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Magazin für Christen im Gesundheitswesen 1/2014

Beruf und Lebensformen

ChrisCare

ChrisCare

T TEN E P KOM END R E I R I INSP AH N S I X PRA

Beruf Beruf und und Lebensformen Lebensformen DER ERSTE VERWUNDETE

ÜBER MEINE KRÄFTE

AUFTANKEN

BERUF IST PASSION RESPEKT LIEBE ZU GOTT LEBENSWIRKLICHKEIT STILLE ZEIT BERUFUNG UND FAMILIE LÖSUNGSKONZEPT HEILSAME ZWISCHENZEITEN

VERTRAUEN

GEBET MIT KRANKEN

BEZIEHUNGEN

März 2014 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) sFr. 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381


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S. 3 S. 4 S. 5 S. 10 S. 12 S. 14 S. 16 S. 18 S. 21 S. 24 S. 26 S. 28 S. 30 S. 32 S. 35 S. 36 S. 39 S. 40 S. 41 S. 42 S. 44 S. 46

INHALTSÜBERSICHT

Editorial Kunst: Der erste Verwundete Erfahrungsberichte Teil 1 Leben für Beruf und Dienst Der Wecker und die stille Zeit Bloß kein Mitleid Wahlheimat Kloster Die Zukunft des gemeinsamen Dienstes Dieses Kind will leben Blickpunkt Das Gebet mit Kranken Mensch = Medizinobjekt? Christen im Gesundheitswesen (CiG) Nachrichten Hier rät Dr. Rottweil! Ich bitte Dich, dass Du mich heilst Vorgestellt Nach 5 Tagen gibt es einen Apfel Literaturrezensionen Termine: Tagungen, Seminare & Konferenzen ChrisCare bestellen + verschenken CGK + Impressum

Inhal t

Redaktionskreis: Sr. Patricia Baumann (Untermarchtal), Pflegeheimleiterin; Pastor Frank Fornaçon (Ahnatal), Redaktion ChrisCare; Bettina Gundlach (Aumühle), Ärztin im Sozialpsychiatrischen Dienst, Vorstand Christen im Gesundheitswesen (CiG);

Günther Gundlach (Aumühle), Geschäftsführer CiG; Dr. rer. cur. Annette Meussling-Sentpali (München), Dipl.-Pflegewirtin, MScN, Referentin Caritasverband (München), Fortbildung Caritas; Dr. med. Georg Schiffner (Aumühle), Internist, Vorsitzender CiG;

Pastoralreferent Bruno Schrage (Köln), Dipl. Theologe, Dipl. Caritaswissenschaftler, Referent für Caritaspastoral im Erzbistum Köln; Kathrin Städler (Havelberg), Religionswissenschaftlerin und Krankenschwester; Hans-Arved Willberg (Karlsruhe), Theologe und Pastoraltherapeut; Dr. med. Monika Windsor (Zwochau), Anästhesistin, palliative care

Fachbeirat: Dr. theol. Peter Bartmann (Berlin), Gesundheitsökonom, Diakonie Bundesverband; Reinhild Bohlmann (Hofgeismar), Bund

freiberuflicher Hebammen Deutschlands BfHD e.V.; Prof. Dr. med. Andreas Broocks (Schwerin), Ärztl. Direktor Carl-Friedrich-Flemming-Klinik, HELIOS-Kliniken; Ulrike Döring (Wiesbaden), Vorsitzende Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen in Deutschland e.V.; Paul Donders (Niederlande), Leitung xpand international; Prof. Dr. theol. Ralf Dziewas (Bernau), Theologisches Seminar (Fachhochschule) Elstal; Heribert Elfgen (Aachen), Physiotherapeut, Dipl. Musiktherapeut; Claudia Elwert (Karlsruhe), Physiotherapeutin, Mitarbeiterin Zentrum für Gesundheit-Therapie-Heilung; Sr. Hildegard Faupel (Springe), Theologin, Pädagogin; Dr. theol. Astrid Giebel (Berlin), Diakoniewissenschaftlerin, Krankenschwester, Diakonie Bundesverband; Dr. med. Martin Grabe (Oberursel), Chefarzt Psychosomatik Klinik Hohe Mark, Vorsitzender Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e.V.; Dr. med. René Hefti (Langenthal), Chefarzt SGM Klinik Langenthal, Ltg. Forschungsinstitut Spiritualität & Gesundheit; Sr. M. Basina Kloos (Waldbreitbach), Franziskanerin, Generaloberin; Sr. Anna Luisa Kotz (Untermarchtal), Vorstand Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul; Reinhard Köller (Aumühle), Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren; Pfarrer Ulrich Laepple (Berlin), Referent Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste; Dipl.-Kfm. Cord Meyer (Reinbek), Hauptgeschäftsführer Albertinen-Diakoniewerk e.V.; Dr. med. Gabriele Müller (Frankfurt a. M.), Anästhesistin am Schmerz- und Palliativzentrum Rhein-Main; Rolf Nussbaumer (Herisau), Schule für christliche Gesundheits- und Lebensberatung; Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg), Diözese Rottenburg-Stuttgart; Dr. theol. Heinrich-Christian Rust (Braunschweig), Pastor der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Braunschweig, Friedenskirche; Dr. med. Claudia Schark (Tübingen), Internistin, Geriatrie, Oberärztin Reha-Klinik Böblingen; Oberin Andrea Trenner (Berlin), Oberin Johanniter Schwesternschaft; Dr. phil. Michael Utsch (Berlin), Psychotherapeut, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen


EDITORIAL

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Liebe Leserin, lieber Leser, früher war alles einfacher, jedenfalls bis in die 1960er Jahre. Die Ärzte waren verheiratet und hatten Kinder. Die Schwestern gehörten zu einer Schwesternschaft, waren weder verheiratet noch hatten sie Kinder. Pflegende Mütter waren noch unbekannt und wenn eine Krankenschwester heiratete, schied sie in der Regel aus dem Beruf aus. Der Alltag auf Station und in der Familie waren kaum unter einen Hut zu bringen. Heute ist die Mehrzahl der Studierenden an den medizinischen Fakultäten weiblich und die künftigen Ärztinnen wünschen sich nicht nur einen erfüllenden Beruf, sondern auch Kinder. Krankenschwestern, die ihren Dienstplan nach dem Stundenplan ihrer Kinder ausrichten müssen, sind nicht die Ausnahme, sondern ein gewohntes Bild im Klinikalltag. Der Mitarbeitermangel in den Kliniken hat schon in den 1970er Jahren Betriebskindergärten entstehen lassen. Diakonissen und katholische Ordensschwestern gibt es in der Pflege kaum noch. Die kommunitäre Lebensgemeinschaft einer Schwesternschaft spielt noch ausnahmsweise eine Rolle im Gesundheitswesen. Geblieben ist die Sehnsucht nach einer gemeinsam gelebten Berufung. Allein kann man den Anforderungen in Medizin, Pflege und Therapie weniger gut gerecht werden. An die Stelle der Kommunität ist das Team getreten. Aber im Team gibt es nur eine Gemeinsamkeit: Die Versorgung oder Behandlung der Patienten. Es fehlt die gemeinsame Berufung, für die neben der Gruppe der Helfenden und der Gruppe der Umsorgten noch ein Drittes wichtig ist: die Beauftragung durch Gott, der sich in der Bibel als „Freund des Lebens“ vorstellt. Wie man diese gemeinsame Berufung mit anderen leben kann, soll in dieser Ausgabe von ChrisCare behandelt werden. Es geht um den ganz normalen Alltag, aber auch um das Experiment neuer geistlicher Gemeinschaften. Wie kann man in Pflege, Therapie und Medizin so arbeiten, dass man sich als Teil der christlichen Gemeinde erleben kann? Als Leserin und Leser von ChrisCare sind Sie schon einen Schritt in die richtige Richtung gegangen: Sie teilen mit anderen deren Erfahrungen und Fragen. Sie sind mit auf der Suche nach neuen Wegen, dem Glauben an Jesus Christus im Gesundheitswesen Gestalt zu geben. Sie sind nicht allein unterwegs. Viele gehen denselben Weg. Unterwegs können neue Formen gemeinsamen Dienens entdeckt werden. Wenn Sie uns schreiben, wie diese für Sie aussehen, freuen wir uns. Ihre

Dr. med.

Dr. rer. cur. Annette

Georg Schiffner,

Meussling-Sentpali,

Vorsitzender Chris-

Dipl.-Pflegewirtin

ten im Gesundheits-

MScN, Referentin Cari-

wesen, Hamburg

tasverband München


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KUNST

Der erste Verwundete Das Gemälde von Sir John Lavery Die Schwester erinnert in ihrer Tracht an Florence Nightingale. Diese hatte während des Krimkrieges in den 1860er Jahren bemerkt, wie ahnungslos und mangelhaft ausgebildet Frauen waren, die zur Pflege Sir John Lavery der Verwundeten eingesetzt wurden. Florence Nightingale setzte sich daraufhin für eine Reform des Sanitätswesens der Britischen Armee und der Ausbildung in der Krankenpflege ein. Krankenschwestern wurden nun nicht mehr von Medizinern ausgebildet, sondern von erfahrenen Schwestern angeleitet. So entwickelte sich der Beruf der Krankenschwester von einer reinen Hilfstätigkeit zu einer eigenen Profession. Dass auf dem Bild von Lavery die Schwester im Zentrum des Bildes steht, ist nicht zuletzt dem Einsatz von Florence Nightingale zu verdanken. Sir John Lavery,1856-1941, Der erste Verwundete, London Hospital. August 1914, Maße: 62 x 76 cm, Technik: Öl/Lwd., Standort: Christie's Images Ltd

Das Bild zeigt die Ruhe vor dem Sturm. „Der erste Verwundete“ nennt der Maler Sir John Lavery sein Bild. Es zeigt den Beginn des Ersten Weltkrieges aus der Perspektive der Sanitäter. Im Mittelpunkt die Krankenschwester, genauer ihre Hände. Auf sie fällt auch der Blick des Verwundeten, der keine großen Schmerzen zu haben scheint. Mann und Frau berühren sich nicht. Zwischen ihnen ist der Tupfer, ein Instrument. Im Hintergrund sitzt jemand im Rollstuhl und ein Beinverletzter schreitet an Krücken. Aber beide scheinen nicht wirklich zu leiden. Sie sind Symbole des kommenden Elends. Ganz hinten gibt die Tür den Blick frei in weitere Krankensäle. Die Betten im Saal sind noch weitgehend unbenutzt. Der erste Tag des Krieges lässt kaum etwas ahnen vom Dreck und Eiter, vom Schreien der Verletzten und vom Wimmern der Sterbenden. Vorsichtig, fast distanziert behandelt die Schwester den Ellbogen des jungen Mannes. Die Szene lässt noch nicht ahnen, wie hilflos die Sanitäter der Not ausgeliefert sein werden. Wenn die Schmerzmittel nichts mehr ausrichten, weil nicht nur das Fleisch, sondern die Seele selbst zerstört ist.

Aber hier steht der Schwester die Bewährung noch bevor. Die Tupfer und Binden werden sich bald rot färben vom Blut der Verletzten. Der Alkohol, der in der blauen Flasche auf dem Tisch steht, wird nötig sein, um Wunden zu reinigen und trotzdem werden unzählige am Wundbrand sterben. Die wohlgeordnete Klinik wird zum Schauplatz menschlicher Tragödien werden. Aber noch ist von all dem nichts zu sehen. Dem Krieg sahen die europäischen Völker optimistisch entgegen. Er wurde als reinigendes Gewitter begrüßt, das ebenso schnell enden würde, wie es begonnen hat. Ein tragischer Irrtum. Über 20 Millionen Soldaten wurden zwischen 1914 und 1918 verwundet. An den Folgen litten viele von ihnen jahrzehntelang. Von Religion ist auf dem Bild nichts zu sehen. Kein Kreuz, kein Heiligenbild, kein Hinweis auf das Jenseits. Die religiöse Dimension scheint ausgeblendet. Das London Hospital ist 1914 ein Reperaturbetrieb des Krieges, kein Ort, an dem man geistliche Erfahrungen machen kann. Der einzige Schmuck auf den anderen Bildern, die der Maler im London Hospital auf Leinwand gebannt hat, ist die britische Fahne, dem Symbol des Nationalismus, der die Zeit geprägt hat. Kein großer Trost bei dem, was kommen wird. Frank Fornaçon, Ahnatal


ERFAHRUNGEN

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Sichtweisen

Chefarzt Dr. med. Jürgen Bolte, Boltenhagen

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Ganz schön weit weg

Früher war ich über meine Kräfte aktiv

Im Herbst 1995 bin ich mit meiner sechsköpfigen Familie von Krefeld in NRW nach Boltenhagen gezogen, um im schönen Mecklenburg-Vorpommern in einer kardiologischen Rehaklinik zunächst als Oberarzt, später als Chefarzt zu arbeiten. Was zunächst als Interimsphase gedacht war, „entpuppte“ sich später als Langzeit-Einsatz. Allerdings ist die Position als Chefarzt in einer Rehaklinik mit deutlich weniger hohem Zeitaufwand verbunden als im Akutkrankenhaus, was mir sehr entgegenkam, weil ich möglichst viel Zeit mit meiner Familie verbringen wollte. In der Rehaklinik sind die Patienten meist drei Wochen, zeitweilig oft sehr intensiv zu betreuen. Andererseits besteht „auf dem Lande“ oft eine Arztmangelsituation, so auch bei uns. Manchmal „hakt“ es auch zwischen der Klinikleitung und der Verwaltung, sodass insgesamt oft viel Kraft abverlangt wird. Durch die klar umgrenzte Arbeitszeit habe ich relativ viel Zeit für meine vier Kinder und meine Frau, aber auch für

v.l.: Jürgen Bolte, Assistenzärztin Frau Schmidt, Oberarzt Krastev

Hobbies wie Gospel-, Posaunenchor, Sport und Hauskreis. Zeitweilig komme ich aber auch an meine Grenzen, zum Beispiel, wenn die Pubertät zuschlägt – dann freue ich mich auf ein Wochenende oder auch nur einen Abend mit meiner Frau.

Auf dieser Grenzwanderung ist aber auch immer wieder das Gespräch mit Gott, das Lesen in der Bibel und Musizieren für das „Auftanken“ wichtig. Mehr noch – die Tatsache,dass ich mich innerlich „leer“ fühlte, konnte ich oft darauf zurückführen, dass ich über meine Kräfte aktiv war und vieles aus mir heraus tat.


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ERFAHRUNGEN

Silke Petersen, Ärztin zur Weiterbildung zum FA für Psychotherapeutische Medizin und Psychosomatik, Berlin

Mein Beruf ist für mich Passion Von der Krise zum Lebensinhalt

Das Ärztinnendasein und das Ehelossein habe ich zunächst unabhängig voneinander als Berufung von Gott her erlebt. Zunächst wollte ich Kinderärztin werden, dann Innere bzw. Allgemeinmedizinerin, wollte immer schon eine Tätigkeit, die möglichst den ganzen Menschen umfasst. Geworden bin ich schließlich Psychosomatikerin in einer Rehaklinik, die hauptsächlich Psychotherapie macht, die Patienten aber auch allgemeinmedizinisch betreut. So bin ich wieder beim Ursprung angekommen, kümmere ich mich doch um innerlich verletzte Kinder, die ich in ihrem Prozess unterstütze, mehr sie selbst und damit heiler zu werden, lebensfähig zu sein. Dabei begleite ich sie innerlich im Gebet, empfinde zudem, sie gewissermaßen auch noch ein Stück mütterlich „auszutragen“. Dies darf ich als von Gott sehr gesegnet erleben. Bezüglich meiner Lebensform bin ich zwischenzeitig in eine schmerzvolle, ca. 10 Jahre andauernde Krise geraten. Es folgte ein neuer Prozess des Suchens und Fragens und der eigenen Heilung. Inzwischen glaube

ich wieder, dass Gott sich den Singleweg für mich weiter wünscht, da meine Tätigkeit viel Zeit und emotionales Engagement erfordert, für das ich so die nötige Freiheit habe, auch um meine komplentative Seite zu leben. In der Krise ist zudem meine eigene psychotherapeutische Berufung weiter gewachsen. Im Inneren verletzten Kindern helfen

Ein solcher Weg wäre aber für mich nicht lebbar ohne ein intensives haltendes Umfeld mit familiären Strukturen, wie Gott es mir gleich in mehrfacher Hinsicht geschenkt hat. Zum einen bin ich quasi Familienmitglied in der Familie meiner langjährigen Freundin Ruth, die zwei Minuten entfernt um die Ecke wohnt. Ich bin dort stets willkommen, was ich als großes Geschenk erlebe. Sie und ihr Mann sind Psychiater, was einen verständnisvollen fachlichen Austausch ermöglicht. Wir haben gemeinsame Visionen für unser Fach und unseren Stadtteil und den monatlichen CIGRegionalgebetskreis. Als Zweites bin ich Mitglied bei einer dominikanischen Laiengemeinschaft, angeschlossen an meine von Dominikanermönchen geleiteten Gemeinde, wo es ebenfalls viel Austausch und

Unternehmungen gibt. Als Drittes bin ich vor einigen Jahren in unseren professionell geleiteten Kirchenchor eingetreten. Gerade dies bietet mir neben viel Freude und Erfüllung eine wunderbare Distanzierung von beruflichen Belastungen und dem Leid, unter dem ich mich oft stehen fühle wie Maria unter dem Kreuz. Mein Beruf ist für mich Passion in doppelter Hinsicht durch Begeisterung, aber auch das miterlebte Leid und die Dunkelheiten, für das ich / wir noch weitere Antworten von Gott erhoffen. Im Dezember hat sich unsere Tisch- und Gebetsgemeinschaft durch den Zuzug einer lieben christlichen ärztlichen Freundin mit Familie ins Mietshaus von Ruth noch weiter vermehrt. Ich bin gespannt, was Gott noch alles mit uns vorhat.


ERFAHRUNGEN

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Sichtweisen

Ute Wolff, Pas-

toralreferentin,

Klinikseelsorge, Mitglied im

bundesweiten

Leitungskreis CiG, Stuttgart

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Heilsame Zwischenzeiten Freiräume schaffen für Privates

Über die Jahreswende war ich im oberfränkischen Meditationszentrum Gries zu Exerzitien. Dort bekommen die Teilnehmenden immer am letzten Übungstag praktische Tipps für einen guten Wiedereinstieg in den Alltag mit auf den Weg: die berühmte Prioritätenliste von Franz Jalic, dem Gründer des Zentrums. Er hat sie als Richtschnur für Menschen zusammengestellt, die allein, in Familie oder in Gemeinschaft kontemplativ leben wollen. Die Reihenfolge lautet: 1. Schlaf; 2. Bewegung; 3. Gebet; 4. Beziehungen; 5. Arbeit. „Oh je“, durchfährt es mich jedes Mal, „Welch hoher Anspruch! Mein Alltag sieht ganz anders aus!“ Die Prioritätenliste auf den Kopf gestellt, ja, das kommt schon eher meiner Lebenswirklichkeit als alleinstehender und voll beruflich tätiger Frau nah. Als Pastoralreferentin und Klinikseelsorgerin verstehe ich meinen Beruf als Berufung. Gott hat mich dort hingestellt. Das weiß ich und ich bin auch sehr gern in der Klinik. Aber muss die Arbeit einen so hohen Stellenwert haben, dass sowohl der Schlaf als auch die Bewegung und die Beziehungen darunter leiden? Nein, das kann es nicht sein, denke ich. Also habe ich mich ent-

schieden, meine Prioritäten anders zu setzen. Es ist zumindest ein Versuch wert. Meine neue Wohnung, 40 Minuten vom Arbeitsplatz entfernt, gibt mir schon mal den notwendigen Abstand. Unterwegs auf dem Heimweg zu Fuß und mit der Stadtbahn, kann ich so manches Päckchen, das ich früher mit nach Hause genommen habe, ablegen. Jetzt habe ich einen Arbeitsund einen Wohnbereich. Das tut gut. Das schafft neben den häuslichen Tätigkeiten, die ich als Alleinstehende eben auch allein zu bewältigen habe, Freiraum für die Pflege von Beziehungen, für die eine oder andere Freizeitbeschäftigung, für Mußestunden, in denen ich neue Kraft schöpfe. Ohne diese bewusst ausgesparten „heilsamen Zwischenzeiten“ würde auch die Beziehung zu Gott leiden. Da ich bewusst ehelos mitten in der Welt lebe, brauche ich – wie alle in Familie oder Gemeinschaft Lebenden –, den regelmäßigen Austausch mit Gott im Gebet. Die stille Zeit am Morgen, der Besuch der Eucharistiefeier im Krankenhaus, die Möglichkeit, an der Mittagsbesinnung teilzunehmen und am Abend das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit helfen mir, am „Lebenssaft“ angeschlossen zu blei-

ben. Es sind Eckpfeiler, die gut tun, die ich mir aber auch immer wieder neu erkämpfen muss. Wenn ich nicht am „Lebenssaft“ angeschlossen bin, merke ich das in meiner Arbeit sehr schnell. Dann lässt die Aufmerksamkeit gegenüber den vielen kleinen Impulsen, durch die Gott mich zu den Menschen führt, die mich brauchen, nach. Dann nehme ich die vielen kleinen Wunder, wie Gott Menschen durch seine liebende Gegenwart heilsam berührt, nicht mehr wahr und das wäre schade. Und ich könnte auch nicht all die vielen Lebens- und Leidensgeschichten von Patienten und den Mitarbeitenden, die täglich an mein Ohr dringen, verarbeiten. Mit Ihm in lebendiger Verbindung zu sein und obendrein ein gutes, tragfähiges Netz von zweckfreien Beziehungen zu haben, hilft mir, Privates und Berufliches in Einklang zu bringen. Schlaf und Bewegung kommen bei mir zwar immer noch zu kurz, und manchmal gerät auch das, was ich zu haben glaubte, wieder aus dem Ruder. Dennoch bleibt die Prioritätenliste nach Jalic für mich eine Herausforderung, so etwas wie ein Stachel im Fleisch, der ganz heilsam ist.


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ERFAHRUNGEN

Dr. med. Marita Schneider, Praktische Ärztin, Psychosomatische Regulativmedizin

Mit Gott auf meinem Weg Drei wichtige Entscheidungen trifft der Mensch

Mit Abschluss des Medizinstudiums heirateten Siegfried und ich 1985, er arbeitete in einer Hamburger Hypothekenbank. Nach mühseliger Stellensuche, während dieser zweijährigen „Zwischenzeit“ schrieb ich meine Dissertation, konnte ich in der Neurologie des AK St. Georg in Hamburg mit dem Stationsdienst starten. Als verheiratete Frau im gebärfähigem Alter und der damals noch herrschenden Ärzteschwemme ein Geschenk! Das Leben hat viele Weggabelungen

Wie sich alsbald herausstellte jedoch auch ein Knochenjob, der mir persönlich viel abverlangte. Wir wünschten uns Kinder und als ich nach 18 Monaten nicht schwanger wurde, kündigte ich aus freien Stücken. Dank unserer Gebete und einer Hormontherapie bekamen wir Zwillinge, die Freude war riesig. 1991 erstanden wir in der Nordheide einen Resthof. Die Zeit mit den Kindern habe ich sehr genossen, sie füllten mich auch in meiner Bestimmung aus. Als ich 1995 den Allgemeinarzt in unserem Ort konsultierte, bot er mir spontan eine Dauerassistenzstelle an. Während Charlotte und

Jonathan im Kindergarten weilten, konnte ich stundenweise arbeiten. Die Patientenversorgung bereitete mir Freude. Keine Entlassungsbriefe, keine Nachtdienste! Nach weiteren sieben Jahren fragten mich zwei christliche Kollegen an, ob ich sie halbtags unterstützen wolle. Die Kinder waren nunmehr 12 Jahre alt. In dieser Tostedter Praxis war ich letztendlich 10 Jahre mit eingebunden. Parallel begann ich, eine privatärztliche Praxis in dem ehemaligen Stalltrakt einzurichten. Mittlerweile

bin ich mit dieser Tätigkeit gut ausgelastet, auch für psychotherapeutische Interventionen bleibt noch Zeit. Insgesamt bin ich Gott sehr dankbar für diesen Lebensweg. Als 22-Jährige hörte ich einen Vortrag von Pater Anselm: Der Mensch trifft drei wichtige Entscheidungen, vorrangig ist die für Jesus, dann die für den richtigen Ehepartner und als letztes die für den Beruf, den man notfalls wechseln könne. Dieser Gedankengang hat mich damals tief berührt. An jeder Weggabelung gab er mir rechtzeitig den Wink.


ERFAHRUNGEN

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Sichtweisen

Uta Runkel,

Medizinisch-

technische Laborassistentin, Stuttgart

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Beruf und Lebensform

Wie stehen diese beiden Eigenschaften in Beziehung?

Als ich vor über 30 Jahren mit der Ausbildung zur MTLA begann, habe ich nicht geahnt (und auch nicht darüber nachgedacht), dass dieser Beruf im Gesundheitswesen tatsächlich in Wechselwirkung mit dem Privatleben steht – bzw. stehen kann, wenn man sich darauf einlässt! Nachdem ich in Krankenhäusern und Laborgemeinschaften gearbeitet habe, bin ich nun seit Längerem in einer Kinderklinik mit onkologischem Schwerpunkt angestellt. Als ich dort anfing, kam ich in eine schlimme Mobbingatmosphäre, die viele Monate angehalten hat. Auch wenn ich schon einiges an Berufs- und Lebenserfahrung hatte, war diese Zeit sehr schlimm, aber auch prägend für mich. Und eigentlich zum ersten Mal habe ich richtig empfunden, wie rettend mir als Single das gewachsene Vertrauen zu einigen Christen, die meine Freunde sind, wurde! Und öfter wurde mir bewusst, wie solch eine schwere Erfahrung im Beruf mein Vertrauen auf Gott insgesamt enorm gestärkt hat. Die Situation hat sich dann grundlegend geändert und nach einiger Zeit

kam mir die Idee, meine Kolleginnen immer mal wieder zu mir nach Hause einzuladen, was auch sehr gerne angenommen wurde. Wir hatten immer viel Spaß und ich meine, dass sich das auch unbewusst im Arbeitsalltag niederschlug bzw. -schlägt. Ich vertraue darauf, dass Gott mehr daraus macht! Ganz ab und zu ergibt es sich auch, dass ich durch die Blutentnahmen bei den Krebskindern Kontakt zu Müttern bekomme. Ich versuche ihn dann in meiner Freizeit auszubauen. Sicher sind diese oder noch andere Aktivitäten auch „Familienmenschen“ möglich. Ich für mich erlebe da aber eine große Freiheit und Freude, meine Zeit und Kraft in Menschen zu investieren. Ganz neu erlebe ich auch eine, ja, wohltuende Gelassenheit in Bezug auf die Wochenend- und andere Dienste, da mich zuhause keiner erwartet! Aber, keine Sorge, ich kann mich auch gut von der Arbeit lösen und ab- bzw. umschalten. Und da meine ich, es als Single besonders genießen zu können, wenn ich mich gemeindlich, musikalisch und durch Treffen mit verschiedenen Men-

Zwischenmenschliche Beziehungen auch im Privaten ausbauen

schen einbringen kann und selbst bereichert werde. Da bin ich dann bewusst dankbar, wenn ich nach einem schönen, mehr oder weniger ruhigen Wochenende wieder zur Arbeit gehe! Erstaunlicherweise erlebe ich aber auch das Umgekehrte, nämlich, dass ich umso lieber zur Arbeit gehe und die richtig genieße, wenn es privat gerade etwas holperig zugeht. Ob sich im Beruf und/oder dem Singleleben etwas ändert? Hauptsache, im Alltag der Berufungen gibt es keinen Stillstand!


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ERFAHRUNGEN

Leben für Beruf und Dienst Gemeinsam an der Seite der Armen

Als Kloster habt ihr die Häuser der Kranken, als Zelle ein Mietzimmer, als Kapelle die Pfarrkirche, als Kreuzgang die Straßen der Stadt,… (Vinzenz von Paul) Dieses Zitat kann für uns als Vinzentinerinnen eine Aufforderung sein, es unserem Ordensheiligen gleichzutun und immer wieder neue Wege zu suchen, „mitten in der Welt“ zu leben, nahe bei den Menschen und offen zu sein für ihre Nöte. Als „tätige“ Ordensgemeinschaft ist unser Dienst ein wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und auch unserer Spiritualität: Armendienst ist Gottesdienst, ganz kurz gesagt. Als Vinzentinerinnen suchen wir im Dienst an den Armen, die für uns spezifische Verbindung von Gebet, Leben und Arbeit zu verwirklichen und mit unserem Leben aus dem Glauben eine Antwort auf die Fragen, Probleme und Nöte unserer Zeit zu geben. Dieser Aufgabe muss sich jede Schwester in ihrem ganz persönlichen Dienst stellen und doch sind wir als Gemeinschaft auf dem Weg, mit allen Mitschwestern hier in der Diözese Rottenburg Stuttgart und in Afrika. Im Zusammenleben des Konvents konkretisiert sich dies, hier wird Leben und Alltag geteilt. Die Gemeinschaft trägt und stärkt uns für unseren Dienst und bietet doch genügend Reibungsfläche. Wir sind alle unterschiedlich, haben uns nicht ausgesucht und leben als Frauen mit unterschiedlicher Prägung, unterschiedlichem Temperament, aus unterschiedlichen Generationen zusammen und trotzdem haben wir eines gemeinsam:

„Die Liebe zum Herrn und die gleiche Berufung zum Dienst der Barmherzigkeit haben uns zusammengeführt. Das gemeinsame Leben gehört wesentlich zu unserer Lebensform“ (LO 501) – so kommt diese Gemeinsamkeit in unserer Lebensordnung zum Ausdruck. Unsere Lebensform, ein Leben nach den Evangelischen Räten, in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam, scheint vielen Menschen unverständlich und fremd. In Begegnungen und Reaktionen anderer merke ich oft, wie unvorstellbar es für viele ist. Unsere Lebensform bietet Stoff, um sich damit auseinander zu setzen, sich daran zu reiben und manches in Frage zu stellen, für mich selbst und für die Menschen, die mir begegnen. Für mich wäre diese Lebensform nicht ohne die Gemeinschaft denkbar. Tragend erlebe ich dabei die gemeinsame Basis und Mitte: die Liebe zu Gott und den Menschen, das Vertrauen in diese Gemeinschaft gerufen zu sein, ebenso wie jede meiner Mitschwestern. Tragend ist für mich das gemeinsame Beten und Reden, das Wissen, ich werde in Schwierigkeiten mitgetragen. Herausfordernd erlebe ich Reibungspunkte und Konflikte im Alltag und den konstruktiven Umgang damit. Spannend ist das gemeinsame Ringen und Suchen, was ist heute unser Auftrag als Ordensgemeinschaft, als Konvent, als einzelne Schwester?


ERFAHRUNGEN

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Im Mutterhaus der barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal in Oberschwaben

So hilft mir die Gemeinschaft, mich zu verankern und doch frei für meinen Dienst zu bleiben. Sie bietet mir Möglichkeiten des Rückzugs und lässt Raum, um Kraft zu schöpfen. Sie gibt mir immer wieder die Möglichkeit, auch unterschiedliche Meinungen und Schwierigkeiten als Chance zu begreifen, gemeinsam zu wachsen. Das gemeinschaftliche Leben ist für mich keine „Wohlfühloase“ oder Selbstzweck, es soll im positiven Sinne eine Herausforderung bleiben und auf den Dienst ausgerichtet sein.

rum in die Gemeinschaft ein. Ein Wechselspiel, das spannend bleibt, gerade im Alltag, wenn es darum geht, die unterschiedlichen Arbeitszeiten jeder einzelnen Schwester, das Gebet, das Gemeinschaftsleben zusammen zu bringen und so gemeinsam am Werk unserer Ordensheiligen, Vinzenz von Paul und Luise von Marillac, mitzubauen.

Sr. Katharina Maria Scherer, Untermarch-

Ich bringe mein Gemeinschaftsleben ein Stück weit in meinen Beruf mit ein, es gehört zu mir und wird schon durch meine Ordenstracht nach außen hin sichtbar. Genauso bringe ich meine beruflichen Erfahrungen wiede-

tal, Referentin für vinzentinische Spiritualität für Mitarbeiter, Mutterhaus der barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul


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HINTERGRUND

Der Wecker und die stille Zeit Leben zwischen Praxis und Familie 6 Uhr – der Wecker klingelt. „Warum hast du ihn schon so früh gestellt?“ „Weil ich noch stille Zeit machen möchte!“, lautet die Antwort meines Mannes auf meine vor Müdigkeit leicht gereizt gestellte Frage. So haben schon manche Tage angefangen bei uns, obwohl ich das ja eigentlich super finde. Und diese stille Zeit, die Peter frühmorgens sucht, da er abends einfach zu kaputt ist, sollte auch für mich das Wichtigste sein. Er ermutigt und ermahnt mich dazu, diese Zeit zu finden, um die Bibel zu lesen und zu beten.

meist gemeinsamen Abendbrot sind es laute Kinderstimmen, die durch den großen Wohnraum tönen. Für erwachsene Gespräche fehlt ihm die Kraft, mir die Ruhe. Er bleibt anschließend mit den beiden im Kinderzimmer, bis auch der jüngere Racker endlich anfängt, gleichmäßig zu atmen. Und wenn er dann benommen nach unten kommt, setzt er sich an den Computer und arbeitet oder liest noch etwas. Sobald ich ins Bett gehe, möchte er noch „kurz“ abschalten und schaltet manchmal dazu den Fernseher an. Diskussionen gab es schon zu dem Thema, da es dann oft viel später wird als geplant.

Wir haben zwei kleine wilde Söhne, Jahrgang 2009 und Jahrgang 2011, die halten uns auf Trab – und wenn beide endlich gegen 21 Uhr schlafen, beginnt für meinen Mann erst der Feierabend. Er arbeitet als selbständiger Allgemeinmediziner in einem MVZ in Berlin-Reinickendorf. Peter liebt seine Arbeit, sie liegt ihm auch, obwohl er als Typ eher menschenscheu war in seiner Jugend, hat er mir erzählt. Das hat sich natürlich gelegt: Nicht nur mit den sechs ärztlichen Kolleginnen und Kollegen, sondern auch mit den Helferinnen und Helfern sowie den vielen Patientinnen und Patienten führt er dauernd Gespräche. Wenn er dann um 18 Uhr nach Hause kommt, braucht er oft eine Zeit der Pause vom Reden und Austausch. Die Kinder klettern auf ihm herum, während er sich – mit schmerzendem Rücken – gerne auf den Fußboden legt. Auch beim

Ich habe jetzt angefangen, einen Psalm auswendig zu lernen. Früher konnte ich sowas immer gut, aber lange ist es her. Jetzt geht es natürlich um etwas anderes als nur darum, den Text zu können. Auf Englisch heißt Auswendiglernen „to learn by heart“ – etwas mit dem Herzen lernen. Ich habe mir den 139. Psalm ausgesucht: „HERR, Du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wissest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Solche Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch; ich kann sie nicht begreifen. Wo soll ich hin gehen vor deinem Geist, und wo soll ich hin fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist

du da. Bettete ich mich in die Hölle, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten…“ (nach Luther). Gerade dieses Wort brauche ich derzeit. Es ist manchmal schwer, sich vorzustellen, dass Gott „Zeit“ hat, sich gar um die Gedanken eines jeden Menschen zu kümmern, ihn in- und auswendig zu kennen, ja sogar seine Zukunft vorauszusehen – aber genau so wird es uns in diesem Psalm verheißen. Und nur, wenn ich das glaube, werde ich getröstet, gerade auch, weil ich Fehler mache oder Verletzungen erfahre. Daraus kann Gott nämlich etwas Gutes werden lassen, auch ohne dass wir begreifen wann, geschweige denn wie. Nur Dranbleiben an ihm, das ist auch meine Verantwortung, dann kann ich mich leiten lassen von seinen Augen, wie es im Psalm 32 formuliert ist. Das Auswendiglernen hilft mir, bei der Sache zu bleiben, mich zu konzentrieren und über die Worte zu nachzudenken, sie zu verinnerlichen. Das ist dann zwar auch eine aktive Tätigkeit, aber dafür eine heilsame, da sie meine Seele mit den Wahrheiten der Bibel füllt. Ich habe gerade erst damit angefangen, aber ich glaube, das ist ein Schlüssel für mich persönlich, in Beziehung mit Gott zu bleiben und meine Prioritäten auf Gott hin auszurichten. Noch etwas genieße ich: meinen Kindern Bibelgeschichten vorzulesen. Ich liebte selber als Kind die


HINTERGRUND

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Jesusgeschichten illustriert von Kees de Kort, und nun hoffe ich, dass auch unsere beiden Jungs dadurch Zugang zur Bibel bekommen. Indem ich ihnen diese Geschichten vorlese, wird mir wieder Gottes große Liebe für uns oftmals versagende Menschen bewusst. So hat jeder vielleicht seinen eigenen Ansatz, den Glauben im Alltag zu leben. Peter berichtet manchmal von seinen Schwierigkeiten als Schulmediziner, schwer kranken Menschen das Gebet anzubieten – es kommt vor, dass er dann abends am Tisch für diese oder jenen betet, weil es in der Praxis nicht dazu kam. Die wunderbaren Patientengottesdienste in Hamburg, organisiert von Mitarbeitern von Christen im Gesundheitswesen wie Volker Brandes und Georg Schiffner – sowas müsste es auch in Berlin geben. Dann könnten christliche Ärzte, denen es im Praxisalltag nicht leicht fällt, vom Glauben zu sprechen, ihre dafür offenen Patienten einfach dorthin schicken, ihnen die entsprechenden Flyer in die Hand drücken. Vielleicht kommt sowas ja noch, dazu braucht es natürlich auch solcher „Typen“ wie diese Ärzte in Hamburg es sind. Nicht jeder kann so einen Kraftakt auf die Beine stellen – obwohl bei Gott natürlich alles möglich ist! Was mich tröstet, wenn ich das Gefühl habe, dass wir Alltag und Glauben nicht genug in Einklang bringen: dass wir auch das in Gottes Hand geben dürfen. Und dass wir nicht alle Antworten finden, nicht alle Probleme lösen werden – das gehört zu unserer Spannung des Christseins in der Welt dazu. Kürzlich empfand ich meinen Mangel an Gottesnähe so schmerz-

Neben Beruf und Familie auch noch Zeit für mich einplanen

lich, dass ich mich – als gerade meine drei „Männer“ nach einer stressigen Stunde des Fertigmachens und Frühstückens aufgebrochen waren – vor das Sofa kniete und mit aufgestützten Ellbogen mein Gesicht in die Hände vergrub. Und dann kam mir hinter den geschlossenen Augen sofort ein Bild, das blieb und mir weiterhin vollkommen präsent ist: Ich laufe einen Weg entlang und rechts neben mir geht Jesus. Seinen linken Arm hat er um meine Schultern gelegt und mit der rechten gestikuliert er ruhig, erklärt mir alles. Ausführlich, lange gehen wir – zu Gott hin. Ich war so glücklich, während ich da kniete und vor Erleichterung und Dankbarkeit weinte! Ich weiß nicht, was mir Jesus inhaltlich sagte. Aber dass ich irgendwann alles verstehen werde, und dass ich bis dahin nicht alleine bin, das bedeutet dieser Eindruck für mich. Erbaulich für uns als Familie sind Events wie die Jahrestagung von Christen im Gesundheitswesen oder auch der Christliche Gesundheitskongress. Dort erfahren wir Gemeinschaft mit anderen Christen, Inspiration aus vielen Vorträgen und

Gesprächen, sowie eine Verdichtung der Erlebnisse vieler mit ihrem Glauben. Als Kontrastprogramm dazu, aber mindestens so wichtig, sind die Exerzitien. Und ich freue mich, dass mein Mann an den Einkehrtagen im Kloster Gnadenthal teilnehmen kann, denn gelebter Glaube bedeutet nicht immer nur Regsamkeit für Gott, sondern manchmal auch Auftanken in der Stille. Ich denke an die Geschichte von Maria und Martha aus dem Lukasevangelium (10. Kapitel). Jesus besucht die Schwestern, und während Martha sich viel „zu schaffen macht, ihm zu dienen“ setzt sich Maria einfach zu seinen Füßen und hört ihm zu. Als Martha sich aufregt, antwortet Jesus in der Lutherübersetzung so: „Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe; eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt.“ Darum also geht es: „Das gute Teil“ erwählen – jeden Tag und in jeder Situation aufs Neue.

Johanna Feymann, Berlin, freiberufliche Autorin


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HINTERGRUND

Bloß kein Mitleid Seit dem Unfall ist alles anders Es ist ein fast unerträglicher Gedanke: „Das eigene Kind unheilbar erkrankt.“ Durch Unfall oder Krankheit ist die Lebenserwartung und Entwicklungsperspektive des Kindes plötzlich auf ein Minimum begrenzt. Schule, Ausbildung, Beruf und Familie sind auf einmal nicht mehr die Ziele, die wir für unsere Kinder vor Augen haben, sondern das Überleben – heute und morgen – alles andere ist kaum überschaubar. Das, was uns so unvorstellbar erscheint, ereignet sich in Deutschland hundertfach, jeden Tag, und ist doch sehr weit weg, bis wir in unserem Freundeskreis, in der Nachbarschaft, Schule oder in der Kirchengemeinde mit betroffenen Kindern und Familien konfrontiert werden. Und dann stellt sich die Frage: Wie verhalte ich mich – wie begegne ich den Menschen, die um inneren Halt und um eine neue Perspektive ringen? Seit dem schweren Unfall unseres Sohnes vor einigen Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass nicht nur wir selbst von diesem Ereignis betroffen sind, sondern dass auch die Menschen, denen wir begegnen, uns oft hilflos und verunsichert gegenüber stehen. Eine mögliche Reaktion ist dann, uns mit Mitleid zu begegnen; in der Regel Ausdruck eigener Verunsicherung. Aber Mitleid schafft eine klare Distanz zwischen den Gesprächspartnern, die den Bemitleidenswerten demütigt. Das schmerzt und kostet regelmäßig sehr viel Kraft. Das Gegenteil ist Anteilnahme. Eine Begegnung kann dann hilfreich und

ermutigend sein, wenn es gelingt, die eigene Sprachlosigkeit und Betroffenheit zuzulassen und damit zu zeigen, dass die Situation einen selbst berührt. Mein Teamleiter sagte mir, als ich nach längerem Arbeitsausfall in Folge des Unfalls erstmals wieder zur Arbeit kam: „Ich werde Dich jetzt und auch später nicht fragen, wie es Euch geht – nicht weil es mir egal ist, sondern weil ich es nicht ertrage.“ Auch eine ehrliche Selbsteinschätzung ist hilfreich, wenn sie Ausdruck der eigenen Betroffenheit ist. In erster Linie haben wir aber sehr viel Unterstützung erfahren, die es uns ermöglicht hat, eine Zeit zu überstehen, in der nicht nur unser Sohn mit dem Leben gerungen hat, sondern auch wir als Familie bis über die Grenzen unserer Kräfte hinaus gefordert waren. Neben Besuchen im Krankenhaus, einfühlsamen Gesprächen und ermutigenden Worten waren es oft die alltagspraktischen Hilfen, die uns unsere Tage erleichtert haben. Während wir endlose Stunden am Krankenbett verbracht haben, waren Menschen unterwegs, um für uns einzukaufen, zu kochen, zuverlässig für das Geschwisterkind da zu sein oder auch einfach mal den Rasen zu mähen. Dennoch war es uns meistens nicht möglich, die Frage: „Wie kann ich Euch helfen?“ sinnvoll zu beantworten. Meist entstanden die Ideen für eine praktische Unterstützung im aufmerksamen Gespräch mit uns oder mit uns vertrauten Personen. Eine überlegt angebotene Hilfe ist leichter anzunehmen als eine vage angebotene Hilfsbereitschaft.

Als wir dann schließlich nach vielen Monaten im Krankenhaus wieder versucht haben, Zuhause und im Alltag Fuß zu fassen, da war unsere Kirchengemeinde eine wichtige Stütze. Im vertrauten Umfeld, auf der Straße oder in der Kirche Menschen zu begegnen, die uns in dem für uns selbst noch völlig fremden „neuen Leben“ annehmen und unser „Ja“ zu einem Leben mit vielen Einschränkungen und Ungewissheiten vorbehaltlos teilen, war eine Kraftquelle, aus der wir bis heute schöpfen. Wohlwollende Blicke, offene Gespräche oder auch einfach das gemeinsame Gebet helfen uns, unsere Lebenswirklichkeit anzunehmen. Nach unserer Erfahrung ist die Grundlage für eine ermutigende und aufbauende Begegnung für Betroffene ebenso wie für Außenstehende die Bereitschaft, den aktuellen Zustand als Lebensrealität anzuerkennen. Dann ist es uns als Christen, als Kirchengemeinde oder auch als Einzelnem möglich, Anteil zu nehmen, zu helfen oder auch neue Perspektiven zu entwickeln. Denn es geht beim Umgang mit einer schweren Erkrankung nicht zuerst um die Frage, ob das Leben noch lebenswert ist, sondern darum herauszufinden, was es braucht, um weiterhin lebenswert zu bleiben. Schwere Verletzungen oder Erkrankungen sind nicht nur Schicksalsschläge, die Einzelne treffen und belasten, sondern sind eine Lebensrealität, die uns als Christen und als Gesellschaft zu einem angemessenen Umgang herausfordert. Der Umgang und die Wertschät-


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Man sollte eine neue Lebenswirklichkeit annehmen, nicht bemitleiden.

zung unserer Gesellschaft gegenüber versehrtem Leben spiegeln sich nicht nur in der Gesetzgebung oder im Leistungsprofil der Sozialträger, sondern im Umgang jedes Einzelnen mit Betroffenen und

deren Angehörigen. Zuspruch, Unterstützung und Anteilnahme können dazu beitragen, auch ein Leben mit begrenzter Entwicklungsperspektive lebenswert zu gestalten.

Dipl. Ing. (Landschaftsplaner) Markus Behrendt, Vorstand des Vereins IntensivLeben e.V., Kassel


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INTERVIEW

Wahlheimat Kloster Ein Diakon lebt seinen Alltag mit Mönchen und arbeitet als Facharzt Diakon Professor Dr. med. Frank-Gerald Pajonk lebt im Kloster ohne Mönch zu sein. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie wurde 2011 in Hildesheim zum Diakon geweiht. Beruflich pendelt er seit 2012 zwischen seiner Praxis im Kloster Schäftlarn im Isartal und den Universitäten München und Göttingen, wo er angehende Mediziner ausbildet. Bis 2011 war er Chefarzt einer Nervenklinik im Harz. Der 47jährige leitet das Referat Notfallpsychiatrie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde. ChrisCare fragt ihn nach seinen Erfahrungen im Umgang mit dem Thema Berufung: Herr Professor Pajonk, warum wird ein katholischer Professor Diakon? Die Verbindung zwischen einem helfenden Beruf und einer geistlichen Berufung begleitet mich bereits den größten Teil meines Lebens. Schon während meines Medizinstudiums bin ich lange und oft zu Gast in einer Benediktinerabtei gewesen. Als ich dort eintreten wollte, teilte mir der Abt mit, dass er einen Mönch, der als Arzt im Kloster tätig sein wollte, nicht gebrauchen könne. Wenn ich aber Psychotherapeut werden wollte und die Seelsorge im Kloster professionalisieren wolle, wäre ich sehr willkommen. Ich wusste, das ist es, was ich wollte. Während der Ausbildung ist es zu einem Abtswechsel gekommen, der neue Abt hat leider nicht viel von der Idee gehalten. Nach etwa 10 Jahren als Benediktiner in zwei Gemeinschaften ist mir klar geworden, dass sich die beiden Lebensziele, monastisches Leben und helfende Tätigkeit am Menschen, leider nicht spannungsfrei vereinbaren lassen. Ich habe daraufhin meine berufliche Tätigkeit fortgesetzt und einen anderen Weg gesucht, ein religiöses und spirituelles Leben zu führen. Dies hat zur Ausbildung und schließlich zur Weihe zum Diakon geführt.

Und warum nicht Priester? Der priesterliche Dienst ist mit ganz anderen Aufgaben und Verpflichtungen verbunden als der Dienst des ständigen Diakons. Ich fühle mich als Diener der Menschen mit dem konkreten Auftrag, tätige, praktische Hilfe zu leisten. Das ist der Schwerpunkt meiner Berufung.

Sie haben Ihre Praxis in den Räumen eines Klosters eingerichtet. Fördert der Ort den Therapeuten oder die Therapie?

Er beeinflusst sie ganz maßgeblich. Kloster Schäftlarn ist ein Ort von hoher spiritueller Energie und Intensität. Dort leben und beten Mönche mit kurzen Unterbrechungen seit über 1250 Jahren. Die Landschaft des Isartals ist herrlich – beruhigend und Kraft gebend zugleich. In der Behandlung spielen Gespräche und Übungen in der Natur eine zentrale Rolle. Dies wird von den Patienten und mir gleichermaßen sehr Wert geschätzt und genossen.

Auch ohne selbst Mönch zu sein, haben Sie sich entschieden in der Gemeinschaft zu leben. Was bedeutet das für Ihre berufliche Praxis? Ich bin Abt Petrus Höhensteiger, den ich aus gemeinsamen Studienzeiten kenne und dem ich seitdem freundschaftlich verbunden bin, und allen Brüdern der benediktinischen Gemeinschaft sehr dankbar, dass sie mich aufgenommen haben und mir einen Raum gegeben haben, in dem ich mit ihnen leben, beten und arbeiten kann. Letztlich ist so mein Ziel und die Vision meines ersten Abtes doch irgendwie Wirklichkeit geworden. Ich lebe in einem steten Rhythmus von Arbeit und Gebet. Mir ist schon lange klar, dass sich meine Fähigkeiten als Arzt und Therapeut aus der Kraft speisen, die ich im Gebet empfange. Das eine ohne das andere funktioniert auf Dauer nicht gut.

… und wie prägt das Ihre persönliche Spiritualität? Nun, ich werde täglich zum Gebet angehalten, die Glocken wecken mich oder lassen mich in meiner Tätigkeit innehalten, selbst wenn ich nicht zum gemeinsamen Gebet gehen kann. Die benediktinische Spiritualität, das gemeinsame, oft auch gesungene Gebet hat mir immer zugesagt, und ich habe dies auch weiter gepflegt in der Zeit, in der ich nicht im Kloster war.

Sie leben zölibatär. Auch das hat vermutlich Bedeutung für Ihren Berufsalltag? Nein, ich denke, das spielt im Kontakt mit meinen Patienten keine große Rolle. Allerdings habe ich eine große Freiheit, den Menschen frei und ungebunden zu begegnen. Für manche Patienten mag dies eine Erleichterung bedeuten, für andere nicht. Verheiratete oder in Beziehung lebende Therapeuten können andere, nicht weniger wichtige Erfahrungen mit in den therapeutischen Prozess einbringen.


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Prälatengarten, Kloster Schäftlarn in Bayern

Sie sind ein gefragter Referent in der Fort- und Weiterbildung von Priestern und Diakonen. Menschen in helfenden Berufen sind besonderen Gefahren für ihre Gesundheit ausgesetzt. Wie erleben Sie die Erkrankungen von Christen in diesen Tätigkeiten? Hierzu gibt es mittlerweile eine Fülle an wissenschaftlicher Erkenntnis. Grundsätzlich ist ein religiöses oder spirituelles Leben oft gesundheitlich protektiv und schützt vor körperlichen und psychischen Erkrankungen oder erleichtert deren Behandlung. Wenn jedoch Menschen aus religiös-caritativen Motiven über ihre Grenzen hinausgehen, können sich daraus z.B. anhaltende Erschöpfungszustände, ein Burnout oder Depressionen entwickeln.

Die Verbundenheit von Christen in Gemeinschaften könnte vor manchen Fehlentwicklungen schützen. Wann ist die Zugehörigkeit hilfreich? Birgt sie auch gesundheitliche Risiken? Menschen sind soziale Wesen. Ein permanentes Alleinsein vermindert die Lebensqualität und reduziert die Lebenserwartung. Wir alle wollen uns irgendwohin zugehörig fühlen. Gemeinschaften helfen nicht nur, ein geregeltes Gebetsleben leichter aufrecht zu erhalten. Sie geben auch Halt und soziale Sicherheit. Alleinstehende Menschen, aber auch Menschen, die familiär gebunden sind, können hier eine geistige oder ganz persönliche Heimat finden.

Viele unserer Leser interessieren sich besonders für den Zusammenhang von Glaube und Gesundheit. Ich hatte schon angedeutet, dass der Zusammenhang zwischen Glaube und Gesundheit speziell in den letzten

10 Jahren intensiv erforscht worden ist. Es gibt eine Fülle verblüffender Erkenntnisse. Pauschal und in jedem Fall kann man nicht sagen, dass Glaube die Gesundheit fördert, aber bei vielen Menschen und Erkrankungen ist dies direkt oder indirekt der Fall. Ich würde mich freuen, dies näher und spezifischer erläutern zu können, aber leider fehlt bei diesem Interview die Zeit.

Was raten Sie Christen, die ihren Beruf als Berufung leben wollen und dafür einen Weg suchen? Es ist nicht immer leicht, seinen Weg zu finden und zu gehen. Gott hat jeden von uns so wunderbar einzigartig geschaffen, und er hat uns für unser Leben mitgegeben, unsere Einzigartigkeit zu leben. Es lohnt sich, diesen Weg zu suchen. Auch wenn vielfaches Klopfen an Türen unbeantwortet bleibt oder Wege verbaut scheinen – ich rate dazu, beharrlich zu bleiben, sich mit Gottes Hilfe und der Hilfe vertrauter Menschen zu erforschen, darauf zu vertrauen, dass ein Schritt auf den andern folgt und sich schließlich zeigt, wie das eigene Leben gelingen kann. Beruf als Berufung zu leben bedeutet, wie ein Katalysator zwischen Gott und den Menschen zu stehen und dabei immer mehr ich selbst zu werden.

Diakon Professor Dr. med. Frank-Gerald Pajonk, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Kloster Schäftlarn im Isartal


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Die Zukunft des gemeinsamen Dienstes Nur noch wenige Diakonissen Mitten auf dem alten Parkgelände der Kaiserswerther Diakonie, zwischen Krankenhaus und Altenwohnungen, zwischen Hauptverwaltung und Mutterhaus-Hotel, steht die Kirche, in der ich viele Jahre gepredigt habe. Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden hier große Gruppen von Diakonissen eingesegnet; hier stehen die Särge zur Aussegnung. Hier war die Kraftquelle dieser diakonischen Arbeit anschaulich zu erleben: Hier wurde die Berufung bestätigt, die Gemeinschaft befestigt, das Engagement immer neu begründet. In der Frömmigkeitssprache früherer Zeiten: Es ging um einen Liebesdienst, der mit Geld nicht zu bezahlen war, der aber großen Respekt in der Gesellschaft genoss. Diese unbezahlte Liebestätigkeit ganzer Schwesterngenerationen, die kostenlose Wohlfahrtsproduktion, wie wir heute sagen, war die Grundlage für die rasante Expansion der Diakonissenanstalt – die geistliche, aber eben auch die ökonomische Grundlage. Den bedingungslosen Einsatz dieser Frauen sehen wir heute durchaus kritisch. Dabei gerät leicht aus dem Blick, dass er mit einer genossenschaftlichen Struktur, mit Teilhabe verbunden war. Auch heute engagieren sich Menschen für das Gemeinwohl, wenn sie das Gefühl haben, sich beteiligen zu können und gebraucht zu werden. Zugleich aber ist diese Selbstaufopferung zu verstehen auf dem Hintergrund einer Gesellschaft, für die kostenlose Sorgetägigkeit von Frauen in Familie, Gemeinde und Nachbarschaft selbstverständlich war und bis heute in Teilen ist. Das Mutterhaus bot immerhin einen anerkannten Beruf außerhalb der Familie, Versorgung in Krankheit und Alter und eine stabile Gemeinschaft – und damit auch für die beiden Nachkriegsgenerationen des letzten Jahrhunderts eine große Sicherheit. Erst als in den 60er Jahren die Zahl der Anwärterinnen kleiner wurde, war klar: Ohne Eigenständigkeit und eigene Entgelte für die Jüngeren würde das System kollabieren. Auch Erziehung und Pflege waren nicht mehr zuerst Liebesdienst, sondern Beruf – und die pädagogischen und Gesundheitsberufe differenzierten sich rasant. Es war der aufkommende Wohlfahrtsstaat, der das ermöglichte; denn die Kirchengemeinden taten sich schwer, ihren Schwestern angemessene Entgelte zu zahlen. So wurden sie Träger von Sozialstationen, wie sie

Träger der Kindergärten waren – zu großen Teilen refinanziert durch Mittel aus Kommunen und Sozialversicherungen. Als Rekrutierungsorte für Diakonissen mussten sie sich nun nicht mehr verstehen. Kein junges Mädchen träumte mehr davon, Diakonisse zu werden. Und nur noch selten gab es Einsegnungen in der Mutterhauskirche. Seitdem ist die alte Kirche, die einst Mitte und Kraftquelle der Diakonissenanstalt war, zu einer finanziellen Belastung für das diakonische Unternehmen geworden. Aus Krankenund Pflegeversicherung lässt sie sich nicht finanzieren; und die nahe Kirchengemeinde hat ohnehin zu viele Gebäude. Noch immer läuten die Glocken dreimal am Tag – aber die traditionellen Gebetszeiten haben mit dem Rhythmus der Arbeit auf dem Gelände nichts mehr zu tun. Wie kann es heute gelingen, die Motivation von Mitarbeitenden zu stärken und Kooperation erlebbar zu machen; und wo finden Pflegende und Ärzte ihre Kraftquellen? Wo ist die Mitte, um die sich heute alles dreht? Wo schlägt heute das Herz eines Wohlfahrtsunternehmens? Auf Station oder im OP? Im Quartier oder demnächst an der Börse ? Was muss sich ändern, damit die Sorgearbeit von Männern und Frauen auch finanziell die Wertschätzung erfährt, die sie verdient? Wo finden Berufstätige von heute in all ihrer Individualität und Autonomie eine tragende Gemeinschaft – zwischen Familie und Team, Sportverein, Fortbildungsgruppe und Freundeskreis? Und welche Rolle kann die Kirche dabei spielen? Wie in einem Gegenbild zu Kaiserswerth habe ich die Situation in den Slums von Kairo, die wild am Rand der Großstadt wuchern, erlebt. Wo alle Häuser illegal errichtet wurden, die Analphabetenquote hoch ist, das nächste Krankenhaus weit entfernt, wo die Moslembrüder mit Wohlfahrtseinrichtungen punkten, da hat die katholische Gemeinde Schulen und eine Krankenstation, Läden und Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene eingerichtet. Mittendrin wurde eine neue Kirche gebaut. Diese Erfahrung stand auch an der Wiege der neuzeitlichen Diakonie im frühen 19. Jahrhundert. Die Gründerväter und -mütter suchten nach Antworten auf die


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Herausforderungen der ersten Globalisierungswelle: das wachsende Proletariat der Industriearbeiter in den Städten, Armut und prekäre Beschäftigungsverhältnisse, überforderte Familien, Vernachlässigung von Kindern und Pflegebedürftigen. Wichern und die Fliedners, Amalie Sieveking und Bodelschwingh, Kolping und Ketteler sahen genau hin, sie suchten nach den Ursachen, reisten in andere Länder, um zu verstehen und neue Initiativen zu entdecken – denn für sie stand außer Zweifel, dass das Elend, das sie sahen, eine Anfrage an ihren Glauben war. Ja, dass Gott selbst ihnen in den Kindern, den Kranken und Gefangenen begegnete, so wie es im Gleichnis vom großen Weltgericht erzählt wird. „Wo ich bin, da soll mein Diener auch sein“, steht deshalb über der Eingangstür des Kaiserswerther Mutterhauses. So war es auch in Kaiserswerth: Als Theodor Fliedner mit seine Frau Friederike das erste Mutterhaus gründete, konnte er noch nicht wissen, dass aus der kleinen Gruppe ein großes Werk werden würde. Sein Konzept war genial: Es bot eine Lösung für drei große Nöte der damaligen Zeit. Es bot professionelle Hilfen zur Erziehung und Pflege, es bot unverheirateten jungen Frauen die Chance einer Ausbildung und sinnvollen Betätigung, und es schuf eine Gemeinschaft, die für diese Frauen zur Ersatzfamilie auf Dauer oder jedenfalls auf Zeit werden konnte. Das Mutterhaus, ein Krankenhaus mit Kirche und Schule, war Werk des Glaubens und diakonische Initiative, es war Lebenshilfe für die Kranken und für die Schwestern, denen es berufliche Perspektiven bot. Es ging um die Erfahrung, gebraucht zu werden, einen Platz zu haben, berufen zu sein. So erschließt sich der Glaube im Handeln. In der Begegnung mit Menschen aus ganz anderen Kontexten, der Erfahrung von Grenzsituationen erweitert sich der eigene Horizont, gewinnt das Leben Tiefe und Kontur. Eine Erfahrung, nach der sich auch heute viele Menschen sehnen. Aus den diakonischen Aufbrüchen des 19. Jahrhunderts ist längst ein Sozialstaat geworden. Erziehungs- und Pflegeleistungen werden aus Steuern und Sozialversicherungen finanziert, die Rechte der Einzelnen gegenüber Kranken-, Renten- und Unfallversicherung sind weit ausgebaut und die professionellen Standards sind von den Weltanschauungen weitgehend unabhängig. Ob aber die Struktur dieses Wohlfahrtsstaats krisenfest ist – angesichts der wachsenden Staatsverschuldung, des demographischen

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Wandels, der Migration, veränderter Geschlechterrollen und Familienkonstellationen – das steht noch dahin. Viele haben jedenfalls das Gefühl, dass die unterschiedlichen Zweige der Versicherung zu Verschiebebahnhöfen geworden sind, bei denen es eher darum geht, die Auszahlungen zu begrenzen. „Die herkömmliche Für-Kultur muss abgelöst werden durch eine Mit-Kultur“, sagt Johannes Degen. Ich stimme dem ausdrücklich zu. Denn die Aufbruchzeiten, die ich eben beschrieben habe, wurden in den dann folgenden restaurativen Jahrzehnten verschüttet: In dem Maße, wie aus Bewegungen Institutionen, aus Vereinen Anstalten wurden, ging der Anstoß zur Hilfe nicht mehr von der Not des Hilfebedürftigen aus, in dem uns Christus begegnet – sondern von den Hilfsorganisationen. Damit wurden die Hilfesuchenden zu Adressaten der Hilfe: zu Patienten, Zöglingen, Insassen, Klienten – und später eben zu Kunden einer Dienstleistung. Wenn es aber wahr ist, dass Christus uns, wie es in der Diakonissenregel heißt, in den „Armen, Kranken, Kindern und Elenden begegnet“, dann konstituiert sich die Gemeinschaft in dieser Trias: als Gemeinschaft mit Christus, mit den Hilfebedürftigen und untereinander. Wir begegnen Christus in den Hilfebedürftigen, wir begegnen ihm aber auch in unserer eigenen Hilfebedürftigkeit, im Austausch wie im gemeinsamen Handeln. Wenn in diesem Sinne von Dienstgemeinschaft die Rede ist, dann ist von der Kirche selbst die Rede. Gemeinschaft des Glaubens und Gottesdienstes und diakonische Handelns, das immer auf Teilhabe an der Gemeinschaft zielt, lassen sich nicht trennen. Die Fürsorgetradition von Kirchen und Wohlfahrtspflege in Deutschland hatte auch eine furchtbare Schattenseite. Während der Sozialstaat zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgebaut wurde – mit staatlichen Hilfen für Versehrte, Hinterbliebene, Arbeitslose, Kranke und Rentner – wuchs auf dem Hintergrund der nötigen Umverteilung auch der Wunsch nach staatlicher Kontrolle. Die entsprechenden Hausbesuche der Fürsorgerinnen sind im kollektiven Gedächtnis geblieben. Im Dritten Reich gewannen endgültig diejenigen die Oberhand, die schon lange laut fragten, ob es denn lohne, ja, ob es der gesunden Volksgemeinschaft nicht schade, wenn


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staatliche Mittel an Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen, an so genannte Randgruppen und Asoziale gegeben würden. Als dann Vereine und Verbände gleichgeschaltet wurden, haben die Schwesternschaften ihre Mitarbeiterinnen geschützt. Zugleich aber haben leider auch Mutterhäuser versagt, als es darum ging, Patienten und Bewohner mit Behinderung oder auch getaufte jüdische Mitschwestern als Teil ihrer Gemeinschaft zu verteidigen. Neben dem Gefälle, das mit dem Fürsorgegedanken einhergeht, spielte dabei auch die Abhängigkeit von staatlichen Mitteln eine Rolle – sie machte ja die bürokratisch gestützte Gleichschaltung überhaupt erst möglich. Die Idee des Subsidiaritätsprinzips, dass nämlich jeder Verband, jede Organisation aus der je eigenen inneren Motivation heraus hilft – aus christlicher oder aus jüdischer, aus sozialistischer oder humanitärer Tradition – ist im totalitären Staat untergepflügt worden. Damit war die Identität der Häuser bedroht – und wurde in einigen Fällen in ihrem Kern ausgehöhlt. Schwestern, die gelernt hatten, zu gehorchen, statt Eigenständigkeit und Widerstandskraft zu entwickeln, führten unter Tränen Sterilisationen durch und sahen zu, wie ihre Zöglinge abtransportiert wurden. Wer heute über Dienstgemeinschaft spricht, darf diese kritische Erinnerung nicht ausblenden. Das Dritte Reich war ein Angriff auf die Subsidiarität und eine kritische Anfrage an unser Verständnis von Gemeinschaft, die eben um des Glaubens Willen mehr sein muss, als Gemeinschaft der Starken und der Gleichen. Wir dürfen niemals mehr vergessen, dass es Augenblicke gibt, in denen aus dem Glauben Widerstand geboten ist – wenn ein behindertes Kind zum Risiko wird, wenn die Zeit zum Abschied nehmen nicht reicht, wenn Menschen aus dem Krankenhaus entlassen werden, ohne häusliche Hilfe zu haben, weil alle Hilfe sich nach den ökonomischen Kriterien von Kassen und anderen mächtigen Akteuren richtet. Christliche Häuser müssen besonders achtsam sein – in Kontinuität und Diskontinuität zu ihrer Geschichte. Zumal auch in den Umbrüchen des Sozialstaats die Fragen von Würde, Respekt und Gemeinwohl durchaus unter Nützlichkeitserwägungen verloren gehen können.

und der Ärzte wuchs. Inzwischen dominiert die wirtschaftliche Steuerung das gesamte Gesundheitswesen. Die Debatten um unnötige Operationen und Transplantationen, um die hygienische Situation von Krankenhäusern, um DRGs und Pflegestandards zeigt: Hier droht etwas aus der Balance zu geraten. Die Krise der Pflege ist ein Warnsignal. Schon jetzt ist die notwendige Versorgung in Medizin und Pflege nur dank Migrantinnen und Migranten zu gewährleisten. Damit verstärkt sich die Vielfalt in unserer Gesellschaft wie auch in unseren Einrichtungen. Bei komplexen Entscheidungen zu Pränataldiagnostik oder Sterbehilfe, die auch zum ärztlichen und pflegerischen Handeln gehören, ist die ethische Gründung entscheidend. Das Tun lässt sich von der Überzeugung nicht trennen. Ich halte es für wesentlich, die Bedeutung von Kultur, Religion und Ethik, von Spiritualität, Gemeinschaft und Engagement für das Soziale wieder zu entdecken. Ohne Anerkennung der Vielfalt persönlicher Lebensgeschichten und religiöser Überzeugungen wird das aber nicht gelingen. Wer Zusammengehörigkeit und Zusammenarbeit stärken will, muss unterschiedliche Wertehorizonte respektieren und darf Kritik und Konflikte nicht scheuen. Am Ende wird aber kein geschlossenes Ganzes mehr stehen, sondern ein Netzwerk vielfältiger Impulse, das sich verändert, je nachdem, welche Herausforderungen anstehen, je nachdem, wer sich einbringt. Das Wohl der Patienten, ein gutes Team, eine sinnstiftende Tradition und Selbstverwirklichung – in dieser Reihenfolge – sind nach wie vor hohe Werte. Wenn wir die Traditionen, aus denen wir kommen, mit ihren Unterschieden nutzen, um Vielfalt zu ermöglichen, wenn wir ihre Schattenseiten ernst nehmen und nicht leugnen, wenn wir Gemeinschaft in Freiheit gestalten, dann können unsere Teams zu Orten der Vergewisserung und der Entwicklung werden.

Cornelia Coenen-Marx, Oberkirchenrätin,

Als in den 90er Jahren aus Diakoniewerken Sozialunternehmen und aus Vorstehern Vorstände wurden, schwand der Einfluss der Theologen und Oberinnen, der Kaufleute

Referentin Sozial- und Gesellschaftspolitik sowie Verbindung Kirche und Diakonie im Kirchenamt der EKD, Hannover


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Dieses Kind will leben Ansprache zur Beerdigung von Marie Rösler Am 11. Januar wurde Marie Rösler beerdigt. Viele kannten die junge Frau, die mit fünf Jahren eine Hirnblutung erlitt und seitdem beatmet im Wachkoma lebte. Ihr Vater beteiligte eine breite Öffentlichkeit an ihrem Ergehen, auch in ChrisCare. Die Traueransprache der Krankenhausseelsorgerin berührte viele. Manchmal, wenn ich bei Marie am Bett saß zum Vorlesen, Singen und Beten und neben uns das Beatmungsgerät mit leisem, sanftem Sausen arbeitete, kam mir eine biblische Geschichte in den Sinn. Eine Erzählung aus dem Leben des Propheten Elia, der für Gott gestritten hat gegen die Baalspriester und alle ihre Anhänger. Geredet und gekämpft und gestritten hat Elia, so lange, bis er an’s Ende seiner Kraft kam, in die Wüste floh und zu sterben wünschte. Dort, in der Stunde absoluter Erschöpfung, erfuhr er auf wundersame Art Bewahrung, Trost und Stärkung durch Gott, der ihn weiter führte, bis an den Berg Horeb. Und dort durfte Elia Gott begegnen. Als wir Ende Dezember miteinander gesprochen haben, habe ich gedacht, wie sehr Elias Geschichte der Ihren ähnelt, dem, was Marie und Sie in den letzten 15 Jahren miteinander erlebt haben. Zum einen die Erfahrung des Kampfes bis an die Grenzen der eigenen Kraft. Zuerst hat Marie gekämpft, in jenen Stunden am 19. September 98, als mit der Hirnblutung von einem Moment auf den anderen ihr altes, ihr erstes Leben zu Ende ging. Während der ersten großen Operation und denen, die folgten, hat sie beharrlich festgehalten am

Leben, mit dem starken Willen und dem Dickkopf, der zu ihr gehörte ein Leben lang. Dieses Kind will leben, hat der Arzt ihnen gesagt, die hat gekämpft, wie kein Erwachsener das gekonnt hätte. Ja, leben wollte Marie, das hat sie gezeigt, damals und dann immer wieder neu. Gekämpft haben auch Sie, ihre Familie, und zwar so manchen Kampf. Gegen Baalspriester unserer Tage, mit ihren Kosten-Nutzen-Rechnungen, denen die Sorge um Bilanzen, Gesetzestexte und vermeintliche Sachzwänge den Blick auf ein schwerstkrankes Kind und seine Familie versperrte. Monatelang haben Sie sich herumschlagen müssen mit Kassenvertretern, medizinischem Dienst, Politikern, um das zu erreichen, was doch eigentlich selbstverständlich sein sollte: eine menschenwürdige Unterbringung und Versorgung für Marie, keinen Platz zum Verwahren, sondern einen Platz zum Leben. Sie haben ihn erkämpft, den Platz, erst in Kassel, dann in Siegen. Später dann immer wieder kleine und größere Kämpfe, manchmal mit Ärzten um anstehende Behandlungen, ein andermal mit dem Busunternehmen um die doch selbstverständliche Bereitstellung rollstuhltauglicher Busse zur Kinderklinik, immer wieder Kämpfe gegen Infekte und Belastungen von Marie. Und immer wieder auch der Kampf und das Hadern mit Gott und die Frage: Warum das alles, wo bist du, Gott, warum muss Marie das erleben und aushalten? Wie sehr haben Sie und viele Menschen mit Ihnen sich gewünscht, dass Gott eingreift mit Macht, dass er ein Wunder tut und Marie wieder

erwacht. Wie oft auch haben Sie und viele andere gebetet um Heilung. Ein solches Wunder hat Gott nicht getan. Kein Sturm, kein Beben und kein Feuer, kein umwälzendes Ereignis, das alle medizinischen Prognosen über den Haufen warf, ist geschehen. Marie ist nicht erwacht und zurückgekehrt; sie ist älter, größer, erwachsen geworden, ohne all das erleben zu können, was Kinder, Teenies und junge Frauen erleben und ausprobieren sollen und wollen. Das ist und bleibt Grund zur Klage, zur Trauer und auch zum Fragen und Hadern. Das ist es, warum ein Teil in uns empfindet, dass sie nun erlöst ist und befreit, dass es auch gut ist für Marie, dass sie nun gehen konnte, gerade nach den Mühen der letzten Monate. Und doch ist das nur die eine Seite; und das ist wieder etwas, wo mich Maries Lebensgeschichte erinnert an Elia am Horeb. Mir war das stille, sanfte Sausen des Beatmungsgerätes auf der Kinderintensivstation wie ein Gleichnis oder eine Erinnerung an jenes stille, sanfte Sausen, mit dem Gott Elia ganz nahe kam und ihn ansprach als sein geliebtes und gebrauchtes Geschöpf. So nahe, des bin ich ganz gewiss, ist Gott Marie gewesen, jeden Tag neu, hat sie begleitet und mit ihr ausgehalten. Und ich denke, darin liegt der Grund, dass Marie in ihrem Leben, so eingeschränkt, so verletzt und zurückgeworfen es auch war, auf ihre eigene Art Freude am Leben empfand, dass sie gerne gelebt hat. Dazu möchte ich ein wenig erzählen von Maries Leben in der Kinderinsel. Dort hatte sie ein schönes, lichtes


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und großes Zimmer in der Mitte des Flures. An den Wänden und Regalen zeugten Fotos, Gebasteltes und Bilder, Grüße aus der Gemeinde und Notizen wie „Maries Mama nimmt Maries Wäsche mit nach hause“ von vielen Menschen innerhalb und außerhalb des Hauses, die für Marie da waren. Das CD- und das Bücherregal waren gut gefüllt, ein anderes Regal enthielt Körbe mit Gegenständen zum „Sehen“, „Fühlen“, „Hören“. Meist war die Tür offen, wenn ich bei Marie saß. Vom Flur oder aus dem Wohnzimmer hörte man die Insel-Geräusche: Absprachen der Schwestern, andere Bewohner, die mit ihren Rollstühlen vorbeifuhren, Gesang und Gelächter aus dem Musiktherapieraum, Hin und wieder ein Alarm aus einem der Zimmer, im Sommer Wasserplantschen vom Minipool im Innenhof und Vogelzwitschern aus den Bäumen vor Maries Fenster. Manchmal hat Marie vor sich hingedöst, wenn ich kam, meist ist sie dann aufgewacht, wenn ich sie zur Begrüßung berührte und ansprach. Ja, Marie konnte aufwachen, nicht so wie wir, und doch deutlich zu erkennen. Wenn Marie wach war, war das, als sei ihr ganzer Körper auf Empfang gestellt, als lausche sie mit allen Sinnen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich gelernt habe, Maries Sprache wenigstens ein bisschen zu verstehen, aber sie konnte das, auf ihre ganz eigene Weise, sich mitteilen. Da ist schwer zu erklären, für Menschen, die das nicht selbst erlebt haben, aber mindestens in den Zeiten, in denen es ihr gut ging, war da was, wie ein feines Band oder Netz, das zwischen Marie und ihren Mitmenschen entstand, wenn man

nur selbst seine Sinne auf Empfang stellte. Alle, die neu waren in der Klinik, mussten Maries Sprache erst lernen, aber irgendwie hat sie das geschafft, einen anzusprechen und für sich einzunehmen mit ihrer ganz eigenen Persönlichkeit. Wenn ich dienstags bei Marie war, so gegen 16.00 Uhr, wurde es laut auf dem Flur; von irgendwo kam eine Lachsalve, Türen wurden mit Schwung geöffnet und jedes Kind auf dem Flur fröhlich begrüßt: Herr Rösler kam an. Und in Marie kam Leben beim Klang der vertrauten Stimme, die Arme schlenkerten, die Augenlider flatterten, der Puls ging hoch – so hat Marie sich gefreut. Dann gingen die beiden, wenn das Wetter es zuließ, auf Tour, bei Sonnenschein mit cooler Sonnenbrille, um die empfindlichen Augen zu schützen, bei schlechtem Wetter gut eingepackt. An ganz guten Tagen ins Getümmel der Siegener Innenstadt, sonst auf dem Gelände oder Spielplatz rund um die Insel. Wenn’s regnete, wurde vorgelesen oder mitgespielt bei der Abendrunde mit den anderen Bewohnern. Reise nach Jerusalem mit Rollstühlen z.B. hat Marie oft gewonnen, weil der Papa kämpfte wie ein Löwe.

ihr nachtun wollte, sie war jetzt so was wie eins von Maries Fenstern in die Welt. Marie hat den Wechsel der Jahreszeiten ganz bewusst wahrnehmen können und es hatte einen ganz eigenen Reiz, mit Marie zu entdecken: Wie schön fühlen sich Kastanien an, wie kalt ist der erste Schnee an den Fingern, wie mild streicht der Sommerwind durchs Zimmer. Sie hat die Feste mitgefeiert in der Insel: Geburtstage und Weihnachten, Gottesdienste, Laternen- und Sommerfest. Und sie konnte zeigen, wenn es ihr nicht gut ging, weil sie vielleicht einfach genervt war von irgendwas, oder weil ein neuer Infekt im Anmarsch war. Das hat niemand so gut und schnell verstanden wie ihre Mama, die vielleicht nicht das Gras, aber immer die Keime wachsen hörte und dann Maries Sprachrohr war bei Ärzten und Schwestern. An manchen Tagen hat Marie alle gescheucht, indem sie ständig Alarm auslöste, manchmal schien das fast, als mache sie sich einen Jux daraus. Und so hat sie auch gezeigt, wenn sie mit jemandem nicht so klar kam. Und dann war sie wieder ganz zufrieden, wenn sie schön zurechtgemacht, die Haare geflochten, die Haut gecremt wurde.

Marie hat Musik gemocht, vor allem Weihnachts- und Kinderlieder, die sie vielleicht noch aus dem Kindergarten kannte. Sie hat es ganz offensichtlich genossen, wenn sie im Wohnzimmer der Insel den Gesprächen der anderen zuhörte, und noch mehr, wenn ihre Eltern da waren und mit uns Mitarbeitenden plauderten und erzählten von dem, was so passiert ist zu hause oder bei Lara. Lara, die große Schwester, mit der sich Marie als kleines Mädchen messen und es

Ich merke: Wenn ich von Marie erzähle, muss ich zugleich von den Menschen reden, die um sie herum waren; zuerst natürlich von Ihnen, ihrer Familie, dann von den Mitarbeitenden der Kinderinsel, aber auch vom Netz der nahen und fernen Verwandten und Freunde um sie alle herum. Ja, Marie hat viel von dem, was sie erlebte, nur erleben können durch die Hände und Sinne, Fürsorge und Liebe ihrer Mitmenschen, sie war ganz und gar angewiesen darauf. Aber


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ist es nicht so, dass das letztlich für einen jeden von uns gilt? Dass das, was unser Leben kostbar und schön macht, was uns Halt gibt, gerade das ist: das Umgeben sein und die Liebe, die wir einander geben, das Teilen von Zeit und Gedanken und Leben? Maries Leben ist auch ein reiches Leben gewesen, denn das war sie: ein Mensch, der geborgen war in einem dichten Netz von liebenden Menschen, die für sie da waren, mit Gedanken, Worten und Taten. Ich glaube, dass in und hinter all diesem menschlichen Tun Gott seine Hand über Marie gehalten hat, dass Gott ihr auf diese Weise ganz nahe gewesen ist, all die Jahre hindurch. Nein, nicht mit Sturm, Beben oder Feuer, sondern mit einem stillen, sanften Sausen. Mit der Kraft seiner Liebe. Und ich glaube, dass er auch Ihnen auf diese leise Weise ganz nahe gewesen ist und sie bewahrt hat. Dass Sie die Kraft gehabt haben all die Jahre für die vielen Kämpfe und nicht müde geworden sind – oder jedenfalls nie sehr lange. Dass Sie Marie all die Zeit begleitet haben und dabei Ihren Humor nicht verloren haben, sondern ganz im Gegenteil ja immer noch ein freundliches Wort oder einen witzigen Spruch für ihre Mitmenschen hatten. Dass Sie 15 Jahre lang der Realität von Intensivstationen standgehalten haben und darüber nicht bitter wurden; ist nicht das auch ein Wunder und ein Zeichen von Gottes bewahrendem Handeln? In den vergangenen Monaten ist Marie für alle spür- und sichtbar immer weniger geworden, hat sich mehr und mehr entfernt. Die Entzündungen wurden häufiger und

Immer aktiv: Marie und ihr Vater

heftiger, die Zeiten, in denen sie wach war, seltener, immer öfter war es, als sei sie nicht mehr ganz bei uns. Heiligabend dann ist sie gestorben, umgeben von Schwestern und Ärzten, die bei ihr waren. Nicht mit Gewalt, mit Sturm und Beben und Feuer, sondern, wieder schwach und sanft und zart, in einem Kind, ganz und gar angewiesen auf die Liebe und Fürsorge anderer Menschen. Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig, sagt Gott einmal. Was das bedeutet, sehen wir am Leben dieses Kindes, unseres Herrn und Bruders Jesus Christus. Was das bedeutet, haben wir in ganz eigener Form auch erleben und sehen können am Leben von Marie Rösler. Gottes Kraft zeigt sich nicht immer in Wundern und Umwälzungen, wie wir sie uns wünschen. Aber es ist eine Kraft, die sich dem Schmerz stellt, sogar dem Schmerz eines Lebens, das so ganz und gar verletzt und gefährdet war wie das von Marie. Eine Kraft, die sich dem Schmerz stellt und ihm die Beharrlichkeit der Liebe entgegensetzt.

Als Erwachsener wird Jesus am Kreuz die Frage hinausschreien, die Menschen auf Intensivstationen und an Sterbebetten bewegt, alle die, die vergebens auf Heilung warten und auf ein Wunder: Mein Gott, warum hast du mich verlassen? Aber das ist unser Glaube und unsere Hoffnung, dass Gott ihn nicht verlassen hat: In seinem Tod und seiner Auferweckung liegt unser Leben und unsere Hoffnung. Weil unser Herr Jesus Christus für uns in die Nacht des Todes ging und sie überwand, darum dürfen wir Marie auch jetzt geborgen und gehalten wissen in Gottes guter Hand, befreit zu einem neuen Leben aus der Fülle Gottes. Und eines Tages, das ist unsere Hoffnung, werden Sie einander wiedersehen.

Dorothea ZabelDangendorf, Siegen, Pastorin und Klinikseelsorgerin


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Ich bin berufen etwas zu tun oder zu sein, wofĂźr kein anderer berufen ist. Ich habe einen Platz in Gottes Plan, auf Gottes Erde, den sonst keiner hat. Ob ich reich bin oder arm, verachtet oder geehrt bei den Menschen, Gott kennt mich und ruft mich bei meinem Namen, und ich merke auf und hĂśre: Da bist du ja! Augustinus, Bischof in Nordafrika (354-430)


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HINTERGRUND

Das Gebet mit Kranken Vor und nach dem Gebet ist eine vertraute Beziehung vorausgesetzt Wer sich dem Gebet mit Kranken zuwendet, muss sich damit persönlich auseinandersetzen und seine Antworten finden. Soll ein Kranker sich also in verantwortliche medizinische Behandlung begeben, oder gemäß Jakobus 5 handeln: „Leidet jemand unter euch, der bete... ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten“. Schließt Eines das Andere aus, oder gehört Beides vielmehr zusammen? Wie können und sollen wir also mit Kranken? Welche Wirkungen erwarten wir? Davon wird unser Beten und Handeln bestimmt sein. Patienten erwarten von uns zunächst kompetente fachliche Hilfe, nicht Gebet. Andererseits ist ein chronisch Kranker wohl überrascht, wenn wir beispielsweise bei der Verabschiedung sagen: „Ich werde für sie beten.“ Noch unerwarteter mag es sein, wenn wir im Rahmen der Behandlung Gebet anbieten. Dies setzt natürlich eine gewachsene, vertraute Beziehung voraus, damit es nicht als Ausdruck einer letzten Zuflucht in hoffnungsloser Situation erlebt wird, sondern als tiefste Zuwendung und Anteilnahme, und als Ausdruck unseres persönlichen Glaubens und Vertrauens auf Gott. Wenn wir die innere Barriere der Scheu überwinden, unseren Glauben also ganz praktisch einsetzen, können wir gemeinsam mit unseren Patienten erstaunliche Erfahrungen machen. Tatsächlich erleben wir ja im Gebetsdienst immer wieder wunderbare seelische Freisetzung und Veränderung, nicht selten auch körperliche Besserung und Heilung. Andererseits berichten uns Christen von sehr belastenden Erfahrungen, die sie bei Heilungs-Konferenzen und beim Gebet

anderer für sich erfuhren. Nicht selten wird chronisch Kranken, die keine körperliche Heilung erfahren, eine unerträgliche Last aufgelegt. Sie haben zu kämpfen mit Gedanken von Schuld, Versagen, mangelndem Glauben und Minderwertigkeit. „Primum nil nocere“ – zuallererst darf kein Schaden gesetzt werden, gilt seit dem Altertum als Grundlage ärztlichen Handelns, denn es gibt bei jeder Therapie auch unerwünschte Nebenwirkungen. Um diese möglichst gering zu halten, werden in der Medizin heute therapeutische Leitlinien erarbeitet. Es scheint dringend angebracht, dass wir auch Leitlinien für das Gebet mit Kranken formulieren, um „unerwünschte Nebenwirkungen“, ja schädliche, oftmals langfristige Nachwirkungen zu vermeiden.

Wer darf oder soll beten? Jeder, der selbst betroffen ist (Jak.5, 13-14). Und jeder, der Mitgefühl und Verantwortung empfindet für einen Mitmenschen, sei es in der Familie, im Freundeskreis, in der Gemeinde, im Beruf, gemäß Luthers Aussagen vom Priestertum aller Gläubigen.

Wofür beten wir? Drei Anliegen können hier aufeinander treffen: die Erwartung des Kranken, die Sicht des Beters und Gottes Plan für den Menschen. Es gilt also zu fragen und zu hören. Will ich als Betender vordergründig eine körperliche Heilung erleben oder mit dem Kranken in Gottes Nähe, in Kontakt mit Seinem Geist kommen? Ist der Kranke selbst nur auf Heilung fixiert oder können wir gemeinsam nach Gottes Plan fragen? Wollen wir Ihm gemeinsam die Krankheit mit der gesamten Lebenssituation vorlegen, nach Seinem Willen, fragen, zuletzt zustimmend sagen: Dein

Wille geschehe? Erwarten wir eine prompte und sichtbare Heilung oder ein umfassenderes Heil-Werden? Sind wir auch bereit, miteinander einen Weg zu gehen, durch bleibende Krankheit und Leiden?

Im Namen Jesu beten: Gottes Wirken ist uns zugesagt, wenn wir „im Namen Jesu“ beten. Nicht die so formulierten Worte sind hier gemeint, sondern die innere Haltung. Wir suchen die Einheit mit Jesus, seinem Heilsplan. Wir bitten für uns um die Liebe, die sich ganz hingibt an das Leid der Menschen. Sie muss unsere natürliche Empathie, unser Mitempfinden ergänzen. Wenn wir in dieser Haltung verbunden sind, bleiben wir vor dem Fehler geschützt, die Gefühle und den Willen des Kranken zu missachten, ihn unter geistlichen Druck zu setzen, zu manipulieren. Wir werden ihm unsere Gedanken und Eindrücke mitteilen, dies miteinander bewegen, um dann in Einheit unsere Gebete zu formulieren. Natürlich können solche Eindrücke und Bilder zunächst dazu führen, dass verletzende Erfahrungen durch Mitmenschen, Enttäuschungen, auch Bitterkeit und unerkannte Schuld bewusst werden. Wenn es gelingt, den heilsamen Weg des Vergebens zu gehen und gleichzeitig um Gottes Vergebung zu bitten, werden oftmals tief sitzende, belastende Störungen gelöst, es tritt Heilung ein. (Jak. 5/15+16)

Wie beten wir? Hilfreich ist es, wenn der Kranke seine Bitte, seine Not und Erwartung selbst formulieren kann. Der ausgesprochene, vertrauensvolle Glaube verbindet ihn in besonderer Weise mit der Liebe und Kraft des Herrn. Wir sind Fürbitter, Helfer, Freunde, die


HINTERGRUND

sich glaubend mit dem Kranken eins machen. Wir können begleiten und unterstützen in der Formulierung der Bitten. Wir dürfen die Hände auflegen (Markus 16/18), den Kranken an Stirn und ggf. Händen mit Öl salben. (Wie wir wissen, haben die Kirchen unterschiedlich geregelt, wer die Krankensalbung ausüben darf). Natürlich dürfen wir nun auch ganz konkret die Bitte um körperliche Heilung aussprechen, die Krankheit mit ihren Symptomen als eine Last vor Gottes Thron bringen, Linderung, Befreiung, ja Heilung erbitten. Vertrauensvoll, wie Kinder sollen wir bitten. Ja, wir dürfen Gott sogar bedrängen mit unserem Herzenswunsch, wie die bittende Witwe. (Lukas 18, 1-8) Beim direkten Ansprechen der Krankheit und ihrer Symptome werden wir gelegentlich auch empfinden, dass hier eine zerstörende Kraft am Werk ist. Hier dürfen wir in Autorität im Namen Jesu entgegen treten. Gemeinsam dürfen und sollen wir also Heilung erbitten, erhoffen und glaubensvoll erwarten. Die Zusage einer Heilung, jetzt oder in Zukunft, an den Kranken, steht uns aber nicht zu. Selbst wenn wir diesen Eindruck sehr stark verspüren, ist es einzig unser Auftrag, Gott anhaltend um sein Handeln zu bitten. Er wirkt auf Seine Weise zu Seiner Zeit.

Abschluss und Weisung Anschließend danken wir gemeinsam für die empfangene Liebe, Hilfe und Nähe Gottes. Wir dürfen fest damit rechnen, dass der Kranke eine liebevolle Berührung durch Gottes Geist erfahren hat, wenn wir so verantwortlich vor Gott im Glauben handeln. Das muss das Qualitätsmerkmal eines verantwortlichen Gebetsdienstes sein! Mit einem litur-

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Ein Geistlicher im Gebet mit einer kranken Patientin

gischen oder frei formulierten Segen entlassen wir den Bittenden. Es ist hilfreich, in einem abschließenden Gespräch Empfehlungen mitzugeben: Halte fest, was wir gemeinsam gesprochen gebetet haben, was du erfahren hast. Suche Gemeinschaft im Glauben, pflege deine Gottesbeziehung im Gebet und durch den Umgang mit Gottes Wort. Nimm bei chronischer Krankheit, bei anhaltenden Beschwerden, immer wieder das seelsorgerliche, segnende Gebet in Anspruch. Wenn du körperliche Heilung erfahren durftest, lass sie durch ärztliche Untersuchung bestätigen. Auch Jesus schickte die geheilten Aussätzigen zur Gesundheitsbehörde, den Priestern. Wenn du von deiner Heilung erzählst, berichte sachlich, ehrlich. Vermeide alle übertreibenden Ausschmückungen. Damit machst du Gott keine Ehre, sondern stellst dich selbst in den Mittelpunkt.

betont werden: Es gibt kein festes Schema, keine Methode. Immer wieder ist die Versuchung groß, dass wir von erfahrenen, berühmten Menschen Übernatürliches erwarten oder durch Bücher angeregt meinen, wir müssten entsprechende Methoden nur wie ein Therapieverfahren einsetzen und würden den Erfolg sehen. Gott lässt nicht über sich verfügen, aber er lässt sich gerne bitten und antwortet in seiner Liebe. Jesus begegnete jedem Menschen ganz individuell und unterschiedlich. Wir erkennen bei ihm keine Heilungsmethode außer seiner totalen Hingabe und Liebe an die Leidenden. Von ihm sollen wir lernen, ihm nachfolgen.

Dr. med. Hartmut von Schnurbein, Mitglied im Kirchenvorstand der ev.-luth. Pauluskirche Kaufering, Bundesweiter Leitungs-

Es gibt keine Methode

kreis Christen im Gesundheitswesen,

Diese skizzierten Leitlinien sind sicher zu ergänzen. Ausdrücklich muss

Facharzt für Innere Medizin – Hausarzt, Kaufering


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STANDPUNKT

Mensch = Medizinobjekt? „High tech“ ersetzt „High consult“ nicht! „Medizinmann für ungelöste Fälle“, so war es vor einiger Zeit in der BILD am Sonntag zu lesen. Was hat man sich unter einem Medizinmann vorzustellen? Einen traditionellen indianischen Heiler? Oder die Verbindung von Arzt und Priester in einer Person? Oder einen Schamanen im Dienste sibirischer Ureinwohner?

Was ist zu tun? Flucht nach vorne? Materialistisch orientierte Medizin abwählen und die Zuflucht in Alternativen Heilverfahren suchen? Oder zweigleisig fahren? Mit sanfter Naturmedizin, ganzheitlich und zuwendungsorientierten Heilanwendungen oder spirituellen Heilweisen komplettieren, was in der chemie- und technikorientierten Medizin scheinbar nicht möglich war?

Ich muss Sie enttäuschen und will das Rätsel (teilweise) lösen. Gemeint war ein in Hamburg St. Georg niedergelassener Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Es ging um einen u.a. von der Techniker Krankenkasse bundesweit ausgelobten Gesundheitspreis für die Kategorie Arzt des Jahres. In dem Artikel hieß es, Patienten schätzten an ihm, dass er sich Zeit nehme für sie, ihnen genau zuhöre und ihre persönlichen Deutungen würdige, so konnte man u.a. lesen.

Ich sehe einen Weg,

Ist das nicht selbstverständlich? Immer wieder wird in der modernen Apparatemedizin die Frage gestellt, ob und wie der Mensch als eine individuelle, mündige, ja kompetente Persönlichkeit ernst genommen werde und Medizin sich an seinen Bedürfnissen ausrichte. Oder die Frage, ob die wissenschaftliche Medizin über das hoch differenzierte Spektrum ihrer Möglichkeiten hinaus am Ende nicht doch der Utopie der Machbarkeit verfalle. Gesundheitsversorgung bekommt in unserer Zeit mehr und mehr ein Gesicht von Über- und Fehlregulierung, Kommerzialisierung, „High tech vs. High touch“, Bürokratisierung, Budgetierung etc. – unter dem Deckmantel von Kostenbegrenzung und Qualitätssteigerung – beides gelingt nach Expertenmeinung entgegen vieler gut gemeinter Reformversuche am wenigsten. Entwicklungen der letzten Jahre führten u.a. dazu, dass eine qualifizierte Beratung in der Primärmedizin und vielen fachärztlichen Bereichen kaum mehr honoriert wird und aus dem Zentrum der Medizin zum „Appendix“ mutieren. Ähnliches gilt – von lobenswerten Ausnahmen abgesehen – im ärztlichen Bereich für die Soft skills qualifizierter Medizin. Viele betroffene Patienten leiden an dieser Entwicklung. Es folgt eine nachhaltige Frustration vieler am Gesundheitswesen Beteiligten. Am Ende steht möglicherweise das Aussterben eines ganzen Berufsstandes. Derzeit jedenfalls wird jede zweite Allgemeinmedizinische Praxis in Deutschland nicht mehr besetzt. Tendenz steigend.

• als Arzt medizinische Kunst, Erfahrung und Wissen auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft in einem Rahmen anzuwenden, der den Menschen als von Gott geschaffenes einzigartiges Wesen mit einer individuellen Biografie, spezifischer Ausgestaltung einer Krankheit und einem ganz persönlichen Lösungsweg sieht und „behandelt“ (Medizin der Person). • der einen offenen, kritischen und verantwortungsvollen Umgang mit der evidenz-basierten wissenschaftlichen Medizin und den Lenkungsinstrumenten im Gesundheitswesen pflegt. Einer Medizin, die auch jenseits von DMP, DRG, HTA und unabhängig von kommerziellen Interessen hochwirksame individuelle Therapiekonzepte kennt und (z.T. schon über mehrere Generationen von „Medizinmännern“) pflegt. Dazu gehören auch eine ganze Reihe naturheilkundlicher, regulativer Therapieverfahren, psycho- und sozialtherapeutische Elemente als auch (noch spärlich) die Berücksichtigung spiritueller Bedürfnisse. Auch wenn Sie vielleicht über einige Fachbegriffe gestolpert sind: Wir brauchen eine Bewegung, die einen deutlichen Kontrapunkt zu einer industriell dominierten und politisch überregulierten Gesundheitsversorgung setzt. Die das ärztliche Gespräch mit einer qualifizierten Beratung unter Wertschätzung der Selbstkompetenz des Patienten zusammen mit den übrigen ärztlichen Softskills wieder in den Mittelpunkt setzt. Die, die Erkenntnisse moderner Medizin und Forschung in Beziehung zu gewachsenem und bewährtem Wissen in der Medizin und Erfahrungsheilkunde setzt. Die sich nicht in eine esoterisch durchsetzte Alternativmedizin flüchtet, unter Methodenpluralismus und kosmischer Ganzheitlichkeit ihre Orientierung verliert und den Menschen in eine endlose Hilflosigkeit hineinführt. Ich möchte eine Bewegung fördern, die eine beziehungsorientierte Medizin auf der Grundlage des christlichen


STANDPUNKT

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Den Menschen im Patienten nicht aus den Augen verlieren

Menschenbildes praktiziert. Zeit haben, Wertschätzung ausdrücken, die heilende Kraft der Botschaft Jesu von Vergebung und Versöhnung nicht aus dem Blick verlieren. Die Biografie des betroffenen Patienten in ein individuelles Lösungskonzept einzubeziehen und den Patienten als Kotherapeuten gewinnen. Schließlich gehören auch die Anerkennung unserer Begrenztheit und die Solidarität mit dem Nächsten zu einer Medizin, die um die Unverfügbarkeit der Liebe und Barmherzigkeit Gottes weiß. Ich glaube, das Wissen um die Unverfügbarkeit eines jeden Lebens, das Gott geschaffen hat, ist die unabdingbare Voraussetzung für die Praxis einer Heilkunde, die dem Menschen dient. Nichts ist hier selbstverständlich! Eine Heilkunde, die sich nicht vom Menschen abhängig macht, sondern eben in dem Dreieinigen Gott ihren Ausgangsund Zielpunkt hat. Und alle Möglichkeiten sinnvoll und verantwortlich nutzt, die er uns „bietet“ – „Macht Euch die Erde untertan“! Eine solche Heilkunde möchte ich praktizieren und alles tun, dass sie in unserem Land „um sich greift“: Wir nennen sie „Christliche Heilkunde “.

Reinhard Köller, Facharzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren, in eigener Praxis niedergelassen in Hamburg, Mit-

Christliche Heilkunde – Zugänge Christliche Heilkunde integriert die körperliche, psychische, soziale und spirituelle Dimension des Menschen unter besonderer Berücksichtigung ihrer Wechselwirkungen. Sie unterstützt auf der Basis des christlichen Menschenbildes eine umfassende Lebensentfaltung in Bezug auf Vorsorge, Beschwerdelinderung und ganzheitliche Heilungsprozesse. Die acht Autorinnen und Autoren, zu denen auch Reinhard Köller gehört, waren Referenten der Christlichen Gesundheitskongresse. 9,80 € (D), 103 Seiten, Paperback, Verlag Frank Fornaçon, www.VerlagFF.de. Zu beziehen über jede Buchhandlung. ISBN 978-3-940232-06-9

glied im bundesweiten Leitungskreis von Christen im Gesundheitswesen, Hamburg Anzeige


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CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN

Wo treffen Sie Christen, die vom Fach sind? Jubiläum: 25. Patientengottesdienst in Hamburg Am 9. Februar 2014 feierten wir als Christen im Gesundheitswesen den 25. Patientengottesdienst in der Friedenskirche Hamburg-Jenfeld mit über 200 Besuchern. Damit setzt sich die Reihe besonderer ökumenischer Gottesdienste fort, die uns seit 2005 in 11 Hamburger Kirchengemeinden geführt hat. Diese Gottesdienste werden von Ärzten, Mitarbeitern anderer Gesundheitsberufe und Patienten aus unterschiedlichen Praxen und Kliniken in Zusammenarbeit mit Pastoren und Mitarbeitern der jeweils gastgebenden Gemeinde gestaltet. Wir möchten kranke Menschen ermutigen, neben den Möglichkeiten der modernen Medizin auch die Impulse und Hilfen des christlichen Glaubens in Anspruch zu nehmen. Unsere Erfahrungen machen deutlich, dass Patienten von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Kirche und Medizin profitieren. Die bisherigen Patientengottesdienste haben Patienten miteinander und mit den Kirchengemeinden überwiegend des Südostens Hamburgs in Verbindung gebracht. Vor allem chronisch kranke Menschen sollen einen Raum der Ermutigung finden. Dies geschieht insbesondere durch die Erfahrungsberichte von anderen Patienten wie auch der mit gestaltenden Ärzte über die Bedeutung des Glaubens in ihrem persönlichen Leben. Eine ermutigende Predigt, ökumenische Lieder und das Angebot persönlicher Segnung prägen ebenfalls die Patientengottesdienste.

„Reich Gottes mitten unter uns“ laden wir Sie herzlich ein. „Siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch!“ (Luk. 17,21), so ruft Jesus Christus seinen Jüngern zu – auch heute!? Mitten unter uns – im deutschen Gesundheitswesen des vom unter Arbeitsverdichtung und Prozessoptimierung, Ökonomisierung und Regressanspruch, Pflegeplanung und Dokumentationspflicht? Passt dies wirklich mit dem christlichen Anspruch zusammen?

Broschüre über die Patientengottesdienste in Hamburg

Die 3. Auflage der Broschüre Patientengottesdienste in Hamburg liegt in einer überarbeiteten Ausgabe vor. Bestellen Sie sich Exemplare zum Weitergeben an Freunde und Bekannte. Geben Sie die Hefte mit einer herzlichen Einladung zu einem der nächsten Gottesdienste weiter. Auch ein Dokumentarfilm über die Gottesdienste ist entstanden und wird demnächst über Bibel-TV ausgestrahlt. Am 18.Mai um 19.45 Uhr feiern wir im St. Marien-Dom Hamburg unseren nächsten Patienten Gottesdienst unter Mitwirkung von Weihbischof Dr. Jaschke.

CiG-Jahrestagung 2014 Liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen, zu unserer diesjährigen CiG-Jahrestagung vom 27. – 29. Juni 2014 in Dassel mit dem Thema

Einladung zur Jahrestagung


CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN

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Die Arbeit von CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN (CiG) CiG e.V. ist eine bundesweite konfessionsverbindende Initiative von Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen im Gesundheitswesen: Pflegende, Ärzte, Therapeuten, Mitarbeiter aus Management und Verwaltung, Seelsorger, Sozialarbeiter und weitere Berufsgruppen des Gesundheitswesens. Basis der Zusammenarbeit sind die Bibel, das apostolische Glaubensbekenntnis sowie die Achtung des Einzelnen in seiner jeweiligen Konfessionszugehörigkeit. Wir CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN wollen

• einander fördern, unseren Glauben im Berufsalltag zu leben, • zur Neubelebung an der Bibel orientierter Werte im Gesundheitswesen beitragen, • Patienten und Kollegen die heilende Liebe Jesu Christi erfahrbar machen, • in Einheit mit Kirchen und Gemeinden den biblischen Auftrag von Diakonie, Caritas und Heilungsdienst in unserem Land wahrnehmen. Die ökumenische Arbeit von CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN verbindet seit über 25 Jahren Christen im Umfeld des Gesundheitswesens – inzwischen rund 10.000 in regionaler sowie in bundesweiter Vernetzung.

Auf unserer Jahrestagung wollen wir uns auf Spurensuche des Reiches Gottes begeben. Mitten im beruflichen Alltag will Christus uns die Spur entdecken lassen, die zum Ziel führt! Wir wollen einander ermutigen, auf dieser Spur zu bleiben: in Erfahrungsberichten und Plenumsreferaten, Workshops und persönlichem Austausch. Denn das Reich Gottes kennzeichnet die Dimension dessen, was uns als Christen zugesagt ist, was uns selber trägt und auch unter widrigen Umständen Raum für die unbegrenzten Möglichkeiten Gottes eröffnet. Als Gastreferenten werden unter uns sein: Marion und Keith Warrington, Berlin und Alfred Mayer, Kaufering. Für unsere Kinder (ab 4 Jahren) und Jugendlichen bieten wir jeweils ein attraktives Programm an. Weitere Infos www.cig-online.de

Wichtiges Element sind die CiG-Regionalgruppen, die von Mitarbeitern vor Ort geleitet und verantwortet werden und die sich in unterschiedlichen, z.B. monatlichen Abständen treffen. Beruflicher Austausch, biblischer Impuls und Gebet sind wiederkehrende Bestandteile der Treffen. Einige Gruppen bieten Regionalveranstaltungen an, zu denen öffentlich eingeladen wird. Kontakt zu den Regionalgruppen vermittelt die Geschäftsstelle. Die Veranstaltungen der Akademie werden dezentral meist in Zusammenarbeit mit den CiG-Regionalgruppen angeboten: Seminare zu berufsspezifischen Themen aus christlicher Sicht, Fachgruppentreffen wie auch Angebote für Kranke und Angehörige. Wenn Sie in Ihrer Region ein Seminar initiieren wollen, nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf. Weitere Infos: www.cig-online.de. Die bundesweit ausgerichtete Arbeit von Christen im Gesundheitswesen wird von rund 20 Mitarbeitern aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen im Bundesweiten Leitungskreis verantwortet und geleitet. In der Geschäftsstelle in Aumühle bei Hamburg wird die Arbeit koordiniert. Hauptamtliche, geringfügig Beschäftigte und rund 130 Ehrenamtliche sorgen für die Umsetzung von Projekten und unterstützen die Arbeit des Bundesweiten Leitungskreises. Die Arbeit von CiG finanziert sich wesentlich aus Spenden. Ein Kreis von z.Zt. 500 Förderern bildet hierfür die Grundlage, indem sie den gemeinnützigen Verein jeweils mit einem Mindestbeitrag von 10 € im Monat finanziell unterstützen.

Förderer können an den Fortbildungsseminaren der CiG-Akademie für den ermäßigten Beitrag teilnehmen und erhalten das ChrisCare-Abo kostenfrei. Wir laden Sie herzlich ein, dem Förderkreis beizutreten! Günther Gundlach,

CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN e.V.

Geschäftsführer

Bergstraße 25, D-21521 Aumühle Tel.: (+49) (0) 4104 917 09 30, Fax: (+49) (0) 4104 917 09 39 Email: info@cig-online.de, Internet: www.cig-online.de

Christen im Gesundheitswesen


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NACHRICHTEN

Eindimensional

Kritik an „westlicher“ Medizin

Einladung zur ökumenischen Konferenz

Ogbomoso/Tübingen: „Die Kirche, die Medizin und Heilung“ war das Thema einer internationalen Konferenz in Nigeria. Während Dr. Beate Jakob (Deutsches Institut für ärztliche Mission) dabei einen vieldimensionalen Heilungsansatz vertrat, der die spirituelle Dimension von Heilung einschließt, kritisierten zahlreiche afrikanische Theologen die eindimensionale „westliche“ Medizin. Manche propagierten sogar die alleinige Heilung durch das Gebet. Ein durchgehender Tenor war die Kritik an einer akademischen, einseitig rationalen Theologie sowie an einer eindimensionalen „westlichen“ Medizin. Die ärztliche Mission habe den reichen Schatz an natürlichen Heilmitteln völlig abgewertet, wurde mehrfach betont. Und die christlichen Missionare hätten die Heilung durch den Glauben und das Gebet vernachlässigt, indem sie Heilung an die Medizin delegierten und den bleibenden Heilungsauftrag der Christen meist nicht ernst nahmen. Dies widerspreche aber dem Menschenbild afrikanischer Kulturen, nach dem der Mensch ganz wesentlich in und aus der Beziehung zu Gott lebt. Eine Theologie und eine Kirche, die Heilung durch das Gebet nicht lehre oder praktiziere, passe deshalb nicht zu den Menschen in Afrika. Mit Beifall wurden Beitr��ge aufgenommen, die die alleinige Heilung durch das Gebet propagierten und solche, die unkritisch die Meinung vertraten, Krankheiten könnten nur mit

Medikamenten aus der „Apotheke Gottes“ geheilt werden, bis hin zur Vorbeugung und Behandlung von HIV und Aids. So berechtigt und nachvollziehbar die Kritik auch sei, so eine Stellungnahme des Difäm, berge sie doch die Gefahr eines anderen eindimensionalen Heilungsverständnisses. In der weltweiten Kirche und im Austausch zwischen Medizin und Theologie muss darum gerungen werden, die verschiedenen Wege zu Gesundheit und Heilung nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie in ihrer wechselseitigen Ergänzung wertzuschätzen und zu praktizieren. Bisher hat das ÖRK-Gesundheitsprogramm diese Diskussion in den Kirchen weltweit wachgehalten.

Modernisierung

„Segen“ der Weltreligionen

Stationseinweihung

Hannover: Mit einem multireligiösem Symposium wurde im Februar die modernisierte Intensivstation in der Kinderklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eröffnet. Fünf Vertreter unterschiedlicher Religionen betrachteten dabei die pädiatrische Intensivmedizin als Grenzbereich zwischen Leben und Tod von Kindern aus der Perspektive ihrer jeweiligen Glaubensrichtung. Anschließend besuchten und „segneten“ sie die neue Kinderintensivstation. Die MHH hat insgesamt mehr als 800.000 Euro in die Modernisierung der größten Kinder-

intensivstation im deutschsprachigen Raum investiert. An dem Symposium „Leben, Sterben und Tod von Kindern aus Sicht der Weltreligionen“ nahmen Vertreter des Christentums, des Buddhismus und des Judentums teil.

Verschlechterung

Deutschland tut sich schwer mit der Pflege

Verschlechterung durch Reformen

Berlin: Beim ersten Deutschen Pflegetag wies Professor Frank Weidner, Direktor des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip), darauf hin, dass sich Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern besonders schwer tut mit der Modernisierung der professionellen Pflege. So ist in Deutschland der Fachkräftemangel besonders ausgeprägt. Zugleich sind die öffentlichen Investitionen in die Pflege verglichen mit den meisten west- und nordeuropäischen Ländern deutlich geringer. Die Arbeitsbedingungen sind deshalb hierzulande vergleichsweise schlecht, die Vergütungen zu gering. „Mit jeder Pflegereform, die wir in den vergangenen Jahren erleben durften, hat sich die berufliche Situation für die Pflege eher verschlechtert“, so Weidner. Als Kernprobleme der deutschen Pflegepolitik sieht Weidner, dass die Pflege nicht mehr in Zusammenhängen gesehen werde und man immer nach möglichst einfachen und preiswerten Lösungen suche.


NACHRICHTEN

Verstärkung

Diakoniejahr in Österreich

Diakoniebeauftragte auf allen Ebenen

Wien: Die Evangelische Kirche in Österreich will ihr diakonisches Engagement verstärken. Das wurde bei der Generalsynode der Kirche im Februar bekannt. Damit reagiert die Synode auf die positive Bilanz des Diakoniejahres 2013. Die Barrierefreiheit von Kirchen, Gemeinderäumen und Kommunikationsmitteln soll ausgebaut werden, ebenso soll die diakonische Arbeit in den Pfarrgemeinden, die Zusammenarbeit mit anderen sozialen Einrichtungen und die Ausbildung der Mitarbeitenden wahrgenommen werden. Auf allen Ebenen, so die Generalsynode, sollen Diakoniebeauftragte ernannt werden. Das ehrenamtliche diakonische Engagement in Kirche und Gesellschaft soll gestärkt werden. http://diakonie2013.at

Glückstraining

Stress wahrnahmen, insgesamt zufriedener und glücklicher waren. Sieben Wochen lang haben 150 Beschäftigte eines Unternehmens an der Untersuchung teilgenommen. Während eine Hälfte das Glückstraining absolvierte, diente die andere als Kontrollgruppe. Beide wurden vor und nach der Testphase befragt. Außerdem überprüften die Forscher die Aufmerksamkeit der Probanden und nahmen Speichelproben, um die Stresshormone im Körper zu messen. Vier Wochen nach dem Training wurden die Tests wiederholt. Die Teilnehmer nahmen nicht nur deutlich weniger Stress wahr, sie waren auch zufriedener und glücklicher. Die Lebensqualität insgesamt hat sich verbessert, weiche Faktoren wie „Achtsamkeit” und die Fähigkeit, abschalten zu können, wurden verstärkt. Die Untersuchung wurde gemeinsam mit der Stiftung „Humor hilft heilen“ durchgeführt.

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liches Verbot jeder Form der organisierten Beihilfe zur Selbsttötung eingesetzt. Da dies in der bisherigen Regierungskonstellation nicht zu machen war, waren viele Hoffnungen auf den neuen Koalitionsvertrag gerichtet. Es ist für uns enttäuschend, dass davon gar nicht die Rede ist und wir nun Gefahr laufen, dass die bereits bestehenden Angebote der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe mehr und mehr zur Normalität werden“, so Winkler. Dem Wunsch nach einer Hilfe zum Sterben müsse mit einer Perspektive der Fürsorge und des menschlichen Miteinanders begegnet werden, die durch konkrete gesundheits- und pflegepolitische Maßnahmen zu unterstützen sei. In diesem Zusammenhang biete der Koalitionsvertrag als Ansatzpunkt zumindest die Absichtserklärung, Hospize weiter zu unterstützen und die Versorgung mit Palliativmedizin auszubauen.

Enttäuschung Spardruck

Unverfügbarkeit des Lebens sichern

Rationierte Pflege

Gegen Beihilfe zur Selbsttötung

Ist genug für alle da?

München: „Zum Schutz des menschlichen Lebens und seiner Unverfügbarkeit gerade an seinem Anfang und Ende hätten wir uns konkretere Aussagen im Koalitionsvertrag gewünscht“, so ein vorläufiges Fazit des Sprechers für politische und ethische Grundfragen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Josef Winkler. „Als ZdK haben wir uns schon in der vergangenen Wahlperiode intensiv für ein gesetz-

Basel: Pflegefachleuten in europäischen Spitälern fehlt oft die Zeit, um pflegerische Maßnahmen wie zum Beispiel Gespräche mit Patienten oder die Anleitung von Angehörigen durchzuführen. Auch Schweizer Spitäler sind davon betroffen. Das zeigt eine Untersuchung des Fachbereichs Pflegewissenschaft der Universität Basel, die vor kurzem in der Fachzeitschrift „BMJ Quality & Safety“ publiziert wurde. Der Spardruck im Gesund-

Nachhilfe im Glücklichsein

Verbessert Training den Krankenstand?

Coburg: Der Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Tobias Esch hat untersucht, ob man Glück lernen und sich dadurch beruflich und privat besser vor Stress schützen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer der Studie deutlich weniger


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NACHRICHTEN / ANZEIGEN

heitswesen zwingt Pflegefachleute im Spitalalltag oft zu schwierigen Entscheidungen: Sie müssen beurteilen, welche pflegerischen Maßnahmen sie ihren Patienten überhaupt anbieten können und welche sie auslassen müssen. Studien in den letzten Jahren haben dieses Phänomen untersucht und beispielsweise einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Rationierung von Pflege und der Patientensterblichkeit gezeigt. Eine Studie der Universität Basel ging nun erstmals der Frage nach, welche notwendigen pflegerischen Maßnahmen in allgemeinen chirurgischen und medizinischen Abteilungen von europäischen Akutspitälern nicht

durchgeführt werden können und wie oft dies vorkommt. Im europäischen Durchschnitt mussten Pflegefachpersonen vier von 13 pflegerischen Maßnahmen in ihrer letzten Arbeitsschicht auslassen. Die Ergebnisse zeigen im europäischen Vergleich ein ähnliches Muster: Psycho-edukative Maßnahmen (zum Beispiel Gespräche mit Patienten oder das praktische Anleiten von Patienten und ihren Angehörigen) entfallen häufiger als beispielsweise Maßnahmen wie Pflegeplanung und Dokumentation, Patientenüberwachung, Umlagern von Patienten und das rechtzeitige Verabreichen von Medikamenten. „Psycho-edukative Maßnahmen

gehören zwar seit jeher zu den Kernaufgaben der Pflege, werden aber angesichts knapper Ressourcen häufig nicht durchgeführt. Sie erhalten vom Pflegefachpersonal geringere Priorität, da sie sehr zeitintensiv sind und der Zeitaufwand schlecht planbar ist“, so Dr. René Schwendimann, Leiter der Forschungsgruppe. Das Rationieren von pflegerischen Maßnahmen ist selbst innerhalb der Pflege ein Tabuthema, stellt es für Pflegefachpersonen doch ein berufsethisches und moralisches Dilemma dar. Dies kann sich negativ auf die Arbeitszufriedenheit auswirken und gar zu Burnout oder Berufsausstieg führen. www.unibas.ch

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Zentrum für Geriatrie und Gerontologie

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• für kompetente Medizin z.B. in unserem hochspezialisierten Herz-

und Gefäßzentrum, in der Tumormedizin, der Orthopädie, der bundesweit anerkannten Altersmedizin, der Psychiatrie/Psychotherapie und der Geburtshilfe;

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• für den diakonischen Auftrag, der die Zuwendung zum Menschen in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellt.

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HUMOR

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Hier rät Dr. Rottweil! Die etwas andere Rubrik Darf ich vorstellen (mich): Dr. Geralf Rottweil, Facharzt für theoretische Medizin. (Kommentar aus der Redaktion: „So einer hat uns gerade noch gefehlt!“) Finde ich auch. Denn was ist eine Zeitschrift ohne medizinischen Sachverstand? Ich bin angetreten, Ihre Gesundheitsfragen zu beantworten. Sie können diese Rubrik also durch Ignoranz wieder abschaffen – bitte sehr. Zur Vorgeschichte: Die Entscheidung gegen praktische Medizin ist mir leicht gefallen. Die Theorie war immer gut zu mir, wogegen viele niedergelassene Kollegen klagen, dass ihnen die Praxis zu schaffen macht.

Als Student (St.) hatte ich folgenden erlkönigartigen Disput mit Theorie (Th.) und Praxis (Pr.): Th.: Student, was birgst du so bang dein Gesicht? St.: Siehst, Theorie, du die Praxis nicht? Ich bin gegen die Praxis nicht immun! Th.: Du bist bei mir, sie kann dir nichts tun. St.: Theorie, Theorie, und hörest du nicht, was mir die Praxis ganz leise verspricht? Th.: Student, Student, nun lass uns schnell geh’n. Ich bin für die Praxis, doch ich will sie nicht seh’n. Pr.: Ich liebe dich, du kriegst auch Gehalt. Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt! St.: Theorie, Theorie, jetzt fasst sie mich an! Die Praxis hat mir ein Leids getan! Da hat es mir gereicht. Ich wusste, wie es weitergeht, wenn ich der Praxis nicht von der Schippe springe: Der Theorie graust, ihre Zeit geht zu End‘; sie hält in den Armen den armen Student.

Schmackhafte Beipackzettel

Die ersten Leserfragen sind nach dem unverantwortlichen Ende des Artikel zu Beipackzetteln (ChrisCare 4/13) eingegangen. Dabei waren die Leute noch höflich. A.S. schreibt: „Vielen Dank für den so hilfreichen Beitrag zu meinem Waschzettel. Dann habe ich ja alles richtig gemacht, als ich das Papier aufgefressen habe. Kleine Frage: Was tut man jetzt aber gegen die Magenverstimmung?“ J. S., ein anderer Leser, war vorsichtiger: „Gerne würde ich ja den Beipackzettel verspeisen, aber ich befürchte die Nebenwirkungen. Vielleicht sollte man den Beipackzettel auf Esspapier drucken. Wäre das eine Lösung? Es gäbe weniger Altpapier und der Appetit würde gestillt!“Ich bin beeindruckt. Der neue Gesundheitsminister hat bereits Offenheit signalisiert. Für die zusätzlichen Kosten müssten die Esser allerdings selbst aufkommen, das macht 10% zur Rezeptgebühr hinzu. Aber so viel wird Ihnen die Gesundheit doch extra wert sein. Bedenken Sie: Schmackhafter können Nebenwirkungen nicht sein! Hier noch die Antwort auf eine Frage, die sich Ihnen gewiss stellt: „Soll ich das Papier vor oder nach der ersten Medikamenteneinnahme essen?“ Bloß nichts überstürzen. Genießer nehmen vor jeder Einnahme eine kleine Portion des Esspapiers zu sich. So freut man sich jedes Mal auf seine Medizin, diese kommt nicht auf leeren Magen und wird bestens vertragen.

Sie macht ihm den Hof, doch passiert ist es schon: Er starb mittels Exmatrikulation. Das habe ich vermieden durch Weiterstudium an der Fernuniversität Hagen, wo ich ohne praktischen Ballast meinen Theorie-Facharzt machen konnte.

Ihr Dr. G. R., Löwenwalde –Zuschriften bitte über die Redaktion–


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HINTERGRUND

Ich bitte Dich, dass Du mich heilst Wir brauchen Hoffnung und Demut Pastor Siegfried Großmann versteht es, Fragen des christlichen Glaubens praxisnah und biblisch fundiert zu diskutieren. Wenn es um die Gabe der Krankenheilung im Neuen Testament und heute geht, schöpft er außerdem aus einem Schatz eigener Erfahrungen und Beobachtungen. 2007 erschien das Buch „Ich bitte Dich, dass Du mich heilst“, dessen Schlusskapitel wir hier wiedergeben: Das Neue Testament in seinem Gesamtzeugnis ermutigt uns, um Heilung zu beten und sie auch konkret zu erwarten. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass die Krankheit und der Tod zur Vorläufigkeit des Lebens gehören. Heilung ist immer nur ein Aufschub, denn auch der Geheilte wird irgendwann sterben. Gott ist unser irdisches Leben sehr wichtig, und er sieht unser Leiden und will uns helfen. Aber jede Heilung ist eingebettet in das größere Ganze, in das Heil in Christus. Es ist eine Gratwanderung, die Krankheit und das Leiden nicht so gering zu achten, als seien es Nebensachen auf dem Weg zum Ziel. Andererseits dürfen wir die Gesundheit nicht in dem Maß zum höchsten Ziel erklären, wie die säkulare Gesellschaft es tut.

Siegfried Großmann, Ich bitte Dich, dass Du mich heilst, Die Gabe der Krankenheilung im Neuen Testament und heute, Gießen, 2007, 75 Seiten, ISBN 978-3765554551, € (D) 14,90. Das Buch ist beim Autor zu beziehen: grossmann.sg@t-online.de

verliert, fällt er nicht tiefer als in die Hände Gottes - und mit ihm seine Angehörigen und Freunde. Wir trauern über Leid und Tod, aber nicht im Bewusstsein der Endgültigkeit des Endes, sondern der Vorläufigkeit des Lebens. So ergibt sich gerade aus der Unterordnung der Heilung unter das Heil das Grundvertrauen in die Barmherzigkeit des Schöpfers und Erhalters. Er tut uns auch dort Gutes, wo wir seine Wege nicht verstehen. Und obwohl Gott Leid und Unrecht stehen lässt, kämpft er mit uns gegen jede Krankheit und Ungerechtigkeit.

Fazit: Unsere Grundlage ist unverrückbar: Das Heil durch das Erlösungswerk Christi führt uns durch den Tod hindurch zum Leben. Den Weg dorthin möchte Gott so gestal-

Betet füreinander, damit ihr gesund werdet ten, dass wir uns am Leben und an allem Geschaffenen freuen können. Daher ruft uns die Bibel auf, gegen die Krankheit zu kämpfen. Aber der Tod ist nicht das Ende. Auch wenn ein Mensch den Kampf gegen die Krankheit

1. Die Krankheit kommt nicht von Gott, sondern ist eine Folge der Existenz des Bösen. Das gilt ebenso für den Tod. Wir haben daher die Aufgabe, alles zu tun, was hilft, Krankheiten zu heilen und zu überwinden. Gott steht hinter uns, wenn wir gegen Krankheiten angehen und um Heilung bitten. 2. So wie der Tod nicht aus der Welt geschafft ist, kann es auch die Krankheit nicht sein. Wir erleben die Heilung von Krankheiten, aber keine Welt ohne Krankheit. Wir dürfen im Einzelfall hoffen, dass Gott die Heilung schenkt, aber wir haben es nicht in der Hand. Der Glaube kann eine Heilung fördern, aber nicht der Glaube heilt, sondern nur Gott selbst. 3. Heilung geschieht dadurch, dass die Selbstheilungskräfte des Menschen aktiviert werden. Dies kann ebenso durch eine Gebet geschehen wie durch eine medizinische


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Behandlung – oder durch eine Kombination von beidem. Bereinigung von Sünden, menschliche Nähe, die Wahrnehmung von Gottes Gegenwart, Handauflegung, Segnung und Salbung sind Elemente, die den Kranken für das Wirken Gottes öffnen und die Heilung fördern können. 4. Die Antwort Gottes auf unsere Gebete kann sehr verschieden sein: die sofortige vollständige Heilung, eine Besserung, ein langsamer Prozess der Heilung oder die Kraft, die Krankheit zu tragen. Manchmal zeigt uns Gott, warum er unsere Gebete anders erhört, als wir es uns wünschen, manchmal verstehen wir sein Handeln aber überhaupt nicht und brauchen das unbedingte Vertrauen zu ihm, um den Glauben zu erhalten. 5. Wenn wir in der Hoffnung auf Heilung und im demütigen Warten auf Gottes Antwort für Kranke beten, werden mehr Kranke gesund werden, als wenn wir Heilung voraussagen und damit den Kranken und die Betenden unter Druck setzen. Wenn wir dann noch das Gebet um Heilung und die Arbeit des Arztes verbinden, ohne Gott vorschreiben zu wollen, wie weit das eine oder das andere wirkt, kann sich die Kraftwirkung des Heiligen Geistes mit den medizinischen Fortschritten der Gegenwart verbinden.

Zum Schluss: Betet füreinander, damit ihr gesund werdet, wendet euch im Glauben an Gott, der heilen kann, ringt um Heilung, seid ausdauernd, aber schreibt Gott nicht vor, wie er handeln soll. Hoffnung und Demut sind die Elemente, die uns erlauben, für jede Krankheit, jede Schwachheit und jedes Leid zu beten. Gott wird uns antworten, einmal so, wie wir es uns gewünscht haben, und einmal so, wie Gott es will, der weiter sieht als wir.

Pastor i.R. Siegfried Großmann, Seesen/Harz

86663 Asbach – Bäumenheim

Allgemeinarzt – Hausärztlicher Internist (m/w) im Angestelltenverhältnis gesucht, Voll- oder Teilzeit Wir sind ein großes Hausarzt-Zentrum in ländlich/kleinstädtischer Region und suchen ärztliche Verstärkung für unser bis in die Haarspitzen motiviertes Team! KEIN WBA, KEINE Assoziation, KEIN „Job“ auf kurze Zeit, sondern Angestelltenverhältnis auf Dauer mit frei verhandelbarem Stundenmaß, gerne aber auch Vollzeit, wird angeboten. Familienfreundliche Arbeitsbedingungen, gerne auch Wiedereinsteiger(in), keine Nachtdienstpflicht, Dienstwagen, übertarifliche Bezahlung, 40 Tage Urlaub... Eine christliche Wertegrundlage ist Basis unserer Arbeit. Unsere Philosophie ist „Menschenfreundlichkeit“: Wir machen unseren Beruf auch aus Berufung – vergessen dabei jedoch nicht uns selbst, sowie die Fürsorge für unser Team. Freundlichkeit, Menschlichkeit, ein positives Wertesystem und Lust auf Mitarbeit in einem großen Team sollten Sie mitbringen! (Keine „Einzelkämpfer“ gesucht!) Wir betreuen allgemeinmedizinisch ein großes Einzugsgebiet und decken alle Bereiche dieses herausfordernden und faszinierenden Fachgebietes bis hin zur Palliativmedizin ab. Darüber hinaus decken wir einen sehr großen Diabetologischen Schwerpunkt ab – Mitarbeit in diesem Bereich ist nicht Thema dieses Stellenangebotes (somit sind fehlende diabetologische Vorkenntnisse kein Problem) – sind sie jedoch bereits Diabetologe/in, so wäre diese Qualifikation wiederum sehr angenehm. Unser Team besteht derzeit aus 2 Fachärzten für Allgemeinmedizin, davon 1 Diabetologe, 3 Diabetesberaterinnen, 3 Wundmanagern, 2 Verahs, mehreren Asthma-Trainern und ca. 10 Medizinischen Fachangestellten. Besuchen Sie uns doch für einen ersten Eindruck im Internet unter www.sagemueller.net.


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Vollstationäre Pflegeeinrichtung (26 Plätze) in Schleswig-Holstein (Nähe Itzehoe) Wir suchen eine Pflegedienstleitung (Voll- oder Teilzeit) zum nächstmöglichen Zeitpunkt

Ihre Aufgabenschwerpunkte sind • Fachliche Verantwortung für den Pfl egebereich • Sicherstellung und Weiterentwicklung der qualitätssichernden Maßnahmen • Führung, Anleitung und Qualifi zierung der Mitarbeiter/Innen •Ressourcenorientierte Personaleinsatzplanung

Mehr vom Leben!

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Evangelistisches Webportal für am christlichen Glauben Interessierte!

• Abgeschlossene Weiterbildung zur Leitenden Pfl egefachkraft • Fundierte pfl egefachliche und organisatorische Kompetenz • EDV-Kenntnisse sowie wirtschaftliches Denken und Handeln • Flexible, motivierte Persönlichkeit, die Führungsstärke und Menschlichkeit verbindet

Außerdem suchen wir eine Pflegefachkraft (Alten- oder Gesundheitspfleger/In) Voll- oder Teilzeit

Unsere Erwartungen • Engagement und Freude bei der Arbeit mit alten Menschen • Konstruktive Zusammenarbeit im Team • Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Konzepten

Unsere beiden Stellenangebote beinhalten • Anspruchsvolle, interessante Tätigkeit mit langfristiger beruflicher Perspektive • Selbständiges Arbeiten in einem engagierten Team • Leistungsgerechte Vergütung, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie zusätzliche Altersversorgung

Wir freuen uns über Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen. Sievershof Christliches Seniorenpflegeheim Frau Barbara Grimm Hauptstraße 3, 25594 Vaale sievershof@t-online.de


VORGESTELLT

1/2014 CHRISCARE

Name:

Name:

Katholische Ärztearbeit Deutschland e.V.

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Mediziner in der SMD e.V. (ACM)

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Zielsetzung: • Verbindung ärztlicher Tätigkeiten mit religiös-ethischen Prinzipien • Vertretung christlicher Auffassungen auf dem Gebiet der Medizin und ihrer Nachbardisziplinen 
in Beruf und Gesellschaft;
 • Engagement für eine menschenwürdige Medizin in Forschung und Praxis;
 • Förderung des ökumenischen Gesprächs zur Stärkung gemeinsamer christlicher Grundüberzeugungen.


Zielsetzung:

1958 (als Zusammenschluss von drei Vorgängerorganisationen)

Als überkonfessioneller Zusammenschluss von christlichen Ärzten will die ACM das Evangelium von Jesus Christus Kollegen, Mitarbeitern und Patienten im beruflichen und privaten Umfeld bezeugen und gegenseitige Hilfe in Fragen des christlichen Glaubens geben. Dies geschieht u.a. durch • Austausch über Glaubenserfahrungen im ärztlichen Alltag und im Bereich medizinischer Wissenschaft, • Auseinandersetzung mit Medizin-ethischen Fragen, • Zusammenarbeit und Erfahrungsaustausch mit anderen christlichen Ärzteorganisationen im In- und Ausland, • Unterstützung missionsärztlicher Tätigkeiten

Mitglieder:

Gründungsjahr:

ca. 255

PD Dr. med. habil. Rudolf Giertler, Erfurt

1973 als Fachgruppe für Ärzte in der SMD (Studentenmission in Deutschland) gegründet. Seit 1986 Mitglied in der weltweiten christlichen Ärzteorganisation ICMDA (International Christian Medical and Dental Association).

Wichtigste Aktivitäten:

Mitglieder: ca. 250

Gründungsjahr:

Vorsitzende/Vorsitzender:

• Jahrestagung jedes zweite Jahr in der Jahresmitte an wechselnden Tagungsorten – im Wechsel zu der Internationalen Tagung. • Jährliche Konferenz in Maria Laach zu verschieden Themen. • geplant jährliche Symposien in Zusammenarbeit mit der Philosophisch-theologische Hochschule Vallendar (PTHV) •
 Teilnahme am internationalen Congress of European Federation of Catholic Medical Associations (FEAMC) • Congress of international Federastion of Catholic Medical Association (FIAMC)
 • Besinnungstage jeweils Ende November/Anfang Dezember in der Benediktinerinnenabtei in Steinfeld/Eifel


Vorsitzende/Vorsitzender: • • •

Dr. med. Eckhard Piegsa, Delmenhorst (Vorsitzender) Dr. med. Andrea Lau, Elmshorn Ehrenpräsidentin: Prof. Dr. med. Inge Scharrer, Frankfurt am Main

Wichtigste Aktivitäten: • Zwei Tagungen für Ärzte und Medizinstudenten pro Jahr, spezielle Tagungen für Studenten und Berufs einsteiger • Netzwerk von Regionalgruppen im Aufbau • Förderung persönlicher Kontakte, Mentoring • Veröffentlichungen und Stellungnahmen zu aktuellen medizinischen Fragestellungen • Stellenvermittlung

Publikationen: • Vereinsorgan: „Zeitschrift für medizinische Ethik“ • Jahresbände (siehe Homepage)

Publikation:

Internetseite:

Internetseite:

www.katholischeaerztearbeit.de

www.acm.smd.org

ACM Journal (dreimal jährlich)


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INTERVIEW

Nach 5 Tagen gibt es einen Apfel Fasten will gelernt sein Wie oft im Jahr kann oder sollte man fasten? Gut ist es, jedes Jahr ein bis zwei Mal zwischen fünf und 10 Tagen, wobei Entlastungs- und Aufbautage eingerechnet werden

Vollwert-Ernährung für die Zeit nach dem Fasten. Das Fastenbrechen geschieht dann ab dem 5. Tag klassischerweise mit einem Apfel.

und Mineralstoffe beim Fasten zugeführt. Daneben hat jeder Mensch ausreichend Reserven, um für die Fastenzeit voll ernährt zu sein.

Sollte ein Arzt diese Zeit begleiten?

Worauf verzichtet man klassischerweise in der österlichen Fastenzeit?

Jeder Gesunde zwischen 15-65 Jahren kann ohne ärztliche Begleitung fasten. Bestehen Zweifel, kann der Hausarzt hinzugezogen werden

Wie läuft so eine Fastenkur ab? Eine typische Fastenwoche (nach Buchinger /Lützner) beginnt mit einem Entlastungstag. An diesem wird nur vegetarische, salzarme, ballaststoffreiche Kost ohne Genussmittel und wenig Fett verzehrt, wie z.B. Obst, ein leichtes Mittagessen und abends eine Gemüsesuppe. Am zweiten Tag wird morgens „geglaubert“, um eine schnelle und gründliche Darmentleerung herbeizuführen. Das hilft bei der Umstellung des Stoffwechselprogrammes von der äußeren auf die innere Ernährung. Ab jetzt gibt es morgens 1/4l Obstoder Gemüsesaft mit etwas Wasser verdünnt, mittags 2 Tassen Kräutertee und ein paar Zitronenschnitze und abends eine Gemüsebrühe. Zwischendurch werden zwischen 2-3 Liter Wasser und Tee getrunken und ggf. gibt es etwas Honig. Wichtig daneben sind die fastenbegleitenden Maßnahmen wie z.B. Leberwickel, regelmäßige Darmenentleerung, viel Bewegung an der frischen Luft und ausreichende Ruhephasen. Für Erstfaster hat es sich bewährt, in einer Gruppe zu fasten, wo die gemeinsame Erfahrung und Austausch im Mittelpunkt stehen. Als Fastenleiterin begleite ich den Prozess und halte Vorträge zu den körperlichen Vorgängen und Ernährungsaufbau sowie

Welche Vorteile bringt das Fasten? Präventives Fasten ist eine bewährte und sehr wirksame Maßnahme zur Änderung einer krankmachenden Lebensweise. Sogenannten Zivilisationskrankheiten wie z.B. Gicht, Rheuma, Diabetes kann vorgebeugt werden. Fasten hilft bei erhöhtem Blutdruck, erhöhten Leberwerten, Übergewicht, bei Allergien, Hautkrankheiten, Nikotin- und Alkoholabusus sowie zur Stressbewältigung.

Eignet es sich auch zur Gewichtsabnahme? Die Gewichtsabnahme ist das zusätzliche Sahnebonbon. Die Umstellung auf neue Ess- und Lebensgewohnheiten wird erleichtert, so dass eine langfristige Gewichtsreduktion oder auch die Beibehaltung des Normalgewichtes erreicht werden kann. Eine Langzeitstudie an Menschen mit einer Stoffwechselkrankheit zeigte jedoch, dass es bei jahrelang fehlernährten Personen zu keinem JoJo-Effekt kommt, wenn ein richtiger Kostaufbau nach Ernährungsschulung eingehalten wird.

Der Wortstamm Fasten kommt aus dem altgotischen „fastan“, welches Festhalten an Regeln bedeutet. In diesem Sinne wird oftmals in religiösen Fastenzeiten auf bestimmte Nahrungsmittel (Fleisch, Süßigkeiten oder Alkohol) verzichtet. Neuere Ansätze ermutigen dazu, auch mal den Fernseh- oder Internetkonsum zu reduzieren bzw. sich regelmäßig etwas sinnvolles vorzunehmen wie z.B. mit dem Fahrrad zu Arbeit zufahren oder abends aufzuschreiben wofür man tagsüber dankbar wurde. Den Ideen sind da keine Grenzen gesetzt.

Was ist das Besondere am religiösen Fasten vor Ostern? Generell ist Fasten immer dreidimensional zu sehen. Dazu gehören die spirituell-religiöse Dimension (z.B. Öffnung für Erfahrung in diesem Bereich), die mitmenschliche-psychosoziale Dimension (z.B. Umgang mit sich und den Mitmenschen, Achtsam werden) sowie die medizinisch-körperliche Dimension (z.B. Entgiftung, Gewichtsreduktion). „Fasten betrifft den ganzen Menschen, jede einzelne seiner Körperzellen, seine Seele und seinen Geist.“ (Hellmut Lützner)

Wie kann ich eine eventuelle Mangelversorgung vermeiden?

Das Interview führte Melanie

Durch gute Frucht- und Gemüsesäfte werden ausreichend Vitamine

Vera Klingbeil, ärztlich geprüfte

Wagner mit Diakonieschwester Fastenleiterin (dfa), Berlin


Spirituelle Dimension

LITERATUR

1/2014 CHRISCARE

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Die Autorinnen stellen das von der Diakonie Deutschland entwickelte Weiterbildungskonzept „DiakonieCare“ vor. Dies zielt auf eine Befähigung von Pflegenden in der Beziehung mit kranken, alten und behinderten Menschen, die die spirituelle Dimension als gleichwertigen Bestandteil pflegefachlichen Handelns einzubeziehen vermag. Im Hintergrund steht die Grundüberzeugung, dass die Begegnung mit Krankheit und Leid in der Pflege nur tragfähig gelingen kann, wenn die Fachkräfte es vermögen, auch die existentiell-begleitende und spirituelle Dimension ihrer Berufsrolle einzubeziehen. Das Programm versteht sich als Ansatz zur Gesundheitsförderung und Ressourcenstärkung in der Pflege. Hinzu kommt die auch im Kontext von Patientenrechten an Bedeutung gewinnende Perspektive eines „Rechtes auf eine kultur- und religionssensible Pflege“ (Art 7., Pflegecharta 2005). Insofern zielt die Weiterbildung ebenso auf die Förderung von Kompetenzen zur wirksamen Begleitung von Menschen in Lebenskrisen und existentiellen Grenzsituationen. Die Übersicht über das Curriculum zum Weiterbildungskonzept „DiakonieCare“ wie auch die detaillierten Angaben zu den einzelnen Modulen und Bausteinen geben einen hilfreichen Überblick über didaktische Grundannahmen, inhaltliche Schwerpunktsetzungen und methodische Umsetzungsoptionen des Kurses. Im zweiten Teil des Bandes werden zentrale Aspekte der DiakonieCare-Schulungen im Hinblick auf die Organisationsentwicklung in diakonischen Einrichtungen formuliert. Die Entwicklung innerhalb der Organisationen wird dabei als komplementärer Ansatz des Schulungskonzeptes für die Pflegenden präsentiert, die die Anschlussfähigkeit und Nachhaltigkeit des Ansatzes „DiakonieCare“ in den Einrichtungen zu sichern vermag. Hilfreiche Anregungen hierzu bieten konkrete Vorschläge zur Gestaltung von Entwicklungsprozessen und Modellprojekten in den Einrichtungen wie auch die von den Projektpartnern entwickelten Arbeitsmaterialien. Das Konzept „DiakonieCare“ überzeugt in seiner Entsprechung inhaltlicher Schwerpunktsetzungen und methodischer Entwicklung/ Anwendungsorientierung. Es bietet ein praxisbezogenes Programm zur Profilierung des christlichen Auftrags diakonischer Einrichtungen im Gesundheitswesen wie auch zur Förderung von Resilienz im Berufsalltag der Pflegenden auf der Grundlage neuester Impulse aus dem Forschungsfeld Spiritualität, Medizin und Pflege. Dr. Andrea Schaeffer | Astrid Giebel, Heike Lubatsch, Annette Meussling-Sentpali, DiakonieCare, 2013, 148 Seiten, ISBN 9 783788 327321, € (D) 16,99, SFr 24.40

Gemeinschaftlich Leben Thomas und Irene Widmer-Huber, die am Anfang dieses Experiments geistlichen Lebens standen, haben mit Astrid Eichler ein Buch geschrieben, das praktische Handreichungen zur Gründung von Lebens- und Dienstgemeinschaften schildert. Wie kann man in unterschiedlicher Nähe und mit geistlichem Anspruch zusammen leben? Worauf muss man achten, wenn man selbst mit anderen einen solchen Weg einschlagen will? Dabei bringt Astrid Eichler die Perspektive von allein Lebenden ein, während das Ehepaar Widmer-Huber die Sicht eines Paares auf eine Gemeinschaft von Singles und Ehepaaren beisteuert. Das Buch macht Mut, konkrete Schritte zu gehen. Frank Fornaçon | Astrid Eichler, Thomas und Irene Widmer-Huber, Es gibt was Anderes! Gemeinschaftliches Leben für Singles und Familien, 2013, 2. Auflage, 189 Seiten, ISBN 978-3-417-26347-3, € (D) 11,95, SFr 19.90

Bereicherung der Diskussion Der Autor ist Masseur, Physiotherapeut und Heilpraktiker. Auf 100 Seiten bearbeitet er das umfassende Thema, wie alternative Heilverfahren insbesondere aus christlicher Sicht eingeschätzt werden können. Dies ist in einer für Laien verständlichen Sprache und übersichtlichen Struktur gelungen. Das Buch erläutert wichtige Grundlagen zu Esoterik und Magie, Plazebo und Suggestion, Ausübung der Heilkunde, Heilungsverständnis und Spiritualität. Rund 120 Heilverfahren werden skizziert und aus christlicher Sicht einer Einschätzung unterzogen. Wiederholt betont der Autor, dass er seine persönliche Sicht einbringt im Sinne einer biblisch-geistlichen Interpretation, aber ohne die medizinischtherapeutische Beurteilung des Verfahrens. Letztgenanntes gelingt zwar nicht durchgängig, ist aber unter dem Anspruch des Buches nachvollziehbar, da die Datenlage zu Wirksamkeit und Wirkweise von Heilverfahren höchst komplex ist. Ersteres ermöglicht dem Leser, die eigene Reflexion zu verstärken. Hier wäre eine breitere Diskussion um Begriffe wie Geist, Energie, Information lohnenswert sowie die Würdigung unterschiedlicher theologischer Sichtweisen und medizingeschichtlicher Erkenntnisse einschließlich des Wissenschaftsverständnisses. Größere Teile sind aus dem seelsorgerlichen Erfahrungshorizont des Autors heraus missionarisch-evangelistisch gestaltet. Dies kann irritieren, aber auch für zentrale Fragen des christlichen Glaubens sensibilisieren. Insgesamt zur Orientierung und Bereicherung der Diskussion ein interessantes Buch. Dr. med. Georg Schiffner | Patric Warten, Naturheilverfahren biblisch hinterfragt, 2013, www.christliche-kunstkarten.de, Nr. 71562, € (D) 9,95


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TERMINE

Termine Tagungen, Seminare & Konferenzen 6.3.: Berlin, Was sag ich bloß? – Mit Menschen in Lebenskrisen reden, www.diakademie.de

16. – 18. 5.: Neukirchen/Knüll, 12. Berufseinsteigertagung, Arbeitsgemeinschaft christlicher Mediziner, www.acm.smd.org

11.3.: Siessen, Gebetstreffen Gesundheitswesen, CiG-Akademie, www.cig-online.de

17.5.: Karlsruhe, Frauen in der Lebensmitte – eine unverwechselbare Zeit, CiG-Akademie, www.cig-online.de

13. – 14.3.: Köln, Moderation Ethische Fallbesprechung – Einführung, www.caritas-akademie.koeln.de

17.5.: Hamburg, Therapeutenworkshop, CiG-Akademie, www.cig-online.de

15.3.: Ettlingen, Seelsorgerliche Gesprächsführung, www.isa-institut.de

18.5.: Hamburg Mariendom, Patienten-Gottesdienst, www.cig-online.de

20. – 22.3.: Männedorf/ZH, Saline Solution – Authentisches Christsein im Medizinischen, www.cdkschweiz.ch

22. – 24.5.: Malta, European Conference on Religion, Spirituality and Health (ECRSH14), http://ecrsh.eu

27. – 29.3.: Bielefeld, Christlicher Gesundheitskongress, Thema: „Heilen und Begleiten – Zukunft gestalten“, www.cig-online.de

23. – 25.5.: Krelingen, Oasentag für pflegende Angehörige demenzkranker Menschen, www.grz-krelingen.de

28. – 30.3.: Bielefeld, Gut stehen – der eigene Stand als Seelsorger/in (Wochenende in Körperorientierter Seelsorge), www.seelsorgeinstitut-bethel.de 7. – 13.4.: Berlin, Fasten zwischen Natur und Kultur in und um Berlin, www.diakonieverein.de 11.4.: Baden Baden, Contemplatio – Selbsterfahrung, Kontemplatives Hören und Ermutigen, www.isa-institut.de 14. – 15.4.: Herbingen, Weekend für Lernende/Studierende & junge Berufsleute im Gesundheitswesen, www.cdkschweiz.ch 25. – 27.4.: Kloster Nütschau/SH, Gesunder Umgang mit Krankheit – Schritte der Heilung gehen, Wochenende für Kranke und Angehörige, CiG-Akademie, www.cig-online.de 4.5. – 10.5.: Cuxhaven, „Erholung für Körper und Seele“ – Wenn aus Gebet Tanz wird, www.duenenhof.org 5.5.: Moritzburg, Diakonie gestalten im Spannungsfeld von Sozialwissenschaften, Ökonomie und Theologie, www.diakademie.de 9.5.: Karlsbad, Lectio, Christliche Meditation, Selbsterfahrungstag, www.isa-institut.de 9.5.: Berlin, Das Krankenhaus neu denken, Innovative Führungskultur, www.eaberlin.de

13. – 15.6.: Hünfelden-Gnadenthal, Einkehr-Wochenende, Du gibst meiner Seele große Kraft (für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende im Gesundheitswesen und für pflegende Angehörige), www.dienstbereichmission.de 27. – 29.6.: Dassel, CiG-Jahrestagung, www.cig-online.de 12.7.: Fulda, Christliche Heilkunde – eine „Not-wendende“ Erweiterung für Medizin und Krankenbegleitung?, CiG-Akademie, www.cig-online.de 14. – 18.7.: Hannover, Krankenhausseelsorge: Grundlagen der Ethik, www.zfg-hannover.de 23. – 26.7.: Washington, 6. Annual George Washington University Spirituality and Health Summer Institute, www.gwish.org 2. – 3.9.: Berlin, respectare® Seminar zur Förderung von Achtsamkeit, Berührungs- und Beziehungskompetenz, www.diakonieverein.de 20.9.: Roth, Gebet mit Kranken 25 Jahre CiG-Gruppe Roth, CiGAkademie, www.cig-online.de 26. – 28.9.: Nütschau, Gesunder Umgang mit Krankheit – Schritte der Heilung gehen, Wochenende für Kranke und Angehörige, www.cig-online.de 13. – 17.10.: Neuhaus am Schliersee, KrankenhausseelsorgeFortbildung: Ich habe zum Streiten (k)ein Talent Meinungsverschiedenheiten austragen – Impulse aus Konfliktgeschichten Jesu für unser eigenes Verhalten, www.kkvd.de

10.5.: Siessen, Ermutigungstag für Mitarbeitende aus Gesundheitsberufen, CiG-Akademie, www.cig-online.de 15. – 16.5.: Berlin, DiakonieCare für Pflegeberufe, 1. Modul, www.diakademie.de 15.5.: Berlin, Diakonie Care für Pflegeberufe – Selbstsorge, Spiritualität und existenzielle Kommunikation, 1. Modul, www.diakonieverein.de

27. – 29. März 2014, Bielefeld, Thema: „Heilen und Begleiten – Zukunft gestalten“


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Religiöses Bilder-Quiz

© Lulla - Fotolia.com

Das Bilderquiz „Den Glauben erinnern“ ruft religiöse Erinnerungen wach und kann dazu beitragen, miteinander ins Gespräch zu kommen – in Altenpflegeheimen oder zu Hause. In enger Zusammenarbeit mit Pflegefachkräften wurde dieses Gedächtnistrainings-Spiel speziell für alte und demenzkranke Menschen entwickelt. Auf 40 extra großen Bildkarten sowie einer Bilder-CD werden alltägliche religiöse Orte und Situationen dargestellt, die zum Ausprobieren, Erzählen oder Rätseln einladen. Zu sehen sind etwa ein Adventskranz, Weihnachts- und Karfreitagsmotive, eine Fronleichnamsprozession, ein Erntedankkorb, eine Taufe oder die Kommunion. Der spielerisch-biografische Zugang soll dazu beitragen, Menschen mit demenziellen Erkrankungen kognitiv und emotional zu aktivieren und mit ihnen ins Gespräch zu kommen – auch und gerade über ihren Glauben.

Israel STUDIENREISE für Ärzte und medizinisches Personal

21. - 29. September 2014 Workshop: Klimaheiltherapie am Toten Meer 32 Punkte für Ärztliches Fortbildungsdiplom

„Den Glauben erinnern“, 29,95 Euro, SFr. 42.50, Butzon&. Bercker; Art.-Nr.: 905 657 14, Informationen: bruno.schrage@caritasnet.de oder (0221) 20 10-184.

Die Welt mit anderen Augen sehen

Auskunft: Dr. Hummel, Kreiskrankenhaus Schleiz, Tel.: 03663/4672202 E-Mail: s.hummel@hospital-schleiz.de

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Unser Blickwinkel: die Menschheit – eine Familie

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GEFÜHLE

VERSORGUNG

Februar 2012 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) SFr 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

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HUMOR PATIENTEN

ZUWENDUNG

DEM

LEBEN MIT MS LICHTBLICKE

GOTT

INFORMATION HAUSARZT

GEBETSTAGE SCHMERZ & SPIRITUALITÄT ERFÜLLENDE ARBEIT

DENKEN

GLAUBE

HEILUNG

CHRIST UND UNTERNEHMER

ÖKONOMIE

GLAUBE

KARRIERE PFLEGE VERANTWORTUNG HILFE NACH KALKÜL

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ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 3/2012

LEISTUNGSDRUCK BEISTAND ANSPANNUNG STRESS GEFAHR GRENZSITUATIONEN PRIORITÄTEN ENTSCHEIDUNGEN ARBEITSBEDINGUNGEN ANERKENNUNG HILFE WELTSORGEN BURNOUT KOSTEN NOT ARBEITSPLATZ BEREITSCHAFT MACHTLOS

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2/2012

KULTURSENSIBLE PFLEGE

RÜCKSICHTNAHME

KINDERARZT

CHRISTLICHE HEILKUNDE

SPIRITUELLER NOTFALLKOFFER

PID HEILSAMES VERTRAUEN IN GUTEN HÄNDEN

AFRIKANER HEILEN IN

AUFTRAG DER CHRISTEN

ZUVERSICHT

MUSLIME BEIM

SPRACHLOSIGKEIT IN DER PFLEGE

LEBEN MIT KREBS

FORSCHUNGSBERICHTE

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 4/2012

Heilige Momente Heilige Momente DEMENZ

AUGENBLICK

BEGEGNUNGEN

ETENT KOMP D IEREN INSPIR H XISNA

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NÄCHSTENLIEBE

BETTLER GEBURT & TOD GEWAND ALLTAG WUNDER IM KREIßSAAL TIERE ALS SEGEN GOLDENE STUNDEN GEDANKEN DES HERZENS HEIL-LAND GÖTTLICHES PATCHWORK-SPIRITUALITÄT

SEGEN

ZUWENDUNG

PFLEGE

WÜNSCHE

PATIENTEN

HIOB

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 1/2013

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Die Kraf tinnerer innererBilder Bil der Die Kraft SINNFÜLLE

KRISEN ÜBERWINDEN

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WEG IMAGINATION PARAMENTIK SEELSORGE GÜTE EMOTIONEN TRAUER GOTTESBILDER GEFÜHLE RATSUCHENDER ERMUTIGUNG SCHMERZ ORT DER RUHE BELASTUNG ZEIT HABEN FRIEDEN THERAPIE

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4/2012

1/2013

SPIRITUALITÄT AM LEBENSENDE

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 2/2013

ÜBERTRAGUNG

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ChrisCare

GEDANKEN

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KONTAKT BERÜHRUNG

ABSCHALTEN PRIVATSPHÄRE ZUGÄNGE ÄNGSTE DASEIN FACHKRÄFTE VERSCHLOSSENHEIT LIEBE CARITAS DURCHHALTEN SELBSTFÜRSORGE AUSZEIT DIENST PILGERN

EXERZITIEN

TIEFE ANGST

HEILIGER GEIST

BELASTUNGEN MEDITATION ALLTAG AUFTRAG UND SEGEN

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen 3/2013

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 4/2013

ETENT KOMP D IEREN INSPIR H XISNA

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CHRISTLICHE SPIRITUALITÄT

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DEPRESSION

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen

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FÜRBITTE

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Nähe Nähe und undDistanz Distanz

DIE RECHTE STERBENDER

ChrisCare

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Am Lebensende

HEILIGER GEIST

SPIRITUELLE RESSOURCEN

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AKUPUNKTUR

LIEBER FREI ALS GESUND CHRISTLICHES MENSCHENBILD ROSENKRANZ

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen

BEDÜRFNISSE BETROFFENER

PATIENTENGOTTESDIENSTE

KRISE ALS CHANCE

NOTFALLSEELSORGE

SEELSORGE FÖRDERT LEBENSQUALITÄT

NATURHEILPRAXIS

DER LIEBE GOTT KRISE

WENN DIE SEELE NICHT MEHR WILL

MIT EINER VISION IN DIE ANDEN

ChrisCare

Am Lebensende Am Lebensende

FE

IF GR VER

WIE EIN SCHMETTERLING IM KÄFIG HEILUNG

US-KLINIKSEELSORGE

SEELE

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HOFFNUNG

CHRISTUS ALS APOTHEKER GESUNDHEITSKONGRESS

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Existentiell herausgefordert Existentiell herausgefordert

LEBENSGRENZEN MENSCH SEIN CHRISTUS MEDICUS BEDÜRFTIGE

Besser miteinander Besser miteinander

EUROPA

3/2010

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Heilen einer Heilen inineiner mul tikul turellenGesellschaft GesellschafNt ! multikulturellen FE RIF G R VE STATIONSALLTAG

LEIDEN

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen

KIRCHE ALS SERVICEAGENTUR

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KRAFTQUELLE IM PFLEGEALLTAG

WERTEMANAGEMENT HILFE PASSION & COMPASSION REMBRANDT BEISTAND NÄCHSTENLIEBE

ChrisCare

BESONDERE AUFGABE

SCHMERZFORSCHUNG

WOCHENENDE FÜR KRANKE

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PFLEGE

Berufung – Karriere und das liebe Geld

1/2012

Spiritualität im Alltag

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

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Leid und Schmerz Schmerz Leid und

LIEBE

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RATIONIERUNG

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SPIRITUALITÄT

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

An der Grenze

ÖKUMENISCH

LIEBE SEGEN

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INFORMATION

GESUNDHEITSKONGRESS

PFLEGE

STREIT

1/2011

Der Seele Gutes tun

ERFAHRUNG

HEILVERFAHREN

SEELSORGE

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

ChrisCare

BETEN

ChrisCare

Nähe und Distanz

ANSTOSS

AKTUELL

ChrisCare

MEDIZIN

4/2010

ChrisCare

1/2010

Heilkraft des Glaubens

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

3/2010

Existentiell herausgefordert

Heilkraf t

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

2/2010

Besser miteinander

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen

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Heilige Momente

ChrisCare

ChrisCare

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3/2013

An der Grenze Grenze An der Risiken und nebenwiRkunGen

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dRAhtseilAkt

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lob und tAdel

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Rollstuhl füR die seele

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Abo für 4x jährlich, € (D) 19,20 / € (A) 19,80 / sFr. 31.30, Einzelheft € (D) 5,80 / € (A) 6,00 / sFr. 10.30 (zzgl. Versandkosten). Die Ausgaben können jederzeit einzeln bestellt werden (solange der Vorrat reicht). Kreuzen Sie hierfür das entsprechende Magazin an. Bestellungen an: D + A: ChrisCare-Aboservice, Bergstraße 25, D 21521 Aumühle, Telefon: (+49) (0) 4104 917 09 30, Fax: (+49) (0) 4104 917 09 39, info@cig-online.de, www.cig-online.de CH: bvMedia Christliche Medien, Rämismatte 11, Postfach 128, CH-3232 Ins, Telefon: (+41) (0) 43 288 80 10, Fax: (+41) (0) 43 288 80 11, abo@bvmedia.ch, www.bvmedia.ch

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2/2013 Nähe und Distanz

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4/2013 An der Grenze

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3/2013 Der Seele Gutes tun

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1/2010 Heilkraft des Glaubens 2/2010 Macht und Ohnmacht 3/2010 Leid und Schmerz

.................................................................................................... E-Mail-Anschrift (wenn wir Sie auf diesem Weg anschreiben dürfen):

4/2010 Heilen in einer multikulturellen Gesellschaft 1/2011 Besser miteinander 2/2011 Krisen bewältigen 3/2011 Am Lebensende

.................................................................................................... Datum: .................... Unterschrift: ............................................

4/2011 Kraftquellen erschließen 1/2012 Spiritualität im Alltag

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2/2012 Berufung – Karriere und das liebe Geld 3/2012 Existentiell herausgefordert 4/2012 Heilige Momente 1/2013 Die Kraft innerer Bilder

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HILFESUCHENDE QUELLE DES ChrisCare PSYCHOSOMATISCH BEWEGUNG Magazin für Christen im Gesundheitswesen

„ChrisCare ermutigt Christen, ihre Berufung in den unterschiedlichen Gesundheitswesens zu entdecken und zu entfalten. Die Zeitschrift trä die Bedeutung des Glaubens für die Medizin, die Pflege und andere th Angebote zu erkennen und in die fachliche Diskussion einzubringen. Dabei erwartet sie Anregungen aus allen Konfessionen.“

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CGK + IMPRESSUM

Impressum Herausgeber und Verlag: ChrisCare erscheint im Verlag Frank Fornaçon, Ahnatal, und wird von Christen im Gesundheitswesen e.V. herausgegeben. Chefredaktion: Frank Fornaçon (FF) (V.i.S.d.P.), Korrektorat Julia Fornaçon. Die Beiträge wurden sorgfältig ausgewählt, dennoch übernimmt die Redaktion keine Haftung für die Inhalte.

Liebe Kongressbesucher,

Verantwortlich ist der jeweilige Autor. Zur leichteren Lesbarkeit wird bei Begriffen, die

in Ihren Tagungsunterlagen haben Sie diese Ausgabe von ChrisCare gefunden. Das Magazin ist zwischen den Christlichen Gesundheitskongressen die Plattform, um miteinander im Gespräch zu bleiben.

männlich und weiblich gemeint sind, in der Regel eine gemeinsame Form verwendet,

Christen aus allen Konfessionen und Mitglieder der unterschiedlichen Gesundheitsberufe kommen hier zu Wort. Diskutiert wird das Zusammenspiel von Medizin, Glaube, Pflege, Spiritualität und Thearpie.

Graphische Werkstatt von 1980 GmbH, Yorkstraße 48, 34123 Kassel, Deutschland

z.B. „Patienten“. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Copyright: Christen im Gesundheitswesen e.V., ChrisCare wird in CareLit ausgewertet: www.carelit.de Redaktionsanschrift: Verlag Frank Fornaçon, Am Gewende 34, 34292 Ahnatal, Deutschland, Tel.: (+49) (0) 56 09 806 26, Fornacon-Medien@web.de, www.verlagff.de Gestaltung: FRANK.COMMUNICATION., Alemannenstraße 2, 78224 Singen, Deutschland, www.frank-com.de Druck: Anzeigenverwaltung Deutschland und Österreich: Verantwortlich: Günther Gundlach, Christen im Gesundheitswesen e.V., Aumühle, Bergstraße 25, 21521 Aumühle, Tel.: (+49) (0) 4104 91 709 30, Fax: (+49) (0) 4104 91 709 39, info@cig-online.de, www.cig-online.de. Anzeigenverwaltung Schweiz: Verantwortlich: Niklaus Mosimann, SCM Bundes-Verlag (Schweiz), Rämismatte 11, Postfach 128, CH-3232 Ins, Tel.: (+41) (0) 43 288 80 15, werben@bvmedia.ch, www.bvmedia.ch. Es gilt die

ChrisCare spiegelt dabei die granze Bandbreite des Themas wider und knüft an praktischen Erfahrungen im beruflichen und kirchlichen Alltag an.

Anzeigenpreisliste Nr. 1/2012. Trotz sorgfältiger Prüfung kann der Verlag keine Verantwortung für die veröffentlichten Anzeigen, Beilagen und Beihefter übernehmen. ChrisCare erscheint jeweils in der Mitte eines Quartals. Preise: Einzelheft € (D) 5,80, € (A) 6,00, sFr. (CH) 10.30. Jahresabonnement (4 Ausgaben) € (D) 19,20, € (A) 19,80, sFr. (CH) 31.30 jeweils zuzüglich Versandkosten. Anschriftenänderungen

Bleiben Sie im Gespräch und warten Sie nicht erst auf den nächsten Kongress. Mischen Sie sich ein und sorgen Sie mit dafür, dass der Glaube an Jesus Christus Relevanz für das Gesundheitswesen bekommt.

sind rechtzeitig vor Erscheinen des nächsten Heftes dem ChrisCare-Aboservice in Deutschland oder dem SCM Bundes-Verlag (Schweiz) in der Schweiz mitzuteilen. Die Post liefert Zeitschriften nicht automatisch an die neue Anschrift. Bestellungen aus Deutschland und Österreich: ChrisCare-Abo-service, Bergstraße 25, 21521 Aumühle, info@cig-online.de, Tel.: (+49) (0) 4104 917 09 30, Fax: (+49) (0) 4104 917 09 39, Vertrieb auch über die J.G.Oncken Versandbuchhandlung, Postfach 20 01 52, 34080 Kassel, Tel.: (+49) (0) 561 5 20 05-0,

Lassen Sie sich von ChrisCare überzeugen und werden Sie Abonnent.

Zeitschriften@oncken.de Bestellungen aus der Schweiz: SCM Bundes-Verlag (Schweiz), Rämismatte 11, Postfach 128, CH-3232 Ins, abo@bvmedia.ch, www.bvmedia.ch, Tel.: (+41) (0) 43 288 80 10, Fax: (+41) (0) 43 288 80 11

Schreiben Sie uns, wie Ihnen der Kongress gefallen hat, welche Anregungen Ihnen gut getan oder welche These Sie zum Widerspruch gereizt hat. In der Berichterstattung über den Kongress in ChrisCare 2 können wir so Ihre Perspektive mit einbringen.

Konto Deutschland: Christen im Gesundheitswesen, Evangelische Darlehnsgenossenschaft Kiel, IBAN DE 38 2106 0237 0000 126217, BIC GENODEF 1 EDG Konto Schweiz: Postkonto 85-622703-0, IBAN CH90 0000 8562 2703 0, BIC: POFICHBEXXX ISSN 1869-9944 Heft 1/ 2014: Beruf und Lebensformen Fotos: S.1 © bittedankeschön - Fotolia.com; S.4 © Christi´s Images Ltd Artothek; S.6 © alexsokolov Fotolia.com; S.8 © Klaus Eppele - Fotolia.com; S.9 © dmitrimaruta - Fotolia.com; S.15 © Jaren Wicklund - Fotolia.com; S.16 © flicker - digital cat; S.24-25 © Vitalinko Fotolia.com; S.27 © Africa Studio - Fotolia.com; S.29 © DragonImages - Fotolia.com;

Auf Seite 44 finden Sie nähere Informationen über unser Magazin und mit dem Bestellformular können Sie das Abo direkt abschließen.

S.32 © sudok1 - Fotolia.com; S.33 © shootingankauf - Fotolia.com; © Picture-Factory Fotolia.com; © ursule - Fotolia.com; © RioPatuca Images - Fotolia.com; S.35 © crimson - Fotolia.com; alle anderen Bilddaten: privat und Frank.Communication. (www.frank-com.de) Illustrationen: Frank.Communication. Texte: Rechte bleiben gewahrt Beilagenhinweis: idea; Das Heft 2/2014 erscheint mit dem Thema „Leidenschaft im Dienst“ im Mai 2014.


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1/2014 CHRISCARE

Haifa-Heim Heim für HolocaustÜberlebende LaubHüttenfest Nationen feiern Gott in Jerusalem aLijaH Rückführung der Juden nach Israel jesaja-62 initiative Gebet für Israel und die Nationen arise Jung, frisch, engagiert vortragsdienste Aktuelle Berichte und packende Botschaften WaLL-of-remembrance.org Internetplattform zur Ehrung Holocaust-Überlebender marcH of tHe Living Marsch der Erinnerung von Auschwitz nach Birkenau gegen antisemitismus Christliche Freunde Yad Vashems Projekt versöHnung Hilfe für Araber in der Westbank soziaLProjekte Hilfe für Bedürftige icej internationaL 70 Zweigstellen in über 70 Nationen

ICEJ – Deutscher Zweig e. V. Postfach 31 13 37 . 70473 Stuttgart Telefon 0711 83 88 94 80 info@icej.de . www.icej.de Spendenkonto Evangelische Kreditgenossenschaft eG IBAN: DE63 5206 0410 0004 0202 00 BIC: GENODEF1EK1

Fordern Sie die kostenlosen Informationen der ICEJ bei uns an: • Wort aus Jerusalem – das regelmäßige Info-Magazin • ICEJ-Email-Nachrichtendienst

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Besuchen Sie unseren Stand vom 27.03. - 29.03.2014 auf dem Christlichen Gesundheitskongress in Bielefeld.

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