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Dokumentation


Einleitung Nachtaktion Tagaktion (Plan B) Making-Of Plakate und Homepage


Am Anfang war die Tüte, dann kam die Idee. In der Beschreibung des Kurses „No Shop Day“ zum Wintersemester 2010/11 hieß es: „Gestalterische Inszenierung zum internationalen No Shop Day 2010...Wir alle befinden uns ständig im Taumel des Konsums. Aber jetzt ist Schluss mit Shopping, jedenfalls für einen Tag.“ Konsum - das war unser Stichwort und somit ging das große Brainstorming los. Unsere Wahl fiel auf die Plastiktüte. Sie ist unserer Meinung nach ein starkes Zeichen für Konsum und

die heutige „Wegwerfgesellschaft“. Somit stand das Thema fest, nur was wollten wir jetzt damit anstellen? Eine Alternative à la „Jutebeutel“ oder eher eine Aufmerksamkeitsaktion? Unser Vorhaben sollte so aussehen: In der Nacht vor dem großen Tag würden wir Plastiktüten und Plastikskulpturen an verschiedenen Plätzen in der Mainzer Innenstadt anbringen. Wie es uns dabei ergangen ist und wie die Reaktionen waren, könnt Ihr auf den folgenden Seiten miterleben!


Nacht und Nebel Es war soweit, die große Nacht war gekommen, zahlreiche Stunden Vorbereitung und Nerven hatte uns diese Aktion schon gekostet. Alles war durchgeplant, vom Busverkehr am Schillerplatz bishin zu den Clubsturmzeiten. Am Schillerplatz klappte alles hervorragend. Mit ein paar männlichen Helfern im Schlepptau ging das Aufhängen und Anhämmern schnell vonstatten. Außer ein paar verwunderten Blicken und Kommentaren von angeheiterten Passanten

waren wir ungestört und lagen gut im Zeitplan. Unserem Ziel, alles würde wenigstens den No Shop Day überstehen, stand bis dahin nichts im Wege.


N pl eub at ru z nn en -

g-

r be

n te u G atz pl

Schillerplatz


03.50 Uhr: Bewegung in Richtung Schillerplatz 04.00 Uhr: Schillerplatz - Erklimmen des Schillers, Anh채mmern der Plakate


04.20 Uhr: Fastnachtsbrunnen - Aufh채ngen der Ballons, T체ten, Plakate


04.55 Uhr: Gutenbergplatz - Anringen der Ballons an den B채umen


„Passt bloß auf, die Bullen sind schon am Südbahnhof... Die kommen bestimmt gleich vorbeigefahren!“


05.05 Uhr: Oooooops! Erwischt worden.


Unerwarteter Besuch... Zügig verfolgten wir unseren Plan, waren guter Dinge und schritten zum Gutenbergplatz foran. Während wir unsere Plakate an zwei Pfählen anbringen wollten und wir gerade die Leiter an den Gutenberg anlehnten, kam ein schwarzes Auto vorbeigefahren. Das Ordnungsamt! Eine zufällige Routinekontrolle bereitete unserem Projekt ein schnelles Ende. Die Ordnungshüter hatten zwar Verständnis und zeigten Mitleid, ließen uns jedoch nicht weitermachen.

Da standen wir nun. Übermüdet und enttäuscht. Uns blieb also nur noch der Rückzug in unser Basislager am Neubrunnenplatz. Wir gönnten uns ein paar Stunden Schlaf um anschließend einen neuen Plan zu schmieden...


Plan A?


Plan B!


#!!! +

+

= a.m.

Plan B muss her! Und der kam auch. Nach einigen Tassen Kaffe und circa 2 Stunden Schlaf, setzten wir uns nochmal zusammen. Wir mussten uns schnell etwas einfallen lassen, denn heute war der „No Shop Day“ und wir hatten nichts zum Vorzeigen. Da kam uns die Idee, unsere Plakate zu packen, sie uns umzuhängen und mit dieser „Botschaft“ durch die Stadt zu pilgern, um so viele Menschen wie möglich auf unsere Aktion aufmerksam zu machen. Mit neuer Energie und Optimismus,

machten wir uns auf in Richtung Innenstadt. Nachdem die anfängliche Hemmschwelle überwunden war, fing es an Spaß zu machen und wir konnten immer mehr Leute in interessante und aufklärende Gespräche verwickeln. Das Feedback war fast durchweg positiv und wir freuten uns die Aktion doch noch erfolgreich abgeschlossen zu haben.


„Das ist unsere einzige Plastiktüte. Die sieht nur so neu aus, weil wir sie immer bügeln.“


„Das sollten sie mal meinem Metzger erzählen. Der schweißt einem gleich alles in Plastik ein ohne überhaupt nachzufragen.“


Und jetzt das Making-Of Diese Aktion hat uns natürlich einige Stunden an Vorbereitung gekostet. Da wären einmal, der wohl größte Teil, die Plastik-Luftballons, welche wir erst mit Pappmaché und anschließend mit Plastikstreifen umkleidet haben. Durch diese Prozedur sind im Endeffekt etwa 50 Plastikmaché-Ballons entstanden. Auch unser Wahrzeichen, die magentafabene Tüte, haben wir in mühsamer Handarbeit hergestellt. Diese wurde extra besprayt und erhielt noch

einen brauchstdusiewirklich.de-Schriftzug. Zudem erwähnt werden wollen noch die Plakate, die wir benutzten, um als lebende Litfasssäulen durch die Innenstadt zu laufen, und die Homepage, welche genauere Informationen zu unserer Aktion enthält.


„3 Packen Kleister + 100 bestellte Ballons + etliche Zeitungen + eine Rolle Schnur + jede Menge Zeit + gefühlte tausend Schnipsel Plastiktüten = 50 Plastikmaché-Ballons“


Plakate und Homepage Da wir mit den Plakaten am Tag der Aktion nicht ganz zufrieden waren, überarbeiteten wir diese im Nachhinein noch einmal. Wir setzten bei den Endprodukten eine eher spielerisch, plakative Idee um, wohingegen die vorherigen Plakate sehr reduziert und typografisch waren (siehe Plan B). Um ein möglichst breites Spektrum an Aufmerksamkeit zu bekommen, entschlossen wir uns, brauchstdusiewirklich.de ins Leben zu rufen. Auf unserer Homepage sind Fotos der

Tag-, sowie Nacht-Aktion und des Making-Of zu sehen. Außerdem kann man gesammelte Fakten über die Plastiktüte nachlesen und für die, die sich über unsere Aktion hinaus mit dem Thema Plastik auseinandersetzen wollen, gibt es eine Sammlung interessanter Links.


Edda Bohnet, Judith Kalicki, Sabrina Bauer FH Mainz | WS 2010/11 | 3. Semester Kurs: No Shop Day | Prof. Anna-Lisa Schรถnecker


brauchstdusiewirklich Dokumentation