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Ostschweizer Kulturmagazin

Juni 2011

N° 202

gülle, geld und galtlig

ein Blick hinters heidiland

Ausserdem:

Der Säntismörder als Opernstar Platz da für Plan B Landbibliotheken auf der Überholspur


Editorial «Wir machen etwas mit dem Land. Das ist der Reiz. Ich glaube, das steckt tief in uns allen drin. Schaut man zwei, drei Generationen retour, taucht bei jedem ein direkter Bezug zur Landwirtschaft auf.» Wolfgang Steiger, Kleinbauer, S.24–27 Meine Grosseltern waren Bergbauern hoch über dem Walensee. Mein Bruder und ich krochen unter den Frau-Holle-Decken in den frühen Morgen und freuten uns auf die warme Milch, die ich ums verroden mit, mein Bruder um alles in der Welt ohne Pelz trinken wollte. In der Küche beugte sich der Grossvater – vom Stall zurück – über sein Kacheli mit Milchkaffee und liess Brotbröckli darin schwimmen. Mit dem Grossmami sammelten wir sommers Teeblüemli zum Trocknen, winters Föhrenzäpfen zum Anfeuern, liefen mit den Kühen zur Vehschau, standen beim Heuen daneben und krochen mit unseren Cousins durch unterirdische Strohdörfer. Den Zvesper assen wir um fünf und jassten danach in der Stube, bis es Zeit zum Schlafen war. Oben in der Kammer stritt ich mich mit meinem Bruder noch um den Lichtschalter, doch am Ende beteten wir immer brav das Vater-Unser mit dem Grossmami. Aber idyllische Kindheitserinnerungen allein prägen nicht unsere Bauernbilder. Sie sind mindestens so vorbelastet wie verklärt. Bauern sind die urchige Schweiz, Wetterschmöcker, sie können noch richtig schaffen, aber auch nicht schlecht jammern. Sie machen die hole Hand und fordern staatlichen Protektionismus. Die Bauern sind sture SVPler oder linke Träumer, die früher oder später das bäuerliche Leben wieder aufgeben werden. Sie sind bio samt Knospe oder führen lieblose Gammelhöfe, sind verbohrte Käuze oder leben in leutseligen Sippschaften zusammen. «Saiten» hat sich auf Höfen, Alpen und Weiden umgeschaut und räumt mit diesen Vorurteilen auf. Andrea Kessler

Impressum Saiten – Ostschweizer Kulturmagazin 202. Ausgabe, Juni 2011, 17. Jahrgang, ­erscheint monatlich Herausgeber: Verein Saiten, Verlag, Schmiedgasse 15, Postfach 556, 9004 St.Gallen, Tel. 071 222 30 66, Fax 071 222 30 77, Redaktion: Andrea Kessler, Johannes Stieger, ­redaktion@saiten.ch Verlag/Anzeigen: Richard Zöllig, verlag@saiten.ch Sekretariat: Gabriela Baumann, sekretariat@saiten.ch Kalender: Anna Tayler, kalender@saiten.ch Gestaltung: Carol Pfenninger, Michael Schoch, grafik@saiten.ch

Vereinsvorstand: Susan Boos, Lorenz Bühler, Gabriela Manser, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch Vertrieb: 8 days a week, Rubel Vetsch Druck: Niedermann Druck AG, St.Gallen Anzeigentarife: siehe Mediadaten 1. 2005 Saiten bestellen: Standardbeitrag Fr. 60.-, Unterstützungsbeitrag Fr. 90.-, Gönnerbeitrag Fr. 250.-, Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch Internet: www.saiten.ch Fotografie, Illustration: Daniel Ammann, ­Florian Bachmann, Beni Bischof, Michael Bodenmann, Stefan Bösch, Christiane ­Dörig, Tine Edel, ­Adrian Elsener, Rahel Eisenring, Georg Gatsas,

J­onathan Németh, Lika Nüssli, Franziska Messner-Rast, Tobias Siebrecht, Theres Senn, Barbara Signer, Manuel Stahlberger, ­Felix Stickel, D-J Stieger, ­Lukas Unseld Text: Marcel Bächtiger, Susan Boos, Rolf Bossart, Kurt Bracharz, Sabina Brunnschweiler, Sina Bühler, Richard Butz, Bettina Dyttrich, Marcel Elsener, ­Andreas Fagetti, Hans Fässler, Tin Fischer, Mathias Frei, Carol Forster, Christina Genova, Andrea Gerster, Flori Gugger, Giuseppe Gracia, Eva Grundl, Michael ­Guggenheimer, Etrit Hasler, Frank Heer, Damian Hohl, René Hornung, Ralph Hug, Kathrin Haselbach, Lea Hürlimann, Daniel Kehl, Florian Keller, Thomas Knellwolf, Andreas Kneubühler, Fred Kurer, Noëmi Landolt, Manuel Lehmann, Sandra Meier, ­Melissa Müller, Peter Müller, Andreas Niedermann, Charles Pfahl-

bauer jr., Milo Rau, Philippe Reichen, Holger Reile, Shqipton Rexhaj, Adrian ­Riklin, Mark Riklin, Roman Riklin, Harry Rosenbaum, Andri Rostetter, Andreas Roth, Daniel Ryser, Kristin Schmidt, Sabin Schreiber, René Sieber, ­Monika Slamanig, Barnaby Skinner, Yves Solenthaler, Hanspeter Spörri, Wolfgang Steiger, Kaspar Surber, ­Peter Surber, Florian Vetsch, Roger Walch, ­Michael Walther, Bettina Wollinsky, Rafael Zeier Korrektur: Kathrin Schaffner, Monika Oertner © 2011: Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vor­ behalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ­Genehmigung. Die Urheberrechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine ­Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, ­Fotos und Illustrationen.


inhalt

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Streifzug. von Laurenz Läufer Meisterstück. von Hanspeter Spörri Reaktion. Maag & Minetti. von Keller + Kuhn 53:47 als Denkzettel. von Andreas Kneubühler Mehrfach belichtet. mit Daniel Ammann und Etrit Hasler

TITEL 12 Zwischen Stromgitarren und Herdengeläut. Der Älpler Chrigel Schläpfer erklärt, warum er doch nicht ganz in den Bergen wohnt. 14 Wo die Kühe zum Roboter gehen. Und der Bauer Armin Segmüller erst nach dem Frühstück in den Stall muss. von Eveline Dudda 16 Landlose, ledig, sucht … Maria Müller hat die Tiere, jetzt fehlt noch der eigene Hof. von Nathalie Grand 18 In den gesunden Gärten. Die Jungwinzer Philipp Bosshart und Mathias Grimm setzen voll auf Piwi. von Andrea Kessler 20 Die Grenzen des Wachstums auf dem Feld. Was es bedeutet, Nahrung zu produzieren. von Bettina Dyttrich 22 Das Landwirtschafts-ABC. von Bettina Dyttrich 24 «Es war kein Plan dahinter.» Im Gespräch mit Jasmin Siegrist und Wolfgang Steiger über das Leben als Kleinbauer. von Johannes Stieger 28 Kühe stellen keine Fragen. Die zwölfjährige Christel Steger kauft sich lieber ein Kalb als einen Laptop. von Eveline Dudda 30 «Ich mache nur, was ich wirklich will.» Das Gemüse von Peter Ackermann ist schon in der dritten Generation bio. von Harry Rosenbaum Fotografien von Florian Bachmann

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44 THEMA 32 Rundflug. von Kurt Bracharz, Daniela Vetsch Böhi, Mathias Frei, Wendelin Brühwiler, Florian Keller, Verena Schoch 36 Bei den Bibliotheken auf dem Land. von Ralph Hug 39 Der Plan B nach dem Marktplatz-Nein. von René Hornung 41 Flaschenpost. von Philipp Bachmann aus Tibet KULTUR 42 Kunst. Gartenbaukunst in den Appenzeller Hügeln. von Peter Röllin 43 Film. Afro-Pfingsten feiert den afrikanischen Film. von Marina Schütz 44 Theater. Die Geschichte des Säntismörders. von Wolfgang Steiger 46 Literatur. Max Peter Ammanns Erstlingswerk. von Richard Butz 47 Literatur. Erinnerungen eines Findelkindes. von Andrea Kessler 48 Von der Rolle. von Andreas Kneubühler 48 Theaterland 49 Literatour. mit Richard Butz 50 Schaufenster. 50 Forward. 51 Presswerk. von Anne Käthi Wehrli KALENDER 53 Termine im Juni. 73 Charles Pfahlbauer jr. 75 Nr. 071. von Theres Senn


Streifzug

Bild: LL

Stadt in Veränderung

Und so war im Mai der grosse Abstimmungssonntag in die Stadt gekommen, und vor dem Rathaus muss sich eine dramatische Szene abgespielt haben. So zumindest berichteten es Kollegen. Nach dem deutlichen Nein der Stadtbevölkerung zur Parkgarage und der Neugestaltung des Marktplatzes habe Elisabeth Beéry im Namen des Stadtrates Stellung nehmen wollen. Hinter der Schiebetür zum Rathaus habe Urs Weishaupt gestanden, der Mediensprecher der Stadt, und habe andauernd gebrüllt: «Das ist nicht öffentlich! Das ist nur für Journalisten! Das ist nicht öffentlich! Wer bist du?» Auf die Frage, warum es denn nicht öffentlich sei, habe Weishaupt geantwortet, obwohl er ja nur Mediensprecher ist und nicht Parteipolitiker: «Wegen dem Stettler.» Sonst komme der noch – und dann! Dabei hatte der Oppositionsanführer gegen die Neugestaltung an diesem Sonntag nichts Böses im Sinn: In einem Jokerkostüm tanzte er im Regen auf dem Marktplatz. Weishaupt hinter der Schiebetür, der eine demokratische Diskussion des Abstimmungsresultates verhindert – es ist ein Sinnbild für die Situation dieser Stadt. Und ich finde, im positiven Sinn. Denn im Nein zur Parkgarage und der Neugestaltung des Marktplatzes kommt kein destruktiver Wille zum Ausdruck: Viele haben sich an vielen Details gestört. Aber dass man grundsätzlich etwas Neues machen könnte, das wurde kaum bestritten. Vielmehr ist das Resultat in einer Reihe von ökologisch fortschrittlichen Entscheidungen in St.Gallen zu sehen: Die Annahme der Städte-

Initiative, welche eine Zunahme des Autoverkehrs verhindert, ein schrittweiser Ausstieg aus der Atomenergie, zumindest bis 2050, der Bau eines Geothermie-Kraftwerks – und jetzt das Nein zur Parkgarage. Auch ein sozialpolitischer Aufbruch ist erkennbar bei den letzten nationalen Abstimmungen: Das Referendum gegen die Arbeitslosenversicherung und die Steuergerechtigkeitsinitiative wurden nur knapp verworfen, die Ausschaffungsinitiative hingegen abgelehnt und die Waffenschutzinitiative angenommen. Es scheint, dass die Bürgerinnen und Bürger, die in dieser Stadt arbeiten und wohnen, viele mit Kindern draussen in den Quartieren, weiter sind als die städtischen Politiker und Behörden. Sie wollen eine vielfältige, nachhaltige Stadt. Das zeigten auch die Leserbriefe: Für die Parkgarage schrieben vor allem Vertreter von Parteien und Gewerbe. Dagegen schrieben einzelne Bürgerinnen und Bürger. Auch mit dem Hinweis, dass die Stadt nicht aus dem Marktplatz allein bestehe. Das Ja-Komitee hatte die Innenstadt vollplakatiert. Bereits im Linsebühl in den vielen Coiffeur-Salons hingen die Nein-Plakate. Und an den Regenrohren klebte der subversive Sticker: «Gegen geistige Tiefgaragen». Zur Diskrepanz zwischen Behörden und Bürgern meinte die unverdächtige «NZZ» treffend: «Stellt sich ohnehin die Frage, ob St.Gallen für eine lebendige Piazza mit grossstädtischem Flair überhaupt bereit gewesen wäre – angesichts einer gelegentlich wuchernden Behördenmentalität, die Lebendigkeit im Stadtzentrum am liebsten verbieten würde.»

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Letztmals kam die Mentalität am 1. Mai zum Ausdruck: Eine Festwirtschaft am Tag der Arbeit wurde von der Gewerbepolizei verboten, weil die Festbänke als Wurfgeschosse hätten benutzt werden können. Die Politik hat die offene Auseinandersetzung vermieden: Mit dem Parkplatz-Konsens fügte sich das Stadtparlament in einen ZwangsKompromiss – auch unter freundlicher Beteiligung der älteren linken Generation. Lediglich drei Vertreterinnen und Vertreter von SP und Juso trauten sich, gegen die Gesamtvorlage zu stimmen. Dabei war immer klar: Der Marktplatz kann auch ohne die Parkgarage neu gestaltet werden. Mit dem nötigen politischen Willen – der, wie sich nun zeigt, ganz im Sinn der Bevölkerung gewesen wäre. Und weiter ist. Das Abstimmungsergebnis ist nicht nur nachhaltig erfreulich, sondern auch machtpolitisch interessant: Die Neugestaltung des Marktplatzes war das Prestigeprojekt der Bürgerlichen, von Cityparking und Pro Stadt. Damit sind sie, die stets im Gestus politisieren, ihnen allein gehöre die Stadt, nun gescheitert. Ihre Stadtherrschaft wankt. Ob bei den nächsten Wahlen mehr junge, fortschrittliche Personen ins Stadtparlament und in den Stadtrat einziehen? Damit die Schiebetür nur ja nicht offen bleibe, habe Weishaupt übrigens ständig auf einen Schalter gedrückt. Irgendwann sei die Türe blockiert gewesen. Irgendetwas scheint zu klemmen. Laurenz Läufer Laurenz Läufer ist für «Saiten» im Wahljahr unterwegs und berichtet von Haupt- und Nebenschauplätzen der grossen und der kleinen Politik.


Meisterstück

Fritz Schläpfer, Bauer und Schnitzer Wenn man täglich, sommers wie winters und auch an Sonntagen, auch an Weihnachten, auch mit Fieber, um fünf Uhr aufsteht, sieht die Welt anders aus. Die Abende sind kurz, um neun Uhr geht man schlafen. Fritz Schläpfer, 1950 auf die Welt gekommen, hat keinen Fernseher. Wirtschaften besucht er kaum. Sein auffälligster Wesenszug ist die Fröhlichkeit. Oder besser: seine Zufriedenheit. Er strahlt jene innere Ruhe und Gelassenheit aus, die man von Meditierenden kennt. Der tiefe Milchpreis beschäftigt ihn. Aber er beklagt sich nicht: «Mir geht es recht.» Acht Kühe stehen in seinem Stall in der Steinegg in Teufen. Dazu ein Stier, fünf Kälber oder Galtlig (Jungrinder). Jeden Morgen fährt er von seinem Wohnhaus am Almenweg in Speicher durch den Wald zu den Kühen im Pachtstall. Zu seinen Tieren pflegt er eine Beziehung, die nicht leicht zu beschreiben ist. Als ihm einmal ein anderer Bauer empfahl, im Falle eines Spitalaufenthalts sein Vieh zu verkaufen und später wieder neue Tiere anzuschaffen, antwortete er knapp: «Dann hätte ich ja nicht mehr die gleichen.» Wenn er ein Tier dem Schlachtviehhändler verkauft, macht er das mit einer leisen Trauer, aber ohne Sentimentalität.

Fritz wollte als Kind nie etwas anderes werden als Bauer. Die Namen der Kühe habe er schon gekannt, bevor er sprechen lernte, sagt seine betagte Mutter, die für ihn am Mittag kocht und schon im Bett ist, wenn er abends um sieben vom Stall zurückkommt. Als Schüler hat er mit dem Schnitzen angefangen. Damals faszinierten ihn die Kühe eines bekannten Appenzeller Chüelischnitzers, den er sich zum Vorbild nahm. Zunächst machte er Fehler. Er achtete nicht auf die Jahrringe des Lindenholzes, und so brachen die Beine ab. Mit der Zeit fand er aber nicht nur heraus, wie das verhindert werden kann, sondern entwickelte auch einen eigenen Stil. Seine Kühe wirken lebensnah, der Stier kraftvoll, die Abstraktion ist gekonnt. Oft bemalt er sie so, dass sie den Kühen in seinem Stall gleichen. Sie tragen dann einen weissen «Gurt» oder ein Muster auf Gesicht und Rücken. «Blüm» heisst dafür die traditionelle Bezeichnung. Durch diese Beschäftigung ist Fritz Schläpfer einst mit einer ihm fremden Welt kurz in Berührung gekommen. Vor zwanzig oder dreissig Jahren sei einmal Bruno Bischofberger bei ihm aufgetaucht (der berühmte Zürcher Galerist mit Innerrhoder Wurzeln, Freund von Andy Warhol und anderen zeitgenössischen Künstlern). Der habe von ihm ein ganzes Senntum erworben. Auch im Volkskundemuseum in Stein waren seine Kühe schon ausgestellt. Auf seinen Alltag hatte das keinen Einfluss. Über das Weltgeschehen ist Fritz Schläpfer als Radiohörer und

reaktion

Ostschweizer Kulturmagazin

Mai 2011 N° 201

Bei den anwesenden Zehn Berichte Zur interkultur

«Meisterstück. christina schlatter, Gründerin des Matriarchivs» Mai 2011

Ausserdem:

Gammlermord in Konstanz Kein Vakuum in Rorschach Staatsgründung in Schaan

Heide Göttner-Abendroth und Erich von Däniken haben mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick erwarten könnte: Beide propagieren für vor- und frühgeschichtliche Zeiten utopische Gesellschaftszustände. Die eine ein «weltweites Matriarchat», der andere die Herkunft der menschlichen Zivilisationen von anderen Sternen. Sie haben eine ähnlich aggressive Schreibweise, lassen keine Gegenmeinungen zu und sind unwissenschaftlich wie nur was. In einem unterscheiden sie sich jedoch: Während Däniken hübsche Fotos aus aller Welt liefert, erhebt Göttner-Abendroth den Anspruch, alte Clangesellschaften oder Priesterinnen-Theokratien in unserer Gegenwart umsetzen zu wollen – das nennt sie «Matriarchatspolitik». Mutterrecht statt Menschenrechte? Nein danke! Ich persönlich ziehe demokratisch legitimierte Regierungen auf der Basis der Menschenrechte vor. Die «Akademie Hagia» von Heide GöttnerAbendroth ist ausserdem ein deutsches Privatunternehmen aus Niederbayern, das 5000 Franken öffentliche Gelder vom Kulturfonds der Stadt St.Gallen erhält, die eigentlich für St.Galler Frauenprojekte bestimmt sind. Ich persönlich halte das für einen Skandal. Dr. Martina Schäfer, St.Gallen

Illustration: Rahel Eisenring

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Zeitungsleser im Bild. Seine Meinung äussert er aber zurückhaltend. «Wenn man mit Lebendigem zu tun hat, ist alles ein bisschen anders», sagt er. Über manche Verrücktheit des heutigen Wirtschaftslebens schüttelt er den Kopf. Sein Augenmerk richtet er vor allem auf Freud und Leid im Stall. Bei seinen Kühen spürt er, wenn sie söderig sind. Er staunt über ihr Gedächtnis, erzählt, wie sie auf der neuen Weide zielbewusst auf den Apfelbaum zusteuern, unter dem sie im letzten Jahr das Fallobst fanden. Kühe sind für Fritz Schläpfer Individuen: «Jede hat ihren Charakter.» Oft ist bei ihm eine leichte Skepsis zu spüren gegenüber allem, was den Bezug zum Lebendigen vermissen lässt. «Jo hetocht», sagt er dann vielleicht. Er versucht aber nicht, die Ansichten der andern zu ändern. Er akzeptiert, was ist, Menschen und Meinungen, Wetter und Jahreszeiten, den Gang der Dinge. Hanspeter Spörri


keller + kuhn: Maag & Minetti StadtgeSchichten

Aura Der Umstand, für den Serienmörder «Harry der Schlächter» gehalten zu werden, versetzt Maag in einen gespaltenen Zustand. Auf der positiven Seite schlägt zu Buch, dass ihm der scheussliche Ruf als «Harry der Schlächter» nicht zu unterschätzende Vorteile gebracht hat. Hauswart Ritz, auf dessen Schikanierliste er bisher ganz oben stand, behandelt ihn auf einmal ausnehmend höflich. Er trägt ihm, dem Jüngeren, wenn er nach Hause kommt, sogar die Taschen zum Aufzug. Im Stadtcafé lässt ihn Lelli endlich mit seinen blutigen Geschichten aus dem Krieg, den er lediglich aus den Büchern von Erich Maria Remarque kennt, in Ruhe. Auch den Zentralpark belastet der Ruf des Monsters. Allein dort schon sind Harry zwei Spaziergängerinnen und ein eben angestellter, junger Gärtnergehilfe zum Opfer gefallen. Seither gibt Willi Maag auffallend häufig recht, was ihren Gesprächen jedoch jede Würze nimmt. Schliesslich hat sein Verhältnis zu Rita eine erotische Erweiterung erfahren. Jedes Mal, wenn sie im Stadtcafé an seinem Tisch vorbeikommt,

berührt sie ihn unauffällig. Geht hier endlich ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung? Ähnliches stellt er bei Ana Bela an der Kaufhauskasse fest. Und Emina ist ihm dieser Tage sogar über den halben Zentralplatz nachgeeilt, nur um ihm, nachdem sie sich ausser Atem kurz an seiner Brust ausgeruht hatte, errötend einen Gruss von Hermeling auszurichten. Ausgerechnet von Hermeling, diesem geistigen Kontorsionisten! Alles Vorfälle, die ihm schmeicheln und ihn gleichzeitig misstrauisch machen. Weshalb braucht es dazu die Aura eines Serienmörders? Weshalb reicht sein Ruf als «Maag der Makellose», an dem er unablässig arbeitet, nicht aus, gebührend beachtet zu werden? Am Tag, als «Harry der Schlächter» endlich gefasst wird, ohne dass ein weiteres Opfer zu beklagen gewesen wäre, atmet die gesamte Region auf. Zu Maags Erleichterung – oder Enttäuschung? – stellt sich heraus, dass sie sich nur in der Mundpartie geringfügig gleichen. Seither findet er sich immer wieder vor dem Spiegel und befragt sich stumm, ob es ihm jemals wieder gelingen wird, mit allen Mängeln und Qualitäten nur Maag zu sein, ohne die mit der vermeintlichen Ähnlichkeit verbundenen Vorteile einzubüssen. Christoph Keller und Heinrich Kuhn

Illustration: Beni Bischof

Marktplatz

53:47 als Denkzettel Einer der seltsamsten Abstimmungskämpfe in der Stadt St.Gallen endete am 15. Mai, einem verregneten Sonntag, an dem die Idee einer mediterranen Piazza auf dem Bohl noch absurder wirkte als in den Wochen zuvor. Es war wie nach einem Bühnenstück, das mit viel Theaterdonner, Lichteffekten und allerlei Brimborium aufgepeppt worden war. Dann ist die Vorstellung zu Ende, das Licht geht an und man sieht die kleine Bühne, die paar Requisiten. Im Fall der mit 53 Prozent Nein-Stimmen abgelehnten Marktplatz-Vorlage wird die Sicht frei auf einen eher bescheidenen Platz in der Altstadt, nicht ohne Charme, aber mit wenig Sonne, momentan noch von Parkplätzen vollgestellt, den man mit einigen wenigen Eingriffen aufwerten könnte. Es ist lediglich eine Frage des politischen Willens, die bereits angedachten Veränderungen auch durchzusetzen. Der Weg dazu führt über einen Entscheid des Stadtrats, allenfalls braucht es einen runden Tisch, ansonsten ist dafür eine Volksinitiative nötig. Voraussetzung für solche politischen Prozesse wären allerdings zuerst Klärungen im links-grünen Lager. Dabei müssten auch personelle Fragen gestellt werden. Das gilt für die SP, für die Fraktionspräsident Martin Bösch als Vertreter des autokritischen Ja-Komitees an jedem Podium auftrat und als einziger (!) Befürworter an einer Diskussion von Tele Ostschweiz teilnahm. Das gilt auch für den VCS, der sich bei einer umstrittenen Verkehrsvorlage im gleichen Lager wie der TCS und die City Parking AG engagierte und dafür einen klaren Denkzettel erhielt. Der Abstimmungskampf könnte den Abgesang einer Politikergeneration bedeuten, die sich in der Stadt St.Gallen seit den achtziger Jahren in Grabenkämpfen um einzelne Parkplätze stritt – und offensichtlich nicht mehr davon loskommt. Im vielzitierten Parkplatzkonsens ging es letztlich bloss um einen Tausch von oberirdischen gegen unterirdische Parkplätze. Nur schon aus ein bisschen Distanz ist nicht mehr ersichtlich, worin denn genau der Gewinn bestanden hätte – schliesslich ziehen beide neben innerstädtischem vor allem auch Pendlerverkehr an. Wer einmal durch die Multer- oder Neugasse flaniert, weiss, dass St.Gallen mit dem beliebigen Angebot an Allerwelts-Boutiquen weiter an Bedeutung verlieren wird – und dass dies alle Parkgaragen der Welt nicht verhindern können. Wer sich einmal am Samstagabend durch die Brühlgasse kämpft, stellt fest, dass sich St.Gallen zu einer Vergnügungsmetropole mit ganz anderen Fragestellungen entwickelt und dass daran ein paar aufgehobene oberirdische Parkplätze nichts ändern würden. Die Welt dreht sich weiter, Lösungen von gestern sind nicht mehr gefragt. Auch das ist eine Botschaft des 53:47 vom 15. Mai. Andreas Kneubühler

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Mehrfach belichtet

mit Daniel Ammann (Bild) und Etrit Hasler (Text) Wenn einer eine Reise tut, dann bringt er besser Kabel mit. Einmal im Jahr treffen sich die Menschen, die von Tocotronic wegen ihrer Hobbys verachtet werden, in Thun zum grossen Kuhhandel, zur gegenseitigen Fleischbeschau, zum alljährlichen Transferfenster der 2.-LigaRegionalbühnen – die Rede ist von der Schweizer Kleinkunstbörse. Der diesjährige Gastkanton präsentierte sich – auf einer eigenen Bühne fernab des Messemiefs, der zeitweise sehr an die Olma erinnerte – in der schmucken Thuner Altstadt unter dem Motto «St.Gallen spinnt», wozu man die grössten Spinner des Ostschweizer Kulturschaffens (so zumindest das Konzept) eingeladen hatte. Das Bild zeigt ebendiese Bühne, kurz bevor Manuel Stahlberger zusammen mit Thomaten und Beeren ein herzerweichendes Set zum Besten gab. Wie man deutlich erkennen kann, singt Stahlberger aber nicht nur über den Klimawandel, sondern arbeitet auch tapfer daran mit, indem er Flüssigkeitsprodukte der US-Marke «Valser (a subsidiary of Coca Cola, Inc.» bevorzugt. Schönster Dialog des Wochenendes: Tontechniker: «Aufhören, wir haben ein Zeitbudget!» Stahlberger: «Schön für euch, wir haben gar kein Budget.»

Der fotograf Daniel ammann schickt der «Saiten»-redaktion monatlich ein bild – ohne hintergrund- und inhaltsangaben. Wechselnde autorinnen und autoren schreiben die legende.

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landwirtschaft

Zwischen Stromgitarren und Herdengeläut Immer wieder hoch: Den Älpler Chrigel Schläpfer zieht es im Sommer in die Berge und auf abgelegene Alpen. Im Winter locken im Unterland der Sound experimenteller Projekte und der Austausch mit Freunden. Meine Kindheit verbrachte ich als Landei, hangelte mich in meiner Freizeit durchs Geäst des benachbarten Urwalds, staute Bäche und verbrachte viel Zeit mit der Beobachtung von Kleingetier im nahen tümpel. täglich bezog ich mein Grundnahrungsmittel Rohmilch vom Bauernhof und bedauerte die armen stadtkinder, die zum spielen keinen Wald hatten. Dass ich einen gewalttätigen Lehrer hatte, schien mir ein unangenehmer Zufall, welchen ich nicht mit ländlichen Zuständen der siebziger Jahre in Verbindung brachte. Verschiedene Verwandte und Bekannte lebten zwar von der Landwirtschaft, eine Vertraulichkeit mit den riesigen Kühen und stinkschweinen wollte in meiner Kindheit aber noch nicht entstehen, ich misstraute den Viechern. Dafür war ich mit dem angebot an Gemeindesaal- und Brauchtumsanlässen‚ stobeten, streichmusik und Ähnlichem zufrieden. als mir mit zwölf Jahren eines tages ein nachbarbub auf dem schulweg mitteilte: «Der elvis ist gestorben, heute werden die Weiber (Mitschülerinnen) sicher heulen», hatte ich keine ahnung, wovon er sprach. im darauffolgenden Jahr berührte auch mich die Faszination von stromgitarren und via einschlägiger Radiosender bemühte ich mich, mein Manko an Wissen über Rockmusik aufzuarbeiten. einen Plattenladen gab es in meinem schnarchkaff natürlich nicht, ich musste mich andernorts mit göttlichem Lärm eindecken. In die Stadt gelockt so begab ich mich bald regelmässig auf heimliche erkundungen in die benachbarte Grossstadt st.Gallen. nicht nur, um meine Plattensammlung mit neuen schätzen zu bestücken, sondern auch um das kennenzulernen, wovor mich meine eltern schützen wollten. Für sie barg «die stadt» ein unberechenbares Gefahrenpotential für Jugendliche. Mir hingegen war klar, dass in der stadt abenteuer warteten, die mir das Land nicht bieten konnte. ich wollte den einschränkungen des Landlebens und den Zukunftsplänen, die meine eltern für mich hegten, entfliehen. Um die Welt verändern zu können, drängte es sich auf, im städtischen Umfeld Gleichgesinnte zu suchen. im Laufe der Zeit würde ich in diesem Pfuhl schon fündig werden. so zog ich mit achtzehn Jahren endlich in die grosse, gefährliche stadt, um mich (neben Lehre und Brotjobs) dem wilden Leben hinzugeben. Mit zwanzig hatten die individualisierung meines Outfits, Rs-Desertion und mutmassliche Verbrechen (mediale aufpeppung eines unfreiwilligen Kontakts mit ausländischen Justizbehörden) für aufsehen gesorgt. an meinem damaligen Wohnort und vor allem in der Gemeinde meiner Kindheit erfuhr ich, was gesellschaftliche Ächtung heissen kann. Diese erfahrung hat meine einschätzung von dörflichen Gemeinschaften, deren sozialen Kontrollmechanismen und möglichen reaktionären auswüchsen für lange Zeit ge-

prägt. Geborgenheit suchte ich für die nächste Zeit in der anonymität der städte und im subkulturellen Ghetto. Die wütende energie von Hardcore- und Punkmusik begleitete mich, Freiräume und besetzte Zentren lockten mich in andere städte. Anziehung Alp in den Jahren darauf musste ich feststellen, dass mir die Möglichkeiten der stadt nicht ausreichten, meinen Hunger nach intensivem Leben zu stillen. ich verpflichtete mich zu einem ersten alpsommer als Hirt im Wallis und merkte nach anfänglicher Überforderung, dass ich etwas gefunden hatte, was mir wichtig werden würde. in einer selbstbestimmten Gruppe trugen wir die Verantwortung für die Gesundheit einer Herde Kühe und für die Milchverarbeitung, gemeinsam bewältigten wir ein immenses arbeitspensum. Das brachte mir Bestätigung, selbstvertrauen und Zufriedenheit; die aktivitäten in der knappen Freizeit ebenso. alp- und Landwirtschaft bieten vielfältige Möglichkeiten, seinem arbeitsplatz eine individuelle Prägung zu geben. Mit den tieren zog ich über die Weiden, zeigte ihnen lohnende Futterplätze und fühlte mich den Hirten verbunden, die vor tausend Jahren die gleiche arbeit gemacht hatten. ich lernte als senn Bakterien und enzyme in Käseprozesse einzuspannen; den jungen Käse über Monate täglich zu begleiten und reifen zu lassen, um ihn im Winter anschneiden und geniessen zu können. Das entstehen von arbeits-, Liebes- und Konfliktgemeinschaften forderte mich regelmässig heraus. staunend lernte ich Verhalten, Kommunikation und Herdendynamik von Rindern, Kühen, Ziegen kennen. Die Verständigung mit den geschätzten Hütehunden öffnete unbekannte sichtweisen. ich begann neue aspekte des Landlebens zu schätzen, verbrachte viel Zeit in der Landschaft und schlief bei trockener Witterung regelmässig draussen. Die Faszination starker Berggewitter, aber auch todesfälle beim Jungvieh durch Blitzschläge liessen mich erahnen, warum frühere Generationen solche energien Gottheiten zuschrieben. Durch heftige Wetterumschläge, Wildbäche, Felsstürze und Lawinen wuchs mein Respekt vor Kräften, mit denen ich mich zu arrangieren hatte, wenn ich nicht meine und die Unversehrtheit der tiere riskieren wollte.

Rufende Berge Durchs z’alp-Gehen zogen mich die Berge immer stärker an. ich begann mit Klettern und Gleitschirmfliegen, machte Hoch- und skitouren. Die Horizonterweiterung, die mir eine Gipfelbesteigung beschied, steigerte sich, je höher und einsamer der aussichtspunkt war. Mich als teil der Landschaft und der natur zu fühlen, konnte mit euphorisierenden Zuständen einhergehen, die meine ausdauer und Leistungskraft erheblich unterstützten. Ähnliches erleb-

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landwirtschaft

Bild: Yannick Andrea

te ich in der stadt ausnahmsweise bei einem berauschenden Konzert. Meine emotionale Verbundenheit zum Alp- und Berggebiet konnte ich meinem städtischen Umfeld nicht vermitteln. ich brauchte im Herbst längere Pausen, bis ich in der stadt wieder auf Freunde zugehen mochte. Die unangenehmen Begleiterscheinungen des stadtlebens – Verkehr, «stadtentwicklung» durch Abbruchpolitik und so weiter – begannen meine Befindlichkeit als stadtbewohner in Frage zu stellen. Die angenehmen seiten des Lebens im Zentrum st.Gallens und soziale Kontakte reichten nicht aus, mich wenigstens im Winter ans Unterland zu binden. ich war neugierig, wie «meine» Bergbauern und -bäuerinnen den Winter verbrachten. ich begann Betriebshilfeeinsätze zu machen für eine Organisation von Biobergbauern. Doch die Lebensbedingungen und die Haltung der nutztiere im Winter fand ich ziemlich einengend und im Vergleich zum Alpsommer langweilig. ich fand es spannender, für die betreffenden Betriebe alte Wohngebäude und ställe zu renovieren oder an stallneubauten mitzuwirken.

Familienanschluss fürs Rindvieh Landleben heisst für mich auch, Zusammenhänge in der nahrungsmittelproduktion sinnlich wahrzunehmen. Damit ich Käse, Butter, Quark und Joghurt machen und essen kann, wurde der Kuh, die ich melke, das Kalb geraubt. Die Kuh selber wird spätestens bei Altersschwäche geschlachtet und zu nahrung verarbeitet. Während der Milchverwertung oder beim Genuss von feinem Käse verdränge ich solche Zusammenhänge natürlich so erfolgreich wie die Konsumenten ohne direkten Bezug zur nutztierhaltung auch. Bei manchen Bergbauern haben die tiere Familienanschluss. schon Kinder im Vorschulalter erkennen die Kühe ihres Hofes in einer gemischten Herde – als seien es vertraute spielkameraden. Jede Kuh hat ihren namen, der mit Respekt ausgesprochen wird. Mir selber fiel das erkennen aller individuen einer ganzen Herde brauner Rindviecher auch ende Alpsommer schwer. Der Widerspruch, mit Familienmitgliedern respektvoll umzugehen und sie trotzdem irgendwann in den schlachthof zu bringen, beschäftigt mich auch nach mehr als zwan-

zig Jahren. er wird auch von Bauernkindern nicht oft thematisiert und falls doch, kommt ein tier halt später zum schlachter. Land- und Alpwirtschaft beinhaltet, tiere zu betreuen, die vielleicht schon im Herbst als Gewichtsmasse Fleisch gerechnet werden. Damit muss ich mich als Älpler abfinden. Um mich darauf einzulassen, habe ich mal auf einem Hof beim schlachten von zwei Alpschweinen assistiert. Die tiere erlitten ohne Vorahnung einen schnellstmöglichen tod. Bei der Verwertung des schlachtkörpers gab es ausser Borsten, Knochen und Klauenhorn keine Abfälle. spätestens seit diesem Zeitpunkt ist mir klar, dass ich als temporärer Fleischesser keine Filets, Pouletbrüstli oder Ähnliches erwerben kann. Wer Fleisch isst, soll auch an weniger attraktiven teilen rumnagen, wenigstens so viel Respekt hat das getötete tier verdient. nur selten Fleisch zu essen, ist keine einschränkung für mich, ohne Käse zu leben, würde mir schwer fallen. Erwartungen und Projektionen Dass ich – wie die nutztiere in den ställen – mich aufs Hofleben oder eine kleine dörfliche Gemeinschaft einlassen sollte, um im Berggebiet leben zu können, sah ich allerdings auch nicht ein. Die Bedenken blieben, erwartungen der Bergbauern an den fleissigen Älpler enttäuschen zu müssen. ich mochte mich im Winter nicht ausschliesslich mit Lohnarbeit beschäftigen. Die Vorstellung, auf Abruf bei Unfällen und Ferienwünschen der Bauern bereit zu stehen, bedrängte mich. Vermutlich würde ein wichtiger teil meines Gedankenaustauschs zu themen, die nicht Landwirtschaft, tal, Wetter und tagespolitik betreffen, mehrheitlich über telefon, e-Mail und Briefe stattfinden und nicht mit den Bewohnern des Bergtals. in der stadt teile ich mein Dasein als Andersdenkender mit so vielen andern, dass ein vages Zugehörigkeitsgefühl zu szenen besteht. Auf dem Land hingegen fühle ich mich schneller mal isoliert. Aufgeweicht haben sich mit den Jahren meine Bilder von «konservativ», «alternativ»‚ «links» und «rechts». Die meisten meiner Bekannten im Berggebiet stellen sich andere Fragen, als die, wie sie sich politisch definieren. Lange Haare tragen und sich «alternativ» gebärden ist auch bei einem Bergbauer keine Garantie für integeres Verhalten. Die Mitgliedschaft eines Bauern in einer konservativen Partei noch kein Hindernis, sich als Arbeitgeber fair und freundschaftlich zu verhalten. solchen Menschen begegnete ich Anfang zwanzig im subkulturellen Ghetto der städte nicht. Was uns weiterhin unterscheidet, sind die unterschiedlichen Auseinandersetzungen mit Menschen, die ausserhalb des tals leben und keine touristen sind: Flüchtlinge, Linke, Kulturschaffende, Querdenkende, Ausscherende, suchende. trotzdem sind viele Bergbauern und -bäuerinnen gerade durch den Kontakt mit Älplern häufig offener gegenüber etwas schrägeren Vögeln als andere Landbewohner. Meine Freundinnen und Freunde auf dem Land leben weit auseinander und sympathische stammbeizen sind noch rarer als in der stadt. Das sind wahrscheinlich die zentralen Gründe, warum ich bis jetzt nicht in einem Bergtal ansässig geworden bin, auch wenn weiterhin sehnsüchte bestehen, in Berglandschaften leben zu wollen.

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Chrigel Schläpfer, 1965, Mitherausgeber «neues Handbuch Alp», mag sich auch nach bald zwanzig Alpsommern und 25 Jahren stadt nicht für einen Lebensraum entscheiden.


landwirtschaft

Wo die Kühe zum Roboter gehen

Milchbauer Armin Segmüller stand früher jeden Morgen um fünf im Stall. Heute fängt er erst nach dem Frühstück mit der Arbeit an. von 

Eveline Dudda

Im Stall in Fleuben bei Altstätten ist es ruhig. Nur der Ventilator vibriert, eine automatische Bürste kratzt einer Kuh kraulend über den Hals. Schwalben jagen zwitschernd und zackig Fliegen. «Die Kühe fühlen sich wohl», sagt Milchbauer Armin Segmüller, die halb geschlossenen Augen der wiederkäuenden Tiere scheinen es zu bestätigen. «Und unsere Lebensqualität ist massiv gestiegen.» Dank dem Melkroboter, der gerade in einer Box abseits vom Lauf- und Liegebereich Milch vom Euter einer Kuh saugt. «Früher standen meine Frau und ich jeden Morgen um fünf im Stall. Heute fangen wir erst nach dem Frühstück mit der Arbeit an.» Segmüllers sind auf Milchproduktion spezialisiert. Ein Teil der Jungtiere wächst bei einem Bauern im Engadin auf. Zwanzig Stück Jungvieh gehen im Sommer im Dischmatal z’Alp, und die Rinder verbringen die meiste Zeit auf Weiden in der Region. Nur die Kühe und die eigenen Mastmunis sind dauernd auf dem Hof. Alles in allem nennt Segmüller rund 200 Tiere sein eigen, 85 davon sind Milchkühe. Im schweizweiten Vergleich ist das viel, Segmüller kann sich dennoch vorstellen, den Kuhbestand zu verdoppeln. Wobei er einschränkt: «Einen Haufen Kühe zu haben ist noch keine Sache. Jeden Tag nach ihnen zu schauen dagegen schon.» Futter passend zur Milchleistung Der Roboter regelt nicht alles. Die Tiere müssen betreut werden. Das ist die Domäne von Ehefrau Rita, die dabei auf Homöopathie setzt: «Seit wir die Kügelchen verwenden, brauchen wir praktisch kein Penicillin mehr.» Armin Segmüller kümmert sich währenddessen ums Futter. Weil Weidegang und Roboter schlecht kompatibel sind, bekommen die Kühe sommers wie winters ihr Fressen im Laufstall vorgesetzt, wo sie zugleich rund um die Uhr ihr Euter leeren lassen können. «Ohne Stress», wie Segmüller betont, «sie werden hier nie getrieben.» Und während auf der Weide das Gras mal zu jung, mal zu alt oder gar zu nass ist, ist die Futtermischung im Stall konstant gleich. Das tägliche Menü besteht aus Gras- und Maissilage, Luzerne-Heu, Zuckerrübenschnitzeln und Kartoffeln. Gewürzt mit Malz und Biertreber von den regionalen Brauereien Locher und Sonnenbräu. Kraftfutter gibts passend zur Milchleistung, die Menge wird vom Roboter gesteuert. Der erkennt jede Kuh am Chip im Halsband und «weiss» deshalb, wie viel Milch sie gibt, wie oft sie am Tag zum Melken kommt und welche Menge Kraftfutter sie dementsprechend «verdient». «Solange sie fünfzig, sechzig Liter gibt, bekommt sie fünf, sechs Kilo Kraftfutter. Später weniger.» Als Segmüller vor drei Jahren den Stallbau plante, riet ihm ein Berater ab und empfahl, das Bauen dem Sohn bei Betriebsübernahme zu überlassen. «Aber dann verleidet es

ihm womöglich wegen der Schuldenlast», sagt Segmüller. «Ausserdem», seine Augen blitzen schelmisch, «wollte ich es aufs Alter hin auch noch ein wenig schön haben bei der Arbeit.» Segmüller ist 57 Jahre alt, Vater von fünf Kindern; drei Buben und zwei Mädchen. Die Zweitgeborenen kamen im Doppelpack zur Welt. Einer der Zwillinge bildet mit ihm eine Generationengemeinschaft. Nachts fährt er Milchlastwagen, tagsüber hilft er fallweise auf dem Hof. «Bei wichtigen Arbeiten wie dem Silieren ist er immer dabei.» 800’000 Kilo pro Jahr Und der Milchpreis? «Ja, der Milchpreis», sagt Segmüller, «nein, ich darf nicht klagen.» Die Käserei, die er beliefert, zahlt sommers wie winters gleich viel, macht also keine saisonalen Abzüge wie andere Milchverarbeiter. Weil ein grosser Milchtank für den Milchlastwagen attraktiver ist als viele kleine, bekommt Segmüller einen Lademengenzuschlag, während andere Bauern für jeden Ladehalt etwas draufzahlen. Komisch findet Segmüller nur, dass die Bauern ennet dem Rhein, in Vorarlberg, derzeit gleich viel für ihre Milch bekommen, «obwohl sie tiefere Kosten haben und weniger Geld zum Leben brauchen.» Natürlich hätte er nichts dagegen, wenn der Milchpreis höher wäre. «Aber wenigstens kann ich so viel Milch liefern, wie ich will.» Denn sein Abnehmer, die Käserei Imlig, drückt mächtig auf den Markt. Im Moment produziert Segmüller rund 800’000 Kilo Milch pro Jahr; sechs Mal mehr als der durchschnittliche Milchviehbetrieb im Kanton St.Gallen. Segmüller gehört zu den Grossen unter den Milchbauern, doch er ist im Rheintal nicht allein. Seit der Aufhebung der Milchkontingentierung haben zahlreiche Bauern der Region die Milchproduktion hochgefahren. In der Ostschweiz findet man auch die höchste Dichte an Melkrobotern. Segmüller glaubt trotzdem, dass es auch in Zukunft kleinere Betriebe geben wird. Und er schiebt nach: «Wenn man allerdings die Politik anschaut …» Das Bundesamt für Landwirtschaft geht davon aus, dass die Bauern heute ein Drittel weniger Zeit brauchen als noch vor zehn Jahren, um ihr Land zu bewirtschaften oder eine Kuh zu halten. Deshalb sollen in drei Jahren die Arbeitskraftberechnungen angepasst werden. Dann sollen mehr als 4’000 Landwirtschaftsbetriebe keine Direktzahlungen mehr erhalten, weil sie angeblich zu klein sind. Ein reiner Ackerbaubetrieb mit weniger als zwanzig Hektar Nutzfläche würde zum Beispiel leer ausgehen. Segmüller ist mit 47 Hektar und 85 Kühen sicher nicht davon betroffen. Er schüttelt dennoch den Kopf: «Das finde ich verrückt.» Eveline Dudda, 1959, ist freischaffende Agrarjournalistin und wohnt in Hinterforst.

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Armin Segmüller Anschrift: Fleuben, Altstätten Betrieb: Milchwirtschaft, enerationengemeinschaft Jahresniederschlag ø: 1400 mm

Name:

450 m.ü.M. 47 ha Viehbesatz: zwischen 80 und 85 Milchkühe, 60 Maststiere, Rinder und Kälber Fütterung: Totalmischration Nutzfläche:

Höhenlage:

Silomais, Weizen Hofdünger, manchmal Handelsdünger Düngung:

Anbaukultur:


landwirtschaft

Landlose, ledig, sucht ... Maria Müller träumt davon, als Landwirtin einen eigenen Hof mit gefährdeten Nutztieren zu führen. Sie kämpft für ihren Traum, denn geschenkt wird ihr nichts. von 

Nathalie rand

Maria Müller ist am Packen. In zwei Wochen geht es los. Die gelernte Glasmalerin zieht für die nächsten vier Monate auf eine Alp ins Berner Oberland. Es ist ihr schon als Kind ein wohliger Schauer über den Rücken gelaufen, wenn die Sennen mit ihrem Vieh auf die Alp gezogen sind. Auch das Wandern hat es ihr früh angetan. «Mich befällt jedes Mal eine Mischung aus Sehnsucht und Begeisterung, wenn ich in den Bergen bin», sagt sie. Von den Bergbauern habe sie gelernt, auf das natürliche Verhalten der Tiere zu achten. Die Bauern behandelten ihr Vieh fast wie Familienmitglieder. Die Übergabe der Tiere nach der Alpfahrt sei jedes Mal ein spezieller Akt. Die Anerkennung der Bauern hat sie sich verdienen müssen. Es wird einem nichts geschenkt, sagt sie. Das erste Mal zur Alp gefahren ist Maria Müller mit dreissig, gerade auf der Suche nach einem neuen Job. Mit den Hühnern aufstehen und nach einem arbeitsreichen Tag sechzehn Stunden später todmüde ins Bett fallen, das ist der Alltag einer Sennerin. Wenn der selbst gemachte Käse schmeckt und am Abend alle Tiere noch heil sind, dann gehe sie zufrieden schlafen. Idyllisch ist es auch in Waldstatt, dem Wohnort von Maria Müller. Hüpfende Kinder, die barfuss von der Schule kommen, blühende Wiesen und verschneite Bergketten empfangen die Städterin in der Ausserrhoder Vorzeigegemeinde. Eigene Tiere, aber noch kein eigener Stall Der 37-Jährigen fehlt trotzdem etwas Entscheidendes zum Glück – der eigene Betrieb. Im Stall stehen zwar vier Schafe und einige Hühner, im alten Bauernhaus ausserhalb von Waldstatt lebt sie nur zur Miete. «Vom Nachbarn habe ich einen kleinen Blätz Land ergattern können, damit die Tiere etwas Auslauf und Gras zum Fressen haben.» Sie will aber unbedingt einen eigenen Betrieb übernehmen. Ihr schwebt ein Archehof mit acht bis zwölf Hektar vor. Dort möchte sie gefährdete Nutztiere züchten. Ihre Idealvorstellung ist ein extensiv bewirtschafteter Musterbetrieb. Kein alternativer Gammelhof, um unter dem Label Biobetrieb höhere Beiträge abzukassieren. Maria Müller distanziert sich von der Alternativszene, wo viel Zeit für basisdemokratische Diskussionen vergeudet werde. Im vergangenen Jahr hat sie am Landwirtschaftlichen Zentrum in Flawil die dreijährige Ausbildung zur Landwirtin angefangen. Zusammen mit fünfzehn Männern und einer Frau. Um ihre Zweitausbildung zu finanzieren, arbeitet sie zu sechzig Prozent bei einer Zweigstelle der Empa, wo Waschmittel auf ihre Umweltverträglichkeit hin getestet werden. Daneben ist sie als Störköchin unterwegs, die auf Bestellung beim Kunden kocht. Als Betriebshelferin hilft sie ausserdem auf Bauernhöfen in der Umgebung aus, wenn Not am Mann ist. Maria Müller weiss, wie die Realität auf Schweizer Bauernhöfen aussieht. Als Frau müsse sie sich noch mehr profilieren.

Keine Bäuerin Die Rollen sind klar verteilt. Männer machen die Ausbildung zum Landwirt, Frauen werden diplomierte Bäuerinnen. Sie sind als Partnerinnen des Landwirts auf dem eigenen Hof für das Zusammenspiel zwischen Haus- und Landwirtschaft mitverantwortlich. Sie betreuen die Kinder, führen den Haushalt und versorgen Mitarbeiter und Gäste. Zuständig sind diplomierte Bäuerinnen gemäss Ausbildungsbeschrieb auch für den Garten, die Kleintiere, die Verwertung hofeigener Produkte und die Führung des Hofladens. Maria Müller sieht sich nicht als Hausmütterchen und hat – im Gegensatz zu vielen anderen Quereinsteigerinnen – bewusst nicht die Ausbildung zur Bäuerin, sondern zur Landwirtin gewählt. Ihr Hauptfokus liegt auf einem eigenen Betrieb. «Da hät scho öppe eini wölle», bekommt die Akademikertochter öfters zu hören. Das eigene Umfeld hat erkannt, dass es ihr ernst ist. Der Traum vom Simmentaler Fleckvieh Maria Müller ist eine Landlose. Der Hof geht meist vom Vater an den Sohn weiter oder an einen Nachbarn, sagt Maria Müller. Sie stammt nicht aus der landwirtschaftlichen Gesellschaft, kann also weder den Hof der Eltern übernehmen, noch will sie in eine Bauernfamilie einheiraten. In einer Verkupplungsshow vom Lande wird man die hartnäckige Macherin niemals antreffen, auch gehört sie keinem Trachten- oder Gesangsverein an. Lieber trainiert sie Aikido oder fährt mit dem VW-Bus übers Land, wenn es die rare Freizeit erlaubt. Auch mit dem Trend zu Grossbetrieben hat sie nichts am Hut. Hochleistungstiere verbarmen sie. Sie schwärmt von der Haltung des Simmentaler Fleckviehs, bei dem die Milch- und die Fleischleistung gleichermassen eine Rolle spielen. Maria Müller will authentisch leben, als Landwirtin keinen ökologischen Scherbenhaufen hinterlassen. Sie ist keine Träumerin von einer besseren Welt, sondern verfolgt zielstrebig die Vision von einem rentablen Betrieb mit nachhaltiger Tierhaltung und Produktion. Nathalie Grand, 1967, arbeitet bei der Nachrichtenagentur SDA.

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Maria Müller Waldstatt AR Betrieb: hoffentlich bald einen Jahresniederschlag ø: 1400 mm Höhenlage: 816 m.ü.M.

Anschrift:

Name: Fütterung:

Viehbesatz:

Nutzfläche:

Blätz vom Nachbarn 4 Schafe und ein paar Hühner ras und Heu, Körner


landwirtschaft

In den gesunden ärten Auf der Sonnenseite des Sarganserlandes bringen die Cousins Mathias Grimm und Philipp Bosshart widerstandsfähige Trauben mit unbekannten Namen zum Reifen. Sie führen die Tradition fort, die ihre Eltern mit den Bio-Weingärten begonnen haben. von 

Andrea Kessler

«Nein, der hat was!» Esther Bosshart schwenkt das Weissweinglas, riecht, schwenkt wieder und reicht es ihrer Schwester Romy weiter. Die Blicke folgen dem Glas; die Schweinsrippchen und Bratwürste auf dem Kugelgrill brutzeln vor sich hin. Auch Romy runzelt die Stirn, irgendwas ist mit dem Weisswein. Nun wandern die Blicke zu Esthers Sohn Philipp, der die Flasche geöffnet hat. Er schlägt die Augen nieder, riecht am Zapfen – und schüttelt den Kopf. «Der Zapfen ist in Ordnung.» Doch die Familie ist sich einig: Dieser Wein hat einen Nachgout. Der ungeschulte Gaumen aber trinkt einen prickelnden und fruchtigen Tropfen aus dem Weinkeller «Bosshart und Grimm»; keine Spur von einem Nachgout. Probieren, testen und diskutieren gehört zum Alltag der Familie. Von der Weinlese bis ins Frühjahr stehen sie im Keller, zapfen immer wieder ein Glas, um es zu schwenken, daran zu riechen und zuweilen kräftig zu schütteln, um daran zu nippen und es langsam schlürfend zu trinken, im Mund zu rollen und Luft dazuzusaugen. Der Kopf in Konzentration geneigt, die Sinne auf die Details des Geschmackes gerichtet. Vor dem Verkorken kommt die Degustationskür. Bruno und Esther Bosshart, Romy Grimm und Philipp und Mathias, die zwei Cousins, die locker als Brüder durchgehen könnten und später das elterliche Gut übernehmen möchten, testen die Weine blind. Danach wird von Rosengeschmack, schwefliger Säure und von natürlichen Süssgehalten gesprochen und debattiert, ob Säure entzogen oder Sauerstoff zugefügt werden muss. Zusatzstoffe sind tabu; der Wein besteht bei Bosshart und Grimm noch immer aus der Traube. Die Piwi-Johanniter Der 27-jährige Mathias und der 26-jährige Philipp waren heute tagsüber auf dem Weinberg Capölla in Berschis, der zehn Jeep-Minuten vom Hof entfernt liegt. Seit 1992 produzieren «Bosshart und Grimm» zertifizierte Bioweine, und das soll sich auch nicht ändern, finden Mathias und Philipp. Und so haben die zwei auf ihrem Versuchsrebberg vor drei Jahren Rebstöcke angepflanzt, deren Namen kaum jemand kennt. Johanniter wachsen da, Cal 1-33 und Bronner. Alles Sorten, die piwi sind: pilzwiderstandsfähig. Nicht wie der weit verbreitete Riesling-Silvaner, oft Müller-Thurgau genannt, der leicht befallen wird. Zwischen den jungen Reben grasen Schafe mit kugelrunden Wollbäuchen und filigranen Beinchen; Skudden, eine Pro-Specia-Rara-Art. Auch das liegt ganz auf der Bosshart-und-Grimm-Linie. Während Mathias die frischen Triebe einschlauft, steht Philipp mit Axt und Weinbergstangen zwischen den jungen Pflanzen in der Sonne und erzählt von der Reblaus. Im 19. Jahrhundert wurde sie mit Rebstöcken aus der Neuen

Welt eingeschleppt und hat damals ein Drittel des gesamten Rebbestandes der Schweiz zusammengefressen. Die Laus ist geblieben, aber die zwei Jungwinzer fürchten sie nicht so sehr wie den falschen Mehltau. «Das ist unser Feind», sagt Mathias, und so ziehen sie diese neuen resistenten Sorten, wohlwissend, wie die Konsumenten auf Trauben reagieren, die sie nicht kennen: «Es heisst, eine Traube brauche fünfzig Jahre, bis sie bei den Konsumenten etabliert ist», sagt Philipp. Ob es gelingt wissen sie nicht, aber sie wollen es riskieren. Der Wissenschaftler und der Bauchmensch Auf dem Znachttisch werden Kerzen aufgestellt und Jacken verteilt, denn nachts ist es noch immer empfindlich kalt. Während Würste und knusprige Schweinsrippli mit Salat verspeist werden, erzählt Philipp vom strengen Winter 1984 – er war da noch nicht geboren –, bei dem es zu Winterfrösten kam und viele Reben eingegangen sind. Und letztes Jahr hat ein Hagelsturm die Melser-Reben zusammengeschlagen. Bosshart und Grimm hatten Glück. Ihre Blauburgunder-, Saphira- und Seyval-Blanc-Trauben reifen in Quinten, Walenstadt, Flums, Berschis und Sargans. «Nein, Existenzängste habe ich keine», sagt Mathias. Er ist 2008 in den Betrieb eingestiegen. Philipp, der Grafikdesign gelernt hat, entschied sich 2006 gegen das eintönige Büro und für die Landwirtschaft. Nebenher macht er in Wädenswil die Ausbildung zum Winzer. Mit viel Ehrgeiz. «Jetzt, wo ich älter bin, mag ich nicht einfach irgendwelche Noten bekommen», lacht er. Trotzdem bezeichnet sich Philipp als Bauchmensch. Deshalb ergänze er sich so gut mit dem überlegten und ruhigen Mathias. Dieser ist Umweltingenieur und betrachtet die Dinge eher wissenschaftlich. Das sei eine gute Mischung, sind die beiden überzeugt. Es ist ein bisschen wie mit dem Wein: Nur die schmackhafte Traube kann im hochwertigen Barrique zu einem feinen Tropfen reifen. Andrea Kessler, 1980, ist Redaktorin bei «Saiten».

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Philipp Bosshart und Mathias rimm Ziegelhüttenweg 4, 8892 Berschis Betrieb: Bio-Weingärten, Familienbetrieb Jahresniederschlag ø: 1200 –1500 mm Höhenlage: 420 – 600 m.ü.M.

Anschrift:

Name:

10 ha, davon 2,75 ha Rebland 3 Hinterwälder Mutterkühe, 4 Jungtiere, 7 Skudden-Schafe, 1 Skudden-Widder, 9 Lämmer Fütterung: ras und Heu (kein Kraftfutter) Viehbesatz:

Nutzfläche:

30% Europäer-Sorten (Pinot Noir, Sauvignon Blanc, div. Sortenversuche), 60% Piwi-Sorten (Seyval-Blanc, Saphira, Muscaris, Plantet, Baco Noir, Maréhal Foch, Cabernet Jura, div. Sortenversuche) Anbaukultur:

Düngung: keine oder nur organische Düngung auf Weide und Heuland, Weinbau nach Bodenproben Organische Düngung: Kalium und Magnesium bei Mangel, mineralische Düngung


landwirtschaft

Die Grenzen des Wachstums auf dem Feld Die Diskussion über Landwirtschaft ist geprägt von Bildern und Vorstellungen – positiven wie negativen. Die Journalistin und momentane emüsebaupraktikantin Bettina Dyttrich schreibt, was es bedeutet, Nahrung zu produzieren. Die Leute werden Bauern, weil sie für alles andere zu blöd sind – das glauben wir heute.

Vandana Shiva, indische Physikerin und Aktivistin Idyllisch ist es auf dem Biohof, sagt die Coop-Werbung. Bio wird überschätzt, schreibt der «Beobachter». Die landwirtschaftlichen Einkommen sinken weiter, meldet der Bauernverband. «Kaum ein Land zeigt sich gegenüber dem Nährstand so spendabel wie die Schweiz», kontert die «NZZ»Journalistin Claudia Wirz in der «Zeit». Wer sich mit Landwirtschaft beschäftigen will, findet sich sofort in einer hochemotionalen Debatte wieder. Die eigenen Bilder, Wünsche und Vorstellungen, die alle mit sich herumtragen, machen die Sache nicht einfacher. Besonders in der Schweiz, wo das Bürgertum vor mehr als hundert Jahren die Bauern als Verbündete gegen die Arbeiterbewegung ins Boot holte, die auch mal auf Streikende schiessen durften. Wo viele Bauern und Bäuerinnen und vor allem ihre Verbände eng verbunden sind mit der SVP. Wer aus diesen Gründen nichts mit ihnen zu tun haben will, macht es sich allerdings etwas einfach. Denn erstens ist die bäuerliche Realität vielschichtiger, als es scheint. Und zweitens geht es (auch) ums Essen. Und essen wollen alle. Landwirtschaft ist keine Industrie

kürzer, wie sie heute in der konventionellen Landwirtschaft gespritzt werden, helfen da langfristig auch nicht weiter. Ähnlich bei der Milchleistung: Heute gibt es zwar Kühe, die mehr als 10’000 Kilo Milch pro Jahr geben. Um solche Leistungen zu erreichen, müssen sie allerdings mehr Kraftfutter (Getreide und Soja) fressen, als ihren Mägen guttut. Das macht sie anfällig für Verdauungsprobleme und Fruchtbarkeitsstörungen. Viele werden früh geschlachtet. Die Züchtung macht nur einen Teil der Effizienzsteigerung aus. Wichtiger ist etwas anderes: Handarbeit wurde durch Maschinenarbeit ersetzt. Herbizid spritzen statt Unkraut jäten, Mähmaschine statt Sense, automatische Stallentmistung statt Mistgabel. «Das Fundament des bäuerlichen Familienbetriebs bestand fortan, bildlich gesprochen, aus Erdölfässern», schreiben die Historiker Peter Moser und Werner Baumann im Buch «Bauern im Industriestaat». Der Biolandbau hat es geschafft, zumindest beim Dünger nicht vom Erdöl abhängig zu werden: Statt auf Kunstdünger, dessen Herstellung viel Energie braucht, setzt er auf Gülle und Mist, Kompost und Bodenpflege mit Leguminosen (Hülsenfrüchten). Traktoren und Landmaschinen brauchen Biobauern und -bäuerinnen allerdings genauso wie alle anderen – der Preisunterschied zu konventionellen Produkten würde sonst viel zu gross.

Was macht Ihnen am meisten Freude am Bauern?

Landwirtschaft ist Beziehungsarbeit

Die Verbundenheit mit der Natur, auch die Abhängigkeit von ihr.

Eine Kuh hat am Dienstagnachmittag in Uznach SG eine

Der spezielle Tages- und Jahreszeitenrhythmus. Das Arbeiten mit

68-jährige Frau angegriffen und tödlich verletzt. Die Kuh hatte

und auf dem Boden. Die sehr vielfältigen Herausforderungen:

kurz zuvor auf einer Weide gekalbert. Die Frau wollte das

handwerklich, intuitiv, mechanisch, maschinell, geistig, planerisch,

Muttertier in den Stall führen.

unternehmerisch. Und natürlich freue ich mich, dass ich gesunde

Pressemeldung, 5. Mai 2010

Lebensmittel produzieren kann.

Felix Lang, Biobauer und grüner Kantonsrat in Solothurn Anders als die Industrie nutzt die Landwirtschaft Lebewesen. Das macht sie «ineffizient»: Eine Fabrik kann rund um die Uhr und das ganze Jahr produzieren – zumindest wenn Energie und Rohstoffe verfügbar sind und die Arbeitnehmenden nicht streiken. Eine Kuh oder ein Getreidefeld kann das nicht. Pflanzen und Tiere sind angewiesen auf Boden, Sonnenenergie und Wasser. Davon gibt es nicht unbeschränkte Mengen und nicht das ganze Jahr gleich viel. Während ein industrielles Produkt – ein Computer zum Beispiel – mit dem technischen Fortschritt immer schneller und günstiger hergestellt werden kann, gilt das nicht für Milch oder Weizen. Aber die Landwirtschaft ist doch auch immer effizienter geworden? Das stimmt, zumindest bisher. Dank Zuchtfortschritten haben Getreideerträge und Milchleistungen in den letzten hundert Jahren enorm zugenommen. Aber Zuchtfortschritte haben Grenzen: Irgendwann wird die Ähre so schwer, dass der Halm sie nicht mehr tragen kann. Halmver-

Die Landwirtschaft hat mit Lebewesen zu tun – genauso wie die Arbeit in Haushalten, Schulen und Spitälern, im sogenannten Care-Sektor. Bildung, Pflege und Erziehung sollen heute immer effizienter werden, messbare Resultate liefern. Man versucht, die industrielle Logik auf einen Bereich anzuwenden, in dem es um Beziehungen geht. Aber es funktioniert nicht. Auch zur Landwirtschaft gehört Beziehungsarbeit. Wenn die Höfe grösser und die Arbeitskräfte weniger werden, wird sie oft als Erstes vernachlässigt. Wer Mutterkühe in einem modernen Laufstall mit automatischer Fütterung und Entmistung hält, hat kaum noch Kontakt zu den einzelnen Tieren. Ist er dann doch einmal nötig – zum Beispiel für eine tierärztliche Behandlung –, wird es schnell gefährlich. In der Milchviehhaltung bleibt die Beziehung zwischen Mensch und Kuh wegen des Melkens zwar enger. Aber auch hier steigt der Stress. Wenn eine Euterentzündung ausbricht, wird schnell mit Antibiotika behandelt. Es gäbe auch andere Möglichkeiten: die Arbeitsabläufe überdenken, herausfinden, wo die krank machenden Faktoren liegen, Phytotherapie oder Homöopathie. Doch das braucht Zeit. Und die wird immer

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landwirtschaft knapper. Die Antibiotikaverkäufe für die Tiermedizin haben sich im letzten Jahrzehnt fast verdoppelt.

ventionen. Zusammengefasst werden diese Forderungen mit dem Begriff Ernährungssouveränität.

Teures Reservat?

Zurück in die Regionen

Natürlich, die Landwirtschaft hatte und hat in der Schweiz eine

Die Leute verstehen viel, wenn sie hier herkommen. Sie merken,

gewichtige Interessenvertretung. Es ist aber zweifelhaft, ob

wie viel Arbeit in einem Salatkopf steckt. Und dass das schönste

diese immer im Interesse der Bauern tätig war – wenn es gemein-

Gemüse nicht unbedingt am besten schmeckt.

same Intressen aller Bauern denn je gegeben hat.

Irène Anex, Agronomin und emüsegärtnerin im emeinschaftsprojekt Jardin des Charrotons bei enf

Peter Moser, Werner Baumann: ”Bauern im Industriestaat” Wirtschaftsverbände und auch viele Linke sind sich einig: Die Schweiz leistet sich ein teures Reservat für ihre Bauern und Bäuerinnen. Die Agrarlobby in den Räten verhindert, dass das Agrarbudget endlich kleiner, die Grenzen offener und die Lebensmittel billiger werden. Doch die Geschichte ist etwas komplizierter. Alle Länder, die es sich leisten konnten, begannen im 20. Jahrhundert ihre Landwirtschaft zu schützen: mit Zöllen, Einfuhrbeschränkungen, Subventionen. Die Preisschwankungen auf den immer globalisierteren Märkten waren so gross, dass die Landwirtschaft sonst vielerorts keine Chance mehr gehabt hätte. Schutz der Produktion hiess jedoch nicht Schutz des einzelnen Bauernbetriebes: Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rationalisierung stark vom Staat gefördert. Auch der Schweizerische Bauernverband (SBV) trug das meiste davon mit. Die Politik der «Agrarlobby» hat die Schweiz nicht verbäuerlicht, im Gegenteil: Bäuerinnen und Bauern machen heute weniger als vier Prozent der Erwerbstätigen aus. Der SBV propagiert den Strukturwandel fast noch offensiver als das Bundesamt für Landwirtschaft: Die Kleinen sollen aufhören, damit die Grossen konkurrenzfähiger werden. Allerdings werden sie es nicht lange bleiben. Die Grossen von heute sind die Kleinen von morgen. Globalisierung macht verletzlich Heute müssen Länder ihre Nahrung exportieren, obwohl sie nicht genug für die eigene Bevölkerung haben. Und Länder, die genug hätten, müssen Importe zulassen. In Indonesien zum Beispiel würde immer noch genug Reis für die Eigenversorgung angebaut. Aber der landet auf dem Weltmarkt. Das ist ein blödes System. Davon profitieren nur die Händler.

Henry Saragih (Indonesien), Präsident der globalen kleinbäuerlichen Organisation La Via Campesina Globalisierung erhöht die Nahrungssicherheit, so die liberale Theorie. Mit offenen Grenzen und globalen Transportsystemen kommt Nahrung tatsächlich immer schneller überall hin. Allerdings nicht unbedingt dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Denn die bedürftigsten «Kunden» können meist nicht zahlen. Die Globalisierung führt zu einer Dominanz von Handels- und Verarbeitungsfirmen: «Wenn die Nahrungsversorgung vom Weltmarkt abhängig wird, beherrschen die multinationalen Unternehmen die Ernährung», sagt Henry Saragih. Und die Spezialisierung nimmt zu: Wenn jedes Land nur noch das anbaut, was es am besten exportieren kann, und den Rest importiert, wird die Nahrungsversorgung nicht sicherer, sondern verletzlicher. Die Behauptung, die Globalisierung nütze den Bäuerinnen und Bauern der armen Länder, geistert immer noch durch die Diskussionen. Die armen Bäuerinnen und Bauern fordern allerdings längst etwas anderes: das Recht, die eigene Produktion vor Dumpingimporten zu schützen, Vorrang der regionalen Versorgung, Zugang zu Wasser und Land, Verbot von Exportsub-

Das Öl geht aus. Billige Energie wird knapp. Das hat Folgen für die Landwirtschaft: Kunstdünger, dessen Herstellung viel Energie braucht, wird irgendwann unerschwinglich werden, genauso der Treibstoff für Traktoren und Maschinen. Die Energiekrise wird auch Handel und Verarbeitung verändern. Das Gemüse für Nordeuropa wird nicht für immer in Italien, Spanien und Nordafrika wachsen. Die Transporte werden schlicht zu teuer. Die Schweizer Agrarpolitik ist widersprüchlich. Das Bundesamt für Landwirtschaft möchte die ökologische Produktion stärker fördern, gleichzeitig aber den 4000 kleinsten Betrieben die Direktzahlungen streichen. Es glaubt weiterhin an die Maxime «Grösser ist besser» und hält den Agrarfreihandel mit der EU für unausweichlich – eine Marktöffnung, die zu noch mehr sinnlosen Transporten quer durch Europa führen wird. Aber wahrscheinlich ist es unrealistisch, von einem Bundesamt etwas anderes zu erwarten. Genauso unrealistisch ist es, eine ökologisch vorbildliche Landwirtschaft in einer ökologisch katastrophalen Gesamtwirtschaft zu erwarten. Die Grenzen des Wachstums sind erreicht, nicht nur in der Landwirtschaft. Dort sind sie bloss etwas besser sichtbar. Eine Re-Regionalisierung der Nahrungsversorgung ist nicht nur dringend nötig, sie kann auch sehr viel Spass machen. Zum Beispiel in Form von Vertragslandwirtschaft: Konsumierende schliessen mit Bauern und Gemüsegärtnerinnen Anfang Jahr einen Vertrag ab, bekommen wöchentlich Gemüse und andere Produkte geliefert und helfen oft auch auf dem Feld mit. Dabei entstehen nicht nur regionale Versorgungsstrukturen, sondern auch Freundschaften, Stadtmenschen lernen, wo ihr Essen herkommt, und Kinder können sich zwischen den Gemüsebeeten austoben. In der Westschweiz und Basel gibt es bereits über zwanzig Projekte, und inzwischen ist die Idee auch im Rest der Schweiz angekommen: In Bern, Zürich und Winterthur sind in den letzten zwei Jahren fünf Projekte entstanden, bald soll auch eines in St.Gallen starten (siehe Glossar auf Seite 24: Vertragslandwirtschaft). Natürlich: Das ist keine Lösung für die ganze Landwirtschaft, sondern vor allem für Betriebe in der Nähe von Städten. Aber es könnte ein Anfang sein von neuen, gleichberechtigten Beziehungen zwischen jenen, die Nahrung produzieren, und jenen, die sie brauchen. Für uns war von Anfang an klar: Wir sind kein Gemüselieferant, der Kunden bedient, wir sind eine Genossenschaft, die gemeinsam Gemüse anbaut. Viele Genossenschaftsmitglieder sagen, wenn sie aufs Ortoloco-Feld kommen: «Das ist mein Garten.

Ursina Eichenberger, Mitgründerin der Zürcher artenkooperative Ortoloco

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Bettina Dyttrich, 1979, ist Redaktorin der «Woz», war Fachhörerin an der Landwirtschaftlichen Schule Strickhof und macht gerade ein Praktikum im Gemüsebau. Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Zitate aus Interviews, die die Autorin geführt hat.


landwirtschaft

Von A wie Antibiotika bis V wie Vertragslandwirtschaft. Das Landwirtschafts-ABC. von  Antibiotika   ✽  2009 wurden über siebzig Tonnen

Bettina Dyttrich

Die 3 direktzahlungen machen davon fast drei Viertel aus.

Antibiotika für die Tiermedizin verkauft (reiner Wirkstoff), im Jahr 2000 waren es erst vierzig Tonnen. Eines der häufigsten Gesundheitsproble- Hörner   ✽  Letzten Herbst sorgte die Nutztierme von Nutztieren ist die Euterentzündung; 2009 schutzorganisation Kagfreiland an der Olma für wurden dagegen 5,2 Tonnen Antibiotika eingeUnruhe: Während der Kuhprämierung wies sie darauf hin, dass fast alle Kühe von Natur aus Hörsetzt. Ein Teil der Antibiotika gelangt über Gülle ner hätten. In der Schweiz sind heute jedoch neun und Mist in die Umwelt und kann zu resistenten von zehn enthornt. Die Hornansätze werden beKeimen führen. reits im Kälberalter ausgebrannt. Das macht den Bio   ✽  Mist, Gülle und Leguminosen statt KunstUmgang für die Menschen sicherer, für die Kühe allerdings nicht: Hornlose Kühe stossen einander dünger; Nützlinge, Bodenbearbeitung und robuste Sorten statt Pestiziden; tiergerechte Haltung häufiger in den Bauch, weil Kämpfe Kopf an Kopf und Futter vom eigenen Hof: Das sind einige der nicht möglich sind. Bei sorgfältigem Umgang ist wichtigsten Prinzipien des Biolandbaus. Gut elf die Haltung von behornten Kühen gut möglich. Prozent der Schweizer Landwirtschaftsfläche Anthroposophische Landwirte (Demeter-Label) werden biologisch bewirtschaftet. Im internatilassen den Kühen ihre Hörner, sie schreiben ihonalen Vergleich ist das viel. In Europa liegt nur nen auch eine Funktion bei der Verdauung zu. Österreich mit fast sechzehn Prozent noch höKagfreiland möchte nun ein «Hornmilch»-Label her. Der Gesamtumsatz der Bioprodukte in der ins Leben rufen. Schweiz liegt bei 1,5 Milliarden Franken. Allerdings schwankt der Anteil je nach Produkt stark: Landwirt oder Bäuerin?   ✽  In der Schweiz gibt es zwei landwirtschaftliche Ausbildungen: Siebzehn Prozent der verkauften Eier sind bio, Landwirt/Landwirtin, wobei Ackerbau, Rindbeim Fleisch sind es weniger als zwei Prozent. vieh und Betriebsführung im Mittelpunkt stehen, Direktzahlungen ✽  Seit den agrarpolitischen und Bäuerin mit den Schwerpunkten Haushalt, Reformen der neunziger Jahre sind die ProdukteErnährung, Betriebsführung, Gartenbau und preise stark gesunken. Dafür erhalten Landwirte Tierhaltung. Daneben gibt es Spezialberufe, zum Direktzahlungen. Sie sollen die gemeinwirtschaftBeispiel Gemüse- oder Obstbäuerin. Während lichen Leistungen der Landwirtschaft abgelten, immer mehr 3 frauen Landwirtin lernen, laszum Beispiel die Pflege der Landschaft und die sen männliche Bäuerinnen noch auf sich warten: dezentrale Besiedlung. Die allgemeinen FlächenIm Kanton Jura besucht immerhin ein Mann die beiträge machen heute einen grossen Teil der Ausbildung. Summe aus, was Umweltorganisationen immer wieder kritisieren. Bald sollen die Flächenbeiträ- Milch   ✽  Der Milchmarkt ist unter Landwirten ge abgeschafft werden: Das Direktzahlungssystem wohl das Sorgenthema Nummer eins. Seit im steckt mitten in einer grossen Reform. Frühling 2009 die Milchkontingentierung aufge  3 geld hoben wurde, wird zu viel Milch produziert, und die Preise sind tief – ein Teufelskreis, dem wohl Frauen   ✽  Man könne «in den mitteleuropäischen nur eine erneute Regulierung abhelfen würde. Bauerngesellschaften immer wieder beobachten, Aber Bundesrat und Bundesamt für Landwirtdass die entscheidenden und ökonomisch besonschaft ziehen den «freien» Markt vor. ders wichtigen Arbeiten in Männerhand liegen   ✽ Milch ist nicht gleich Milch: Forschungen zeigen, dass der Gehalt an gesunden Fettsäuren bzw. gelegt werden», schreibt der Alpenforscher Werner Bätzing. Auf den meisten Höfen arbeitete höher ist, wenn ein Wiederkäuer vor allem Gras der Bauer in jenen Bereichen, die Einkommen und Heu frisst, wie es seinem Magen entspricht. und Prestige brachten, die Bäuerin übernahm Am besten schneidet Milch von Alpweiden ab. den Rest. In einer Weinbauregion konnten das Das Team des ETH-Agronomen Florian Leiber die Kühe sein, in einer Viehzuchtregion war es hat eine Vermutung, warum das so ist: Auf der umgekehrt. Heute brechen die traditionellen RolAlp fressen die Tiere viele blühende Pflanzen, die len auf: Während viele Bäuerinnen ausserhalb des die Verdauung günstig beeinflussen. Hofes erwerbstätig sind, übernehmen andere auch wichtige Betriebszweige. Die Zahl der Landwir- Nutzfläche   ✽  Ein Viertel der Schweiz ist Landwirtschaftsland, sogenannte landwirtschaftliche tinnen wächst 3 landwirt oder bäuerin?, Betriebsleiterinnen gibt es aber immer noch sehr Nutzfläche: etwas mehr als eine Million Hektar. wenige: etwa fünf Prozent. «Töchter als HofnachNicht mitgerechnet werden die Alpen (Sömmefolgerinnen werden häufig nur in Betracht gezorungsgebiete), die noch einmal 500’000 Hektar gen, wenn kein Sohn vorhanden ist oder dieser ausmachen. kein Interesse am Hof anmeldet», schreibt die Agronomin Ruth Rossier. Ähnlich ungleich ist die Ökologischer Leistungsnachweis   ✽  Um Verteilung wohl beim Land- und Hofbesitz; dazu 3 direktzahlungen zu bekommen, muss ein gibt es keine Statistiken. Betrieb nach dem Ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) wirtschaften. Zu den Anforderungen Geld   ✽  Der Bund gab 2009 knapp 3,7 Milliarden des ÖLN gehören unter anderem eine ausgeglichene Düngerbilanz, eine geregelte Fruchtfolge – Franken für Landwirtschaft und Ernährung aus.

nicht jedes Jahr die gleiche Pflanze auf dem gleichen Acker – und ökologische Ausgleichsflächen wie Hecken oder Magerwiesen auf sieben Prozent der Fläche. Organisationen   ✽  Offiziell vertreten wird die

Landwirtschaft vom 1897 gegründeten Schweizerischen Bauernverband (SBV) mit Sitz in Brugg. Die Bäuerinnen sind im Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauenverband (SBLV) organisiert. Ausserdem gibt es diverse Branchenverbände wie Bio Suisse, Swissbeef, den Schweizer Obstverband und viele mehr. Der SBV ist historisch eng mit der SVP verbunden. Kleiner und militanter ist die Organisation Uniterre, die vor allem in der Westschweiz aktiv ist und sich als Gewerkschaft versteht. Vom SBV unterscheidet sie die internationalistische Ausrichtung und die Überzeugung, dass es mehr Menschen in der Landwirtschaft braucht, nicht weniger. Rinder   ✽  Mehr

als anderthalb Millionen Rinder leben in der Schweiz. Davon sind knapp die Hälfte ausgewachsene Kühe. Die meisten Kühe werden gemolken, die jungen Stiere gemästet. Zwölf Prozent des Rindviehs leben in Mutterkuhhaltung: Das Kalb bleibt bei der Mutter und wird meist mit fünf (Natura-Veal) oder zehn Monaten (Natura-Beef) geschlachtet. Während alte Rassen wie Simmentaler oder Original Braunvieh auf eine mittlere Fleisch- und Milchleistung ausgerichtet waren (sogenannte Zweinutzungsrassen), sind heutige Hochleistungsrassen klar spezialisiert: Brown Swiss oder Holstein auf Milch, Limousin, Charolais oder Angus auf Fleisch.

Strukturwandel   ✽  60’000 Landwirtschaftsbe-

triebe gibt es heute in der Schweiz. Vor zwanzig Jahren waren es noch fast 93’000. Tierschutz   ✽  Obwohl auch in der Schweiz noch

Nutztiere gequält werden: Die Tierhaltungsstandards sind im internationalen Vergleich hoch. Das liegt nicht nur am Tierschutzgesetz, sondern hat auch viel mit den Labels Besonders tierfreundliche Stallhaltung (BTS) und Regelmässiger Auslauf im Freien (Raus) zu tun, an denen sich Landwirte freiwillig beteiligen können. Zentral für das BTSProgramm sind Ställe, in denen sich die Tiere frei bewegen können. Raus verlangt Auslauf an 26 Tagen pro Monat im Sommer, dreizehn pro Monat im Winter. Fast drei Viertel der Schweizer Nutztiere kommen in den Genuss von Raus, 44 Prozent von BTS. Vertragslandwirtschaft ✽  Konsumenten

schliessen mit Bauern und Gemüsegärtnerinnen Anfang Jahr einen Vertrag ab, bekommen wöchentlich Gemüse und andere Produkte geliefert und helfen oft auch auf dem Feld mit. In der Romandie gibt es schon zwei Dutzend solcher Projekte, in der Deutschschweiz etwa acht. Laufend entstehen neue, bald auch in St.Gallen.   ✽ für interessierte : vertragslandwirtschaft-sg@ gmx.ch oder Telefon 071 222 10 60.

22 saiten 06.11


landwirtschaft

“Es war kein Plan dahinter”

Jasmin Siegrist und Wolfgang Steiger wohnen mit ihren beiden Töchtern Ilona und Ornella auf der Aescherwies bei Schwellbrunn. Sie ist kaufmännische Angestellte und Kleinbäuerin, er Steinbildhauer, Kleinbauer und «Saiten»-Autor. Ein Gespräch über das Leben zwischen bäuerlichem Mythos, Blacken stechen und urbanem Kulturbegriff. von 

Johannes Stieger

Saiten: Dieser Hof gehörte deinem Vater? Wolfgang: Ja. Ich kam um das Jahr 1982 hierher. Mein Va-

S Hattet ihr nicht ab und zu Schiss, plötzlich alleine dazuste-

ter wollte mit diesem Haus etwas zurückholen, das in seiner Generation verloren ging. Mein Grossvater war auch schon Kleinbauer. Ich liess mich jedoch aus einem anderen Grund darauf ein. In den Siebzigern, Achtzigern war der Rückzug aufs Land ein grosses Thema. Jasmin: Ich kam zehn Jahre später auf die Aescherwies: Ich lernte Wolfgang kennen, und es verschlug mich wieder aufs Land. W Mich interessierte die Lebensform des Kleinbauern. Hier lebten früher alle so. Auch der Lehrer hatte sicher noch eine Kuh im Stall. S Dann hast du das St.Galler WG- und Szeneleben verlassen, um diesen leerstehenden Hof zu übernehmen? W Sozusagen. Am Anfang war das hier so etwas wie das Hinterland der St.Galler Autonomen. Später ging dann vieles bachab. Der Zusammenbruch der bipolaren Welt durch den Fall der Mauer machte die Unterscheidung von gut und böse plötzlich nicht mehr so einfach. Die autonome Szene kam ins Trudeln. S Ich habe das Gefühl, damals begann die Stadtflucht der Kulturschaffenden. J Hatten die nicht einfach auf dem Land ihre Ferienhäuschen? W … nicht nur. Es gibt schon ein paar Zürcher, die hängen geblieben sind. Aber dann kam etwas dazwischen: In den neunziger Jahren wurde das bäuerliche Bodenrecht eingeführt. Das verhindert, dass Leute aus agrarfremden Kreisen die Bauernhöfe zusammenkaufen. J Auf diese Weise soll die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleiben. W Die Höfe wurden vorher wie die Tessiner Rusticos aufgekauft, standen nachher aber oft leer. J Wie einzelne Häuser in unserer Nachbarschaft – sie sind höchstens fünf Wochen im Jahr bewohnt. W Heute werden die Häuser von ortsansässigen Bauern aufgekauft. Da sie der Spekulation entzogen sind, sind sie dementsprechend günstig. Die grossen Bauern besitzen alle drei, vier Häuser, die sie vermieten. S Wird euer kleiner Betrieb subventioniert? W Ja, knapp. Es ist aber offen, ob das so bleibt. Für uns ist dieses Geld jedoch wichtig. Wir bekommen zweimal jährlich um die 7000 Franken. Jeweils im Juni und im Dezember. J Wir sind glücklicherweise nicht so verschuldet, dass wir die Subventionen gleich an die Bank weitergeben müssen. Wir kaufen damit Stroh und wenn nötig Heu und reparieren unsere alten Maschinen. S Wie habt ihr eigentlich das Bauern gelernt? W Wir fingen in einer Zeit an, in der vieles im Umbruch war. Damals konnte es sich kein Mensch vorstellen, dass man Mutterkühe halten kann. Wir machten also Sachen, die man nirgends lernen konnte. So sind wir reingewachsen.

J Man ist schon sehr auf sich selbst gestellt und kommt hin

hen und nicht zu wissen, wie es weitergeht? und wieder auch an den Anschlag. Aber in der Stadt kann dir das auch passieren … W … durch die Nachbarn ist kein grosser Support zu erwarten. Hier ist jeder für sich. J Du hast jedoch einen Bonus, wenn du schon dreissig Jahre hier lebst. S Ich lese zurzeit «Die Schattmattbauern» von Carl Albert Loosli. In jenem bäuerlichen Umfeld in den zwanziger Jahren ist der Zusammenhalt in der dörflichen Gemeinschaft ziemlich stark. Warst du nicht ein Fremdling, der in eine Gemeinschaft eingedrungen ist, gab es keinen Widerstand, Bösartigkeiten? W Solche Attacken gab es. Ich fand einmal Nägel in der Wiese. Aber das war nicht gegen mich gerichtet, sondern vermutlich gegen Leute, die früher auf diesem Hof lebten. Eine tragische Geschichte, die nicht hierher gehört. J Die ersten Jahre hatte ich mit den Bewohnern dieser Gegend wenig Kontakt. Das ergab sich erst richtig, als die Kinder in den Kindergarten und in die Schule gingen. W Man hört auch Geschichten, dass Alteingesessene einander nicht mehr Hoi sagen auf der Strasse, total verkracht sind. S Wie geht ihr mit der rechten politischen Mehrheit um? Stellt ihr euch quer oder seid ihr einfach die Kleinbauern von der Aescherwies und haltet euch raus? W Ich kann halt mit dem Bauerntum als Mythos überhaupt nichts anfangen. Da gehören wir nicht dazu. Ich denke, dass das, was wir machen, näher an den ostdeutschen oder amerikanischen Verhältnissen ist, als irgendwie typisch Appenzellisch. Man wohnt auf dem Land, hat ein paar Tiere und geht seinem Job nach. S Ihr habt Tiere, eine eigene kleine Kläranlage, einen Gemüsegarten. Gibt der Hof viel Arbeit? J Es geht. Im Winter schaue ich morgens und abends drei Stunden zu den Tieren. Im Sommer ist es weniger, da die Tiere auf der Weide sind. W Es gibt eine Berechnung, wie viel Arbeitskraft für den Betrieb nötig ist. Berücksichtigt werden die Grösse der Liegenschaft, das Gelände und so weiter. Wir fallen unter die Bergzone eins. Wenn man insgesamt unter einem bestimmten Wert eingestuft wird, gibt es keine Subventionen mehr. J Gerade gestern war die Viehzählung. Aufgrund dieser Angaben wird man ebenfalls eingeschätzt. S Denkt man sich irgendwann, hm, wenn wir noch drei Geissen und zwei Kühe kaufen, dann gibt es mehr Subventionen? J Vielleicht müsste man das tatsächlich machen, wenn man merkt, dass es knapp wird. Bis anhin war es aber nicht nötig. Wir haben genau so viele Tiere, wie wir selber durchfüttern können mit unseren Wiesen und Weiden.

24 saiten 06.11


Wolfgang Steiger, Jasmin Siegrist Aescherwies, Schwellbrunn Betrieb: Kleinhof mit Mutterkuhhaltung, Rindersömmerung Höhenlage: 813 m.ü.M. (Berggebiet)

Anschrift:

Name:

6,03 ha davon 38 a extensiv genutzte Wiesen, 240 a Naturwiesen, 351 a Weide Viehbesatz /Anbaukultur: 1 rauvieh-Kuh, 1 Rind, 1 Ochse, 2 Esel, 3 Appenzeller eissen Nutzfläche:

mit 4 itzi, 6 Hühner, ca. 4 Sömmerungsrinder von Mai bis Oktober Fütterung/Düngung: Heu und ras, Mist und ülle


landwirtschaft S Über den Kauf von Kühen werdet ihr vermutlich auch in

W Ich weiss, worauf du hinaus willst, du tönst diese antimo-

Kontakt mit den Leuten hier kommen. J Nein, denn wir halten Grauvieh. Das kauft man nicht in dieser Gegend. Hier haben sie Braunvieh. W Das Grauvieh passt gut zu uns. Es braucht durch seine geringe Grösse nicht viel Platz im Stall, der eben noch für kleinere Tiere konzipiert wurde. Und es ist für dieses Gelände geeignet, da es durch sein geringes Gewicht keine tiefen Löcher in die feuchte Hangweide stampft. J Die grossen Hochleistungs-Kühe können gar nicht mehr rausgelassen werden, wenn der Boden nass ist. W Wir können es uns nicht leisten, zuhause zu bleiben und die Tiere im Stall zu füttern. Mittlerweile haben wir ein gutes Gleichgewicht auf dem Hof: Die Geissen dämmen zum Beispiel die Brombeeren ein. Wenn man so arbeitet wie wir, hat man nicht viel Zeit, um Weideunkraut zu bekämpfen. Blacken hat es beispielsweise einige auf unserem Land. Ein anderes Problem ist das Jakobskreuzkraut. Das ist jedoch dein Gebiet, Jasmin … J … heute habe ich wieder ein paar rausgenommen. Die sind tödlich für die Tiere. Sie können daran sterben oder verwerfen. Für Esel und Rösser ist es ganz schlimm. Wir bauern biologisch und gehen nicht mit Chemie dahinter, das bedeutet, ich steche jede einzeln mit einem Messerchen aus. W Zum Glück ist nur ein Hang betroffen. Beim Jakobskreuzkraut haben wir null Toleranz. Disteln und Blacken stören uns weniger. Die Blacke ist ja eine bemerkenswerte Pflanze, sie wächst dort, wo sonst nichts wächst. S Ihr lernt jeden Tag dazu. W Man ist gezwungen zu lernen, denn die Fehler rächen sich. S Verkauft ihr die Milch? W Nein, die ist für den Eigengebrauch. Wir verkaufen zuweilen Tiere, die Jasmin gezüchtet hat. Das Geissenfleisch essen wir selber. Die Milch teilen wir mit dem Kalb. S Ihr seid eher praktisch veranlagt und führt euren Hof nicht aus Hippieüberzeugung, als Selbsterfahrungstrip … W Nein, damit konnte ich nie etwas anfangen, aber ich weiss schon, bei so genannten alternativen Bauern denkt man das schnell. S Nennt ihr euch Bauern, wenn jemand fragt, was ihr macht? J Bei formellen Sachen gebe ich mich schon als Landwirtin aus. Im Privaten aber auch als Familienfrau und als Büroangestellte. W Ich würde mich gerne als Bauer bezeichnen, aber ich muss schon sagen: das ist nicht mein Verein. Wir machen etwas mit dem Land. Das ist der Reiz. Ich glaube, das steckt in uns allen drin. Schaut man zwei, drei Generationen retour, taucht bei jedem ein direkter Bezug zur Landwirtschaft auf. S Vielleicht haben ja auch darum in der Stadt die Leute Hühner auf dem Balkon. Das Seltsame ist ja, dass das etwas Bewahrendes hat, man es aber fortschrittlich meint. W Das ist bestimmt ein Widerspruch. Er ist aber gar nicht so dramatisch. Das sind nicht die verlogenen Arten von Widersprüchen. Damit, dass Leute sich grün geben, aber extrem unsensibel sind, habe ich mehr Mühe. Das trifft in gewissem Sinn auch auf uns zu. Wenn man ökologisch leben wollte, müsste man in die Stadt ziehen. J So, wie wir leben, braucht man zwei Autos. W Die Ökobilanz der Städter ist viel besser. Das sind die Widersprüche, die mich mehr fertig machen. S Habt ihr nie überlegt, ohne Autos, aber doch hier draussen zu leben? J Das ist nicht möglich. Den Jeep brauchen wir fürs Geschäft in Flawil. Das zweite Auto, wenn Ornella in die Musikschule nach Herisau muss, für den Einkauf, den Ausgang.

dernen Tendenzen an. Ich glaube, man nimmt sich hier draussen einfach das raus, was man braucht. Wir leben in einem 300-jährigen Haus mit Internetanschluss. Man kann verschiedene Epochen kombinieren. Insofern sind wir nicht antimodern, sonst würden wir den Strom abstellen. Wir machen, was immer gemacht wurde: wir ergänzen, was bereits vorhanden ist. Wenn man die Architektur dieses Hauses genau anschauen würde, sähe man, dass alle fünfzig Jahre etwas dazu kam. Zuerst war das Dach relativ flach. Als es möglich wurde, Nägel industriell herzustellen, konnten steile Dächer gebaut, die Schindeln angenagelt werden. Später entstand der Anbau für die Stickmaschine. Dann kamen wir und bauten ein Badezimmer an. Jede Zeit hat ihre Priorität, ihr Denken. S Ihr habt ja einen recht pragmatischen Umgang mit den Umständen: was Autos et cetera angeht. J Den muss man haben. Ich machte die Autoprüfung erst, nachdem ich drei Jahre hier wohnte. Ich merkte, dass ich mobil sein muss. W Es liegt mir viel daran, auch die Kinder mit unserer Lebensform nicht zu terrorisieren. Nur ein Beispiel: Ilona, die in die Mittelschule geht, und euer Fotograf sassen in Degersheim zusammen auf einem Bänkli, als ich beide abholte. Er wollte sie ein bisschen ausquetschen, was für Tiere wir halten und so. Sie konnte es ihm jedoch nicht so genau sagen. Aber das ist auch gar nicht wichtig, sie hat schon genug mit der Schule am Hals. Sie muss nicht heuen oder so was. Die Elfjährige schaut besser eine Folge Simpsons, als dass sie auf der Wiese schwitzt. J Man kann die Kinder doch nicht in die pralle Sonne stellen, wobei das hier gang und gäbe ist. W Es ist sowieso ein Witz, die Wiese zu rechen, nur wegen dem bisschen Heu, das man gewinnt … Das kann man gut liegen lassen, das wächst wieder rein J Es gehört eben auch zum mythischen Bauernbild: die Kinder auf der Wiese am Chrampfen. W Es ist schon ein Vorteil, wenn man aus einem fremden Gebiet zum Bauern kommt. Man hinterfragt Sachen, die andere seit Generationen so machen, «weil man es so macht». S Als ich von Schwellbrunn hierher lief, dünkte es mich nicht gerade städtisch, aber es hat etwas von Agglo. Vor mir lief eine Schülerin: Einerseits war da dieses traditionelle Bild vom Bauernkind, das der Strasse entlang nach Hause laufen muss, wie aus einem Heimatfilm, andererseits die hippe Teeniemode. J Bei den Kindern kann man nicht mehr so deutlich zwischen Bauernkindern und anderen unterscheiden. W Es gibt schon noch einige, die traditionell leben. Mit Viehschau, Blochmontag, Silvesterkläusen et cetera. Die sollen das machen. Aber mir kommt dann immer der Song von Knarf Rellöm in den Sinn: «NMV – nicht mein Verein». S Für Leute von aussen ist das Leben hier im Appenzellerland doch nach wie vor ein bisschen wie fernsehen. Man sieht sich einen Alpaufzug an und findets noch schön, aber was es damit auf sich hat, ist wurscht. W Es ist halt kultig. Der berühmte Galerist Bischofberger fuhr schon mit Andy Warhol oder Ringo Starr nach Urnäsch wegen dem Alpaufzug. Seltsam. Naja, eine gewisse Kraft hat es ja schon, das Leben in diesen Bergen. Mir gefällt daran aber vor allem, daneben auch noch anderen Sachen nachgehen zu können.

27 saiten 06.11

Johannes Stieger, 1979, ist Redaktor bei «Saiten».


landwirtschaft

Kühe stellen keine Fragen

Christel Steger hatte bereits ein Velo, und einen Laptop brauchte sie nicht. Also kaufte sie mit ihrem Erstkommunionsgeld Pepita. von 

Eveline Dudda

Pepita ist braun, hat einen hellen Kopf und ist ausgesprochen gwehrig. «Wenn ich sie rufe, boxt sie auf dem Weg zu mir alle anderen weg», sagt Christel, während sie nach Pepita Ausschau hält. Das ist gar nicht einfach, denn wo Christel ist, sind die Kühe nicht weit. Sie drücken sich im Laufhof ans Geländer, machen den Hals lang und versuchen, mit der Zunge an Christel ranzukommen. Pepita hat anscheinend keine Lust, sich gegen die grossen Kühe durchzuboxen, sie belässt es für einmal bei einem tiefen Blick in Christels Richtung. Christel ist ein Bauernkind, zweitälteste Tochter von Albert und Diana Steger aus Unterlitten, Altstätten. Sie ist mit Kühen aufgewachsen und hat wie ihre vier Geschwister schon öfter als Jungzüchterin im Ring gestanden. Hunderten von Zuschauern hat sie dann ein Kalb oder Rind präsentiert. An der Bruna 2006 hat Christel sogar den zweiten Preis geholt. Das ist grossartig, denn diese Viehschau ist für Braunviehzüchter etwa so wichtig wie die Miss-Schweiz-Wahl für Models. Mindestens. Mit dem Unterschied, dass die Tiere an der Viehschau nach praktischen Kriterien bewertet werden, nach Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. Schliesslich sind Kühe nicht gratis. Pepita hat 600 Franken gekostet, und damals war sie erst ein Kalb. Christel hat sie mit ihrem Erstkommunionsgeld bezahlt. Nicht alle Mitschülerinnen haben das verstanden. Das ist Christel egal: «Ein Velo hab ich schon, und einen Laptop brauch ich nicht.» Der Hof ist auch ein Zoo Melken, heuen, Tiere füttern, Garten machen, Hofladen führen, fünf Kinder und einen Haushalt managen: Christels Mutter Diana hat trotzdem immer Zeit für einen kleinen Schwatz. Wie Generationen zuvor führen Stegers einen bäuerlichen Familienbetrieb. Die Kinder bekommen viel Besuch. «Sie werden selten von anderen eingeladen», sagt Diana, und das Strahlen ihrer Augen wird ein wenig blasser, leuchtet aber gleich wieder auf, als sie erzählt, wie einige Kinder neulich die Idee hatten, die Nacht gemeinsam in der Abkalbebox zu verbringen. Schlafen im Stroh, ein Erlebnis, das in Unterlitten möglich ist. Fragt man Stegers, welche Tiere auf ihrem Hof leben, dann plappern alle los: «Kühe, Hund, Tauben», bis Albert «stopp!» ruft und vorschlägt, der Grösse nach aufzuzählen. Worauf Michel «Bienen» ins Spiel bringt und Ariana «Pony, Katzen» sagt, bevor es weitergeht mit «Fische, Hühner, Chüngel, Enten, Meersäuli, Wachteln, Hamster». Und ja, natürlich habe es auch Mäuse auf dem Hof, «aber nur freilaufende!» Kleine Spässe hört man in Unterlitten oft. Das beisst sich nicht mit der grossen Verantwortung für die Tiere. Ariane (14), Christel (12), Corina (10), Michel (8) und Reto (5) haben Häsli, Meersäuli oder Hamster. Christel ist die einzige, die sich ein Kalb gekauft hat. Ein Kalb, das vom Stier Agio abstammt und von der Kuh Priska auf die Welt gebracht wurde. Ein Kalb, das inzwischen ein Rind gewor-

den ist. Weshalb Christel letztes Jahr einen passenden Stier, Zaster, aussuchte und es durch ihn besamen liess. «Ein guter Stier», wie Albert sagt, «sie wählt immer gute Stiere aus.» Die Sprache der Tiere Manchmal fangen die Mädchen morgens mit melken an, damit Albert und Diana länger schlafen können. «Einmal hat der Melkcomputer die Zahlen vertauscht. Corina hat nicht gemerkt, dass sie Fauna im Melkstand hatte.» Fauna ist kitzelig am Bauch, weshalb sie jeden Tag aufs Neue mit dem Fuss nach jedem tritt, der ihr das Melkzeug ans Euter hängt. Christel hat noch «pass auf!» gerufen, dabei war es gar nicht nötig. Die Kuh hielt still. Christel: «Sie merkt, dass wir Kinder sind.» Eine Tierpsychologin sei sie, sagt Albert, und dass sie immer wisse, wenn mit einem Kalb etwas nicht stimme, auch wenn auf den ersten Blick alles ganz normal wirke. Und Diana sagt: «Die Tiere spüren das. Wenn ein Kalb dumm tut, sobald man ihm den Strick anlegt, kann Christel es trotzdem führen.» Christel sagt nichts. Kühe stellen keine Fragen, da braucht es auch keine Antworten. Pepita gehört zwar Christel, gefüttert wird sie jedoch von Albert. Futtergeld muss Christel keines bezahlen. «Papa hat gesagt, er nehme das Geld dafür von der Milch.» Vorerst gibt Pepita aber gar keine Milch, sie kalbt erst Ende Mai. Einen Namen für das Kalb hat Christel noch nicht, «falls es nachher ein Stierkalb ist.» Es ist einfacher, namenlose Tiere in den Schlachthof zu bringen. Die 55 Kühe in Stegers Stall haben alle einen Namen, und Christel kennt sie auswendig. Manche Kühe sind ihr näher als andere. Eine hatte sie sogar so lieb, dass ihr noch heute, zwei Jahre nach ihrem Tod, die Tränen kommen, wenn sie daran erinnert wird. Fediva war ihre Lieblingskuh und weil es sie nicht mehr gibt, hat Christel Pepita gekauft. Nicht als Ersatz, sondern als Neuanfang. Als Investition in ihre Zukunft. Denn die ist höchstwahrscheinlich bäuerlich. Eveline Dudda, 1959, ist freischaffende Agrarjournalistin und wohnt in Hinterforst.

28 saiten 06.11


Albert und Diana Steger Unterlitten, Altstätten Betrieb: Milchwirtschaft und Direktvermarktung von Obst, Familienbetrieb Jahresniederschlag ø: 1400 – 1500 mm

Anschrift:

Name:

470 m.ü.M. 39 ha (2 ha Wald) davon: 40 a Niederstamm, 180 a Hochstamm, 9 ha Mais, 6 ha etreide, 2 ha Zuckerrüben, Rest Weideland mit Kunst- und Naturwiese

Nutzfläche:

Höhenlage:

50 Kühe, 40 Stück Jungvieh Fütterung: Silofutter, im Sommer jeweils halbtags auf der Weide. Einige der Kühe gehen auf die Alp Anbaukultur: div. Obst, Futterbau für die Kühe Viehbesatz:

Düngung:

Mist, ülle, Handelsdünger


landwirtschaft

“Ich mache nur, was ich wirklich will ”

Schon seine Grossmutter hatte während des Zweiten Weltkrieges ihren Hausgarten biologisch bestellt. Peter Ackermanns Hof in Niederuzwil gehört zu den Pionierbetrieben der schweizerischen Öko-Landwirtschaft. von 

Harry Rosenbaum

Ein Rentner, der an diesem sonnigen Frühlingsmorgen seinen Gartenzaun streicht, weist mir den Weg zum Bio-Bauern: «Die Bahnhofstrasse hinunter, dann in die Bienenstrasse einbiegen und nach ein paar Metern rechts in den Haslenweg. Er liegt dann direkt vor Ihnen, der prächtige Hof.» Das kleine Betriebsbüro ist leer. Peter Ackermann kommt aus einem der Hofgebäude. Wir setzen uns unter schattenspendende Bäume und trinken schwarzen Kaffee. Sein Grossvater habe den Hof vor 85 Jahren gekauft, sagt der gelernte Gemüsegärtner mit Meisterdiplom. Er sei ein sehr innovativer Mann gewesen und entsprechend offen für Neues. Zusammen mit der Grossmutter, die während des Zweiten Weltkrieges ihren Hausgarten nach Bio-Grundsätzen bestellte, war er eben auch zugänglich für biologisches Wirtschaften. Damals sei das total exotisch gewesen. Das hat aber nicht verhindert, dass das Bio-Virus auf den Vater übersprang und auch die beiden Brüder Peter und Thomas infizierte. Die Familie habe so etwas wie ein Gespür gehabt für biologische Landwirtschaft und die Bedeutung, die sie dereinst bekommen würde, meint Peter Ackermann. 1998 haben die Brüder den Zwanzig-Hektar-Hof im «Haslen» übernommen und nach dem Sharing-Prinzip zwei eigenständige Betriebszweige eingerichtet: Peter den biologischen Land- und Gemüsebau, Thomas die biologische Milchwirtschaft. Palette wie ein Marktfahrer Als Direktvermarkter mit dem Knospe-Gütesiegel von Bio Suisse baut Peter Ackermann Gemüse, Grünspargel, verschiedene Salate, Kräuter, Früchte und im Winter Chicorée an. Der Landbau am Rande des Industrieortes wird sowohl auf Freiflächen wie auch in Folienhäusern betrieben, die teilweise beheizbar sind. Als «Marktfahrer-Produkte-Palette» bezeichnet Peter Ackermann die Vielfalt seines Anbaus. Die Produktion ist diversifiziert, weil Wochen- und Bauernmärkte in der Region, diverse Restaurants und Lebensmittelgeschäfte – darunter auch der St.Galler Stadtladen – Frischprodukte vom Haslen-Hof beziehen. «Wir fahren auch selbst auf die Märkte», sagt Peter Ackermann, «oder beliefern Marktfahrer.» Ein erheblicher Teil des Umsatzes jedoch wird im Hofladen erwirtschaftet. Der Betrieb hat vier feste Mitarbeiter, die sich 300 Stellenprozente teilen. In der Hochsaison stossen drei Erntehelfer zum Team dazu. Peter Ackermann outet sich als Willensperson. «Ich mache wirklich nur, was ich will, wovon ich selbst überzeugt bin», sagt er. «Mit dieser Haltung eckt man gelegentlich an und schafft sich nicht nur Freunde. Trotzdem ziehe ich es durch.» Das tönt vielleicht nach Egomanie, ist es aber nicht, wie der Zuhörer schnell merkt. Es sind einfach nur andere Worte für den Drang nach Selbständigkeit. Die ist Peter

Ackermann ungemein wichtig, aber auch ein Pflichtgebot. «Ich bin bei Bio Suisse und habe das Knospe-Gütesiegel. Meine Produkte verkaufe ich aber mit meinem Gesicht und meinem Namen. Ich stehe persönlich dahinter und bin für meine Kunden wichtiger als das Label!» Wichtige Rolle der Jungbauernbewegung Neben dem Bio-Credo steckt in Peter Ackermann auch Bio-Bewusstsein, und das ist für den Zuhörer eine kleine Geschichtslektion. Die Grosseltern und der Vater treten wieder in Erscheinung. Sie hätten aktiv bei der Jungbauernbewegung mitgemacht. In den dreissiger Jahren während der grossen Wirtschaftsdepression waren die Jungbauern eine politische Bewegung, die zusammen mit den Gewerkschaften in der Schweiz eine antizyklische Wirtschaftspolitik zur Überwindung der Krise forderte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Jungbauernbewegung zur Vorreiterin für biologische Landwirtschaft. Zusammen mit den Sozialdemokraten engagierte sich die Bewegung aber auch für die Einführung der AHV, um so den Bauern einen menschenwürdigen Lebensabend zu sichern. Als sich die biologisch wirtschaftenden Landwirte in Glaubensrichtungen zu spalten begannen – auf der einen Seite Demeter mit der biologisch-dynamischen und auf der anderen Bio Suisse mit der organisch-biologischen Methode – setzte sich die Familie Ackermann im Interesse der Sache für die Beilegung des Konfliktes ein. «Wir konnten erfolgreich vermitteln, weil uns beide Seiten akzeptierten», sagt Peter Ackermann nicht ohne Stolz. Heute lassen sich die beiden Glaubensrichtungen gegenseitig leben, weil sie eingesehen haben, dass Zoff der Bio-Idee insgesamt nur schaden und überhaupt nichts bringen würde. Keine Angst vor der EU «Die Landwirtschaft war und ist immer in Bewegung, es gibt keinen Stillstand», sagt Peter Ackermann und ist überzeugt, dass auch mit der Öffnung des schweizerischen Agrarmarktes gegenüber der EU die inländische Bio-Produktion weiter bestehen könne. Es könne durchaus passieren, dass neue BioLabel aus dem Ausland auftauchten, die an weniger strenge Richtlinien gebunden seien als die Knospe, sagt er. «Die Entscheidung, was gekauft wird, treffen letztlich die Konsumentin und der Konsument. Um bei diesem Punkt Einfluss zu nehmen, müssen wir Produzenten den Wert unserer Qualitätsanforderungen kommunizieren. Das ist unsere Herausforderung bei der Öffnung des Agrarmarktes. Mit unseren Standards haben wir eine intakte Chance.» Harry Rosenbaum, 1951, ist Journalist in St.Gallen.

30 saiten 06.11


Peter und Thomas Ackermann Haslen, 9244 Niederuzwil Betrieb: Milchwirtschaft und emüsebau Jahresniederschlag ø: 1200 mm Höhenlage: 500 m.ü.M. Nutzfläche: 22 ha

Anschrift:

Name:

Viehbesatz: 26 Kühe, ein Zuchtstier, zehn Jungtiere zur Nachzucht Fütterung: im Sommer eingrasen und Weide, im Winter ras- und Maissilage, Heu und etwas Kraftfutter Anbaukultur: nebst dem Futter für die Tiere

wird auf 3 ha emüse angebaut: 0,5 ha rünspargeln; auf dem Rest (davon 0,18 ha ewächshaus, zwei Drittel beheizbar) ein «Hofladensortiment» von gut dreissig Sorten: Auberginen, Blumenkohl, urken, Tomaten, Salate, Zucchetti, Zuckermais und Zwiebeln

hofeigener Wirtschaftsdünger wie Mist und ülle, etwas Hühnermist von einem benachbarten Betrieb und wenig biologischer Handelsdünger für die ewächshäuser Düngung:


Thema Vorarlberg

Wenn der Käswurm zweimal hustet Vor kurzem las ich in der Zeitung, in Zürich habe ein Take-Away-Laden namens «Max Frisch» eröffnet. Der Betreiber begründete die Namenswahl damit, dass dieser Name «knackig und einprägsam» klinge. Das Journal meldete weiter, das Zürcher Max-Frisch-Archiv lasse die Angelegenheit juristisch prüfen, nachdem es sich im Jahre 2008 zusammen mit dem Suhrkamp-Verlag bei einem ähnlichen Fall durchgesetzt habe. Die Produzentin des Eistees «max. frisch» (eine Schreibweise, die man natürlich als «maximale Frische» interpretieren konnte), die Firma Eichberg Bio AG, hatte damals nach einer aussergerichtlichen Regelung den Namen des Tees geändert. Ich las das bei einer Busfahrt in den hinteren Bregenzerwald. Als ich den Blick von der Zeitung hob, weil der Bus bei der Post in Schoppernau hielt, sah ich auf der Fassade der Bergsennerei Schoppernau als Emblem des Betriebes ein Clair-Obscure-Porträt von Franz Michael Felder. Es ist auch das Etikett des von dieser Sennerei produzierten F.-M.-Felder-Bergkäses. Der Käse wurde im Oktober 2009 bei der Eröffnung der Sennerei dem Publikum vorgestellt; nach der Begrüssung der Ehrengäste, der kirchlichen Einweihung und den Festansprachen und vor der Inbetriebnahme des Käseroboters «Franz Michel» und des neuen Heumilchkäselagers. Später spielten der Musikverein «Cäcilia» und die «Inntaler Alpengaudi» auf. In einer Aussendung hiess es danach: «So gesehen, ist der ‹Wauld› auch um eine touristische Attraktion reicher, verschmelzen sich doch in diesem Käse Bregenzerwälder Käsekultur und Literatur (die im F.-M.-Felder-Museum vis-à-vis präsentiert wird). Landwirt und Literat Franz Michael Felder hätte seine wahre Freude an diesem erfolgreichen Start gehabt …» Was immer auch in diesem Bergkäse verschmilzt, er ist jedenfalls kein Schmelzkäse. Ob der Bregenzerwälder Schriftsteller Franz Michael Felder aus Schoppernau (1839–1869) tatsächlich seine Freude an ihm gehabt hätte, wird zum Beispiel vom Bregenzerwälder Schriftsteller Norbert Mayer aus Egg in seinem Langgedicht «käse-kunst-käse» bezweifelt: «die hühner lachen / der käswurm hustet / das wunder käse brennt im salz / wunden / viele wunden wer-

den zu lecken sein / doch / immer fleissig schwamm darüber / deckel zu / käse-kiste-rumpel-pumpel.» Der F.-M.-Felder-Bergkäse, der 2009 mit dem Spruch «Sind Sie reif für einen Käse, der ein Gedicht ist?» beworben wurde (was nicht nur bei einem Käswurm Hustenreiz auslöst), ist übrigens von bester Qualität und schmeckt ausgezeichnet. Die Frage ist nur, ob der bedeutendste Schriftsteller Vorarlbergs tatsächlich als Blickfang auf einem Käseetikett herhalten muss. Gut, er hatte immerhin tatsächlich mit Käse zu tun im Unterschied zu Max Frisch, der keine besondere Affinität zu Eistee oder Take-Away aufwies. Felder gründete nämlich einen Käsehandlungsverein gegen das damalige Monopol der so genannten «Käsegrafen» – jene Grosshändler, die dank der fetten Gewinne aus ihren Geschäften in ihren Palais in Wien und Mailand tatsächlich wie Adelige lebten, während ihre Milchlieferanten darbten. Norbert Mayer fragt sich, wer heute die Käsevermarktung im Bregenzerwald bestimmt: «genossenschaft der bauern / oder renaissance der käsgrafen /… / ob sich felder im grab umdreht?» Für die aktuelle Käseproduktion (nicht nur im Bregenzerwald) wäre wohl ein Käseroboter wie der Schoppernauer Franz Michel das stimmigere Emblem. Für jene, die von Käse nur wissen, dass man ihn in Plastik verpackt im Supermarkt bekommt: Der Roboter wendet und bürstet die schweren Käselaibe nur; produziert wird der Bergkäse immer noch von einem Senn. Aber ein Käseroboter, eine Turbokuh oder ein Futtersack Sojaschrot sind für die Werbung halt keine so günstigen Motive wie das früher übliche Trachtenmädchen oder jetzt eben ein berühmter Schriftsteller. Kurt bracharz, 1947, arbeitet als Schriftsteller, Kolumnist und Übersetzer in Bregenz.

Toggenburg

Voltigieren für Fortgeschrittene Die erste Mannschaft der Voltige Lütisburg im Toggenburg kann sich gegen die weltbesten Mannschaften behaupten. Seit einigen Jahren schon geht es mit dieser Mannschaft erfolgreich aufwärts. Schweizermeistertitel sind keine Zu-

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Bild: pd fälle. Das Juniorinnenteam gehört zur nationalen Spitze, und das Aktivteam startet in der höchsten Klasse. Es bewahrheitet sich der Spruch: Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. Früher war die Longenführerin Monika Winkler Bischof mit ihren Eltern verantwortlich für das Voltigeteam. Heute sind auch ehemalige Voltis dazugekommen und unterstützen als Trainer die verschiedenen Teams. Es wurden Möglichkeiten gefunden, die Arbeit auf mehrere Personen zu verteilen und somit Ressourcen aufzuteilen. Der Fanclub beispielsweise hat sich als Ziel gesetzt, für die jährlichen Unterhaltskosten eines Pferdes aufzukommen. Der Erfolg der Voltige Lütisburg liegt auch an den Pferden und der Art ihrer Haltung. Die Voltige Lütisburg ist im Moment glücklich darüber, dass sie über genügend und vor allem gesunde Pferde verfügt. Aus den jahrelangen Erfahrungen können die älteren Voltigiererinnen ihr Wissen an die Jüngeren weitergeben. Die teure und aufwändige Sportart verdient unser Interesse. Die enge Arbeit zwischen Mensch und Tier erfordert höchste Disziplin und Vertrauen – das sollte ja auch ein Grundsatz in der heutigen Gesellschaft sein. Der Schwendihof von Bea und Fredi NäfBrühwiler, zwischen Unterwasser und Wildhaus auf 1100 Meter über Meer, bietet mit vier Pferden und drei Ponys Reitstunden an, auch Therapiereiten. Das Therapiereiten wurde von der IG behindertenfreundliches Toggenburg geprüft. Geprüft wird auch der neue Kinderspielplatz in Unterwasser. Das Pilotprojekt «Ferien für alle», in dem sich Toggenburg Tourismus engagiert, soll barrierefreie Ausflugs- und Ferienangebote für behinderte Gäste schaffen. Das Projekt wurde 2003 durch eine Arbeitsgruppe lanciert, die aus der IG behindertenfreundliches Toggenburg, Toggenburg Touris-

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Rundflug mus, Vertretern der lokalen Verkehrsvereine und Mobility International Schweiz besteht. Das Toggenburg ist eine Pilotregion. Als Dank für die stetigen Bemühungen des innovativen Toggenburgs unterstützt nun die Aktion «Denk an mich» das Projekt. Der behindertenfreundliche Spielplatz, der am 18. Mai 2011 eröffnet wurde, soll künftig mit innovativen und abwechslungsreichen Geräten bei Menschen mit und ohne Behinderung für viel Spass und Abwechslung sorgen. Daniela Vetsch Böhi, Textildesignerin, Mutter und politisch Aktive bei den Grünen.

Thurgau

Immer diese Gegenvorschläge Besser als nichts: Der Kanton Thurgau hält zwar an der Pauschalbesteuerung fest, reiche Ausländer, die in deren Genuss kommen, zahlen in Zukunft jedoch mehr, nämlich mindestens 150’000 Franken. Bisher haben 115 Pauschalbesteuerte mit 7,5 Millionen Franken Steuern zum Gemeinwohl beigetragen. Das sind also 64’000 Franken pro Pauschalbesteuerter. Ich möchte mich irgendwann auch darüber aufregen können, dass ich in Zukunft nicht mehr 64’000, sondern 150’000 Franken abdrücken muss. Und vorher noch schnell eine Spende über, sagen wir, 130’000 Franken an das Abstimmungskomitee, das in meinem Sinne argumentiert. Diese Spende lohnt sich, denn ohne Pauschalbesteuerung käme ich noch viel schlechter weg. Das habe ich wirklich nicht verdient, ich, der jahrelang brav abgesteuert hat. Und wenn mir also diese Linken blöd kommen, dann verziehe ich mich aus dem Thurgau, oder ich mache mit Sebastian Vettel in Ellighausen (politische Gemeinde Kemmental) eine WG auf. Dann bekommen wir hoffentlich auch eine Steuererleichterung. Diese Linken sollten sich besser um die Abschaffung des Kapitalismus statt der Pauschalbesteuerung kümmern. Zum Glück gibts in Kemmental nur eine SVP-Ortspartei und die Grünliberalen Steckborn-Kreuzlingen.

Ob der Bewohner dieser schmucken Liegenschaft künftig auch 150’000 statt 64’000 Franken Pauschalsteuern zahlen muss? Bild: Ruedi Steiner

Also. Die Initiative zur Abschaffung der Pauschalbesteuerung wurde knapp abgelehnt. In Frauenfeld wurde sie sogar mit einer Stimme mehr angenommen. Mein Frauenfeld. Dafür kam der Gegenvorschlag gut an beim Volk. Immer diese Gegenvorschläge. Besser als nichts. Aber nicht mehr. Vielleicht sollte man mal eine Initiative zur Abschaffung des Kapitalismus lancieren. Im Gegenvorschlag würde man nur noch im Kanton Thurgau den Kapitalismus überwinden wollen. Das Stimmvolk würde garantiert den Gegenvorschlag favorisieren. Oder man könnte eine Initiative zum Verbot von Gegenvorschlägen lancieren. Und dieser dann einen Gegenvorschlag gegenüberstellen. Oder man könnte eine Initiative «Gegenvorschlag-Initiative» nennen. Nomenklatur ist ja sowieso nur noch Schall und Wahn, ob direkt oder indirekt. Manchmal sollte man aber auch einfach Flagge zeigen. Ja oder Nein ohne SchischiGegenvorschlag. Schön, dass bei der Frauenfelder Abstimmung zum Regio-Radweg ein Ja resultierte. Schön, dass die Aeronauten kürzlich am Sommerfest der Kulturstiftung des Kantons Thurgau konzertiert haben. Das Publikum war unaufgeregt vergnügt. Da und dort probierte man sich angesichts der reisserisch guten Kapelle an Butoh- und anderem Ausdruckstanz im geschützten Werkstattrahmen. Was ja auch durchaus pässlich war. Denn an dem Wochenende ging das Tanzfest über die Bühne. Mathias Frei, 1980, ist Kulturveranstalter, Slampoet, Texter und Gemeinderat.

WinTerThur

Eine emotional verarmte Schützenwiese Der Mann dreht ab und breitet seine Arme weit aus – zur Rampe hin, auf der im Halbdunkel eine Handvoll Leute stehen. Diese schreien oder murmeln missmutig und verwerfen die Hände. Nur einer erwidert die Geste und wirft dem Mann Kusshände zu. Er tut dies nicht in überspielter Missgunst, sondern in der grössten Offenherzigkeit, die man sich vorstellen kann. Dieser eine stand auf den Betonstufen des Stadions Schützenwiese. Es war im Herbst 2002. Der FC Winterthur war noch nicht lange zurück in der Nationalliga B, kurz zuvor dem Konkurs entkommen und spielte gegen Yverdon, Delémont oder vielleicht auch Bulle. Ein Stürmer der gegnerischen Mannschaft hatte eben ein Tor erzielt. Es machte eher den Anschein, dass sich der Mann in der Kurve geirrt hatte, als dass er provozieren wollte, wie er in die Heimkurve gelaufen kam. Irgendetwas hatte ihn in seiner plötzlichen Freude dazu gebracht, mit den Zuschauern zu feiern, die da waren; und das waren nun mal die gegnerischen. Die Szene

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Thema

Flitzer haben theatralischen Eigensinn. Bild: pd war etwas vom Besten, was ich in diesem Stadion bisher gesehen habe. Seit längerer Zeit gehen nicht mehr nur eine Handvoll Leute zu den Spielen, sondern stehen Hundertschaften unter der handbedienten Anzeigetafel. Natürlich sind das noch lange keine St.Galler Verhältnisse – aber hey, das ist die Challenge League. Der theatrale Eigensinn hat sich in dieser Dichte etwas verloren. Diejenigen, die die Vorstellung einer Gruppe von Fussballspielern zum Anlass nehmen, einander gegenseitig dabei zu beobachten, wie sie sich in etwas hineinsteigern, sind auf dem Rückzug. Diejenigen, die trotzdem noch auffallen wollen, greifen auf elementare Mittel zurück. So zum Beispiel vor kurzem drei «Flitzer», die beim Match gegen Yverdon-Sport während eines Spielunterbruchs über das Feld rannten. Die Schützenwiese ist in gewisser Weise emotional verarmt. Dabei würde die Tatsache, dass der FCW in diesem Jahr wie in jener Saison 2002/2003 wieder gegen den Abstieg spielt, gute Voraussetzungen bieten, um die Affektproduktion anzukurbeln. Wenn dieser Text gedruckt ist, wird sich der Abstiegskampf schon entschieden haben, aber wie auch immer die Geschichte ausgeht: Wer würde etwa, wie damals zum Abschiedsspiel von Patrick Ramsauer, am Samstag kurz vor Ladenschluss die Blumenrestbestände der ganzen Stadt aufkaufen, um sie samt und sonders auf das Spielfeld zu befördern? Wer sich solchen Enthusiasmus noch zutraut, der werfe die erste Tulpe. Wendelin Brühwiler, 1982, ist Historiker, freier Journalist und arbeitet für «Radio Stadtfilter».

SchaFFhauSen

Sankt Florian, zünd andere Häuser an Mitte Mai haben sich die Urner Stimmberechtigten gegen eine zweite Gotthardröhre für den Strassenverkehr ausgesprochen. Zum dritten Mal. Sind die Urner überzeugte Freunde des


Rundflug öffentlichen Verkehrs? Nein, denn die Verkehrshalbierungsinitiative im Jahr 2000 haben immerhin 79 Prozent der Urnerinnen und Urner abgelehnt. Und die Nidwaldner wehren sich seit Jahrzehnten erbittert und erfolgreich gegen ein Atomendlager im Wellenberg. Sind die Nidwaldner besonders atomkritisch und Pioniere der erneuerbaren Energien? Nein, Atomausstieg und Atom-Moratorium wurden im Kanton Nidwalden jeweils wuchtig verworfen. Die Urner wollen den Verkehr nicht, sind aber gegen weniger Verkehr. Die Nidwaldner wollen den Atommüll nicht, sind aber für Atomkraftwerke. Schaffhausen droht gleich doppeltes Ungemach an der Atommüll-Front. Gleich ennet des Rheins, im Zürcher Weinland, soll ein Endlager für hochradioaktive Abfälle entstehen, und im Schaffhauser Klettgau wollen die Geologen der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle optimales Gestein für leicht- und mittelradioaktive Abfälle eruiert haben. Dagegen wehrt sich Schaffhausen. Und klar: Der hier erhältliche Strommix besteht zu achtzig Prozent aus Atomstrom, Ausstieg und Moratorium wurden 2003 hochkant abgelehnt. In Schaffhausen erwacht derzeit jedoch eine breit abgestützte Widerstandskultur. Nicht nur Linke und Grüne, auch freisinnige Gemeindepräsidenten und SVP-Kantonsräte sind auf einmal senkrechte Atom-Gegner. Nur die Jungfreisinnigen behaupten ernsthaft, dass die Atomendlager in der Region positive Impulse für den Tourismus auslösen können. Der vernünftige Rest schliesst sich der Widerstandsbewegung an. Selbst der Ausstieg aus der Atomenergie ist im Parlament plötzlich salonfähig, auch wenn der Atomanteil am Strommix steigt und bisher herzlich wenig zu sehen ist von der Ausstiegsstrategie des Regierungsrates. Widerstandskultur scheint je länger je weniger ohne direkte Betroffenheit auszukommen. Ganz im Sinne meines Namensvetters gilt: Oh heiliger Sankt Florian, verschone unsere Häuser – zünd lieber andere an. Moralisch nicht einwandfrei, ganz und gar nicht, aber Voraussetzung für breiten Protest. Einerseits macht das Erwachen regionaler Widerstandsbewegungen Mut, andererseits steigen die Bedenken, dass die nationale politische Ebene in Zukunft noch stärker versuchen wird, dem örtlichen Widerstand mit dem Ausbau von Bundeskompetenzen zu begegnen. Wo die Mitspracherechte der Regionen verschwinden, kann zusehends kein erfolgreicher Widerstand mehr organisiert werden. Föderalismus – häufig als Kantönligeist desavouiert – wird mehr und mehr zur Pflicht, wenn wir uns nicht von der Betroffenheitsdemokratie verabschieden wollen. Zumindest unter dem Aspekt einer lebendigen und breiten Widerstandskultur muss bedacht werden, dass einheitliche nationale Regelungen und Kompetenzenverschiebungen nach oben Gefahren bergen. Wenn die Betroffenen merken, dass sie nichts tun können, weil die grosse, bestimmen-

Widerstand ist oft egoistisch. Bild:pd de Mehrheit eben nicht betroffen ist, greifen Resignation und Ohnmacht Platz. Die Ausübung von Widerstand ist nie scheinheilig, aber meistens egoistisch – das ist auch gar nicht so schlimm, das sollte möglich bleiben. Florian Keller, 1983, ist Just-Student und Schaffhauser Kantonsrat.

Appenzell

Zwanzig Jahre Frauen an der Landsgemeinde «Und wenn ich wirklich eine emanzipierte Frau wäre, würde dich das stören?», sagt sie. «Kommt drauf an», sagt er. Mit diesem Dialog beginnt ein bezaubernder und zeitloser Film: «Satin Rouge.» Vor Zehn Jahren wurde der Film einer jungen tunesischen Regisseurin in den Kinos gezeigt. Damals war die Diskussion über das Frauenstimmrecht in Appenzell Innerrhoden längst kein Thema mehr. Die Selbstverständlichkeit, mit der die Innerrhoder Frauen an der Landsgemeinde teilnahmen, hat mit Emanzipation zu tun. Gleichberechtigung gewährleistet das noch nicht. Zwanzig Jahre Frauenstimmrecht im Appenzellerland: ein kleiner persönlicher Rückblick in eine Zeit, als ich als Ausserrhoderin in der Fremde immer wieder auf das nicht vorhandene Frauenstimmrecht angesprochen wurde. Vielen und immer wieder erklärte ich geduldig, wie es sich mit dem Stimm- und Wahlrecht verhielt im «hinterwäldlerischen» Appenzellerland. Trotz zahlreicher Medienberichte war vielen nicht bekannt, dass uns Appenzellerinnen nur das kantonale Stimmrecht verwehrt war. Berichte über Staatskunde und Auseinandersetzung mit Demokratie hätten mehr Engagement und Fantasie erfordert als Sensationen und oberflächliche Berichterstattung, die meist die platten Quotes von Politikern und die von Journalisten projizierten Appenzeller-Klischees betonierten.

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Thema

Bezeichnend war, dass das Thema Landsgemeinde und Frauenstimmrecht für mindestens drei Dokumentarfilme Stoff hergab. Diese Filme wurden international wahrgenommen. Genossenschaftliche Demokratie als öffentlich und kollektiv zelebrierter Akt war nur noch für Künstler und Filmschaffende ein Thema. Es wurde mir dann manchmal zu veläädelig. Und ich verlegte meine Herkunft nach Rorschach oder Weinfelden, um von Sprüchen und dummen Fragen verschont zu bleiben. Nach langen Jahren wurde in Ausserrhoden an der Landsgemeinde und kurz danach in Innerrhoden via Bundesgericht das Stimm- und Wahlrecht für Frauen doch noch eingeführt. Mit einem knappen Mehr der Ausserrhoder Männer für und einer grossen Mehrheit der Innerrhoder Männer gegen das Stimmrecht. Die klare und schmerzende Mehrheit dagegen, machte einen Bundesgerichtsentscheid erst möglich, und dieser ermöglichte es wiederum zu beweisen, dass eine Landsgemeinde problemlos mit Frauen durchgeführt werden konnte. In Ausserrhoden wurde das knappe Abstimmungsresultat lange diskutiert. Befürworter wie Gegner wendeten kostbare Zeit und Energie auf, um ein demokratisch gefälltes Resultat zu einem schweren Schatten werden zu lassen. Trotzdem. Sehr bald wurden in Ausserrhoden zwei Frauen in die Regierung gewählt – vor staunenden Medien. Drei Jahre danach wurde an der Urne die vielgepriesene Landsgemeinde in Ausserrhoden abgeschafft. Innerrhoden begeht die Landsgemeinde seit eh und je – heute selbstverständlich mit Frauen. Mit vielen Frauen, die als Mütter, Bauern- und Hausfrauen, als Berufs-‚ Föfvorzwölfi- und Karrierefrauen diesen Wahl- und Abstimmungssonntag gemeinsam mit den Männern feierlich begehen und jedes Jahr diesen Aprilsonntag mit einem Volksfest ausklingen lassen. Zwanzig Jahre Frauenstimmrecht im Appenzellerland zeigen zwei Kantone und deren völlig unterschiedliche Entwicklungen. Als Ausserrhoderin bin ich der Meinung, dass Innerrhoden den glücklicheren Weg ging – das heisst aufgezwungen bekam. In Innerrhoden haben sich, dank der Überschaubarkeit der bäuerlich geprägten Kultur und vielleicht auch dank der Reibung mit dem protestantischen Ausserrhoden, Werte herausgeschält, die in der globalisierten, neokapitalistischen Welt bitter Not tun. Verena Schoch, 1957, ist Kamerafrau und Fotografin und wohnt in Waldstatt.


thema Bibliotheksinitiative

Ein neues Kapitel folgt zum Glück immer Zu wenig Platz oder veraltete Infrastruktur. – Diese Probleme kennen vor allem auch die kleinen Bibliotheken ausserhalb der Stadt St.Gallen. Dort liegt ein grosses Potenzial brach, es tut sich aber auch Bemerkenswertes. von ralp h hug Die Gemeindebibliotheken standen bei der Debatte zur Neuen Bibliothek St.Gallen bisher nicht im Fokus der Aufmerksamkeit. Wie aber sieht die Situation dort aus? In den Regionen stösst man auf eine rege Szene mit vielen engagierten Leuten, die sich um die Bildung der breiten Bevölkerung verdient machen, aber häufig unter sehr limitierten Bedingungen arbeiten müssen. Dies, obwohl die Nachfrage nach ausleihbaren Büchern und «Nonbooks» (Hörbüchern, CDs, DVDs etc.) tendenziell gross ist und bei einem entsprechend ausgebauten Angebot meist schnell und markant wächst. Oder mit anderen Worten: Wo ein gutes und qualitativ ansprechendes Medienangebot vorhanden ist, wird es von der Bevölkerung auch in Anspruch genommen. Insgesamt gibt es in den st.gallischen Gemeinden 45 öffentliche Gemeindebibliotheken, die für alle frei zugänglich sind. Rein statistisch gesehen führt damit jede zweite Gemeinde eine Bibliothek, oft auch in Kombination mit der örtlichen Schule. Fast alle grösseren Ortschaften verfügen über eine eigene öffentliche Bibliothek. Charakteristisch für die st.gallische Bibliothekslandschaft ist ihre Heterogenität: Mal werden die Bibliotheken von der Gemeinde selbst, mal von Vereinen oder Gesellschaften geführt, mal sind sie gut, mal weniger gut ausgebaut und finanziell ausgestattet. Auch die Öffnungszeiten sind sehr unterschiedlich, ebenso die Teams, die sie führen. Die Ausleihen funktionieren mit verschiedenen Systemen, und nicht alle Kataloge sind bequem online erreichbar. Die Ausleihausweise sind so unterschiedlich wie die Gebühren. Ein «Tarifverbund» wie beim öffentlichen Verkehr fehlt. Und ein Internetanschluss für Benutzer steht mancherorts erst auf der Wunschliste.

Kein voll ausgebildetes Bewusstsein Es gibt wohl nur eine Konstante: Im Bibliothekswesen engagieren sich fast ausschliesslich Frauen; zumindest an der Front. Ohne ihren Einsatz ginge kein Medium über den Tresen. Dies hat offenkundig damit zu tun, dass die Bibliotheksstellen meist als Teilzeitjobs geführt werden. Zum allgemeinen «Wildwuchs» hat beigetragen, dass die Gemeinden frei sind, eine Bibliothek zu führen oder auch nicht. Sie sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet. Das Bewusstsein der Bedeutung von Bibliotheken als Orte, wo Lese- und Medienkompetenz – Schlüsselkompetenzen in modernen Wissens-

gesellschaften – ausgebildet werden, ist noch nicht überall entwickelt. Bei Gesprächen mit Bibliothekarinnen ist immer wieder der Wunsch nach besseren räumlichen und finanziellen Verhältnissen zu hören. «Wir müssen mit wenig auskommen. Und wenn wir eine Veranstaltung durchführen wollen, müssen wir jedes Mal Sponsoren suchen», sagt eine Fachfrau aus dem Toggenburg. Die restriktiven Bedingungen, die für viele Gemeindebibliotheken eine tägliche Realität sind, führen dazu, dass sie die anerkannten Normen nicht oder nur teilweise erfüllen können. Was die SIA-Normen fürs Bauen sind, sind die von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken (SAB) aufgestellten Richtlinien. Sie legen zum Beispiel fest, wie gross ein Medienbestand pro Einzugsgebiet sein soll. Bei Ortschaften mit 5’000 bis 10’000 Einwohnern sollte eine Bibliothek mindestens einen Grundbestand von eineinhalb Medieneinheiten pro Einwohner aufweisen und zudem Internet, Navigationshilfen und einen interbibliothekarischen Leihverkehr anbieten. Doch die meisten Gemeindebibliotheken erfüllen solche Standards nicht. Dies verursacht bei den Betroffenen Unbehagen, ist umgekehrt aber auch ein Motor für Verbesserungen.

Vorzeigeprojekt hinter dem Ricken In jüngster Zeit sind grosse Anstrengungen zur Behebung solcher Defizite zu beobachten. Rapperswil-Jona und Gossau sind zwei Beispiele. In der Rosenstadt stand nach der Gemeindefusion auch eine Neuordnung der Bibliotheken an. Die bisherige Lösung mit den beiden Bibliotheken am Hauptplatz und im Jonaport erwies sich als unbefriedigend. Ende März hat die Bürgerversammlung die Einrichtung einer neuen Stadtbibliothek in der Alten Fabrik an der Klaus-Gebert-Strasse mit Umbaukosten von zwei Millionen Franken beschlossen. Dem Projekt lag die Überlegung zugrunde, dass Bibliotheken heute nicht mehr blosse Ausleihen sind, sondern Orte des Lernens, der Information, des Verweilens und auch der Kulturvermittlung. Diese moderne Konzeption fand die Zustimmung der Bürgerschaft. Diskutiert wurde an der Bürgerversammlung lediglich noch über den Standort. Computer-Arbeitsplätze, WLAN- und iPadZone, eine Zeitschriftenabteilung, Veranstaltungsräume sowie Kinder- und Jugendzonen

werden das Projekt zum Erfolg führen, ist Leiterin Lucia Studerus Widmer überzeugt. Mit einem deutlichen Mehraufwand gegenüber den bisherigen Betriebskosten lässt sich Rapperswil-Jona das Vorzeigeprojekt etwas kosten. Nachdem die Rosenstadt bereits mit dem Alten Zeughaus ein attraktives Kulturzentrum erhalten hat, setzt sie mit dem neuen Bildungszentrum in der Alten Fabrik gleich nochmal ein klares Zeichen ihres Modernisierungswillens. Das Beispiel vom Zürichsee zeigt, dass in der Bevölkerung auch in Zeiten begrenzter öffentlicher Mittel durchaus die Bereitschaft für zukunftsträchtige Investitionen vorhanden ist. Bibliotheken geniessen als Stätten der Bildung für jedermann grossen Goodwill.

Spitze der st.gallischen Bibliothekslandschaft Vor einem gewichtigen Schritt in die Zukunft steht auch die Volksbibliothek Gossau, die von einem Verein getragen und von der Stadt Gossau, Andwil sowie den Kirchgemeinden mitfinanziert wird. Schon seit fünf Jahren ist die Bibliothek, die heute mit 18’000 Medien auf 200 Quadratmetern auskommen muss, auf der Suche nach mehr Raum. In einer alten Industrieliegenschaft, wo bis vor kurzem noch die «Happy»-Betten produziert wurden, bietet sich die Gelegenheit für einen Bibliotheksausbau. Das Dreifache der bisherigen Fläche könnte genutzt werden. In der Industriehalle mit den Oberlichtern bieten sich ausgezeichnete Optionen, wie aus kürzlich präsentierten Plänen des Hochbauamts hervorgeht. Der Bestand der Bibliothek könnte glatt verdoppelt werden. Für die Leiterin, Elisabeth Keller, haben diese Pläne ein «Feuer für die neue Bibliothek» entfacht. Man hegt grosse Erwartungen. Der Präsident des Trägervereins und ehemalige Rektor der Pädagogischen Hochschule St.Gallen, Prof. Alfred Noser, sieht bereits «wunderbare Zeiten» für alle Lese- und Bildungsfreudige anbrechen. Zur Zeit wird ein konkretes Projekt ausgearbeitet, über das voraussichtlich auch noch die Bevölkerung befinden wird. Schafft es Gossau, diese Pläne zu realisieren, dann dürfte man sich zusammen mit Rapperswil-Jona an die Spitze der st.gallischen Bibliothekslandschaft setzen. Aber auch in Rorschach soll die Bibliothekssituation verbessert werden. Zwar sind noch keine offziellen Pläne vorhanden, doch sind Überlegungen im Gange. Die Stadtbibliothek mit rund 10’000 Medien liegt heute etwas versteckt

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Bibliotheksinitiative thema

Dem Rorschacher Bibliothekar, Richard Lehner, wird es nicht langweilig: auch hier stehen Veränderungen an. Bild: D-J stieger

hinter der Kolumbanskirche in einem Pavillon, der als Kindergarten diente. Durch einen besseren standort könnte sie viel Publikum gewinnen. Dies wünscht sich jedenfalls der neue Leiter Richard Lehner, den die stadt zuvor als «schatzsucher» angeheuert hatte. nach der schliessung des Kulturlokals Mariaberg sind aktive Kreise auf der suche nach einer alternative. Dabei ist auch von einer Kombination Kulturlokal/Bibliothek in einer nachbarliegenschaft des Rathauses die Rede (siehe «saiten» 05/2011). Voraussetzung für Verbesserungen ist eine Rückkehr der Bibliothek in die Öffentlichkeit. sie soll nach dem Willen Lehners mit Veranstaltungen wieder von sich reden machen – so, dass die Rorschacher Bevölkerung weiss, dass sie eine Bibliothek hat. Bereits haben Lesungen im Kornhaus stattgefunden. auch soll die Bibliothek modernisiert werden, zum Beispiel mit einem internetangebot, das Online-Reservationen ermöglichen würde.

Erfolgreich interkommunal auch in kleineren Ortschaften sind ausbauten der zu kleinen und eng gewordenen Bibliotheken ein thema. Beispiel Uznach: Die städtliBibliothek, die 25 Jahre alt geworden und im tönierhaus untergebracht ist, bringt es pro Jahr auf über 70’000 ausleihungen und verzeichnet immer mehr Kundschaft. Rund vierzig Prozent der nutzerinnen und nutzer kommen gar nicht aus Uznach selber, sondern aus den umliegenden Gemeinden. «Unser Kreis reicht bis zu den schwyzer Gemeinden», bestätigt Bibliotheksleiterin Beatrice Lingg. Die Uzner Bibliothek steht im Ruf, sich besonders stark auf die Wünsche der Kundschaft auszurichten. angeschafft werden nicht nur die Bestseller auf den aktuellen Bücher-Hitlisten, sondern es werden gezielt die Bedürfnisse und anregungen berücksichtigt. Diese Kundenfreundlichkeit gilt als erfolgsgeheimnis der städtli-Bibliothek. Bereits seit einiger Zeit laufen Gespräche mit den nachbargemeinden, um sie zu einer 37

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finanziellen Unterstützung für den ausbau (grösseres angebot, mehr stellenprozente für das team) zu gewinnen. Mit erfolg, liegen doch schon positive Reaktionen aus Gommiswald, ernetschwil und Rieden vor. Um einen Umzug in eine grössere Liegenschaft wird die Bibliothek aber nicht herumkommen. als möglicher neuer standort wird ein ehemaliges Militärkantonnement ins auge gefasst, das in Gemeindebesitz ist und von der armee nicht mehr gebraucht wird. Die Liegenschaft könnte umgenutzt werden. Bereits hat der Gemeinderat eine Machbarkeitsstudie in auftrag gegeben. Kommt das Projekt zustande, wäre es ein schönes Beispiel für eine erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit im Bibliothekswesen. auch die altstätter Bibliothek Reburg arbeitet in diese Richtung. Man richtet sich auf ein grösseres Gebiet aus. Mit über 87’000 ausleihungen und 4’000 Mitgliedern ist sie faktisch bereits eine art Regionalbibliothek und bedient umliegende Gemeinden wie Oberriet, Rebstein oder Marbach.


thema Bibliotheksinitiative Regionalbibliotheken noch in den Sternen Der Kanton St.Gallen hat versucht, Zusammenschlüsse von Kleinbibliotheken analog zu den Gemeindefusionen zu fördern und damit aktiv zur Modernisierung des Bibliothekswesens beizutragen. Ein von der Kantonalen Kommission für Schul- und Gemeindebibliotheken ausgearbeitetes Konzept sieht unter anderem die Bildung von Regionalbibliotheken vor. Diese würden es den kleineren Gemeinden erleichtern, mit vereinten Kräften den

geschaffen werden. Er erlaubt es, die Bestände von mittlerweile 23 angeschlossenen Bibliotheken zu durchsuchen. Gegen 300’000 Medien sind derzeit online erfasst. Der Einstieg erfolgt über die Internetseite bvsg.ch. Auf Quicklisten sind sofort die Neuanschaffungen der einzelnen Institutionen ersichtlich. Der Kanton gab hierzu den Anstoss und finanzierte die nötigen technischen Anpassungen. Für Cornel Dora, Leiter der Kantonsbibliothek Vadiana und Präsident der Kantonalen Kommission für Schul- und Gemeindebiblio-

Die restriktiven Bedingungen, die für viele ­Gemeindebibliotheken eine ­tägliche Realität sind, führen dazu, dass sie anerkannte Normen nicht oder nur teilweise erfüllen können. Anforderungen an eine moderne Bibliothek nachzukommen. Verschiedene Bibliotheken, darunter auch Uznach, bewarben sich um den Status einer Regionalbibliothek, um dadurch vom geplanten Sukkurs des Kantons profitieren zu können. Diese vielversprechende Reform wurde von der Regierung zwar behandelt, aber letztes Jahr «vorläufig sistiert», wie es heisst. So steht die Realisierung dieser Pläne im Moment noch in den Sternen. Immerhin wurden in den vergangenen Jahren vielfältige Anstrengungen unternommen, die Attraktivität der kommunalen Bibliotheken zu erhöhen und mehr und neues Publikum zu gewinnen. Vielerorts werden Lese- und Autorenabende organisiert, und mehr als eine Bibliothek in der Region hat sich im örtlichen Kulturkalender zu einem festen Ort der sozialen Begegnung gemausert und wirkt als kleines Kulturzentrum. Die Bibliotheken von Wil, Uzwil, Flawil und Gossau haben mit Erfolg gemeinsame «Lesesommer» für Jugendliche veranstaltet, und es finden Lesewettbewerbe mit Preisverleihungen statt. Im Oberrheintal platzierte die Altstätter Bibliothek Reburg während der Badeund Wandersaison Lesebänke im Freien mit ­Bücherkisten, wo man sich aus einem Angebot von Comic bis Krimi bedienen konnte.

Fehlende Einheitlichkeit Im Jahr 2008 wurde zudem das Projekt Bibliotheksverbund St.Gallen gestartet. Damit sollte ein gemeinsamer st.gallischer Verbundkatalog der Gemeinde- und Schulbibliotheken

theken, ist das Projekt eine Erfolgsgeschichte. Und das nicht nur im Kanton St.Gallen: Ab kommendem Sommer sind dem Verbund auch Bibliotheken aus dem Kanton Appenzell-Ausserrhoden angeschlossen. In der fehlenden Einheitlichkeit sieht Dora das grösste Defizit der st.gallischen Bibliothekslandschaft. Daher laufen die Anstrengungen in Richtung einer Vereinheitlichung und Vernetzung der einzelnen Angebote. «Es ist wichtig, dass sich die Bibliotheken heute als ein Netzwerk verstehen», sagt Dora. Der Verbundgedanke trage zur Bewusstseinsbildung bei, auch wenn es nicht immer gelingt, sämtliche Beteiligten zu erfassen. Auch die Angleichung der verschiedenen Gebührensysteme steht auf der Traktandenliste. Obwohl es grundsätzlich wünschbar ist, dass die Medienangebote von Bibliotheken als Orte der öffentlichen Bildung kostenlos zugänglich sind, sieht die Realität anders aus: Die Gemeindebibliotheken geben Benutzerkarten heraus, für die eine unterschiedlich hohe Jahresgebühr zu entrichten ist. Ein Fernziel bleibt, dass es einmal einen für alle Bibliotheken im ganzen Kanton gültigen «Bibliopass» gibt.

gewisse Zeit Hörbücher, Zeitschriften oder auch Filme und Musik herunterladen kann. Die Lesbarkeit der Dateien erlischt nach Ablauf der Frist automatisch und man braucht nichts zurückzugeben. Dank einer erweiterten Trägerschaft – man spricht heute von der Digitalen Bibliothek Ostschweiz – stehen bald 12’000 Titel zur Verfügung. Das Angebot konzentriert sich auf Ratgeber und Belletristik, aber auch auf Kinder- und Jugendliteratur und umfasst bei den Printmedien beispielsweise den «Spiegel» und die «Frankfurter Allgemeine» oder bei der Musik die Titel das Labels Naxos. Mit 20’000 generierten Downloads gilt das Projekt als Erfolg, auch wenn man teils noch mit technischen Problemen (langsame Internetseite, Download funktioniert manchmal nicht) zu kämpfen hat. Seit sämtliche Ostschweizer Kantonsbibliotheken von Graubünden bis Schaffhausen mitmachen, ist die Zahl der monatlichen Downloads auf mehr als das Doppelte (über 2000) gestiegen. In der st.gallischen Bibliotheksszene ist also vieles in Bewegung, teils erst zaghaft, teils aber auch durchaus offensiv und selbstbewusst. Generell scheint erkannt worden zu sein, dass beim Publikum noch viel Potenzial brachliegt, das mit entsprechenden Investitionen, Ausbauten und Kooperationen besser genutzt werden kann. Die Ära der philantropischen Politik, als sich noch die Gattinnen von Bankdirektoren als Bibliothekarinnen um Gottes Lohn ums Wohl der Volksbildung kümmerten, ist definitiv vorbei. Der Weg der Professionalisierung ist unausweichlich, auch wenn da und dort qualifizierte Bibliotheksfrauen noch immer zu Stundenlöhnen beschäftigt werden, die im Bereich des Reinigungspersonals liegen. Bibliotheken wandeln sich von traditionellen Bücherausleihen zu Nervenzentren der Informations- und Wissensgesellschaft. Von der zukunftsfähigen Umrüstung dieser Infrastruktur hängt auch im Kanton St.Gallen das Wohlergehen der kommenden Generationen ab.

Ausleihen ohne Busse Ebenfalls im Jahr 2008 wurde das Projekt der Digitalen Bibliothek St.Gallen in Angriff genommen. Im Mittelpunkt stehen hier neue elektronische Medien wie e-Books, e-Papers, e-Audios, e-Music und e-Videos (www.dibiost. ch). Das funktioniert so, dass man sich für eine

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Marktplatz thema

Die elemente von Plan B Das Nein der St.Galler Stadtbevölkerung zur Neugestaltung des Marktplatzes bedeutet nicht, dass alles so bleiben soll, wie es ist. von rené hornung

nach dem Marktplatz-nein «zurück auf Feld eins». Die Forderung in den tagen nach der abstimmung zeugte von Ratlosigkeit, denn einen Plan B habe die stadt nicht, sagten sowohl stadtpräsident thomas scheitlin als auch stadträtin elisabeth Beéry. Die Konsequenzen aus dem nein sind allerdings ziemlich klar – der Plan B ist schon fast gezeichnet. Die Marktplatzvorlage war zwar mit einem strauss von verschiedenen argumenten bekämpft worden, doch die wesentlichen elemente sind klar und finden sich unter anderem auf dem Flyer des Komitees vernünftiger Marktplatz: ein nein zu einer zusätzlichen Parkgarage im stadtzentrum, ein nein zur Versetzung der Calatrava-Halle nach Winkeln sowie ein nein zu einer Markthalle, die den Platz fast gänzlich verbaut hätte. aber es finden sich auch klare Ja: Das Ja zur aufhebung der Parkplätze, das Ja zum Markt mit neuen Marktständen und zur erhaltung der denkmalgeschützten Rondelle – einem Zeitzeugen des «neuen Bauens» der fünfziger Jahre. Die abstimmung war sicher auch ein Ja zu Bäumen. aus all diesen elementen lässt sich der Plan B eigentlich zeichnen. es gibt sogar mögliche sofort-Lösungen: Die nicht mehr genutzten grünen Markthäuschen wegräumen, die verbleibenden so stellen, dass die «Mauer» zur strasse aufgebrochen wird und der Marktplatz zu einem offeneren Platz wird. Weg mit dem hässlichen abfallcontainer neben der Rondelle oder ihn mindestens so elegant verkleiden, wie es die stadt mit den neuen WC-Häuschen macht. auch Beispiele für neue Marktstände gibt es zu Dutzenden, bescheidener und eleganter als der Klipp-Klapp-Prototyp. Der lebendige Markt braucht wenig bauliche interventionen.

Falsch geschnürtes Paket Klar bleibt: Will man mehr, braucht es für eine breit akzeptierte neugestaltung einen klugen Prozess mit einer gründlichen städtebaulichen analyse, wie sie der Kunst- und Kulturwissenschafter Peter Röllin fordert. er ist in st.Gallen aufgewachsen, hat aber den Blick von aussen. seine analyse der stadträumlichen situation im Vorfeld der abstimmung hat viele überzeugt. st.Gallen sollte die Lektion lernen, denn – so sagt er – «das Paket war einfach falsch geschnürt». stadtrat und Parlament hatten sich dem Projekt der Parkgarage untergeordnet. Diese wurde vorweg als gesetzt definiert, danach wurde versucht, drum herum ein Projekt zu gestalten.

illustration: Veit Rausch

Der Weg ist gescheitert, nicht zuletzt weil den stimmberechtigten suspekt war, dass sich (fast) alle, von der sVP bis zum VCs, dem Parkplatzkompromiss unterordneten. Diese vielzitierte «Kröte» mochten die st.Gallerinnen und st.Galler nicht schlucken.

Öffentliche Beteiligung ist kein Geheimrezept nun muss ein neuer Weg gefunden werden. Vielleicht hilft der – von vielen geforderte – runde tisch weiter. Mit offener ausgangslage diskutieren, nicht erst dann nachbessern, wenn eckpunkte auf Kritik stossen, wie das beim gescheiterten Projekt der Fall war. auch ein offener Prozess braucht aber einen fachlichen input. Denn jetzt weiss jedermann und jede Frau, was zu tun wäre – bei der Gestaltung des öffentlichen Raums ernennen wir uns alle rasch selber zu experten. «Wir» meint die Politikerinnen und Politiker inklusive. Doch Planung und städtebau sind komplexe Fachgebiete, und die Fachleute braucht es, damit die eher beliebigen Laien-Vorschläge geordnet und bewertet werden. Dass ein aussenblick mehr für möglich erachtet als die an sachzwängen abgeschliffenen Vorschläge aus dem amtshaus, liegt auf der Hand. ein Blick nach schaffhausen zeigt, wie das funktionieren kann und wie selbst nach Jahrzehnten der Blockade ein guter Vorschlag zu einem Konsens und zu einem Ja in einer Volksabstimmung führen kann: Mehr als dreissig Jahre lang war dort über die autos auf dem altstadtplatz Herrenacker gestritten worden. nach dem nein an der Urne holte die stadt einen architekten als Projektleiter, der seit Jahren nicht mehr in der stadt wohnte und mit 39

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niemandem verbandelt war. Die Lösung gelang. Die Rezepte kluger und offener Beteiligungsprozesse sind nicht geheim. sie führen allemal zu besseren Resultaten als das in st.Gallen bisher oft praktizierte Vorgehen, das politischen Gestaltungswillen und klare Positionen immer wieder vermissen lässt. Hier verspricht die stadtregierung einem investor ein einkaufszentrum mit Fussballstadion, schenkt ihm viel Geld in Form von Gratis-Land und wird – wenns finanziell eng wird – fast schon erpresserisch zum nachzahlen aufgefordert. Beinahe wäre es ja so weit gekommen. Oder die stadt verspricht einer Krankenkasse einen zentralen Bauplatz im stadtzentrum und opfert dafür den schützenswerten Bau der ehemaligen stadtgarage. Und so wurde auch den Parkgarage-initianten die Realisierung ihrer Wünsche versprochen, bis die stimmberechtigten nun sagten: so nicht!

Einen neuen, einladenden Markt ein klug aufgegleister Prozess kann rasch aus der Ratlosigkeit heraus und zum Plan B führen, wenn er aus den negativen Beispielen die Lehren zieht, wenn er berücksichtigt, wie in dieser stadt bei abstimmungen die Mehrheit entscheidet, wenn er sowohl auf Fachleute als auch auf jene hört, die die stadt aktiv mitgestalten wollen, weil sie hier leben. Und auf jene, die gute Beispiele kennen und diese in realen Bildern vorführen und nicht in geschönten Renderings. Dann haben wir schon bald einen neuen, einladenden Markt, die Parkplätze dort los und gepflegte Platanen und Linden. Und die zig eingesparten Millionen lassen sich erst noch anderswo einsetzen – für Kulturveranstaltungen auf dem offenen Marktplatz zum Beispiel.


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Flaschenpost aus Tibet thema

Bezahlt wird mit der Kultur Die anzeige am ende des Waggons zeigt 5064 Meter über Meer, der Zug ist fast leer und die angestellten sitzen im speisewagen, diskutieren, in der einen Hand die Zigarette, in der anderen eine spraydose mit Mundstück für gelegentliche sauerstoffshots. nächster Halt Lhasa! tibet ist atemberaubend, auf verschiedenen ebenen. an die Höhe gewöhnt man sich schnell, wie auch ans Yakfleisch in allen Variationen, und selbst der berüchtigte Buttertee ist bei Weitem nicht das prägendste erlebnis (schmeckt wie Gorgonzola gelöst in heissem Wasser). es sind die tibeter, die beeindrucken. Mit ihrer dunklen, ledrigen Haut, den tiefen Falten und wilden Haaren, eingepackt in mehrere Lagen, Umhänge, tücher und Mäntel mit Ärmeln bis zum Boden, gefüttert mit Fellen, bunt verziert, Gürtel beschlagen mit silber, Mützen aus Füchsen und mit schmuck behängt sehen sie aus wie Herrscher einer anderen Zeit. es sind ihr Leben und ihre Bräuche, die staunen lassen. Wie sie aus allen teilen tibets nach Lhasa pilgern, sich vor dem Jokhang tempel unaufhörlich betend auf den kalten Boden werfen, überall Butterkerzen anzünden, deren Geruch schwer und ranzig über der stadt hängt. Wie sie Runde um Runde um die tempel, Pa-

läste, sogar um die stadt drehen, Gebetsmühlen schwingen und Gebete murmeln. Wie sie sich auf den Hügeln versammeln und die zerkleinerten Körper der Verstorbenen den Geiern überlassen. es sind die Momente, wenn man sich selber im strom mit Hunderten von Menschen in einen tempel zwängt, vor lauter essenzen und Butterkerzen schwer atmend verlegen lächelt, weil man sich nicht mehr sicher ist, ob man nicht doch vielleicht fehl am Platz ist, bis breites Lachen und aufblitzende Goldzähne das Gegenteil beweisen.

Klöster und Checkpoints es ist aber auch das Land, das beeindruckt. Die Hochebenen, tiefgefrorene Wüsten, unendlich weit. es sind die Hügel, die in allen Farben leuchten, die heiligen seen, stahlblau und eiskalt, und nicht zuletzt die Berge. es ist der Moment auf der anhöhe, bereits über 5000 Meter über Meer, aber man ist immer noch ganz unten. Hier fangen die Berge erst an. tibet ist viel. es ist fantastisch, schön, wild, fremd, herzlich, offen, gastfreundlich, aber tibet hat auch einen sehr bitteren Beigeschmack. es sind die scharfschützen auf den Dächern, die Patrouillen in den strassen, die Überwachungskameras in den Gassen, Palästen, taxis und

Klöstern bis in die hintersten ecken des Landes. es sind die einreisebestimmungen, die Checkpoints, es ist die angst der Leute, frei zu sprechen, und das Misstrauen gegenüber der Person nebenan. auch wenn die Chinesen ein paar annehmlichkeiten wie die eisenbahn, gute strassen, ein Mobilfunknetz oder gefälschte nikes gebracht haben, ist der Preis dafür viel zu hoch. Die tibeter bezahlen mit ihrer Kultur in Raten, stück für stück, die tibetischen touristenführer lernen für ihre Lizenz die chinesische Version der Geschichte, Peking bestimmt die nachfolge für verstorbene Lamas (betrifft auch den nächsten Dalai Lama) und übernimmt auch deren ausbildung. Chinas Regulierungen wirken oft sehr subtil, und es gibt bei allen einschränkungen eine faktische Hintertür. Diese ist aber nie eine wirkliche Lösung für tibet, sondern für China ein schutz gegen Vorwürfe. am schluss bleibt die Hoffnung, dass die rote Fahne mit den gelben sternen bald vom Potala Palast entfernt werden kann, ansonsten verkommt tibet zum grössten Freiluftmuseum der Welt. Philipp Bachmann, 1979, arbeitete für die Kunstgiesserei ein Jahr lang in shanghai. Der Rückweg in die schweiz führte ihn zusammen mit Veronika Brusa durch den tibet nach Mumbai.

Debattierende Mönche treten einen Schritt zurück und werfen mit viel Schwung und einem lauten Klatschen den Sitzenden Aussagen hin, auf die gekontert werden muss. Nach einer Stunde werden die Rollen getauscht. Bild: Veronika Brusa 41 saiten 06.11


Kultur Pflanzblätz mit Blumen, durch Umzäumung geschützt gegen die gefrässigen Ziegen. Mehr nicht. Oder nur wenig mehr. Charakteristisch sind der Wetterbaum, meist esche, Linde, ahorn oder Pappel, der Holunderstrauch, der Dämonen und insekten fern hält, spaliere an der Hausfassade (trüeter), Blumenbretter vor den Fenstern (strussgsteller) sowie Hauswurz auf Brunnensäulen oder Kaminen.

Der elegante Umgang mit der Topografie gelingt nicht bei allen Neubauten im Appenzellerland. Bild: Roman Häne

Pflanzblätz – nicht mehr und nicht weniger Das Appenzellerland ist nicht gerade berühmt für seine Gärten. Trotzdem ging der Landschaftsarchitekt Roman Häne im Rahmen seiner Abschlussarbeit der Gartenbaukunst zwischen den Hügeln nach. Das Ergebnis ist im Museum Herisau zu sehen. von p eter röllin als Roman Häne bei uns an der Hochschule für technik Rapperswil, abteilung Landschaftsarchitektur, sein thema «Gärten im appenzellerland» als Master-thesis anmeldete, stutzte ich einen Moment. Gärten im appenzellerland? Da, wo die Kuhwiesen bis an die türen des Gehöfts, unmittelbar ohne Vorgarten ans Heemetli reichen? ist nicht das die typik der voralpinen streusiedlungen und offenen Kulturlandschaften mit Lebhägen und Wald in in- und ausserrhoden? nicht auch das typische auf den senntumbildern? Das Zusammenspiel von Haus und Landschaft ist doch das einzigartige der Kulturlandschaft am säntis. aber Gärten in Hundwil und schwellbrunn, Rehetobel und Wolfhalden, Oberegg, Gonten, schwenden, Haslen? Reiseschriftsteller Johann Gottfried ebel notierte schon 1798, dass hier nur wenige Gärten und Ostbäume zu finden seien.

Wetterbömm, Strussgsteller und Trüeter Die Gartenbaukultur im appenzellerland ist im Vergleich mit anderen Regionen traditionell eher marginal oder nur «Gärtlein». Das hat Geschichte. in der Weber- und stickereizeit war das Gärtlein selten in nächster nähe des Hauses oder direkt vor der Hausfront. Pflanzungen durften keinesfalls die textile Heimarbeit, die neben Gras- und Viehwirtschaft das einkommen sicherte, beschatten. Die innerrhödler brauchten ihre Hände für feine stickereien, legten in dieser Konsequenz – so isabell Hermann von der Bauernhausforschung – schon gar keine ausgedehnten «Bauerngärten» an. nur den Pflanzblätz, meist meterweit vom Gehöft entfernt. Frühen Kunstgärten begegneten fremde Gäste allenfalls bei Wohnhäusern weitgereister appenzeller in trogen und Herisau oder bei Kurhäusern «von Welt» in Heiden, wo es gar «maurisch» zu und her ging.

Setzlinge der letzten fünfzig Jahre schon 1969 – da zog die agglomerationsbewegung in den anfängen ihre Marken bereits sichtbar auf die Wiesen – hat Hans Meier in seiner Publikation «Das appenzellerhaus» auf die rasanten Veränderungen der appenzellischen Kulturlandschaft hingewiesen und vorausgeschaut: «Wollten wir auf das langsame Weiterwachsen warten, so könnten wir leicht unangenehm überrascht werden.» Mobilität und Dynamik haben zunehmend deutliche spuren auch in dem der stadt st.Gallen nahe gelegenen Mittelland (teufen, speicher) und Vorderland (Rehetobel, Wolfhalden) hinterlassen. neuzuzügerinnen und mit Centerangeboten vertraute Bewohner orientieren sich gerne an tipps und angeboten für standardisierte Gartenanlagen, terrassierungen mit Gartensitzplatz, Grillstationen, schützende tujahecken, autoabstellplätze. nichts schlechtes, aber, so die Kernfrage von Roman Häne: Wie kann eine neue, der traditionellen und touristisch so viel gerühmten Kulturlandschaft verträglichere Haltung und entsprechende Umsetzung entwickelt werden? ein Ziel, das der Realität der Verstädterung des ländlichen Raumes entgegensteht, aber auch nach einer neuen Basis für die Weiterentwicklung des Gartens in diesem einzigartigen Umfeld sucht. Zentral ist bei Roman Häne – wie bei guter architektur – der Umgang mit der topografie, mit Formen und einfriedungen, selbstverständlich unter dem einbezug heutiger, eben gewandelter nutzungsbedürfnisse wie Grillieren, sitzen und Rasenmähen. Höchste Zeit, auch im appenzellerland innovative gestalterische ansätze zu fördern und empfehlungen für neubausiedlungen zu entwickeln. Die überaus sorgfältig recherchierte arbeit legt dazu den willkommenen Pflanzblätz. Museum Herisau. Bis 25. Dezember. Öffnungszeiten: Mittwoch bis sonntag, 13–17 Uhr. Mehr infos: www.museumherisau.ch

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Das Publikum ist Teil der Ausstellung.

Bild: Kunstmuseum st.Gallen

Film kultur

Filmgeschichten von anderswo Trotz schwieriger Produktionsbedingungen entstehen sehenswerte afrikanische Filme. Trigon-Film zeigt drei davon am 22. Afro-Pfingsten Festival in Winterthur. von marina schütz

In «Un homme qui crie» bricht Adam mit Motorrad und Schwimmbrille in die Kriegszone Abdel auf, um seinen Sohn zu suchen. Bild: pd etwa gleich alt wie afro-Pfingsten ist der Filmverleih der stiftung trigon-Film, «die andere Kinodimension mit Filmen aus süd und Ost». seit ihrem Bestehen hat die stiftung über 300 Filme herausgebracht, publizistisch begleitet und erfolgreich dazu beigetragen, dass Filme aus afrika, asien und Lateinamerika bei uns in die Kinos kommen und internationale anerkennung finden. Die meisten der am afro-Pfingsten-Filmfestival gezeigten Filme sind mit europäischer Unterstützung entstanden. in afrika sind die Produktionsbedingungen auch im Zeitalter der Digitalisierung schwierig – es fehlt an technischen und finanziellen Mitteln. Bei solchen Koproduktionen ist es wichtig, dass die eigenständigkeit und Kreativität der afrikanischen Filmemacher erhalten bleibt.

Pool des Lebens in «Un homme qui crie» (2010) erzählt Mahamat-saleh Haroun eine Vater-sohn-Geschichte vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs im tschad. adam, ende fünfzig und ehemaliger schwimmchampion, arbeitet schon viele Jahre als Bademeister in einem internationalen Hotel der Hauptstadt n’Djamena. sein sohn abdel ist ihm unterstellt.

Für ada ist der swimmingpool sein Leben – eine Oase ohne Krieg und armut. Doch bald lässt sich die Realität nicht mehr ausblenden: Das Hotel wird an einen chinesischen investor verkauft, das Personal entlassen oder ausgewechselt. adam wird zum schrankenwärter degradiert – ausgerechnet sein sohn übernimmt seinen Posten am Pool. Diese erniedrigung bringt sein ganzes Leben durcheinander. als sein sohn zwangsrekrutiert wird, bekommt adam seinen alten Posten als Poolwärter wieder, aber er ist ein gebrochener Mann. als sich adams seelische erstarrung langsam aufzulösen beginnt, macht er sich mit dem Motorrad auf den Weg in die Kriegsregion zu abdel. Obwohl allgegenwärtig, bleibt der Bürgerkrieg im Hintergrund, die Kamera meist auf Distanz und beobachtend zum Geschehen und den Figuren. Die tonspur ist sparsam, nur indirekt – durch das Radio – wird der Vorstoss der Rebellen vermittelt. adam ist auch in Beziehung zu seinem sohn eine ambivalente Figur. er scheint sich mit den Verhältnissen arrangiert zu haben: «nicht ich habe mich verändert, sondern dieses Land.» Mahamat-saleh Haroun gehört zu den wichtigsten zeitgenössischen Filmemachern afrikas. seine Filme wurden international mit mehreren Preisen ausgezeichnet, «Un homme qui crie» mit dem Jurypreis in Cannes 2010. 43

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Im Turnschuh ins Grab Der ghanaische Filmemacher King Boama Darko ampaw studierte an den Filmhochschulen in Babelsberg und München. «no time to Die» (2007) ist eine hintergründige Komödie über Liebe und tod in Ghana. ampaw wollte dem gängigen, hauptsächlich durch die Medien vermittelten afrikabild bestehend aus armut, Korruption, aids und Kriege eine andere, ebenso existente Realität entgegenhalten: das normale Leben mit Kultur, tradition und Unterhaltung. Mit dem allmählichen auseinanderbröckeln der Familienstrukturen verschwinden die überlieferten traditionen. Der Film versteht sich auch als Dokumentation der ghanaischen Bestattungsrituale mit traditioneller Musik, tänzen und den wunderbaren «fantasy coffins», einer regionaler sonderform des sargschreinerns in Ghana. nach den Vorlieben oder dem status der verstorbenen Person haben die särge die Form eines turnschuhs, des totemtiers, eines schiffs oder eines Flugzeugs. asante ist die Hauptfigur, er fährt einen schwarz glänzenden Leichenwagen. Zusammen mit seinem jugendlichen Mitarbeiter issifu bringt er die toten von der Hauptstadt accra in ihre Dörfer, wo die Bestattungszeremonien stattfinden. eines tages begegnet er esi, einer jungen tänzerin. asante verliebt sich sofort. Mit allen Mitteln versucht er, sie für sich zu gewinnen – gegen den Widerstand ihres Vaters. ampaw inszeniert die turbulente Geschichte mit hintergründigem schalk und liebenswürdigen Charakterzeichnungen. Die weiteren Filme im Programm sind «Mama africa» (2011) von Mika Kaurismäki (schweizer Filmpremiere), eine Hommage an die südafrikanische sängerin und antiapartheid-Kämpferin Miriam Makeba, dazu eine filmische Rarität: «Kick off» (2009) von shawkat amin Korki, eine irakisch-kurdische Produktion. 22. Afro-Pfingsten Festival Winterthur. Mittwoch, 8. bis Montag, 13. Juni. Mehr infos: www.afro-pfingsten.ch


kultur Theater

Aufstieg und Fall eines Schustergesellen Das Theater Konstanz lässt sich vom Doppelmord am Wetter­wartehepaar auf dem Säntis zu einer Opernproduktion inspirieren. Was damals geschah ... von wolfgang steiger

Nach einem Aufstieg bei widriger Witterung stand Gregor Anton Kreuzpointner am 16. Februar 1922 vor der Tür der Wetterstation auf dem Säntis. Das Stationsehepaar Heinrich und Lena Haas beherbergte den nicht sonderlich sympathischen Burschen aus der Alpsteinszene, ihren späteren Mörder, wohl oder übel im Gästezimmer der Station. Aus dem Telegrafieverkehr der nächsten Tage mit Dienstchef Schneider vom Telegrafenamt St.Gallen wird ersichtlich, dass Kreuzpointner kein Geld hatte, um auf der Wetterstation Essen und Unterkunft zu bezahlen. Im Gegenteil ging der nach dem Konkurs seiner Schuhmacherwerkstatt verschuldete Gast den Wetterwart sogar noch um ein Darlehen an. Dienstchef Schneider riet, den lästigen Besucher schleunigst loszuwerden. Wetterwart Haas verfügte über ein geregeltes Einkommen beim Bund, was in jener Krisenzeit unschätzbar war, und verdiente ausserdem durch den Verkauf von selbst produzierten Fotopostkarten an die Touristen und durch Zeitungsartikelhonorare noch dazu. Erst gerade im Januar hatte der Wetterwart in der «Appenzellzeitung» in einem längeren Bericht unter dem Titel «Winterpracht auf dem Säntis» vom Panorama geschwärmt und abschliessend bemerkt: «Wie wohlgefällig mein Blick ruht auf diesem Bild, wie mein Auge glänzt voll Befriedigung des Schönen, das es schaut, und wie meine Brust vor Wonne schlägt, der Auserwählte zu sein, dies so reichlich sehen zu dürfen.»

Die Rache des Zu-kurz-Gekommenen Das muss bei Kreuzpointner Neid geweckt haben. Rachegefühle nagten ebenfalls an ihm, da er selbst vor zwei Jahren auf den Posten als Wetterwart auf dem Säntis aspirierte. Ein Sozialist wie Haas jedoch bekam die Stelle, einer, der eben noch beim Generalstreik von 1918 den Achtstundenarbeitstag, das Frauenstimmrecht, demokratisch gewählte Offiziere und die Tilgung der Staatsschuld durch die Reichen gefordert hatte. Am meisten aber wird es ihn gewurmt haben, dass Haas seiner Verlobten aus St.Gallen-St.Georgen vor Kurzem von einer Verbindung mit ihm abgeraten hatte. Die Historikerin Angelika Wessels schreibt in ihrer Arbeit über das Bergdrama, dass sich Kreuzpointner von allen verraten fühlte, insbesondere von Heinrich Haas. Und trotzdem gebe es genug Indizien, die für eine Tat im Affekt und nicht für einen sorgfältig geplanten Mord

sprechen. Die Kupfermantelmunition in der Tatwaffe, einer Browning-Pistole vom Kaliber 7,65 Millimeter, war jedenfalls – wie in Wildererkreisen verbreitet – an der Spitze angefeilt, womit diese die Wirkungskraft von DumDum-Geschossen (starker Blutverlust durch grosse Austrittswunden) besass. «Kreuzpointner mag sich so manchmal zu einer Gratismalzeit verholfen haben», zitiert Angelika Wessels den Polizeibericht. Für die geübte Berggängerin und Alpsteinkennerin ist es wahrscheinlich, dass sich Kreuzpointner in seiner Verzweiflung durch die Wahl der Aufstiegsroute nordöstlich vom Säntisgipfel, Chammhalden- oder auch Nasenlöcher-Route genannt, den Tod gesucht habe. Wider Erwarten kam er lebend oben an.

Psycho in der Dreier-WG Von der Wetterstation bestand zum Haus des Säntisträgers Rusch in Wasserauen eine direkte Telefonleitung, die aber noch nicht am allgemeinen Telefonnetz angeschlossen war. Bis zum Bau der Seilbahn musste alles Material mit Menschenkraft oder bei günstigen Verhältnissen mit Maultieren hinaufgetragen werden. Heimlich, als sie sich von Kreuzpointner unbemerkt glaubte, rief Lena Haas im Tal unten an und schilderte Frau Rusch die unerträgliche Situation auf dem Säntis. Frau Rusch versprach, ihren Mann Seppetoni zu informieren. Solange sollten sie dort oben aufpassen, dass ihr Besucher nicht durchdrehe, mahnte sie. In seinem Buch «Säntiswetter» gelingen dem Autor Bruno Meier über diese fünf spannungsgeladenen Tage der Dreier-Schicksalsgemeinschaft auf dem Säntis beklemmend eindrückliche Schilderungen: «Nur ein kleiner unbedachter Funke hätte genügt, um die gedrückte Stimmung zur Explosion zu bringen. Eingedenk des weisen Ratschlags von Seppetonis Frau bemühten sich Heinrich und Lena, ja keine Provokation herbeizuführen. Mit finsterer Miene schaufelte ihr unheimlicher Tischgenosse die warme Suppe in sich hinein. Schliesslich konnten sie ihn nicht verhungern lassen.» Vom 22. Februar 1922 an blieben sowohl Telefon wie auch Telegraf vom Säntis stumm. Erst drei Tage später erlaubte das Wetter Säntisträger Rusch, seinem Sohn und dem Säntiswirt Dörig, auf dem Berg nachzuschauen. Die Nachricht über die Ermordung vom Wetterwartehepaar Heinrich und Magdalena Haas verbreitete sich wie ein Lauffeuer bis über die

Landesgrenzen hinaus. Schnell war auch der Täter identifiziert. Für den Säntisträger kam nur Gregor Anton Kreuzpointner in Frage, da er ja wusste, dass dieser das Wetterwartehepaar belästigt hatte.

Eine Region im Schock Journalisten wurden zu Dichtern. Ein Verbrechen am heiligen Bergfrieden sei das, hiess es im St.Galler Tagblatt vom 27. Februar 1922: «Das ist es auch, was alle, die je einmal die Feierlichkeit und Reinheit, die über den Bergen liegt, empfunden haben dürfen, in tiefer Seele erschüttert.» Den mutmasslichen Täter stilisieren die Zeitungsartikel zum Meuchelmörder und Dämonen. Vielleicht befinden sich immer noch Kno­ chen des Mörders vom Säntis im anatomischen Institut der Universität Zürich. Dorthin kam seine Leiche, nachdem er sich auf der Flucht vor der Polizei in einer Alphütte am Fuss des Säntis erhängt hatte. Die Überreste der beiden Opfer hingegen liegen auf dem Appenzeller Friedhof. Inzwischen steht der Grabstein für die «von ruchloser Hand Ermordeten» aber wegen einer Friedhofsumgestaltung nicht mehr am ursprünglichen Ort. Die Behörden, vor allem von Innerrhoden, taten sich schwer mit dieser Geschichte. Mit spürbarer Empörung schildert der Adjunkt der Meteorologischen Zentralanstalt Alfred de Quervain in seinem Bericht das Verhalten der Behörden gegenüber den zwei Töchtern der Ermordeten, die bei Verwandten in Brülisau wohnten: «Von Appenzell aus – wurde erklärt – könne nichts für die beiden Kinder getan werden. Was dort geschehen wird, scheint bloss das zu sein, dass die ganzen Kosten der Untersuchung und Bergung den Kindern verrechnet werden sollen.» Ausserdem wurde der Erlös der vom SAC durchgeführten Sammlung von sechs- bis siebentausend Franken unterschlagen, wie die Haas-Tochter Bertha noch im Alter vermutet. Jedenfalls habe sie nie etwas von dem Geld gesehen, klagte sie gegenüber Angelika Wessels, die in ihrer Arbeit zum Mord auf dem Säntis Emil Ebneter, Fabrikant des Appenzeller Alpenbitters, und den damaligen Direktor der Appenzeller Kantonalbank Stäubli als Vormunde der zwei Waisen nennt. Auf dem Gedenkstein auf dem Friedhof Appenzell steht bezeichnenderweise noch heute ein falscher Vorname der Ehefrau

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Theater kultur Antiheld der Achtziger im Lauf der Zeit ging das Bergdrama in der Bevölkerung vergessen; bis anfang der achtziger Jahre der junge Peter Morger den artikel des eigenwilligen Vielschreibers J. B. Rusch (ein Jugendfreund des Mordopfers Heinrich Haas) über den säntismörder bei archivrecherchen entdeckte. er fügte den text in seinem Zweitlings-Roman «Pius und Paul» unverändert zwischen szenischen Miniaturen aus dem appenzellerland ein. Der damals nur wenig über zwanzig Jahre alte, heutige schriftsteller und Verleger andreas niedermann griff das thema in der «Ballade von Gregor anton Kreuzpointner» lyrisch auf. er erkannte beim wandernden schuhmachergesellen den Hunger seiner eigenen Generation nach Leben wieder. Das stumpfe Vegetieren in der Fabrik, die Plackerei für etwas mehr als nichts, war reine Verkümmerung, während die Berge den ganzen Mann verlangten. Der schlachtruf der Rock’n’Roll-Generation «Live Fast, Die Young» klingt in seinem Prosagedicht an. schliesslich folgt die Ballade schritt für schritt der Logik des Verhängnisses, das aus dem gesellschaftlichen auf- und abstieg resultiert. Bei den Herren in Ungnade gefallen, empfängt die Gesellschaftsschicht der arbeiter Kreuzpointner mit argwohn. Der sozial entwurzelte befindet sich im freien Fall. sein name, im Dialekt «Chrüzbüntel», bleibt nach seinem tod nur noch als Fluch in erinnerung.

Haas. sie hiess Magdalena und nicht, wie auf der Bronzetafel fälschlicherweise angegeben, Helena.

Der gefallene Halbherr Der gebrochene Bergfrieden spiegelte die verzweifelte Wirtschaftslage im tal wieder. Das Grounding der stickereiindustrie befand sich in vollem Gang. Geschäftskonkurse häuften sich, die arbeitslosigkeit stieg an, und in der Bevölkerung machte sich Verzweiflung breit. Kreuzpointner war einer der vielen Verlierer, der sich aber mit seinem gesellschaftlichen absturz nicht abfinden konnte. Der ursprünglich aus appenzell-innerrhoden stammende Publizist Johann Baptist Ruesch porträtierte den säntismörder in der Basler «nationalzeitung» ausführlich. Demnach kam Kreuzpointner etwa zwölf Jahre, bevor er zum Mörder wurde, als wandernder schustergeselle aus dem Bayerischen in die Gegend. er fand eine stelle als Gummiarbeiter bei suhner in Herisau. am Wochenende zog er jeweils ins nahe alpsteingebirge. «Bald ging durch das Jungvolk die Kunde, so verwegen wie der fremde schustergeselle hätten sie noch keinen klettern gesehen. Die sport- und naturfreunde der reichen Gesellschaft von Herisau und st.Gallen wurden auf den Fremden aufmerksam. Herrensöhne, die sonst nie mit einem arbeiter sprachen, luden ihn zu touren ein, nannten ihn bald ihren Freund, erzählten begeistert daheim in der Villa ihrer eltern von der Kühnheit und Vortrefflichkeit ihres neuen Kameraden, und nicht lange gings, da war der schustergeselle salonfähig.» Um ihn nicht durch den mehrjährigen Militärdienst in der armee des Deutschen Reiches zu verlieren, verhalfen ihm seine reichen Freunde zur einbürgerung. «skifest da, skifest dort: er durfte nicht fehlen. seine Gönner wollten mit ihm prahlen – wie mit einem guten Pferd.»

Nach der Bluttat gab es bald Postkarten des Ehepaars und ihres Mörders zu kaufen. Bilder: archiv

Damit er nicht immer die Vorgesetzten fragen musste, wenn sie ihn unter der Woche zu einer tour einluden, schossen ihm seine Freunde das Geld für die Gründung eines eigenen schuhmachergeschäftes vor. Das konnte nicht gut gehen: «Geschäftlich hatte er keine einnahmen. Um dem Kreis zu entsprechen, in dem er verkehrte, waren aber seine ausgaben unverhältnismässig hoch. ein-, zwei-, ja dreimal halfen ihm die Gönner aus, wurden jedoch sichtlich kühler. er wurde nicht mehr eingeladen.» 45

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Kammeroper «Mord auf dem Säntis» Für die Vertonung des säntismordes arbeiteten zwei Musiker zusammen, die unterschiedlicher kaum sein könnten: der avantgardist aus der ehemaligen DDR Friedrich schenker und der appenzeller Volksmusiker noldi alder. Das Libretto schrieb der intendant des theater Konstanz Christoph nix, Regie führt Jasmina Hadžiahmetović. Das theaterstück ist der Beitrag des theaters Konstanz für das 23. internationale Bodenseefestival 2011. aufgeführt wird die Kammeroper am Originalschauplatz: auf dem säntis. (ak)

Panoramahalle Säntisgipfel. sa, 4.6. (ausverkauft), Di, 7.6., jeweils 18.30 Uhr; so, 5.6., Mo, 13.6., jeweils 15 Uhr. Theater Konstanz. sonntag, 26.6., 20 Uhr. Mehr infos: www.saentisbahn.ch / www.theaterkonstanz.de


kultur Literatur

aus dem kalten Leben hinaus Max Peter Ammann erzählt in seinem Erstlingswerk wortmächtig von den zwei Freunden Jonas und Gottfried im bigotten und verstockten Wil. Ausbrechen kann erst Gottfrieds Sohn Marc. von richard butz Da wird einer 82, bis er seinen ersten Roman schreibt. er hat Regieerfahrungen in Basel, Zürich, Berlin und München gesammelt. er hat fünfzehn Jahre lang die abteilung Dramatik des schweizer Fernsehens geleitet und zahlreiche Produktionen verantwortet: «andorra» (Max Frisch), «Der Besuch der alten Dame» (Friedrich Dürrenmatt) oder «Warte uf de Godot» (samuel Beckett). Die schreibe ist von Max Peter ammann und seinem erstling «Die Gottfriedkinder». im Hintergrund spielt Wil mit; gezeichnet als bigottes Fürstenlandstädtchen. Zumindest stimmt die einordnung für das Wil jener Jahre, in denen der autor dort geboren wurde (1929) und aufwuchs. sein Roman lässt sich in verschiedene teile aufschlüsseln.

In ein Leben gezwungen ein teil ist Familiengeschichte, sie beginnt mit der todbringenden spanischen Grippe nach dem ende des ersten Weltkrieges. Die Rekruten Jonas und Gottfried, seit der schulzeit befreundet, beginnen, ein Geschäft aufzubauen. Zuerst durchstreifen sie als Hausierer das toggenburg, dann werden sie zu Jungunternehmern, die erfolgreich eine Discountfirma aufbauen. Dass dabei einiges an idealen und Hoffnungen verloren geht, könnte zum Klischee geraten, wirkt aber dank der sprach- und Gestaltungskunst ammanns authentisch. eine andere Geschichte ist die tragödie von Jonas, der homosexuell ist, damit aber in der ihn umgebenden verstockten Gesellschaft keine Chance hat. er muss seine sexuelle ausrichtung verleugnen, er leidet und wird in ein verfälschtes Leben gezwungen. sein Partner Gottfried ist ein kaltherziger und geiziger Mann, der als früherer Verdingbub wenig Liebe für seine drei Kinder aufbringen kann. Verschlimmert wird alles durch die stiefmutter. einzig dem sohn Marc gelingt es, der enge von Familie und tugutswil (die letzten drei Buchstaben sprechen für sich!) zu entkommen – durch seinen entschluss, schauspieler zu werden. Das Abholzen des Kirschgartens Diese Wendung gibt dem autor die Möglichkeit, seine reiche theatererfahrung einzubringen. schon Jonas und Gottfried gestalten in ihren geschäftlichen anfangszeiten ein Dorftheater und entwickeln anschliessend das Projekt «theater in der irrenanstalt» (Wil lässt grüssen!). Ganz zum schluss reist Marc nach Frankfurt,

Hinaus aus dem Ersten Weltkrieg und hinein ins Hausiererleben, stürzten sich die zwei Freunde Jonas und Gottfried. Bild: pd um in tschechows «Kirschgarten» eine Rolle zu übernehmen. tschechows stück handelt von einem niedergang; der Kirschgarten, der abgeholzt werden soll, ist eine Metapher für die nutzlosigkeit des adels für eine neue, andere Gesellschaft. auf Marc übertragen heisst das: nur durch den Bruch mit der Herkunft kann etwas neues entstehen. ist Marc ammann? so könnte es sein, aber der autor tappt nicht in die Falle des offensichtlich Biografischen. es könnte so sein, aber entscheidender ist, dass es ihm gelingt, allfällig eigenes mit erlebtem und erfahrenem zu verbinden und es literarisch gelungen umzusetzen.

Mit Rückblenden vorwärts Wie ammann seinen stoff und das enge katholische Milieu, in dem der Roman spielt, stilistisch

und sprachlich bewältigt, verdient Bewunderung. er setzt gekonnt den Dialog ein und paart ihn mit innerem Monolog, er versteht es, seine Figuren plastisch zu gestalten, er ist sprach- und wortmächtig, er kann bewusst ausschweifend wie lakonisch schreiben, er baut anekdoten und biblische Zitate ein, er erzählt voranschreitend und arbeitet gleichzeitig mit Rückblenden. Die Lektüre dieses erstlings ist nicht immer leicht, also anspruchsvoll, aber nie langfädig und schon gar nicht langweilig. sich auf den sog dieses Buches einzulassen heisst, sich auf eine manchmal fast atemlose Lesereise zu begeben, die nicht schnell zu vergessen ist. Max Peter Ammann: Die Gottfriedkinder. Rotpunkt, Zürich 2011.

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ein Findelkind und seine Familie In «Lochhansi oder Wie man böse Buben macht» erinnert sich Jeannot Bürgi an seine Kindheit in den Vierzigern. Eine Fundgrube an Alltagsgeschichten aus einer vergangenen Welt. von andrea kessler

Nicht jedes Leben beginnt glücklich und umsorgt. Bild: pd Hinter schloss und Riegel hängt die fromme elisi Kräutersträusse an die dicken Holzbalken. auf Holzrosten trocknen Pilze und an der schattenwand hängen alraunen an schnüren. nur auf seltenes Geheiss der Mutter darf Lochhansi die gewürzgeschwängerte «teekammer» betreten, um etwas zu holen oder die Vorräte aufzufüllen. Mit schlüsseli zum Beispiel, «die ring im Chopf» machen. Wen der Liebeskummer plage, soll sich bei neumond ein sträusschen – in Leinen eingepackt – aufs Herz legen und die «Fünf Wunden» beten. Der Lausbub weiss natürlich mehr, als die Mutter ahnt. er hat ihr das streng gehütete Zauberbüchlein schon mal entwendet und in dem fleckigen und zerfledderten Buch geblättert. arzneien aus salben und tees enthält es, aber auch abstruse Liebesrezepte, oder wie zum Kindersegen zu kommen ist. Offensichtlich aber war das Humbug. elisi hat nie ein Kind bekommen. Der Bub ist adoptiert.

Aus einer Schachtel heraus Über siebzig Jahre später erinnert sich Hans an seine Kindheit. Jenseits der Grenzen hat der Krieg gerade begonnen, als er im Herbst 1939 als neugeborenes in einer Kartonschachtel an der seestrasse in Wollishofen ausgesetzt wird. Die Zeiten sind hart, aber das kommt trotzdem

nicht oft vor. er kommt erst zur Pflegemutter Mama Früh in Zürich und zu ihren anderen schützlingen schlupfchasper, Peterpfupf, Hansdampf, Jolifränzi und Meieli. auf dem Bauernhof in Bürglen in Obwalden kommt er als Dreijähriger mit einem Köfferchen voll Habseligkeiten und einem teddybären an. «Lochhansi» ist das erstlingswerk des Bildhauers Jeannot Bürgi, der am Walensee wohnt, verheiratet ist und vier Kinder hat. Geboren 1939 in Zürich, aufgewachsen in Bürglen, Obwalden: der Lochhansi, das ist er selbst. Bis heute habe er keine antwort auf das Warum gefunden, aber dass ihn seine Mutter in einer schachtel neben dem Müll aussetzte, mache ihm noch immer was aus – auch als siebzigjähriger, sagt Lochhansi. Findelkinder werden um ihre Familiengeschichte betrogen, ihnen wird das Daheim in der Geschichte geraubt und sie müssen verstehen, was nicht beantwortet werden kann, und sich ihre eigene Geschichte zusammenzimmern.

Ohne Groll und Urteil Jeannot Bürgi trägt die Leser episodisch in eine vergangene Welt zurück. erinnerungen sind eben so: sie tauchen auf und verschwinden wieder, hängen mehr assoziativ als dramaturgisch zusammen. auf Bündelungen in Kapiteln 47

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wurde verzichtet, was den erinnerungsfluss ungebrochen sprudeln lässt. Bürgi bewahrt alltagsgeschichten aus einer versunkenen Welt. Wo die Leute sich lieber selber heilen, als zu einem arzt zu gehen, dafür aber auch ringer sterben, wo ungetaufte Kinder noch Heiden sind und der teufel aus jeder ecke dampft. Oder Redensarten: «Warum die Krähen immer zurückschauen, wenn sie die Ostschweiz überfliegen? Das ist, weil sie befürchten, ihnen würden von den langfingrigen sankt Gallern und thurgauern die schwanzfedern gestohlen.» Bürgi erzählt ohne Groll und Urteil, nimmt die Menschen, wie sie sind, und macht es der Leserin leicht, alle gern zu bekommen. Die Mutter elisabeth, die für das seelenheil mit ihrer Familie streitet, den Pfarrer feist füttert und dem Buben das schämen beibringt. Den Vater Lochhans, der lieber allen anderen Frauen schöne augen macht, nur seinem elisi nicht. Den Ätti Lochhänsl, der sein Bätziwasser über jedes gesunde Mass hinaus liebt, Geld zusammenschnorren kann, dass es kracht, und der Meinung ist, ein Mann brauche nur drei Hosen in seinem Leben: lederne, halbleinene und tannige.

Biografie mit Freiheiten Jeannot Bürgi betont im nachwort, dass es die Menschen so nicht gegeben habe und er sich erlaubt habe, manche Kapriolen zu schlagen. Damit rückt er das Buch wieder in Distanz zu sich selber. aber wer kann schon sagen, er erinnere sich an die Dinge, wie sie wirklich waren, wenn in der Kindheit die Fantasie grösser ist als die Welt? Die Frage nach der Wahrheit kann sich jeder selber zusammenreimen, denn sie kann so wenig beantwortet werden wie die Frage der Findelkinder nach ihrer Familie. Übrigens: Lochhansi stösst auf die spuren seiner eltern, folgt ihnen bis zu einem schopf im hintersten toggenburg; lässt es nach einem peinlichen treffen aber wieder bleiben. Bis ihm in den neunziger Jahren ein Brief seiner leiblichen Mutter in die Hände fällt. Doch dieser löst das Rätsel nur vordergründig. in Wahrheit stellt er bloss noch mehr Fragen. am ende wirft ihn Lochhansi in den Müll – und lebt bestens mit seinem zusammengeschusterten stammbaum weiter. Jeannot Bürgi: Lochhansi oder Wie man böse Buben macht. Limmat Verlag, Zürich 2011.


Kultur

Von der rolle von Andreas Kneubühler

TheaTerland

Rädchen und Schräubchen

Es war 1987, als die 21-jährige Marlee Matlin mit einer fürchterlichen Frisur und mit so etwas Ähnlichem wie einem Mistelzweig im Haar, auf die Bühne trat und von ihrem Filmpartner William Hurt den Oscar für die beste Schauspielerin entgegennahm. Sie dankte in Gebärdensprache. Im Film «Gottes vergessene Kinder» spielte sie die selbstbewusste und gehörlose Sarah. Ein Mitleids-Oscar neideten es ihr einige, denn Marlee Matlin spielte nicht nur eine Gehörlose, sie war auch eine. Nun bringt Pierre Massaux den Film, der eigentlich auf dem gleichnamigen Theaterstück von Mark Medoff basiert, in den Keller zur Rose nach St.Gallen und macht es wie die Regisseurin Rana Haines damals, er verpflichtete eine Gehörlose für die Hauptrolle. In Massaux’ «Gottes vergessene Kinder» spielt die Baslerin Corinne Parrat die zurückgezogene, gehörlose Sarah, in die sich der hörende Musiklehrer der Schule, James Leeds (gespielt von Tobias Bonderer) verliebt. Corinne Parrat selbst lebt nicht zurückgezogen, sondern ist Öffentlichkeit gewöhnt. 2009 wurde sie Miss Handicap – und hat sich als Ziel die bessere Integration von Gehörlosen in die Arbeitswelt gesetzt. Weder Corinne Parrat noch Marlee Matlin fanden je, dass ihnen etwas fehlen würde. Höchste Zeit also, dass die Hörenden damit aufhören, ihnen einen Mangel anzudichten. (ak)

Kino funktioniert so: Vorne auf der Leinwand flimmern die Bilder, hinten im engen und von den laufenden Maschinen aufgeheizten Operateurraum arbeiten die Projektoren. Heute sind es in der Regel digitale Geräte, früher waren es mächtige mechanische Apparate – wie diejenigen, die bis vor kurzem im ehemaligen Quartierkino Apollo, später K59, später Kinok standen. Es waren zwei Bauer B12, jede rund 150 Kilo schwer, konstruiert 1960 vom deutschen Unternehmen mit Sitz in Stuttgart-Untertürkheim, das es längst nicht mehr gibt. Als das K59 1985 gegründet wurde, mussten natürlich zuerst 35-mm-Projektoren her, das Herzstück jedes Kinos. Gefunden wurden sie in der Gewerbeschule St.Gallen, die die Apparate nicht mehr brauchte. Eine Bauer B12 bedient man allerdings nicht per Knopfdruck. Wer damit Filme vorführen will, muss eine Art Lehre absolvieren. Von der Gründergeneration lernten Hugo Budaz Keller in einem Flawiler Kino und Jörg Eigenmann in einem ebenfalls längst geschlossenen Filmtheater in Rorschach das Handwerk des Operateurs.

Frei von Mangel. «Den Service machten wir selber», erzählt Franco Carrer, seit rund zwanzig Jahren Kinok-Vorführer. Jedes Jahr mussten die Maschinen komplett auseinandergeschraubt werden. Es wurde geputzt, geölt, geschmiert. Danach dauerte es einige Zeit, bis sie wieder reibungslos funktionierten. Es waren eben Apparate mit einem Eigenleben. «Wenn ich in die Ferien fuhr, gab es regelmässig irgendwelche Probleme», erzählt Carrer. Er vergleicht seine Maschinen mit einem Oldtimer, der sich an den Fahrstil seines Besitzers gewöhnt habe. «Wenn ein anderer am Steuer sitzt, spuckt es sicher irgendwo.» Wer einmal im Kinok-Operateurraum war, vergisst das machtvolle Geräusch nie mehr, wenn bei einem Wechsel der Filmrolle die Vorführmaschine ansprang. Nicht grad wie ein Schiffsmotor, aber so ähnlich. Überhaupt das Überblenden, auch so eine aussterbende Fertigkeit: Der Operateur beobachtet die Leinwand, bis auf den Filmbildern rechts oben das erste Zeichen auftaucht, das signalisiert, dass die Rolle bald zu Ende ist. «Dann zählt man auf sechs und startet den anderen Projektor, damit er die nötige Drehzahl erreicht», sagt Franco Carrer. Nach dem zweiten Zeichen drückt man den Knopf, der bewirkt, dass sich bei der einen Maschine die Blende schliesst und der Ton abgestellt wird und bei der anderen der umgekehrte Vorgang abläuft. Kommt der Operateur zu spät, gibt es einen weissen Streifen auf der Leinwand und die Zuschauer werden aus der Kino-Hypnose gerissen. Eines waren die Bauer B12: zuverlässig. In den 25 Jahren, in denen sie das alternative Filmprogramm von Tarkovskij bis Coen auf die Leinwand projizierten, gab es keine einzige grössere Reparatur. Nur die Xenonlampen mussten alle 2000 Stunden ausgewechselt werden. Der Vorteil war, dass man reagieren konnte, wenn irgendetwas nicht stimmte: «Es gab immer ein Rädchen oder Schräubchen, das man drehen konnte», erzählt Carrer. Das sei mit den neuen Apparaten anders, stellt er nüchtern fest. Für die beiden Bauer fand das Kinok einen Abnehmer. Ein Mitarbeiter eines Berliner Kinos kaufte sie für ein paar Hundert Euro. Momentan stellten viele Kinos auf digital um, das Angebot an aussortierten mechanischen Projektoren sei gross, erklärt Carrer: «Wir waren froh, dass wir jemanden fanden, der sie brauchen kann.»

Keller zur Rose St.Gallen. Mittwoch, 29.6., Donnerstag, 30.6., jeweils 20 Uhr. Weitere Spieldaten im Juli. Mehr Infos: www.ltds.ch Bild: pd

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Kultur

Literatour mit Richard Butz

Sieben vom Stapel.

Bild: pd

Miranda über alles.

An ihr mag einfach keiner was Schlechtes finden. Miranda July wird in den Himmel gelobt. Von allen Kritikerseiten. Ob sie schreibt oder filmt. «Ich und du und alle, die wir kennen» – für ihr Filmdebüt gab ihr Cannes gleich die Goldene Kamera. Als Künstlerin stellte sie schon im Guggenheim und im Museum of Modern Art in New York aus. Noch dazu schaut sie so lieb drein. Bambiaugen, die wie sehnsüchtige Wellen durch das Papier herüber in die echte Welt schwappen. Lockenkopf. Allerliebst. Aber knapp eine halbe ihrer Kurzgeschichten gelesen und schon ist man selbst bezirzt. Von den filigranen Träumereien, dem leicht schrägen Handeln der Protagonisten. Von Miranda Julys Stoff angetan sind auch die jungen Theaterschaffenden von Frühstück auf der Szene (kurzum Fads genannt). Sie haben aus Miranda Julys Kurzerzählungen «Zehn Wahrheiten» (auf Englisch heisst das Buch «No One Belongs Here More Than You») ein «szenisches Lesespektakel» gemacht, sagen sie. Dieses Spektakel hat ihnen auch schon einen Preis eingebracht – vielleicht ein Miranda-JulyFluch? Sie wurden von der Frauenzentrale Bern mit dem Trudy-SchlatterPreis ausgezeichnet. Nach Zürich und Aarau kommen die Fads mit dem Stück in die Grabenhalle. Immerhin spielen in dem fünfköpfigen Künstlerkollektiv gleich zwei St.Gallerinnen mit: Lucia Bühler und Alexandra Portmann. Nach dem Stück spielt ausserdem die St.Galler Band Vier im Baum. Wer Fads verpasst – sie spielen am 10. Juni in Bern in der Reitschule. (ak) Grabenhalle St.Gallen. Samstag, 4. Juni, 20 Uhr. Mehr Infos: www.grabenhalle.ch

01 Bewegend – Alles redet von Arno Geigers «Der alte König in seinem Exil». Darüber sollte Iris Gerber nicht vergessen gehen. Die Pianistin beschreibt das wechselvolle und oft chaotische Leben der Komponistin Margrit Zimmermann. Ein Leben voller Kampfgeist, Eigensinn, das in Verdämmerung und Demenz endet. Behutsam geschrieben und ohne eine billige Antwort zu versuchen, geht sie der Frage nach: «Ist ihre Demenz eine letzte Form von Rückzug, könnte die Demenz die totale Ummauerung sein, um bei sich, in der Musik zu bleiben?»

anregend – Neun Männer und nur eine Frau (M. Calmy-Rey) machen sich Gedanken zur Schweiz, unter ihnen auch Jürg Acklin, der jenen entgegenhält, die Kulturschaffende als Staatsparasiten bezeichnen: «Mythen sind für ein Land so wichtig wie Utopien. Werden aber Mythen zur Realitätsverweigerung eingesetzt, dann haben wir einen kollektiven Wahn.» Provokativ und nachdenklich machend! 02

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05 Jahrhundertleben – Noch ein Spanienkämpfer-Buch; aber was für eins! Das Leben von Hermann (Männy) Alt (1910-1920) von Autor und Filmemacher Erich Schmid ist beste Oral-History. Als junger Kommunist ging Alt nach Spanien, kehrte zurück in die Schweiz, die ihm den Prozess machte, emigrierte ins sowjetische Exil, musste aber vor der stalinistischen Diktatur fliehen. Ein aufregendes Stück Zeitgeschichte.

rasant – Nur wenige können so fiebrig über eine Stadt schreiben wie Jean-Claude Izzo über Marseille. Hier geht es um drei Männer an Bord eines durch Konkurs gestrandeten Schiffes. Sie erzählen von ihrer Vergangenheit, von Frauen, die auf sie warten oder die sie verloren haben, von Kindern, die sie nicht haben, von Träumen, vom verpfuschten Leben und von der Hoffnung, die in diesem Buch nicht ganz fehlt. 03

Wiederentdeckt 1 – Der jüdische Arzt (Psychiater) und Schriftsteller Hans Keilson, der 1936 in die Niederlande emigrierte und aktiv in den Widerstand ging, musste fast hundert Jahre alt werden, bis sein schmales Werk – über die Rezeption in den USA – in Deutschland zur Kenntnis genommen wird. Zwei Romane und zwei Erzählungen liegen im Taschenbuch vor, darunter der Roman «Das Leben geht weiter», eine beklemmende Milieustudie über den Niedergang eines kleinen Kaufmanns (Keilsons Vater) und den aufkommenden Nationalsozialismus.

wahr, Fallada hat sie, in fieberhafter Hast geschrieben, zum Buch gemacht. Jetzt liegt es in der Originalform vor, ergänzt durch Nachwort, Glossar und Dokumente. 01

iris Gerber: Nachwerk. Hommage an eine Komponistin. Zytglogge, Bern 2011.

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Julie Paucker und Peer teuwsen: Wohin treibt die Schweiz? Zehn Ideen für eine bessere Zukunft. Nagel & Kimche, München 2011.

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Jean-Claude izzo: aldebaran. Unionsverlag Taschenbuch, Zürich 2011.

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angelika overath: alle Farben des Schnees. Luchterhand, München 2010.

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erich Schmid: in Spanien gekämpft, in russland gescheitert. Männy Alt (1910-2000) – ein Jahrhundertleben. Orell Füssli, Zürich 2011.

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Hans Keilson: Sämtliche romane und erzählungen. Fischer Tabu, Frankfurt am Main, 2009. Im Fischer Verlag gibt es auch eine zweibändige gebundene Werkausgabe.

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Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein. Aufbau Verlag, Berlin 2011.

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04 idyllisch – Die Journalistin und Schriftstellerin Angelika Overath ist samt ihrem Mann und ihrem siebenjährigen Buben nach Sent im Unterengadin gezogen. In einem Tagebuch hat sie Beobachtungen, Gespräche und Erfahrungen zusammengetragen und mit Gedichten und historischen Fakten angereichert. Die Autorin versteht es, das Besondere im Alltäglichen herauszuarbeiten und dies in einer sehr poetischen Sprache. Eines hat sie lernen müssen: Wer in dieser Dorfgemeinschaft von rund 900 Einwohnern auf 1450 Meter über Meer ankommen will, muss die Sprache lernen, in diesem Falle das rätoromanische Idiom Vallader. Alles in allem eine behutsame Annäherung, die den Gedanken aufkommen lässt: Was, wenn es in der Schweiz noch mehr solche Orte und Erfahrungen gäbe.

07 Wiederentdeckt 2 – Formal ist das Buch nicht perfekt, inhaltlich ein Ereignis: Hans Falladas Roman über ein Berliner Ehepaar, einfache und stille Leute, die nach dem Tod ihres Sohnes im Krieg beginnen, Widerstand zu leisten, indem sie auf Postkarten regimekritische Botschaften verbreiten. Sie werden gefasst und von Freisler zum Tode verurteilt. Die Geschichte ist

angelika overath: alle Farben des Schnees.

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Kultur

Kunst von erwin wurm. Nicht, dass er kein grosser Artist wäre. Vielmehr ist der Wiener auch ein Freund der grossen Geste und der Irritation. Teils minimalste, teils aufwändigste Installationen bringen meist ein bisschen Schabernack in die heiligen Hallen. Nach Grafs «Uni ver sal mus eum» stellt Wurm ein Abbild seines Elternhauses in den Kunstraum. Sechzehn Meter lang und sieben Meter hoch. Das detailgetreue Einfamilienhäuschen, wie es in den siebziger Jahren en vogue war, ist aber nur ein Meter breit. Dementsprechend wurden das Klo, der Herd et cetera in einer Achse skaliert. Inspiriert hätten ihn die Verzerrungen der neuen Fernsehgeräte, wenn die Umstellung vom alten aufs neue Format nicht klappt. Nach der Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen mit den eher kleinformatigen Arbeiten, ist Wurm also mit einem grössenwahnsinngeren Projekt in der Gegend. (js) Kunstraum Dornbirn. 30. Juni bis 21. August. Öffnungszeiten: Di bis So, 10–18 Uhr. Mehr Infos: www.kunstraumdornbirn.at Bild: Herbert Hoffmann

SchaufenSter

Heidener Underground. Seit einigen Monaten ist das HenriDunant-Jahr vorbei. Die Oper mit dem Libretto von Hans-Rudolf Merz wurde aufgeführt, die Ausstellungen abgebaut. – Aber schon wird in Heiden einem zweiten (einem bisschen weniger) berühmten Dorfbewohner gehuldigt. Der andere grosse Rauschebart nebst Henri Dunant ist herbert hoffmann. Der deutsche Tätowierer und Fotograf starb im Juni vor einem Jahr im appenzellischen Kurort. Hoffmann, das kann man getrost sagen, ist mitunter verantwortlich für den Durchbruch der Tätowierkunst. Davon kann man aufgrund ästhetischer Vorlieben halten, was man will, aber diese Ikone, die stolze 91 Jahre alt geworden ist, hat dafür gesorgt, dass nicht nur die Häute waghalsiger Outlaws verziert sind, sondern auch die solariumgebräunten Steissbeine, Oberarme und Décoltées der westeuropäischen Mittelschicht. Der Nachlass des Mannes ging an die ausserrhodische Kantonsbibliothek und die richtet nun eine Gedenkausstellung aus. Herbert Hoffmann war einer der ältesten seiner Zunft und von Kopf bis Fuss tätowiert. Das machte ihn bereits zu Lebzeiten zum Kult. Das eindrückliche Mannli war aber auch ein hervorragender Fotograf. Auf der Strasse folgte er tätowierten Leuten und sprach sie an, ob er sie ablichten dürfe. Entstanden ist aber daraus nicht etwa ein Musterbuch mit Motiven, sondern eine intime

Serie. In der Ausstellung im Kursaal Heiden wird ein Teil von Hoffmanns Nachlass zu sehen sein: Fotografien, Texte, Motive; ergänzt mit Hörspuren und einem Film von Michaela Stuhlmann: «Hautlandschaft des Herbert Hoffmann.» (js) Kursaal Heiden. Bis 13. Juni. Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 17–19 Uhr Sa/So, 14–17.00 Uhr. Mehr Infos: www.kursaalheiden.ch

Dornbirner Siedlungsplanung.

Bild: pd

Derzeit ist im Kunstraum Dornbirn noch «Uni ver sal mus eum» zu sehen. Eine Installation des Feldkircher Künstlers alfred Graf. Dieser ist vielleicht mehr ein Forscher, als ein Künstler. Respektive ist seine Arbeit beispielhaft für die Vermischung von Wissenschaft und Kunst. Graf streift seit Jahren durch Vorarlberg und andere Landschaften und untersucht deren Geologie. Was er findet, arbeitet er in seinem Atelier beinahe alchemistisch auf, stellt das Material dann aber möglichst frei von künstlerischer Bearbeitung und vordergründiger Absicht in den Ausstellungsraum. Oder wie sagt es der Veranstalter in Dornbirn so schön: «Sein Werk ist der paradoxe Versuch, durch grosse Artistik die Welt so sein zu lassen wie sie ist.» Um 180 Grad anders funktioniert die

forward

Flattierender Dream Pop. Vor gut acht Jahren war der Comic- und Mixtape-Experte Christian Gasser in Rorschach zu Besuch. Am Schluss der Lesung lancierte er eine grosse, halbprivate Coming-out-Runde. Damals war die Frage noch neu. Welches ist dein peinlichstes Lieblingslied? Nachdem ich «irgendwas von Shakira» nuschelte, schaute mich Gasser mit grossen Augen an, Shakira zähle eigentlich nicht. Nun, doppelt unangenehm. Aber zur Güte reichte Gasser eine gebrannte CD übers Lesepültchen mit kopiertem Cover. Darauf war eine tolle Mischung von African Headcharge über DJ Shadow zu Eminem zu finden. Aber eben auch ein treibender Song, der einem nach jedem Shakira-Flash wieder zurück in die Gegenwart holt: «Track Of The Cat» von Pram. Ein Song, der einem buchstäblich um die Beine streicht, ein wenig zum Stolpern bringt, freudig schnurrt, aber immer auch ein bisschen die Krallen zeigt. Die restlichen Lieder auf dem 2003er Album «Dark Island» waren jedoch anders. Sirenenmässig irrlichtert der Gesang von Rosie Cuckston über einem rätselhaften elektronischen Teppich, der direkt aus dem All angeflogen scheint. Dieser Sound klingt wie der glücklicherweise verunfallte Bruder von Trip-Hop oder vielmehr das lange schmerzlich vermisste Original: leicht einlullend, tragend, aber eben immer auch ein Zacken gefährlich, irr. Dream Pop nennen das manche. Aber was heisst lange vermisst? Seit 1988 arrangiert das Birminghamer Sextett den wunderbaren Avantgarde Pop. Musik, untermalt von den Filmchen von Scott Johnston und als Gütesiegel oben drauf beim Superlabel Domino unter Vertrag. Unterstützt werden die Briten von einer St.Gallerin und einem St.Galler, die ebenfalls schön ins alte Kino passen: Kaltehand & Natasha Waters flattieren auch dem Ohr und drücken einen sanft in die Samtsessel. (js) Palace St.Gallen. Samstag, 4. Juni, 22 Uhr. Mehr Infos: www.palace.sg Bild: pd

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Kultur

Presswerk von Anne Käthi Wehrli

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Beglückende Strapazierungen. 01 «Genres you will love (if you love Ching Ching): Pop, Piano, Moods, Mood, Sex Music.» – Ching Ching (früher Ching Chong Song) sind Julia LaMendola und Dan Gower. Ein Duo aus Brooklyn mit singender Säge und Piano; seit drei Jahren zusammen. «Little Naked Gay Adventure», der Titel ihres Albums von 2007, beschreibt es treffend: Abenteuerlich sind ihre Musik und ihre Auftritte, die etwas von Burlesque und Performance haben und Böden und Nerven äusserst strapazieren können – in beglückender Weise. Inbrünstiges Singen zwischen Singsaal, Überbordung und Musical liefert die Zuhörer einer musikalischen Kneippkur aus. Dazu haben Ching Ching ein Händchen für knackige Details wie Querflötensequenzen. Hier wird nichts im Wald, in der Wohnung oder im inneren Monolog gesungen, sondern immer auf der Bühne, für Publikum. Was ist wohl mit Sex-Musik und Moods gemeint? Vielleicht das, was sie selber über sich sagen: Sie seien ein «gay and omni-sexual duo that writes songs about life and its crusts and death, and most of all love and open-eyed acceptance». Das neuste Album von Ching Ching, «We Sing Songs To You And About You», ist im Frühling diesen Jahres erschienen und wurde von Kevin Blechdom produziert, die auf dem Album auch als Gast auftaucht.

Kevin Blechdom ihrerseits ist ebenfalls eine schonungslose Musikerin. Wer das Glück hat, sie live zu sehen, wird umso mehr in den Genuss dieser Zügellosigkeit kommen: Sie jagt einen am Klavier, Banjo und mit Elektronik und Gesang durch einen Parcours mit allem, was es in Amerika musikalisch gab und gibt. Von Buster Keaton über Liebesschmerz bis Blut, Zahnpasta, dem Herz als Telefon, Boob-A-Q’s und «Tits on Fire». 02

03 Auf eine ähnlich beschwingte Art mischten auch Haniwa-Chan alle möglichen Stile. Von diesem japanischen Orchester, gegründet vom Percussionisten Kyiohiko Semba, sozusagen als abgespeckte Version von den Haniwa All Stars (einem Percussionsorchester mit zusätzlichen Instrumenten, das ganze 54 Musikerinnen und Musiker umfasste), erschien 1984 das Album «Kanashibari». In einem Interview sagt Kiyohiko Semba 1986 im «Ré Records Quarterly Magazine», dass sich der Humor der Musik von Haniwa-Chan nicht auf die Texte beschränke. Gleich

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Schöne ist, dass die Musik von Ponytail auf der Platte «Do Whatever You Want All The Time» zwischen Versteiftheit und lockerem Geplänkel, zwischen Beschwingtheit und schweisstreibendem HochgeschwindigkeitsSquare-Dance zu den Ansagen von Molly Siegel hin- und herschwankt beziehungsweise manchmal all das gleichzeitig ist.

beim ersten Stück des Albums «Kanashibari» wird dies nach wenigen Sekunden klar. Und in der Folge gibt es Wendungen hin und her durch westliche, östliche und traditionelle japanische Musikstile, ohne diese zu bewerten – vergleichbar mit Kevin Blechdoms Umgang mit unterschiedlichen Stilrichtungen. Sogar, wer im Allgemeinen Stadionrock nicht schätzt, wird möglicherweise seinen Spass daran haben, wenn es plötzlich bombastisch wird. Kiyohiko Semba sagt, er habe in seiner Kindheit keine westliche Musik gekannt. Er besuchte über Jahre traditionellen Tai-ko-Trommel-Unterricht und arbeitete erst als Teil der Gruppe Wa Ha Ha experimentell. Nebst Haniwa All Stars und Haniwa-Chan arbeitete er mit diversen Musikschaffenden zusammen, unter anderem mit Ryuichi Sakamoto und Fred Frith.

05 Von Daily Life, dem SynthesizerDuo von Christopher Forgues (Kites) und Sakiko Mori, erschienen ein erstes Album bei Load Records und eine Single bei Glass Coffin. Bis anhin sind einige Kassetten beim Label Unskilled Labor erschienen, unter anderem im Jahr 2008 «Best Of Relax-In Vol. 1» (siehe Presswerk April 2011). Die Songs «My Time» und «Daily Life» sind fast schon poppig und Standardtanztauglich. Nervös, verzerrt und mit viel Rauschen und Orgeln: for the daily night.

Ponytail sind Dustin Wong, Jeremy Hyman, Ken Seeno und Molly Siegel aus Baltimore, Maryland. Die Songs auf ihrem neusten Album «Do Whatever You Want All The Time» haben verlockende Titel wie «Easy Peasy», «Flabbermouse» oder «Honey Touches». Vor einiger Zeit wurde das Keyboard gestrichen, und nun sind die Ponytail-Gitarren wirklich prominent. Doch nie zu dominant, es sind ausgesprochen wandelbare Gitarren (von Hawaii zu Heavy Metal innerhalb einer Minute). Dazu singt Molly Siegel während des ganzen Albums, als wäre jedes Stück eine Fortsetzung des vorangehenden, zwischen aggressiv und locker aufgesetzt. Das 04

Ching Ching: Little Naked Gay Adventure (Ching Chong song, 2007) Ching Ching: We Sing Songs To You And About You (elephant & Castles, 2011)

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Kevin Blechdom: Bitches Without Britches (Chicks On speed records, 2003); Gentlemania (sonig, 2009)

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Haniwa-Chan: Kanashibari (CBs, 1984)

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Ponytail: Do Whatever You Want All The Time (we Are Free, 2011) Life: (Load, 2010); My Time/Daily Life (Glass Coffin, 2011); Best Of Relax-In Vol.1 (Unskilled Labor und New Other Thing)

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Kalender

Inhaltsverzeichnis Kulturprogramme 2 Theater und Konzerte SG. 6 Kinok St.Gallen. 8 Comedia Buchhandlung St.Gallen. 23 Nextex St.Gallen. Kunstmuseum St.Gallen. 34 Sitterwerk St.Gallen. 40 Gare de lion Wil. Parkplatzfest St.Gallen. 52 Bachstiftung St.Gallen. Ittinger Pfingstkonzert.

Kunstraum Kreuzlingen. Kellerbühne St.Gallen. Diogenes Theater Altstätten. Kunstmuseum liechtenstein. 60 Kunstmuseum Thurgau 72 Kugl St.Gallen. Warth. Kultur is Dorf Herisau. Schloss Wartegg Kunstmuseum St.Gallen. Rorschacherberg. 74 Gewerbemuseum Geburtshaus Artemis Winterthur. Steinach. Museum im lagerhaus 64 Grabenhalle St.Gallen. St.Gallen. Salzhaus Winterthur. 69 Kunst Halle Sankt Gallen. THEATEr Die Kameliendame. Nach Alexandre Dumas. Musik von Giuseppe Verdi. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr

MI

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KoNzErT Belcea Quartett. Bodenseefestival. Klosterkirche Münsterlingen, 19:30 Uhr Familienkonzert. Feldkirch Festival. Montforthaus Feldkirch, 19:30 Uhr Leningrad Cowboys. Bizarre Gross-Kapelle. Tennis-Event Center Hohenems, 20:30 Uhr Sandra Rayne. Singer-Songwriterin mit erdiger Ausstrahlung. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Schoren rockt! 7 Bands, DJs Shitbrix und Stomp. Spielboden Dornbirn, 19 Uhr Springtime-Festival. Konzerte mit Toby Mac, Chris Tomlin, Matt Mojo Morginsky. Festhalle Rüegerholz Frauenfeld, 18:30 Uhr Tritonus – Vo Schwyzer, Schwede, Wy und Wyb. Bunter Reigen alter Volksmusik und Texten aus dem 16.–18. Jahrhundert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr ClUBBING/PArTy 15 Jahre Gaswerk – Kreuzfeuer der Geilheit. Mit Pornolé, Transmartha, The Redneck zombies und Gloria Volt. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr Beat Club. Elektro-Trio Pa-tee, P-Beat & Jak. Kraftwerk Krummenau, 21 Uhr Never too Hot Vol. 8. DJs lil Rabbit und Gselluxe. Restaurant Bar loft Frauenfeld, 21:30 Uhr Soul Gallen. Das Palace und die Helsinki-Soulstew-DJs bitten zur letzten Soul-Nacht der Saison. Palace St.Gallen, 22 Uhr FIlM Die Käsemacher. Die Schweizer Alpöhis sind zunehmend Ausländer. Kinok in der lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr Potiche. Französische Komödie mit Catherine Deneuve. Kino Modern Romanshorn, 20:15 Uhr Sacred and Secret. Dokumentarfilm über die archaische Welt in Bali. Schlosskino Rapperswil, 20:15 Uhr The Hunter. Teheran: Ein Mann verliert Frau und Kind bei einer Demonstration. Kinok in der lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr

KUNST/AUSSTEllUNGEN Ai Weiwei – Interlacing. Führung. Fotomuseum Winterthur, 18:30 Uhr Fuchsien – Tänzerinnen im Pflanzenreich. Vernissage. Botanischer Garten St.Gallen, 19 Uhr Industrieromantik. Führung mit Kristina Gersbach. Kunstmuseum Winterthur, 12:15 Uhr Krafft und Würckung. Führung. Botanischer Garten St.Gallen, 14 Uhr Markus Matthias Keupp. Vernissage. lichtgalerie Konstanz, 19 Uhr Palermo. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr KINDEr Die Duftsammlerin. Stück von Sabine zieser für Kinder ab 6 Jahren. Theater am Kornmarkt Bregenz, 9:30 Uhr DIVErSES Was macht eigentlich Linda Graedel. Gespräch in der Reihe «Sichtbar/unsichtbar». Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, 12:30 Uhr

DO

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KoNzErT Christian Kjellvander. Boy omega, I’m Kingfisher u.a SingerSongwriter aus Schweden. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Ja, Panik. Mit der neuen Depressionsoper «Dmd Kiu lidt». Palace St.Gallen, 22 Uhr Jungle Brothers. Hip Hop aus dem New york der Achtzigerjahre. Krempel Buchs SG, 22:30 Uhr Miklós Perényi, Casal Quartett. Bodenseefestival. Klosterkirche Münsterlingen, 18 Uhr Pablo. Bluesiger Gesang und folksouliger Sound. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Sylvia Nopper, Merlin Ensemble Wien. Bodenseefestival. Klosterkirche Münsterlingen, 11:30 Uhr William White. «Freedom» Release Tour. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr ClUBBING/PArTy Hallenbeiz. PingPong und DJ. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Milonga. Tango im Frühling mit DJ René aus zürich. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr FIlM Armadillo. Junge Dänen im Kriegseinsatz in Afghanistan.

01.–30.06.2011

Wird unterstützt von:

Schützengarten Bier

Kinok in der lokremise St.Gallen, 18 Uhr Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr THEATEr Achterbahn. Emotionale Bergund Talfahrt. Stück von Eric Assous. Schloss Seeheim Konstanz, 20 Uhr Julius Cäsar. Tragödie von William Shakespeare. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Schwanensee. Marionettenoper. Piotr Iljitsch Tschaikowski. lindauer Marionettenoper lindau, 16 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr Unter jedem Dach. Christine pflegt ihre Eltern und hat wenig zeit für die liebe. Bis ihre Mutter stirbt. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr Wenn ich wieder klein bin. Eine Erinnerung an Janusz Korczak. löwensaal Hohenems, 14:30 / 20 Uhr TANz Capoeira-Show. Feldkirch Festival. Feldkirch, 15 Uhr Die Reise zum Mittelpunkt der Erde. Theatertanzschule. lokremise St.Gallen, 15 Uhr KUNST/AUSSTEllUNGEN Otto Adam – «See und Süden». Führung. Städtische WessenbergGalerie Konstanz, 11 Uhr Puppenmuseum Waldfee. Führung. Wald, 14 Uhr Schönheit als Notwendigkeit. Führung. otten Kunstraum Hohenems, 18 Uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus Bregenz, 19 Uhr DIVErSES Breakdance mit Son Le. Öffentliches Breakdancetraining. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 19 Uhr

FR

03.06

KoNzErT Brasstronaut. Indie. Soul. Jazz. Piano. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Damn, I’ve got wings. DJ-Show mit Alloinyx, den Goldfinger Brothers und Captain de la Rosa. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Dutty Wine. HipHop, Crunk, Dancehall, Reggaeton & Classics. Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr Gavin James. Acoustic Blues Folk. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr Jamsession. Mit ausgewählten St.Galler Musikern. Jazzclub G St.Gallen, 22:30 Uhr Natasa Zizakov. orgelmusik. Ev. Kirche Amriswil, 19 Uhr Pinot Noir. Experimenteller Songwriter. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr

53 SAITEN 06.11

Richie Pavledis. Blues und Folk. Jazzclub G St.Gallen, 21 Uhr Schweizer Klaviertrio. An der Schwelle zur Romantik. Chopin und Schubert. Kunsthalle ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr Sharon Kam. Bodenseefestival. Klosterkirche Münsterlingen, 19:30 Uhr The Beth Edges. Indie-Rock aus Österreich. Kulturladen Konstanz, 21 Uhr ClUBBING/PArTy Barfussdisco. Barfusstanzen. owi Dance Winterthur, 20:30 Uhr Islands in the Sun. Südseemusik aus der Konserve. Kunst(zeug)Haus Rapperswil, 19 Uhr Smelled like Twen Spirit. Mash up the 90s. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr Tango Argentino. Milonga – Tanznacht mit DJ und Bar. Club Tango Almacén St.Gallen, 21:30 Uhr Tanz Tön Wave. Mit lina oswald. Kultur-Werkstatt Wil, 20 Uhr FIlM Les herbes folles. Skurrile liebesgeschichte von Altmeister Alain Resnais. Kinok in der lokremise St.Gallen, 19 Uhr Potiche. Französische Komödie mit Catherine Deneuve. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr The Hunter. Teheran: Ein Mann verliert Frau und Kind bei einer Demonstration. Kinok in der lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr THEATEr Achterbahn. Emotionale Bergund Talfahrt. Stück von Eric Assous. Schloss Seeheim Konstanz, 20 Uhr Die Fledermaus. Marionettenoper. Johann Strauss. lindauer Marionettenoper lindau, 19:30 Uhr Ich 2.0 – Was ist schon normal? Über die Sehnsüchte und Ängste einer vernetzten Generation. KidsClub. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Il barbiere di Siviglia. oper von Gioachino Rossini. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Oceano. No Sex, no Fun, no Rock’n’Roll. Eigenproduktion der Theaterschule Comart. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Radamisto. oper von Georg Friedrich Händel. Aufgeführt von Studenten der zHdK. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Simsalabim. Club ostschweizer Magier. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Spinnen. Ein subtiles Kammerspiel über Kippfiguren, Vereinzelung und Kommunikationsnotstände. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey.

Casinotheater Winterthur, 17 Uhr Unter jedem Dach. Christine pflegt ihre Eltern und hat wenig zeit für die liebe. Bis ihre Mutter stirbt. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr Z. Stück von Nina Haratischwili. Universität Konstanz, 20 Uhr KABArETT Ferruccio Cainero. «Krieger des Regenbogens». zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Gogol & Mäx. «Humor in Concert». Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr TANz Blanche Neige. Schneewittchen. Ballet Preljocaj. Festspielhaus Bregenz, 20 Uhr KUNST/AUSSTEllUNGEN Eine Ausstellung. Grafiklernende im ersten lehrjahr. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 17 Uhr Öffentliche Führung. Durch das Museum Appenzell, 14 Uhr lITErATUr Widerspenstig. lesung mit Jolanda Spirig. Kulturstüdtlimühle Buchs, 20 Uhr DIVErSES City of Change. letzte Demokratie Konferenz. Kunst und Öffentlichkeit. lokremise St.Gallen, 20 Uhr Lecture 3. Künstler und Theoretikerinnen reflektieren Begriffe wie Medium, Klang, Phantasie und Text. Krempel Buchs, 19 Uhr

SA

04.06

KoNzErT 6. Domorgelkonzert. Improvisationskonzert an beiden orgeln. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr A Musicall Banquett. «Ein Hauch von Unzeit». Barocke Kammermusik. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 20 Uhr Abschlusskonzert. The 5.6.7.8’s, Davila 666, les Chevaux Sauvage. Mariaberg Rorschach, 21:30 Uhr Bob Log III. Der Mann mit dem Helm ist zurück. one-Man-Band. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Bright. Band aus St.Gallen. Stickerei Café Bar St.Gallen, 22 Uhr Disasteradio. luke Rowell aus Neuseeland mit live-Elektronik. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Endstation-Club. Pandemonium & Headbanger Party. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr J.S. Bach: h-Moll-Messe. Konzerte zum 25-jährigen Bestehen der Bach-Kantorei. Ev. Kirche linsebühl St.Gallen, 20 Uhr


04.–05.06. kalender

Dunkle Töne gegen den Erwartungsdruck

Heimat, Quartier, vier Wände

Exzellente Schwäne in Dornbirn

Nachwuchs aus der Region

Ostschweizer Generationentagung

«tanz ist»-Festival im Spielboden

Open Är im Vögelipark

Crystal Stilts im Palace

Leben bleiben im Quartier. Viele verbinden damit Vorstellungen von Heimat, Wurzeln, guter Nachbarschaft, Eingebunden-Sein, gegenseitiger Hilfe und Generationenmiteinander. Hat dieser Traum auch Schattenseiten? Was macht gute Quartiersbezüge aus? Und wenn soziales Kapital und Netzwerke nicht von selbst wachsen, in welchem Rahmen gedeihen sie? Wie viel Unterstützung braucht das Quartier, welches soziale, ökonomische, technische und gesundheitsbezogene Knowhow? Realversuche laufen längst. Die Ostschweizer Generationentagung schaut hin.

Das «tanz ist»-Festival steht dieses Jahr im Zeichen des Schwans. Die Iceland Dance Company zeigt «The Swan» (10. Juni) in einer atemberaubend zeitgenössischen Inszenierung der isländischen Choreografin Lára Stefánsdóttir. Mit «Rückwärts», einem von Sasha Waltz/Labor Gras produzierten Solo, wird das Festival weitergeführt. Zudem freuen sich die Veranstalter darauf, Chris Haring, den Gewinner des Goldenen Löwens bei der Biennale di Venezia, wiederzusehen. Der Ausnahmekünstler zeigt exklusiv seine neueste Arbeit «Talking Head».

Zum zehnten Mal organisiert der nimmermüde Flawiler Musiker und Lehrer Urs C. Eigenmann ein Jugendband-Festival. Bis anhin tat er das als Lehrer der Oberstufe. Da sich die Schulen nun aber von diesen Anlässen distanzierten, privatisiert Eigenmann und ruft den jungen Bands und Showgruppen noch einmal zu, sie sollen sich doch melden, um am Open Är Vögelipark zu spielen. Mit dem Festival nimmt er Abschied von der Jugendarbeit, er wird im Sommer pensioniert.

Donnerstag, 9. Juni, 13.30 Uhr, Hotel Thurgauerhof Weinfelden. Mehr Infos/Anmeldung: www.fhsg.ch/generationentagung

10. bis 18. Juni, Spielboden Dornbirn. Mehr Infos: www.spielboden.at

Die besten Momente der Mary Chain, der Chills und der Pastels. Und jetzt haben diese fantastischen Crystal Stilts, eh die beste aller Crystal-Bands, ein Problem. Nicht wegen des Abgangs ihrer tollen Stehschlagzeugerin Frankie Rose (Vivian Girls) und schon gar nicht wegen der dunklen Untertöne auf ihrem packenden neuen Album «In Love With Oblivion». Sondern allein wegen des Minizweifels, ob sie tatsächlich noch einmal so gut sein werden wie beim ersten Palace-Auftritt. Mittwoch, 8. Juni, 21.30 Uhr, Palace St.Gallen. Mehr Infos: www.palace.sg

Juan Pino y Quemando Palabras. Poetischer Latino-Rap. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr Jugendsinfonie-Orchester NRW. Meisterwerke aus Klassik, Musical und Film. Stadtsaal Wil, 20 Uhr Junge Talente. Feldkirch Festival. Pförtnerhaus Feldkirch, 17 Uhr Lalier und Sebastian Bill. St.Galler Chansons. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Open Air Krach am Bach. Konzerte mit den Bands Aircraft, Familie Gantenbein, Sterling und Pueblo Criminal. Tägerwilen, 17 Uhr Pram / Kaltehand & Natasha Waters. Exzentrische Eigenbrötler mit bizarrer Rockmusik. Palace St.Gallen, 22 Uhr Singfrauen Winterthur & Tutarchela. Konzert mit Volksliedern aus der Schweiz und Georgien. Münster Allerheiligen Schaffhausen, 20 Uhr The Wave Pictures. Englische Rockband. Tap Tab Schaffhausen, 21 Uhr Tremenda Fiesta. Musica cubana mit den Musikern Los GuaSoneros aus Guantanamo. Bauernhof Hanfgarten Fischingen, 20:30 Uhr Weltmusik-Konzert Brasilien. Feldkirch Festival. Montforthaus Feldkirch, 19:30 Uhr CLUBBING/PArTy Cafetango. Tango argentino tanzen. Mit DJ Sigmund. Kaffeehaus St.Gallen, 16 Uhr Flown. Mit LDDC. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 22 Uhr Get wasted! Feat. Turntable-Babes, Pa-Tee. Kugl St.Gallen, 23 Uhr FILM Avanti! Jack Lemmon lernt in Italien die Liebe kennen. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:45 Uhr Die Käsemacher. Die Schweizer Alpöhis sind zunehmend Ausländer.

Kinok in der Lokremise St.Gallen, 16:30 Uhr In a better world. Dänische Familientragödie. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Pina. Ein Tanzfilm für Pina Bausch von Wim Wenders. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr THEATEr Achterbahn. Emotionale Bergund Talfahrt. Stück von Eric Assous. Schloss Seeheim Konstanz, 20 Uhr Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. In Lima ist nichts mehr, wie es war. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Mord auf dem Säntis. Kammeroper. Säntis-Schwebebahn. Schwägalp, 18:30 Uhr Die Kameliendame. Nach Alexandre Dumas. Mit Musik von Giuseppe Verdi. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Ich 2.0 – Was ist schon normal? Über die Sehnsüchte und Ängste einer vernetzten Generation. KidsClub. Stadttheater Konstanz, 17 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr La Traviata. Marionettenoper. Giuseppe Verdi. Lindauer Marionettenoper Lindau, 19:30 Uhr Nachtzug. Late Night Lok 5. Reisefieber mit Dominik Kaschke und Romeo Meyer. Lokremise St.Gallen, 22 Uhr Spinnen. Ein subtiles Kammerspiel über Kippfiguren, Vereinzelung und Kommunikationsnotstände. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr Tiefer gehen. Die Perspektive ist die des Täters, den Fokus setzen Sie. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

Unter jedem Dach. Christine pflegt ihre Eltern und hat wenig Zeit für die Liebe. Bis ihre Mutter stirbt. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr Oceano. No Sex, no Fun, no Rock’n’Roll. Eigenproduktion der Theaterschule Comart. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

Kinderkunst. Kunstvermittlung für Kinder von 5 bis 10 Jahren. Kunsthaus Bregenz, 10 Uhr

KABArETT Anet Corti. «Win-Win». Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Friede, Freude, Eierkuchen. Revue mit den Gessler Zwillingen. Schwanen-Bühne Stein am Rhein, 20 Uhr

SO

TANZ Blanche Neige. Schneewittchen. Ballet Preljocaj. Festspielhaus Bregenz Bregenz, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN 100 Jahre Otto Bruderer. Führung. Otto-Bruderer-Haus Waldstatt, 10 Uhr Johann Widmer. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr Markt-Kunst. Führung mit Annelies Debrunner. Markt in St.Gallen, 09 Uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus Bregenz, 14 Uhr Urs-P. Twellmann. Vernissage. Kunsthalle Wil, 18 Uhr LITErATUr Poetry Slam. Wortakrobaten am Mik. Moderation: Richi Küttel. Krempel Buchs, 20 Uhr Zehn Wahrheiten und Vier im Baum. Szenisches Lesespektakel und ein symbiotischer Elektro-Jazzclash. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr KINDEr Kasperlthetaer. Für Kinder ab 3 Jahren. Theater am Saumarkt Feldkirch, 15 Uhr Kinderclub. «Blaulicht für Kids» ab 7 Jahren. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr

55 SAITEN 06.11

Samstag, 11. Juni, 11 Uhr, Vögelipark Flawil.

DIVErSES Einblick ins Geburtshaus. Führung durch das Geburtshaus Artemis Steinach, 09 Uhr

05.06

KONZErT Abschlusskonzert. Feldkirch Festival. Montforthaus Feldkirch, 19:30 Uhr Bodenseefestival: Wien bleibt 6. Abonnementskonzert der GML. Kirche St. Albin Ermatingen, 18 Uhr C. Gibbs. Sehnsuchtslieder im Wohnzimmerformat. Alpenhof Oberegg, 16 Uhr Chormatinee. Feldkirch Festival. Vorarlberger Landeskonservatorium Feldkirch, 11 Uhr Fredy Rotten. Janusköpfiger Singer- Songwriter mit Cellistin. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Frühschoppenkonzert. Mit dem Musikverein Schlatt Kundelfingerhof Schlatt, 10 Uhr High Noon. Vertonung von Hesses «Iris» mit einer Wortklangcollage von Voosen. Stadttheater Konstanz, 19 Uhr Miroir-Quintett. Bodenseefestival. Steigenberger Inselhotel Konstanz, 11:15 Uhr FILM Armadillo. Junge Dänen im Kriegseinsatz in Afghanistan. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 17:30 Uhr Coeurs. Hinreissender Liebes- und Beziehungsreigen in Paris. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Pina. Ein Tanzfilm für Pina Bausch von Wim Wenders. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Rio. Schräges Abenteuer mit Blu dem Ara. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

THEATEr Ich 2.0 – Was ist schon normal? Über die Sehnsüchte und Ängste einer vernetzten Generation. KidsClub. Stadttheater Konstanz, 17 Uhr Julius Cäsar. Tragödie von William Shakespeare. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Misery. Von Simon Moore nach dem Roman von Stephen King. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr Mord auf dem Säntis. Kammeroper. Säntis-Schwebebahn Schwägalp, 15 Uhr Mutter Courage und ihre Kinder. Stück von Bertold Brecht. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Schwanensee. Marionettenoper. Piotr Iljitsch Tschaikowski. Lindauer Marionettenoper Lindau, 16 Uhr Spinnen. Ein subtiles Kammerspiel über Kippfiguren, Vereinzelung und Kommunikationsnotstände. Eisenwerk Frauenfeld, 17 Uhr TANZ Sweet and Sour Battle 2 vs. 2. Breakdance Battle. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 14 Uhr Tanz ist Festival. Research für professionelle Tanzschaffende. Spielboden Dornbirn, 10:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Alexander Rodtschenko. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11:30 Uhr Bewegung in der Malerei – Bewegung in uns. Familienführung. Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 11:30 Uhr Bruno Steiger – Jürg Rohr. Finissage. Steiger-Rohr räumen auf. Kornhaus Rorschach, 14 Uhr Eckhard Schulze-Fielitz & Yona Friedman. Führung. Kunsthaus Bregenz, 11 Uhr Famed. Führung. Lokremise St.Gallen, 13 Uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr


Kultursplitter Monatstipps der Magazine aus Aarau|Basel|Bern|Olten|Luzern|Vaduz

Stadt-Theater

Alben im Abo

Helvetia Park

Keine einzelne Bühne, sondern gleich die ganze Stadt Basel wird im Juni facettenreich bespielt. Verschiedene freie Performancegruppen aus dem In- und Ausland laden zu besonderen Stadtführungen ein und vermitteln so Einheimischen und Ortsunkundigen eine andere Optik des Stadtraums. Das Publikum wird Teil des Spiels und mit neuen Erkenntnissen zum Phänomen Stadt belohnt.

Das kleine Luzerner Label Goldon führt ein Musik-Abo namens «99Verleger». Die 99 Abonnenten (limitiert!) erhalten blindlings alle paar Monate eine Neuerscheinung aus dem erlesenen Sortiment und wählen zum Saisonschluss Lieblingsalbum und -song. Es buhlen um die Preissumme von 2000 Franken: Alvin Zealot, Count Gabba, Familie Sponti und Lallaby. Zur Preisverleihung spielen neben Genannten auch Venetus Flos (Bild), Goldons jüngster Zuzug.

Elf Jahrmarktstände laden dazu ein, sich mit den Berührungspunkten und Reibungsflächen verschiedener Kulturverständnisse auseinanderzusetzen, und bieten Gelegenheit, über die eigenen Erwartungen an «die Kultur» nachzudenken. Das Forum Schlossplatz und das Stadtmuseum Schlössli Aarau präsentieren in der Alten Reithalle Aarau die Ausstellung «Helvetia Park», den Jahrmarkt der Kulturen.

Performancemarathon ZAP! Do, 9. bis Sa, 25. Juni, Kaserne Basel. Mehr Infos: www.kaserne-basel.ch

Saisonfinale 99 Verleger Freitag, 10. Juni, 20.30 Uhr, Schüür Luzern. Mehr Infos: www.schuur.ch

Helvetia Park Bis 31. Juli, Alte Reithalle Aarau. Mehr Infos: www.helvetiapark.ch

Zwanzig Jahre JugendArt Klee und Cobra

Alpsagen-Performance

Bei der 20. JugendArt in Olten präsentieren vom 12. bis 19. Juni dreissig Frauen und Männer zwischen 13 und 26 Jahren ihre Werke. Ihre Bilder, Fotos und Skulpturen sind auf Lokale in der ganzen Stadt verteilt. Zum 20. Geburi erhält die JugendArt ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Vernissage und Brunch, Lesung, Slam, Party und Filmnacht.

Es ist Kultur im Kuhstall! Drei Künstlerinnen werden im Juni im Rahmen des internationalen Erzählkunstfestivals des Schlosses Werdenberg für ungewohnte, aber spannende Perspektiven sorgen. Caroline Capiaghi, Niki Schawalder und Kornelia Bruggmann geben altbekannten Sagen aus dem Alpenraum eine völlig neue Dynamik. Mit Erzählung, Video, Gesang und Klang entsteht eine Alpsagen-Performance in einer einmaligen Atmosphäre, denn der Kuhstall lebt mit.

Jugendart 12. bis 19. Juni, Stadt Olten. Mehr Infos: www.jugendart.ch

Auf den ersten Blick gibt es wenig Gemeinsamkeiten zwischen Paul Klee und der Pariser Gruppe «Cobra»: Hier der poetisch-ironische Klee, da die Maler der Cobra, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg den direkten Ausdruck suchten. Doch die Faszination für den kindlichen Ausdruck schafft eine Verbindung. Das Zentrum Paul Klee thematisiert diese in der neuen Ausstellung. Klee und Cobra – ein Kinderspiel Bis 4. August, Zentrum Paul Klee Bern. Mehr Infos: www.paulkleezentrum.ch

Erzählkunstfestival. 24. – 26. Juni, Schloss Werdenberg. Videosagen. 25. Juni, 19 – 21 Uhr, Kuhstall Schwendener, Buchs. Mehr Infos: www.schloss-werdenberg.ch

Zusammen mit «Saiten» bilden diese unabhängigen Kulturmagazine die gemeinsame Werbeplattform «Kulturpool» und erreichen gemeinsam eine Auflage von über 200’000 Exemplaren. www.kulturpool.biz


05.–10.06. kalender Die Türken in Wien. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 11:30 Uhr Führung durch das Museum. Gratisführung. Appenzeller Volkskunde-Museum Stein, 14 Uhr Gestalterischer Vorkurs. Jugendliche zeigen ihre Arbeiten aus dem Vorbereitungsjahr. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 10 Uhr Ludwig Demarmels. Führung. Atelier-Galerie Demarmels Romanshorn, 14 Uhr Reto Boller. Führung.Kunst(Zeug) Haus Rapperswil, 11:15 Uhr Richard Phillips entdeckt Adolf Dietrich. Führung. Kunstmuseum Thurgau Warth, 15 Uhr Rudolf Steiner und Otto Rietmann. Führung. Museum Liner Appenzell, 14 Uhr Studio Mumbai. Vernissage. Sitterwerk St.Gallen, 14 Uhr Utopian Structure – New Existentialism Part 3. Führung. Alte Fabrik Rapperswil, 14 Uhr Vom weissen Gold – ein Stück Textilgeschichte. Thematische Stadtführung. Treffpunkt Tourist Information. Textilmuseum St.Gallen, 14 Uhr Wie die Erde zu ihrem grünen Kleid kam. Führung. Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, 11:30 Uhr LITErATUr Lied am Sonntag «Soiree». Portrait einer Unbekannten. Tonhalle St.Gallen, 19 Uhr VorTrAG Die Samurai. Ein Jahrtausend der Schwertherrschaft. Mit Josua Bizozzero und Jeanne Egloff. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr KINDEr Die Klarinette und das Buch der Träume. Ein «ohrwurm»Kinderkonzert. Kulturzentrum am Münster Konstanz, 11:15 Uhr Die Klarinette und das Buch der Träume. Ein «ohrwurm»Kinderkonzert. Kulturzentrum am Münster Konstanz, 15 Uhr DIVErSES Dorfkönige und Dorforiginale. Führung mit Peter Eggenberger. Bahnhofplatz Walzenhausen, 10:30 Uhr Matinee. Schauspieldirektor Tim Kramer hält Saisonrückblick. Lokremise St.Gallen, 11 Uhr

MO

06.06

KoNZErT I Quattro. Vier Schweizer Tenöre. Casino Herisau, 20 Uhr FILM The Hunter. Teheran: Ein Mann verliert Frau und Kind bei einer Demonstration. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr THEATEr Die Fledermaus. operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

TANZ Tanz ist Festival. Research für professionelle Tanzschaffende. Spielboden Dornbirn, 10:30 Uhr LITErATUr Ausgepowert – Das Ende des Ölzeitalters als Chance. Marcel Hänggi präsentiert sein neues Buch «Ausgepowert». Katharinen St.Gallen, 19:30 Uhr Dichtungsring St.Gallen Nr. 58. Lesebühne. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

DI

07.06

KoNZErT C. Gibbs. Sehnsuchtslieder im Wohnzimmerformat. Restaurant Schlössli Appenzell, 20 Uhr We are scientists. Schmissige Songs mit epischen Texten. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr FILM Armadillo. Junge Dänen im Kriegseinsatz in Afghanistan. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Bitter Moon. Bizzare und leidenschaftliche Beziehungen. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr Boggsen. Lesenundschreiben. Der Film. Hauptpost St.Gallen, 19 Uhr La Tête en friche. Hilfsarbeiter Germain entdeckt die Liebe zur Literatur. Kino Modern Romanshorn, 20:15 Uhr Peindre ou faire l’amour. Als ein Ehepaar aufs Land zieht, kommt Schwung ins Liebesleben. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Potiche. Französische Komödie mit Catherine Deneuve. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr THEATEr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 10, 18 Uhr Il barbiere di Siviglia. oper von Gioachino Rossini. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Mord auf dem Säntis. Kammeroper. Säntis-Schwebebahn Schwägalp, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr TANZ Tanz ist Festival. Research für professionelle Tanzschaffende. Spielboden Dornbirn, 10:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Fausto Melotti. Führung mit Martina Pfister. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Gestalterischer Vorkurs. Jugendliche zeigen ihre Arbeiten aus dem Vorbereitungsjahr. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 10 Uhr Vom Munot zum Rheinfall. Führung mit Madeleine Ducret. Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, 12:30 Uhr Zuhause auf der Strasse. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr

VorTrAG Wein, Weib und Literatur. Infostelle Frau+Arbeit. Weinkeller Felsenburg Weinfelden, 19 Uhr Wiedersehen im Bregenz. Mit Martin Beck, Künstler, New York, Wien. Kunsthaus Bregenz, 18 Uhr KINDEr Erzählstunde auf Französisch. Ab 2 Jahren mit Elodie Tassin. Freihandbibliothek St.Gallen, 16 Uhr Kasper und der schiefe Hühnerstall. Tokkel-Bühne-Figurentheater. Amriswil, 16 Uhr

MI

08.06

KoNZErT C. Gibbs. Sehnsuchtslieder im Wohnzimmerformat. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Crystal Stilts. Fantastischer Minimal Punk aus den USA. Palace St.Gallen, 21:30 Uhr Lenzinpromenade. Brüder Lenzin & Kariin Streule. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Musikkollegium Winterthur. Brett Dean Pastoral Symphony. Stadthaus Winterthur, 19:45 Uhr Skinny Jim & The Number 9 Blacktops. Hot Rod Rockabilly aus den USA. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr FILM Die Käsemacher. Die Schweizer Alpöhis sind zunehmend Ausländer. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr La Tête en friche. Hilfsarbeiter Germain entdeckt die Liebe zur Literatur. Kino Modern Romanshorn, 20:15 Uhr The Apartment. Baxters (Jack Lemmon) Apartment ist ein Liebesnest. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr THEATEr Alcina. oper von Georg Friedrich Händel. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr An der grossen Strasse. Dramatisches Gedicht von Anton Tschechow. Theater am Kornmarkt Bregenz, 20 Uhr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 10 Uhr Die Kameliendame. Nach Alexandre Dumas. Mit Musik von Giuseppe Verdi. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr TANZ Tanz ist Festival. Research für professionelle Tanzschaffende. Spielboden Dornbirn, 10:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Alles wird besser. Führung. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 18:30 Uhr Der Steinbock – ein wunderlich, verwegenes Thier. Mittagstreff. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr

57 SAITEN 06.11

Dolcissimo. Führung. GasometerTurm Triesen, 18 Uhr Markt-Kunst. Führung mit Annelies Debrunner. Markt in St.Gallen, 09 Uhr Tingatinga - Malerei aus Tansania. Vernissage. Ausstellung im Rahmen der Afro-Pfingsten. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr LITErATUr Lachen ist gesund. Dialektgeschichten mit Peter Eggenberger. Kursaal Heiden, 20 Uhr KINDEr Eine Ameise kommt selten allein. Museum für Kinder von 6 bis 9 Jahren. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 10:30 Uhr Erzählstunde auf Spanisch. Mit Cocó Céspedes. Freihandbibliothek St.Gallen, 16 Uhr Funkeldunkel Lichtgedicht. Stück für Kinder ab 2 Jahren. Saal am Lindenplatz Schaan, 16 Uhr Kasper und der schiefe Hühnerstall. Tokkel-Bühne-Figurentheater. Amriswil, 16 Uhr Märchen im Museum. «Heidi – ihre Welt sind die Berge.» Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr DIVErSES Afrika in weiter Ferne so nah. Theatergespräch zur Spielzeit 2011/12. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Stadtwanderung. «Was unsere Vorfahren über die Moslems wussten».Treffpunkt beim Gallusplatz, mit Walter Frei. St.Gallen, 18 Uhr

DO

09.06

KoNZErT Crystal Stilts. Minimal Punk. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Kammermusik. Delaja Niederhäuser und Duri Collenberg. Rathaus Weinfelden, 19:30 Uhr Laus. Ein kleines Konzert. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Phraseland. Klassisch psychedelischer Rock der Siebziger. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Vocale Neuburg. Grenzen zwischen Musikern und Zuhörern auflösen. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr CLUBBING/PArTY Gare.Tango. Nicht nur für Tänzer. Gare de Lion Wil, 20 Uhr Semesterendparty. mit DJ Lindar. Krempel Buchs, 20:30 Uhr FILM Bouton. Die junge Schauspielerin Johana begegnet ihrer Krankheit mit Humor und Lebenslust. Regisseur Res Balzli ist anwesend. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Kirgistan Special: Djamila. Kulinarische Entdeckungsreise und die «schönste Liebesgeschichte aller Zeiten». Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr The Hunter. Teheran: Ein Mann verliert Frau und Kind bei einer Demonstration. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Yona Friedman. Animationsfilme. Kunsthaus Bregenz, 20 Uhr

THEATEr Achterbahn. Emotionale Bergund Talfahrt. Stück von Eric Assous. Schloss Seeheim Konstanz, 20 Uhr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Die Fledermaus. operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr TANZ Tanz ist Festival. Research für professionelle Tanzschaffende. Spielboden Dornbirn, 10:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Blue Curry / Monica Ursina Jäger. Finissage mit Vortrag von Aurel Schmidt. Nextex St.Gallen, 19:30 Uhr Handwerker im Museum. Der Sennensattler Hampi Fässler. Museum Appenzell, 14 Uhr Reisen. Vernissage. Kunst Kiosk St.Gallen, 17 Uhr So machen wir es. Direktorenführung mit Yilmaz Dziewior. Kunsthaus Bregenz, 19 Uhr Welttheater. Führung mit Friedemann Malsch. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 18 Uhr LITErATUr Alissa Walser – «Immer ich». Autorenlesung. K9 Konstanz, 20:30 Uhr Autorenwettbewerb. Szenische Lesungen. Lokremise St.Gallen, 19 Uhr Volker Braun – Gedichte. Lyrik im Bodman-Haus Gottlieben, 20 Uhr VorTrAG 5. Ostschweizer Generationentagung. «Heimat, Quartier, vier Wände – ein Leben lang». Hotel Thurgauerhof Weinfelden, 13:30 Uhr KINDEr Erzählstunde auf Albanisch. Für Kinder. Freihandbibliothek St.Gallen, 17 Uhr Funkeldunkel Lichtgedicht. Stück für Kinder ab 2 Jahren. Saal am Lindenplatz Schaan, 10 Uhr TülliKnülliFülli. Eine DreiSchweinchen-Geschichte. Ab 5 Jahren. Stadttheater Konstanz, 10 Uhr DIVErSES Afro-Pfingsten Festival. Mit Konzerten, Markt, Workshops, Filmfest, Lesungen und kulinarischen Reisen. Winterthur, 10 Uhr

FR

10.06

KoNZErT 3. Mittagskonzert. Klang voller Genuss. Tonhalle St.Gallen, 12:15 Uhr Afro-Pfingsten Festival. Roots & Reggae mit Julian Marley, Inner Circle, Culture feat. Kenyatta Hill. Sulzerareal Winterthur, 19 Uhr


kalender 10.–13.06. Black Strobe. Auch da: The Clowns und Sexomodular. Holy Ghost Festival. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Gion Stump Trio. Akustisch, Pop, Psychedelic. Jazzclub G St.Gallen, 21 Uhr Hazmat Modine. Blues, Rocksteady, Jazz und Bluegrass. Kammgarn Hard, Vorarlberg, 20:30 Uhr Inish. Traditionelle irische Musik. Restaurant Hörnli Kreuzlingen, 20 Uhr Ittinger Pfingstkonzerte. Künstlerischen Leitung: András Schiff und Heinz Holliger. Kartause Ittingen Warth, 19 Uhr Jamsession. Mit ausgewählten St.Galler Musikern. Jazzclub G St.Gallen, 22:30 Uhr Molotov. Mexikanischer Crossover. Gare de Lion Wil, 21:30 Uhr Sound of Cinema. Peter Sutter mit Digitalpiano und Leinwand. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr The Wright Thing. Musiker aus aller Welt. Jazzclub Rorschach Rorschach, 21 Uhr Vorbereitungskonzert Eidg. Musikfest. Mit den Musikvereinen Weinfelden, Märstetten und Hugelshofen. Mehrzweckhalle Weitsicht Märstetten, 20 Uhr Clubbing/Party Tango Argentino. Milonga – Tanznacht. Club Tango Almacén St.Gallen, 21:30 Uhr Film Ohne Limit. Ein Schriftsteller tuned sein Gehirn mit Drogen. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Pas sur la bouche. Musikfilm über das Pariser Partyleben in den Zwanzigerjahren. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 19 Uhr The Iceland Dance Company. Film und live Tanz-Produktion. Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 19:45 Uhr Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr Theater Achterbahn. Emotionale ­­ Berg- und Talfahrt. Stück von Eric Assous. Schloss Seeheim Konstanz, 20 Uhr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 10/18 Uhr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Die Kameliendame. Nach Alexandre Dumas. Mit Musik von Giuseppe Verdi. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Die Zauberflöte. Marionettenoper. Wolfgang Amadeus Mozart. Lindauer Marionettenoper Lindau, 19:30 Uhr Julius Cäsar. Tragödie von William Shakespeare. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Misery. Von Simon Moore nach dem Roman von Stephen King. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr

Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr Kabarett Aus der Lachtruhe. Kurzspiele, um den Alltag zu vergessen. Theater am Saumarkt Feldkirch, 19:30 Uhr Gabriel Vetter. «Menschsein ist heilbar». Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Tanz Artemotio. «Schatten». Zeitgenössisches Tanztheater. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Tanz ist Festival. Research für professionelle Tanzschaffende. Spielboden Dornbirn, 10:30 Uhr The Iceland Dance Company. «The Swan». Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Kunst/Ausstellungen Azwo11. Vernissage. Lokremise Buchs, 19 Uhr Habensidigutiunpaltensi. Kindergartenkinder stellen aus. RABBar Trogen, 17 Uhr Junges Design 5. Premiere. Der Nachwuchs stellt sich vor. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 19:30 Uhr Öffentliche Führung. Durch das Museum Appenzell, 14 Uhr Stickerin in Tracht. Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr Tanz mit Bruce Nr. 3. Führung. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Vortrag Kunst und Gesellschaft. Nachmittagsseminar zur Ausstellungen Ai Weiwei und Alexander Rodtschenko. Fotomuseum Winterthur, 16 Uhr Diverses Afro-Pfingsten Festival. Mit Konzerten, Markt, Workshops, Filmfest, Lesungen und kulinarischen Reisen. Winterthur, 10 Uhr Monatsgast: Metropolis. Soziologin Monika Kritzmöller und Kulturwissenschaftler Peter Röllin. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr

SA

11.06

Konzert 7. Domorgelkonzert. Javier ­Artigas, Murcia. Werke von Antonio de Cabezon, Bach, Gaetano Donizetti. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr Afro-Pfingsten Festival. Global Night mit Papa Wemba, Sergent Garcia, Khaled, The Faranas und Thione Seck. Sulzerareal Winterthur, 19 Uhr Balkan Karavan. Balkan Beats. Jazzclub G St.Gallen, 22 Uhr BBQ & Bluegrass Mörschwil. Akustik-Musik-Festival. Mörschwil, 19 Uhr Dampfmaschine. Ausserdem Bitch Queens und Dirty Blondes. Holy Ghost Festival. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Das Pferd. Diskomonster-Duo aus Basel. Krempel Buchs, 22:30 Uhr Goldbarne. Akustisch minimalistischer Folk-Rock. Stickerei Café Bar St.Gallen, 22 Uhr Intronaut. Progressive Sludge und Heavy Stoner aus den USA. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr

Ittinger Pfingstkonzerte. ­Künstlerischen Leitung: András Schiff und Heinz Holliger. Kartause Ittingen Warth, 10:30 / 19 Uhr Julie’s Haircut. Experimental psychedelic Rock aus Sassuolo. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr Kollektiv Turmstrasse. Musik des Produzentenduos Christian ­Hilscher und Nico Plagemann. Kugl St.Gallen, 23 Uhr Open Är Vögelipark. Das Abschiedsfestival von Urs C. Eigenmann. Vögelipark Flawil, 11 Uhr Open See 2011. Regio Band Open Air direkt am See. Kulturladen Konstanz, 18 Uhr The Burning Hell. Kanadische Indiefolk-Band und die AntifolkSinger-Songwriterin Phoebe Kreutz. Viertel Bar Trogen, 20 Uhr

Tanz Artemotio. «Schatten». Zeitgenössisches Tanztheater. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr The Iceland Dance Company. «The Swan». Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

Clubbing/Party Open See 2011. After Show Rock Party. Kulturladen Konstanz, 23:30 Uhr Rasafari 2011 Afterparty. Radio Rasa feiert. Tap Tab und Kammgarn Schaffhausen, 23 Uhr

Kinder Erzählstunde auf Italienisch. Ab 3 J. Mit Rossella Ill, Rita Dellachà und Gabriella Macrì. Freihandbibliothek St.Gallen, 10 Uhr Kinderkunst. Kunstvermittlung für Kinder von 5 bis 10 Jahren. Kunsthaus Bregenz, 10 Uhr

Film Die Käsemacher. Die Schweizer Alpöhis sind zunehmend Ausländer. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 17 Uhr Irma la Douce. Polizist (Jack Lemmon) verliebt sich in Pariser Prostituierte. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr Ohne Limit. Ein Schriftsteller tuned sein Gehirn mit Drogen. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Pina. Ein Tanzfilm für Pina Bausch von Wim Wenders. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr The Iceland Dance Company. Film und live Tanz-Produktion. Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 19:45 Uhr The Hunter. Teheran: Ein Mann verliert Frau und Kind bei einer Demonstration. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 19:15 Uhr Theater Achterbahn. Emotionale Bergund Talfahrt. Stück von Eric Assous. Schloss Seeheim Konstanz, 20 Uhr An der grossen Strasse. ­Dramatisches Gedicht von Anton Tschechow. Theater am Kornmarkt Bregenz, 20 Uhr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Carmen. Georges Bizet mit Puppen. Lindauer Marionettenoper Lindau, 19:30 Uhr Il barbiere di Siviglia. Oper von Gioachino Rossini. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr Kabarett Helvetia Mystic Show. In höllischem Tempo durch ein Dutzend Schweizer Sagen. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Von Fischer un syner Fru. Manifest der Kommunistischen Partei. Stadttheater Konstanz, 21:30 Uhr

Kunst/Ausstellungen Armin Wieland. Vernissage. Galerie Alte Schmiede Büsingen, 17 Uhr Junges Design 5. Der Nachwuchs stellt sich vor. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 14 Uhr Markt-Kunst. Führung mit Annelies Debrunner. Markt in St.Gallen, 09 Uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus Bregenz, 14 Uhr

Diverses Afro-Pfingsten Festival. Mit Konzerten, Markt, Workshops, Filmfest, Lesungen und kulinarischen Reisen. Winterthur, 10 Uhr Tanz im Park. 2011. Stadtpark St.Gallen, 13 Uhr Tattoo-Legende Herbert Hoffmann. Bruno Schneiter im Gespräch mit René Schmalz. Kursaal Heiden, 19 Uhr

SO

12.06

Konzert Afro-Pfingsten Festival. Café au Lait, Hossam Ramzy und Vieux Farka Touré. Sulzerareal Winterthur, 13:30 Uhr Afro-Pfingsten Festival. Women Voices. Mit Diana King, Nneka, Oumou Sangaré etc. ­Sulzerareal Winterthur, 19 Uhr Forellenquintett. Klassische ­Kammermusik. Mozar und Schubert. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 Uhr Ittinger Pfingstkonzerte. ­Künstlerischen Leitung: András Schiff und Heinz Holliger. Kartause Ittingen Warth, 10:30 / 18 / 22:15 Uhr Junge Musiktalente. Konzert mit Brunch. Schloss Werdenberg, 11 Uhr Kultur pur. Rorschacher Zupfensemble. Pavillon am See Rorschach, 11:30 Uhr Matinée zu Pfingsten. Musik von J.S. Bach, W.A. Mozart u.a. Stadtkirche Diessenhofen, 11:15 Uhr Podium 2011. Konzertreihe für junge Musiker/innen. Rathaus-Saal Vaduz, 11 Uhr

Bouton. Die junge Schauspielerin Johana begegnet ihrer Krankheit mit Humor und Lebenslust. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 16:45 Uhr Les herbes folles. Skurrile Liebesgeschichte von Altmeister Alain Resnais. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr Potiche. Französische Komödie mit Catherine Deneuve. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Rio. Schräges Abenteuer mit Blu dem Ara. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Theater Schwanensee. Marionettenoper. Piotr Iljitsch Tschaikowski. Lindauer Marionettenoper Lindau, 16 Uhr Tanz Labor Gras.Com Production. «Rückwärts». Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Kunst/Ausstellungen Ai Weiwei – Interlacing. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11:30 Uhr Andreas M. Kaufmann – «Sinn – Maschine». Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr Appenzeller Gärten. Führung. Museum Herisau, 11 Uhr Extending Perception. Robert Mangold’s Paintings. Vernissage. Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 11:30 Uhr Fabian Marti. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 11:30 Uhr Junges Design 5. Der Nachwuchs stellt sich vor. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 14 Uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr Utopian Structure – New Existentialism Part 3. Führung. Alte Fabrik Rapperswil, 14 Uhr Literatur Lesung mit Mitra Devi. Die Krimiautorin liest aus «Seelensplitter» und «Giftige Genossen» Hotel Hof Weissbad, 20:30 Uhr Kinder Kindervisite. Familienführung durch die Medizinausstellung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Diverses Afro-Pfingsten Festival. Mit Markt, Workshops, Filmfest, Lesungen und kulinarischen Reisen. Winterthur, 10 Uhr Afro-Pfingsten Festival. Workshops für Tanz, Perkussion, Singen und Afrikanische Küche. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr

MO

13.06

Clubbing/Party Balkan Tanzball. Musik mit Sedjanka & Tanz mit Corinne Bühler Miskovic. Schloss Glarisegg Steckborn, 20 Uhr

Konzert Frühschoppenkonzert. Mit der Swiss German Dixie Corporation. Ermatingen, 11:03 Uhr Ittinger Pfingstkonzerte. Künstlerischen Leitung: András Schiff und Heinz Holliger. Kartause Ittingen Warth, 11:30 Uhr

Film Avanti! Jack Lemmon lernt in Italien die Liebe kennen. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:45 Uhr

Film Faut que ça danse! Freuden und Leiden einer Pariser Familie. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20 Uhr

58 SAITEN 06.11


13.–16.06. kalender

Die Schneiderin Gardi Hutter im Theater St.Gallen Es sind die bretter des Schneidertisches, die ihr die Welt bedeuten. Ein blick durchs Knopfloch genügt: Erzählstoff gibts in ballen. Gardi hutter richtet mit der grossen Schere an: Wie immer wird weder an boshaftigkeit noch an Unglück gespart. Sie lässt die Schneiderpuppen tanzen. Im Nähkästchen tun sich Abgründe auf. bei so vielen Spulen kann sogar das Schicksal den Faden verlieren. Gardi hutter und Michael Vogel (Familie Flöz) erschaffen ein Theaterstück über die Endlichkeit des Seins und die Unendlichkeit des Spiels ausserhalb der zeit.

Sound-Paintings mit vielen Köchen

Reise zu Valie Export und Friederike Mayröcker

Afoxe bis Candombe

Helen Davey und Ferdi Rauber im Kultbau

«Handlungsreisender in Sachen Kunst» in Heiden

Die Grupo Jacaranda präsentiert einen bunten Strauss lateinamerikanischer Melodien und Rhythmen. Milonga, baião, Rumba Flamenca, Afro-bolero, Latin/brasil Jazz, Chorinhos, bossa Nova, Mambo, Afoxe, Malambo, Cancion Festejo, Rumba, Candombe und Chacarera sind die zutaten dieser Stilmelange. Ein Feuerwerk von Melodien, energischer Rhythmen und romantischer Soloausflüge. Musik zum intensiv hören, Abtauchen und Ergründen.

Die Australierin helen Davey und der Toggenburger Naturtonmusiker Ferdi Rauber brauen im Kultbau aus Geschichten und Anregungen des Publikums einen Cocktail ihrer Sound-Paintings. Neben ungeräucherten Stimmbändern, 400 Gramm Aufrichtigkeit und einer Prise Schalk braucht es nur noch die geöffneten ohren der zuhörerinnen und zuhörer. Donnerstag, 16. Juni, 20 Uhr, Kultbau St.Gallen. Mehr Infos: www.kultbau.org

Montag, 13. Juni, 19.30 Uhr, Theater St.Gallen. Mehr Infos: www.theatersg.ch

Der «handlungsreisende in Sachen Kunst», René Schmalz, reist mit der blackbox der Aktionskünstlerin Valie Export (einer leeren Kartonschachtel) und mit der blackbox der Schriftstellerin Friederike Mayröcker (einem behältnis mit einem Tonbandgerät) nach Wien. Er trifft auf prominente Vertreterinnen und Vertreter des Kunstbetriebs. Mit einer handkamera beobachtete der Videokünstler Raphael zürcher die Erlebnisse und Gespräche und verdichtete sie zu einer filmischen Reise, die einen zu den Fragen nach dem Umgang mit eigenen Wertvorstellungen und bedürfnissen führt.

Grupo Jacaranda in Arbon

Freitag, 17. Juni, 20.30 Uhr, Kultur Cinema Arbon. Mehr Infos: www.kulturcinema.ch

Donnerstag, 16. Juni, 20 Uhr, Kino Rosental Heiden. Mehr Infos: www.kino-heiden.ch

Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 17:45 Uhr ThEATEr Die Zauberflöte. Marionettenoper. Wolfgang Amadeus Mozart. Lindauer Marionettenoper Lindau, 16 Uhr Mord auf dem Säntis. Kammeroper. Säntis-Schwebebahn Schwägalp, 20 Uhr Nkhata Bay. Vier Schauspieler kurz vor der Reise zum Theatergastspiel in Malawi. Archäologisches Landesmuseum Konstanz, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr KAbArETT Gardi Hutter. «Die Schneiderin». Theater St.Gallen, 19:30 Uhr TANz Artemotio. «Schatten». zeitgenössisches Tanztheater. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr DIVErSES Afro-Pfingsten Festival. Workshops für Tanz, Perkussion, Singen und Afrikanische Küche. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr

DI

14.06

KoNzErT Bandista. 7-köpfige band aus Istanbul. Kulturladen Konstanz, 21:30 Uhr FILM Armadillo. Junge Dänen im Kriegseinsatz in Afghanistan. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Ohne Limit. Ein Schriftsteller tuned sein Gehirn mit Drogen. Kino Rosental heiden, 20:15 Uhr

Russlands Wildnis. Natur auf der grossen Kinoleinwand. Kino Modern Romanshorn, 20 Uhr The English Patient. Epische Verfilmung von Michael ondaatjes Roman. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr The Hunter. Teheran: Ein Mann verliert Frau und Kind bei einer Demonstration. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr ThEATEr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Lola Blau. Musical von Georg Kreisler. Salomon Sulzer Saal hohenems, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Alexander Rodtschenko. bildfokus am Mittag mit Natalie Madani. Fotomuseum Winterthur, 12:15 Uhr Bild / Objekt. Führung mit harry Klewitz. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Famed. Führung. Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr La vie en rose. Vernissage. Kunstgalerie Freudenhaus bischofszell, 17:15 Uhr VorTrAG Bodenfruchtbarkeit & Gründüngung. Rundgang durch den Museumsgarten zum Jahresthema. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 19:30 Uhr DIVErSES Frauentag. Mit buffet und Rahmenprogramm. Altes Kino Mels, 18 Uhr

MI

15.06

KoNzErT Duo «Gad Ase». Europäische Volksmusik. Quimby-huus St.Gallen, 15 Uhr Prem Joshua & Band. Westliche und fernöstliche Mystik. Kino Theater Madlen heerbrugg, 20 Uhr Zucchero. Mit seinem aktuellen Album «Chocabeck». Dornbirner Messe, 20 Uhr CLUbbING/PArTy Vollmondbar. barbetrieb. Kulturforum Amriswil, 19 Uhr FILM Biofilme von Ella Esque. TanzVideoclips. Spielboden Dornbirn, 19:45 Uhr Bouton. Die junge Schauspielerin Johana begegnet ihrer Krankheit mit humor und Lebenslust. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Faut que ça danse! Freuden und Leiden einer Pariser Familie. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Russlands Wildnis. Natur auf der grossen Kinoleinwand. Kino Modern Romanshorn, 20 Uhr ThEATEr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Schwanensee. Marionettenoper. Piotr Iljitsch Tschaikowski. Lindauer Marionettenoper Lindau, 19:30 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr TANz Liquid Loft / Chris Haring. «Talking head». Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

59 SAITEN 06.11

MUSICAL Lola Blau. Georg Kreislers EinFrau-Musical. Theater am Kornmarkt bregenz, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Alles wird besser. Führung. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 18:30 Uhr Florian Jacot – Couchzone. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr Die Türken in Wien. Führung. Jüdisches Museum hohenems, 18 Uhr Hedwig-Scherrer. Führung. historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Otto Adam – «See und Süden». Führung. Städtische WessenbergGalerie Konstanz, 15 Uhr LITErATUr Vollmondlesung. Lisa Tralci liest «Wechselfälle». Dorfplatz oder bibliothek Speicher, 20:30 Uhr VorTrAG Der Steinbock – ein wunderlich, verwegenes Tier. Referent Flurin Filli (Schweizerischer Nationalpark, zernez). Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr Was bleibt von Rudolf Steiner? Referent Marcus Schneider. oberstufenzentrum Reutenen Frauenfeld, 19:30 Uhr KINDEr Film zum lachen, träumen und fürchten. Filmclub für Kinder. Schlosskino Rapperswil, 14:30 Uhr Geschichtenzeit. Mundart. Für Kinder von 2 – 6 J. Freihandbibliothek St.Gallen, 14:15 Uhr Zauberlaterne. Filmclub für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr DIVErSES Niklaus Brantschen, Zen Meister. Im Gespräch mit Werner Frei. offene Kirche St.Gallen, 19:30 Uhr

DO

16.06

KoNzErT Ensemble TaG. «Rhythmus – im Fluss der zeit». Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Jazz und Wöscht. Abschlussspecial. Kugl St.Gallen, 21 Uhr Liebestage, Erdennächte. Songs und Geschichten. Kaffeehaus St.Gallen, 20:30 Uhr Rocky Roccoco – Sonus Brass Esemble. Musik von Monteverdi, Prätorius, händel, bach. Pförtnerhaus Feldkirch, 10:30 Uhr Songs and Stories that go Ding! Die Australierin helen Davey und der Toggenburger Ferdi Rauber. Kultbau St.Gallen, 20 Uhr Superhorn. Suzanne Vega bis Stevie Wonder in Jazz. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr CLUbbING/PArTy Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr FILM Biofilme von Ella Esque. Tanz-Videoclips. Spielboden Dornbirn, 19:45 Uhr Handlungsreisender in Sachen Kunst. Premiere. Ein Roadmovie von Raphael zürcher und René Schmalz. Kino Rosental heiden, 20 Uhr La Tête en friche. hilfsarbeiter Germain entdeckt die Liebe zur Literatur. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Waste Land. Eine Müllkippe in Rio wird Schauplatz eines Kunstprojekts. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr Weltuntergang im Welttheater – Einsiedeln spielt verrückt. Film über das Welttheater 2000. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 20 Uhr


16.–18.03. kalender

Auffliegende Tauben

Ein Russ im Bergell

Leichtigkeit und Achtsamkeit

Arbeitslose und Gauner

Melinda Nadj Abonji und Balts Nill in Herisau

Alpingeschichte in Mogelsberg

Dancing Yoga und Butoh in St.Gallen

Jugendtheater-Tage in Flawil

Sie waren eine der seltsamsten und tragischsten Seilschaften der Alpingeschichte: der Bergführer Christian Klucker aus dem Fextal und der russische Baron Anton von Rydzewski aus Dresden. In den Jahren 1891 bis 1900 führten sie in den Bergeller Bergen unzählige Touren und Erstbesteigungen durch, obwohl ihre Beziehung von Anfang an von gegenseitigem Misstrauen, von Missverständnissen, Zänkereien und Beleidigungen geprägt war. Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, verbanden sich durch das Seil mit einem gemeinsamen Ziel. Erzähltheater mit Gian Rupf, René Schnoz, hans hassler (Musik).

Die Pädagogin und Tänzerin Susanne Daeppen führt im Workshop «Body & Soullandscapes» in die Kunst des Dancing yogas und Butoh-Tanzes ein. Ersteres ist ein fliessendes yoga mit hatha-yoga-Ursprung, das Leichtigkeit, Transparenz und eine tiefe Atmung bewirkt. Butoh-Tanz wiederum bedeutet meditatives Eintauchen in Körper- und Seelenlandschaften, welches durch Langsamkeit und Achtsamkeit zu einer authentischen Art des Tanzens führt.

Nicht nur das Flawiler Jugendbandfestival findet zum letzten Mal statt, auch die Jugendtheater-Tage will nach Urs C. Eigenmanns Pensionierung niemand weiterführen. Also, heisst es zum letzten Mal Vorhang auf für die Talente. Die Theatergruppe Drama Queens spielt die Kabarett-Show «Der Nächste bitte» (24. Juni), eine Revue über Jobcenter und deren Kunden. Am Tag darauf spielt die Gruppe Slash dot com (siehe Bild) die Gaunerkomödie «Ein genial verrückter Coup».

Samstag, 18. Juni, 10–12 Uhr (Yoga), 13–16 Uhr (Butoh), Sonntag, 19. Juni, 10–12 Uhr (Yoga), 13–16 Uhr (Butoh), Theatertanzschule St.Gallen. Mehr Infos/Anmeldung: www.dakini-dance.ch

Freitag, 24. Juni, Samstag, 25. Juni, jeweils 19 Uhr, Lindensaal Flawil.

Vor einigen Jahren stiess Balts Nill auf einen Prosatext, dessen Ton ihn sofort ansprach. Er machte die ihm völlig unbekannte Autorin ausfindig und wunderte sich ein zweites Mal: hinter dieser so meisterhaft gesetzten Prosa steckte eine Stimme, und in dieser Stimme schwang etwas mit, das weit über die Sprache hinausging. Im März 2010 entschliessen sich Melinda Nadj Abonji und Balts Nill zu einem musikalischen Experiment: Die Musik begleitet nicht einfach den Text «Tauben fliegen auf», sondern bricht ihn vielmehr auf und legt seine musikalischen Schichten frei. Freitag, 17. Juni, 20.30 Uhr, Altes Zeughaus Herisau. Mehr Infos: www.kulturisdorf.ch

ThEATEr An der grossen Strasse. Dramatisches Gedicht von Anton Tschechow. Theater am Kornmarkt Bregenz, 20 Uhr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von Gernot und Giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Die Fledermaus. MarionettenOper. Johann Strauss. Lindauer Marionettenoper Lindau, 19:30 Uhr Quatemberkinder. Im Garten. Nach Tim Krohn. Eigenproduktion. Diogenes Theater Altstätten, 15 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr The Messenger. Zu Gast aus Malawi: Nanzikambe Arts, Blantyre. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr TANZ Liquid Loft / Chris Haring. «Talking head». Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr MUSICAL Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Albert Enzler / Johann Baptist Inauen. Führung. Museum Appenzell, 19:30 Uhr Auf dem Tisch. Vernissage. Galerie Z hard, 19:30 Uhr Handwerker im Museum. Die Goldstickerin Brigitte Lang. Museum Appenzell, 14 Uhr So machen wir es. Backstageführung. Kunsthaus Bregenz, 19 Uhr LITErATUr Buchstücke-Lesung. Buchvorstellungen im Fünf-Minuten-Takt. Kulturforum Amriswil, 20:15 Uhr

Samstag, 18. Juni, 20.15 Uhr, Rössli Mogelsberg. Mehr Infos: www.kultur-mogelsberg.ch

Frühschicht. Lesung mit Manfred heinrich. Gast: Walter Vogt. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Klaus Merz. Liest aus dem Lyrikband «Aus dem Staub». BodmanLiteraturhaus Gottlieben, 20 Uhr VOrTrAG Informationsabend. Zur Mittelschule, Sek-Vorbereitungsjahr, Zwischenjahr mit Praktikum. Ortega Schule St.Gallen, 19 Uhr KINDEr Um Himmels Willen, Ikarus!. Erzähltheater über alltägliche Konflikte von Vater und Sohn. Theater am Kirchplatz Schaan, 18 Uhr DIVErSES Stadtführung. «Wiborada». Mit Walter Frei. Kathedrale St.Gallen, 18 Uhr

FR

17.06

KONZErT Cantina Latina. Fiesta Latina. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Chick Peace. Rock, Funk und Blues aus St.Gallen. Jazzclub G St.Gallen, 21 Uhr Dance Free. Tanzen im rauch- und alkoholfreien Tanzraum. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Diknu Schneeberger Trio. The Spirit of Django, der Gipsy-JazzMeister. Theater am Kirchplatz Schaan, 20:09 Uhr Dodo Hug. «Jokerwoman». Kultur im Bären häggenschwil, 20:15 Uhr Eidgenössisches Musikfest. Die Schweizer Blasmusik zu Gast in St.Gallen, 18:30 Uhr Ensemble TaG. «Rhythmus – im Fluss der Zeit». Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Grupo Jacaranda. Lateinamerikanischer Melodien und Rhythmen. Kulturcinema Arbon, 20:30 Uhr

J.S.Bachstiftung. Kantate BWV 173 «erhöhtes fleisch und blut». Ev. Kirche Trogen, 19 Uhr Jamsession. Mit ausgewählten St.Galler Musikern. Jazzclub G St.Gallen, 22:30 Uhr Kultur pur. Kanti-Soulisten. Pavillon am See Rorschach, 19 Uhr Mangoexpress. Unplugged. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr Morblus. Amerikanischer Blues aus Italien. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr Pierrick and Friends. World Music and Afro Percussion. K9 Konstanz, 21 Uhr Prem Joshua & Band. Spirituelle Weltmusik. Schloss Glarisegg Steckborn, 20 Uhr CLUBBING/PArTy 5 Rhythmen Wave. Tanz mit Beatrice Fischer. Kultur-Werkstatt Wil, 20 Uhr Tango Argentino. Milonga Tanznacht. Club Tango Almacén St.Gallen, 21:30 Uhr Thirtylicious. Tanzen ab 30. Salzhaus Winterthur, 21:30 Uhr FILM La Tête en friche. hilfsarbeiter Germain entdeckt die Liebe zur Literatur. Kino Rosental heiden, 20:15 Uhr / Kinok in der Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr Tanguy. Eltern versuchen alles, um den Sohn aus der Wohnung zu ekeln. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 19 Uhr ThEATEr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Gertrud. Eine Frau zwischen drei Männern. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Liebe Liebe. Ein Theaterprojekt des Vorarlberger Landestheaters. Angelika-Kauffmann-Museum Schwarzenberg, 19:30 Uhr

61 SAITEN 06.11

Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr The Messenger. Zu Gast aus Malawi: Nanzikambe Arts, Blantyre. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Theater Motif «Heimat». Sieben Vorarlberger Autoren zum Thema heimat. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr Theatersport. Impronauten vs. Tiltanic. Vereinshaus Wängi, 20:15 Uhr KABArETT Aus der Lachtruhe. Kurzspiele, um den Alltag zu vergessen. Theater am Saumarkt Feldkirch, 19:30 Uhr Joachim Rittmeyer. «Lockstoff». Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Les trois Suisses. «herzverbrecher». Kulturforum Amriswil, 20:15 Uhr MUSICAL Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 Uhr Lola Blau. Georg Kreislers EinFrau-Musical. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Eckhard Schulze-Fielitz & Yona Friedman. Führung durch die Achsiedlung. Kunsthaus Bregenz, 17 Uhr Familien-Erb-Teil. Vernissage. Kunstraum Engländerbau Vaduz, 18 Uhr Junges Design 5. Der Nachwuchs stellt sich vor. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 14 Uhr Maturaprojektausstellung. Vernissage. Werdenberger Kleintheater fabriggli Buchs, 20 Uhr Öffentliche Führung. Durch das Museum Appenzell, 14 Uhr Podium Nr. 2. Vernissage. Oxyd Kunsträume Winterthur, 18 Uhr Stickerin in Tracht. Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr

LITErATUr Melinda Nadji Abonji & Balts Nill. Zusammenspiel von Musik und Literatur. Altes Zeughaus herisau, 20:30 Uhr

SA

18.06

KONZErT 30 Jahre Jugendorchester Wil. Konzert und Festivitäten zum Jubiläum. Stadtsaal Wil, 18 Uhr 8. Domorgelkonzert. Werke von Georg Muffat, Andreas Willscher u.a. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr Descarga. Latin-Band. Schloss Dottenwil Wittenbach, 20 Uhr Dodo Hug. «Jokerwoman». Kultur im Bären häggenschwil, 20:15 Uhr Eidgenössisches Musikfest. Das grösste Blasmusikfest der Welt. St.Gallen, 10:30 Uhr International Hip Hop. Konzerte mit Lord Lhus, Savage Brothers, Kesh u.v.m. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Kultur pur. Tri Nguyen, Mena & Flo, Private Blend. Pavillon am See, Rorschach, 19 Uhr Namusoke. Konzert im Rahmen des «Kunstfestival Robinson». Kunst(Zeug)haus Rapperswil, 11 Uhr Musiksommer 2011. Rumänische Volks- und Zigeunermusik. Schloss Rapperswil, 19 Uhr Rockamweier. Gratis Openair. Mit Kids on Stage, Jar, Me and the rest, Strozzini u.v.m. Wil, 13:30 Uhr Sommerfest mit Blechmusik. Zentraleuropäischer Balkan Brass. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Tecchler Trio. Kammermusikkonzert. Ev. Kirche hauptwil, 20 Uhr Zürcher Kammerorchester. Werke von Tan Dun und Bela Bartok. Stadthaus Winterthur, 17 Uhr


kalender 18.–22.03. ClubbINg/PArTy Sommer.Sonnen.Wende. Party. Kraftfeld Winterthur, 20 uhr Summer Breaks. bureau 45, Artists Funkanomics & High Fidelty Soundsystem. Kraftwerk Krummenau, 21 uhr FIlm Incendies. Jeanne lernt ihre geheimnisvolle Herkunft kennen. Kino Rosental Heiden, 20:15 uhr La Tête en friche. Hilfsarbeiter germain entdeckt die liebe zur literatur. Kino Rosental Heiden, 17:15 uhr On connaît la chanson. Amüsanter liebesreigen in der Welt betuchter Pariser. Kinok in der lokremise St.gallen, 19 uhr The Front Page. Jack lemmon und Walter matthau wittern die grosse Story. Kinok in der lokremise St.gallen, 21:30 uhr Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der lokremise St.gallen, 17 uhr THEATEr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von gernot und giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 18 uhr Das Freudenhaus. Erzähltheater. benefizveranstaltung für die Seebachtalstiftung. Schloss Klingenberg Homburg, 20:30 uhr Die Kameliendame. Nach Alexandre Dumas. mit musik von giuseppe Verdi. Stadttheater Konstanz, 20 uhr Die Zauberflöte. marionettenoper. Wolfgang Amadeus mozart. lindauer marionettenoper lindau, 19:30 uhr Ein hoher Preis. Junges Theater Winterthur. Theater am gleis Winterthur, 20:15 uhr Ein Russ im Bergell. Erzähltheater. Ein russischer baron und sein bergführer. gasthaus Rössli mogelsberg, 20:15 uhr Quatemberkinder. Im garten. Nach Tim Krohn. Diogenes Theater Altstätten, 15 uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 uhr R E K LA M E

The Messenger. Zu gast aus malawi: Nanzikambe Arts, blantyre. Stadttheater Konstanz, 20 uhr Theater Motif – «Heimat». 19köpfiges Ensemble mit Arbeiten von sieben Vorarlberger Autoren über die Heimat. Theater Kosmos bregenz, 20 uhr

Parkführung. mit mathias ospelt und Thomas beck. Erwachsenenbildung Haus Stein Egerta Schaan, 15:30/17 uhr

KAbArETT Aus der Lachtruhe. Kurzspiele, um den Alltag zu vergessen. Theater am Saumarkt Feldkirch, 19:30 uhr Nagelritz. «landgang mit Vieh, gesang und Vollrausch». Zeltainer unterwasser, 20 uhr

KoNZErT Eidgenössisches Musikfest. Das grösste blasmusikfest der Welt. St.gallen, 9 uhr Kammermusik. Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung «Herlinde Koelbl». Kunstverein Konstanz, 11:15 uhr Katja und Ines Lunkenheimer. Klavierduo. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 uhr Midi Musical. Quartett für Violine, Viola und zwei Celli. Stadthaus Winterthur, 11 uhr Namusoke und Holger Mertin. Im Rahmen des «Robinson Kunstfestivals». Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 11 uhr Tänzerisches für Pfeifen und Flöten. blockflötenensemble «i flauti». Ev. Stadtkirche Frauenfeld, 17 uhr Wolfi Verocai & Band. Nachmittagskonzert. Restaurant Habsburg Widnau, 16 uhr Zauber der Tasten. musikalische matinée mit dem Klavierduo Katja und Ines lunkenheimer. museum Rosenegg Kreuzlingen, 11 uhr

TANZ Showing Research & Farewell Party. Präsentationen aus dem Research-Programm und finales Fest. Tanz ist Festival. Spielboden Dornbirn, 20 uhr muSICAl Kathi-Musical. musical der mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 uhr KuNST/AuSSTElluNgEN Andy Storchenegger. Vernissage. Kunsthalle Arbon, 17 uhr Familien-Erb-Teil. Künstler-gespräch und Rundgang. Kunstraum Engländerbau Vaduz, 11 uhr Fuchsien – Tänzerinnen im Pflanzenreich. Führung. botanischer garten St.gallen, 14 uhr Junges Design 5. Derniere. Der Nachwuchs stellt sich vor. Jugendkulturraum flon St.gallen, 19 uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus bregenz, 14 uhr Thomas Fri Freydl. Vernissage. galerie Dorfplatz mogelsberg, 18 uhr VorTrAg Klosterkellergeschichten. mit ulrich Schweizer. Kloster St. Katharinental Diessenhofen, 16 uhr KINDEr Erzählstunde auf Englisch. Ab 3 Jahren, mit Nina Smith-Fuchs. Freihandbibliothek St.gallen, 10 uhr Frau Meier, die Amsel. Figurentheater für Kinder ab 4 J. Tak Schaan, 15/16:30 uhr Kinder Kunst Labor. Kreativkurs für Kinder ab 5 Jahren. Alte Fabrik Rapperswil, 10 uhr Kinderkunst. Kunstvermittlung für Kinder von 5 bis 10 Jahren. Kunsthaus bregenz, 10 uhr Park-Tag. «Raus in die Natur». Familientag mit Theater, Clownerie, geschichten. Erwachsenenbildung Haus Stein Egerta Schaan, 14 uhr DIVErSES Body & Soullandscapes. yoga und butoh Workshop mit der Tänzerin Susanne Daeppen. Theatertanzschule St.gallen, 10/13 uhr Geologie, Natur und Geschichte rund um Tägerwilen. Naturkundlich-archäologische Exkursion. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 13 uhr Kunst-Exkursion. ganztägige Kunst-Exkursion. besuch der grossen Kunstmesse «Art 42». Kronengesellschaft Trogen, 08 uhr Live Art. «Kunstfestival Robinson». Filme, Künstlergespräche, Workshops und Konzerte. Kunst(Zeug) Haus Rapperswil, 11 uhr

SO

19.06

FIlm Incendies. Jeanne lernt ihre geheimnisvolle Herkunft kennen. Kino Rosental Heiden, 19:15 uhr The Apartment. baxters (Jack lemmon) Apartment dient als liebesnest. Kinok in der lokremise St.gallen, 17:30 uhr The Hunter. Teheran: Ein mann verliert Frau und Kind bei einer Demonstration. Kinok in der lokremise St.gallen, 20 uhr THEATEr An der grossen Strasse. Dramatisches gedicht von Anton Tschechow. Theater am Kornmarkt bregenz, 20 uhr Best of Nibelungen. Die Abenteuer von gernot und giselher in drei Reinfällen von John von Düffel. Stadttheater Konstanz, 18 uhr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den lichtensteiger bahnhof. Chössi-Theater lichtensteig, 20:15 uhr Die Entführung aus dem Serail. marionettenoper. lindauer marionettenoper lindau, 16 uhr DinnerKrimi. «Eine leiche zuviel». gasthof zum goldenen Kreuz Frauenfeld, 17 uhr Ein hoher Preis. Junges Theater Winterthur. Theater am gleis Winterthur, 20:15 uhr Gertrud. Eine Frau zwischen drei männern. Stadttheater Konstanz, 18 uhr The Messenger. Zu gast aus malawi: Nanzikambe Arts, blantyre. Stadttheater Konstanz, 20 uhr Theater Motif – «Heimat». 19-köpfiges Ensemble mit Arbeiten von sieben Vorarlberger Autoren über die Heimat. Theater Kosmos bregenz, 20 uhr TmbH – Die Show. Improtheater. K9 Konstanz, 20 uhr

KuNST/AuSSTElluNgEN Alles wird besser. Führung. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 11:30 uhr Blaubart-Barock. Vernissage. museum zu Allerheiligen Schaffhausen, 11:30 uhr Böse Dinge. Führung. gewerbemuseum Winterthur, 11 uhr Das Projekt Schloss Glarisegg. Führung. Schloss glarisegg Steckborn, 15 uhr Eckhard Schulze-Fielitz & Yona Friedman. Führung mit Eva birkenstock, Kuratorin. Kunsthaus bregenz, 14 uhr Herlinde Koelbl – «Haare». Führung. Kunstverein Konstanz, 11 uhr Hedwig Scherrer und Wilhelm Meier. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.gallen, 11 uhr Markus Buschor. Vernissage. Schloss Dottenwil Wittenbach, 10:30 uhr VSo machen wir es. Führung. Kunsthaus bregenz, 16 uhr Vom weissen Gold – ein Stück Textilgeschichte. Thematische Stadtführung. Treffpunkt Tourist Information St.gallen, 14 uhr lITErATur Buch & Brunch. Es lesen: monica Kissling, Werner bruni, Caroline bono, Nicole Dill und barbara bosshard. Schloss Werdenberg, 11 uhr VorTrAg Aktion und Raum – BeuysSerie. mit medea Hoch. Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 11:30 uhr Matinée 6. St. Galler Festspiele. Einführung in die oper der 6. St.galler Festspiele. Regierungsgebäude St.gallen, 11 uhr KINDEr Familien Kunst Labor. Kunstvermittlung ab 4 Jahren. Alte Fabrik Rapperswil, 10 uhr Winnie Puuh. Handgezeichnete Animation mit Witz. Kino Rosental Heiden, 15 uhr DIVErSES Alon Levin und Mihnea Mircan. Im gespräch. Alte Fabrik Rapperswil, 14 uhr Body & Soullandscapes. yoga und butoh-Workshop mit der Tänzerin Susanne Daeppen. Theatertanzschule St.gallen, 10/13 uhr Böse Dinge. Auktion. gewerbemuseum Winterthur, 14 uhr Kunststück Frühstück. brunch und Kunsttalk. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 11 uhr Live Art. Verleihung des Robinson-Kunstpreises. Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 11 uhr Utopian Structures – New Existentialism Part 3. gespräch zwischen Alon levin und mihnea mircan. Alte Fabrik Rapperswil, 14 uhr

MO

20.06

KoNZErT The Wright Thing. Der britische Keyboarder mit wechselnden Sängern. Jazzclub Rorschach, 21 uhr

FIlm La Tête en friche. Hilfsarbeiter germain entdeckt die liebe zur literatur. Kinok in der lokremise St.gallen, 20:30 uhr Waste Land. Eine müllkippe in Rio wird Schauplatz eines Kunstprojekts. Kinok in der lokremise St.gallen, 18:15 uhr THEATEr Ein hoher Preis. Junges Theater Winterthur. Theater am gleis Winterthur, 20 uhr The Messenger. Zu gast aus malawi: Nanzikambe Arts, blantyre. Stadttheater Konstanz, 20 uhr

DI

21.06

KoNZErT Black Label Society. Whiskyliebhaber Heavy metal. TennisEvent Center Hohenems, 21 uhr New Orleans meets St.Gallen. Jazz in den gassen der St.galler Altstadt, 17 uhr FIlm Die Käsemacher. Die Schweizer Alpöhis sind zunehmend Ausländer. Kinok in der lokremise St.gallen, 18:15 uhr Il y a longtemps que je t’aime. Nach fünfzehn Jahren Haft wird Juliette aus dem gefängnis entlassen. Kino loge Winterthur, 20:30 uhr La Tête en friche. Hilfsarbeiter germain entdeckt die liebe zur literatur. Kino Rosental Heiden, 20:15 uhr Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der lokremise St.gallen, 20:30 uhr THEATEr Ein hoher Preis. Junges Theater Winterthur. Theater am gleis Winterthur, 20 uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 uhr KuNST/AuSSTElluNgEN Fausto Melotti. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 uhr VorTrAg Die türkische Geschichte gehört nicht nur den Türken. lesung und gespräch. Jüdisches museum Hohenems, 19:30 uhr DIVErSES Akten – (Ein)Sicht in die eigene Geschichte. Podiumsdiskussion. Historisches museum des Kantons Thurgau Frauenfeld, 19 uhr Fight Club. Feige Frauen – müde männer. Ein letzter Fight Club. Stadttheater Konstanz, 20 uhr

MI

22.06

KoNZErT Lieder und Kuhreihen. mit Werken von Ferdinand Fürchtegott Huber. Kantonsschulhaus am brühl St.gallen, 19:30 uhr FIlm Bouton. Die junge Schauspielerin Johana begegnet ihrer Krankheit mit

62 SAITEN 06.11


22.–24.03. kalender

Palkomuski & Lina Button

Berühmt, berüchtigt?

Theatrale Bildsprache Duo

Sommerparty im fabriggli

Famed in der Lokremise

Bildhübsch in der Lokremise

Polka, Gipsy und Disco – das sind Palkomuski. Ganz der Musik des ostens hat sich das Quintett verschrieben und mischt diese musikalische Tradition mächtig auf. Das Spiel mit den Stilen gehört zu ihrem Credo schlechthin. Im Vorfeld tritt die Sängerin Lina Button auf, begleitet von ihrer Band. Ihre Musik besticht durch eine wohltemperierte Mischung aus Blues, Country und Pop. Für das leibliche Wohl sorgen vor, während und nach den Konzerten die Gartenbeiz mit Grill und Salatbuffet sowie eine Cocktailbar.

Im Namen des Künstlerkollektivs Famed aus Leipzig scheint der Nachruhm von Sebastian M. Kretzschmar, Kilian Schellbach und Jan Thomaneck gewissermassen vorweggenommen. Schliesslich bedeutet Famed so viel wie «berühmt». Grund genug, sich über das Berühmtsein – in der Kunst wie auch ganz allgemein – zu unterhalten. Was bedeutet es, berühmt zu sein? Was kommt vorher – und was nachher? Neben den drei Herren von Famed diskutieren die Fernsehlegende Walter Eggenberger und die Medienwissenschaftlerin Ursula Ganz-Blättler.

Manchmal steht man vor einem Bild und wünscht sich nichts mehr, als hineingehen zu können. – Genau das tun Laura Ender und Joséphine François in ihrer neuen Produktion. Sie steigen ein, werden Teil des Bildes, nehmen dessen Emotionen an und lassen diese in Körper und Stimme lebendig werden. Es entstehen konkrete Situationen, wortlose Dialoge, Lieder, tänzerische Elemente. Jedes Bild trägt eine eigene Geschichte in sich, die in kurzen Szenen präsentiert wird. Eine neue Form der Theaterkunst entsteht: ästhetisch, humorvoll, bannend.

Paul Hanmer und Feya Faku in St.Gallen

Dienstag, 28. Juni, 18.30 Uhr, Lokremise St.Gallen. Mehr Infos: www.kunstmuseumsg.ch

Donnerstag, 30. Juni, Freitag, 1. Juli, jeweils 20 Uhr, Lokremise St.Gallen. Mehr Infos: www.lokremise.ch

Freitag, 1. Juli, 20 Uhr, Migros Klubschule im Bahnhof St.Gallen (Musiksaal 3. Stock).

Samstag, 25. Juni, 19.30 Uhr, fabriggli Buchs. Mehr Infos: www.fabriggli.ch

Humor und Lebenslust. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Coeurs. Hinreissender Liebesund Beziehungsreigen in Paris. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr THEATEr Ein hoher Preis. Junges Theater Winterthur. Theater am Gleis Winterthur, 18 Uhr Gertrud. Eine Frau zwischen drei Männern. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Misery. Von Simon Moore nach dem Roman von Stephen King. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:15 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr MUSICAL Lola Blau. Georg Kreislers EinFrau-Musical. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Alexander Rodtschenko. Führung. Fotomuseum Winterthur, 18:30 Uhr Fausto Melotti. Kunstgenuss über Mittag. Kunstmuseum Winterthur, 12:15 Uhr Handstick-Stobede. Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr Palermo. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Urs-P. Twellmann. Führung. Kunsthalle Wil, 19 Uhr Zeit für Medizin! Führung mit Monika Mähr. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 18:15 Uhr LITErATUr «als immer dieses Holz in das ich nicht hinein». Urs Allemann liest Gedichte aus verschiedenen

Jahrhunderten. Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, 12:30 Uhr VorTrAG Medienberichterstattung in Kriegs- und Krisengebieten. Vortrag von Fotojournalist Christoph Püschner, anschliessend Podiumsdiskussion. Theater am Saumarkt Feldkirch, 19:30 Uhr KINDEr Erzählstunde auf Ungarisch. Für Kinder. Freihandbibliothek St.Gallen, 16:30 Uhr Kinderführung. «Theaterpuppen zum Anfassen». Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Museum für Kinder. «Mit allen Sinnen». Ittinger Museum Warth, 14 Uhr Tierglocken aus aller Welt. Kinderführung. Appenzeller Volkskunde-Museum Stein, 14 Uhr DIVErSES Klosterführung in Appenzell. Führung. Besammlung beim Bahnhof Urnäsch. Kloster Maria der Engel Appenzell, 18 Uhr

DO

23.06

KoNzErT Adrian Emanuel Egli Quintett. Mit dem Endee Quintett. Musikschule Kreuzlingen, 20 Uhr Petitoiseau. Die Winterthurer mit eigenen Songs. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Randy Thompson. SingerSongwriter mit bluesigem Country. Kammgarn Hard, 20:30 Uhr FILM Irma la Douce. Polizist (Jack Lemmon) verliebt sich in Pariser Prostituierte (Shirley MacLaine). Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr

Waste Land. Eine Müllkippe in Rio wird Schauplatz eines Kunstprojekts. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr THEATEr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Die schwarze Brüedere. Jugendliche erzählen die Geschichte von Giorgio, der nach Mailand verkauft wurde. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Gertrud. Eine Frau zwischen drei Männern. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Theater Motif – Heimat. Das Stück erörtert den Begriff «Heimat». Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Tiefer gehen. Die Perspektive ist die des Täters, den Fokus setzen Sie. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr TANz Die verlorenen Schritte. Interaktives Tanz- und Klangtheater X-Thesis. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr MUSICAL Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Handwerker im Museum. Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr Kunst über Mittag. Führung und Mittagessen von Irene Grillo. Kunst Halle St.Gallen, 12 Uhr LITErATUr Lebenskunsterben. Lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 20:30 Uhr

63 SAITEN 06.11

Südafrikanischer-Jazz-Sommernachtstraum Im Sittertobel lockt bereits das openair – bei Kultur im Bahnhof gibt es ein stilleres MiniKontrastprogramm: Jazz aus Südafrika mit dem Pianisten Paul Hanmer und dem Trompeter/Flügelhornisten Feya Faku. Paul Hanmer, Jahrgang 1951, verbindet seine prozessorientierte, von Keith Jarret inspirierte Musik mit südafrikanischen Klängen. Feya Faku gilt als einer der besten Trompeter der jüngeren Musikergeneration seiner Heimat und hat unter anderem mit Abdullah Ibrahim und zim Ngqawana gespielt.

VorTrAG Als die Moral baden ging. Vortrag über die Geschichte der Bademode.Museum Ermatingen, 20 Uhr KINDEr Geschichtenzeit. In Mundart. Für Kinder von 2 – 6 J. Freihandbibliothek St.Gallen, 15 Uhr DIVErSES 2. Philosophie Symposium. «Nietzsche in Ragaz». Grand Resort Bad Ragaz, 16 Uhr Frauentempel Stimmenfeuer. Tanzanlass für Frauen. Stimmfeuer Frauentempel St.Gallen, 19:30 Uhr

FR

24.06

KoNzErT Blues’n’Jazz Rapperswil-Jona. Blues und Jazz auf 4 Bühnen. Altstadt Rapperswil, 18 Uhr Drumsound & Bassline Smith mit MC Fellon. Aus Great Britian da. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 23 Uhr Eidgenössisches Musikfest. Das grösste Blasmusikfest der Welt. St.Gallen, 18 Uhr General Levy. Ragga-Jungle Sänger aus London. K9 Konstanz, 21 Uhr Jamsession. Mit ausgewählten St.Galler Musikern. Jazzclub G St.Gallen, 22:30 Uhr Jazz with Strings. Paul Amrod & Friends. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Kultur pur. Schwyzerörgelifründe. Pavillon am See Rorschach, 19 Uhr Nu-Company. «Supply». Gospelkonzert. offene Kirche St.Gallen, 19:30 Uhr Schaffusia 2011. Mit Funky Potatoes, Peter Uehlinger und Band. Kammgarn Schaffhausen, 17:30 Uhr

Smaft. Funk, Pop, Rock aus Bischofszell. Jazzclub G St.Gallen, 21 Uhr The Builders and the Butchers. Fünf Typen aus Portland. Kulturladen Konstanz, 20 Uhr The U.S. Bombs und Reno Divorce. Punk and Punk’n’Roll aus den USA. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr CLUBBING/PArTy Das kleine Wochenende. Einjähriges Jubiläum mit Videos von Bright, zwei vom Stern uvm. Kaffeehaus St.Gallen, 18 Uhr Tango Argentino. Milonga Tanznacht. Club Tango Almacén St.Gallen, 21:30 Uhr FILM Padre Padrone. Ein Meisterwerk italienischer Filmkunst. Kulturcinema Arbon, 21:15 Uhr Peindre ou faire l’amour. Als ein Ehepaar aufs Land zieht, kommt Schwung ins Liebesleben. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr Tuesday, After Christmas. Der rumänische Familienvater Paul liebt zwei Frauen. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 19:15 Uhr Wasser für Elefanten. Der Tierarzt verliebt sich in die Frau des zirkusdirektors. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr THEATEr An der grossen Strasse. Dramatisches Gedicht von Anton Tschechow. Theater am Kornmarkt Bregenz, 20 Uhr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Der Nächste bitte. Revue über Jobcenter von der Theatergruppe Drama Queens. JugendtheaterTage Flawil. Lindensaal Flawil, 19 Uhr


KAbArETT Liebe, Lust und Leidenschaft. Monika Schärer und Gerd Haffmann lesen und tragen vor. 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr TANZ Die verlorenen Schritte. Interaktives Tanz- und Klangtheater X-Thesis. Theater Kosmos bregenz, 20 Uhr MUSICAl Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 Uhr Ein Pirat im Internat. Musical der Primarschule Ganterschwil. Sporthalle Ganterschwil, 19 Uhr KUNST/AUSSTEllUNGEN Manuel Schmalstieg. Nocturne mit Rafael Dörig. Kunstraum Kreuzlingen, 19:30 Uhr Showtime. Exponate aus vier Jahren Ausbildung in der Schule für Gestaltung. Schulhaus bild St.Gallen, 17:30 Uhr St. Fridolin und Fromme Dinge. Führung. Küefer-MartisHuus Ruggell, 18 Uhr Stickerin in Tracht. Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr lITErATUr ErzählKunstFestival. Mit Caroline Capiaghi, Monika Schärer, Mathias Ospelt uvm. Schloss Werdenberg, 20 Uhr Lebenskunsterben. lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 9:30 Uhr VOrTrAG Ein Straub-Unikat. Cornel Dora über das Stammbuch von 1582. Kantonsbibliothek Vadiana St.Gallen, 13 Uhr Kunst über Mittag. Famed. Mit lunch im lokal. lokremise St.Gallen, 12:30 Uhr DIVErSES 2. Philosophie Symposium. «Nietzsche in Ragaz». Grand Resort bad Ragaz, 9:45 Uhr

SA

25.06

KONZErT 10. Bischofszeller Rosenwoche. Eröffnungskonzert. St. Pelagiuskirche. Kath. Kirche bischofszell, 16 Uhr

Alle Anlässe finden Sie auch online. www.saiten.ch/kulturkalender

24.–26.03. kalender Die schwarze Brüedere. Die Geschichte von Giorgio, der nach Mailand verkauft wurde. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr E veflixti Erbschaft. Seniorentheatergruppe Silberfüchse. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr I Lombardi alla prima crociata. St.Galler Festspiele. Oper von Giuseppe Verdi. Klosterplatz St.Gallen, 20:30 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Quatemberkinder. Im Garten. Nach Tim Krohn. Diogenes Theater Altstätten, 15 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr

Nicht alles ist eine Geschmacksverstauchung

Oh, du schöner Thurgau

100 Jahre Otto Bruderer

Der Wandel im Naturmuseum Thurgau

Jubiläumsausstellung in Waldstatt

Böse Dinge in Winterthur

Der Thurgau ist stolz auf seine vielen intakten Dörfer und naturnahen landschaften. Doch das Gesicht der Thurgauer landschaft verändert sich langsam und schleichend. Diesen ständigen Wandel will das Projekt «wie bist du so schön – 50 Jahre Thurgauer Siedlung und landschaft im Wandel» sichtbar machen und die bevölkerung dafür sensibilisieren. Im Zentrum steht die Wanderausstellung, die Halt in Frauenfeld macht – sie gibt zwar Antworten, urteilt aber nicht.

Im Mai 1911 ist Otto bruderer zur Welt gekommen. Aus Anlass seines 100. Geburtstages präsentiert das Otto-bruderer-Haus, in dem der Künstler über fünfzig Jahre lang lebte und malte, eine repräsentative Werkschau: wenig bis gar nicht bekannte Jugendwerke, Porträts von Vorfahren und Kindern, Reisebilder und -skizzen. Dazu kommen beispiele von bruderers bevorzugten Sujets: Märchen, Engel, Clowns, Satire, landschaften. Unter dem Dach laden zwei audiovisuelle Räume dazu ein, bruderer ein selbstverfasstes Märchen vortragen zu hören und in einem Interview mehr über sein leben und seine Ansichten zu entscheidenden lebensfragen zu erfahren.

Das Gewerbemuseum stellt die alte Frage nach den ästhetischen Werturteilen in unserer Dingkultur neu: Einst war das Ornament verpönt und die Form war gut. bad Taste und Kitsch sind nun aber Kult, Provokation ist Kalkül und die «bösartigkeit» der Dinge lässt sich nicht mehr so eindeutig benennen. Das Publikum ist dazu eingeladen, mit eigenen Objekten zur Ausstellung beizutragen. Man kann seine «bösen Dinge» vorbeibringen (7. Juni) und entscheiden, was mit diesen geschehen soll: verbessern, verschlimmern, neutralisieren? Zur Versteigerung freigeben (19. Juni)? – oder gar zerstören?

Bis 26. Juni, Naturmuseum Thurgau. Mehr Infos: www.naturmuseum.tg.ch

4. Juni bis 7. April 2012, jeweils am 1. Samstag im Monat, 10–16 Uhr, Otto-Bruderer-Haus Waldstatt. Mehr Infos: www.ottobrudererhaus.ch

Bis 31. Juli, Gewerbemuseum Winterthur. Mehr Infos: www.gewerbemusuem.ch

Andrea Viaricci. Klassische Sängerin mit Singspiel und 4-GangMenu. Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Blues’n’Jazz Rapperswil-Jona. blues und Jazz auf 4 bühnen. Altstadt Rapperswil, 18 Uhr Bauernfänger. Die Strassenmusikanten laden zum Tanz. Restaurant löwen Sommeri, 20:30 Uhr Eidgenössisches Musikfest. Das grösste blasmusikfest der Welt. St.Gallen, 12 Uhr Jazz und Blues. Saxofonquintett «Ten blue Shoes». Weinkeller Felsenburg Weinfelden, 20:30 Uhr Karma to burn und Hellroom Projectors. Stoner Rock aus den USA und der Schweiz. Gaswerk Winterthur, 20:30 Uhr Luk von Bergen. berner Mundart Singer-Songwriter. bankk Wildhaus, 22 Uhr Palkomuski. Sommerparty mit Polka-Musik. fabriggli buchs, 20:30 Uhr Panda. Singer-Songwriter aus Neuseeland. Stickerei Café bar St.Gallen, 22 Uhr Schaffusia 2011. Mit Dance Stop, King Kora, Feuerwerk, Stefanie Heinzmann uvm. Kammgarn Schaffhausen, 14 Uhr FIlM Bouton. Die junge Schauspielerin Johana begegnet ihrer Krankheit mit Humor und lebenslust. Kinok in der lokremise St.Gallen, 17:15 Uhr Bright Star. Reflexion über Kunst, liebe und Schönheit. Spielboden Dornbirn, 22 Uhr Incendies. Jeanne lernt ihre geheimnisvolle Herkunft kennen. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Königstreffen. Die Vorbereitungen zum Eidgenössischen Schwingfest 2010. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr La Tête en friche. Hilfsarbeiter Germain entdeckt die liebe zur

literatur. Kinok in der lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr The Front Page. Jack lemmon und Walter Matthau wittern die grosse Story. Kinok in der lokremise St.Gallen, 19 Uhr THEATEr Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den lichtensteiger bahnhof. Chössi-Theater lichtensteig, 20:15 Uhr Die schöne Zeit geht wieder heim. Ein Theaterprojekt mit Menschen mit und ohne Demenz. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Dock Dock Dock. Die schlechteste Show aller Zeiten. Stadttheater Konstanz, 22:30 Uhr Ein genial verrückter Coup. Gaunerkomödie der Gruppe Slash dot com. Jugendtheater-Tage Flawil. lindensaal Flawil, 19 Uhr Gertrud. Eine Frau zwischen drei Männern. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr I Lombardi alla prima crociata. St. Galler Festspiele. Oper von Giuseppe Verdi. Klosterplatz St.Gallen, 20:30 Uhr König Lear. Dunkle Tragödie von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Märlikarawane. Zirkus für Erwachsene. Wittenbach, 20:30 Uhr Misery. Von Simon Moore nach dem Roman von Stephen King. Theater am Kornmarkt bregenz, 19:30 Uhr Quatemberkinder. Im Garten. Nach Tim Krohn. Diogenes Theater Altstätten, 15 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KAbArETT Varieté Tivoli. Hereinspaziert. Varieté Tivoli St.Gallen, 20:30 Uhr

65 SAITEN 06.11

TANZ Die verlorenen Schritte. Interaktives Tanz- und Klangtheater X-Thesis. Theater Kosmos bregenz, 16 Uhr MUSICAl Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTEllUNGEN So machen wir es. Führung. Kunsthaus bregenz, 14 Uhr lITErATUr ErzählKunstFestival. Mit Caroline Capiaghi, Monika Schärer, uvm. Schloss Werdenberg, 11 Uhr Lebenskunsterben. lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 9:30 Uhr Palette04: Empört Euch! Poetry-Slam-Wettbewerb. Unter der Schänzlebrücke Konstanz, 20 Uhr U20 Slam Final Poetry Slam. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 19:30 Uhr

Erlebnisweg Honigbienen. Mit dem Imker unterwegs. Treffpunkt: Post. Rehetobel, 14:30 Uhr Infotreffen: Selber auf der Bühne stehen? Die nächst Vorstadttheater-Produktion wird vorgestellt. Eisenwerk Frauenfeld, 10 Uhr Parkplatzfest. Ausparken und festen. Grabenbenhalle St.Gallen. 14 Uhr Tanz mit Bruce Nr. 3. Künstlergespräch. Verein neuer shed im Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr

SO

26.06

KINDEr Erzählstunde auf Arabisch. Für Kinder. Freihandbibliothek St.Gallen, 11 Uhr Kinderkunst. Kunstvermittlung für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren. Kunsthaus bregenz, 10 Uhr Märlikarawane. Zirkus für Kinder. Wittenbach, 18 Uhr

KONZErT Blues’n’Jazz Rapperswil-Jona. blues und Jazz auf 4 bühnen. Altstadt Rapperswil, 10:30 Uhr Duo Vontobel – Mock. Musik und brunch. 100 Jahre VVW. Schloss Dottenwil Wittenbach, 10 Uhr Eidgenössisches Musikfest. Das grösste blasmusikfest der Welt. St.Gallen, 9 Uhr Kammerorchester Flawil. Werke von Carse, britten, Holst und Paul Huber. Ev. Kirche Oberglatt Flawil, 19 Uhr Orgelkonzert. In memoriam Georg böhm, Franz liszt, Heinrich Kaminski und Jehan Alain. Stadtkirche Diessenhofen, 19:30 Uhr Serenade CMO. Alphorn mit Eliana. Collegium Musicum St.Gallen. Kath. Kirche bischofszell, 20 Uhr Orgel im Morgenland. St.Galler Festspiele. Kathedrale St.Gallen, 17 Uhr

DIVErSES 100 Jahre VVW. Festprogramm «100 Jahre VVW». Schloss Dottenwil Wittenbach, 14 Uhr 2. Philosophie Symposium. «Nietzsche in Ragaz». Grand Resort bad Ragaz, 9:45 Uhr

FIlM Avanti! Jack lemmon lernt in Italien die liebe kennen. Kinok in der lokremise St.Gallen, 20 Uhr Biutiful. Mexikanisches Drama mit Javier bardem. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr

VOrTrAG Verdingkinder reden. Fremdplatzierungen damals und heute. Historisches Museum des Kantons Thurgau Frauenfeld, 15:30 Uhr


kalender 26.–30.03. Pas sur la bouche. Musikfilm über das Pariser Partyleben in den Zwanzigerjahren. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 17:30 Uhr

The Apartment. Baxters (Jack Lemmon) Apartment dient als Liebesnest. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr

Theater Die schöne Zeit geht wieder heim. Ein Theaterprojekt mit Menschen mit und ohne Demenz. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Märlikarawane. Zirkus für Erwachsene. Wittenbach, 20:30 Uhr Mord auf dem Säntis. Kammeroper von Noldi Alder und Friedrich Schenker. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

Literatur Lebenskunsterben. Lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 9:30 Uhr

Musical Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 17 Uhr Kunst/Ausstellungen Alexander Rodtschenko. ­Führung. Fotomuseum Winterthur Winterthur, 11:30 Uhr Der Steinbock – ein wunderlich, verwegenes Thier. Führung mit Toni Bürgin. Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr Famed. Führung. Lokremise St.Gallen, 13 Uhr Otto Adam – «See und Süden». Führung. Städtische WessenbergGalerie Konstanz, 11 Uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr Literatur Blattzungen. Buchvernissage mit Monika Schnyder. Freihandbibliothek St.Gallen, 11 Uhr ErzählKunstFestival. ­ Mit Caroline Capiaghi, Monika Schärer, uvm. Schloss Werdenberg, 11 Uhr Lebenskunsterben. Lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 9:30 Uhr Erntedankfest. Matinee mit Bruno Epple und Freunden. ­Stadttheater Konstanz, 11 Uhr Vortrag Alt wird neu. Wie Künstler Geschichte weiterleben lassen. ­Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 11:30 Uhr Kinder Märlikarawane. Zirkus für Kinder. Wittenbach, 18 Uhr So machen wir es. ­Familienführung. Kunsthaus ­Bregenz, 14 Uhr Winnie Puuh. Handgezeichnete Animation mit Witz. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Diverses 2. Philosophie Symposium. «Nietzsche in Ragaz». Grand Resort Bad Ragaz, 9:45 Uhr Zuhause auf der Strasse. ­Jan-Piet Graf, Bobby Moor und Nina Wild sprechen über ihre Kunst. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 11 Uhr

MO

27.06

Film La Tête en friche. Hilfsarbeiter Germain entdeckt die Liebe zur Literatur. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr

Diverses Toleranz bei unseren St. Galler Vorfahren. Kulturgeschichtliche Führung mit Walter Frei. Treff beim Brunnen Gallusplatz, 18:30 Uhr

DI

28.06

Konzert Changes. Dienstagsmusik mit ­Malcom Green, Urs C. Eigenmann und Ferdinand Rauber. Restaurant Drahtseilbahn St.Gallen, 19:30 Uhr Film Bouton. Die junge Schauspielerin Johana begegnet ihrer Krankheit mit Humor und Lebenslust. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:30Uhr Irma la Douce. Polizist (Jack Lemmon) verliebt sich in Pariser Prostituierte (Shirley MacLaine). Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Nowhere Boy. Biopic über den berühmtesten Beatle John Lennon. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr Panzerkreuzer Potemkin. Stummfilm von Sergei Eisenstein, 1925. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Wasser für Elefanten. Der Tierarzt verliebt sich in die Frau des Zirkusdirektors. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Theater Gertrud. Eine Frau zwischen drei Männern. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Märlikarawane. Zirkus für Erwachsene. Alte Turnhalle Engelburg, 20:30 Uhr I Lombardi alla prima crociata. St. Galler Festspiele. Oper von Giuseppe Verdi.Klosterplatz St.Gallen, 20:30 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Kunst/Ausstellungen Fabian Marti. Führung mit ­Kristina Gersbach. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Kub & Kaffee. Führung und Kaffee. Kunsthaus Bregenz, 15 Uhr Zuhause auf der Strasse. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr Literatur Lebenskunsterben. Lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 9:30 Uhr Vortrag Juden in der Türkei heute. Sefardisches Erbe und widersprüchliche Gegenwart. Jüdisches Museum Hohenems, 19:30 Uhr Kinder Märlikarawane. Zirkus für Kinder. Alte Turnhalle Engelburg, 18 Uhr

Diverses Podiumsgespräch: Berühmt – berüchtigt? Mit Famed, Walter Eggenberger und Ursula Ganz-Blättler. Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr

MI

29.06

Konzert … a Violino senza Basso accompagnato. St. Galler Festspiele. Schutzengelkapelle St.Gallen, 19 Uhr Adrian Emanuel Egli Quintett. Mit dem Endee Quintett. ­ Lokremise St.Gallen, 19.30 Uhr Jazzseminar Abschlusskonzert. Querschnitt durch das Schaffen von Lehrern und Studenten. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Musikgesellschaft Berg. Platzkonzert. Restaurant Stelzenhof Weinfelden, 20 Uhr Trigger Concert Big Band. Kompositionen und Arrangements junger Schweizer Big Bands. Alte Fabrik Rapperswil, 20:30 Uhr Film La Tête en friche. Hilfsarbeiter Germain entdeckt die Liebe zur Literatur. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Waste Land. Eine Müllkippe in Rio wird Schauplatz eines Kunstprojekts. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr Theater Die schöne Zeit geht wieder heim. Ein Theaterprojekt mit Menschen mit und ohne Demenz. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Gottes vergessene Kinder. Ein Stück mit Gehörlosen und Hörenden. Keller der Rose St.Gallen, 20 Uhr Märlikarawane. Für Erwachsene. Alte Turnhalle Engelburg, 20:30 Uhr Nkhata Bay. Vier Schauspieler kurz vor der Reise zum Theatergastspiel in Malawi. Archäologisches Landesmuseum Konstanz, 20 Uhr Quatemberkinder. Im Garten. Nach Tim Krohn. Diogenes Theater Altstätten, 15 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Tanz Tanz – Pert Em Hru. St.Galler Festspiele. Kathedrale St.Gallen, 21 Uhr Musical Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 Uhr Kunst/Ausstellungen Ai Weiwei – Interlacing. Führung. Fotomuseum Winterthur, 18:30 Uhr Berühmt-Berüchtigt. Das Künstlerkollektiv Famed. ­Kunstmuseum Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Palermo. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Otto Adam – «See und Süden». Führung. Städtische WessenbergGalerie Konstanz, 15 Uhr Zeit für Kunst – Robert Mangold. Führung. Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 12 Uhr

Literatur Lebenskunsterben. Lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 9:30 Uhr Kinder Erzählstunde auf Deutsch. Für Kinder ab 6 Jahren. Freihandbibliothek St.Gallen, 17 Uhr Märlikarawane. Zirkus für Kinder. Alte Turnhalle Engelburg, 18 Uhr

DO

30.06

Konzert Fenster zur Zeit. Bach und ­Schostakowitsch. St.Galler Festspiele. Ev. Kirche St.Laurenzen St.Gallen, 19 Uhr Rotfront. Turbopolka. Kulturladen Konstanz, 21:30 Uhr Saedi. Die FM4 Soundpark Band des Monats. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Trio Unerschrocken. Lieder aus der Jukebox. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr

Literatur Esther Kinsky – «Banatsko». Autorenlesung. Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr Lebenskunsterben. Lesungen, Theater, Vorträge und Diskussionen. Kulturforum Amriswil, 9:30 Uhr Soundjack. Erzählkunst und Musik mit Köstlichkeiten aus Küche. Haus für Kultur Schwellbrunn, 19 Uhr Diverses Freestyle-Bar. Open Mic. Jugendkulturraum flon St.Gallen, 19 Uhr Grossstadt Winterthur. Workshop zur sozialen Stadtentwicklung. Alte Kaserne Winterthur, 13:30 Uhr

Film Bouton. Die junge Schauspielerin Johana begegnet ihrer Krankheit mit Humor und Lebenslust. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr The Front Page. Jack Lemmon und Walter Matthau wittern die grosse Story. Kinok in der Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Theater Bon Voyage. Das Chössi-Ensemble bespielt den Lichtensteiger Bahnhof. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Die schöne Zeit geht wieder heim. Ein Theaterprojekt mit ­Menschen mit und ohne Demenz. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Duo Bildhübsch. Zeigt die neue Kollektion lebendiger Bilder. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Gottes vergessene Kinder. Ein Stück mit Gehörlosen und Hörenden. Keller der Rose St.Gallen, 20 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie. Von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Tanz Open Space – Netzwerk Tanz. Alle dürfen etwas präsentieren. ­Theater Kosmos Bregenz, 19:30 Uhr Tanz – Pert Em Hru. St.Galler Festspiele. Kathedrale St.Gallen, 21 Uhr Musical Kathi-Musical. Musical der Mädchensekundarschule St. Katharina Wil, 19:30 Uhr Kunst/Ausstellungen Böse Dinge. Führung. Gewerbemuseum Winterthur, 18:30 Uhr Handwerker im Museum. Der Weissküfer Hans Reifler. Museum Appenzell, 14 Uhr So machen wir es. Führung. Kunsthaus Bregenz, 19 Uhr Welttheater. Führung. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 18 Uhr Welttheater. Kurzführung. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 12:30 Uhr

66 SAITEN 06.11


ausstellungen

Kunst

Zerstörung. Ausstellung von Kantischülern zum Thema Zerstörung. bis 09.06.2011

Alte Fabrik Kulturzentrum. Klaus-Gebert-Strasse 5, Rapperswil, +41 55 210 51 54, www.alte-fabrik.ch Utopian Structures – New Existentialism Part 3. Installationen von Alon Levins und Michal Budnys. bis 19.06.2011

Kunst(Zeug)Haus. Schönbodenstrasse 1, Rapperswil, +41 55 220 20 80, www.kunstzeughaus.ch islands in the sun. Künstlerische Inseln im Kabinett des Hauses von «Kurator», minimuseum viganò und dem Kunst(Zeug)Haus. bis 19.06.2011 Kunstfestival Robinson 2011. Gruppenausstellung «Überleben». bis 19.06.2011 Reto Boller. Das Verhältnis von Bild und Objekt. bis 19.06.2011

CoalMine. Turnerstrasse 1, Winterthur, +41 52 268 68 82, www.coalmine.ch Matthieu Gafsou. «Alpen Alpes Alpi». Fotografien. bis 09.07.2011 Raphael Hefti. «neue Serie». bis 09.07.2011 Fotomuseum Winterthur. Grüzenstrasse 44 & 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, www.fotomuseum.ch Ai Weiwei – Interlacing. Er ist ein generalistischer Künstler, verschrieben der Reibung mit und der Gestaltung von Realitäten. Die Ausstellung rückt die Vielfältigkeit, Vielschichtigkeit, Vernetztheit von Ai Weiwei ins Zentrum. bis 21.08.2011 Alexander Rodtschenko. «Revolution der Fotografie». Die Werkschau des grossen Russen wird in enger Zusammenarbeit mit dem Moscow House of Photography gezeigt. bis 14.08.2011 Fotostiftung Schweiz. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 30, www.fotostiftung.ch Alles wird besser. Fotografien von Hans Steiner (1907–1962). bis 09.10.2011 Gewerbemuseum Winterthur. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, www.gewerbemuseum.ch Böse Dinge. «Positionen des (Un) geschmacks» -Gute Form, böse Form: Das Gewerbemuseum stellt die alte Frage nach der Qualität unserer Dingkultur neu: Wie und vor welchem Hintergrund entstehen ästhetische Urteile? bis 31.07.2011 Hallen für Neue Kunst. Baumgartenstrasse 23, Schaffhausen, +41 52 625 25 15, www.modern-art.ch Das Kapital Raum 1970-1977 – Beuys-Serie. Im Beuys-Jahr 2011 ist «Das Kapital Raum 1970-1977» Ausgangspunkt für eine vertiefte Beschäftigung mit Themen des Werks wie auch unserer Gesellschaft. bis 31.12.2011 Klubschule Migros im Hauptbahnhof. Bahnhofplatz 2, St.Gallen, +41 71 228 15 00, www.klubschule.ch Claudia Valer. Alltagsmythen. Galerie im 1. Stock. bis 26.06.2011 Fotoklub der Klubschule Migros. Wie man Musik sehen kann. bis 19.06.2011 Kunst Kiosk. Rorschacherstrasse 48, St.Gallen, +41 71 228 14 14, www.kunst-kiosk.blogspot.com Reisen. Ausstellung von Kantischülern zum Thema Reisen. 09.06.2011 bis 05.07.2011

Kunsthalle Arbon. Grabenstrasse 6, Arbon, +41 71 446 94 44, www.kunsthallearbon.ch Andy Storchenegger. Er dokumentiert und inszeniert in «Trügerische Insel», wie sich eine Kultur, der das Los der Kolonialisierung erspart blieb, selbst modernisiert. 19.06.2011 bis 24.07.2011 Ursula Palla – focus III. Projekte und Installationen im öffentlichen Raum. bis 25.09.2011 Kunst Halle St.Gallen. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 222 10 14, www.k9000.ch Adrien Tirtiaux & Hannes Zebedin. «Immer noch und noch nicht». bis 10.07.2011 Kunsthalle Wil. Grabenstrasse 33, Wil, +41 71 911 77 71, www.kunsthallewil.ch Urs-P. Twellmann. Schweizer Plastiker und Objektkünstler. 05.06.2011 bis 17.07.2011 Kunsthalle Ziegelhütte. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, +41 71 788 18 60, www.kunsthalleziegelhuette.ch Andreas M. Kaufmann – «Sinn – Maschine». Lichtinstallationen, multiple Diaprojektionen und vielteilige Wandbilder. bis 23.10.2011 Kunsthaus. Im Volksgarten , Glarus, +41 55 640 25 35, www.kunsthausglarus.ch (Re)Constructed. Mit Sarah Burger, Marina Hauser, Susanne Hauser, Nivole Hoesli, Siro A. Micheroli, Sweeterland Janet Cardiff/George Bures Miller, Christoph Draeger, Cyprien Gaillard, Sofia Hultén, Loredana Sperini. bis 07.08.2011 Kunsthaus KUB. Karl-Tizian-Platz , Bregenz, +43 5574 485 94 0, www.kunsthaus-bregenz.at Eckhard Schulze-Fielitz & Yona Friedman. Zwei Architekten mit visionären Ideen. bis 03.07.2011 So machen wir es.. Gruppenausstellung. Techniken und Ästhetik der Aneignung. bis 03.07.2011 Kunstmuseum. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 74, www.kunstmuseumsg.ch Palermo. Als Peter Schwarze 1943 in Leipzig geboren, gilt Blinky Palermo als mystische Figur der Kunst. Die Ausstellung vereint rund sechzig

Arbeiten aus allen Schaffensperioden. bis 25.09.2011 Sehnsucht Süden. Die ‹Grand Tour› an die Geburtsstätten der Antike gehörte im 19. Jahrhundert zum Werdegang eines Gentleman aus gutem Hause. Und nach den grossen Meistern der Vergangenheit zieht es auch heute noch Kunstschaffende in den mediterranen Raum. bis 19.06.2011 Kunstmuseum Liechtenstein. Städtle 32, Vaduz, +41 423 235 03 00, www.kunstmuseum.li Rising with a Sun. Im Zentrum steht das Licht. Zu sehen sind Arbeiten von Joseph Beuys, Max Bill, Alexander Stirling Calder, Steven Parrino, Jesus Rafael Soto, Jason Rhoades, Jessica Stockholder, Martin Walch uvm. bis 13.06.2011 Wege. Ein Sammlungsdialog mit Werken von Franz Ackermann, Joseph Beuys, James Lee Byars, Giorgio de Chirico, Diango Hernández, Simon Starlingg, André Thomkins, uvm. bis 13.06.2011 Welttheater. Die Sammlung Migros Museum für Gegenwartskunst Zürich. bis 04.09.2011 Kunstmuseum Thurgau (Kartause Ittingen). Warth, +41 52 748 41 20, www.kunstmuseum.tg.ch Konstellation 3. Werke von Zilla Leutenegger, Roman Signer, Marina Abramovic und anderen. bis 07.08.2011 Richard Phillips entdeckt Adolf Dietrich. Gezeigt werden die grossen Gemälde des Amerikaners nach Motiven von Adolf Dietrich sowie eine vom Künstler zusammengestellte Auswahl von Werken Dietrichs. bis 28.08.2011 Kunstmuseum Winterthur. Museumstrasse 52, Winterthur, +41 52 267 51 62 Bild / Objekt. Neuere Amerikanische Kunst aus der Sammlung. bis 17.07.2011 Fabian Marti. Marti arbeitet vornehmlich mit dem Scanner,um Gegenstände ohne Kamera digital aufzunehmen. Er erhält den Manor-Kunstpreis Kanton Zürich. bis 17.07.2011 Fausto Melotti. Musikalische und poetische Werke aus Messingdraht, bemalten Stofffetzen und Papier. bis 17.07.2011 Kunstraum Engländerbau. Städtle 37, Vaduz, +41 423 233 31 11, www.kunstraum.li Familien-Erb-Teil. Gruppenausstellung – 13 künstlerische Positionen aus drei Ländern. 17.06.2011 bis 15.08.2011 Kunstraum Kreuzlingen. Bodanstrasse 7 a, Kreuzlingen, +41 71 688 58 30, www.kunstraum-kreuzlingen.ch Manuel Schmalstieg. Videoarbeit Solaris [1972 – 2010]. bis 03.07.2011 Matthias Bosshart – Move about. Experimentalfilm-Bild-Tafeln. Matthias Bosshart war 1985 der erste Adolf-Dietrich-Preisträger der Thurgauischen Kunstgesellschaft. bis 03.07.2011

67 SAITEN 06.11

Kunstraum Winterthur. Wildbachstrasse 7, Winterthur, +41 52 232 04 22, www.kunstraumwinterthur.ch Eine Falte für Gilles. Winterthurer Künstler Surab Narmania. bis 19.06.2011 Kunstverein Konstanz. Wessenbergstrasse 41, Konstanz, +49 7531 223 51, www.kunstverein-konstanz.de Herlinde Koelbl – «Haare». Fotografien von Haaren in ihren vielfältigen symbolischen Bedeutungen. bis 26.06.2011 Lokremise. Grünbergstrasse 7, St.Gallen, +41 76 325 82 51, www.lokremisesg.ch Famed. Das Künstlerkollektiv aus Leipzig ist als ‹artist in residence› eingeladen. bis 14.08.2011 Lokremise Buchs. Bahnhof, Buchs, www.suedkultur.ch Azwo11. Kunstschaffende aus dem Werdenberg und Liechtenstein. 10.06.2011 bis 10.07.2011 Magazin 4. Bergmannstrasse 6, Bregenz, +43 5574 410 15 11, www.magazin4.at Control. Mit: Nine Budde, Friederike Feldmann, Nick Oberthaler, Julia Schmidt, Tilo Schulz und Jannis Varelas. Kuratiert von Carsten Fock. bis 21.08.2011 Museum im Lagerhaus. Davidstrasse 44, St.Gallen, +41 71 223 58 57, www.museumimlagerhaus.ch Traumtänze. Ausstellung mit Werken aus dem Sammlungsbestand. bis 28.02.2012 Zuhause auf der Strasse. Mit Werken von Jan-Piet Graf, Bobby Moor, Beate Stanislau und Nina Wild. bis 10.07.2011 Museum im Turmhof. Seestrasse 84, Steckborn, +41 52 761 30 28, www.turmhof-museum.ch Hans Baumgartner: Herkunft und Welt – in erster Linie Menschen. Als eine Art «fliegender Reporter» belieferte Hans Baumgartner seit Mitte der 1930er Jahre fast alle Schweizer illustrierten Zeitschriften mit Fotos. bis 16.10.2011

Blue Curry / Monica Ursina Jäger. London Fokus. bis 09.06.2011 Otten Kunstraum. Schwefelbadstrasse 2, Hohenems, +43 5576 904 00, www.ottenkunstraum.at Schönheit als Notwendigkeit. Gewobenes und Gemaltes aus der Sammlung Otten. bis 29.07.2011 Otto-Bruderer-Haus. Mittelstrasse 235, Waldstatt, +41 71 351 67 42, www.ottobruderer.ch 100 Jahre Otto Bruderer. Jubiläumsausstellung. Repräsentative Werkschau. 04.06.2011 bis 07.04.2012 Oxyd Kunsträume. Wieshofstrasse 108, Winterthur, +41 52 316 29 20, www.oxydart.ch All Diese Altmodischen Sachen (adas). Mit: Renate Bodmer, Bendicht Fivian, Corinne Güdemann, Andrea Muheim, Ercan Richter, Giampaolo Russo, Kaspar Toggenburger, Alex Zwalen. bis 17.07.2011 Podium Nr. 1. Mit Werken von Romana Del Negro, Sybille Völkin und Fant Wenger. bis 11.06.2011 Podium Nr. 2. Mit Werken von Mike Cadurisch, Sabina Speich und Olga Titus. 18.06.2011 bis 17.07.2011 Palais Bleu. Kantonsschulstrasse 6, Trogen, +41 78 819 96 98, www.lelieu.palaisbleu.ch Get up and run away with it – about love and the impossible. Gruppenausstellung mit Bettina Disler, Francisco Sierra, Michelle Kohler, Nicole Michel, Seline Baumgartner. Kuratiert von Nadine Wietlisbach. bis 02.07.2011 Schloss Dottenwil. Dottenwil , Wittenbach, +41 71 298 26 62, www.dottenwil.ch Ida Kobel. Ihre Arbeit gründet in einer tiefen Naturverbundenheit. Ihr Ausdrucksmittel ist vor allem Farbe. bis 12.06.2011 Markus Buschor. Holzskulpturen. 19.06.2011 bis 28.08.2011 Schloss Wartensee. Postfach 264, Rorschacherberg, +41 71 858 73 73, www.wartensee.ch Simeun Moravac. Gemälde und Skulpturen im Schloss und im Park. bis 13.11.2011

Museum Liner. Unterrainstrasse 5, Appenzell, +41 71 788 18 00, www.museumliner.ch Rudolf Steiner / Otto Rietmann. Wandtafelzeichnungen und Photographien zum Thema «Ich bin das Bild der Welt». bis 19.06.2011

Schloss Wolfsberg. Wolfsbergstrasse 19, Ermatingen, +41 71 663 51 51, www.wolfsberg.com Teruko Yokoi: Mond – Sonne – Jahreszeiten. Retrospektive der in Japan geborenen Berner Künstlerin. bis 30.06.2011

Museum zu Allerheiligen. Baumgartenstrasse 6, Schaffhausen, +41 52 633 07 77, www.allerheiligen.ch Blaubart-Barock. Verborgene Barockmalerei aus der Sammlung. 19.06.2011 bis 21.08.2011 Vom Munot zum Rheinfall. Alte topographische Ansichten. bis 21.08.2011

Städtische Wessenberg-Galerie. Wessenbergstrasse 43, Konstanz, +49 7531 900 37 6, www.konstanz.de Otto Adam – «See und Süden». Gemälde, Aquarelle, Pastelle und Zeichnungen. bis 28.08.2011

Nextex. Schmiedgasse 15, St.Gallen, +41 71 220 83 50


ausstellungen

Museum Appenzeller Brauchtumsmuseum. Dorfplatz , Urnäsch, +41 71 364 23 22, www.museum-urnaesch.ch gchügelet, gschnitzt ond gmoolet. In dieser Ausstellung stehen die «Schönen Chläuse» im Mittelpunkt. bis 13.01.2012 Appenzeller VolkskundeMuseum. Stein AR, +41 71 368 50 56, www.avm-stein.ch Tierglocken aus aller Welt. Über 200 Tierglocken aus aller Welt. bis 18.09.2011 Botanischer Garten. Stephanshornstrasse 4, St.Gallen, +41 71 288 15 30, www.botanischergarten.stadt.sg.ch Fuchsien – Tänzerinnen im Pflanzenreich. Kernstück der Ausstellung ist ein Fuchsien-Portrait in der Orangerie. bis 09.10.2011 Historisches Museum des Kantons Thurgau. Freie Strasse 24, Frauenfeld, +41 52 724 25 20, www.historisches-museum.tg.ch Verdingkinder reden – Enfances volées. Die Ausstellung «Verdingkinder reden – Enfances volées» will ein Kapitel der Schweizer Geschichte vor dem Vergessen bewahren und ehemalige Verdingund Heimkinder in persönlichen Berichten zu Wort kommen lassen. bis 16.10.2011 Historisches Museum Heiden. Kirchplatz 5, Heiden, +41 71 898 50 50, www.museum.heiden.ch Zwei Ausstellungen zum Gedenken an Carl Böckli. Wer war Carl Böckli eigentlich?: Karikaturist? Journalist? Kommentator? Analytiker? Dichter? Publizist? Entscheidet man sich für eine Bezeichnung allein, wird man Bö nicht gerecht. bis 30.09.2011 Historisches und Völkerkundemuseum. Museumstrasse 50, St.Gallen, +41 71 242 06 42, www.hmsg.ch Ceramica Popolare. Die Sonderausstellung versucht die lange Tradition der Keramik und ihre Faszination für die Moderne an Beispielen aus Süditalien aufzuzeigen. bis 05.06.2011 Hedwig Scherrer. Eine der ersten Ostschweizerinnen, die eine künstlerische Laufbahn einschlugen. bis 18.09.2011 Wilhem Meier. Ein St.Galler Bildhauer zwischen Tradition und Moderne. bis 18.09.2011 Zeit für Medizin! Einblicke in die St.Galler Medizingeschichte. bis 18.05.2012 Ittinger Museum (Kartause Ittingen). Warth, +41 52 748 41 20, www.ittingermuseum.tg.ch Herrschaftssitz und Musterlandwirtschaftsbetrieb. Die Kartause Ittingen in der Ära Fehr (1867 bis 1977). bis 18.12.2011

Jüdisches Museum. Schweizerstrasse 5, Hohenems, +43 5576 739 89 0, www.jm-hohenems.at Die Türken in Wien. Die Ausstellung vermittelt überraschende Einsichten in die Geschichte der Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei, zwischen Juden in West und Ost, und in die Geschichte der Migration in Europa und der jüdischen Diaspora. bis 02.10.2011 Minimuseum Vigano. Marktgasse 11, Rapperswil solo.ganzblum. «das grosse ganz klein – das kleine ganz gross». bis 12.06.2011 Museum Appenzell. Hauptgasse 4, Appenzell, +41 71 788 96 31, www.museum.ai.ch Albert Enzler und Johann Baptist Inauen. Zwei Aussenseiter der Appenzeller Bauernmalerei. bis 06.11.2011 Museum Herisau. Oberdorfstrasse 2 b, Herisau, +41 79 377 34 43, www.museumherisau.ch Appenzeller Gärten. Sonderausstellung. Appenzeller Gartenkultur. bis 25.12.2011 Naturmuseum. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, www.naturmuseumsg.ch Bergleben – Die Tierwelt unserer Gebirge. Eine Fotoausstellung des Grabser Naturfotografen Markus P.Stähli. bis 12.06.2011 Der Steinbock – ein wunderlich, verwegenes Thier. Sonderausstellung. bis 16.10.2011 Naturmuseum Thurgau. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 22 19, www.naturmuseum.tg.ch Wie bist du so schön. 50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel. bis 26.06.2011 Rosgartenmuseum Konstanz. Rosgartenstrasse 3, Konstanz, +49 7531 900 24 6, www.rosgartenmuseum-konstanz.de Präkolumbische Kunst aus Costa Rica. Das Rosgartenmuseum und das Adelhauser Museum in Freiburg besitzen in ihren Sammlungen präkolumbische Keramikkomplexe aus Costa Rica. bis 24.10.2011 Schloss Werdenberg. Werdenberg, +41 81 771 29 50, www.schlosswerdenberg.sg.ch Schlossmuseum. Neben dem Wohnmuseum sind dauerhaft auch Werke von Pipilotti Rist und Niki Schawalder zu sehen. bis 30.10.2011

StGall – die Spitzengeschichte. Umfassende Übersicht der facettenreichen, einzigartigen Geschichte der handgefertigten Spitzen, die zum Kulturgut von St.Gallen zählen. bis 30.12.2011 Toggenburger Museum. Hauptgasse 1, Lichtensteig, +41 71 988 81 81, www.toggenburgermuseum.ch Bergrettung Wildhaus-Amden. Seit 100 Jahren rettet die Kolonne Wildhaus-Amden verunfallte Berggänger. Historische Aufnahmen und aktuelle Fotos zeigen den Wandel. bis 14.08.2011

Galerie Atelier Libertas. Innerer Sonnenweg 1, St.Gallen, 0041 71 244 96 04, www.atelier-libertas.ch 2. Präsentation. Willi Hausig, Farbe. Damaris Zehentmayer-Hausig, Keramik. bis 30.06.2011 Galerie Christian Roellin. Talhofstrasse 11, St.Gallen, +41 71 246 46 00, www.christianroellin.com Marien Schouten. «Nepheline» Skulptur und Malerei. bis 02.07.2011 Galerie Dorfplatz. Dorfstrasse 11, Mogelsberg, +41 71 376 00 55, www.atelierernst.ch Thomas Fri Freydl. Ausschnitt seiner Werke. 18.06.2011 bis 17.07.2011 Galerie Paul Hafner (Lagerhaus). Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 223 32 11, www.paulhafner.ch Marianne Rinderknecht. «Varanasi». bis 02.07.2011 Galerie.Z. Landstrasse 11, Hard, Vorarlberg, +43 650 648 20 20, www.galeriepunktz.at Auf dem Tisch. Kuratiert von Emi R. Denk, Universität für angewandte Kunst. 16.06.2011 bis 16.07.2011 Walter Kölbl. Mathematisch-geometrische Werke. bis 11.06.2011 Guerilla Galerie. St. Georgenstrasse 3, St.Gallen, www.guerillagalerie.ch Work in Progress. Guerilla Galerie «Jägerstrasse». Mit Arbeiten des Fotografen Michael Etzensperger. bis 24.06.2011

Stiftsbibliothek. Klosterhof 6 d, St.Gallen, +41 71 227 34 16, www.stiftsbibliothek.ch Musik im Kloster St.Gallen. Die Stiftsbibliothek präsentiert in ihrer Jahresausstellung ihre kostbarsten musikalischen Schätze. bis 06.11.2011 Textilmuseum. Vadianstrasse 2, St.Gallen, +41 71 222 17 44, www.textilmuseum.ch

Weitere Alte Kaserne. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, www.altekaserne.ch D’Sueballä – alle Strips auf einen Streich. Comics von Lika Nüssli. bis 10.06.2011 Florian Jacot – Couchzone. Grossformatige Ausdrucke seiner Cartoons und handgezeichnete Illustrationen. 15.06.2011 bis 15.07.2011 Tingatinga-Malerei aus Tansania. Ausstellung im Rahmen der AfroPfingsten. 08.06.2011 bis 23.06.2011

Studio Mumbai. Studio Mumbai, gegründet von Bijoy Jain, ist ein in Indien angesiedeltes Kollektiv von Architekten und qualifizierten Handwerkern. 06.06.2011 bis 28.08.2011 Verein neuer shed im Eisenwerk. Industriestrasse 23, Frauenfeld, +41 52 728 89 82, www.neuershed.ch Tanz mit Bruce Nr. 3. RealitätsKonstruktionen. Mit Yvonne Weber, Monika Rechsteiner, Anna-Katharina Wittmann und Benjamin Krieg. bis 25.06.2011

Bibliothek Herisau. Poststrasse 9, Herisau, +41 71 351 56 16, www.biblioherisau.ch Wilde Kerle, weicher Kern. Herisauer Kuscheltiere in der Vitrine. bis 30.06.2011 Kloster Fischingen. Hauptstrasse , Fischingen, +41 71 978 72 20, www.klosterfischingen.ch Bettina Tharia Sommer. Die Künstlerin ist jeweils an den Sonntagen ab 11 Uhr anwesend. bis 26.06.2011 Kornhaus. Rorschach Bruno Steiger – Jürg Rohr. Rendezvous Ostschweizer Kunstschaffender. Mit Malerei und Installation. bis 05.06.2011 Kulturforum Amriswil. Bahnhofstrasse 22, Amriswil, +41 71 410 10 93, www.kulturforum-amriswil.ch LebenskunSTerben. Fotoausstellung. 24.06.2011 bis 03.07.2011 Kursaal Heiden. Heiden Herbert Hoffmann. Gedenkausstellung Herbert Hoffmann 1919 – 2010. bis 13.06.2011 Museum für Lebensgeschichten. im Hof Speicher -, Speicher, 071 343 80 80, www.museumfuerlebensgeschichten.ch Hertha Ochsner. Bekannte Unbekannte – Ihre Welten. bis 31.01.2012 Schule für Gestaltung. Demutstrasse 112, St.Gallen, +41 71 226 56 00, www.finale-sg.ch Ausstellung der Arbeiten des Qualifiationsverfahrens. Grafiker zeigen ihre Arbeiten. 24.06.2011 bis 29.06.2011 Gestalter und Designer vom 24.06.2011 bis 02.07.2011 Silberschmuckatelier O’la la. Oberdorfstrasse 32, Herisau, +41 71 351 35 70 Brauchtum III. Modernes Brauchtum von Sylvia Bühler. bis 30.06.2011 Sitterwerk. Sittertalstrasse 34, St.Gallen, +41 71 278 87 09, www.sitterwerk.ch

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kurse

Kurse Körper Aku–Yoga. Dehnung und Lockerung aus Ost und West. Hetti Werker, Studio 8, Teufenerstrasse 8, St.Gallen, 071 222 75 58, hettiwerker@pobox.ch. Di 10–11 Uhr, 12:20–13:20 Uhr Atem. Bewegung.Raum. Bewusstheit durch den Atem und die Bewegung. Doris Willi, Gallusstr. 18, SG, 071 222 47 59, dowilli@ bluemail.ch, www.emindex.ch/ doris.willi Atem. Gesundheit. Bewusstsein. Atem-Arbeit nach Prof. I. Middendorf als Kraft & Verbindung auf allen Ebenen. Einführungskurse, wöchentl. Kurs gemischtgeschlechtlich, 14-tägl. für Männer, Einzelbehandlungen, Privatseminare, Johannes Dörig, Wiesenweg 10, SG, 071 223 15 39, johannes. doerig@sunrise.ch Atemkurs. Atem als Kraftquelle erfahren und in Beziehung zu uns selbst kommen. Esther Bugmann, 071 288 59 52, e_bugmann@bluewin.ch, jew. Mi 19-20 Uhr & Do. 9.30-10.30 Uhr. Bewegungs- u. Ausdrucksspiel für Kinder. 5–9 Jahre. B. Schällibaum, 071 277 37 29, Sala. Do 16:45–18 Uhr Entspannungsgymnastik für Frauen ab 40. B. Schällibaum, Felsenstrasse, Sala, 071 277 37 29. Do 18:30–19:30 Uhr Felicebalance. Biosynthese und Craniosacrale Behandlung für Erwachsene und Kinder. Astrid Bischof, Vadianstrasse 40, St.Gallen, 078 609 08 09, 071 344 29 56, Sandra Töngi, 076 596 58 86, 071 877 45 77, www.felicebalance.ch Hatha Yoga. Vanessa Schmid, Sa 9–10:30 Uhr. Schule für Ballett und Tanz, St.Gallen. 071 222 28 78, www.ballettundtanz-haindl.ch Feldenkrais. Bewusstheit durch Bewegung, Gruppen in St.Gallen Claudia Sieber Bischoff, Dipl. Feldenkrais Lehrerin SFV, 071 222 95 68, Di 19:10-21:10 Uhr. Feldenkrais kombiniert mit kreativem Tanz, Do 18:05–19:30 Uhr, Fr 17–18:20 Uhr Tanz- und Contact-Improvisation / Stocktraining. Regelmässige Abendkurse und Workshops mit Claudia Roemmel, St.Gallen. 071 222 98 02, www.tanztheatertext.ch, Nia/GymAllegro, Dance/ Fitness/Wellness. Ganzheitliche Fitness für Körper, Geist und Seele. Nia/Rückentraining/Bodybalancing/ Beckenbodentraining/Meditation. Studio Nia/GymAllegro, Buchentalstr. 27, SG, 071 244 44 38, Alexandra Kunz, Esther Thürlimann, info@gymallegro.ch, www.gymallegro.ch Kultur-Werkstatt Wil. Zentrum für Musik, Bewegung, Gestaltung, Begegnung. 5Rhythmen, FreiTanz, Yoga, Qi Gong, Tai Chi, Modern, Rhythmik, Kindertanz, Feldenkreis, Klangtanz, Bühne am Gleis, Seminare, Raumvermietung. 071 912 22 66, www.kulturwerkstatt.ch Yogaschule. Hatha-Yoga, Atem, Haltungstherapie, Norma de Luca, Turmgasse 8, St.Gallen, Tel./Fax 071 222 80 71,

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071 242 05 25, tanzschule@theatersg.ch, www.theatersg.ch ChoRa - Plattform für Tanz und Bewegung. Diverse Tanztage in Sitterdorf, Tanzimprovisation, Kreistanz, Volkstanz, meditativer Tanz, u.a. Infos: 071 422 57 09, www.chora.ch Tanzschule Karrer. Zeitgenössischer Kindertanz, Kinderjazz, Rhythmik, Teeny-Dance, Jazz, Improvisation, Flamenco, Pilates Matwork. Regina M. Karrer, Schule 071 222 27 14, P: 071 352 50 88, reginakarrer@bluewin.ch, www. rhythmus-tanz.ch Hilal Dance. Zeitgenössicher Ägyptischer Tanz. Von der Tradition zur Moderne. Tanz-Zentrum, Haggenstr. 44, St. Gallen, Yvette Blum, 0049 7531 65418, yvette@ blum-tanz.de Tanz.Impro. Ein Angebot für alle Altersstufen. Körpertraining, Bewegungsgestaltung, Entspannung, Gisa Frank, Aula Kantonsschule, Notkerstr. 20, SG, 071 877 49 37, info@ frank-tanz.ch, jew. Mo. 18.-19.30 & 19.45 - 21.15 Uhr. Tanze was dich bewegt. Aktuelle Lebensthemen frei tanzen, keine Vorkenntnisse nötig. Erika Friedli, dipl. Tanztherapeutin, Gais, 076 376 36 77 und 071 793 33 06 ein Samstag/Monat 10–14 Uhr, Auch Einzeltage möglich. Tanz dich frei. Improvisation, Freude am Ausdruck, Selbstwahrnehmung, Meditation in Bewegung. Nicole Lieberherr, Riethüsli, St.Gallen, 071 351 37 82, www. freier-tanz.ch, Do 18:15–20 Uhr Tanzimprovisation und Körperarbeit für Frauen. B. Schällibaum, 071 223 41 69, Sala, Do 20–21:30 Uhr, Fr 17:30–19 Uhr Taketina – Rhythmische Körperarbeit. Urs Tobler, 071 277 37 29, Mi 18:30–21 Uhr Tango Argentino. Kurse für alle Niveaus. Tango Almacèn, Lagerhaus 42, St.Gallen, 071 222 01 58, www.tangoalmacen.ch Schule für Ballett und Tanz, St.Gallen, 071 222 28 78, www.ballettundtanz-haindl.ch Tanz, Bewegung & Ausbildung. Laienkurse: Jazz-/Moderndance, HipHop für EW und Jugendliche, Bewegungstraining, Pilates, Moderner Kindertanz, Teenie Dance. Ausbildungen: Bewegungspädagogik, Bewegungstrainer, Zusatzausbildung Tanzpädagogik. Modulweiterbildungen, BGB Schweiz anerkannt. Danielle Curtius, Schachenstrasse 9, 9016 St.Gallen, 071 280 35 32, www.curtius-tanz.ch, info@curtius-tanz.ch Schule für Tanz und Performance Herisau. Weiterbildung Tanz Intensiv, www.tanzraum.ch/ schule Flamencoprojekt Schweiz Bettina Castano. beim HB SG. Flamencotanz für Anfänger & Fortgeschrittene, auch Seniorinnen, systematischer & fortlaufender Unterricht, WE-Kurse und Shows, auch Gitarrenunterricht. Bettina Castano, 079 708 13 41, b.castano@ interbook.net., Brigit Hefel, 076 578 77 00, b.hefel@xss.ch www.castano-flamenco.com, Jazztanz. FunkyJazz. HipHop. Gymnastik. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in St.Gallen

und Degersheim. Nicole Baumann, dipl. Tanz- und Gymnastikpädagogin SBTG, St.Gallen, 071 393 22 43 AFRO. Afrikanisch inspirierter Tanz. Traditionell-Modern-Pop. Wir tanzen zu versch. Rhythmen. Tanja Langenauer, Höhenweg 64, St.Gallen, 079 783 68 70, tanja. langenauer@gmx.net, jeden Do 18.30–20 Uhr (Mittel-Fortgeschr.) und 20–21.30 Uhr (Anfänger), Amriswil jew. Di 9–10.30 Uhr Contact Improvisation Jam. Rollen, tanzen, fliegen: 30min angeleitetes Aufwärmen, nachher freier Jam, 15 Fr./Abend, keine Anmeldung nötig. Einführungskurse nach Bedarf. Ort: Felsenstrasse 33, SG, Leitung: Kathrin Schwander, Tanzpädagogin, 079 267 56 17, kschwander@gmx.ch, Do, 09. & 23.06., 20:00–22:00 Uhr Körperwahrnehmung, ­Bewegung, Tanzimprovisation. Annlies Stoffel Froidevaux, Bewegungs- und Tanztherapeutin, St.Gallen, Auskunft und Anmeldung: 071 340 01 12 Tanzschule: raumbewegen bewegungsraum. Kindertanz, Streetdance, Zeitgenösssischer Tanz, Ballett, Gymnastik. Kerstin Frick, Merkurstr. 2, St.Gallen, 071 223 30 12, info@raumbewegen.ch, www.raumbewegen.ch Kindertanz. Kreativer Tanz für Kinder und Jugendliche. Versch. Altersgruppen ab Kindergarten. Franziska Niedermann, Niederteufen, 079 765 06 14, www.kreativerkindertanz.ch, jew. Do Zauberland im Theaterwerk. Theaterkurse für Kinder, 5-12J. Sandra Sennhauser, Teufenerstr. 73b, St.Gallen, 079 677 15 89, sandra_spoerri@yahoo.com, jeweils Mittwochs. Theaterkurs. Für 10 bis 14-jährige im Flon St. Gallen. Lust am Improvisieren, auf Spiel und Spass? Isabelle Rechsteiner, 071 222 09 05, isa.rech@bluewin.ch, jew. Mi. 15-17 Uhr, Kurs A: 01., 15. & 22.06. ig – Tanz Training Weiterbildung für Tanz- und Bewegungsschaffende. Theatertanzschule, Notkerstrasse, St.Gallen. Infos: www.igtanz-ostschweiz.ch, Cordelia Alder, 071/ 793 22 43, alder.gais@gmx.ch Dancing Yoga. Susanne Daeppen, 3., 10., 17. & 24.06. & 01.07., jew. 8:45-10:45 Uhr Workshop. Body & Soullandscapes. Susanne Daeppen, www.dakinidance.ch, 18. & 19.06., Yoga 10-12 Uhr, Butoh 13-16 Uhr. fernost Wen-Do. Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen. Verein Selbstverteidigung Wen-Do, Bühlbleichestr. 2 St.Gallen, 071 222 05 15, wendo.sg@bluewin. ch, Frauen WE-Grundkurs, 18. & 25.06. Aikido Einführungskurs. www.aikido-meishin-sg.ch, ­Einführungskurs 18:30–19 Uhr, Fortgeschr. Mo/Mi/Fr 19:30–21 Uhr SundariYoga. Ein kraftvolles Yoga, das bewegt. Eine Oase der Stille, die entspannt. Ein zeitgemässer Yogi, der inspiriert. 071 440 20 02, www.sundariyoga.ch

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Nachrichten aus dem Sumpf pfahlbauer

Am besten gleich ein Festival: Grusig uf de Gass

Kröten, Kröten, nichts als Kröten. Nicht schon wieder, werden Sie denken, auch wenn Sie zugeben werden müssen, dass diese Kriechviecher in der Ostrandzone unbestritten das Tier dieses Frühlings sind. Aber keine Sorge, hier gehts nicht um jenes so genannte Altstadtaufwertungskrötenschlucken, das in der Gallenstadt jüngst gewerblich-behördlich dringend verordnet, aber von vielen Menschen aller Altersgruppen nicht vertragen und dann ärztlich verboten wurde. Nein, es geht um die Kröten vor unserem Haus. Die werden langsam zum Problem: Zuerst wars eine typische moderne Schweizer Kleinfamilie, Vater-Mutter-Kindchen, die es sich in unserer alten Plastikgelte beim Veloständer gemütlich machte. Nach einer Woche erschienen ein paar Cousins; und nicht nur zum Besuch. Und dann wurden es schnell und ständig immer mehr. Mittlerweile hat mein Nachbar, der Langhals, fast 200 gezählt. 200! Und vor allem: Sie werden immer grösser, das längste Exemplar hat in zwei Wochen 35 Zentimeter zugelegt und erreicht schon bald einen halben Meter. Wir vermuten, dass sie eine Frau ist und haben sie Gudrun getauft (3:2-Stimmentscheid gegen Doris), aber wohl ist uns nicht mit ihr. Wenn Gudrun so weiterwächst, läuft sie im Juni auf Augenhöhe mit unserem freisinnigen Lieblingslokalpolitiker, dem Dornenmann. Babys lassen wir schon lange nicht mehr in die verkrötete Umgebung des Veloständers. Wie es zur Invasion der Riesenkröten gekommen ist und warum sie sich genau vor unserem Haus versammelt haben, wissen wir beim besten Willen nicht. Klar, möglicherweise wurden sie von meinem Titanwurz angelockt, den ich, begeistert von der Basler Riesenstinkblütensensation und den Rekordtemperaturen im Mai, gepflanzt habe. Eigentlich zum Zweck,

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mit seinem bestialischen Geruch ein paar doofe Nachbarn zu vertreiben, aber nun denn halt. Langhals meint ja, die Kröten entsprächen einer verschiedentlich beobachteten Entwicklung hin zum zivilisatorisch mutierten Tier – siehe der Siebenschläfer unlängst in einer Kloschlüssel in einem benachbarten Quartier. Oder eben hin zum grossen Tier – siehe die Monsterwelse im Grossen Pfahlbauersee. Oder jüngst die fette Hummel, die lauter summte als ein Rasenmäher, dreimal ums Haus flog und dann gegen eine Strassenlaterne klatschte, fünfzehn Zentimeter und ein halbes Kilo Insekt, schätzten wir. Ganz zu schweigen von den Maikäfern, die schon im April das Rheintal leerfrassen. Vielleicht frässen die Riesenkröten wie die Monsterwelse ja auch diese Schickihündchen der neureichen Steuerkriegsgewinnler, die praktischerweise immer kleiner würden, spasste Langhals. Aber so richtig lachen konnten wir nicht. Dummerweise hat sich unser Krötenzoo schon in der halben Stadt herumgesprochen. Und jetzt haben wir nicht nur allerhand Gaffer in der Gegend, sondern erhalten auch immer häufiger nervige Post. Zum Beispiel von Lidl, der uns zu einem Wettbewerb einlud, oder von der evangelischen Allianz jesus.ch, die uns unter anderem mit der Mailadresse pfahlbauer@ jesus.ch ködern wollte. Sie wollen nicht hören, was wir dem einen der beiden himmeltraurigen deutschen Fourletterword-Discounter und den Evangelikalen zurückschrieben: Sie sollen sich zum Teufel scheren, war noch der freundlichste Ausdruck. Und dann meldeten sich natürlich jene, die politisches Kapital aus der grausligen Sache schlagen wollen. Die Volksparteiler zum Beispiel stellten sofort einen Zusammenhang mit der Zuwanderung her. Der Fettsack, der sich nachts zu den Kröten schlich, erhielt allerdings eine böse Lektion: Er liegt halb angefressen neben der Gelte. Und wir sind komplett unschuldig. Sie merken: Probleme, dicke Probleme. Wir wollen jetzt die Krötengemeinde schleunigst weghaben, bevor sie uns anknabbern. Der momentane Plan: Wir schicken die fetten Kröten in den Speckgürtel, schliesslich gehören sie aufs Land. Wir werden sie also alle, solange das noch knapp geht, einfangen, zu einer Parkgarage bringen und in die dort parkierten geräumigen AR-Protzgeländewagen packen. Wer weiss, vielleicht veranstalten wir vorher noch ein Happening, nichts Grosses, aber doch eine erfreuliche Sache für eine breite Öffentlichkeit. Ein Krötenrudelbums auf Pipis Kinderspielplatz in Raiffeisencity, sowas in der Art. Oder etwas mit Musik, ein Openair mit ein paar Krötencoverbands, am besten gleich ein Festival, der Titel liegt nah: Grusig uf de Gass. Möglicherweise wächst uns die Sache aber vorher über den Kopf. Und Ihnen sowieso. Seien Sie auf der Hut! Charles Pfahlbauer jr.


nr. 071 von THeres senn

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W

ie oft hat man es gehört nach der Marktplatzabstimmung: Die Stadt hat sich gewandelt! Aber mal unter uns: es kommt noch mehr auf St.Gallen zu. Der Change wurde ja vom Theater St.Gallen und dem International Institute of Political Murder von Milo Rau und Marcel Bächtiger ausgerufen. Die Eckensteherinnen und Flaneure der City diskutierten angeregt über Demokratie und Interkultur. Wir sind also gespannt wie die Flitzbögen, ob wir das Ausländerstimmrecht noch erleben dürfen. Ozan «auf allen Kanälen» Günaydin, der Cover-Boy der letzten «Saiten»-Ausgabe, setzt sich jedenfalls weiterhin wie ein Bär dafür ein. Und in den letzten paar Wochen, man glaubt es kaum, wurde er noch berühmter. So fuchtelt er wild auf der Internetseite von «NZZ Campus» und erklärt der Restschweiz das studentische Leben in St.Gallen. Zudem

wurde er von den City-of-Change-Initianten zum City-of-Change-Kulturminister erkoren. Ihn dürfte es also ebenfalls freuen, dass beim Migros Kulturprozent mehr oder weniger konkret die Eröffnung eines St.Galler Kulturbüros ausgeheckt wird. Was die Spatzen so von den Dächern pfeiffen, soll es, falls alles rund läuft, bereits im Herbst soweit sein. Näheres dazu sicher nächstens in diesem Magazin. Weniger Freude hingegen machten die vermutlich ersten so genannten Megaposter St.Gallens: Die Fassaden des Kantonalbank-Headquarters und des (ehemaligen) «Saiten»-Hauses am Blumenbergplatz wurden mit riesigen Plachen zugekleistert. Die KB macht pastellfarben Werbung für die Spitzenausstellung im Textilmuseum und die Stadt warb an der schönsten Kreuzung St.Gallens für Frauenmode. Für welche Marke wissen wir leider nicht mehr, viel-

leicht war der Lappen doch zu klein. Wie dem auch sei, das lokale Jugendund Ausbildungsradio hat ebenfalls einen kleinen Ausrutscher hinter sich. Seit Mai rockt Toxic FM nämlich. Das bedeutet mehr oder weniger: morgens bis abends Männermucke. Wobei Rock an und für sich ja nicht a priori schlecht ist. Manche behaupten gar, das Programm sei nicht sehr anders als vorher. Jedenfalls rumpelte es in vermeintlichen Fankreisen heftig, als der Hebel umgekippt wurde. Aber man weiss ja: Kritiker der Elche sind selber welche und so. Wenn sich eine Stadt wandelt, dann gehen auch ein paar in die Ferne, andere wiederum stossen neu in die Runde, nochmals andere kehren heim. In Rorschach wird eine der herzlichsten aller Quartierbeizerinnen, Adriana Alismeno, im November nach längerem Unterbruch wieder am Tresen des Hirschens stehen. So bleibt den Spa-

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zierenden im Städtchen am See nach dem Mariaberg-Ende eine heimelige Bar bewahrt. Neu in der St.Galler Runde ist Martin Jedlitschka. Ein Zürcher Galerist, der über dem Elephant Club einen Kunstraum namens Tartar aufgemacht hat. – Zusammen mit seinem Freund Francesco Bonanno von der Macelleria d’Arte. Man darf gespannt sein, was die beiden Kunstmetzger alles aushecken; die erste Ausstellung widmet sich unter dem sinnigen Titel «Stalin bis Medwedew» jedenfalls schon mal den «Impressionen Russischer Kunst». In die Fremde zieht es Dimitrij Itten mit seinem Design-Flohmi «Cash For Trash». Das Szene-Happening findet im September zum ersten Mal in Stockholm statt. Wer also noch ein paar T-Shirts aus beispielsweise feinstem Megapostermaterial zu verkaufen hat, bitte bei Itten melden.


N°202 · Gülle, Geld und Galtlig  

Juni 2011 · Ein Blick hinters Heidiland

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