübeln beginnt das Grübeln, die Suche nach Alternativen, damit auch möglichst niemand gekränkt ist alle berücksichtigt werden. Das kann recht nervenaufreibend sein, und manchmal geht vor lauter Korrektheit fast die eigentliche Botschaft verloren. Glücklich jene, die gar nicht erst realisieren, dass «die Stimmbürger» auch Stimmberechtigte sein könnten, «die Arbeiter» eigentlich Angestellte sind und «jeder und jede» genau genommen alle sind. Wer sich dessen nicht bewusst ist, macht sich zwar nicht überall beliebt, erspart sich aber so manche Grübelei. Dabei gäbe es in vielen Fällen überraschend einfache Lösun­ gen: Kritische Stimmen sind ja eigentlich auch nichts an­ deres als Kritiker, von Alkoholkranken oder Nikotinsüchtigen zu sprechen wäre sogar noch eine Spur präziser, als einfach Alkis und Raucher aus ihnen zu machen. Hier drum ein paar überaus korrekte Vorschläge:


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Wahr oder falsch

Klausuren, im konkreten Fall Mathematikklausuren, werden von den Schülerinnen und Schülern im Allge­ meinen nicht zu den Wohltaten gerechnet. Davon soll aber hier nicht die Rede sein. Hier soll ein Bericht abgelegt werden von einem, der ein Lehrerleben lang Mathe­ Klausuren aufgesetzt und korrigiert hat. von Heinz Surber

Vor mir stehen ein Glas mit Rotwein und ein genau gleich gefülltes Glas mit Weisswein. Ich gebe einen Löffel vom Weisswein in den Rotwein, rühre um, und gebe danach einen genau gleich gefüllten Löffel aus dem Gemisch in das Weissweinglas. In welchem Glas ist der Fremdweinanteil grösser? Neben der Antwort ist eine Erklärung gefragt, Stichwörter, noch besser ganze Sätze, ein kleiner Aufsatz. «Richtig» oder «falsch» gibt es nach wie vor, aber hinzu kommt die Frage der Vollständigkeit der Beweisführung. Da gibt es in einer Schulklasse vieles: Vom eher leeren Blatt über unvoll­ ständige, umständliche, schlecht geordnete Arbeiten bis zu kurzen und einwandfreien, manchmal richtig eleganten Lösungen – zur Freude des Korrektors.

Die Lösung zur Weinprobe

Um nun die Weinpanscher­Lösung zu finden: Die eine Schülerin rechnet, nimmt den Löffelinhalt als 10 Prozent oder allgemein p% des Glasinhalts an und kommt so auf etwas umständliche Verhältniszahlen oder Formeln. Ein anderer, der einfache Zahlenverhältnisse vorzieht, denkt sich grosse, höchstens halb gefüllte Gläser und einen Suppenlöffel, mit dem er den ganzen Rotwein hinüberschöpfen kann, dann ergibt sich das Verhältnis 1:1, und dabei bleibt es auch nach dem Zurückleeren eines Löffels, mit dem Ergebnis, dass der Fremdweinanteil in beiden Gläsern gleich ist. Aber stimmt dies für jede Löffelgrösse? Die dritte im Bunde hats gerafft – vor und nach dem doppelten Umgiessen sind beide Gläser exakt gleich gefüllt. Also muss das, was vom Weisswein ins­ gesamt ins andere Glas gelangt ist, in gleichem Umfang dem Rotwein abhanden gekommen sein: Die Fremdweinanteile sind gleich. Wie korrigiert und bewertet man nun die Lösungen? Wenn die erste Schülerin richtig gerechnet hat, dann sind alle drei zum richtigen Ergebnis gelangt, der zweite allerdings nur für einen Spezialfall, die dritte dank überlegener Über­ legung. Die Einsicht liegt jedenfalls auf der Hand: Der Korrek­ tor muss nicht nur nachrechnen, er muss mit allerhand rechnen.

Die Jagd nach dem Richtigem

Damit komme ich auf die Seelenlage eines Menschen zu sprechen, der korrigieren sollte. Erstens: Aufschieben ist definitiv keine gute Idee. Wer zu spät kommt, den bestraft der abgestandene Korrektur­ stapel, denn je weiter zurück eine Prüfung liegt, umso geringer wird das eigene Interesse am Ergebnis – und auch jenes der Klasse. Zweitens: Vor die Wahl gestellt, in erster Linie die Fehler oder vor allem das Richtige zu sehen, entscheide man sich für das Richtige. Drittens: Bei der Bewertung halte man sich die Notenskala vor Augen. Während in Deutschland die Noten 1 bis 3 als sehr gut bis befriedigend, 4 als ausreichend, 5 und 6 als ungenügend gelten, ist bei uns nicht nur die Rang­ ordnung umgekehrt, sondern auch die Philosophie: 6 und 5 sind sehr gut oder gut, 4 ausreichend, und 1, 2, 3 alle unge­ nügend. Man geht – typisch schweizerisch? – offenbar von der «Schuldvermutung» aus, dass die Mehrheit ungenügend ist und die Skala daher vor allem in diesem Bereich der Differenzierung bedarf. Es ist längst überfällig, hier eine Änderung vorzunehmen.

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Heinz Surber, 1945, war Mathematiklehrer an der Kantonsschule am Burggraben St.Gallen und an der PHSG.

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In der Mathematik hat man es als Lehrerin oder Lehrer ein­ fach. Entweder ist etwas wahr oder es ist falsch, Zwischen­ töne gibt es nicht, schon gar keine Diskussion. Beim Korrigie­ ren genügen somit zwei Zeichen, der Haken √ und das f , dieses nach der Grösse abgestuft je nach dem Gewicht des Fehlers, allenfalls noch zum Fortissimo gesteigert ff oder mit Ausrufezeichen versehen. Selbstverständlich hat man es als Lehrerin oder Lehrer auch in der Mathematik nicht so einfach. Denn die Klasse soll nicht nur richtig rechnen, sondern Resultate herleiten, Zusammenhänge finden, Aufgaben lösen. Wie beispielsweise das Weinpanscher­Rätsel:


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Arbeit am Text.

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Das schwierig schöne Schreiben oder Wie die Literatur das Leben korrigiert. von Laura Vogt

Als sein Vater starb, hat mein Onkel tagelang dessen selbst­ gemalte Bilder niedergerissen, eingeschlagen, zertrümmert, gebrochen, zerschmettert; er hat die schweren Holzrahmen auseinandergenommen, Verkeilungen gelöst und zerlegt; er hat all die Leinwände und die jahrzehntelang darauf ge­ trockneten Öl­ und Wasserfarben auf einen möglichst kleinen Nenner gebracht und die Reste auf die Strasse gestellt. Sie wurden von der Kehrichtabfuhr abgeholt. Nach dieser Arbeit habe er jeweils gut geschlafen, sagte mein Onkel später. Es sei seine Möglichkeit gewesen, der Vergangenheit zu trotzen. Mein Vater machte sich aus meinem Leben davon, als ich zehn Jahre alt war. Darüber zu schreiben ist seit jeher meine liebste Möglichkeit, mit diesem Verlust umzuge­ hen. Doch bevor ich den Vater in meinen Romantext ein­ bauen konnte, musste ich ihn dekonstruieren: Ich zerstörte gewisse Bilder, die ich von ihm hatte, und distanzierte mich dadurch von ihm. Erst danach fädelte ich Erinnerungen und Erfahrungen auf und entwarf durch den Text einen neuen Kosmos. Diese Methode, der Vergangenheit zu trotzen, geht weiter als das blosse Zerstören von materiellen Bildern: Beim Schreiben folgt nach der Dekonstruktion der schöpfe­ rische Akt. Und obwohl ich während dem eigentlichen Schreiben oft sitze, mir weder Schürfwunden hole noch extrem schwitze oder besondere Muskelkraft benötige, ist Schrei­ ben eine höchst körperliche Tätigkeit. Der Körper reagiert auf den Text; der Körper wird vom Text durchdrungen.

Deine Bilder verschlingen einander

Heute Morgen zum Beispiel startete ich erholt in den neuen Tag, fuhr auf dem Fahrrad durch die Bieler Winterkälte in mein Gemeinschaftsatelier, setzte mich vor den Laptop und öffnete durch zwei Mausklicks mein Romanmanuskript. Auf der Stelle war mein Kopf wattiert, an Weiterarbeit nicht zu denken. Mit kleinen Augen sass ich vor dem Bildschirm und glaubte, meine eigenen Sätze, an denen ich schon so oft gefeilt und gearbeitet, die Wörter, die ich schon x­mal ge­ wendet und gedreht habe, verfallen zu sehen. Irgend etwas in mir sträubte sich, weiterzuschreiben: Mein Körper war blockiert. Wie wärs, weni dä Text jetzt eifach würd chüble?, fragte ich mich selbst. Stattdessen entschied ich mich dafür, einen Kaffee zu kochen. Am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel setzen wir Studierenden unsere porösen und noch mitten in der verletzlichen Arbeitsphase steckenden Texte gegenüber Mentorinnen, Juroren und Dozentinnen aus. Das kann weh tun. «Ich lese deinen Text eher als Skizze», hat letztens jemand über meinen Romantext gesagt. «Du musst mehr beschreiben, weniger behaupten.» – «Deine Bilder verschlingen einander.» Jede und jeder hangelt sich anhand unterschiedlichs­ ter Kriterien durch die Texte, denn Literatur ist und bleibt eine sehr subjektive Angelegenheit. Wie schön wäre es manch­ mal, eindeutige Bewertungskriterien wie «richtig» oder «falsch» zu haben. Wie einfach wäre es, einen Text «korrigieren»

zu können und danach von einer Lektorin ein Häkchen dahinter gesetzt zu bekommen, so wie früher hinter einer perfekt gelösten Mathematikaufgabe. Stattdessen wäge ich als Autorin ewig ab, welche Inputs und Korrekturvorschlä­ ge ich annehme und welche ich so schnell wie möglich zu vergessen versuche. Während die Kaffeetasse meine Hände wärmte und ich wieder vor dem Computer sass, stellte ich mir kurz vor, alle 178 Seiten meines Romanmanuskripts auszudrucken, die Papiere in kleine Fetzen zu reissen und zu einem Wörter­ ballen zu verknäueln, ihn treffsicher im Abfallsack zu entsor­ gen, diesen auf die Strasse zu stellen und von der Kehricht­ abfuhr auf Nimmerwiedersehen abholen zu lassen. Ich bin mir sicher: Am nächsten Tag wären gewisse Bilder, die ich ent­ sorgt geglaubt hätte, bereits in meinen Körper zurückgekehrt. So schnell werde ich den Text nicht los. Im Gegenteil – ich muss durch ihn hindurch gehen, um an neue Punkte zu gelan­ gen; ich muss mich durch diesen Text nicht nur meinen eigenen Schwächen und Ambivalenzen, sondern auch meiner Umwelt und meinem Vater stellen. Darum arbeite ich weiter, ich schaffä, feile an Strukturen, lenke Handlungsstränge in neue Bahnen, arbeite Szenen aus, schleife Dialoge und korrigiere Rechtschreibfehler. Dazwischen mache ich viele Pausen, in denen ich über die Jurahügel spaziere, geldbringenden Tätigkeiten nachgehe, mir Beobachtungen notiere und an­ deres schreibe. Schliesslich komme ich immer wieder zu meinem Romantext zurück. Oft ist es schwierig, weil ich allei­ ne diejenige bin, die abwägen muss, ob und wann der Text für mich gültig ist. Es ist aber auch wunderbar, denn diese Arbeit bedeutet eine ungemeine Freiheit und Kraft.

Einen Teig kneten

Daher drückte ich heute Morgen möglichst gelassen auf den Speicher­Button, nachdem ich bereits zwei Kaffees getrun­ ken und eine Stunde matt vor dem Bildschirm gesessen hatte. Ich fuhr den Laptop hinunter und schwang mich aufs Fahr­ rad, um im nahegelegenen Supermarkt Mehl und Hefe zu kau­ fen. Zu Hause mischte ich einen grossen Teig, knetete darauf herum, schmetterte ihn immer wieder auf den Tisch, grub meine Faust in das helle Etwas, bis es geschmeidig und weich wurde. Als ich das Brot in den Ofen schob, notierte ich in mein Notizheft: Wie bedeutungslos wäre ein Text, wenn ich mit ihm keine Schwierigkeiten hätte. Wie reibungslos, ein Text bestehend aus lauter Vokalen.

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Laura Vogt, 1989, ist in Speicher AR aufgewachsen und studiert am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel.


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Wissen wir genug?

Die Geschichtsschrei­ bung über St.Gallen in der Nazizeit und über die Spuren von Eugenik und Rassenwahn in der Ostschweiz ist ungenügend. Höchste Zeit für eine Korrektur. von Richard Butz

Louis Agassiz: Seit gut vier Jahren ist er und die von ihm handelnde Ausstellung des St.Galler Historikers Hans Fässler ein Reizwort für einige kulturell einflussreiche sowie mitte­ rechts politisierende St.Galler Persönlichkeiten. Inzwischen ist die Ausstellung über den Gletscherforscher und Rassis­ ten in Grindelwald, im Grimsel­Hospiz, auf dem Eggishorn und vor kurzem auch im Zeughaus Teufen ohne Berüh­ rungsängste gezeigt worden. In St.Gallen aber will sich keine kulturelle Institution dieser Ausstellung annehmen. Vor­ nehm heisst es, man wolle sich nicht in die Angelegenheiten anderer Gemeinden, zum Beispiel von Grindelwald, ein­ mischen.

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Rüdin, Abderhalden, Schlaginhaufen

Was hat Agassiz mit St.Gallen zu tun? Abgesehen davon, dass er hierzustadt als Vortragender aufgetreten ist, sind seine rassistischen Vorstellungen in St.Gallen auf sehr frucht­ baren Boden gefallen. Mindestens drei Namen sind damit unrühmlich verbunden: Zum ersten Ernst Rüdin, 1874 in St.Gallen geboren und 1952, vorher vom Bundesrat ausgebürgert, in München verstorben, Arzt, Psychiater, Rassenhygieniker und Eugeniker, aktiver Nazi, von Hitler hoch geehrt, Inspirator des Roma­ Vernichters Robert Ritter, verschwägert mit dem einflussrei­ chen deutschen Rassenhygieniker Alfred Ploetz. Zum zweiten Emil Abderhalden, 1877 in Oberuzwil geboren und 1950 in Zürich gestorben, Physiologe, vor­ wiegend in Halle tätig, Mitglieder der hoch angesehenen «Leopoldina», verstrickt in rassenbiologische Forschungen, Erfüllungsgehilfe nationalsozialistischer Hochschulpolitik, von den Amerikanern aus der Sowjet­Zone «gerettet», 1961 vom gut meinenden sozialdemokratischen St.Galler Hobby­ historiker und Lehrer Jakob Gabathuler mit einem Buch unkritisch als Wohltäter ziemlich reingewaschen. Und zum dritten der sogenannte «Schädelvermes­ ser» Otto Schlaginhaufen, 1897 in St.Gallen geboren und 1973 in Kilchberg ZH verstorben, Anthropologe, Ethnologe und Rassenhygieniker, 1921 Mitbegründer und bis 1968 Präsident der «Julius­Klaus­Stiftung für Vererbungsforschung, Sozialanthropologie und Rassenhygienik», Leiter eines eugenischen Grossprojekts mit dem Ziel, eine Rassentypo­ logie der Schweiz zu erstellen.

den in St.Gallen geborenen deutschen Spanienkämpfer Louis Übrig, der in Konstanz in die Fänge der Gestapo geriet und 1939 bei einem Fluchtversuch aus dem KZ Dachau erschossen wurde? Kommunistinnen: Warum nicht die Lebensgeschich­ ten des 1883 in Tablat geborenen flamboyanten Revolutio­ närs und Utopisten Fritz Platten und der mit St.Gallen verbun­ denen Publizistin Agnes Reitermeister aufarbeiten? An der Zeit wäre es auch, der wechselvollen Biografie der 1905 in St.Gallen geborenen und 2002 in Frankreich verstorbenen antifaschistischen Tänzerin Julia Marcus­Tardy nachzu­ spüren und eine Strasse nach ihr zu benennen. Flüchtlinge und Schicksale: Wissen wir genug, auch in der Grüninger­Frage? Wieso musste beispielsweise der Zukunftsforscher Robert Jungk als Internierter in der Straf­ anstalt St.Jakob Tüten kleben? Und wie konnte es pas­ sieren, dass der in St.Gallen geborene Jude Isidor Selczer, gerade erst 21, in Paris verhaftet und in Auschwitz um­ gebracht wurde? Was für andere Emigrations­Spuren führen nach St.Gallen? Die St.Galler Presse: Wie informierte sie über die Geschehnisse während der Nazizeit? Die Kulturpolitik: Wie «braun» war das St.Galler Stadttheater, wie stellte sich das Museum zur sogenannten «entarteten Kunst»? Diese Liste liesse sich problemlos erweitern. Fässlers Ausstellung böte St.Gallens Kulturverantwortlichen also eine Chance, mutig zu sein und einen aufklärenden Beitrag zur hiesigen Geschichtsforschung – lokale Fachleute und Vorarbeiten sind vorhanden – zu leisten.

Viele noch unerforschte Schicksale

Dies wären zumindest drei Ansatzpunkte, um Hans Fässlers Ausstellung st.gallisch zu erweitern. Und das müsste noch nicht alles sein, eine solche Ausstellung könnte zu einer um­ fassenden Besichtigung der Ostschweiz während der Nazi­ zeit, und dies mit allen Schatten­ und Lichtseiten (sie gibt es sicher auch), werden. Hier einige Anstösse: Der Spanische Bürgerkrieg: Wie ging die hiesige Justiz mit Spanien­Freiwilligen um, und gab es keine Hilfe für

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Richard Butz, 1943, ist Journalist und Buchautor in St.Gallen.


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Wir Selbstoptimierer

Der Mensch ist ein Mängelwesen – und entsprechend korrekturbedürftig. Woher kommt diese Idee der Menschenverbesserung, die immer auch die Hoffnung auf Weltverbesserung in sich trägt? Wie wirkt sie sich individuell, gesellschaftlich, politisch aus? Ein Ge­ spräch mit Rolf Bossart, Theologe und Publizist, über das Recht, schlauer zu werden, und den gefährlichen Zwang zur permanenten Selbstkorrektur. von Peter Surber

Das Gefühl von permanentem Ungenügen ist eine sehr bürgerliche Prägung: Man muss etwas leisten, es muss etwas abgeliefert werden, wem auch immer.

Wie sieht das bei dir aus? Ich habe darüber nicht so viel nachgedacht. Ich glaube aber, beide Tendenzen in mir zu haben. Zum einen versuche ich zu sagen: Was funktioniert, soll bleiben. Was gut ist, ist gut. Never change a winning team… …weil mich die Reformitis zunehmend nervt. Aber daneben kenne ich das Gefühl von permanentem Ungenügen gleichfalls. Besonders an Tagen, wo ich wenig produktiv war. Das ist eine sehr bürgerliche Prägung: Man muss etwas leisten, es muss etwas abgeliefert werden, wem auch immer. Auf meinem Tisch liegt Peter Sloterdijks Buch Du musst dein Leben ändern. Wenn man seinen Überlegungen folgen will, dann ist dieses Gefühl des Ungenügens eine anthropologische Kon­ stante: Der Mensch ist das Wesen, das immer übt, das sich permanent trainiert, das immer weiter­ kommen will. Sloterdijk nennt den homo sapiens mit einer grossartigen Wendung «das aufsteigende Tendenztier». Erst dies macht den Menschen zum Menschen, dass er anders werden will als er ist. Das fängt an mit der Trieblockerung, irgendwann in der frühen Menschheitsgeschichte. Da entsteht ein leerer Raum der nicht mehr ganz festgelegten Tätigkeiten, den man füllen muss. Und das macht zunächst einmal Angst, diese Frage: Was tun? Gegen diese Angst entwickelt der Mensch die Fähigkeit, Tätig­ keiten zu wiederholen, er schafft Rituale, Regeln und Ge­ setze, Strukturen. Es ist wohl von Anfang an eine Doppelbewe­ gung: einerseits der Hang zum Neuen, Anderen, Besseren, andrerseits die Notwendigkeit, dieses Neue zu stabilisieren durch wiederholende Tätigkeiten. So wie es ist, ist es gut: Das ist die Grundhaltung der Konservativen, gegenläufig zur Fortschritts­ oder Veränderungsbewegung, also zu den Zielen der Korrigierfreudigen. Beispielhaft dafür ist, wie die Erinnerung an Ereignisse funktioniert. Diese Erinnerung kann man konservativ oder progressiv pflegen. Kürzlich sah ich im Fernsehen, wie die Delegierten der konservativen französischen Partei UMP nach der Sarkozy­Wahl die Marseillaise sangen. Ich habe mich gefragt: Woran erinnern sie sich, wenn sie das Revolu­ tionslied singen? Sie erinnern sich natürlich nicht an das Erneuernde und Umstürzende der damaligen Ereignisse, sondern an das Frankreich, das daraus geworden ist, das sie sich erhalten wollen. Mit den Begriffen von Lévi­Strauss gesagt: Das ist die kalte Erinnerung. Daneben gibt es die heis­

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Surber: Um persönlich zu beginnen: Mir scheint, dass ich, ob bewusst oder unbewusst, ständig den Anspruch herumtrage, mich ändern zu müssen. Organisiere dich zeitlich besser! Fokussiere dich aufs Wesentliche, lass dich nicht ablenken – so und ähnlich tönen die inneren Befehle. Geht es dir auch so? Ist das normal? Bossart: Ja gut, man könnte erstmal psychologisieren und fragen: Wie war dein Elternhaus, hat man von dir permanent viel verlangt? Sehr häufig sind es solche Muster, die man verinnerlicht hat und die das Gefühl vermitteln: Ich genüge nicht, weil die andern oder ich selber von mir etwas fordern, das ich nicht oder nicht ausreichend bieten kann. Da stellt sich dann die nächste Frage, wer diese fordernden Autoritäten heute sind. Wer gibt dir den Auftrag? Bist du das selber? Oder jemand bestimmter? Aber einmal davon abgesehen, würde ich sagen: Solche guten Vorsätze sind normal… zumindest sind sie weit verbreitet.


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Die Französische Revolution ist ein Beispiel für Epochen, die von einem vehementen Menschenver­ besserungs­Ideal getragen waren – zumindest im Ursprung. Am stärksten gilt das für Renaissance und Aufklärung, die beiden grossen Schübe der euro­ päischen Kulturgeschichte, mit ihrem unbedingten Glauben an Veränderbarkeit. Wo die Devise lautete: Es lässt sich noch etwas machen mit dem Men­ schen, den kann man bilden und der will sich bilden, der will vorwärts kommen. Darauf folgten dann wieder bremsende Epochen. Man muss das aufeinander beziehen, es folgt der Dialektik von Bruch und Kontinuität. Sie gilt für Individuen ebenso wie für Gesellschaften. Nehmen wir Denker wie Slavoj Žižek, Robert Pfaller oder Richard Sennett, die man begeistert liest und doch feststellt: Sie propagieren im Grunde konser­ vative Haltungen. Etwa mit der Forderung, die Gesellschaft heute müsse wieder an Tugenden wie Höflichkeit anknüpfen. Eine Tugend also, die mir selber noch vor zwanzig Jahren höchst suspekt war, weil ich Höflichkeit als verlogen wahr­ nahm. Höflichkeit wäre doch tatsächlich ein gesell­ schaftliches Korrektiv. Nicht per se. Höflichkeit kann zwar als Mittel gegen rücksichts­ lose Umgangsformen funktionieren – aber sie kann schnell repressiven Charakter erhalten, wenn sie zum Zwang für alle erklärt und als Ausgrenzungsmittel genutzt wird: Wer nicht höflich ist, ist draussen. Dagegen kann man mit guten Gründen revoltieren und sagen: Das ist ein Maskenspiel, das ist Falsch­ heit, ich will mich nicht verstellen und nicht verbessern, ich bleibe wie ich bin… Das ist befreiend, aber es kann wieder­ um zum Problem werden, zu jenem Problem, das Sennett als «Tyrannei der Intimität» beschreibt – jeder tut, wie ihm zumute ist, man sucht keinen Konsens, es gelingt nicht mehr, sich über Öffentlichkeit zu verständigen. Vor diesem Hinter­ grund wird dann unversehens wiederum die konservative Höf­ lichkeit zum Moment der Verbesserung. Das läuft auf unablässige Pendelbewegungen hin­ aus, auf Korrektiv und Gegen­Korrektiv... Ich würde es eine zyklische Bewegung nennen. Die Schule kennt das Phänomen auch – aktuell etwa mit der Forderung, zurückzukehren zu stärkerer «Führung», zur Vermittlung von Werten, ähnlich wie früher, aber nicht mehr auf der Basis von Angst und Schlägen. Ob Erziehung bei Kindern oder lebenslange Bildung bei Erwachsenen: Das basiert seinerseits darauf, dass der Mensch sich weiterentwickeln will. Oder auch muss – denn entscheidend ist ja, wer welche Normen und Ansprüche setzt. Das ist ein gutes Beispiel, um zu illustrieren: Selbstkorrektur ist eine menschliche Grundkonstante – nur schon deshalb, weil wir wünschende Wesen sind und stets ein Ziel vor Augen haben müssen. Aber die Frage ist: Wer monopolisiert und kanalisiert diese Verbesserungsziele und zu welchem Zweck?

Heute fordert man «lebenslanges Lernen». Doch wenn wir genau hinschauen, steckt darin ein grosses Repressionspotential. Weil damit die latente Drohung verknüpft ist: Wenn du nicht mitziehst, fällst du raus.

se Erinnerung – wenn man die Marseillaise singt und in der Wiederholung deren umstürzende Kraft sucht. Je nach Zeit und Position fokussiert man auf das eine oder andere.

Die Aufklärung hat es postuliert: «Bildung für alle». Heute fordert man «lebenslanges Lernen». Doch wenn wir genau hinschauen, steckt darin ein grosses Repressionspotential. Weil damit die latente Drohung verknüpft ist: Wenn du nicht mitziehst, fällst du raus. Die Aufforderung zur Verbesserung ist chronisch verknüpft mit Exklusionsdrohung. Damit sprichst du den Selbstoptimierungszwang an, unter dem wir (fast) alle stehen. Die Arbeits­ welt verlangt unablässig, noch schneller, besser, effizienter oder, je nach Berufssparte, schöner oder fitter oder anpassungsfähiger zu werden. Wie soll man damit umgehen? Dahinter liegt das Konkurrenzprinzip. Kurz ausgeholt: Der Liberalismus in seinen Ursprüngen musste beweisen, dass Demokratie besser ist als Monarchie. Und gegen den Ein­ wand, Demokratie sei untauglich, weil der Mensch zu dumm sei, zu egoistisch, daher brauche es einen guten Monarchen, der väterlich für alle schaut – gegen diesen Einwand hätten die Liberalen ja sagen können: Gut, wir erziehen die Leute zu besseren Menschen, die der Demokratie gewachsen sind. Statt­ dessen stellte man sich auf den Standpunkt: Wir müssen gar nichts verbessern, wir akzeptieren den egoistischen Men­ schen, der nur seine eigenen Interessen verfolgt, so wie er ist, und etablieren das Prinzip der Konkurrenz. Wir spielen die unterschiedlichen Egoismen gegen einander aus, dann verbessert sich die Gesellschaft quasi automatisch. Dauerkorrektur im Dauerwettbewerb… … genau. Den «verbesserbaren Menschen» brauchte der Liberalismus auf diese Weise gar nicht. Und das ist fatal, das Konzept ist seit 200 Jahren installiert in unseren Köpfen, und auf seiner Grundlage kann sehr viel Repression gedeihen. Es gibt einen Spruch, bei dem ich jedes Mal zusammen­ zucke; bei Bewerbungsverfahren ist er besonders beliebt: «Das Bessere ist der Feind des Guten». Darin steckt die Perversion: Nicht mehr das Schlechtere ist der Feind des

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Bei Sloterdijk fällt der Satz: «Wer Menschen sucht, wird Akrobaten finden.» Der moderne Mensch im unaufhörlichen Trainingslager…

Und zugleich wird öffentlich der Triumph der Besten propagiert, werden Eliteschulen für Hoch­ begabte geschaffen, bewundern wir Roger Federer. Die Allerbesten, die brauchen wir offensichtlich. Da kommt mir das seltsame Wort der «Mehrbesse­ ren» in den Sinn, das ja abschätzig gemeint ist. Die Abneigung gegen die «Mehrbesseren» gleicht dem Intellektuellenhass: Im eigenen Umfeld, in der Firma oder in einer Schulklasse beäugt man die «Streber» argwöhnisch. Das sind Widersprüche in einer Gesellschaft, die nur unter dem Konkurrenzprinzip Verbesserungen anstreben kann. Und die entscheidende Frage bleibt noch einmal: Was wird vorgege­ ben? Wer bestimmt die Ziele und Zwecke der Verbesserung? Unter der neoliberalen Herrschaft des New Public Management lautet die Antwort: Wir geben das Ziel vor, aber der Weg ist uns egal. Wir geben dir ein Globalbudget, einen Leistungs­ auftrag, aber wie du damit zurande kommst, das überlassen wir dir. Viele nehmen das als Freiheit wahr, und nicht zufällig findet man in dieser Haltung auch Anleihen aus dem Buddhismus.

Positiv gesehen, steckt dahinter jedenfalls ein starker Glaube an die Selbstverantwortung. Deshalb hat man auch immer Leute im Boot mit dabei, die kritisch denken und die eine solche Haltung als Befreiung wahrnehmen. Nach meiner Einschätzung wäre es heute oft befreiender, wenn das Ziel diffus wäre, dafür aber die Tätigkeit vorgegeben würde. Denn die Ziele sind ja in der Regel hoch angesetzt, es sind entweder Sparziele (bei der

Verwaltung) oder hohe Gewinnziele bei Unternehmen. Und zugleich weiss man nicht, ob man genügt und ob man auf dem richtigen Weg ist. Vergleichbar mit dem Protestantis­ mus: Das Ziel ist der Himmel, du kannst es erreichen, aber du musst dich anstrengen bis zum Äussersten, riskierst Umwege oder einen falschen Weg, bist gezwungen, zu geben, zu geben und nochmal zu geben. Das ist eine Opferlogik. Moderner gesagt: Selbstausbeutung. Wiederum bei Sloterdijk fällt der Satz: «Wer Menschen sucht, wird Akrobaten finden.» Der moderne Mensch im unaufhörlichen Trainingslager… aber das Ge­ genteil befriedigt doch auch nicht: dass weniger erreicht wird, aber klar vorgegeben ist, was ich zu tun habe. In den sozialistischen Gesellschaften wurde dieses Prinzip verabsolutiert. Gewiss kann man dagegen einwenden, dass die Menschen gängelt, wer ihnen vorschreibt, was sie zu machen haben. Aber im klassischen Fordismus funktionierte das System: Man hatte seine Arbeitsaufträge, seinen Job. Das war auf Dauer jedenfalls weniger belastend als das heutige Modell. Denn wenn der Verbesserungsauftrag nur bei einem selber liegt, dann ist das extrem auslaugend. Wenn ich es nicht schaffe, bin allein ich schuld: Diese Botschaft verdanken wir der neoliberalen Arbeitsrevolution. Nochmals zum Herr­ schaftscharakter des Verbesserungsauftrags innerhalb des Kapitalismus und zu seinem Doppelgesicht. In der Finanz­ krise wurden Boni­Exzesse oder Gesetzesbrüche mit dem Argument begründet: Der Mensch ist einfach so… das ist seine Raffgier, und mal ehrlich: Jeder würde das genau so machen, wir sind doch alles gierige Tiere… Mit diesem Menschenbild wird das System gerechtfertigt. Auf der anderen Seite verlangt der Kapitalismus permanent, dass sich dieser Mensch anpasst, verändert, verbessert, Werte über Bord wirft, Wohnortwechsel, Arbeitswege oder Umschu­ lungen in Kauf nimmt. Der permanente Besserungszwang und dahinter die zynische Überzeugung: Er bleibt doch immer der gleiche. Gibt es einen anderen, einen dritten Weg? Etwa so skizziert: Wir setzen auf den Verbesserungswillen und die Erneuerungsfähigkeit des Menschen, aber ohne Ausbeutung. Wir nutzen es nicht aus, dass man dem Menschen tatsächlich so viel zutrauen kann, dass er so vieles mitmacht. Was wäre, mit der Aufklärung gefragt, die «beste aller möglichen Welten»? Eine komplexe. Beispiel Erziehung: Man muss Kindern Grenzen setzen und Dinge von ihnen verlangen, die nicht auf ihrem Radar sind. Insofern ist Erziehung eine Zumutung, ein permanenter Nahkampf. Es sind Interessens­ konflikte, die man einüben muss, statt zu tun, als gäbe es sie nicht. Und das Ziel heisst, dies möglichst angstfrei und mit Freiräumen hinzukriegen. Ähnliches müsste auch für die Gesellschaft gelten. Es braucht Gesetze, aber nicht angst­ basierte Forderungen. Es wird immer den einen besser und den andern schlechter gehen; wir sind verschieden in Geschlecht, Generationen, Begabungen, das gibt Friktio­ nen, und darum braucht es Institutionen der solidarischen Position. Es braucht Zuwendung für Leute, die den Kürzeren gezogen haben. Wer Niederlagen einsteckt, soll auf die

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Guten, sondern das Bessere. In der permanenten Kon­ kurrenzsituation, die immer nur wenige Gewinner schafft und viele Verlierer, bewirkt dieses Credo zudem rasch einmal eine Protesthaltung im Sinne von: «Nieder mit dem Besseren». Es bewirkt also das Gegenteil des Erhofften: Feindseligkeit gegen jene, die etwas ändern wollen. Diese anti­elitäre Position hat sich unter dem Regime des Konkurrenzprinzips ausgeprägt.


27 bung gepredigt und vorgelebt – und ist seltsamerweise post­ hum als Symbol dafür gefeiert worden, dass Ungenügen und Schuld doch letztlich immer mit Blut bezahlt werden müs­ sen. Die Faschisten sehen das so, die Mafia sieht das so, der IWF sieht es letztlich genau gleich: Schulden eintreiben, bis aufs Letzte, bis aufs Blut. Es gälte also auszubrechen aus dem Kreislauf des sich Schuldigfühlens, was ja wiederum nur ein anderes Wort ist für den Teufelskreis: Ich muss im­ mer besser werden und bin doch nie gut genug. Kurzum also: Nehmen wir unsere Kinder, nehmen wir uns selber so, wie wir sind – und korrigieren nicht ständig an uns und den andern herum… Nur steckt da erneut eine Dialektik drin. Wer bin ich über­ haupt? Wie kann ich «Ich» werden? Die Antwort darauf findet man nur in der Reibung mit Forderungen, die die Um­ welt an uns stellt, mit Bedürfnissen, die gedeckt oder ver­ weigert werden. Aber insgesamt stimme ich schon zu, dass das Kind diese Ur­Botschaft vermittelt bekommen muss: Du bist ok, auch mit deinen Aggressionen etc. In Erwachsenen­ Beziehungen ist das eine nicht minder anspruchsvolle Auf­ gabe. Liebe heisst einerseits: Ich nehme dich so, wie du bist. Aber andrerseits will man ja gemeinsam weiterkommen. Das braucht Widerstand und die Bereitschaft, dem Mitmenschen zuzumuten, dass er ein anderer werden kann. Wir haben ein Recht darauf, nicht immer nur so genommen zu werden, wie wir sind.

Dazu müssten wir wegkommen vom permanenten Konkurrenzsystem. Die beste aller Gesellschaften ist jene, die nicht leugnet, dass wir Konflikte haben, aber sie solidarisch austrägt.

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solidarische Position zählen können. Dazu müssten wir weg­ kommen vom permanenten Konkurrenzsystem. Die beste aller Gesellschaften ist jene, die nicht leugnet, dass wir Kon­ flikte haben, aber sie solidarisch austrägt. Das ist die täg­ liche Aufgabe – das grosse Fortschrittsziel hingegen würde ich im Diffusen lassen. Und als Christ Gott überlassen.

Stichwort Christentum: Kirchlich gesehen sind wir arme Sünder mit der Zuversicht auf Gnade – und zugleich unter dem Druck, uns dieser Gnade würdig zu erweisen, uns zur Erlösung hochzu­ hangeln. Wiederum eine Doppelbotschaft? Ich würde religionsgeschichtlich argumentieren: Das Gottes­ bild hat Wandlungen durchgemacht. Am Anfang war Gott das unendlich fordernde Prinzip, bis hin zum Menschenopfer. Der Mensch war getrieben von der Furcht, nicht zu genügen und einer höheren Macht dienen zu müssen – das ist die Par­ allele zum Kapitalismus heute, der diese Position des Menschenopfer fordernden Gottes übernommen hat. In der jüdisch­christlichen Tradition, für die ich nur reden kann, gibt es die permanente Auflehnung gegen den Opfer for­ dernden Gott. Und die Suche nach einem Gott als Bündnis­ partner, der die bedrohliche Wirklichkeit, in der man an Sinnlosigkeit, Einsamkeit, aber auch an Katastrophen zu zer­ brechen droht, stabilisieren und berechenbar machen kann mit göttlichen Gesetzen. Einen Gott, mit dem man im Austausch steht, der die Gnade repräsentiert und so hilft, aus dem ständigen Ungenügen herauszukommen. Das ist üb­ rigens ein grosser Moment in der jüdisch­christlichen Gottesgeschichte, wenn Gott sich selber korrigiert, zum Bei­ spiel gegenüber Abraham beim zuerst geforderten und dann widerrufenen Sohnesopfer. Von da an wird die Selbst­ korrektur der Macht denkbar. Hier hat Jesus angeknüpft. Er hatte verinnerlicht, was Gnade bedeutet, diese Gratiskraft, die uns entlastet vom ewigen Vergeltungszwang, hat Verge­

In dieser Hinsicht ist die allgemeine Übungstheo­ rie, die Peter Sloterdijk vertritt, attraktiv und hilfreich: Es geht auf allen Ebenen ums Üben, Wie­ derholen, Nachbessern. Kann man das auch auf politische Prozesse beziehen? Es gibt mehrere aktu­ elle Fälle, wo Volks­ oder Gerichtsentscheide «verbessert» werden sollen: die geplante Aufhe­ bungsinitiative zur Masseneinwanderungsini­ tiative, die sogenannte «Durchsetzungsinitiative» oder das Ja der St.Galler Regierung zum Wieder­ erwägungsgesuch des italienischen Ehepaars, das nach 50 Jahren ausgeschafft werden sollte. Solche Korrekturen sind einerseits verständlich, andrerseits demokratie­politisch vermutlich fragwürdig. In der heutigen Zeit mit ihrer Daumen­hoch­Daumen­ runter­Demokratie müsste man sich tatsächlich überlegen, Mechanismen der Besinnung und der Wiederholung einzu­ führen. Beim einzelnen Individuum ist das zwar problema­ tisch und zeittypisch: dass man Entscheidungen nie als Entscheidungen festschreibt, sondern als vorläufige Positions­ bestimmungen, die man immer wieder korrigieren kann. Das ergibt keinen Kurs, höchstens einen Schlingerkurs. Auf Staatsebene sehe ich das jedoch weniger als Problem. Sondern als Chance zur Besinnung, eben: zur «Wiederer­ wägung». Denn Recht, das nicht revidierbar ist, wird zum Opfer fordernden Fetisch.

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Rolf Bossart, 1970, ist Theologe und Autor in St.Gallen. Peter Surber, 1957, ist Saiten-Redaktor.


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Die sieben Bilder dieser Arbeit, vom Cover bis zur zweithin­ tersten Seite im Heft, zeigen Maria. Maria Guță, 1983, ist Künstlerin und Fotografin, stammt aus Bukarest, Rumänien, lebt in Neuchâtel und studiert an der Kunsthochschule ECAL in Lausanne. Aktuell entwickelt sie zusammen mit Saiten­ Grafikerin Larissa Kasper ein Projekt über bildnerische Identitäten. Verwandlung, Rollen, das gesellschaftliche und ihr persönliches Frauenbild: Diese Themen prägen auch sonst die künstlerische Arbeit von Maria Guță – entsprechend interessiert hat sie an diesem Heft mitgewirkt. Das Origi­ nalbild (auf dem Cover) hat Ladina Bischof fotografiert. Bild­ bearbeitung: Kasper­Florio und Tudor Guță. Maria Guță fand es am Ende eine faszinierend­seltsame Erfahrung, sich so digital verwandelt zu sehen. Dr. Frankenstein goes Photoshop... Was das Fazit dieser Prozedur ist, soll hier offen bleiben. Vielleicht heisst es: Der Mensch ist das Original. Ihn kann man nicht korrigieren, nur verschlimmbessern.

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Kanton St.Gallen Bildungsdepartement

Höhere Fachschule für Künste, Gestaltung und Design St.Gallen, GBSSG

Einladung zur Zwischendiplomausstellung 2014

Dipl. Gestalter/innen HF Bildende Kunst 2013 - 2016

artgerecht Öffnungszeiten Adresse

Sa, 17.01. – So, 1.02. 2015 Di/ Mi / Fr 14 – 18, Do 14 – 21 Sa/ So 11 – 17 NextEx, Blumenbergplatz 3, 9000 St. Gallen

Sponsoren: Bauer & Partner AG, Büro für integrales Bauen, SG GOBA Mineralquelle und Manufaktur, Gontenbad Bergkäserei Gais, Gais

Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen


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Rapperswil-Jona Nachtgeschichten Es gibt einige Leute, die sich über Rapperswil­Jona hinaus einen Namen in der helvetischen Kulturszene gemacht haben. Dazu gehören etwa Schriftsteller Gerold Späth (Unschlecht, Barbarswila), Filmregisseur Michael Steiner (Mein Name ist Eugen, Sennentuntschi) und auch die Journalistin Barbara Bürer. Nach einer KV­Lehre arbeitete die Tochter von Alt­ Stadtammann Gusti Bürer als Sekretärin, um dann ihren «Mädchentraum Journalistin» zu realisieren – zuerst als Sport­ Reporterin (sie war die erste Frau, die 1982 am Radio ein Eis­ hockeyspiel kommentierte), dann als Redaktorin beim «Tages­ Anzeiger», bei der «Zeit» und beim «Magazin», wo sie berührende Reportagen über Menschen schrieb, die zu den Verlierern der Gesellschaft gehören. Seit 2007 moderiert sie die wöchentliche TV­Sendung «Nachtwach» auf SRF 1 und im Radio auf SRF 3. In Rapperswil ist Barbara Bürer, 59, aufgewachsen, hier fühlt sie sich heimisch, und hier wohnt sie auch wieder, nach Jahren in Zürich und Hamburg. Im Städtchen sieht man die Frau mit den hellen Augen und den grauen Locken öfters: auf ihrem Rennvelo, in ihrem Lieblingscafé Hintergasse oder in der Stadtbadi. Seit der Eröffnung des neuen Kultur­ zentrums im letzten Frühling kann man Barbara Bürer auch live beim Talken zusehen. «Freitags in der Fabrik» heisst die monatliche Gesprächsrunde in der Alten Fabrik, eine Kopro­ duktion der Stadtbibliothek und der Gebert Stiftung für Kultur. Die Journalistin befragt Prominente (Franco Knie, Weidmann­ CEO Franziska Tschudi), Lokalpolitikerinnen (Stadträtin Rahel Würmli) und weniger bekannte Einwohner, die Inter­ essantes zu erzählen haben. Etwa eine 93­jährige Damen­ schneiderin und ihre Enkelin, die am Gymi eine Arbeit über das Leben ihrer Grossmutter schrieb. Oder das ungleiche Geschwisterpaar Kohler, sie Klosterfrau, er Lehrer und Im­ mobilienbesitzer, der auf einer griechischen Insel ein ganzes Dorf gebaut hat.

Bild: pd

Barbara Bürer hat einen wachen Blick und ein offenes Ohr. Ihr Interesse am Menschen wirkt echt; Tiefgang ist ihr lieber als Oberflächlichkeit. Und sie kann vor allem eines: zuhören. Viele nehmen das Angebot dankbar an. Sie erzählen Intimes, Trauriges, Verstörendes. Vor allem nachts, in der Anonymität ihrer Call­in­Sendung. Auch wenn ihre Arbeit manchmal be­ lastend sei: «Nachtwach» sei ihr Traumjob, beteuert Barbara Bürer. Morgens um zwei, nach der Sendung, steht sie jeweils einen Moment draussen, unter dem Nachthimmel. Für sie der schönste Moment der Montagnacht. Tatjana Stocker, 1970, lebt in Rapperswil und arbeitet für die Zürcher Bildungsdirektion sowie als freie Journalistin.

Schaffhausen Gute alte Zeiten Dass Mainstreammusik viel Publikum anzieht, ist eine Binsen­ wahrheit. Musik, die vor einem halben Jahrhundert mal Mainstream war, ebenfalls, ist ja klar, surfin USA, time of my life, schlagmichtot. Aber Musik, die gerade eben noch in Mode war, dann als schrecklich befunden wurde und nur knapp lang genug zurückliegt, dass wir darüber schmunzeln kön­ nen? Ja genau, diese Oops, I did it again­Musik. Britney und Backstreet und Bobo. Exakt diese Schmuckstücke der 90er ziehen derzeit Heerscharen von Tanz­ und Spasswilligen in die Clubs, mit etwas Verspätung auch in Schaffhausen. Hier spannt das Kammgarn alle paar Wochen das gesamte Perso­ nal ein, um den Menschenmengen gerecht zu werden, mit deren Geld man liebend gern schlechter besuchte Konzerte querfinanziert. Die «Bravo Hits Party», die als «Party Tunes 90’s» und in der (mit aller Selbstverständlichkeit sexistisch beworbenen) Oops, I did it again­Silvesterparty gar im Orient Nachahmung findet, war 2014 der Kassenschlager schlecht­ hin. Während zugleich manche Tanzflächen in den Wochen­ endnächten beunruhigend leer waren – mit zeitgenössischer, oft sorgsam auserwählter Musik. Die Vergangenheit toppt die Gegenwart. Zum Hier und Jetzt muss allerdings differenziert werden. Über das Taptab­Team wird schon länger gemunkelt, es sei nicht für Innovationen offen; fest steht, dass es beim Nachwuchs hapert, genau so, wie es auch die Kaffhauser Feu­ erwehr, Schützenvereine und Schwimmclubs seit Jahrzehnten beklagen. Derweil versucht Orient­Tätschmeister Metin Demi­ ral mal verzweifelt, mal vergnügt, ein breiteres Publikum anzu­ locken: mit erfolglosem Funk, aber wahrhaftig innovativen Livekonzerten von Jazz bis Unplugged­Newcomern. Da bleibts also nicht nur bei Retrotönen, löblicherweise. Das wäre doch ein Weg: Die Vergangenheit zelebrie­ ren, sich aber nicht auf sie verlassen. Neues ausprobieren, selbst in Kaffhausen. Stellen wir uns 80 wild pogende Men­ schen vor, in einem winzigen Keller, bei grauenhaft stickig­ heisser Luft, unter Punkgetöse und grenzwertiger Akustik. Das war der Neustadtkeller in seinen besten Zeiten – und ja, da steht die Vergangenheitsform. Der Bandraum der Vollzeitlaus­ buben Plain Zest war in den vergangenen Jahren zum semi­ legalen Underground­Lokal avanciert; die anfangs spontanen Gigs feierten unkonventionelle, weil unkommerzielle Erfolge. Aber eben, nur halblegal. Im Oktober – befürchtet hatte man es seit langem – flatterte dem Team eine Kündigungsandrohung in die Bude. Eine auflebende Kleinkonzertkultur findet damit ein Ende, so viel zur Innovation im Hier und Jetzt… und was folgt? Einerseits wurde bereits ein Neustadt­Konzert ins Cardi­ nal verlegt, dank der Lautstärke und kaum atembarer Luft ein recht authentisches Erlebnis. Andererseits bleibt eine gewisse Leere. Wie wärs, wenn wir hier ein bisschen auf Retro machen? Punkkonzerte ins Orient! Hardcore­Geschrei ins Kammgarn! Wer sich die Ohrlöchli dehnt und sein Dosenbier selbst mit­ bringt, kriegt Rabatt. Wie früher, werden dann die eingefleisch­ ten Neustadtkellerkinder sagen können: Oops, we did it again. Anna Rosenwasser, 1990, schreibt für die «Schaffhauser Nachrichten» und das Winterthurer Kulturmagazin «Coucou».

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Vorarlberg Gott vergibt, Hirn nicht

«Immer noch unruhig»: Gerold Hirn. Bild: pd

Die in Feldkirch geborene und in Wien lebende Schriftstelle­ rin Doris Knecht hat einmal eine sehr treffende Bemerkung über das geistige Klima in Vorarlberg gemacht, die ich leider damals nicht festgehalten habe und deshalb nur sinngemäss wiedergeben kann. Knecht sagte ungefähr, dass in ihrer (be­ kanntlich universitäts­ und verlagslosen) Heimat Gymnasial­ lehrer und Rechtsanwälte die gesellschaftliche Rolle der In­ tellektuellen übernehmen müssen. Sie formulierte es gewiss eleganter, und ich bin mir auch nicht sicher, ob sie direkt von «müssen» sprach, weil das Wort impliziert, dass die beiden genannten Personenkreise damit überfordert sind. So grob hat Knecht das wohl nicht gesagt, meine Formulierung erin­ nert mich selbst eher an Ludwig Thomas Satz «Er war Jurist und auch sonst von geringem Verstande.» Aber wie dem auch sei, im Vorarlberger Kulturle­ ben spielen tatsächlich Rechtsanwälte und Mittelschullehrer eine wesentliche Rolle. Einer davon ist der Feldkircher Gerold Hirn, 1945 geboren und laut hinterem Klappentext «Rechts­ anwalt, Maler, Galerist, Kulturpolitiker, Möbel­ und Textilde­ signer, Kunst­ und Gastrokritiker, Gymnasiallehrer, Kunstpä­ dagoge,Kunstsammler,Gastronom,ObmanndesFachbeirates der ‹art bodensee›, Präsident der Vorarlberger Eishockey­ und Golfverbände, Weltgereister u. a. Nun im Ruhestand. Doch immer noch unruhig.» Dieser wahre Renaissance­ mensch hat einst eine Kränkung erlebt, die er offensichtlich nicht verwinden kann: Die Vorarlberger Künstlervereinigung hat ihn nicht aufgenommen, also nicht als Maler anerkannt.

Sein über 500 Seiten starkes, im Bucher­Verlag erschienenes Buch Hirnsprünge macht zwar die Warnung des vorderen Klappentextes wahr: «Gerold Hirn schreibt über sein Leben und vor allem auch über alles andere, was ihm gerade in den Sinn kommt. Oft abstruse und unwichtige Dinge. Er versucht sich gar nicht in gehobener Sprache und eleganten Sätzen, sondern plaudert einfach vor sich hin und verirrt sich immer wieder vom Hundertsten ins Tausendste.» Aber es liefert da­ bei ein ziemlich getreues Stimmungsbild aus dem Vorarlber­ ger Geistesleben, in dem Zwerge lange Schatten werfen, zu­ mindest innerhalb derselben Generation, wo jeder jeden kennt und folglich jeder die unter den anderen ausgetausch­ ten Bosheiten mitgeniessen kann. Ein schönes Beispiel aus dem Buch: Hirn interes­ sierte sich in den 1970er­Jahren laut eigener Aussage gerade­ zu «groupiehaft» für den «Bregenzer Kreis», vier Maler von eher lokaler als regionaler Bedeutung. Einer der vier gab da­ mals dem offenbar lästigen Gast einen Tipp, wie er sich die von ihm bewunderte Lasurtechnik aneignen könne: Er solle doch einfach die Ölfarbe mit Nitro verdünnen. Hirn folgte diesem Rat und musste zusehen, wie sich auf der Leinwand durch das Nitro die unteren Malschichten auflösten. Er rächt sich vier Jahrzehnte später, indem er seinerseits in dem Buch einen guten Rat erteilt: «Nur noch einer der Vier ist malerisch aktiv. Mich wundert, dass er von keinerlei Selbstzweifeln ge­ plagt ist. Er hat dreissig Jahre lang keinen Schritt nach vorn gemacht und ist nach wie vor einem sonderbaren magischen Konstruktivismus verhaftet. Diese Art von Malerei sollte schon längst ausgestorben sein.» Am ausführlichsten nimmt sich Hirn natürlich die Künstlervereinigung zur Brust («Es scheint, dass nahezu je­ der und jede, die einen Pinsel halten können, hier Aufnahme gefunden haben» – hier irrt Hirn übrigens, man wird schon längst auch bei Anwendung anderer Techniken aufgenom­ men), und besonders liebevoll deren Präsidenten («Wer solche Fliegenfänger als Krawatten trägt, sich solch papageienfarbige Hemden überzieht und seine Anzüge bei den Clowns des Zirkus Roncalli ausgeliehen zu haben scheint, wer also solch unver­ zeihlichen Geschmacksverirrungen erliegt, hat an der Spitze einer vermeintlich elitären Künstlerschar keinen Platz» – malt Hirn deshalb nackt?). Dem offensichtlich sehr zurückhaltend lektorier­ ten Buch hätten Korrekturen falsch geschriebener Wörter und eine generelle Straffung durch Wegfall von ein­ bis zwei­ hundert Seiten «abstruser und unwichtiger» Stellen gut ge­ tan; so ist es ein Sammelsurium (Hirns eigene Einschätzung) von mehr oder weniger amüsanten Anekdoten geworden, aber es ist immerhin erheblich weniger langweilig als die letzten fünf Publikationen zu Kunst in Vorarlberg, in denen ich geblättert habe. Es enthält da und dort, wo das der Autor Hirn vielleicht ebenso wenig wie seine Leser vermutet haben, durchaus interessante Informationen und in mancher extre­ men Formulierung ein gar nicht so kleines Körnchen Wahr­ heit, wie es sich ja sprichwörtlich für die Äusserungen von Kindern und Narren gehört. Und ein grosses Kind scheint dieser bald 70­Jährige zu sein. Kurt Bracharz, 1947, arbeitet als Schriftsteller, Kolumnist und Übersetzer in Bregenz.

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Thurgau An apple a day Als Eltern hat man ja keinen Schimmer, was für die Sprösslin­ ge gut ist. Bloss merkt man das nicht gleich. Erst wenn die Mühlen der obligatorischen Schulpflicht zu mahlen beginnen, dämmert es. Uns etwa, als wir beim Eintritt des Buben in den Kindergarten eine Znüni­Checkliste erhielten. Nachdrück­ lich wurde darum ersucht, keinerlei zuckerhaltiges Zeugs in das Täschli zu packen – auch keine Confibrötli oder Bananen (!). Womit wir beim Obst und beim Staat und der Ernährung von Schulkindern sind. Um es vorauszuschicken: Beim Obst, da kennt sich der Thurgau bestens aus! Über 2500 Betriebe produzieren Äpfel, sie sind neben der Milchwirtschaft der zweitwichtigste Erwerbszweig der Bauern. Nicht umsonst redet man vom Thurgau als «Mostindien». Es liegt darum auf der Hand, dass hiesigen Politikern Äpfel in den Sinn kommen, wenn sie an gesunde Ernährung denken. So CVP­Nationalrat Christian Lohr, der jüngst eine Motion für ein landesweites Schulobst­ Programm eingereicht hat. Der Gesundheitspolitiker will, dass der Bundesrat in Zusammenarbeit mit den Kantonen die Abgabe von Pausenäp­ feln ermöglicht. Ähnlich einem Programm, das in der EU be­ reits seit 2009 erfolgreich läuft. Dies auch darum, weil der ak­ tuelle Ernährungsbericht festhält, dass immer weniger Früchte gegessen werden. Aber unabhängig davon, dass er Thurgauer sei, jeden Tag einen Apfel esse und 2015 wieder kandidiere: Es gehe ihm nicht um Aufmerksamkeit für die Wahlen, sondern darum, «den Kindern eine vernünftige Ernährung mit auf den Weg zu geben», sagt Lohr gegenüber Saiten. Klar, das kostet. Was für ein landesweites Pro­ gramm zu berappen wäre, lässt sich noch nicht abschätzen. Online­Kommentare setzten sich nach einem Artikel in «20 Minuten» natürlich ebenfalls damit kontrovers auseinander, dazu gleich noch mit: Erziehung, Lehrern, Staat, Selbstver­ antwortung, der EU etc. etc. bla bla. Nach 579 Meinungs­ kundgebungen wurde die Kommentarfunktion geschlossen. Erwartungsgemäss geisselte im Artikel von «20 Minuten» ein SVP­Nationalrat die Bevormundung freier Bür­ ger auf Staatskosten, aber auch die NZZ liess es sich nicht nehmen, in einer Kolumne über die Motion zu spotten («Ver­ zerrt bei einigen Parlamentariern ein zu hoher Apfelkonsum das politische Augenmass?»). Man stelle sich vor, wie das ge­ tönt hätte, wäre ein Somm Chefredaktor! Trotz dem üblichen Kanonenrichten in einem Vor­ wahljahr ist es erstaunlich, wie ein zur Abwechslung handfes­ ter und sinnreicher politischer Vorschlag die Gemüter in Wal­ lung bringt. Staatliche Einmischung in die Erziehungshoheit wegen einem Pausenapfel? Pah! Geh. Da wird Geld wesent­ lich dümmer verlocht. Lohr sieht der Behandlung der Motion gelassen entgegen. Schliesslich haben bei den 42 Mitunter­ zeichnenden auch alle fünf weiteren Thurgauer Nationalrats­ mitglieder ihre Unterschrift gegeben, darunter die drei der SVP. Das ist mostindische Konkordanz mit Naturzucker. Rolf Müller, 1967, ist Redaktor bei thurgaukultur.ch.

Stimmrecht Das Clansystem am Horn von Afrika

Obwohl die Bevölkerung in Somalia grösstenteils dieselbe Sprache spricht, die gleiche Konfession, die gleichen Traditi­ onen und die gleiche Kultur hat, gibt es dennoch einen sehr grossen Unruhefaktor. Was als ethnische Homogenität wahr­ genommen wird, ist in Wahrheit verwickelter. Somalia hat fünf bis sechs grosse Clans, welche sich wiederum in mehrere kleinere Clans (Sub­Clans) spalten. Die Clanangehörigkeit hängt nur vom Vater ab und die Kinder übernehmen folglich den Clan der väterlichen Seite. Die grossen Clans nennt man Darood, Hawiye, Dir, Isaaq, Raxanweyn und Mirifle. Man könnte jetzt meinen, dass die grossen Clans sich gegenseitig bekämpfen, jedoch ist das nicht der Fall. Der schon lange an­ dauernde Bürgerkrieg wird vielmehr zwischen den kleineren Clans innerhalb der grossen fünf bis sechs Clans geführt. Das heisst: Dir und Hawiye zum Beispiel haben keinen Krieg, aber Karanle und Habar gidir, welche Hawiye untergeordnet sind, führen Krieg. Das liegt daran, dass sich die Clans hauptsäch­ lich aus territorialen Gründen bekämpfen und nicht etwa aus Stolz oder Überlegenheitsgefühl des eigenen Clans. Da die Sub­Clans innerhalb der grossen Clans geographisch nahe beieinander leben, wird der Bürgerkrieg generell nicht Clan­ übergreifend geführt, sondern bleibt innerhalb der eignen «Reihen». Um es ein wenig zu vereinfachen, kann eine Analo­ gie zur Schweiz gebildet werden, denn es ist sehr komplex. So kann man sich etwa vorstellen, die Schweiz hätte drei Clans: Romandie, Deutschschweiz und Tessin. Der Disput findet je­ doch nur innerhalb dieser Regionen statt. Das würde dann bedeuten, St.Gallen hätte Auseinandersetzungen mit Zürich, jedoch keine mit Bellinzona oder Genf. Vereinzelt gäbe es zwar Sub­Clans, welche sich gegenseitig bekämpfen und nicht dem gleichen Clan untergeordnet sind, das wären je­ doch einzelne Ausnahmen von dieser «Faustregel». In Somalia gibt es zwar unterschiedliche Dialekte wie auch im Schweizerischen, jedoch existieren drei sehr ver­ schiedene Dialekte, innerhalb derer man sich beinahe nicht mehr verständigen kann und die sogar oft als verschiedene Sprachen behandelt werden: zum einen das Af­maxatiri, zum andern das Af­maay­tiri und drittens die Sprache der Reer xamar. Und wie auch in der Schweiz mit dem Schriftdeut­ schen gibt es einen gemeinsamen Nenner. So sprechen sie untereinander ihre eigene Sprache, beherrschen aber gleich­ zeitig das Somali, welches von allen gesprochen wird. Leyla Kanyare, 1971, kam 1991 aus Somalia in die Schweiz. Sie lebt und arbeitet in St.Gallen und schreibt monatlich in Saiten.

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Flaschenpost aus China

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Den unbeabsichtigt komischsten Moment meiner China­ Reise erlebe ich bei der Eröffnung des 21st Century Minsheng Art Museum in Shanghai: Plötzlich stürmt ein Dutzend VIPs durch die Ausstellung, verfolgt von ebenso vielen Fotografen, und reiht sich immer wieder hastig vor einem Werk auf, um fotografiert zu werden. Kaum ist das Blitzgewitter vorüber, rennt die Gruppe zum nächsten Bild. Kunst und Kunstförderung dienen in China in viel höherem Mass, oder sagen wir: viel of­ fensichtlicher und ungehemmter als in Europa der Imagepflege der privaten Trägerschaften. Zugleich stünde die chinesische Kunstszene ohne diese privaten Initiativen an einem andern Ort. Denn verglichen mit diesen Museen und trotz der auch dort eingreifenden Zensurbehörde wirken die staatlichen Institutionen doch sehr akademisch und einem gelegentlich ver­ staubten Kunstverständnis verpflichtet.

die Konsequenz, mit der er jahrzehntelang sein Werk entwickelt hat, auch als der internationale Durch­ bruch auf sich warten liess. Gerade für Chinas junge Talente ist der schnelle – auch finanzielle – Erfolg das höchste Ziel, wenn sie aus der Akademie kommen. Ihre Vorbilder sind jene Künstler, deren Werke heute am internationalen Kunstmarkt für zweistellige Milli­ onenbeträge gehandelt werden. Für sie ist Signer ein Gegenmodell. Für andere sind es der Humor, die Ein­ fachheit und Klarheit seiner Arbeit und insbesondere sein Bezug zur Natur, die ihnen den Zugang öffnen. Eine Studentin spricht zum Thema der Zeitskulptur über ihre Untersuchungen zum griechischen Gott Kairos und sieht in den Ereignissen Signers auch den Aspekt des richtigen, des entscheidenden Augen­ blicks wirken. Am Flughafen in Shanghai werde ich von Art Yan abgeholt, dem Direktor des Kunstraums Chronus Art Center im Kunstquartier M50 in Shanghai. Dort finden der erste Vortrag und die Buchvernissage statt. Am ersten Tag führt er mich in eines der vielen Muse­ en, die von privaten Sammlern oder von Firmen ge­ gründet werden, das Long Museum. Das Tempo, in dem hier neue Museen eröffnet werden, ist schwindel­ erregend. Einige Sammlungen wurden innerhalb von nur zehn Jahren aufgebaut und füllen bereits Räume von mehreren Tausend Quadratmetern. Kritische Stimmen äussern aber auch Bedenken, dass es gar nicht genügend gute Kunst gebe, um diese Museen zu füllen. Und zu wenig Kuratorinnen und Kunsthistori­ ker, um sie zu führen und wissenschaftlich zu betreu­ en. Diese Kritik bestätigt einer der gewichtigen Samm­ ler, der chinesisch­indonesische Unternehmer Budi Tek in einem öffentlichen Gespräch in seinem eigenen Museum, dem Yuz, das erst 2013 seine Tore in Shang­ hai geöffnet hat. Dies, nachdem Tek bereits 2008 in Jakarta ein erstes Kunsthaus gegründet hatte. Der Kunstsammler gesteht offen, er suche noch immer ei­ nen fähigen Direktor und einen Kurator für Shanghai.

Begeisterung für Signer

Begonnen hatte mein China­Abenteuer vor einem Jahr mit einer Überraschung. Roman Signer erzählte mir damals, dass ein Buch, das vor immerhin 25 Jah­ ren in Josef Felix Müllers Vexer Verlag mit einem Text von mir herausgekommen war, auf Chinesisch über­ setzt werde, ebenso David Signers Reden und Gespräche sowie die Publikation Projektionen des Zürcher Helmhauses. Im Rahmen einer Ausstellung von Roman Signers Filmen an der China Academy of Arts in Hangzhou und im CAFA Museum in Beijing wurde ich zudem eingeladen, einige Vorträge zu halten. Ini­ tiator des Projektes ist Li Zhenhua, ein international tätiger Kurator aus Beijing, der in Zürich lebt und die Ausstellung sowie Vorträge und ein Symposium dazu mit Gästen aus der Schweiz und China geplant und durchgeführt hat. Anlass genug, meine erste Reise in das Reich der Mitte auszudehnen und in die überbor­ dende zeitgenössische Kunstszene einzutauchen. Die jungen chinesischen Kunstschaffenden sind begeistert von Roman Signer. Einige bewundern

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Alle paar Monate ein neues Museum


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Während ich in Shanghai bin, wird ein weiteres pri­ vates Museum eröffnet: Das eingangs genannte 21st Century Minsheng Art Museum im ehemaligen fran­ zösischen Pavillon der Weltausstellung. Es ist bereits das zweite, das von der China Minsheng Bank res­ pektive ihrer Kunststiftung gegründet wird. Es soll ein vibrierender Ort zeitgenössischer Kunst und ge­ sellschaftlichen Lebens werden. Die Eröffnungsaus­ stellung wurde von Li Zhenhua mitkuratiert und ent­ hält ein Werk von Roman Signer. Dieser ist zudem eingeladen, einige Worte zu seiner Arbeit zu sagen. Im Getöse des schnatternden Vernissagepublikums gehen sie fast unter.

Widerstandskraft gegen die eisigen Winter Beijings. Ende November wanderte er zusammen mit Barbara Signer nachts durch die Gassen und sandte die Aufnah­ men live nach St.Gallen ins Nextex. Hier in den schlei­ chend verschwindenden, alten Quartieren Beijings beginnt sich eine Mikro­Kunstszene zu entwickeln. Sie setzt den Kunstzonen wie 798 oder Chaochangdi, wo die Architektur von Ai Weiwei und internationale Gale­ rien wie die des Luzerners Urs Meile die Szene beherr­ schen, eine experimentierfreudige, unkomplizierte und nicht kommerziell ausgerichtete Alternative ent­ gegen. Man darf gespannt sein, wie sich diese Initiati­ ven in den nächsten Jahren entwickeln.

Im Schatten des Glamours: Off Spaces

Mittlerweile entwickeln sich abseits des Glamours auch andere Modelle. In Hangzhou lerne ich zwei Künstlerinnen kennen, die Pionierarbeit leisten. Denn trotz der grossen Kunstakademie fehlt es hier – wie auch in Shanghai und Beijing – an niederschwelligen Kunsträumen. Die Off Spaces, die in Europa und der Schweiz eine so wichtige Rolle als Experimentierraum und Sprungbrett für Junge spielen, fehlen in China weitgehend. Zheng Wenxin und Men Jiecong wollen da Abhilfe schaffen. So hat Wenxin mit ihrem Mann vor einigen Monaten ein B&B, das Banyan Art House eröff­ net, in dem zugleich Ausstellungen organisiert werden. Zusammen mit Men Jiecong und anderen hat sie zu­ dem das Programm Banyan Art Map­ing gestartet, in dem Porträts von Kunstschaffenden in Hangzhou er­ stellt und später im Internet präsentiert werden sollen. Ein anderes Projekt wurde diesen Sommer in Beijing gegründet. Die deutschen Kuratorinnen Anna Esch­ bach und Antonie Angerer haben im traditionellen Bei­ xingqiao Hutong den Kunstraum I:project space mit Residency­Programm eröffnet. Zurzeit weilt der in der Ostschweiz bestens bekannte Schweizer Fotograf Mi­ chael Bodenmann als Gast bei ihnen und erprobt seine

FLASCHENPOST

Corinne Schatz ist Kunsthistorikerin in St.Gallen. Informationen: rscs2015.com/Roman-Signer-CAFA chronusartcenter.org thelongmuseum.org/html/index_en.html yuzmshanghai.org 21msms.com yi-projectspace.org 1 Roman Signer im Gespräch mit Lv Shengzhong (Mitte), Leiter der Abteilung für experimentelle Kunst am CAFA Beijing. 2 Zu Besuch im Hutong: Michael Bodenmann im i:project space. 3 Die VIPs an der Eröffnung des 21st Century Minsheng Art Museum. 4 Das Banyan Art House in Hangzhou. Rechts die Künstlerinnen Zheng Wenxin und Men Jiecong.


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Eine Fotoreportage von Oliver Baer

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«Hey, ich bin gsund, huere siech»

Ich lerne Sven beim Bärenplatz kennen, zitternd, mit einem glühenden Stummel in der Hand steht er da. Ich strecke ihm eine neue Zigarette hin, er schaut mich ver­ dutzt an und sagt überrascht: «Öh, danke vill mal...». Ich stelle mich ihm vor, schlage vor, dass wir zusammen einen Kaffee trinken, da es draussen saukalt ist. Wir ma­ chen uns auf den Weg ins McCafé beim Bohl. Ich bemerke die starren Blicke der Passanten, sie sind abwertend und misstrauisch. «Grosser oder kleiner Kaffee?» Er: «Ou, so en grossä wär mega lieb!»

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Wir setzen uns, plaudern über Gott und die Welt, später auch über ihn. Ich erfahre, dass er 44 Jahre alt ist, Ex­Junkie, heute nur noch alle zwei bis drei Tage auf Methadon, wenn ers nicht mehr aushält. Sven ist gelernter Bodenleger und würde auch zu gern wieder auf diesem Beruf arbeiten. «Nur», sagt er, «du hast nicht mal die Chance, irgendwo auf Probe zu arbeiten.» Er macht dennoch einen sehr motivierten Ein­ druck, man spürt, dass er einen Ausweg aus seiner Anschlusslosigkeit sucht. Sven lebt momentan vom Geld, das er vom Sozialamt bekommt. 100 Franken pro Woche, eine Nacht in der Notschlafstelle kostet 30 Franken... Da kann etwas nicht aufgehen, auch wenn das Amt einen Teil der Kosten übernimmt. Das Betteln ist ein Mittel zum Zweck, sagt er, und versichert mir: «Ich mache nur so viel, dass es fürs Schlafen reicht.» Draussen schlafen, wenns nass ist, «das ist der Horror!», sagt er. Das Traurigste sei, dass sogar seine Verwandten, viele in der Region St.Gallen wohnhaft, ihn fallen gelassen hätten. Auf der Strasse sei er durch einen Nervenzusammenbruch

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gelandet. Dann wurde bei ihm eine Hyperschizophrenie diagnostiziert, das aber in der Zeit, als er noch «voll druff» war. Heute sagt er: «Hey, ich bin gsund, huere siech! I han halt eifach immer no mit em Entzug z’kämpfe, aber susch bini zwäg!» «Du, hesch mer etz die 20 Stutz?», fragt ein weiterer Randständiger, als er uns im McCafé sitzen sieht. Ich schaue ihn an und sehe: das zweite Schicksal an diesem kalten Tag. Reto (Name geändert), 26, «Jugo», wie er sagt. Er schaut mich etwas irritiert an und fragt mich, was ich mit Sven hier mache. «Eine Foto­Repor­ tage über Heimatlose in St.Gallen», erkläre ich.

Reto wirkt nervös, unruhig. Ich frage ihn, ob er konsumiert, und er meint: «Ohne Drogen wüsste ich nicht, was ich mit mir anfangen soll.» Er müsse sich nachher was geben, sonst komme es nicht gut. Ich frage – und es ist mir recht unangenehm, weil ich Drogen so noch nie live gesehen habe –, ob ich dabei fotografieren dürfe. Über­ raschenderweise willigt er sofort ein. Auf dem Weg zum Waaghaus erzählt mir Reto, dass er manchmal bei Kollegen unterkommt, ansonsten aber auch draussen pennt. «Bevor ich Geld für die Notschlafstelle ausgebe», sagt er, «kauf’ ich mir lieber einen Schuss oder eine Folie.»

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Wir gehen in diese enge Toilette beim Platztor. Reto fragt mich, ob das Licht für mich gut sei und ich verstehe für einen Moment die Welt nicht mehr. «Alles easy, passt», sage ich. Er packt das Heroin aus, präpariert seine Folie und fragt unvermit­ telt: «Ou, fuck, hesch es Fürzüg?». Ich gebe ihm Feuer, er zündet sich eine Zigi an, schiebt sich danach das Aluröhrchen in den Mund und zieht sich den Dampf tief in die Lungen. Der ganze Raum riecht süsslich. Aber davon darf ich mich jetzt nicht abhalten lassen, ich muss mich darauf konzentrieren, diesen Moment festzuhalten. Fotografie ist ein Spiegel der Realität. Reto zittert, entspannt sich und zittert wieder. Es muss ein einziges Wech­ selbad sein. Ich gehe raus und lasse ihn in Ruhe fertig konsumieren. Als er das WC wieder verlässt, kommt er mir vor wie ein anderer Mensch. Oliver Baer, 1988, ist freischaffender Fotograf und lebt in Arbon.

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«Seeseite»: Die Anstalt Münsterlingen, Männerabteilungen U und K, undatiert. Bilder: Staatsarchiv Thurgau

Im Kopf auch nicht immer ganz Rein Ein Nationalfonds­Projekt schafft Patienten­ zeichnungen aus Krankenakten der psy­ chiatrischen Klinik Münsterlingen ans Licht. Dasselbe Aktenmaterial dient der Aufarbei­ tung jahrzehntelanger Versuche mit nicht zugelassenen Medikamenten. Die Kunstwerke sind jetzt in St.Gallen zu sehen. von Wolfgang Steiger SEESEITE

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«Es kann ja bei den besten Herren vorkommen, das sie über den Graben stolpern, und im Kopf auch nicht immer ganz Rein sind deswegen versorgt man sie nicht wie unser Einer.» Anfangs schätzte der Taglöhner Emil K. noch das regel­ mässige Essen in der Irrenanstalt, in welche die Behörden den auffällig gewordenen Wanderarbeiter 1943 eingewie­ sen hatten. «Irrenanstalt» war damals die offizielle Bezeich­ nung für eine psychiatrische Klinik, wie die in Münster­ lingen. Doch dann sehnte er sich wieder nach der Freiheit. Emil K. schrieb und zeichnete Briefe, in denen er um seine Freilassung bat. Ein solcher Brief auf dem Packpapier einer Firma für Büromaterial ist mit einem Vermerk oben links versehen: «Für den Herrn Direktor abgeben». Die Kran­ kenakte, der dieser Brief beilag, beschreibt Emil K. als «verschmitzten, freundlichen Gesellen». Er schmückte seine Briefe mit kolorierten Bleistiftzeichnungen von Palästen und Kathedralen. Heute hängt der Brief als Kunstwerk ge­ rahmt im Museum im Lagerhaus für naive Kunst, in der Ausstellung «Auf der Seeseite der Kunst».

um die ihr fehlende menschliche Gesellschaft zu ersetzen, Puppen bastelte und aus Staniolpapier Körbchen formte. Mit Farbkreide und Bleistift gezeichnete Glückwunschkärt­ chen an ihre Kinder gelangten nicht zu den Adressaten, sie kamen zu den Akten mit Kommentaren der Psychiater wie: Sie male «mit grellen Farben», «ganz schlimm», «grässlich und schwülstig». Die «krankhaften Zeichnungen» vermitteln trotz harmloser Motive etwas sehr Beunruhi­ gendes. Kein Wunder angesichts der Todesängste, die sie bei den Schockkuren jeweils durchlitt.

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Innenansichten einer Klinik

«Seeseite» hiess früher im Thurgau das hinter dem Kantons­ spital Münsterlingen auf einer Landzunge im Bodensee gelegene, geschlossene Areal der kantonalen psychiatrischen Klinik. Im Rahmen des Schweizerischen Nationalfonds­ Projektes «Bewahren besonderer Kulturgüter» und aus An­ lass des 175­jährigen Bestehens der Klinik veranstaltet das Museum im Lagerhaus zusammen mit dem Staatsarchiv des Kantons Thurgau eine Ausstellung mit hundert Arbei­ ten früherer Psychiatriepatientinnen und ­patienten aus Münsterlingen. 30’000 Krankenakten galt es zu durch­ suchen, was nur stichprobenmässig möglich war. In 15 Dossiers aus dem Zeitraum von 1839–1960 fanden sich Zeichnungen. Parallel dazu ist die als offene Werkstatt konzi­ pierte Ausstellung «InnenAnsichten» zum Thema Kunst und Psychiatrie eingerichtet: Von Besuchern selbst gemachte Tintenklecksbilder, eine Fotostrecke zum heutigen Klinik­ alltag, eine Video­Einführung zur modernen Kunsttherapie, Comicbücher, eine Wand für Kritzeleien – all dies lädt das Publikum aller Altersstufen ein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

«Muss immer in der Zelle bleiben»

Schüler der Talentschule St.Gallen reflektieren die ausge­ stellten Werke der Seeseite­Ausstellung gestalterisch. Mit viel Einfühlungsvermögen schufen die 15­jährigen Oberstufenschüler Hommagen an die Künstlerinnen und Künstler aus der Psychiatrie vergangener Zeiten: Jojo Lan befasste sich in seiner Arbeit Utopia mit den Welt­ ordnungsplänen von Franz Sch., einem der Schwerpunkte der Seeseite­Ausstellung; Lea Schilter überklebte Dame mit Puppen mit Textstreifen, die aus der Patientenakte von Rose G.­T. zitieren: «Muss immer in der Zelle bleiben», «Mutter von acht Kindern», «Glückwunschkärtchen an ihre Kinder». Rose G.­T. lebte von 1936 bis zu ihrem Tod 1960 in der Klinik. Sie hatte epileptische Anfälle und erhielt zahl­ reiche Behandlungen mit dem Krämpfe auslösenden Medi­ kament Cardiazol sowie Elektroschocks. Wegen ihrer Reizbarkeit musste sie meist in ihrer Zelle bleiben, wo sie,

Karl H. (1924 –1971): Der Grüne, 1943.

Ein Bild im Standardwerk

Im demnächst erscheinenden Katalog zur Ausstellung schreibt die Leiterin des Nationalfonds­Projektes Katrin Luchsinger, dass für Rose G.­T. zutreffe, was für viele Frauen galt: «Sie erhielt eine äusserst massive Behandlung, keine Psychotherapie, selten Gespräche und ebenso selten Einträ­ ge in die Krankengeschichte.» Entsprechend ungleich ist denn auch das Geschlechterverhältnis der Künstler an der Seeseite­Ausstellung mit drei Frauen gegenüber acht Männern. Die Projektleiterin findet, die Tatsache, dass viel mehr Zeichnungen von Männern als von Frauen aufbe­ wahrt wurden, verlange nach einer Erklärung. Die Schweizer Gesetzgebung verlangt die Anony­ misierung zum Schutz der Rechte der Patienten, was in diesem Zusammenhang nicht gerade glücklich erscheint. Die Anonymisierung mit Familiennamen­Initiale er­ schwert eine gleichwertige Begegnung mit Menschen, die früher als Irre diskreditiert waren und denen heute der Künstlerstatus zugesprochen wird. Barbara Meta Anderes ist die einzige an der Ausstellung, deren Namen ausgeschrie­ ben ist. Sie lebte von 1900 bis 1927 in der Klinik Münsterlin­ gen. Der deutsche Kunsthistoriker und Psychiater Hans Prinzhorn entdeckte ihr zeichnerisches Werk auf seiner ge­ zielten Suche in den Irrenanstalten nach künstlerisch gestaltenden Patienten. In Prinzhorns bahnbrechendem Buch Bildnerei der Geisteskranken von 1922 ist Meta Anderes unter vollem Namen mit dem Bild Frau mit Perücke ver­ treten. An der Ausstellung ist ihre in feinsten Tönen gehalte­ ne Bleistiftzeichnung Gebirgslandschaft zu sehen. Die Zeich­

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Jakob H. (1852 –1896): Freiheit. Und erlaube mir, 1894.

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nung aus der Sammlung Rorschach konnte erst jetzt im Zu­ sammenhang mit der Ausstellung im Lagerhaus Meta Anderes zugeordnet werden.

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Kultige Tintenkleckse

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Hermann Rorschach war von 1909 bis 1913 in Münsterlingen als Assistenzarzt angestellt. Wegen dem nach ihm benann­ ten Tintenkleckstest ist sein Name noch heute ein Begriff. Ein abgesonderter Teil der Ausstellung ist der Sammlung Rorschach gewidmet. Der Psycho­Test des kunstinteressier­ ten, gut aussehenden Psychiaters (auf den Fotos sieht er dem Filmschauspieler Brad Pitt frappant ähnlich) gilt zwar heute als unwissenschaftlich, aber er fand seinen Platz in Kunst, Film und Literatur. Beispielsweise schuf Andy Warhol von Rorschach inspirierte Tintenklecksbilder. 1922 starb Hermann Rorschach 37­jährig in Herisau an einer Blinddarm­ entzündung. Zwei Holzfiguren, die einzigen dreidimensionalen Exponate an der Ausstellung, gehören zur Sammlung Rorschach: Das Bein, um das sich eine Schlange windet, und der Mensch mit handförmigem Kopfschmuck und auf dem Rücken zusammengebundenen Händen erinnern an afrika­ nische Holzskulpturen, auf die sich Künstler am Anfang der Moderne als Inspirationsquelle oft bezogen. Unvermit­ telt leitet die Kunst aus der Psychiatrie zum Bruch mit den Traditionen der Kunst am Anfang des 20. Jahrhunderts über. Naive und Avantgardekünstler schöpften aus den­ selben Quellen. Hermann Rorschach gestand den Autoren seiner Sammlung aber noch keinen Künstlerstatus zu. Bezeichnenderweise hielt er es nicht für nötig, Autor und Herstellungszeit seiner Sammlungsstücke festzuhalten. Auch die mit Bleistift gezeichneten Wärterinnen, die einen Schlüsselbund mit sich tragen – man hört sie förmlich klimpern – sind in der Sammlung Rorschach anonym und undatiert. Aber sie zeigen: Nicht nur die Psychiater und das Pflegepersonal beobachten die Patienten, sondern auch umgekehrt.

Dunkle Kapitel

Über Jahrzehnte prägte Roland Kuhn als Oberarzt und Direktor die Anstalt. In seine Ära fallen sowohl das Aufkom­ men der Schocktherapien als auch die aufwendigere Psychotherapie. Kuhn führte die gegensätzlichen, eigentlich unvereinbaren Ansätze parallel. Er bot Gesprächsthera­ pien an, regte seine Patienten zum Zeichnen an und setzte gleichzeitig früh und intensiv neue Therapieformen mit Psychopharmaka ein. So verdankt man Kuhn eine grosse Zahl von Zeichnungen, die er bei seinen Patienten vor allem in den 1940er­Jahren gesammelt hat. An der Ausstel­ lung sind die Planzeichnungen des Franz Sch. eines der Highlights. Der 1898 geborene Franz Sch. war verschiedene Male in der Klinik und dann ohne Unterbruch von 1942 bis zu seinem Tod 1977. Von ihm sind über 200 Pläne und Schriften zur Weltordnung erhalten. Der gelernte Ma­ schinenzeichner machte sich Gedanken zu Politik, Wirt­ schaft, Bildung und Forschung, die er in detailreiche Tuschzeichnungen umsetzte. Zu Franz Sch. hielt Oberarzt und Universitätsdozent Roland Kuhn 1951 einen Vortrag. Dem 2005 im hohen Alter von 93 Jahren verstor­ ben Kuhn werden nun nachträglich Unwissenschaftlich­ keit und ethisch fragwürdige Praktiken bei der Erprobung

neuer Medikamente vorgeworfen. Der «Beobachter» machte Kuhn in einem ausführlichen Artikel für den Tod von 23 Teilnehmern einer Versuchsreihe mit den Tablet­ ten G 22150 und G 28568 verantwortlich. Wie Kuhn mit den Medikamenten herumpröbelte, Tabletten für Schizo­ phrenie versuchsweise bei Depression verschrieb; wie er ohne die Patienten zu fragen an ihnen die Dosierung testete, diese bis zum Geht­nicht­mehr erhöhte, macht den Eindruck eines Quacksalbers auf höchster Ebene. In den 60er­ und 70er­Jahren liess er Kleinbusse voll von Zög­ lingen aus dem Kinderheim St.Iddazell Fischingen quer durch den Thurgau nach Münsterlingen karren. Dort testete er an den Kindern Psychopharmaka, die sich erst im Ver­ suchsstadium befanden. Im nächsten Frühling wird die Regierung einem interdisziplinären Team aus Historikerinnen, Pharma­ zeuten, Psychiatern und Juristinnen den Auftrag zum wis­ senschaftlichen Aufarbeiten dieses dunkeln Kapitels der Psychiatriegeschichte erteilen. Der Thurgauer Staatsarchivar André Salathé hat die Katalogisierung von Kuhns unsor­ tiertem Archiv von 70 Laufmetern soeben abgeschlossen. Etwa fünf Laufmeter enthalten Hinweise zu den Medika­ mentenversuchen. Der Kanton Thurgau hat 160’000 Franken für die Aufarbeitung bewilligt.

Wölfli­Zeichnung für fünf Franken

Was zu Hermann Rorschachs Zeit noch Kuriosität und Teil der Krankenakten war, wurde später nicht zuletzt dank Kunstvermittlern wie dem Künstler Jean Dubuffet oder dem Kurator und Ausstellungsmacher Harald Szeemann vom Betriebssystem Kunst akzeptiert und anerkannt. Heute ist Naive Kunst oder Art Brut auch im Kunsthandel ein be­ deutendes Segment. Eine der selten auf den Markt kommen­ den Zeichnungen des in der Berner Waldau verwahrten Patienten Adolf Wölfli (1864–1930) hat heute einen Preis von gut 40’000 Franken. Der Anstaltspsychiater Walter Mor­ genthaler gab Wölfli jeweils ein paar Franken für die aufwän­ dig gezeichneten Blätter. Wenn die Ausstellungsreihe im Museum im Lagerhaus etwas beschönigend von «Verborge­ nen Schätzen aus Schweizer Psychiatrien» spricht, so bezieht sich das sicher auch auf den Geldwert der einzelnen Werke.

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«Auf der Seeseite der Kunst»: bis 8. März, Museum im Lagerhaus St.Gallen, museumimlagerhaus.ch


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Tschador und Ordenstracht Marlies Pekarek collagiert im Buch Time Shifts, Patterns Stay the Same Frauen­ rollenbilder und Tagesaktualitäten. von Christina Genova

is a little art in itself» oder darüber, wie Frauen ihre Scheu vor dem Pakete­Schnüren überwinden können. – «Most girls ap­ pear to be worried when there is any packing to be done.» Ziel ist es, dank dieser Ratschläge eine gute Hausfrau zu werden, aber keinesfalls eine «Household Drudge», ein Hausmütter­ chen, wie es in einem der Beiträge heisst. Marlies Pekarek entwickelt zu den oft kurios wir­ kenden Tipps ironische Kommentare, verpasst der Hausfrau, die auf einer Illustration akkurat einen Berg Wäsche faltet, eine Sprechblase und lässt sie sagen: «Die Wiederholung gibt mir Ruhe in den Geist.» Die Künstlerin entlarvt überholte Rollenbilder, schafft aber auch Bezüge zur heutigen Situation der Frau. Denn wie im Titel angedeutet, haben sich die Zeiten zwar gewandelt, doch gewisse Muster erhalten sich eben hartnäckig. Der Haushalt ist heute wie vor hundert Jahren noch immer vorwiegend Frauensache.

Burka Barbies in the City, 2012/2013.

Auf Seite drei sitzt Queen Elisabeth II. mit abwesendem Blick auf einem edlen Sessel. Für einen kurzen Moment scheint sie aus der Rolle der milde lächelnden, immer Haltung bewah­ renden Königin gefallen zu sein. Unter das Bild hat Marlies Pekarek frech geschrieben: «Warten bis es von Innen her kommt!» – Der Queen begegnet man im neuen Buch Time Shifts, Patterns Stay the Same der St.Galler Künstlerin gleich mehrmals; mal sieht man sie mit ihrem Prinzgemahl herzhaft lachen, mal wird sie von einem furchterregenden Dinosauri­ er verfolgt. Marlies Pekarek beschäftigt sich schon lange mit Frauenbildern und ­rollen. Das zeigt sich auch in ihrer eben erschienenen Publikation, die uns einen Einblick in ihre Ta­ gebuch­Collagen gewährt. Sie bestehen aus den bearbeiteten Seiten des Jahreskalenders für Frauen The Australian Womens Diary, der von 1985 bis 1998 in Australien erschienen ist. Sei­ nen Anfang genommen hat das Langzeitprojekt 1990, als Marlies Pekarek für drei Monate in einem Gastatelier in Mel­ bourne war. Bis heute führt die Künstlerin diese Arbeit wei­ ter.

Enthüllung und Verhüllung

Viel Raum nimmt die Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem weiblichen Körper ein. Ausgehend von einem Zeitungs­ bild aus der Zeit des zweiten Golfkriegs, das trauernde Irake­ rinnen im Tschador zeigt, beschäftigt sich Marlies Pekarek mit der Enthüllung und Verhüllung der Frau im Islam und in der westlichen Welt. Sie zieht einer Barbiepuppe eine Burka über, versieht eine uniforme Masse verschleierter Frauen mit Farbakzenten und lässt Heilige in Ordenstracht aus dem schmalen Sehschlitz eines Tschadors hervorschauen. Die Synthese zwischen Verführerin und Heiliger unternimmt Marlies Pekarek im Selbstversuch: Ein Porträt zeigt die Künstlerin im schulterfreien Oberteil mit einer züchtigen Schwesternhaube auf dem Kopf.

Der liebe Haushalt

The Australian Womens Diary enthält Texte und Illustrationen aus Ratgebern für Frauen von Anfang des letzten Jahrhun­ derts, was ihm einen nostalgischen Anstrich verleiht. Darun­ ter sind zahlreiche Haushalts­ und Schönheitstipps. Man er­ fährt alles über die Kunst des Briefefaltens – «Folding letters

KUNST

Marlies Pekarek: Time Shifts, Patterns Stay the Same, Benteli Verlag Sulgen. 2014, Fr. 49.90.

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Ein Osterhase zu Weihnachten

Marlies Pekarek nimmt in ihren Tagebucheinträgen alles auf, was sie gerade beschäftigt und entwickelt dazu einen assozi­ ativen und farbenfrohen Bilderreigen. Sie setzt sich kritisch mit den im Kalender vermerkten christlichen Feiertagen wie Ostern und Weihnachten auseinander, lässt den Osterhasen an Weihnachten kommen und den Weihnachtsmann gleich schon die Ostereier bringen. In ihren Collagen werden aus Anlegern Karpfen, die im Meer der Anlagefonds schwimmen. Daneben erfährt man aus einem Ratgeber von 1927, dass Ju­ gendlichkeit mehr wert sei als Geld. Deshalb sei es von Vor­ teil, ein Korsett zu tragen, denn es erhalte der Frau ihre ju­ gendliche Figur. Auch vor heiklen Themen wie Kampfhunden, Ab­ treibung oder Guantanamo zeigt die Künstlerin keine Scheu. Nicht alle der zum Teil ausgefallenen Bildfindungen Marlies Pekareks vermag man nachzuvollziehen; manchmal liefert die Werkliste am Ende des Buches einen Hinweis zu deren Entschlüsselung.


Häutungen vor Schneelandschaft

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Tanz, Musik und Natur in wilder Wechselbeziehung: Im Januar und Februar ist Gisa Franks Bewegungsstück Wildwechsel in St.Gallen und Steckborn zu sehen. Gewachsen ist die Produktion für elf Akteurinnen und Livemusik aus Videos von Grenzwanderungen rund um den Alpstein. von Bettina Kugler Ursprüngliches und Künstliches, Ei­ genarten und Unarten werden sprung­ haft wechseln – wie Wildtiere auf ihren Wegen zwischen Sonnmatten und Äsungsflächen. «Wir wollen nicht eine Geschichte erzählen, sondern mit Bil­ dern und Themen zwischen draussen und drinnen spielen», sagt Gisa Frank. Von ihr stammt das Konzept, sie führt Regie – doch sieht sie Wildwechsel als eine Gemeinschaftsproduktion. Drei Winter lang haben alle Beteiligten Denk­ und Bewegungsmaterial zusam­ mengetragen, diesen Humus geschich­ tet und wieder umgeschichtet zu einer Folge von Tanzsequenzen.

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Am Kragen gepackt

Gut bepelzt: Probenbild zu Wildwechsel. Bild: Martin Benz

In Mikrobewegungen am Boden regt sich Neues: winzige Zu­ ckungen, Vibrationen, trippelnde Füsse; Erschütterungen, die an zitternde Fühler und Glieder von Kleinstlebewesen denken lassen. Nach einem Einzug mit Furor, von draussen aus der Berglandschaft in den Kunstraum der Bühne, geht die Bewegungsexpedition zurück zur Natur, zu den evolutionä­ ren Anfängen. Wildwechsel nennt Gisa Frank das Stück, das in diesen Wochen zu einem spartenübergreifenden Ganzen zu­ sammenwächst – mit einem noch offenen Schluss. Schicht um Schicht sind in einem dreijährigen Entstehungsprozess hinzugekommen: Landschaftsperformance, Videokunst, Tanz, Musik für Stimme, Violine, Kontrabass, Bassklarinette, Maul­ trommel, Elektronik. Es geht um den Rückzug zu tiefliegen­ den Orten in uns, um Rudel­, Sippen­, Paarbildung, um Nähe und Vereinzelung. Dafür schweift Wildwechsel stürmisch ins Weite; bergan, bergab, auf dem Bauch schlittelnd, tiefschnee­ tauchend, in die Lüfte.

Weil es von Anfang an als Stück für die kalte, dunkle Jahreszeit gedacht war, dem Wilden, Ursprünglichen auf der Spur, hüllen sich die Akteurinnen auf der Bühne in Pelz. Sie spielen mit Fell als Schutzschicht und Dekor, mit Haut und tänzerischen Häutungen. Die Musiker (Sven Bösiger, Martin Benz, Katharinan Kern und Jürg Sur­ ber) stehen nicht ausserhalb, am Rande des Geschehens, son­ dern treiben es an, werden zuweilen am Kragen gepackt wie Beutetiere bei einer Jagd. In der Produktionsphase haben sie Wildwechsel dramaturgisch mitgeprägt, Klangspuren gelegt zwischen traditionell und experimentell. Pelzweich und wi­ derborstig, archaisch und künstlich, zwischen diesen Polen wird sich das Stück bewegen – um innere Bilder aus der win­ terlichen Starre zu lösen und zum Tanzen zu bringen. Bei Wildwechsel wirken mit: Bernadette Beerli, Coretta Bürgi, Carin Frei, Katharina Hanhart, Esther Hun­ gerbühler, Julika Kovacs, Bettina Oberli, Maja Rimensberger, Eva Schällibaum, Daniela Schläpfer, Gabriela Stoffel. Musik: Martin Benz, Sven Bösiger, Jürg Surber, Katharina Kern, Coretta Bürgi.

Wie Wildtiere

Ihre Vorgeschichte hat die Produktion im Alpstein. Für das bewegte Bild im Hintergrund begleitete der Filmer Andreas Baumberger eine zwanzigköpfige Gruppe mit der Kamera an stille Orte rund um den Säntis: an Gewässer, in Höhlen, an Hänge und auf weite Flächen. Die dabei entstandenen Video­ sequenzen bilden die weisse Landschaft, welche die elf Ak­ teurinnen auf der Bühne spielerisch in Bewegung versetzen. Tanz­ und Theaterschaffende verbinden und mischen sich in Wildwechsel mit tanzerfahrenen Amateurinnen; sie bringen vielfältige Erfahrungen aus den Bereichen Performance, Be­ wegungskunst und Körperarbeit in das Stück ein.

TANZ

Lokremise St.Gallen: 22., 23., 24. Januar, 20 Uhr Theater Phönix Steckborn: 6. und 7. Februar, 20.15 Uhr.


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Das Theater St.Gallen bringt erstmals in der Schweiz Jonas Lüschers Bestseller Frühling der Barbaren auf die Bühne. von Peter Surber

Theater dramatisieren ihn, so Wiesbaden, wo Lüschers Frau Ulrike Arnold den Stoff in kleiner Besetzung inszeniert hat, und jetzt St.Gallen, wo ihn Tim Kramer mit einem zehnköpfi­ gen Ensemble auf die grosse Bühne bringt. Kramer sagt: «Ich war auf Anhieb überzeugt, insbe­ sondere von der narrativen Kraft, die aus der Geschichte spricht.» Dann erinnert er an ein eigenes Erlebnis, nicht in Tunesien, aber auf einem Markt in Marokko: Ein alter Erzäh­ ler scharte dort ein zahlreiches Publikum um sich und schlug es mit blossen Worten in seinen Bann. Diese Aufgabe kommt in St.Gallen Bruno Riedl zu: Er spielt den Preising, der einem Zuhörer (Marcus Schäfer) im Nachhinein von der Katastro­ phe berichtet. Ort dieser Rahmenhandlung ist eine Psychiat­ rische Klinik, wohin Preising nach seiner Rückkehr aus nicht näher erklärten Gründen gekommen ist – Lüscher deutet al­ lerdings an, dass er sie nicht als «Irrenhaus» sieht, sondern mindestens so sehr als Ort des Rückzugs in irren Zeiten. Anfänglich habe ihn das Buch kühl gelassen, doch inzwischen packe es ihn, sagt Hauptdarsteller Riedl und be­ dankt sich beim Autor für die lebendige Figurenzeichnung, die den Spielern ausgezeichnetes «Material» biete. Das hat auch in Wiesbaden, wo am 13. Dezember die Uraufführung stattfand, Eindruck gemacht – zumindest der Rezensentin auf nachtkritik.de: «Der Text ist nun einmal dermassen gut, dass man leicht nachvollziehen kann, warum man ihn für die Bühne fruchtbar machen wollte.»

Gegen die Vorherrschaft des Quantitativen

Autor Lüscher (rechts) im Gespräch mit Regisseur Kramer. Bild: Susi Kaden

Ein Glücksfall, aber nicht der Regelfall fürs Theater: Der Au­ tor lebt noch und kann also Auskunft geben. So sitzt er denn an diesem Dezembermorgen im Probesaal des Theaters St.Gallen an der Dürrenmattstrasse, im Kreis um ihn das En­ semble samt Inspizientin, Bühnenbauer, Souffleuse und Re­ gisseur Tim Kramer: Jonas Lüscher, Jahrgang 1976, aus Bern stammend, in München wohnhaft, Drehbuchautor, Dokto­ rand der Philosophie und Autor eines der meistdiskutierten Bücher der letzten Jahre: der Novelle Frühling der Barbaren. Der Schweizer Fabrikerbe Preising gerät in einem tunesischen Luxus­Resort in eine Party junger Londoner Banker, während sich in England ein Bankencrash abzeich­ net – und zur Katastrophe führt. Preising erlebt mit, wie dünn die Decke der Zivilisation ist. Das ist die «unerhörte Begeben­ heit», die Lüscher erzählt. Er tut dies in einer etwas altmodi­ schen Sprache, die auf Distanz bleibt trotz der teils hyperrea­ listischen Details bis hin zur panischen Schlachtung eines Kamels und der Feuersbrunst, die am Ende das Hotelresort vernichtet. «So knapp und so betörend hat noch niemand von der Krise erzählt», schrieb die «Zeit».

Kino ja – aber Theater?

Und er ist, nicht gerade die Regel für zeitgenössisches Thea­ ter, politisch. Das fängt an bei Preising, der als Schweizer die Kunst des Nicht­Handelns zur Perfektion entwickelt hat und am Ende, wenn auch knapp, noch einmal davonkommt. Und es führt hin bis zur gnadenlosen Analyse der Finanzkrise, des globalisierten Tourismus und der «barbarischen» Instinkte, die der Crash zum Vorschein bringt. In dieser Hinsicht ähnelt die Anlage des Stücks dem vor zwei Jahren in St.Gallen ge­ spielten Anti­WEF­Stück Das Ende vom Geld von Urs Widmer. Und es verlängert die Reihe wirtschaftskritischer Stücke, von Top Dogs bis zu Elfriede Jelineks Die Kontrakte des Kaufmanns. Im Schatten der HSG könne man als St.Galler Theater «ent­ weder kuschen oder sich mit der Thematik auseinanderset­ zen», sagt Kramer beiläufig zu Lüscher. Allerdings ist auf der letzten Seite die Rede von «dieser Geschichte, aus der sich nichts lernen liess». Lüscher wehrt sich damit, wie er lachend sagt, gegen die «hermeneu­ tische Folter», die seinem Text drohe: dass man ihn vorschnell als «das Stück zur Krise» deute und damit einenge. Die grös­ sere Krise sieht Lüscher darin, dass das Erzählen vom Zählen verdrängt wird. Geschichtlich sei das seit jeher ein Hin und Her. «Unsere heutige Gesellschaft aber ist der quantitativen Blendung erlegen», diagnostiziert Lüscher und setzt auf die «Wiederkehr des Narrativen». Ob und wie sich die Barbarei auf der Bühne erzählen lässt: Im Januar weiss mans.

Breitleinwand, 007 in der Wüste, filmreifer Showdown – dass sich der Roman mit seinen heftigen Bildern auch fürs Sprech­ theater eignet, daran hätte er selber nicht geglaubt, sagt Lüscher. Eine Filmadaption ist tatsächlich im Gespräch, vor­ erst ist der 120 Seiten knappe Bestseller auf Russisch, Weiss­ russisch und neustens auf Englisch erschienen und mehrere

THEATER

Frühling der Barbaren, Premiere: Freitag 12. Januar, 19.30 Uhr, Theater St.Gallen, theatersg.ch.

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Krisen­Showdown in der Oase


Lara im Europapark

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Die Satiresendung «Bild mit Ton» startet im Januar in die zweite Staffel. Die Ostschweizer Filmer um Slam­Poetin Lara Stoll haben das Format gänzlich neu konzipiert. von Luca Ghiselli

Die erste Staffel von «Bild mit Ton» erregte beachtliche Auf­ merksamkeit: Rund 40'000 Zuschauer sahen sich die Sen­ dung online an. Mehrere nationale Medien berichteten über das ungewöhnliche Satireformat, das im Herbst 2013 online und auf dem Privatsender Schweizer SportSzene fernsehen (SSf) gezeigt wurde. Der Sender hatte, am Rande des Konkur­ ses und kurz vor dem Relaunch, der Thurgauer Slam­Poetin Lara Stoll einen Blankoscheck ausgestellt. Stoll tat sich dar­ aufhin mit ihren Kollegen Cyril Oberholzer und Dominik Wolflinger aus dem Filmstudium an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) zusammen. Gemeinsam tobten sie sich dann während insgesamt sechs Episoden gründlich aus. Die drei machten sich über alles lustig: Krankhei­ ten, Drogen, Alte, Männer. Das Ergebnis waren sechs Mal 25 Minuten Chaos­Satire, wie sie in der Schweizer Fernsehland­ schaft nur selten, wenn überhaupt, zu sehen ist. Trotz allem wurden aber keine Flachwitze geboten, sondern clever in Klamauk und Nonsens verpackte Seitenhiebe. Nie vorherseh­ bar, bisweilen absurd, aber immer auch gesellschaftlich rele­ vant.

Sternstunde mit Horrorfilm

Nun kommt im Januar die zweite Staffel von «Bild mit Ton». Im Vergleich zur ersten Staffel ändert sich mit den neuen Epi­ soden vieles. Die einzelnen Folgen sind mit rund 50 Minuten doppelt so lang. Ausserdem setzt Lara Stoll mit ihrem Team auf die Neu­Synchronisation von alten Filmen. «Es ist ein neues Produkt entstanden», sagt sie. Das Konzept der zweiten Staffel lasse sich kaum mit jenem der ersten vergleichen. «Wir haben sechsmal einen neuen Film kreiert.» Die Filmstudenten nehmen rechtefreie Filme, kür­ zen diese auf rund 15 Minuten und vertonen sie neu. Dazu schreiben sie einen neuen Plot. Im Wechselspiel mit dem al­ ten Bildmaterial verweben die Macher selbstgedrehte Szenen in den neuen Plot und lassen so den alten Originalfilm mit den eigenen Aufnahmen und einem zweiten Handlungs­ strang verschmelzen. Die erste Episode der zweiten Staffel von «Bild mit Ton», die am 12. Januar ausgestrahlt wird, tut genau das mit dem amerikanischen Horrorfilm Night of the Living Dead aus dem Jahr 1968. Neu vertont heisst das Ganze dann Das Haus, in dem man LSD konsumierte, wo sich die Prot­ agonisten nicht etwa aus Furcht vor Zombies (wie im Origi­ nal) in einem Haus verschanzen, sondern um Halluzinogene zu konsumieren. Nach der Filmsequenz folgt in jeder Episode die fiktive Sendung «Sternstunde: Schweizerfilm», in der Charak­ tere, die von Stoll, Oberholzer und Wolfinger verkörpert wer­ den, über den gezeigten Film diskutieren (oder sonstigen Un­ sinn machen). Satirisch, dadaistisch und chaotisch geht es also auch in der zweiten Staffel von «Bild mit Ton» zu. Die Macher thematisieren unter anderem die Mutlosigkeit

des Schweizer Fernsehens, den Umgang mit Minderheiten, Religionsfragen oder die Jugend. Sie hätten darauf geachtet, zeitlose Themen zu behandeln, statt sich an Aktualität gebun­ denen politischen Fragen zu widmen. «Wir wollen, dass die Leute die Sendung auch in einigen Monaten oder Jahren noch anschauen können», sagt Stoll.

Keine dritte Staffel

50 Minuten sind eine lange Zeit im Internet, wo sich User an kurze Clips gewohnt sind. Das weiss auch Lara Stoll. «Es ist gut möglich, dass sich die Zuschauer erst mal ans neue Kon­ zept gewöhnen müssen.» Mit der ersten Staffel hätten sie aber dazugelernt. Und sie ist sich sicher: Die zweite Staffel ist bes­ ser. Das neue Konzept macht «Bild mit Ton» zwar noch über­ raschender, aber auf der Produktionsseite auch deutlich auf­ wendiger. Viel Zeit und Geld hätten sie in die neuen Folgen investiert, sagt Lara Stoll. So sind sie zum Beispiel für Dreh­ arbeiten der vierten Episode ins Bündnerland gefahren und haben dort eine Alphütte gemietet, um Heidi­Szenen zu dre­ hen. Auch im Europapark filmte die «Bild mit Ton»­Crew. Im Grunde sei das Projekt eine Herzensangelegen­ heit, sagt Stoll. Die zweite Staffel dürfte laut den Machern aber auch gleichzeitig die letzte sein. Für eine dritte Staffel reicht das Budget nicht, künstlerisch wollen die Beteiligten ausserdem neue Wege gehen.

FILM

2. Staffel «Bild mit Ton»: ab 12. Januar jeweils montags um 19 Uhr auf SSf und online auf bildmitton.tv.


Serious Rap vom Lyrical Psycho

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Die asiatischen Einschläge Hochglanz ist anders. Vergli­ sind aber bei weitem nicht chen mit Lyrical Psycho (2009) die einzigen. Das Album und L’osservatore (2011) ist die klingt so gar nicht nach tiefs­ neue Scheibe von Doppia ter Ostschweiz, sondern viel Erre (Renato Trianni, Zona internationaler: Erre rappt 167) und Taiken (Max Frisch­ auf italienisch, ist mit 14 von knecht, Tengu Collective) Lecce nach St.Gallen gekom­ aus St.Gallen düsterer, ro­ men, Mc Pat im St.Galler Di­ her, komplexer. Und sie ist alekt, Colin Davis alias Gun­ prall gefüllt: Auf der ersten da Weeche von Madd Family Seite gibt Erre seine Rap­ auf Suaheli, Bouvier, auch Skills zum Besten, Seite zwei bei Zona 167, singt auf eng­ ist für Taikens Dubstep re­ lisch und italienisch, Naty serviert – wers richtig dun­ auf französisch. Auch aus­ kel mag, dürfte vor allem an ländische Künstler haben dessen letzten paar Tracks ihre Auftritte auf dem Doppel­ Freude haben. Alles in allem Album: Dezi Boyd aus Jamaika sind es zwar 33 Tracks (19 Taiken (links) und Doppia Erre. Bild: Silvano Loberti beispielsweise oder Maylay von Erre und 14 von Taiken), doch anfühlen tun sie sich wie 50. Wieso alles auf eine Sparks, ursprünglich aus Philadelphia und heute in Kopen­ Doppel­CD packen? «Wir wollen den Leuten schliesslich hagen zuhause. Die Beats dazu, unter anderem von Taiken, Dj etwas bieten», meint Erre grinsend. «Wohin auch sonst mit so Blackflame und Fonk, klingen entsprechend vielfältig: Hier Panflöten (Il re solitario), dort Wu Tangs Killer Bees, Streicher viel Material…» Zona 167, so heissen die Armenviertel – korrekter au rap français (La storia di Giancarlo), mal böse, mal bunte, wäre wohl Vorstadt­ oder benachteiligte Quartiere – in Itali­ mal irre Bässe (Shinobi dub, Lui, Quando stai parlando), minima­ en, und Zona 167 heisst auch das Label von Erre und Michael listischer Dub, etwas Ragga und diverse Synthie­Effekte inbe­ Dähler aus St.Gallen. Das ist nicht irgendein Street Credibili­ griffen – eine gute Mischung aus zeitgenössischen Klängen ty­Ding, wie es sonst so gerne abgefeiert wird in der Rap­Sze­ (Una Spinta, Deep into Taiken Version, ) und gutem altem Rap­ ne, sondern hat reale Hintergründe: Erre ist in der Nähe von Scheiss (Andale andale, Voglio ricordare, la Speranza). Lecce in einem dieser Quartiere aufgewachsen. Dass die alle so heissen, wurde ihm aber erst viel später klar. Für ihn hat Gesellschaftskritisch, nicht politisch die Zahl 167 vor allem immer eins bedeutet: «Familie, ein Ort Die Texte sind ernst aber selten melancholisch, eher von einer an dem man zuhause ist.» Deshalb taufte er 1996 seine Crew guten Wut geprägt und vom Willen zur Veränderung. Siamo auf diesen Namen. Als sich sie sich vor etwa zehn Jahren auf­ persi, wir sind verloren, ist Erres erster Satz. Ein Verweis «auf löste, wurde aus der 167 der Label­Name. Lyrical Psycho II ist das Kaputte in dieser Welt», wie auch die Anlehnung an der mittlerweile siebte Release von Erre. Kenshiro, der – so einfach ist es im Comic – in einer gewalt­ verseuchten Welt gegen das Böse und für die Liebe kämpft. «Genau das ist unsere Botschaft», sagt Erre. «Es lohnt sich, für Mit Hokuto Shinken gegen das Kaputte Vorlage und Inspirationsquelle für Lyrical Psycho II war der das Gute einzustehen, egal was andere sagen. Steht auf und tut 80er­Jahre­Manga Fist of the North Star, später in mehreren was. Wehrt euch gegen Rassisten, Fremdenfeinde, gegen Un­ Varianten verfilmt, von den beiden Japanern Buronson (Story) gerechtigkeiten und die Unterdrückung von Minderheiten.» Serious Rap nennen Erre & Taiken ihre Musik, als und Tetsuo Hara (Zeichnungen): Hauptfigur Kenshiro – «einer unserer liebsten Jugendhelden» – muss darin unter anderem politisch würden sie sich aber nicht unbedingt bezeichnen. Kaioh, den Anführer der Mutanten, und zu Beginn seinen «Gesellschaftskritisch. Das passt besser.» Dass die beiden Bruder Raoh besiegen, der die von einem Atomkrieg verwüs­ aber auch lustig können, zeigt unter anderem Don’t touch my, tete Welt erobern will. Beide Brüder beherrschen Hokuto eine hymnische Parodie auf die Berührungsängste gewisser Shinken, eine Kampfkunst, die den Körper des Gegners per Cap­Träger, wenn es um ihren heiligen Kopfschmuck geht – Druck auf die Meridianpunkte zerbersten lässt. Anleihen an was durchaus selbstironisch verstanden werden darf. diesen Meilenstein des japanischen Comics finden sich über­ all auf Lyrical Psycho II, in Form von gesampelten Audioschnip­ Lyrical Psycho II von Doppia Erre & Taiken gibts seln, Spoken Word Pieces aus der Anime­Serie (Marlene feat. ab dem 9. Januar beim Rap-Dealer eures MC Pat), japanischen Zithern und Flöten (Da Solo, NoKen, Il tuo Vertrauens. Die CD-Taufe findet voraussichtlich destino feat. Dominique Bouvier). am 21. März statt.

MUSIK

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Das Ostschweizer Rap­Jahr startet vollgepackt und international: mit dem Doppel­Album Lyrical Psycho II von Doppia Erre & Taiken. von Corinne Riedener


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Abheben in Rom

Die Erzählung Warum es in Rom keine Hochhäuser gibt von Adrian Riklin und Buchgestalterin Helen Ebert. von Peter Surber Das muss einer erst einmal beschreiben können: Mit welch unübertrefflicher Souveränität die Kellnerin im Jugendstil­ caffè an der Via della Pace in Rom die Tauben wegscheucht…

Saiten 01/2015

…mit diesem strengen Blick im Jugendstilgesicht, der sie noch schöner macht und als eine entlarvt, die schon früh von Altrömerinnen in die geheimen Gesetze der Luftströmungen eingeführt wurde und nun also in dieser kleinen Bewegung der rechten Hand grossen Jugendstil verrät, kurz stehen bleibt mit dem Tablett in der linken und den flüchtenden Tauben mit ebendiesem wissenschaftlichen Blick nachschaut, Vogelblick, der sie als Wesen enthüllt, welches in sich das Wissen eines Vogels trägt, und du denkst, dass es dies ist, was den Römerinnen zu diesem Geschick verhilft im Umgang mit allem, was mit Luft zu tun hat, dass sie ihre Fächer wie Vogelflügel handhaben und, wenn es denn sein müsste, vom Boden abheben und davonfliegen könnten, es aber nicht tun, weil dies Ungutes verheissen würde.

Ein langer, ein wie ein Vogelflug dahinziehender Satz. So sind fast alle Sätze in der kurzen Erzählung von Adrian Riklin mit dem Titel Warum es in Rom keine Hochhäuser gibt. Es sind lauter Nebensätze mit «dass». Der Hauptsatz heisst: «Du hast gese­ hen...». Und das Fazit des Gesehenen: «...dass dies, wie alles, seinen tieferen Grund hat.»

Wut auf die Vespa

Im Sommer 2003 – ein glühend heisser Sommer, wie man im Lauf der Geschichte erinnert wird, bis 41 Grad, «romafrica­ nesco» – war Riklin mit einem Atelierstipendium der Stadt St.Gallen in Rom. Und hat, aufmerksam für Geräusche, Ge­ sichter, Luftbewegungen und Begegnungen, notiert, was die­ se Stadt ausmacht. Die Hitze. Die schönen Nebensächlichkei­ ten. Die Augensprache und die Augenaussprache. Die Nonne hinter den geschlossenen Fensterläden, die Mammine in den Hinterzimmern der Tabacchi, die touristischen Sonderlinge, zu denen sich der Erzähler selber zählt. Und dann: Gregory Peck und Audrey Hepburn auf der Vespa, Mann von Welt und Prinzessin, ein Herz und eine Krone. Im Auge des Betrachters vervielfachen sich die Lieben­ den auf der Piazza Navona, multipliziert sich der legendäre Filmkuss zum «Geblend und Gebrumm und Geschmatz und Geküss und Gequietsch». Die so grandiose wie quälende «Abendvorstellung» erinnert ihn an die Trompetenspielerin, seine grosse Liebe vor der Abreise nach Italien, die ihn allein ziehen liess, ihn, den «weltfremden Melancholikus».

Helen Ebert hat den Text in vierfacher Gestalt, mit unter­ schiedlicher Typographie und wechselnden Schriften ge­ setzt. «Es gibt nicht die eine Form, es gibt mehrere», lautet ihre simple Begründung für das unkonventionelle Unterfangen. Variante 1 bringt den Text in konventionellem Blocksatz, die Varianten 2 und 3 gliedern Riklins verschach­ telte Babuschka­Sätze dann mehrfach anders. Das schafft eine eigentümliche dritte Lesedimension, manchmal flim­ mern die Augen wie der Asphalt der Römer Strassen in der Sommerhitze. Die obige Passage sieht dann so aus: …mit diesem strengen Blick im Jugendstilgesicht, der sie noch schöner macht und als eine entlarvt, die schon früh von Altrömerinnen in die geheimen Gesetze der Luftströmungen eingeführt wurde und nun also in dieser kleinen Bewegung der rechten Hand grossen Jugendstil verrät, kurz stehen bleibt mit dem Tablett in der linken und den flüchtenden Tauben mit ebendiesem wissenschaftlichen Blick nachschaut, Vogelblick, der sie als Wesen enthüllt, welches in sich das Wissen eines Vogels trägt, und du denkst, dass es dies ist, was den Römerinnen zu diesem Geschick verhilft im Umgang mit allem, was mit Luft zu tun hat, dass sie ihre Fächer wie Vogelflügel handhaben und, wenn es denn sein müsste, vom Boden abheben und davonfliegen könnten , es aber nicht tun, weil dies Ungutes verheissen würde.

Variante 4 schliesslich strapaziert die Leserin mit allerhand Schrift­Wildwuchs und aufwendiger Links­Rechts­Typogra­ phie – gewöhnungsbedürftig. Im Ganzen macht die vierfache Gestaltung aber raffiniert auf die Möglichkeiten heutiger Buchgestaltung aufmerksam. Das Spiel mit Schriftgraden hat so zweifellos, wie alles, seinen tieferen Grund.

Vierfache Typografie

Stadtimpressionen und Selbstzweifel machen die Doppel­ spur dieser wunderbar schwebenden Erzählung aus. Das lässt sich im Buch gleich mehrfach auskosten – Buchgestalterin

LITERATUR

Adrian Riklin und Helen Ebert: Warum es in Rom keine Hochhäuser gibt, Eigenverlag, Fr. 37.90. Buchpremiere: Samstag, 31. Januar, 20 Uhr, Point Jaune St.Gallen.


Der ökonomische Fussabdruck

Christian Felber ist 41­jährig und bekommt zur Zeit rund 100 Einladungen pro Monat für Vorträge. Felber ist gefragt, be­ sonders seit seinem Buch Geld. Die neuen Spielregeln (Wien 2014). Was der Ökonom, Aktivist und Tänzer aus Österreich vertritt, nennt sich Gemeinwohl­Ökonomie und könnte die Wirtschaft und Gesellschaft einschneidend verändern. Diese Hoffnung haben auch Gaby Belz und Felix Oesch. Zusammen mit rund zehn Gleichgesinnten bilden sie den Ostschweizer Ableger der Bewegung: die Gemeinwohl­ Ökonomie St.Gallen. Oesch fasziniert nicht zuletzt, dass hier keine Partei, keine Firma, keine Genossenschaft am Werk ist, sondern eine Bewegung, die ihre Strukturen basisdemokra­ tisch erst noch finden muss. Vor allem aber stehen Oesch wie Gaby Belz, beide als Unternehmensberater selbständig tätig, hinter dem Anliegen: eine gerechte, lebensfreundliche, soli­ darische und ökologische Gesellschaft. Was diesem Ziel im Weg steht? Oesch nennt als ei­ nen zentralen Punkt die Konsumgesellschaft. Nicht nur, weil sie Ressourcen verschwende, sondern weit grundsätzlicher: «Konsum gefährdet die Demokratie.» Wer glaube, in einer Art Schlaraffenland zu leben, verliere das Bewusstsein für die Mitverantwortung an der Gesellschaft – und für die Tatsache, dass es den einen nur gut gehen kann auf Kosten der anderen. Beim individuellen Verhalten bleibt die Gemein­ wohl­Bewegung aber nicht stehen. Sie zielt direkt auf die Un­ ternehmen. Für diese ist die Matrix entwickelt worden, ein Raster, der es den Unternehmen erlaubt, ihre Gemeinwohl­ Verträglichkeit zu analysieren. Die Matrix ist unterteilt in fünf Grundwerte: Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit sowie demokratische Mitbestimmung und Toleranz. Diese Werte werden überprüft an wiederum fünf Bereichen: Lieferanten, Geldgeber, Mitar­ beiter und Eigentümer, Kunden, Produkte und Dienstleistun­ gen sowie dem gesellschaftlichen Umfeld. In der Ostschweiz sind, anders als in Deutschland, wo sogar die grosse Sparda­Bank München mitmacht, noch keine grösseren Unternehmen «durchleuchtet» worden. Belz und Oesch sind aber mit dem guten Beispiel vorangegangen und haben ihre eigenen Kleinfirmen «auditiert». Ein spannen­ der Weg, sagen beide – und aufwendig, wenn man vom Strom­ mix über Fahrten, Essen oder den Grad an Selbstausbeutung bis zur Preisgestaltung jeden Posten gemeinwohl­ökonomisch unter die Lupe nimmt. Und sich fragen muss: Wo kann ich et­ was ändern? «Vieles hat mit Haltungen zu tun. Beispiel Mitbe­ stimmung in KMUs: Ist sie erwünscht? Ist sie sinnvoll? Das sind grosse Fragen», sagt Gaby Belz. Und muss schon mal die Kritik hören, das seien «kommunistische» Anliegen. Revoluzzer sind die Gemeinwohl­Ökonomen aber keineswegs – vielmehr ernst­ haft um die Zukunft besorgte Zeitgenossen. «Mit Wachstum und Gewinnmaximierung kommen wir nicht mehr weiter ange­ sichts der schwindenden Ressourcen», sagt Gaby Belz. Wenige Ressourcen hat bis jetzt allerdings auch die Bewegung selber; gerade einmal ein paar Dutzend Aktivistin­ nen und Aktivisten in der Schweiz. Dem soll ein erster Anlass abhelfen, den die St.Galler Gruppe im Januar durchführt. (Su.)

Weiss auf schwarz Christian Felber: Optimale Grösse Um den Wettbewerb in der Wirtschaft zu begründen, wird gerne auf die Natur verwiesen: Dort gehe es vor allem ums Fressen und Gefressenwerden. Manche verweisen gar auf den angeblichen «Kampf ums Dasein». In der Wirtschaft werden damit randvolle Kriegskassen, feindliche Übernahmen und das Schlucken von Konkurrenten legitimiert und als normal – eben natürlich – hingestellt. Ein genauerer Blick auf die Vorgänge in der Natur lohnt sich, um einerseits Fehlschlüsse auf das Wirtschaftsgeschehen zu vermeiden und andererseits notwendige Schlüsse zu ziehen. Aus der Natur können wir zum Beispiel lernen, dass mit fortschreitender Evolution die Vielfalt der Lebewesen immer grösser wird, die Einzelexemplare der meisten Spezies hingegen nicht. Im Gegenteil: Allzugrosse Organismen sterben immer wieder aus. Zweitens können wir aus der Natur lernen, dass jeder einzelne Organismus eine optimale Grösse hat, nur bis zu deren Erreichung Wachstum eine «Strategie» ist, die sich danach in Entwicklung wandelt. (…) Woher weiss ein Unternehmen, welche seine optimale Grösse ist? Es kommt auf das Ziel an. Wenn das Ziel der maximale Profit ist, ist fast immer weiteres Wachstum angesagt, bis zur Grösse eines Global Players oder Oligopolisten am Weltmarkt. Ein anderes Ziel würde zu anderen Fragen führen: Bei welcher Grösse ist die Produkt- oder Dienstleistungsqualität am höchsten? Bei welcher Grösse sind die Arbeitsbedingungen die besten und die Sinnerfahrung am tiefsten? Bei welcher Grösse sind die Umweltauswirkungen die geringsten? Bei welcher Grösse kann das Unternehmen das demokratische Gemeinwesen am effektivsten stärken? Solche Fragen machen Sinn, wenn ein Unternehmen nach dem Gemeinwohl als höchstem Ziel strebt. Bei Erreichen der optimalen Grösse eröffnet sich eine ungewohnte Option: Es macht Sinn, mit anderen Unternehmen, die vielleicht auch nicht mehr wachsen wollen, zu kooperieren, konkret: Wissen, Technologien, Arbeitskräfte und sogar Finanzmittel zu teilen. In der Natur wird viel gefressen, doch möglicherweise ist das nur die Oberfläche: «Die Kooperation ist die Chefarchitektin der Evolution», schreibt der Mathematiker und Biologe in Harvard, Martin Novak. Wollen wir tatsächlich von der Natur lernen, könnte die Kooperation zum Leitmotiv der Wirtschaft werden. Damit alle zu essen haben.

Ich und das Gemeinwohl: Samstag, 17. Januar, 9.30 bis 17 Uhr, Katharinensaal St.Gallen. ostschweiz.gwoe.net

WEISS AUF SCHWARZ

Auszug aus einem Kommentar von Christian Felber, Pionier der Gemein­ wohl­Ökonomie, in den «Vorarlberger Nachrichten», Dezember 2014.

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Saiten 01/2015

Monatstipps der Magazine aus Aarau, Basel, Bern, Luzern, Olten, Vaduz und Winterthur

Unsichtbare Grenzen

Dichtestress?

Seit Urzeiten treffen im Schwei­ zer Mittelland unterschiedliche Kulturen aufeinander. Diese hinterlassen ein Erbe: die Rösti­ gräben. Den Grundstein legten die im frühen Mittelalter einge­ wanderten Germanen. Während die Burgunder im Westen der Schweiz viele Aspekte der römi­ schen Kultur, vor allem aber deren Sprache übernahmen, blie­ ben die Alemannen im Osten ihrer Sprache und Kultur weitge­ hend treu. Das Vindonissa­ Museum geht der Geschichte die­ ser unsichtbaren Grenzen nach. Röstigräben − was die Schweiz zusammenhält: bis Sonntag, 27. September, Vindonissa-Museum Brugg. vindonissa.ch

Es ist das Unwort des Jahres: Dichtestress. Deshalb begeben sich die «Wintergäste» heuer auf die Suche nach den Flucht­ und Sehn­ suchtsorten zwischen Gross­ stadtmoloch und ländlicher Idylle – in Riehen, Arlesheim, Lörrach und Liestal. Support erhalten die szenischen Lesungen – mit Texten u.a. von Johanna Spyri, Hermann Hesse, Martin Suter oder Tim Krohn – erstmals von Mitgliedern des Kammerorchesters Basel. Wintergäste 2015: Holdes Land, böse Stadt: Donnerstag, 8. Januar bis Sonnatg, 8. Februar, diverse Orte um Basel. kulturelles.bl.ch

Essenz der Weltliteratur

Von Fehlern und Missbildungen

Ein Künstlertrio bringt den sprachgewaltigen Wortwitz des irischen Schriftstellers James Joyce auf die Bühne. Die irische Sängerin und Schauspielerin Shirley Grimes, der holländische Perkussionist und Bühnen­ künstler Rob Kloet und der Schweizer Schauspieler Stefan Kollmuss suchen nach der Essenz in der Weltliteratur: Lite­ ratur, Schauspiel und Musik mit experimentellen Ansätzen und witzigen, hintersinnigen Verknüpfungen. Pure Joyce: Freitag, 9. und Samstag, 10. Januar, 20.15 Uhr, Theaterstudio Olten. theaterstudio.ch

Bis Mitte Januar zeigt der Alte Pfarrhof Balzers die Ausstellung «Holzweg. Toni Gstöhl – 40 Jahre Kohlezeichnungen und Skulptu­ ren». Ausgehend von Kohle­ zeichnungen und Aquarellen ent­ wickelte der Künstler sein Inte­ resse am dreidimensionalen Ge­ stalten. Speziell gewachsene Hölzer, vorgeformt von der Natur, mit Fehlern und Missbildun­ gen, sind die Rohlinge seiner Skulpturen. Holzweg. Toni Gstöhl – 40 Jahre Kohlezeichnungen und Skulpturen: Bis Samstag, 17. Januar 2015, Alter Pfarrhof Balzers. balzers.li

Das Schöpferische tanzen Alberto Giacometti gehört zu den berühmtesten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Seine Skulptu­ ren haben den niederländischen Choreografen Ryan Djojokarso inspiriert: Der Gewinner des Berner Tanzpreises 2014 insze­ niert für Konzert & Theater Bern ein Tanzstück unter dem Titel «Giacometti». Die Hommage an den Bündner Bildhauer umkreist den Begriff des Schöpferischen. An einzelnen Terminen bietet das Kunstmuseum Bern zudem Werkbetrachtungen vor der Vor­ stellung an. Giacometti: Dienstag, 13. Januar bis Sonntag, 1. März, 19.30 Uhr, Vidmar 1, Liebefeld. konzerttheaterbern.ch

Junge Fotografie Innerhalb des Museumskalen­ ders ist die Plat(t)form einer der wichtigsten Anlässe, beson­ ders für junge Fotografinnen und Fotografen. Ihnen wird nicht nur die Möglichkeit geboten, ihre Werke einem breiten Publi­ kum zu präsentieren, sondern auch sich den kritischen Augen eines ausgesuchten Experten­ gremiums zu stellen. Dieses er­ öffnet die Veranstaltung mit Vorträgen, um dann das Ram­ penlicht den Jungen zu über­ lassen. Plat(t)form 2015: Freitag, 23. bis Sonntag, 25. Januar, Fotomuseum Winterthur. fotomuseum.ch

KULTURSPLITTER

Geniale Angstzustände Da sitzt einer im Dunkeln am Tisch mit einer Stirnlampe – da­ mit er nichts von dem sehen muss, was er nicht sehen will. Auf­ grund eigener Erfahrungen hat der Schauspieler Patric Gehrig, Luzerner Kulturkopf 2014, ein un­ heimliches und unheimlich gutes Kammerspiel zum Thema Panikattacken konzipiert. Alle Aufführungen waren ausverkauft, darum wird das Stück 2015 wieder aufgenommen. Speziell: Es spielt in der Künstlerwohnung im Südpol. Zell:Stoff: Draussen die Stadt: Mittwoch, 14. bis Samstag, 17. Januar, 20 Uhr, Südpol Luzern. sudpol.ch

Mit Saiten zusammen bilden diese unabhängigen Kulturmagazine die Werbe­ plattform «Kulturpool» und erreichen gemeinsam eine Auflage von über 200’000 Exemplaren. kulturpool.biz


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Theater St.Gallen. KIK­Festival Kreuzlingen. Kulturkreis Gossau. Live im 1733 St.Gallen. Grabenhalle St.Gallen Suisse Diagonales Jazz im Palace St.Gallen. Wildwechsel Tanz St.Gallen. Palace St.Gallen. Kultur am Gleis St.Gallen. Salzhaus Winterthur. Kellerbühne St.Gallen. Museum im Lagerhaus St.Gallen. Musiktheater Will. Kinok St.Gallen. Figurentheater St.Gallen. Schloss Wartegg Rorschacherberg. Kunst Halle St.Gallen. Diogenes Theater Altstätten. Löwen Arena Sommeri. Zeughaus Teufen. Nordklang Festival St.Gallen.

Do 01. KONZERT

Oldies aus Appenzell. Hof Weissbad, 14 Uhr Neujahrskonzert 2. Aufführung. Richi Küttel und die Meedle. Evang. Kirche Gais, 15 und 17 Uhr Neujahrskonzert. Brass Band Winterthur. Theater Winterthur, 16 Uhr Midlife Jazzband & Toggenburger Orchester. Radetzky in Jazz – Neujahrskjonzerte im Wiener Stil. Freudegghalle Lichtensteig, 17 Uhr Neujahrskonzert. Hanneli­Musig und Wolfgang Sieber, Orgel. Pfarrkirche Oberegg, 17 Uhr Neujahrskonzert. Ostschweizer Brass Ensemble. Kirche St.Nikolaus Frauenfeld, 17 Uhr Neujahrskonzert. Überra­ schungsprogramm der Strauss­ Dynastie. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr Towards Silence. Paul Giger & Marie­Louise Dähler. Alte Kirche Romanshorn, 17 Uhr Neujahrsblasen. Musikgesell­ schaft Brass Band Wilen. Kirchen­ und Gemeindezentrum Wilen b. Wil, 18 Uhr Neujahrs Kater-Jam. Handmade tunes for a new year. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr

FILM

Winter Sleep. Goldene Palme 2014: Nuri Bilge Ceylons bildgewaltiges Epos. Kinok St.Gallen, 13 Uhr

Charlie Wilson’s War. Schillernde Politsatire mit exzellenten Darstellern. Kinok St.Gallen, 16:45 Uhr The Homesman. Starkes Westerndrama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr What We Do in the Shadows. Schwarzhumorig­schräge Homestory über eine Vampir­ WG. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

KINDER

Der kleine Lord. Familienstück nach Frances Hodgson Burnetts. Theater St.Gallen, 14 Uhr Ronja Räubertochter. Musikalisches Theater. Stadtsaal Wil, 14 Uhr Der kleine Drache Kokosnuss. Regie: Nina Wels. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

Fr 02. KONZERT

Midlife Jazzband & Toggenburger Orchester. Radetzky in Jazz – Neujahrs­ konzerte im Wiener Stil. Freudegghalle Lichtensteig, 17 Uhr Alt Wiener Strauss Ensemble. Neujahrskonzert. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr Baro Drom Orkestar. Der Süden Italiens meets Balkan. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Café Deseado. Unterwegs von 47 1/2 ° N nach 47 1/2 ° S. Perronnord St.Gallen, 20 Uhr High Life. Jazz/Funk­ und Fusionband. K9 Konstanz, 20 Uhr Rex Quintett. Von Oberkrain bis Pop. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Stickerei Jazz Trio. Feat. Coraline Richard. Einstein St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Dä Labrador im Dub-Labor. Dub’n’Dance. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Trigger. D’n’B mit Support. TapTab Schaffhausen, 20:30 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Tanznacht40. Die Disco für alle ab 40 Jahren. Zukunftsfabrik Münchwilen, 21 Uhr

FILM

A Most Wanted Man. Regie: Anton Corbijn. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Ulrich Seidl und die bösen Buben. Was man immer wissen wollte: Wie arbeitet Ulrich Seidl? Kinok St.Gallen, 16 Uhr Im Keller. Der neue Film von Ulrich Seidl («Paradies»­Trilogie). Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Memories on Stone. Eine kurdi­ sche Filmcrew arbeitet den kurdischen Genozid auf. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Mommy. Xavier Dolans neues Werk: «intensivster Film des Jahres». Kinok St.Gallen, 21:15 Uhr

BÜHNE

Maske in Blau. Grosse Operette in sechs Bildern von Fred Raymond. Theater Winterthur, 14:30 Uhr

01.– 04.01.

Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Duo Calva: Cellolite – Zwei Celli beim Vorspiel. Zwei Celli beim Vorspiel. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Dinner for one. Iiro Rantala feat. Martti Suosalo & Lotta Kuusisto. Chössi­Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr

Sa 03. KONZERT

Konzert zum neuen Jahr. Orgelmusik. Kirche St.Maria Neudorf St.Gallen, 19:15 Uhr Neujahrsjazzfestival 2015: Sax Dot Com. Schwebende, minimalistische, swingende Stücke. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr Umse & Deckah. Support: Raboose & Djey­K. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Guets Noise. KF­Allstars DJ­Team. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Die K9-Disco. Mit DJane Kathrin. K9 Konstanz, 21 Uhr DJ Simon Peacock. Rock’n’Roll, Rockabilly, Rhythm’n’Blues. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr Just can’t get enough. 80er Party. Gare de Lion Wil, 22 Uhr Max Manie & Scheinizzl. Deepvibes. Kugl St.Gallen, 22 Uhr

FILM

Memories on Stone. Eine kurdi­ sche Filmcrew arbeitet den kurdischen Genozid auf. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Electroboy. Der neue Film von Marcel Gisler («Rosie»). Kinok St.Gallen, 16:45 Uhr ThuleTuvalu. Regie: Matthias von Gunten. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr The Homesman. Starkes Westerndrama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Love, Rosie. Verfilmung des Romans von Cecelia Ahern. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr What We Do in the Shadows. Schwarzhumorig­schräge Homestory über eine Vampir­WG. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Artus – Excalibur. Musical. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Maske in Blau. Grosse Operette in sechs Bildern von Fred Raymond. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Duo Calva – 5 Jahre treu: Zwei für Eins. Ein Streichkonzert für zwei Celli. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr

So 04. KONZERT

Neujahrskonzert. Werke von E. Grieg, P.Sarasate, uvm. Gymnasium St.Antonius (Kollegium) Appenzell, 19 Uhr Jam-Point. Mit Basisband. Schlosshof Altikon, 20 Uhr Native City meets Felix Otterbeck Jazz. Jazz. K9 Konstanz, 20 Uhr Neujahrsjazzfestival 2015. Das pünktlich und gut angezogene Trio. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr

FILM

Winter Sleep. Goldene Palme 2014: Nuri Bilge Ceylons bildgewaltiges Epos. Kinok St.Gallen, 10 Uhr Die Pinguine aus Madagascar. Computeranimierter 3D­ Trickfilm. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr The Tale of the Princess Kaguya. Das neue Meisterwerk von Isao Takahata (Ghibli­Studio). Kinok St.Gallen, 15 Uhr Synecdoche, New York. Philip Seymour Hoffman als Theater­ regisseur in der Krise. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr My Old Lady. Regie: Israel Horovitz. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Millions Can Walk. Ein 400 Kilometer langer Protestmarsch in Indien. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Mommy. Xavier Dolans neues Werk: «intensivster Film des Jah­ res». Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr

BÜHNE

Maske in Blau. Grosse Operette in sechs Bildern von Fred Raymond. Theater Winterthur, 17 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr Cie.aha!plus «Loops» und «Bambus». Tanz. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr

VORTRAG

Frühling der Barbaren. Matinée, Einführung ins Stück von Jonas Lüscher. Lokremise St.Gallen, 11 Uhr

KINDER

Der kleine Lord. Familienstück nach Frances Hodgson Burnetts. Theater St.Gallen, 14 Uhr Tiger & Tattoos. Bezaubernder Animationsfilm für Kinder ab 4 Jahren. Kinok St.Gallen, 14 Uhr Familienkonzert Orchesterwerkstatt Appenzell. Mit Sologeigerin Clarigna Küng. Gymnasium St.Antonius (Kollegium) Appen­ zell, 16 Uhr

AUSSTELLUNG

Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 10 Uhr

Saiten 01/2015

Kalender Januar 2015

54


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Sils Maria. Regie: Olivier Assayas. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Istanbul United. Dokumentar­ film über drei Fussballfan­ gruppen. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Norway.today. Stück von Igor Bauersima. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Cie.aha!plus «Loops» und «Bambus». Tanz. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

Oldies­Disco in Flawil Bereits zum 19. Mal organisiert das Greenteam seine jährliche Rock­ und Beat­Disco. Die Hits von damals, konkreter: aus den ersten 30 Jahren der Rockge­ schichte, tönen heute zwar eher schwerreif als frischgrün. Doch gerade wegen seines gesell­ schaftlichen Sprengkraft­ potentials hat der Sound dieser Ära eine grossartige Energie. Angesagt sind Rock, Beat, Funk und Discostampf, durchsetzt mit Blues, Reggae und Soul, kre­ denzt von den DJs RIP FOSSIL und HOT PAENNZ ab in Ehren gehaltenen Vinyl­Scheiben. Samstag, 10. Januar, 20 Uhr, Lindensaal Flawil.

AUSSTELLUNG

Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahre Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr Die Sammlung. Führung. Kunst­ museum Winterthur, 18:30 Uhr

Mi 07. KONZERT

Saiten 01/2015

Milya. Nordische Kammersongs. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Bodan Art Orchestra. Jazzseminar Dornbirn, 20 Uhr Heinz de Specht – 10 Jahre treu: Party. Konzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Klavierabend Patricia Pagny. Von Scarlatti bis Ginastera, alle Facetten des Tanzes. Casino Herisau, 20 Uhr Christoph Irniger Pilgrim. Jazz am Mittwoch. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

50 Jahre Kellerbühne. Nostalgie­ gespräch. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Führung. Histori­ sches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Jukebox. Jewkbox! Ein jüdisches Jahrhundert auf Schellack und Vinyl. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 11:30 Uhr Christian Lippuner – Im Glauben an Freiräume. Finissage. Galerie im Bahnhof St.Gallen, 14 Uhr Hans Arp – Skizzenbücher. Führung. Kunstmuseum Appenzell, 14 Uhr

Mo 05. KONZERT

Neujahrskonzert. Orchester Aka­ demie. Gymnasium St.Antonius (Kollegium) Appenzell, 20 Uhr Neujahrsjazzfestival 2015. CIA – Seven on Six Guitar Ensemble. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr Prader & Knecht (Züri). Hühnerhaut x 2. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Im Keller. Der neue Film von Ulrich Seidl («Paradies»­Trilogie). Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr

What We Do in the Shadows. Schwarzhumorig­schräge Homestory über eine Vampir­WG. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Cie.aha!plus «Loops» und «Bambus». Tanz. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

LITERATUR

Dichtungsring #92. St.Gallens erste Lesebühne. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

Di 06. KONZERT

JazzJam. Jännermusik. Varieté Tivoli St.Gallen, 19:30 Uhr Heinz de Specht – 10 Jahre treu: Party. Konzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

NACHTLEBEN

NACHTLEBEN

Havana Night. Mit DJ Osman el Duque. K9 Konstanz, 21:30 Uhr

FILM

Winter Sleep. Goldene Palme 2014: Nuri Bilge Ceylons bildgewaltiges Epos. Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr Doubt. Philip Seymour Hoffman versus Meryl Streep. Kinok St.Gallen, 18:15 Uhr Im Keller. Der neue Film von Ulrich Seidl («Paradies»­Trilogie). Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Norway.today. Stück von Igor Bauersima. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr

VORTRAG

Disasterbar. JuDini, Slick Pip & Habicht. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

Energieplanung in SG – die nächsten 50 Jahre. Gespräch mit Harry Künzle. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr

FILM

KINDER

Kinomol. Was das Herz begehrt. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Memories on Stone. Eine kurdi­ sche Filmcrew arbeitet den kurdischen Genozid auf. Kinok St.Gallen, 18:15 Uhr Mommy. Xavier Dolans neues Werk: «intensivster Film des Jah­ res». Kinok St.Gallen, 20:15 Uhr

Goldrausch. Zauberlaterne Filmclub. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr Öffentliches Kerzenziehen für Familien. Mit Bienenwachs und farbigem Paraffin. Hongler Kerzenladen Altstätten, 14 Uhr

04.– 09.01.

Herr Eichhorn und der erste Schnee. Eine musikalische Geschichte. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Goldrausch. Zauberlaterne Filmclub. Alte Kaserne Winterthur, 16 Uhr Mitmach Theater. Workshop für Kinder. Eisenwerk Frauenfeld, 16 Uhr

AUSSTELLUNG

Faszination Archäologie. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr Drapaud (érection du). Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 08. KONZERT

Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Bodan Art Orchestra. Aula Gringel Appenzell, 20 Uhr Heinz de Specht – 10 Jahre treu: Party. Konzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Nathalie Maerten & Claude Diallo. Jazz querbeet von Ray Charles bis zu Herbie Hancock. Café Bar Blumenmarkt St.Gallen, 20 Uhr Waidele’s Conversation. Symbio­ se aus Jazz, Soul, Pop und Songs. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr

NACHTLEBEN

DJ Fliegerova. The Eclectic Soundsystem of Flying K. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Schabanack. Kein Streich zuviel Kugl St.Gallen, 22 Uhr

FILM

Ulrich Seidl und die bösen Buben. Was man immer wissen wollte: Wie arbeitet Ulrich Seidl? Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Electroboy. Der neue Film von Marcel Gisler («Rosie»). Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Fantastic Mr. Fox. «Filmkarus­ sell»: Füchse, animiert. TapTab Schaffhausen, 20 Uhr What We Do in the Shadows. Schwarzhumorig­schräge Homestory über eine Vampir­ WG. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Oh, wie schön ist Panama. Nach dem Kinderbuch von Janosch. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 09:30 und 11 Uhr Der Zauberer von Oz. Nach dem Roman von Frank Baum. Stadttheater Konstanz, 19 Uhr Norway.today. Stück von Igor Bauersima. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Blockbuster Theater. Szenische Arbeit zum Film «Terminator». Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr TheaterMobil/Armin Weber in: Du bist meine Mutter. Ein Stück über das Vergessen, über Toleranz. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr

KINDER

Albanische Erzählstunde. Erzählt von Teuta Jashari. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr

DIVERSES

PlayIT: Analog. Bring your own boardgame. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Anthroposphere. Lesung von Martin Felder. Nextex St.Gallen, 19 Uhr Fatima Dittli – Farbe lebt. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr

Fr 09. KONZERT

Mozart – Vater und Sohn. 5. Tonhallekonzert. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Claude Diallo. Jazz is my life – Solo Piano. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Djinbala. Gipsy World Swing. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Glauser Quintett: Schluep. Literarisches Konzert und eine Erzählung. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Heinz de Specht – 10 Jahre treu: Party. Konzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Niderist & Söhne. Stilvolle und tiefgründige Mundartsongs. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 20 Uhr Singin’ Breeze. Jazzimprovisa­ tionen. Krug – Die Quartierbeiz St.Gallen, 20 Uhr Small Town Kids. Fetziger New Orleans Jazz, Boogie Woogie, uvm. Dixie­ und Jazz­Club Sargans, 20 Uhr Blue Monday Blues Band. West­ coast Jump Blues aus Österreich. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr Bodan Art Orchestra plays the music of Trudi Strebi. Till I End My Song. K9 Konstanz, 20:30 Uhr Jürgen Waidele & Friends. Feat. wonderful Elysa Key. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr Death by Chocolate. Rock, Indie. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr Rummelsnuff (Berlin). Derbe Strommusik. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Tanznacht 40. Die Disco für alle ab 40 Jahren. Eighty­Four Club Winterthur, 21 Uhr Ü40. Die Tanznacht für uns. Gare de Lion Wil, 21 Uhr Pink Skihasen Party. Mit DJ Ricardo Ruhga und der Pink Club Crew. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

FILM

Memories on Stone. Eine kurdi­ sche Filmcrew arbeitet den kurdischen Genozid auf. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Fish and Cat. Ein filmisches Meisterstück zwischen Alltag und Albtraum. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Cesars Grill. Regie: Darío Aguirre. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr


A Most Wanted Man. Regie: Anton Corbijn. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr The Homesman. Starkes Westerndrama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Das Schweizer Winterfestival. Nordische Tänze und Bal Folk. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr Frühling der Barbaren. Schauspiel nach Jonas Lüscher. Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Theatersport. Wettkampf und Improtheater. Theater Schau­ werk Schaffhausen, 19:45 Uhr Amerika. Stück nach Franz Kafka. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Oropax. Chaos Royal. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr The Good, the Bad & the Ugly. Szenische Arbeit zum Thema «Amerika». Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Huber & teuwissen «stecken bleiben». Poetische Maschine des Ausnahmezustands. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr

VORTRAG Saiten 01/2015

This is Africa. Multimedia­ vortrag. Veloplus AG St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Englisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

Sa 10. KONZERT

Big Ship. Christoph Stiefel Inner Language Trio. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Bodan Art Orchestra. Haberhaus Schaffhausen, 20 Uhr Duo Lottchen. 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr Flo & Mena. Pop­Rock. Viertel Bar Trogen, 20 Uhr Heinz de Specht – 10 Jahre treu: Party. Konzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Schertenlaib & Jegerlehner: Schwäfu. Grandiose Musik, hintergründiger Humor. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Guten Morgen im neuen Jahr. Mit Crystal Fighters & Mannequine. Salzhaus Winterthur, 23 Uhr

NACHTLEBEN

Electronic Music Review. Jungle & Drum’n’Bass. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Oldies Disco. Let’s fetz together. Lindensaal Flawil, 20 Uhr Die K9-Disco. Mit DJ Bernd. K9 Konstanz, 21 Uhr Back to the future. Electro­/ Deephouse – Party. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Hanne & Lore. Techhouse. Kugl St.Gallen, 22 Uhr Utah Jazz (UK) & BCee (UK). Drum’n’Bass. TapTab Schaffhausen, 23 Uhr

FILM

Ulrich Seidl und die bösen Buben. Was man immer wissen wollte: Wie arbeitet Ulrich Seidl? Kinok St.Gallen, 16 Uhr Freifall – Eine Liebesgeschichte. Film von Mirjam von Arx. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Im Keller. Der neue Film von Ulrich Seidl («Paradies»­Trilogie). Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr What We Do in the Shadows. Schwarzhumorig­schräge Homestory über eine Vampir­WG. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Mein Weg zu dir. TV­Heimatfilm von Olaf Kreinsen. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Mommy. Xavier Dolans neues Werk: «intensivster Film des Jahres». Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Das Schweizer Winterfestival. Nordische Tänze und Bal Folk. Alte Kaserne Winterthur, 11 Uhr Kreativkompanie Xthesis: Emillio & Ellie. Musikalisches Tanztheater. Theater am Saumarkt Feldkirch, 15 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr Wiener Blut. Operette von Johann Strauss. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Theatersport. Wettkampf und Improtheater. Theater Schauwerk Schaffhausen, 19:45 Uhr Amerika. Stück nach Franz Kafka. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Der Kontrabass. Stück von Patrik Süsskind. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Oropax. Chaos Royal. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr Huber & teuwissen «stecken bleiben». Poetische Maschine des Ausnahmezustands. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Marjolaine Minot. Eine furchtbar komische tragische Komödie. Chössi­Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Strohmann und Kauz. Land­ froue­Hydrant – Theaterkabarett. Asselkeller Schönengrund, 20:15 Uhr Vulpius. Gastspiel. Lokremise St.Gallen, 21 Uhr

KINDER

Italienische Erzählstunde. Erzählt von Rossella Ill und Gabriella Macri Mitruccio. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 10:15 Uhr Herr Eichhorn und der erste Schnee. Eine musikalische Geschichte. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Kasper und der verhexte Drache. Konstanzer Puppenbühne. K9 Konstanz, 15 und 16:15 Uhr

57 AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr

So 11. KONZERT

Bodan Art Orchestra. Plays the music of Trudi Strebi. Grabenhalle St.Gallen, 17 Uhr Mozart – Vater und Sohn. 5. Tonhallekonzert. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr Festkonzert zum Ende der Weihnachtszeit. Weihnachts­ kantaten des Barock. Kath. Kirche Amriswil, 17:15 Uhr

NACHTLEBEN

Swing und Kuchen. Mit den Sitterbugs. Kaffeehaus St.Gallen, 14 Uhr

FILM

The Tale of the Princess Kaguya. Das neue Meisterwerk von Isao Takahata (Ghibli­Studio). Kinok St.Gallen, 11 Uhr The Homesman. Starkes Western­ drama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 13:30 Uhr Charlie Wilson’s War. Schillernde Politsatire mit exzellenten Darstellern. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Marie Heurtin. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Femen. Die Geschichte der Femen­Bewegung. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Fish and Cat. Ein filmisches Meisterstück zwischen Alltag und Albtraum. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr

BÜHNE

Der Zauberer von Oz. Nach dem Roman von Frank Baum. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr Oh, wie schön ist Panama. Nach dem Kinderbuch von Janosch. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Herr Dachs macht ein Fest. Hei­ teres Theaterstück über schlechte Laune. Fabriggli Buchs, 16 Uhr Frühling der Barbaren. Schauspiel nach Jonas Lüscher. Lokremise St.Gallen, 17 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr Wiener Blut. Operette von Johann Strauss. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr My lovely Mr. Singing Club – eine superknorke Musikaction. Von und mit Natalie Hünig und Laura Lippmann. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr TmbH – die Show. Improtheater. K9 Konstanz, 20 Uhr

KINDER

Familienführung. Führung zur Kloster­ und Stadtgeschichte St.Gallens. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr

09.–14.01.

Herr Eichhorn und der erste Schnee. Eine musikalische Geschichte. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Bibi & Tina – Vollverhext. Deutscher Spielfilm des Regisseurs Detlev Buck. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Tiger & Tattoos. Bezaubernder Animationsfilm für Kinder ab 4 Jahren. Kinok St.Gallen, 16 Uhr

AUSSTELLUNG

Die Sammlung. Führung. Kunst­ museum Winterthur, 11:30 Uhr Claudia Desgranges – Update. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Führung. Kunsthalle St.Gallen, 15 Uhr

Mo 12. KONZERT

Quince (SH). Eigenwillig & zart. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Le Dernier Métro. Cineclub: François Truffaut. Grabenhalle St.Gallen, 18 und 20:30 Uhr Mommy. Xavier Dolans neues Werk: «intensivster Film des Jahres». Kinok St.Gallen, 18 Uhr What We Do in the Shadows. Schwarzhumorig­schräge Homestory über eine Vampir­ WG. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Erfolgreiche Vereinsarbeit. Einführung ins Thema. Katharinensaal St.Gallen, 19 Uhr

Di 13. KONZERT

Molly Filmore. Liederabend. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Geschichten & Didgeridoo. Ein abwechslungsreicher Abend mit Kurzgeschichten. Evang. Kapelle Widnau, 20 Uhr

NACHTLEBEN

Disasterbar. Wir fallen alle ins (Januar­)Loch. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Volver – Zurückkehren. Geschichte dreier Generationen von Almodovar. Pro Senectute St.Gallen, 14 Uhr The Tale of the Princess Kaguya. Das neue Meisterwerk von Isao Takahata (Ghibli­Studio). Kinok St.Gallen, 18 Uhr Honig im Topf. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Everyday Rebellion. Hommage an die Kraft von zivilem Ungehorsam. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr Fish and Cat. Ein filmisches Meisterstück zwischen Alltag und Albtraum. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Theater Jam. Für improvisations­ hungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr West Side Story. Musical von Leonard Bernstein. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Liliom. Vorstadtlegende in sieben Bildern. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Die Sammlung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Anthroposphere. Gespräch zur Anthropospäre. Nextex St.Gallen, 19 Uhr

Mi 14. KONZERT

Und s’Meiteli singt – die Schweiz im Lied. Sybille Diethelm, Edward Rushton; Gesang, Klavier. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Zwei auf einer Bank. Eine musikalische Begegnung. Stadt­ theater Schaffhausen, 19:30 Uhr

NACHTLEBEN

Milonga. Tangoabend. Oya St.Gallen, 19 Uhr Havana Night. Mit DJ Osman el Duque. K9 Konstanz, 21:30 Uhr

FILM

The Homesman. Starkes Western­ drama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr Electroboy. Der neue Film von Marcel Gisler («Rosie»). Kinok St.Gallen, 16:30 Uhr Im Keller. Der neue Film von Ulrich Seidl («Paradies»­Trilo­ gie). Kinok St.Gallen, 18:45 Uhr Cinéclub. Death of a Superhero. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Synecdoche, New York. Philip Seymour Hoffman als Theaterregisseur in der Krise. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr West Side Story. Musical von Leonard Bernstein. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Liliom. Vorstadtlegende in sieben Bildern. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr

LITERATUR

Karen Köhler. Lesung. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Kurven und Trends – Wie genau sind Klimamodelle? Referent: Prof. Reto Knutti, ETH Zürich. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr

KINDER

Irmgard Kramer präsentiert: Sunny Valentine. Der neue Kinderroman der Vorarlberger Autorin. Theater am Saumarkt Feldkirch, 10 Uhr


Fr 16. KONZERT

Filme und Sounds aus dem Norient

Marjolaine Minot im Chössi Theater

Das Berner Norient Musikfilm Festival besucht das St.Galler Palace. Der Freitag steht im Zei­ chen der Musikszene Kairos. In Anwesenheit des Regisseurs wird der Film «City of Sounds» zum ersten Mal in der Schweiz gezeigt. Danach spielen Islam Chipsy aus Kairo virtuosen Keyboard­Sound mit zwei Schlag­ zeugern. Das Samstagprogramm widmet sich der Game­Musik mit Filmen wie «Europe in 8­bits». Davor macht das Berliner Kollektiv Transforma den Auf­ takt mit einer audiovisuellen Per­ formance. Freitag 16. und Samstag 17. Januar, 20:30 Uhr, Palace St. Gallen. palace.sg

14 Rue de Moulin, eine Sack­ gasse. Ein verlassenes Gärtchen, ein altes, heruntergekomme­ nes Vorstadthäuschen. Hier wohnt Claudine in freiwilliger Zurück­ gezogenheit, mitten in einem staubigen Chaos. Sie liebt das Glück nicht. In ihrem neuen Stück «Mir stinkt das Glück» zeichnet Marjolaine Minot die liebenswer­ te Figur der barschen Claudine mit unzähligen Feinheiten und Facetten, sodass die verborgenen Stunden im Leben dieser alten Frau plötzlich voller Überra­ schungen und Freuden erstrahlen. Samstag, 17. Januar, 20.15 Uhr, Chössi Theater Lichtensteig. choessi.ch

Märchen im Museum. Aoki und Hana – Geschichten aus dem modernen Japan. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Öffentliches Kerzenziehen für Familien. Mit Bienenwachs und farbigem Paraffin. Hongler Kerzenladen Altstätten, 14 Uhr Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Monika Enderli. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Atelier Kinder­Kunst. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 14:30 Uhr Mutig sein! Mit Schauspiel, Handpuppen und Figuren aus Papier. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Die Sammlung. Spezialführung: Zürich – Mailand retour. Kunst­ museum Winterthur, 12:15 Uhr St Mandrin, poète et philosophe. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 15. KONZERT

Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Claude Diallo. Leidenschaftlich Jazz. Café Bar Blumenmarkt St.Gallen, 20 Uhr

Attila Vural. Zürcher Solo­ Gitarrist. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Octaves (USA), Caravels (USA). Dark. Weird. Funny: Hardcore, Screamo, Post HC. TapTab Schaffhausen, 20:30 Uhr Phil Campbells (Motörhead) All Starr Band. Hardrock/Heavy­ Metal­Konzert. Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr Ein kleines Konzert # 58. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Badewanne. Goldoni – Deep Dub Disco. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Danioth – Der Teufelsmaler. Starkes Porträt des Teufels­ malers der Schöllenenschlucht. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Black Coal, Thin Ice. Berlinale­ gewinner 2014: Ein packender Thriller aus China. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Alle sieben Wellen. Nach dem Roman von Daniel Glattauer. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Die tote Stadt. Oper von Erich Wolfgang Korngold. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

Liliom. Vorstadtlegende in sieben Bildern. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Der Blues. Abend mit Musik und Geschichten. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Peter Spielbauer – 15 Jahre treu: Yübilàum. Philosokomik. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Theater Kumpane. Vom Einsetzen und Absetzen. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Schau Spiel Raum präsentiert: Ablaufdatum – Geschichte eines Clowns. Ein Stück zum Thema Euthanasie. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr Share this moment 5. Laboratorium für zeitgenössi­ schen Tanz. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Krimiwinter. Wolfgang Burger liest aus: «Tödliche Geliebte». K9 Konstanz, 19:30 Uhr

VORTRAG

Vortrag über Depression. Von Frank Hegemann. evangelisches Kirchgemeindehaus Bürglen, 19 Uhr

14.–17.01.

Fett. Rock, Pop und Jazz aus D/AT. Schlosshof Altikon, 18:30 Uhr Dein Konzert. Konzert in Koope­ ration mit dem JuZe Konstanz. Spiegelhalle Konstanz, 19:30 Uhr Dan Popek. Yamaha Förderpreis­ Gewinner. Dixie­ und Jazz­Club Sargans, 20 Uhr Olaf Bussi. Glücklich wie ein Klaus. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Ravenking. Blues vom Feinsten. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Sambuco. Bossanova, Samba. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Trio Hellmüller Risso Zanoli mit norsten. Drei Klangmagier. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr Twisted Turns #2. Hip­Hop/ Funk. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Norient Musikfilm Festival. City of Sounds, Schweiz­Premiere. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr Konstanzer Rocknacht. Mit den Hepburns und Lieber Anders. K9 Konstanz, 21 Uhr Tanznacht40. Partytunes & Disco für alle ab 40 Jahren. Tanz­Zentrum St.Gallen, 21 Uhr Shrubber’s. Live: Mambo Kurt (D). Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Dance Free. Alkoholfreier Tanzraum, ohne Strassenschuhe. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Elektronisches Schaffhausen. Techno, Electro, Broken Beats. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Kanti Party Romanshorn. Hiphop bis Electro. Kugl St.Gallen, 22 Uhr Mukkenbude. Mit Herr Vogel, Pa­Tee, uvm. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

FILM

Durak. Packendes Gesellschafts­ bild aus dem heutigen Russland. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Winter Sleep. Goldene Palme 2014: Nuri Bilge Ceylons bildgewaltiges Epos. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Magic in the Moonlight. Film von Woody Allen. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

Frühling der Barbaren. Schauspiel nach Jonas Lüscher. Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Liliom. Vorstadtlegende in sieben Bildern. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr West Side Story. Musical von Leonard Bernstein. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Jenseits von Gut und Böse. Humorvoller und abgründiger Abend. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Mydriasis: Mutter Hausfrau Vater Arzt. Rasante Theater­ unterhaltung. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Richard III – Revolution Baby. Nach Shakespeare. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

Die Freischwimmer vs. Roseway. Theatersport. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Gunkl. So Sachen – ein Stapel Anmerkungen. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr Lapsus «klaut». Urkomisch, raffiniert, verspielt und fadegrad. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr

LITERATUR

Grandmaster Poetry Slam. Special Guest: Tilman Claas. Kula Konstanz, 20 Uhr

VORTRAG

Farben Südamerikas. Erlebnisse und Begegnungen. Veloplus AG St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Kunstnacht(floh)markt. Nur Originale. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr

AUSSTELLUNG

Nikolaus Walter – Begegnungen. Vorarlberg Museum Bregenz, 17 Uhr

Sa 17. KONZERT

Pasta & Music. Mit Earl & the Woodmen. Restaurant Erlenholz Wittenbach, 18:30 Uhr Silla. Hip Hop, Rap. Gare de Lion Wil, 19 Uhr Hitziger Appenzeller Chor. Ratzliedli und Rugguseli mit Rap, Chansons. Hotel Krone Gais, 20 Uhr Jugendkulturpreis: Finale Hip-Hop Live. Freshe Beats aus Frauenfeld. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr A-Capella Konzert. Mit dem Engel­Chörli. Linde Heiden, 20:15 Uhr Kolsimcha. Contemporary Klezmer. Chössi­Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Norient Musikfilm Festival. Transforma & Yro – Bsynthome Live­Performace. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr The Peacocks. Rockabilly, Punk und Rock. Support: NofNog. Fabriggli Buchs, 20:30 Uhr Artas (A), Migre Le Tigre (BE), Bronco (SH). Thrash Metal, Acoustic Punk, Heavy Fuzz Stuff. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr Baba Shrimps. Kernige Folksongs treffen auf prägnante Synthesizer. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr The Fools. Mit Support. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Heute Tanz. Cosmic, Acid & Techno. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Die K9-Disco. Mit DJ Gaby. K9 Konstanz, 21 Uhr Klangkünstler. Deephouse, Techno. Kugl St.Gallen, 22 Uhr

FILM

Danioth – Der Teufelsmaler. Starkes Porträt des Teufels­ malers der Schöllenenschlucht. Kinok St.Gallen, 14 Uhr

Saiten 01/2015

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Üble Sache, Maloney Wer kenn sie nicht, die Hör­ spielkrimis um Philip Maloney auf SRF3 am Sonntagvor­ mittag? Philip Maloney ist Kult, und wenn er am Tatort ankommt und vom Kommissar mit den Worten «Üble Sache, Maloney» begrüsst wird, weiss der Hörer, dass der Fall wieder eine ausser­ gewöhnliche Wendung ge­ nommen hat. Michael Schacht und Jodoc Seidel, die Original­ stimmen von Maloney und dem Kommissar, werden auf ihrer Jubiläumstour zwei der Kult­ krimis mitsamt den dazugehöri­ gen Figuren nicht nur lesen, sondern ihnen Leben einhauchen. Samstag, 17. Januar, 20:15 Uhr, Altes Kino Mels. alteskino.ch

Blaubart kauft Gift

Das Schöttl fliegt wieder! Töbi Tobler, der Virtuose am Hackbrett, und Ficht Tanner am Kontrabass waren bis 1998 rund 20 Jahre lang ein Duo. Die beiden Musiker hatten sich mit ihrem «Appenzeller Space Schöttl» einen Namen gemacht und in den 80er­ und 90er­Jahren die Musikszene einzigartig mitgestal­ tet. Sie kombinierten traditio­ nelle Appenzeller Volksmusik mit freien Improvisationen. Nach der gemeinsamen «Schöttlzeit» verfolgte jeder seinen eigenen Weg. Neuerdings treten sie wieder zusammen auf – aus lauter Freude an der Musik. Samstag, 17. Januar, 20:30 Uhr, Löwenarena Sommeri. loewenarena.ch

Die Märchen­Figur des Gattinnen mordenden Blaubart aus dem 17. Jahrhundert dient Tschechov als Vorlage für seinen Raoul Blaubart, der als «Gutmensch» seine Frauen umbringt. Nicht aus Bosheit, sondern aus Not­ wendigkeit. Die übergrosse Liebe einer Gattin zur Musik, die lästigen schriftstellerischen Am­ bitionen einer anderen, oder die Aufdringlichkeit einer Schwie­ germutter – alle lassen Blaubarts Hand zur Giftflasche wandern. Der musikalisch­skurille 7­Akter wird gespielt von Annette Wunsch, Alexandre Pelichet und Polina Lubchanskaya am Klavier. Sonntag, 18. Januar, 17 Uhr, Schloss Wartegg, Rorschacherberg. warteggkultur.ch

Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr Der Zauberer von Oz. Nach dem Roman von Frank Baum. Stadttheater Konstanz, 19 Uhr Frank Astor. Meine Frau, ihr Finanzberater und Ich. K9 Konstanz, 20 Uhr My lovely Mr. Singing Club – eine superknorke Musikaction. Von und mit Natalie Hünig und Laura Lippmann. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr

LITERATUR

Gerhard Meier – Das dunkle Fest des Lebens. Aus dem Kosmos dieses stillen Schriftstellers. Bibliothek Herisau, 11 Uhr

VORTRAG

NGW – Wissenschaft um 11. Fliegen mit Licht. Alte Kaserne Winterthur, 11 Uhr

KINDER

Mutig sein! Mit Schauspiel, Handpuppen und Figuren aus Papier. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Tiger & Tattoos. Bezaubernder Animationsfilm für Kinder ab 4 Jahren. Kinok St.Gallen, 14:45 Uhr Bruno aus Bovolino. Mit Jörg Bohn. Chössi­Theater Lichtensteig, 17 Uhr

DIVERSES

Tango Wochenende. Mit Dinah Ehrsam, Alejandra Lindman und Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 13 Uhr Ulrich Seidl und die bösen Buben. Was man immer wissen wollte: Wie arbeitet Ulrich Seidl? Kinok St.Gallen, 15:45 Uhr Durak. Packendes Gesellschafts­ bild aus dem heutigen Russland. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Timbuktu. Deutsches Filmdrama von Abderrahmane Sissako. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr My Old Lady. Regie: Israel Horovitz. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Black Coal, Thin Ice. Berlinale­ gewinner 2014: Ein packender Thriller aus China. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Peter Spielbauer – 15 Jahre treu: Yübilàum. Philosokomik. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Mir stinkt das Glück. Stück von Marjolaine Minot. Chlössi­ theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Lapsus «klaut». Urkomisch, raffiniert, verspielt und fadegrad. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Wir tun ja nicht das Liedgut pflegen. Kollegium Kalksburg. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr Üble Sache, Maloney. Jubiläums­ tour mit Originalstimmen. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr

BÜHNE

VORTRAG

Artus – Excalibur. Musical. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr West Side Story. Musical von Leonard Bernstein. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Amerika. Stück nach Franz Kafka. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Casanova auf Schloss Dux. Stück von Karl Gassauer. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Jenseits von Gut und Böse. Humorvoller und abgründiger Abend. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr

Ich und das Gemeinwohl. Workshops mit Vertiefungen zu aktuellen Themen. Katharinen St.Gallen, 09:30 Uhr

KINDER

Buchstart. Reim und Spiel mit Marianne Wäspe. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 09:30 und 10:30 Uhr Arabische Erzählstunde. Erzählt von Selma Mechergui. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 13 Uhr Kinderclub. Theaterworkshop. Historisches und Völkerkunde­ museum St.Gallen, 14 Uhr

Piggeldy & Frederick. Theater Gustavs Schwestern. Eisenwerk Frauenfeld, 15 Uhr

DIVERSES

Ich und das Gemeinwohl. Ein Workshop zum Jahresbeginn. Katharinen St.Gallen, 09:30 Uhr Tango Wochenende. Mit Dinah Ehrsam, Alejandra Lindman und Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 13 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr

So 18. KONZERT

Jugendorchester il mosaico und Solisten. Bach goes Brazil. Kloster Fischingen, 16 Uhr Ensemble TaG. Gegenüberstel­ lung von Günter Grass und Hölderlin. Theater am Gleis Winterthur, 17 Uhr Gospelchor Wittenbach. Gospel. Evang. Kirche Bruggen St.Gallen, 17 Uhr Trio Arsis. Wiener Klassik. Evang. Kirche Urnäsch, 18:30 Uhr

FILM

Danioth – Der Teufelsmaler. Starkes Porträt des Teufelsmalers der Schöllenenschlucht. Kinok St.Gallen, 10:30 Uhr

17.–19.01.

The Homesman. Starkes Wes­ terndrama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 12:15 Uhr Die Pinguine aus Madagascar. Computeranimierter 3D­Trick­ film. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 16 Uhr A Late Quartet. Ein berühmtes New Yorker Streichquartett steht vor dem Aus. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Sils Maria. Regie: Olivier Assayas. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Welcome to hell. Reitschule Bern: die Bewegung bleibt in Bewegung. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Memories on Stone. Eine kurdische Filmcrew arbeitet den kurdischen Genozid auf. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Frühling der Barbaren. Schau­ spiel nach Jonas Lüscher. Lokremise St.Gallen, 14:30 und 19:30 Uhr Die Reise einer Wolke. Von Roberto Frabetti. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 16 Uhr Blaubart kauft Gift. 7­Akter. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 Uhr

AUSSTELLUNG

Im Zeitalter der Menschen. Führung mit Toni Bürgin. Natur­ museum St.Gallen, 10:15 Uhr Alicja Kwade – Warten auf Gegenwart. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 11 Uhr Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Ouvert: vom Wolf in der Säule. Finissage. Forum Vebikus (Kulturzentrum Kammgarn) Schaffhausen, 12 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Kunst­Kaffee­ Kuchen mit Hermann Rorschach. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 15 Uhr

Mo 19. KONZERT

Tilia (CH). Erfolgreich träumen. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 18:15 Uhr Fish and Cat. Ein filmisches Meisterstück zwischen Alltag und Albtraum. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

Saiten 01/2015

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AUSSTELLUNG

Alicja Kwade – Warten auf Gegenwart. Künstlergespräch. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr St Weidman, patriarche. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Lorenz Langenegger liest

Saiten 01/2015

In seinem neuen Roman «Bei 30 Grad im Schatten» erzählt Lorenz Langenegger von Jakob Walter, der seit Jahren aus seinem Alltag zu entkommen versucht. Nun hat ihn seine Frau verlassen. Damit er nicht alleine zurück­ bleibt, geht Walter endlich auch. Er glaubt, sein Leben hinter sich zu lassen, und kommt bis ans Ende der Welt. Aber was sucht er? Irgendwann strandet er in Griechenland. Dort weiss man erst recht nicht, ob man jetzt am Ende angekommen ist oder wieder am Anfang steht. Dienstag, 20. Januar, 19.30 Uhr, Hauptpost St.Gallen. gdsl.ch

Suisse Diagonales Jazz: Jazz aus der Jetztzeit

Wildwechsel: Tanzstück in Pelz

Zwei Festivaltage ganz im Zei­ chen der jungen und vielverspre­ chend vitalen Schweizer Jazz­ szene. Die Musiker der Bands kommen aus allen Ecken der Schweiz, haben Jahrgang 1985 und jünger und sind vorwiegend mit Indie, Electronica, Rock, HipHop aufgewachsen. Diese Ge­ neration katapultiert den Be­ griff Jazz in neue Sphären. Er be­ zeichnet den offenen Umgang mit dem musikalischen Back­ ground und das Vertrauen auf die Magie des Moments. Präsen­ tiert werden die Konzerte von Suisse Diagonales Jazz, Gambrinus und Palace. Donnerstag, 22. Januar, 20 Uhr und Freitag, 23. Januar, 21 Uhr, Palace St.Gallen. gambrinus.ch, palace.sg

Zwischen Flöhen und eleganten Pelzträgerinnen, wildem Treiben und dunkler Ruhe – elf Akteurin­ nen und 5 MusikerInnen wech­ seln die Haut, das Klima und die Spielfläche. Die eigenwillige Bühnenproduktion «Wildwech­ sel» der Choreografin Gisa Frank bringt Stimmungsbilder auf die Bühne, die die Grenzen zwischen Kitsch und Besinnlichkeit ver­ mischen, die von tierischem wie menschlichem Gebaren erzäh­ len und an Rituale erinnern. Büh­ nenaktion, Livemusik und Film als Bühnenbild legen dabei ihre ganz eigenen Spuren. Donnerstag, 22., Freitag, 23., Samstag, 24. Januar, 20 Uhr, Lokremise St.Gallen. frank­tanz.ch, lokremise.ch

Do 22. KONZERT

3. Meisterzyklus-Konzert. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Claude Diallo & Marc Jenny. Swingender, lässiger Jazz. Café Bar Blumenmarkt St.Gallen, 20 Uhr Stahlberger – 20 Jahre treu: Die Gschicht Isch Besser. Liederkabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Suisse Diagonales Jazz. Mit Exhale Houston und Laurent Méteau’s Metabolism. Kammgarn Schaffhausen, 20 Uhr Florian Favre Trio, Trio Heinz Herbert, DJ. Palace St.Gallen, 20 Uhr Saxofour. Die ideale Kombination von Groove, Originalität, Geist. Theater am Saumarkt Feldkirch, 20:15 Uhr

NACHTLEBEN

Badewanne. The Legacy of Jazz #5. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

BÜHNE

Gauthier Dance – Alive. Dance Company Theaterhaus Stuttgart. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Führung durch Strafanstalt Gmünden. Mit Direktor Kurt Ulmann. Schulhaus Dorf Gais, 16:30 Uhr

Di 20. KONZERT

Stahlberger – 20 Jahre treu: Die Gschicht Isch Besser. Liederkabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Svavar Knutur. Der Troubadour aus Island. Villa Sträuli Winterthur, 20 Uhr Das Pack. Punk­Liedermaching. Kula Konstanz, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Disasterbar. El Ramun – Rock’o’Skop. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Kinomol. Belle et Sebastien. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Durak. Packendes Gesellschafts­ bild aus dem heutigen Russland. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Danioth – Der Teufelsmaler. Starkes Porträt des Teufels­ malers der Schöllenenschlucht. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

Freifall – Eine Liebesgeschichte. Film von Mirjam von Arx. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Mon père, la révolution et moi. Was mache ich mit diesem Erbe? Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Theater Jam. Für improvisations­ hungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Gauthier Dance – Alive. Dance Company Theaterhaus Stuttgart. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Liliom. Vorstadtlegende in sieben Bildern. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr

LITERATUR

Lorenz Langenegger. Bei 30 Grad im Schatten. Raum für Literatur St.Gallen, 19:30 Uhr

KINDER

Französische Erzählstunde. Erzählt von Elodie Tassin. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr

AUSSTELLUNG

Die Sammlung. Aspekte des Surrealen – Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr

Mi 21. KONZERT

Bella Italia II. Yuko Ishikawa, Christian Buck; Violine, Gitarre. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Spielwiese. Anstatt «Guitar Hero» zu Hause spielen. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Stahlberger – 20 Jahre treu: Die Gschicht Isch Besser. Liederkabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Jazz am Mittwoch. Strings & Wood – Cha Cha des Etuves. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

NACHTLEBEN

Havana Night. Mit DJ Osman el Duque. K9 Konstanz, 21:30 Uhr

FILM

Mommy. Xavier Dolans neues Werk: «intensivster Film des Jah­ res». Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr The Tale of the Princess Kaguya. Das neue Meisterwerk von Isao Takahata (Ghibli­Studio). Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr The Master. Paraderollen für Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Theater hinter Gittern – Projektdokumentation. Filmvorführung einer szenischen Arbeit mit Häftlingen. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr

19.–22.01.

BÜHNE

Bundesordner ,14. Satirischer Jahresrückblick. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Die tote Stadt. Oper von Erich Wolfgang Korngold. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Liliom. Vorstadtlegende in sieben Bildern. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr

VORTRAG

St.Galler Elefanten-Geschichten: Jahrmarkt – Zirkus – Museum. Vortrag mit Peter Müller, Historiker. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr

KINDER

Alicja Kwade – Warten auf Gegenwart. Kinder Kunst Klub. Kunstmuseum St.Gallen, 14 Uhr Öffentliches Kerzenziehen für Familien. Mit Bienenwachs und farbigem Paraffin. Hongler Kerzenladen Altstätten, 14 Uhr Mutig sein! Mit Schauspiel, Handpuppen und Figuren aus Papier. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Ungarische Erzählstunde. Erzählt von Eva Csokona. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 15 Uhr

Padrone e sotto. Gäste einer Bar in Süditalien. Heiter, komisch, poetisch. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Durak. Packendes Gesellschafts­ bild aus dem heutigen Russland. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Amerika. Stück nach Franz Kafka. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Joachim Rittmeyer. Mehrperso­ nen­Solo «Zwischensaft». Stadt­ theater Schaffhausen, 20 Uhr Wildwechsel. Ein Tanzstück in Pelz und Musik. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Momoll Jugendtheater. Buchstabensuppe. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr

LITERATUR

Erinnern ist der beste Grund, auf dem die Zukunft bestehen kann. Mit dem Autor Dietmar Schultke. Kantonsbibliothek Thurgau Frauenfeld, 19:30 Uhr Icon Poet. Simon Chen, Boni Koller, Richi Küttel, Wim Möllmann. Militärkantine (Kastanienhof) St.Gallen, 20 Uhr


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FILM

Heisse Nordlicht­ Melancholie

Saiten 01/2015

Kurz vor dem Nordklang­Festival kühlen die Isländer um den charismatischen Songschreiber Valdimar die Grabenhalle schon mal auf Eiskristall­Temperatur runter. Wobei es bei dieser Band durchaus heiss abgehen kann. Der musikalische Bogen spannt sich von sphärischem Pop mit Jazzeinflüssen und Postrock­Ele­ menten bis zu Electro­Indie. Wie ein Geysir sprüht bisweilen die überbordende Bandpower auf der Bühne und kontrastiert mit leisen und intimen Momenten – die typische Nordlicht­Melan­ cholie eben. Freitag, 23. Januar, 21 Uhr, Grabenhalle St.Gallen. grabenhalle.ch

Kurt Guggenheim - gerufen und nicht gerufen. Charles Linsmayer und die Schauspiele­ rin Vanessa Brandestini lesen aus Guggenheims Romanen. Bodman­Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr

KINDER

Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Marianne Wäspe. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr

DIVERSES

Benefizabend «Rock your life». TmbH und ZIM & Zucker, der richtigen Ärzteband. K9 Konstanz, 20 Uhr Tango Argentino Kurs. Mit Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 20:15 Uhr

Fr 23. KONZERT

Big Fish. Mit Verve und Drive. Schlosshof Altikon, 18:30 Uhr Ach Gott, wie manches Herzeleid. Kantate BWV 58 von Bach. Evang. Kirche Trogen, 19 Uhr Arbon-Süd. Soul, Pop, Bossa. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr

Nicole Herzog & Bernd Reiter Trio Gast Vid Vlamnik. Schweizer Jazz­Neuentdeckung trifft auf Vibrafon Wunderkind. Dixie­ und Jazz­Club Sargans, 20 Uhr Olson. Deutschrap. Kula Konstanz, 20 Uhr Sax dot com. Saxophon Ensemb­ le. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Sommer im Weltall. Liederabend zwischen Urknall und Zukunft. 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr Stahlberger – 20 Jahre treu: Die Gschicht Isch Besser. Liederkabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Vernetzungen. Blockflöten­ ensemble diferencias. Tonhalle St.Gallen, 20 Uhr Ad Hoc & Perkel. Zwei Bands aus Winti. Varieté Tivoli St.Gallen, 20:30 Uhr Rökkurro. Support: Marina. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Suisse Diagonales Jazz Nights. That Pork, Vier im Baum, DJ. Palace St.Gallen, 21 Uhr Valdimar. Support: Kapnorth. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr What a Bam Bam. Feat. Boss Hi­Fi (ZH) ls. Real Rock Sound. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Son Caribe. Salsa­Tanzfest. Spiegelhalle Konstanz, 18 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Semesterendparty KSBG. Hip Hop bis Electro. Kugl St.Gallen, 22 Uhr

Im Keller. Der neue Film von Ulrich Seidl («Paradies»­Trilo­ gie). Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Black Coal, Thin Ice. Berlinale­ gewinner 2014: Ein packender Thriller aus China. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr You drive me crazy. Regie Andrea Thiele. Kulturcinema Arbon, 20 Uhr Mein Weg zu dir. TV­Heimatfilm von Olaf Kreinsen. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr What We Do in the Shadows. Schwarzhumorig­schräge Homestory über eine Vampir­ WG. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

De müed Theodor. Kolping Theater. Aula Gringel Appenzell, 16:30 Uhr Alice. Eine Choreografie von Mauro Bigonzetti. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Liliom. Vorstadtlegende in sieben Bildern. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Dings 14. Gesellschaftskritisches Theaterkabarett. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Jan Rutishauser. Kabarett für schöne Menschen. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Mit beiden Beinen. Schauspiel von Fred Kurer. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Wildwechsel. Ein Tanzstück in Pelz und Musik. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Lymbacher. Stück von Thomas Hürlimann. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr

VORTRAG

Mittagsimpuls. Mit Eduard Brun. Kathedrale St.Gallen, 12:15 Uhr

DIVERSES

Quiz der Populärkultur. Für Kinogänger, TV­Glotzer, Musikkenner, usw. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr

AUSSTELLUNG

Jonathan Binet – Sonia Kacem. Vernissage. Kunsthalle St.Gallen, 18 Uhr Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903–1914. Vernissage. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr

Sa 24. KONZERT

Punk-Konzert. Mit fünf Bands aus der Schweiz. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Stahlberger – 20 Jahre treu: Die Gschicht Isch Besser. Liederkabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Jam Session. Pop, Rock. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Kulturattentat. Raggamuffin Bernoise. Restaurant Schwarzer Engel St.Gallen, 22 Uhr

22.–25.01.

NACHTLEBEN

Curse – Uns Tour. Hip Hop. Kugl St.Gallen, 19:30 Uhr Die K9-Disco. Mit DJ Santakloss. K9 Konstanz, 19:30 Uhr Milonga. DJ Rafa, mit Crashkurs. Dance Inn Münchwilen, 19:30 Uhr Kaboom. Enter the Future Bass Zone. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr DJs Skeme Richards (USA), Irocc (München). HipHop­Party, B­Boying. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr Clouds. Deep Tech House. Kammgarn Schaffhausen, 23 Uhr

FILM

Fish and Cat. Ein filmisches Meisterstück zwischen Alltag und Albtraum. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Honig im Topf. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr The Homesman. Starkes Westerndrama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr Magic in the Moonlight. Film von Woody Allen. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Black Coal, Thin Ice. Berlinale­ gewinner 2014: Ein packender Thriller aus China. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Ein Schaf fürs Leben. Vorstadt­ theater Basel. Theater am Gleis Winterthur, 17 Uhr Alice. Eine Choreografie von Mauro Bigonzetti. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Die Entführung aus dem Serail. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Nur mit mir allein zum Glück. Bühnenstück. Tanzraum Herisau, 19:30 Uhr Amerika. Stück nach Franz Kafka. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr It takes one to know me. Ein Abend mit Songs von Johnny Cash. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Wildwechsel. Ein Tanzstück in Pelz und Musik. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Ohne Rolf. Unferti. Chössi­ Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr

DIVERSES

Schöner als Ostern. Eierwerfen aufs Rathaus. Enten­Weiher St.Gallen, 14:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr

So 25. KONZERT

Musiksonntagost. Diverse Acts. Kleinaberfein St.Gallen, 11 Uhr Nyb15. Sculpture meets Jazz. Atelier Marc Moser Arbon, 11 Uhr Absolut Trio. Kammermusikkon­ zert. Lokremise St.Gallen, 17 Uhr

FILM

Was ist das Zentrum? Poetry Slam. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Kamingeschichten. Lieblings­ geschichten von Kulturschaffen­ den. Alte Kaserne Winterthur, 20:15 Uhr

Danioth – Der Teufelsmaler. Starkes Porträt des Teufels­ malers der Schöllenenschlucht. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Padrone e sotto. Gäste einer Bar in Süditalien. Heiter, komisch, poetisch. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 16 Uhr Doubt. Philip Seymour Hoffman versus Meryl Streep. Kinok St.Gallen, 18 Uhr ThuleTuvalu. Regie: Matthias von Gunten. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Squat – La ville est à nous. Vom Kampf gegen Gentrifizie­ rung in Barcelona. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

KINDER

BÜHNE

LITERATUR

Das Piratenschwein. Jule ist kein gewöhnliches Schwein. Figuren­ Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Das Figurentheater «Il Segreto di Pulcinella» spielt: Bimbulli. Nach dem gleichnamigen Kin­ derbuch von Mira Lobe. Theater am Saumarkt Feldkirch, 15 Uhr

Alice. Eine Choreografie von Mauro Bigonzetti. Theater Winterthur, 14:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 14:30 und 19:30 Uhr


65 Ein Schaf fürs Leben. Vorstadttheater Basel. Theater am Gleis Winterthur, 15 Uhr Oh, wie schön ist Panama. Nach dem Kinderbuch von Janosch. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 16 Uhr De müed Theodor. Kolping Theater. Aula Gringel Appenzell, 19 Uhr Die Judenbank. Theaterstück von Reinhold Massag. K9 Konstanz, 20 Uhr

LITERATUR

Vorgestellte Institutionen. Mit Bernhardt Herbordt & Melanie Mohren. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr

VORTRAG

Roméo et Juliette. Matinée, Einführung ins Tanzstück. Theater St.Gallen, 11 Uhr

Saiten 01/2015

KINDER

Wir gestalten unsere Klimazukunft. Familienführung. Natur­ museum St.Gallen, 10:15 Uhr Das Piratenschwein. Jule ist kein gewöhnliches Schwein. Figuren­ Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Tiger & Tattoos. Bezaubernder Animationsfilm für Kinder ab 4 Jahren. Kinok St.Gallen, 14:45 Uhr Bibi & Tina – Vollverhext. Deutscher Spielfilm des Regisseurs Detlev Buck. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

AUSSTELLUNG

50 Jahre Kellerbühne. Nostalgie­ gespräch. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 11 Uhr Elementare Malerei. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 11 Uhr Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Führung. Historisches und Völkerkunde­ museum St.Gallen, 11 Uhr Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Führung. Kunst­ museum Winterthur, 11:30 Uhr Jonathan Binet – Sonia Kacem. Konzert in der Ausstellung. Kunsthalle St.Gallen, 15 Uhr

Mo 26. KONZERT

Jeff Beadle (CAN). Kein Spiegel im Backstage nötig. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Ace in the hole. Regie: Billy Wilder. Grabenhalle St.Gallen, 18 Uhr Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Ace in the hole. Regie: Billy Wilder. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

Black Coal, Thin Ice. Berlinale­ gewinner 2014: Ein packender Thriller aus China. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Le petit Prince. Schauspiel in französischer Sprache. Theater Winterthur, 19:30 Uhr

Di 27. KONZERT

Rhythm and more. Vorkonzert zum Timeline – Lounge­Konzert. Vaduzer­Saal, 18 Uhr

NACHTLEBEN

Disasterbar. Psycho Tropical Dreams by Furry Machines. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Padrone e sotto. Gäste einer Bar in Süditalien. Heiter, komisch, poetisch. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Winter Sleep. Goldene Palme 2014: Nuri Bilge Ceylons bild­ gewaltiges Epos. Kinok St.Gallen, 19 Uhr High Fidelity. Dokumentarfilm. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr Marie Heurtin. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr In Sarmatien. Das Traumland des Dichters Johannes Bobrowski. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Theater Jam. Für improvisations­ hungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 19 Uhr Frühling der Barbaren. Schau­ spiel nach Jonas Lüscher. Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Le petit Prince. Schauspiel in französischer Sprache. Theater Winterthur, 19:30 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr

DIVERSES

Italienisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Führung. Kunst­ museum Winterthur, 18:30 Uhr

Mi 28. KONZERT

Intermezzo. Streichtrio Opus 8. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Radu Lupu spielt Beethoven. Beethovens fünftes Klavier­ konzert. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Jazz Now. Adrian Frey. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr

NACHTLEBEN

Havana Night. Mit DJ Osman el Duque. K9 Konstanz, 21:30 Uhr

FILM

Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 14:15 Uhr Padrone e sotto. Gäste einer Bar in Süditalien. Heiter, komisch, poetisch. Kinok St.Gallen, 16:15 Uhr Durak. Packendes Gesellschafts­ bild aus dem heutigen Russland. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Black Coal, Thin Ice. Berlinale­ gewinner 2014: Ein packender Thriller aus China. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Nur mit mir allein zum Glück. Tanzperformance von Micha Stuhlmann und Ensemble KunstWerke. Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Fans. Streifzug durch die Tanz­ geschichte des 20. Jahrhunderts. Löwensaal Hohenems, 20 Uhr Rosetta Lopardo – 25 Jahre treu: Amuri. Musik­Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr The Good, the Bad & the Ugly. Szenische Arbeit zum Thema «Amerika». Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Stolz und Vorhölle. Bühnerei­ Ensemble. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

KINDER

Museum für Kinder. Netsuke, Inro und Kokeshi­Puppen. Historisches und Völkerkunde­ museum St.Gallen, 14 Uhr Das Piratenschwein. Jule ist kein gewöhnliches Schwein. Figuren­ Theater St.Gallen, 14:30 Uhr

DIVERSES

Joulangerie. SpielfreuNde. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

St Anthropoïde, policier. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 29. KONZERT

2. Migros Kulturprozent Klassik. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Radu Lupu spielt Beethoven. Beethovens fünftes Klavier­ konzert. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Tournee III Guangzhou Symphony Orchestra. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Appenzeller Musik. Hof Weissbad, 20 Uhr Hector Ceravolo. Blues, Jazz, Swing und Evergreens am Flügel. Café Bar Blumenmarkt St.Gallen, 20 Uhr Luciana y Amadeo. Tango – Bolero – Milonga und Folk. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Ein kleines Konzert # 59. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Gare Tango. Der beliebte Tanzabend mit DJ Patrick. Gare de Lion Wil, 19 Uhr Badewanne. Leonhard Euler – Pop Off. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

25.– 31.01.

Mocco Locco’s Striicher Lounge. Chill­Out/Downtempo. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr

FILM

A Late Quartet. Ein berühmtes New Yorker Streichquartett steht vor dem Aus. Kinok St.Gallen, 17 Uhr The Homesman. Starkes Western­ drama mit Hilary Swank und Tommy Lee Jones. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Sound it out. Nach einem Roman von Nick Hornby. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Der Parasit oder Die Kunst sein Glück zu machen. Lustspiel von Friedrich Schiller. Theater Winterthur, 19:30 Uhr No Bull Sheet. Szenische Lesung von Jugendlichen für Jugend­ liche. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Nur mit mir allein zum Glück. Ein integratives Performance­ Projekt von Micha Stuhlmann. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Rosetta Lopardo – 25 Jahre treu: Amuri. Musik­Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Stolz und Vorhölle. Bühnerei­ Ensemble. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

VORTRAG

Ort der List und der Baukultur. 10. List. Zeughaus Teufen, 17 Uhr

DIVERSES

Tango Argentino Kurs. Mit Rafael Herbas. Tanzschule Karrer St.Gallen, 20:15 Uhr SENF Nr.3 – Elefantenrunde des Ostschweizer Fussballs. Das St.Galler Fussballmagazin präsentiert seine 3. Ausgabe. Dazu diskutieren die Präsidenten des FC St.Gallen, FC Wil und SC Brühl. Fanlokal St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Alicja Kwade – Warten auf Gegenwart. Kunstcafé. Kunstmuseum St.Gallen, 14:30 Uhr

Fr 30. KONZERT

Richard Koechli. Einer der besten Blues­und Slide Gitarris­ ten Europas. Dixie­ und Jazz­Club Sargans, 20 Uhr Stickerei Jazz Trio & Special Guest. Swing & More. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Songs from Ireland. Old and new. Kammgarn Schaffhausen, 20:15 Uhr Altstadt Swing mit Swing Express. Mit LindyHop Crashkurs. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr The Poeslost & Rambler Roadshow. Varieté Tivoli St.Gallen, 21 Uhr 2015 Rock & Grunge Launch. Mit Do It Like Erny, uvm. Grabenhalle St.Gallen, 21:30 Uhr

NACHTLEBEN

Wein-Seminar. Schöner saufen! Kurzlehrgang Wein, mit DJ. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Jive the Night. Tanzabend von Rumba bis Walzer mit DJ Volker. K9 Konstanz, 21 Uhr Let’s Dance. Party für Leute um 40. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Les Profs de Gym, Fredi B. Indie Dance, Nu Disco, Deep House. TapTab Schaffhausen, 23 Uhr

FILM

A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Black Coal, Thin Ice. Berlinale­ gewinner 2014: Ein packender Thriller aus China. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Honig im Topf. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Durak. Packendes Gesellschafts­ bild aus dem heutigen Russland. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Der Parasit oder Die Kunst sein Glück zu machen. Lustspiel von Friedrich Schiller. Theater Winterthur, 19:30 Uhr El Cimarron. Nach Miguel Angel Barnet Lanza. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil, 20 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Rosetta Lopardo – 25 Jahre treu: Amuri. Musik­Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Venedig im Schnee. Turbulente Komödie des französischen Autors Gilles Dyrek. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Stolz und Vorhölle. Bühnerei­ Ensemble. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Bolling Project. Nachtzug. Lokremise St.Gallen, 21 Uhr

LITERATUR

Der scheue Gabo – Gabriel García Márquez. Eine kommentierte Lesung. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr

DIVERSES

Gallus’ Show an der Barista Meisterschaft. Öffentliche Probe. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Karl Jakob Wegmann – Aufbruch zu neuen Spielen. Vernissage. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr

Sa 31. KONZERT

Rub A Dub Club. Mit Real Rock Sound (SH). Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr The Blue Van. Band aus Däne­ mark. Triebwerk Arbon, 20 Uhr Wolfgang – das Musical – hilft!. Liederabend von und mit Wolfgang Erkwoh. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr


67

Saiten 01/2015

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Nicht allein auf Glücksuche

Radu Lupu spielt Beethoven

Anthroposphäre im nextex

Zehn Menschen verschiedener Generationen und Herkunft, mit und ohne körperliche Beein­ trächtigung oder psychische Krankheit, machten sich im Som­ mer 2013 auf den Weg, den Gemeinsamkeiten und Wider­ sprüchen ihrer Identitäten auf die Schliche zu kommen und ihnen ein Gesicht zu geben. Aus diesem Entstehungsprozess entstand das Bühnenstück «Nur mit mir allein zum Glück». An was merken Sie eigentlich, dass Sie normal sind? Samstag, 24. Januar, 19.30 Uhr, Tanzraum Herisau. Mittwoch, 28. Januar, 19.30 Uhr, Lokremise St.Gallen. Donnerstag, 29. Januar, 19 Uhr, Theaterwerkstatt Konstanz. betula.ch

Ein seltenes Ereignis: Radu Lupu, einer der zurückhaltendsten, sensibelsten Pianisten, spielt Beethovens fünftes Klavierkonzert, auch bekannt unter dem Titel «Imperator». In der ersten Konzert­ hälfte serviert Theodor Guschl­ bauer drei orchestrale Köstlichkei­ ten aus einem halben Jahrhun­ dert französischer Romantik. Wo­ bei Bizets Sinfonie Nr. 1, das genial verspielte Werk eines Sech­ zehnjährigen, erst 1933 im Pariser Konservatorium entdeckt wurde und seither einen Siegeszug rund um die Welt gemacht hat. Mittwoch, 28. und Donnerstag, 29. Januar, 19.30 Uhr, Stadthaus Winterthur. musikkollegium.ch

Anthropos – Mensch – und sfära – Kugel; aus diesen Gliedern setzt sich der Ausstellungstitel zusammen. Anthroposphäre ist der vom Menschen geschaffe­ ne Lebensraum, in welchem er sich aufhält und agiert: wohnt, arbeitet, isst, kommuniziert, transportiert. Die Gruppenschau bestreiten Karin Karinna Bühler (Bild), Raphael Egli, huber.huber und Valentina Stieger. Ihre Werke kreisen um den Menschen als Protagonisten in der Anthro­ posphäre, fragen aber auch nach dem Stellenwert, den die Umge­ bung und Mitlebende einnehmen. Begleitveranstaltungen: Donnerstag, 8. und Dienstag, 13. Januar, 19 Uhr, Nextex St.Gallen. visarteost.ch

Unhold. Support: Notions & Ilja. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Tanz.frei. Freies Tanzen. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr The Masterplan. Indie­Party. Gare de Lion Wil, 20 Uhr Matthias Meyer. House. Kugl St.Gallen, 22 Uhr DJs Moome (Bosnien), SFR (Südafrika), SH4BB4. Glitch Hop, Chillstep, Balkan­House, Elektro, uvm. TapTab Schaffhausen, 23 Uhr

FILM

Buoni a nulla. Gianni Di Gregorios («Pranzo di ferragosto») neue Komödie. Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr The Master. Paraderollen für Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix. Kinok St.Gallen, 16:30 Uhr Mein Weg zu dir. TV­Heimatfilm von Olaf Kreinsen. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Durak. Packendes Gesellschafts­ bild aus dem heutigen Russland. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Serena. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr A Pigeon Sat on a Branch Reflecting on Existence. Goldener Löwe Venedig 2014: meisterhafte Groteske. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Der Parasit oder Die Kunst sein Glück zu machen. Lustspiel von Friedrich Schiller. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Roméo et Juliette. Tanzstück von Beate Vollack. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr La Traviata, Oper von Giuseppe Verdi. Vom Musiktheater Wil. Tonhalle Wil SG, 20 Uhr Phantom Of The Apéro. Slam­ Kabarett mit Klavierbegleitung. Hotel Löwen Appenzell, 20 Uhr Richard III. Schauspiel von Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Rosetta Lopardo – 25 Jahre treu: Amuri. Musik­Kabarett. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Tiltanic. Theatersport. Figuren­ Theater St.Gallen, 20 Uhr TmbH – das Match. Impro­ theater. K9 Konstanz, 20 Uhr Carlos Martinez. Pantomime Theater. Chössi­Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Richard III – Revolution Baby. Nach Shakespeare. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 23 Uhr

LITERATUR

Warum es in Rom keine Hochhäuser gibt. Lesung von Adrian Riklin mit Musik. Point Jaune Museum St.Gallen, 20 Uhr Jaromir Konecny. Poetry Slam. Kula Konstanz, 20:30 Uhr

VORTRAG

Verweilen in der Stille. Führung: Bruno Dörig. Kathedrale St.Gallen, 10:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr

Kunst ALTE KASERNE. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, altekaserne.ch Fatima Dittli – Farbe lebt. 09.01.2015 bis 31.01.2015 BASAR BIZARR AM ZEBRAPLATZ. Linsebühlstrasse 76, St.Gallen, basarbizarr.ch Regula Wagner – s-chiave/s-chiavi. Filmisches Gedankenspiel im Fenster zu schauen. 01.01.2015 bis 31.01.2015 EISENWERK. Industriestrasse 23, Frauenfeld, +41 52 728 89 82, eisenwerk.ch Essen. Sonja Aeschlimann / Franziska Etter / Bianca Frei / Theo Felix / Elsbeth Harling / Christof Hauri / Marc Huber / Heike Müller / Michael Siegen­ taler / Mathias Tanner. 27.11.2014 bis 29.01.2015 FLATZ MUSEUM. Marktstrasse 33, Dornbirn, +43 5572 306 48 39, flatzmuseum.at

31.01.

Marilyn Manson. Manson be­ schäftigt sich in seiner eindring­ lichen, zwischen Sensibilität und Aggression changierenden, bild­ nerischen Arbeit mit Themen und Motiven der Gewalt und des Bösen, mit Verbrechen, Schmerz, Verlust und Verzweiflung. 09.11.2014 bis 31.01.2015 FORUM VEBIKUS (KULTURZENTRUM KAMMGARN). Baumgartenstrasse 19, Schaffhausen, +41 52 625 24 18, vebikus.ch Ouvert: vom Wolf in der Säule. Unter dem Titel «ouvert» been­ det der Vebikus in loser Folge das Ausstellungsjahr und öffnet nochmals seine Tore für ein spezielles Projekt. Eine geballte ladung bezaubernder Vielfalt! 20.12.2014 bis 18.01.2015 FOTOMUSEUM WINTERTHUR. Grüzenstrasse 44 & 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, fotomuseum.ch Peter Piller – Belegkontrolle. 13.12.2014 bis 22.02.2015 Peter Piller – Peripheriewanderung. 13.12.2014 bis 22.02.2015 Viviane Sassen – In and Out of Fashion. 13.12.2014 bis 15.02.2015

FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 30, fotostiftung.ch Rudy Burckhardt – Im Dickicht der Grossstadt. Überwältigt von der schieren Grösse dieser Metropole, dem Kontrast zwi­ schen den monumentalen Wolkenkratzern und dem hekti­ schen Treiben in den Strassen­ schluchten, begann er, seine Ein­ drücke fotografisch und filmisch zu verarbeiten. 25.10.2014 bis 15.02.2015 GALERIE CHRISTIAN ROELLIN. Talhofstrasse 11, St.Gallen, +41 71 246 46 00, christianroellin.com Collection – Selection IV, art and nordic vintage. 22.11.2014 bis 10.01.2015 GALERIE IM BAHNHOF. Bahnhofplatz 2, St.Gallen, +41 71 228 15 00, klubschule.ch Christian Lippuner – Im Glauben an Freiräume. In seinen Arbeits­ prozessen hat sich der Künstler schon immer vorrangig für poli­ tische Lebens­ und Zwischenräu­ me interessiert. Also Interaktio­ nen, das Zwischen zwischen den Räumen. 07.11.2014 bis 04.01.2015 GALERIE PAUL HAFNER (LAGERHAUS). Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 223 32 11, paulhafner.ch Ueli Alder – New Works. 06.12.2014 bis 24.01.2015 GALERIE SCHÖNENBERGER. Florastrasse 7, Kirchberg SG, +41 71 931 91 66, galerie­schoenenberger.ch Neues aus den Ateliers II. Stefan Gort, Michael Grässli, Roland Iselin, Ute Klein, Marcella Las­ sen, Lotte Müggler, Olga Titus, Christa Ziegler. 26.10.2014 bis 09.02.2015 GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch Magie des Einfachen – Die Bambuslöffel von Alvaro Abreu. Erstmals in der Schweiz zeigt eine Ausstellung über Tausend geschnitzte Bambuslöffel des Brasilianers Alvaro Abreu und kombiniert diese mit grossfor­ matigen Fotografien des renom­ mierten deutschen Fotografen Hans Hansen. 16.11.2014 bis 29.03.2015 GYMNASIUM ST. ANTONIUS (KOLLEGIUM). Hauptgasse 51, Appenzell, +41 71 788 98 00, gymnasium2.ai.ch Dialog zwei. Bilder von Najat Karkri (Marokko) und Ruth Burri (Bern). 03.12.2014 bis 30.01.2015 HÄUSLER CONTEMPORY. Lustenau, Keith Sonnier «the Collection». Sonniers künstlerische Experi­ mente mit damals kunstfremden Materialien wie Neon, Glas oder Kunststoff waren wegwei­


69 send für die Bildung eines neuen Skulpturenbegriffs. 10.10.2014 bis 31.08.2015 KUNSTHALLE ST.GALLEN. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 222 10 14, k9000.ch Jonathan Binet – Sonia Kacem. Jonathan Binet dekonstruiert in seinen Werken Elemente der Malerei und Architektur. Sonia Kacem bedient sich einer Art performativer Malerei für die Komposition von Raumbildern. 24.01.2015 bis 29.03.2015 The Darknet – From Memes to Onionland. An Exploration. Mit Beiträgen von: !Mediengrup­ pe Bitnik, Anonymous, Cory Arcangel, Aram Bartholl, Heath Bunting, Simon Denny, Eva und Franco Mattes, Robert Sakrowski, Valentina Tanni u.a. 18.10.2014 bis 04.01.2015

Saiten 01/2015

KUNSTHAUS EGNACH. Buch, Egnach, +41 79 335 08 12, Ludy Bauer and kuk featured by Erwin Feurer. Repräsentative Ausstellung von Werken der beiden Ostschweizer Künstler Ludy Bauer (Herisau) und kuk (Degersheim). Ludy Bauer und kuk zeigen auch Gemein­ schaftswerke. Besonderer Ausstellungsaspekt: Künstler als Hofnarren der Gesellschaft? 20.11.2012 bis 31.12.2015 KUNSTHAUS GLARUS. Im Volksgarten, Glarus, +41 55 640 25 35, kunsthausglarus.ch Kunstschaffen Glarus & Linthgebiet R–Z. Eine unjurierte Ausstellung, an der alle Kunst­ schaffenden der Region teilneh­ men können. Dieses Jahr können Kunstschaffende in der alphabe­ tischen Folge R­Z ihre Arbeiten im Kunsthaus präsentieren. 07.12.2014 bis 18.01.2015 KUNSTHAUS KUB. Karl­Tizian­Platz, Bregenz, +43 5574 485 94 0, kunsthaus­bregenz.at Jeff Wall – Tableaux Pictures Photographs. 18.10.2014 bis 11.01.2015 Rosemarie Trockel. Märzô­ schnee ûnd Wiebôrweh sand am Môargô niana më. 24.01.2015 bis 06.04.2015 Sammlungsschaufenster. Neuerwerbungen von Ai Weiwei bis Zobernig. 22.02.2014 bis 08.02.2015 Trix und Robert Haussmann – Reflexion und Transparenz. Zum Auftakt des Jahrespro­ gramms der KUB Arena ist das Zürcher Architekten­, Designer­ und Theoretiker­Duo Trix und Robert Haussmann zu einer Aus­ stellung eingeladen. 24.01.2015 bis 06.04.2015 KUNSTMUSEUM APPENZELL. Unterrainstrasse 5, Appenzell, +41 71 788 18 00, kunstmuseumappenzell.ch Hans Arp – Skizzenbücher. Zwanzig Skizzenbücher des Mitbegründers von Dada, Hans Arp. Diese Skizzenbücher stammen aus den Jahren 1950 bis 1966; sie gehören mithin zum Spätwerk eines Künstlers, der

kaum für Skizzen bekannt ist, zumindest nicht für Skizzen im herkömmlichen Sinne. 19.10.2014 bis 08.03.2015 KUNSTMUSEUM RAVENSBURG. Burgstrasse 9, Ravensburg, Otto Mueller. Gegenwelten. Bewegt von der Sehnsucht nach Freiheit und Harmonie entwarf er Landschaften und Akte – malerische Gegenräume zur eigenen persönlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit. 13.09.2014 bis 25.01.2015 KUNSTMUSEUM ST.GALLEN. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 71, kunstmuseumsg.ch Alicja Kwade – Warten auf Gegenwart. Kulturhistorische, philosophische sowie naturwis­ senschaftliche Referenzen fin­ den sich in der künstlerischen Arbeit von Alicja Kwade wieder. 22.11.2014 bis 15.02.2015 Elementare Malerei. Wie gehen Kunstschaffende mit dem Null­ punkt der Malerei heute um, nachdem dieses Problem längst gelöst schien und dennoch jede Generation wieder neu fordert? 20.09.2014 bis 25.01.2015 KUNSTMUSEUM THURGAU. Kartause Ittingen, Warth, +41 58 345 10 60, kunstmuseum.tg.ch Gartenträume – Traumgärten. Facetten eines Motivs. Die ehe­ maligen Klostergärten Ittingens werden zum Ausgangspunkt­ einer spielerischen Recherche über historische und zeitge­ nössische Gärten in der Kunst. 31.08.2014 bis 08.03.2015 Tadashi Kawamata. Scheiterturm / Log Tower. Der japani­ sche Künstler Tadashi Kawamata entwickelte im Auftrag des Kunstmuseums Thurgau ein Kunstprojekt für den Aussen­ raum der Kartause Ittingen. 24.03.2013 bis 02.02.2015 KUNSTMUSEUM WINTERTHUR. Museumstrasse 52, Winterthur, +41 52 267 51 62, kmw.ch Die Sammlung. Von der Klassi­ schen Moderne bis zur Gegen­ wart. 01.01.2015 bis 31.12.2015 Karl Jakob Wegmann – Aufbruch zu neuen Spielen. Reine, leucht­ ende Farben, eine kühne Ge­ staltung des Bildraums und ein nonchalanter Umgang mit Gegenständlichkeit prägen ein Spätwerk, das an Frische kaum zu überbieten ist. 31.01.2015 bis 06.04.2015 Otto Meyer-Amden – Das Frühwerk 1903-1914. Erstmals zeigt diese Ausstellung das Werden des Künstlers, denn sie widmet sich seinem Frühwerk, das hier beinahe vollständig versammelt ist. 24.01.2015 bis 26.04.2015 KUNSTRAUM ENGLÄNDERBAU. Städtle 37, Vaduz, +41 423 233 31 11, kunstraum.li Transfer. Eine Gruppenaus­ stellung mit Künstlerinnen und Künstler des Vereins KunstVorarlberg. 20.01.2015 bis

22.03.2015 KUNSTZONE LOKREMISE. Grünbergstrasse 7, St.Gallen, +41 71 277 82 00, lokremise.ch Michel Verjux – Anschaulichkeit. Sechs Projektionen auf die Fassade der Lokremise und des Wasserturms – ab Abenddäm­ merung bis 24 Uhr. 24.10.2014 bis 26.04.2015 KURSAAL HEIDEN. Seeallee 3, Heiden, +41 71 898 33 33, kursaalheiden.ch Miniaturen. Bilder der Heidener Künstlerin Tilly Neuweiler. Die Ausstellung enthält Miniaturen im Format 8x11cm in unter­ schiedlichen Techniken: Aqua­ relle, Zeichnungen, Collagen. 01.11.2014 bis 28.02.2015 MAGAZIN 4. Bergmannstrasse 6, Bregenz, +43 5574 410 15 11, magazin4.at «Six memos for the next …Vol. 9 – in aller Offenheit». Das zwei­ jährige Projekt «six memos for the next ...» steht kurz vor seinem Abschluss. Die letzte Ausstellung widmet sich von 6. Dezember 2014 bis 22. Februar 2015 dem deutschen Künstler David Semper. 06.12.2014 bis 22.02.2015 MUSEUM FÜR LEBENSGESCHICHTEN. im Hof Speicher, Speicher, 071 343 80 80, museumfuerlebensgeschichten.ch Hans Krüsi – Malerei. Die Aus­ stellung «Malerei» ist die dritte Werkauswahl aus der Hans­ Krüsi­Sammlung des Kantons Appenzell Ausserrhoden, die das Museum für Lebens­ geschichten zeigt. 07.11.2014 bis 26.04.2015 MUSEUM IM LAGERHAUS. Davidstrasse 44, St.Gallen, +41 71 223 58 57, museumimlagerhaus.ch Auf der Seeseite der Kunst – 175 Jahr Psychiatrische Klinik Münsterlingen. 02.12.2014 bis 08.03.2015 NATURMUSEUM. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, naturmuseumsg.ch Erdbeeren im Winter – Ein Klimamärchen. Die globale Er­ wärmung und der damit ver­ bundene Klimawandel sind The­ men, welche die Öffentlichkeit stark bewegen. Die Ausstellung bezweckt die Sensibilisierung breiter Bevölkerungskreise für die Klima­ und Umweltthematik. 01.11.2014 bis 01.03.2015 NEXTEX. Blumenbergplatz 3, St.Gallen, +41 71 220 83 50, nextex.ch Anthroposphere. Karin Karinna Bühler, Raphael Egli, huber.huber, Valentina Stieger. 12.12.2014 bis 13.01.2015 HF Bildende Kunst. 16.01.2015 bis 01.02.2015 POINT JAUNE MUSEUM. Linsebühlstrasse 77, St.Gallen,

KUNST

+41 71 222 14 91, postpost.ch Collection permanente. Le mu­ sée éduque de manière ludique; c’est un lieu d’initiation sans obligation. Les dispositifs de conservation s’améliorent et le musée devient un véritable laboratoire où les techniques de travail ne cessent d’évoluer. 08.09.2014 bis 07.09.2015 SAMMLUNG WÜRTH. Churerstrasse 10, Rorschach, +41 71 225 10 70, wuerth­haus­rorschach.ch Klassiker der Moderne. Anläss­ lich der Eröffnung des Forum Würth Rorschach werden Höhe­ punkte der Sammlung Würth auf rund 600 Quadratmetern spannende Kapitel der Kunst­ geschichte illustrieren. 21.04.2013 bis 15.01.2015 VORARLBERG MUSEUM. Kornmarktplatz 1, Bregenz, vorarlbergmuseum.at Nikolaus Walter – Begegnungen. Der Vorarlberger Fotograf Nikolaus Walter, geboren 1945, schuf seit Ende der 1960er Jahre ein völlig eigenständiges künstlerisches Werk – Resultat vieler Begegnungen mit Men­ schen, Dingen und Landschaf­ ten. 17.01.2015 bis 03.05.2015 WERKGALERIE PAUL HÜBERLI. Stofelrain 2, Teufen AR, +41 71 333 29 08, paul­hueberli.ch Expressionistische Malerei. Ständige Werkschau, Stofelrain 2 (Voranmeldung 071 333 29 08). 19.11.2014 bis 31.12.2015 XAOX-ART. Langgasse 16, St.Gallen, xaoxart.ch.vu XaoX-Art: By Bobby Moor. Ein Delirium im Wachzustand, geäussert mit allen Sinnen. Ge­ bündelt das Leben, in Schüben, in Schlaufen, in Pirouetten, in Albträumen und auf langen Strecken in tiefsten Abgründen. 01.01.2015 bis 31.12.2015 ZEUGHAUS. Hauptstrasse 65, Teufen AR, Überlagerte Schwingungen. Jürg und Thea Altherr – Skulpturen und Fotografien. 03.12.2014 bis 01.04.2015 ZEUGHAUS TEUFEN. Zeughausplatz 1, Teufen AR, +41 71 335 80 30, zeughausteufen.ch Überlagerte Schwingungen: Jürg und Thea Altherr. Skulpturen und Fotografien. 30.11.2014 bis 12.04.2015

Weitere Aus­ stellungen APPENZELLER VOLKSKUNDE-MUSEUM. Postfach 76, Stein AR, +41 71 368 50 56, avm­stein.ch Tröcklichrömer & Verkaufsberater. Die Ausstellung gibt einen kulturhistorischen Einblick in die Welt des Tür­zu­ Tür­Verkaufs vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Das ambulante Gewerbe war lange Zeit der vier­ te Pfeiler der ländlichen Wirt­ schaft. 12.04.2014 bis 28.02.2015 BRAUCHTUMSMUSEUM. Dorfplatz, Urnäsch, +41 71 364 23 22, museum­urnaesch.ch Kinderfeste – Im Wandel der Gesellschaft. In vielen Appenzel­ ler Gemeinden fanden Kinder­ feste statt. Herisau blickt auf eine lange und intensive Kinder­ festgeschichte zurück. Hunderte von Kindern zogen jeweils durchs Dorf, die Mädchen in weissen Kleidern und die Buben als Turner oder Kadetten. 01.04.2014 bis 13.01.2015 GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch Fashion Talks. Mode ist immer und überall. Sie ist die Freiheit, mit der wir spielen und das Diktat, dem wir uns unterwerfen oder gegen das wir uns aufleh­ nen. Mode ist Abgrenzung und Zugehörigkeit. 12.07.2014 bis 08.03.2015 HISTORISCHES UND VÖLKERKUNDEMUSEUM. Museumstrasse 50, St.Gallen, +41 71 242 06 42, hmsg.ch 50 Jahre Kellerbühne. Die Kellerbühne am Müllertor zählte 1965 zu den ersten Adressen für Alternativkultur in St.Gallen. Politkabarett und experimentel­ les Theater, die Pantomimen­ kunst oder der Jazz fanden hier eine Heimat. 22.11.2014 bis 19.04.2015 Fliessende Welt. Verborgene Schönheit. Schätze aus Japan. 29.03.2014 bis 01.03.2015 Tinissima – Tina Modotti (1896–1942). Emigrantin, Foto­ grafin, Revolutionärin. Neben über 60 Originalabzügen aus dem Fotoarchiv Cinemazero in Pordenone (Friaul) sind auch Filmdokumente der Künstlerin zu sehen. 30.08.2014 bis 04.01.2015 INATURA. Jahngasse 9, Dornbirn, +43 5572 232 35, inatura.at Überwintern – 31 grossartige Strategie. 19.11.2014 bis 19.04.2015


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NATURMUSEUM. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, naturmuseumsg.ch Faszination Mikrokosmos. Die aktuelle Ausstellung präsen­ tiert handverlesene Werke des weltweit renommierten Wissen­ schaftsfotografen und gibt einen umfassenden Überblick über seine Entdeckungsreisen. 12.08.2014 bis 04.01.2015

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Saiten 01/2015

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Saiten 01/2015

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Kellers Geschichten

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Vermiedene Recherche Was genau dieses Bild zeigt, weiss ich nicht. Als ich es für einen Franken kaufte, dachte ich an einen Scherz oder eine theatralische Aufführung. Die Ketten, welche die Herren in der Mitte tragen, wirken ja viel zu gross. Aber wie es scheint, sind sie an den Fussgelenken befestigt und sollen mit ihrem Ge­ wicht eine Flucht verhindern. Jemand hat zwei der Männer mit einem Bleistiftkreuzchen markiert, eine Erklärung dazu fehlt; die Rückseite der gedruckten Post­ Foto: Archiv Stefan Keller karte ist unbenutzt. Seit ich die Fotografie im Sammelkasten eines hiesigen Brockenhauses fand, fehlt mir eine Erklärung. Es muss wohl rasch gehen auf dem Bild, das liesse sich aus dem Umstand folgern, dass einer der Uniformierten (zweiter von links) über ein Hindernis steigt oder springt, statt ihm auszuweichen. Im Hintergrund ein Palast oder ein Amts­ haus, vielleicht ein Gerichtsgebäude, aus dem die Zivilisten herausgeführt wurden. Wie viele davon sind eigentlich Gefangene? Der vorderste nicht, denn er lacht in die Kamera, und was ihm über die rechte Schulter hängt, ist wohl der Riemen eines Gewehrs. Hinten wird nicht gelacht. Sind es zwei, drei, fünf oder sieben? Möglich wären verschiedene Interpretationen. Momentaufnahme einer sieg­ reichen Revolution vielleicht: Soldatenräte mit festgenommenen Vertretern des herr­ schenden Regimes? Doch schon der zweite Gefangene sieht nicht wie jemand aus der Oberschicht aus, sondern eher wie ein Arbeiter. Konterrevolution von Militärs oder Freikorpseinheiten? Die Unterlegenen werden aus dem Regierungsgebäude abge­ führt? Ach, wer legt seinen Gefangenen bei der Verhaftung überhaupt solche Ketten an! Sicher könnte man die Uniformen identifizieren. Dazu müsste man eintau­ chen in die Welt der Militaria­Experten. Die zweireihigen Kittel lassen sich zweifellos einer bestimmten Truppengattung zuordnen. Und einer bestimmten Zeit. Angst habe ich nur, dass bei der Recherche herauskäme: Die Männer wurden einen Augen­ blick später erschossen. Stefan Keller, 1958, Historiker aus dem Thurgau, lebt in Zürich.

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Bureau Elmiger

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Dieses Jahr ist Krise gewesen «Ihr Ruf hat sich in den letzten Jahren in fortschreitendem Masse mehr und mehr ausgebreitet, Sie sind heute weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus bekannt, Sie erhalten Briefe und eilige Telefonate selbst aus fernen Ländern, stehen also, so darf ich sagen, im Mittelpunkt eines weit gespannten öffentlichen Interesses. Würden Sie diese einleitenden Worte bestätigen können oder habe ich übertrie­ ben oder habe ich am Ende etwas vergessen?» Die Dame im Bild schüttelt leicht den Kopf: «Nein, gar nichts. Stimmt schon alles, wie Sie das erwähnen.» Margarethe Goussanthier sitzt in einem gestreiften Lehnstuhl, zu ihrer Rechten ein Telefon mit Wählscheibe, vor ihr Blumen auf dem Tisch, und erklärt ihren Beruf, den sie ausübt, seit sie acht Jahre alt ist: Hellseherin, Wahrsagerin, Kartenschlägerin: «Denn meine Mutter, die sagte: ‹Geh hinter den Wagen› und da kamen dann die Leute und da hab ich den Leuten die Wahrheit ge­ sagt.» So beginnt ein Dokumentarfilm aus dem Jahr 1967 über diese Frau mit dem zweiten Gesicht, die in den 1960er­ Jahren zu den bekanntesten Wahrsagerinnen Deutschlands gehörte. Goussanthier, bekannt als Madame Buchela, lebt zu dieser Zeit in Remagen bei Bonn, man nennt sie auch die «Seherin von Bonn» oder die «Bundeswahrsagerin»: Ranghohe Politiker sollen bei ihr ein­ und ausgehen, der späteren persischen Kaiserin Soraya sagt Buchela die Hochzeit mit dem Schah voraus und aus Hannover soll der Ministerpräsident des Bundeslandes Niedersachsen ihr einen Rhesus­Affen zum Dank zugeschickt haben, express. Schritt für Schritt demontiert der Film diese grosse Wahrsagerin, unter der Tischplatte wird plötzlich ein Zettel sichtbar, von dem sie ihren Text abliest, und trotzdem wird diese merkwürdige Madame, die auf einem Hügel in Remagen ihre Gäste empfängt, nicht entzaubert. Gedreht haben dieses vernünftige Lehrstück über den Aberglauben die Dokumentarfilmer Walter Heynowski und Gerhard Scheumann. Zur Zeit der Weimarer Republik geboren, leben und arbeiten sie später in der DDR: Zwei Jahre nachdem sie den Film über Buchela gedreht haben, gründen sie das Studio H&S und setzen sich in den da­ rauffolgenden Jahren filmisch auseinander mit den Gescheh­ nissen in Vietnam, Chile und Kambodscha, sie arbeiten mit bedrückendem, ja unerträglichem Bildmaterial, das sie der Zuschauerin immer wieder vor Augen führen, sie zeigen ehemalige Wehrmachtsmitglieder, die sich als mör­ derische Söldner im Kongo verdingen, sie dokumentieren den Verkauf von Gegenständen aus Görings Nachlass durch den bayerischen Freistaat in einem Münchner Auktions­ haus, sie berichten 1975 über die widerständigen Botschaf­ ten, die in Chile auf Geldscheine gekritzelt zirkulieren.

Bild © 2014 absolut MEDIEN GmbH

Weit über die Grenzen der DDR hinaus waren Heynowski und Scheumann bekannt. Nach der Wende wurde ihren Filmen aber jede Relevanz abgesprochen, als Propaganda abgetan gerieten sie in Vergessenheit. Dabei sind sie nur schon ihrer Form wegen sehenswert: Die Filmemacher mon­ tieren ihr Material auf verwegene Art, sie wiederholen, collagieren und rhythmisieren streng, sie interessieren sich für Typografie und neue Musik, verfassen virtuose, zuwei­ len beissend spöttische Kommentare. «Wer hier läutet, der schlägt an eine grosse Glocke», erklärt die Stimme aus dem Off, während ein Finger Madame Buchelas Klingel drückt, und an diese Glocke würde auch das Bureau Elmiger zum Jahresauftakt schlagen, um eine Prognose für das neue Jahr zu verlangen, gäbe es die Klingel noch. So bleibt nur, in den sogenannten Buchela-Kalendern zu blättern, in denen jeweils zum Jahresbeginn die Prophe­ zeiungen der Hellseherin von Remagen erschienen sind: Prognosen zur «Zukunft Europas und der Welt» und für die verschiedenen Tierkreiszeichen, ein «Glücks­Stundenplan für Lotto und Toto». Im Geleitwort zur Ausgabe von 1960 hiess es: «Das neue Jahr zeichnet sich dunkler am Horizont ab als das hinter uns liegende Jupiter­Jahr». Besser klingt eine Prognose, die die Hellseherin zwei Jahre, nachdem Heynowski und Scheumann sie besuchten, der «Zeit» stellte: «Dieses Jahr ist Krise gewesen; nächstes Jahr wird es Aufstieg geben!» Cin cin!

ABGESANG

Die Werkausgabe Studio H&S – Walter Heynowski und Gerhard Scheumann. Filme 1964 –1989 mit einem Essay von Georg Seesslen ist 2014 erschienen. Dorothee Elmiger, 1985, stammt aus Appenzell und lebt in Zürich. 2014 erschien ihr zweiter Roman Schlafgänger. Sie schreibt monatlich in Saiten.


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Pfahlbauer. Nachrichten aus dem Sumpf.

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Willkommen zurück in der unheimlich schönen Pfahlbauerwelt: Unser Charlie macht neuerdings auch Kunst. Er schreibt mit einer Postkarte aus Santa Rosa: «Liebe Saitler, es war ein sehr guter Herbst. Ich fuhr weg, recht weit weg, ihr wisst schon: Amerika. Es gab viel zu sehen, ich fand einige neue Freunde. Ich fotografierte viel und eröffnete auch ein kleines mobiles Museum. Kein Furz, im Fall… Kommt mich mal besuchen!» Jetzt ist Charlie allerdings wieder zurück und befürchtet, dass ihn der hiesige Tujadichtestress schneller ins Grab bringt als ihm lieb ist, wie er uns am Telefon aus seiner Hütte im Jura ge­ sagt hat. Vermutlich macht er hier eh weiter, er kann ja gar nicht anders.

ABGESANG


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Sicher ist im neuen Jahr: Die Diskussionen um das Areal hinter dem Hauptbahnhof St.Gallen bleiben uns erhalten. Sie sollen sogar vertieft werden – dafür setzt sich jedenfalls eine Gruppe mit dem Titel «Tisch hinter den Gleisen» ein. Sie will die Diskussion um die Stadtentwicklung breit und basisnah führen – wer dabei ist, ist dabei, sagen deshalb die (vorläufig noch NAMENLOSEN) Initianten. Der Tisch solle allen zugänglich sein, auf dass auch hinter den Gleisen das Quartier möglichst zugänglich und lebendig bleibe. Weniger sicher respektive erst gerüchtemässig vernommen, ist die Meldung, dass es im berüchtigten St.Mangen­Dreieck eine neue Trinkstube samt Bücherecke geben soll. Es heisst, sie sei irgendwo zwischen Engel, Picante und Paparazzo­Bar zu finden – wo genau, gilt es herauszufinden, ein Besuch in dieser Ecke lohnt sich aber ohnehin. Sicher ist: der neue Saft­ und Bierladen hat auch noch KEINEN NAMEN, ist aber bereits seit Anfang Dezember the place to be. Fraglich ist: ob er überhaupt jemals einen Namen bekommt. Abzu­ warten bleibt auch, ob die Getränkepreise auf dem jetzigen Niveau bleiben, zumal der erste schon nach dem dritten Tag nach oben korrigiert wurde, wenn auch nur um einige Rappen. Wie auch immer, da das CMC ja demnächst zum Kebab­Laden wird, wäre trinktechnisch für Ausgleich zu sorgen in dieser Ecke. Zurück zur sicheren Seite, dem Beamtentum: Nach dem Abgang von Barbara Affolter (die sich mit Kristin Schmidt neu die Arbeit bei der städtischen Fachstelle Kultur teilt) musste beim kantonalen Pendant eine Lücke gefüllt werden. Auch dort gibts 2015 gleich zwei neue Gesichter: Nachfolgerin von Affolter, die elf Jahre lang für die Kultur­ förderung zuständig war, wird die 27­jährige Kunsthisto­ rikerin MARINA AMANDA PONDINI. Für Florian Eicher, der dem Kulturamt aber weiterhin erhalten bleibt, ist ab dem 1. April ausserdem ANDREAS SCHWARZ, 33, für das weltkulturliche Erbe und die museale Weiterentwicklung im Kanton zuständig. Hoffen wir, dass sich die beiden nicht nur ans Gesicherte halten.

Was Sicherheiten angeht, dürften sich PEDRO LENZ und ETRIT HASLER derzeit ganz glücklich schätzen, immer­ hin sind sie WoZ­Kolumnisten und laufen somit auch nicht Gefahr, vom rechtsbürgerlichen Milieu absorbiert zu werden. Ausserdem sind ihre edelgefederten Kommen­ tare zu «Fussball und anderen Randsportarten» regelmässige Garanten für den einen oder anderen LeserInnen­Brief. Und sowas endet fast zwangsläufig in einem Buch. Seit Mitte Dezember gibt es ihre ausgewählten Sportkolumnen als beidseitig lesbares A6­Büchlein zu kaufen, «ein absolutes Muss» für Ex­Fussballer ANDI EGLI, und der muss es ja wissen... Die Vernissage findet am 11. Februar im Bogen F in Zürich statt.

Gesichertes zum neuen Jahr und zur Verbesserung der Welt ist sonst nicht leicht zu finden – vielleicht bei Thomas Bernhard, dem lebenslänglich unverbesserlichen Grantler? Sein Weltverbesserer (im gleichnamigen Theaterstück von 1979) hält allerdings generell nichts von Aufwärtsdrang: Die Welt ist eine Kloake aus welcher es einem entgegenstinkt Diese Kloake gehört ausgeräumt Aber wenn wir die Kloake vollkommen ausräumen ist sie leer Dann bleibt uns nichts anderes übrig als dass wir uns kopfüber hineinstürzen

Saiten 01/2015

Die Personalien haben sich im Dezember geradezu über­ schlagen, Beispiel MARKUS SOMM (wird jetzt doch nicht NZZ­Chefredaktor) oder MARKUS SOMM (wird viel­ leicht doch VR beim St.Galler Tagblatt, sollte dieses tat­ sächlich über die Luzerner Zeitung hinaus auch mit der BaZ kooperieren). Da kommt man als «Klassenkampfblatt» fast gar nicht mehr mit. Halten wir uns also ans Gesicherte.

Oder, für etwas weniger rabenschwarz denkende Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, noch dieser Nachsatz: Du weisst an Dienstagen vertrage ich keinen Menschen ausser dir Sicher ist: Das neue Jahr wird beständig veränderlich.

ABGESANG

Bilder: handelszeitung.ch, pedrolenz.ch, drehundangel.ch, srf.ch, sg.ch

Boulevard


Nordklang Festival St.Gallen 6. – 7. Februar 2015

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Musik aus dem Norden www.nordklang.ch

Vorverkauf ab 9. Januar 2015: Transa / Viegener Optik | In Zusammenarbeit mit dem SPOT-Festival, Ă…rhus (DK)

N°241 · korrigiert.  

Januar 2015 · Ein Heft mit lauter Verbesserungen und guten Vor­sätzen. Ausserdem: Der Report von der Gasse, Kunst und Zwang in der Psychiat...

N°241 · korrigiert.  

Januar 2015 · Ein Heft mit lauter Verbesserungen und guten Vor­sätzen. Ausserdem: Der Report von der Gasse, Kunst und Zwang in der Psychiat...

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