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Ostschweizer Kulturmagazin

F E B R U A R 2010

N°187

WER WIRD PENSIONÄR? DIE NEUEN ALTEN

AUSSERDEM:

Pasolini und Meienberg im Stadttheater Ostschweizer Poesie in Priština


Monatsprogramm $ER7ICHTIGTUER'ROSSE"~HNE +OMyDIEVON$AVID'IESELMANN -O  \-I  \ $O  \3O  UND

1. Mittagskonzert «Klang voller Genuss!» 4ONHALLE

0RINZ&RIEDRICHVON(OMBURG'ROSSE"~HNE 3CHAUSPIELVON(EINRICHVON+LEIST $I  \3O  UND\ -O  ZUMLETZTEN-AL

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Pasolini Der Täter und sein Opfer

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Die Macht der Gewohnheit «Wir hassen das Forellenquintett, aber es muss gespielt werden…» 4HEATERZELT

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Editorial «Wissen Sie, Frau Landolt», sagte kürzlich Herr Holzer, als wir uns im Treppenhaus trafen, «man sagt ja immer, wir Schweizer lebten, um zu arbeiten. Während die Südländer arbeiteten, um zu leben. Und nun werde ich nächste Woche pensioniert.» Ich wusste nicht recht, worauf er hinaus wollte, bis er hinzufügte: «Und jetzt muss ich weder arbeiten, um zu leben, noch umgekehrt. Das ist schon eine ungeheure Erleichterung.» Am 7. März wird über die Senkung des Umwandlungssatzes bei den Pensionskassen von 6,8 auf 6,4 Prozent abgestimmt. Die Gewerkschaften schlagen Alarm und rechnen vor, dass beispielsweise eine heute 26-jährige Frau, die 5000 Franken im Monat verdient, durch die Senkung des Umwandlungssatzes 61 300 Franken an Rente verlieren würde. Für alle, die nicht recht wissen, was der Umwandlungssatz überhaupt ist, was es mit der zweiten Säule auf sich hat und wieso ein Rentier nicht a priori ein Geweih hat, haben wir in dieser Ausgabe ein ABC der Altersvorsorge zusammengestellt. Die Alten sind in den letzten Jahrzehnten nicht nur immer älter geworden, sondern auch immer reicher, Marketing-Konzepte werden nach ihnen ausgerichtet, man spricht vom «silbernen Markt». Dass es mehr reiche ältere Menschen gibt, bedeutet jedoch nicht, dass die armen weniger werden. Vielmehr öffnet sich die Einkommensschere weiter. Wir besuchten einen 76-jährigen Mann, der mit 760 Franken im Monat auskommen muss, eine Frau, die im Heim wohnt, und eine Alters-WG, in der man auch bleiben kann, wenn man pflegebedürftig wird. Überhaupt drehen sich im Alter viele Fragen um das Thema Pflege: Ab wann muss man ins Heim? Wer übernimmt die Betreuung, wenn man zuhause bleibt? Und wie haben sich die Anforderungen der älteren Menschen verändert? Andrea Hornstein, Leiterin der Spitex St.Gallen-Ost, gibt im Interview Auskunft. Noëmi Landolt Willkommen und auf Wiedersehen. Mit dieser Ausgabe verabschiedet sich Noëmi Landolt von der «Saiten»-Redaktion. Ihre Stelle übernimmt ab Februar Andrea Kessler. Herzlich willkommen!

Impressum Saiten – Ostschweizer Kulturmagazin 187. Ausgabe, Februar 2010, 16. Jahrgang, erscheint monatlich Herausgeber: Verein Saiten, Verlag, Blumenbergplatz 3, Postfach 556, 9004 St.Gallen, Tel. 071 222 30 66, Fax 071 222 30 77, Redaktion: Noëmi Landolt, Johannes Stieger, redaktion@saiten.ch Verlag/Anzeigen: Richard Zöllig, verlag@saiten.ch Sekretariat: Gabriela Baumann, sekretariat@saiten.ch Kalender: Anna Tayler, kalender@saiten.ch Gestaltung: Carol Pfenninger, Michael Schoch, grafik@saiten.ch

Vereinsvorstand: Susan Boos, Lorenz Bühler, Gabriela Manser, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch Vertrieb: 8 days a week, Rubel Vetsch Druck: Niedermann Druck AG, St.Gallen Anzeigentarife: siehe Mediadaten 1. 2005 Saiten bestellen: Standardbeitrag Fr. 60.-, Unterstützungsbeitrag Fr. 90.-, Gönnerbeitrag Fr. 250.-, Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch Internet: www.saiten.ch Fotografie, Illustration: Daniel Ammann, Florian Bachmann, Beni Bischof, Stefan Bösch, Christiane Dörig, Tine Edel, Adrian Elsener, Rahel Eisenring, Georg Gatsas, Jonathan Németh,

Lika Nüssli, Franziska Messner-Rast, Tobias Siebrecht, Barbara Signer, Manuel Stahlberger, Felix Stickel, D-J Stieger, Lukas Unseld Text: Marcel Bächtiger, Susan Boos, Rolf Bossart, Kurt Bracharz, Sabina Brunnschweiler, Sina Bühler, Richard Butz, Bettina Dyttrich, Marcel Elsener, Andreas Fagetti, Hans Fässler, Tin Fischer, Mathias Frei, Carol Forster, Christina Genova, Andrea Gerster, Flori Gugger, Giuseppe Gracia, Eva Grundl, Michael Guggenheimer, Carlos Hanimann, Etrit Hasler, Frank Heer, Damian Hohl, René Hornung, Ralph Hug, Kathrin Haselbach, Lea Hürlimann, Daniel Kehl, Florian Keller, Thomas Knellwolf, Andreas Kneubühler, Fred Kurer, Manuel Lehmann, Sandra Meier, Melissa Müller, Peter Müller, Andreas Niedermann, Charles

Pfahlbauer jr., Milo Rau, Philippe Reichen, Shqipton Rexhaj, Adrian Riklin, Mark Riklin, Roman Riklin, Harry Rosenbaum, Andri Rostetter, Andreas Roth, Daniel Ryser, Kristin Schmidt, Sabin Schreiber, René Sieber, Monika Slamanig, Barnaby Skinner, Yves Solenthaler, Hanspeter Spörri, Wolfgang Steiger, Kaspar Surber, Peter Surber, Florian Vetsch, Roger Walch, Michael Walther, Bettina Wollinsky, Rafael Zeier © 2009, Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung. Die Urheberrechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.


INHALT

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Wege zur Erlösung. von Milo Rau Meisterstück. von Lian Voggel Mehrfach belichtet. von Daniel Ammann und Andrea Kessler

TITEL 10 «Es geht immer irgendwie» Zu Besuch in einer Alters-WG, einem Heim und einer Einzimmerwohnung. von Sina Bühler und Noëmi Landolt 10 Wer wird Pensionär? Altersvorsorge-ABC. von Kaspar Surber und Peter Müller 15 Only the old die young. Gedanken zur Altersradikalität. von Rolf Bossart 16 «Die Duschgeneration stellt uns vor neue Herausforderungen» Andrea Hornstein von der Spitex im Gespräch. von Wolfgang Steiger 21 Die graue Effizienz. Zur Macht der Alten. von Harry Rosenbaum Illustrationen von Felix Stickel

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THEMA 24 Rundflug. von Kurt Bracharz,

Andreas Roth, Meinrad Gschwend, Manuel Lehmann und Mathias Frei 28 Reime auf Bestellung in Innerrhoden. von Monica Dörig 30 Flaschenpost. von Evtichios Vamvas aus der Türkei KULTUR 33 Musik. Howe Gelb in der Grabenhalle. von Philippe Amrein 34 Tanz. Marco Santi über Pier Paolo Pasolini. von Andrea Kessler 36 Film. Von Palästina nach «Amerrika». von Ursula Weber 37 Kunst. Kriegsspielzeug und Totenwrack. von Ursula Badrutt 38 Literatur. Poezi in Priština. von Richard Butz 38 Literatour. mit Richard Butz 42 Von der Rolle. von David Wegmüller 43 Presswerk. von René Sieber KALENDER 45 Termine im Februar. 69 Charles Pfahlbauer jr. 71 D’Sueballä. von Lika Nüssli


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WEGE ZUR ERLÖSUNG

GRUPPENBILD MIT ZWERG Ich bin relativ spät gewachsen und im Jahr 1990, als Niklaus Meienberg im Stadttheater den St.Galler Kulturpreis erhielt, noch ein Zwerg gewesen. Im Publikum war ein ständiges Verkrampfen und Relaxen im Gang, denn das Ostschweizer Klima kitzelte aus Meienberg ein Durcheinander aus Ironie und Sentimentalität hervor. Ich erinnere mich unscharf, dass Meienberg sich selbst als «intellektuellen Stuntman» bezeichnete und noch einige ähnliche schwer durchschaubare Scherze machte, so dass die anwesende Kulturelite nicht recht wusste, an welchen Stellen sie lachen und besser still sein musste. Gegen Ende der Dankesrede schnellte ein gewisser Dr. Fischbacher, damals ein stadtbekannter Rassist, aus einem der Stühle hinter mir und sagte, es sei jetzt genug gefaselt worden, etwas ehrliche Dankbarkeit für den St.Galler Kulturpreis, übrigens durch Steuergelder finanziert, wäre angebracht und er würde nun gehen. Mein Grossvater, der neben mir sass und die Karten besorgt hatte, sagte: «Das ist der Dr. Fischbacher, er ist leider ein bisschen rechts.» Ich muss hier vielleicht anmerken, dass mein Grossvater auch ein bisschen rechts war, aber er spazierte ab und zu mit Meienberg, der seinerseits ein bisschen links war, ums Wasserschlösschen Hagenwil herum und hatte deshalb zwei Freikarten ergattern können. Doch das tut hier nichts zur Sache. Denn als Meienberg in die peinliche Stille hinein rief, Dr. Fischbacher sei ein aufrechter Mann und würde immer hin seine Meinung sagen, begann plötzlich der ganze Saal zu klatschen. Wobei Klatschen der falsche Ausdruck ist. Es war ein betörender Jubel, ein Begeisterungssturm, ein fast heidnisches Sich-Verbrüdern. Ich erinnere mich heute noch mit heissen Ohren an diesen zutiefst schweizerischen Moment der Einigkeit über alle politischen Grenzen hinweg. Es spielte keine Rolle mehr, ob man ein bisschen rechts oder ein bisschen links war. Nein, wir klatschen wie von Sinnen, wir schüttelten wildfremden Menschen die Hände. Die anwesenden Rassisten fielen den aus Zürich angereisten schwarzen Off-Künstlern in die Arme, und ich schrie mit meiner Zwergenstimme «Bravo». Seither sind zwanzig Jahre vergangen. Mein Grossvater spaziert nicht mehr ums Hagenwiler Schlösschen herum, sondern liegt dort begraben. Niklaus Meienberg seinerseits hat sich umgebracht, und was mit Dr. Fischbacher passiert ist, weiss ich nicht. Wo früher das Bleicheli-Quartier war, wurde ein roter Teppich ausgerollt. Kurzum: Nichts ist mehr, wie es war, sogar ich selber bin ein bisschen grösser geworden. Aber immer wenn ich an die Schweiz denke, muss ich zwangsläufig an jenen

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Bild: js

Nachmittag denken, als Niklaus Meienberg sich mit Dr. Fischbacher verbrüderte und das Publikum jubelte. Was war denn, frage ich mich, so schweizerisch an Niklaus Meienberg? Warum fällt jedem halbwegs gebildeten – mein Grossvater hätte gesagt: «interessierten» – Menschen, der an die Schweiz denkt, immer augenblicklich dieser bärtige St.Galler ein? Und warum sehe ich, denke ich an Meienberg, immer im Hintergrund auch Dr. Fischbacher? Es ist, glaube ich, nicht Meienbergs Sinn für kritische Stunts oder seine investigativen Duelle mit allen möglichen grösseren oder kleineren Arschlöchern unserer Geschichte, mit denen er sich in die Hitparade der Schweizer Helden spielte. Kritisch und intelligent ist man auch in Deutschland oder Italien. Und was Meienbergs selbstzerstörerische Ader, sein Herumbrausen auf irgendwelchen grosskalibrigen Motorrädern und nationalen Peinlichkeiten angeht, so wertete das seinen Marktwert zwar auf, macht aber nicht das Wesentliche aus. Nein, es ist diese Phantasiegestalt eines aufrechten Mannes, der, während er darüber spottet und sich beschwert, immer zugleich auch in den Volkskörper zurückkehrt. Der die politischen Distinktionsressourcen so verschwenderisch verbraucht, dass er schliesslich aufsteigt in jene sehr schweizerischen Gefilde des gesunden Menschenverstands, in denen sich Max Frisch, Jean Ziegler, General Guisan, Samir und Adolf Ogi die Hände reichen. Wären Meienberg und Dr. Fischbacher Deutsche gewesen, dann wären sie spätestens bei der Überreichung des Kulturpreises von ihren je-

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weiligen Publika exekutiert worden. Denn diese Sorte der basis-demokratischen Erlösung gibt es nur in der Schweiz. Und ich glaube, dass nur ein Schweizer den tieferen Sinn einer solchen quasi-mystischen Vereinigung verstehen kann, wie sie 1990 im Stadttheater St.Gallen stattfand. Aber vielleicht irre ich mich. Vielleicht gibt es immer noch ein paar Leute, denen Meienberg ein bisschen zu links ist. Und vielleicht verhielt es sich an jenem Sonntag ganz anders, und dieses Gruppenbild mit Meienberg, Dr. Fischbacher und Grossvater ist bloss die sentimentale Erinnerung eines Ex-Zwergen im deutschen Exil. In meinem St.Galler Kinderoder Zwergenzimmer jedenfalls, in dem ich gerade sitze und diesen Text schreibe, hängt neben Lenins Konterfei und einem PasoliniZitat auch ein schönes Ölbild des Reform-Abts Beda – jenes konservativen Kirchenmannes, der immer auch «an die einfachen Leute» dachte, wie mein Grossvater zu sagen pflegte. Schweizer aller Couleur, vereinigt Euch! Die Erlösung ist nah! Milo Rau


te ihrer Oma zu veröffentlichen. Sein zweites Buch «Nichts Menschliches ist mir fremd» erschien 2004. Über seinen Lebensweg sagt er: «Es ist verrückt, in Singapur konnte ich allein von den Spesen leben, im Behindertenheim habe ich nur 500 Franken verdient. Dennoch sind die soziale Arbeit und die Menschen mit ihren Geschichten meine Lebensessenz. Ich gehe darin auf.» Lian Voggel REAKTIONEN

Lob und Dank «Saiten», Januar 2010, No.186 Schon lange wollte ich mich bei euch einfach mal für die tolle Zeitschrift – die ihr monatlich produziert – bedanken. Ich freue mich bereits auf die nächste Ausgabe. Die sorgfältig bedachten und gut geschriebenen Texte lese ich regelmässig mit Interesse. Zum Beispiel in der Januarausgabe «Anständig tot sein» von Peter Müller oder «Wie wir die Gegend wegwerfen» von Jochen Kelter und sicher auch «Erstaunen in Plovdiv» von Richard Butz. Hanspeter Büchel, St.Gallen

Auf dem Aff

Illustration: Rahel Eisenring

MEISTERSTÜCK

BERNHARD BRACK, SOZIALARBEITER «Viele Menschen wenden sich an den Pfarrer, wenn sie Probleme haben», erzählt Bernhard Brack. «Er verweist sie dann an mich.» Seit sieben Jahren arbeitet Bernhard Brack als Sozialarbeiter beim katholischen Sozialdienst Zentrum. Seine Aufgaben sind vielfältig: Er berät, verwaltet Finanzen, spricht auch mal mit dem Lehrmeister, wenn ein Jugendlicher seine Lehrstelle verloren hat, oder sucht nach finanziellen Mitteln, wenn jemand zahnärztlich behandelt werden muss, aber die Kosten nicht tragen kann. Kürzlich half er einer Schülerin, die lange Zeit krank war, den Anschluss an den Lernstoff nicht zu verlieren, um die Chancen auf eine Ausbildung nicht zu verwirken. Im Kern unterstützt er Menschen, die ihr Leben wieder selbständig gestalten möchten. Der Ausgangspunkt seiner beruflichen Laufbahn lag jedoch weit entfernt von der Sozialarbeit. Mit geschlossen Augen rekonstruiert der grosse, drahtige Mann seine Vergangenheit. Nach der Wirtschaftsmatura verdiente er sich seinen Lebensunterhalt damit, in einer schottischen Fabrik Gewürze in Gläser abzufüllen. Die nächste Station war die Westschweiz, wo er als kaufmännische Hilfskraft in einer Giesserei tätig

war. In Amerika verdingte er sich in einem Luxushotel als Küchenhilfe: «Die Hummer machen unheimliche Pfeiftöne, wenn sie lebendig ins Wasser geworfen werden.» Als der Computer in den achtziger Jahren Einzug in die Wirtschaft hielt, arbeitete er bei einem Verpackungsunternehmen in der Westschweiz als sogenannter Computer Operator Adviser, erstellte Statistiken, führte Backups durch und instruierte die Fabrikarbeiter. Als Expatriate wurde er nach Singapur und Australien entsandt. Je tieferen Einblick er gewann, desto weniger stand er hinter dem Produkt: «Die Firmenstrategie war allein auf Gewinnmaximierung ausgerichtet.» Da er sein Leben lang gern geschrieben hatte, begann er in Fribourg Literatur zu studieren. «Das Studium war wie ein Glashaus, in dem man Ideen entwickelt», sagt Bernhard Brack. «Mein Interesse galt mehr dem Handwerk als der Sekundärliteratur.» Er brach das Studium ab. Sein nächster Job stellte einen Wendepunkt dar. Er arbeitete in Zäziwil in einem anthroposophischen Heim mit Behinderten: «Mir erschloss sich dabei eine neue Welt.» Bevor er seine jetzige Tätigkeit beim katholischen Sozialdienst Zentrum aufnahm, arbeitete er in einem Kinderheim und in der Geriatrie. Dort lernte er eine ältere Dame kennen, die ihn bat, ihr Leben zu Papier zu bringen. Daraus entstand sein Erstlingswerk «Olga John». Angetan von seiner Erzählkunst trat einige Zeit später eine Kollegin mit der Bitte an ihn heran, die Lebensgeschich-

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«Saiten», Januar 2010, No.186 Zuerst muss ich mir selber gratulieren, dass ich es endlich geschafft habe, euer prima Magazin zu abonnieren. Wie angenehm ist es doch, wenn das Heft bereits am Ende des Vormonats pünktlich im Brief kasten liegt und das Ausschau-Halten nach einem aktuellen Exemplar an den bekannten Auslage-Orten in der Stadt entfällt! Geködert habt ihr mich übrigens mit dem Herr-Mäder-Poster, da konnte ich absolut nicht widerstehen. Dass mir «Saiten» schon lange gefällt, dürfte nun klar geworden sein, aber der konkrete Anlass für meine Mail ist der Leitartikel im Januarheft: die super Reportage von Carlos Hanimann, packend geschrieben, spannende Bildauswahl. Vielen Dank für das Lesevergnügen! Sabine Stockhorst, St.Gallen

Sie ärgern sich über einen Bericht? Sie freuen sich? Sie wollen uns Ihre Sicht der Dinge darlegen? Reaktionen sind stets willkommen. LESERBRIEFE AN: redaktion@saiten.ch oder www.saiten.ch/magazin/leserbriefe oder Verlag Saiten, Redaktion, Blumenbergplatz 3, Postfach, 9000 St.Gallen

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MEHRFACH BELICHTET mit DANIEL AMMANN (Bild) und ANDREA KESSLER (Text)

Öffentlich als sich selbst auftreten darf nur ein ausgewählter Teil der Gesellschaft. Das Kopftuch soll von den Köpfen der Muslimas verschwinden, fordert die Rechte und würde solche Bilder vermutlich als Infamie abstempeln. Apropos Kopftücher: Die Tücher der Grossmütter sind etwas anderes, Kopfbedeckungen der Männer auch. Es geht hier im Prinzip nicht ums Prinzip. Und als nächstes? Sikhs bitte ohne Turban. Bärte sind nur zulässig mit zertifiziertem «Säkularissimo»-Label. Glatzen tragen ist erlaubt, weil manche nichts dafür können und die anderen damit politische und keine religiösen Statements zur Schau tragen. Mönchsroben und Nonnengewänder, ob christlich oder buddhistisch, sind noch akzeptiert, weiss der Teufel warum. Der Fotograf Daniel Ammann schickt der «Saiten»-Redaktion monatlich ein Bild aus der Ostschweiz – ohne Hintergrund- und Inhaltsangaben. Wechselnde Autorinnen und Autoren schreiben dazu die Legende.

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DIE NEUEN ALTEN

eine Rolle, so ziehen einkommensarme Leute öfter ins Pflegeheim oder ähnliche Institutionen als wohlhabende. Zwar gibt es heute laut der erwähnten Studie mehr reiche Alte als noch vor zwanzig Jahren, das bedeutet aber nicht, dass es darum auch weniger Arme gibt. Vielmehr hat sich die Einkommensschere in den letzten Jahren noch weiter geöffnet. Neben «daheim oder Heim» gibt es durchaus auch andere Wohnformen im Alter. So hört man immer öfter von Alterswohngemeinschaften, auch wenn sich nur jeder zehnte Sechzigjährige eine solche Wohnform vorstellen kann. Doch wie lebt es sich in einer Alters-WG? Wie im Heim? Und wie ist es, als 76-Jähriger mit 760 Franken im Monat durchzukommen?

«Es geht immer irgendwie» Zu Besuch in einer Alters-WG, im Wohnheim und in einer Einzimmerwohnung. von S I N A B Ü H L E R und N O Ë M I L A N D O LT

WG Eichhorn: Ein Altersheim ist das nicht – ein altes Heim, das schon. Das dreistöckige Jugendstilhaus Eichhorn liegt in Romanshorn am See, mitten in einem prächtigen Park. Die Cellistin Bettina Scott (69) hat das Haus von ihrer Mutter geerbt. Als ihre drei Kinder beschlossen, auszuziehen, begann sie, über die Zukunft nachzudenken: Keinesfalls wollte sie alleine die vierzehn Zimmer bewohnen. Nach und nach, in unzähligen Gesprächen, Besuchen anderer Projekte und dem Austesten von Wohnformen, wurde klar: Das Haus Eichhorn sollte zur Wohngemeinschaft für ältere Menschen werden, zur WG Eichhorn. Kurt Riederer (73) war von Anfang an dabei. Zuerst als Untermieter, später als Mitbewohner. Der Unterschied zwischen den beiden Wohnformen? Das Teilen von Küche und Bad. «Und es ist auch eine ganz andere Art von Verpflichtung», sagt Kurt Riederer. Beispielsweise, dass die Bewohnerinnen und Bewohner auch bleiben könnten, wenn sie pflegebedürftig würden. «Bis zu welchem Grad das gilt, wird im Bedarfsfall von den Mitbewohnerinnen gemeinsam entschieden», sagt Riederer. Grundsätzlich sei Hilfe aber selbstverständlich.

Kurt Riederer, 73

Daheim oder Heim? Diese Frage stellt sich laut dem Age Report 2009 von der «Age Stiftung – Für gutes Wohnen im Alter» immer später. Auch wenn es nur noch selten vorkommt, dass die alte Mutter zu einem ihrer Kinder zieht, wenn sie allein nicht mehr zurecht kommt, leben noch neunzig Prozent der bis 84-Jährigen in privaten Haushalten. Die Alten werden also immer älter, wenn sie ins Heim kommen. Neben dem Alter spielt auch die Schichtzugehörigkeit

Idel Steiger: Seit zwei Jahren wohnt Idel Steiger (86) im Wohn- und Pflegeheim Flawil (WPH). Die ZweizimmerWohnung ist geräumig und hell, die Fenster reichen bis zum Boden. Vom Esstisch aus kann man an klaren Tagen den Säntis sehen. Doch heute ist es diesig, der Himmel wolkenverhangen und Ida Steigers Augen wollen auch nicht mehr recht. Sie leidet an einer Makula-Degeneration. So erzählt sie, dass sie jeweils morgens während des Frühstücks am Esstisch sitzt, auf die Strasse schaut, die Autos beobachtet und sich freut, wenn sie deren Farbe erkennt. Wegen ihres Ehemanns seien sie hierher gekommen, sagt sie. Er hatte gesundheitliche Probleme und musste ins Spital Flawil, das direkt ans WPH angebaut ist. Über einen Gang gelangt man vom WPH ins Spital, ohne das Gebäude verlassen zu müssen. Der Oberarzt habe ihnen empfohlen, eine der drei WPH-Wohnungen zu nehmen. Obwohl sie zuhause von der Spitex unterstützt wurden – «ohne die wäre es nicht gegangen» –, entschloss sich das Ehepaar Steiger, das Angebot des betreuten Wohnens zu nützen.

HV-Nummer Von der AHV-Nummer über das Kapitaldeckungsverfahren bis zum Umwandlungssatz: Die Altersvorsorge erscheint wie ein Dickicht aus technischen Ausdrücken. Vom Generalstreik zum Beratungs-Business: Gleichzeitig ist sie Schauplatz einer der faszinierendsten historischen Entwicklungen der Schweiz. Ein AltersvorsorgeAlphabet fürs Auftrumpfen am Arbeitsplatz, in der PolitDiskussion, beim Ratespiel. Zusammengestellt von PETER MÜLLER und KASPAR SURBER.

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Die persönliche AHV-Nummer ist seit dem 1. Juli 2008 Geschichte. Schade, die elf Ziffern waren einem ans Herz gewachsen. Zudem hatten sie den Charme eines selbstgemachten Geheimcodes. Auf simple Weise waren darin Informationen verschlüsselt: Familienname, Geburtsdatum, Geschlecht, Nation und die Anzahl von Leuten mit gleichem Jahrgang, Geschlecht und Geburtsdatum. Die neue «Personen-Identifikations-Nummer» (PIN) besteht zum grössten Teil aus Zufallszahlen – heisst es zumindest. ☛ siehe auch S SAITEN 02.10


DIE NEUEN ALTEN

Idel Steiger, 86

Josephine Neumann, 67

William House: Der 76-Jährige William House wohnt in einer kleinen Einzimmerwohnung im Osten St.Gallens. An der Tür klebt eine in Pastellfarben gehaltene Postkarte, die Georg, den Drachentöter, zeigt. Die Wohnung ist übervoll, es ist nicht einfach, zwischen all den Kleidern und den bis auf den Boden gestapelten Büchern Platz zu finden. William House setzt sich aufs Bett. Die Wände sind tapeziert mit bunten Bildern, alle in leuchtenden Farben, die meisten hat er selbst gemalt, mit Pastellkreide: Christus-Motive, Lichtgestalten, Wellenformen, dazwischen Familienfotos. «Ich bin Maler und Antroposoph», erklärt Bill, wie er genannt wird.

heimtarif, für die zweite Person werden nur die Nebenkosten verrechnet. Doch kurz nachdem das Ehepaar Steiger ins Heim gezogen ist, starb Idels Mann. Seither wohnt sie allein in der Wohnung, das ist vertraglich so geregelt. Idel Steiger ist froh, muss sie nicht in eines der Einzel- oder Doppelzimmer des Heims zügeln. Zurzeit werden alle drei Wohnungen des WPH von einer Einzelperson bewohnt. Die Frau eines Nachbarn wurde erst kürzlich in den dritten Stock verlegt, in die geschlossene Abteilung für Demenzkranke. Sie kommt auch nicht mehr runter in den allgemeinen Esssaal. Dem Mann gefällt es nicht, alleine zu wohnen. Er holt seine Frau, wann immer möglich, für einen Spaziergang ab.

WG Eichhorn: Ursula Malär (63) und Josephine Neumann (67) sind später ebenfalls in die WG Eichhorn gezogen. Sie waren bereit für eine andere Wohnform, sagen sie. Eine, die immer öfter auf der Wunschliste älter werdender Menschen auftaucht, aber selten auch tatsächlich umgesetzt wird. Vielleicht, weil es schon am Teilen des Badezimmers scheitert, vielleicht aber auch, weil das Zusammenleben in einer Alters-WG verpflichtender ist als das Alleinbleiben. Und auch, weil sich viele im Alter nicht mehr so gern an Neues gewöhnen.

William House: Er kommt ursprünglich aus Kalifornien, lebte aber während zwanzig Jahren mit seiner Familie in Deutschland. Als eine seiner Töchter mit ihrem Mann aus beruflichen Gründen in die Ostschweiz zog, folgte er ihr 2001 nach. Doch das Zusammenleben mit Tochter, Schwiegersohn und Enkelkindern war schwierig. So suchte sein Schwiegersohn die kleine Wohnung im Neudorf, wo Bill nun seit fünf Jahren lebt.

Idel Steiger: Die Wohnungen im WPH wurden speziell für Paare eingerichtet, von denen nur ein Teil pflegebedürftig ist, damit beide weiterhin zusammen wohnen können. Die pflegebedürftige Person bezahlt den normalen Alters-

WG Eichhorn: Alle in der WG Eichhorn haben früher bereits Wohnraum geteilt, sei es in einer Zweierbeziehung, als Familie oder in eine Wohngemeinschaft. Aber hier sei das noch mal etwas Neues, meint Ursula Malär: «Bei den Jungen, die in eine WG ziehen, steht meistens ein ganz →

ürgerheim Die Gleichung «alt = arm» galt auch bei uns jahrhundertelang für den grossen Teil der Bevölkerung. Noch 1945 mussten in vielen Regionen die alten Menschen, die sich nicht selbst durchbringen konnten, ins Bürgerheim eintreten. Hier wohnten sie mit Armen und Behinderten zusammen – und mussten sich mit dem Makel des «Fürsorgefalls» abfinden. Zeitgenössische Fotos vermitteln einen Eindruck von den oftmals tristen Verhältnissen in diesen Heimen. ☛ siehe auch E SAITEN 02.10

omplementa & Co. Die Berater tragen so unscheinbare Namen wie Complementa, Ecofin oder PPC-Metrics. Aber ihr Einfluss ist riesig: Sie empfehlen den Pensionskassen, wo sie ihr Geld anlegen sollen, und bieten auch gleich die entsprechende Vermögensverwaltung an. In politischen Kommissionen bestimmen sie ausserdem über die Anlagerichtlinen. Ex-Preisüberwacher Rudolf Strahm spricht von «institutioneller Korruption». ☛ siehe auch P, X, Z

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rei-Säulen-Prinzip Die Altersvorsorge, so heisst es seit 1972 in der Verfassung, «beruht auf drei Säulen, nämlich der eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, der beruflichen Vorsorge und der Selbstvorsorge». Ziel des historischen Kompromisses war die «gewohnten Lebenshaltung» im Rentenalter. Mit den verschiedenen Renten sollen Einzelpersonen sechzig und Ehepaare achtzig Prozent des Lohnes erhalten. ☛ siehe auch K, U


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anderer Zweck im Vordergrund. Und vor allem stellen sie sich wohl kaum vor, ewig zusammenzuleben.» Bei ihnen sei es anders: Sie wünschten sich alle, den Lebensabend gemeinsam verbringen zu können. Weil sie nicht allein im Haus der Familie bleiben wollten oder weil sie gar nie anders als in Wohngemeinschaften gelebt haben. Und dann sei da auch der Wunsch, der wachsenden Abhängigkeit von anderen zu entkommen, sie vielmehr einzutauschen gegen eine gemeinsame, gegenseitige Abhängigkeit. Eine Art Versicherung, weil man ja nie wisse, wer als Erster pflegebedürftig werde. «Auch der Kinder wegen», sagt Kurt Riederer, «damit die nicht mal entscheiden müssen, den Vater ins Altersheim zu geben.» «Und damit der Druck, die Mutter zu besuchen, gar nicht erst aufkommt», fügt Ursula Malär hinzu. In der WG sei sie ja nie allein.

Idel Steiger: «Mir gefällt es, alleine zu wohnen», sagt Idel Steiger. Nur selten setze sie sich zu den anderen, die draussen im Gang zusammen auf den Sofas quatschen. Manchmal warten sie vor den Zimmern aufeinander, um gemeinsam ins Bistro zu gehen. «Das sind nette Leute, doch ich bin lieber für mich allein.» Seit sie wegen ihrer Augen nicht mehr lesen und schreiben kann, ist der Fernseher sehr wichtig geworden. Sie sei interessiert an Politik, schaue viele Nachrichtensendungen – und auch Serien, fügt sie nach einigem Zögern an. William House: In den USA arbeitete Bill selbständig als Gärtner und führte einen kleinen Sandalenladen in Los Angeles. Als er nach Deutschland zog, machte er zuerst eine Eurythmie-Ausbildung und arbeitete dann fünfzehn Jahre lang in einer Werkstatt mit behinderten Jugendlichen. Da er in der Schweiz nie gearbeitet hat, erhält er keine AHV-Rente. Er bekommt ein kleines Ruhegehalt aus Deutschland und einen noch kleineren Zuschuss aus den USA, weil er als junger Mann einige Jahre in der Marine gedient hatte. Bill hat so ein Einkommen von insgesamt 760 Franken im Monat. «Viele Leute fragen mich: ‹Herr House, wie können Sie so nur überleben?› Aber es geht immer irgendwie.» WG Eichhorn: Empfinden sie es manchmal so, als würden die ältere und die jüngere Generation gegeneinander ausgespielt? Beispielsweise, wenn es darum geht, die Altersvorsorge zu finanzieren: «Ich kenne einen Vierzigjährigen, der es daneben findet, dass er uns noch die AHV bezahlt, aber selbst vielleicht nie davon profitieren wird», sagt Josephine Neumann. «Aber die meisten denken nicht so», widerspricht Kurt Riederer energisch. Heute sei es doch die «alte» Generation, die für die Jüngeren vieles unentgeltlich leistete – in der Kinderbetreuung beispielsweise. Ursula Malär wirft ein, dass ihre eigenen Kinder sich schon Gedanken machen würden, ob sie nicht besser in eine dritte Säule investierten, als auf die ersten zwei zu vertrauen. Dass die Solidarität abgenommen habe, darüber sind sie sich einig. Und versuchen dem im Kleinen entgegenzuwirken.

rgänzungsleistungen AHV-Rente und sonstige Einkommen reichen nicht in jedem Fall zur Existenzsicherung. 1966 sind deshalb die Ergänzungsleistungen zur AHV/IV eingeführt worden. Sie sollen – zusammen mit den kantonalen Beihilfen – ein existenzsicherndes Minimaleinkommen garantieren. Seit 1972 füllen sie eine wichtige Lücke im Drei-Säulen-Modell, das die Besserverdienenden klar bevorzugt. ☛ siehe auch B

Ursula Malär, 63

Wieviel Rente gibts denn? Von der AHV alleine können nicht viele Rentnerinnen und Rentner leben. Die Höhe der Rente hängt von zwei Faktoren ab. Von den Jahren, in denen man die AHV-Beiträge bezahlt hat, und von der Höhe des Jahreseinkommens. Die Maximalrente bekommt nur, wer zwischen zwanzig und dem ordentlichen Rentenalter ununterbrochen durchschnittlich 80’000 Franken jährlich verdient und dafür AHV einbezahlt hat. Beitragslücken führen zu Rentenkürzungen von mindestens 2,3 Prozent pro Jahr. Die Maximalrente für Einzelpersonen beträgt zurzeit monatlich 2280 Franken, Ehepaare bekommen höchstens 3420 Franken. Die Minimalrente beträgt die Hälfte, für Einzelpersonen also 1140 Franken. Aber auch hier gilt: Bei fehlenden Beitragsjahren wird auch eine Minimalrente gekürzt. Für Verwitwete und Geschiedene gibt es seit 1997 das sogenannte Splitting: Alles, was während der gemeinsamen Ehejahre in die AHV einbezahlt wurde, wird hälftig geteilt. Und für Eltern, die sich in der Familie um ihre Kinder oder Senioren gekümmert haben, gibt es Erziehungs- und Betreuungsgutschriften und damit eine etwas höhere Rente. Kann der Lebensbedarf durch die AHV nicht gesichert werden und haben die Rentnerinnen und Rentner kein Vermögen, so können sie Ergänzungsleistungen beantragen. Einen weiteren Anteil am Einkommen von Seniorinnen zahlen die Pensionskassen. Diese berufliche Vorsorge ist nur grundsätzlich für alle AHV-pflichtigen Arbeitnehmer obligatorisch. Es gibt aber wichtige Ausnahmen: Nicht obligatorisch ist sie für Arbeitnehmende, die weniger als 1710 Franken im Monat verdienen, die in verschiedenen Betrieben arbeiten (und überall weniger als 1710 Franken verdienen), die im Haupterwerb selbständig, zu siebzig Prozent IVRentner oder mit den Betriebsleitenden verwandt sind.

rühpensionierung «Ein Traum wird zum Plan: früher in die schönsten Jahre starten.» Mit diesem Slogan wirbt beispielsweise die St.Galler Kantonalbank. Leisten kann sich die Frühpensionierung aber weiterhin nur, wer dazu das nötige Geld hat: Sie ist mit erheblichen Renteneinbussen verbunden. Der letzte Vorstoss der Gewerkschaften für ein flexibles Rentenalter wurde 2008 vom Stimmvolk verworfen. ☛ siehe auch Q

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oldene Ketten Die Pensionskassen dienten lange auch der Personalpolitik. Ursprünglich hatten die Arbeitnehmer bei Stellenwechsel kein Recht auf die eigenen Pensionskassen-Beiträge. Die Revision des Obligationsrechts von 1935 schuf hier etwas Abhilfe; die volle Freizügigkeit gibt es seit 1995. Man sprach in diesem Zusammenhang von «goldenen Ketten». ☛ siehe auch O

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WG Eichhorn: Heute gehört das Haus nicht mehr Bettina Scott. Vor vier Jahren hat sie es einer anthroposophischen Stiftung verkauft, die alternative Wohnformen unterstützt. Das war nötig, damit das Projekt unabhängig von Besitzverhältnissen, Finanzen und den einzelnen Personen funktionieren kann. Seither müssen sich die Hausbewohner keine Sorgen mehr um den finanziellen Unterhalt der Liegenschaft machen. Allzu viel leisten können sie sich mit ihrer Pension aber trotzdem nicht. Deshalb suchen sie seit längerem einen fünften Mitbewohner. «Platz ist ohnehin da», sagt Josephine Neumann beim Rundgang durch das grosse Haus. Jeder von ihnen bewohnt zwei eigene Zimmer. Küche, Bad, Wohn- und Medienzimmer, ein Auto und den grossen Garten teilen sie sich. Zwei Zimmer im obersten Stock warten auf den neuen Bewohner. Wären sie zu fünft, würden sie noch je 1100 Franken Miete bezahlen. Idel Steiger: Für die Wohnung im WPH bezahlt Idel Steiger je nach Betreuungsaufwand an die 6000 Franken monatlich. Neben der Betreuung sind darin Reinigung und Vollpension inbegriffen. Gut die Hälfte des Betrags wird von der Krankenkasse und durch Ergänzungsleistungen finanziert. Für den Rest muss sie selbst mit ihren Ersparnissen auf kommen. William House, 76

Idel Steiger: Jeden Morgen wird Idel Steiger um acht Uhr geweckt, ihr wird beim Waschen geholfen und das Frühstück aufs Zimmer gebracht. Heute früh sei eine Frau aus Ecuador dagewesen, die zum Nachnamen ebenfalls Steiger heisst. Um kurz vor elf klingelt ihr Nachbar, um den Briefkastenschlüssel zu holen. Anschliessend bringt er ihr die Post hoch. Er arbeitete früher bei der Post in Flawil. Nach dem Mittagessen legt sich Frau Steiger hin. Am Nachmittag geht sie kurz nach draussen, meistens reicht es jedoch nur für einen Spaziergang auf dem Flur ins Spital rüber. Ihre Welt ist klein geworden. «Ich bin auch etwas unsicher im Laufen», sagt sie. Ihr Sohn schimpfe immer, dass sie sich zu wenig bewege. Wie die meisten Bewohner des WPH hat auch Frau Steiger einen Rollator, eine Gehhilfe auf Rädern, die sie vor sich herschiebt. In der Mitte der Treppen hat es jeweils eine Art Barriere, damit die Leute nich, mit ihren Rollatoren die Treppe hinunterstürzen. William House: Einen kleinen Zusatzverdienst sichert er sich, indem er im Quartier kaputte, nicht mehr gebrauchte Velos einsammelt und in die Projektwerkstatt bringt. Dafür kriegt er jeweils ein bisschen Geld. Einmal haben sie ihm dafür auch ein frisch aufgemöbeltes blaues Fahrrad geschenkt, blau ist seine Lieblingsfarbe. Das Fahrrad ist sehr wichtig. Er fährt auch im Winter Velo, um das Geld für den Bus zu sparen.

undertjährige Der Stadtpräsident hat einen Hundertjährigen besucht, die Lokalzeitung berichtet darüber. Was hat das zu bedeuten? Will man uns darauf vorbereiten, dass auf viele von uns ein sehr hohes Alter wartet? Soll die Solidarität unter den Generationen gefördert oder das Vertrauen in die Medizin gestärkt werden? Vielleicht steht das Ende dieser Gratulationsberichte aber schon am Horizont – weil es bald zu viele Hundertjährige gibt. ☛ siehe auch W SAITEN 02.10

William House: Es braucht nicht viel, um William House in noch ärgere finanzielle Bedrängnis zu bringen. Er erzählt, wie er einmal Geld holen wollte am Automaten, vierzig Franken, doch es kam kein Geld raus. Später auf dem Kontoauszug entdeckte er, dass ihm das Geld dennoch abgezogen worden war. Er beschwerte sich auf der Bank, doch es liess sich nichts machen. Da wurde es sehr knapp in jenem Monat. «Normalerweise kann ich von vierzig Franken eine Woche lang leben.» Seine Tochter bezahlt ihm zurzeit die Miete von 350 Franken: «Das muss man ja eigentlich auch zum Einkommen rechnen.» Die Krankenkassenprämien kann er dank der Prämienverbilligung selbst bezahlen. WG Eichhorn: Am liebsten hätten sie einen weiteren Mann im Haus, der Dynamik wegen. Vor einem Jahr waren sie schon einmal zu fünft, zwei Männer, drei Frauen. Doch nur fünf Wochen nach dem Einzug verstarb der neue Mitbewohner plötzlich an einem Aneurysma. Er war erst 66. Das machte den Bewohnern natürlich zu schaffen, auch wenn ihnen bewusst sei, dass das in einer Alters-WG hin und wieder vorkomme. «Das gehört dazu, dass es einem manchmal so unter die Haut geht», sagt Ursula Malär. Es sei wichtig, dass man sich gern habe, wenn man so nahe zusammenlebe. SINA BÜHLER, 1976, ist Redaktorin bei der Gewerkschaftszeitung «Work». NOËMI LANDOLT, 1982, ist Redaktorin bei «Saiten». Infos für potentielle WG-Mitbewohner: www.wgeichhorn.ch

unge gegen Alte Bei Diskussionen um die Alterssicherung wird regelmässig ein Generationenkonflikt beschworen: Die Jungen sind demnach nicht länger bereit, für die Alten zu bezahlen. Dabei verläuft der Konflikt gerade umgekehrt; wenn schon, sind die Alten nicht bereit, die Sozialwerke auszubauen. Das zeigte die Auswertung der Abstimmung zum flexiblen Rentenalter: Am tiefsten war die Zustimmung bei den über Siebzigährigen. ☛ siehe auch M

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apitaldeckungsverfahren Die Vorräte vergraben und ausbuddeln, wenn der Winter kommt. – Wie die Ernährung der Eichhörnchen funktioniert das Kapitaldeckungsverfahren in der zweiten Säule: Die Angestellten zahlen einen Prozentsatz ihres Lohnes in eine Pensionskasse ein. Später beziehen sie aus dem Ersparten eine entsprechende Rente. Das Zwangssparen macht uns alle zu Aktionären. Die Pensionskassen gleichen mit Spekulation die Teuerung aus. ☛ siehe auch D, U


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die ängstlich antizipierte System-Eingliederung der Kinder als FrĂźhfĂśrderung, Motivationsanimation oder als Selbstkonzepttraining verzweckt. Mit dem Resultat, dass sie nicht ruhende Gewissheit des Angenommenseins hervorruft, sondern das BedĂźrfnis nach ständiger Vergewisserung. Diese kann wiederum nur durch Anerkennung der offiziellen Autoritäten gegeben werden. Nichts bindet nachhaltiger ans herrschende System als eine solche psychische Konstitution. Das Lebensalter der Berufstätigkeit ist unter diesen Vorzeichen fĂźr viele dann nur noch die DurchfĂźhrung des Lebens unter der Drohung des Jobverlusts â&#x20AC;&#x201C; auch dort, wo sie mehr hypothetischer Natur ist, wie in den Berufen der Besserverdienenden. Denn nur wenige sind es, denen das elitäre Attribut Leistungsträger anerkannt wird und die also in jener Art und Weise geadelt sind, dass sie, egal unter welchen Umständen sie am einen Ort rausďŹ&#x201A;iegen, am nächsten auf gleicher Etage wieder eingestellt werden.

Only the old die young Gedanken zur Altersradikalität. von R O L F B O S S A R T

Was ziemt der Jugend und was dem Alter? Was nennen wir die BlĂźte des Lebens und was ist die Besonderheit der Kindheit? Das Nachdenken Ăźber die Eigenheiten und PďŹ&#x201A;ichten verschiedener Lebensalter ist heute in dem Mass aus dem Blick geraten, wie die biologischen Altersgrenzen sich verwischen. Aber es ist auch in dem Mass aktuell, wie der Druck der Gesellschaft auf die Lebensumstände nach einer gut dreissigjährigen Befreiungsphase wieder zunimmt. Diese Zunahme verhält sich proportional zur Zunahme der Angst um den Arbeitsplatz. Es ist diese Angst, die den Lebensphasen Jugend, Mittelalter und Alter heute ihre Grundprägung gibt. Viele Jugendliche wollen nicht recht zuhause ausziehen, denn was sie erwartet, ist fĂźr viele nicht jenes ÂŤIhr werdet es einmal besser habenÂť ihrer Eltern. Sondern etwas, von dem sie wissen, dass sie sich einmal daran gewĂśhnen werden, aber auch, dass sie sich nicht vorstellen kĂśnnen, wie sie sich danach noch mĂśgen werden. Und das jugendliche ÂŤHallo, hier komme ichÂť aus freieren Zeiten ist zum erpressten Lobgesang auf die vielen MĂśglichkeiten des Berufslebens verkommen. Die Aggression, die ins einst träumerische Nichtstun der noch nicht eingebundenen Jugend gesickert ist, hat im ÂŤHerumhängenÂť ihren gespenstisch realistischen Begriff. Zwang zum beruďŹ&#x201A;ichen Erfolg Gleichermassen androhend ist die strukturelle Gewalt, die sie erleiden, aber auch selbst ausĂźben kĂśnnten. Und jegliche heute bei den Jungen mit den besseren Chancen Ăźbliche Ă&#x153;beranpassung hat ihren Grund im ängstlichen Gedenken an die Gewalt des Kommenden. Auch und gerade dann, wenn sie sich nur als eine Angst vor Liebesentzug der Nächsten tarnt. Denn nicht nur die fehlende elterliche Liebe der wohlstandsverwahrlosten Jugendlichen, sondern gerade auch die reichlich empfangene der Kinder des Mittelstands ist es, die den Zwang zum Erfolg im Berufsleben tief in ihre Psyche einlagert. Oft genug wird diese Liebe fĂźr

ohn- und Verdienstersatzordnung Die Not der BevĂślkerung und ein paar aufrĂźhrerische Ideen hatten 1918 in der Schweiz zum Generalstreik gefĂźhrt. Eine der Forderungen: eine AHV. Der Generalstreik fuhr dem BĂźrgertum in die Knochen, so dass im zweiten Weltkrieg eine Lohn- und Verdienstersatzordnung eingefĂźhrt wurde. 1944 kĂźndigte FDPBundesrat Walther StampďŹ&#x201A;i an, dass aus diesem Mechanismus die AHV geschaffen werde. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch T

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Idealbild aus Kindertagen Und doch ist das unfertige ÂŤMir kann keiner wasÂť nicht vergessen, mit dem die Jugend eine Zeitlang angetreten ist. Wachgehalten durch die frĂźheren Generationen, ertĂśnt es jetzt nicht mehr spekulativ und noch ohne die Erfahrung der eigenen Ohnmacht. Stattdessen kommt es von den alten Menschen, retrospektiv, radikal und ÂŤtrotz alledemÂť, da ins befreiende Grundeinkommen und in die wirtschaftliche Erwartungslosigkeit entlassen. Wenn ehemalige Bundesrichter die Verluderung des Rechtsstaates geisseln, ehemalige HSG-Angestellte sich fĂźr abgewiesene Asylbewerber einsetzen, ehemalige Steuerbeamte die Verheerungen der neoliberalen Steuerpolitik vorrechnen, dann â&#x20AC;&#x201C; wer weiss â&#x20AC;&#x201C; verändern sie die Gesellschaft vielleicht nachhaltiger, als dies die widerständige Jugend vermocht hat. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass bei heutiger Lebenserwartung geschätzte zwanzig Jahre Altersradikalität durchschnittlich nur zehn Jahren Jugendradikalität gegenĂźberstehen.

"EIHEUTIGER,EBENSERWARTUNGSTEHEN GESCHÂťTZTEZWANZIG*AHRE!LTERSRADIKALITÂťT DURCHSCHNITTLICHNURZEHN*AHREN *UGENDRADIKALITÂťTGEGENĂ&#x201C;BER NatĂźrlich tritt Altersradikalität gewĂśhnlich nicht aus heiterem Himmel auf. Sie ďŹ ndet die besten Voraussetzungen bei Menschen, die sich â&#x20AC;&#x201C; festhaltend an einem Idealbild aus Kindertagen â&#x20AC;&#x201C; den gewĂśhnlichen Alltags-Zynismus verbeten und also gelitten haben. Was die Philosophen Altersweisheit nannten â&#x20AC;&#x201C; sich geläutert zurĂźckzuziehen und im Bewusstsein der Torheit des Menschengeschlechts alles zu relativieren â&#x20AC;&#x201C; muss unter dem Blickwinkel der Altersradikalität umgedreht werden. Relativität und Läuterung â&#x2020;&#x2019;

esse ÂŤZukunft 50 plusÂť Im Jahr 2000 fand in St.Gallen die erste Messe ÂŤZukunft 50 plusÂť statt. Man wollte auch hier von dieser kaufkräftigen Schicht proďŹ tieren. Marketingexperten reden vom ÂŤSilver MarketÂť, dem ÂŤMarkt fĂźr die GrauhaarigenÂť. Inzwischen ist es um die ÂŤAltersstadt St.GallenÂť etwas ruhig geworden. Fest steht immerhin: Vom 26.â&#x20AC;&#x201C;28. August ďŹ ndet an der Universität St.Gallen der 6. World Ageing & Generations Congress statt. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch J

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ullerjahre In den Nullerjahren wurden â&#x20AC;&#x201C; von den Bonizahlungen bis zu den Rettungspaketen â&#x20AC;&#x201C; ďŹ nanziell alle Dimensionen gesprengt. An der Aneinanderreihung der Nullen waren die Pensionskassen kräftig mitbeteiligt: 600 der 5000 Milliarden Franken, die auf dem Schweizer Finanzplatz angelegt werden, stammen von ihnen. An der Frage, ob sie in der Finanzkrise Täter sind oder Opfer, scheiden sich die Geister. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch V, R


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sind die Starttugenden in die Berufsjahre, die mit der Pensionierung ihre Brauchbarkeit verlieren. Neu zu schreiben wären sodann die Entwicklungsromane. Die Weisheit des Alters wäre das Wiederfinden der kindlichen Naivität, welche die überkommenen Ideale beim Nennwert nimmt, distanzlos und real. Und man wird nicht mehr von seniler Bettflucht sprechen, sondern bei folgendem Satz ein Bild von bestimmten älteren Menschen haben: «Ich schlief nicht und hoffte, dass die anderen genauso unruhig waren wie ich gerade jetzt, bedenkend die Leiden dieser Welt.»

«Die Duschgeneration stellt uns vor neue Herausforderungen» Die Geschäftsleiterin der Spitex St.Gallen-Ost Andrea Hornstein über Hightech-Pflege, Armut im Alter und den «Import» von Pflegepersonen.

PS: Es gibt auch die umgekehrte Altersradikalität. Ein Beispiel für St.Gallen wäre Franz Jaeger, der wohl das ganze Berufsleben gezwungen war, seine rechte Gesinnung in einigermassen konventionellen Banden zu halten und erst im Alter nun völlig entfesselt aufspielen kann.

von W O L F G A N G S T E I G E R

ROLF BOSSART, 1970, ist Theologe, Lehrer und Redaktor bei «Neue Wege».

Saiten: Die Spitex hilft und pflegt Menschen zuhause. Seit wann gibt es diese Institution in St.Gallen? Andrea Hornstein: Früher waren Klosterfrauen und Krankenpflegevereine für die ambulante Pflege zuständig. Hier, in diesen Räumen des Pfarreiheims St.Fiden, wirkten noch vor dreissig Jahren Menzinger Schwestern, die im Dienst der Kirche gratis Pflege anboten. In der Stadt St.Gallen war bis vor wenigen Jahren die Kranken- und Hauspflege noch konfessionell getrennt. Es gab etwa zwölf Vereine in der Stadt, die sich um Hauswirtschaft und Pflege kümmerten, bis sie vor zehn Jahren fusionierten und die Spitex-Zentren St.Gallen Ost-West Centrum entstanden. Spitex ist die Abkürzung für spitalexterne Hilfe und Pflege zu Hause. Die Bezeichnung «spitalextern» tönt an, dass damit die Krankenhäuser entlastet werden sollen. Ist das die Idee hinter der Spitex? Die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten ist besser, wenn sie möglichst lange daheim bleiben und dort betreut werden können. Infolge des medizintechnischen Fortschritts und der Professionalisierung der ambulanten Dienste können sie heute auch früher aus dem Spital austreten. Sparüberlegungen spielen ebenfalls eine Rolle. Sinken die Gesundheitskosten, wenn die Leute weniger lang im Spital bleiben? Ja, wir bieten eine Stunde Pflege für 50 bis 70 Franken an. In einer Stunde kann man Körperpflege, Verbandwechsel, Injektionen et cetera machen. Wenn jemand dafür einen Tag ins Spital muss, kostet dies mindestens 300 Franken. Sind die Krankenhäuser nun dank der Spitex unterbelegt? Nein, bestimmt nicht. In den Spitälern sind die Bettenstationen meist übervoll. Die Ursache dafür liegt eher bei →

rganisation Die erste und die zweite Säule werden über Lohnprozente finanziert. Im Gegensatz zur AHV sind die Gelder bei der beruflichen Vorsorge aber nicht staatlich, sondern betrieblich verwaltet: Jede Firma muss eine eigene Pensionskasse gründen oder sich der Sammelstiftung einer Versicherung anzuschliessen. Betriebseigene Pensionskassen werden paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern verwaltet. ☛ siehe auch G

ensionskassenlobby 25 Franken pro Person kostet die Verwaltung der AHV jährlich, 770 Franken sind es bei den Pensionskassen. Ein lukratives Geschäft mit entsprechend starker Lobby. Ihren Aufstieg zwischen den Weltkriegen verdankten die Pensionskassen den Steuererleichterungen. Mit der Einführung des 3-Säulen-Prinzips sicherten sie ihre Stellung. In den aktuellen Abstimmungskampf stecken die Wirtschaftsverbände neun Millionen Franken. ☛ siehe auch C, X, Z

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Dieser Buchstabe spielt in der Altersvorsorge keine Rolle, womit endlich Platz für das Rentenalter bleibt: Es beträgt 64 Jahre für Frauen und 65 Jahre für Männer. Der letzte Versuch, das Rentenalter für Frauen anzuheben, scheiterte 2004 deutlich. Trotzdem berät das Parlament derzeit über eine Neuauflage der 11. AHV-Revision mit genau dieser Forderung. ☛ siehe auch F

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Franco Marchesoni T채glich frische, hausgemachte Eier-Nudeln, Spinat-Nudeln, Spaghettini, Lasagne und Ravioli Unterer Graben 20, St.Gallen, Telefon 071 222 60 33


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den Abteilungen, die Ăźberall geschlossen wurden. Gerade bei diesem eisigen Winterwetter kommen viele Notfälle, die aufgenommen werden mĂźssen. Wohin nun mit all den Patienten? Man geht die Abteilung durch: ÂŤSie und Sie mĂźssen heute heim.Âť So gehen die Leute in immer instabilerem Zustand nach Hause, was fĂźr die Spitex eine enorme Zunahme komplexer PďŹ&#x201A;egessituationen bedeutet. Sie pďŹ&#x201A;egen vor allem ältere Menschen. Welche BedĂźrfnisse haben diese heute? Noch vor zehn Jahren hatten wir eine viel autoritätsgläubigere Generation. Wenn der Arzt sagte, es sei jetzt an der Zeit, sich fĂźr das PďŹ&#x201A;egeheim anzumelden, dann machte man das auch. Ich habe den Eindruck, dass die Leute heute selbstbestimmter leben, dass sie ihre Autonomie hĂśher werten als die Sicherheit. Wir haben auch eine zunehmende Zahl von Leuten mit einer Demenzproblematik, die sehr vergesslich sind und nicht mehr realisieren, wie es um sie steht. Wer kann bestimmen, wann jemand ins Heim muss oder noch selbständig daheim wohnen kann? Es ist eine stetige Gratwanderung. Dabei geht es um Selbst- und Fremdgefährdung.

Â&#x192;%SGIBTAUCHBEIALTEN-ENSCHEN EINE6IELFALT WIEMANSIE+INDERNUND *UGENDLICHENSELBSTVERSTÂťNDLICH ZUSCHREIBTÂ&#x2019; Das Abschätzen der Patientenrechte ist bestimmt schwierig. Unsere Philosophie ist, dass die Leute mĂśglichst lange selbstbestimmt zuhause bleiben sollen. Mit unserer Hilfe kĂśnnen sie das zum Teil noch sehr lange. Die Angst davor, in ein Heim einzutreten, kann ich verstehen. Wir haben in der Stadt St.Gallen zwar gute PďŹ&#x201A;egeheime, aber einige entsprechen nicht mehr den Standards der heutigen Gesellschaft. Den grĂśssten Teil des Lebens hat man selbst entschieden, mit wem man zusammenlebt, und dann muss man mit achtzig auf einmal mit jemandem ein Zweibettzimmer teilen, den man gar nicht kennt. Es braucht dringend alternative Wohnfomen, damit zum Beispiel auch Ehepaare bei PďŹ&#x201A;egebedĂźrftigkeit zusammen bleiben kĂśnnen. Welche Rolle spielt das VermĂśgen bei der Wohnsituation im Alter? Eine sehr grosse. Die vermĂśgenden Leute kĂśnnen sich einen Treppenlift leisten, die Wohnung behindertengerecht umbauen und sich Dienstleistungen kaufen. Ich kenne mehrere Ehepaare, die sich Folgendes Ăźberlegten: Wenn sie beide in ein PďŹ&#x201A;egeheim gingen, bezahlten sie pro Person etwa 7000 bis 8000 Franken monatlich. Da lohnt es sich, jemanden anzustellen. Vielfach sind das Polinnen oder Frauen aus der Slowakei ohne Ausbildung, die als Hausangestellte fĂźr sie Tag

entier Nein, nicht das Schlittentier des Weihnachtsmanns. Das Wort kommt von ÂŤRenteÂť und meint jemanden, der von den Zinsen seines Kapitals oder der Verpachtung seiner Immobilien lebt. Ein solcher Mensch ist sozusagen die Luxusvariante des Rentners. In der Literatur des 19. Jahrhunderts begegnet man solchen Personen oft. Es gibt sie aber auch heute noch. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch N, V

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und Nacht da sind. HäuďŹ g gibt es sprachliche Schwierigkeiten und diese meist prekären Arbeitsverhältnisse fĂźhren zu gesundheitlichen Problemen der Angestellten. Der ÂŤImportÂť von PďŹ&#x201A;egepersonen muss sehr kritisch betrachtet werden. Wie sieht die PďŹ&#x201A;ege bei älteren Leuten heute aus? Bei den BedĂźrfnissen der KĂśrperpďŹ&#x201A;ege hat sich viel verändert. Noch vor zehn Jahren badeten die Leute vor allem in der Badewanne, am liebsten am Samstagnachmittag oder einmal alle vierzehn Tage. Heute haben wir um die 200 Einsätze am Tag alleine im Osten der Stadt, bei denen es um Hilfe bei der KĂśrperpďŹ&#x201A;ege geht, aber auch um medizinische Behandlungen, Beratungen, PalliativpďŹ&#x201A;ege und Hauswirtschaft. Dabei kommt es insgesamt in hĂśchstens ein bis zwei Fällen zu Bädern. Unsere Patienten beanspruchen fast täglich Hilfe zum Duschen, auch am Samstag und Sonntag. Die Duschgeneration stellt uns vom Zeitaufwand her vor ganz neue Herausforderungen. Wie wirkt sich der technische Fortschritt auf die PďŹ&#x201A;ege aus? Ich spreche heute von der ÂŤHightech-SpitexÂť, die wir mehr und mehr sind. Wir haben Patientinnen und Patienten mit Ernährungsapparaten, Vacuumverbänden oder einem Schmerzmedikamentencomputer, der ihnen täglich die richtige Dosis verabreicht. Um diese Geräte bedienen zu kĂśnnen, brauchen wir viele technische Kenntnisse. Auch der Administrationsbereich läuft Ăźber EDV. Nur die Einsatzpläne erstellen wir aus SicherheitsgrĂźnden immer noch auf der Pinwand, damit niemand vergessen geht im Falle einer Computerpanne. Was sagen Sie zum Bild von der reichen ÂŤgolden generationÂť? Wenn man von der ÂŤgolden generationÂť spricht, klingt das, als handle es sich dabei um die Mehrheit der alten Menschen. Sicher gibt es vermĂśgende ältere Leute, aber wir haben den Eindruck, dass viele Menschen sehr einfach, bescheiden und arm leben. Wir haben Patientinnen und Patienten, die sich die Spitex aus KostengrĂźnden nur zweimal in der Woche leisten. Oft stellt sich dann die Frage, ob FamilienangehĂśrige einen Teil der Betreuung Ăźbernehmen kĂśnnen. Was genau ist die Aufgabe der AngehĂśrigen? Es lastet ein erheblicher Druck auf den AngehĂśrigen, die eine solche PďŹ&#x201A;ege gewährleisten. Damit sie sich nicht Ăźbernehmen und krank werden â&#x20AC;&#x201C; woraus dann auch wieder Kosten resultieren â&#x20AC;&#x201C; ist es sehr wichtig, dass man sich auch fĂźr diese Leute einsetzt. In der Gesellschaft wird immer noch vor allem von den Ehefrauen, den Partnerinnen und den TĂśchtern erwartet, die PďŹ&#x201A;ege ihrer Patienten â&#x20AC;&#x201C; also der Männer â&#x20AC;&#x201C; zu Ăźbernehmen. So hat es in den Heimen viel weniger Männer. Sicher einerseits, weil die Frauen länger leben, â&#x2020;&#x2019;

tiftung fĂźr das Alter Hauptziel der 1917 gegrĂźndeten Organisation war der Kampf gegen die Altersarmut. Mit der EinfĂźhrung der AHV 1948 ging ihr die Arbeit nicht aus â&#x20AC;&#x201C; nur schon, weil die frĂźhen Renten sehr bescheiden waren. 1978 änderte sie ihren Namen in ÂŤPro SenectuteÂť. Heute bietet die Organisation ein vielseitiges Fach- und Dienstleistungsangebot an. Im Fokus stehen die Stärkung des Selbstbewusstseins der Betagten, die Erhaltung ihrer kĂśrperlichen und geistigen Fähigkeiten und ihre gesellschaftliche Integration. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch A

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schudi, Hans Peter SP-Bundesrat Hans Peter Tschudi setzte sich 1959 -1973 mit enormem Engagement fĂźr den Ausbau der Altersvorsorge ein. Er leitete vier AHV-Revisionen, fĂźhrte 1966 die Ergänzungsleistungen ein und verhalf 1972 dem Drei-Säulen-Prinzip zum Durchbruch. Die AHV machte in seiner Amtszeit einen grossen Schritt vorwärts. Tschudi als ÂŤVater der AHVÂť zu bezeichnen, ist trotzdem nicht richtig. Sie hatte verschiedene Väter und MĂźtter. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch L


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mehr fördern. So hat auch der nächste St.Galler Begegnungstag das Thema «Freiwillige fördern». Das ist ja gut und recht, aber wenn man einmal darauf achtet, wer im ganzen Betreuungs- und Pflegebereich diese Freiwilligenarbeit leistet, dann sind das zu 99 Prozent Frauen. Nebst dem, dass sie womöglich Teilzeit arbeiten und Familienaufgaben wahrnehmen, engagieren sie sich im Sozialen. Genau sie sind es dann aber, die im Alter armutsbetroffen sind, weil sie kaum eine Rente haben und womöglich auch niemanden, der sie pflegt.

Andrea Hornstein

aber eben auch, weil sie nach dem Tod des Mannes niemanden mehr haben, der zu ihnen schaut. Sie sind alleinstehend, der Kreis von Freundinnen und Verwandten, die bei der Betreuung mithelfen könnten, wird immer kleiner. Es ist auffällig, dass Frauen im hohen Alter viel eher in eine Institution eintreten müssen, weil sie kein Beziehungsnetz mehr haben. Die Geschlechterrolle der Frau als Pflegende ist also noch nicht überwunden. Arbeiten bei der Spitex auch Männer? Schon in den Spitälern hat es weniger Männer als Frauen in der Pflege, aber in der Spitex sind es noch weniger. Wir haben fünfzig Mitarbeitende und davon ist einer ein Pflegefachmann. Ein Grund sind sicher die Löhne. Gerade wenn man vergleicht, wieviel eine diplomierte Pflegefachperson verdient und wieviel jemand, der in einem vergleichbaren, von Männern dominierten Beruf tätig ist – etwa bei der Polizei –, der von der Verantwortung und Herausforderung, sowie von psychischer und physischer Belastung her ähnlich ist, ist das ein Unterschied von zwei Lohnklassen. Hier hat sich noch nicht viel geändert. Im Gegenteil, gerade jetzt, wo die Finanzierung im Gesundheitswesen immer schlechter wird – auch in der Stadt St.Gallen – möchte man die Freiwilligenarbeit wieder

mlageverfahren Das Geld in der ersten Säule wird nicht angelegt, sondern umgelegt: Was die Angestellten in einer bestimmten Zeitperiode einzahlen, wird an die Rentner ausbezahlt. Hinzu kommen Subventionen aus der Mehrwert-, der Tabak- und der Alkoholsteuer. Als Sparkasse dient der AHV-Fonds, der sich aus Gewinnen der Umlage äufnet und Rentenbeträge für ein Jahr in Reserve hat. ☛ siehe auch D, K

Wie wird die Freiwilligenarbeit in der Pflege organisiert? Genau genommen bedeutet Freiwilligenarbeit Gratisarbeit. So gesehen dürfte Pflegearbeit, wenn diese in einem Auftragsverhältnis geleistet wird, nicht gratis sein. Heutzutage dauert die Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau sechs Jahre. Da soll niemand meinen, das könne ja jede einfach so machen. Wenn Angehörige bei der Pflege angeleitet werden, ist das selbstverständlich etwas anderes. Oder auch, wenn die Behörde in der Stadt St.Gallen auf Freiwilligenarbeit im Sinn einer Nachbarschaftshilfe setzt: Dasein, wenn jemand Gesellschaft braucht, eine einfache Hilfeleistung nötig ist, eingekauft werden muss. Aber wenn es um eindeutige Aufträge geht, wie bei jemandem den Wochenkehr zu machen, dann finde ich es wichtig, dass dies entsprechend entlöhnt wird. Von Buskontrolleuren beispielsweise verlangt auch niemand, dass sie Freiwilligenarbeit leisten. Man muss genau hinschauen, welche Art von Verrichtungen unter Freiwilligenarbeit laufen. Das ist eine gesellschafts- und genderpolitische Debatte, die verstärkt geführt werden muss. Gleichwohl leisten auch viele Männer freiwillige Dienste. Aber wenn das in einem Sportverein oder einem Schützenverein geschieht, ist das nicht zu vergleichen mit Pflege und Betreuung. Wie sehen Sie die eigentliche Nachbarschaftshilfe? Es bringt uns immer wieder zum Staunen, dass die Nachbarschaftshilfe sehr wohl funktioniert und wie viele Leute bereit sind, jeden Tag nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist, oder einkaufen zu gehen. Denn mit der Spitex allein geht es in der Regel doch nicht. Wir sind immer auf die Zusammenarbeit mit Angehörigen oder der Nachbarschaft angewiesen. Welche Entlastungen werden den Angehörigen angeboten? Es gibt Tagesheime. Leider aber in der Stadt St.Gallen nur gerade zwei für ältere Menschen, welche diese zudem selbst bezahlen müssen. Demenzkranke können an solchen Orten animiert werden, mit anderen Leuten wieder Kontakt zu pflegen. Oft sitzen sie sonst allein und isoliert zuhause und erhalten kaum Besuch. Viele Leute ertragen es nicht, wenn jemand alle fünf Minuten dieselbe Frage stellt und

era/Pevos

eise

Der Fall «Vera/Pevos» gehört zu den grössten Pensionskassen-Pleiten der Schweizer Geschichte. Die Sammelund Anlagestiftung war in den Strudel der Schweizer Immobilienkrise geraten. Das Debakel verursachte 1996 einen Schaden von rund 200 Millionen Franken. Betroffen waren 120 Firmen, die der Stiftung angeschlossen waren.☛ siehe auch N, R

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In den Mythen, Romanen und Filmen wimmelt es von weisen Alten. In der Realität gibt es sie auch – ob in der Politik oder im eigenen Bekanntenkreis. Man fragt sich allerdings, wie weit Altersweisheit in unserer komplexen, hochbeschleunigten Welt noch möglich ist. Oft ist sie ein Wunschtraum. In «Thirteen Days», einem Spielfilm über die Kubakrise von 1962, sagt der Berater einmal zu Präsident Kennedy: «There is no wise old man. There’s … shit, there’s just us.» ☛ siehe auch H SAITEN 02.10


DIE NEUEN ALTEN

einen nicht mehr erkennt. Manche Männer und Frauen, die Demenzkranke betreuen, kÜnnen am gesellschaftlichen Leben nicht teilnehmen, weil sie wegen der Betreuung immer zuhause sein mßssen. Fßr sie ist eine solche Institution ein Segen. Seit kurzem gibt es bei Spitex CentrumNotker ein Entlastungsangebot fßr die Nacht: eine temporäre Nachtstätte. Ich mÜchte nochmals betonen: Viele ältere Leute sind arm und leben isoliert. Teils sind sie verwahrlost und kommen kaum nach draussen, weshalb man sie auch nicht sieht. Sie rebellieren nicht.

Die graue Effizienz Die Fßnfzigplus-Generation sind fit wie nie zuvor. Die neuen Alten sind aber auch wirtschaftlich und politisch mächtiger als ihre Vorgänger. von H A R RY R O S E N B A U M

Â&#x192;%SISTAUFFÂťLLIG DASS&RAUENIMHOHEN !LTERVIELEHERINEIN0Ä&#x152;EGEHEIMEINTRETEN MĂ&#x201C;SSEN WEILSIEKEIN"EZIEHUNGSNETZ MEHRHABENÂ&#x2019; Gibt es Gewalt unter älteren Menschen? Es kann durchaus zu Gewaltsituationen kommen, wenn jemand Ăźberfordert ist und das Abhängigkeitsverhältnis nicht mehr erträgt. Das ist ein menschliches Problem. Die alten Menschen sind in ihrer Vielfältigkeit ein Abbild der Gesellschaft. Es gibt Klischees wie: Im Alter gibt es keine Sexualität mehr oder alle alten Menschen sind angepasst und pďŹ&#x201A;ichtbewusst. Doch es gibt auch bei ihnen eine Vielfalt, wie man sie Kindern und Jugendlichen selbstverständlich zuschreibt. Es ist wichtig, die Menschen ernst zu nehmen, sie anzuhĂśren und in diesem Sinn wertzuschätzen, ob sie hundert Jahre alt sind oder erst zwanzig. WOLFGANG STEIGER, 1953, ist Bildhauer in Flawil und freier Journalist.

Eine knapp 25-Jährige, die mit ihrer Familie an einem Wanderweg in einer St.Galler Agglogemeinde wohnt, sagt: ÂŤZuerst war ich nur erstaunt Ăźber die vor unserer HaustĂźre unbeirrt nordisch-walkenden Rentnerinnen und Rentner. Jetzt aber bekomme ich bei dem ewigen Tocktocktock fast Zustände und bin drauf und dran, bei der Gemeinde eine Eingabe fĂźr die Errichtung von Lärmschutzwänden zu machen.Âť Vielleicht wird die Frau ja tatsächlich in den Wahnsinn getrieben, denn in den nächsten zwanzig Jahren ist jede und jeder Dritte Ăźber sechzig Jahre alt und wird vitaler sein als je ein Altersjahrgang davor. Zudem wird die Lebenserwartung weitersteigen. So jedenfalls prophezeit es die BevĂślkerungswisschenschaft. Zu erwarten ist ein demograďŹ scher Wandel, der den Arbeitsmarkt, die Freizeit, das Wohnen, das Gesundheits- und Verkehrswesen sowie das Konsumverhalten nachhaltig prägt. Zu den markanten Veränderungen sozialer Rollenzuweisungen kommen neue Lebensstile und kulturelle Leitbilder dazu. EinďŹ&#x201A;ussreiche Methusaleme FĂśrderprogramme und Modellprojekte fĂźr das aktive und lockere sogenannte ÂŤAgeingÂť sind bereits aufgegleist. Dahinter stehen landesweite und grenzĂźberschreitende Organisationen, Verbände und Interessengemeinschaften. Unzählige Seniorenportale und virtuelle Treffpunkte im Internet propagieren Lernen und Wissen im Alter, den Umgang mit neuen Medien, Medienkompetenz fĂźr Senioren und vieles mehr von dem, was die Alten ins aktive Leben zurĂźck katapultieren soll. Das Interesse an den Alten ist gesellschaftlich bereits so manifest, dass sich allein schon daraus ein StĂźck Macht der FĂźnfzigplus-Generationen ableiten lässt. â&#x20AC;&#x201C; Die Welt steht Kopf, weil die Alten es wollen. Was bis jetzt am Anfang einer beruďŹ&#x201A;ichen Karriere stand, ist ebenso am Ende zu ďŹ nden, gewissermassen als Hilfe zum Durchstarten: Universitäten fĂźr Senioren. Als neue Fachdiszi- â&#x2020;&#x2019;

ungeklärt 1960 betrug der Anteil der WohnbevĂślkerung in der Schweiz Ăźber 65 Jahre zehn Prozent, heute sind es siebzehn Prozent. Die Auswirkungen der demograďŹ schen Alterung auf die Sozialversicherungen sind ein komplexes Thema, das häuďŹ g als ideologischer Vorwand benutzt wird: Bei der geplanten Senkung des Umwandlungssatzes auf 6,4 Prozent wurde die Alterung vom Bundesrat erst im Abstimmungskampf als Argument entdeckt. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch C, P, Z SAITEN 02.10

um Schluss Dabei wurde der Umwandlungssatz wegen der Alterung eben erst gesenkt: 2003 auf 6,8 Prozent. Davor hatte er zwanzig Jahre bei 7,2 Prozent gelegen. Um den letzten technischen Begriff zu klären: Unter dem Umwandlungssatz versteht man den Prozentsatz des angesparten Kapitals, der den Pensionierten jährlich als Rente ausbezahlt wird. â&#x2DC;&#x203A; siehe auch C, P, X

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Von Erbschaften proďŹ tiert vor allem die Rentnergeneration: Mehr als die Hälfte der VermĂśgen gehen an die Ăźber 55-Jährigen. Wäre es deshalb besser, wenn gleich die Enkelkinder als Erben eingesetzt wĂźrden? Die weit gescheitere LĂśsung wäre eine nationale Erbschaftssteuer. Denn dreissig Prozent der BevĂślkerung erben sowieso nie etwas. Nicht die Ă&#x153;beralterung der BĂźrger, sondern die Ungleichverteilung der VermĂśgen ist die

â&#x2020;&#x2019;


DIE NEUEN ALTEN

plinen für die Jungen etablieren sich zudem Geragogik und Gerontagogik. Bei Ersterem handelt es sich um Methoden und Inhalte des Lernens bei älteren Menschen, bei Letzterem geht es um die Wissenschaft von der Bildung und Erziehung im Alter. Schöne neue Welt für die Alten? Peter Gross (68), Soziologe und emeritierter Professor der Universitäten Bamberg und St.Gallen, und die Publizistin Karin Fagetti verfassten dazu ein Buch «Glücksfall Alter». Sie machen Schluss mit den Krisenreporten über die Vergreisung der Gesellschaft. «Endlich mal ein tröstliches Buch zum Entspannen», wie ein Rezensent meint. «Altern mit Gelassenheit, im Alter Zeit haben.» – Aber nicht ohne Macht! «Auf die Macht der Alten trifft man heute in verschiedenen Bereichen», sagt Gross. Einer sei die Politik. «Bei uns spielen ältere Menschen als Stimmbürgerinnen und Stimmbürger eine starke Rolle.» Im Parlament hingegen würden die Alten in der Schweiz auf nationaler Ebene noch fehlen. Nicht in den USA beispielsweise, wo die Alten in beiden Häusern des Parlaments als «Fussabdruck der Bevölkerungsstruktur» bereits vertreten seien. Das mache sie auch kompetenter als bei uns. Die Pensionierungs-Guillotine Und wie ist es mit der Macht des Geldes? Alte sind in der Statistik vermögender als andere Gesellschaftsschichten. Seniorenkenner Gross: «Sechzig Prozent der Kaufkraft liegt bei den Generationen Fünfzigplus.» Woher nehmen die Alten die Energie (geschweige denn das Recht), sich nicht alt zu fühlen? «Heute ist man nicht mehr mit sechzig oder siebzig, sondern erst mit 85 Jahren alt», sagt Gross pathetisch. Die Seniorinnen und Senioren hätten eine gewisse Macht, wie andere Generationen auch, wiegelt Andreas Meier (38), Geschäftsführer des World Demographic and Ageing Forum (WDA) an der Universität St.Gallen, ab. Zu den Hauptaktivitäten des WDA gehört der jährliche internationale «World Ageing and Generations Congress» an der Uni, der Ende August zum sechsten Mal durchgeführt wird. Junge Leute hätten den Vorteil der Schnelligkeit und Flexibilität. Ältere wiederum verfügten über Seriosität und «kristalline» Intelligenz, sagt Meier. Die Fünfzigplus-Generationen stünden heute zusammen mit den Kindern im Fokus der Werbung und des Marketings, würden also wirtschaftlich wahrgenommen. Die heutige demografische Entwicklung in Europa finde in zehn bis zwanzig Jahren genauso auch in Asien statt. Deshalb hätten unsere Alten global gesehen eine bedeutende Vorreiterrolle. Also auch wieder eine Art von Macht.

gerade jetzt augenfällige Ausbreitung dieser Gesellschaftsgruppe liege daran, dass nun die Babyboomer beim Rentenalter angekommen seien. «Die Leute sind selbstbewusster, informierter und besser ausgebildet als ihre Vorgängergenerationen», sagt Diener. «Die Alten fordern mehr und die Altersinstitutionen sind dadurch auch weit stärker gefordert als noch vor ein paar Jahren.» Diener sieht in den Alten vor allem eine starke Bevölkerungsgruppe mit grossem gesellschaftlichem Veränderungspotenzial und nicht die Wirtschaftsmacht. «Rund zwei Drittel der Menschen bei uns machen keine Erbschaften», meint er. Diese Leute lebten daher bescheiden. Ihr Spielraum sei ziemlich begrenzt. «Wer im Erwerbsleben ein kleines Einkommen hatte und für eine Familie sorgen musste, wird im Alter mit noch weniger auskommen müssen.» Die rein zahlenmässig mächtigen Alten drängen den Sozialstaat aus seiner Bahn. Was jahrzehntelang Bestand hatte – der Generationenvertrag – hat ausgedient. Er war der Konsens über die Finanzierung der Altersvorsorge. Die Erwerbstätigen bezahlen mit ihren Beiträgen an die AHV die Leistungen für die Pensionierten. Damit erwirken sie den Anspruch auf die gleiche Leistung nachfolgender Generationen, wenn sie aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Diese Umverteilung wird aber in Zukunft nicht mehr funktionieren, weil sich demografisch schon jetzt bei der beitragszahlenden Bevölkerung ein starker Rückgang und beim leistungsempfangenden Teil ein eklatanter Anstieg zeigt. So gesehen ist der Generationenvertrag seit seiner Geburt ein Euphemismus. Ob die Alten die Macht haben, dies zu ändern, bleibt offen. HARRY ROSENBAUM, 1951, arbeitet für die Nachrichtenagentur DDP.

Gescheiter als die Vorgänger «Nur schon durch ihre schiere Zahl sind die Alten in Zukunft noch einflussreicher als heute», sagt Thomas Diener, Geschäftsführer der Pro Senectute des Kantons St.Gallen. «Die Hinfälligkeit des Alters verschiebt sich nach hinten. Seniorinnen und Senioren sind länger fit als früher.» Die

eigentliche soziale Zeitbombe: In seinem Buch «Reichtum ohne Leistung» zeigt der ehemalige Kantonsstatistiker Hans Kissling, dass auf die drei reichsten Einwohner 412'000 weitere kommen. Kissling spricht von einer Feudalisierung der Schweiz und fordert eine Steuer von fünfzig Prozent bei Erbschaften über einer Million Franken.

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THEMA R H E I N TA L

Verstädterung ohne Stadt Wenn die Bautätigkeit ein Massstab ist, dann passiert viel im Rheintal. Seit Jahren ist auf beiden Seiten des Rheins ein ungebremstes Siedlungswachstum festzustellen, es wird gebaut auf Teufel komm raus. Mit denselben Folgen wie überall: Zersiedelung, ausufernde Industrieflächen, wuchernde Einfamilienhausteppiche. Ein Patchwork. «Nicht mehr Land und auch noch nicht Stadt», wie es einmal von Mario Broggi, Spezialist in Nachhaltigkeits- und Raumentwicklungsfragen, bezeichnet wurde. Diese rasche Veränderung, dieses Weder-noch wird von vielen Leuten zwar wahrgenommen, doch klar benannt wird es selten. Eher ist es ein diffuses Gefühl einer Verunsicherung. Klarer wird es, wenn man sogenannten «Heimweh-Rheintalern» die Frage stellt, was sie störe. Dann wird in erster Linie das Phänomen der gesichtslosen Verstädterung genannt. Eine Art von Beklemmung ist spürbar. Diese Situation wird von den Lokalbehörden aktiv gefördert. Die klassische Raumplanung hat versagt. Auch das Rheintal singt das Hohelied der Gemeindeautonomie. Jede Gemeinde will alles: Gewerbe und Industrie, ein bisschen Standortförderung mit neuen Einfamilienhaussiedlungen und vor allem ziemlich viel Verkehr. Von Abstimmung keine Spur. Noch schlimmer ennet des Rheins, wo es Raumplanung gar nie gegeben zu haben scheint. Das zeigt sich dem, der vom Hohen Kasten auf das St.Galler Rheintal, Werdenberg, Vorarlberg und Liechtenstein schaut. Und noch etwas wird erst aus der Vogelperspektive deutlich: Der Rhein ist in erster Linie eine Grenze. Keine Siedlung, kein Neubauprojekt nimmt auf die Situation auf der anderen Seite des Flusses Bezug. Wenn Planer eine Studie machen, dann ist es oft die grösste Arbeit, an die Pläne der anderen Seite heranzukommen. In den Planschränken der Verwaltungen gibt es eine Fülle von

Im Rheintal plant jeder gerade mal für sich selber. Bild: pd

Plänen, bei denen die jeweils andere Seite des Rheins aus gähnender Leere besteht. Jeder für sich. Das ist man sich seit Jahren gewöhnt. Umso überraschter blätterte man Ende letzten Jahres in einer Beilage der Architekturzeitschrift «Hochparterre». «Die werdende Stadt am Alpenrhein». Was soll da werden und wo? Das Alpenrheintal ist unter anderem ja dadurch gekennzeichnet, dass einzelne Regionen städtisch tun, dass es im Grunde aber gar keine Stadt und schon gar kein Zentrum gibt. Das Sonderheft beruht auf dem Vorhaben «Perspektiven Alpenrheintal – ein Forschungsnetzwerk». Im Rahmen dieses Projektes soll im Auftrag einer Österreicher und einer Liechtensteiner Hochschule sowie einer Schweizer Forschungsanstalt Siedlungs-, Verkehrs- und Landschaftsentwicklung im gesamten Alpenrheintal untersucht und ein Weg in die Zukunft formuliert werden. Fachleute sind grenzüberschreitend an der Arbeit, das ist schon allerhand. Doch das Projekt ist bis jetzt weder bei der Bevölkerung noch bei den Behörden angekommen. Und die unkoordinierte Verstädterung – kaum gebremst vom Konjunktureinbruch – geht weiter. MEINRAD GSCHWEND, 1958, ist freier Umweltberater und Journalist in Altstätten.

VORARLBERG

Eggers Rendite Über die im September 2009 vielzitierte antisemitische Aussage des Vorarlberger FPÖ-Landesparteichefs Dieter Egger habe ich hier bereits zweimal geschrieben. Einmal, als er sie machte, und einmal, als er damit bei den Landtagswahlen ein Viertel der abgegebenen Stimmen einsammelte. Jetzt muss ich es ein drittes Mal tun, denn er hat soeben nachgelegt. Man wird sich erinnern: Egger nannte den Leiter des Jüdischen Museums in Hohenems einen «Exil-Juden aus Amerika» in einem «hochsubventionierten Museum», was vielleicht trotz der deutlichen Anspielung auf jüdische Geldgier und auf die bei österreichischen Antisemiten notorischen «Ostküstenkreise» noch hinnehmbar gewesen wäre, wenn Egger tatsächlich geglaubt hätte, Loewys Eltern seien vor den Nazis in die USA emigriert. Sie waren aber nach Israel gegangen – und der Hohenemser Politiker wusste das. Jetzt hat er in einem Interview mit Radio Vorarlberg gesagt: «Wenn ich mit diesem Ausspruch eine Diskussion ausgelöst habe über Integration, dass man bei Migranten in Zukunft

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Er freut sich über den Erfolg seiner antisemitischen Aussage: FPÖ-Landesparteichef Dieter Egger. Bild: pd

stärker die Pflichten einfordern muss, und dass auch die anderen Parteien erkannt haben, dass man das Thema nicht permanent schönreden und totschweigen kann, dann – würde ich sagen – hat es sich rentiert.» Auf die Frage, ob er dieselbe Formulierung noch einmal gebrauchen würde, sagte er: «Im Nachhinein ist das schwer zu beurteilen.» Dass die Bemerkung über den jüdischen Museumsdirektor Loewy etwas mit der Integration der türkischen Bevölkerungsgruppe zu tun haben könnte, ist eine groteske Behauptung, dass sich die Lüge rentiert hat, hingegen unfreiwillige Ehrlichkeit. Dass Egger unbelehrbar ist beziehungsweise nach wie vor stur so agiert, wie es ihm seine Dübendorfer PR-Agentur empfiehlt, ist eine Sache, dass der Zynismus, die seinerzeitige Aussage habe sich rentiert, dieses Mal kaum ein Medienecho ausgelöst hat, eine andere. Ich habe einen Kommentar gelesen, der diese Aussage «ungeheuerlich» nannte, und eine Karikatur gesehen, in der Egger als von allen guten Geistern verlassen dargestellt wurde. Das wars. Egger wird möglicherweise als Bürgermeister in Hohenems kandidieren. Wie die Diskussion über Integration aussieht, die Egger angestossen haben will, kann man auf der Webseite des Vorarlberger Medienhauses nachlesen, zum Beispiel bei den Postings zur Angelegenheit Arigona Zogaj. Die Zeitschrift «Profil» hatte auf dem Cover der Januarausgabe das sehr gut integrierte siebzehnjährige Mädchen, das in den Kosovo abgeschoben werden soll, als «Mensch des Jahres» abgebildet. Darauf folgte eine Flut von Leserbriefen, von denen einer in voller Länge abgedruckt wurde, nachdem man sich versichert hatte, dass der Absender – ein parteiloser Wiener Versicherungsmakler mit zwei Kindern, der eine Zeitlang in den USA gelebt hat – tatsächlich existiert und auch

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THEMA

zu seinem Schreiben steht. In diesem heisst es unter anderem: «Was hat diese moslemischalbanische Drecksfamilie schon für Österreich getan?? Dieses elendige Schmarotzer-Gesindel!! Soll Sie sich doch umbringen, wenn Sie will, denn ausser den Saugrünen Gutmenschen würde das sicher niemanden stören!! (...) Meine Verwandten in Oberösterreich haben mir erzählt das diese Hure Arigona eine extrem freche Saugoschn hat und in der Schule zu den Lehrern frech ist und in die diversen Geschäfte hineingeht und höhnisch und frech fragt ob Sie denn niemand kennt.?? (...) Seit fünfzehn Jahren merkt man wo Österreich hinsteuert und dieses verschleierte Ausländergesindel (Albaner, Bosnier, Tschetschenen, Pakistanier, Inder, Moldawier, Rumänen, Nigerianer etc. und auch die sonstigen restliche Jugo-Dreck (Serben etc.) zieht unser schönes Land in den Dreck und Sumpf. Was haben alle diese Schmarotzer in unserm Land verloren.?? Die meisten stinken und wischen sich mit der linken Hand den Arsch aus, das ist deren Kultur und der wollen wir uns in Österreich nicht anpassen bzw. beugen.» «Profil» erschrak offenbar über diesen Text, Vergleichbares konnte aber auch in den Postings auf vol.at nachgelesen werden, wenn über Arigona Zogaj berichtet wurde: «Lebt die ZogajSippschaft immer noch von dem Pfaffen-Tausender, der ihnen monatlich in den Arsch geblasen wird? – Nicht nur von dem Tausender – nehme an das ist Schweigegeld, welches der Herr bezahlt – sondern auch von staatlichen Zuwendungen und sonstigen Spenden! – So isses, die Wohnung, das Essen, die Arztkosten, Strom und alles wird ja sowieso bezahlt, deswegen können die ja auch die fetten Gratiseuros in den drecke Kosovo runterschicken, hier haben sie ja ALLES GRATIS!!!!! – Unbegreiflich, wie sich unser staat von von diesem gsindel erpressen lässt. und noch dazu aus einem sicheren staat. nur wieder wirtschaftsflüchtlinge die den status asyl missbrauchen. es ist echt zum kotzen was aus unseren gesetzen, unserem staat und unseren politikern geworden ist. nirgendwo werden diese so genannten asylgesetze missbraucht wie in österreich. armes östterreich, glorreiches asylbetrügerland.» Es war natürlich nicht nur Dieter Egger, der diese Art Integrations-Diskussion angekurbelt hat, aber ziemlich viele Poster nennen bereitwillig ihre Lösung aller Probleme: FPÖ wählen. KURT BRACHARZ, 1947, arbeitet als Schriftsteller, Kolumnist und Übersetzer in Bregenz.

WINTERTHUR

Ein Hase auf dem Hochhaus Im Februar jährt sich ein denkwürdiges Ereignis zum sechsten Mal. Die mehrtägige Besetzung des damals wie heute leer stehenden SulzerHochhauses. Ich hatte an jenem unvergesslichen Wochenende im Februar 2004 einen englischindischen DJ im Kraftfeld zu Gast. Nach Feierabend – um etwa drei Uhr – gingen wir ins Hochhaus auf «Sightseeingtour». Vermutlich

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Je nach Feiertag lässt jemand anderes das Licht brennen. Bild: Manuel Lehmann

hatte der Gute danach ein nicht wirklich der Realität entsprechendes Bild von Winterthur. Googelt man heute das Ereignis, findet man vor allem Hinweise auf entstandene Sachschäden in Höhe von mehreren hunderttausend Franken. Mit erstaunlicher Zielstrebigkeit wurde während der Besetzung gesprayt und zerstört. Wollte man da den sich bietenden Freiraum nutzen oder Ressentiments gegen die Firma Sulzer ausdrücken? Schliesslich ist dem Turm eine gewisse Symbolhaftigkeit eigen. Inzwischen wurde das Gebäude, das zwischen 1962 und 1966 erbaut wurde und bis 2003 das höchste Hochhaus der Schweiz war, vollständig saniert und könnte wieder gemietet werden. Bereits während der Besetzung 2004 war die Immobilie nicht mehr im Besitz von Sulzer, sondern gehörte Bruno Stefanini. Er ist Inhaber unzähliger Häuser in Winterthur, über achtzig Jahre alt und bekannt dafür, dass er ein Kunstsammler ist, der sich nichts aus Luxus macht. Die Stadt Winterthur liegt mit ihm im Clinch wegen verlotternden Liegenschaften. Das Sulzer-Hochhaus hat Stefanini aber nicht nur saniert, sondern auch um zwei Stockwerke erweitert. Heute ist es 99,7 Meter hoch und heisst Wintower. Der Zweck der Aufstockung bleibt schleierhaft. Mit diesem Geld hätte man viele alte Häuser sanieren können. Ausserdem ist das Gebäude wohl eher zu gross als zu klein, um einen Mieter dafür zu finden. Vielleicht begräbt man die Hoffnung, den ganzen Tower am Stück zu vermieten. Auf den 28 Etagen hätte es genug Platz für mehrere hundert Ateliers, um ein regelrechtes Mekka der Kunst zu werden. Stattdessen wird der Wintower über

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Weihnachten selbst zum Kunstwerk. Bereits früher strahlte ein Tannenbaum aus den Fenstern des Hochhauses. Die Mitarbeiter mussten nach Feierabend einfach das Licht brennen lassen. Seit einem Jahr geschieht dies im Auftrag von Stefanini computergesteuert. Dies sei man der Stadt schuldig. Viel Geld wurde ausgegeben, um in jedem Fenster Licht zu installieren. Nun ist man sogar auf die Idee gekommen, auch andere Leuchtsymbole zu programmieren. Kerzen an den Adventssonntagen, ein Sektglas an Silvester und eine Krone am Dreikönigstag. Ich bin gespannt auf Ostern. Herr Stefanini – wir warten auf den Hasen! MANUEL LEHMANN, 1974, ist im Vorstand Arealverein Lagerplatz.

TO G G E N B U R G

Er machts! «Der kommt nie mehr», «eine Eintagsfliege», hiess es noch vor wenigen Jahren. Oder: «War wohl ein einmaliger Doppelolympiasieg». Lauter Skisprungexperten hat das Toggenburg. Kein Wunder, schliesslich ist auch die Skiflug-Legende Walter Steiner ein Einheimischer. Drum hat die kleine Sprungschanze bei der Wildhauser Kollersweid Kultstatus; so viele Überflieger hat sie hervorgebracht. Zum Glück hat der Wind gedreht: Unser Simi ist nach seinem Tief vor einigen Jahren wieder der Grösste und fliegt in wenigen Tagen seiner nächsten Olympia-Medaille entgegen. Hier fiebern alle mit. Denn Simi ist so bescheiden und freundlich geblieben, wie man ihn im Fernsehen wahrnimmt. Mal trifft man ihn im


THEMA

Sie auch! Weltmeisterin Johanne Kohlstead aus Norwegen (1933). Bild: pd

Ausgang, mal auf der Skipiste. Stets hat er ein offenes Ohr und erinnert sich an das letzte gemeinsame Gespräch. Als er 1998 nach Nagano reiste, gingen wir zusammen an die Kanti und fuhren fast täglich, nebeneinander sitzend, mit dem Postauto nach Wattwil. In der Öffentlichkeit wurde er noch gar nicht wahrgenommen, höchstens durch ein Interview in der Kantizeitung «Löschblatt». Aus Japan brachte er die Plätze 35 und 39 sowie – als erster von uns allen – einen MP3-Player mit. Am Abend vor der Abreise nach Salt Lake City im Jahr 2002 spielten wir noch Hockey auf der Eisbahn Wildhaus. Fast hätte mein Kollege den zukünftigen Gold-Simi bei einem Bandencheck verletzt. Wir wünschten ihm viel Glück und dachten uns nichts dabei. Als er zurückkam, war alles anders. Der «Harry Potter der Lüfte» holte zwei Goldmedaillen und eroberte mit seiner «voll geilen» Art die Herzen der Sportwelt. Mich riefen tags darauf Journalisten vom «Blick» und der «Sonntags-Zeitung» an, um irgendwelche Ungereimtheiten aufzudecken. Genauso erging es Simis Sekundarlehrer, meinem Vater. Doch sie brachten nichts Negatives heraus, denn es gab schlicht nichts zu erzählen. Unser Toggenburger Goldjunge ist, was er vorgibt zu sein: ein äusserst schätzenswerter Sportsmann, der seine ehemaligen Kollegen vom Dorf nie vergessen hat, auch wenn man sich natürlich nur noch selten sieht. Mittlerweile sind es seine vierten Olympischen Spiele und ich wünsche ihm, dass er es in Vancouver nochmals allen zeigt und eine Goldene nach Hause fliegt. Dann wird gefeiert! Ganz brav mit der offiziellen Gästeschar und dann vielleicht noch irgendwo, wos niemand erfährt. So wie früher, bei unseren geheimen

Alphütten-Festen am Gräppele See. Doch das ist eine andere Geschichte. ANDREAS ROTH, 1983, lebt in Wildhaus und arbeitet bei der KlangWelt Toggenburg und Snowland.ch.

THURGAU

«ErotikMasseusen» und Republikaner

auch in Frauenfeld. Ja, ja, wir haben zwar zurzeit keinen Fussballclub in der ersten Liga, aber in Sachen Puff und Tabledance spielen wir anscheinend in der Super League. Und weiter ist zu lesen, die Bewilligungspraxis sei pragmatisch. Mancher Leser wird sich wohl gefragt haben, was für eine schweinische Sache das sei, «pragmatisch». Frauenfeld sei sogar ein «Zulieferer» für Zürich. Endlich funktioniert also auch das Thurgauer Standortmarketing: in Zürich «arbeiten», im schönen Thurgau wohnen. In diesem Zusammenhang kommt mir wieder die amüsant-versaute Lesung «Blüten der Dämmerung», eine Adaption des Schundromans «Blüte der Dämmerung», in den Sinn, welcher ich letzthin in einem kleinen verrauchten Zürcher Lokal beigewohnt habe. Das haben Corina Freudiger und Miriam Erni – beide mit passend «strengen» Haaren – gut gemacht: Ein Schundroman mit Softerotik-Cover (kein «HardcoverBuch») soll nachgespielt werden. Aber für die «Nutte» Milly (aus «Lovelady» stammend) kann es nicht schnell genug gehen. Ihre Vagina dürstet nach Wasserfällen, nicht nach dem Boxer Mad Dog. – Fast schon wieder emanzipatorisch. Und die ganze Szenerie spielt sich auf der «Epic Farm» ab, nahe Lonesome, «irgendwo in Texas». Da wählen sie die Republikaner, bei uns halt eben die SVP. MATHIAS FREI, 1980, Student, Kulturveranstalter, Slampoet, Texter und SP-Gemeinderat.

Der Thurgau überrascht einen immer wieder. Da kam doch am kürzlich über die Bühne gegangenen Fraui-Slam vom geschätzten Kollegen Abermann aus Innsbruck der Spruch: «Wenn ich nun mal in Frauenfeld bin, dann muss ich jetzt noch Frauen sehn.» Fast entschuldigen musste ich mich nachher. «Wenn du am nächsten Morgen deinen Namen in den schwarzen Schnee kotzen willst, solltest du für einen letzten Absacker das Restaurant Anker beehren», hatte ich ihn mit vielen interessanten (Nicht-)Hingehtipps versorgt. Und dann lese ich am nächsten Morgen in der «Thurgauer Zeitung», dass sich «Erotik-Masseusen» im Thurgau sehr wohlfühlen würden. Seit letztem Sommer seien die Anfragen für «Kurzaufenthaltsbewilligungen» «explosionsartig» angestiegen. In dem «TZ»-Artikel liest man zudem von den angenehmeren «Formen», die der Alltag mit dem Gläschen Schaumwein annehme, vom schummrigen Licht, das alles weich (!) zeichne. Dazu gibt es eine «Infografik», welche als «Thurgauer Rotlichtkarte» betitelt wird. Kleine rote Laternen, die eher an Samichlaus und seinen «Schmutzli» erinnern, zeigen, wo «Aktivität» stattfindet. Zum Beispiel in Schlatt oder in Braunau oder in Bätershausen. Und natürlich

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THEMA

GESCHICHTEN AUS DEM BUNKER

Für wen spiele ich? 10.01.2010, 16:31 Uhr von Dominik Kaschke Gestern war Premiere. Über die schreibe ich heute nicht. Vielmehr geistert mir seit ein paar Wochen folgende Frage durch den Kopf: Für wen spiele ich? Folgend eine Erläuterung. Mir ist nun schon zwei Mal in Kritiken der ungefähre Wortlaut begegnet, der Zuschauerraum sei nur deshalb voll, weil er mit Schulklassen aufgefüllt werde. Einmal im «Südkurier» zur Premiere von «Romeo und Julia», und vor kurzem im «Tagblatt» anlässlich der zweiten «Seifenoper» im Palace. Und unlängst gab es Beschwerden von Zuschauern, weil Schüler laut waren. Und da wurde ich stutzig. Warum? Weil die Sichtweise einen komischen Beigeschmack hinterlässt, dass Jugendliche oder Kinder im Theater entweder stören oder sowieso nur kreischen und johlen, weil unkritisch, weil mit Klamauk zu kriegen, weil sowieso uninteressiert, weil nicht 3D Brille (ist übrigens ein unzulässiges Argument, weil bei echten Menschen zuschauen immer in 3D ist, ausser bei Pirat mit Augenklappe) und weil, und weil nicht, und überhaupt. Die sollten doch lieber ins Weihnachtsmärchen, Kinder- oder Jugendstück gehen, weil sie da auch eine Botschaft kriegen, Stichwort: Bildungsauftrag. Wenn sie später gross sind und sich zu benehmen wissen, dürfen sie dann bei den Abonnenten sitzen. Da werd ich dann – wie gesagt – stutzig. Und jetzt breche ich mal eine Lanze für dieses stark unterschätzte Publikum. Liebe Bildungsbürger, die ihr ins Theater geht: Achtung, ihr werdet weniger! Klingt hart, ist aber so. Ihr braucht nur den Fernseher einzuschalten, um die Beweise zu sehen. Früher hiess es, oh, Bildung wichtig, Unterhaltung mit Niveau und Message, deshalb Barbapapas, Kasperlitheater, gemeinsames Bücherlesen und am Sonntag tschechische Märchenfilme. Heute heisst es, Pinkelfleck bei DSDS, Exposed, Cheaters, Mitten im Leben (oder: echte Familien beim echten Kollaps, ich fühl mich gut, weil denen gehts schlecht), oder um es auf einen Nenner zu bringen: Bohlen Dieter. Das ist der

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Untergang des Abendlandes, nicht die Moslems, und nicht die Chinesen. Und genau deshalb bin ich über jeden jungen Zuschauer glücklich. Weil die könnten auch oben genanntes gucken. Keine Ahnung, ob von der Schule gezwungen oder freiwillig, aber sie sind da. Und das Tolle: Sie reagieren. Jawohl, und zwar

Mercutio Benvolio vögelt, und weinen, wenn Romeo und Julia sterben. Und ja, manchmal stören sie, oder kotzen ins Klo, weil betrunken, weil Adventszeit, weil Weihnachtsmarktpunsch schon am Vormittag ausgeschenkt wird. Aber da muss man durch, sonst sitzen wir bald allein im selbst gezimmerten Elfenbeinturm, und erzählen uns gegenseitig im Nachtprogramm auf Arte, warum Theater immer noch Gültigkeit besitzt. Um auf die Frage zurückzukommen, für wen ich nun eigentlich spiele, für Kritiker und klassisch gebildete Theatergeher oder für junge Menschen, die sich manchmal daneben benehmen, lautet meine Antwort: für Letztere. Weil sie mir sofort mitteilen, ob sie es gut oder schlecht finden. Weil sie sich in der Dunkelheit eines anonymen Zuschauerraums trauen, emotional zu reagieren. Weil sie sich damit auseinandersetzen. Weil man sie eben nicht unterschätzen darf. Schon der Zukunft wegen. Das Ensemble des Theaters St.Gallen schreibt seit Oktober 2009 für den Saiten-Blog und gibt Einblicke hinter die Kulissen und in den alltäglichen Wahnsinn einer Schauspielerin, drei Schauspielern und einer Regieassistentin: Andrea Haller, Nikolaus Benda, Dominik Kaschke, Romeo Meyer und Tea Kolbe. www.saiten.ch/ostblog

Bild: pd

in alle Richtungen, positiv wie negativ. Wenn es sie langweilt, schlafen sie nicht ein, sondern werden unruhig. Dann spürt man sie und fängt an, um sie zu kämpfen. Sie fürchten sich, wenn das Gespenst von Canterville auftritt, und lachen in der nächsten Sekunde, weil der Geist vor sich selbst erschrickt. Sie johlen, wenn

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THEMA

Hönder de Säntisspitze Am Fuss des Alpsteins leben keine weltberühmten Literaten. Zu etwas Bewunderung und Bekanntheit kommen in Innerrhoden jene Naturtalente, die für jeden Anlass auf Bestellung ihre Reime produzieren. von MONICA DÖRIG

Die Innerrhoder sind bekannt für ihre Sprache. Sie ist melodiös, träf, voller wunderlicher Besonderheiten. Es gibt Witzesammler und Mundart-Erzähler. Es gibt Frauen und Männer, die Theaterstücke in Versform schreiben. Und es gibt Auftragsdichter: Man braucht im Dorf nur zu fragen, wer wohl ein Gedicht zur Goldenen Hochzeit verfassen könne, schon wird eine Reihe Namen geboten. Die Schlepfers Theres vom Hinter Lehn zum Beispiel oder ihr Sohn, der Kollers Leo, der in Weissbad wohnt.

Denken in Reimform Geht man mit einem Gedichtwunsch zu den Auftragsdichtern, ist es, als gäben sie die Angaben über das Geburtstagskind oder die Jubilarin, über den Pensionär oder das zu vermählende Paar mitsamt ihrem Schatz an lustigen Redewendungen, gäbigen Reimworten und bildhaften Vergleichen in einen Beutel und würden sie munter durcheinanderschütteln. Bergdole hönder de Säntisspitze tüend si jetzt scho d’Schnebel wetze denn die schmeckid schnöll de Broote d’Mariann und de Rolf tüend hüroote … Die kurzen Sätze purzeln Leo Koller fast aus dem Ärmel. Er büschelt sie zu Vierzeilern. Es ist, als hätte Leo den Rhythmus im Blut, so wie sein Bruder die Musik. Kein Stammeln, kein sich Reiben an den Worten, kein verzweifeltes Graben nach dem tieferen Sinn. Freude machen soll das Mundart-Gedicht, die Menschen zum Lachen bringen oder anrühren. So einfach ist das. Von Vorteil sei es, wenn man die Auftraggeber gut kenne: «Dann kann ich ihnen die Verse auf den Leib schneidern und ich weiss, wie ich sie pfeffern darf.» Sapperlot ond Besestiel dünkt ös jetzt scho nöcher z’viel will e Päärli hürote wett bevor dass s’Huus scho Feschter hett … Angefangen, Gedichte zu schreiben, hat der Zimmermann gegen Ende der Schulzeit. Durch sein Mitwirken im «Engel-Chörli», das sein Bruder Emil seit Jahren leitet, ist er in die Rolle des Drehbuchautors für die Unterhaltungsabende des Chors gerutscht. Am liebsten setzt er sich morgens von fünf bis halb sieben an den Computer. «Je mehr Aufträge ich habe, desto schnel-

ler fliegen die Worte», sagt Leo Koller. Oft denke er gar in gereimter Form. Um des Reimes Willen verdrehte Sätze verabscheut er, «ich habe es lieber lustig als dramatisch». Hat er zu viele Anfragen, leitet er sie an seine Mutter weiter, von der er das Talent geerbt zu haben scheint.

Die Dichterin vom Hinter Lehn Seiner Mutter Theres fliegen die Worte an manchen Tagen federleicht zu. Sie trage die Vorgaben jedoch zuerst eine Zeitlang mit sich herum, verrät sie. Wie man zuerst einen Menschen kennen lernen muss, bevor man sich ihm nahe fühlen kann. Und dann, bei alltäglichen Verrichtungen, formieren sich plötzlich die Verse. Hunderte von Gedichten hat sie, seit sie in der Schule aus Jux damit angefangen hat, bereits geschrieben. Damals sei ihr eine «Bäsi» (Tante) ein grosses Vorbild gewesen. Die habe wunderschön gedichtet. Als die junge Theres dann eine Zeitlang als Handstickerin in Interlaken arbeitete, fand ein reger Briefwechsel zwischen ihr und der Tante statt – in gereimter Form. Theres Koller-Inauen ist als eines von elf Kindern in Brülisau aufgewachsen. Der älteste Bruder ist Missionar in Afrika. Ihm beschrieb sie früher Begebenheiten in der Heimat in Gedichtform und er antwortete ihr ebenso. Junge Leute kommen heute noch zu ihr, wenn sie ein Glückwunschgedicht oder einen lustigen Sketch für eine Hochzeit brauchen. Wenn sie zu viele Anekdoten kennt, ist es schwierig, das Beste herauszufiltern. Wenn wenige Angaben vorliegen, wird es auch nicht einfach: «Gönd zonere Naieri, ond bringed ere ke Stoff …» Sie könne keine einzige Zeile schreiben, wenn jemand in der Nähe sei. Am liebsten sitzt sie vormittags alleine am Küchentisch und hält ihre Einfälle auf dem karierten Block fest. Mit blauer Tinte in akkurater «Schnürlischrift». Die Nachmittage verbringt die lebhafte Achtzigjährige mit Jassen oder beim Singen im Seniorenchor. Auch ihr bedeutet die Musik viel: «Jedes Wort hät au sin Klang».

stand. Es schien ihr ein Wink des Schicksals zu sein und sie fing an, alle Sorgen und Nöte, Ereignisse und Eindrücke hinein zu schreiben, oft heimlich. Sie blieben ihr Geheimnis. Die Mutter habe kein Verständnis für ihre Vorliebe gehabt. Als zweitjüngstes von sechzehn Kindern habe niemand wirklich Zeit für sie gehabt. So habe sie halt, anstatt Fragen zu stellen und vergeblich auf Antwort zu warten, aufgeschrieben, was sie beschäftigte. Sie notiere auch heute noch ihre Gedanken, sagt Christine. «Einfach so, aus einer Stimmung heraus». Schlicht und schnörkellos, so wie sie auch spricht. Setz dich hin auf mich die Bank schau zum Himmel und sag leise Dank. Mit den Sprüchen, die auf Messingtäfelchen auf den roten Ruhebänken des Tourismusvereins angebracht wurden, ist Christine Haueis ein bisschen berühmt geworden. Danach habe sie auch Anfragen bekommen, um für Familienfeste Gedichte zu verfassen. Das eine oder andere habe sie versucht, bald jedoch gemerkt, dass ihr diese Art von Dichten nicht liegt. Am liebsten schreibt sie Begebenheiten aus dem Dorfleben auf. Einige Jahre lang hat sie für die Moderation der 1.-August-Feier in Appenzell Reime verfasst. Vorgetragen wurden sie von Trachtenmädchen und -buben. Unbemerkt hat sie sich ins Publikum gesetzt und sich köstlich amüsiert über die Reaktion der Zuhörenden. Christine Haueis will kein Geld für ihre Reime nehmen. Sie befürchtet, sie könnte dann ihre Gabe verlieren. Ihr Dichten sei «nütz egschteres – es ischt mer efach gee.»

Eindrücke in Versform Für Christine Haueis aus Appenzell hat alles mit einem in roten Samt gebundenen Buch angefangen. Sie hat es als Teenager in einer Geschenkboutique gekauft. «Dichtung und Wahrheit» stand darauf. Daheim stellte sie mit Schrecken fest, dass das Buch aus lauter leeren Seiten be-

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Theres Koller-Inauen und ihr Sohn Leo in der Dichterstube. Bild: Christiane Dรถrig


FL ASCH E NP O S T AUS D E R T ÜR KE I

Das Orakel warnte Krösus davor, den Halys zu überschreiten, er werde ein grosses Reich zerstören. Bilder: Urs Walter

Einem alten Reisebericht auf der Spur von EVTICHIOS VAMVAS

Seit vier Tagen sind wir in Ürgüp, mitten in der dürren und beinahe baumlosen anatolischen Hochebene. Stoppelfelder, soweit das Auge reicht. Ein Felsen voller Löcher überragt die Stadt. In diesen Höhlen wohnen tatsächlich noch Leute, vor allem ärmere. Unübersehbares Zeichen der Zivilisation sind die aus den Höhleneingängen ragenden Satellitenschüsseln. Ich wage nicht zu fragen, ob ich eine Wohnung betreten dürfe. Ich weiss also nicht, wie sich die Leute eingerichtet haben. Wo ein wenig Platz bleibt, werden liebevoll kleine Gärten gepflegt: Gemüse, Blumen, kleine Bäume in grossen Olivenölkanistern. Unmittelbar daneben wurden Hotels an und in den Felsen gebaut, die dem betuchten Feriengast ein Troglodytenleben bieten, ohne dass er auf die Annehmlichkeiten des modernen Lebens verzichten muss. Sich darüber aufzuregen lohnt sich nicht, immerhin misshandelt diese Architektur nicht die Landschaft wie etwa die «Baracke» der Tanzenden Derwische bei Göreme oder der kitschige «Juwelenpalast» in Uçhisar, wo den Touristen

das Geld aus der Tasche gezogen wird. Hier sind die Hotels aus denselben Tuffquadern gebaut wie die «Fassaden» der Höhlen oder die alten Häuser. Ürgüp ist – wie andere bis zum Bevölkerungsaustausch von 1922 von Griechen bewohnte Orte – bekannt für seinen Weinbau; der Weisswein schmeckt ausgezeichnet.

Fast wie im Mystery Park Hierhergeführt hat uns der Reisebericht «Drei Tage bei den Höhlenklöstern von Kappadokien» des griechischen Dichters Giorgos Seferis (1900 –1971). Seine Beschreibungen der kappadokischen Landschaft, der Felskegel und der Fresken in den Höhlenkirchen, sprühen vor Begeisterung. – Ich übersetzte zusammen mit Clemens Müller den Text. Den eigentlichen Anstoss zur Reise gaben allerdings die Fotos des Autors. Es kann für einen Übersetzer durchaus hilfreich sein, das Beschriebene vor sich zu sehen. Gleichzeitig befällt mich dabei auch ein merkwürdiges Gefühl, nachdem ich alles, was ich zum Thema in die Finger kriegen konnte,

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gelesen und studiert habe. Wie dem auch sei, auf die Idee zu dieser Reise haben uns Seferis’ «missglückte» Fotos gebracht. Wir wollen seine Motive mit den heutigen Möglichkeiten für eine neue Publikation einfangen. Dazu begleitet uns der Berner Journalist und Fotograf Urs Walter. Seferis war sich bewusst, dass nicht alle seine Fotos gelungen waren und entschuldigt sich damit, dass er in den dunklen Räumen mit Magnesium fotografieren musste; er veröffentliche sie einzig aus dokumentarischen Gründen. Er befürchtete zu Recht, dass vieles bald zerstört sein könnte. Zum einen setzt die Erosion den in weichen Tuffstein gehauenen Kirchen zu. In Göreme rückt man dem Zerfall mit Spritzbeton zu Leibe. Das mag eine günstige und effektive Lösung sein, die Felszapfen aber verlieren ihren Charakter und verströmen einen Charme wie der Mystery Park in Interlaken. Ausgerechnet die zwei Höhlenkirchen, deren Fresken Seferis am detailliertesten beschreibt, sind von der Erosion am stärksten betroffen. Die Kiliçlar Kilise im Schwerttal ist vom Einsturz bedroht und

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F LA S C HENPOS T AUS DER T ÜR KEI

Deckenfresko der Karanlik-Kirche in Göreme.

wird mit Balken abgestützt, die Fresken sind nahezu alle abgebröckelt; die Baliki Kilise im Soğanlital ist verschwunden. Zum anderen leiden die Bauten unter mutwilligen Zerstörungen. Darauf, dass auf vielen Fresken die Gesichter aus religiösen Gründen abgeschlagen wurden, sind wir vorbereitet. In der Karabas Kilise aber, um nur ein Beispiel aus dem Soğanlital zu nennen, stehen wir fassungslos vor Fresken, die mit Namen und Daten zerkratzt wurden. Die meisten Namen sind griechisch, und nicht etwa nur aus unserer Zeit, das älteste Datum, das ich finde: 1856.

Sich übergebender Berg Wir wussten, dass Göreme – inzwischen zum Weltkulturerbe erklärt – ein Touristenmagnet geworden ist. Solche Menschenmassen hatten wir aber nicht erwartet. Folgende Szene bleibt mir besonders haften: Wir arbeiten uns bis zur Çarikli Kilise vor, deren Eingang sich etwa vier Meter über dem Boden befindet. Eine steile Eisentreppe führt hinauf. Die Kirche ist von einer Besuchergruppe besetzt. Wir warten, und schliesslich kommen die Leute heraus, es sieht aus, als ob sich der Fels übergeben würde. Oben angekommen wundern wir uns, dass in dem kleinen Raum so viele Leute Platz haben. Die Luft ist zum Schneiden, was dem Erhalt der Fresken auch nicht gerade förderlich ist. Trotzdem finden wir auch hier eine Verbindung zu Seferis. Er erzählt, dass der Wärter

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Teilweise werden die Felsen in Göreme noch immer bewohnt.

Ismael seine Felswohnung mit Bildern aus Zeitschriften geschmückt habe. Wir haben das Glück, einen Blick ins neue Wärterhäuschen, ebenfalls in einem Felszapfen und ebenso mit Bildern vollgepinnt, werfen zu können, als einer der Wärter eine Zigarettenpause macht. Es ist sympathisch, dass sie es Ismael gleichtun. Es braucht aber nicht viel, um dem Getümmel zu entkommen. Ein paar Schritte neben der Durchgangsstrasse, hinter dem Hügelkamm, beginnt das Schwerttal: Stille, Wind, zirpende Grillen. Seferis unternahm seine Reise 1950, gegen Ende jener Monate, als seine Dienstzeit als Botschaftsrat in Ankara zu Ende war und das Aussenministerium in Athen nicht wusste, was es mit ihm anfangen sollte. Kappadokien war damals ein unerschlossener Geheimtip. Er erzählt, dass die Strasse so schlecht war, dass er oft nicht wusste, ob er der Strasse oder einem Wadi folge.

Krösus’ Warnung Ab Ankara folgen wir Giorgos Seferis’ Spuren. Wir bewundern die Brücke der Seldschuken bei Köprüköy, die den Halys (Kizilirmak) überspannt, und stärken uns an dessen Ufer mit der Melone und den Nüssen, die wir auf dem Markt in Bala kauften. Krösus, der lydische König, kommt uns in den Sinn, den das Orakel davor warnte, den Halys zu überschreiten. Er werde ein grosses Reich zerstören. Es sollte sein

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eigenes sein. Vielleicht geschah es hier, wo der Halys durch das weite Hochland mäandert und sich hinter der Brücke in eine bizarre Felslandschaft ergiesst. Unsere weiteren Stationen sind Avanos, Kayseri, Mustafapaşa. So faszinierend die Landschaft und die Kunstdenkmäler sind, und sie sind es in einer besonderen Intensität, so gibt es doch etwas, das uns noch tiefer berührt, etwas, das auch Seferis in seinem Reisebericht hervorhebt: Es ist die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der türkischen Landleute. Ausserhalb von Avanos, wo wir bei einem Hof den Halys fotografieren, kommen der Bauer und bald darauf seine Frau zu uns. Lachend, mit allen Ausdrücken der globalen Gestensprache, versuchen wir, uns zu verständigen. Zwischendurch verschwindet die Frau, kommt mit Trauben zurück, verschwindet wieder und bringt Tomaten. Wir rechnen damit, dass sie uns die Früchte verkaufen wollen. Weit gefehlt, es ist ein Geschenk, das uns an den folgenden Abenden, nach anstrengenden Tagen, den Gaumen erfrischt. EVTICHIOS VAMVAS, 1967, arbeitet in St.Gallen als Musiker. Er studiert und übersetzt Lyrik und Prosa des griechischen Dichters Giorgos Seferis.


MUS I K KULTUR

KULTUR

Immer eine Schaufel tiefer Howe Gelb skizziert brüchige Hymnen und reisst unverheilte Wunden auf. Der amerikanische Songwriter kommt in die Grabenhalle. von PHILIPPE AMREIN

Ein herbstlicher Abend in Zürich, irgendwann Mitte der Nullerjahre. Im besten Musiklokal der Stadt, das nebenbei auch Kombüse, Museum für maritime Devotionalien und Anlaufstelle für versierte Theken-Theoretiker ist, steht ein Auftritt der einflussreichen, allerdings nur in bescheidenem Umfang kommerziell erfolgreichen Band Giant Sand an. Wobei man streng genommen eigentlich nicht mehr von einer klassischen Band sprechen kann, seitdem sich Bassist Joey Burns und Schlagzeuger Jon Convertino ausgeklinkt haben und als Anführer von Calexico musikalische Triumphe feiern. Seit dem Ausstieg der Rhythmustruppe ist Giant Sand zu einem Vehikel geworden, mit dem Chefdenker Howe Gelb zu immer neuen Exkursionen aufbricht. An besagtem Abend hat Gelb das Album «Is All Over the Map» im Gepäck und drei dänische Gastmusiker als Besatzung mit an Bord. Das Publikum steht erwartungsvoll im Raum, und dann beginnt das Konzert auf der Treppe zum Damenklo. Dort steht Gelb mit Gitarre und Pilotenmikrofon, durch das er erste Signale sendet. Der Gitarrist auf der Bühne antwortet per Funk auf die Anweisungen des Chefs und bald wird klar, dass Giant Sand ihren Auftritt mit einem improvisierten Soundcheck einleiten, bevor die vier Musiker die erste reguläre Nummer «Yer Ropes» anstimmen. Der Song hat bereits etliche Jahre auf dem Buckel und markiert einen der wenigen «Hits» der Giant-Sand-Geschichte, und er eröffnet ein Konzert, in dessen Verlauf sich Howe Gelb nicht bloss als genialer Gitarrist, sondern auch als Entertainer erster Klasse beweist. Als etwa eine angezettelte Mitsingnummer nicht so richtig klappen will, spornt er das Publikum an: «Don't tell me Zurich’s got no soul!» Dann nimmt er einen schnellen Schluck Whisky und erzählt, wie er sein rotes Hemd in Düsseldorf auf Anraten seiner Ehefrau gekauft habe.

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Howe Gelb. Bild: pd

Aus der Einzimmerwelt Als gutgelaunter Sprücheklopfer und charmanter Conferencier ist Howe Gelb – dessen Vorname übrigens wie «How» und nicht etwa wie «Howie» ausgesprochen wird – nur selten anzutreffen. Aus seinem Werk und Wirken dringt eher selbstversunkene, oftmals traurig grundierte Nachdenklichkeit, die der Mann bei seinen Solokonzerten auch szenisch unterstreicht. Ansatzlos wechselt er dann jeweils von der Gitarre ans Klavier, drückt ein paar Akkorde und tastet sich in den nächsten Song. Und davon hat er im Verlauf seiner langen Karriere bereits Unmengen geschrieben und auf zeitlos gültigen GiantSand-Alben wie «Glum» (1994) oder «Chore of Enchantment» (2000) verewigt. Oder auf Werken unter eigenem Namen.

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Die Veröffentlichungsliste des Liedermachers aus dem sandigen US-Bundesstaat Arizona ist lang und auf den ersten Blick verwirrend. Einen stimmigen Einstieg bietet dem angehenden Fan aber beispielsweise das Album «Hisser» aus dem Jahr 1998. Darauf verarbeitet Howe Gelb den Verlust seines Freundes und Mitmusikers Rainer Ptacek, der im November 1997 an einem Gehirntumor starb. Mit ein paar faserigen Akkorden auf der Flamenco-Gitarre beginnt das Album, bevor sich dann seine einzigartige Stimme leise tremolierend in die karge Intrumentierung fügt; angeraut, aber nicht so zerschlissen wie jene von Altmeister Tom Waits, abgedunkelt, aber nicht ganz so streng formatiert wie jene von Leonard Cohen. Der musikalische Trauermarsch führt anschliessend an düsteren Pianopassagen vorbei durch eine knarzige Einzimmerwelt, deren Wände sich zusehends auflösen, hinaus in die countryfizierte Wüste, wo Kerzen in der Hitze schmelzen, ohne dass sie angezündet wurden. Hier werden unverheilte Wunden aufgerissen, und wenn man sich am emotionalen Nullpunkt wähnt, gräbt Gelb noch eine Schaufel tiefer. Mit seinen Songs leuchtet Howe Gelb das dunkle Amerika ebenso wie die innere Landschaft aus. Beklemmende Gegenden, in denen sich allerhand zuträgt, das besungen werden muss. Freilich nicht in Form von staatskritischen Protestsongs, sondern mit beseelten Fragmenten und brüchigen Hymnen, oftmals im Skizzenstadium belassen. Der Troubadour selbst positioniert sich dabei als Teil einer Versuchsanordnung, die auf der Bühne jeden Abend andere verblüffende Ergebnisse liefert. Wer als Zeuge vor Ort sein kann, darf sich glücklich schätzen. GRABENHALLE ST.GALLEN. Samstag, 6. Februar, 21.30 Uhr. Mehr Infos: www.grabenhalle.ch


KULTUR TANZ

Hommage an einen sanften Radikalen Marco Santi, Leiter der Tanzkompagnie St.Gallen, über sein neustes Stück, Pasolinis schüchterne Sätze und tänzerische Menschwerdung. von ANDREA KESSLER

SAITEN: Am 13. Februar findet die Uraufführung Ihres Tanztheaters «Pasolini» statt. Ein Stück über einen der prägendsten Filmemacher und Literaten des zwanzigsten Jahrhunderts. Wie nähert man sich einem solch dichten Leben? MARCO SANTI: Der Anfang war schwierig, da ich diesen riesigen Fundus hatte: viele Bilder, Texte und Ideen. Man scheint bei Pier Paolo Pasolini zu keinem Ende zu kommen, da er so vielfältig ist. Aber je länger ich mich mit ihm beschäftigte, dest0 klarer wurde mir, dass er vor allem eine Sache im Kopf hatte: Egal in welche Formen er es übersetzte, immer verfolgte er das Ideal einer besseren Welt. Es war schön, dieses Ideal fassen zu können und auf den Punkt zu bringen. Welche Bilder von Pasolini hatten Sie in Ihrem Fundus? Bilder aus seinen Filmen «Mamma Roma», «Salò» oder «Accattone». Es war mir klar, dass ich kein biografisches Tanztheater machen wollte, das sein Leben von der Geburt bis zum dramatischen Tod erzählt. Unsere heutige Welt des Kapitalismus hat ihn erschreckt, und gerade deshalb ist es Zeit, ihn wieder lebendig werden zu lassen. Für mich ist Pasolini nie gestorben. Physisch wurde er von Pino Pelosi ermordet, aber durch seine Kunst, seine Seele, bleibt er bei uns. Ist es die Vielfältigkeit seines künstlerischen Schaffens, die Pasolini so faszinierend macht? Pasolini ist ein Dichter. Auch mit seinen Filmen hat er Poesie geschaffen. Mit Tanz kann man diese gut ausdrücken. Aber seine Dichtung ist nicht nur schön, sondern beinhaltet auch Gewalt. Pasolini konnte einen wahnsinnig schüchternen, romantischen Satz machen, nur um ihn dann mit zwei Worten komplett zu zerstören. Das Schönste an ihm ist, ihn zu entdecken. Immer wieder. Sie haben in Osnabrück das Stück «Oedipus» nach Sophokles, Pasolini und Cocteau uraufgeführt. Hat dies die Entscheidung ausgelöst, sich mit Pasolini intensiver auseinander zu setzen? In «Edipo Re» hat Pasolini seine riesige Liebe zu seiner Mutter verfilmt und so seine eigene

Biografie geschaffen. Als ich an Oedipus arbeitete, ist das Stück in seiner Tiefe durch die «Dimension Pasolini» stark gewachsen und dadurch sehr echt und klar geworden. Durch diese Arbeit bin ich Pasolini sehr viel näher gekommen, obwohl ich ihn schon seit meiner Kindheit lese – ein Muss in der italienischen Kultur. Die Liebe zu seiner Mutter hat ihn durch sein Leben begleitet und geprägt. Was charakterisiert Pasolini sonst noch? Im Film «Das 1. Evangelium – Matthäus» liess Pasolini seine Mutter als Maria, die um ihren Sohn Jesus trauert, mitspielen. Dadurch hat er sich selbst immer auch eine gewisse messiani-

schwere Kost. Ich glaube, dieser Film ist aus Wut entstanden, aus einem drängenden Bedürfnis, Kritik an der Macht des politischen, wirtschaftlichen und religiösen Systems zu üben. Aber dies ist nur ein Aspekt Pasolinis. Man nähert sich ihm gerne über den Schock, aber er hat auch sehr poetische Filme gemacht. Es gibt keine bessere Bezeichnung für Pasolini als die des «sanften Radikalen». Er war ein Kämpfer für die Kunst, die Dichtung. Und er war ein Mensch mit wahnsinniger Liebe und Sehnsucht nach einer besseren Welt. In seinen Werken hat er uns diese bessere Welt geschenkt. Wie nähern Sie sich konkret in Ihrer Produktion diesem sanften Radikalen? Ich lasse den Mörder Pelosi seine Filmmomente und Bücher entdecken. Ich kann es mir gar nicht anders vorstellen, als dass Pelosi nach dem Mord wissen wollte, wer Pasolini eigentlich war. In meiner Fantasie begann er, die Bücher von Pasolini zu lesen und seine Filme zu sehen. Darum mache ich Pelosi zum Schlüssel, der die Tür zum Stück öffnet. Die Zuschauer, die Pasolini nicht kennen, können so seine Werke kennen lernen, die anderen können ihn neu entdecken. Das ganze Stück ist eine Entdeckungsreise.

Marco Santi. Bild: pd

sche Doppelbedeutung gegeben. Pasolini selbst ist eine einzige Auseinandersetzung zwischen Täter und Opfer, nicht nur seine Werke. Die Themen waren das Subproletariat, die Bourgeoisie und die Opfer. Seine Hauptfiguren hat er immer auch als Opfer verstanden und dargestellt. Er selbst wurde zur Opferfigur – nicht nur durch seine Ermordung, er hat sich auch für die Kunst und für die Politik geopfert. Wären Sie auch bereit, sich für die Kunst zu opfern? Ich tue es jeden Tag! Pasolini schockiert die Menschen bis heute. 1975, in seinem Todesjahr, erschien sein letzter Film «Salò – Die 120 Tage von Sodom». Noch 2007 erwirkten Bürgerinitiativen ein Aufführungsverbot des Filmes in Zürich. Später wurde das Gerichtsurteil wieder aufgehoben … Das ist auch ein ganz heftiger Film – wirklich

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Johann Kresnik, einer der Pioniere des Tanztheaters, hat «Pasolini» 1996 auf die Bühne gebracht. Haben Sie sich von ihm inspirieren lassen? Was Kresnik in den siebziger und achtziger Jahren gemacht hat, kenne ich gut. Dieses Stück von ihm ist mir aber unbekannt. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, was er daraus gemacht hat. Kresnik hat oft mit krassen Bildern gearbeitet, aber seine Sprache und Ästhetik ist nicht meine. Er hat mich in meiner Produktion in keiner Art und Weise beeinflusst. Wie sieht Ihre Arbeitsweise aus? Es ist wichtig, dass ein Tänzer zu einem Menschen, zu einem Charakter auf der Bühne wird. Meine Stücke werden mit den Tänzern gemeinsam kreiert. Ich komme mit den Texten und fordere sie auf, eine Figur zu finden, eine Persönlichkeit zu entwickeln und die Situation zu verstehen – und zwar mit Sprache und Gesang. Dieser erste Prozess ist improvisatorisch und bedient sich noch nicht der Sprache des Tanzes.

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TANZ KULTUR

Ein Kämpfer für die Kunst und die Dichtung: Pier Paolo Pasolini im Dokumentarfilm «Pasolini prossimo nostro» von Giuseppe Bertolucci (2006). Bild: pd

Erst wenn man die Szene, den Charakter und seine Situation verstanden hat, begibt man sich an die tänzerische Übersetzung. Eine Herausforderung für die Tänzer, immer wieder neue Aspekte an sich selbst zu entdecken? Ja, es ist eine Herausforderung, aber gleichzeitig hat so auch jeder Tänzer seinen eigenen Platz. Niemand kann von einem anderen kopieren. Das ist ein absolutes «No-Go». Jeder Tänzer muss individuell bleiben, jeder ist unersetzbar. Das ist das schönste Gefühl in diesem Beruf, aber es ist auch mit grossen Erwartungen verknüpft. Geplante Bilder und Szenen können nicht mehr umgesetzt werden, sobald jemand krank wird. Sie sind mit Ihrer Tanzkompagnie im Sommer 2009 von Osnabrück nach St.Gallen gekommen. Rückt man da noch näher zusammen? Komischerweise ja. Ich habe mir anfänglich darüber keine Gedanken gemacht, aber wir sind durch den Umzug viel stärker geworden. Ich bekomme eine ungeheuer dichte Gruppenenergie von der Kompagnie. Mich interessiert

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im Endeffekt der Mensch auf der Bühne. Auf Grund meiner prozesshaften Arbeitsweise ist es sehr wichtig, dass ich die Dynamik der Gruppe verstehe. Wir sind mit vier Jahren Osnabrück auf dem Rücken hierher gekommen, können nun auch komplexere Stücke umsetzen und gleichzeitig doch immer noch das Publikum ansprechen. Wir erfahren in St.Gallen viel Respekt uns und unserer Arbeit gegenüber und können ohne Einschränkungen unsere Richtung des Tanztheaters weiter verfolgen. Wie erleben Sie das hiesige Publikum? Die Zuschauer waren schon bei der interaktiven Performance «Verkörperte Spiegel» erstaunlich offen und sind total mitgegangen. Aber wie das Publikum reagiert, kann man vorher nie wissen. Ein Stück gleicht einer Reise; man kann mitgehen oder nicht. Ausserdem ist es kein Muss, alles zu verstehen. Es ist nicht mein Ziel, eine platte Geschichte zu erzählen. Pasolini hat auch nicht die grosse Masse angesprochen. Ich finde es auch ganz schön, wenn Leute sagen, sie seien nicht ins Stück reingekommen, es habe ihnen keinen Mehrwert gegeben oder sie hätten es nicht verstehen können. Es gibt aber immer auch Leute,

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die ganz eigene Ideen entwickeln. Dann hat das Stück ihre Fantasie angeregt, und sie haben es nicht nur passiv konsumiert. Selbst gehe ich ins Theater, um mitzureisen und mich von Emotionen schütteln zu lassen. Sonst wäre ein Theaterbesuch ja wie das Essen bei McDonald’s: Ich bin zwar satt, aber geschmeckt hat es nicht! THEATER ST.GALLEN. Samstag 13. Februar (Premiere), Mittwoch 17. Februar, Samstag 27. Februar, jeweils 19.30 Uhr. Mehr Infos: www.theatersg.ch


KULTUR FILM

Palästina beginnt hinter der Haustür. Bild: pd

Wie nah ist Disneyland? Die Regisseurin Cherien Dabis erzählt in «Amerrika» die Geschichte der Auswanderung einer palästinensischen Mutter mit ihrem Sohn in die USA, auf der «Suche nach dem inneren Ort des Friedens». von URSULA WEBER

«We are Americans, Mom», brüllt die sechzehnjährige Salma durchs Kleinstadthaus. Und drückt damit mehr ihren Wunsch als ihre Lebensrealität aus. Denn so ganz ist sie eben nicht Amerikanerin, die Tochter palästinensischer Eltern, aufgewachsen in Illinois. Sie lebt zwar den unaufgeregten amerikanischen Teenie-Alltag, doch wenn sie hinter sich die Haustür zuzieht, ist sie in Palästina. So zumindest sähen es ihre Eltern gern. Und so sehr Salma sich gegen die traditionellen Vorstellungen ihrer Eltern wehrt, so sehr fühlt sie sich gegenüber ihren Mitschülern verpflichtet, die Lage in ihrer Heimat zu erklären und sich, stellvertretend für alle Araberinnen und Araber, gegen die immer wiederkehrende Pauschalisierung als finstere bombenlegende Fanatikerin stark zu machen.

Rechtfertigungszwang Die Suche nach der eigenen Identität ist eines der zentralen Themen des Filmes «Amerrika», und dies nicht von ungefähr. Regisseurin Cherien Dabis' eigene Biografie verleiht der Geschichte Authentizität. Sie selbst ist als Tochter jordanisch-palästinensischer Eltern in den USA geboren und aufgewachsen. Gross geworden während des ersten Golfkriegs, hat sie den Rechtfertigungszwang am eigenen Leib erfahren. Sie kennt die Klischees, mit denen Menschen arabischer Herkunft zu kämpfen haben,

und das vergangene Jahrzehnt hat nicht dazu beigetragen, diese zu demontieren. Dabis hat denn auch den Zeitpunkt, in dem sie ihren Film ansiedelt, bewusst gewählt. Die Protagonistin Muna und ihr Sohn Fadi betreten das Land ihrer Zukunft just in dem Moment, in dem die Amerikaner den Irak angreifen. Die alleinerziehende Palästinenserin Muna mag nicht über die in der Fremde lauernden Schwierigkeiten nachdenken. Denn alles ist besser als das Leben in Palästina, das durch die jahrelange israelische Besatzung nahezu unmöglich geworden ist. Und so tut sie, sobald sich ihr die Gelegenheit bietet, das, wovon sie sich ein besseres Leben verspricht: Sie packt die Koffer und wandert aus. Die kurz gehegten Zweifel werden von israelischen Soldaten rasch aus dem Weg geräumt, als ihr Sohn während einer Kontrolle aus dem Auto gezerrt, durchsucht und schikaniert wird. Die Brutalität der Besatzung wird Muna, und mit ihr den Zuschauenden, in ihrer Unausweichlichkeit deutlich vor Augen geführt.

Bildern zu unterstreichen. Es ist schwierig, den von Hoffnung geprägten Ortswechsel in all seinen Facetten darzustellen, ohne sich ständig Klischees zu bedienen oder die Story allzu vorhersehbar aufzuziehen. Und es gelingt Cherien Dabis nicht immer. Dass Muna und Fadi im gelobten Land hart auf dem Boden der Realität landen, verwundert nicht. Die Jobsuche gestaltet sich schwierig, das Bild des perfekten Lebens der schon lange in Illinois lebenden Verwandten bekommt Risse, es ist grau, kalt und eng. Im angespannten politischen Klima ist den Ängsten der Amerikanerinnen und Amerikaner kaum etwas entgegenzuhalten. Fadi wird von den Mitschülern kurzerhand in Osama umbenannt und auf Salmas Auto steht eines Tages – ortografisch falsch – der Schriftzug «Al-Kada». Der hilfsbereite Schuldirektor ist ausgerechnet polnischer Jude und geht von Beginn weg von der falschen Annahme aus, Muna sei Muslima. Und dass nicht unbedingt alle, aber doch die meisten Muslime Terroristen sind, dessen sind sich Fadis Mitschüler ziemlich sicher.

Moderne Mythen Zur Auflockerung der tragikomischen Geschichte bedient sich Dabis einiger moderner Mythen, die etwas abgelutscht sind. So fragt Muna, kaum in den USA angekommen, wie nah denn Disneyland sei, und übersetzt im Gespräch mit einem ignoranten Zollbeamten das Wort «occupation» für sich mit Besatzung statt mit Tätigkeit. Ihre Mutter ruft derweil besorgt aus Bethlehem an, weil in Kalifornien die Erde gebebt hat. Cherien Dabis sieht sich als Autorin der ersten «Immigrationsgeschichte einer arabischstämmigen Amerikanerin» und hofft darauf, dass «die Menschen aus dem Kino kommen und die Klischees vergessen haben». Sie meistert diese Aufgabe alles in allem gut. Ein Glück für den Film ist, dass die Regisseurin sich als Erzählerin eines beschwerlichen Alltags sieht, sich aber nicht anmasst, Antworten auf die grossen Fragen zu finden, die im Raum stehen: Wie findet man Heimat? Und worauf beruht Identität? KINOK ST.GALLEN. Genaue Spieldaten siehe Veranstaltungskalender.

Auf dem Boden der Realität Cherien Dabis stellt sich mit «Amerrika» der heiklen Aufgabe, die Geschichte einer «Suche nach dem Ort des inneren Friedens» zu erzählen. So drückt sie sich aus und lässt ihren Film im Westjordanland beginnen, um den Kontrast zwischen Palästina und den USA mit starken

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KUNST KULTUR

Poesie des Morbiden

Kriegsspielzeug und Totenwrack In der Ausstellung «Seh-Wechsel» im Museum im Lagerhaus prallen François Burlands «Toys» auf Hildegard Spielhofers stilisierte Fotografien eines gestrandeten Schiffs. von MONIKA SLAMANIG

Burlands Kriegsspielplatz gegenübergestellt sind Hildegard Spielhofers Fotografien der «Voile Liberté», einem gespenstischen Schiffswrack, das die Künstlerin aus Basel an der Nordküste Sardiniens aufgespürt und dessen Zerfall über Jahre hinweg beobachtet und dokumentiert hat. Manche Überreste der «Segel der Freiheit», etwa eine ausgefranste Schiffsplanke, mit einem Text beschrieben, oder ein zerfressenes Stück Reling, ergänzen die Fotografien aus der Serie «Portobello». Mit Langzeitbelichtung im Dunkeln aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen, wirken die Fotografien des Wracks trotz ihres morbiden Charakters poetisch und verklärt: mal das ausgeweidete offene Innere, rostig blutend im Sand, mal ein gestrandeter Walfisch, ein überirdisches Wesen in blau-weissem Licht, nicht mehr als Form erkennbar, sondern schemenhaft, verfremdet, eine abstrakte Plastik vor der samtschwarzen Kulisse des nächtlichen Strandes, reingewaschen von allem Wüsten, nicht mehr von dieser Welt.

Störung der Totenruhe

François Burland mit seiner Flotte. Bild: Murielle Michetti

Manch ein Kind gebliebener Mensch würde sich derzeit im St.Galler Museum im Lagerhaus wohl gern auf den Boden setzen und François Burlands kuriose Luft-, Wasser- und Weltraumvehikel aufeinander prallen lassen. Die klapprigen Konstruktionen fordern zum Spielen auf – der Westschweizer nennt sie Jouets, Toys, Spielzeug. Aber im Museum spielt man nicht. Ausserdem ist es knallhartes Kriegsspielzeug. Und damit spielt man erst recht nicht. Allein die Zerbrechlichkeit der Toys erfordert museale Distanz. Die grossen und kleinen, bemannten und führungslosen Schiffe, Flugzeuge, Panzer und Raketen mit oder ohne Atomköpfe, Bomben und Kanonen sind aus zersplitterten Holzleisten, rostigen Werkzeugteilen, ausrangierten Küchenutensilien, Draht, Flaschendeckeln, Blech-dosen und Verpackungsmaterial gebaut; Gerümpel aus dem Müllcontainer für eine Kunstform, wie man sie aus Weltteilen kennt, in denen Abfall als Konstruktionsmaterial dient, weil es das einzige ist, was es im Überfluss gibt. Der 52-jährige selbst ernannte «Space Cowboy» hat viele solcher Länder bereist.

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Bakunin und Langnese Wie bei den Toys, die Burland in wenigen Monaten geschaffen hat, ist man auch bei den Titeln und Kurzbotschaften, die sie in krakeliger Schrift überziehen, nicht sicher, ob sie ernsthafte oder ironische Anspielungen auf historische Ereignisse, Persönlichkeiten, Produkte und Parolen oder ihn selbst sind. So kann es sein, dass neben «Coop Bodenwichse» «Trotsky» steht, neben «Langnese Honig» «Burland mekanic destruktiv comando» oder dass ein Deckel von «Hipp Babynahrung» eine Kanone ziert. Nebst Verballhornungen wie «Rolex Poissonsfrais» und «Totalkaput» kommen häufig die Sowjetunion und ihre Kreise zum Zug, etwa mit «Action directe Bakounine» und «Octobre rouge», und nur am Rand einige wenige Vergnügungsschiffe in Regenbogenfarben und mit Namen von Sehnsuchts-Orten wie «Zanzibar», «Valparaiso», «Terre de Feu», «Pôle Sud». Dieser kuriosen Toywelt zwischen Ernstfall und Spiel, Kunst, Abfall und Recycling drückt er seinen Stempel auf, Burlandissimus Rex.

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Burlands Kriegsspielzeug auf Spielhofers «Voile Liberté» loszulassen, ist, wie die Totenruhe einer Grabstätte zu stören. Während die SchiffswrackAnsichten in Schwarz und Eisblau wie Wiedergänger von Opfern unbekannter Katastrophen anmuten, wirkt Burlands Kriegsmaschinerie auf zwiespältige Weise lebendig. Die Fotografien geben wieder, was von Kriegsschauplätzen, wie Burland sie auf Collagen darstellt, übrig bleibt: Wenn die Toten begraben sind, die Erschütterung gewichen und Gras (oder Sand) über die Trümmer gewachsen ist, bleiben andächtige Stille, sogar Zauber und Schönheit. Spielhofers wie Burlands Werke sprechen eine vieldeutige Sprache oder schweigen. Die Gegensätze irritieren, zwingen immer wieder, umzudenken, erneut hinzuschauen, zum eigentlichen Seh-Wechsel, wie der Ausstellungstitel andeutet. Die Gemeinsamkeit, die Entsprechung sucht man vielleicht vergebens. Doch eben diese Gegensätze sowohl von Burlands Recycling-Kunst(handwerk) und Spielhofers stilisierter Fotografie als auch im Zusammenspiel oder in der Spiegelung der beiden führen zum Kern: vom Spiel zum Ernst, von der Parodie zur Dokumentation, oder umgekehrt, schliesslich vom überschäumenden Noch-Leben des von der Katastrophe Bedrohten in die Grabesruhe, vom überheblichen Getue zum ewigen Schweigen, vom angestrengten Brüten zum befreienden Lachen. Wie auch immer: Man kann sich nicht in einer Deutung sonnen wie das Kind im Triumph einer gewonnenen Spielzeugschlacht. Kein Kinderspiel. MUSEUM IM LAGERHAUS ST.GALLEN. Bis 7. März. Öffnungszeiten: Di bis Fr, 14–18 Uhr, Sa/So, 12–17 Uhr. Mehr Infos: www.museumimlagerhaus.ch


KULTUR LITERATUR

Poezi in Priština In Kosova, Albanien und Mazedonien wird das Interesse an Ostschweizer Lyrik geweckt. von RICHARD BUTZ

ner Bucher, Christine Fischer, Fred Kurer, Ivo Ledergerber, Clemens Umbricht sowie Joseph Kopf. Und klangvoll sind auch die Titel, wie etwa «Zwischen zwei Gedanken – Mes dy mendimesh» von Clemens Umbricht oder «Du bist dein Retter & dein Feind – Ti je shpëtimtari & hasmi yt» von Werner Bucher.

Eine St.Galler Initiative

Der Schriftsteller Isuf Sherifi in Wittenbach. Bild: Christiane Dörig

Wo liegt Tetovë? Nur wenige hierzulande kennen wohl diese Stadt, auch Tetova geschrieben, in der Republik Mazedonien. Und dass im dort ansässigen Verlag Arbëria Design sieben Lyrikbände albanisch-deutsch von sechs Ostschweizer Autoren und einer Autorin erschienen sind, ist sicher eine Überraschung. Die sieben Namen sind durchaus klangvoll: Beat Brechbühl, Wer-

LITERATOUR mit RICHARD BUTZ

Nordamerikanische Familiensaga. Jim Harrison, Jahrgang 1937, gehört zu den bedeutendsten USSchriftstellern der Gegenwart und hat gegen dreissig Bücher (Lyrik, Romane, Erzählungen und Essays) veröffentlicht. Seine Bücher wurden in 22 Sprachen übersetzt, in Frankreich sind sie schon fast Kult, aber deutschsprachigen Leserinnen und Lesern sind sie bisher in Übersetzung nicht zugänglich gewesen. Das ändert sich jetzt erstmals mit «Schuld». Harrison wird oft mit Faulkner verglichen,

Des Rätsels Lösung liegt in St.Gallen und heisst Albanischer Kulturverein Mëmëdheu. Eine treibende Kraft in diesem 1992 gegründeten Verein ist der zur albanischsprechenden Minderheit in Mazedonien gehörende, jetzt in Wittenbach lebende und im Integratiosbereich tätige Schriftsteller Isuf Sherifi. Dieser Verein hat damals über einen Treffpunkt an der Oberstrasse verfügt und eine eigene Bibliothek mit rund 1500 Büchern geführt. Inzwischen gibt es keinen eigentlichen Treffpunkt mehr, aber aufgelöst ist der Verein deswegen nicht. Rund achtzig aktive Mitglieder zählt er zurzeit. «Die Bedürfnisse haben sich seit der Unabhängigkeit des Kosova verändert, aber wir planen, uns in Zukunft vermehrt mit Themen und Problemen der Integration zu beschäftigen», erläutert Sherifi. Nicht verändert hat sich die Begeisterung für die Literatur und das Kulturgut Buch. Isuf Sherifi und seine Freunde wollen mit diesen sieben Lyrikbänden Brücken schlagen, Interesse für die Schweizer Literatur in Kosova, Albanien und

der es meisterhaft verstanden hat, Menschen und Natur zu beschreiben. Harrison lebt im hohen Norden, im Staate Michigan. So siedelt er seine Bücher oft dort an, verwebt Eigenerlebtes mit Fiktivem, setzt sich mit der Kultur der verdrängten Indianer auseinander und malt Landschaft und Natur mit Worten. Die Handlung in «Schuld» ist düster, eine Variation des Schuld-und-Sühne-Themas, eine Familiensaga, eine Geschichte der Ausbeutung von Natur, Liebe und Sexualität. David, die Hauptperson, will sich von der Familie lösen. Er verachtet, ja hasst seinen despotischen Vater und fühlt sich von der tabletten- und alkoholsüchtigen Mutter

Mazedonien wecken. Nicht zum ersten Mal, denn bereits im Jahre 2004 erschien im Verlag Pro Kultura in Priština der zweisprachige Band «Kuartet Poetik» mit Gedichten von Fred Kurer, Mustafë Xhemaili, Ivo Ledergerber und Isuf Sherifi. Und ein Jahr später, ebenfalls in Priština, die von Isuf Sherifi zusammengestellte Anthologie «Blick durchs geöffnete Fenster – Zweisprachige Gedichte deutsch- und albanischsprachiger Autoren». Massgeblich an all diesen Publikationen beteiligt ist der in Albanien geborene, jetzt in Deutschland lebende Ferdinand Laholli, der selbst mehrere Lyrik- und Prosabände veröffentlicht hat. Er hat sämtliche Bücher übersetzt.

Echo dort und hier In albanischsprachigen Medien hat die Herausgabe dieser Publikationen ein starkes und positives Echo gefunden. Es wurde auch gewürdigt, dass Isuf Sherifi und Shqipton Rexhaj, der ebenfalls in der Ostschweiz lebt, in der St.Galler Lyrikanthologie «Bäuchlings auf Grün» (2005) vertreten sind. Fred Kurer und Kultur im Bahnhof wollten die neue, siebenfache Lyrik-Initiative nicht unbeantwortet lassen. Das Resultat: Zusammen mit dem Albanischen Kulturverein wird am Samstag, den 27. Februar, im Bahnhof St.Gallen ein Literaturfest unter dem Titel «Albanisch-schweizerischer Literatur-Transfer» stattfinden. Ferdinand Laholli kommt aus Deutschland, alle Autoren werden Texte – parallel zu den albanischen Übersetzungen – lesen, Fred Kurer zusätzlich auch Gedichte von Joseph Kopf. Das Aion Quintett wird den Abend mit einem Jazzkonzert bereichern, und für die kulinarische Seite sorgt der Verein. BAHNHOF ST.GALLEN. Foyer und Festsaal im ersten Stock, Samstag, 27. Februar, 18 bis 24 Uhr.

im Stich gelassen. Eine Art Erlösung bringt der gewaltsame Tod des Vaters, an dem David auf schauerliche Weise beteiligt ist. Damit beginnt und endet der in drei Zeitabschnitte aufgeteilte Roman. Harrison ist mit diesem Buch nicht nur auf Zustimmung gestossen, aber er hat, so die «New York Times», «einen bleibenden Beitrag zur Galerie der ‹bösen Väter› in der Literatur geleistet». Zu hoffen ist, dass «Schuld» der Auftakt zu weiteren deutschen Übersetzungen dieses – gemäss Colum McCann – «Grossmeisters der amerikanischen Literatur» ist.

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JIM HARRISON: SCHULD. Arche Verlag, Zürich 2009.

Südafrikanische Parabel. André Brink, Jahrgang 1935, gilt als einer der wichtigsten Autoren Südafrikas, schreibt auf Afrikaans und Englisch und ist international bekannt geworden durch die Verfilmung seines Romans «Weisse Zeit der Dürre» (1978). Es hat wiederholt Versuche gegeben, Brink im deutschsprachigen Raum ähnlich durchzusetzen wie J.M. Coetzee, Doris Lessing oder Nadime Gordimer, aber so ganz gelungen ist dies bisher leider nicht. Es ist verdienstvoll, dass dies nun der Berliner Osburg Verlag unternimmt, zuerst mit dem Roman «Die andere Seite der

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KULTUR

Stille» (2008) und jetzt mit «Kupidos Chronik» (im Original «Praying Mantis». Dies ist die Geschichte des «Hottentotten» Kupido Kakkerlak, einer historisch verbürgten Person, der um 1760 auf einer holländischen Farm in Südafrika zur Welt kommt. Er steht im Ruf, über magische Fähigkeiten zu verfügen, wird vom Farmer frei gelassen und gilt vorerst als ruheloser Schürzenjäger, Trinker und Schläger. Kupido hadert mit sich, weil er glaubt, seinen Gott Heitsi-Eibib mit seinen Taten enttäuscht zu haben und nähert sich christlichen Missionaren an. Er wird 1803 zum ersten einheimischen Missionar ernannt und geht nun hart gegen die Anhänger der Naturreligionen vor. Kupido scheitert grandios und muss einsehen, dass niemand zu einem Glauben gezwungen werden kann. Schliesslich erscheint ihm die Gottesanbeterin und zeigt ihm den Weg – wohin, ist ungewiss. Brink gelingt in diesem Roman eine Parabel auf Südafrika, er erzählt sie mit leichter Hand und treibender Spannung. ANDRÉ BRINK: KUPIDOS CHRONIK. Osburg Verlag, Berlin 2009.

SCHAUFENSTER von DAVID WEGMÜLLER

Arte Povera im reichen Ländle.

Bild: pd

Beharrlichkeit zahlt sich aus – das konnte Friedemann Malsch, Direktor des Kunstmuseums Liechtenstein, nach über zehn Jahren Amtstätigkeit feststellen. 1996 hat er als Leiter der Staatlichen Kunstsammlung begonnen, vier Jahre später konnte er das Kunstmuseum Liechtenstein einweihen. Der dunkle Monolith

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Bild: Samanta Fuchs

Ostschweizer Nachlese. «Gedichte / lies sie einmal dunkel / einmal hell / lies sie mit den Augen des Mittags / und lies sie / mit den Augen der Mitternacht.» Mit diesem eindrücklichen Gedicht, in dem der ganze Zauber der Poesie enthalten ist, eröffnet Werner Lutz seinen neuesten Band «Kussnester»; 85 Gedichte, dazu vier Tuschzeichnungen des Autors, herausgekommen ein Jahr vor dem achtzigsten Geburtstag des in Wolfhalden geborenen Dichters und Malers. Lutz ist ein Meister des abgezirkelten Wortes,

war lange Zeit ein Stein des Anstosses, man wollte sich nicht so recht an das «Monstrum» gewöhnen. Inzwischen sind die Diskussionen abgeebbt, die Institution hat sich behauptet. Auch inter national. Doch nicht nur äusserlich wurde der Kunst ein markantes Zeichen gesetzt, auch inhaltlich hat Friedemann Malsch viel bewegt. Wer hätte schon gedacht, dass sich Arte Povera in einem Land wie Liechtenstein durchsetzen kann. Diese leise Kunst bildet inzwischen den Schwerpunkt der Staatlichen Kunstsammlung und ist mit ihrem Fokus auf dreidimensionale Werke die grösste Arte-Povera-Sammlung der Welt. Eine weitere entscheidende Rolle für die Positionierung spielte auch der Ankauf der Sammlung Ricke, die gemeinsam mit dem Kunstmuseum St.Gallen und dem Museum für Moderne Kunst Frankfurt erfolgte.

keines ist zuviel, keines zu wenig, nie eines beliebig, nie eines gekünstelt. Die meisten Gedichte sind kurz, manchmal verknappen sie sich auf zwei oder drei Zeilen, die aber nicht ins Aphoristische abgleiten, sondern eine Erkenntnis auf den Punkt bringen: «Es fliegt sich leichter / mit leeren Händen». Wie Werner Lutz liebt auch Irène Bourquin die knappe Form in ihren 57 gestochen scharfen Erzählungen «Im Nachtwind». Bourquin pflegt einen bewussten Umgang mit der Sprache, sie beobachtet und beschreibt präzis, schöpft aus dem Alltäglichen und

Auch im Jubiläumsjahr konzentriert sich die Ausstellungstätigkeit vorwiegend auf die Moderne. Den Auftakt bildet die Ausstellung «Gotthard Graubner. Malerei». Gezeigt werden Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen. Über die Sommermonate präsentiert das Kunstmuseum eine umfangreiche Ausstellung zur Arte Povera. Der Fokus liegt auf der Kernzeit der Bewegung in den späten 1960er-Jahren. Einen Blick in vergangene Jahrhunderte gewährt die Ausstellung «Der Fürst als Sammler. Neuerwerbungen unter Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein» ab Ende September. Anita Grüneis Mehr Infos: www.kunstmuseum.li

Originalschnauz. Tausendfach wurde Herr Mäder zwischen zwei Buchdeckel gedruckt und landete in unzähligen St.Galler Stuben, in

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verwandelt es in eine ganz besondere Erfahrung. Im Zyklus «La nonna» verarbeitet die Autorin südliche Erfahrungen, verfremdet und behandelt sie aber sprachlich so, dass sie nicht zu Reisenotizen, sondern zu Literatur werden. Zehn Gedichtbände hat Jochen Kelter bis 2008 veröffentlicht, der neueste und elfte heisst «Eine Ahnung von dem was ist». In Kelters dichterischen Erkundungen, in zehn Abschnitte unterteilt, liegt viel Trauer, Skeptik und Schwere, so etwa in «All diese Orte», wo er schreibt: «Ach all diese Orte / Schall Rauch kein Krumen / Erde unter dem Schuh / kein Ziehen im Herz». Kelters Gedichte sind durchkomponiert, kunstvoll, empfindsam und nachklingend nicht schnell vergessen. WERNER LUTZ: KUSSNESTER. Waldgut Verlag, Frauenfeld 2009. IRÈNE BOURQUIN: IM NACHTWIND. Waldgut Verlag, Frauenfeld 2009. JOCHEN KELTER: EINE AHNUNG VON DEM WAS IST. Klöpfer & Meyer, Tübingen 2009.

Bild: js

Bibliotheken von Exil-St.Gallerinnen, auf WG-Toiletten und immer wieder schweizweit bei allen möglichen Herr Mäders unterm Christbaum. Der Schnauz lebt weiter, auch wenn er seit 2005 nicht mehr in diesem Magazin abgedruckt wird, wo er über Jahre das Treiben der Gallenstadt rapportierte und ab und zu, aber immer auch zu ihrem besten, sabotierte. Vor Weihnachten meldete er sich auf einem grossen Poster zurück. – Kein Wunder, ist so wenig von ihm zu hören, Mäder baut an einem grössenwahnsinnigem und finöggeligem Modell St.Gallens. Vollends


Stadt St.Gallen Fachstelle Kultur

7ERKBEITR»GE Die Stadt St.Gallen schreibt jährlich Werkbeiträge aus, die der Förderung innovativer Ideen und Projekte dienen. Eingabeschluss für die Werkbeiträge 2010 ist der 28. Februar. Zur Bewerbung eingeladen sind Kulturschaffende aus sämtlichen Sparten und Bereichen der Kultur, die Wohnsitz in St.Gallen haben oder welche früher hier wohnten, sich aber vorübergehend zu Studien- und Ausbildungszwecken auswärts aufhalten. Gruppen können berücksichtigt werden, wenn die Mehrheit der Mitglieder in der Stadt wohnhaft ist. Es gibt keine Altersbeschränkung. Weitere Informationen erhalten Sie auf www.kultur.stadt.sg.ch oder bei der Fachstelle Kultur Rathaus 9001 St.Gallen Telefon 071 224 51 60

St.Gallen, Fachstelle Kultur, Februar 2010 www.stadt.sg.ch


zurückkehren wird er nicht so schnell, er hat viel zu tun, denn nun pfeifen die Spatzen von den Dächern, er spiele auch noch mit seinem Chef Manuel Stahlberger und zusammen mit den wunderbaren Thomaten und Beeren in einer Band. Einen Auftritt hatten sie bereits im Viertel in Trogen, ein weiterer folgt diesen Monat im Rorschacher Mariaberg an einem Benefizanlass fürs St.Galler Sozial- und Umweltforum. Herr Mäders und Stahlbergers grosser gemeinsamer Auftritt findet aber diesen Monat in Frauenfeld statt, wo Stahlbergers fantastische Originalzeichnungen ausgestellt werden. Unbedingt hingehen, wer hinter das Geheimnis der wahnsinnigen Schraffuren kommen oder Genaueres über Stahlbergers Tippex-Verbrauch erfahren will. Zudem wird Stahlberger an der

Vernissage ein paar Lieder singen und Ende des Monats mit Stefan Heuss vorbeischauen. Jeweils sonntags ist der Zeichner in der Ausstellung anwesend. (js) GALERIE STEFAN RUTISHAUSER FRAUENFELD. 13. bis 18. Februar. Vernissage mit Konzert: Freitag, 12. Februar, 19 Uhr. Stahlbergerheuss: Sa, 27. Februar, 21 Uhr. Öffnungszeiten: Sa, 13., 20. und 27. Februar, So, 14., 21. und 28. Februar, jeweils 14–17 Uhr. Mehr Infos: www.stefanrutishauser.ch

Ein Korridor, durch den die Shakira-Musik des allwöchentlichen Fitnessprogramms weht, gähnt in alltäglicher Mittagsmüdigkeit dem Besucher entgegen. Spärlich hängen Werke der Künstlerin Sonja Hugentobler im Korridor im ersten Stock des

Bahnhofgebäudes: Bilder, Fotografien und kleinere Installationen. Die Pressemitteilung erzählt von «höllischen Denkern» und von «himmlischen Träumern», von einer «neuartigen Thematisierung des Alltags». Ein winterlicher Alltag des Fussbades etwa, oder der Reise-Alltag Dutt tragender Omas oder der träumerische Alltag bewaffneter Reiterinnen oder der sommerliche Alltag des eigenen

Bild: pd

die Bühne, statt einer hübschen Dame wird der Elefant im Holzkasten zersägt. Die Compagnie Buffpapier zelebriert «die Kunst der Verwirrung», «eine Absage an das heutige Showbiz», wie sie sagen. Und hinter all der Schrulligkeit und Groteske blinzelt auch immer die Poesie hervor. (nol)

Der Alltag der anderen.

THEATERLAND Clowneske Groteske. «Your own ... personal ... Jesus ...», singt ein zweibeiniger Elefant in Gummistiefeln mit heiserer Stimme. Dazu spielt eine alte Frau in einem riesigen blauen Rock, mit Spitzenhäubchen und grauslig hervorstehenden Zähnen auf der Ukulele und kräht: «Reach out and touch faith.» Und dazwischen steht die rotwangige Isabelle und pustet tapfer in ihr Es-Horn. Die Compagnie Buffpapier, bestehend aus Franziska Hobi, Stéphane Fratini und Manuel Gmür, hat für ihre neuste Produktion «Le petit Cabaret Grotesque» drei Charaktere aus früheren Stücken vereint. «Wir haben die Figuren zusammengeführt, die uns persönlich am meisten am Herzen lagen und die wir lebendig halten wollten», sagt Franziska Hobi. Das sind Madame Jocaste (Fratini) aus «Rita & Madame Jocaste», eine Art mittelalterliche Quacksalberin. Isabelle La Belle (Hoby) aus dem gleichnamigen Stück sowie ihr bester Freund, der Elefant (Gmür), von dem niemand richtig weiss, woher er kommt – aus dem Kosmos vielleicht. «Isabelle ist im Vergleich zu den zwei anderen wohl

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Bild: Sonja Hugentobler

fast die normalste Figur», sagt Franziska Hoby. Und Isabelle ist es auch, die etwas ungeschickt, dafür umso liebenswerter Nummer für Nummer ansagen und durch den Abend führen wird. Die Compagnie Buffpapier ist schon seit längerem unterwegs mit ihrem grotesken Cabaret. Sie trat bisher jedoch stets zusammen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern auf, verstand das Projekt quasi als «work in progress». Die verschiedenen «Kunststücke», die dabei entstanden sind, hat die Compagnie nun zu einer abendfüllenden Revue zusammengestellt, die sie Ende Februar erstmals in der Grabenhalle aufführen und nachher auf eine kleine Tournee durch die Schweiz mitnehmen wird. Sie nimmt altbekannte Motive auf, und verfremdet sie, überdreht sie in surreal Skurriles. Die langbeinige Madama Jocaste tanzt als Riesenballerina majestätisch über

GRABENHALLE ST.GALLEN. Donnerstag, 25. (Premiere), Freitag, 26., Samstag, 27. Februar, jeweils 20.30 Uhr. Mehr Infos: www.grabenhalle.ch

Pantoffelhelden. Jedes Kind spielt wohl im Zuge seiner fantasiestarken Jahre einmal ein selbsterfundenes «Theäterlis» daheim zum unbändigen Stolz oder unsäglichen Leidwesen der Eltern. Die erwachsene, professionalisierte Form davon heisst heute «Heroes@home – Eine dramatische Hausbesetzung». Die anfänglich nichts ahnenden Hausbesetzer erhalten an der Kasse des Stadttheaters Konstanz eine Wegbeschreibung durch die Altstadt bis zu einer bestimmten «Hausnummer 5, im 3. Stock». Dort wartet eine Wohnung als Theaterbühne auf ihre Besucher. Der Fernsehapparat ist an, im Bad duscht jemand singend und Kaffeeduft zieht durch die gemütliche Wohnung. Bald fläzt sich Baal aus

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Gartenswimmingpools. – Ein ferner Alltag der «anderen»? Die Werke erzählen von der Ruhe, die zwischen den Sekunden alltäglich monotoner Verrichtungen verborgen liegt. Momente, die der blind machende Alltag ohne zu kauen geradewegs hinunterschluckt. Sonja Hugentoblers Auge richtet sich auf diese kurz aufblitzenden und rasch verschwundenen Momente im fernen Alltag «anderer Leute». Ein idealer Ausstellungsbesuch beim alltäglichen, feierabendlichen Warten auf den überfüllten Pendlerzug, während diesen, Hand aufs Herz, ärgerlichen «Warteminuten» der Ruhe. (ak) BAHNHOF ST.GALLEN. Korridor 1. Stock. Bis 12. März. Öffnungszeiten: Mo bis Fr, 8 –22 Uhr, Sa, 9 –16 Uhr, So, 9–14 Uhr.

Brechts gleichnamigem Stück im gelben Bademantel auf dem Sofa, umringt von den Unverhofften, und dichtet seine Lyrik. Camus’ Meursault aus «Der Fremde» sitzt auf der Leiter, Schillers Maria Stuart tobt in einer Zwangsjacke durch die Stube und im Fernsehen posiert aus Büchners «Dantons Tod» die Puppe und Prostituierte Marion. Die Helden in Pantoffeln sind greifbares Jetzt, beängstigend nah fast, denn keine «vierte Wand» lässt das Geschehen aus sicherer Entfernung beobachten. Anders als im kindlichen «Theäterlis» warten hier grosse literarische Monologe auf, fantasiestark parlierend im Hier.(ak) STADTTHEATER KONSTANZ. Donnerstag 4., Freitag 5., Mittwoch 10., Samstag 27. Februar, jeweils 20.15 Uhr. Samstag 27. Februar zusätzlich um 21.45 Uhr. Mehr Infos: www.theaterkonstanz.de


KULTUR

VON DER ROLLE von DAVID WEGMÜLLER

Bild: pd

Die Bödeler. Wo andere Völker die Rhythmik als Teil ihres Erbguts weiter tragen, kommt der durchschnittliche Mittelland-Schweizer im Allgemeinen hüftsteif zur Welt. Erst in der Pubertät, wenn Mädchen- und Bubenturnen gewaltsam zusammengeführt werden, entscheidet sich, wer die Koordination zum Tanzen besitzt und wer ein «Gstabi» bleibt. Elias Roth aus Hemberg SG gehört zur ersten Kategorie. Fast wäre er als gelernter Bauer ein Mann fürs Grobe geblieben, doch seit ihn ein Kollege mit neunzehn in den Trachtenverein geschleppt hat, ist er passionierter Stepptänzer und Mitglied im Komitee für Preisbödelen im Toggenburg. Dort trifft er sich regelmässig zum «Bödelen» und «Gäuerlen» mit seinen Freunden. Ziel: das

FORWARD Endlich: Anti-Folk aus der Ostschweiz. Plötzlich tauchten Thomaten und Beeren vor gut anderthalb Jahren aus irgendeinem grossen Suppentopf auf, in dem es schon länger geköchelt haben muss. Mit ihrem zusammengestiefelten Internetauftritt mit einigen lustigen kleinen Songs und einem Dada-Namen, der in der doch eher ernsthaften St.Galler Musikszene aufhorchen liess, war sofort klar, dass es die beiden auf die unverkrampfteste Art verdammt ernst meinen. Mit einem Namen notabene, der in Zukunft den einen oder anderen Veranstalter noch fast zur Verzweiflung treiben sollte mit dem verflixten h im Nachtschattengewächs. Gitarrist Ben Stokvis setzte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion seinen Vornamen und den seines Mitmusikers Thomas Kuratli zum eigenwilligen kulinarischen

Einstudieren möglichst abwegiger Verrenkungen (oder «Spargimenten», wie Elias sagt), mit denen ein schönes Mädchen umworben werden soll. Nach Stefan Schwieterts Jodlerfilm «Heimatklänge» (2007) kommt mit «Bödälä – Dance the Rhythm» (Kinostart: 25. Februar 2010) sein schwofendes Pendant in die Schweizer Kinos. Die Regisseurin Gitta Gsell stammt zwar aus Zürich, doch wie schon bei Schwietert – oder auch bei Thomas Lüchingers «Johle und Werche» – ist bei ihr das Toggenburg der eigentliche (Bretter-)Boden des Films. So lernen wir beim Trainieren fürs nächste Preisbödelen nicht nur Elias Roth, sondern auch Claudia Lüthi kennen. Sie ist eine Bödelerin der jungen Generation und war gleichzeitig die erste Frau der Region, die in die Männerdomäne vorstiess. Das war recht mutig, wie man sich vorstellen kann. Doch wenn auch heute noch ein paar Puristen die Nase rümpfen, sie konnte gar nicht anders. Ihr Ex-Freund, ein Innerschweizer Preisbödeler, hatte sie zum Stepptanz gebracht und ihr dort entscheidend zugezwinkert. Nun lebt sie wieder im Toggenburg und führt dort einen Coiffeursalon. Daneben ist sie Mitorganisatorin des Bödeler-Wettbewerbs im Tal. «Bödälä – Dance the Rhythm» beginnt und endet als urchiger Tanzfilm – dazwischen zeigt er, wo sich die Schweizer Volkstänze mit ihren ausländischen Verwandten berühren. Gsell porträtiert die Berner Künstlerin Ania Losinger

Schmaus zusammen und das war es dann. In den Pressetext schrieben die beiden, sie würden Rumpelkammerpop machen und wenn man das alles hört, den Namen, die todernste Selbstironie, und sieht, mit welcher Liebe sie sich ihr Universum zusammenbasteln, erinnert es stark an Manuel Stahlberger und sein Vokabular. Im Nachhinein erscheints unausweichlich, dass sich die drei kennenlernten. Als nämlich Ben, der sich damals in Rorschach zum Lehrer ausbilden liess, Stahlberger für einen Benefizanlass an der Schule engagierte, war der Funken zwischen den beiden schnell gesprungen, und als Stahlberger und Band einen Tontechniker brauchten, riefen sie Ben an. Mittlerweile gehören Thomaten und Beeren fix zu Stahlbergers Crew: Sie fahren den Bus, helfen Tragen, Ben mischt den Ton, Thomas macht das Licht, Thomaten und Beeren traten als Vorband auf und standen auch schon zu dritt als Herr

und den Bieler Lukas Weiss, der seit Jahren als professioneller Stepptänzer durch Galas, Shows und Firmenanlässe tingelt. Während Losingers Stepptanz-Variationen aus dem klassischen Flamenco entstanden, kam Weiss vom amerikanischen Stepptanz zum Bödelen. Beide experimentieren heute vor allem mit dem Steppuntergrund. Losinger baute ihren Holzboden zu einem überdimensionalen Xylophon um, Weiss variiert mit Sandboden und Metallplatten. Beide benützen den Tanz als Kommunikationsmittel – Losinger musikalisch-meditativ, Weiss konkret und perkussiv. Den dritten, vermutlich vergnüglichsten Exkurs des Films bestreitet Gitta Gsell mit der Aargauer Hotelfachfrau Sabrina Wüst. Mit viel Drill hat sich die junge Frau für die Weltmeisterschaft im Irish Dance qualifiziert – obwohl der Arzt seine Bedenken hatte. Nun reist sie mit ihrer Trainerin nach Belfast, um vor der Kommission ihre Steppnummer zu absolvieren. Wie es die Tradition will, muss sie sich hierzu in einen engen Kombi zwängen und eine Perücke aufsetzen. Dann gehts ab in den Sammelraum, wo Dutzende weitere Kandidatinnen im selben Outfit auf ihre Nummer warten. «Natürlich ist es schlimm, dieses Teil auf dem Kopf zu tragen», sagt die Athletin. Doch wer wie sie «bis achtzehn oder neunzehn weder Jazz noch Ballett noch sonst etwas» getanzt hatte, dem kann das egal sein – sie hats geschafft, gerade noch so, eine Tänzerin zu werden.

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Mäders Thomaten-und-BeerenEintopf auf der Bühne. Mittlerweile sind die Songs des Duos ein bisschen raffinierter und man wünschte sich beim Hören Lagerfeuer in der Multergasse, hoppelnde Hasen im Stadtpark und Tassen voll Schnaps im Migrosrestaurant. Über den Stückchen liegt die Melancholie der fehlenden Weite, der liebe-

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voller Schabernack, Countrygitarren und nach wie vor der Rumpelrhythmus entgegengesetzt wird. In Kürze taufen Thomaten und Beeren in der Grabenhalle ihre erste CD «So nicht, Helen». Helen übrigens sei eine alte Bekannte von Ben, die an einem Konzert lieber mit Stahlbergers Bassisten als mit Ben redete, so die Legende. Alles hängt zusammen im grossen Suppentopf von Thomaten und Beeren, in dem auch Sebastian Bill und Lolo aka Silent Bass hocken. Die haben natürlich auch ihren Auftritt an der Plattentaufe und der DJ heisst, wie könnts anders sein, Mäder. (js) GRABENHALLE ST.GALLEN. Samstag, 13. Februar, 20.30 Uhr. Mehr Infos: www.grabenhalle.ch

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KULTUR

PRESSWERK von RENÉ SIEBER P L AT T E D E S M O N AT S

Get Well Soon. Eine weihnächtliche Reise in die neuen Bundesländer brachte mich auch ins «Tal der Ahnungslosen» und in die schöne, barocke Stadt Dresden. Im Gegensatz zu den Museen und Kirchen war der angeblich beste Plattenladen der Stadt eine herbe Enttäuschung. Zum Glück hatte ich mich zuhause mit Hörbüchern und einer älteren CD von Michaela Melián eingedeckt. Und mit der zweiten Platte von Get Well Soon, die so zum Soundtrack dieses Trips wurde. Vor genau zwei Jahren schaffte der Oberschwabe und Wahlberliner Konstantin Gropper mit seinem ambitiösen Debütalbum «Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon» eine mittlere Sensation. Nicht minder ehrgeizig ist nun der Nachfolger «Vexations» (TBA). Der Titel, zu Deutsch «Ärgernis», greift zurück auf ein Pianostück des Franzosen Erik Satie, einem schillernden Avantgardisten im Paris der Zwanzigerjahre. Gropper befasst sich auf seinen vierzehn neuen Songs mit dem Stoizismus. Jene philosophische Richtung also, die empfiehlt, durch emotionale Selbstbeherrschung sein Los akzeptieren zu lernen. Glücklicherweise braucht man sich mit diesem konzeptionell-theoretischen Überbau nicht notgedrungen zu beschäftigen, sondern darf sich auch als NichtPhilosoph an der Musik erfreuen. Und diese ist um keinen Deut weniger bombastisch, opulent und quasi-symphonisch ausgefallen als

auf dem Debüt. Der 27-Jährige hat sich zu melancholischen, fast düsteren Songs mit einem Hang zum Dramatischen inspirieren lassen und diese mit einer orchestergrossen Besetzung eingespielt. Im wunderbar schwelgerischen «Red Nose Day» erklingt im Hintergrund eine weibliche Opernstimme. Im anschliessenden Höhepunkt «5 Steps / 7 Swords» lässt Get Well Soon dann allen Gefühlen freien Lauf. Was in der Philosophie vielleicht funktioniert, geht in der Musik nicht unbedingt auf. Von «emotionaler Selbstbeherrschung» kann man in Bezug auf «Vexations» nicht sprechen. Diese Platte ist ganz grosses Kino und entführt zum hemmungslosen Traurigsein. Das irgendwann kurioserweise glücklich macht. MEISTER-QUARTETT

Tocotronic. Was für ein kompromisslos happiger Beginn: «Eure Liebe tötet mich». Tocotronic-Mastermind Dirk von Lowtzow beschwört die domestizierende und zerstörerische Kraft der Liebe. «Als Subjekt wird man in unserer Gesellschaft viel stärker durch Liebe und Zuneigung kontrolliert als durch staatliche Regeln», meinte er unlängst in einem Gespräch. Eine explosive Aussage in einer Zeit, in der das Sicherheitsdenken, eine allgegenwärtige Angst, die Krisenbewältigung und der Horror vor Terror und Fremdenhass unser Leben mehr und mehr in ein unwirtliches Dasein führen. «Schall & Wahn» (Universal) ist nach «Pure Vernunft darf niemals siegen» (2005) und «Kapitulation» (2007) das letzte Album der «Berlin-Trilogie» und ein

entfesselter Aufbruch in ein neues Jahrzehnt. In zwölf leuchtenden Liedern entwirft das MeisterQuartett eine infernalische Welt. Eine der Stärken der Hamburger ist die Tatsache, dass sie selbst aufgestellte Regeln immer wieder hinterfragen. Sie lieben es, schelmisch zu verneinen, was ihnen eben noch hoch und heilig war. «Im Zweifel für den Zweifel / Das Zaudern und den Zorn / Im Zweifel fürs Zerreissen / Der eigenen Uniform», singen Tocotronic in einer streicherumflorten Ballade, einem der stärksten Songs der CD. «Im Zweifel gegen Zweisamkeit / Und Normativität». Gerade hier wird überdeutlich, dass Dirk von Lowtzow ein grosser Anhänger des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard ist. Dessen Art der Radikalisierung, Zuspitzung und Übertreibung hat ihn immer fasziniert und findet sich auf «Schall & Wahn» an vielen Stellen. Penibel in der Form, schlampig im Inhalt: Tocotronic finden, Lyrik in der Rockmusik sollte phonetisch gut funktionieren. Denn diese lese ja niemand; diese sei zum Hören da. Ich habe sie trotzdem gelesen und mich gerne im Dickicht der subversiven Texte verirrt. Persönlich finde ich «Kapitulation» das bessere, abwechslungsreichere Album. Auch musikalisch. Von Lowtzow wäre das schnurzegal. «Keine Meisterwerke mehr», fordert er ernsthaft. Aber der bunte Blumenstrauss auf dem Cover? Mehr Ironie war selten. S C H L I T Z O H R D E S M O N AT S

Adam Green. Der veritable Herzensbrecher sass im September 2007 auf der Palace-Bühne in St.Gallen. Reich-

lich angetrunken erzählte er eine Anekdote von der Erotik-Messe in der Stadt, machte sich lustig. Derjenige Everbody's Darling der Indie-Gemeinschaft, der mal hochstapelte: «Alle Mädels, die Sex mit mir haben wollen, sollen sich in die erste Reihe stellen, wenn meine Tour bei euch losgeht.» Adam Green liebt das Provozieren vielleicht noch mehr als abartige Sexpraktiken. Das Schlitzohr mit dem Superstar-Status hat aber das Lachen zumindest kurzzeitig verlernt, als er seine langjährige Freundin ehelichte und kein Jahr danach die Scheidung folgte. So ist «Minor Love» (Musikvertrieb), das sechste Werk des New Yorkers, naturgemäss ein Liebesleid-Album geworden. Jedoch glücklicherweise eines, auf dem sich Adam Green wieder an seine alten Tugenden erinnert. Ganz ohne Bombast und grosse Gesten, ohne Zwangsblödeleien und aufgesetzten Nonsens präsentiert er sich mit vierzehn Kurzsongs in 31 Minuten von einer Seite, die man noch zu Zeiten von «Friends Of Mine» (2003) und «Gemstones» (2005) an ihm kannte. Eine musikalische Entschlackung, die seine neue Kurzhaarfrisur optisch unterstreicht. Alle Songs hat Green komplett im Alleingang eingespielt (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Orgel) und sich einerseits am minimalistischen Garagenrock von Velvet Underground (im wunderbaren «What Makes Him Act So Bad»!), andererseits aber auch am Schaffen von Leonard Cohen und Serge Gainsbourg («Boss Inside», «Don't Call Me Uncle») orientiert. «Minor Love» hat einen für Green typischen, hier auf die Spitze getriebenen, müden Charme, der seinen neuen Songs sehr gut steht. Ach, die armen Künstler: Wenn sie am Leben leiden, schreiben sie oft ihre besten Sachen.

SIEBERS FEBRUAR-PODESTLI:

1 2 3

SAITEN 02.10

Stereolab «Emperor Tomato Ketchup» (1996) Michaela Melián «Baden-Baden» (2004) Get Well Soon «Vexations»

4

Talk Talk «It's My Life» (1984)

7

5

Tocotronic «Schall und Wahn»

8

6

Charlotte Gainsbourg «IRM» (2009)

43

9

Kasabian «West Ryder Pauper Lunatic Asylum» (2009) Adam Green «Minor Love» Mary J. Blige «Stronger With Each Tear» (2009)


Inhaltsverzeichnis Kulturprogramme 2 Konzert und Theater St.Gallen. 40 Werkbeiträge Stadt und Kanton SG. Appenzell kulturell. 44 Natur- und Tierfilmfestival SG. «Tankstell» Neueröffnung SG.

48 Bachstiftung St.Gallen. Kultur is Dorf Herisau. Kugl St.Gallen. 50 Nordklang Festival SG.

59 Kunstmuseum Liechtenstein. 60 Palace St.Gallen. Salzhaus Winterthur.

52 Kellerbühne St.Gallen. 62 Museum im Lagerhaus SG. Casinotheater Winterthur. Mariaberg Rorschach. Gare de Lion Wil. 54 Kunstmuseum St.Gallen. 56 Kinok St.Gallen. Grabenhalle St.Gallen.

LITERATUR «Bohème in Kustenz». Von Eduard Rainachers. Lesung. Wessenberg-Galerie Konstanz, 19 Uhr

01.02.

KON ZERT Gabriel Rivano & Yara Borges. Argentinischer und brasilianischer Jazz. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr Jazzcafé. Die Hausband. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr FI LM Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr L I TER AT UR Dichtungsring St.Gallen Nr. 44. Kerzenschein und Absinth. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr VORT RAG Zwischen Ultra-Orthodoxie und Siedler-Fundamentalismus. Von Michael Ingber. Jüdisches Museum Hohenems, 19:30 Uhr

DI

02.02.

KON ZERT Dä Ziischtig. Mit Funkyard feat. Janne Petterson. Kugl St.Gallen, 21 Uhr Schumannabend. Albor Rosenfeld, Violine, und Andrea De Moliner, Klavier. Musikschule St.Gallen, 19:30 Uhr The Funky Afro Cuban Night. Mit wechselnden MusikerInnen. Cultbar St.Gallen, 20 Uhr CLUBBI N G/PARTY Disaster.bar. Jeden Dienstag anders. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Trenchtown Rock. Reggae mit dem Black Arrow Soundsystem. K9 Konstanz, 21 Uhr FI LM Die Ehe des Herrn Mississippi. Komödie von Dürrematt. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Memorias del subdesarrollo. Eines der grössten Werke der Filmgeschichte. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr THEATER Prinz Friedrich von Homburg. Schauspiel von Heinrich von Kleist. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Theatersport. WinterthurTS vs. Isar 148). Casinotheater Winterthur, 20 Uhr

SAITEN 02.10

MI

03.02.

KONZERT Bullaugenkonzert Nr.4. Mit Ad Hoc. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Shade of time. Worldmusic. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Racoon. Gitarren-Folkpop. Salzhaus Winterthur, 19:30 Uhr Wiener Klaviertrio. Werke von J. Haydn, A. Schnittke und R. Schumann. Casino Herisau, 20 Uhr CLUBBING/PARTY Salsa – Night. Erst Kurs, dann Party. K9 Konstanz, 18 Uhr FILM Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr The Queen and I. Die Frau des Shahs. Kinok St.Gallen, 18 Uhr THEATER Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf gegen das Kapital. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Hühner.Habichte. Publikumspreis der St.Galler Autorentage 2009. Theater St.Gallen, 20 Uhr Mondverwirrung. Von Özen Yula. Kellertheater Winterthur, 20 Uhr Romeo und Julia(n). Mit boy actor. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Graciela Iturbide. Das innere Auge. Führung. Fotomuseum Winterthur, 18 Uhr Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt. Führung. Museum Allerheiligen Schaffhausen, 12:30 Uhr Press Art. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr KINDER Michel aus Lönneberga. Kinderstück von Astrid Lindgren. Theater St.Gallen, 14 Uhr

DO

Wird unterstützt von:

68 Schloss Wartegg Rorschacherberg.

KAB ARETT Barbara Balldini. Die Sexpertin. Kino Madlen Heerbrugg, 19:30 Uhr

Mo

KALENDER 01.–28.02.

04.02.

KONZERT Dejan Terzic’s Underground09. Balkan-Jazz. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr

Schützengarten Bier

Die Astronauten des Zeus. Rock aus Wil. Gare de Lion Wil, 21 Uhr Jukebox 3000. Livedance. Krempel Buchs, 20:30 Uhr Martin Solo Acoustic Band. Kontrabass, Gitarre, Sopransax und Perkussion. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr James Gruntz/John Francis. Rock, Country und Folk. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Tomazobi. Die Guerilla-Troubadouren. Salzhaus Winterthur, 19:30 Uhr C LU BBIN G / PA RT Y Bade.wanne. Musik aus der Dose. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Death by Disco im Stadtkind. Feat. Diamond Skull and his Silver Sister. Salzhaus Winterthur, 21 Uhr Play it. Wii, vo Mariokart bis Madworld. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr FILM Departures. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 18 Uhr T HEAT ER Die grosse Plage. Mit dem U17Jugend-Theater-Club. TaK Schaan, 14 Uhr Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf gegen das Kapital. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Mirandolina. Puppentheater. Rietlistall Wildhaus, 20:15 Uhr Mondverwirrung. Von Özen Yula. Kellertheater Winterthur, 20 Uhr Romeo und Julia(n). Mit boy actor. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr KA B A R ET T 55. Splitternacht. Offene Bühne für Profis, Amateure und Dillettanten. K9 Konstanz, 20 Uhr Mathias Tretter. «Staatsfeind Nr. 11». Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Simon Enzler. Mit neuem Programm. Stadthof Rorschach, 20 Uhr KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Gotthard Graubner. Vernissage. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 18 Uhr Kleid im Kontext. Führung Gewerbemuseum Winterthur, 18:30 Uhr D IV ER S ES Unentgeltliche Rechtsauskunft. Zu ehelichem Güter- und Erbrecht und Beurkundungen. Amtsnotariat St.Gallen, 16:45 Uhr

45

FR

05.02.

KO N ZERT EggBigBand. Fasnachtsalternative. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Eloas Lachenmayr. Liedermacher. K9 Konstanz, 20 Uhr Heinz de Specht. Lachattacke. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr R.A. The Rugged Man. Rap. Kugl St.Gallen, 21:30 Uhr Prinz Pi. Ex-Prinz-Porno. Kulturladen Konstanz, 21 Uhr Stress. CH-Rap. Forum im Ried Landquart, 20:30 Uhr Trio Caleidsocopio. Werke von Haydn, Mendelssohn und Schumann. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr C LU BBIN G / PA RT Y Ikarus Records Series Vol.3. Mit John Sars. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Smells like twen Spirit. feat. DJs Ponybomb Ficklestars und Strobokopp. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr Ü40. Von den Beatles über Woodstock bis Saturday Night Fever. TaK Schaan, 20 Uhr FILM Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Der Fürsorger. Mit Roeland Wiesnekker. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr T HEAT ER Die grosse Plage. Mit dem U17Jugend-Theater-Club. TaK Schaan, 14 Uhr Hühner.Habichte. Publikumspreis der St.Galler Autorentage 2009. Theater St.Gallen, 20 Uhr Mondverwirrung. Von Özen Yula. Kellertheater Winterthur, 20 Uhr Romeo und Julia(n). Mit boy actor. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr Teatro Zuffellato. «Musikbox». . 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr KA B A R ET T Piet Klocke & Simone Sonnenschein. «Das Leben ist schön - gefälligst!» Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Simon Enzler. Mit neuem Programm. Stadthof Rorschach, 20 Uhr TA N Z Spuren. Tango-Tanztheater. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

LIT ER AT UR Poetry Slam. Hasler und Armbruster moderieren. Nachher Party. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr VO RTR AG Nachtbar Spezial. «No more Hektik, no more Gschwätz» mit Gregor Sieböck und DJ Cowman. Palace St.Gallen, 20:15 Uhr

SA

06.02.

KO N Z E RT Bob Marley Birthday Bash. Mit Andrew Robinson & Cookie the Herbalist. USL Amriswil, 21 Uhr Boulevard Sensation. Pop, fast wie ein Film. Cuphub-Café Arbon, 21 Uhr Fear My Thoughts. MelodicDeath-Metal. Kulturladen Konstanz, 20 Uhr Heinz de Specht. «Macht uns fertig». Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Howe Gelb. Songwriter. Grabenhalle St.Gallen, 21:30 Uhr Illusion Room. Feat. Doppelt Gemoppelt. Kugl St.Gallen, 23 Uhr Musica Aperta. Ensemble für Neue Musik. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Play Patrik. Humorvoller Pop. Kaff Frauenfeld, 21:30 Uhr Slither. Rock. Cultbar St.Gallen, 20 Uhr The Dubliners. Irish Folk. Tonhalle St.Gallen, 20 Uhr C LU B B I N G / PART Y Cosmic Ballroom. Discozeitmaschine. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Chamäleon. Disco ab 30. K9 Konstanz, 21 Uhr Latino-orientalischer Ball. Verkleidung erwünscht. Spielboden Dornbirn, 19 Uhr Lichtmesstanz. Live: Baba Bimbam u.a.Tanzmusik DJ Tim. Offene Kirche St.Gallen, 19:30 Uhr Offizielle Eröffnungsfeier. Nach 20 Konzerten das grosse Fest. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 21 Uhr Primestyle Hiphop. Mit DJs Jesaya, Gro, Suit & High Time. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr Shake it up. DJ Max Power & DJ O.H. Gare de Lion Wil, 22 Uhr Tanznachtbar. Helsinki Soulstew DJs Novak & Wempe. Palace St.Gallen, 22 Uhr FILM Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Die Fürsorger. Mit Roeland Wiesnekker. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr


KALENDER 06.–07.02.

Endlich eine Eröffnungsfeier!

Tango trifft Choro

Jazz im Gambrinus

Borges und Rivano im Park Flawil

Das grosse Reissen

und nun wird der Gambrinus Jazzclub endlich offziell eingeweiht mit Raphael Wressnigs Partyfactor (6.). Nebst den montäglichen Jazzcafés (1., 8., 15., 22.), Malcolm Greens Singbar (23.) und einer Jamsession (24.) gibt es Konzerte mit Dejan Terzics Underground (4.), dem Trio Igarapé (11.), Georg Breinschmids Brein Café (12./Bild), Gadanina (17.), Walts Blues Box (27.) sowie Lovesongs und Dinner an der Valentine’s Day Vocal Session (14.). Im Rahmen des Nordklang-Festivals kommen Surf in Stereo aus Dänemark vorbei (19.).

Leidenschaft und Romantik der argentinischen und brasilianischen Musik, wie in den Tango-Stücken von Piazzolla, Mederos und Rivano oder Liedern mit Ursprung in den Choros. Neben Bekanntem wie «Libertango» und «Odeon» werden auch neue Kompositionen wie «Gosto do Brasil» oder «Pal viejo Lermo» zu hören sein. Die Stücke sind voll Dynamik und werden als KammermusikKonzept interpretiert. Yara Borges’ Klavier und Gabriel Rivanos Bandoneon, Gitarre und Flöte ergänzen sich in der Harmonie.

Das sich ständig wandelnde und aktualisierende Stück «Kettenriss 10 – Die Impfung» von und mit dem Geschwisterduo Sibylle und Michael Birkenmeier handelt wohltuend konkret von all dem, was uns kettet – bis sie reissen, diese Ketten aller Couleur. Auf das Publikum wartet ein Politkabarett mit einem Schuss ironisch gesehener Vergangenheit, einer gehörigen Portion geistreich schnurrig beobachteter Gegenwart und einem Blick in eine gar nicht so ungewisse Zukunft, in welcher die Tyrannei der Sachzwänge lauert.

Gambrinus Jazzclub St.Gallen. Mehr Infos: www.gambrinus.ch

Montag, 1. Februar, 20 Uhr, Restaurant Park Flawil. Mehr Infos: www.restaurant-park.ch

Samstag, 6. Februar, 20 Uhr, Werdenberger Kleintheater fabriggli Buchs. Mehr Infos: www.fabriggli.ch

Theaterkabarett Birkenmeier 25 Konzerte und Jamsessions in drei Monaten Yara Borges und Gabriel Rivano vereint die im fabriggli

Verschwörung im BerlinExpress. Mischung aus HitchcockThriller, Film noir und SlapstickKomödie. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr Vision – Hildegard von Bingen. Mitreissendes Portrait einer der faszinierendsten Frauen des Mittelalters. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr THEATER Bettina Castaño und Alder Buebe. Flamenco und Streichmusik. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Business Class. Von Martin Suter. Kulturtreff Rotfarb Uznach, 20:30 Uhr Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf gegen das Kapital. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Die Herzogin von Chicago. Von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 19:30 Uhr In der Höhe. Von Thomas Bernhard. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr Mondverwirrung. Von Özen Yula. Kellertheater Winterthur, 17:30/20 Uhr

KAB ARETT Heinz Gröning. «Manche mögens Heinz» Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Michael Elsener. «Leise rostet die Schweiz». Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Theaterkabarett Birkenmeier. «Kettenriss 10 – Die Impfung». fabriggli Buchs, 20 Uhr

KIN D ER Die drei kleinen Schweinchen. Stück frei nach H.C. Andersen. TaK Schaan, 16 Uhr Michel aus Lönneberga. Von A. Lindgren. Theater St.Gallen, 14 Uhr

MUSIC AL Der Mann von La Mancha. Musical von Mitch Leigh. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

KO N ZERT Podium 2010. Konzertreihe für junge Musiker und Musikerinnen. Rathaus-Saal Vaduz, 11 Uhr

KUNST/AUSSTELLUNGEN Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 14 Uhr Karaoke – Bildformen des Zitats. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11:30 Uhr

C LU BBIN G / PA RT Y Chillifunk. Gee-K jammt. Kugl St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR Humordinner. Mit Peter Eggenberger. Hotel Hirschen Wildhaus, 19 Uhr VORTRAG Künstlerbrunch und Vortrag. Mit Candice Breitz. Kunsthaus Bregenz, 12 Uhr

SO

07.02.

FILM Bye bye Blue Bird. Das Roadmovie auf den Faröern erzählt mit skurrilen Details vom Aussöhnungsprozess zweier schriller Freundinnen. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Memorias del subdesarrollo. Sergio bleibt nach der kubanischen Revolution im Land und versucht die neuen Zeiten zu verstehen. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr

Vom Alpenkamm ins Industrieviertel Zehnder & Schirmer im Alten Zeughaus Barbara Schirmer und Christian Zehnder setzen Klänge frei, die an Winde erinnern, die um Wohnsilos pfeifen, an das Echo von quietschenden Zügen in fernen Tälern oder an das Zittern von Gläsern im Schrank beim Herunterdonnern von Lawinen an nahen Berghängen. Es ist eine leise, epische Klangarchitektur, die sie in ihrem ersten gemeinsamen Projekt «Gländ» entwerfen. Eine feinstoffliche Musik aus Hackbrettspiel, Jodel und Obertongesang, die auf dem Grenzpfad des Alpenkamms ebenso zuhause ist wie im ChillOut eines Industrieviertels. Samstag, 13. Februar, 20.30 Uhr, Altes Zeughaus Herisau. Mehr Infos: www. kulturisdorf.ch

The Queen and I. Die Frau des Shahs. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Vision – Hildegard von Bingen. Eine der faszinierendsten Frauen des Mittelalters. Kino Rosental Heiden, 19 Uhr T HEAT ER Die grosse Plage. Mit dem U-17-Jugend-Theater-Club. TaK Schaan, 17 Uhr Die Herzogin von Chicago. Stück von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 15:30 Uhr Harold and Maude. Harold lebt in einer Welt materiellen Überflusses. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Mondverwirrung. Von Özen Yula. Kellertheater Winterthur, 17:30 Uhr Prinz Friedrich von Homburg. Schauspiel von Heinrich von Kleist. Theater St.Gallen, 14:30/19:30 Uhr KA B A R ET T Lilo Wanders. Das neue Solo-Programm. K9 Konstanz, 20 Uhr Vince Ebert. Der Diplomphysiker behauptet: Denken lohnt sich. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr

KU N S T / AUS S T E L L UN G E N Architekturführung. Durch Zumthors Wunderbau. Kunsthaus Bregenz, 11 Uhr Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr Das Leben der Mönche. Führung. Kartause Ittingen Warth, 15 Uhr Konkrete Idole – Nonfigurative Kunst und afrikanische Skulpturen. Führung. Museum Liner Appenzell, 14 Uhr Marie Ellenrieder. «Transfiguration». Werkgespräch mit Dr. Barbara Stark. Wessenberg-Galerie Konstanz, 15 Uhr Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 10:30 Uhr KIN DE R Knochenfresser auf heisser Spur. Natur entdecken für Jung und Alt. . Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr Unbekanntes entdecken, erforschen, erschaffen. Über den kreativen Prozess. Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 11 Uhr

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46

SAITEN 02.10


07.– 12.02. KALENDER Lippels Traum. Ab 8 Jahren. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Scherben bringen Glück. Familienührung. Historisches Museum St.Gallen, 11 Uhr WinneToons – Die Legende vom Schatz im Silbersee. Spannendes Trickfilmabenteuer für die kleinen Kinofans. Kinok St.Gallen, 15 Uhr DI VER SES Sonntagszopf. Zmorgäbuffet, Zeitungen und Musik. Kulturcinema Arbon, 9:30 Uhr

MO

08.02.

KON ZERT Dune. Indielectrock-Hymnen. Conrad Sohm Dornbirn, 21 Uhr Jazzcafé. Jam-Session. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr Once. Das Power-Trio. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr The Baseballs. Starke Vocals gepaart mit dem legendären Rock’n’Roll-Sound. Casino Herisau, 20 Uhr Universitätsorchester Konstanz. Leitung: Peter Bauer. Universität Konstanz, 20:15 Uhr FI LM 1000 Ozeane. Flucht vor der Familie und Vergangenheit. Kino Rex St.Gallen, 20 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr THEATER Die tapfere Hanna. Von und mit Gardi Hutter. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr KI N DER Die grosse Plage. Mit dem U-17- Jugend-Theater-Club. TaK Schaan, 10 Uhr

DI

09.02.

KON ZERT Dä Ziischtig. Mit Mr. B and the Mellowtones. Kugl St.Gallen, 21 Uhr CLUBBI N G/PARTY Disaster.bar. Jeden Dienstag anders. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM Los sobrevivientes. Kubanische Komödie: Eine reiche Familie schliesst sich in ihrem Landgut ein. Da sie glaubt, die Revolution sei vorübergehend, braucht sie alle Vorräte auf. Kinok St.Gallen, 20 Uhr THEATER Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die grosse Plage. Mit dem U17- Jugend-Theater-Club. TaK Schaan, 14 Uhr Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf gegen das Kapital. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Romeo und Julia(n). Mit boy actor. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr KAB ARETT Claudio S. Zuccolini. Er verkauft Erfolg. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Gardi Hutter. «Die tapfere Hanna». Fabriggli Buchs, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Seh-Wechsel. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr Ulrike Stubenböck. Führung. Kunstraum Engländerbau Vaduz, 18 Uhr VORTRAG Als Menschenrechtsbeobachterin im Westjordanland. Brigitte Frei-von Wartburg berichtet. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 20 Uhr De Näbel sai gschtige i de letschte Joor. Rainer Stöckli über seinen Umgang mit Peter Morgers Nachlass. Kult-Bau St.Gallen, 20 Uhr KINDER Die drei kleinen Schweinchen. Stück frei nach H.C. Andersen. TaK Schaan, 16 Uhr DIVERSES Roger Schawinski/Julia Onken. «Autoren auf den Zahn gefühlt». Kulturforum Amriswil, 20:15 Uhr

MI

10.02.

KONZERT Gogol und Mäx. Klassische Musik mit Humor. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Jochen Distelmeyer. Blumfelds Erbe. Palace St.Gallen, 21:30 Uhr

C LU BBIN G / PA RT Y Salsa – Night. Erst Kurs dann Party. K9 Konstanz, 18 Uhr FILM Adams Apples. Schwarze Komödie. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Departures. Gewinner AuslandOscar 2009: Ein arbeitsloser Cellist findet Arbeit in einem Bestattungsinstitut und damit unerwartet seine Berufung. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr Stadion trifft Stadt. Mit dem Film «Espenblock Rückrunde 08/09». Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr T HEAT ER Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf dem Kapital. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr In der Höhe. Stück von Thomas Bernhard. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr Monsieur Ibrahim et les fleurs du coran. Schauspiel in französischer Sprache. TaK Schaan, 20:09 Uhr KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Albert Oehlen. Führung. Museum am Dorfplatz Gais, 18 Uhr Christian Vogt, Today Ive been you. Führung. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 18 Uhr LIT ER AT U R Simone de Beauvoir. «Ich will alles vom Leben». Lesung und französische Chansons. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr VO RT R AG Knochen, eine medizinische Betrachtung. Im Rahmen der Ausstellung im Naturmusem SG. Kantonsspital St.Gallen, 12:15 Uhr KIN D ER Freunde. Von Tobias Ryser ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Ich bau mir meine Toys. Mit Lucia Dall’Acqua und Cornelia Gross Vuagniaux. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 14:30 Uhr Märchen im Museum. Geschichten des St.Galler Puppentheaters. Historisches Museum St.Gallen, 14 Uhr Michel aus Lönneberga. Kinderstück von Astrid Lindgren. Theater St.Gallen, 14 Uhr

DO

11.02.

KO N ZERT Dandelion Wine. Post-Dreampop. Cuphub-Café Arbon, 21 Uhr Die vier Bassgeigen. Jazz:now. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Blind Idiot Gods / Robert Rotifer. Austrian Pop. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Trio Igarapé. Brasilianisch angehaucht. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr C LU BBIN G / PA RT Y Bade.wanne. Musik aus der Dose. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. Rundlauf und Sound. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Lounge. Sofagerechte Gehörmassagen. Krempel Buchs, 20:30 Uhr Stadtkind in Bucaramanga. Mit DJ Kolumbus. Salzhaus Winterthur, 21 Uhr Gare.Tango. Milonga für Profis und nicht. Gare de Lion Wil, 20 Uhr Who the fuck is ... Alice In Chains? Kaff Frauenfeld, 20 Uhr FILM Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 18 Uhr T HEAT ER Hühner.Habichte. Publikumspreis der St.Galler Autorentage 2009. Theater St.Gallen, 20 Uhr KA B A R ET T Claudio S. Zuccolini. Erfolgsverwöhnt. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Schnitzelbank. Fasnachtsgesellschaft mit Fasnachtsbeiz. Kellerbühne St.Gallen, 18:30 Uhr KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 19 Uhr Gotthard Graubner. Führung. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 18 Uhr LIT ER AT U R Instantgeschichten. Mit Andrea Gerster, Monika Slamanig und Lika Nüssli. Schloss Roggwil, 19:30 Uhr

VO RTR AG Unter Bären. Von David Bittner. Ev. Kirchgemeindehaus St.Mangen St.Gallen, 19:30 Uhr

FR

12.02.

KO N Z E RT Charlie Morris Band. Blues-Rock. Bogenkeller Rotfarb Bühler, 20:30 Uhr Descargo. Latin-Jazz. Kulturcinema Arbon, 20:30 Uhr Extreme Bosnian Blues Band. Musik ohne Passkontrolle und Visum. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Georg Breinschmids Brein Café. Wiener Kaffeehaus-Jazz. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr Hypocrisy. Todesmetal. Conrad Sohm Dornbirn, 21 Uhr Martin Dahanukar. «Garuda». Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Rabbazz. Jazz. Baradies Teufen, 18:30 Uhr Lea Lu & Band. Wie barfuss am Strand laufen. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr C LU B B I N G / PART Y Barfussdisco. Wochenstress. Owi Dance Winterthur, 20:30 Uhr Duell der Plattenleger. La Catrina vs. Kurz und Knapp. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr La Suisse Primitive DJ-Set. Rockabilly. Mariaberg Rorschach, 21:30 Uhr Primestyle Club. DJs Nicon, Little Maze & Reedo. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr White Rabbit. Love, Peace und guter Musik. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr FILM Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr The Queen and I. Die Frau des Shahs. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Verschwörung im BerlinExpress. Mischung aus HitchcockThriller, Film noir und SlapstickKomödie. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Zweiohrküken. Fortsetzung von «Kleinohrhasen». Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

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SAITEN 02.10

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12.– 14.02. KALENDER

Flatte Blätter

Speed-Filmen

Auferstehung des Totentanzes

Oppositioneller Freejazzer

Peter Spielbauer in der Löwenarena

25-Stunden-Filmwettbewerb

Uwe Kropinski in der Alten Kirche

Der Alltagsforscher und Konstrukteur satirischer Objekte Peter Spielbauer beschäftigt sich in seinem neuen Bühnenprogramm «Das flatte Blatt» mit der Zeitung im Allgemeinen und mit den Buchstaben im Besonderen. Im herzhaften Umgang mit der Materie verschmurgelt er federleichte Tänze mit brachialen Exzessen zu einem vergnüglichen Theaterabend. Leibhaftig zerhackte Bücher und feine Lyrik laufen in rhythmischen Kurven um die Wette, und Äxte singen das hohe Lied auf die Kommunikation. Dem uneinordentlichen Spielbauer fällt viel Unerklärliches ein.

Wie lange hat wohl James Cameron gebraucht, um seinen gigalomanischen «Avatar» zu drehen? Wir wissen es nicht, und es ist eigentlich auch Wurscht. Die Teilnehmer des 25-Stunden-Filmwettbewerbs haben, wie der Name verrät, gerade mal 25 Stunden Zeit, um eine Geschichte zu schreiben, den Film zu drehen, zu schneiden und zu vertonen. Und müssen dabei auch noch die von der Jury vorgegebenen kryptischen Kriterien wie «Nase, faul, Machete, die jungen Leute von gestern» beachten. Im Palace werden die entstandenen Kurzfilme gezeigt und prämiert. Anmeldeschluss ist der 6. Februar.

Damien Deroubaix im Kunstmuseum St.Gallen

Samstag, 13. Februar, 20.30 Uhr, Löwenarena Sommeri. Mehr Infos: www.loewenarena.ch

T HEATER Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf um das Kapital. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Lucia di Lammermoor. Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Festspielhaus Bregenz, 19:30 Uhr Lucia di Lammermoor. Liebesdrama. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr KAB AR ET T Florian Schroeder. «Du willst es doch auch». Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Schnitzelbank-Abende. Fasnachtsgesellschaft mit Fasnachtsbeiz. Kellerbühne St.Gallen, 18:30 Uhr TANZ Amour toujours. Tanztheater mit Jiolia Pyrokakou. Offene Kirche St.Gallen, 20 Uhr KUN ST /AUSSTE LLUNGEN Damien Deroubaix. Vernissage. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Herr-Mäder-Ausstellung. Vernissage. Galerie Stefan Rutishauser Frauenfeld, 19 Uhr LI T ER AT UR The Howl & The Beats. Mit Rapper Göldin , Lesemeisterin Isla Ward und Aficionado Florian Vetsch. Palace St.Gallen, 21 Uhr DI V ER SES Anarchietage Winterthur. Zum sechsten Mal. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr

SA

13.02.

KONZERT Chris Barber. Die legendäre Posaune. TaK Schaan, 20:09 Uhr

SAITEN 02.10

Sonntag, 14. Februar, 19 Uhr, Palace St.Gallen. Mehr Infos und Anmeldung: www.25hours.ch

Christian Zehnder & Barbara Schirmer. Volxmusix. Altes Zeughaus Herisau, 20:30 Uhr Delight. Akustischer Pop . Cuphub-Café Arbon, 21 Uhr Herbstling. Klang- und Textkreationen. Viertel Trogen, 20 Uhr K – Nicolas Michel. Moderne Chansons. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Phonoflakes. Druckvolle Gitarren. Cultbar St.Gallen, 20 Uhr Pippo Pollina e Piccola Orchestra Altamarea. Sozialkritische Canzoni. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Thomaten und Beeren. Das Rumpelkammerpopduo tauft seinen Erstling. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Saint Vitus. Die Doom-Legenden. Gaswerk Winterthur, 20:15 Uhr Starch. Rock, Hip-Hop-Funk. Kraftwerk Krummenau, 21 Uhr The Voyagers feat. Harriet Lewis. Jazz, Blues und ein Hauch Gospel. Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr CLUBBING/PARTY 30. Shakeadelic. Put on your Dancingshoes. Kugl St.Gallen, 22 Uhr African Sunshine Party. MitMamadou Diabate & Co. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Caravan Disco. Mit Mathias Modica alias Munk. Palace St.Gallen, 22 Uhr Chamäleon. Die Kultdisc ab dreissig. K9 Konstanz, 21 Uhr Zachpappe & Ganja Massive. Elektro. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Pulp Fiction. Surf-Sounds und Tarantino-Hits. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr FILM Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 19 Uhr

Mit wandfüllenden Zeichnungsinstallationen und raumgreifenden Skulpturen inszeniert Damien Deroubaix die postmoderne Wiederauferstehung des spätmittelalterlichen Totentanzes. Das zeichnerische Schaffen von Künstlern wie Mike Kelley oder Raymond Pettibon ist einer der Bezugspunkte für Damien Deroubaix’ Werk, genauso wie der Punk und Heavy Metal von Napalm Death, Terrorizer oder Slayer. Auf dem Rundgang durch die Ausstellung «Die Nacht» ergründet Kurator Konrad Bitterli mit Damien Deroubaix Hinter- und Abgründe des künstlerischen Schaffens. Sonntag, 14. Februar, 11 Uhr, Kunstmuseum St.Gallen. Mehr Infos: www.kunstmuseumsg.ch

Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr The Queen and I. Die Frau des Shahs. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Vision – Hildegard von Bingen. Eine der faszinierendsten Frauen des Mittelalters. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Zweiohrküken. Fortsetzung «Kleinohrhasen». Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr T HEAT ER Concerto dellarte. SymphonicBrass Zürich und Olli Hauensteinmachen Circustheater. Kath. Pfarreiheim Oberriet, 19:30 Uhr KA B A R ET T Claudio S. Zuccolini. Erfolgsverwöhnt und zurück. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Knuth und Tucek. Die Rockstars unter den Satirikerinnen. Kellerbühne Grünfels Jona, 20:30 Uhr Michel Gammenthaler. Lustige Magie. Mehrzweckhalle Walzenhausen, 20 Uhr Peter Spielbauer. «Das Flatte Blatt». Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr Schnitzelbank-Abende. Fasnachtsgesellschaft mit Fasnachtsbeiz. Kellerbühne St.Gallen, 18:30 Uhr TA N Z Pasolini. Tanzstück von Marco Santi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

Insider zählen Uwe Kropinski zu den eigenständigsten und originellsten Jazzgitarristen der Gegenwart. Schon früh hat er sich – eher ungewöhnlich im Jazz – für die akustische Gitarre entschieden, deren Körperlichkeit und physische Präsenz er schätzt. Uwe Kropinski wurde auch im Westen bekannt als einer der wichtigsten Exponenten der oppositionellen Freejazz-Szene der DDR. Er beschäftigte sich intensiv mit den Gitarrentraditionen Südamerikas, Spaniens und der USA und entwickelte eine unverwechselbare musikalische Handschrift. Sonntag, 14. Februar, 17 Uhr, Alte Kirche Romanshorn. Mehr Infos: www.klangreich.ch

Freunde. Stück von Tobias Ryser, ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr D IV ER S ES Anarchietage Winterthur. Zum sechsten Mal. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr

SO

14.02.

KO N ZERT 4. Matinée. Mit Hans-Jörg Mammel, Tenor, und Silvia Unger, Klavier. Rathauslaube Schaffhausen, 10:45 Uhr Lotus String Quartet & Francis Gouton. Streichquintette von L. V. Beethoven und F. Schubert. Hotel Linde Heiden, 16 Uhr Murt Coskun. Der berühmte Rahmentrommler zusammen mit Christan Berger und Markus Brechbühl. Offene Kirche St.Gallen, 20 Uhr MyKungFu. Melancholie und Tanz. Salzhaus Winterthur, 19:30 Uhr Organ Spectacular. Uraufführungen von B.Bamert und P. Cholley und Werke von C. Rütti, J. Bret und H. J. Sommer. Matthias Kofmehl, Alphorn, Martin Heini, Orgel. Kathedrale St.Gallen, 17:30 Uhr The Valentines Day Vocal Session. Lovesongs and Dinner. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr Uwe Kropinski solo. An der Jazzgitarre. Alte Kirche Romanshorn, 17 Uhr

KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 14 Uhr Junges Design 2. Vernissage. Flon St.Gallen, 19:30 Uhr

C LU BBIN G / PA RT Y Vollmondbar. Gemütlich Beisammensein. Kulturforum Amriswil, 20 Uhr

KIN D ER Michel aus Lönneberga. Kinderstück von Astrid Lindgren. Theater St.Gallen, 14 Uhr

FILM 25 Stunden Filmwettbewerb. Vorführung und Prämierung der Eingaben. Palace St.Gallen, 19 Uhr

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Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Die Fürsorger. Mit Roeland Wiesnekker. Kino Rosental Heiden, 19 Uhr Lippels Traum. Ab 8 Jahren. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Los sobrevivientes. Kubanische Komödie: Eine reiche Familie schliesst sich in ihrem Landgut ein. Da sie glaubt, die Revolution sei vorübergehend, braucht sie alle Vorräte auf. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 11 Uhr T HEAT E R Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 17 Uhr Piano forte concerto acrobatico. Poesie und Humor. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Lucia di Lammermoor. Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Festspielhaus Bregenz, 18 Uhr KU N S T / AUS S T E L L UN G E N Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr Carl Walter Liner: Die Farbe Schwarz. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr Christian Vogt, Today Ive been you. Führung. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 11:30 Uhr Das Leben der Mönche. Führung. Kartause Ittingen Warth, 15 Uhr Gret Zellweger. Führung. Museum Appenzell Appenzell, 10:30 Uhr Kunst – Kaffee – Kuchen. Künstlergespräch mit F. Burland und H. Spielhofer. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 15 Uhr Kleid im Kontext. Führung. Gewerbemuseum Winterthur, 11 Uhr Künstlergespräch mit Damien Deroubaix. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 11 Uhr


14.–19.02. KALENDER Lagern, restaurieren, konservieren von historischen Textilien. Mit Janina Hauser. Textilmuseum St.Gallen, 11 Uhr Sonntagsapéro. Finissage. Galerie vor der Klostermauer St.Gallen, 10 Uhr Verborgener Zauber Afghanistans. Vernissage. Historisches Museum St.Gallen, 11 Uhr LI T ER AT UR Finding Wulkow. Texte zur Ausstellung von Sonja Hugentobler. Von Monika Slamanig. Klubschule Migros St.Gallen, 11 Uhr Peter Schneider. Leser fragen, der andere Presseschauer antwortet. ZiK Arbon, 17 Uhr VORT RAG Künstlergespräch. Mit Andreé Bless spricht und Ines Goldbach. Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 11:30 Uhr KI NDER Freunde. Von Tobias Ryser, ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Michel aus Lönneberga. Kinderstück von Astrid Lindgren. Theater St.Gallen, 11 Uhr WinneToons – Die Legende vom Schatz im Silbersee. Spannendes Trickfilmabenteuer für die kleinen Kinofans. Kinok St.Gallen, 15 Uhr DI V ER SES Anarchietage Winterthur. Zum sechsten Mal. Widder Winterthur, 10 Uhr

MO

15.02.

KONZERT Jazzcafé. A tribute to Be-, Hardand Spacebop. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr Niceland. Klare Melodien, trockene Drums und funkiges Piano. Cultbar St.Gallen, 20 Uhr Thali. Indian-Jazz. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr F I LM Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr MUSI C AL Der Mann von La Mancha. Musical von Mitch Leigh. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr VORT RAG Unter Bären. Von David Bittner. Eisenwerk Frauenfeld, 19:30 Uhr

DI

16.02.

KONZERT Dä Ziischtig. Mit den 3 Heinzelmännern. Kugl St.Gallen, 21 Uhr The Funky Afro Cuban Night. Präsentert von Koni Beerle & Melting Pot. Cultbar St.Gallen, 19 Uhr CLUBBI NG/PARTY Disaster.bar. Jeden Dienstag anders. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

SAITEN 02.10

FILM Breakfast at Tiffanys. Mit Audrey Hepburn. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Guber – Arbeit im Stein. Der Guber ist der letzte Steinbruch nördlich der Alpen, in dem Pflastersteine hergestellt werden. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr THEATER Così fan tutte. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Lucia di Lammermoor. Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Festspielhaus Bregenz, 19:30 Uhr KAB ARETT Erfolg als Chance. Erfolgreich, erfahren, arriviert – und jetzt? Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Reden oder Schweigen?. Führung. Museum Allerheiligen Schaffhausen, 12:30 Uhr

MI

17.02.

KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Damien Deroubaix. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Konferenz der Tiere. Führung. Museum Allerheiligen Schaffhausen, 12:30 Uhr Kultur am Nachmittag. Das kulturelle Vermächtnis des Westhimalaya. Historisches Museum St.Gallen, 14 Uhr LIT ER AT U R Johannes Elias Alder – Das Wunder seines Hörens. Mit Erich Furrer und Goran Kovacevic. Ev. Kirchgemeindehaus Bazenheid, 20 Uhr VO RT R AG Knochen, Zahn, Geweih und Horn. Werkstoffe der prähistorischen und historischen Epoche. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr Bibliotheksordungen. Über die Möglichkeiten und Grenzen traditioneller und moderner Systeme der Bibliotheksordnung. Sitterwerk St.Gallen, 19:30 Uhr Unter Bären. Von David Bittner. Park Casino Schaffhausen, 19:30 Uhr

KONZERT Gadanina. Jazz mit Jodel. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr Kammerkonzert. Von InstrumentalschülerInnen der Kantonsschule. Kantonsschulhaus Trogen, 19:30 Uhr Nebula. Gebräu aus bluesiger Psychedelia und Stonerrock. Gaswerk Winterthur, 20 Uhr The Black Box Revelation/Air Waves. Rauer Blues-Rock’n’Roll. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Trio Fontane. Werke von Haydn, Suk und Smetana. Bibliothek Rehetobel, 17 Uhr

KIN D ER Freunde. Von Tobias Ryser, ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Kunstdrache. Kunstgeschichten, für Kinder aber vier Jahren. Kunsthaus Bregenz, 15 Uhr Märchen hören und spielen. Volksmärchen zum Nachspielen. fabriggli Buchs, 14 Uhr Entdecke die Abenteuer der Robinson-Insel. Ab 9 Jahren. Kunstmuseum Thurgau Warth, 14 Uhr

CLUBBING/PARTY Salsa – Night. Erst Kurs dann Party. K9 Konstanz, 18 Uhr Session Room. Besser als «Guitar Hero». Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

DO

FILM Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Duma – mein Freund aus der Wildnis. Ab 6 Jahren. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Guantanamera. Von Fidel Castro mit dem Prädikat «konterrevolutionär» bedacht und vom Verleih als kubanische Antwort auf «Four Weddings and a Funeral» gepriesen. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr THEATER Verwandte sind auch Menschen. Leichtfüssige Inszenierung von Dieter Ballmann. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr KAB ARETT Erfolg als Chance. Erfolgreich, erfahren, arriviert – und jetzt? Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Jens Nielsen. «Die Uhr im Bauch». Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Rob Spence. «Tierisch». Kino Madlen Heerbrugg, 20 Uhr TANZ Pasolini. Tanzstück von Marco Santi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

18.02.

KO N ZERT Das Aion Quintett. Orient und Okzident. K9 Konstanz, 20 Uhr Dunschtixx-Jazz. Spontanjazz. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Ein kleines Konzert # 84. Mit Box. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Paradise Lost. Mit neuem Album. Salzhaus Winterthur, 19:30 Uhr The Brendan Adams Group. Alternative Soul. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr C LU BBIN G / PA RT Y Bade.wanne. Musik aus der Dose. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Rambazamba. Partytunes. Krempel Buchs, 20:30 Uhr

Junges Theater Winterthur. «19». Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Lucia di Lammermoor. Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Festspielhaus Bregenz, 19:30 Uhr KA B A R ET T Erfolg als Chance. Erfolgreich, erfahren, arriviert – und jetzt? Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KU N S T / AU S S T ELLU N G EN 4D-Zeichnen. Mit Anita Zimmermann, Josef Felix Müller, Anina Schenker und Fridolin Schoch. Fotos: Katalin Déer. Nextex St.Gallen, 20 Uhr Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 19 Uhr D IV ER S ES Jass am Dunnschtig. Schiebern. Gare de Lion Wil, 20 Uhr

FR

19.02.

KO N ZERT A tribute to Bon Scott. Mit Men from Spectre, Moondesert, My Name Is George, Transmartha, Pornolé, Hellroom Projectors, Rita Hey, Admiral James T., Slartybartfast, The Homestories und Cheekbones. Gaswerk Winterthur, 20:15 Uhr J.S. Bachstiftung. «Jesus nahm sich die Zwölfe». Kantate BWV 22 zu Estomihi für Alt, Tenor und Bass, Vokalensemble, Oboe, Fagott, Streicher und Continuo. Reflexion Sr.Ingrid Grave. Ev. Kirche Trogen, 19 Uhr Jedi Mind Tricks. CH-ExklusivShow. Gare de Lion Wil, 21:30 Uhr La Brass Banda. Alpen-Jazz-Techno. Kulturladen Konstanz, 21 Uhr Matching Ties. Blues. Haberhaus Schaffhausen, 20:30 Uhr Opening Night Nordklang Festival. Mit Surf in Stereo. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 21 Uhr Svenja Schmidt & Band. Seele mit Soul. Jazzclub Rorschach, 21 Uhr Tone. Zwischen CocoRosie und Björk. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Trotz alledem. Politische Lieder aus drei Jahrhunderten. La Buena Onda St.Gallen, 20 Uhr Vlada. Soul. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 18 Uhr

C LU BBIN G / PA RT Y Carnevale speciale. Schnitzelbank und schräge Blasmusik. Kulturcinema Arbon, 20:30 Uhr DJs Snes und Rumble. Drum’n’Bass. Cuphub-Café Arbon, 21 Uhr Nordklang Nachtbar. Mit DJ Badrockar. Palace St.Gallen, 22 Uhr Talk a walk on the b-side. Elektro. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Tiefschwarz. Deep House. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

T HEAT ER Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf gegen das Kapital. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Die Odyssee. Gastspiel für Erwachsene des Puppentheaters Roosaroos. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr

FILM Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 19 Uhr

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Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr Lila, Lila. Die Verfimung von Martin Suters Bestseller. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr T HEAT E R Begräbnis eines Schirmflickers. Produktion des Theater Karussells. TaK Schaan, 20 Uhr Così fan tutte. Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die Herzogin von Chicago. Stück von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 19:30 Uhr Die Odyssee. Gastspiel für Erwachsene des Puppentheaters Roosaroos. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Gabriel Vetter & Renato Kaiser. Solo im Duo. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Junges Theater Winterthur. «19». Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Romeo und Julia. Koproduktion mit Shakespeare und Partner und dem Altonaer Theater Hamburg. Tonhalle Wil, 20 Uhr KA B AR E T T Basler Schnitzelbängg. Das Original. Casinotheater Winterthur, 19 Uhr Christoph Sieber. «Das gönn ich Euch». Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr Jens Nielsen. «Die Uhr im Bauch». Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Peter Spielbauer. «Das Flatte Blatt». Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr Schwein, Weib und Gesang. Virtuoses Figurentheater. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Stefanie Koch. «Unter Frauen». K9 Konstanz, 20 Uhr KU N S T / AUS S T E L L UN G E N Patrick Graf/Susan Philipsz. Vernissage. Kunst Halle St.Gallen, 18 Uhr


19.–21.02. KALENDER

Schlafes Bruder Furrer und Kovacevic in Bazenheid und St.Gallen

Trotz alledem – Politische Lieder

Fässler, Meier & Surber in «Johannes Elias Alder – Das Wunder seines La Buena Onda Hörens» heisst das neue Projekt von «Mammutjäger» Erich Furrer. Er hat eine Kurzfassung von Robert Schneiders «Schlafes Bruder» erarbeitet, wobei das Augenmerk auf die Lebens- und Liebesgeschichte des musikalischen Genies Johannes Elias Alder gerichtet ist. Erich Furrer ist es auch, der diese szenische Lesung bestreitet. Der Akkordeonist Goran Kovacevic, sonst meist mit dem The Dusa Orchestra anzutreffen, wird die Klang- und Tonwelten der Geschichte hör- und fühlbar machen. Mittwoch, 17. Februar, 20 Uhr, evangelisches Kirchgemeindehaus Bazenheid. Donnerstag, 25., Freitag, 26., Samstag, 27. Februar, 20 Uhr, Keller der Rose St.Gallen. Mehr Infos: www.netzwerkbuehne.ch

LI T ER AT UR Franz Dähler. Liest aus: «Der Indozeller». Restaurant Harmonie Schwellbrunn, 20:30 Uhr

SA

20.02.

KONZERT Box. Beat und Jazz. Kaff Frauenfeld, 21 Uhr Gare du Nord . Songs von Leonard Cohen, Radiohead, Nirvana, Foreigner und Police. Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr Boban i Marko Markovic Orkestar. Die Balkanbrasslegende. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Honkey Finger. Blues durch den Fleischwolf. Mariaberg Rorschach, 21:30 Uhr Limehouse Jazzband. New Orleans-Sound aus der Zeit von 1920 bis 1932. Casino Herisau, 20 Uhr Marco Zappa. Mit neuem Programm. Alte Turnhalle Engelburg, 20:15 Uhr Michael Neff with Strings. Pianist Markus Bischof, Violinist Tobias Preisig und Michael Neff. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 20 Uhr Nordklang Festival. Leuchtender Nordenpop. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Nordklang Festival. Leuchtender Nordenpo. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Nordklang Festival. Leuchtender Nordenpop. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr R.A.T. Singer-Songwriter-Duo. Cuphub-Café Arbon, 21 Uhr Ritschi & Band. Der Sänger und Texter von Plüsch. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Rock-am-Weier-Contest. Die Newcomer. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Wurzel5. Rap. Salzhaus Winterthur, 20:30 Uhr

SAITEN 02.10

Schuld ist der Spanische Bürgerkrieg. Weil der Brigadist Werner Näf aus Urnäsch 1944 die ganze Ausserrhoder SP als «Arbeiterund Bauernpartei» in die PdA geführt hatte, musste die SP Heiden 1949 neu gegründet werden. Zu ihrem sechzigsten Geburtstag lud sie den Polit-Aktivisten und Historiker Hans Fässler ein, «ein paar politische Lieder zu singen». Zusammen mit Jürg Surber (Bass) und Werner Meier (Geige) testet er seither aus, ob man heute noch «Brüder zur Sonne zur Freiheit», «Bet und arbeit ruft die Welt» und «Venceremos» öffentlich singen kann. Freitag, 19. Februar, 20 Uhr, La Buena Onda St.Gallen.

CLUBBING/PARTY Chamäleon. Disco ab dreissig. K9 Konstanz, 21 Uhr Disco Rösslisaal. Funk, Gypsie, Reggae, World. Restaurant Rössli Trogen, 20 Uhr Guggenkonzert. Hochburg der Winterthurer Fasnacht. Casinotheater Winterthur, 20:30 Uhr Schottenabend. Mit Rock, Witz und Whisky. Viertel Trogen, 19 Uhr Schwoof im Lagerhaus. DJs Flyer und DJammy. Lagerhaus St.Gallen, 21 Uhr Soulpower. DJs Sanfilippo und Wempe aus dem Helsinki. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Urban Vibez. Drifter & Mortensen und Mistah Direct. Kugl St.Gallen, 22 Uhr USL – Geburtstagsparty. Die Macher legen auf. USL Amriswil, 21 Uhr FILM Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino!. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Welcome. Der kurdische Flüchtling Bilal ist beinahe an seinem ersehnten Ziel angelangt: England. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Zweiohrküken. Fortsetzung von «Kleinohrhasen». Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr THEATER Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf gegen das Kapital. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

Atmosphärisch singende Sägen

Groovende Sphären

Nordklang-Festival St.Gallen

Das Projekt vereint drei ehemalige Förderpreisträger der ausserrhodischen Kulturstiftung unter einem Dach: Pianist Markus Bischof, Violinist Tobias Preisig und Michael Neff an der Trompete. Während seines Studienaufenthalts in Wien begann Neff für Jazzbands und klassische Streichquartette zu komponieren. Entstanden ist eine Musik, die scheinbare Gegensätze vereint. Sphärische Streicherpassagen kontrastieren mit erdig groovenden Improvisationsparts. Sängerin Marie Malous warme Stimme sorgt für zusätzliche Farbtupfer.

Michael Neff with Strings

Originell fesselnde Klangwelten warten auf den Besucher des diesjährigen NordklangFestivals. Eine der sechs Dänischen Bands, die das Festival dominieren, ist das Musikerkollektiv Under Byen (Bild) mit ihrem epischen First-Class-Electronica-Kammermusik-Pop und den wie in Trance geflüsterten Textzeilen der Sängerin Henriette Sennvaldt. Aber auch Acts aus Island, Norwegen und den Färöern bezirzen zusammen mit Bands wie Magenta Skycode aus Finnland und Tilde aus Schweden Ohren und Beine der Freunde nordischer Klänge. Samstag, 20. Februar, Palace, Grabenhalle, Restaurant National, Kellerbühne, Pfalzkeller St.Gallen. Mehr Infos: www.nordklang.ch

Samstag, 20. Februar, 20 Uhr, Schloss Wartegg Rorschacherberg. Sonntag, 21. Februar, 18 Uhr, Lindensaal Teufen. Mehr Infos: www.michael-neff.ch

Die Herzogin von Chicago. Stück von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 19:30 Uhr Die Odyssee. Gastspiel für Erwachsene des Puppentheaters Roosaroos. FigurenTheater St.Gallen, 20 Uhr Katja Baumann. «Rosen für Herrn Grimm». Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Lucia di Lammermoor. Oper in zwei Akten von Gaetano Donizetti. Festspielhaus Bregenz, 19:30 Uhr Impronauten vs. L.U.S.T. Theatersport. Schulhaus Bruggfeld Bischofszell, 20:15 Uhr

Silber, Türkis und Koralle. Schmuck aus Indiens Tibet. Historisches Museum St.Gallen, 14 Uhr Puppentheater Marottino. «Der Löwe und die Maus». Eisenwerk Frauenfeld, 15 Uhr

KA B A R ET T Christoph Sieber. «Das gönn ich Euch». Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr Jess Jochimsen und Sascha Bendiks. Zwerchfellerschütternde Geschichten. ZiK Arbon, 20 Uhr Thomas C.Breuer. Reiseland Schweiz. Gasthaus Rössli Mogelsberg, 20:15 Uhr

KO N ZERT 2. Orgelkonzert. Mit Markus Epp. Münster Allerheiligen Schaffhausen, 17 Uhr Franz Schubert – Winterreise. Nach Texten von Wilhelm Müller. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 17 Uhr Trio Fontane. Kammermusik von Haydn, Suk und Smetana. Ev. Kirche Rehetobel, 17 Uhr Michael Neff with Strings. Pianist Markus Bischof, Violinist Tobias Preisig und Michael Neff an der Trompete. Lindensaal Teufen, 18 Uhr

KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Albert Oehlen. Führung. Museum am Dorfplatz Gais, 18 Uhr Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 14 Uhr Raben – Schlaue Biester mit schlechtem Ruf. Vernissage. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 16:30 Uhr René Dünki. Vernissage. Schloss Dottenwil Wittenbach, 17 Uhr LIT ER AT U R Stefanie Koch. «Unter Frauen, alles nur Statistik». Haberhaus Schaffhausen, 20:30 Uhr KIN D ER Die Puppe Mirabell. Nach Astrid Lindgren. Spielboden Dornbirn, 15 Uhr Freunde. Von Tobias Ryser, ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr

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D IV ER S ES Special Night – offene Bühne. Mit Glarisegger Künstler. Schloss Glarisegg Steckborn, 20:15 Uhr

SO

21.02.

C LU BBIN G / PA RT Y Maskenball. In der Fasnachtshochburg. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr FILM Alvin and the Chipmunks 2. Ab 6 Jahren. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Guantanamera. Von Fidel Castro mit dem Prädikat «konterrevolutionär» bedacht und vom Verleih als kubanische Antwort auf «Four Weddings and a Funeral» gepriesen. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Lila, Lila. Die Verfimung von Martin Suters Bestseller. Kino Rosental Heiden, 19 Uhr

Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 20 Uhr The Queen and I. Die Frau des Shahs. Kinok St.Gallen, 11 Uhr WinneToons – Die Legende vom Schatz im Silbersee. Spannendes Trickfilmabenteuer für die kleinen Kinofans. Kinok St.Gallen, 15 Uhr T HEAT E R Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Begräbnis eines Schirmflickers. Produktion des Theater Karussells. TaK Schaan, 17 Uhr Die Herzogin von Chicago. Stück von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 15:30 Uhr Junges Theater Winterthur. «19». Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Shoot the Moon. Szenischer Liederabend mit Songs von Tom Waits. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Unser Häuptling. Konfrontation mit innerer Leere. Theater am Kornmarkt Bregenz, 11 Uhr KU N S T / AUS S T E L L UN G E N «Olaf Nicolai. Mirador» und «Konstellation 2». Führung. Kunstmuseum Thurgau Warth, 15 Uhr Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr Kunststück/Frühstück. Frühstück und Kunsttalk. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 11 Uhr Textilien. Führung. Mit Ursula Karbacher. Textilmuseum St.Gallen, 11 Uhr Press Art. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 11 Uhr Zurück ins Licht. Multivision und Führung in «Indiens Tibet – Tibets Indien». Historisches Museum St.Gallen, 11 Uhr


KALENDER 21.–24.02. L I TER AT UR Stefanie Koch. «Rache ist weiblich». Haberhaus Schaffhausen, 11 Uhr VORT RAG Peter Tollens. Künstlergespräch im Rahmen der Ausstellung «Konkrete Idole». Museum Liner Appenzell, 11 Uhr Zeit für Kunst. Mit Lawrence Weiner. Hallen für Neue Kunst Schaffhausen, 11:30 Uhr KI N DER Freunde. Von Tobias Ryser, ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Von Elefanten, Wölfen und Bibern. Tiergeschichten. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 10:30 Uhr

MO

22.02.

KON ZERT Blue Exercise. Jazz. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr Jan Fischer Bluesband. Acoustic Blues und Boogie. Hotel Walhalla St.Gallen, 19:30 Uhr Jazzcafé. A live tribute to Be-, Hard- and Spacebop. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr Literarisch-musikalische Matinée. Mit Jean-Pierre Jenny und Manfred Koch. Kunstschule Liechtenstein Nendeln, 19:30 Uhr

FILM Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 20 Uhr El Aura. Düsterer, atmosphärischer Thriller der Extraklasse von Fabian Bielinsky. Kino Rex St.Gallen, 20 Uhr

The Funky Afro Cuban Night. Präsentert von Koni Beerle & Melting Pot. Cultbar St.Gallen, 19 Uhr

THEATER Der Verdacht. Von Dürrenmatt. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Ein Schaf fürs Leben. Mit dem Theater Fleisch und Pappe. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 10:15/14:15 Uhr Junges Theater Winterthur. «19». Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr

FILM La última cena. Ein Zuckerrohrplantagenbesitzer versammelt zwölf Sklaven im Herrenhaus, um das Abendmahl zu feiern. Er verspricht ihnen, am Karfreitag nicht arbeiten zu müssen. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

KINDER Ein Schaf fürs Leben. Mit dem Theater Fleisch und Pappe. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 10:15/14:15 Uhr

DI

23.02.

KONZERT Dä Ziischtig. Mit Box. Kugl St.Gallen, 21 Uhr Guitar Night. Der 1971 geborene Aniello Desiderio gilt manchem Verehrer als Jahrhundert-Gitarrist. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Malcom Greens Sing-Bar. Student-Concerts. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr

C LU BBIN G / PA RT Y Disaster.bar. Jeden Dienstag anders. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

T HEAT ER Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Der Verdacht. Von Dürrenmatt. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr KU N S T / AU S S T ELLU N G EN KUB & Kaffee. Führung. Kunsthaus Bregenz, 15 Uhr Kunstcafé: Press Art. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 14:30 Uhr Seh-Wechsel. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr Ulrike Stubenböck. Führung. Kunstraum Engländerbau Vaduz, 18 Uhr LIT ER AT U R Ödön von Horvath. «Fräulein Pollinger und ihre Schwestern». Leseabend. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

VO RT R AG Robinson und seine Inseln. Ein Gespräch mit Peter Bosshard. Kunstmuseum Thurgau Warth, 19 Uhr Vortrag von KD Wolff. Von der Studentenrevolte zur Frankfurter Hölderlin-Ausgabe. Kunstschule Liechtenstein Nendeln, 19:30 Uhr KIN D ER Ein Schaf fürs Leben. Mit dem Theater Fleisch und Pappe. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 10:15/14:15 Uhr

MI

24.02.

KO N ZERT Botanica. New Yorker Rock. Albani Music Club Winterthur, 20 Uhr Jamsession. Die Jazz-Atmosphäre überhaupt. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 20:30 Uhr Reto Suhner Quartett. Jazz. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Sabine Wiesli. Singt Lieder von Hildegard Knef, Marlene Dietrich, Edith Piaf, Jaques Brel und Barbara. B-Post St.Gallen, 20 Uhr C LU BBIN G / PA RT Y Salsa – Night. Erst Kurs dann Party. K9 Konstanz, 18 Uhr

FILM Departures. Gewinner AuslandOscar 2009. Eine grandiose Meditation über Leben und Sterben. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Verschwörung im BerlinExpress. Mischung aus HitchcockThriller, Film noir und Slapstick. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr T HEAT E R Begräbnis eines Schirmflickers. Produktion des Theater Karussells. TaK Schaan, 20 Uhr Die Herzogin von Chicago. Stück von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 19:30 Uhr Die Macht der Gewohnheit. Komödie von Thomas Bernhard. Theater St.Gallen, 20 Uhr KA B AR E T T Sebastian Krämer/Marco Tschirpke. Entertainment und Lapsuslieder. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Simon Enzler. Mit neuem Programm. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr M U S IC AL Elisabeth – Das Musical. Die wahre Geschichte der Sissi. Festspielhaus Bregenz, 20 Uhr KU N S T / AUS S T E L L UN G E N Gottesbilder in der Kunst. Führung mit Fridolin Trüb und Walter Frei. Kunstmuseum St.Gallen, 14 Uhr Press Art. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr

Reklame

Kunstmuseum St. Gallen / Museumstrasse 32 / CH-9000 St. Gallen Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr / Mittwoch 10 bis 20 Uhr / www.kunstmuseumsg.ch

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SAITEN 02.10


24.–27.02. KALENDER LI T ER AT UR Geschichten am Seerosenteich. Lesung mit Regine Weingart und Arnim Halter, Béatrice Rogger an der Querflöte. Botanischer Garten St.Gallen, 20 Uhr VORT RAG Informationsabend. Welche Pädagogik für mein Kind? Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 19:30 Uhr KI NDER Bauer Beck fährt weg. Von Alexandra Schubiger-Akeret, ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Die Reise zum Mandala. Ab 6 Jahren. Historisches Museum St.Gallen, 14 Uhr Lili Plume oder das Glück sitzt im Fundbüro. Mit dem Figurentheater Lupine. fabriggli Buchs, 16 Uhr

DO

25.02.

KON ZERT A State of Mind. Support: DJ Itchy. Krempel Buchs, 20:30 Uhr Attila Vural. «Nicht ohne Gitarre». Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Duo Marcello und Georg. Ein Abend voller Überraschungen. . Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr Eva Quartet. Global Sounds. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Jamsession. Jede/r darf. Gare de Lion Wil, 20 Uhr Herr Mäders Thomaten und Beeren Eintopf. Sufo-Benefiz. Mariaberg Rorschach, 21 Uhr Pétur Ben. Island-Rock. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr CLUBBI N G/PARTY Freestyle-Bar. Open Mic. Flon St.Gallen, 19 Uhr Le Schwu. Schwul-lesbischer Anlass. Kugl St.Gallen, 20 Uhr The Beatles vs. The Rolling Stones. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr FI LM 14. Lichtspieltage Winterthur. Das etwas andere und unabhängige Filmfestival. Gaswerk Winterthur, 20 Uhr Amerrika. Eine Palästinenserin und ihr Sohn ziehen in die amerikanische Provinz. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino!. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr THEATER Compagnie Hertzblut. «Indien». Tragikomödie von Alfred Dorfer und Josef Hader. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Compagnie Buffpapier. Le Petit Cabaret Grotesque. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr St.Gallen – Die Seifenoper V. Immer wieder Premiere. Palace St.Gallen, 20:15 Uhr KAB ARET T Simon Enzler. Mit neuem Programm. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr

SAITEN 02.10

MUSIC AL Der Mann von La Mancha. Musical von Mitch Leigh. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Elisabeth – Das Musical. Die wahre Geschichte der Sissi. Festspielhaus Bregenz, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Gotthard Graubner. Führung. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 18 Uhr LITERATUR Adolf Muschg. Zeit für Utopien? Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr Buchvorstellung. Von Salomon Sulzer bis «Bauer & Schwarz». Jüdische Vorreiter der Moderne in Tirol und Vorarlberg. Jüdisches Museum Hohenems, 19:30 Uhr Geschichten am Seerosenteich. Lesung mit Regine Weingart und Arnim Halter, Béatrice Rogger an der Querflöte. Botanischer Garten St.Gallen, 20 Uhr Künstlergespräch mit Not Vital. Leitung: Dr.Katharina Ammann. Kunstschule Liechtenstein Nendeln, 19:30 Uhr Szenische Lesung. Mit Erich Furrer und Goran Kovacevic. Keller der Rose St.Gallen, 20 Uhr VORTRAG Lehrgang HF Bildende Kunst. Informationsveranstaltung. Die Schule für Gestaltung stellt den neuen Lehrgang vor. Kunst Halle St.Gallen, 19 Uhr

FR

26.02.

KONZERT Super8. «Glanz und Kloria». Hotel Linde Heiden, 20:15 Uhr Dr. Will & TheWizards. Woodoo-New-Orleans-Bluesmix. Bogenkeller Rotfarb Bühler, 20:30 Uhr Dschané. Geschichten der Roma. Haberhaus Schaffhausen, 20:30 Uhr Katzenjammer. Folk/Country/ Balkan/Zigeuner/Klapper-RockPop. Kulturladen Konstanz, 21 Uhr Lenzin Promenade. SpecialGuest: die Scatt-Jodlerin Karin Streule. Pfalzkeller St.Gallen, 20 Uhr GZA/Genius feat. Killah Priest. Rap. Kugl St.Gallen, 22 Uhr Lovebugs. Best-of-Programm. Casino Herisau, 20:30 Uhr Irmie Vesselsky. Singer-Songwriterin. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr CLUBBING/PARTY Houseklub. Einer der Kleinsten. Kaff Frauenfeld, 21:30 Uhr Jive The Night. Von Rumba bis Walze. K9 Konstanz, 21 Uhr Off-Beat-Bar. Jamaikanische Rootsmusik dazu jamaikanisches Essen. Rab-Bar Trogen, 18 Uhr Rock the Vote. Für ein besseres Winterthur. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Tanzbar. Tanzen, ein Schwatz und ein Cocktail in der Hand. fabriggli Buchs, 20:30 Uhr FILM 14. Lichtspieltage Winterthur. Das etwas andere und unabhängige Filmfestival. Gaswerk Winterthur, 20 Uhr

8 ½ Federico Fellini. Essen und Film. Kulturcinema Arbon, 19:30 Uhr Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Lila, Lila. Die Verfimung von Martin Suters Bestseller. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Mary and Max. Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Verschwörung im BerlinExpress. Mischung aus HitchcockThriller, Film noir und Slapstick. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr T HEAT ER Ubu. Von Alfred Jarry. Theater Kanton Zürich Winterthur, 20 Uhr Bettina Castaño & Alder Buebe. Flamencotanz und Appenzeller Streichmusik. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr Compagnie Hertzblut. «Indien». Tragikomödie von Alfred Dorfer und Josef Hader. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Die Herzogin von Chicago. Stück von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 19:30 Uhr Compagnie Buffpapier. Le Petit Cabaret Grotesque. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Das Missverständnis. Von Albert Camus. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Unser Häuptling. Konfrontion mit der inneren Leere. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr KA B A R ET T Rosas rollender Bügelblitz. Vier Frauen bügeln alles flach. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Sebastian Krämer/Marco Tschirpke. Entertainment und Lapsuslieder. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr M U S IC A L Der Mann von La Mancha. Musical von Mitch Leigh. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Elisabeth – Das Musical. Die wahre Geschichte der Sissi. Festspielhaus Bregenz, 20 Uhr KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Art Crash. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr Norbert Wolf. Vernissage. Galerie Friebe St.Gallen, 17 Uhr Ueli Alder. Vernissage. Galerie Paul Hafner St.Gallen, 18 Uhr LIT ER AT U R Casino Slam. Fünf Minuten für jeden. Casinotheater Winterthur, 20:30 Uhr Geschichten am Seerosenteich. Lesung mit Regine Weingart und Arnim Halter, Béatrice Rogger an der Querflöte. Botanischer Garten St.Gallen, 20 Uhr Szenische Lesung. Mit Erich Furrer und Goran Kovacevic. Keller der Rose St.Gallen, 20 Uhr KIN D ER Sgaramusch. «Schiss». FassBühne Schaffhausen, 19 Uhr D IV ER S ES Wo isch Züri? Das grosse Quiz um ein Palace-Jahres-GA. Palace St.Gallen, 21 Uhr

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SA

27.02.

KO N ZERT Benefizkonzert. Mit Nevertheless, Keaden und King Kora. TaK Schaan, 20:09 Uhr Box. Beat’n’Jazz. Cuphub-Café Arbon, 21 Uhr The Raveners. Blues. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Gabriela Krapf und Band. Wie im Tante Emma Laden stöbern. Ess-Kleintheater Kul-tour Vögelinsegg Speicher, 20 Uhr Kammerflimmer Kollektief. Zwischen Jazz, Krautrock, Pop und Hölle. Palace St.Gallen, 22 Uhr Lea Lu. Pop. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Len Sander. Klavoer und Klampfe. Kaff Frauenfeld, 21:30 Uhr Maigold. Spritzige Lieder. Kellerbühne Grünfels Jona, 20:30 Uhr Marc Hype & Jim Dunloop. Elektropiano und Turntables. Buchs, 21 Uhr Michael Fitz. Tiefsinnige Lieder. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Musica Aperta. Neue Musik aus der Schweiz und Deutschland. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Phase Rot. Mundartrock. Cultbar St.Gallen, 20 Uhr Pow Pow Movement. Dancehall. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr Rap-SG-Night. Mit Topic One, B-Wild und Da Muuds. Flon St.Gallen, 21 Uhr Remo Schnyder/Sayaka Sakurai. Klangzaubereien für Saxophon und Klavier. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 20 Uhr Sofa Surfers. Hip-Hop, Dub und Breakbeats. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Stahlbergerheuss. Chlütteris mit Hintersinn. Galerie Stefan Rutishauser Frauenfeld, 21 Uhr Walts Blues Box. Blues in allen Facetten. Gambrinus Jazzclub St.Gallen, 21 Uhr C LU BBIN G / PA RT Y Chamäleon. Disco ab dreissig. K9 Konstanz, 21 Uhr DJ Miller. Tanzen, lachen, feiern. Viertel Trogen, 19 Uhr Get Wasted. Indie meets Electro. Kugl St.Gallen, 23 Uhr Simple. Gare de Lion Wil, 22 Uhr Wild Wild East. Durch den wilden Osten. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr FILM 14. Lichtspieltage Winterthur. Das etwas andere und unabhängige Filmfestival. Gaswerk Winterthur, 20 Uhr Bye bye Blue Bird. Das Roadmovie auf den Faröern erzählt mit skurrilen Details vor schöner Landschaft vom Aussöhnungsprozess zweier schriller Freundinnen mit Land und Leuten. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr Lila, Lila. Die Verfimung von Martin Suters Bestseller. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Mary and Max. Hinreissender Animationsfilm. Kinok St.Gallen, 17 Uhr

Natur- und Tierfilmfestival. Wölfe, Superfische und Gorilla-König. Naturmuseum St.Gallen, 12 Uhr Welcome. Der kurdische Flüchtling Bilal ist beinahe an seinem ersehnten Ziel angelangt: England. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr T HEAT E R Die Heilige Johanna der Schlachthöfe. Kampf dem Kapital. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Die Herzogin von Chicago. Stück von Emmerich Kàlmàn. Gemeindezentrum Dreitannen Sirnach, 19:30 Uhr Die Macht der Gewohnheit. Komödie von Thomas Bernhard. Theater St.Gallen, 20 Uhr Land ohne Worte. Eine Malerin, die in Kabul Krieg, Gewalt und Armut erlebt hat, versucht ihre Erfahrungen in Bilder umzusetzen. Kellertheater Winterthur, 20 Uhr Compagnie Buffpapier. Le Petit Cabaret Grotesque. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Mobbing. Von Annette Pehnt. Tonhalle Wil, 20 Uhr KA B AR E T T Michel Gammenthaler. Lustige Magie. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Sebastian Krämer/Marco Tschirpke. Entertainment und Lapsuslieder. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr TA N Z Pasolini. Tanzstück von Marco Santi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr M U S IC A L Elisabeth – Das Musical. Die wahre Geschichte der Sissi. Festspielhaus Bregenz, 15/20 Uhr KU N S T / AUS S T E L L UN G E N Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 14 Uhr LIT ER AT UR Das Weisse Buch des Jadefalken. Musikalische Lesung. Kulturladen Konstanz, 21 Uhr Szenische Lesung mit Musik. Mit Erich Furrer und Goran Kovacevic. Keller der Rose St.Gallen, 20 Uhr Albanisch-schweizerischer Literatur-Transfer. Lesung und Musik. Klubschule Migros St.Gallen, 18 Uhr KIN DE R Bauer Beck fährt weg. Von Alexandra Schubiger-Akeret. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Kasperle und das Abenteuer im Schnee/Kasperle und der kleine Eskimo Anawak. Spielboden Dornbirn, 15 Uhr

Sparen Sie nicht am falschen Ort! Eine Werbung im SAITEN lohnt sich! Alle Einzelheiten und die Tarife im Internet: www.saiten.ch/werbung verlag@saiten.ch oder telefonisch: +41 (0)71 222 30 66


FEBRUAR Türöffnung MO.01.

DICHTUNGSRING St. Gallen Nr. 44 St. Gallens erste Lesebühne mit P. Armbruster, E. Hasler und DIR!

20.00 Uhr

MI.03.

BRUCHTEIL präsentiert das BULLAUGENKONZERT NR. 4 mit AD HOC (Winterthur) & OLDSEED (CAN) Akustisch / Folk / Pop

20.00 Uhr

DO.04.

BRUCHTEIL präsentiert Ein kleines Konzert # 84 mit JOHN DOE TALE (Fribourg) John Doe Tale steht für melancholische Melodien, minutenlange Steigerungen, dynamische Rhythmen und epische Höhenflüge.

20.00 Uhr

FR.05.

POETRY SLAM ST. GALLEN Der erste attraktive Slam-Event mit folgenden PoetInnen: Felix Römer (Berlin) / Moritz Kienemann (München) / Sam Hofacher (Bern) / Markus Köhle (Wien) / Remo Rickenbacher (Thun) / Temye Tesfu (Marburg) u.v.m. Afterparty by Freshcuts.ch mit DJ P-Beat und DJ Locco Marocco

20.30 Uhr

SA.06.

BRUCHTEIL präsentiert die Konzerte mit 20.30 Uhr HOWE GELB (USA) support MARTA COLLICA (ITA - Hugo Race, John Parish) Howe Gelb fängt gern von vorn an, wobei er gern auf Pausen verzichtet. Die «graue Eminenz des US-amerikanischen Gitarrenundergrounds» ist Mitglied der Giant Sand und veröffentlicht in regelmässigen Abständen einzigartige Soloalben, auf denen er zusammen mit KünstlerInnen wie Lisa Germano, PJ Harvey, Kurt Wagner (Lambchop) oder auch Chan Marshall (Cat Power) arbeitet.

MI.10.

DV 1879 präsentiert STADION TRIFFT STADT 19.30 Uhr mit dem Film «Espenblock 2009» Von der ersten Hälfte des Jahres 2009 existiert ein Video, das die allseits guten Erinnerungen an die NLB-Saison aufleben lassen soll. Gezeigt werden Heim- und Auswärtsspiele, immer mit dem Fokus auf die Fans. Da es dieses Video nicht im Handel gibt, lohnt sich ein Besuch doppelt!

DO.11.

HALLENBEIZ PingPong und Sounds mit «Die Dummheit und das All»

FR.12.

BALKAN BEATZ präsentiert das Konzert mit der 21.00 Uhr EXTREM BOSNIAN BLUES BAND Die Band spielt Sevdah-Musik. Sevdah, die türkische Bezeichnung für Liebe… wird in Bosnien aber vielmehr als Gefühle innerhalb eines einzelnen verstanden. Fünf Männer lassen das Grundgefühl leben, indem sie die Interpretation jahrhunderte alter Lieder neu aufleben lassen. Afterparty mit DJ TSIGARAVANO und DJ SUNNY ICECREAM

SA.13.

Plattentaufe und Konzert mit 20.00 Uhr THOMATEN UND BEEREN Das Rumpelkammerpopduo tauft seinen Erstling. Grosse Sause mit keinen Visuals und verladenen Gästen. Auch noch mit dabei sind: SILENTBASS SEBASTIAN BILL DJ MÄDER

MI.17.

BRUCHTEIL präsentiert die Konzerte mit 20.00 Uhr THE BLACK BOX REVELATION (BEL) AIR WAVES (USA) und support Das Duo Infernale rauscht mit ihrem zweiten Album mit Vollgas ins Garagenrockwunderland. Mal dunkel psychedelisch, mal kreischend bluesig, gipfelnd im Neun-Minuten-Kracher «Here Comes The Kick», mit dem das Duo zeigt, dass auch das Songwriting einen weiten Satz gemacht hat. Air Waves spielen Folk und Acoustic Punk.

DO.18.

BRUCHTEIL präsentiert 20.00 Uhr Ein kleines Konzert # 85 mit BOX (CH) Nu Jazz / Drum’n’Bass / Ambient Besoffene Ritter, ein windiger Hydrant, hie und da ein Gewitter, ein unermüdlicher Morgen, alles zusammengefasst in einem Bruch.

FR.19.

Konzert mit 19.45 Uhr VLADA (CH) Funk For Your Soul - eine aufregende Stimme, die so trieft vor Soul und Spirit, dass sie alle Fans schwarzer Musik aufhorchen lässt. Soul, Funk und Rock von mitreissender Kraft mit hochkarätigen Musikern.

SA.20.

NORDKLANG Festival 2010 Infos folgen auf www.grabenhalle.ch

DO.25. FR.26. SA.27.

Compagnie Buffpapier präsentiert ihr neues Stück 20.00 Uhr «LE PETIT CABARET GROTESQUE» Das Programm schliesst an die Tradition der Revue an und zeigt Figuren, wie sie an Skurrilität kaum zu überbieten sind. Sie sind die Antwort auf das moderne Showbiz mit seiner Rastlosigkeit und seiner Schnelllebigkeit. Hier wird von Anfang an klar: Diesem Trio ist ihre Liebe zum Detail und zueinander wichtiger als alle grossen Gesten der Effekthascherei.

SO.28.

BRUCHTEIL präsentiert die Konzerte mit 20.00 Uhr BOTANICA (USA) support Nikko Weidemann (D) Botanica verschachteln in ihrer Musik Elemente aus Folk, Rock, Gypsy und punkigem Cabarett auf betörende und zum Teil experimentelle Weise. Inhaltlich wird eine mysteriöse Welt aus allen möglichen Riten und dunklen Geheimnissen der Menschheitsgeschichte geschaffen.

20.30 Uhr


27.–28.02. KALENDER

Der Schweizerfahrer

Wo isch Züri?

Zwei Brüder unterwegs

Thomas C. Breuer im Rössli Mogelsberg

Quizshow im Palace

Enrico und Peter Lenzin im Pfalzkeller

Die entscheidende und beliebteste Frage der Ostrandzone stellt sich zum dritten Mal am grossen Pisa-Fest. Wieder warten steile Fragewand und lustige Bilderrätsel zum Weltgeschehen auf Wagemutige und Wissbegierige, die um Abermillionen Punkte und final um das Palace-Generaljahresabo kämpfen – und um die berühmt-berüchtigten Trostpreise. Dieses Jahr mit den DJs Wolfman und Mean Sheep (das Schaf gestaltet auch den Pokal) danach und einer neuen Quizkapelle mittendrin: Silvan Lassauer and his General Midi Orchestra!

Enrico Lenzin (Hang, Alphorn) und Peter Lenzin (Saxophon) taufen ihre erste gemeinsame CD. Zu hören ist Musik, die mitnimmt, beflügelt und inspiriert. Sie lebt vor allem durch die individuelle Spielweise des Hang. Das Hang ist als Frucht aus der Beschäftigung mit verschiedenen Instrumenten aus aller Welt (Steeldrum, Gong, Udu, Gatham) entstanden. Kombiniert mit kraftvollem Saxophonspiel entsteht entspannte Musik, die sich von keiner Stilrichtung einschränken lässt. Als Special Guest ist die Scat-Jodlerin Karin Streule aus Appenzell dabei.

Freitag, 26. Februar, 21 Uhr, Palace St.Gallen. Mehr Infos: www.palace.sg

Freitag, 26. Februar, 20 Uhr, Pfalzkeller St.Gallen. Mehr Infos: www.peterlenzin.com

Seit einem Jahrzehnt Besitzer eines Halbtaxabos, hat der Schriftsteller und Kabarettist Thomas C. Breuer die Schweiz gründlich bereist, von Schaffhausen bis Chiasso, von Sommeri bis Schönbühl-Urtenen. In seinem neuen Programm «Schweizerfahrer» beschäftigt er sich mit ungewöhnlichen Fortbewegungsmitteln, den Luftnummern helvetischer Airlines, der Verwandlung ehrwürdiger Bahnhöfe in Rail Citys, aktuellen Drogen wie Hanf, Bärlauch oder Starbucks Coffee und Schweizer Spezialitäten wie zum Beispiel fälschungssicherem Emmentaler. Samstag, 20. Februar, 20.15 Uhr, Gasthaus Rössli Mogelsberg. Mehr Infos: www.kultur-mogelsberg.ch

Schellen-Ursli. Nach Selina Chönz und Alois Carigiet. Casinotheater Winterthur, 14 Uhr Sgaramusch. «Schiss». FassBühne Schaffhausen, 19 Uhr

SO

28.02.

KONZERT 4. Ittinger Sonntagskonzert. Mit dem Oboist Ramón Ortega Quero. Kartause Ittingen Warth, 11:30 Uhr Antonio Malinconico e amici. CD-Taufe. Kellerbühne St.Gallen, 17 Uhr Bettina Castano und Kapelle Alder Buebe. Appenzell trifft Flamenco. ZiK Arbon, 17 Uhr Botanica. Support: Nikko Weidemann. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Hornroh. Modernes Alphorn. Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 17 Uhr Streichquartett. Mozart, Schubert, Smetana. Evangelische Kirche Urnäsch, 18:30 Uhr Vorfrühling. Das Fokus Vokalensemble mit dem primavera Streichquartett. Grosser Rittersaal, Schloss Rapperswil, 18 Uhr F I LM Alvin and the Chipmunks 2. Ab 6 Jahren. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Fish Tank. Mia ist fünfzehn und lebt mit Mutter und Schwester in einem englischen Provinznest. Ein glühendes Stück Kino. Kinok St.Gallen, 20 Uhr Guber – Arbeit im Stein. Der Guber ist der letzte Steinbruch nördlich der Alpen, in dem Pflastersteine hergestellt werden. Hans-Ulrich Schlumpfs eindrückliches Porträt des Steinbruches und der ArbeiterInnen. Kinok St.Gallen, 11 Uhr

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La última cena. Ein Zuckerrohrplantagenbesitzer versammelt zwölf Sklaven im Herrenhaus, um das Abendmahl zu feiern. Er verspricht den Sklaven, am Karfreitag nicht arbeiten zu müssen, doch der Aufseher hat andere Anordnungen. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Natur- und Tierfilmfestival. Wölfe, Superfische und Gorilla-König. Naturmuseum St.Gallen, 10:45 Uhr Welcome. Der kurdische Flüchtling Bilal ist beinahe an seinem ersehnten Ziel angelangt: England. Kino Rosental Heiden, 19 Uhr THEATER Ubu. Von Alfred Jarry. Theater Kanton Zürich Winterthur, 20 Uhr Alzira. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Begräbnis eines Schirmflickers. Produktion des Theater Karussells. TaK Schaan, 20 Uhr Die lustigen Nibelungen. Produktion des Opernstudios der Oper Zürich. TaK Schaan, 19:30 Uhr Land ohne Worte. Eine Malerin, die in Kabul Krieg, Gewalt und Armut erlebt hat, versucht ihre Erfahrungen in Bilder umzusetzen. Kellertheater Winterthur, 17:30 Uhr Shoot the Moon. Szenischer Liederabend mit Songs von Tom Waits. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Theater findet zwischen Worten statt. 2 Einakter. Eisenwerk Frauenfeld, 17 Uhr Unser Häuptling. Konfrontiert mit der inneren Leere. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr TANZ Bewegung in Zeit und Raum. Eurythmie mit Carina Schmid und Benedikt Zweifel. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 17 Uhr MUSIC AL Elisabeth – Das Musical. Die wahre Geschichte der Sissi. Festspielhaus Bregenz, 14:30/19 Uhr

KU N S T / AU S S T ELLU N G EN Candice Breitz. Führung. Kunsthaus Bregenz, 16 Uhr Candice Breitz. Familienführung. Kunsthaus Bregenz, 14 Uhr Das Leben der Mönche. Führung. Kartause Ittingen Warth, 15 Uhr Léopold Rabus. Vernissage. Museum Allerheiligen Schaffhausen, 11:30 Uhr Marianne Breslauer. Führung. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 11:30 Uhr Raben – Schlaue Biester mit schlechtem Ruf. Führung. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 10:30 Uhr Surrealismus. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11:30 Uhr Theatertour: Heinrich Harrer. Eine Reise durch Indiens Tibet von und mit dem Schauspieler Nikolaus Benda. Historisches Museum St.Gallen, 11 Uhr LIT ER AT U R Lied am Sonntag. Don Quijote – Lesung mit Musik. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr KIN D ER Bauer Beck fährt weg. Stück von Alexandra Schubiger-Akeret für Kinder ab vier Jahren. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Das Schloss auf dem Meeresgrund. Nach einem Volksmärchen aus Japan. Puppentheater Marottino Arbon, 11 Uhr Die Zauberflöte für Kinder. Oper von Wolfgang Amadeus Mozart, aufgeführt vom Opernhaus Zürich. TaK Schaan, 11 Uhr Jörg Bohn. «Bruno der Sandkastenmann». Theaterstück für Kinder ab 4 Jahren. Chössi-Theater Lichtensteig, 17 Uhr Lorenz Pauli. Mit Mimik, mit Grimassen, mit Worten. Salzhaus Winterthur, 14 Uhr Sgaramusch. «Schiss». FassBühne Schaffhausen, 11 Uhr

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Aus der Romantik nach Russland Sakurai & Schnyder im Schloss Wartegg Remo Schnyder (Saxophon) und Sayaka Sakurai (Klavier) spielen Kammermusik als Duo und auch solistisch. Die zwei jungen Musiker haben bereits an vielen Wettbewerben überzeugt. Sakurai studierte bei Rudolf Buchbinder, Schnyder erhielt den Förderpreis für Kammermusik des M-Kulturprozentes. Das Programm baut ausgehend von den satten Farbtönen der Romantik (Schumann und Brahms) eine Brücke über den Anbruch der Moderne, mit dem typisch französischen Esprit von Debussy und Darius Milhaud, und mit Denissows lyrisch-spannungsreichem Werk bis nach Russland. Samstag, 27. Februar, 20 Uhr, Schloss Wartegg Rorschacherberg. Mehr Infos: www.wartegg.ch

Zottelhaube. Theater für Kinder ab 4 Jahren. K9 Konstanz, 16 Uhr WinneToons – Die Legende vom Schatz im Silbersee. Spannendes Trickfilmabenteuer für die kleinen Kinofans. Kinok St.Gallen, 15 Uhr

Kunst CoalMine. Turnerstrasse 1, Winterthur, +41 52 268 68 82, www.coalmine.ch Fabio Marco Pirovino. Er sucht nach Formen und Formprinzipien, aus denen sich wiederum neue Formen entwickeln und ableiten lassen, die fast eigentätig wuchern und mutieren. bis 31.03.2010 Fotomuseum Winterthur. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, www.fotomuseum.ch Graciela Iturbide - Augen zum Fliegen. Das Bild Mujer ángel (Engels- frau), auf dem eine Seri-Indianerin von hinten zu sehen ist, die mit einem Radiorekorder in der Hand durch die Wüste wandert, gehört zu den symbolträchtigsten Fotografien von Graciela Iturbide. Es ist streng genommen ein Dokument, wirkt aber gleichzeitig wie ein Symbol der Spannung zwischen zwei Kulturen, ein Symbol der Frage, wie die indianische innerhalb der westlichen Kultur fortbestehen kann. Graciela Iturbide stellt ihre Bilder oft in den «Schattenriss», um Dinge auszudrücken, die zwischen Ahnen und Wissen pendeln. Ihre Fotografie handelt vom subtilen und komplexen Ineinanderverfügtsein von Wirklichkeiten, von verschiedenen Realitätsebenen. Sie spricht selbst davon, dass «die Fotografie ein Vorwand sei, um etwas zu erkennen». Und wenn

sie das Wort «erkennen» ausspricht, gewinnt man den Eindruck, als handle es sich dabei eigentlich um ein Synonym für «leben». bis 15.02.2010 Karaoke - Bildformen des Zitats. FotografInnen und KünstlerInnen sind heute in ein breites Beziehungsgeflecht von künstlerischen Positionen und Bedeutungen eingebettet. Schon lange ist die primäre Erfahrung des Erlebten zu einer des bereits Gesehenen übergegangen. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass fotografische Arbeiten lustvoll in genau diesem Spannungsfeld entstehen und zelebriert werden. Die Ausstellung Karaoke Like vereint hybride Bildstrecken, Animationen und Einzelbilder zwischen eigener Schöpfung und Kommentar, zwischen Zitat und Aneignung, und spiegelt damit das starke Interesse der Bildautoren an gesellschaftlicher und künstlerischer Herkunft. Eine junge Generation von Bildermachern arbeitet dabei mit performativen und installativen, mit filmischen wie soziologischen Bezügen. Mit Blick auf Innovation und Originalität, dem eigentlichen Motor der künstlerischen Moderne, erobern sie sich damit ein neues Terrain in der Gegenwart. Mit Werken von Becky Beasley, Thomas Galler, Aneta Grzeszykowska, Thomas Julier, Anja Manfredi, Ryan McGinley, Taiyo Onorato/Nico Krebs, Clunie Reid and Oliver Sieber. bis 07.02.2010 Subversion der Bilder Surrealismus, Fotografie und Film. Die grosse Überblicksausstellung (auf beiden Strassenseiten des Areals, mit 450 Fotografien und zahlreichen Filmen) wird vom Centre Pompidou in Paris organisiert und in Zusammenarbeit mit dem Fotomuseum Winterthur und der Fundación Mapfre, Madrid, gezeigt.


AUSSTELLUNGEN Mit fotografischen und filmischen Werken von Man Ray, René Magritte, Jacques-André Boiffard, Paul Eluard, André Breton, Eli Lotar, Hans Bellmer, André Kertész, Dora Maar, Bill Brandt, Raoul Ubac, Henri Cartier-Bresson und vielen anderen mehr. 27.02. bis 23.05.2010 Fotostiftung Schweiz. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 30, www.fotostiftung.ch Christian Vogt, Today I’ve been you. Christian Vogt (geb. 1946) macht seit vierzig Jahren immer wieder mit aussergewöhnlichen Projekten auf sich aufmerksam. Neben konzeptuellen Arbeiten, in denen nicht selten Worte oder kurze Texte überraschende Bedeutungen hervorrufen, gehören die Darstellung von Zeit und Raum zu seinen zentralen Themen. bis 14.02.2010 Marianne Breslauer. «Interessiert hat mich nur die Realität, und zwar die unwichtige, die übersehene, von der grossen Masse unbeachtete Realität.» Marianne Breslauer (1909-2001) gehört zu jenen Fotografinnen, die das Bild der selbstbewussten «neuen Frau» im Berlin der zwanziger Jahre prägten. 1929 arbeitete sie u.a. im Atelier von Man Ray in Paris, anschliessend trat sie ins Fotoatelier des Berliner Ullstein Verlags ein und veröffentlichte ihre Bilder in verschiedenen Zeitschriften. Ihr sehr persönlicher Blick galt den Menschen und Details am Rande des urbanen Lebens. 27.02. bis 30.05.2010 Klubschule Migros im Hauptbahnhof. Bahnhofplatz 2, St.Gallen, +41 71 228 15 00, www.klubschule.ch Sonja Hugentobler. Gouache auf Leinwand. What is your dream - what ist your regular occupation? bis 12.03.2010 Kesselhaus Josephsohn (Sitterwerk). Sittertalstrasse 34, St.Gallen, +41 71 278 87 47, www.kesselhaus-josephsohn.ch Hans Josephsohn. Das Werk des Bildhauers spielt seit dem Ende der neunziger Jahre auf der internationalen Bühne der zeitgenössischen Kunst eine immer wichtigere Rolle. Das Kesselhaus Josephsohn zeigt in ständigem Wandel eine Auswahl von Gipsmodellen und Bronzen des Zürcher Künstlers. Daueraustellung Kunst Halle St.Gallen. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 222 10 14, www.k9000.ch Patrick Graf/Susan Philipsz. Die Kunst Halle eröffnet ihr Jubiläumsjahr mit zwei gegensätzlichen Einzelausstellungen. In seinen farbigen, wilden Malereien und Texten schafft Patrick Graf Welten voller Phantasie und (schwarzem) Humor. Er lädt uns zum Thema «Mensch zu sein» in eine raumfüllende Installation ein, in welcher man ein ganzes Leben im Zeitraffer durchschreitet. Susan Philipsz ist eine der bedeutendsten Audiokünstlerinnen der Gegenwart. Ihre Soundarbeiten sind feinfühlige, musikalische Reaktionen auf Umgebung und Umfeld und strahlen in ihrer minimalistischen Präsentation eine meditative Atmosphäre aus. 20.02. bis 02.05.2010

Kunsthalle Ziegelhütte. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, +41 71 788 18 60, www.museumliner.ch/khz Carl Walter Liner - Die Farbe Schwarz. Die Ausstellung stellt anhand von über sechzig Werken aus der Sammlung der Stiftung Liner Appenzell eines der bedeutendsten Form- und Stimmungselemente in der Kunst des jungen Liner vor: das Schwarz, das seinen Bildern, vom Aquarell bis zum Ölgemälde, eine besondere individuelle Aura verleiht, wie man sie selten in der europäischen Kunst findet. Deutlich wird dabei auch Liners materielle und formale Experimentierfreude, seine Lust am der spontanen Bildfindung durch das malerische Tun. Schwarz wird bei Liner zu einem Körper in Bewegung, zu einer lichtlosen Zone, die grellbunte Farbexplosionen in gewisser Weise im Zaum hält, zu einem chiffrenhaften Zeichen, das Archaisches anklingen lässt. Schwarz kann aber auch einfach den Grund – jene physikalische Verdichtung aller Farben – bilden, auf dem sich die «richtigen», die im Wortsinn echten Farben, die Buntfarben, erst entfalten können, ein schwarzes Beben, das alles andere, das Bunte und das Farblose erst strahlen oder leuchten lässt; als würde man mit einer Sonnenbrille eine Sonnenfinsternis betrachten. bis 07.03.2010 Kunsthaus KUB. Karl-TizianPlatz, Bregenz, +43 5574 485 94 0, www.kunsthaus-bregenz.at Candice Breitz. Die Künstlerin untersucht in ihren aufwändigen Videoinstallationen – aus vielzähligen Monitoren oft zu ganzen Bildschirmwänden arrangiert – die Massenwirksamkeit von Popkultur und fragt nach Mythos, Idol, Projektion und Identität. Im Kunsthaus zeigt sie einige ihrer bekanntesten grossen Videoinstallationen sowie neue, speziell für die Ausstellung geschaffene Werke. 06.02. bis 11.04.2010 Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis. Gallusstrasse 10, Bregenz, +43 5574 427 51, www.kuenstlerhaus-bregenz.at Personal Structures. «Personal Structures» steht für die Beobachtung, dass über viele Jahrzehnte und durch die achtziger und neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine subjetive, flexible und persönliche Weise von Einverleibung oder von Konfrontation mit bestimmten Positionen der Abstraktion in der klassischen Moderne eine vielversprechende «Richtung» für viele junge Künstler gewesen ist. Die künstlerischen Möglichkeiten innerhalb dieser Richtung sind unabsehbar. Die Zeit der ideologischen Ermittlung der Kunst, von Manifesten und von polemischen Flugschriften, scheint unwiederbringlich der Vergangenheit anzugehören. bis 21.02.2010 Kunstmuseum. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 74, www.kunstmuseumsg.ch Damien Deroubaix. In monumentalen Malereien, raumgreifenden Skulpturen und wandfüllenden Zeichnungsinstallationen inszeniert der französische Künstler Damien

Deroubaix die postmoderne Wiederauferstehung des spätmittelalterlichen Totentanzes. In seinem Schaffen trifft der makabere Reigen unverstellt und ungeschönt auf die formal verknappende Trash-Ästhetik von Undergroundcartoons, auf Versatzstücke der Death-Metal-Kultur sowie auf die allumfassende Propagandamaschinerie der Gegenwart. Sein intelligenter Rückgriff auf kunsthistorische Traditionen verbindet sich mit zeichnerischen Strategien der Gegenwart zu Bildtableaux von ungeheurer visueller Kraft. Dabei rezykliert der Künstler die vollends mediatisierten Bildwelten von heute und übersetzt die gesellschaftlichen, politischen und existentiellen Abgründe in tragikomische Schau-Stücke. Der 1972 in Lille geborene und heute in Berlin lebende Damien Deroubaix gilt als einer der aufsehenerregendsten Künstler seiner Generation in Frankreich. «Die Nacht» lautet der Titel seiner ersten umfassenden Präsentation im deutschsprachigen Raum. 13.02. bis 16.05.2010 Press Art. Das aus der Ostschweiz stammende Sammlerpaar Annette und Peter Nobel hat in über zwanzig Jahren eine eindrückliche Sammlung mit Schwerpunkt auf den gedruckten Massenmedien zusammengetragen. «Press Art», die Wechselwirkung zwischen geschriebenem Wort und bildender Kunst ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts nicht mehr aus dem künstlerischen Diskurs wegzudenken. Vorab künstlerische Bewegungen mit gesellschaftsutopischen, sozialen oder politischen Hintergründen – etwa Dadaismus oder Konstruktivismus, die Aufbruchbewegungen seit den 1990er-Jahren oder der medienreflexive Zeitgeist der 1990er-Jahre – spiegeln Sinn und Zweck der Presse und demonstrieren, wie Eindeutigkeit in Mehrdeutigkeit, wie Wahrhaftigkeit in Ironie, wie Ernsthaftigkeit ins Spielerische kippt - und vice versa. Bild und Sprache als Ordnungssysteme werden befragt, Gedrucktes wird reflektiert und als Basis für Visuelles genutzt. Dieser zeitgeschichtliche Spannungsbogen bildet sich in der Privatsammlung ab und spiegelt dabei nicht nur Kunstgeschichte, sondern liefert entscheidende Stichworte für den Umgang mit Massenmedien. bis 20.06.2010 Kunstmuseum Liechtenstein. Städtle 32, Vaduz, +41 423 235 03 00, www.kunstmuseum.li Die Sammlung Veronika und Peter Monauni. Die über Jahrzehnte zusammengetragene Sammlung spürt auf höchst originelle Weise den verborgenen Verwandtschaften zwischen gestischer und geometrisch-abstrakter Kunst seit 1950 mit Schwerpunkten in den sechziger und den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach. bis 21.02.2010 Gotthard Graubner. Mit der Ausstellung «Gotthard Graubner. Malerei» präsentiert das Kunstmuseum Liechtenstein Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, anhand derer das Werkverständnis des Künstlers in seiner Kontinuität wie auch in seinem Wandel anschaulich wird. 05.02. bis 25.04.2010

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Kunstmuseum Thurgau (Kartause Ittingen). Warth, +41 52 748 41 20, www.kunstmuseum.tg.ch Konstellation 2. Eine Kunstsammlung gewinnt erst an Leben, wenn ihre Werke gezeigt und diskutiert werden. Aus diesem Grund wird im Kunstmuseum Thurgau die Sammlung regelmässig neu präsentiert. Dabei wird ganz gezielt Bekanntes und wenig Gezeigtes zu neuen Konstellationen zusammengeführt. Unbestrittene Highlights der Sammlung wie die Bilder von Adolf Dietrich oder Helen Dahm treffen auf vergessene Werke ihrer Kollegen. Raumgreifende Neuerwerbungen wie die Blechwand von Christoph Rütimann oder das Mandala von Hendrikje Kühne und Beat Klein stellen die Möglichkeiten der aktuellen Kunst zur Diskussion. bis 30.05.2010 Olaf Nicolai. Mirador. Die Ausstellung «Olaf Nicolai. Mirador» zeigt die neuesten Arbeiten des international erfolgreichen deutschen Konzeptkünstlers Olaf Nicolai. Die Arbeit «Mirador/Selkirk» hat der Künstler eigens für das Kunstmuseum Thurgau geschaffen, wo sie erstmals gezeigt wird. Sie bildet den Kern der Ausstellung und gibt ihr den Titel. Daneben sind zwei Arbeiten aus dem Jahr 2008 zu sehen: der fiktive Dokumentarfilm «Rodakis» und die Lichtinstallation «Samani. Some Proposals to Answer Important Questions». bis 11.04.2010 Kunstraum Engländerbau. Städtle 37, Vaduz, +41 423 233 31 11, www.kunstraum.li Ulrike Stubenböck. Inuit & Indigo. Ulrike Stubenböck teilt den White Cube des Kunstraums Engländerbau in zwei Hälften. Eine steht für das Helle, das Weiss, das Licht. Wie weit kann weiss gehen – wo sind feinste Nuancen im Weiss nicht mehr auszumachen, wo verlässt ein Ton der Nichtfarbe Weiss seinen Charakter und wird zur Farbe. Diesen und ähnlichen Fragestellungen versucht die Künstlerin in der hellfarbigen Serie nachzugehen. Und mit Weiss immer einhergehend ist die Frage nach dem Schwarz, dem Dunkel. Auf der gegenüberliegenden Saalseite zeigt sich in der Serie Indigo mit ihrer Leitfarbe, dem tiefblauen Farbstoff gleichen Namens, der dunkle Bereich: «Wer das Licht sehen will wie es ist, muss zurückweichen in den Schatten.» bis 07.03.2010 Kunstraum Kreuzlingen. Bodanstrasse 7 a, Kreuzlingen, +41 71 688 58 30, www.kunstraum-kreuzlingen.ch Bettina Graf. Bettina Graf (1977 in Winterthur, lebt in Zürich) sammelt Supermarktbilder und setzt diese kleinformatigen, in Massenproduktion gefertigten Landschaftsmalereien in grosse Ölgemälde um. Sie übersteigert die als Kitsch verpönten Bilder in ihrer Umsetzung ein weiteres Mal durch exzessive Farbigkeit und durch die Pastosität des Farbauftrags. Die junge Künstlerin, die 2002 ihre Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien abgeschlossen hat, malt also nicht nach der Natur, sondern malt ein Bild eines Bildes, das sich den Anschein eines künstlerischen

Werkes zu geben scheint. Der Herstellungsprozess dieser Bilder (von mehreren Malern in einem Billiglohnland produziert) und ihre stereotypen Motive entlarven sie jedoch als kommerzielles Produkt. Kitsch – als Abbild einer illusionären Welt, in der Gefühle vorgetäuscht werden, unecht oder aus zweiter Hand sind – wird von der Künstlerin auch als Ausdruck von Sehnsüchten einer Gesellschaft verstanden. So steht hinter ihrem konzeptuellen, ironischen Spiel denn auch die Frage danach, wie ein perfektes Sehnsuchtsbild, ein ideales Landschaftsbild, auszusehen habe. Lassen sich unter Umständen sogar kunstgeschichtliche Parallelen mit Kompositionen der Landschaftsmalerei des 19. Jahrhunderts finden? bis 28.02.2010 Eva Paulitsch und Uta Weyrich. Die künstlerische Arbeit des binationalen Künstlerteams Eva Paulitsch und Uta Weyrich (Österreich/Deutschland) besteht im Zerlegen, Sortieren und Untersuchen von ganz besonderem Filmmaterial - von Handyfilmen, die sie seit vier Jahren im öffentlichen Raum sammeln und in einem Archiv chronologisch einordnen. Diese bizarre Sammlung ist die Basis ihrer künstlerischen Auseinandersetzung über Massenmedien und Trends und deren Einfluss auf sämtliche Bereiche die Gegenwartskultur. Im Tiefpaterre des Kunstraum Kreuzlingen werden sie mit einer raumgreifenden Videoinstallation einen Kosmos schaffen, der in einer Sogwirkung der digitalen Bilderfluten die Grenzen zwischen dem Selbst und der visuellen Realität verschwimmen lässt. bis 28.02.2010 Kunstverein Konstanz. Wessenbergstrasse 41, Konstanz, +49 7531 223 51, www.kunstverein-konstanz.de Schnittstelle - Jahresausstellung der Mitglieder. Das Jubiläumsjahr mit der Mitgliederausstellung «Zeitzeichen» ist vielleicht noch etwas in Erinnerung. Den Bogen von 2009 nach 2010 spannen die Teilnehmer der unjurierten Mitgliederausstellung rund um das Thema «Schnittstelle». Als besonderen Anspruch kam man auf der Mitgliederversammlung überein, dass die Arbeiten nicht früher als ein Jahr vor der Ausstellung entstanden sein müssen. Schon jetzt ist bei Diskussionen über die neuen Werke aus dem Umfeld bereits fest entschlossener Ausstellungsteilnehmer zu hören, dass neben einem graphischen auch ein philosophischer Ansatz geboten wird. Auch neue Mitglieder haben schon ihren Hut in den Ring geworfen, durch ihren Beitritt zum Kunstverein ermöglichen sie sich die Teilnahme. bis 07.03.2010 Magazin 4. Bergmannstrasse 6, Bregenz, +43 5574 410 15 11, www.magazin4.at Carsten Fock. Bekannt geworden ist Carsten Fock durch sein zeichnerisches und malerisches Werk, in das er Slogans, Symbole, Songzeilen und Zitate integriert und in dem er sich mit so unterschiedlichen Themen wie Kunst, Mode, Pop, Militär, Werbung, Politik auseinandersetzt. Hierbei sind die von ihm adaptierten Begriffe und Zeichen semiotisch lesbar und erfüllen zugleich auch

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AUSSTELLUNGEN

Taghelle Mystik

König Gorilla

Betörend experimentell

Time ... and again

Kammerflimmer Kollektief im Palace

Natur- und Tierfilme im Naturmuseum St.Gallen

Botanica in der Grabenhalle

Eurythmieduo in der Steiner-Schule

Botanica heissen in den USA die kleinen Esoterik-Läden, in denen es Zaubersprüche und allerlei okkulte Dinge zu kaufen gibt. Danach haben sich die vier New Yorker um Frontmann und Ex-Firewater-Mitglied Paul Wallfisch benannt. Wallfisch verschachtelt in seiner Musik Elemente aus Folk, Rock, Gypsy-Musik und punkigem Cabarett auf betörende und experimentelle Weise. Auf der aktuellen Tour ist Brian Viglione von den Dresden Dolls als neuer Drummer dabei. Am selben Abend tritt auch Nikko Weidemann in der Grabenhalle auf, der schon mit den Einstürzenden Neubauten spielte.

Bewegung in Raum und Zeit – wenn Carina Schmid und Benedikt Zweifel auf der Bühne Musik durch Eurythmie sichtbar ausdrücken, spürt man, dass es sich hier um zwei Persönlichkeiten handelt, die durch ihren vollkommenen, geistgetragenen Körperausdruck das Publikum meisterhaft in die Begegnung von Raum und Zeit führen können. Mit Werken von Dimitri Schostakowitsch, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Gija Kantscheli.

Das neue Album vom Kammerflimmer Kollektief heisst «Wilding» und erscheint am Tag des Murmeltiers. Es ist die bislang stärkste und verletzlichste Platte dieses Karlsruher Trios, irgendwo zwischen Jazz, Krautrock, Pop und Hölle, wo es allein vor sich hinschwebt. Das Kammerflimmer Kollektief ist gefühlig und pathetisch, aber dabei so klar, wie jene Stimmungen klar sind, die Robert Musil, welcher der Romantik völlig unverdächtig ist, die «taghelle Mystik» nannte. Norbert Möslang wird den Abend an seinen experimentellelektronischen Instrumenten eröffnen. Samstag, 27. Februar, 22 Uhr, Palace St.Gallen. Mehr Infos: www.palace.sg

eine rein formale Funktion. Schriftzüge und Logos erscheinen wie provisorische Denkarchitekturen, die transformiert, revidiert und in Frage gestellt werden. Fock streicht sie aus, überhöht oder zerstört sie, überblendet sie mit Schraffuren, die auch das gesamte Bild wie ein rhythmisches All-Over bedecken können. In seinen jüngeren Zeichnungen verzichtet der Per Kirkeby-Schüler allerdings fast gänzlich auf Schrift oder figurative Elemente. bis 21.02.2010 Museum am Dorfplatz (Haus Blume). Dorfplatz, Gais, +41 71 791 80 81 Albert Oehlen. Albert Oehlen gehörte zu den Neuen Wilden. Er selbst beschreibt sein Werk als «postungegenständlich» und bezeichnet den Begriff selbst als «albern». Sein Werk ist multimedial ausgerichtet, im Zentrum steht allerdings die Malerei. Viele Arbeiten sind als Serie angelegt, es geht dem Künstler um die Möglichkeiten des Malerischen. bis 31.03.2010 Museum im Lagerhaus. Davidstrasse 44, St.Gallen, +41 71 223 58 57, www.museumimlagerhaus.ch Seh-Wechsel. François Burlands «Toys» und Fotografien von Hildegard Spielhofer. «Toys» nennt François Burland (geb. 1958) die aus Fundstücken gebauten Schiffe, Automobile und Flugzeuge, als seien sie für ihn bloss Spielerei. Sie bilden einen markanten Gegenpol zu seinen geheimnisvollen, schamanenhaften Bildern und bergen in sich eine gehörige Portion Humor angesichts ihres Aufbaus, der jeden Gedanken an Nutzbarkeit ad absurdum führt. Ihnen gegenübergestellt sind Fotografien der Basler Künstlerin Hildegard Spielhofer (geb. 1966), die über sechs Jahre ein gestrandetes

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Wo treffen sich Wölfe, Yaks und Tiger zum Stelldichein? Das Naturmuseum St.Gallen zeigt auch dieses Jahr Filme für Kinder und Erwachsene, welche die Vielfalt der Natur zeigen und die Schönheiten und das Faszinierende der Erde erlebbar werden lassen. In Anwesenheit von Ralph Thoms, dem Festivalleiter von Natur Vision, werden neben Filmen wie «The Gorilla King», «Das grüne Band» oder «Eco-Crimes: Piratenfischer» auch alle Preisträger des letztjährigen Festivals gezeigt. Samstag, 27. Februar 12 Uhr, Sonntag, 28. Februar, 10.45 Uhr, Naturmuseum St.Gallen. Mehr Infos: www.naturmuseumsg.ch

Schiffswrack abgelichtet hat. Hier ist das Schiff selbst zum Fundstück geworden. bis 07.03.2010 Museum Liner. Unterrainstrasse 5, Appenzell, +41 71 788 18 00, www.museumliner.ch Konkrete Idole – Nonfigurative Kunst und afrikanische Skulpturen. Die Ausstellung gibt Einblick in eine umfangreiche private Sammlung aus Südwestdeutschland, die seit zwanzig Jahren kontinuierlich aufgebaut wird. Schwerpunkte dieser Sammlung sind aktuelle, (meist) seit den 1960er-Jahren entwickelte malerische, plastische, zeichnerische Tendenzen der vornehmlich konkreten beziehungsweise konstruktiven oder konzeptuellen Kunst ? vertreten durch differenzierte bis heterogene Positionen wie beispielsweise jene von Richard Serra, Alan Reynolds, Aurelie Nemours, Peter Tollens, Werner Haypeter, Frank Badur, Russell Maltz, Marcia Hafif, welche die Spannweite dieser die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts prägenden Kunstrichtung (oder künstlerischen Haltung) nicht nur veranschaulichen, sondern erlebbar machen. bis 07.03.2010 Museum zu Allerheiligen. Baumgartenstrasse 6, Schaffhausen, +41 52 633 07 77, www.allerheiligen.ch Konferenz der Tiere. Alles, was da keucht, fleucht und schwimmt; Tierbilder von verschiedenen Künstler über fünf Jahrhunderte. bis 16.05.2010 Otten Kunstraum. Schwefelbadstrasse 2, Hohenems, +43 5576 904 00, www.ottenkunstraum.at Gottfried Honegger. Der Otten Kunstraum in Hohenems gewährt seit Oktober 2008 Einblicke in die Kunstsammlung der Familie Otten, die bislang 300 Werke der Kon-

Sonntag, 28. Februar, 17 Uhr, Rudolf-Steiner-Schule St.Gallen. Mehr Infos: www.steinerschule-stgallen.ch

Sonntag, 28. Februar, 21 Uhr, Grabenhalle St.Gallen. Mehr Infos: www.grabenhalle.ch

struktiven und Konkreten Kunst sowie des Minimalismus umfasst. Die zum Leben erweckte Sammlung wird im Otten Kunstraum in wechselnden, thematisch aufbereiteten Ausstellungen präsentiert. Das Schaffen von Gottfried Honegger hat in der Kollektion gegenstandsloser Kunst einen wichtigen Stellenwert. Nach der Ausstellung «Russische Avantgarde. Wurzeln der Sammlung Otten» widmet das Privatmuseum seine zweite Ausstellung dem 1917 in Zürich geborenen Künstler. Gezeigt werden Werke von den 50er-Jahren bis heute. Er ist international einer der wichtigsten Vertreter der konstruktivkonkreten Kunst seiner Generation und steht in der Tradition der nichtgegenständlichen Kunst seit den 20er-Jahren. bis 29.07.2010

des Objektes mit Haut und Haaren verfallen. Im Obergeschoss zeigen Jürg Benninger (Genf), Monika Feucht (Luzern), Sonya Friedrich (Solothurn), Adelheid Hanselmann (Olten) und Luca Schenardi (Luzern) neue Werke, die jeweils um den Pol von ihnen persönlich wichtigen Objekten herum präsentiert werden. bis 28.03.2010

Otto-Bruderer-Haus. Mittelstrasse 235, Waldstatt, +41 71 351 67 42, www.ottobruderer.ch Arthur Schneiter und Otto Bruderer. Klang der Steine - Klang der Farben - Werke der beiden Künstler (Steinobjekte, Klangskulpturen, ausdrucksstarke Portraits, wilde Landschaften, bizarre Eisnadeln, lebendige Wurzeln, Graphitzeichnungen) 06.02. bis 03.04.2010

Palais Liechtenstein. Schlossergasse 8, Feldkirch, +43 5522 304 12 71, www.palaisliechtenstein.at Kunstankäufe der Stadt Feldkirch. Die Stadt Feldkirch kauft Jahr für Jahr Kunst von vorwiegend Feldkircher und Vorarlberger Künstlerinnen und Künstlern an. Für die Auswahl der zeitgenössischen Kunst ist ein dreiköpfiges Komitee verantwortlich. Entstanden ist durch diese kontinuierliche Ankaufpolitik eine äusserst spannende Sammlung, die die wesentlichen Kunstströmungen der vergangenen Jahrzehnte abbildet. Seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts sind dadurch die Werke von rund 100 Künstlerinnen und Künstlern in den Besitz der Stadt gekommen. Neben Malerei und Grafik auch eine Reihe plastischer Werke, die im öffentlichen Raum wirken. bis 14.02.2010

oxyd Kunsträume. Wieshofstrasse 108, Winterthur, +41 52 316 29 20, www.oxydart.ch Ausstellung | Nr. 42. Die Ausstellung beginnt mit im ganzen Eingangsgeschoss installierten Werken der Winterthurer Künstlerin Katharina Rapp, die seit Jahren zum oxyd-Team gehört. Katharina Rapp ist Malerin, Zeichnerin, Objektkünstlerin und noch viel mehr. Für mich gehört sie zu den grössten Staunerinnen, die ich kenne; sie geht mit offenen Augen durch die Welt, lässt sich überraschen, sieht Dinge, die andere übersehen, der Magie

Rosgartenmuseum Konstanz. Rosgartenstrasse 3, Konstanz, +49 7531 900 24 6, www.rosgartenmuseum-konstanz.de Konstanzer Köpfe. Portraits aus vier Jahrhunderten. Diese Kabinettsausstellung unternimmt eine Zeitreise durch die Gesichter einer alten Stadt. Seit der Renaissance kam der Portraitkunst über viele Jahrhunderte hinweg eine wichtige Stellung in der Kunst zu. Mit dem Aufstieg des Bürgertums wurden nicht nur Herrscher und Adlige, sondern auch gesellschaftlich tonangebende Bürger in Gemälden, Zeichnungen, auf

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Scherenschnitten oder in plastischen Büsten verewigt. Aus der reichen Sammlung des Rosgartenmuseums werden, teils erstmals, die ausdrucksstarken Gesichter von Adligen und Bischöfen aber auch von selbstbewussten Bürgermeistern, Kaufmannsfrauen sowie Künstlerinnen und Künstlern aus Stadt und Region gezeigt. Prägnante Lebensläufe zu jedem bild bringen den Besuchern diese würdige Versammlung von «Konstanzer Köfpen» näher. bis 18.04.2010 Schaukasten Herisau. Poststrasse 10, Herisau, +41 79 648 32 24, www.schaukastenherisau.ch Anna Frei. «Weh getan hats niemandem, aber gefehlt hat immer was.» Der Satz, dessen eine Hälfte zum Titel der Schaukasten-Arbeit von Anna Frei geworden ist, ist einer von vielen Erinnerungsfetzen, welche die Künstlerin rund um den vermeintlichen Einbruch in die Hauptpost Herisau in den 1970erJahren gesammelt hat. Anna Frei hat, als sie einmal vom Herisauer Postraub Wind bekommen, in minutiöser Kleinstarbeit, unbedingt notweniger Diskretion und spielerischer Neugierde eine ausgedehnte Recherchearbeit mit offenem Ausgang begonnen. Aus Gesprächen mit auf irgendeine Art Beteiligten, mit Polizisten, Diebinnen, Postbeamten, Wirtinnen hat sie in dramaturgischer Regie ein Hörstück erarbeitet, das unserem stets nur fragmentarischen Wissen gerecht wird. Lückenhafte und sich widersprechende Erinnerungen, Behauptungen, Annahmen, Gerüchte vermischen sich zu einer Geschichte ohne Helden. Über eine Telefonnummer lassen sich in Bruchstücken und in unterschiedlichen Erinnerungsstufen lückenhafte Einblicke in den sonntäglichen Postraub geben. Dabei wird erlebbar, dass Wirklichkeit und Wahrheit


AUSSTELLUNGEN

Alle Anlässe auch online: www.saiten.ch/kulturkalender

Metapher der Einheit

Schlaue Biester

«Konkrete Idole» im Museum Liner

«Raben» im Naturmuseum Thurgau

Die Ausstellung «Konkrete Idole – Nonfigurative Kunst und afrikanische Skulpturen» gibt Einblick in eine private Kunstsammlung mit Werken der rationalen Bildfindung in der westlichen Moderne. Ihnen gegenüber stehen afrikanische Ahnen- und Wächterfiguren, die zwar meist als «Vor- oder Gegenbild» der modernen Kunst gewertet, aber kaum je als ebenbürtig angesehen werden. In der Ausstellung verdichtet sich das als widersprüchlich Gesehene zu einer Metapher der sinnvollen Einheit.

Als kluger Rabe bewundert, als Galgenvogel verschrien, als Göttervogel verehrt und als Schädling verfolgt: So unterschiedlich ist die Beziehung des Menschen zu den Raben. Neben diesen wechselvollen kulturgeschichtlichen Aspekten beleuchtet die Ausstellung vor allem die besonderen Fähigkeiten dieser Tiere. Wegen ihrer erstaunlichen Auffassungsgabe und Lernfähigkeit werden sie zu den intelligentesten Vögeln gezählt. Eindrückliche Ausstellungsobjekte und Filme vermitteln Einblicke in die Lebensweise und das Verhalten der in der Schweiz heimischen Rabenvogel-Arten.

15. November bis 7. März, Museum Liner Appenzell. Mehr Infos: www.museumliner.ch

immer bloss ein Teil jener Fiktion sind, die sich Leben nennt und letztlich ein Mikrokrimi ohne Auflösung bleibt, ein Rätsel. bis 14.02.2010 Stiftsbibliothek. Klosterhof 6 d, St.Gallen, +41 71 227 34 16, www.stiftsbibliothek.ch Marlies Pekarek. Madonnas, Queens and other Heroes. bis 28.02.2010 Sitterwerk. Sittertalstrasse 34, St.Gallen, +41 71 278 88 22, www.sitterwerk.ch Die Bibliothek Züst auf Wanderschaft. Die Kunstbibliothek von Daniel Rohner im Sitterwerk erhält für gut drei Monate Besuch von einer geistig Verwandten - von der Bibliothek von Andreas Züst. Rund 10’000 Bände aus der Sammlung des kunstsinnigen Kosmopoliten machen auf ihrem Weg in den Alpenhof in St.Anton halt im Sitterwerk. Das Zusammentreffen von zwei trotz ihrer Verwandtschaft zugleich auch sehr unterschiedlich geprägten Bibliotheken verspricht durch diese seltene Möglichkeit eines ganz unmittelbaren Vergleichs bei beiden Sammlungen und deren Bewirtschaftung die je spezifischen Charakteristika in selbstverständlicher Weise herauszuschälen. bis 07.03.2010 Vadian Bank AG. Webergasse 8, St.Gallen, +41 71 228 84 84, www.vadianbank.ch Marlies Pekarek. Einführung: Corinne Schatz, Kunsthistoriekerin. bis 30.04.2010

SAITEN 02.10

Museum Museum Appenzell. Hauptgasse 4, Appenzell, +41 71 788 96 31, www.museum.ai.ch Gret Zellweger. Das Museum Appenzell zeigt einen umfassenden Querschnitt durch das Schaffen der Teufener Kunsthandwerkerin und Künstlerin. Zu sehen sind in ihrer ersten Museumsausstellung grossformatige Bergpanoramen neben filigranten Handschriften, markante Holzschnitte neben ausdrucksstarken Malereien in verschiedensten Techniken, die Vorlagen die Tischsets des Bergwirtevereins und weitere grafische Arbeiten. bis 14.03.2010 Appenzeller Brauchtums-museum. Dorfplatz, Urnäsch, +41 71 364 23 22, www.museum-urnaesch.ch Amelia Magro. Als gebürtige Italienerin ist es der Fotografin während ihres dreissigjährigen Schaffens gelungen, mit grossem Einfühlungsvermögen und intuitiver Beobachtungsgabe den Kern der bodenständigen Welt des Appenzellerlandes zu erfassen und abzubilden. Das Aufnehmen des Typischen, das Auffangen des Unscheinbaren und die dichte Stimmungshaftigkeit lassen ihre Aufnahmen mehr sein als blosse Abbildungen ? vielmehr erzählen sie Geschichten und zeugen sowohl von handwerklichem als auch von künstlerischem Können. Letztlich aber war es immer wieder der Mensch und die menschliche Begegnung, die Amelia Magro interessierte. Der Mensch ist im Fokus ihres Schaffens - sei es in den Hinterhöfen Siziliens - in der verrauchten Wirtsstube im Appenzellerland - in der Anspannung des Alltags oder in festlicher Gelöstheit. bis 31.03.2010

Appenzeller Volkskunde-Museum. Postfach 76, Stein AR, +41 71 368 50 56, www.avm-stein.ch Appenzeller Bauernmalerei, Volkskunst und Kunsthandwerk. Der Begriff umfasst sowohl die ländliche Möbelmalerei wie im Besonderen die «eigentliche» Bauernmalerei, die Senntumsmalerei. Das Museum zeigt einen umfassenden Überblick über die Entwicklung dieser Malereitradition in ihrer klassischen Zeit seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die hervorragende Sammlung vereinigt Meisterwerke der Pioniere Lämmler, Müller, Zülle, Haim, Heuscher u.a. bis 31.12.2010 Gewerbemuseum Winterthur. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, www.gewerbemuseum.ch Kleid im Kontext. Mode spielt, verführt, präsentiert, sie grenzt aus und schliesst ein, immer aber ist sie auch ein Zusammenspiel von Kleid und Körper, von Statik und Bewegung, von Individuum und Umfeld. Im Zentrum der Ausstellung Kleid im Kontext steht der performative Aspekt des sich Kleidens, einer Handlung in Raum und Zeit. Gefragt wird nach dem gesellschaftlichen Kontext, nach der Wechselwirkung von individuellem Körperbewusstsein und zeitgebundenem Lebensgefühl. Bekleidung im Alltag, Modedesign als Inszenierung, als künstlerische Sprache, als Wandelbares und Bewegtes verschränken und kontrastieren sich in Form von szenischen Installationen und Filmsequenzen. bis 02.05.2010 Historisches Museum des Kantons Thurgau. Freie Strasse 24, Frauenfeld, +41 52 724 25 20, www.historisches-museum.tg.ch Die festliche Tafel. Essen und Trinken am Tisch gehören seit Jahr-

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Samstag, 20. Februar, 16.30 Uhr (Eröffnung). Bis 20. Juni, Naturmuseum Thurgau Frauenfeld. Mehr Infos: www.naturmuseum.tg.ch

hunderten zur Alltagskultur. Teller, Schüssel, Besteck und Trinkglas haben ihre zweckmässige Formen gefunden. Dem ausserordentlichen und festlichen Anlass hingegen verleiht die festliche Tafel die spezielle Note. Weihnachten, Ostern, Familienfest, alle diese Anlässe bieten die Gelegenheit, den Tisch festlich zu decken. Die Ausstellung zeigt historisches Instrumentarium zur festlichen Tafelkultur. bis 21.03.2010 Historisches und Völkerkundemuseum. Museumstrasse 50, St.Gallen, +41 71 242 06 42, www.hmsg.ch «Indiens Tibet - Tibet Indiens». 1939 wurde der österreichische Bergsteiger und Forschungsreisende Heinrich Harrer im indischen Teil des Himalaya gefangen genommen. Die abenteuerliche Flucht nach Tibet und die Zeit danach hielt er im berühmt gewordenen Buch -Sieben Jahre in Tibet- fest und brachte auch zahlreiche Objekte mit nach Hause. Dreissig Jahre zuvor spürte auf einer abenteuerlichen Expedition der Archäologe Francke dem tausendjährigen buddhistischen Erbe im Westhimalaya nach. Zum ersten Mal in der Geschichte hielt er bizarre Landaschaften, künstlerisch überwältigende Kulturstätten und faszinierende Rituale der lokale Bevölkerung in Wort und Bild fest. bis 01.07.2010 Museum für Archäologie des Kantons Thurgau. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 22 19, www.archaeologie.tg.ch Auf der Höhe - Sonnenberg: ältestes Dorf im Thurgau? Der markante Hügel mit dem Schloss Sonnenberg war bereits in urgeschichtlicher Zeit besiedelt. Im Zuge von Umbauarbeiten am Schloss wurden im Sommer 2009 mächtige Schichten aus der Stein- und Bronzezeit angeschnitten. Während einer Not-

grabung untersuchten Mitarbeiter des Amtes für Archäologie Thurgau diese Siedlungsspuren. Die ausgegrabenen Flächen liegen im Bereich der Hügelkante. Im steilen Gelände wurden Abfall und Bauschutt der urgeschichtlichen Siedlungen abgelagert. Die Wohnbauten standen einst auf dem Hügelplateau, wo sie heute das Schloss befindet. Spuren dieser Bauten wurden bei der Errichtung der mittelalterlichen Schlossanlage abgetragen und entlang der Hangkante angeschüttet. Dank dieser Überdeckung haben sich die Befunde in Böschungslage ausgezeichnet erhalten. Während einer Notgrabung sind nicht nur gut erhaltene Siedlungsschichten von der Steinzeit bis Bronzezeit zum Vorschein gekommen, sondern auch zahlreiche Scherbenreste, Knochen, Stein- und Geweihgeräte. Das alles belegt, dass sich auf dem Sonnenberg bereits vor über 6000 Jahren Menschen aufgehalten haben. Das sind sensationelle neue Erkenntnisse über die frühe Besiedlung im Thurgau bis 11.04.2010 Naturmuseum. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, www.naturmuseumsg.ch Knochen - ein ganz besonderes Material. Biologische, archäologische und kulturhistorische Betrachtungen. Eine Sonderausstellung des Naturmuseums und des Museums für Archäologie Thurgau. bis 07.03.2010 Naturmuseum Thurgau. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 25 19, www.naturmuseum.tg.ch Raben - Schlaue Biester mit schlechtem Ruf. Als kluger Rabe bewundert, als Galgenvogel verschrien, als Göttervogel verehrt und als Schädling verfolgt: ganz unterschiedlich ist die Beziehung des Menschen


KURSE zu den Raben. Die Ausstellung der Naturmuseen Olten und St.Gallen beleuchtet das ambivalente Verhältnis und bietet anhand anschaulicher Präparate sachliche Information über die Lebensweise aller neun in der Schweiz heimischen Rabenvögel. 21.02. bis 20.06.2010 Textilmuseum. Vadianstrasse 2, St.Gallen, +41 71 222 17 44, www.textilmuseum.ch Experiment St.Gallen – Genf. Sonderausstellung. bis 12.04.2010 Textilkunsttextil. Präsentation von Schweizer Stickereien und Geweben aus heutiger industrieller Produktion bis 30.05.2010 Treppenhaus-Ausstellung: Geschnürt und Vernetzt. Objekte von Rosmarie Artmann-Graf. bis 14.03.2010 Vision - Inspiration Farbe. Präsentation von modernen Schweizer Stickereien und Geweben aus heutiger industrieller Produktion. Inspiration Farben ist das Thema zur aktuellen Ausstellung «Vision». Saisongerecht kommen jedes Jahr die aktuellsten Farbempfehlungen zu uns: neuste Farbzusammenstellungen, spannende Farbgruppierungen und Nuancen. Erleben Sie das immer wieder neue Spiel der Farb-Kombinationen und Assoziationen. bis 01.05.2010

Galerie Galerie Altesse. Churerstr. 69, Nendeln, +41 423 373 20 85, www.altesse.li Vector Trash. Pin Up’s Illustrated. Der junge Künstler absolvierte eine Grafikerlehre und die Schule für Gestaltung in St.Gallen. Erstmals zeigt er nun seine neuesten Arbeiten. Was da als Pin Ups aufscheint, sind jedoch keine Bearbeitungen alter Reklamen, sondern nach Fotos von heutigen, in Europa und den USA lebender Models vom Künstler grafisch verfremdete beziehungsweise in das besondere Licht des Nostalgiescheinwerfers gerückte Arbeiten. Hier schliesst sich übrigens auch ein Kreis, hat doch die Galerie Altesse vor bald 25 Jahren mit einer Ausstellungs-Hommage an Andy Warhol begonnen, dessen Karriere in den Fünfzigern startete. Ausgestellt werden auch Originalzeichnungen aus der Hand des Künstlers, im Vorstadium zu den anderen Exponaten entstanden, die in aufwändigen Verfahren in der UV-Print-Technik, der neuen Form nach dem Siebdruck, erstellt wurden. Jedes Stück ist ein Original, Nachdrucke gibt es nicht. bis 07.02.2010 Galerie Christian Roellin. Talhofstrasse 11, St.Gallen, +41 71 246 46 00, www.christianroellin.com Sangallensia I. Alex Hanimann Manon - Roman Signer - Bernard Tagwerker. Sangallensia ist eine neue Ausstellungsreihe. Es werden ausschliesslich Werke von Künstlern und Künstlerinnen gezeigt, welche einen engen Bezug zu St.Gallen haben. Die Künstler sind bekannt oder unbekannt, alt oder jung - überraschend auf jeden Fall. bis 20.02.2010

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Galerie Kunst am Hof. Engelgasse 7, Appenzell, +41 71 780 03 86 Lothar Eugster. «Abschied vom Winter» bis 27.02.2010 Galerie Lisi Hämmerle. Anton-Schneider-Strasse 4 a, Bregenz, +43 5574 524 52, www.galerie-lisihaemmerle.at Billi Thanner. Im Zentrum der Ausstellung steht die Arbeit «Ich schwuler Käfer», in der Billi Thanner die Figur des Gregor Samsa aus Franz Kafkas Erzählung «Die Verwandlung» adaptiert und um die Dimension der sexuellen Entwicklung des Protagonisten erweitert. Inkarniert in der allansichtigen Konstellation/ Struktur eines überdimensionierten, geflochtenen Insekts (respektive seiner kleiner gehaltenen «GefährtInnen» als Edition), schlüpft die Künstlerin als schwuler Käfer «Gregor Thanner» in die Rolle eines doppelt geächteten, gesellschaftlichen Outsiders. Seine Metamorphose, sein Coming Out als selbstbewusstes Individuum ist in einem 16-teiligen Zyklus von so realistisch wie phantastisch erscheinenden Handzeichnungen eingefangen. bis 13.02.2010 Städtische Wessenberg-Galerie. Wessenbergstrasse 43, Konstanz, +49 7531 900 37 6, www.stadt-konstanz.de Kasia von Szadurska. 1886 - 1942 - Zwischen Sinnlichkeit und Abgrund. Kasia von Szadurska verstand es, äussere Eindrücke wie innerlich geschaute Bilder mit sicherem, schnellem Strich festzuhalten. Ihre Vorliebe für stimmungsvolle, somnambul-verschattete Szenen wie erotische Frauendarstellungen sind stilistisch dem ausklingenden Expressionismus verbunden und inhaltlich von grosser Eigenständigkeit. Die Ausstellung möchte mehr über das Leben dieser ungewöhnlichen Künstlerin in Erfahrung bringen und ihr Werk erstmals umfassend würdigen. bis 07.03.2010

Weitere Bibliothek Herisau. Poststrasse 9, Herisau, +41 71 351 56 16, www.biblioherisau.ch Lika Nüssli, Buchillustratorin, gestaltet die Vitrine. Lika Nüssli geboren 1973, lernt Textildesign in Herisau und studiert dann Illustration an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern. Seit 2001 arbeitet die Künstlerin als selbstständige Illustratorin für Zeitschriften, Lehrmittelverlage, Werbeagenturen und Firmen. Sie lebt mit Tochter und Partner in St.Gallen. 2006 Gewinnerin des Schweizer BilderbuchWettbewerbes von Atlantis und Pro Juvenute. bis 31.12.2010 Genossenschaft Hotel Linde. Poststrasse 11, Heiden, +41 71 898 34 00, www.lindeheiden.com Wort los. In der beratenden Tätigkeit hat Martin Manser ( von und in Appenzell) mit unterschiedlichsten Menschen in ihren Entwicklung zu tun. Es geht immer wieder um das, was noch nicht da ist. Und beim Beratungsprozess taucht es auf einmal auf. Unverhofft, auf natürliche Weise, passend. Das künstlerische Konzept der « wort los»- Reihe folgt diesem phänomenologischen Werdungsprozess. Eine bestimmte Person und ein typischer appenzeller Ausdruck passen auf eine bestimmte Weise zusammen. Sie haben sich endlich gefunden und haben eine gemeinsame Geschichte. Das Projekt hat viele erfreut und wirkt nachhaltig. Viele stolze TrägerInnen zeigen sich in ihren bedruckten Liibli. Die Verbundenheit mit dem Dialekt ist sichtbar. Das Wort hat ein Gesicht. Der Ausdruck wird verkörpert. bis 07.03.2010 Säntis-Schwebebahn AG., Schwägalp, +41 71 365 65 65, www.saentisbahn.ch Tinguely auf dem Säntis. Im Rahmen des 75-Jahr Jubiläums präsentiert die Säntisbahn bis zum 7. April 2010 Kunstwerke von Jean Tinguely auf dem Säntis. Jean Tinguely, Schweizer Eisenplastiker (1925-1991) ist einer der Hauptvertreter der beweglichmechanischen Kunst. Seine Liebe zur Mechanik und Technik passt hervorragend zum Technikberg Säntis. bis 07.04.2010 Schloss Dottenwil. Dottenwil, Wittenbach, +41 71 298 26 62, www.dottenwil.ch René Dünki. Bilder. «Spirit». 21.02. bis 18.04.2010 Schloss Wartegg. Von-Barler-Weg, Rorschacherberg, +41 71 858 62 62, www.wartegg.ch Anna-Elisabeth Bosshard und Ursula Höhn. «Eingefangene Freiheit», geschichtet - gemalt - geklebt. Zeichnungen und Bildobjekte. bis 06.03.2010 Schloss Wartensee. Postfach 264, Rorschacherberg, +41 71 858 73 73, www.wartensee.ch Peter Hirzel. Der sogenannte «rote Faden» der durch das bildnerische

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Schaffen von Peter Hirzel läuft, ist in Wirklichkeit ein schwarzer. Die konstante Verwendung vn Asphaltlack, einem aus der Erde gewonnenen Material, auch als Bitumen bekannt, und das Beimischen von Erde, Kohle, Sand und anderen Erdmaterialien geben den Arbeiten der letzten Jahre ihren uverwechselbaren Charakter. bis 18.04.2010 Silberschmuckatelier O’la la. Oberdorfstrasse 32, Herisau, +41 71 351 35 70 Edith E. Horlacher. Stickbilder. 07.02. bis 31.03.2010 Spital Frauenfeld. Pfaffenholzstrasse 4, Frauenfeld, +41 52 723 77 11 Wanderausstellung: 100 Jahre Ostschweizer Kinderspital. 26.02. bis 17.03.2010 Spital Uznach. Gasterstrasse 25, Uznach, +41 055 283 32 02 Wanderausstellung: 100 Jahre Ostschweizer Kinderspital. bis 17.02.2010

Kurse KÖ R P E R Aku–Yoga. Dehnung und Lockerung aus Ost und West. Hetti Werker, Studio 8, Teufenerstrasse 8, St.Gallen, 071 222 75 58, hettiwerker@pobox.ch. Di 10–11 Uhr, 12:20–13:20 Uhr Bewegungs- u. Ausdrucksspiel für Kinder. 5–9 Jahre. B. Schällibaum, 071 277 37 29, Sala. Do 16:45–18 Uhr Entspannungsgymnastik für Frauen ab 40. B. Schällibaum, Felsenstrasse, Sala, 071 277 37 29. Do 18:30–19:30 Uhr Felicebalance. Biosynthese und Craniosacrale Behandlung für Erwachsene und Kinder. Astrid Bischof, Vadianstrasse 40, St.Gallen, 078 609 08 09, 071 344 29 56, Sandra Töngi, 076 596 58 86, 071 877 45 77,www.felicebalance.ch Pilates. Katja Rüesch, Mo/Mi 12:10–13 Uhr. Hatha Yoga. Vanessa Schmid, Sa 9–10:30 Uhr. Schule für Ballett und Tanz, St.Gallen. 071 222 28 78, www.ballettundtanz-haindl.ch Feldenkrais. Bewusstheit durch Bewegung, Gruppen in St.Gallen Claudia Sieber Bischoff, Dipl. Feldenkrais Lehrerin SFV, 071 222 95 68, Di 19:10-21:10 Uhr. Feldenkrais kombiniert mit kreativem Tanz, Do 18:05-19:30 Uhr, Fr 17-18:20 Uhr Stocktanz. Neuer Einführungskurs. Claudia Roemmel, Felsenstrasse 33, St.Gallen. 071 222 98 02, www.tanztheatertext.ch, Do 19-20:30 Uhr, 14-täglich Tanz und Bewegung. Eine Reise nach Innen. Erika Friedli, Gais, 071 793 33 06, ein Samstag/ Monat 10–14 Uhr Nia©-Getanzte Lebensfreude. Ganzheitliche Fitness für Körper, Geist und Seele. Nia ist Tanz, Kampfsport, Entspannung und Lebensfreude. Kurse in St.Gallen, Gossau. Alexandra Kunz, Ausbildnerin FA/Bewegungspäd. BGB, Cert. Nia-Teacher Brown Belt, 076 325 64 05, www.gymallegro.ch Body-Mind Centering. Ausgeglichenheit durch Bewegung und Berührung, Gruppenkurse und Einzelsitzungen, Bernhard Jurman, 079 694 50 72, b.jurman@bluewin,ch Kultur-Werkstatt Wil. Barfussdisco, Yoga, Sing- und Rhythmuskreis, Qi Gong, Moderntanz, Afro, Rhythmik, Feldenkrais, kreativer Kindertanz, PeKiP, 5 Rhythmen u.a. Info: 071 912 22 66, www.kultur-werkstatt.ch Studio 8. Zala – Ganzheitliches Körpertraining, Pilates, Hatha Yoga, Massage. Susanna Koopmann, 078 623 06 43, Christine Enz, 076 458 10 66. Teufenerstr. 8, St.Gallen, info@studio-8.ch, www.studio-8.ch M U S IK / G E S AN G Klangwelt Toggenburg. Info: 071 999 19 23, www.klangwelt-toggenburg.ch. Neue Klangerfahrung mit Monochorden. Klangmeditationen, Verkauf, Bau- und Spielkurse für den ungezwungenen Umgang mit Obertönen. Heinz Bürgin, Im Uttenwil, 9620 Lichtensteig, 071 988 27 63, www.pythagoras-instrumente.ch


KURSE Stimmräume. Raum für eine spielerische Entfaltung des Stimmpotenzials, für umfassenden stimmlichen Ausdruck, für Selbsterfahrung durch und mit der Stimme. Bea Mantel, Hadwigstr. 4, SG, 079 208 98 02, bea@stimmraeume.ch, www.stimmraeume.ch Cellounterricht. Erfahrene Cellistin und Pädagogin erteilt Cellounterricht für Anfänger und Fortgeschrittene. Bettina Messerschmidt, 071 278 50 09, b.messerschmidt@bluewin.ch Djembe – Westafrikanische Handtrommel. Fortlaufender Gruppenunterricht, Workshops, Einzelunterricht. Markus Brechbühl, Djembeplus Musikstudio, Bahnhof Bruggen, St.Gallen, 071 279 22 25, Mobil 076 42 42 076, www.djembeplus.ch EWB Sekretariat. 071 344 47 25, www.ewb-ar.ch, Kursanfragen Schlagzeugunterricht im Rheintal. Trommeln mit Händen und Füssen. Enrico Lenzin, Rebstein, 077 424 87 33, enrico.lenzin@gmx.ch Gitarre spielen lernen und Englisch auffrischen. Individuell gestalteter Unterricht mit Schwerpunkt Improvisation, Songwriting und Rhythmus. Probelektionen und Infos bei Damon Lam, St.Gallen, 079 863 30 19, damonhendrix@ gmail.com Stimmlokal.ch. Die frische Gesangsschule. Miriam Sutter, 076 577 30 34 und Nathalie Maerten, 076 571 30 34, Adlerberg 6, St.Gallen, post@stimmlokal.ch TANZ Theatertanzschule. Zeitgenössischer Tanz, Ballett, Jazz, Hip-Hop, Contact Jam, Flamenco, Tanzchäferli, Tanzbäärli, Tanz&Spiel, Yoga, offene Workshops. Künstlerische Leitung: Marco Santi, Schulleiterin: Aliksey Schoettle, Notkerstr 40, St.Gallen. Information im Tanzbüro, 071 242 05 24, tanzschule@ theatersg.ch, www.theatersg.ch ChoRa - Plattform für Tanz und Bewegung. Diverse Tanztage in Sitterdorf, Tanzimprovisation, Kreistanz, Volkstanz, meditativer Tanz, u.a. Infos: 071 422 57 09, www.chora.ch Tanzschule Karrer. Zeitgenössischer Kindertanz, Kinderjazz, Rhythmik, Teeny-Dance, Jazz, Improvisation, Flamenco, Pilates Matwork. Regina M. Karrer, Schule 071 222 27 14, P: 071 352 50 88, reginakarrer@bluewin.ch, www.rhythmus-tanz.ch Tanz dich frei. Improvisation, Freude am Ausdruck, Selbstwahrnehmung, Meditation in Bewegung. Nicole Lieberherr, Riethüsli, St.Gallen, 071 351 37 82, www.freier-tanz.ch Do 18:15–20 Uhr Tanzimprovisation und Körperarbeit für Frauen. B. Schällibaum, 071 223 41 69, Sala, Do 20–21:30 Uhr, Fr 17:30–19 Uhr Taketina – Rhythmische Körperarbeit. Urs Tobler, 071 277 37 29, Mi 18:30–21 Uhr Tango Argentino. Kurse für alle Niveaus. Tango Almacèn, Lagerhaus 42, St.Gallen, 071 222 01 58, www.tangoalmacen.ch

Tango Argentino. Kurse und Workshops für Singles und Paare. Johanna Rossi, St.Gallen, 071 223 65 67, rossi1@freesurf.ch Ballett und Bewegungserziehung im Vorschulalter. Klassisches Ballett. Alle Niveaus für Kinder, Jugendlische, Erwachsene, Schule für Ballett und Tanz, St.Gallen, 071 222 28 78, www.ballettundtanz-haindl.ch Jazz, Yoga. CDSP Berufsausbildung für zeitgenössischen Bühnentanz. (2–6 Semester). Dance Loft Rorschach, 071 841 11 33, info@ danceloft.ch, www.danceloft.ch Tanz, Bewegung & Ausbildung, Danielle Curtius. J azz-/Moderndance, Dance Aerobic, Pilates & Dance, Bewegungstraining, HipHop für Jugendliche und Erwachsene, Ballett für Kinder. Ausbildungen: Bewegung, Gymnastik & Tanz. NEU Bewegungstrainer. Zusatzausbildung Tanzpädagogik. Die Ausbildungen sind BGB Schweiz anerkannt. Schachenstrasse 9, St.Gallen, 071 280 35 32, www.curtius-tanz.ch Indischer Tanz. Bollywood und klassicher Südindischer Tanz Andrea Eugster Ingold, Tanzschule Karrer, St.Gallen, 071 244 31 48, Mi 18–19:15 Uhr Schule für Tanz und Performance in Herisau. 2-jähriger berufsbegleitender Lehrgang, öffentliche Wochenendkurse. Christine von Mentlen, Claudia Roemmel, TanzRaum Herisau, 071 351 34 22, www.tanzraum.ch/schule, schule@tanzraum.ch Flamencoprojekt Schweiz Bettina Castano. beim HB SG. Flamencotanz für Anfänger & Fortgeschrittene, auch Seniorinnen, systematischer & fortlaufender Unterricht, WE-Kurse und Shows, auch Gitarrenunterricht. Bettina Castano, 079 708 13 41, b.castano@interbook.net., Brigit Hefel, 076 578 77 00, b.hefel@xss.ch www.castano-flamenco.com, Jazztanz. FunkyJazz. HipHop. Gymnastik. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in St.Gallen und Degersheim. Nicole Baumann, dipl. Tanz- und Gymnastikpädagogin SBTG, St.Gallen, 071 393 22 43 Afrikanisch inspirierter Tanz. Nach Aufwärmübungen tanzen wir zu versch. Rhythmen. Tanja Langenauer, Felsenstrasse 33, St.Gallen, 071 411 48 12, ta.ste@bluewin.ch, jeden 2. Mi und Do 18:15–19:45 (AnfängerInnen) und 20 –21:30 Uhr (Mittel), Amriswil wöchentlich Di 9–10:30 Uhr Contact Improvisation Jam. Kathrin Schwander, Teufenerstr. 8, Studio 8, St.Gallen, 071 222 72 65, kschwander@gmx.ch Gemeinsames Warm-up, keine Anmeldung nötig, 10 Fr./Abend, jew. Do, 20:15–22:15 Uhr, jeder Abend ist in sich abgeschlossen. Körperwahrnehmung, Bewegung, Tanzimprovisation. Annlies Stoffel Froidevaux, Bewegungs- und Tanztherapeutin, St.Gallen, Auskunft und Anmeldung: 071 340 01 12

Tanzschule: raumbewegen bewegungsraum. Kindertanz, Streetdance, Zeitgenösssischer Tanz, Ballett, Gymnastik. Kerstin Frick, Merkurstr. 2, St.Gallen, 071 223 30 12, info@raumbewegen.ch, www.raumbewegen.ch Kindertanz. Zeitgenösssischer Tanz für Kinder und Jugendliche. versch. Altersgruppen ab Kindergarten. Isabel Bartenstein, Niederteufen, 071 220 41 91, jew. Di IG – TA N Z T R A IN IN G Weiterbildung für Tanz- und Bewegungsschaffende. Theatertanzschule, Notkerstrasse, St.Gallen. Infos: www.igtanz-ostschweiz.ch, Cordelia Alder, 071/ 793 22 43, alder.gais@gmx.ch, Zeitgenössisch. Katharina Adiecha, 12.& 26.02. jew. 8:45-10:45 Uhr Monika Schneider, 19.02., 9–11 Uhr FER N O S T Wen-Do. Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen. Katharina Fortunato-Furrer, Verein Selbstverteidigung Wen-Do, Bühlbleichestrasse 2 St.Gallen, 071 222 05 15, wendo.sg@bluewin.ch, Aikido Einführungskurs. www.aikido-meishin-sg.ch, Einführungskurs 18:30–19 Uhr, Fortgeschr. Mo/Mi/Fr 19:30–21 Uhr SundariYoga. Ein kraftvolles Yoga, das bewegt. Eine Oase der Stille, die entspannt. Ein zeitgemässer Yogi, der inspiriert. 071 440 20 02, www.sundariyoga.ch I Ging Kurs. Das Buch der Wandlung. Michael Zwissler, 071 534 33 32, fengshui@zeitimraum.ch, www.zeitimraum.ch M A LEN kleine Kunstschule. Gestaltungsschule für Kinder und Jugendliche St.Gallen. Verein kleine Kunstschule, Lucia Andermatt-Fritsche, 071 278 33 80 Begleitetes Malen für Kinder/ Erwachsene. In Gruppen oder Einzel. Karin Wetter, 071 223 57 60 Malatelier für Kinder und Erwachsene. Marlis Stahlberger, Schwalbenstr. 7 (beim Hotel Ekkehard), St.Gallen. 071 222 40 01 oder 071 245 40 30, p.stahlberger@bluewin.ch Wenn Farbenpinsel tanzen, erweitert sich der Horizont. Ausdrucksmalen. Bernadette Tischhauser, St.Gallen, 071 222 49 29, jew. Do Abend, www.praxis-tischhauser.ch Kurs im Malatelier. Arbeiten mit Öl, Acryl, Spachtel. Gruppen und Einzel. Vera Savelieva, Schwertgasse 23, St.Gallen, 078 768 98 07, info@doma-sg.ch Vorbereitungskurs für gestalterische Berufsrichtungen. Lisa Schmid, Atelier Galerie, St.Gallen. 071 222 40 88 oder 071 223 37 01, www.atelier-lisaschmid.ch il pennello Kulturraum03.ch. Malerlebniswerkstatt für Erwachsene u. Kinder, Klang-massage nach Peter Hess, Meridianklopfen, Meditation, individuelle Einzelbegleitung. Maya Bärlocher, Bahnhofstr. 30, 9402 Mörschwil, 071 845 30 32, info@kulturraum03.ch

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Vorbereitungsjahr (10.Schuljahr) für gestalterische Berufsrichtungen/Vorkurse. Ortega Schule St.Gallen, Kesslerstr. 1, St.Gallen, 071 223 53 91, www.ortega-schule.ch, laufend Infoveranstaltungen Begleitung künstlerischer Werkprozesse. Beratung – Kunst und Gestaltung. Teresa Peverelli, Kunstschaffende, Dozentin mit langjähriger Lehrerfahrung, Schule für Gestaltung St.Gallen, 079 749 11 73, tpeverelli@pingnet.ch Meditatives Malen in Rorschach. Sabin Hansen, 071 790 03 73, kontakt@sabinhansen.ch, www.sabinhansen.ch/vitae, ein Sonntagmorgen/Monat

DAC H AT E L I E R Verein Dachatelier. Teufenerstr. 75, St.Gallen, 071 223 50 66, www.dachatelier.ch, 20.02.10 nunofilzen 27.02.10 sitzen auf filz G BS ST.G AL L E N Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum, Davidstrasse 25, St.Gallen, 071 226 58 00, weiterbildung@gbssg.ch Mediendesign. Mac Kurse, Video, Trickfilm, Digitalfotografie Schule für Gestaltung. Kurse und Lehrgänge Handwerk und Technik. Schweissen, Schmieden, Drucken Baukaderschule. Kurse und Lehrgänge

D R EID IM EN S IO N A L kleine Kunstschule. Gestaltungsschule für Kinder und Jugendliche St.Gallen. Verein kleine Kunstschule, Lucia Andermatt-Fritsche, 071 278 33 80 Mosaik Kurse. Maiken Offenhauser, Bühler, 071 793 27 63, Wochenendkurse auf Anfrage Landart und NaturKunst Kurse. Patrick Horber, Altstätten, 071 222 32 33, patrick.horber@ gmail.com, www.streuwerk.ch ÜBUNGS RAUM Kunst. Gestaltungsschule, Trogen «Palais Bleu». Sonja Hugentobler, 071 260 26 86 oder St.Gallen, Gabriela Zumstein, 071 244 77 20. Modellieren. Anfänger bis Fortgeschrittene. Natalia Kaya Zwissler. Filzen. für Kinder und Erwachsene. Yukiko Kawahara, Atelier Oberstrasse 167, St.Gallen, 071 277 26 36 N AT U R WWF Naturlive Naturerlebnisse & Kurse. Exkursionen, Ferien- und sanfte Reiseangebote für Kinder, Familien und Erwachsene. WWF-Regiobüro AR/AI-SG-TG, Merkurstrasse 2, Postfach 2341, 9001 St.Gallen, 071 223 29 30, Kursangebote und Infos unter: www.wwfost.ch/naturlive D IV ER S ES Standortbestimmungsseminar. «Heute hier! und Morgen?». Berufs– Laufbahnberatung, St.Gallen, 071 229 72 11, blbstgallen@ed-blb.sg.ch PaTre. Väter in Trennung/ Scheidung. 1x monatlich Austausch. Info: 079 277 00 71 oder www.forummann.ch/patre.html Stressbewältigung durch Achtsamkeit (MBSR). Vom blossen Reagieren zum bewussten Handeln. Vera Krähenmann, 071 280 20 10, www.k-bt.ch, 8 Dienstagabende ab 13.04.2010, St.Gallen Leistungsfähig sein - leistungsfähig bleiben. Intelligenter Umgang mit Ressourcen und Stress. 071 280 20 10, www.k-bt.ch, 22./23.04.2010, Schloss Wartensee Atelier Keramik Plus. Handwerkliches und ausdruckorientiertes Gestalten mit Tonerde. Workshops, Kurse, Ferienangebote. Margrith Gyr, Degersheim, 071 371 54 32, www.keramik-plus.ch Zauberland im Theaterwerk. Theaterkurse für Kinder, 5-12J. Sandra Sennhauser, Teufenerstr. 73b, St.Gallen, 079 677 15 89, sandra_spoerri@yahoo.com, jeweils Mittwochs.

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LOKALE

Lokale Albani. Steinberggasse 16, 8400 Winterthur, 052 212 69 96, www.albani.ch Alte Fabrik. Klaus Gebert Strasse 5, 8640 Rapperswil, 055 210 51 54, www.alte-fabrik.ch Altes Hallenbad. Reichenfeldgasse 10, 6800 Feldkirch, +43 6763 348 576, www.feldkirch.at Alte Kaserne. Technikumstr. 8, 8400 Winterthur, 052 267 57 75, www.altekaserne.ch Altes Kino Mels. Sarganserstr. 66, 8887 Mels, 081 723 73 30, www.alteskino.ch Assel-Keller. Hauptstr. 53, 9105 Schönengrund, 071 361 13 54, 078 885 59 46, www.assel.ch Bar Breite. Breite, 9450 Altstätten, 071 755 05 15 Bodman-Literaturhaus. Am Dorfplatz 1, 8274 Gottlieben, 071 669 28 47, www.bodmanhaus.ch Buchhandlung Comedia. Katharinengasse 20, 9004 St.Gallen, 071 245 80 08, www.comedia-sg.ch Casa Latinoamericana. Eisengasse 5, 9000 St.Gallen, info@casalatinoamericana.ch Casino Frauenfeld. Bahnhofplatz, 8500 Frauenfeld, 052 721 40 41, www.casino-frauenfeld.ch Casino Herisau. Poststr. 9, 9100 Herisau Casinotheater. Stadthausstr. 119, 8400 Winterthur, 052 260 58 58, www.casinotheater.ch Chällertheater im Baronenhaus. Marktgasse 70, 9500 Wil, 071 911 51 68 Cinevox Theater. Poststr., Neuhausen am Rheinfall, cinevox@artco.ch, www.artco.ch Chössi-Theater. Bahnhalle, 9620 Lichtensteig, 071 988 13 17, VVK: 071 988 57 57, www.choessi.ch Club Chez Fuchs. Reichenaustr. 212, 78467 Konstanz, +49 7531 697 05 12, www.chez-fuchs.de Conrad Sohm. Boden 16, 6850 Dornbirn, +43 5572 33 606, www.adl.at CULT Bar. Kräzernstr. 12a, 9014 St.Gallen, 079 673 07 43, www.cultbar.ch Diogenes Theater. Kugelgasse 3, 9450 Altstätten, 071 755 49 47, VVK: 071 755 19 65, www.diogenes-theater.ch Eisenwerk. Industriestr. 23, 8500 Frauenfeld, 052 728 89 82, VVK: 052 721 99 26, www.eisenwerk.ch Erica der Club. Grenzstr. 15, 9430 St.Margrethen SG, 071 744 15 55, www.erica.ch FassBühne. Webergasse 13, 8200 Schaffhausen, 052 620 05 86, VVK: 052 620 05 86, www.schauwerk.ch Festspiel- und Kongresshaus. Platz der Wiener Symphoniker 1, 6900 Bregenz, +43 5574 41 33 51, www.festspielhausbregenz.at Figurentheater. Lämmlisbrunnenstr. 34, 9004 St.Gallen, 071 223 12 47, VVK: 071 222 60 60, www.Figurentheater-sg.ch Gare de Lion. Silostrasse. 10, 9500 Wil, 071 910 05 77, www.garedelion.ch Gasthaus Rössli/Kultur in Mogelsberg. Dorfstr. 16, 9122 Mogelsberg, 071 374 15 11, www.roessli-mogelsberg.ch, www.kultur-mogelsberg.ch

SAITEN 02.10

Gaswerk. Untere Schöntalstr. 19, 8401 Winterthur, 052 203 34 34, www.gaswerk.ch Genossenschaft Hotel Linde. Poststrasse 11, 9410 Heiden, 071 891 14 14, www.lindeheiden.com Grabenhalle. Unterer Graben 17, 9000 St.Gallen, 071 222 82 11, www.grabenhalle.ch Hotel Hof Weissbad. Parkstr., 9057 Weissbad, 071 798 80 80, www.hofweissbad.ch Jazzclub Gambrinus. Gartenstr. 13, 9000 St.Gallen 071 222 13 30, www.gambrinus.ch Jazzclub Rorschach. Churerstr. 28, 9400 Rorschach, 071 858 39 96, www.jazzclub-rorschach.ch Jazzhuus (Jazzclub). Rheinstr. 21, 6890 Lustenau, www.jazzclub.at Jugendkulturraum flon. Lagerhaus, Davidstr. 42, 9001 St.Gallen, 071 224 55 05, www.flon-sg.ch K9 Kulturzentrum. Hieronymusgasse 3, 78462 Konstanz, +43 7531 16 713, www.k9-kulturzentrum.de KAFF. Zürcherstr. 185, 8500 Frauenfeld, 052 720 36 34, www.kaff.ch Kammgarn. Baumgartenstr. 19, 8200 Schaffhausen, 052 624 01 40, www.kammgarn.ch Kantonsbibliothek Vadiana. Notkerstr. 22, 9000 St.Gallen, 071 229 23 21, www.kb.sg.ch Katharinensaal. Katharinengasse 11, 9000 St.Gallen Keller der Rose. Klosterplatz, 9000 St.Gallen, 071 222 90 20 Kellerbühne. St.Georgen-Str. 3, 9000 St.Gallen, 071 223 39 59, VVK: 071 228 16 66, www.kellerbuehne.ch Kellerbühne Grünfels. Molkereistr. 12, 8645 Jona, 055 212 28 09, VVK: 055 212 28 09, www.gruenfels.ch Kino Loge. Oberer Graben 6, 8400 Winterthur, 052 208 12 41, www. hotelloge.ch Kino Namenlos. Mühletorplatz, 6800 Feldkirch, +43 55 2272 895, www.taskino.at Kino Rosental. Schulhausstr. 9, 9410 Heiden, 071 891 36 36, www.kino-heiden.ch Kinok. Grossackerstr. 3, 9000 St.Gallen, 071 245 80 68, VVK: 071 245 80 68, www. Kinok.ch Kinotheater Madlen. Auerstr. 18, 9435 Heerbrugg, 071 722 25 32, info@kinomadlen.ch, www.kinomadlen.ch Kraftfeld. Lagerplatz 18, 8400 Winterthur, 052 202 02 04, www.kraftfeld.ch Kraftwerk. 9643 Krummenau, 071 993 36 32, www.kraftwerk-club.ch Krempel (Zentrum Neuhof). Wiedenstr. 48, 9470 Buchs SG, 081 756 50 10, fwww.krempel.ch kubus. Mooswiesstr. 30, 9200 Gossau SG, www.myspace.com/imkubus Kugl – Kultur am Gleis. Güterbahnhofstr. 4, 9000 St.Gallen, 076 420 38 45, www.kugl.ch Kult Bau. Konkordiastr. 27, St.Gallen, 071 244 57 84, www.kultbau.org Kul-tour. auf Vögelinsegg, Hohrüti 1, 9042 Speicher, 071 340 09 01, info@kul-tour.ch, www.kul-tour.ch Kultur i de Aula. Schülerweg 2, Goldach, 071 841 49 91, www.kulturideaula.ch

Kultur im Bären. Unterdorf 5, 9312 Häggenschwil, 071 243 20 83, www.kultur-im-baeren.ch Kultur im Bahnhof. Klubschule Migros St.Gallen, Bahnhofplatz 2, 9000 St.Gallen, 071 228 16 00, www.klubschule.ch Kulturcinema. Farbgasse, 9320 Arbon, 071 440 07 64, www.kulturcinema.ch Kulturforum. Bahnhofstr. 22, 8580 Amriswil, 071 410 10 93, www.kulturforum-amriswil.ch Kulturladen. Joseph-Belli-Weg 5, 78467 Konstanz, +49 7531 529 54, www.kulturladen.de Kulturlokal Mariaberg. Hauptstrasse 45, 9400 Rorschach www.maberg.ch Kultur Psychiatrie Münsterlingen. 8596 Münsterlingen, 071 686 41 41, www.stgag.ch Kultur-Werkstatt. Churfistenstr. 5, 9500 Wil, 071 912 22 66, www.kultur-werkstatt.ch Kulturzentrum Gaswerk. Untere Schöntalstr. 19, 8401 Winterthur, 052 203 34 34, www.gaswerk.ch Kunst- und Kulturzentrum K9. Obere Laube 71, 78462 Konstanz, +49 7531 167 13, www.k9-kulturzentrum.de Löwenarena. Hauptstr. 23, 8580 Sommeri, 071 411 30 40, www.loewenarena.ch Lokremise. Grünbergstr. 7, 9000 St.Gallen Lyceumclub. Rorschacherstr. 25, 9000 St.Gallen Marionettenoper. Fischergasse 37, 88131 Lindau, VVK: +49 8382 94 46 50, www.lindauer-mt.de Metrokino. Rheinstr. 25, 6900 Bregenz, +43 5574 71 843, www.filmforum.at Montforthaus. Leonhardsplatz 8, 6800 Feldkirch, +43 5522 760 01 31 10 Offene Kirche. Böcklinstr. 2, 9000 St.Gallen, VVK: 071 278 49 69, www.okl.ch Palace. Rosenbergstr. 2, 9000 St.Gallen, 071 222 06 96, www.palace.sg Parfin de siècle, Mühlensteg 3, 9000 St.Gallen, 071 245 21 10, info@parfindesiecle.ch, www.parfindesiecle.ch Phönix Theater 81. 8266 Steckborn, www.phoenix-theater.ch Projektraum Nextex. Blumenbergplatz 3, 9000 St.Gallen, 071 220 83 50, www.visarteost.ch Printlounge. Schwertgasse 22, 9000 St.Gallen, 071 222 07 52, www.printlounge.ch Propstei. 6722 St.Gerold, +43 55 50 21 21, www.propstei-stgerold.at Raum für innere Kultur. Frongartenstr. 8, 9000 St.Gallen, 071 340 03 25, www.cre-do.info Remise. Am Raiffeisenplatz 1, 6700 Bludenz, +43 5552 334 07, www.remise-bludenz.at Restaurant Eintracht. Neudorfstr. 5, 9533 Kirchberg SG, 071 931 10 92, www.eintracht-kirchberg.ch Restaurant Freihof. Rorschacherstr. 2, 9450 Altstätten, 071 755 86 20, www.freihof-altstaetten.ch

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Restaurant Kastanienhof. Militärstr. 9, 9000 St.Gallen, 071 278 41 42, www.kastanienhof.ch Restaurant Rössli. Dorf 42, 9103 Schwellbrunn, 071 352 21 22 Restaurant Splügeneck. St.Georgenstr. 4, 9000 St.Gallen, 071 222 16 29 Rosenegg. Bärenstrasse 6, 8280 Kreuzlingen, www.museumrosenegg.ch Rudolf-Steiner-Schule. Rorschacherstr. 312, 9016 St.Gallen, 071 282 30 10, www.steinerschule.ch Salzhaus. Untere Vogelsangstr. 6, 8400 Winterthur, 052 204 05 54, VVK: 052 204 05 54, www.salzhaus.ch Schlachthaus Kulturcafé. Dornbirn, +43 5572 36 508, www.café-schlachthaus.at Schloss Dottenwil. Postfach 1094, 9303 Wittenbach, 071 298 26 62, www.dottenwil.ch Schloss Hagenwil. Hagenwil, 8580 Amriswil, 071 411 19 13, VVK: 071 411 41 98, www.schloss-hagenwil.ch Schloss Wartegg. VonBarler-Weg, 9404 Rorschacherberg, 071 858 62 62, www.wartegg.ch Schloss Wolfsberg. Wolfsbergstr. 19, 8272 Ermatingen, 071 663 51 51, VVK: 071 663 51 51, www.wolfsberg.com Schlösslekeller. Fürst-FranzJosef-Str. 68, 9490 Vaduz, +41 423 230 10 40, www.schloesslekeller.li Sonderbar/Rauch. Marktgasse 12-14, 6800 Feldkirch, +43 5522 76 355, www.sonderbar.ch Spielboden. Färbergasse 15, 6850 Dornbirn, +43 5572 219 33 11, www.spielboden.at Stadtsaal. Bahnhofplatz 6, 9500 Wil, 071 913 70 07, www.stadtwil.ch Stadttheater Konstanz. Konzilstr. 11, 78462 Konstanz, +49 7531 90 01 08, VVK: +49 7531 90 01 50, www.stadt.konstanz.de Stadttheater Schaffhausen. Herrenacker 23, 8200 Schaffhausen, VVK: 052 625 05 55, www.stadttheater-sh.ch TapTab Musikclub. Baumgartenstrasse, 8200 Schaffhausen, info@taptab.ch Tango Almacén. Lagerhaus, Davidstr. 42, 9000 St.Gallen, 071 222 01 58, www.tangoalmacen.ch TanzRaum Herisau. Mühlebühl 16a, 9100 Herisau, 071 352 56 77, www.tanzraum.ch Theagovia. Sun Areal, 8575 Bürglen, 071 622 44 33, www.theagovia.ch Theater Kosmos. Mariahilfstr. 29, 6900 Bregenz, +43 5574 440 34, www.theaterkosmos.at Theater St.Gallen. Museumstr. 24, 9000 St.Gallen, 071 242 05 05, VVK: 071 242 06 06, www.theatersg.ch Theater am Kirchplatz. Reberastr. 10, 9494 Schaan, +41 0423 237 59 60, VVK: +41 0423 237 59 69, www.tak.li Theater am Kornmarkt. Seestr. 2, 6900 Bregenz, +43 5574 428 70, VVK: +43 5574 420 18, www.theater-bregenz.at

Theater am Saumarkt. Mühletorplatz 1, 6800 Feldkirch, +43 5522 728 95, www.saumarkt.at Theater an der Grenze. Hauptstr. 55a, 8280 Kreuzlingen, 071 671 26 42, www.kreuzlingen.ch Theaterwerk. Teufenerstr. 73a, 9000 St.Gallen, 079 677 15 89 Tonhalle. Museumstr. 25, 9000 St.Gallen, 071 242 06 32, VVK: 071 242 06 06, www.sinfonieorchestersg.ch Trottentheater. Rheinstrasse, Neuhausen am Rheinfall, 052 672 68 62 USL-Ruum. Schrofenstr. 12, 8580 Amriswil, www.uslruum.ch Vaduzer-Saal. Dr. Grass-Str. 3, 9490 Vaduz, +41 0423 235 40 60, VVK: +41 0423 237 59 69, www.vaduz.li Vollmondbar. Stadtgärtnerei, Glashaus beim Sallmanschen Haus, 8280 Kreuzlingen, 071 672 69 25 Werdenberger Kleintheater fabriggli. Schulhausstr. 12, 9470 Buchs SG, 081 756 66 04, www.fabriggli.ch ZAK. Werkstr. 9, 8645 Jona, 055 214 41 00, www:zak-jona.ch ZiK – Zentrum für integrierte Kreativität. Weitegasse 6, 9320 Arbon, 071 714 402 792, www.zik-arbon.ch

Änderungen und Ergänzungen bitte an: sekretariat@saiten.ch Die Adressen der Museen und Galerien sind unter «Ausstellungen» aufgeführt.v


PFAHLBAUER

er erste, der einen Wank machte, da war dieser Januar schon fast um, war mein Wackelkopfobama auf dem Fenstersims, gleich neben dem fiesfeinstachligen Kaktus und der Gummisalamandersammlung. Er wackelte und stotterte sein Yeswecan, das in seiner ausgeleiert gagmaschinellen Art inzwischen eher wie ein Yeschwiekäär klingt. Trotzdem: Wackelobi bewegte sich, und das war ein Anzeichen, dass Nullzehn doch noch Anstalten machte, irgendwie in Gang zu kommen. Denn, heiliger Eukalyptusdampf nochmal, Nullzehn hatte wieder einmal bei Null begonnen. Totaler Stillstand statt Roadrunner, Baby. Mit dem ewigen Schnee und dem immerwährenden Eis waren hier in diesen Körper die Schleimviren gekommen, nicht irgendwelche exquisiten H1-irgendetwas-Viren, sondern die hundsgemeinen, die sich mirnichtsdirnichts zwei Wochen in den Stirnhöhlen und Lungenzweigen einnisten, und sich dann nur mit Gewalt bitten lassen, zäh und kiloweise. Wenn mir Langhals kurz vor dem Jahreswechsel noch erzählt hatte, er habe jetzt diese Übung, mit der er sich immer zehn Minuten täglich auf einen Gegenstand konzentriere, gegen sein zersetzendes Splatterbewusstsein, ich verstehe schon; dann machte ich nun nichts anderes, aber die ganzen Tage und Nächte lang. Zehn Minuten über dem Kamilleninhalator, zehn Minuten im Eukalyptusbad, zehn Minuten mit Drosinula, dem Bronchialsirup, und mit

Algifor, dem Stirnschmerzbekämpfer. Oder mit Emil, meinem intelligenten Luftbefeuchter mit der seltsamen Vaginalform, aber auch in dieser Hinsicht ging nichts. Überhaupt nichts ging in diesem Nullnulljanuar, ich steckte fest auf einem Eisberg in einem Eismeer, nur heizenheizen, schleimenschleimen und wartenwarten. Was da aus der Rotznase kam, in unbeschreiblichen Massen,

fahrlehrer das grosse Problem unserer Zeit auf den Punkt brachte: den absolut unverständlichen und gefährlichen Kreiselverkehr! Die Leute seien zu faul zum Blinken und zu faul zum Schauen, sagte er, und jeder denke, der andere solle. Und mir gings hernach auch nicht besser. Dabei hatte ich mir soviel vorgenommen! Zum Beispiel wollte ich, bevor ich mich ins Nullzehn stürzte, eine Hellebarde basteln, um endlich auch mal etwas gegen diese Gewalt auf den Strassen zu tun, wie diese wild entschlossenen Lederjackenbuben aus der Plattenleger- und Dekorationsszene, die sich mutigtrotzig in der ganzen Ostrandzone aufgehängt hatten. Aber kaum hatte ich das Schnitzmesser in der Hand, verhöhnte mich auch schon die Nase mit einem Sack voll Schleim. So gingen die Tage, guets Neus, gell, aber ohne dass ich je einen Menschen sah – bis, ja bis eben zu jenem Tag, als die Grade erstmals wieder über den Nullpunkt krochen, die Sonne nach etwa einem Monat zurückkam, der Fuchs fröhlich ums Haus pfiff, und Wackelobama seinen ersten Wank machte. Und dann spürte ich es auch, im Moment, als die Zombies-Platte bei «Is This A Dream» einen kleinen Gump machte. Eine minimale Erschütterung nur, aber ein immenses Zeichen der Hoffnung: Nullzehn bewegte sich doch noch. Die Vibrationsfahrzeuge waren in der Gallenstadt eingefahren. Charles Pfahlbauer jr.

Jeder denkt, der andere solle.

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müsste doch irgendwie zur Energiegewinnung zu nutzen sein! Da sollten sie mal forschen, in der Roche. Draussen gingen, bei nicht aufhörenden Minusfünf bis Minuszehn, die Tage dahin wie im Dunklen Zeitalter. Als ich einmal Tee und Brot holen wollte, haute es mich schon auf dem Vorplatz dermassen auf den Latz, dass ich blutend umkehrte. Und wieder darniederlag. Der einzige Trost war, dass es vielen andern nicht besser ging. Jedenfalls musste ich das annehmen, aufgrund der wenigen Nachrichten, die bis zu mir drangen. Manchmal schaute der Fuchs, der jede Nacht vergeblich um die versenkte Quartiermülltonne schlich, zu mir hinauf, wie mir schien bedauerlich-verständnisvoll. Einmal machte ich die Fernsehkiste an und musste hören, wie ein trauriger Rheintaler Auto-

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D’SUEBALLÄ

SAITENLINIE

Lika Nüssli

SAITEN 02.10

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Anfang des grauen Januars tauchte nach den Gegen-Gewalt-Plakaten ein anderes Bijou hiesiger Plakatkunst auf. Ein Unterhosenmodel aus goldenen Zeiten zeigt die grossen weissen Zähne, rund um sie herum wurde mit Filzstift «Drink! Dance! Yell!», «Shakedown Night», «Hot Rock’n’Roll» und «Cody J spins the wax» geschrieben. Soweit, so gut. Dann auf der rechten Seite «Und: keine (Banken-)Werbung hier. Arschlöcher!» Irgendwie auch noch fast gut, aber dann folgt fröhlich in einen Kringel gekritzelt: «Mit verdammt viel Negermusik». Oha, da hat der Hochnebel einem Spassvogel aber recht die Weitsicht vernebelt. Aber vermutlich checken wir den Puck einfach nicht. Der Tanzabend sollte im Februar in der wunderbaren Bar La Buena Onda von Sawitri-Sophia Benini im Linsebühl stattfinden. Die Wirtin fragte beim DJ nach, was das Ganze solle, was wiederum zur Folge hatte, dass der Abend abgeblasen wurde. Eine Woche vor dem geplatzen Anlass sind Hans Fässler, Jürg Surber und Werner Meier in derselben Bar mit politischen Liedern zu Gast. Linken politischen Liedern, muss an dieser Stelle gesagt werden. Apropos: Die beiden «Woz»-Autoren Daniel Ryser und Carlos Hanimann eröffneten ihren Blog nationofswine.ch – «Politik und Freefight» – furios. Kommentare hagelte es beim Beitrag zu Wolfgang Steigers Text in der «Woz» «Dr. Model und die Nebel von Müllheim». Steiger zeigt darin die Verstrickungen zwischen Kartonfabrikant Daniel Model, Rebell.tv, den Schweizer Monatsheften, der Bildhauerschule Müllheim und dem Cabaret Voltaire auf. Vor allem sauer reagierte Stefan Seydel von Rebell.tv, der gleich zur grossen Polterei gegen die Journalisten anlegte. «Saiten» kriegte bereits nach Steigers Rezension von «Die Form der Unruhe» (herausgegeben von Tina Piazzi und Stefan Seydel, mit einem Vorwort von Daniel Model) in der Novemberausgabe sein Fett ab. Der an nationofswine.ch beteiligte Hanimann schrieb im letzten Heft ja die Titelgeschichte, eine, die viele erfreute Reaktionen hervorrief. Wegen dem Heft kam an einem Nachmittag auch Daniel, (nicht der Model, aber ein Model quasi) vorbei: «Hallo, ich bin auf dem Cover. Kann ich fünf Ausgaben haben?» Eine herzerwärmende Begegnung im doch eher kühlen Januar. Zum Schluss noch zu zwei erfreulichen Neuigkeiten, naja, einer. Toni Bürgin, der Direktor des Naturmuseums St.Gallen, fuhr an einen noch kälteren Ort. Er fotografierte Pinguine in der Antarktis für den Kalender des «Saiten»-Druckers Niedermann. Bravo, denn gerade das Januarbild ist sehr tröstlich mit den beiden schmusenden Frackträgern. Und wenn wir schon bei den grossen Gefühlen angelangt sind: Da ist schliesslich noch Bundes(lite)rat Hans-Rudolf Merz. An den diesjährigen Dunant-Jubiläumsfeiern in Heiden, wird ein «multimediales Musikwerk» aufgeführt. Und ja, das Libretto verfasste wäreliwär? Hoffen wir einfach mal, dass die Werbung ein anderer als der eingangs erwähnte macht. Einen sonnigen Februar allerseits!


N°187 · Wer wird Pensionär?  

Februar 2010 · Die neuen Alten

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