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neues Bild der Sanität zeichnen“ 4 Auf dem Weg 6 Arbeitsgruppen dürfen auch Spaß Wegher neuer Verwaltungsdirektor 15 Neue betriebsweite Standards 16 KOMMENTAR 11 TITELGESCHICHTE Zusammenarbeit auf dem Prüfstand 10 SANITÄT IM BILDE 18 MEDIZIN & PFLEGE Der Alltag der Helden 20 „Patient Blood Management“ 22 AUS DEN BEZIRKEN ALLE BEZIRKE Aufwertung der Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders 25 MER AN Tagung zum Rektumkarzinom in Meran 27Lavendel zum Einschlafen 28 „Hotel“ Krankenhaus 29 BRUNECK Willkommen in der Abteilung Pädiatrie 30 Diplomverleihung an Pflegehelferinnen und Pflegehelfer 31 Neues, minimal-invasives OP-Verfahren in Bruneck 32 BRIXEN Früher mobilisiert – früher entlassen 33 VITA Der Entscheider 36 INFOGRAFIK 38 PERSONALIA DT

EDITORIAL 3 INFOS&NEWS „Ein

machen

MANAGEMENT & VERWALTUNG 8 Enrico

38 GESUNDHEIT IM NETZ 39 KONTAKT & IMPRESSUM 40

HEIKE WIESER

„Zusammenarbeit muss man lernen und Zusammenarbeit muss auch gelebt werden.“

TITELGESCHICHTE

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09.2019 # 0 2 / 1 9

DA S M AG A ZIN DES SÜDTIROLER SANITÄT SBE TRIEBES


FOTO BERUFSFOTOGRAFEN SĂœDTIROLS

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100plus - ein Jahrhundert-Leben nannte sich die Ausstellung der Vereinigung der Berufsfotografen SĂźdtirols, die bis Anfang Juli im Eingangsbereich des Krankenhauses Bruneck zu Gast war. Seit 20. August bis 1. Oktober 2019 ist die Ausstellung zu Gast im Krankenhaus Meran.

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Der neue Landesrat für Gesundheit, Thomas Widmann, hat sich in den rund neun Monaten seit seinem Amtsantritt ein umfassendes Bild über die Gesundheitsversorgung in Südtirol gemacht. Am 8. August schilderte er in einer Pressekonferenz seine Eindrücke und die geplanten Maßnahmen. Den Artikel dazu finden Sie ab Seite 4. Den Bericht zum Besuch der kleinen Krankenhäuser durch den Landesrat am Tag nach der Pressekonferenz gibt es ab Seite 25.

EDITORIAL

Wie steht es um die Zusammenarbeit im Südtiroler Sanitätsbetrieb? Das hat sich ein Forscherteam der Claudiana gefragt und sich daran gemacht, den Stand der Kooperation im Südtiroler Sanitätsbetrieb zu untersuchen. Dabei befragte das Claudiana-Team rund um Forschungsleiterin Maria Mischo-Kelling Angehörige von sieben Berufsgruppen – insgesamt über 5.000 Personen - im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Das Ergebnis dieser umfangreichen Studie mit dem Titel „Interprofessionelle Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe in Südtirol“ sowie die Schlüsse, die daraus gezogen werden können, lesen Sie ab Seite 10.

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Erfolgreich zusammenzuarbeiten ist auf der einen Seite wichtig für Qualität und mehr Effizienz, auf der anderen Seite ist gerade diese Zusammenarbeit nicht immer einfach. Besonders wenn mehrere Berufsgruppen zusammenarbeiten, ist die Bereitschaft aller gefordert, diese Zusammenarbeit erfolgreich zu gestalten.

Die Helden fürs Leben (Heros for life) haben in dieser Ausgabe ebenfalls wieder Platz gefunden. Drei Krankenpflegerinnen und ein Krankenpfleger erklären, warum sie ihren Beruf so lieben und warum sie ihn gewählt haben. Zu lesen ab Seite 20. Die Meldungen aus den Gesundheitsbezirken finden Sie ab Seite 24. Unter anderen sind dort eine neue Schmerztherapie ( Seite 28) und eine neues Operationsverfahren ( Seite 32) Thema. Um einen, der schnelle Entscheidungen trifft – treffen muss –, geht es ab Seite 36. Simone Miggiano ist Sportler, Trainer, Schiedsrichter der Serie A – und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes im Landeskrankenhaus Bozen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

PETER A. SEEBACHER

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INFOS & NEWS

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In den rund neun Monaten seit seinem Amtsantritt hat sich Gesundheitslandesrat Thomas Widmann ein umfassendes Bild über die Gesundheitsversorgung in Südtirol gemacht. Am 8. August 2019 schilderte Widmann im Rahmen einer Pressekonferenz in der Fachhochschule für Gesundheitsberufe „Claudiana“ seine Eindrücke.

INFOS & NEWS REDAK TION

„Ein neues Bild der Sanität zeichnen“ „Ich habe mir in den letzten Wochen und Monaten viele Einrichtungen und Dienste angesehen, mit Patienten, Bürgern, Verantwortlichen in Betrieb und Bezirk und Mitarbeitenden gesprochen. Es läuft eigentlich viel, viel besser, als wir es normalerweise wahrnehmen. Dort, wo die Fachkräfte in engem Kontakt mit der Bevölkerung stehen, in den einzelnen Abteilungen und Diensten, in den Sprengeln, in den vielen Ambulatorien und Hausarztpraxen, überall dort wird mit großer Kompetenz, Motivation und Einsatz gearbeitet. Und dies wird auch von der Bevölkerung so gesehen. Wie viele Menschen haben mich in den vergangenen Wochen angesprochen worden und haben gesagt: ‚Ich wurde super behandelt, mir wurde geholfen, ich bin zufrieden!‘“

„In der Notaufnahme am Krankenhaus Bozen möchten wir es schaffen, die durchschnittliche Warte/ Behandlungszeiten und erste Maßnahmen zu halbieren.“ one # 02/19

Dem Landesrat ist deshalb eines wichtig: „Wir müssen aufhören, das Gesundheitswesen schlecht zu reden und ein neues, realistischeres Bild der Sanität zeichnen. Ich möchte auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Verantwortlichen danken, für das, was sie täglich für die Versorgung der Bevölkerung leisten.“ Trotzdem gibt es Kritikpunkte, die dringend angegangen werden müssen. Thomas Widmann formulierte diesbezüglich drei „Knackpunkte“, bei denen er – in enger Absprache mit der Führung des Betriebes - innerhalb 12 Monaten wesentliche Verbesserungen sehen will: In erster Linie sind dies die Entlastung der Notaufnahme am Krankenhaus Bozen, aber auch die Verkürzung der Wartezeiten auf Facharztvisiten und die Stärkung der wohnortnahen Versorgung. Bei allen drei Zielen handelt es sich um sehr ehrgeizige Vorhaben: „In der Notaufnahme am Krankenhaus Bozen möchten wir es schaffen, die durchschnittliche Warte/Behandlungszeiten (für TDB: „tempo di permanenza“) zu halbieren.“ Dazu wird – zusätzlich zum bereits bestehenden Servicepoint des ärztlichen Bereitschaftsdienstes im Krankenhaus Bozen - ab Herbst dieses Jahres ein Ambulatorium für die Grundversorgung eingerichtet werden; ab 1. Dezember 2019 wird die Kostenbeteiligung für unangemessene Zugänge eingeführt. Ebenso ist geplant, innerhalb 2020 im Sprengel Gries-Quirein, später auch im Sprengel Unterland, ein sogenanntes „Bezugszentrum Gesundheit und Soziales“ (ital. UCCP/Unità complessa di cure primarie) zu eröff nen. All dies sind Hebel, die Politik und Sanitätsbetrieb betätigen, um die Versorgung jener Patientinnen und Patienten zu verbessern, die die Notaufnahme aufsuchen müssen. Wird diese von „leichteren“ Fälle entlastet, um die sich neben Hausarzt auch eigene Zentren kümmern können, bleibt dem Fachpersonal mehr Zeit, um gerechtfertigte Notaufnahmefälle zu behandeln. Auch im Bereich der oft kolportierten Wartezeiten auf Facharztvisiten im gan-


„Es läuft eigentlich viel, viel besser, als wir es normalerweise wahrnehmen. Dort, wo die Fachkräfte in engem Kontakt mit der Bevölkerung stehen, in den einzelnen Abteilungen und Diensten, in den Sprengeln, in den vielen Ambulatorien und Hausarztpraxen, überall dort wird mit großer Kompetenz, Motivation und Einsatz gearbeitet.“

INFOS & NEWS FOTO PETER DALDOS

Was hingegen das umgangssprachlich „Territorium“ genannte wohnortnahe Umfeld der Grundversorgung betriff t, so ist es für Widmann klar, dass dieses aufgewertet werden muss. Dabei sollen, so Widmann, die kleinen Krankenhäuser auch künftig Drehund Angelpunkt der medizinischen Versorgung bleiben (siehe eigenen Artikel zur Aufwertung der Kleinspitäler im Bezirksteil auf Seite 25) . Gerade diese seien auch ein wichtiger Faktor, mit dem der Abwanderung entgegengewirkt werden könne. Es brauche jedoch noch mehr Vernetzung mit dem Fachpersonal, welches ‚draußen‘ arbeitet: Hausärztinnen und -ärzte, Hauskranken- und Familienpflege sind, da sind sich Politik und Betrieb einig, in Zukunft in die Versorgung der Patientinnen und Patienten noch besser einzubinden.

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zen Land, schlägt Widmann ein Pilotprojekt vor: „In den Bereichen Dermatologie, Augenheilkunde, HNO und für die Magnetresonanz sollen durch verschiedene Maßnahmen die Wartezeiten wesentlich verkürzt werden. So möchten wir erreichen, dass in ganz Südtirol Dermatologie-, Augen- und HNO-Prior-Visiten bis Ende 2020 zu 90% innerhalb von 10 Tagen zu bekommen sind, die aufschiebbaren Visiten zu 80% innerhalb eines Monats. Auch die vielgefragten Magnetresonanz-Leistungen sollten innerhalb 2020 zu über 80% innerhalb von 60 Tagen möglich sein – immer vorausgesetzt, dass es sich um aufschiebbare Leistungen handelt.“

Die kleinen Krankenhäuser sollen auch künftig Dreh- und Angelpunkt der medizinischen Versorgung bleiben. (Siehe dazu eigenen Artikel zur Aufwertung der Kleinspitäler im Bezirksteil auf S. 25).

Die Vision müsse es sein, so Landesrat Widmann, das öffentliche Gesundheitswesen als Komplettanbieter von Gesundheitsleistungen noch besser im Bewusstsein der Bevölkerung und der Fachkräfte zu verankern und die Leistungen auch hervorzuheben: „Die Gesundheitsversorgung in Südtirol ist nämlich etwas sehr Wertvolles, worauf wir auch einmal stolz sein dürfen, das wir aber zukunftsfähig halten müssen.“

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MANAGEMENT & VERWALTUNG PETER A . SEEBACHER

FOTO PETER A. SEEBACHER

Auf dem Weg

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ach der Eröff nung des Kongresses durch Marco Angriman, Hauptorganisator der Veranstaltung und Referent der Sanitätsdirektion für die ärztliche Fortbildung, überbrachte Ressortdirektor Günther Burger die Grüße von Gesundheitslandesrat Thomas Widmann. In seinem Vortrag forderte Burger auf, positiv zu denken und thematisierte auch die Rolle des Gesundheitsressorts: „Wir als Land Südtirol müssen die Rahmenbedingungen schaffen, aber Sie als Führungskräfte müssen die Streichhölzer und Kerzen fi nden, um das Feuer zu entfachen und die Dinge umzusetzen.“ SABES-Generaldirektor Florian Zerzer wagte einen kurzen Rückblick zur Entstehung des Südtiroler Sanitätsbetriebes im Jahre 2007, die Zerzer als damaliger Ressortdirektor vorbereitet und begleitet hatte: „Wir wollten die gut funktionierenden Teile in einen Betrieb zusammenführen, aber nicht zentralisieren. Aber rationale Gründe reichen oft nicht, um etwas zu begründen, vielleicht hätten wir mehr die Emotionen der Beteiligten ansprechen müssen“, stellt Zerzer rückblickend fest. Trotzdem sei in den vergangenen Jahren viel erreicht worden auf dem Weg zu einem Betrieb, aber es gebe noch Luft nach oben. Zerzer: „Ich bin kein Freund der Zentralisierung, sondern der Subsidiarität. Wir brauchen vier starke

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Bezirke mit Autonomie, die sich aber zu einem Betrieb bekennen.“ Die nahe Zukunft biete zwei Chancen, um diesem Ziel näher zu kommen. Einmal sei dies der Umsetzungsplan für das neue Organigramm und zum anderen die klinische Betriebsordnung. „Ich werde alles dafür tun“, so Zerzer abschließend, „diesen einheitlichen, partizipativen, subsidiären Betrieb, der mir vorschwebt, Wirklichkeit werden zu lassen.“

FOTO PETER A. SEEBACHER

MANAGEMENT & VERWALTUNG

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„Integration und Identität im Südtiroler Sanitätsbetrieb“ lautete der Titel einer ganztägigen Veranstaltung am 24. Mai 2019 in der Europäischen Akademie, zu der die Betriebsdirektion die Führungskräfte des Südtiroler Sanitätsbetriebes geladen hatte. Die Frage, die dabei im Vordergrund stand: Wo steht der Sanitätsbetrieb auf dem Weg zu einem einheitlichen Betrieb?


FOTO PETER A. SEEBACHER

Umberto Tait sprach als geschäftsführender Verwaltungsdirektor und forderte die Anwesenden auf, sich zu engagieren: „Falls ihr an einen einheitlichen Sanitätsbetrieb glaubt, bitte ich euch, uns dabei zu unterstützen, diesen zu schaffen.“

Marianne Siller (links), Thomas Lanthaler, Florian Zerzer und Günther Burger (von oben nach unten).

Angelo Tanese berichtete über seine Erfahrungen beim Zusammenführen von drei Sanitätsbetrieben zur ASL 1 Roma, die er als nunmehriger Generaldirektor begleitet hat. Paul Sungler, Geschäftsführer der Salzburger Landeskliniken (SALK) berichtete von seinen Erfahrungen bei der Integration von zwei Krankenhäusern in die SALK. Isabella Mastrobuono, Chronic Care-Verantwortliche im Südtiroler Sanitätsbetrieb, sprach über Chronic Care als Instrument für Betriebsintegration, Antonella Cifalinò, Professorin an der Università Cattolica del Sacro Cuore in Mailand, berichtete über Weiterbildung zur Unterstützung der Integration im Sanitätsbetrieb.

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FOTO PETER A. SEEBACHER

Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler stellte in seinem Wortbeitrag fest, dass an einer stärkeren Zusammenführung des Sanitätsbetriebs kein Weg vorbeiführe: „Das hat auch mit der zu erwartenden demografischen Entwicklung zu tun und hat damit auch fi nanzielle Gründe“, machte Lanthaler klar. Nur gemeinsam könne man die Herausforderungen der Zukunft meistern. Pflegedirektorin Marianne Siller schlug in die gleiche Kerbe: „Nur gemeinsam sind wir stark“, unterstrich Siller und nannte „Caring“ als zentralen Begriff: „Mit Caring meine ich Fürsorge füreinander und Fürsorge für die Patientinnen und Patienten.“

Christian Kofler, Direktor der Abteilung Personal, referierte zu den Herausforderungen in der Personalführung bei Integration der Verwaltungsprozesse. Kofler unterstrich dabei, dass es für die Schaff ung von Integration und Identität wichtig sei, die Entwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion bestätigten dann am Ende alle: Ein einheitlicher Sanitätsbetrieb ist sinnvoll – und der Weg dahin noch nicht zu Ende.

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INFOS & NEWS REDAK TION

Arbeitsgruppen dürfen auch Spaß machen Im Sommer 2017 konstituierte sich im Krankenhaus Brixen, unter Begleitung der Qualitätsdienststelle Brixen, die landesweite Arbeitsgruppe Endoskopie mit dem Auftrag, Abläufe und Vorgangsweisen der in Südtirol Endoskopierenden zu vereinheitlichen.

INFOS & NEWS

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Diese interdisziplinäre Gruppe aus Krankenpflegern, Chirurgen, Internisten und Gastroenterologen gab sich sofort ein ambitioniertes Programm. Zugleich wurde beschlossen, die vorhandene Infrastruktur für Videokonferenzen zu nutzen, was sicher zu einem Erfolgsgeheimnis der Arbeit wurde: Dadurch, dass Treffen ohne damit verbundene Autofahrten und den damit einhergehenden Zeitaufwand möglich waren, konnte einerseits alle zwei bis drei Monate ein Treffen abgehalten und andererseits sichergestellt werden, dass möglichst viele Mitglieder der Arbeitsgruppe daran teilnahmen.

D Die Arbeitsgruppe Endoskopie im Südtiroler Sanitätsbetrieb Jerin Agaj Othmar Bernhard Matthias Crepaz Andrea Dal Borgo Walter Dalsass Roberta Dapor Silvia Felizetti Sandra Girardi Alois Habicher Markus Hellweger Gottfried Kühbacher Agnes Lerchegger Monika Ludwig Alfons Pfattner Lucia Piazzi Oreste Pieramico Jürgen Seeber Günther Sitzmann Josef Widmann

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a die Gruppe auch auf menschlicher Ebene gut harmonierte und es sich um engagierte und leidenschaftliche Endoskopiker handelte, wurde eine Reihe - auch heißer - Eisen angegangen. Ziel war dabei immer, die Qualität der Untersuchungen zu steigern, die vorhandenen Ressourcen sparsam zu nutzen und vor allem sicherzustellen, dass Patientinnen und Patienten in ganz Südtirol gemäß dem aktuellen Stand der Wissenschaft behandelt werden.

friedenheit sowie Untersuchungsqualität ermöglicht. Auch im Zusammenhang mit diesem Thema wurde von der Arbeitsgruppe ein Fortbildungsprogramm erstellt und dank der Unterstützung der Stabstelle Qualität- und Riskmanagement organisiert und umgesetzt: Es fanden bisher zwei Sedierungskurse statt, ebenso wie ein Hands-on-Training zur Polypektomie und Mukosaresektion. Ein zweiter Kurs am Schweinemodell zum Thema Blutstillungstechniken fand Anfang April statt.

So wurden - jeweils unter Federführung eines anderen Mitglieds der Gruppe - Themen wie die Überwachung und Therapie des Barrettösophagus, sowie der chronischen Gastritis bearbeitet oder eine Checkliste zur Behandlung der akuten gastrointestinalen Blutung ausgearbeitet. Auch bei kontroversiellen Themen wie der Antikoagulation und Endoskopie gelang es immer wieder, Konsens zu fi nden.

Was mindestens ebenso viel wiegt wie die Protokolle und Prozeduren, ist die Tatsache, dass sich wirklich eine Gruppe gebildet hat, die in regem Austausch miteinander steht und damit - hoffentlich - zu besserer und rascherer Versorgung unserer Patientinnen und Patienten führt. Das funktioniert vermutlich besonders gut, weil diese Zusammenarbeit Spaß macht, die Abläufe aufgrund der direkten Kommunikation schlank und effizient sind und der Gruppe auch weitgehend freie Hand in der Auswahl der Themen und deren Umsetzung gelassen wurde.

Auch dank der Unterstützung des rechtsmedizinischen Dienstes des Betriebes, gelang es in Südtirol - als einziger Provinz in Italien - flächendeckend die Propofolsedierung einzuführen, die bei mit Midazolam vergleichbarer Sicherheit eine höhere Patienten- und Untersucherzu-

Arbeitsgruppen dürfen also, ja sollten vermutlich, auch Spaß machen und Menschen einander näherbringen.


„Urlaub - die schönste Zeit im Jahr“, sagen die einen. „Urlaub – was ist das?“, sagen die anderen, die Arbeitssüchtigen und Unentbehrlichen, die „Im-Urlaub–E-Mail-und-Handynutzer“, die Immer-Erreichbaren! Es ist doch bezeichnend, dass der oft herbeigesehnte „Urlaub“ in seiner Wortbedeutung vom Erlauben (althochdeutsch „urloup“) abgeleitet wird. Irgendwer erlaubt es uns, dass wir uns entfernen, von der Arbeit, von den Verpfl ichtungen. Erlauben wir es uns auch selbst? Urlaub impliziert ja nicht zwingend, dass wir uns erholen müssen. Daher gibt es so verschiedene Urlaubsvarianten wie Bildungsurlaub, Erziehungsurlaub, Pflegeurlaub, Mutterschaftsurlaub, Sonderurlaub und anderes mehr. Es sind dies alles Zeiten, die wenig mit Erholung zu tun haben. Es sind Auszeiten, in denen wir uns um anderes, als um unsere tägliche Arbeit kümmern. Dennoch verbinden wir Urlaub im herkömmlichen Sinn mit „Sich erholen“ und nicht mit: „Ich bin dann mal weg!“ Vielleicht sollte Urlaub deshalb besser mit Ferien übersetzt werden (= Festtage, aus dem Lateinischen). In diesen Ferien könnten tatsächlich Erholung, das Auftanken, Loslassen und Abschalten im Mittelpunkt stehen. Es ist dabei nicht wichtig, ob dies in fernen Ländern passiert, am Strand an der Adria, auf dem Berg, im Wald oder vielleicht im Liegestuhl im Garten unterm Apfelbaum. Wie erholsam ein Urlaub ist, hängt nicht unbedingt von der Dauer ab. Die Wissenschaft liefert hier keine einheitlichen Ergebnisse. Auch kurze Phasen, die man sich wiederholt gönnt, können einen erstaunlich positiven Effekt haben. Urlaub ist deshalb das, was ich selbst daraus mache! Wer daheim das täglich Verpfl ichtende wegschieben

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All-inclusiv

Helmut Zingerle ist klinischer Psychologe, Psychotherapeut und Direktor des Therapiezentrums Bad Bachgart des Südtiroler Sanitätsbetriebes.

kann, kann sich genauso gut erholen, wie der Reisende in seiner Abenteuerlust. Andre Heller meint: „Die wahren Abenteuer sind im Kopf, und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo.“ Das glaube ich auch! Gehören Sie auch zu den Menschen, die entweder völlig erschöpft aus dem stressigen Urlaub zurückkommen und - wieder bei der Arbeit - sich erst einmal erholen müssen? Oder zu jenen, bei denen der Erholungseffekt nach kürzester Zeit wieder verpuff t ist? Wir sollten genau prüfen, ob wir uns auf unserer „Jagd nach Erholung“ nicht erst recht strapazieren. Wer sich langfristig regenerieren, entspannen und zu Kräften kommen will, der braucht täglich ein klein wenig Urlaub. Diesen in die Arbeit einzubauen und dafür zu sorgen, dass wir Körper, Geist und Seele in Balance halten, würde uns vor allzu großem Urlaubsstress und überzogenen Erwartungen bewahren, uns gesünder und vielleicht zufriedener machen. Und erlauben Sie mir noch das gewagte, völlig utopische Gedankenexperiment: „Stellen Sie sich vor, Sie sind bei der Arbeit und Sie kommen sich vor wie im Urlaub. All-inclusiv!“ Wie wäre das?

GASTKOMMENTAR

KOMMENTAR HELMUT ZINGERLE

FOTO PRIVAT

„Erholung ist die Würze der Arbeit“ (Plutarch) oder „Die Kunst des Ausruhens ist Teil der Kunst des Arbeitens“ (John Steinbeck). Zwei Aussagen, denen unser Autor einiges abgewinnen kann.

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FOTO CLAUDIANA

Das Forschungsteam: (v.l. hinten) Fabio Vittadello, Luisa Cavada, Maria Mischo-Kelling (v. l. vorne) Carla Naletto, Verena Fink, Heike Wieser, Lukas Lochner

Claudiana Research, der Forschungsbereich der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana, hat in einer Studie die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Berufsgruppen untersucht. Dabei wurde das Verhältnis von gleich sieben Berufsgruppen des medizinischen und pflegerischen Bereichs betrachtet.

Zusammenarbeit auf dem Prüfstand TITELGESCHICHTE PETER A. SEEBACHER

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„Wir sind zur Zusammenarbeit geboren, wie die Füße, die Hände, die Augenlider und wie die oberen und unteren Zahnreihen“, erkannte schon der römische Kaiser Mark Aurel (121 – 180 n.Ch.). Aber so, wie der Gebrauch von Händen und Füßen manchmal nicht ganz gelingen will und man sich hin und wieder auf die Zunge beißt beim Kauen, so verläuft auch die Zusammenarbeit zwischen Menschen nicht immer gleich geschmeidig. „Zusammenarbeit muss man lernen und Zusammenarbeit muss auch gelebt werden“, bestätigt Heike Wieser, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana, die an der Studie mitgearbeitet hat. Deren Titel: „Interprofessionelle Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe in Südtirol, Italien“. Untersucht wurde dabei die Zusammenarbeit zwischen Ärzten/Ärztinnen, Krankenpflegern/Krankenpflegerinnen, Ergotherapeuten/Ergotherapeutinnen, Ernährungstherapeuten/Ernährungstherapeutinnen, Logopäden/Logopädinnen, Physiotherapeuten/Physiotherapeutinnen sowie Psychologen/Psychologinnen. Ziel der Studie war es, den Status quo der interprofessionellen Zusammenarbeit festzustellen und Empfehlungen für eine Verbesserung auszusprechen.


Gleichgewicht der Zusammenarbeit

Was ist nun das Ergebnis der Studie? Die Zusammenarbeit wird von den einzelnen Gruppen sehr unterschiedlich wahrgenommen. Als Symbol für die Zusammenarbeit habe ich bei meiner Präsentation eine Wippe gewählt. Die Wippe kann im Gleichgewicht sein – das ist ein seltener Zustand. Es braucht nur wenig, um das Gleichgewicht zu stören. Damit will ich zum Ausdruck bringen, dass interprofessionelle Zusammenarbeit sehr störanfällig ist und dass daran gearbeitet werden muss, um ein hohes Niveau zu erreichen und dieses dann aufrecht zu erhalten. Es ist nicht selbstverständlich, es ist tägliche Arbeit. Interprofessionelle Arbeit kann durch organisatorische, aber auch durch politische Maßnahmen gestützt und gefördert, aber nicht verordnet werden – die Bereitschaft dazu muss auf allen Seiten da sein.

Wie sieht das in anderen Ländern aus? Leider ist das schwierig zu vergleichen. Es gibt zwar auch in anderen Ländern Untersuchungen dazu, aber aufgrund der sehr unterschiedlichen Studien-Designs ist ein aufschlussreicher Vergleich kaum möglich. Dass mehrere Berufsgruppen gleichzeitig untersucht wurden - bei uns waren es sieben - ist nahezu einzigartig.

TITELGESCHICHTE

Welches Ziel hatte die Studie? Zuerst einmal wollten wir den Ist-Zustand der Zusammenarbeit herausfi nden. Als Forschungsmethode haben wir uns für einen Mixed-Method-Ansatz und im Rahmen dessen für die „Situationsanalyse“ entschieden. Und noch etwas: Wenn Sie sich mit dem Thema interprofessionelle Zusammenarbeit auseinandersetzen, dann landen Sie unweigerlich auch beim Thema interprofessionelle Bildung. Die Claudiana als Ausbildungsstätte für unterschiedliche Berufe bietet eigentlich eine hervorragende Plattform, Bildungsangebote für die verschiedenen Berufsgruppen während und nach der Ausbildung zukommen zu lassen.

Welches Niveau hat die interprofessionelle Zusammenarbeit im Südtiroler Sanitätsbetrieb? Es wird eher parallel nebeneinanderher gearbeitet. Aufgrund unserer Daten können wir sagen, dass im Bereich der Rehabilitation die Zusammenarbeit am ehesten vorhanden ist, in Ansätzen auch in der Geriatrie. Grundsätzlich besteht in allen Bereichen Entwicklungsbedarf.

Was sind die Vorteile, wenn eine interprofessionelle Zusammenarbeit verstärkt wird? Die Versorgungssituation der Patienten verändert sich. Das ist ja auch naheliegend, wenn die Berufsgruppen sich besser austauschen untereinander, wenn sie wissen, wie ein Patient auf eine bestimmte Behandlung oder Therapie reagiert, kann man die Dinge besser aufeinander abstimmen. Allerdings ist das komplex, denn es setzt Organisationsstrukturen voraus, die wir heute nicht haben. Vielfach werden die Prozesse nach medizinischen

FOTO PETER A. SEEBACHER

Wie ist es zu dieser Studie gekommen? Ich habe – nachdem ich mehrere Jahre Pflegedienstleiterin am Krankenhaus Bozen gewesen bin – hier an der Claudiana die Möglichkeit erhalten, eine Forschungsabteilung aufzubauen. Ich habe überlegt, welche Themen wir bearbeiten könnten, in denen nicht nur die Pflege oder auch nicht nur die Medizin vorkommt, sondern die verschiedenen Gesundheitsberufe. So bin ich auf das Thema interprofessionelle Zusammenarbeit gestoßen. Ein Thema, das mich auch in der Zeit als Pflegedienstleiterin beschäftigt hat. Die Ausgangsfrage war: Wie bringt man die verschiedenen Berufsgruppen zusammen? Interprofessionelle Zusammenarbeit ist ja international ein wichtiges Thema, wenn es um komplexe Versorgungssituationen geht.

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Maria Mischo-Kelling hat die Studie „Interprofessionelle Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe in Südtirol“ geleitet. Sie sagt: interprofessionelle Zusammenarbeit ist nicht selbstverständlich, sondern tägliche Arbeit.

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TITELGESCHICHTE

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Gesichtspunkten ausgerichtet. Dabei geht man davon aus, dass es einen Prozess gibt und alle anderen Prozesse subsumieren sich darunter. Ich glaube nicht, dass das richtig ist. Wir sollten mehr vom Patienten ausgehen. Einer unserer Befragten hat das so ausgedrückt: Auf dem Weg durchs Krankenhaus müssen die betreuenden Personen immer dort zusammenkommen, wo sich der Patient befi ndet. Dort müssen sie zusammenarbeiten. Da liegt es nahe, dass man vom Patienten ausgeht, von seinem Lebenslauf und wo er sich auf diesem befi ndet. Muss die Betreuung der Patientinnen und Patienten auch individueller werden? Ja, wenn das gelingen würde, würden wir langfristig nicht nur Kosten, sondern den Patientinnen und Patienten auch Leid ersparen. Gewinner einer verstärkten interdisziplinären Zusammenarbeit wären also vor allem Patientinnen und Patienten? Genau. Ergebnisse internationaler Forschung und die Literatur zum Thema legen nahe, dass Ansätze, die nur medizinisches Verständnis von Gesundheit und Krankheit berücksichtigen, heute nicht mehr angemessen und ausreichend sind. Welche Handlungsempfehlungen können Sie vom Ergebnis der Studie ableiten? Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass die einzelnen Mitglieder der Berufsgruppen bereit sind, zusammenzuarbeiten. Man muss allerdings auch die entsprechenden Strukturen schaffen, dass auch zusammengearbeitet werden kann. Es ist hilfreich, wenn Mitglieder der einzelnen Berufsgruppen versuchen, sich in die Perspektive der anderen hineinzuversetzen und sich auf gleicher Augenhöhe zu begegnen. Dazu braucht es aber auch die notwendigen Strukturen, die dieses Auf-gleicher-Augenhöhe unterstützen und fördern. Wie geht es nun mit der Studie weiter? Bereits nach Abschluss der Studie 2016 haben wir die Ergebnisse dem damaligen Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes vorgestellt. Was der Betrieb mit den Ergebnissen der Studie machen möchte, liegt nicht in unseren Händen. Da ich das Studien-Design gut fi nde, möchte ich dieses Projekt nach Deutschland holen und im Bereich der Psychiatrie und im Akut-Bereich ausprobieren. Ich könnte mir vorstellen, dass wir nochmals versuchen, Forschungsgelder zu bekommen und die Studie in verschiedenen europäischen Ländern durchführen. Dann könnte man auch herausfi nden, ob es im Verhältnis der verschiedenen Berufsgruppen zueinander - je nach Land - kulturelle Unterschiede gibt. INTERVIEW: PETER A . SEEBACHER

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Häufigkeit des Kontakts zwischen den Berufsgruppen: ErgotherapeutInnen mit ÄrztInnen ErnährungstherapeutInnen KrankenpflegerInnen LogopädInnen PhysiotherapeutInnen PsychologInnen

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ie steht es nun um die Zusammenarbeit der untersuchten Berufsgruppen? Einen ersten Aufschluss geben die Charts mit den Häufigkeiten der Kontakte untereinander. Ein großer Teil der Ärzte und Ärztinnen sehen Ergo- und Ernährungstherapeuten sowie Logopäden nie oder nur wenige Male im Jahr (siehe Grafi ken), während sie Krankenpflegern und -pflegerinnen täglich begegnen. „Es wird eher parallel nebeneinanderher gearbeitet und nicht miteinander“, fasst Studienleiterin Maria Mischo-Kelling das Ergebnis der Studie knapp zusammen. Um die interprofessionelle Zusammenarbeit zu stärken, müssten organisatorische Maßnahmen gesetzt werden, die diese stützen und fördern (siehe Interview).

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rundsätzlich, so wird im Studienbericht festgehalten, würden die beteiligten Berufsgruppen interprofessionelle Zusammenarbeit (Interprofessional Collaboration – IPC) positiv sehen und deren Entwicklungspotenzial erkennen. Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bestehe. Besonders in Bereichen mit

Häufigkeit des Kontakts zwischen den Berufsgruppen: ErnährungstherapeutInnen mit ÄrztInnen ErgotherapeutInnen KrankenpflegerInnen LogopädInnen PhysiotherapeutInnen PsychologInnen

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„Wir hatten uns eigentlich viel schlechtere Ergebnisse erwartet und waren überrascht von den positiven Antworten“, sagt Heike Wieser von der Claudiana. Solche und ähnliche Situationen gäbe es nicht nur im Südtiroler Sanitätsbetrieb, sondern auch in anderen Gesundheitsinstitutionen.

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elche Maßnahmen zur Verbesserung der interprofessionellen Zusammenarbeit im Südtiroler Sanitätsbetrieb werden im Studienbericht empfohlen? Einmal sollten die „Rollen der beteiligten Berufsgruppen vor dem

ÄrztInnen ErgotherapeutInnen ErnährungstherapeutInnen KrankenpflegerInnen PhysiotherapeutInnen PsychologInnen

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Häufigkeit des Kontakts zwischen den Berufsgruppen: ÄrztInnen mit

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Demgegenüber stehe eine unstrukturierte Zusammenarbeit, die stark vom Engagement Einzelner abhänge, so das Ergebnis der Studie. Eine gemeinsame Vision von interprofessioneller Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinweg gebe es nicht. Zeit und Raum für IPC gebe es unzureichend und das Verständnis für die Rollen der anderen Berufsgruppen müsse stärker entwickelt werden. Die Einbeziehung des Patienten oder seiner Bezugsperson sei unzureichend. Es gibt also noch einiges zu tun.

Häufigkeit des Kontakts zwischen den Berufsgruppen: LogopädInnen mit

TITELGESCHICHTE

komplexen Versorgungsituationen werde die Notwendigkeit von interprofessioneller Zusammenarbeit erkannt. Dass dabei die Ziele des Patienten miteinbezogen werden müssen, werde in Ansätzen wahrgenommen.

ErgotherapeutInnen ErnährungstherapeutInnen KrankenpflegerInnen LogopädInnen PhysiotherapeutInnen PsychologInnen

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Berufsgruppe

Anzahl Befragte

Rücklauf in absoluten Zahlen

Rücklaufquote

ÄrztInnen

1.380

337

24,4%

ErgotherapeutInnen

64

44

68,8%

ErnährungstherapeutInnen

62

45

72,6%

KrankenpflegerInnen

3.225

1.532

47,5%

LogopädInnen

111

71

64,0%

PhysiotherapeutInnen

213

132

62,0%

PsychologInnen

171

77

45,0%

TotalInnen

5.226

2.238

42,8%

WENIGE MALE IM JAHR

NIE

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Die Studie Online-Befragung (quantitative Phase) sowie anschließend Gespräche mit Fokusgruppe und Experteninterviews (qualitative Phase). Die Online-Befragung wurde zwischen März und Juni 2014 durchgeführt. Insgesamt wurden 5.226 Personen angeschrieben, die Rücklaufquote betrug insgesamt 42,8 Prozent. Mit 72,6 Prozent war die Rücklaufquote bei den Ernährungstherapeuten am höchsten, bei den Ärzten mit 24,4 Prozent am niedrigsten. Im Anschluss an die Online-Befragung wurden Gespräche mit Fokusgruppen und Experten durchgeführt, deren Ergebnisse ebenfalls in die Studie einflossen.

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Häufigkeit des Kontakts zwischen den Berufsgruppen: PsychologInnen mit ÄrztInnen ErgotherapeutInnen ErnährungstherapeutInnen KrankenpflegerInnen LogopädInnen PhysiotherapeutInnen

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Häufigkeit des Kontakts zwischen den Berufsgruppen: PhysiotherapeutInnen mit ÄrztInnen

Heike Wieser: „Um interprofessionelle Zusammenarbeit zu stärken, gibt es keine einfachen Lösungen, alles ist ziemlich komplex. Es geht darum, eine neue Arbeitskultur zu schaffen.“

ErgotherapeutInnen ErnährungstherapeutInnen KrankenpflegerInnen LogopädInnen PsychologInnen

0% TÄGLICH

Hintergrund eines notwendigen Paradigmenwechsels (Lebenslaufansatz) mit Blick auf die personenzentrierte Versorgung von chronisch Kranken“ geklärt werden. „Action-Learning“, „partizipative ActionResearch“ und „Mixed-Methods-Projekte“, so die Autorinnen und Autoren weiter, „sind geeignete Vorgehensweisen, die es mit den Betroffenen zu entwickeln gilt, um vorhandene Maßnahmen weiterzuentwickeln oder spezifische Interventionen zu erarbeiten und umzusetzen sowie den Implementierungsprozess und die erzielten Ergebnisse auf unterschiedlichen Ebenen zu evaluieren.“ Von „technischen Lösungen“ raten die Verfasser und Verfasserinnen ab, da diese den komplexen klinischen, sozialen und psychischen Problemen und Fragestellungen, mit denen sich interprofessionelle Zusammenarbeit auseinandersetzen muss, nicht gerecht werden.

10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100%

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Und wer würde von einer verbesserten interprofessionellen Zusammenarbeit profitieren? Heike Wieser: „Am meisten wohl die Patientinnen und Patienten.“ Heike Wieser

Häufigkeit des Kontakts zwischen den Berufsgruppen: KrankenpflegerInnen mit ÄrztInnen ErgotherapeutInnen ErnährungstherapeutInnen LogopädInnen PhysiotherapeutInnen PsychologInnen

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MANAGEMENT & VERWALTUNG PETER A . SEEBACHER

Enrico Wegher neuer Verwaltungsdirektor Das entsprechende Landesgesetz sieht vor, dass der Verwaltungsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes vom Generaldirektor nach Anhörung der Landesregierung ernannt wird. Dabei muss auch das Sprachgruppenverhältnis auf Landesebene berücksichtigt werden, weshalb die Stelle des Verwaltungsdirektors einem Angehörigen der italienischen Sprachgruppe vorbehalten war. Außerdem können nur Personen ernannt werden, die ins Landesverzeichnis für die Ernennung der Verwaltungsdirektoren und Verwaltungsdirektorinnen eingetragen sind. Generaldirektor Florian Zerzer hat aus diesen ins Landesverzeichnis eingetragenen Personen Enrico Wegher als Verwaltungsdirektor vorgeschlagen. Der zuständige Gesundheitslandesrat Thomas Widmann sowie die gesamte Landesregierung haben Ende Juni grünes Licht zur Ernennung gegeben. 2016 hatte Enrico Wegher am Wettbewerb für die Verwaltungsdirektion des Sanitätsbetriebes teilgenommen und war für geeignet befunden worden. Da Wegher kurz zuvor noch die Funktion des Präsidenten der SAIM GmbH bekleidet hatte, an der der Südtiroler Sanitätsbetrieb die Mehrheit hält, stellte die italienische An-

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SABES-Generaldirektor Florian Zerzer hat Ende Juni nach Absprache mit der Landesregierung Enrico Wegher zum neuen Verwaltungsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes ernannt.

tikorruptionsbehörde (Autorità Nazionale Anticorruzione, ANAC) fest, dass der Auftrag an Enrico Wegher erst nach einer Pause von zwei Jahren erteilt werden könne. Diese zwei Jahre sind im Mai 2019 abgelaufen und einer Ernennung stand nichts mehr im Wege. Enrico Wegher hat einen Abschluss in Politikökonomie der Universität Trient und wurde 1995 Amtsdirektor der Einkaufsund Wirtschaftsabteilung des Gesundheitsbezirkes Bozen. Ab 2001 fungierte Wegher als stellvertretender Abteilungsdirektor der Einkaufs- und Wirtschaftsabteilung des Gesundheitsbezirkes Bozen. Seit 2010 bekleidet der Politökonom das Amt eines Abteilungsdirektors der Verwaltungsleitung des Krankenhauses Bozen. Außerdem ist Wegher seit 2013 Verwaltungskoordinator des Gesundheitsbezirkes Bozen sowie seit 2016 stellvertretender Direktor dieses Gesundheitsbezirkes. In den vergangenen zwei Jahren bekleidete Umberto Tait, Direktor des Gesundheitsbezirkes Bozen, geschäftsführend das Amt des Verwaltungsdirektors des Südtiroler Sanitätsbetriebes.

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Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat sich das Ziel gesetzt, die Bedingungen für die Patientinnen und Patienten während ihres Aufenthaltes in der Notaufnahme zu verbessern.

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Mild Pain

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MANAGEMENT & VERWALTUNG MICHAEL PR ANTL

Neue betriebsweite Standards in den Notaufnahmen

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chmerzen sind der häufigste Grund, weshalb Bürger und Bürgerinnen in der Notaufnahme vorstellig werden. Ein nicht angemessenes Schmerzmanagement sowie eine nicht angemessene Wartezeit bis zum Erstkontakt mit dem ärztlichen Personal in der Notaufnahme können Gründe für die Unzufriedenheit der Patienten sein. Der Kompetenzkreis Notaufnahme hat im Rahmen des betriebsweiten Lean-Healthcare-Projektes zur Bekämpfung dieser beiden Phänomene zwei betriebsweite Protokolle erarbeitet. Nach erfolgreich durchgeführter Pilotphase in den Notaufnahmen Meran und Brixen wurden die beiden Protokolle von der Sanitätsdirektion freigegeben und

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seit Kurzem werden sie in den Notaufnahmen des Betriebes bei Bedarf angewendet. Bisher wurden eventuell erforderliche Laboruntersuchungen erst im Rahmen der Erstvisite durch den behandelnden Arzt angefragt. Nachdem der Patient oder die Patientin bereits auf die Erstvisite gewartet hatte, muss er/sie jetzt auf die Ergebnisse der Untersuchungen warten (mindestens die technische Zeit zur Durchführung der Laborproben, d.h. ca. 45 Minuten), bis diese dem Arzt zur Diagnosestellung vorliegen. Durch die Parallelisierung der Wartezeit des Patienten auf den Erstkontakt mit dem Arzt mit der Wartezeit auf die Laborergebnisse kann dies vermieden werden.


Primäres Ziel ist es, sicherzustellen, dass sich die Warte- und Durchlaufzeiten der Patienten und Patientinnen durch die Parallelisierung von Leistungen verkürzen, der Krankenpfleger/die Krankenpflegerin ausgehend vom MTS-Kodex und den festgestellten Symptomen bereits in der Triage Laboranfragen tätigt und der behandelnde Arzt somit beim Erstkontakt mit dem Patienten die entsprechenden Befunde zur Diagnosestellung vorliegen hat. Die Abgabe eines Schmerzmittels in der Triage durch eine Pflegekraft, bereits vor der ärztlichen Erstvisite, verbessert die Wahrnehmung der Qualität im Schmerzmanagement seitens der Patienten. Entsprechend wird mit dem betriebsweiten Protokoll „Schmerzmanagement in der Triage durch den Krankenpfleger/ die Krankenpflegerin“ ein einheitliches, anerkanntes und angewandtes Niveau in der Durchführung des Schmerzmanagements durch den Krankenpfleger/ die Krankenpflegerin festgelegt. Primäres Ziel ist es, sicherzustellen, dass Patienten mit Schmerzen frühzeitig erkannt und die Schmerzen so schnell wie möglich gelindert werden. Im Rahmen der Triage wird durch den Krankenpfleger/die Krankenpflegerin bei jedem Patienten/jeder Patientin eine Ersteinschätzung des Schmerzes mit der Schmerzskala vorgenommen. Ausgehend vom erhobenen Schmerz, der Schmerzintensität und der Einwilligung der Patienten verabreicht der Krankenpfleger/die Krankenpflegerin noch vor der ärztlichen Erstvisite die im Standard festgelegte Schmerztherapie. Abweichungen vom Standard erfolgen nach Absprache mit dem diensthabenden Arzt/der dienst-

Die positive Auswirkung der Anwendung der beiden Protokolle für die Patienten und Mitarbeiter bestätigen auch Norbert Pfeifer, der ärztliche Koordinator der Notaufnahme Meran und David Hofer, Pflegekoordinator der Notaufnahme Meran: „Bereits in den ersten Pilotwochen haben wir zahlreiche positive Rückmeldungen von Seiten der Patienten bekommen, speziell von jenen, welche aufgrund des ihnen zugewiesenen Dringlichkeitsgrades länger auf eine ärztliche Behandlung warten haben müssen, aber aufgrund der

„Nach erfolgreich durchgeführter Pilotphase in den Notaufnahmen Meran und Brixen wurden die beiden Protokolle von der Sanitätsdirektion freigegeben und seit Kurzem werden sie in den Notaufnahmen des Betriebes bei Bedarf angewendet.“

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habenden Ärztin in der Notaufnahme und werden in der klinischen Dokumentation angeführt.

MANAGEMENT & VERWALTUNG

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it dem Betriebsprotokoll „Laboranfragen in der Triage durch den Krankenpfleger/die Krankenpflegerin“ werden einheitliche, standardisierte und anerkannte Anfragen von Laboruntersuchungen durch den Krankenpfleger/ die Krankenpflegerin in der Triage festgelegt. Ausgehend vom erhobenen Manchester-Triage-System (MTS)-Kodex, den gezeigten Symptomen und der Einwilligung des Patienten oder der Patientin fragt der Krankenpfleger/die Krankenpflegerin im Rahmen der Triage, also noch vor der ärztlichen Erstvisite, die im vorliegenden Standard festgelegten Laboruntersuchungen an. Abweichungen vom Standard erfolgen nach Absprache mit dem diensthabenden Arzt in der Notaufnahme.

MICHAEL PR ANTL

sofortigen Schmerztherapie in der Triage subjektiv eine wesentlich angenehmere Wartezeit in der Notaufnahme hatten. Auch die Anwendung von Laboranfragen laut Protokoll direkt in der Triage bringt dem Arzt und somit schlussendlich dem Patienten wesentliche Vorteile. Der Arzt hat in den allermeisten Fällen bereits beim Erstkontakt mit dem Patienten alle nötigen Befunde für die Diagnose. Und die anfangs befürchtete hohe Nachbestellungsquote von weiteren Laboruntersuchungen durch die Ärzte hält sich auch in Grenzen.“ DER AUTOR IST ASSOCIATE PARTNER BEI DER UNTERNEHMENSBER ATUNG MAT T & PARTNER IM GESCHÄFTSBEREICH LEAN HOSPITAL

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Bereits seit 2015 sind die in die onkologische Betreuung involvierten Abteilungen und Dienste des Südtiroler Sanitätsbetriebes nach dem ISO-Standard 9001 zerBetreuungspfades feierlich in der Eurac übergeben. one # 02/19


19 SANITĂ„T IM BILDE FOTO PETER A. SEEBACHER

tifiziert. Ende Mai fand die Re-Zertifizierung statt. Die Zertifikate wurden den Vertretern und Vertreterinnen der 44 Abteilungen und Dienste des onkologischen one # 02/19


Daniela Gazzoli, Koordinatorin Abteilung Medizin, Krankenhaus Sterzing „Man lernt fürs Leben!“ sozial kompetente Menschen, die sich für einen Pflegeberuf entscheiden. Mein Beruf ist facettenreich, man kann in vielen verschiedenen Bereichen arbeiten, man kann sich in verschiedenen Bereichen fortbilden und weiter ausbilden lassen und man lernt fürs Leben! Es ist wichtig, dass junge Menschen dazu motiviert werden, sich für einen Pflegeberuf zu entscheiden.

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FOTO PRIVAT

Ich arbeite seit 18 Jahren in der Pflege und habe kürzlich den Master in Management der Sanitätsberufe gemacht. Für mich ist mein Beruf eine Berufung, die Arbeit mit Menschen bereitet mir viel Freude und man erfährt dabei viel Wertschätzung. Die Pflegequalität in unserem Gesundheitssystem muss weiterhin bestehen bleiben, dafür braucht es immer wieder neue motivierte und

MEDIZIN & PFLEGE REDAK TION

MEDIZIN & PFLEGE

Der Alltag der Helden Johannes Kircher, stellvertretender Koordinator der Notaufnahme am Krankenhaus Brixen

FOTO PRIVAT

Seit 2014 bin ich als Krankenpfleger tätig. Begonnen habe ich im Sprengel Brixen und nun bin ich seit circa drei Jahren in der Notaufnahme im Krankenhaus Brixen. Auch meine Mutter übte diesen Beruf aus. Ausschlaggebend war jedoch, dass in meinem Freundeskreis ebenfalls Krankenpfleger tätig sind, die in der Notfallmedizin und prä-hospitalen Rettung aktiv sind. Dieses Tätigkeitsfeld hat sich in den letzten Jahren aufgetan, was mich sehr reizt. In der Notaufnahme ist jeder Tag sehr abwechslungsreich. Die Rou-

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tinetätigkeiten können ständig durch Notfallpatienten unterbrochen werden, deren Versorgung stets eine Herausforderung darstellt. Die kleinen tagtäglichen Erlebnisse bereiten mir Genugtuung. Neben den berufl ichen Herausforderungen kann man jeden Tag etwas Neues dazulernen. Außerdem freue ich mich vor jedem Arbeitstag auf meine Arbeitskollegen - professionell, sowie menschlich. Eine gute Krankenpflegerin oder ein ein guter Krankenpfleger muss für mich neben Empathie auch Teamfähigkeit mitbringen und bereit sein, sich ständig persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Warum ich jungen Menschen rate, diesen Beruf zu wählen? Heutzutage übt man einen Beruf sehr lange aus. Daher ist es wichtig, dass er Genugtuung schenkt, sinnvoll ist und eine gewisse Abwechslung bietet. All dies bietet meines Erachtens der Pflegeberuf. Außerdem gibt er einem die Möglichkeit, sich in verschiedenen Bereichen und Abteilungen zu spezialisieren und auch Karriere zu machen. Und am Ende des Tages hat man die Gewissheit, Menschen geholfen zu haben.

FOTO PRIVAT

„Krankenpfleger sein, heißt da zu sein für die kleinen und großen Verletzungen im Leben.“


„Hero for life“ (Held fürs Leben) nennt sich die Kampagne, mit der junge Menschen für den Beruf des Krankenpflegers und der Krankenpflegerin begeistert werden sollen. Wir haben einige der langjährigen echten Helden und Heldinnen gefragt, wie es ihnen heute in ihrem Beruf ergeht.

Christine Wieser, Kinderkrankenpflegerin und stellvertretende Koordinatorin der Abteilung Pädiatrie am Krankenhaus Brixen "Ich freue mich, in Kontakt mit Menschen zu sein."

MEDIZIN & PFLEGE

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Ich freue mich immer wieder, wenn zufriedene, lachende Kinder und Begleitpersonen sich bedanken und ich sehe, wie „wir“ gemeinsam die vorgefallene Situation gemeistert haben. Ich freue mich, in Kontakt mit Menschen zu sein. Unser Beruf ist verantwortungsvoll und abwechslungsreich. Man arbeitet im Team, kann sich austauschen, beraten, zur Seite stehen in schweren Situationen, aber trotzdem muss jeder einzelne Mitarbeiter seine Verantwortung tragen und selbst Entscheidungen treffen. Zudem ist es ein sicherer Arbeitsplatz. Eine Kinderkrankenpflegerin sollte Höflichkeit, Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit mitbringen. Sie sollte fachlich gut vorbereitet sein, Humor haben, lachen und Spaß haben können, um die Patienten zu motivieren, Zeit für ein Gespräch mit Patienten und Begleitpersonen haben und dabei keine Hektik spüren lassen.

FOTO PRIVAT

Ich bin Kinderkrankenpflegerin und übe diesen Beruf seit 28 Jahren aus. Ich wollte immer gern mit Kindern zusammen und für sie da sein, ihnen helfen können, wieder gesund zu werden und ihre Krankheit oder ihren Zustand besser zu ertragen. Damit leben zu lernen, sei es gleich in der ersten Lebensminute oder bis zum Lebensende. Unseren Arbeitstag kann man nicht detailliert beschreiben, denn es hängt immer von der Anzahl unserer kleinen oder größeren Patienten und deren K rankheitsbildern ab. Es bestehen lediglich fi xe Besprechungs-, Visiten-, Essens-, Besuchs- und Übergabezeiten. Im Großen und Ganzen beginnt ein Arbeitstag mit der Übergabe, Hilfe anbieten bei Morgentoilette, kurze Besprechung mit Ärzten, Arztvisite, Ausarbeitung, bei Notwendigkeit Zeit für Gespräche, Mittagspause, die restliche verbleibende Zeit sind allfällige Tätigkeiten wie etwa Auff üllen und Reinigen von Utensilien oder Ähnlichem.

Natascia Marzano, Medizinische Onkologie am Krankenhaus Bozen „Man erwirbt so viel Lebenserfahrung, erlebt viel Freude und auch viele Sorgen, aber alles bereichert einen.“ Ich habe 2004 mein Studium abgeschlossen und arbeite seit 2005 in der Medizinischen Onkologie am Krankenhaus Bozen. Ich erinnere mich noch heute an eine Erfahrung aus meiner Kindheit, die mich neugierig auf diesen Beruf werden ließ. Obwohl ich seit mehreren Jahren auf demselben Gebiet arbeite, ist jeder Tag anders: neue Erfahrungen, neue Begegnungen, neue Fähigkeiten - man wächst immer weiter! Durch die Spezialisierung konnte ich neben der Patientenversorgung auch in anderen Bereichen Erfahrung sammeln und mit dem Unterrichten experimentieren. Die Tatsache, das eigene Wissen an neue Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben, bereichert unge-

mein, es ist ein Weg, auf dem man ständig dazulernt. Eine gute Krankenpflegerin muss meiner Meinung nach viel wissen, sie muss aber auch vor den Patientinnen und Patienten gut „sein“ können. Das sind alles Fähigkeiten, die mit Zeit und Leidenschaft für diesen Beruf erworben werden. Es ist ein Beruf, der so viele Wahlmöglichkeiten bietet und in dem man Wissen immer und überall erweitern kann. Man erwirbt so viel Lebenserfahrung, erlebt viel Freude und auch viele Sorgen, aber alles bereichert einen – als Fachperson und auch als Mensch. Krankenpflegerin sein heißt auch, das Leben zu schätzen. Es ist ein Beruf, der einen wirklich erfüllt.

Hero for life Mehr über die Kampagne „Hero for life“ gibt es unter www.heroforlife.it

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Der Ansatz der Transfusionsmedizin geht vom „produktzentrierten“ Zugang hin zum „patientenzentrierten“. „Patient Blood Management“ (PBM) heißt dabei die Zauberformel.

„Patient Blood Management“

MEDIZIN & PFLEGE

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MEDIZIN & PFLEGE UGO SALVADORI

Der Dienst für Immunhämatologie und Bluttransfusion hat seinen Sitz in Bozen und arbeitet mit zahlreichen anderen Institutionen im Lande zusammen. Im Jahre 2018 wurden 22.600 Bluteinheiten gesammelt, 19.500 davon wurden an knapp 4.000 Patientinnen und Patienten des Sanitätsbetriebes transfundiert. Die restlichen, fast 2500 Einheiten, wurden an andere Regionen abgetreten, um den dortigen Bedarf zu decken. Ab Anfang der 2000er Jahre hat die Transfusionsmedizin ihre Sichtweise verändert. Der „produktzentrierte“ Zugang (sichereres Blut zuführen) sollte durch einen „patientenzentrierten“ Zugang (Transfusionstherapie optimieren) ersetzt werden. Diese Strategie wird als „Patient Blood Management“ (PBM) bezeichnet und basiert auf einer individualisierten Handhabung, die multidisziplinär, multiprofessionell und multimodal die Blutquelle des Patienten verteilt. Präoperative Anämie: ein vernachlässigtes Problem Einer der Meilensteine des PBM ist die Optimierung der präoperativen Hämoglobinwerte, um zu vermeiden, dass anämische Patienten chirurgischen Eingriffen unterzogen werden. In den industrialisierten Ländern leidet etwa 15 Prozent der Bevölkerung an Anämie. Ein Prozentsatz, der sich bei Risikopatienten verdoppeln kann (Schwangere, Kinder und pluripathologische Patienten). Die Hauptursache einer solchen Anämie ist Eisenmangel, der auch in seiner schwersten Form leicht diagnostiziert und korrigiert werden kann, dank neuer Präparate und mit einer einzigen Verabreichung.

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Zahlreiche epidemiologische Studien haben bewiesen, dass rund ein Drittel der Patienten, welche sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen müssen, an Anämie leiden. Dies verschlechtert häufig den postoperativen Outcome. Dazu gehören das Auftreten von Komplikationen, die Aufnahmedauer im Krankenhaus und sogar die Mortalität. Weitere wissenschaftliche Publikationen haben nachgewiesen, dass sich Transfusionen negativ auf den Outcome auswirken. Außerdem erhöhen sich dadurch die sanitären Kosten. Die korrekte Strategie bei diesen Patienten ist ein rechtzeitiges Anämie-Screening, um die Anämie vor dem Eingriff zu korrigieren. Dieser Zugang ist ein Meilenstein des PBM, so dass seine Einführung in vielen nationalen und internationalen Richtlinien empfohlen wird. Der aktuelle Stand der präoperativen Anämie in Südtirol 2017 sind 2.700 Blutanforderungen beim Dienst für Immunhämatologie und Bluttransfusion eingegangen. Davon waren 2.200 Patienten mit geplanten chirurgischen Eingriffen, hauptsächlich orthopädische, urologische, abdominale, gynäkologische und vaskuläre Operationen. Wenn man die Hämoglobinwerte auf dem Anfrageformular näher betrachtet, wurden ungefähr 700 Patientinnen und Patienten in anämischem Zustand operiert. Ein Anteil, der jenem in der Fachliteratur genannten entspricht. Eine weitere interessante Beobachtung ist, dass die Minderheit der anämischen Patienten den größten Teil des während der Operation transfundierten Blutes erhalten. So werden beispiels-


weise während der Kniearthroplastik 75 Prozent des verwendeten Blutes in der präoperativen Phase auf 25 Prozent der anämischen Patienten transfundiert.

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Daher ist es plausibel, dass die Korrektur der präoperativen Anämie das Einsparen von Ressourcen ermöglichen könnte und so auch den postchirurgische Outcome der Patienten verbessern könnte. Geschätzt könnte eine Reduktion um 40 Prozent der Mortalität und der Aufnahmezahl in der Intensivmedizin erreicht werden.

Wie laut den letzten nationalen und internationalen Richtlinien empfohlen, ist eines der Ziele, mit allen Sanitätsbezirken zusammenzuarbeiten, um einen gemeinsamen Plan für die Diagnose und Korrektur der präoperativen Anämie anzubieten. Das Vorliegen einer Anämie sollte zeitnahe bewertet werden (vier Wochen vor dem Eingriff ), sodass diese gut eingestellt und korrigiert werden kann. Das sollte laut diagnostisch klar defi niertem Plan stattfi nden. Ein Procedere, das in zahlreichen Sanitätsbetrieben in Italien von bestimmten Einrichtungen (Anemia Clinic) verwaltet wird, die einen multidisziplinären und multi-professionellen Charakter haben. Oft werden sie auch von Transfusionsdiensten koordiniert. In Bozen gibt es im Moment ein Ambulatorium für Transfusionsmedizin, das sich mit anämischen Patienten befasst. Dort werden jährlich ca. 250 Patienten betreut, die mittels intravenöser Eisen-Infusion oder Bluttransfusionen behandelt werden. Patient Blood Management (PBM) in unserem Alltag Was können wir im Alltag machen, um im Sanitätsbetrieb PBM einzuführen? Ein erster Schritt ist die Änderung der Mentalität. Es geht darum, sich einige Fragen zu stellen: Haben wir das Vorliegen einer Anämie präoperativ bewertet?

Haben wir dem Patienten die Risiken einer Bluttransfusion erklärt? (Hat der Patient es verstanden?)

MEDIZIN & PFLEGE

Kann man der präoperativen Anämie im Sanitätsbetrieb vorbeugen?

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Hinsichtlich der Kostenreduktion könnte man auf Betriebsebene bis zu 500 Bluteinheiten einsparen.

Sind wir sicher, dass es bei einem anämischen Patienten keine Alternativen zu einer Transfusion gibt? Wenn wir transfundieren, warum müssen wir immer zwei Bluteinheiten anfragen, obwohl der Patient hämodynamisch stabil ist? Sicher, dieses Reflektieren, Zweifeln und Fragen stellen erfordert kurzes Innehalten, was nicht immer einfach ist in unserem hastigen, frenetischen Arbeitsalltag. Das sollte aber zur Pfl icht werden, wenn man die klinischen Vorteile für unsere Patienten betrachtet und auch die potenziellen Einsparungen, die uns PBM bieten kann. “Save blood, save lives” Um abzuschließen, möchte ich auf einen Slogan zurückgreifen, der im angelsächsischen System für seine Effizienz und Kürze geläufig ist. Erinnern wir uns daran, dass unsere Blutspender uns ein limitiertes und wertvolles Produkt geben (“give blood, give lives”), es ist daher unsere Pfl icht ihnen und unseren Patienten gegenüber, effizient und gewissenhaft zu sein (“save blood, save lives”). DER AUTOR GEHÖRT ZUM ÄRZTETEAM DES BETRIEBLICHEN DIENSTES FÜR IMMUNHÄMATOLOGIE UND BLUT TRANSFUSION DES SÜDTIROLER SANITÄTSBETRIEBES.

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Tagung zum Rektumkarzinom in Meran 27 Lavendel zum Einschlafen 28 „Hotel“ Krankenhaus 29 BRUNECK Willkommen in der Abteilung Pädiatrie 30 Diplomverleihung an Pflegehelferinnen und Pflegehelfer 31 Neues, minimal-invasives OP-Verfahren in Bruneck 32 BRIXEN Früher mobilisiert – früher entlassen 33

MERAN

BRUNECK Willkommen

BRUNECK

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in der Abteilung Pädiatrie 30 Diplomverleihung an Pflegehelferinnen und Pflegehelfer 31 Neues, minimal-invasives OP-Verfahren in Bruneck 32 BRIXEN Früher mobilisiert – früher entlassen 33

BRIXEN Früher mobilisiert – früher entlassen 33

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in Meran 27 Lavendel zum Einschlafen 28 „Hotel“ Krankenhaus 29 BRUNECK Willkommen in der Abteilung Pädiatrie 30 Diplomverleihung an Pflegehelferinnen und Pflegehelfer 31 Neues, minimal-invasives OP-Verfahren in Bruneck 32 BRIXEN Früher mobilisiert – früher entlassen 33

ALLE BEZIRKE

ALLE BEZIRKE Aufwertung der Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders 25 MER AN Tagung zum Rektumkarzinom


FOTO LUKAS RAFFL

BRIXEN

ALLE BEZIRKE 25

„Die Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders müssen aufgewertet werden!“ – so könnte das Ergebnis der drei Treffen in einem Satz zusammengefasst werden. Niemand freut das wohl mehr, als die Bevölkerung vor Ort, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die immer wieder von Ängsten geplagt wurden, wie es denn weitergehen würde. Nun äußerte sich der Landesrat ganz klar: „Diese Häuser sollen auch künftig Dreh- und Angelpunkt in der Gesundheitsversorgung im oberen Pustertal, im Wipptal und im Vinschgau bleiben, für Einheimische, Gäste und zeitweilig Anwesende“.

Am 9. August besuchte Gesundheitslandesrat Thomas Widmann an einem Tag die Krankenhäuser in Innichen, Sterzing und Schlanders. Dabeiäußerte sich Widmann zur Zukunft der kleinen Spitäler, flankiert von der SABES-Generaldirektion,den Führungskräften der Kleinspitäler und verschiedenen Medienvertretern.

AUS DEN BEZIRKEN

ALLE BEZIRKE

Aufwertung der Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders

BRUNECK

MERAN

AUS ALLEN BEZIRKEN REDAK TION

„Wir müssen die kleinen Krankenhäuser erhalten, absichern und sinnvoll nutzen. Vor allem in ländlichen Gebieten spielen diese eine zentrale Rolle. Ein Krankenhaus ist dort meist auch der größte Arbeitgeber und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.“ Für Widmann ist klar, dass die Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders sowohl in gesundheits- wie auch in strukturpolitischer Hinsicht eine wichtige Rolle spielen: „Wir müssen die kleinen Krankenhäuser erhalten, absichern und sinnvoll nutzen. Vor allem in ländlichen Gebieten spielen diese eine zentrale Rolle. Ein Krankenhaus ist dort meist auch der größte Arbeitgeber und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor“. Ebenso hätten

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FOTO LUKAS RAFFL

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Im Krankenhaus Innichen wird es auch künftig ein qualitativ hochwertiges Leistungsangebot in den Bereichen der Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Palliation geben. Im Rahmen der landesweit abgestuften Versorgung muss vor allem auf die Gesundheitsbedürfnisse der ansässigen Bevölkerung eingegangen werden. Es wird deshalb weiterhin die Poliambulatorien, die Notaufnahme, die klinischen Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Notfallmedizin sowie als neues Angebot die Rheuma-Reha geben. Auch zukünftig wird die Versorgung von orthopädisch-traumalogischen Patienten ein Schwerpunkt sein. Auch das pädiatrische Angebot bleibt.

diese für Gemeinde und Bezirk eine soziale Bedeutung und einen Nutzen, der über die Bedeutung für die Gesundheitsversorgung weit hinausginge.

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och nur von oben etwas vorgeben, das will Widmann, so betonte er mehrmals, keinesfalls: In den letzten Monaten und Wochen habe es Treffen über Treffen mit verschiedenen Interessensvertretungen gegeben, mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Betriebes und aus den Bezirken, zusammen seien Bedürfnisse und Potenziale analysiert worden: „Wir haben viel miteinandergesprochen und ich kann für meinen Teil sagen, dass ich mich dafür einsetzen werde, wenn es zum Beispiel dieses oder jenes braucht und die Fachleute dies plausibel und fundiert erklären können“. So wurde vereinbart, dass es auch in Zukunft ein hochwertiges Leistungsangebot in allen Krankenhäusern in den Bereichen Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Palliativversorgung geben soll. Im Rahmen der landesweit abgestuften Versorgung muss vor allem auf die Grundbedürfnisse der ansässigen Bevölkerung eingegangen werden, darüber waren sich auch die jeweils anwesenden ärztlichen Direktoren Gottfried Kühebacher (Innichen), Michael Engl (Sterzing) und Robert Rainer (Schlanders) einig. Es wird deshalb in allen Krankenhäusern weiterhin Poliambulatorien, Notaufnahme sowie klinische Abteilungen wie Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Notfallmedizin geben, im Krankenhaus Schlanders auch die Gynäkologie und Geburtshilfe.

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edes der drei Krankenhäuser wird ein eigenständiges Profi l erhalten, beispielsweise kommt in Innichen die Rheuma-Reha neu dazu, das pädiatrische Angebot bleibt bestehen. In Sterzing bleibt one # 02/19

Es wird deshalb in allen Krankenhäusern weiterhin Poliambulatorien, Notaufnahme sowie klinische Abteilungen wie Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Notfallmedizin geben, im Krankenhaus Schlanders auch die Gynäkologie und Geburtshilfe. der hochspezialisierte Dienst für Neuro-Rehabilitation, ebenso das pädiatrische Angebot. In Schlanders wird die zentrale Überwachungsstation, genannt ZÜST, auch weiterhin bestehen. Zudem verfügt Schlanders über die neu eingerichtete Rheuma-Fachambulanz, die Phlebologie wird ausgebaut und die in die CHRIS-Studie integrierte Knochendichtemessung. Auch hier bleibt das pädiatrische Angebot bestehen. In allen drei Häusern wird auch in Zukunft die Versorgung orthopädisch-traumatologischer Patienten ein Schwerpunkt sein. Die detaillierte Verortung von Diensten im Netzwerk der sieben Krankenhäuser wird in der klinischen Betriebsordnung festgelegt. Dabei sei ihm wichtig, so Widmann, dass die Kleinspitäler auch in Zukunft als attraktive Arbeitgeber wahrgenommen werden, nur so könnten sich in Zeiten des Fachkräftemangels diese gut positionieren: „Das beginnt auch damit, dass vakante Primariate ausgeschrieben werden. Als Gesundheitslandesrat habe ich deshalb den Betrieb beauftragt, zügig die Nachbesetzung der mit den Fachleuten vereinbarten Primariate umzusetzen: In Innichen und in Schlanders ist derzeit die Leitung der Allgemeinchirurgie und der Anästhesie/Notfallmedizin geschäftsfüh-


„Wir müssen es schaffen, diese Einrichtungen künftig noch mehr untereinander zu vernetzen und sicherzustellen, dass die Qualität der Versorgung überall gleichwertig ist“

FOTO LUKAS RAFFL

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Auch Generaldirektor Florian Zerzer bestätigte die wichtige Funktion der Kleinspitäler: „Gerade in Zeiten des demographischen Wandels haben diese ein wichtige Grundversorgungsrolle. Umfragen haben ergeben, dass auch die Bürgerinnen und Bürger ‚ihre‘ Krankenhäuser vor Ort sehr schätzen. Wir müssen es schaffen, diese Einrichtungen künftig noch mehr untereinander zu vernetzen und sicherzustellen, dass die Qualität der Versorgung überall gleichwertig ist“.

Komplimente für die „Ost-West-Tour“ des Landesrates und der Generaldirektion, die bis in die Abendstunden hinein dauerte, gab es gleich von allen drei ärztlichen Direktoren: „Wir blicken mit Zuversicht in die Zukunft“, so unisono ihre optimistischen Schlussworte.

MERAN

rend besetzt, in Sterzing das Primariat für Anästhesie/Notfallmedizin. Diese sollen baldmöglichst ausgeschrieben werden“.

Im Krankenhaus Sterzing wird es auch weiterhin die Poliambulatorien, die Notaufnahme, die klinischen Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Notfallmedizin, sowie den hochspezialisierten Dienst für Neuro-Rehabilitation geben. Die Versorgung von orthopädisch-traumalogischen Patienten bleibe ein Schwerpunktbereich. Garantiert wird auch weiterhin das pädiatrische Angebot.

Im Krankenhaus Schlanders bleibt das qualitativ hochwertiges Leistungsangebot in den Bereichen Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Palliation erhalten. Die Poliambulatorien wird es auch weiterhin geben, ebenso die Notaufnahme, die klinischen Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Anästhesie und Notfallmedizin mit der zentralen Überwachungsstation. Zudem gibt es die neu eingerichtete Rheuma-Fachambulanz und in Zukunft auch die in die Chris-Studie integrierte Knochendichtemessung. Auch weiterhin wird die Versorgung von orthopädisch-traumalogischen Patienten einen Schwerpunkt bilden. Das pädiatrische Angebot bleibt aufrecht.

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mit hautberuhigenden und entzündungshemmenden Ölen sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Betreuten zeigen eine gesunde, intakte und widerstandsfähige Haut, Feuchtigkeitsstau und damit nässende, juckende Hautdefekte in den Hautfalten werden vermieden. Auch bei Einschlafund Durchschlafschwierigkeiten können wir unterstützend einwirken: Die Betreuten erhalten von uns einen mit Lavendel getränkten Tupfer, an dem sie riechen oder den sie sich auf das Kissen legen können, das beruhigt und entspannt. Aber auch Raumbeduftung setzen wir ein, etwa bei unruhigen Patienten.“

FOTO VALENTINE STROBL

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Thymian zum Schleimlösen, Orange zum Anregen, Lavendel zum Beruhigen – was Mutter Natur an Düften anbietet, ist seit Jahrhunderten bekannt. Lange in Vergessenheit geraten, liegt die Aromapflege und -therapie wieder buchstäblich „in der Luft“ – auch in den Krankenhäusern des Gesundheitsbezirkes Meran. Manuela Wolf, Krankenpflegerin auf der Station I im Krankenhaus Schlanders, erzählt von ihren Erfahrungen.

MERAN SABINE FL ARER

Lavendel zum Einschlafen Bei welchen Patientinnen und Patienten wenden Sie Aromapflege an? „Wir haben gezielte Handlungsanleitungen zu den unterschiedlichsten Pflegediagnosen und für verschiedene Pflegemaßnahmen, so etwa bei unwirksamer Atemwegsclearance: Dort können wir mit einer atemstimulierenden Einreibung das tiefe Durchatmen und somit die Belüftung der Lunge unterstützen. Aber auch als Prophylaxe bei Intertrigo haben wir one # 02/19

Wie reagieren die Betreuten auf diese duftenden Helfer? „Sehr gut, sogar ‚gestandene Männer‘, die anfangs oft etwas skeptisch sind über diese Form der Betreuung, sind nach einigen Anwendungen begeistert. Sie spüren einfach selbst, dass da etwas ist, was ihnen guttut, was sie besser einschlafen lässt oder auch beispielsweise die Abheilung von Hämatomen beschleunigt und somit zu einer deutlichen Schmerzreduktion führt. Nicht ohne Grund fragen viele bei der Entlassung gezielt nach der Zusammensetzung der Aromaöl-Mischung, damit sie sich diese selbst anmischen oder in der Apotheke zusammenstellen lassen und zuhause weiterverwenden können. Auch zur Pflege von Narben ist die richtige Mischung von Aromaölen sehr gut geeignet, etwas, was auch nach dem Aufenthalt im Krankenhaus gefragt ist.“ Und welche Vergleichswerte haben Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen damit gemacht? „Wir haben gesehen, dass wir weitaus weniger Schlafmittel benötigen. Auch erholen sich die Patienten meist schneller, wenn sie zusätzlich mit Aromapflegeprodukten gepflegt werden.“ Wo haben Sie sich diese Kenntnisse angeeignet? „Ich selbst habe mit 15 weiteren Kolleginnen und Kollegen unseres Bezirkes zwischen 2014 und 2016 eine Ausbildung zum Aromatologen und Aromapflegeexperten absolviert. Seit Herbst 2016 geben wir dieses erworbene Wissen in eigenen


Tagung zum Rektumkarzinom in Meran

Im Mittelpunkt stand an diesem Tag ein Thema, das vielfach noch mit einem Tabu behaftet ist: die Behandlung des Mastdarmkrebses. Es ist nicht lange her, dass die chirurgische Behandlung des Mastdarmkrebses regelmäßig einen bleibenden künstlichen Darmausgang notwendig gemacht hat. „Die Tumorchirurgie in Verbindung mit multimodalen Verfahren hat in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte gemacht“, erklärt Pernthaler. „Eine frühzeitige Behandlung ist wünschenswert, diese kann durch Vorsorgeuntersuchungen ermöglicht werden. Die Erfahrung des Chirurgen sowie die gezielte Anwendung der Strahlen- und Chemotherapie ermöglichen heute bestmögliche Behandlung und gute Lebensqualität.“

Tipps Wussten Sie schon, dass das ätherische Öl der Bergamotte oder der Zitrone die Konzentration fördern kann? Und dass Rosengeranie ein guter Begleiter in einer schwierigen, von Tod und Trauer gekennzeichneten Lebensphase, sein kann?

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MERAN SABINE FL ARER

AUS DEN BEZIRKEN

Wo werden die Aromapflegeprodukte hergestellt? „Die Aromapflegeprodukte werden in der Krankenhausapotheke in Meran von unserem Kollegen Klaus Wohlgemuth, welcher selbst Aromapflegeexperte ist, in Zusammenarbeit mit der Apothekenleiterin Barbara Battistini und dem Apotheker Florian Vigl nach unseren Vorgaben und Rezepturen hergestellt. Damit ist garantiert, dass die Öle immer von gleicher Qualität und Frische sind. Es wurde eine kleine Arbeitsgruppe von Aromapflegeexperten gegründet, welche sich um die Fort- und Weiterentwicklung der Aromapflege im Bezirk kümmert. Gemeinsam mit allen Aromapflegexperten, welche wir im Gesundheitsbezirk Meran haben, wird stetig Neues und Wohltuendes für unsere Betreuten erarbeitet und umgesetzt.“

Ende Mai fand im Krankenhaus Meran unter Leitung des Primars der Chirurgie, Prof. Heinrich Pernthaler, ein Kongress zu den neuen chirurgischen Möglichkeiten zur Behandlung des Rektumkarzinoms statt.

FOTO SABINE FLARER

Mitarbeiterschulungen weiter. Mittlerweile wenden das ganze Krankenhaus Schlanders, verschiedene Abteilungen und Dienste im Krankenhaus Meran und auch die meisten unserer Sprengel die Aromapflege an. Von der Betreuung und Begleitung der onkologischen Patienten bis hin zur Kinderpflege, eigentlich überall können diese Produkte Anwendung fi nden. Unser Pflegedienstleiter Christoph Alber ist unser Ansprechpartner für Aromapflege im Bezirk und steht uns stets zur Seite. Gemeinsam mit ihm konnten wir in den letzten Jahren ein strukturiertes und nachhaltiges Betreuungskonzept und über 35 Handlungsanleitungen und 12 Grundmischungen ausarbeiten und aufbauen. Somit konnten Sicherheit und Wissen geschaffen und stetig weiterentwickelt werden.“

Pernthaler konnte als Kongresspräsident zahlreiche Ärzte aus Südtirol, Oberitalien und dem Ausland begrüßen, darunter Spitzenchirurgen wie Prof. W. Hohenberger aus der Universitätsklinik Erlangen - weltweit führend in der Entwicklung der onkologischen Chirurgie – , den Direktor der Univer-

sitätsklinik für Chirurgie Innsbruck, Dietmar Öfner-Velano, aus Treviso den Radiologen Giovanni Morana, aus der Chirurgie Padua Salvatore Pucciarelli, sowie weitere ausgewiesene Experten von den Universitätskliniken Verona, Triest und weiteren führenden Fachabteilungen. Generaldirektor Florian Zerzer freut sich über die Spitzenversorgung in Südtirol: „Immer wieder erlebe ich, dass wir im internationalen Austausch gut dastehen. Wenn uns manchmal vorgeworfen wird, dass wir zu viel ausgeben für die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung – dann kann ich dem nur entgegenstellen, dass andere wahrscheinlich zu wenig ausgeben“. Die Themen des Kongresses reichten von der Diagnostik und Behandlungsstrategie bis hin zur neoadjuvanten Therapie, zu neuen Eingriffstechniken in der minimalinvasiven Chirurgie und zu konkreten Falldiskussionen, wann eine umfassende Operation erforderlich ist und wann zugewartet und beobachtet werden kann. one # 02/19


BRUNECK

Ein Lehrausflug ins Krankenhaus Bruneck, das war die Idee der Primaria der Abteilung Pädiatrie, Walburga Cassar, und der Krankenhauslehrerin Katja Mairunteregger. Organisiert in Zusammenarbeit mit dem Grundschulsprengel Bruneck.

BRUNECK VERONIK A BRUNNER

AUS DEN BEZIRKEN

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Willkommen in der Abteilung Pädiatrie A

uffallend bewegt ging es zu, am Vormittag des 13. Mai 2019 im Krankenhaus Bruneck. Die lebhafte Gruppe von 17 Schülerinnen und Schülern der erste Klasse der Grundschule „Josef Bachlechner“ aus Bruneck brachte frischen Wind in die Einrichtung.

FOTO VERONIKA BRUNNER

Nachdem kurz vorher Kinder im Alter zwischen drei und sieben Jahren ihre Puppen und Kuscheltiere im Krankenhaus ambulant untersuchen und behandeln lassen konnten, war dieses Angebot nun gezielt an Erstklässler gerichtet, um den Alltag auf der Kinderstation kennenzulernen. Der Gedanke dahinter: Kinder mit einem Krankenhausaufenthalt vertraut zu machen und eventuellen Ängsten und Unsicherheiten entgegensteuern.

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Im Eingangsbereich wurden die Kinder von der Lehrerin der Krankenhausschule, Katja Mairunteregger, in Empfang genommen und in die Pädiatrie-Abteilung in den 3. Stock begleitet. Im Aufzug, dicht aneinander gedrängt, wurde leise getuschelt. Die Blicke der Kinder verrieten Vorfreude und respektvolle Neugierde. Oben angelangt, wurden die kleinen Besucherinnen und Besucher in drei Gruppen aufgeteilt und abwechselnd durch die verschiedenen Räume geführt.

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it der Krankenhauslehrerin wurde das Klassenzimmer der Pädiatrie-Abteilung, wo Kinder und Jugendliche während eines Spitalaufenthaltes unterrichtet werden können, besichtigt. „Vor allem bei längeren Aufenthalten ist damit ein regulärer Schulbesuch gewährleistet und die Kinder müssen in der Folge nicht allzu viel Schulstoff nachholen. Wir berücksichtigen dabei immer den aktuellen Gesundheitszustand und gehen bestmöglich auf Wünsche der Kinder ein, denn diese Förderung soll in erster Linie den Genesungsprozess unterstützen“, erklärte Katja Mairunteregger.

Im Untersuchungszimmer hatten die Kinder Gelegenheit, die Primarärztin Walburga Cassar kennenzulernen. Die Begrüßung war herzlich und das Angebot, einige medizinischen Instrumente selbst auszuprobieren, fand großen Anklang. Es war schon etwas Besonderes, durch ein Stethoskop sein eigenes Herz pochen zu hören.


BRUNECK

Diplomverleihung an Pflegehelferinnen und Pflegehelfer Am 14.03.2019 fand im Foyer des Krankenhauses Bruneck die Diplomverleihung an die neuen Pflegehelferinnen und Pflegehelfer statt.

Voller Staunen wurde auch das Otoskop, der Ohrenspiegel, begutachtet. Damit kann der äußere Gehörgang und das Trommelfell beleuchtet und vergrößert gesehen werden.

Bei dieser Gelegenheit wurde auch den Koordinatorinnen und Koordinatoren sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre aktive Mitarbeit in der praktischen Ausbildung und den Lehrkräften für die fachkompetente Wissensvermittlung gedankt. An der Feier teilgenommen haben auch die Lehrkräfte, Koordinatorinnen und Koordinatoren, Familienangehörige und Freunde. Für das Jahr 2020 ist ein bereits ein weiterer Vollzeitkurs für Pflegehelferinnen und Pflegehelfer im Gesundheitsbezirk Bruneck geplant. Voraussichtlicher Beginn des Kurses ist der 7.1.2020.

AUS DEN BEZIRKEN

FOTO VERONIKA BRUNNER

Die kleine Feier wurde mit einer kurzen Ansprache durch Bezirksdirektor Walter Amhof, der stellvertretenden koordinierenden Pflegedienstleiterin Helene Burgmann, sowie der Kursleiterin Gertraud Niederbrunner eröffnet. „Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und Freude in Ihrem Berufsleben und dass Sie an den Herausforderungen wachsen und Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten zum Wohle der Patienteninnen und Patienten einsetzen“, so die Kursleiterin Gertraud Niederbrunner.

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Die 18 Absolventeninnen und Absolventen wurden in 21 Monaten spezifischer Ausbildung mit 1.200 Theorie- und Praxisstunden intensiv auf ihren neuen Beruf vorbereitet.

(GERTR AUD NIEDERBRUNNER)

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en Einblick in ein Krankenzimmer ermöglichte die Koordinatorin Birgit Mayr. Die Information, dass Mama oder Papa bei den Kindern bleiben und auch hier übernachten können, nahmen die Kleinen dankbar auf. Fachmännisch wurden dann noch Blutdruck, Puls und die Sauerstoffsättigung gemessen und zudem über gesunde Ernährung und Sport gesprochen. Mayr: „Wir kümmern uns nicht nur um kranke Menschen, sondern geben auch Tipps zur Gesundheitsförderung.“ Den Abschluss des Lehrausfluges bildete ein Besuch beim Weißen Kreuz. Dort konnte ein Rettungsfahrzeug besichtigt werden. Dienstleiter Lukas Tinkhauser berichtete über seine Einsätze und schulterte den Kindern anstelle einer Schultasche seinen Rettungsrucksack. Gleiches System, anderer Inhalt. Der anschließende Fußmarsch zurück zur Schule bot den Kindern Gelegenheit, sich über die interessanten Eindrücke auszutauschen.

FOTO R. RIENZNER

„Bei Schmerzen in der Bauchgegend tasten wir den Bauch vorsichtig ab. Dabei beurteilen wir die inneren Organe. Manchmal machen wir auch einen Ultraschall. Vor all diesen Untersuchungen müsst ihr euch nicht fürchten. Wir sind für euch da und geben unser Bestes, damit kranke Kinder wieder gesund werden“, erklärte Primaria Cassar.

Richtigstellung In der Ausgabe 1/19 haben wir im Artikel „Resonanzgruppe mit neuen Mitgliedern“ die Personen genannt, die der neuen Resonanzgruppe angehören. Auch die einzelnen Dienste und Abteilungen, zu denen diese Personen gehören, wurden erwähnt. Dabei ist uns ein Fehler unterlaufen. Anna Elisabeth Hopfgartner gehört zur Pflegedienstleitung von Bruneck und nicht zu jener von Brixen. Wir entschuldigen uns für den Fehler.

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AUS DEN BEZIRKEN

FOTO VERONIKA BRUNNER

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BRUNECK

In der Augenabteilung des Gesundheitsbezirkes Bruneck wird seit Kurzem eine neue, minimalinvasive chirurgische Technik, die sogenannte Trabekulotomie mit Omni 720, zur Behandlung des Glaukoms, auch grüner Star genannt, angewandt.

BRUNECK RUTH LEIMEGGER

Neues, minimal-invasives OP-Verfahren in Bruneck Dabei handelt es sich um einen Eingriff ohne Öff nung der äußeren Strukturen des Augapfels (Bindehaut und Lederhaut). Lediglich ein kleiner Schnitt in die Hornhaut reicht dafür aus. Die in den USA von Ingrid Kane entwickelte Technik wird seit einigen Jahren in Krankenhäusern auf der ganzen Welt erfolgreich verwendet, so auch in Italien. Kane hat kürzlich das Krankenhaus Bruneck besucht und die beiden Ärztinnen, die diese Technik im Krankenhaus Bruneck nun anwenden, Ruth Leimegger und Petra Saccarola, in die neue Behandlungsmethode eingeführt. Die minimalinvasiven Operationstechniken sind mit geringen Risiken verbunden und bieten die Möglichkeit, eine numerisch signifi kante Gruppe von Patientinnen und Patienten mit therapeutisch vorhersehbarem Ergebnis zu behandeln. Der Eingriff wird mit einem eigens entwickelten Instrument, dem Omni 720, durchgeführt. Speziell handelt

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es sich hier um Erweiterung oder „Strippen“ eines Kanals, dem Schlemmschen Kanal, und der Öff nung dessen innerer „Wand“, dem Trabekelmaschenwerk. Dadurch kann die intraokulare Flüssigkeit (Kammerwasser) besser abfl ießen und der Augen innendruck sinkt. Der Schlemmsche Kanal und das Trabekelmaschenwerk sind der Ort der Erkrankung bei Patienten mit Offenwinkelglaukom. Dies ist die häufigste Form des grünen Stars in den westlichen Ländern. Der Schlemmsche Kanal kann auch von außen erreicht und erweitert werden, indem die Bindehaut und die Lederhaut des Augapfels geöff net werden, dieser „ab-externo“ Ansatz ist seit vielen Jahren validiert und seine Wirksamkeit war die Grundlage für die Entwicklung dieser neuesten, „ab-interno“, minimal-invasiven Technik mit Omni 720.


BRIXEN

Umsetzung des Konzeptes der Frühmobilisation an der Intensivstation Brixen – beschrieben von der Frühmobilisationsgruppe selbst. BRIXEN MONIK A L ARCHER, ANNA L ANG , HEDWIG HUBER, MARIA LUISE MANTINGER

Früher mobilisiert – früher entlassen 33

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Unter Frühmobilisation wird der Beginn der Mobilisation innerhalb von 72 Stunden nach Aufnahme in der Intensivstation verstanden. Aktive Bewegungsförderung ist bei intensivpfl ichtigen Patienten immer möglich, auch bei scheinbar völliger Immobilität.

reduzierte aktive Bewegungsmöglichkeit, hochgradige muskuläre Atrophie, Gefahr von Kontrakturen, Th rombose und Dekubitus, hochgradig eingeschränkte respiratorische Funktion, erhöhtes Pneumonie-Risiko, verlängerte Beatmungszeit und verlängertes Weaning (Entwöhnung vom Respirator), Elektrolytverschiebung und Ödeme, eingeschränkte Herz-Kreislauff unktion, Katecholamin-Abhängigkeit, reduzierte Körperwahrnehmung, Auftreten eines Delirs, Abnahme der Darmperistaltik, Obstipation, verlängerter Intensiv- und Krankenhausaufenthalt.

FOTO INTENSIVSTATION BRIXEN

Mobilisations-Socken

Um eine frühe Mobilisation am Intensiv patienten zu gewährleisten, ist eine konstruktive und patientenorientierte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen dem Pflegeteam – durch die Verknüpfung von verschiedenen Pflegekonzepten wie Bobath, Lagerung in Neutralstellung (LIN) oder Kinästhetik – und dem medizinischen und dem physiotherapeutischen Team von großer Bedeutung.

Eine Immobilität kann folgende Risiken mit sich bringen:

AUS DEN BEZIRKEN

er Begriff der Mobilisation umschreibt jene Maßnahmen am Patienten, die passive oder aktive Bewegungsübungen einleiten. Sie unterstützen das Ziel, die Bewegungsfähigkeit zu fördern und zu erhalten. Der Begriff der Lagerung hingegen bedeutet Veränderung von Körperpositionen.

Das Wissen um diese Auswirkungen war Antrieb genug, um uns in der Pflege mit dem Thema Frühmobilisation auseinanderzusetzen und Konzepte zu überlegen. Deshalb haben wir vor zwei Jahren eine Frühmobilisationsgruppe, bestehend aus vier Krankenpflegerinnen, gegründet, die sich des Themas angenommen haben. Diese Arbeitsgruppe hat zunächst die Ist-Situation in unserer Abteilung erfasst und analysiert, darauf aufbauend neue

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BRIXEN

„Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass Frühmobilisation Teamgeist und Teamarbeit ist. Dafür braucht es einen Implementierungsprozess, der auch ein Jahr in Anspruch nehmen kann.“ MONIK A L ARCHER, ANNA L ANG , HEDWIG HUBER, MARIA LUISE MANTINGER

Stufe 3: Sitzen an der Bettkante (passiv/ aktiv) Stufe 4: Transfer Bett - Stuhl (passiv/aktiv) Stufe 5: Stehen / Gehen Vorsicht ist aber geboten bei:

Ziele formuliert und Umsetzungsstrategien erarbeitet, die vom Pflegeteam, dem Koordinator und der Pflegedienstleitung unterstützt wurden.

unversorgten Frakturen

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aktiven Blutungen Wir haben für uns auch einen Leitsatz zurechtgelegt, der unser Denken und Handeln bestimmen soll: „Tu was du kannst, mit dem, was du hast und dort, wo du bist“. Wir haben auch schnell festgestellt, dass wir Vieles schon tun und weitere Maßnahmen ohne großen Aufwand in die tägliche Routine aufnehmen können.

instabiler druck

Kreislaufsituation,

Hirn-

Herzrhythmusstörungen, myokardialer Ischämie

AUS DEN BEZIRKEN

Tachykardie (HF 220 minus Lebensalter) Sehr hilfreich waren dabei diverse Fortbildungen und Schulungen zum Thema LIN (Lagerung in Neutralstellung) mit Harry Wolpert, Fachkrankenpfleger für Intensivpflege, der einmal jährlich einen vierstündigen Workshop an unserer Abteilung leitet. Dabei werden diverse Themen aus theoretischer und praktischer Sicht behandelt (zum Beispiel spiralförmige Bewegung mit dem Patienten im Bett nach oben, 135-Grad-Lagerung, LIN und stabiler Sitz im Bett nach LIN, Sitzen an der Bettkante mit Querbettsessel, Transfer vom Bett in den Lehnstuhl). Alle Pflegepersonen der Intensivabteilung Brixen bekommen in diesen Workshops die Möglichkeit, Fragen zu stellen, ihr eigenes Handeln kritisch zu hinterfragen und die Konzepte praktisch zu üben. Wichtig ist dabei die Erkenntnis, dass Frühmobilisation Teamgeist und Teamarbeit ist. Dafür braucht es einen Implementierungsprozess, der auch ein Jahr in Anspruch nehmen kann. Unbedingt erforderlich sind fortlaufende Schulungen und die Reflexion der eigenen Arbeit. Es muss ein Pflegebewusstsein geschaffen werden, denn für das Mobilisieren des Patienten ist jede und jeder Einzelne verantwortlich. Wenn in den Fallbesprechungen Erfolge aufgezeigt werden können, steigert dies die Motivation des gesamten Teams. Prinzipiell können alle Intensivpatienten stufenweise mobilisiert werden: Stufe 1: Passive Bewegungsgestaltung des Patienten im Bett Stufe 2: Stabiles Sitzen im Bett mit Bewegungsgestaltung

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Anstieg des systolischen Blutdruckes über 20 Prozent des Ausgangswertes unter Belastung hohem Sauerstoff bedarf (60 Prozent), bei hohem Peep (10 Millibar) Patienten, die über fehlender posturaler Kontrolle verfügen Der Patient sollte täglich im Team (Arzt, Pflege, Physiotherapeut) beurteilt und die entsprechenden Mobilisationsschritte sollten vereinbart und geplant werden. Arbeitsgrundlage ist die Analyse des Patienten: Fähigkeiten berücksichtigen, Probleme erkennen und das Hauptproblem formulieren. Dann kann die Mobilisation anhand des Hauptproblems in Sinne der Alltagsaktivität geplant werden. Ein Fallbeispiel: Herr P. war circa 40 Tage an unserer Abteilung aufgrund einer globalen respiratorischen und kardialen Dekompensation aufgenommen. Als Grunderkrankung besteht Morbus Madelung und Adipositas. Aufgrund der kardialen Insuffizienz waren wir auch mit einer Stauungsdermatitis, mit Beinödemen, einer Neigung zu Hämatomen und mit einem allgemein schlechten Hautstatus konfrontiert. Die Entwöhnung vom Respirator gestaltete sich sehr schwierig und der Patient wurde schlussendlich tracheotomiert. Trotz mehrfach septischer Schübe, organischem Durchgangssyndrom und damit erneuter Immobilität schaff ten wir es, durch stufenweise angepasste Mobilisation des Patienten diesen gehend aus unserer Abteilung zu verlegen.


Was benötigen wir zum Mobilisieren?

BRIXEN

Bereitschaft zur Flexibilität in den Arbeitsabläufen

Besonders hervorheben möchten wir die Mobilisations-Socken, den Querbettsessel und die Aufbewahrungsbox des Lagerungsmaterials. Zur Unterstützung der Rumpfstabilität verwenden wir die chirurgischen Bauchbinden - vor allem bei Stroke–Patienten. Die Frühmobilisationsgruppe hat zudem eine Tagesstruktur erarbeitet, die den roten Faden in der Mobilisation unserer Patienten darstellen soll. Häufige und kurze Mobilisierung verbessern den Outcome. Hand in Hand sollen mit der Frühmobilisation auch die Atemtherapie und das Schlucktraining durchgeführt werden. Diese drei Teilbereiche können im Rahmen der Mobilisation zeitgleich berücksichtigt, eingeschätzt und umgesetzt werden. Unterstützend in der Umsetzung von Frühmobilisation erweist sich die zeitgleiche Implementierung der Aromapflege an unserer Abteilung. Diese wird von den Patienten, deren Angehörigen und dem gesamten Team als sehr angenehm empfunden. Was ist gesichert?

Therapiekonzepte auf der Intensivstation 35

Ausstattung mit geeigneten Hilfsmitteln

Summa summarum geht es um die Anpassung an die Bedürfnisse des Patienten, mit dem Ziel, eine schnelle Wachheit, eine eigenständige oder assistierte Atmung, eine Teilhabe an einer frühen orientierungsgebenden Mobilisation und Rehabilitation zu gewährleisten. Daraus ergeben sich folgende gemeinsame Perspektiven für unsere Intensivstation: Awakening Aufwachversuche in regelmäßigem Intervall Breathing Tägliche Überprüfung der Fähigkeit zur Spontanatmung Choice of Sedation Milde Sedierung, Indikation von Benzodiazepinen überprüfen

• Frühe Mobilisation verkürzt den Intensivaufenthalt und fördert die Genesung

Delirium/Pain Monitoring and Management

• Frühmobilisation verkürzt die Beatmungsdauer und den Intensivaufenthalt

Routinemäßige Delir- und Schmerz-Überwachung und sofortige Behandlung

• Immobilität und tiefe Sedierung verschlechtern den Heilungsverlauf • Frühmobilisation wirkt auch bei neurologischen Intensivpatienten

AUS DEN BEZIRKEN

Wertschätzung und Zusammenarbeit im interdisziplinären Team

FOTO INTENSIVSTATION BRIXEN

einen adäquaten Personalschlüssel

Early Mobility Frühmobilisation bei Patienten und Frührehabilitation (Pflege/Therapie) Familienintegration

• Gehen auf der Intensivstation erhöht die Chance um das 11-fache, wieder nach Hause zu kommen

Swallowing/Schlucken Resümee

• Die Positionierung der Patienten hat Einfluss auf die Beweglichkeit • Mobilisation reduziert die Rate der im Krankenhaus erworbenen Pneumonie •

Frühmobilisation ist relativ sicher

Die Frühmobilisation verbessert Outcome und Lebensqualität der Patienten. Mit jedem Tag länger im Bett erhöht sich der Gesamtaufenthalt um 1,8 Tage. Schon der Volksmund sagt: „Im Bett sterben die Leut‘“ und „Sich regen bringt Segen“.

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Sportler, Torwarttrainer, Volleyball-Schiedsrichter der Serie A, medizinisch-technischer Radiologieassistent – Simone Miggiano ist in seinem Leben vieles. Der Mitarbeiter der Röntgenabteilung des Landeskrankenhauses Bozen muss immer in Bewegung sein.

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VITA PETER A . SEEBACHER

VITA

Der Entscheider

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chnelle Entscheidungen zu treffen ist nicht jedermanns Sache. Schnelle Entscheidungen zu treffen, wenn Tausende von Augenpaaren erwartungsvoll auf den Entscheider gerichtet sind – das ist dann nur mehr eine Sache von wenigen. Simone Miggiano ist einer dieser schnellen Entscheider, denn er ist Schiedsrichter in der Südtiroler Landesliga und in der obersten Volley-Ball-Liga Italiens, in der Serie A. Miggiano, seit Jahren als medizinisch-technischer Radiologieassistent in der Röntgenabteilung des Landeskrankenhauses Bozen beschäftigt, reist während der Volleyball-Saison Woche für Woche durch Oberitalien, um als einer von drei Schiedsrichtern, die jedes Mal präsent sein müssen, Spiele der Serie A zu leiten. Im Schiedsrichterteam ist Miggiano der so genannte „Video Assistant Referee“ (VAR), also jener Schiedsrichter, der für den Videobeweis zuständig ist und damit Fehlentscheidungen des Hauptschiedsrichters vermeiden und berichtigen kann. Bei Spielen der Serie B fungiert der 31-jährige hingegen als Hauptschiedsrichter.

FOTO PRIVAT

„Ich war immer schon sehr aktiv“, beschreibt sich der gebürtige Bozner mit apulischen Wurzeln selbst. „Schon als Kind habe ich leidenschaftlich im Team Fußball gespielt.“ Als Tormann – damit folgte er den Fußstapfen seines Vaters, der ebenfalls Goalie war – brachte er es mit seiner Mannschaft bis in die Serie C.

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Bis zum Alter von 14 Jahren fuhr Miggiano sogar noch parallel dazu Skirennen auf Landes- und Regionalebene, bevor er sich endgültig für das Fußballspielen entschied. „Es war irgendwann einfach zu aufwändig, in beiden Sportarten gut zu sein, und mir wurde klar, dass ich mich entscheiden musste, also konzentrierte ich mich auf den Fußball.“ Freie Zeit schien neben Fußball und Schule trotzdem noch


„Ich habe einfach immer versucht, mein Bestes zu geben, und so konnte ich immer wieder wichtige Spiele leiten und bin zur Serie A gekommen.“

genügend übrig gewesen zu sein, denn mit 16 absolviert Miggiano die Ausbildung zum Volleyball-Schiedsrichter. Dass man als Schiedsrichter für jedes geleitete Spiel einige Euro verdienen konnte, kam dem Jugendlichen damals sehr gelegen.

So ruhig und ausgeglichen der 31-jährige im Gespräch wirkt, so zielstrebig und fokussiert scheint er in seinem täglichen Leben zu sein, carpe diem (nutze den Tag) scheint sein Lebensmotto zu sein. Oft beginnen seine Tage mit dem Frühdienst im

Der nächste Karriereschritt, Hauptschiedsrichter in einem Serie-A-Spiel zu werden, wäre das ein Traum für ihn? „Nicht unbedingt“, antwortet der Vielbeschäftigte, „ich lege es nicht darauf an und es wäre sehr zeitintensiv. Ich bin mit meiner Situation, so wie sie ist, eigentlich recht zufrieden.“ Langweilig wird es Simone Miggiano sowieso nicht. Neben seiner Trainer- und Schiedsrichterausbildung hat er nämlich auch noch die Ausbildung für Zeitnehmer absolviert und ist in dieser Funktion alljährlich unterstützend bei der Weltcupabfahrt in Gröden mit dabei. Irgendwie ist Miggiano also auch beim Skifahren bei den Spitzensportlern gelandet.

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Landeskrankenhaus Bozen um 7.00 Uhr und Enden nach Mitternacht vor dem Bildschirm seines Computers daheim bei E-Mail-Korrespondenz, Organisation und Koordination. Denn Simone Miggiano ist neben seinen Tätigkeiten als Schiedsrichter und Trainer auch Koordinator der Volleyballschiedsrichter für Südtirol sowie Dozent, der sowohl Schiedsrichter als auch Trainer unterrichtet. Dass er nebenbei auch die Lizenz eines Beachvolley-Schiedsrichters hat – dort sind die Regeln etwas anders als beim Volleyball – ist da fast schon nicht mehr der Rede wert.

VITA

Mit seiner Schiedsrichterkarriere im Volleyball ging es bald mächtig voran. Bereits mit 26 pfi ff er Spiele der Serie B, zwei Jahre später holte ihn der Verband – nach der vorher absolvierten Ausbildung – als Video Assistant Referee in die Serie A. Seitdem ist Miggiano Wochenende für Wochenende im gesamten oberitalienischen Raum als VAR unterwegs. Nicht selten sind dann 3.000 bis 4.000 Zuschauer live dabei und weitere Tausende vor den Fernsehbildschirmen, die über Rai Sport zu Hause die Spiele ihrer Mannschaft verfolgen. Was braucht es, um als Schiedsrichter erfolgreich zu sein? „Man muss konzentriert sein und bleiben, die Übersicht behalten und Ruhe bewahren“, erklärt Miggiano, der betont, seine Schiedsrichterkarriere nicht geplant zu haben. „Ich habe einfach immer versucht, mein Bestes zu geben, und so konnte ich immer wieder wichtige Spiele leiten und bin zur Serie A gekommen.“ Um das Niveau der Schiedsrichter zu überprüfen, sind immer wieder Beobachter des Verbandes dabei, die die Leistung des Referees anschließend beurteilen und diese Beurteilung an den Verband weiterleiten. Offensichtlich wurden die Leistungen des Bozners immer wieder derart gut bewertet, dass der Aufstieg in die Serie A wie von selbst erfolgte.

SIMONE MIGGIANO

FOTO PETER A. SEEBACHER

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it dem Beginn der Ausbildung an der Fachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana in Bozen wurde die Zeit für Sport und Schiedsrichteraktivitäten wieder knapper und Miggiano musste sich erneut entscheiden, welchen Weg er weitergehen wollte. Er hängte seine Karriere als aktiver Fußballspieler an den Nagel und widmete sich seiner Berufsausbildung und seinen Schiedsrichteraktivitäten. Ganz ließ ihn der Fußball allerdings nicht los. Bis heute ist er Torwarttrainer bei AC Virtus Bolzano und trainiert dort dreimal in der Woche die 13 bis 19 Jahre alten Nachwuchstorhüter.

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INFOGRAFIK

PERSONALIA

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88,8% Urlaub

78 Mio. 940.000 Reisen

+19,5% 11,2% Arbeit

Der größte Teil der Reisenden (79,3 Prozent) steuerte dabei Ziele in Italien an, der geringere Teil (20,7 Prozent) bereiste vor allem Länder der EU. Die beliebtesten Ziele innerhalb Italiens für die Hauptferien im Sommer waren Apulien (13,1 Prozent) und die EmiliaRomagna (9,9 Prozent). Für längere Winterferien war es die Region Trentino-Südtirol (31,0 Prozent). Im Herbst hingegen fuhren die Italiener am liebsten in die Lombardei (14,2 Prozent) und im Frühling in die Toskana (14,1 Prozent), die auch der Italiener liebstes Ziel für Kurztrips war (16,4 Prozent).

59,2% 19,8% 10,0% 3,8% 3,4 % Als Ziel für einen Kurzurlaub außerhalb des Landes war Frankreich am beliebtesten (17,6 Prozent). Für längere Ferien war es Spanien (12,6 Prozent). Sowohl als Fernreiseziel (2,4 Prozent) als auch für Geschäftsreisen (3,9) außerhalb Europas war die USA 2018 das am häufigsten gewählte Ziel. Das liebste Reisetransportmittel der Italiener bleibt das Auto (59,2 Prozent).

Antonio Frena Antonio Frena ist seit 1. Juni 2019 Primar der Abteilung Allgemeine Chirurgie im Landeskrankenhaus Bozen. 1962 in Rom geboren, aber ladinischer Herkunft, absolvierte Frena nach dem Abschluss des Carducci-Gymnasiums in Bozen 1987 die Katholische Universität in Rom. Nach der Spezialisierung im Fach Allgemeinchirurgie in Bologna und im Fach Onkologische Hepato-Pankreato-Biliäre Chirurgie (onkologische Leber-, Galle- und Pankreaschirurgie) in Paris, promovierte Frena zum Thema Biologie der Tumore des Verdauungssystems in Modena. Sein Tätigkeitsbereich in Klinik und Forschung betraf anfangs Lebertransplantationen, später widmete sich Frena dem Gebiet der Krebschirurgie von Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse. Teile seiner Spezialisierung erfolg-

Seit 1. September 2018 ist Markus Mair Koordinator im Gesundheitssprengel Bruneck-Umgebung. Mit seinem 21-köpfigen Team sorgt er für die bedarfs- und wohnortnahe Betreuung von Patienten und deren Angehörigen. Nach 28 Dienstjahren, davon 25 Jahre als Koordinator auf der Abteilung Orthopädie und Traumatologie des Krankenhauses Bruneck, wollte sich Mair beruflich neu orientieren und bewarb sich für die ausgeschriebene Stelle als Koordinator im Gesundheitssprengel Bruneck-Umgebung. Die wohnortnahe Betreuung und die Begleitung von Patientinnen und Patienten, so Mair, sei ihm immer schon wichtig gewesen. Ausgleich und Ansporn zugleich findet der in Lappach lebende 48-jährige bei seiner Familie und der Arbeit auf seinem kleinen Bauernhof mit all den Tieren und Pflanzen.

+31,4%

20,7 % Ausland

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+16,7%

In Bozen war Frena seit 1994 für den Aufbau der einfachen Struktur für Leberchirurgie und Chirurgie der Gallenwege verantwortlich. Frenas wissenschaftliche Tätigkeit umfasst 275 Publikationen und die Teilnahme an verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsprojekten. Antonio Frena ist auch Mitglied des Editorial Board verschiedener wissenschaftlicher Zeitschriften. Bisher hat der neue Primar in seiner Laufbahn rund 3.700 chirurgische Eingriffe vorgenommen.

Markus Mair

(PAS)

79,3 % Italien

ten im europäischen und internationalen Ausland, etwa in Mannheim (D), in Los Angeles an der UCLA (USA) und in Paris (F).

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Die Italiener und Italienerinnen werden immer reisefreudiger, das zeigen die vor Kurzem veröffentlichten Daten des nationalen Statistikinstituts (Istat), das Jahr 2018 betreffend. Knappe 79 Millionen Reisen wurden von der in Italien ansässigen Bevölkerung (60,4 Mio. Einwohner) im vergangenen Jahr unternommen. Der Großteil davon waren Urlaubsreisen (88,8 Prozent), der Rest (11,2 Prozent) Geschäftsreisen. Im Vergleich zu 2017 bedeutete das eine Steigerung von 19,5 Prozent.

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Wohin die Reise geht

Markus Huber Markus Huber ist der neue Primar des Psychiatrischen Dienstes im Krankenhaus Bruneck. Huber arbeitet bereits seit 1998 als Psychiater im Gesundheitsbezirk Bruneck. Markus Huber machte sich schon früh durch sein Spezialgebiet in der Kinderund Jugendpsychiatrie, im Besonderen im Bereich ADHS-Störungen, einen Namen. Besonders wichtig ist für den Neo-Primar die Netzwerkarbeit zwischen Psychiatrie und den Einrichtungen der Bezirksgemeinschaft Pustertal, wie etwa dem Sägemüllerhof, dem Trayah, der Kinder und Jugendpsychiatrie der EOS-Sozialgenossenschaft Bruneck, den Seniorenheimen sowie den Angehörigen psychisch erkrankter Menschen, wie etwa dem Verein Lichtung oder dem Verein Ariadne.

Gregorio Rungger Der neue Primar der Abteilung Neurologie am Krankenhaus Bruneck ist Gregorio Rungger. Der gebürtige Gadertaler hat seine Facharztausbildung an der Universität Innsbruck absolviert. Anschließend kam Rungger als Facharzt an das Krankenhaus Bruneck, wo er mittlerweile seit 20 Jahren tätig ist. Besonders eingesetzt hat sich Rungger beim Aufbau der Spezialambulanzen, wie etwa jener für Multiple Sklerose, der Demenzambulanz und des Neurosonologischen Labors. Seine Mitarone # 02/19

beit am interdisziplinären Projekt „Stroke Unit“ betreibt er mit großem Einsatz. Ziel dieses Projekts ist die schnelle Behandlung von Patienten und Patientinnen mit Schlaganfall oder Verdacht auf Schlaganfall und damit einhergehend die Verbesserung der Überlebungschancen und Vermeidung von Folgeschäden. Rungger arbeitet seit 1990 auch in der Organisation und Auswertung der „Bruneck Studie“ mit und unterstützt mit großer Freude dieses Projekt.


Katherina Tauber

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Michael Schmelzer Seit September 2018 ist Michael Schmelzer Koordinator der Traumatologie/Orthopädie B im Krankenhaus Bruneck. Im Jahr 2016 hat der heute 41-jährige den Titel eines “Master di primo livello in manage-

Schmelzer ist seit 2001 beim Südtiroler Sanitätsbetrieb beschäftigt. Zuerst als Krankenpfleger in der Notaufnahme des Krankenhauses Innichen, ab 2005 als OP-Krankenpfleger im Krankenhaus Bruneck und ab 2010 als Krankenpfleger in der Notaufnahme des gleichen Krankenhauses. Seit 2013 fungierte er als Leiter der Krankenpfleger im Rettungsdienst des Gesundheitsbezirkes Bruneck. Schmelzer ist verheiratet – seine Frau arbeitet ebenfalls als Krankenpflegerin im Krankenhaus Bruneck – und Vater von drei Kindern im Alter von 12 bis 4 Jahren, die ihn, nach eigener Aussage, ordentlich auf Trab halten. Daneben ist Schmelzer noch aktiver Feuerwehrmann und Bergretter (Instruktor Notfallmedizin im Landesverband) sowie passionierter Bergsportler und Mountainbiker.

Möglich ist das über die Homepage der Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz. Unter der Adresse https://umwelt.provinz.bz.it/luft/aktuelle-luftmessdaten.asp können nahezu in Echtzeit die Werte von 15 Messstationen in neun Ortschaften Südtirols eingesehen werden. Neben der Ozon-Konzentration können auch die Feinstaubbelastung (PM10) sowie die Stickoxid-Konzentration (NO2) in Erfahrung gebracht werden. Dabei kann nicht nur die Entwicklung der Belastungskurven im Tagesverlauf verfolgt werden, sondern auch die Belastung über den gesamten Monat hinweg. Gerade die Information zur Entwicklung während des Tages kann hilfreich sein, wenn es darum geht zu entscheiden, ob die abendliche Jogging- oder Radrunde absolviert werden sollte oder nicht. Bei überhöhten Ozonwerten wird nämlich von körperlicher Anstrengung im Freien abgeraten.

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Herbert Hanni Herbert Hanni hat die Leitung der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe der Krankenhäuser Bruneck und Innichen übernommen. Hanni hat über 20 Jahre lang als Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe im Krankenhaus Bruneck gearbeitet. Im Juli 2017 hat Hanni als Primar die Leitung der Gynäkologischen Abteilungen von Brixen und Sterzing übernommen. Mit 1. Juni 2019 ist er nun wieder in den Gesundheitsbezirk Bruneck zurückgekehrt. Zu seinem Aufgabenbereich gehören die Grundversorgung der gynäkologischen Erkrankungen, Schwangerschaftsbetreuung und die Geburtenstation im Krankenhaus Bruneck. Besonderes Augenmerk will Hanni auf die Mamma-Chirurgie richten. Auch dem landesweiten Kompetenzzentrum für Reproduktionsmedizin

Obwohl Ozon- und Feinstaubwerte – sobald die von der EU festgelegten Warnschwellen überschritten werden – in den Medien vermeldet und der Bevölkerung Verhaltenshinweise mitgeteilt werden, ist es trotzdem durchaus nützlich, wenn man die Entwicklung der Messwerte selbst verfolgen und das eigene Verhalten entsprechend antizipieren kann.

GESUNDHEIT IM NETZ

ment e coordinamento delle professioni sanitarie” erworben.

Fahrverbote in Bozen, Feinstaub- und Ozon-Werte – Themen, die in den vergangenen Wochen heiß diskutiert wurden - und das nicht nur aufgrund der sommerlichen Temperaturen. Themen, die auch Auswirkung auf die Gesundheit der Menschen haben.

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Luftwerte

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Seit April 2018 ist Katherina Tauber Koordinatorin des interdisziplinären Therapeutenteams an der Kinderrehabilitation Bruneck. Das Team besteht aus Physiotherapeutinnen, Ergotherapeutinnen und Logopädinnen. Tauber arbeitet seit Jänner 2006 als Logopädin im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Zwei Jahre auf der HNO-Ambulanz in Brixen, zehn Jahre im Dienst für Kinderrehabilitation in Bruneck. Ab 2016 besuchte Tauber den Masterstudiengang für Koordination und Management der Gesundheitsberufe an der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana, den sie 2017 erfolgreich abschloss.

GESUNDHEIT IM NETZ PETER A. SEEBACHER

will Hanni besondere Beachtung schenken. Unter anderem wünscht sich der Neo-Primar, dass das Zentrum strukturell an die notwendigen Anforderungen angepasst werden kann.

Ozon gelangt beim Einatmen bis in tiefe Lungenbereiche und kann dort Entzündungen der Schleimhäute hervorrufen. Atembeschwerden, Husten und Reizungen der Atemwege können die Folgen sein. Auch Kopfschmerzen können durch Ozon verursacht werden. Außerdem gibt es Hinweise, dass Ozon auch langfristige Auswirkungen haben und das Herz-Kreislauf-System negativ beeinflussen kann.

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