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EDITORIAL 3 LEITARTIKEL Seit mutig, nicht perfekt! 4 INFOS&NEWS Dienst Rheumatologie 6 Disziplinarverfahren 7 Traumberuf

7 No risk, more fun 8 Einheitlich und gemeinsam 9 Bozner Symposium 9 MEDIZIN & PFLEGE Wahre Geschichten 10 Mehr Sicherheit durch Training 12 MANAGEMENT & VERWALTUNG „Es zahlt sich aus“14 SABES 007 Großer Schlusspunkt und Events 16 AUS DEN BEZIRKEN BRUNECK „Brunecker Schilddrüsentag“ 33 Neu im Krankenhaus Bruneck: Podologische Ambulanz 33 Vortragsabend: „Die Wechseljahre – Tanz der Hormone“ 34 Vorstellung des Rheumatologischen Dienstes 34 MER AN Euregio Tour in Meran 35 Tag der Menopause 35 BOZEN Laufend gesund 36 Fotografien in der Nuklearmedizin 36 Das Bergtherapieprojekt des Psychiatrischen Dienstes Bozen 37 BRIXEN Symposium zum Abschied 37 PERSONALIA 38 GESUNDHEIT IM NETZ 39 INFOGRAFIK 40 KONTAK T & IMPRESSUM 40

PETER A. SEEBACHER

„Großer Schlusspunkt der SABES 007 Veranstaltungsreihe am 11. Oktober auf Schloss Sigmundskron bei Bozen“

SABES 007

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06.12.2017 # 0 3 / 1 7

DA S M AG A ZIN DES SÜDTIROLER SANITÄT SBE TRIEBES


FOTO SABES

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Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Die im Eingangsbereich der Krankenhäuser von Meran, Brixen und Bruneck aus diesem Anlass platzierten roten Stühle sollten an jene Frauen erinnern, die durch Gewalt zu Tode gekommen sind. Titel der Aktion: Besetzter Platz – Posto occupato.

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Der zehnte Geburtstag ist immer etwas Besonderes, das ist bei Menschen so aber auch bei Unternehmen und Betrieben nicht anders.

Die Organisation der Veranstaltungen lag hauptsächlich in den Händen der Abteilung Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen – mit wichtiger und tatkräftiger Unterstützung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den einzelnen Bezirken und Krankenhäusern. Denn Erfolge haben meist viele Väter – und Mütter. In diesem Fall trifft das definitiv zu. Gedankt sei deshalb an dieser Stelle allen innerhalb und außerhalb des Südtiroler Sanitätsbetriebes, die zum Gelingen der Veranstaltungsreihe SABES 007 beigetragen haben, besonders den Sponsoren, ohne deren Unterstützung die Umsetzung des Geplanten nicht möglich gewesen wäre. Namentlich sind das die Unternehmen ACS, IBT, Markas, Waldner, Archicom und NTS.

EDITORIAL

Insgesamt waren es sieben Veranstaltungen – in jedem Krankenhaus eine – plus eine Abschlussveranstaltung auf Schloss Sigmundskron, also insgesamt acht Events. Die Texte und Fotos dazu finden Sie auf 16 Seiten ab Seite 16.

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Deshalb haben wir in dieser Ausgabe der one noch einmal jede Menge Seiten „freigeräumt“ und lassen darauf die Veranstaltungsreihe SABES 007 – zehn Jahre Südtiroler Sanitätsbetrieb, die in den Monaten September und Oktober anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Südtiroler Sanitätsbetriebes über die Bühne gegangen ist, nochmals ausführlich Revue passieren.

From the people for the people war unsere Devise, und dieses Ziel, nämlich interessante Veranstaltungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes zu organisieren, haben wir in unseren Augen erreicht. Jeder der einzelnen Events war anders und bei jedem – davon bin ich überzeugt – konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer etwas für sich mitnehmen. Wer wollte, konnte sich tatsächlich inspirieren lassen und Anregungen aufnehmen. War sonst noch was? Ja, selbstverständlich. Infos und News, die den gesamten Sanitätsbetrieb betreffen, finden Sie auf den Seiten 6 bis 9, die Neuigkeiten in den verschiedenen Bezirken sind ab Seite 32 zu finden und auf den Seiten 38 und 39 gibt es eine ganze Reihe Personalia-Meldungen.

Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

PETER A. SEEBACHER

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LEITARTIKEL

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Vor einigen Tagen fand im Krankenhaus Bozen eine hochkarätig besetzte Tagung zum Thema „Gesundheit 4.0 statt. Es war ein spannendes, faszinierendes Fenster in die Zukunft, das erkennen ließ, wie dynamisch und sprunghaft die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranschreitet, wie radikal und tiefgreifend die Veränderungen sind, die auf uns zukommen.

LEITARTIKEL LUK AS R AFFL

Sei mutig, nicht perfekt! D

ie Tagung war gleichzeitig eine Standortbestimmung: Wo steht der Südtiroler Sanitätsbetrieb im Vergleich zu seinen Nachbarn Trient und Nordtirol, was sind die aktuellen Fragestellungen in Deutschland, Österreich und Italien? Erkennbar war beispielsweise, dass Österreich zwar schon früh mit der Entwicklung der „Elektronischen Gesundheitsakte“ (ELGA) begonnen hat, seit einigen Jahren aber nur schleppend vorankommt, und dass in Deutschland das Feld äußerst unübersichtlich und heterogen ist, nachdem der Bund nur geringe Steuerungsmöglichkeiten besitzt und die Vielzahl der Gesundheitsanbieter, die privater, öffentlicher oder kirchlicher Trägerschaft sein können, eigenständige, kaum vernetzte und abgestimmte Wege beschreiten. Absolut spannend auch der Ausflug nach Israel, den Nili Appleton, verantwortliche Managerin für telemedizinische Dienste von CLALIT, dem größten Gesundheitsanbieter des Landes, ermöglichte. Israel hat seit Jahren die Notwendigkeit erkannt, für dislozierte, peripher lebende Bürgerinnen und Bürger des Landes telemedizinische Angebote zu entwickeln,

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um eine annähernd gleichwertige Betreuung wie in den großen Zentren zu bieten. Lange Anfahrten und Wartezeiten können so für chronisch Kranke vermieden werden, indem CLALIT Vormerkungen, Verschreibungen, klinische Informationen und auch Televisiten via App anbietet. Auch bestimmte Patienten- und Personengruppen, wie dermatologische Patienten, Schwangere und Eltern können ein ganzes Set von Leistungen einfach und rund um die Uhr über mobile Anwendungen in Anspruch nehmen. So tauschen sich im ärztlich begleiteten Forum für Schwangere werdende Mütter über ihre Ängste und Sorgen aus, teilen erworbenes Wissen und Erfahrungen und entlasten so ganz nebenbei die professionellen Helferinnen und Helfer. Junge Mütter können in der telemedizinischen Pädiatrie-Visite direkt Ärzte kontaktieren und Rat einholen, ohne sich in der Nacht aufzumachen, ins Auto zu setzen und ins Krankenhaus zu fahren. Zumindest so lange es der behandelnde Arzt, der via Webcam zugeschaltet ist, nicht für nötig erachtet. Verschreibungen landen in der Folge in der nächstgelegenen Apotheke und können - nach automatischer Lagerabfrage – abgeholt werden. Dass das Abrufen von Befunden und kli-


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LUK AS R AFFL

LEITARTIKEL

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„So tauschen sich im ärztlich begleiteten Forum für Schwangere werdende Mütter über ihre Ängste und Sorgen aus, teilen erworbenes Wissen und Erfahrungen und entlasten so ganz nebenbei die professionellen Helferinnen und Helfer.“

nischen Dokumenten, die Einsicht in die persönliche Patientenakte und das eigene Gesundheitstagebuch seit Jahren möglich sind, muss nicht eigens erwähnt werden.

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lar wurde im Rahmen der Tagung auch, dass die Treiber für derartige Entwicklungen – zumindest in Europa – bis jetzt meist nicht die Ärzte und Ärztinnen bzw. deren Standesvertretungen waren. Markus Müschenich, selbst Arzt und Inhaber von Flying Health, einer Firma, die jungen, erfolgsversprechenden Startups auf die Beine hilft, erläuterte, dass oft der Druck, neue Angebote zu entwickeln, von den Patientinnen und Patienten kommt. Deren Bedürfnisse greifen junge IT-Startups auf und programmieren weltweit tausende von Tools und Apps. Dabei werden Branchengrenzen mit Sieben-Meilen-Stiefeln übersprungen. So zum Beispiel vom weltweit operierenden Unternehmen Gyant, das ursprünglich im Gaming-Bereich tätig war, mittlerweile aber „Gesundheitsroboter“ entwickelt; das sind Anwendungen, mit deren Hilfe millionenfach Patientenrückmeldungen und –beobachtungen zu bestimmten Pathologien, Therapien und Medikamentenverschreibungen gesammelt werden, und

die diese in der Folge, über Algorithmen semantisch strukturieren und statistisch auswerten. Wobei die Algorithmen ständig angepasst und verbessert werden und Kliniker die Ergebnisse auf der Grundlage modernster Leitlinien überprüfen und vergleichen. Derartige „Bots“ bieten bereits jetzt, zu bestimmten Krankheitsbildern, wertige Sofort-Informationen rund um die Uhr sieben Tage in der Woche. Müschenich schloss seine Ausführungen bei der Tagung „Gesundheit 4.0“ im Krankenhaus Bozen mit einem Appell an die anwesenden Klinikerinnen und Kliniker, sich auf den Weg zu machen, den Ball, der von Industrie und Politik zugeworfen wird, aufzugreifen und sich ins Spiel zu bringen. Ansonsten geht die Entwicklung ohne die eigentlichen Expertinnen und Expertinnen weiter. Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

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INFOS & NEWS REDAK TION

Landesweiter Dienst für Rheumatologie Mitte Oktober wurde der neu geschaffene landesweite Dienst für Rheumatologie der Öffentlichkeit vorgestellt. Durch diesen soll die Betreuung der Südtiroler Patientinnen und Patienten mit rheumatischen Erkrankungen weiter gestärkt und verbessert werden. 6

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INFOS & NEWS

itz des landesweiten Rheumatologischen Dienstes ist das Krankenhaus Bruneck, er ist aber auf mehrere Standorte verteilt und soll so für eine einheitliche Betreuung aller Rheumapatienten und -patientinnen in Südtirol sorgen. Bereits bestehende Standorte sind die Rheumaambulanz im Krankenhaus Bruneck sowie die Rheumaambulanz im Krankenhaus Bozen. Leiter des landesweiten Dienstes für Rheumatologie ist der gebürtige Olanger Christian Dejaco (37).

Christian Dejaco ist der Leiter des landesweiten Dienstes für Rheumatologie

Das Leistungsspektrum des Rheumatologischen Dienstes umfasst die ambulante, tagesklinische und stationäre Abklärung und Therapie rheumatischer Erkrankungen, insbesondere entzündlich – rheumatische Erkrankungen inklusive Kollagenosen und Vaskulitiden. Zu den weiteren Aufgaben gehören Forschung und Ausbildung im Bereich der Rheumatologie.

Bei Verdacht auf eine entzündlich­ rheumatische Erkrankung erfolgt die Zuweisung zu einer rheumatologischen Visite durch den Hausarzt oder durch den Facharzt. Die Patientin/der Patient kann anschließend selbst telefonisch einen Termin an der Rheumaambulanz vereinbaren. Für die Rheumaambulanz Bozen kann ein Termin unter der Telefonnummer: 0471-457457 (EVS) vereinbart werden. Für eine Terminvereinbarung in der Rheumaambulanz Bruneck ist hingegen die Telefonnummer 0474-581040 (EVS) zu nutzen. Patientinnen und Patienten sollten im jeweils dafür zuständigen Gesundheitsbezirk ihren Termin vereinbaren, da auch Folgevisiten, soweit möglich, von denselben Rheumatologen durchgeführt werden und sich sonst für die Patienten weite Anreisen ergeben würden.

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atientinnen und Patienten aus Bozen und Umgebung sollten sich daher bevorzugt an die Rheumaambulanz Bozen wenden, Patientinnen und Patienten aus dem Eisack- und Pustertal an die Rheumaambulanz in Bruneck und Patientinnen und Patienten aus dem Vinschgau und dem Burggrafenamt wahlweise entweder an das Krankenhaus Bozen oder das Krankenhaus Bruneck. Außerdem werden rheumatologische Visiten von der Inneren Medizin in Brixen, im Krankenhaus Sterzing, im Krankenhaus Schlanders und von der Rehabilitation in Bruneck (inklusive Ambulatorium für Osteoporose) angeboten.

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Die Rheumaambulanz in Bozen, welche derzeit noch Teil der Inneren Medizin ist, soll schrittweise von dieser gelöst und dem Rheumatologischen Dienst angegliedert werden. Die Schaffung einer Rheumaam-


bulanz im Gesundheitsbezirk Meran ist für die nächsten Jahre geplant, ebenso der Ausbau der rheumatologischen Versorgung im Gesundheitsbezirk Brixen. Innerhalb des Rheumatologischen Dienstes wurde in Bozen auch ein Zentrum für pädiatrische Rheumatologie und ein Ambulatorium für Osteoporose (2. Level) geschaffen. In Südtirol leiden etwa 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung an rheumatischen Beschwerden, etwa fünf Prozent sind von einer „autoimmunen“ Rheumaerkrankung betroffen.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die neue betriebliche Regelung für Disziplinarverfahren per Beschluss neu geregelt. Nun wurden die Mitglieder der für die Disziplinarverfahren zuständigen betrieblichen Organisationseinheit ernannt. Mit Beschluss Nr. 354/2016 unter dem Titel „Genehmigung der betrieblichen Regelung der Disziplinarverfahren“ waren bereits im Herbst 2016 Ablauf und Zuständigkeiten bei Disziplinarverfahren neu geregelt worden. Nun wurde dieser mit dem Beschluss „Ernennung der Mitglieder der für die Disziplinarverfahren zuständigen betrieblichen Organisationseinheit“ (Beschluss Nr. 368/2017) ergänzt. Darin wurden als Mitglieder der für die Disziplinarverfahren zuständigen Organisationseinheit auf Betriebsebene folgende Personen ernannt: Koordinator Marco Cappello, Stellvertreter Enrico Wegher, Mitglied Evelin Reinstaller, Stellvertreterin Silvia Manzini, Mitglied Stefan Dejaco, Stellvertreter Peter Volgger. Die Aufgaben des Sekretariats wurden der Abteilung Recht und Allgemeine Angelegenheiten übertragen. Als effektives Mitglied wurde Sonia Gasparri ernannt, Stellvertreterin ist Julia Peterlini. Alle genannten Beschlüsse sind auf der Internetseite des Südtiroler Sanitätsbetriebes abrufbar unter Amtstafel Archiv Beschlüsse und Entscheidungen

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Rendezvous mit dem Traumberuf 300 Oberschülerinnen und Oberschüler von Südtirols Gymnasien erhielten im Oktober 2017 wieder die Möglichkeit, hinter die Kulissen in den Bereichen, Forschung, Soziales, Wirtschaft, Marketing und Innovation zu schauen. Auch der Sanitätsbetrieb zeigte sich von der besten Seite, geht es doch immerhin darum, junge Leute für einen möglichen Beruf im Gesundheitswesen zu interessieren.

INFOS & NEWS

Betriebliche Regelung Disziplinar­ verfahren

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INFOS & NEWS PETER A . SEEBACHER

Organisiert wurde das Projekt vom Bereich Innovation und Beratung des Deutschen Bildungsressorts in Zusammenarbeit mit den Partner-Institutionen (zu denen auch der Sanitätsbetrieb gehört). Die Krankenhäuser Bozen, Meran, Brixen und Bruneck betreuten eine Woche lang die jungen Leute, in Zeiten der Recruiting-Kampagnen ein Schritt in Richtung Personalanwerbung. Die Jugendlichen konnten jeden Tag lang verschiedene Bereiche des Sanitätsbetriebes besuchen – Abteilungen, Dienste, aber auch Einrichtungen wie ein Besuch beim Weißen Kreuz oder in der Fachhochschule Claudiana oder in den psychiatrischen Wohnheimen standen auf dem Programm. Das Feedback der Schülerinnen und Schüler fiel durchwegs positiv aus, nicht wenige waren erstaunt, welch großer Einsatz und wie viele Bereiche, die normalerweise im Verborgenen sind, es in den Krankenhäusern gibt. Dass die Aktion gut angekommen ist, beweist besonders ein Schreiben, welches nach der Tour den Organisatoren zugeschickt wurde: „… uns hat das Praktikum nicht nur sehr gut gefallen, sondern es hat uns wirklich einen Einblick in diese Berufsrichtung gegeben. Es hat uns sehr bei unserer Berufswahl geholfen und uns gelehrt, den gesamten Sanitätsbetrieb zu schätzen. Vielen Dank für dieses Erlebnis, Komplimente an Ihre Vorbereitung und Organisation!“ (SF)

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FOTO EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

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Kontrolle mag niemand, Sicherheit aber schon. Und so gelten Sicherheitsregeln an Baustellen und in Schulen, im Straßenverkehr und auch zu Hause. Im sanitären Bereich stellt sich eine doppelte Herausforderung: die Patientensicherheit sowie die Sicherheit und Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz der Bediensteten.

ten Patienten vor einer Infektionskrankheit mit möglichen schweren gesundheitlichen Folgen, die bis zum Tod führen können. Wie das Händewaschen, das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung (Handschuhe, Maske, Schutzkleidung) ist die Impfung in diesem Sinne eine wichtige Vorsorgemaßnahme.“

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inige sanitäre Bereiche stellen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein höheres biologisches Expositionsrisiko dar. „Dazu gehören etwa die Notaufnahme, der OP-Bereich, die Pädiatrie, das Labor für Mikrobiologie, die Intensivstation, Anästhesie und die Abteilung für Infektionskrankheiten, der landesweite Notrufdienst, die Hämodialyse, die Gynäkologie und Histologie und pathologische Anatomie“, erklärt Merseburger.

INFOS & NEWS EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

No risk, more fun Gesetzlicher Rahmen: G.v.D. 81/2008 (D.Lgs. 81/2008) Gesetz 119 vom 31. Juli 2017 Was ist eine Sicherheitskontrolle? Eine Sicherheitskontrolle ist eine Überprüfung von Personen an verschiedenen Orten, beispielsweise in Museen, Behörden und Veranstaltungen. Hierbei wird durch befugtes Personal in individuelles Persönlichkeitsrecht eingegriffen. Im gewerblichen Luftverkehr und einigen Hochgeschwindigkeitsverbindungen im Eisenbahnverkehr, werden in Flughäfen und Bahnhöfen Passagiere und das von ihnen mitgeführte Gepäck auf sicherheitsrelevante Gegenstände in einem Portal kontrolliert, bevor sie in das Flugzeug, den Zug bzw. in einen sicherheitsrelevanten Bereich gelangen. WIKIPEDIA

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m Zuge der Umsetzung des Gesetzes zu den Vorsorge-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen wurde ein Thema wiederbelebt, das auch die Arbeitsmedizin betrifft: die Frage nach dem Impfverhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Angela Merseburger ist geschäftsführende Direktorin des betrieblichen Dienstes für Arbeitsmedizin. „Personen,“ so Merseburger, „die im Kontakt mit Patientinnen und Patienten und/oder mit potenziell infizierten Materialien arbeiten, sind einem Expositionsrisiko von Infektionskrankheiten ausgesetzt. Dies könnte durch eine Impfung vermieden werden. Die Prävention durch Impfungen spielt daher in der Arbeitsmedizin eine wichtige Rolle“. Und weiter: „Die aktive Immunisierung des sanitären Personals stellt eine sichere und effektive Maßnahme zur Kontrolle berufsbedingter Infektionskrankheiten dar, sie schützt den Mitarbeiter und schützt indirekt Personen, die nicht geimpft werden können. Sie schützt aber auch die betreu-

Eine vollständige Datenlage zum Impfstatus der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlt. Um dem Abhilfe zu schaffen, wurde im Südtiroler Sanitätsbetrieb vor wenigen Wochen der Impfstatus des Gesundheitspersonals abgefragt. Das Gesetz zu den Vorsorge-Impfungen für Kinder und Jugendliche von 0-16 Jahren sieht verpflichtend diese Erhebung vor. Merseburger: „Dem zugrunde liegt, dass der Impfstatus für die sanitäre Überwachung der Mitarbeiter und die Ausstellung der nächsten arbeitsmedizinischen Eignungen bekannt sein muss. Der Impfstatus stellt auch für die Dienste für Hygiene eine wichtige Informationsgrundlage dar.“ Auch die Direktorin des Departments für Gesundheitsvorsorge, Dagmar Regele, unterstreicht: „Es geht vor allem darum, nach und nach das Bewusstsein zu schaffen, dass das Personal des öffentlichen Dienstes eine höhere Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit hat: Patientinnen und Patienten mit chronischen oder Tumorerkrankungen oder mit anderweitig geschwächter Immunabwehr benötigen besonderen Schutz und nicht geimpftes Personal stellt ein zusätzliches Risiko für diese Personengruppen dar.“ Sicherheitskontrolle? Check!


INFOS & NEWS REDAK TION

Einheitlich und gemeinsam

Bozner Symposium of Plastic Surgery

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ährend der Anfangsphase nehmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einheitlichen Notrufzentrale alle Anrufe entgegen, die unter den Notrufnummern 118 (Rettungsnotfälle), 115 (Feuerwehreinsätze), 113 (Polizei) und 112 (Carabinieri) eingehen. Nach einiger Zeit soll nur noch die einheitliche Europäische Notrufnummer 112 aktiv sein.

Insgesamt ist die Einführung der Einheitlichen Notrufzentrale 112 ein „enormer Qualitätssprung und eine autonomiepolitische Errungenschaft“, wie Landeshauptmann Arno Kompatscher bei der Vorstellung des neuen Dienstes feststellte.

INFOS & NEWS

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it dem Notruf werden nun auch die Lokalisierungsdaten mitgeschickt. In der Einheitlichen Notrufzentrale ist von Anfang an bekannt, von welchem Festnetzanschluss (Fixtelefon) der Anruf kommt beziehungsweise in welcher Handyzelle das Mobiltelefon eingeloggt ist. Bei Bergunfällen kann die ungefähre Lage des Anrufers so rasch ermittelt werden, ohne Zeit mit Fragen zu verlieren. Gleichzeitig mit der Einführung der Einheitlichen Notrufzentrale 112 wurde auch die App „Where are u“ für Android und iOS aktiviert. Mit dieser können Notrufe abgesetzt und GPS-Koordinaten übertragen werden.

Vom 26. bis 28. Januar 2018 findet wieder das Bozner Symposium of Plastic Surgery statt, diesmal in seiner achten Auflage. Organisator ist auch diesmal Lorenz Larcher, der seit Frühjahr 2016 Leiter des landesweiten Dienstes für Plastische Chirurgie im Südtiroler Sanitätsbetrieb ist. Das Programm des Symposiums kann www.plastischechirurunter gie.bz.it heruntergeladen werden. Die Anmeldung zum Kongress kann ebenfalls über diese Homepage getätigt werden.

Lorenz Larcher

FOTO LPA

Gleichzeitig mit der Einführung der Einheitlichen Notrufzentrale wurden für Südtirol und das Trentino eine Einheitliche Notrufzentrale mit den zwei Standorten Bozen und Trient geschaffen. Beide Zentralen funktionieren im Normalfall als eigenständige technische Einheit. Im Falle

eines Ausfalles oder einer momentanen Überlastung kann eine Zentrale die andere unterstützen oder auch ersetzen.

FOTO HELMUTH PIRCHER

Untergebracht ist die neue Einheitliche Notrufzentrale im Sitz der Agentur für Bevölkerungsschutz. Für den Dienst sind insgesamt 21 Stellen vorgesehen, zur Zeit verrichten 16 der so genannten Call–Taker dort ihren Dienst. Die Einheitliche Notrufzentrale ist rund um die Uhr besetzt – je nach Tages- oder Nachtzeit mit mehr oder weniger Personal. Zu den Mehrwerten des neuen Dienstes zählen neben der Möglichkeit der Lokalisierung des Anrufes auch eine Simultanübersetzung in 37 Sprachen.

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Seit Mitte Oktober ist die Europäische Einheitliche Notrufnummer 112 auch in Südtirol die Telefonnummer für alle Notfälle. Das Personal wird vom Südtiroler Sanitätsbetrieb gestellt, die technische Betreuung obliegt der Agentur für Bevölkerungsschutz.

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MEDIZIN & PFLEGE REDAK TION

Im Mittelpunkt der neuen Ausgabe der Alkoholpräventionskampagne stehen vier wahre Geschichten. Vier Menschen erzählen in Videos offen über ihre Erfahrungen und äußern sich kritisch zum Thema Alkohol.

MEDIZIN & PFLEGE

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Wahre Geschichten

„Mutter werden ist eine der schönsten Erfahrungen im Leben. Deshalb sage ich nein zum Alkohol. Meine Entscheidung: keine Kompromisse.“ Mit diesen Worten lädt eine junge, werdende Mutter dazu ein, ihre Geschichte auf der Webseite keinekompromisse.it zu erfahren. Auch andere erzählen dort ihre Geschichte: ein Rettungssanitäter, ein Nicht-Trinker aus Überzeugung und ein Elternpaar, das seinen Sohn bei einem Verkehrsunfall mit Beteiligung eines alkoholisierten Fahrers verloren hat. Es sind wahre Geschichten, die kritische und manchmal auch dunkle Aspekte des Alkohols erzählen. Es sind Geschichten, die den Betrachter berühren. Die Regie für die Videos wurde dem erfahrenen Dokumentarfilmer Andreas Pichler anvertraut. Er schafft es, eine Nähe zu den Erzählern und Erzählerinnen herzustellen und sie über ihre Erfahrungen offen berichten zu lassen. Auch Lösungs-Strategien kommen dabei zur Sprache.

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m Mittelpunkt der Kampagne stehen die Reflexion und die Sensibilisierung im Umgang mit Alkohol in der Südtiroler Gesellschaft. Neben dem Aufzeigen von Risiken will die Kampagne auch an sozialen Normen arbeiten: Menschen, die keinen oder sehr wenig Alkohol trinken, sollen sich dafür nicht rechtfertigen müssen. Die Kampagne stützt sich auf Anzeigen und Banner in Print- und digitalen Medien sowie in den Zügen der Südtiroler Transportstrukturen. Auf keinekompromisse.it - einer eigens geschaffenen Landingpage – können die vier Videos angesehen werden. Zusätz-

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Zwei der vier Sujets der neuen Kampagne zur Alkoholpräventation von Forum Prävention und Land Südtirol


Die Kampagne ist Teil des Landespräventionsplans, wird von der Landesabteilung Gesundheit getragen und vom Forum Prävention umgesetzt. Aufgrund ihres Markenzeichens – weißes Rufezeichen auf roten Kronenkorken – ist sie vielen bereits bekannt. Weitere Informationen und Downloads bietet die Internetseite www.keinekompromisse.it und die Facebookseite trinkenmitmass/bereresponsabile

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„Wir wollten in dieser Ausgabe der Alkoholpräventions-Kampagne unter dem Slogan ‚Keine Kompromisse‘, mit stärkeren Tönen als in der Vergangenheit ein Bewusstsein dafür schaffen, dass mit Alkoholkonsum nicht nur Spaß und Genuss verbunden wird, sondern auch Leid und Ausgrenzung,“ sagt der Direktor des Forum Prävention Peter Koler. „Im letzten Jahr sind sehr viele Südtirolerinnen und Südtiroler persönlich mit ihrem Gesicht für die Alkoholpräventionskampagne gestanden, das war für uns die Bestätigung, dass wir den richtigen Weg beschritten haben. Es ist nun umso überzeugender, dass einige von ihnen auch bereit sind, zu

dieser Wertehaltung ihre Geschichte zu erzählen. Allen gilt mein herzlichster Dank,“ freut sich Gesundheitslandesrätin Martha Stocker.

MANAGEMENT & VERWALTUNG MEDIZIN & PFLEGE

lich stehen weitere Angebote zur Verfügung: ein Selbsttest über den eigenen Alkoholkonsum, Informationen zu Alkohol, Tipps zu „Feiern mit Niveau“ und der Shuttlefinder, eine neue App, um schnell und unkompliziert einen Shuttle vor Ort zu finden. Die Webseite bietet auch die Möglichkeit, eigene wahre Geschichten, Erfahrungen oder Erlebnisse mit Alkohol zu erzählen.

Alkoholkonsum in Südtirol Laut den neuesten Daten des italienischen Statistikinstituts (ISTAT 2017) liegt Südtirol beim täglichen Konsum von Alkohol unter dem nationalen Durchschnitt von 21,4 Prozent. 17 Prozent der Südtiroler – 25,8 Prozent der Männer sowie 8,5 Prozent der Frauen – konsumieren täglich Alkohol. Andererseits ist der Konsum von sechs oder mehr Standardgetränken bei einer Gelegenheit, das sogenannte „binge drinking“ stärker verbreitet: 19,8 Prozent der Befragten in Südtirol, im Gegensatz zu 7,3 in Italien insgesamt, wurden der „binge­ drinking“ Kategorie zugeteilt. Das scheint für unsere Region der bedeutendste erhobene Risikofaktor zu sein.

(in Südtirol 15.000-25.000 Personen). Weitere 10 bis 15 Prozent zeigen teilweise problematisches Trinkverhalten (50.000-75.000 Menschen).

Laut dem Statistikinstitut des Landes Südtirol (Astat) wurden im Jahr 2016 insgesamt 666 Führerscheine wegen Trunkenheit am Steuer eingezogen. 2008 gab es noch 1.160 eingezogene Führerscheine. Nach Jahren des Rückgangs wurde im vergangenen Jahr wieder ein Anstieg bei den eingezogenen Führerscheinen um 10,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert, zurückzuführen vor allem auf die zentralen Altersklassen (40 bis 49 Jahre). Unter den 14bis 25-jährigen sinkt laut soeben publizierter Astat-Jugendstudie (2017) der gesamte Konsum, einschließlich des gelegentlichen Trinkens, innerhalb von zwölf Jahren um 13 Prozentpunkte (von 89,0 Prozent auf 76,1 Prozent). Besonders deutlich ist der Rückgang des Alkoholkonsums in der jüngsten Altersklasse: Bei den 14- bis 16-jährigen verringerte sich dieser um 23,7 Prozentpunkte. Aktuell geht man von drei bis fünf Prozent alkoholkranken beziehungsweise alkoholabhängigen Menschen in der Bevölkerung aus

Innerhalb des Sanitätsbetriebs kümmern sich die Dienste für Abhängigkeitserkrankungen und das Therapiezentrum Bad Bachgart um die Behandlung alkoholkranker Menschen. Mit dem Sanitätbetrieb konventioniert ist das Ambulatorium Hands und die Psychosoziale Beratungsstelle der Caritas. Das Forum Prävention begleitet Maßnahmen und Kampagnen im Bereich der Alkoholprävention.

Etwa zehn Prozent der alkoholkranken Personen finden den Weg in eine einschlägige Behandlungseinrichtung des Landes. Eine Alkoholkrankheit ist durchaus erfolgreich behandelbar. Die Sensibilisierung und die Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung gehören diesbezüglich verstärkt, ebenso die Enttabuisierung und die Verminderung von Stigmatisierung alkoholkranker Menschen.

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FOTO PETER A. SEEBACHER

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MEDIZIN & PFLEGE PETER A . SEEBACHER

Mehr Sicherheit durch Training Vor Kurzem wurde ein landesweites Patientensicherheitszentrum geschaffen. Ein Gespräch über die Notwendigkeit und Ziele des Zentrums mit der Leiterin Sandra Girardi und dem Vorsitzenden des Vorstandes, Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler.

Definitionen Human Factors: „Human Factors“, also menschliche Faktoren, umfassen all jene Faktoren, welche die Sicherheit und Leistungsfähigkeit von Menschen vor allem in komplexen Situationen oder Systemen bestimmen. Grundsätzlich können dies positive (der Sicherheit förderliche) oder negative (die Sicherheit limitierende) Eigenschaften sein. Definition Crisis Ressource Management: „Die Fähigkeit, das Wissen, was getan werden muss, auch unter den ungünstigen und unübersichtlichen Bedingungen der Realität eines medizinischen Notfalls in effektive Maßnahmen im Team umzusetzen“. NACH DAVID GABA , STANFORD

Definition Critical Incident Reporting System CIRS: Ziel ist die Erfassung von Systemproblemen und Fehlern, bevor diese zu Komplikationen oder Schädigungen der Patienten führen.

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Warum braucht es ein landesweites Patientensicherheitszentrum? Waren die Patientinnen und Patienten bis jetzt nicht sicher? Sandra Girardi: In der Gesundheitsversorgung treten immer wieder Situationen auf, bei denen zeitkritisches Handeln notwendig ist. Besonders im Notfall müssen multidisziplinäre und interprofessionelle Teams koordiniert, schnell und effizient zusammenarbeiten. Denken wir nur an eine plötzlich notwendige Reanimation, an eine komplizierte Intubation, an die Versorgung eines kritischen Neugeborenen oder die Durchführung eines dringenden Kaiserschnittes. Besonders unter Zeitdruck muss das Gesundheitspersonal im Team wirksam kommunizieren und technisch korrekt handeln. Gutes Teamwork ist dabei ein großer Erfolgsfaktor und muss trainiert werden, um die Fehlerwahrscheinlichkeit zu reduzieren. Das Vorgehen in solchen Situationen wird im Patientensicherheitszentrum am Simulator regelmäßig geübt.

Wie ist das Patientensicherheitszentrum (PSZ) aufgebaut und wo ist es untergebracht? Sandra Girardi: Das Patientensicherheitszentrum ist in der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana in Bozen angesiedelt. Der Vorstand setzt sich aus dem Sanitätsdirektor und der Pflegedirektorin zusammen, welche sich im Vorsitz jährlich abwechseln. Des Weiteren sind die Leiterin des Patientensicherheitszentrums, der Direktor der Landesfachhochschule (LFHS) für Gesundheitsberufe Claudiana und der Vorsitzende des wissenschaftlichen Komitees Teil des Vorstands. Die vier Teilbereiche des Zentrums sind Simulation in der Medizin, Ausbildung Notfallmedizin, Critical Incident Reporting (CIRS) sowie Menschliche Faktoren – „Human Factors“. Die beiden letzteren Bereiche sind noch im Aufbau. Welches Ziel verfolgt das Patientensicherheitszentrum? Thomas Lanthaler: Das Patientensicherheitszentrum entwickelt und fördert die Patientensicherheit im Sanitätsbetrieb. Ziel ist es, in Kooperation mit der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana regelmäßig betriebsweite Aus- und Fortbildungen zum Thema Patientensicherheit für Fachkräfte des Gesundheitswesens - innerhalb und außerhalb des Sanitätsbetriebes - anzubieten. Neben Reanimationskursen, Simulations-Team-Trainings und CIRS-Schulungen sollen weitere Aus- und Fortbildungen mit dem Ziel angeboten werden, die Sicherheitskultur im Südtiroler Gesundheitswesen zu fördern. Ein Netzwerk für Synergien und Wissensaustausch auf den Gebieten der Patientensicherheit soll innerhalb des wissenschaftlichen Komitees mit der Stabsstelle für Forschung und Innovation des Südtiroler Sanitätsbetriebes, mit dem Zentrum für Forschung und Praxisentwicklung für Gesundheitsberufe, sowie mit anderen Zentren und Forschungseinrichtungen im In-und Ausland aufgebaut werden. Mit dem Patientensicherheitszentrum möchte der Südtiroler Sanitätsbetrieb seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit bieten, deren technische Fertigkeiten, sprich „technical skills“, sowie die menschlichen Faktoren durch Crisis– Ressource–Management–basierte Trainings regelmäßig zu erproben und auszubauen.


Welcher Unterschied besteht zum bereits seit Jahren vorhandenen Simulationszentrum? Girardi: Im Jahre 2012 wurde in Zusammenarbeit mit der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe im Rahmen des Projektes „Sichere Kreißsäle“ das „Claudiana Simulation Center“ (CSC) gegründet. Des Weiteren verfügte der Südtiroler Sanitätsbetriebes über ein Aus- und Weiterbildungszentrum für Notfallmedizin der Landesnotrufzentrale 118. Durch die Gründung des Patientensicherheitszentrums wurden die beiden Ausbildungszentren nun zu einem einzigen „Patientensicherheitszentrum“ zusammengefasst. Ein einheitliches Patientensicherheitszentrum bietet die Möglichkeit, durch Vernetzung von Experten die Patientensicherheit in der Aus- und Weiterbildung zu fördern. Dadurch soll eine schlankere Organisation der Kurse, eine besser koordinierte Planung der verschiedenen Aktivitäten in diesem Bereich, eine bessere Nutzung der Räumlichkeiten und des Materials, ein effizienterer Einsatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die multidisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit betriebsweit gefördert werden. Wer sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Patientensicherheitszentrums? Girardi: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des PSZ bestehen einerseits aus einer koordinierenden Einheit (ärztliche Fachreferenten für die Bereiche Simulations-Training und Notfallmedizin mit den jeweiligen Koordinatorinnen der Fachbereiche) und andererseits aus den Instruktoren für die verschiedenen Kurse. Im Bereich Notfallmedizin werden die Instruktoren (Pflegepersonal und Ärzte

Welche Probleme müssen dabei überwunden werden? Lanthaler: Im Rahmen der Bemühungen zur Verbesserung der Patientensicherheit steht vor allem ein Umdenken im Umgang mit Fehlern im Vordergrund. Die Verbreitung einer positiven Fehlerkultur, welche die Fehlerursache nicht beim Individuum, sondern im System sucht, stellt sicherlich eine große Herausforderung dar. Dieses Umdenken im Umgang mit Fehlern muss über alle Hierarchieebenen hinweg erfolgen! Daher ist eine Unterstützung der Projekte durch die Führungsebene des Sanitätsbetriebes unerlässlich. Welche Schritte sind für die nächsten Monate geplant? Lanthaler: Für die nächsten Monate ist ein Ausbau des Kursangebots vor allem im Bereich des CIRS und der menschlichen Faktoren geplant. Im Bereich Simulation soll das Angebot auf weitere Fachbereiche ausgedehnt werden.

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Ein Mehr an Sicherheit – wie kann das geschaffen werden? Lanthaler: Ausbildungsziele beim Simulator-unterstützten Training sind die sogenannten „menschlichen Faktoren“, sprich Kommunikation, Entscheidungsfindung und Teamarbeit, da diese zu einem großen Teil – etwa 70 Prozent - in Notfallsituationen ausschlaggebend sind. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen in realitätsnahen Szenarien verschiedene Notfälle durch. In der Nachbesprechung mit den Instruktoren, dem eigentlichen Herzstück dieser innovativen Fortbildungsmethodik, wird über Stärken und Schwächen der im Team geleisteten Performance reflektiert und über neue Erkenntnisse diskutiert, welche in den eigenen Berufsalltag integriert werden. Dies stellt heutzutage die beste Möglichkeit zur nachhaltigen Reduktion von vermeidbaren Fehlern dar.

Verstärkung Simon Frings ist seit Anfang Oktober 2017 klinischer Risikomanager in der Stabsstelle Qualität der Sanitätsdirektion. Frings ist seit 2004 für den Südtiroler Sanitätsbetrieb tätig und seit 2012 leitender Arzt des Landesnotfalldienstes sowie Mitglied der betriebsweiten Arbeitsgruppe Risk Management. Diese beiden Aufgaben wird der 43-jährige auch weiterhin wahrnehmen. Bereits im April 2017 war Frings zum Fachreferenten für Notfallmedizin des Patienten-Sicherheits-Zentrums (PSZ) ernannt worden.

MEDIZIN & PFLEGE

An wen richten sich die Angebote des landesweiten Patientensicherheitszentrums? Lanthaler: Die Angebote richten sich grundsätzlich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sanitätsbetriebes. Die Simulationstrainings und Fortgeschrittenen („Advanced“)-Reanimationskurse werden zurzeit vor allem für das Personal, welches im Notfallbereich tätig ist, angeboten. Es gibt aber auch Grundkurse, die für alle Mitarbeiter zugänglich sind.

des SABES) nach den Richtlinien des IRC/ ERC ausgebildet und erhalten ein international gültiges Zertifikat, welches alle vier Jahre erneuert werden muss.

Frings hat sein Studium der Medizin in Wien absolviert und auch sein Notarzt-Diplom in Österreich erlangt. Außerdem absolvierte Frings die Ausbildung zum ALS Instructor/Advanced Life Support des Italian Resuscitation Council (IRC) sowie jene zum PALS-Instructor (Pediatric Advanced Life Support) der American Heart Association (AHA). Die ISO-zertifizierte Ausbildung zum Klinischen Risikomanager an der Akademie für klinisches Risikomanagement der Euteneier Consulting GmbH in Herrsching am Ammersee hat Frings ebenfalls abgeschlossen.

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Wie soll dieses Ziel erreicht werden? Lanthaler: Die Förderung der Patientensicherheit soll vor allem durch Reanimationskurse, Simulations-Team-Trainings und CIRS-Schulungen, also Lernen aus Fehlern, erreicht werden.

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MANAGEMENT & VERWALTUNG SABINE FL ARER

MANAGEMENT & VERWALTUNG

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„Es zahlt sich aus“ Der Südtiroler Sanitätsbetrieb sucht ärztliches Personal ­– und geht dabei kreative Wege: Auf Fachmessen, in Fachzeitschriften und nicht zuletzt auf den sozialen Plattformen wird für den Standort Südtirol und seine Gesundheitseinrichtungen geworben. Wir haben mit drei ärztlichen Mitarbeitern gesprochen, die jüngst über die SABES-Recruitingkampagne nach Südtirol gekommen sind.

Maria Elena Gorra und Alessia Bianchini sind Anästhesistinnen im Krankenhaus Meran, Alessandro Zecchin ist Gynäkologe im Krankenhaus Brixen. Sie sind über die „Recruiting-Kampagne“ auf den Sanitätsbetrieb aufmerksam geworden: Was war Ihr erster Eindruck? Gorra: Ich hatte bereits früher einmal Kontakt mit dem Südtiroler Sanitätsbetrieb, doch da es damals noch den Zweisprachig-

„Die Stärken sind eindeutig die Qualität der Einrichtungen, der Mittel und der Leistungen, die die Bürgerinnen und Bürger jeden Tag erhalten.“ ALESSANDRO ZECCHIN, GYNÄKOLOGE IM KR ANKENHAUS BRIXEN

keitsnachweis verpflichtend brauchte, unternahm ich nichts mehr. Nach einiger Zeit habe ich jedoch über die Plattform „LinkedIn“ die Anzeige gesehen, was mich sehr beeindruckt hat – normalerweise sind es eher die Privatfirmen, die solch moderne Wege gehen. Bianchini: Ich war bis vor zwei Jahren in Belgien tätig und habe auf „LinkedIn“ einfach „Italien“ und „Anästhesie“ eingegeben. Ich bin bereits nach einer halben Stunde kontaktiert worden – ein Umstand, der mich zu Anfang sogar an einen „Fake“ denken ließ. Auch der verantwortliche Primar hat mich rasch kontaktiert und ermutigt, ich war beeindruckt von so viel Engagement. Was war ausschlaggebend für Sie, nach Südtirol zu kommen?

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Gorra: Ich kannte Südtirol von Urlauben, doch das war nicht ausschlaggebend für die Wahl, hierher zu kommen. Ich komme aus der Emilia Romagna, wo große Effizienz und eine hohe Qualität herrschen. Für mich war es wichtig, dass dies auch bei einem Wechsel gegeben ist und ich somit Teil eines hochqualifizierten und patientenorientierten Teams bin.

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Bianchini: Der Einsatz, den alle zeigten, um mich nach Südtirol zu holen, hat mir imponiert. Auch die Tatsache, dass man hier gleich operativ eingebunden wird, aber trotzdem nicht allein ist, finde ich super. Ganz nebenbei ist man mir wirklich sehr, sehr entgegen gekommen, damit ich


meine Arbeit mit meinem Privatleben in Einklang bringen kann.

Bianchini: Eine Hauptstärke von Südtirols Häusern ist sicher die Sauberkeit – in Belgien waren sogar die Türgriffe fettig… Außerdem sind hier gewisse strukturelle Voraussetzungen vorhanden, so gibt es beispielsweise ein eigenes Zimmer für Ärzte in Bereitschaft. Da ich von außerhalb komme, ist das für mich eine große Erleichterung. Als Schwäche empfinde ich die überholten Diskussionen über Verträge und Anstellungsmodalitäten. Zecchin: Die Stärken sind eindeutig die Qualität der Einrichtungen, der Mittel und der Leistungen, die die Bürgerinnen und Bürger jeden Tag erhalten. Außerdem empfinde ich es als Bereicherung, dass in einer grenznahen Zone wie in Südtirol Ärzte der deutschen und italienischen Schule Seite an Seite arbeiten. Wie sehen Sie Ihre „work-balance“ im Südtiroler Sanitätsbetrieb? Gorra: Jeder arbeitet zuerst mal für Geld und Karriere, doch wenn diese zwei Parameter erfüllt sind, strebt man nach anderen Werten: Zeit für sich, für die Familie. Ein flexibler Stundenplan und eine frühzeitige und abgestimmte Planung der Turnusse ermöglichen es mir, mehr Zeit für meine Familie zu haben, was mich sehr glücklich macht.

Alessia Bianchini (links) und Maria Elena Gorra sind Anästhesistinnen im Krankenhaus Meran

Bianchini: Ich habe hier sehr nette Kolleginnen und Kollegen getroffen, einen äußerst zuvorkommenden Primar und ein gut ausgestattetes Umfeld. Auf meine familiären Bedürfnisse wird Rücksicht genommen, man ist mir sehr entgegen gekommen, da ich ja aus dem Veneto hierher pendle. Rückblickend würde ich diese Wahl wieder treffen.

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Gorra: Ich denke, die finanziellen Ressourcen und eine gewisse Flexibilität durch die Autonomie sind eindeutig Pluspunkte. Negativ empfinde ich die Bürokratie, die zum Beispiel Anstellungen nicht einfach macht. Ich bin überzeugt, dass - wenn es gelingt, gutes Personal zu halten und neu anzuwerben -, Südtirol einen enormen kulturellen und professionellen Reichtum aufweisen kann.

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Welches sind Ihrer Meinung nach die Stärken bzw. Schwächen der Südtiroler Gesundheitseinrichtungen?

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Zecchin: Ich kannte die Südtiroler Gegebenheiten, doch ich war lange in Verona und der Ausschlag, hierher zu kommen war vor allem, dass ich für mich und meine Partnerin – die ebenfalls Gynäkologin ist – einen Platz suchte, wo wir als Familie mit einem kleinen Kind bleiben können.

Zecchin: Ich finde es gut, dass der Betrieb einen eigenen Kinderhort zur Verfügung stellt, das ist besonders für junge arbeitende Eltern eine große Erleichterung. Wenn Sie einen Kollegen/eine Kollegin nach Südtirol holen wollten, was würden Sie ihm/ihr sagen? Gorra: Einem Berufsanfänger würde ich sofort empfehlen, nach Südtirol zu kommen – und dort zu bleiben. Falls der Betroffene bereits älter wäre, würde ich empfehlen, noch mehr Aufstiegsmöglichkeiten anzubieten. Bianchini: Auf jeden Fall, es zahlt sich aus. Gerade in meinem Bereich wird man auch wirklich begleitet und nicht allein gelassen, alle haben sich um mich gekümmert, vom Primar bis hin zur Sekretärin. Zecchin: Allein schon wegen der Lebensqualität würde ich empfehlen, nach Südtirol zu kommen. Aber auch wegen der Qualität der Leistungen und nicht zuletzt wegen der etwas höheren Entlohnung. Hier kann man in einem förderlichen Umfeld beruflich wachsen.

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Unter den Gästen auf Schloss Sigmundskron war auch Landesrätin Martha Stocker

SABES 007 PETER A. SEEBACHER

Großer Schlusspunkt E

ingeladen waren bei diesem Abschlussfest der Veranstaltungsreihe alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Gar einige scheuten auch nicht den Weg aus ferneren Ecken der Gesundheitsbezirke nach Bozen und ließen sich so die Möglichkeit einer kostenlosen Besichtigung des Mountain Messner Museum Firmian nicht entgehen. Das Wetter meinte es äußerst gut und verwöhnte die Gäste mit strahlend blauem Himmel und nahezu spätsommerlichen Temperaturen. Die Bewirtung durch das Team der Burgschenke unter der Leitung von Kurt Brugger trug zum Wohlfühl-Gefühl der Besucherinnen und Besucher bei. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Musikgruppen S.O.S. aus Brixen und Radio Swing aus Bozen – die sich teilweise (Radio Swing) oder komplett (S.O.S.) aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sanitätsbetriebes zusam-

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mensetzen. Höhepunkt der Veranstaltung war der Vortrag der italienischen Bergsteigerin Nives Meroi, die als zweite Frau alle Achttausender ohne Flaschensauerstoff bestiegen hat und die beeindruckende Bilder präsentierte.

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eben vielen helfender Hände von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Südtiroler Sanitätsbetriebes haben auch die Unterstützung der Unternehmen ACS, IBT, Markas, Waldner, Archicom und NTS wesentlich zum Gelingen der Veranstaltungsreihe beigetragen. Sie alle konnten am Ende des Abends der letzten Veranstaltung feststellen, dass es sich gelohnt hatte. Insgesamt haben an den acht Veranstaltungen der SABES-007-Reihe rund 1.000 Zuschauer teilgenommen. Bei der 20-Jahr-Feier in zehn Jahren sind es dann vielleicht schon 2.000.


Sonnenschein und fröhliche Gesichter definierten die Stimmung des Abends

SABES 007

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„Gran Finale“ hieß es am 11. Oktober auf Schloss Sigmundskron. Hausherr Reinhold Messner hatte für die Abschlussveranstaltung der Veranstaltungsreihe SABES 007 dem Südtiroler Sanitätsbetrieb sein Museum zur Verfügung gestellt.

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Ausklang der Veranstaltungsreihe SABES 007 bei herbstlicher Abendstimmung und nahezu spätsommerlicher Temperaturen

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Nives Meroi, Star des Abschlussabends bei der SABES 007-Abschlussveranstaltung

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SABES 007 – INNICHEN SABINE FL ARER

Bilder im Kopf

„Unser Motto bei National-Geographic hieß immer: ‚we care the planet‘ – wir kümmern uns um den Planeten, Sie hier kümmern sich um die Menschen, wofür ich Ihnen im Namen aller danke“, bekundete Erwin Brunner gleich zu Beginn seine Wertschätzung für die anwesenden SABES-Mitarbeiterinnen und –Mitarbeiter.

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runner erzählte von seinem Aufstieg als Redakteur bis hin zum Textchef der renommierten Wochenzeitschrift „Zeit“, weiter ging die Reise als Bildredakteur zu „Merian“, bis er seine Karriere vor einigen Jahren bewusst freiwillig – „ich wollte noch etwas anderes machen als Arbeiten“ – als Chefredakteur des Natur-Magazins „National Geographic Deutschland“ beendete. „Veränderung ist wichtig“, erklärte Brunner, „doch die Veränderung muss immer die Menschen mitnehmen“. Er selbst sei während seiner Zeit als Textchef mit vielen unterschiedlichen Schreibstilen konfrontiert gewesen. Auch wenn er manchmal regulierend habe eingreifen müssen, es sei ihm immer wichtig gewesen, die Persönlichkeit des Autors nicht zu verbiegen: „Gera-

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SABES 007 – INNICHEN

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Bei der SABES-007-Auftaktveranstaltung in Innichen am 18. September war der ehemaligen National-Geographic-Chefredakteur – und in Innichen geborene – Erwin Brunner zu Gast.

de davon lebt ein Magazin – wer will schon etwas eintönig Gleiches? Ich glaube, das gilt für jedes Arbeitsumfeld, wir müssen lernen, uns gegenseitig zu respektieren und miteinander umzugehen. Ich verfolge die Situation in Südtirol auch sehr genau über die Medien, an der Streitkultur mangelt es uns Südtirolern leider noch etwas.“

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Der Mensch der Steinzeit sei nicht aus Mangel an Steinen in die nächste Entwicklungsetappe geschritten, sondern weil er einen intellektuellen Sprung nach vorne mit neuen Ideen gemacht hätte: „Auch wir müssen uns weiterentwickeln, denn sonst bleiben wir stehen“, erklärte Brunner.

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Ein spannender Abend wartete auf die Zuschauer


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Die Damen mit der Liste: Gisella Webber (li.) und Claudia Montresor

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(links) Veränderungen gewohnt: Erwin Brunner

Ein Kurzinterview mit Erwin Brunner. Die Kraft der Bilder – worin besteht sie? Bilder sind für uns Menschen – neben dem Schmerz – die wohl wirkmächtigste Begegnung mit der Welt. Sie bewegen, bezaubern, verstören. Sie können wahrhaftig sein – aber auch lügen. Bilder sind die universelle Sprache, die jeder versteht: das direkteste und effizienteste Medium der Kommunikation. Sie treffen Gefühl und Intellekt gleichermaßen und mit stärkster Nachhaltigkeit. Macht über die Bilder zu haben, bedeutet seit den Zeiten der frühesten Kulturen genauso wie heute, Macht über die Menschen zu haben. Bilder prägen unser Fühlen und Denken und – im wahrsten Sinn des Wortes – unsere Welt-Anschauung. Dank 2000 Jahren Bilderkultur glauben wir zu wissen, wie Gott im Himmel aussieht und wie das Paradies und die Hölle beschaffen sind. Mondlandung und 9/11 sind uns über Bilder „unvergesslich“ geworden. Der Siegeszug zuerst des Fernsehens und heute

des Smartphone wäre ohne die Sogkraft der Bilder undenkbar. Und das Selfie hält milliardenfach für einen magischen Moment die Zeit an: Es „verewigt“ whatsappodiktisch, dass wir gerade vor dem Markusdom oder auf dem Roten Platz stehen. Sind Bilder im heutigen, digitalen Zeitalter überhaupt noch vertrauenswürdig? Ja, und zwar so viel oder wenig wie eh und je. Denn jedes Bild ist ein Artefakt und ist menschengemacht, also ein intentionell wiedergegebener Ausschnitt einer vorgefundenen, arrangierten oder imaginierten Realität. Die 30.000 Jahre alten Tierbilder der Chauvet-Höhle nicht anders als die TV-Bilder und Facebook-Posts der Hochzeit von Philipp und Nicole. Erst dem vor bald 200 Jahren entstandenen Medium der Fotografie wurde die Erwartung „dokumentarisch = wahrhaftig“ aufgebürdet. Aber allein schon über die

Bildkomposition und die Belichtung konnte und kann auch jeder Fotograf sein Bild gestalten und handhaben - sprich: manipulieren. Heute natürlich sozusagen spontan und spielerisch: im Menü der Digitalfotografie und mit dem Zaubertool namens Photoshop. Dennoch: Bilder sind immer noch exakt so vertrauenswürdig, wie der Urheber und/oder Absender sie haben will, auch wenn die digitale Versuchung zur „alternativen“ Nutzung allgegenwärtig und unermesslich ist.

SABES 007 – INNICHEN

Macht durch Bilder

Bilderflut und Sinnesüberreizung: Sind wir für schöne Bilder noch offen? Schöne oder besser: geschönte Bilder sind nun ja gerade die Droge der Digitalkreativität, also kann man sie in Schönheit vergehen lassen. Aber das gute, das glaubhafte Bild wird seine Kraft nie verlieren, denn es kann uns im Innersten berühren.

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SABES 007 – STERZING SABES 007 – STERZING PETER A . SEEBACHER

FOTO PETER A. SEEBACHER

FOTO PETER A. SEEBACHER

„Ich habe gelernt, auf mich zu hören“

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Das erste öffentliche Interview seit Langem von Alex Schwazer wollten sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sanitätsbetriebes nicht entgehen lassen


Die Zeit, nachdem er aufgeflogen war, sei sehr schwierig gewesen, aber: „Ich habe in dieser Zeit gelernt, auf mich selbst zu hören. Du kannst nicht darauf warten, bis dir jemand sagt, was du tun oder nicht tun sollst. Du musst für dich entscheiden und dann den eingeschlagenen Weg konsequent verfolgen.“ Irgendwann habe er deshalb beschlossen, Berichte über

sich einfach nicht mehr zu lesen. Auch eine leichte Medienkritik klang an: „Medien berichten immer extrem: Entweder ist etwas ganz toll, oder ganz schlecht, dazwischen gibt es nichts.“

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uch zu seinem zweiten Dopingfall äußerte sich der Spitzensportler: „Das sportgerichtliche Verfahren ist abgeschlossen, jetzt hoffe ich, dass im gerichtlichen Verfahren bald die Wahrheit ans Licht kommt.“ Dafür kämpfe er. Bezirksdirektorin Christine Zelger bedankte sich abschließend bei Alex Schwazer für seine offenen Worte, die wohl keinen der Zuhörerinnen und Zuhörer unberührt gelassen hatte. Gerade hinsichtlich des roten Fadens der Veranstaltungsreihe - Motivation und Resilienz in Zeiten der Veränderung – konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer das eine oder andere für sich mitnehmen.

Helfer im Hintergrund Anlässlich des Internationalen Tages der Reinigungskräfte ist am 8. November 2017 in der Tageszeitung „Dolomiten“ ein Interview mit Markas­ Mitarbeiterin Frieda Hofer erschienen. Sie ist eine von insgesamt 300 Reinigungskräften im Krankenhaus Bozen und seit mittlerweile acht Jahren im Einsatz. „Als Reinigungskraft in der Notaufnahme sehe ich viel und habe auch sehr viel sauber zu machen“, erklärt Frieda Hofer. „Dabei trage ich nicht nur die Verantwortung für keimfreie Oberflächen, sondern auch für das Wohlbefinden der Patienten.“ Ihr täglicher Ansporn ist es, das Umfeld der Patienten so zu reinigen, wie sie es sich selbst in ihrer Situation wünschen würde. Die Arbeit in der Notaufnahme ist eine Herausforderung, die wahrscheinlich manch eine Reinigungskraft an ihre Grenzen bringt. Frieda Hofer bezeichnet sich selbst durch ihre langjährige Erfahrung aber mittlerweile als abgehärtet und begegnet dieser Herausforderung mit einer großen Portion Optimismus: „Langweilig wird es hier sicher nicht so schnell“, sagt sie. Der Gedanke, das Handtuch zu werfen und den Beruf zu wechseln, sei ihr selbst in schwierigen Situationen noch nie gekommen – im Gegenteil: „Ich bin sehr stolz auf meinen Job, weil ich dabei das Gefühl habe, Menschen helfen zu können.“

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m Gespräch mit Moderatorin Sigrid Flenger sprach Alex Schwazer ganz offen und ungeschminkt über die vergangenen Jahre und wie es ihm nach seiner Doping-Beichte ging. „Ich hätte nach meinem Olympiasieg 2008 in Peking eine Pause gebraucht, habe das aber nicht zugelassen und stattdessen noch härter trainiert.“ Das habe schließlich zur fatalen Entscheidung geführt, zu dopen. Auch aufgrund des Wissens, dass die Konkurrenten rundherum Doping praktizierten. „Es war eine Art Trotzreaktion meinerseits, nach dem Motto: So, dann dope ich halt auch.“

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SABES 007 – STERZING

Wie man es schafft, Rückschläge und Tiefpunkte zu überwinden und motiviert zu bleiben, davon erzählte Olympiasieger Alex Schwazer bei der SABES-007-Veranstaltung in Sterzing.

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Als musikalische Begleitung gab es in Sterzing junge Volksmusik

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SABES 007 – MERAN

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Die Rede ist von Armin Zöggeler, dem sechsfachen Rodel-Olympiasieger, der seit seiner Kindheit das Leben im Eiskanal kennt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „SABES 007 – zehn Jahre SABES“ war Zöggeler im Krankenhaus Meran zu Gast.

SABES 007 – MERAN SABINE FL ARER

Der Mann aus dem Eis

„In der Ruhe liegt die Kraft“ lautete das Thema des Sabes-007-Abends in Meran und der Titel traf den Nagel auf den Kopf. Ruhig, ernst und doch mit leisen humoristischen Noten erzählte Armin Zöggeler in der vollbesetzten Mensa im Krankenhaus Meran aus seinem Leben. Die Liebe zum Rodeln begann aus purer Bequemlichkeit – immerhin wohnte Zöggeler in Völlan an einem steilen Hügel, der Weg in die Schule war da im Winter – zumindest in der Früh - mit der Rodel um einiges schneller.

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ie Liebe zu diesem Sport wuchs langsam, aber konstant, mit den Jahren kamen auch die ersten Erfolge. War es am Anfang noch unerwartet, gut abzuschneiden, trainierte Zöggeler bald darauf konsequent, oft auch zu viel: „Ich musste auch lernen, auf meine Berater zu hören, denn als

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Helfende Hand: Katja Trevisan sorgte in Meran für die Verteilung der Programme samt SABES-Umhänger

SABES 007 – MERAN

ich beim Krafttraining übertrieb, meldete sich prompt mein Rücken.“ Es folgten Medaillen über Medaillen, Erfolge stellten sich ein, immer berühmter wurde der „Mann aus dem Eis“. Seine oft zitierte Ruhe sei für ihn Grundvoraussetzung gewesen, um Fehler zu vermeiden. Er sprach davon, dass er zwar ein umgänglicher Mensch sei, jedoch werde bei den Wettkämpfen jeder zum gnadenlosen Egoisten: „Man will siegen – nichts sonst. Als ich wusste, dass ich aufhören würde, wollte ich die letzte Olympiamedaille unbedingt. Ich würde sogar fast sagen, dass diese letzte Medaille in meiner Karriere für mich wichtiger war als die erste.“ och der Erfolg hatte auch seinen Preis: So weilte er zur Geburt seiner Tochter am anderen Ende der Welt und wusste, ein Heimkommen – mitten in der Wettkampfsaison zwischen einem Flug und den anderen – wäre unmöglich gewesen. Die Konsequenz, das neugeborene Töchterchen und die Familie erst nach einigen Wochen sehen zu können, war harter Tobak. Doch Zöggeler wusste, ein Aufgeben in dieser Phase war nicht drin. Entscheidungen, die im Nachhinein verständlich klingen mögen, aber erahnen lassen, wie willensstark ein Athlet und dessen Familie sein müssen.

Für die Umrahmung des Abends sorgten der Chor „VivaVoce“ und Psychologe Michele Giro am Piano.

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ist er für die Teambetreuung zuständig – und damit sicher der richtige Mann am richtigen Ort, denn seine eigene Erfahrung hat ihm gelehrt, wie man Menschen motivieren muss. „Trotzdem muss ich ehrlich sein, denn es gilt manchmal, Entscheidungen zu kommunizieren, die bitter sind – wenn etwa ein Athlet nicht für einen Wettkampf in Frage kommt. Es ist leichter, am Material zu arbeiten, als Menschen manchmal eine schlechte Botschaft zu überbringen.“

Das Interesse an Armin Zöggeler, der seine Karriere als Sportler vor drei Jahren beendet hat, ist weiterhin groß

2014 hängte Zöggeler die Rodel als aktiver Sportler an den Nagel und ist nun im italienischen Rodelverband tätig. Seine jahrelange Erfahrung hat ihn zuerst in die Materialentwicklung geführt, was ihm sehr gefiel, denn „ich bin ein Tüftler und habe immer selbst an meinen Materialien gearbeitet.“ Doch Zöggeler wäre nicht der, der ist, wenn er nicht auch hier eine weitere Spitzenposition erklommen hätte: Nun

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SABES 007 – SCHL ANDERS PETER A . SEEBACHER

Glück muss man wollen

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SABES 007 – SCHL ANDERS

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Ulrich Wallnöfer ist Gründer und Geschäftsführer von Pur Südtirol. Der Unternehmer war Gast der SABES-007-Veranstaltung in Schlanders.

Moderatorin Sigrid Flenger, Talk-Gast Ulrich Wallnöfer und der rote Faden

„Ich bin ein Glückskind“, stellte Ulrich Wallnöfer gleich zu Beginn des Gesprächs mit Moderatorin Sigrid Flenger fest, „ich ziehe das Glück geradezu an.“ Warum das so ist? Wallnöfers schlichte Antwort: „Weil ich es will!“ Positive Gedanken seien das Um- und Auf, so der Unternehmer. „In Sachen positives Denken können wir uns von den Amerikanern einige Scheiben abschneiden“, meinte der vielgereiste Pur-Geschäftsführer. „Die Amerikaner sind nicht schlauer oder besser ausgebildet als wir, aber sie haben diesen positiven Spirit, den sie auch beibehalten, wenn es mal nicht so gut läuft.“

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as Thema Veränderung machte der gebürtige Prader in dem sehr offen geführten Gespräch auch an sich selbst fest: „Als studierter Betriebswirt war ich früher sehr auf Zahlen und Ergebnisse fixiert, auch in Bezug auf Gefühle war ich eher so der Typ ‚Ein echter Tiroler weint nicht‘. Ich musste erst lernen, auch meine weibliche Seite zuzulassen und heute fühle ich mich als Mensch ‚runder‘ und zufriedener.“ Generell brauche heute die Gesellschaft mehr ‚weibliche‘ Eigenschaften:

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„Wir brauche mehr Mitgefühl, mehr Miteinander, mehr Verständnis füreinander“, so der Unternehmer, der sich stark für die Gemeinwohl-Ökonomie engagiert. Mit dem Thema Loslassen war Wallnöfer bereits als Student konfrontiert: „Als Jugendlicher war ich auf meine blonde, lockige Mähne sehr stolz, aber bereits Anfang zwanzig bekam ich langsam eine Glatze, die ich irgendwann nicht mehr kaschieren konnte. Der Entschluss, mich zu meiner Glatze zu bekennen, meine Haare sozusagen ziehen zu lassen, und mit glattrasiertem Kopf herumzulaufen, war sehr, sehr befreiend für mich.“

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ich selbst akzeptieren und auch einmal loslassen können, das seien zentrale Dinge, um ganz bei sich selbst sein zu können. „Wir sollten Veränderungen annehmen und nicht mit Groll gegenübertreten, vielmehr sollten wir diese als Chance für unsere Weiterentwicklung sehen und nutzen“, so die Schlussworte des Vinschger Unternehmers.


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In Schlanders sorgte SABESMitarbeiter Rudi Zangerle für Stimmung

IBT GROUP

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Dank der über fünfjährigen fruchtbaren Zusammenarbeit, hat IBT mit großem Stolz am zehnjärhigen Jubiläum des Südtiroler Sanitätsbetriebes teilgenommen. Bei SABES haben wir Werte wie Stärke und Innovationslust gefunden, welche uns erlaubt haben, gemeinsam zukunftsorientierte Systeme zu entwerfen, die Tag für Tag die Qualität der Dienste für den Bürger verbessern. Unter den jüngsten Projekten, auf die wir besonders stolz sind, ist die Realisierung der neuen Zentralen des 118- und 112-Dienstes von Trient und Bozen: schon in den ersten Monaten der Inbetriebnahme haben wir positive Auswirkungen für die Region und deren Sicherheit feststellen können.

„Wir sollten Veränderungen annehmen und nicht mit Groll gegenübertreten, vielmehr sollten wir diese als Chance für unsere Weiterentwicklung sehen und nutzen.“ ULRICH WALLNÖFER, GRÜNDER UND GESCHÄFTSFÜHRER VON PUR SÜDTIROL

Valentine Strobl war in Schlanders das freundliche Gesicht am Empfang und Organisatorin im Hintergrund

SABES 007 – SCHL ANDERS

Die IBT Group ist ein im Jahr 2000 gegründetes Engineering Unternehmen mit Sitz in Klagenfurt und Treviso. Das Ziel der IBT Group ist es Unified-Communications-Lösungen, basierend auf den innovativsten Technologien, zu entwickeln, um so die höchste Effizienz in der Unternehmenskonnektivität zu erreichen. Angefangen von der Beratung und Projektplanung, bis hin zur Installation und Wartung, entwickeln wir maßgeschneiderte Lösungen, welche unseren Kunden langfristigen Erfolg ihrer Investition garantieren.

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Seit 17 Jahren an der Seite von SABES ,um die maximale Effizienz in Sache Unternehmenskonnektivität zu erreichen.

Dank unserer strategischen Zusammenarbeit mit Unify der ATOS-Gruppe, geboren aus dem Ingenieursgeist von Siemens, welche uns erlaubt mit zuverlässiger und hochmoderner Technologie zu arbeiten, hat sich IBT in den letzten Jahren darauf konzentriert, Clinical-Governance-Lösungen spezifisch für Strukturen wie Krankenhäuser anzubieten. Diese Lösungen sind darauf ausgelegt, eine kontinuierliche Verbesserung der Pflegequalität durch Software, Datensammlung und Architekturen zu erreichen, mittels Dialog unter gemischten Systemen, um damit die Arbeit der über 9.500 Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes zu vereinfachen und sicherer zu machen, sowie den Patienten einen größeren Komfort zu sichern.

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Also, alles Gute, SABES, und wir hoffen noch weiter 100 Jahre an eurer Seite zu stehen

Partner

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SABES 007 – BRIXEN

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Gast der SABES-007-Veranstaltung in Brixen war der Journalist Christian Welponer, der darüber berichtete, wie er nach einem schweren Lawinenunglück wieder ins Leben zurückfand.

SABES 007 – BRIXEN PETER A . SEEBACHER

Zurück ins Leben

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Der Weg zurück ins Leben, zurück in die Spur, sei bis heute noch nicht abgeschlossen: „Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder eine Skitour machen werde“, so Welponer auf die Frage einer Zuschauerin, „körperlich und psychisch bin ich noch nicht so weit, aber ausschließen möchte ich das nicht.“ Bis heute plagen den 70-jährigen Bergfex mehrmals wöchentlich Alpträume, weshalb er seit einiger Zeit in Therapie sei. Posttraumatische Belastungsstörung laute die Prognose, so Wel-

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FOTO PETER A. SEEBACHER

hristian Welponer war Anfang März 2017 bei einer Skitour im Aosta-Tal von einer Lawine verschüttet worden. Welponer war rund 30 Minuten unter eineinhalb Meter Schnee begraben, bevor er gerettet werden konnte. „Ich war überzeugt“, bekannte der Bozner in seinem bewegenden Interview mit Moderatorin Sigrid Flenger in Brixen, „dass ich sterben würde.“ Eine unendliche Traurigkeit habe ihn überkommen, so Welponer, Traurigkeit darüber, dass er seine Pläne nicht mehr umsetzen werde können, dass er seine Frau und Familie nie wieder sehen würde.

Ein gemütliches Get-together schloss den Abend ab


poner, aber er sei voller Hoffnung, dass er diese früher oder später überwinden werde: „Ich bin jemand, der das Glas eher halb voll als halb leer sieht und ich sage mir täglich: Es wird von Tag zu Tag besser. Und das hilft mir.“

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Christian Welponers Erlebnisbericht stieß in Brixen auf großes Interesse

SABES 007 – BRIXEN

Musik für alle (Not)Fälle: S.O.S aus Brixen mit Giorgia Bracchi, Martin Ogriseg, Christoph Zöschg und Alois Zöschg (hier mit Gastmusiker)

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Motivation und Resilienz in Zeiten der Veränderung – Christian Welponer konnte mit seiner Sicht zu diesen Begriffen und seiner emotionalen, offenen Art die Zuhörerinnen und Zuhörer im Krankenhaus Brixen fesseln.

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eine Prioritäten hätten sich seit seinem Lawinenunfall verändert: „Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie fragil das menschliche Leben ist. Statistisch gesehen bleiben mir noch elf Lebensjahre und diese möchte ich ausgefüllt verbringen. Nicht mehr die Berge stehen jetzt an erster Stelle, sondern meine Familie, meine Frau und gute Freunde.“

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SABES 007 – BRUNECK PETER A . SEEBACHER

Motivation ohne Stress

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eim Vortrag von Monika Niederstätter ging es vor allem um die Themen Motivation und Zielerreichung: Wie kann ich mich motivieren? Was hindert mich daran, meine gesteckten Ziele zu erreichen? Mit welchen einfachen Mitteln kann ich meinen inneren Schweinehund überwinden? Warum sollte ich überhaupt motiviert sein? Das waren die Fragen, welche Niederstätter in ihrem Referat erörterte. Vor allem einen Tipp hatte sie für die zahlreich erschienenen Interessierten: „Arbeiten Sie an Ihren Stärken und versuchen Sie nicht, so zu sein wie jemand anders.“ Die Methoden für Motivation und Stressbewältigung seien sowohl im Sport als auch bei der alltäglichen Arbeit einsetzbar. Niederstätter: „Es ist egal, ob ich vor einem wichtigen Wettkampf stehe oder vor einem wichtigen Gespräch mit Vorgesetzten oder Kunden, die Strategie kann in allen Berei-

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SABES 007 – BRUNECK

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In Bruneck bekam die SABES-007-Veranstaltung eine sportliche Note. Referentin war die ehemalige Weltklasse-Hürdenläuferin und Psychologin Monika Niederstätter.

chen eingesetzt werden.“ Dabei sei es auch wichtig, seine „inneren Antreiber“ zu erkennen. „Sei perfekt“, „Sei stark“, „Streng dich an“, „Sei beliebt“ und „Beeil dich“ seien den Menschen innewohnende Devisen, die stressverursachend wirken können. „Wer glaubt, sich immer anstrengen oder immer perfekt sein zu müssen, weil er sonst nichts wert ist, wird irgendwann unweigerlich an seine Grenzen kommen. Wer seine innerlichen ‚Hauptantreiber‘ kennt, kann daran arbeiten und so den Stressverursacher “bekämpfen”. Denn, so abschließend die ehemalige Spitzensportlerin, manchmal müsse dem Körper und Geist auch Ruhe gegönnt werden.


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Wie kann ich meine Ziele erreichen? Die Anwort auf diese Frage interessierte in Bruneck zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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Moderatorin Sigrid Flenger (re.) beim abschließenden Interview mit Monika Niederstätter

„Es ist egal, ob ich vor einem wichtigen Wettkampf stehe oder vor einem wichtigen Gespräch mit Vorgesetzten oder Kunden, die Strategie kann in allen Bereichen eingesetzt werden.“ MONIK A NIEDERSTÄT TER, MENTALTR AINERIN

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SABES 007 – BOZEN SABES 007 – BOZEN PETER A . SEEBACHER

Schlimme Sanität? Südtirols Chefredakteurinnen und Chefredakteure diskutierten bei der SABES-007-Podiumsdiskussion am 27. September im Krankenhaus Bozen über das Thema „Die Sanität in den Medien“.

Warum ist der Bereich Gesundheitsversorgung so interessant für die Medien? Warum wird tendenziell eher negativ über die Südtiroler Sanität berichtet? Stimmt das überhaupt? Das waren einige der Fragen, die im Laufe des Abends diskutiert wurden. Ganze sieben Südtiroler Chefredakteurinnen und Chefredakteure waren der Einladung des Südtiroler Sanitätsbetriebes gefolgt: Alberto Faustini, Chefredakteur des Alto Adige, Toni Ebner, Chefredakteur Dolomiten, Heidy Kessler, Chefredakteurin RAI Südtirol, Arnold Tribus, Direktor Neue Südtiroler Tageszeitung, Christoph Franceschini, Chefredakteur salto.bz, Christian Pfeifer, Chefredakteur Südtiroler Wirtschaftszeitung sowie Roberto Magurano, Chefredakteur Corriere dell‘Alto Adige.

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ines der Hauptthemen bei der Diskussion war die oft als negativ rezipierte Berichterstattung über die Südtiroler Sanität in den Medien. Alto Adige-Chefredakteur Faustini war der Meinung, dass es nicht Aufgabe eines Mediums sein könne, sich über die Auswirkungen der Berichterstattung Ge-

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Am Ende der Diskussion meldete sich der Primar der Neonatologie und Neugeborenenintensivstation in Bozen, Hubert Messner, zu Wort: „Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die andauernde negative Berichterstattung in den Medien keine Auswirkung auf die Stimmungslage der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Natürlich hat sie das und darüber sollten sich die Medienmacher bewusst sein.“

FOTO PETER A. SEEBACHER

danken zu machen. Faustini: „Uns werden Informationen zugetragen, wir recherchieren und dann berichten wir.“ Christian Pfeifer von der Südtiroler Wirtschaftszeitung meinte, dass der Sanitätsbetrieb oft selbst an der negativen Berichterstattung schuld sei: „Konflikte und Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Betriebes werden immer sofort an die Öffentlichkeit weitergegeben, das würde so in einem privaten Unternehmen niemals geduldet werden. Der Sanitätsbetrieb sollte dazu übergehen, seine Konflikte nicht immer sofort nach außen zu tragen.“ Dolomiten-Chefredakteur Toni Ebner unterstrich, dass sein Blatt durchaus auch positiv über das Thema Gesundheit berichte, etwa auf der wöchentlichen erscheinenden Seite mit Tipps und Informationen zum Thema Gesundheit. Arnold Tribus von der Neuen Südtiroler Tageszeitung stellte fest: „Gesundheit und Sanität betrifft einfach jeden früher oder später, deshalb wird über diesen Themenbereich auch oft berichtet.“

SABES 007 – BOZEN

Eine ernsthaft geführte Diskussion auf dem Podium im Bild von links Christian Pfeifer (SWZ), Heidi Kessler (RAI Südtirol) und Toni Ebner (Dolomiten), führte anschließend zu angeregten Gesprächen.

Barbara Franzelin im Gespräch mit Bruno Giacon

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MER AN Euregio Tour stoppt in Meran 35 Tag der Menopause 35 BOZEN Laufend gesund 36 Fotografien in der Nuklearmedizin

BRUNECK

BOZEN Laufend gesund 36 Fotografien in der Nuklearmedizin 36 Das Bergtherapieprojekt des Psychiatrischen Dienstes Bozen 37 BRIXEN Symposium zum Abschied 37

BOZEN

BRIXEN Symposium zum Abschied 37

BRIXEN

AUS DEN BEZIRKEN

36 Das Bergtherapieprojekt des Psychiatrischen Dienstes Bozen 37 BRIXEN Symposium zum Abschied 37

MERAN

Großer Andrang beim „Brunecker Schilddrüsentag“ 33 Neu im Krankenhaus Bruneck: die Podologische Ambulanz 33 Vortragsabend: „Die Wechseljahre – Tanz der Hormone“ 34 Vorstellung des Rheumatologischen Dienstes im Krankenhaus Bruneck 34 MER AN Euregio Tour stoppt in Meran 35 Tag der Menopause 35 BOZEN Laufend gesund 36 Fotografien in der Nuklearmedizin 36 Das Bergtherapieprojekt des Psychiatrischen Dienstes Bozen 37 BRIXEN Symposium zum Abschied 37 BRUNECK

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BRUNECK MARIA ELISABETH RIEDER

Podologische Behandlungen wurden bisher nur in der Diabetologie in Bozen angeboten. Seit dem 6. Juni 2017 gibt es auch im Krankenhaus Bruneck eine Podologische Ambulanz.

Großer Andrang beim „Brunecker Schilddrüsentag“

Die Podologische Ambulanz ist der Abteilung für Dermatologie unter der Leitung von Primaria Carla Nobile und Koordinatorin Edith Dorigo zugeteilt und wird vom Podologen Andrea Minerbi geführt.

W

ie aktuell das Thema ist, zeigte sich beim „Brunecker Schilddrüsentag“ in der Eingangshalle des Krankenhauses Bruneck. Ein Team von Internisten, Chirurgen, Laborexperten und Hausärzten stand von 14.00 bis 19.00 Uhr für persönliche Gespräche zur Verfügung. „Mit dem Brunecker Schilddrüsentag wollten wir Interessierte auf die Besonderheiten der Funktion und der Erkrankungen der Schilddrüse aufmerksam machen und über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten informieren“, erklärt Organisatorin und Chirurgin Monika Niederkofler. Siegfried Weger, Primar Abteilung Innere Medizin, sprach über die häufigsten Erkrankungen der Schilddrüse und deren Symptome. Günther Sitzmann, Primar der Allgemeinen Chirurgie gab Einblicke in die chirurgische Therapie. Über 250 Interessierte kamen zu den Vorträgen um 14.00 Uhr und nochmal etwa 70 zur Wiederholung der Vorträge um 17.00 Uhr. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch,

einige hatten Befunde mitgebracht. Großen Andrang gab es an den Info-Ständen und bei den Ultraschall-Untersuchungen. Es gab eine Videothek und Methoden zur Überwachung der Stimmbandnerven und zum gewebeschonenden Operieren. Eine Frau, die mit dem Zug aus Sterzing gekommen war, freute sich: „Ich habe in den Vorträgen alles gut verstanden und nachher mit dem Primar mein Problem besprechen können, jetzt fahre ich beruhigt nach Hause.“ Auch Primar Günther Sitzmann war überrascht vom Erfolg und dem großen Andrang: „Im persönlichen Gespräch mit Patienten konnte ich Personen aus dem gesamten Pustertal, aber auch aus anderen Teilen Südtirols in unserem Krankenhaus in Bruneck willkommen heißen. Dieser positive Zuspruch zeigt, dass die Menschen im Land die professionelle und empathische Arbeit aller Berufsgruppen im Sanitätsbetrieb schätzen und nutzen.“

Minerbi hat 2014 den ersten von der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana abgehaltenen dreijährigen Lehrgang in Podologie absolviert. Danach arbeitete er zwei Jahre lang in einer podologischen Privatpraxis in München und hat im Dezember 2016 das Masterstudium in Posturologie (Haltungslehre) abgeschlossen. Schließlich ist er über einen öffentlichen Wettbewerb im Krankenhaus Bruneck aufgenommen worden.

BRUNECK 33

Neu im Kranken­ haus Bruneck: die Podologische Ambulanz

AUS DEN BEZIRKEN

Die Schilddrüse ist ein kleines, aber lebenswichtiges Organ, das Hormone bildet, welche zahlreiche Körperfunktionen beeinflussen. Erkrankungen der Schilddrüse sind weit verbreitet und können verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen.

Der Zuständigkeitsbereich des Podologen ist vielfältig und ergibt sich aus Gebieten der Inneren Medizin, Dermatologie und Orthopädie. Die Aufgabe eines Podologen umfasst präventive und kurative therapeutische Maßnahmen rund um den Fuß, wie etwa die Behandlung von Nageldystrophien oder Nagelpilz, konservative Therapie von eingewachsenen Zehennägeln, Abtragung schmerzhafter Hypercheratosen, Schulung und Prävention des diabetischen Fußes, Behandlung diabetischer Fußulcera in Zusammenarbeit mit den Dermatologen und Korrektur von Zehenfehlstellungen mittels Silikonorthesen. Die Patientinnen und Patienten werden direkt vom Haus- oder Facharzt zugewiesen, die Termine werden über die interne einheitliche Vormerkstelle vergeben.

FOTO MARIA E. RIEDER

(ANDREA MINERBI)

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BRUNECK 34 AUS DEN BEZIRKEN

BRUNECK MARIA ELISABETH RIEDER

Vortragsabend: „Die Wechseljahre – Tanz der Hormone“ Im Rahmen des „Open Day der frauenfreundlichen Krankenhäuser“ fand im Krankenhaus Innichen ein Vortragsabend „Wechseljahre – Tanz der Hormone“ statt. In den Räumlichkeiten der Gynäkologie/frauen.gesundheit pustertal erhielten interessierte Frauen nützliche Informationen für diese Lebensphase. Viele Frauen sehen den Wechseljahren mit unsicheren Gefühlen entgegen. Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine natürliche Phase im Leben der Frau. Trotzdem können Frauen unter den hormonell bedingten Veränderungen des Körpers und der Psyche leiden. Es gibt jedoch vielfältige Möglichkeiten, die Beschwerden der Wechseljahre zu lindern oder zu beheben, so dass Leistungsfähigkeit und Lebensqualität erhalten bleiben. Beim Vortragsabend „Wechseljahre – Tanz der Hormone“ wurden den Frauen Wege aufgezeigt, den körperlichen und seelischen Problemen in dieser Zeit zu begegnen. Die Gynäkologinnen Sandra Ladstätter und Beate Ilse Hess erklärten, was die Wechseljahre genau sind und was mit dem Körper der Frau in dieser Zeit des Wechsels genau passiert. Weiters zeigten sie auf, welche Möglichkeiten es gibt, mit den hormonellen Veränderungen umzugehen, die Menopause

als Chance wahrzunehmen und die Weichen für die Zukunft noch einmal neu zu stellen. Die Ernährungstherapeutin Bettina Ortner beantwortete die Fragen, wie Wechseljahrbeschwerden durch Ernährung reguliert werden können, wie einer Gewichtszunahme vorgebeugt werden kann und welche Ernährung vor Osteoporose schützt. Sie informierte darüber, wie die Ernährung dazu beitragen kann, den weiblichen Körper während der Hormonumstellung zu unterstützen. Die Psychologinnen Doris Winkler und Christine Reiterer versuchten in ihrem Kurzvortrag die heilsame Wirkung von Selbstmitgefühl bei der Meisterung der Wechseljahre zu vermitteln und durch eine praktische Übung erlebbar zu machen. „Ziel ist es, den Frauen zu vermitteln, freundschaftlich, verständnisvoll, wertschätzend und fürsorglich mit sich umzugehen“, sagte Doris Winkler. (MER)

Vorstellung des Rheumatologischen Dienstes im Krankenhaus Bruneck Der Gesundheitsbezirkes Bruneck und die Rheumaliga luden anlässlich des diesjährigen Weltrheumatages zur Vorstellung des Rheumatologischen Dienst in die Eingangshalle des Krankenhauses Bruneck ein. Seit 1.1.2017 gibt es die Rheuma-Ambulanz im Krankenhaus Bruneck. Dessen Leiter Christian Dejaco und sein Team stellten den Dienst vor. Wie wichtig der Dienst für die Bevölkerung ist, zeigt sich an den Zahlen, die Dejaco präsentierte. So gibt es allein im Pustertal und Eisacktal über 5.000 Betroffene. „Für die optimale Betreuung ist eine enge Zusammenarbeit mit allen Diensten im Krankenhaus und im Territorium nötig“, betonte Christian Dejaco. Giuseppe Zampogna ging in seinem Vortrag auf die autoimmunen entzündlichen und auf die degenerativen, nicht–entzündlichen rheumatischen Erkrankungen ein. Zampogna betonte, dass allen rheumatischen Erkrankungen Schmerzen und damit ein Verlust an Lebensqualität gemeinsam seien. Deshalb sei eine frühzeitige Diagnose wichtig, damit früh mit der Therapie begonnen und Beeinträchtigungen vermieden werden können. Die Krankenpflegerin Ingrid Ladstätter stellte das gesamte Team des Rheumatologischen Dienstes vor und beschrieb die Betreuung der Rheumapatienten aus Sicht der Pflege. Der Physiater Konrad Steinhauser zeigte auf, wie wichtig Bewegung für Rheumapatienten sei. Anna Steger, Leiterin der Rheuma-Liga des Bezirkes Pustertal, freute sich darüber, dass der Landesweite Rheumatologische Dienst jetzt Wirklichkeit ist und auch das Pustertal endlich eine Versorgung für die Rheumapatienten hat. Sie stellte die Rheuma-Liga vor und lud alle Betroffenen zur Teilnahmen an den Gymnastikkursen und Wassergymnastik in verschiedenen Ortschaften des Pustertales ein. Über 50 Betroffene und Interessierte waren zur Veranstaltung gekommen, viele nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und persönlichen Kontakt mit den anwesenden Ärzten aufzunehmen. (MER)

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Der bekannte Karikaturist Peppi Tischler hat sich anlässlich der Pensionierung der beiden Meraner Primare Hartmann Waldner (Orthopädie) und Frediano Tezzon (Neurologie) so seine Gedanken über die Zukunft dieser beiden gemacht: Während Hobbytänzer Waldner nun endlich mehr Zeit findet, das Tanzbein zu schwingen, kann es der Neurologe noch gar nicht fassen, dass der Ruhestand nun da ist – er steht ganz einfach, wie es sich für einen Neurologen wohl gehört, auf dem Kopf.


MERAN

Tag der Menopause

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FOTO SABINE FLARER

FOTO CLAUDIA STEGER

20 Jahre Wohheim Speckbacher: So lange schon gibt es diese Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Meran. Zusammen mit der Akutstation, dem ambulanten Bereich und dem Wohnheim Basaglia, ist das Burggrafenamt somit gut gerüstet für psychische Erkrankungen. Ein Netz, das gut funktioniert dank dem Einsatz vieler Hände – und Primarin Verena Perwanger (im Bild zweite von rechts) freute sich, bei einem kleinen Sommerfest – mit viel Engagement von den Bewohnerinnen und Bewohnern selbst gestaltet - allen Patienten, Mitarbeitern und Förderern „danke“ zu sagen. Ad multos annos, Speckbacher!

Aus diesem Grund stellte sich die Gynäkologin Tania Dalsass an einem Vormittag im Oktober ganz im Dienste der Menopause (die Vereinigung „Onda“ hatte dazu aufgerufen) und beriet an einem Info-Stand alle interessierten Frauen zum Thema Wechseljahre. Selbst gestaltete Info-Plakate wiesen auf die häufigsten Fragen hin. Wie immer bei solchen Aktionen, herrschte am Anfang eine gewisse Scheu, Fragen zu stellen. Doch im Laufe der Zeit musste die Fachärztin immer wieder geduldig Fragen beantworten und Auskünfte geben. „Vor allem die individuelle Situation war den meisten ein Anliegen, was verständlich ist“, so Dalsass.

AUS DEN BEZIRKEN

FOTO SABINE FLARER

„Rosa“ Krankenhäuser bemühen sich besonders, frauenfreundliche Themen im Fokus zu behalten.

Tania Dalsass

MERAN SABINE FL ARER

Euregio-Tour stoppt in Meran Auch heuer stoppten die Radlerinnen und Radler wieder vor dem Krankenhaus Meran. Ziel der dreitätigen Tour, die von Innsbruck bis an den Gardasee führte, war es, auf die Organtransplantation aufmerksam zu machen. Ärzte, Politiker und viele

Transplantierte traten für die gute Sache in die Pedale – Landesrätin Stocker freute sich darüber.

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BOZEN

Im Jahre 2009 ging aus der Zusammenarbeit zwischen dem Psychiatrischen Dienst Bozen und dem Club Alpino Italiano (CAI) das Bergtherapieprojekt Wanderful hervor.

BOZEN ULRIKE K ALSER

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FOTO PRIVAT

Das Bergtherapieprojekt des Psychiatrischen Dienstes Bozen

AUS DEN BEZIRKEN

Laufend gesund Laufen ist gesund, davon sind Andrea Girelli, Psychologe und Psychotherapeut beim Dienst für Abhängigkeitserkrankungen des Saniätsbetriebes sowie seine Frau Elena Marafante, ebenfalls Psychotherapeutin und beim Zentrum für psychische Gesundheit in Neumarkt beschäftigt, überzeugt. Und dabei sind die beiden auch noch erfolgreich: Beim Firmenlauf (2,6 km) in Neumarkt am vergangenen 1. September schafften es die beiden als Staffel in der Kategorie „Mixed“ als Zweitplatzierte aufs Treppchen. Der jährlich stattfindende Laufevent in Neumarkt bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Südtiroler Unternehmen die Möglichkeit, für ihren Arbeitgeber Flagge zu zeigen und sich zugleich sportlich zu betätigen. Diesmal also auch mit Beteiligung des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Andrea Girelli: „Meine Frau und ich wollten mit gutem Beispiel vorangehen – sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sanitätsbetriebes als auch für unsere Patientinnen und Patienten, weil Laufen und Bewegung Leben ist. Und wir hoffen, dass wir nächstes Jahr viele Kolleginnen und Kollegen an unserer Seite haben werden. Weitere Infos zum Firmenlauf: https://www.firmenlauf.it

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Die Teilnehmer werden vom Zentrum für Psychische Gesundheit Bozen sowie den psychiatrischen Rehabilitationszentren und Tagesstätten Bozen und Salurn betreut und werden bei den zahlreichen Ausflügen von Mitarbeitern des Gesundheitswesens, Mitgliedern des CAI sowie Ehrenamtlichen begleitet. Monatlich werden Ausflüge ins alpine‰ Gelände veranstaltet, im Winter etwa Schneeschuhwanderungen. Einmal im Jahr wird auf einer Schutzhütte übernachtet. 2014 ging aus der ursprünglichen Gruppe eine weitere, nur für Jugendliche, hervor. Nach den ersten Touren, welche stets von nassem Wetter begleitet waren, stand dann auch der Name für diese fest: “Wasserläufer“. Das Abenteuererlebnis steht bei der Auswahl der Ziele der Wasserläufer ganz oben und ist damit an die Bedürfnisse junger Teilnehmer ausgerichtet, dazu gehören das Begehen von Klettersteigen, Höhlenwanderungen, Ausflüge im Hochseilgarten, Rodeln, Klettern in der Kletterhalle und im Klettergarten. Auch dabei sind die Mitglieder der „Scuola di Alpinismo” des CAI Bozen wertvolle Begleiter. Im Süden des Landes, im Psychiatrischem Rehabilitationszentrum Gelmini in Salurn, ist eine weitere Bergtherapiegruppe aktiv: die Gruppe nennt sich “El Prosac”, was im Dialekt soviel wie Rucksack bedeutet – ein Rucksack, der sowohl die Ausrüstung als auch wertvolle Erfahrungen beinhaltet. Auch hier werden monatliche Ausflüge in Zusammenarbeit mit dem CAI Salurn organisiert. Das Ziel der Bergtherapie ist es, sowohl den Bezug zum eigenen Körper und zur Realität als auch einen gesunden Lebensstil zu fördern. Inmitten der Natur wird klar, dass man ein wichtiger Bestandteil seines Umfeldes und der Realität ist - und dass das eigene

Wirken und Handel sich selbst und anderen zugute kommt, dass man sich auf andere verlassen kann und muss und man zugleich eine wichtige Bezugsperson für die restliche Gruppe ist. Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein, Organisationstalent, Ausdauer, Sozialisierung sind nur einige der Kompetenzen, die gefragt sind und gefördert werden. Es gibt hier keine Differenzierungen mehr, alle ziehen an einem Strang und jeder ist für den anderen verantwortlich. Eine plötzlich aufziehende Schlechtwetterfront, eine Schlüsselstelle in der Wand oder die Müdigkeit in den Gliedern stellen für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen Herausforderungen dar, bei deren Überwindung sie wertvolle Erfahrungen sammeln und dabei lernen, dass Hindernisse bewältigt werden können. Alle diese Faktoren machen augenscheinlich, welchen Beitrag Bergtherapie für die Integration und Rehabilitation von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung leisten kann. Dies zeigen auch Aussagen der Teilnehmer und Teilnehmerinnen: „Eine der schönsten Erfahrungen in meinem Leben” (Daniel - Höhlenwanderung Bus de la Spia). „Ich hätte nie gedacht, dass ich es schaffen könnte – aber ich habe es geschafft!“ (Savio – Rotwand Klettersteig). “Ich muss zugeben, ich hatte Zweifel, ob ich eine fünfstündige Schneeschuhwanderung bewältigen kann. Auf dem Weg zur Contrin-Hütte war ich kurz davor aufzugeben - aber ich habe es geschafft und bin sehr froh darüber“ (Ralf – Schneeschuhwanderung Canazei). „An diesem Wochenende haben wir neue, interessante Bekanntschaften voller Menschlichkeit und Wärme gemacht. Wir hatten Nebel, Sonnenschein, aber sogar der Regen konnte die schöne Atmosphäre nicht trüben. Bis zum nächsten Mal!“ (Andrea – Schlern). „Das gemeinsame Erleben von Emotionen und Gefühlen ist genauso wichtig, wie die Schönheit der Umgebung“ (Cesare - Schlern).


Der Primar der Nuklearmedizin Mohsen Farsad hat sich bei der Künstlerin, den Mitarbeitern und den ehemaligen Primar und Gründer des Zentrum, Luzian Osele, bedankt. Diese PET-CT Diagnostik, vor zehn Jahren vom Sanitätsbetrieb angekauft, verbindet die Positronen Emissions Tomographie (PET) mit der Computer Tomographie (CT). Während das CT mit Hilfe von Röntgenstrahlen anatomische Schnittbilder erstellt, findet die PET Krebszellen über ihre Stoffwechselaktivität, die durch bestimmte Tracer (leicht radioaktive Substanzen, die dem Patienten verabreicht werden) markiert wurden. Die hohe Sensibilität der PET-CT Untersuchung zur Bewertung der Tumortherapie ermöglicht den Onkologen und den Nuklearmedizinern eine optimale Versorgung zum Wohl des Patienten. Wird eine PET-CT Untersuchung zum Beispiel nach zwei oder drei Zyklen Chemotherapie durchgeführt, kann schon nach kurzer Zeit eine Abnahme der Stoffwechselaktivität, bei gleichbleibendem Volumen und Fläche, festgestellt werden. Dies ist deshalb von großer Bedeutung, weil damit eine nicht erfolgreiche Chemotherapie früher erkannt und durch andere effizientere Therapien ersetzt werden kann (Reduktion von Nebeneffekten und Toxizität). Somit ergeben sich mit der PET-CT neue Wege in der gezielten Therapie des einzelnen Patienten. „Die Bilder der PET-CT Untersuchung“, präzisiert der geschäftsführender Primar der Nuklearmedizin, Mohsen Farsad, „ermöglichen gezielte therapeutische Maßnahmen und damit die beste Versorgung für jeden Patienten, der sich dadurch nutzlose Nebenwirkungen erspart.“ In den letzten Jahren sind außer dem meistverwendeten Radiopharmaka FDG (radioaktives Strukturanalgon der Glukose) weitere Radiopharmaka eingeführt worden. So beispielsweise zur Diagnose von Tumoren oder neurodegenerativen Erkrankungen, vor allem der Tracer zur Darstellung der Amiloid­ ablagerungen, hilfreich in der Alzheimer­ Diagnose.

BRIXEN

Symposium zum Aschied

„Das wahre Wissen kommt immer aus dem Herzen“ – ein Zitat, das Leonardo da Vinci zugeschrieben wird – war das Leitmotto der halbtägigen Veranstaltung am 17. November 2017. Neben Bezirksdirektorin Christine Zelger nahmen auch Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler und Landesrätin Martha Stocker am feierlichen Symposium teil und überbrachten ihre Grußworte. Sowohl Vortragende als auch die Themen der Referate waren dem Anlass entsprechend gewählt. Ein Rückblick der Entwicklung des Brixner Psychiatrischen Dienstes entlang der Bedürfnisse der Bevölkerung und der Versorgung vor Ort stellte den Auftakt dar. Otto Saurer, langjähriger Landesrat für Gesundheit, sprach als Akteur und Zeitzeuge zum Aufleben der Psychiatrie in Südtirol in den vergangenen Jahrzehnten. Rodolfo Tomasi, ehemaliger Primar des Psychiatrischen Dienstes in Bozen, ließ ein wenig hinter die Kulissen der vergangenen Jahre blicken und sprach über Sitzungen und Treffen, die zu positiven Ergebnissen führten. Wolfgang Fleischhacker, Psychiater und Psychotherapeut sowie Universitätsprofessor an der Medizinischen Universität Innsbruck und seit Oktober 2017 deren Rektor, überbrachte die Glückwünsche von Schwitzers Alma Mater. Giulio Perugi, Psychiater und Professor an der Universität Pisa überbrachte Grüße aus der Toskana. Laudatio und das Darlegen des Curriculum professionale des baldigen Ruheständlers war dann Sache von Hartmann Hinterhuber, gebürtiger Brunecker und ehemals Vizedekan der Medizinischen Fakultät der Universität Innsbruck.

Josef Schwitzer ist gebürtiger Sarner, 1949 in Pens geboren und auch dort aufgewachsen. Schwitzer besuchte das Franziskanergymnasium in Bozen und absolviert nach der Matura das Studium der Medizin in Wien, wo er 1976 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. 1987 wurde er Assistenzprofessor an der Universitätsklinik Innsbruck. Bereits Anfang der 80er-Jahre hatte Schwitzer sich, gemeinsam mit Hartmann Hinterhuber, dem Aufbau eines psychiatrischen Betreuungsdienstes vor Ort in Brixen und Bruneck gewidmet. Ab August 1997 übernahm Schwitzer als Primar die Leitung des Psychiatrischen Dienstes Brixen. Gleichzeitig wurde die von ihm mitgeplanten Psychiatrische Abteilung am Krankenhaus Brixen eröffnet.

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Josef Schwitzer, Primar des Psychiatrischen Dienstes in Brixen, wurde mit einem festlichen Symposium in den Ruhestand verabschiedet.

AUS DEN BEZIRKEN

Zum zehnjährigen Bestehen der PET-CT Diagnostik in Bozen wurde im Dienst für Nuklearmedizin eine Fotoausstellung der jungen, in London lebenden Bozner Künstlerin Caterina Albarella eröffnet.

BRIXEN PETER A . SEEBACHER

FOTO PRIVAT

FOTO URP BOZEN

Fotografien in der Nuklearmedizin

Fleischhacker (li.) und Josef Schwitzer

Weihnachtsfeiern 2017 Gesundheits­ bezirk Brixen Krankenhaus Sterzing: Dienstag, den 12.12 um 18:00 Krankenhaus Brixen: Donnerstag, den 14.12 um 18:00

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Neue Reha-Primarin in Bruneck FOTO PETER A. SEEBACHER

Bettina Wachtler wurde Ende Oktober zur Primarin der Abteilung Rehabilitation im Gesundheitsbezirk Bruneck ernannt und tritt damit die Nachfolge von Primar Claudio Corradini an.

PERSONALIA

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Neue Leitung für das Labor Der Österreicher Thomas Müller wird neuer Direktor des Labors für klinische Biochemie im Gesundheitsbezirk Bozen. Müller tritt damit die Nachfolge von Markus Herrmann an. Das Datum für den Dienstantritt von Thomas Müller wurde mit 1. März 2018 und die Dauer des Vertrages mit fünf Jahren festgelegt. Thomas Müller ist 1964 in Mödling/Niederösterreich geboren und kann eine Reihe von Diplomen und einen beeindruckenden Lebenslauf vorweisen. Unter anderem ist Müller Facharzt für Medizinische und Chemische Labordiagnostik sowie Facharzt für Transfusionsmedizin. Zur Zeit ist Müller als Ärztlicher Leiter sowie als

Facharzt für Labormedizin des Konventhospitals der Barmherzigen Brüder und Barmherzigen Schwestern Linz tätig. Von 1999 bis 2005 war Müller außerdem Privatdozent und Gastprofessor an der Medizinischen Universität Wien und kann eine Reihe von Publikationen und Referaten von internationaler Bedeutung vorweisen. Thomas Müller ist außerdem Mitglied mehrerer Redaktionskomitees und Reviewer verschiedener renommierter medizinischen Journale.

Seit 1. August 2017 ist Loredana Rodighiero die neue Koordinatorin der territorialen Pflegedienstleitung des Sprengels Zentrum-Bozner Boden-Rentsch. Nach dem Abschluss ihres Studiums der Pflegewissenschaften an der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana in Bozen im Jahre 2000 war Rodighiero fünf Jahre lang an der Abteilung Orthopädie und anschließend in der Abteilung Rehabilitation des Krankenhauses Bozen tätig. In den vergangenen elf Jahren arbeitete Rodighiero als verantwortliche Pflegerin für den Betrieb für Sozialdienste Bozen im Altersheim Villa Harmonie. Diese Tätigkeit erlaubte es ihr, den Sozialbereich ausführlich kennenzulernen. Eine wichtige Voraussetzung für die Aufgabe als Koordinatorin der territorialen Pflegedienstleitung des Sprengels Zentrum-Bozner Boden-Rentsch, die Loredana Rodighiero nun übertragen wurde. Sozio-sanitäre Integration ist dort eines der wichtigsten Ziele. Rodighiero ist in Boznerin und zweifache Mutter und liebt es, in Gesellschaft zu sein. Neben den vielfältigen und zahlreichen täglichen Aufgaben schafft sie es auch noch ins Fitnessstudio.

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Die 43-jährige ist begeisterte Mutter von zwei Kindern und betreibt in ihrer Freizeit gerne Sport.

FOTO MARIA E. RIEDER

Neue Koordinatorin

Bereits seit Dezember 2015 leitet Othmar Bernhart die Geschicke der Abteilung Medizin im Krankenhaus Sterzing, mit Beginn November 2017 wurde Bernhard nun die Führung der medizinischen Abteilung des Krankenhauses Brixen übertragen. Der heute 55-jährige studierte in Innsbruck Medizin und sammelte nach bestandener Staatsprüfung 1989 Erfahrung als Assistenzarzt an verschiedenen Kliniken im In- und Ausland. Von 1991 bis November 2015 war Bernhart als Ausbildungsarzt und Facharzt im Krankenhaus Brixen tätig, die letzten sechs Monate davon als stellvertretender Primararzt der Abteilung Medizin. Der gebürtige Obervinschger ist außerdem seit mehreren Jahren für die interdisziplinäre Endoskopie verantwortlich. Daneben war er als Referent für interne Fortbildungen sowie für Hausärzte tätig. Klinische Schwerpunkte von Bernhart sind die Rheumatologie sowie Endoskopie und Gastroenterologie. Othmar Bernhart ist im Gesundheitsbezirk Brixen außerdem für das Dickdarmkarzinom –Screeningprogramm verantwortlich.

FOTO HELMUTH PIRCHER

FOTO PRIVAT

Othmar Bernhart Primar in Brixen

Die gebürtige Boznerin und nun in Bruneck wohnhafte Fachärztin maturierte am Humanistischen Gymnasium „Walter von der Vogelweide“ in Bozen und absolvierte das Medizinstudium an der Universität Innsbruck. Im Rahmen ihrer Facharztausbildung für physikalische Medizin war sie unter anderem als Assistenz­ ärztin an der bekannten Rehabilitationsklinik „Medical Park St. Hubertus“ in Bad Wiessee (D) tätig. Das Spezialgebiet von Wachtler liegt vor allem in der extrakorporalen Stoßwellentherapie. Seit Februar 2016 ist die Ärztin Projektleiterin des multidisziplinären Zentrums für extrakorporale Stoßwellentherapie im Gesundheitsbezirk Bruneck und koordiniert die Zusammenarbeit der Abteilung Rehabilitation mit den Abteilungen Orthopädie, Dermatologie und Chirurgie. „Ich freue mich schon sehr auf diese neue verantwortungsvolle Aufgabe. Wir haben ein gut eingespieltes Team aus verschiedenen Berufsgruppen an der Abteilung und unser Ziel wird es sein, auch in Zukunft im Gesundheitsbezirk Bruneck im Reha-Bereich gute Arbeit für unsere Patientinnen und Patienten zu leisten“, so die künftige Primarärztin.


Walburga Cassar wurde mit Wirkung 1.12.2017 zur Primaria der Abteilung Pädiatrie in Bruneck ernannt. Die gebürtige Boznerin kann auf eine lange Karriere im Südtiroler Sanitätsbetrieb zurückblicken.

FOTO PRIVAT

Seit 1996 ist Cassar an der Abteilung Pädiatrie des Krankenhauses Bozen beschäftigt, seit 2014 als Primarstellvertreterin. Vorher war Cassar als Assistenzärztin im Krankenhaus Innichen und im Krankenhaus Brixen tätig. In letzterem auch als Oberärztin. Cassar hat an der Universität Innsbruck Medizin studiert und ihren Facharzttitel in Pädiatrie an der Universität Verona erworben. Sie verfügt über einer Spezialisierung in Kindernephrologie und hat eine Ausbildung in pädiatrischer Ultraschalluntersuchung sowie in systemischer Psychotherapie und eine Palliativausbildung im pädiatrischen Bereich absolviert. Cassar ist auch in der Lehre tätig, unter anderem von 2002 bis 2017 an der Landesfachhochschule Claudiana in den Studiengängen Ernährungstherapie, Dentalhygiene und Krankenpflege sowie an der UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH in Hall/ Österreich.

Meran erhält neuen Primar Matthias Bock führte seit 2016 den Dienst für Anästhesie und Intensivmedizin am Krankenhaus Meran als geschäftsführender Primar, mit Wirkung 1. Dezember 2017 nun als neuer Primararzt. Bock ist 1965 in Nürnberg (D) geboren, arbeitete er an den Universitätskliniken Gießen und Heidelberg. Er habilitierte in Salzburg (A), in der Zwischenzeit hatte es ihn nach Italien gezogen: 14 Jahre arbeitete er am Krankenhaus Bozen.

Seit 1. Oktober 2017 ist Stefan Brugger Primar der Abteilung Innere Medizin im Krankenhaus Bruneck. Der 51-jährige gebürtige Innichner hat an mehreren Kliniken Erfahrung gesammelt. Von 1992 bis 1997 war er am Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Wien an verschiedenen Kliniken und Abteilungen beschäftigt, etwa an den Universitätskliniken für Innere Medizin I, für Nuklearmedizin und für Dermatologie – Abteilung Immundermatologie. Von 1997 bis 1998 arbeitete Brugger am Krankenhaus Hollabrunn an der Universitätsklinik für Innere Medizin I Knochenmakrtransplantation Vorsorge- und Nachsorgeambulanz; sowie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I Onkologie. Ab 1999 war er als Oberarzt im Krankenhaus St. Pölten beschäftigt, bevor er 2006 als Oberarzt ins St. Josef-Krankenhaus Wien wechselte. Ab 2008 war Brugger dort interimistischer Leiter der 1.Medizinischen Abteilung Mit 2010 wechselte Brugger als stationsführender Oberarzt und leitender Ambulanzarzt ans Wilhelminenspital der Stadt Wien in die 1.Medizinische Abteilung und Zentrum für Onkologie und Hämatologie. Brugger ist verheiratet und hat fünf Kinder.

Seite für Menschen mit Tumor­ erkrankungen Mit der Diagnose Krebs bricht für jeden Menschen zuerst einmal eine Welt zusammen. Es entstehen eine Vielzahl von Fragen und Unsicherheiten: Was nun? Wie geht es weiter? Werde ich wieder gesund? Welche Behandlungen werde ich machen müssen? Der Südtiroler Sanitätsbetrieb hat in Zusammenarbeit mit den Patientenorganisationen eine Webseite konzipiert, die in dieser schwierigen Phase Informationen und Hilfestellungen geben soll. Die Webseite http://www.sabes.it/krebsinfo ist ein Internetportal für Menschen mit Tumorerkrankungen und für Personen, die ihnen nahestehen oder sich für das Thema interessieren.

GESUNDHEIT IM NETZ

Primaria für Pädiatrie in Bruneck

GESUNDHEIT IM NETZ PETER A. SEEBACHER

In Südtirol sind rund 27.000 Personen von Tumorerkrankungen betroffen, jedes Jahr kommen über 3.000 Neuerkrankungen dazu. Für die Webseite wurden unter anderem eigene Videos erstellt. Darin kommen Fachleute zu Wort - Ärztinnen und Ärzte, aber auch andere Berufsgruppen - die im Behandlungsverlauf eine Rolle spielen. FOTO PRIVAT

FOTO WALTER SCHGÖR

Neuer MedizinPrimar in Bruneck

Bock kann große Erfahrung und viele Fachausbildungen – etwa im Bereich der Notfallmedizin oder als OP-Manager vorweisen. Patientensicherheit und ständiges Lernen und Ausbilden, wie man in Notfällen korrekt reagiert, sind für den Facharzt für Anästhesiologie essenziell. Bock gehörte auch zu den Promotoren der Notfallsimulationen an der Fachhochschule Claudiana, ein Modell, das aus der Luftfahrt kommt und dort bereits seit Jahren verwurzelt ist. Seit 2009 ist der Neo-Primar an der Paracelsus-Universität in Salzburg habilitiert und hält dort regelmäßig Vorlesungen zum Fachbereich Anästhesiologie. Matthias Bock hat in Südtirol schon seit langem Wurzeln geschlagen: Verheiratet mit einer Südtirolerin, lebt der dreifache Familienvater in Meran und liebt es besonders, zu fotografieren und in der Natur zu sein – und Zeit für die Familie zu haben.

Die Inhalte der Seite wurden in enger Zusammenarbeit mit den Fachleuten ausgearbeitet. Für jedes einzelne onkologische Krankheitsbild, welches im Projekt der Zertifizierung der Onkologischen Chirurgie betreut wird, werden vertiefende Informationen zur Vorsorge, zu den Behandlungsmöglichkeiten, den Abteilungen und zum Leben mit der Krankheit angeboten. Die Bürgerinnen und Bürger können auch sehen, welcher Chirurg für die Behandlung der jeweiligen Pathologie autorisiert ist. Zudem gibt es Informationen zum landesweiten Tumorboard. Die Seite bietet zuverlässige, zertifizierte Informationen nach bestem wissenschaftlichen Standard. Damit will die Seite ein informativer Leuchtturm im weltweiten Meer der Halbwahrheiten sein und den Betroffenen und ihren Angehörigen zuverlässige Informationen liefern.

Infos: http://www.sabes.it/krebsinfo one # 03/17


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Homepage: www.sabes.it Erstvisiten vormerken (Dermatologie, Kardiologie, HNO und Urologie): www.sabes.it/onlinevormerkung Wo sind Leistungen am schnellsten verfügbar?: www.sabes.it/vormerkzeiten Stellenangebote, Neuigkeiten zu Behandlungsmethoden, Vormerkungsmodalitäten, Dienste in Ambulatorien/Abteilungen: www.sabes.it/news Praktische Tipps zur Gesundheit: www.sabes.it/gesundheitsvorsorge Diese Ausgabe digital und online: SÜDTIROLER SANITÄTSBETRIEB ONLINE

www.issuu.com/sabesasdaa

Redaktion one: one@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Brixen: Marina.Cattoi@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Bozen: Ulrike.Kalser@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Meran: Sabine.Flarer@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Bruneck: MariaElisabeth.Rieder@sabes.it

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INFOGRAFIK

Wider die Vernunft Rauchen kostet Lebensjahre, Studien und Statistiken belegen das eindeutig und so manche Raucher und Raucherinnen haben aufgrund dieser Erkenntnis ihre Gewohnheiten geändert und entsagen dem Rauchen. Laut dem kürzlich erschienen Jahresbericht 2017 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist der Tabakkonsum in nahezu allen OECD-Ländern rückläufig. Im OECD-Durchschnitt ist der Anteil der Raucherinnen und Raucher an der Gesamtbevölkerung von 26 Prozent im Jahr 2000 auf 18 Prozent im Jahr 2015 gefallen. In Italien sank diese Zahl im gleichen Zeitraum von 24,1 Prozent auf 20 Prozent. Am wenigsten geraucht wird in Brasilien und Mexiko, wo der Raucheranteil nur 7,2 respektive 7,6 Prozent beträgt.

BRA

USA

OECD34

ITA

DEU

SLK

AUT

2000 2015

Raucher und Raucherinnen einiger weniger Länder scheinen sich aber von Statistiken nicht beindrucken zu lassen – oder verlorene Lebensjahre sind ihnen egal. So ist etwa die Zahl der Raucherinnen und Raucher in der Slowakei (+0,8 Prozent) und Indonesien (+8,8 Prozent) gestiegen. Auch die Österreicherinnen und Österreicher wollen vom Qualmen nicht lassen, dort ist die Raucherquote mit 24,3 Prozent seit 2000 stabil. (PAS)

IMPRESSUM one – das Magazin des Südtiroler Sanitätsbetriebes AUSGABE 1 /2017 (Aut. Pres.Trib. BZ Nr. 17/2002 R.ST.17.09.02) HER AUSGEBER: Sanitätsbetrieb der Autonomen Provinz Bozen, Sparkassenstr. 4, 39100 Bozen VER ANTWORTLICHER DIREK TOR: Lukas Raffl KOORDINATION: Peter A. Seebacher REDAK TION: Evelyn Gruber-Fischnaller (EGF) , Ulrike Kalser (UK ) , Maria Elisabeth Rieder (MER) , Marina Cattoi (MC) , Sabine Flarer (SF) , Lukas Raffl (LR) , Peter A. Seebacher (PAS) ÜBERSETZUNGEN: Tatiana De Bonis, Emanuela Covi, Alessandra Bonometti, Peter A. Seebacher, Sabine Flarer GR AFIK: Gruppe Gut Gestaltung OHG, Kapuzinergasse 8/15, 39100 Bozen ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich REDAK TIONSADRESSE: Abteilung für Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen, Sparkassenstraße 2, 39100 Bozen TEL: +39 0471 907138 E-MAIL: one@sabes. it WEB: www.sabes.it DRUCK: Tezzele by Esperia, c/o CoWorking Bolzano, Marie-Curie-Str. 17, 39100 Bozen

one 3/2017 DEU  

Das Magazin des Südtiroler Sanitätsbetriebes

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