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EDITORIAL 3 LEITARTIKEL Roadshow 4 INFOS&NEWS Pflichtimpfungen 6 Krankenhaus

der Zukunft 7 Volle Kraft voraus 8

KOM-

MENTAR 9 MANAGEMENT & VERWALTUNG Weiter mit Weiterbildung 10 Verwaltungsreform 11 Studium der Gesundheitsberufe 12

007 in Südtirol 13 TITELGESCHICHTE Ansichten und Aussichten 14 SANITÄT IM BILDE 20 MEDIZIN & PFLEGE Hörgeschädigte Kinder 22 Pilze – zwischen Genuss und Gefahr 24 AUS DEN BEZIRKEN MER AN Jetzt wird es bunt! 27 Von der Pflegerin zur Patientin 28 Augen und Hände für Mutter und Kind 29 „Achtet auf euer Herz!” 31 Neues aus der Radiologie 31 BRUNECK Kinder mit ihren kranken Lieblingen 32 Wochenbettpflege im Krankenhaus Bruneck 33 Sicher zur Arbeit 33 BOZEN Gesundheit für Frauen 34 Berlin zu Besuch 35 Europäische Auszeichnung für Bozner Urologen 35 VITA Die Natur als Lehrmeister 36 INFOGRAFIK 38 PERSONALIA 38 GESUNDHEIT IM NETZ Böse Strahlen 39 KONTAK T & IMPRESSUM 40

ALEXANDRA KRAUSE

„Ein saftig grüner Hang mit Apfel­ bäumen, Wiesen und Wäldern – diese Aussicht erwartet mich jeden Tag in meinem Büro.“

TITELGESCHICHTE

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18.07.2017 # 0 2 / 1 7

DA S M AG A ZIN DES SÜDTIROLER SANITÄT SBE TRIEBES


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“Friseure im Krankenhaus” hieß es am 18. Juni 2017 im Krankenhaus Bozen. Mitglieder der Friseure in der Südtiroler Vereinigung der Handwerker und Kleinunternehmen (SHV-CNA) boten Patientinnen und Patienten einen kostenlosen Haarschnitt an.

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Dass nicht nur unsere Kinder von uns lernen sollten, sondern auch wir Erwachsene von ihnen, dieser Meinung ist der Autor unseres Gastbeitrages. Gerade wenn es um die neue, digitale Welt geht, so Manuel Oberkalmsteiner, könnten wir digitallos aufgewachsene Erwachsene vom Wissen des Nachwuchses profitieren. Warum das so ist, lesen Sie auf Seite 9.

EDITORIAL

Was sehen wir täglich? Welches Bild hat jeder von uns täglich vor den Augen? Wenn wir den morgendlichen Blick in den Spiegel einmal beiseite lassen, dann ist es wohl der Blick von unserem Arbeitsplatz aus. Und so unterschiedlich die Arbeit und die Arbeitsplätze, die es im Südtiroler Sanitätsbetrieb gibt, sind, so unterschiedlich sind auch die Ausblicke. Die Redaktion hat sich diesmal auf die Suche nach den Ausblicken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemacht und hat dabei nicht nur verschiedene Aussichten entdeckt, sondern auch unterschiedliche Ansichten zu hören bekommen. Zu sehen und zu lesen sind diese ab Seite 14. Auch jene von Maria Pescollderungg, die ihre Welt gerne mal auf den Kopf stellt, wie unser Titelbild zeigt.

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Die Welt steht Kopf und wir sind mittendrin! Nein, nicht doch, auch wenn es so aussehen könnte, war das nicht der Anlass für unser Titelbild. Vielmehr steht das Foto im Zusammenhang mit unserer Titelgeschichte.

Viel lernen kann man auch von der Natur und ihrem Rhythmus, davon ist Markus Mair am Tinkhof überzeugt. Mair am Tinkhof ist Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes und Bauer. Gemeinsam mit seiner Familie bewirtschaftet er neben seiner Arbeit am Krankenhaus Bruneck seinen Heimathof. Die Arbeit am Hof sowie in und mit der Natur, so Mair am Tinkhof, gebe ihm neue Kraft für die Herausforderungen des nächsten Tags. Lesen Sie das von Maria Elisabeth Rieder geschriebene Porträt ab Seite 36. Pilzliebhaber sollten gleich auf Seite 24 blättern, wo der Mykologe Martin Kristanell unter anderem erklärt, warum man bei Pilzen, die man nicht genau kennt, besonders vorsichtig sein sollte. Alle Infos, wie und wann die mykologischen Beratungsdienste kontaktiert werden können, gibt es dort ebenfalls. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre!

PETER A. SEEBACHER

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LEITARTIKEL

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Zugegeben! Nicht alle applaudierten uns, als wir die Idee präsentierten, das zehnjährige Bestehen des Südtiroler Sanitätsbetriebes zu begehen. Einige meinten gar: Uff, auch das noch! Andere: es sollte keine Show werden, bei all den Problemen und schwierigen Themen, die derzeit auf der Tagesordnung stehen und uns jeden Tag mit der Tür ins Haus fallen. Und ja, der Arbeitstitel „Roadshow“ war vielleicht etwas amerikanisch, etwas irreführend gewählt.

LEITARTIKEL LUK AS R AFFL

Die Roadshow I

n den vielen Gesprächen und Diskussionen, die wir meist informell geführt haben, wurde uns, von der Abteilung für Kommunikation in der Bozner Sparkassenstraße, zusehends klar: Der Anlass passt: Zehn Jahre Südtiroler Sanitätsbetrieb wollen „gefeiert“ werden; die Frage ist vielmehr wie? Was sollte es nicht werden? Ein offizieller Festakt, mit wenigen erlauchten Geladenen, mit salbungsvollen Worten, Reden von Würdenträgern und hohen Funktionären. Damit würden wir nur eine kleine Gruppe ansprechen. Auch nicht eine Tagung, akademisch steif, mit zwar fähigen, aber irgendwie langweiligen Referenten und Referentinnen. Nein, wir wollen etwas anderes auf die Beine stellen, etwas, was für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessant sein könnte und letztlich dem entsprach, was wir glaubten, dass es das Ziel der „Zehn-Jahres-Feier“ sein sollte. Als Leitmotiv könnte der Begriff „Begegnungen“ stehen. Wir möchten eine Veranstaltungsreihe organisieren, die Gelegenheit bietet, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich zu treffen, über die Abtei-

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lungs- und Dienstgrenzen hinaus, jenseits der Logik der Berufsgruppen und Betriebsbereiche. Jenseits auch der alltäglichen Problematiken und Konstellationen, bei der das Gemeinsame und Konstruktive, und nicht so sehr das Trennende, im Vordergrund steht.

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ie Veranstaltungsreihe soll auch Ausdruck des Dankes sein, von Seiten des Betriebes und der Gesundheitsbezirke, für all das, was täglich geleistet wird und gelingt und das so oft in der öffentlichen, aber auch internen betrieblichen Wahrnehmung zu kurz kommt. Eines ist nämlich gewiss: Trotz all der Turbulenzen funktioniert die Betreuung für die Bevölkerung sehr gut. Tagein, tagaus leisten Sie – unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - Beachtliches, zum Wohle der Patienten und Patientinnen, der Südtiroler Bevölkerung und der vielen Urlauber. Wir wollen es laut sagen, zumindest einmal alle zehn Jahre: Sehr oft wird mehr geleistet als vom Dienstplan her vorgeschrieben; das Engagement, im Kleinen und Großen, ist da, ganz selbstverständlich, im ärztlichen Bereich, bei den vielen Professionen im Pflegebereich, und nicht zuletzt auch der Verwaltung. Die Bevölke-


„Der Sanitätsbetrieb ist ein Abbild der Südtiroler Gesellschaft, mit all ihren Brüchen und Gemeinsamkeiten, mit ihren Sehnsüchten, Emotionen und Gewissheiten.“

LEITARTIKEL

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LUK AS R AFFL

rung kann auf unseren Betrieb zählen. Darauf können wir alle – auch einmal ganz bewusst – stolz sein.

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nd ja, es wird auch Referenten, Referentinnen geben bei der Veranstaltungsreihe zum zehnjährigen Bestehen des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Das rote Band gleichsam, das die Veranstaltungen in der zweiten September-Hälfte verknüpft, ist das Thema der Motivation: wie gehen wir mit den Schwierigkeiten, Widrigkeiten des Lebens um? Wie gelingt es uns, immer wieder aufzustehen, weiterzumachen? Was treibt uns an? Was heißt für uns Erfolg? Glück? Als Abteilung für Kommunikation kontaktieren wir in diesen Tagen eine Reihe von in unseren Augen interessanten Menschen, vorwiegend Südtirolerinnen und Südtiroler, die auf eine besondere Biografie zurückblicken, die Erfolge hatten, aber auch grandios gescheitert sind, und die uns erzählen, was sie bewegt und antreibt.

wir häufig als Schwierigkeit, als Mühsal empfinden, letztlich aber enorm positiv und eine gewaltige Chance ist, ja, das ist die Vielfalt, die wir als Sanitätsbetrieb in unserem Innersten besitzen, die wir mittragen und täglich gestalten: die Unterschiedlichkeit der Individuen, Charaktere und Fähigkeiten, der Kompetenzen, Berufsgruppen und Einrichtungen. Der Sanitätsbetrieb ist ein Abbild der Südtiroler Gesellschaft, mit all ihren Brüchen und Gemeinsamkeiten, mit ihren Sehnsüchten, Emotionen und Gewissheiten. SABES ist lokal und global, deutsch, italienisch und ladinisch, urban wie rural, zentral und kapillar. Und wenn es gelingt, diese Vielfalt als Chance zu erkennen, dann haben wir das Zehn-Jahres-Jubiläum mehr als genützt! Begegnen wir uns! Kommen mitein­a nder ins Gespräch.

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Eines ist uns dabei bewusst geworden: das Unverwechselbare, das den Sanitätsbetrieb ausmacht, eine Ingredienz, die in jeder Arbeitssituation, in jedem Ablauf, in jeder Arbeitsgruppe vorhanden ist und die

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Diesen Sommer wird’s nicht langweilig, eher geht es darum (für die, die wollen), einen kühlen Kopf zu bewahren. Nicht nur wegen der Temperaturen, sondern auch aufgrund des heißen Themas Pflichtimpfungen. Die Fakten. INFOS & NEWS EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

Pflichtimpfungen Beatrice Lorenzin, ihres Zeichens italienische Gesundheitsministerin, hatte ein Dekret erlassen, welches insgesamt zwölf Pflichtimpfungen vorsah. Laut Stand Mitte Juli 2017 werden davon voraussichtlich zehn übrigbleiben. Bisher waren es vier (Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung und Hepatitis B). Neu sind Keuchhusten, Haemo­ philusinfluenzae B, Masern, Röteln, Mumps, Windpocken. Die Diskussionen rund um das Dekret sind aber noch nicht ausgestanden, der formale Weg endet erst am 7. August, sobald dieses in ein Gesetz umgewandelt wird. Eine neutrale, ruhige Auseinandersetzung mit dem Thema ist schwierig, werden es die von vielen geforderten Informationskam­ pagnen richten? Der Sanitätsbetrieb hat jedenfalls die Aufgabe, die Richtlinien des Gesundheitsministeriums umzusetzen. In diesem Sinne laufen schon seit Wochen die Vorbereitungsarbeiten für diese Mammut­ aufgabe. Impfstoffbestellungen, ausreichend Kühlschränke, Personalplanung, Absprachen mit Gemeindenverband, Schulen und Kindergärten, Einladungsbriefe, Medienarbeit – an alles will gedacht werden. Für das Gesundheitspersonal werden Fortbildun-

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gen organisiert, als Informationsservice für die Bevölkerung sind ab September „Eltern­abende“ in allen Bezirken geplant. Dabei wird das Gesundheitspersonal über Details der Impfungen berichten. Als Gastreferent wurde Walter Ricciardi eingeladen, er ist Präsident des ISS – Istituto Superiore di Sanità und Mitglied der WHOBeratungs­ kommission für Gesundheitsforschung. Auch Expertinnen und Experten aus dem deutschsprachigen Ausland sollen zu Wort kommen. Das Thema verdient gute Aufarbeitung und kühle Köpfe. Nur so können Eltern die beste Entscheidung treffen.

Weitere Informationen zu den Impfungen: http:// www.sabes.it/gesundheitsvorsorge Informationen auf der Webseite des Gesundheitsministeriums http:// www.salute.gov.it/portale/vacci nazioni/homeVaccinazioni.jsp


Viruserkrankung, wird über Speicheltropfen, Hautkontakt oder Nahrung übertragen. Verursacht Entzündungsreaktionen und Lähmung der Nervenzellen. Trat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch seuchenartig auf, ist dank Impfung beinahe ausgestorben.

2. Diphterie Bakterielle Infektionskrankheit, wird über Tröpfcheninfektion, Husten, Niesen und Küssen oder durch verseuchte Gegenstände übertragen. Verursacht Entzündungen im Hals-Nasen-Rachen-Raum. Kann Leber- und Nierenschädigung sowie Herzmuskelschwäche verursachen.

3. Tetanus (Starrkrampf ) Wundinfektion, Erreger lebt im Erdreich und in Tierexkrementen. Wird über Verletzungen der Haut übertragen. Führt zu Lähmungen und Krämpfen der Muskulatur. 4. Hepatitis B Virusbedingte Leberentzündung, gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Verursacht Durchfall, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gelbsucht, im chronischen Stadium eine Leberzirrhose und kann Lebertumor verursachen.

5. Keuchhusten Durch Bakterien ausgelöste Infektionskrankheit. Wird über die Luft übertragen (Tröpfcheninfektion). Verursacht Hustenanfälle bis zu Atemnot und Atemstillstand.

6. Haemophilusinfluenzae B Eine der schwersten bakteriellen Infektionen in den ersten fünf Lebensjahren. Äußert sich durch Fieber und Erbrechen. Kann Meningitis, Blutvergiftung und Lungenentzündung verursachen.

7. Masern: Virusinfektion, Erkrankung der oberen Luftwege mit rötlichem Hautausschlag. Gefahr einer Lungenentzündung oder einer Gehirnentzündung.

8. Röteln Infektionskrankheit, durch Viren übertragen, am häufigsten durch Tröpfcheninfektion. Im Erwachsenenalter verlaufen die Erkrankungen oft schwerer. Besonders gefährlich ist eine Infektion für ungeborene Kinder.

9. Mumps Entzündung der Ohrspeicheldrüse mit grippeähnlichen Krankheitszeichen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen ist das Risiko für Komplikationen größer als bei Kindern.

Krankenhaus der Zukunft Wie könnte ein Krankenhauskonzept der Zukunft aussehen? Darüber wurde kürzlich in Bozen diskutiert.

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om 27. bis 29. Juni weilte eine Abordnung der schweizerisch-deutschen Gesellschaft Unity-AG aus Büren (D) in Bozen, um mit der SABES-Betriebsspitze und Vertretern aus den Bereichen Medizin, Pflege und Informatik des Südtiroler Sanitätsbetriebes zukünftige Krankenhauskonzepte zu diskutieren. Die Gesellschaft wurde beauftragt, den Südtiroler Sanitätsbetrieb bei der Erarbeitung zeitgemäßer Krankenhauskonzepte zu unterstützen. Im Rahmen von Workshops wurde versucht, die speziellen Bedürfnisse und Notwendigkeiten, denen ein solches Konzept in Südtirol entsprechen sollte, herauszufinden und zu definieren. Hintergrund des Besuches ist der sich in der Endphase befindliche Bau der neuen Klinik in Bozen, die nach Inbetriebnahme den neuesten Entwicklungen und den neuesten modernen Standards entsprechen

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1. Kinderlähmung

INFOS & NEWS EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

soll. Auf dem Programm für die Teilnehmer der Workshops stand auch eine ausführliche Besichtigung der Baustelle der neuen Klinik.

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ur weiteren Vertiefung des Themas Krankenhauskonzept plant der Südtiroler Sanitätsbetrieb im Herbst eine Tagung dazu.

INFOS & NEWS

Die vorgesehenen Pflichtimpfungen

Die Gesellschaft Unity-AG begleitet aktuell die Inbetriebnahme des neuen Krankenhauses in Luxemburg und verfügt über ein entsprechen hochwertiges Know-how.

Noch ist der neue Krankenhaustrakt in Bozen eine Baustelle

10. Windpocken

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Virusinfektion, erfolgt über Kontakt (Schmierinfektion), auch über Sprechen, Niesen und Husten (Tröpfcheninfektion). Eine große Ansteckungsgefahr ist auch über die Luft gegeben. Mögliche Komplikationen sind bakterielle Infektionen der Haut, Lungenentzündung, Fehlbildung bei Ungeborenen.

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INFOS & NEWS

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Weiterhin volle Kraft voraus bei der Einstellung von neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Und: der Sanitätsbetrieb investiert erstmals in deren Zweisprachigkeit.

INFOS & NEWS EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

Volle Kraft voraus Weitere 180 Stellen kann der Sanitätsbetrieb demnächst besetzen. Es sind sowohl Stellen für ärztliches Personal , aber auch für Personal aus den anderen Bereichen, der Pflege und für die wohnortnahe Betreuung. Beinahe täglich werden neue Stellenangebote auf http:// www.sabes.it/karriere veröffentlicht. Aktuell etwa für die sechs Fachbereiche Dermatologie, Orthopädie, Augenheilkunde, HNO, Neurologie und Innere Medizin. Es sind Bereiche, in denen es eine hohe Nachfrage an Leistungen vonseiten der Bürgerinnen und Bürger mit entsprechend langen Wartezeiten gibt.

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artezeiten gibt es auch in der Anwerbung. Als öffentlicher Gesundheitsdienstleister hat der Sanitätsbetrieb gewisse Regeln zu beachten, Bearbeitungszeiten und Veröffentlichungszeiten mit relativ strengen Rahmenbedingungen. So ist es für Bewerberinnen und Bewerber aus dem Ausland nicht leicht ver-

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ständlich, was es mit den Wettbewerben und Rangordnungen auf sich hat und wieso es eine Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung braucht. Schritt für Schritt aber wurden kleine Verbesserungen erreicht. So kann beispielsweise die genannte Sprachgruppenzugehörigkeitserklärung auch erst am Tag der Wettbewerbsprüfung abgegeben werden. Der Südtiroler Sanitätsbetrieb legt auch nach, was die Sprachkenntnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrifft. Jetzt wurden eine Reihe von Maßnahmen in dieser Hinsicht beschlossen, um das wichtige Ziel der Zweisprachigkeit zu erreichen. Zum einen gibt es eine Vergütung für privat besuchte Sprachkurse. Bis Ende 2017 wird es außerdem eine öffentliche Ausschreibung für Sprachschulen geben, die dann Sprachkurse für den Sanitätsbetrieb organisieren sollen.


Warum wir von unseren Kindern lernen sollten Wir Erwachsenen sind ganz ohne digitale Medien aufgewachsen; wir sind mit Straßenkarten in den Urlaub gefahren und bei Verabredungen haben wir uns einfach darauf verlassen, dass der andere irgendwann doch noch auftaucht. Mittlerweile sind aber auch wir in der digitalen Welt angekommen: Wir nutzen soziale Netzwerke, vertreiben unsere Langweile mit Candy Crush und posten begeistert unsere Urlaubsbilder auf Instagram. Während wir die Mediennutzung der jungen Menschen häufig skeptisch betrachten, könnten wir eigentlich deren Wissen und Ressourcen nutzen, um uns medienfit zu machen. Denn Studien bestätigen, dass die Onlinegeneration besser mit Medien umgeht als wir Erwachsene. Junge NutzerInnen haben nicht selten ein besseres Gespür für den Umgang mit persönlichen Daten, für übertriebene Selbstdarstellung oder für Fakenews. Viele Jugendliche stört es sogar, wenn andere ständig in das Smartphone starren. Je länger und häufiger junge Menschen digitale Medien nutzen, desto kompetenter gehen sie damit um, sagen die Studien. Verhaltensregeln und Codes werden gerade durch die Erfahrung und den Austausch im Netz erlernt. In meinen Workshops in Schulklassen schütteln Jugendliche manchmal resigniert den Kopf, wenn wir über Dos and Don‘ts im Umgang mit Medien sprechen und es um das Nutzerverhalten der Erwachsenen geht:

• Babyfotos auf Facebook: Anonyme Facebookseiten sammeln solche Fotos aus anderen Profilen und machen diese für andere sichtbar; ob für Pädophile oder um auf Datenschutz hinzuweisen, ist bisher nicht geklärt

GASTKOMMENTAR

KOMMENTAR MANUEL OBERK ALMSTEINER

Manuel Oberkalmsteiner ist Sozialpädagoge und Mitarbeiter im Forum Prävention. Er nutzt digitale Medien und versucht, die sich ständig ändernden Dinge im Internet zu verstehen.

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Wenn es um die digitale Welt geht, dann sind Erwachsene oft eher Schüler als Lehrer. Was in Sachen Mediennutzung die Großen von den Kleinen lernen können und warum es wichtig ist, mit dem Nachwuchs im Gespräch zu bleiben.

• Fakenews: Eltern leiten WhatsApp–Nachrichten weiter, die augenscheinliche falsche Nachrichten verbreiten ,ohne deren Inhalt zu überprüfen. Solche Fakenews sind dabei häufig relativ leicht zu verifizieren • Eltern, die am Kinderspielplatz ins Smartphone starren und dadurch wichtige Beziehungszeit den Kindern wegnehmen • Hasskommentare: Erwachsene, die durch die vermeintliche Anonymität beleidigen und anschwärzen Beim Umgang mit Medien fordern wir oft Medienkompetenz bei unseren Kindern, vergessen dabei aber schnell, dass auch wir häufig nicht einen angemessen Umgang gelernt haben. Dabei ergänzen sich die Erfahrungen der jungen NutzerInnen hervorragend mit dem Wissen und den Bedenken der Erwachsenen: Insbesondere junge Kinder brauchen unsere Begleitung und Unterstützung bei der Mediennutzung, gleichzeitig sollen wir die Gelegenheit wahrnehmen, mit unseren Kindern im Gespräch zu bleiben, deren Wissen und Ressourcen zu sozialen Medien, zu Datenschutz und zu Internetphänomenen nutzen, sodass wir gemeinsam mit ihnen medienfit werden.

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MANAGEMENT & VERWALTUNG EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

MANAGEMENT & VERWALTUNG

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Weiter mit Weiterbildung Mitte Juni gab es die Auftaktveranstaltung für den Weiterbildungslehrgang der Verwaltungsführungskräfte im Südtiroler Sanitätsbetrieb. Die Veranstaltung war als Workshop angelegt.

Kaum war der Lehrgang für Führungskräfte des Südtiroler Sanitätsbetriebes aus den Bereichen Medizin, Pflege und Verwaltung im Mai erfolgreich abgeschlossen worden, fiel schon der Startschuss für den nächsten Führungskräftelehrgang. Diesmal sollten vor allem die Verwaltungsführungskräfte involviert werden. Tatsächlich konnten die Direktorin des Amtes für Ausbildung des Gesundheitspersonals, Veronika Rabensteiner, Pflegedirektorin Marianne Siller sowie Sanitätsdirektor

FOTO PETER A. SEEBACHER

Sanitätsdirektor Thomas Lanthaler konnte zahlreiche Verwaltungsführungskräfte zum neu angelaufenen Führungskräftelehrgang begrüßen

Wissen veraltet heute schnell, kontinuierliche Weiterbildung ist deshalb ein Muss, sei es für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder sei es für Führungskräfte. Ganz abgesehen davon, dass es dazu auch gesetzliche Vorgaben gibt, denen entsprochen werden muss.

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MANAGEMENT & VERWALTUNG PETER A . SEEBACHER

Verwaltungsreform

Für die klinischen Bereiche werden 2017 einige Schwerpunkte gesetzt; voraussichtlich werden die bereits jetzt eng zusammenarbeitenden Supportbereiche wie Labor, Radiologie und Arzneimitteldienste landesweit strukturiert.

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Dadurch soll die interne Serviceorientierung und Effizienz der Supportdienste erhöht werden. Zum Projektleiter für die Verwaltungsreform wurde Enrico Wegher, Verwaltungskoordinator im Gesundheitsbezirk Bozen ernannt.

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Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Neuordnung des Landesgesundheitsdienstes liegt der Ball nun beim Betrieb. Im Rahmen der Vorgaben des Gesetzes wird in den kommenden Monaten ein Reorganisationsvorschlag des Südtiroler Sanitätsbetriebes ausgearbeitet. Ziel ist es, innerhalb 2017 die neue Verwaltungsstruktur zu beschließen, in der zwar landesweite Supportbereiche mit klaren Aufgaben- und Zuständigkeitsbereichen vorgesehen sind, andererseits alles, was für die Betreuung der Bevölkerung vor Ort notwendig ist, lokal erbracht wird.

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Thomas Lanthaler zur Auftaktveranstaltung zahlreiche Führungskräfte aus allen Gesundheitsbezirken begrüßen. Die Auftaktveranstaltung sollte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einem partizipativen Prozess die Möglichkeit bieten, das Feinkonzept der Managementausbildung mitzugestalten sowie eigene Themen und Bedürfnisse einzubringen. „Sie sind eingeladen, persönliche und individuelle Entwicklungswünsche und –ziele miteinzubringen“, so der Soziologe und Weiterbildungsexperte Bernd Karner, welcher den Managementkurs begleitet. Anschließend waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgerufen, drei von sechs moderierten Gesprächen mit verschiedenen Themenbereichen zu besuchen. Folgende Themenbereiche standen zur Verfügung: Gesundheitsreform (Moderator: Roland Döcker), Verwaltungsreform und Innovation (Moderator: Michael Mayr), Wissensmanagement, Führung und interdisziplinäre Zusammenarbeit (Moderation: Bernd Karner), Budgetierung, Controlling und Zielvereinbarungen (Moderation: Markus Marsoner), Betriebsweite Zusammenarbeit, Informationsmanagement, Prozessmanagement (Moderation: Eddi Treccani) sowie Ethik, Qualität und Kommunikation (Moderation: Horand Meier).

MANAGEMENT & VERWALTUNG

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Ende Mai wurden bei einer Kick-off-Veranstaltung im Krankenhaus Bozen erste Schritte zur Verwaltungsreform des Südtiroler Sanitätsbetriebes besprochen.

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MANAGEMENT & VERWALTUNG

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Die Vorinskription für das Studium verschiedener Gesundheitsberufe an der Claudiana hat begonnen. Die Einschreibungen für die Teilnahme an den Aufnahmeprüfungen laufen noch bis 11. August 2017.

Gesundheitsberufe: Die Einschreibungen zur Teilnahme an den Aufnahmeprüfungen laufen noch bis 11. August

MANAGEMENT & VERWALTUNG

Studium der Gesundheitsberufe Informationen: Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana, Lorenz-Böhler-Str. 13, Bozen Tel. 0471 067300; direktion@claudiana.bz.it, www.claudiana.bz.it

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Gesundheitsberufe gehören zu den zukunftsträchtigsten Berufen. Die Menschen werden immer älter und gesundheitsbewusster – ein zunehmender Bedarf ist also sicher. „Die Spezialisierungsmöglichkeiten im Gesundheitsbereich sind sehr vielfältig und gute Jobaussichten sind garantiert. Dieser gesellschaftliche Trend spiegelt sich auch in Südtirol wider. Vor allem Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger werden gesucht. Die Claudiana als Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe bietet verschiedenste Möglichkeiten, einen sinnvollen, spannenden Beruf für die Zukunft von Grund auf zu lernen. „Wir freuen uns über jede Anmeldung,“ sagt Klaus Eisendle, der Präsident der Claudiana, der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe. Vor Beginn des Studiums gibt es eine Aufnahmeprüfung. Die Einschreibungen für die Teilnahme an den Aufnahmeprüfungen starten am 10. Juli 2017. Bis 11. August können sich

Interessierte dazu anmelden. Voraussetzung für die Einschreibung in die Claudiana ist der Abschluss einer fünfjährigen Oberschule (Matura). Es gibt keine Altersgrenze. Die Anmeldung ist ausschließlich online auf der Internetseite http://www.claudiana.bz.it durchzuführen. Dort gibt es auch detaillierte Informationen zu den einzelnen Studiengängen. Gerne gibt man auch bei der Claudiana unter Tel. 0471 067300 Auskunft. Für das akademische Jahr 2017/18 können folgende Studienrichtungen belegt werden: Dentalhygiene, Ergotherapie, Ernährungstherapie, Orthoptik und Physiotherapie mit jeweils 20 Studienplätzen. Für die Krankenpflege sind 120 Studienplätze vorgesehen. Die Studienplätze werden aufgrund einer Bedarfserhebung ausgeschrieben.


MANAGEMENT & VERWALTUNG PETER A . SEEBACHER

007 in Südtirol

Zehn Jahre sind eine lange Zeit und das Jubiläum eine gute Gelegenheit, zurückzublicken und auch nach vorne zu schauen. Im Zentrum der Veranstaltungen werden die Vorträge von Top-Referenten und -Referentinnen aus Sport, Kultur und Gesellschaft stehen, welche darüber berichten werden, wie sie mit Herausforderungen, Rückschlägen und Krisen umgegangen sind und wie sie sich trotzdem Motivation und Freude an ihrem Tun erhalten oder wiedergefunden haben.

SABES 007 on the road

ZEHN JAHRE SÜDTIROLER SANITÄT SBE TRIEB

MANAGEMENT & VERWALTUNG

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ABES 007 ist der Titel der Jubiläumsveranstaltungsreihe anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Südtiroler Sanitätsbetriebes. Im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes, an die sich diese Events ausschließlich richten. Veranstaltungsorte sind die sieben Krankenhäuser Südtirols sowie Schloss Sigmundskron, welches die Abschlussveranstaltung beherbergen wird.

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Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens als Gesamtbetrieb organisiert der Südtiroler Sanitätsbetrieb Ende September eine Reihe von Jubiläumsveranstaltungen in den sieben Südtiroler Krankenhäusern. Die Abschlussveranstaltung findet am 6. Oktober im Messner Mountain Museum Firmian statt.

Die Termine Roadshow 18.9. Krankenhaus Innichen 19.9. Krankenhaus Sterzing 20.9. Krankenhaus Meran 21.9. Krankenhaus Schlanders 25.9. Krankenhaus Brixen 26.9. Krankenhaus Bozen 27.9. Krankenhaus Bruneck Finale im MMM Firmian am 6.10.2017

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ie einzelnen Veranstaltungen sollen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch die Gelegenheit und Möglichkeiten bieten, sich in einem ungezwungenen Rahmen zu treffen und auszutauschen. Denn wie stellte der amerikanischer Existentialpsychologe Rollo May (1909-1994) fest: „Kommunikation führt zu Gemeinschaft, das heißt zu Verständnis, Vertrautheit und gegenseitiger Wertschätzung.“ Und da kann man ihm wohl kaum widersprechen.

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TITELGESCHICHTE ZUSAMMENGETRAGEN VON SABINE FLARER, MARIA ELISABETH RIEDER, MARINA CATTOI, PETER A. SEEBACHER

Ansichten und Aussichten Was sehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes? Welches Bild, welche „Aussicht“ haben sie täglich vor sich? Wie beeinflusst sie dieser tägliche Blick? Wir haben einige von ihnen gefragt und haben neben Aussichten auch Ansichten zu hören bekommen.

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„Ich arbeite seit 2005 beim Südtiroler Sanitätsbetrieb und habe das Glück, in einem Büro arbeiten zu können, welches mit großen Fenstern ausgestattet ist und eine wunderschöne Aussicht nach Norden bietet. Ein saftig grüner Hang mit Apfelbäumen, Wiesen und Wäldern, der Blick auf den Gitschberg und die Eidechsspitze, verstreute Häuser – diese Aussicht erwartet mich jeden Tag in meinem Büro. Der Wechsel der Jahreszeiten ist nicht nur ein Lauf der Natur, auch im persönlichen und beruflichen Leben vollzieht sich ein ständiges Wachsen.

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Die Aussicht bedeutet für mich nicht nur die Sicht aus dem Fenster. Ich habe auch die Möglichkeit, die eigenen Freiräume selbstverantwortlich zu gestalten, kann an der Entscheidungsfindung beteiligt sein und kann die eigenen Gedanken in der Weite des Lebens schweifen lassen.“

TITELGESCHICHTE

FOTO MARINA CATTOI

ALEX ANDR A KR AUSE, MITARBEITERIN IN DER PFLEGEDIENSTLEITUNG BEZIRK BRIXEN

„Ich bin nun seit acht Jahren Sprengelpfleger am Deutschnonsberg, Sprengel Lana. Meine Patienten nennen mich auch oft den ‚Bergpfleger‘ – in Anspielung an den Bergdoktor. Der direkte Kontakt beim Patienten zuhause gefällt mir sehr gut, zum Glück verfüge ich über rund 30 Jahre Arbeitserfahrung, denn ich bin bei meinen Entscheidungen meistens auf mich alleine gestellt. Ich bin viel unterwegs – rund 100 Kilometer täglich – und muss auch mit widrigem Wetter klarkommen, etwa bei Schnee oder Eis. Es hat eine Weile gebraucht, zu den vorwiegend älteren Bergpatienten Vertrauen aufzubauen, aber sobald sie dich ins Herz schließen, sind sie sehr dankbar. Das geht soweit, dass sie mich anrufen, wenn einer sich mit der Motorsäge verletzt. Auch die Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus in Cles funktioniert gut. Mein persönlicher ‚Ausblick‘ in die Zukunft für meine noch vier Jahre bis zur Pensionierung: So gut wie möglich weiterhin die Leute zu versorgen und dabei ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Der Nachteil an meiner Arbeit: Im Gegensatz zum Krankenhausumfeld fehlt oft die persönliche Vernetzung, es ist nicht leicht, wenn man neue Leute im Krankenhaus nicht mehr kennt und oftmals eine Auskunft oder Hilfe braucht. Wer ‚draußen‘ ist, verliert ein wenig den Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen.“

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ALFRED PL ATZER, SPRENGELPFLEGER AM DEUTSCHNONSBERG, SPRENGEL L ANA

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FOTO MARIA ELISABETH RIEDER

TITELGESCHICHTE

Maria Pescollderungg ist Physiotherapeutin und arbeitet seit 1992 im Krankenhaus Bruneck, 2003 begann sie ihre Arbeit in der Kinderrehabilitation. Ihr Arbeitsraum befindet sich im fünften Stock, wenn sie aus dem Fenster schaut, geht ihr Blick über die Dächer der Stadt. Der Ausblick reicht in das Tauferer-Ahrntal, bis hinein zur Keilbachspitze (3056 m). „Meine Aussicht ist wunderschön“, sagt sie, ihre Arbeit mit Kindern und Eltern bereite ihr Freude: „Es ist eine besondere Herausforderung mit Kindern zu arbeiten, doch gerade das macht den Reiz aus. Gegenseitiges Vertrauen ist wichtig, damit wir miteinander arbeiten können. Es braucht Fingerspitzengefühl, Begeisterungsfähigkeit und das Vermögen, sich in die Kinder hineinzuversetzen. Meine Arbeit wird leicht, wenn ich flexibel und offen bin und mich auf jedes einzelne Kind wirklich einlasse.“ Maria Pescollderungg ist es wichtig, sich immer weiter zu entwickeln, Neues dazu zu lernen und Visionen zu haben. Sie sagt, was sie denkt: „I have a dream: Hier im Krankenhaus arbeiten so viele Menschen, wir haben so viel Wissen und ganz verschiedene Fähigkeiten. Meine Vorstellung ist, dass wir alle diese Fähigkeiten vernetzen und sie so einsetzen, wie es die Kinder brauchen. Ich wünsche mir eine ganzheitliche Sicht und Betreuung der Patienten, wo jede und jeder in seiner Individualität als Mensch gesehen wird. Und ich wünsche mir, dass Schul- und Komplementärmedizin zusam-

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menwirken. Indem ich mich frage, was braucht das Kind in diesem Moment der Entwicklung, kann ich mich auf das Wesentliche konzentrieren und so auf den Punkt kommen, um dann die optimale Betreuung zu ermöglichen. Um dies umzusetzen, brauchen wir Flexibilität, Offenheit, Visionen, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und eine natürliche Gelassenheit, aber auch klare Strukturen, Entscheidungskraft und dass jede und jeder für ihren und seinen Arbeitsbereich wirklich die Verantwortung übernimmt. Dafür ist es notwendig, die eigene Sichtweise zu hinterfragen beziehungsweise zu ändern. Das führt zu neuen Aussichten und Ansichten, die einen Wandel einleiten können“. Für ihre Arbeit braucht Maria Geduld und Kraft. Diese schöpft sie vor allem mit Freunden in der Natur und in den Bergen, im Winter beim Telemarken und im Sommer beim Klettern. Außerdem praktiziert sie seit Jahren innere Selbsterforschung und Yoga. „Das sind meine Kraftquellen“, sagt sie und strahlt über das ganze Gesicht…„I have a dream“. MARIA PESCOLLDERUNGG, PHYSIOTHER APEUTIN. SEIT 1992 IM KR ANKENHAUS BRUNECK,


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ANGELIK A STEINACHER UND MARIA SCHROT T, PATIENTENBEGLEITDIENST IM KR ANKENHAUS BOZEN

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Wir vom Patientenbegleitdienst sehen es als unsere Aufgabe an, alle hilfebedürftigen Personen, die sich im Krankenhaus nicht zurechtfinden oder an das Bett oder den Rollstuhl gebunden sind, zu begleiten. Gänge, Aufzüge, Zimmertüren – das ist unsere ständige „Aussicht“. Aber unsere wichtigste Aufgabe ist es auch, den Patientinnen und Patienten Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln, ihnen das Gefühl zu vermitteln, nicht allein gelassen zu sein, sondern wohlbehütet an den richtigen Ort und wieder zurück gebracht zu werden. Durch unsere Anwesenheit und unser Einfühlungsvermögen kann vielen Patienten und Patientinnen ein wenig Angst und Unsicherheit genommen werden. Auch ein kurzes Gespräch kann schon ein kleiner Schritt zur seelischen Genesung sein. Wir glauben, dass wir durch unsere Arbeit einen wichtigen Beitrag für den reibungslosen Ablauf im Krankenhaus Brixen leisten und dass wir für unsere Patienten und Patientinnen Hilfe und Unterstützung zugleich sind.“

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FOTO MARINA CATTOI

„Den Patientenbegleitdienst (PbD) gibt es im Krankenhaus Bozen seit Februar 2012. Derzeit besteht unser Team aus sieben Männern und sieben Frauen. Vor dieser Zeit wurden wir in unserem Krankenhaus als „Träger“ bezeichnet, aber wir tragen die Patienten ja nicht herum, sondern begleiten sie lediglich. Unsere Arbeit ist teilweise mit großer körperlicher Anstrengung und langen Wegen verbunden, was besonders für uns Frauen eine große Herausforderung ist. Rampen, enge Aufzüge und des Öfteren nicht einwandfrei funktionierende Betten oder Rollstühle erschweren unsere Arbeit zusätzlich.

„Als ich vor vielen Jahren aus Norddeutschland über Norditalien nach Südtirol gekommen bin, hatte ich nicht erwartet, im Herzen der Dolomiten ein technologisch so fortschrittlich ausgestattetes Krankenhaus vorzufinden. Wenn dazu noch das Arbeitsklima unter dem Sanitätspersonal stimmt, ist die Arbeit in einem Urlaubsland wie Südtirol eines ist fast perfekt. Jetzt haben wir an unserer Abteilung sogar noch einen international bekannten Tumorchirugen als Chef bekommen, wodurch zwar unser Arbeitspensum quantitativ und qualitativ gestiegen ist, aber auch die Genugtuung unserer ärztlichen Tätigkeit - die ja nicht nur aus Chirurgie und Medizin besteht, sondern auch eine psychologische Komponente hat - hat einen Sprung nach vorne gemacht. Natürlich wird der schnelle technologische Fortschritt durch viel Dokumentationsarbeit auch im positiven Sinne entschleunigt. Wenn dann noch Zeit für schöne Ausblicke in die Natur bleibt, ist das Leben in Südtirol nahezu ideal.“

FOTO PRIVAT

SASCHA BUDIMANN, ARZT IN DER HALS-NASEN-OHREN-ABTEILUNG DES KR ANKENHAUSES BOZEN

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FOTO MARIA ELISABETH RIEDER

TITELGESCHICHTE

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Krankenhaus Innichen – Abteilung Medizin – es ist Mittwoch-Vormittag, auf der Abteilung herrscht reges Treiben. Die Pflegekoordinatorin Anna Kircher organisiert gerade am Telefon die Entlassung eines komplexen Patienten, sie beendet das Gespräch und ihr Blick geht für einen Moment lang zum Panoramafenster hinaus. Kurz genießt sie die herrliche Aussicht, vor den Augen den Haunold - 2.966m Hausberg von Innichen, links davon geht der Blick zu den Sextner Dolomiten mit Gsell und Schuster, noch ein bisschen weiter links fällt der Blick auf den Skiberg Helm. Ein Arbeitsplatz mit solch grandiosem Ausblick ist ein Privileg.

Doch auch diese herrliche Aussicht kann nicht darüber hinweg täuschen, dass „die Aussichten“ für das Krankenhaus Innichen derzeit nicht rosig sind. Anna Kircher, die seit 1983 als Krankenpflegerin im Krankenhaus Innichen arbeitet, lässt sich aber nicht entmutigen. „Natürlich hat unser Krankenhaus schon bessere Zeiten gesehen“, meint sie, „aber ich will nicht klagen. Die Entscheidungen über die Zukunft unseres Krankenhauses werden anderswo getroffen. Mir und meinem Team ist es ein Anliegen, unsere Patientinnen und Patienten tagtäglich optimal zu betreuen, dazu haben wir über die Jahre hinweg immer Veränderungsprozesse als unseren Auftrag wahrgenommen und mit Freude umgesetzt. Wir wissen sehr wohl, was die Vorteile und Stärken unseres Hauses sind. Wir bieten ein familiäres Ambiente, aufgrund der kurzen Wege werden Untersuchungen in kurzer Zeit durchgeführt, wir bieten professionelle und gute Betreuung für die Bevölkerung des Hochpustertales und dessen Feriengäste. Gleichzeitig wissen wir auch, dass derzeit alles in Frage gestellt ist und es herrscht große Unsicherheit aufgrund des großen Ärztemangels, den die kleinen Häuser besonders spüren. Wir hoffen in jedem Fall auf den Fortbestand unseres Hauses, um weiterhin zum Wohle der Bevölkerung des Hochpustertales arbeiten zu können.“

FOTO PRIVAT

ANNA KIRCHER, PFLEGEKOORDINATORIN DER ABTEILUNG MEDIZIN 2 IM KR ANKENHAUS INNICHEN

“Jedes Mal, wenn ich diesen Ausblick sehe, denke ich, wie schön doch Meran ist und in welch wunderschöner Umgebung ich arbeite. Es macht einen Riesenunterschied, ob man sich wohlfühlt an seinem Arbeitsplatz oder nicht. Bei schönem Wetter wie heute denke ich mir, dass man eigentlich draußen sein müsste – deshalb würde ich mir auch wünschen, dass man den Mensadienst oder den Kaffee an schönen Tagen draußen in Anspruch nehmen könnte.“

FOTO SABINE FLARER

ROBERTO MAGNATO, PRIMAR DER HALS-NASEN-OHREN-ABTEILUNG IM KR ANKENHAUS MER AN:

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Manuel Maini ist als Erzieher an der landesweiten Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Meran tätig. Ein Großteil seiner Tätigkeit dort findet nicht an einem „klassischen“ Arbeitsplatz statt – es geht mit den jungen Leuten auf die Wiese, zum Tischfußball- oder Fußballspielen. Bei schlechterem Wetter werden die Spiel- und Unterhaltungsräume im Inneren der Abteilung genutzt. Maini: „An meinem Arbeitsplatz gefällt mir, dass ich Jugendliche in – hoffentlich nur zeitweise – schwierigen Situationen begleiten kann, ohne im klinischen Bereich arbeiten zu müssen. Wir sind zwar vernetzt mit dem Krankenhaus, dennoch darf ich beispielsweise spielerisch mit den jungen Menschen arbeiten: im großen Garten, beim Fußballspielen, bei Therapien...“

FOTO PETER A. SEEBACHER

TITELGESCHICHTE

FOTO SABINE FLARER

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MANUEL MAINI, ERZIEHER AN DER L ANDESWEITEN ABTEILUNG FÜR KINDER- UND JUGENDPSYCHATRIE IN MER AN

„Ich bin seit 1976 im Krankenhaus Bozen beschäftigt. Jetzt stehe ich kurz vor der Pensionierung, in wenigen Tagen ist es soweit. Angefangen habe ich noch im alten Bozner Spital, also da, wo sich heute die Universität Bozen befindet. 1980 ist unsere Abteilung dann in das neue Krankenhaus in Moritzing umgezogen. Ich habe meine Arbeit immer sehr gerne gemacht. Der Kontakt mit den Leuten gefällt mir, da ist es dann auch nicht so schlimm, dass meine Aussicht während der Arbeit vor allem die Röhre des Computertomografen (CT) ist. Im Laufe der Jahre und Jahrzehnte hat sich unser Beruf komplett verändert. Was ich heute tue, hat mit der Arbeit, die ich als 18-jährige begonnen habe, nichts mehr zu tun. Damals hat man ja alles noch auf Röntgenfilme gebannt; die schweren Kassetten mit den Filmen mussten hin-und hergeschleppt werden, um sie in der Dunkelkammer zu entwickeln. Außerdem war es auch unsere Aufgabe, uns um das Nachfüllen der benötigten Säuren für die Filmentwicklung zu kümmern. Ob die Aufnahme gelungen war, hat man erst nach der Entwicklung des Bildes gesehen. Das hieß für die Patientinnen und Patienten: warten, bis das Bild da ist, denn wenn es misslungen war, musste ein neues gemacht werden. Heute, mit der

Digitalisierung, sieht man sofort, ob das Bild brauchbar ist oder nicht, alles geht viel schneller. Die Arbeit ist vielfältiger, aber auch komplexer geworden, neue Bildgebungsverfahren wurden entwickelt. Früher hat jeder Röntgentechniker und jede Röntgentechnikerin alle Röntgengeräte bedienen können, heute geht es in Richtung Spezialisierung. CT, Magnetresonanz, Angiografie, Mammografie und Röntgengeräte im Operationssaal haben eine Unterteilung der Techniker in „Fachteams“ notwendig gemacht. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Arbeit macht mir immer noch sehr großen Spaß, auch wenn der Druck stark zugenommen hat. Anderseits: Irgendwann muss Schluss sein. Ich bin jetzt 60 und möchte mein Leben noch ein wenig genießen und meine Hobbys Laufen und Mountainbiken als gesunder Mensch noch einige Jahre betreiben.“ MARGARETH SEEBACHER MARZONER, RÖNTGENTECHNIKERIN IM KR ANKENHAUS BOZEN

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Mit einer ganztägigen Tagung wurde am 19.5.2017 der Führungskräftelehrgang des Südtiroler Sanitätsbetriebes abgeschlossen. Landesrätin Martha Stocker überreichte die Diplome an die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. one # 02/17


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FOTO PETER A. SEEBACHER

SANITÄT IM BILDE

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MEDIZIN & PFLEGE

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Eine Hörschädigung beeinträchtigt nachhaltig die sprachliche, soziale und emotionale, aber auch die kognitive Entwicklung eines Kindes. Durch eine frühzeitige Diagnose besteht eine gute Chance, dennoch eine altersgerechte Entwicklung zu erreichen, welche mit Normalhörenden vergleichbar ist.

MEDIZIN & PFLEGE EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

Hörgeschädigte Kinder Ein Hörschaden ist unsichtbar. Im Gegensatz etwa zu Blinden, haben Gehörlose keine Armbinde und keinen Blindenstock. Sie haben auch keinen Rollstuhl. Deswegen ist es für Hörende manchmal schwer nachzuvollziehen, welche enorme Anstrengung und Anpassungsleistung Menschen mit Hörschädigungen laufend erbringen. Ein Kind mit Hörschädigung hört nicht, wenn irgendwo ein Hund bellt. Ein hörgeschädigter Erwachsener hört das Hupen der Autos nicht oder wenn sich jemand vorbeidrängt und sagt: Entschuldigung, ich hab es eilig. Hörgeschädigte müssen ständig aufmerksam sein und können nicht nur „nebenbei“ etwas mithören. Hörschädigungen können durch genetische Voraussetzung entstehen, durch neurologische Beeinträchtigungen oder auch durch Unfälle, sie können bereits bei der Geburt vorhanden oder erworben worden sein. Kinder mit Hörschäden werden in Südtirol von einem breiten Netzwerk betreut, im

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Sanitätsbetrieb ist es unter anderem der Dienst für Hörgeschädigte. Ein Dienst, den man nur kennt, wenn man davon betroffen ist. Er arbeitet im ganzen Land, gehört strukturell aber zum Dienst für Kinderund Jugendneurologie und Rehabilitation unter der Leitung von Gianluca Casara. Im Rahmen von Fachteams arbeiten die Dienststellen der Kinderrehabilitation in den Bezirken Meran, Brixen und Bruneck eng mit diesem Dienst sowie den jeweiligen Hals-Nasen-Ohren-Abteilungen zusammen.

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ören hat Einfluss auf viele Entwicklungsbereiche, nicht zuletzt auf die Sprachentwicklung, daher ist es wichtig, eine Hörminderung frühzeitig zu erkennen. Wie entdeckt man die Hörschädigung bei einem Kind? Schon Neugeborene werden einem flächendeckenden Hörscreening unterzogen, ein weiteres landesweites Hörscreening erfolgt im Alter von drei bis vier Jahren. Sollte ein Kind auffällig wenig auf Stimmen und Geräu-


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sche reagieren, gibt es im öffentlichen Gesundheitsdienst und in Zusammenarbeit mit Schule und Kindergarten ein ganzes Netzwerk, welches das Kind und die Familie begleitet. Petra Gruber, Klaudia Rinner und Brigitta Rottensteiner sind drei Psychologinnen, die landauf landab mit den anderen Diensten und den Familien in diesem Bereich zusammenarbeiten. „Eine frühzeitige Diagnose ist sehr wichtig“, erklärt Klaudia Rinner. „Durch eine frühe Intervention und die richtige Begleitung über die ersten Lebensjahre hinweg haben die Kinder sehr gute Entwicklungschancen.“ Sensible Phasen in der Entwicklung des Kindes können durch die Zusammenarbeit von verschiedenen Berufsgruppen genützt werden, wodurch sich die Lebensqualität des Kindes und seiner Familie deutlich verbessern. Mit einbezogen sind dabei Fachärzte und Fachärztinnen der Hals-Nasen-Ohren-Abteilungen, Fachpersonal aus den Bereichen Logopädie, Neurologie und der physiatrischen Betreuung. Die Versorgung mit Hörgeräten oder mit einem Cochlear-Implantat tragen das ihre

dazu bei, dass gehörlose oder hörgeschädigte Kinder eine gute Sprachkompetenz aufbauen können und auch ein gutes Sprechen entwickeln.

Leben im Ausnahmezustand: Menschen mit Hörschäden erbringen laufend enorme Anpassungsleistungen

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esonders herausfordernd für Menschen mit Hörschädigung sind die „weichen“ Faktoren der Sprache, wie etwa die Tonlage oder der Sprachrhythmus. Hörende wissen schon aus dem Klang der Stimme oder der Schnelligkeit der Sätze, wenn jemand aufgeregt ist, wütend oder entspannt. Flüstern, Schreien, Sanftheit oder Lautstärke – diese Dimension gibt es nicht. „Wenn ich mit meinen Patienten spreche, fragen sie mich manchmal: Hast du mir gerade eine Frage gestellt? Weil sie zwar den Satz verstehen, aber die Tonlage, die für einen Hörenden eindeutig ist, nicht vernehmen“, erzählt Petra Gruber. Gut zu wissen, dass mit ausreichend fachlich kompetenter Hilfe dennoch ein unerhört gutes Leben möglich wird.

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MEDIZIN & PFLEGE

FOTO SÜDTIROLER SANITÄTSBETRIEB

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Der Autor dieses Artikels, Martin Kristanell, ist Mykologe im Dienst für Hygiene und öffentliche Gesundheit im Bezirk Meran

Die Pilzsaison steuert auf ihren Höhepunkt zu und bei aller Liebe zum Genuss sollte man doch etwas vorsichtig sein. Es ist bekannt, dass neben den als „sicher essbar“ eingestuften Pilzen zahlreiche giftige Arten wachsen. Nicht umsonst sind die meisten Sammler deshalb wachsam und essen nur jene Pilze, die sie genau kennen.

MEDIZIN & PFLEGE MARTIN KRISTANELL

Pilze – zwischen Genuss und Gefahr Bei Pilzvergiftungen unterscheidet man zwischen jenen mit kurzer (drei bis vier Stunden bis zum Auftreten der ersten Symptome) oder langer (sechs bis 36 Stunden bis zum Auftreten der ersten Symptome) Latenzzeit. Während bei kurzer Latenzzeit meist Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auftreten, die allmählich wieder abklingen, können Vergiftungen mit langer Latenzzeit zu Nieren- oder Leberversagen führen. Auf die Betroffenen wartet im schlechtesten Fall die Dialyse oder eine Transplantation.

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Die verantwortlichen Pilze mit nephrotoxischen Wirkstoffen sind der “spitzbucklige Rauhkopf“ und andere verwandte Arten der Gattung Cortinarius. Jene mit hepatotoxischen Wirkstoffen sind der weithin bekannte „grüne Knollenblätterpilz“, der „weiße Frühlingsknollenblätterpilz“, der “kegelhütige Knollenblätterpilz“, verschiedener Arten der Gattung Lepiota, die so genannten kleinen Schirmlingen, sowie die Art Galerina marginata. Neben diesen dramatischen Verläufen gibt es unspezifische, so genannte „falsche Pilzvergiftungen“ aufgrund eines übermäßigen Verzehrs. Die Symptome sind ähnlich den Vergiftungen mit kurzer Latenzzeit und heilen normalerweise folgenlos ab.

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s gibt auch Pilzvergiftungen, die auf psychoaktive Wirkstoffe zurückzuführen sind. Die dafür verantwortlichen Pilze stammen unter anderem von der Gattung Psilocybe. Diese werden meist

Wöchentlicher Pilz – Tweet In den kommenden Wochen wird auf dem Twitter-Account des Südtiroler Sanitätsbetriebes wöchentlich eine Pilzart mit umfassenden Informationen dazu vorgestellt. Folgen Sie uns auf @SabesAsdaaBZ und versäumen Sie keinen der Pilz-Tweets!


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llein im Bezirk Meran wurden im letzten Jahr 35 Beratungen durchgeführt (die meisten im September); den Dienst nahmen vor allem ältere und italienischsprachige Südtiroler in Anspruch. Interessant ist, dass es im Pilzsammeln kulturelle Unterschiede gibt: Während die italienischsprachige Bevölkerung auch Pilze aus Laubwäldern in tieferen, wärmeren Lagen sammelt, hält die deutschsprachige Bevölkerung vorwiegend Ausschau nach Steinpilzen, Pfifferlingen und Riesenschirmlingen in Nadelwäldern in höheren Lagen. Auch ich selbst freue mich überwiegend über Pfifferlinge und Steinpilze, aber eigentlich auch über seltene Arten, auch wenn man sie nicht essen kann. Mein Rat an Pilzliebhaber: Haltet euch an die Regeln, sammelt, ohne den Wald zu schädigen (lieber öfter als absurde Mengen), esst nur Pilze, die ihr hundertprozentig kennt oder kommt zur Pilzberatung.

Gesundheitsbezirk Bozen

Gesundheitsbezirk Meran

27. Juni - 29. Juli

Ab Mitte Juni bis 30. Oktober

Jeden Montag von 16.30 bis 17.30 Uhr

An geraden Kalendertagen von Montag bis Donnerstag von 15.00 bis 17.00 Uhr und Freitag von 10.00 bis 12.00 Uhr sowie an allen Tagen nach Feiertag.

1. August - 28. Oktober Jeden Montag und an geraden Kalendertagen von 16.30 bis 17.30 Uhr Samstags, sonntags und an Feiertagen bleibt die Kontrollstelle geschlossen Informationen: Mykologische Kontrollstelle des Dienstes für Hygiene und öffentliche Gesundheit, Amba-Alagi-Straße 33, Bozen, Tel. 0471 90 92 23.

Samstags, sonntags und an Feiertagen bleibt die Kontrollstelle geschlossen. Informationen: Dienst für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Goethestr. 7, Tel. 0473 251 811.

Gesundheitsbezirk Brixen

Gesundheitsbezirk Bruneck

4. Juli - 28. Oktober

4. Juli - 30. September

Jeden Montag und Mittwoch von 15.30 bis 16.30 Uhr, jeden Freitag von 11.00 bis 12.00 Uhr.

Jeden Montag und an geraden Kalendertagen von 17.00 bis 18.00 Uhr

Samstags, sonntags und an Feiertagen bleibt die Kontrollstelle geschlossen. Die Bescheinigungen für Pilze, welche für den Handel bestimmt sind, werden von Montag bis Freitag von 8.00 bis 9.00 Uhr ausgestellt (Feiertage ausgenommen).

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Auf Nummer sicher können Sie bei den mykologischen Kontrollstellen der Dienste für Hygiene und öffentliche Gesund­ heit gehen. Das zuständige Personal ist hoch qualifiziert und hat den Titel „Mykologe“ durch den Besuch eines zweijährigen Lehrgangs erworben. Alle Mykologen sind im nationalen Berufsalbum eingetragen.

Öffnungszeiten der vier Gesundheitsbezirke

MEDIZIN & PFLEGE

bewusst eingenommen, um einen so genannten „good trip“ zu erleben. Das Risiko ist jedoch groß und reicht vom „bad trip“ (böse Reise) bis hin zu dauerhaften Beeinträchtigungen.

Samstags, sonntags und an Feiertagen bleibt die Kontrollstelle geschlossen. Informationen: Dienst für Hygiene und Öffentliche Gesundheit, Paternsteig 3, Bruneck, Tel. 0474 586 530.

Informationen: Mykologische Beratungsstelle, Dantestraße 51, Gebäude C, II Stock, Tel. 0472 812 480.

Folgende Dienstleistungen werden in den mykologischen Stellen angeboten: • Beratung über die Essbarkeit und korrekte Aufbewahrung der Pilze • Mykologische Zertifizierung der spontan wildwachsenden Pilze für den Verkauf • Kontrolle und eventuell Probeentnahmen von frischen, getrockneten und konservierten Pilzen • Mykologische Hilfestellung auf Anfrage seitens der Notaufnahme eines Krankenhauses oder seitens einer Krankenhausabteilung • Organisation und Durchführung der Prüfungen, die zum Verkauf von frischen, wildwachsenden Pilzen beziehungsweise getrockneten Steinpilzen befähigen

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MERAN

Kinder mit ihren kranken Lieblingen füllen den Wartesaal 32 Wochenbettpflege im Krankenhaus Bruneck 33 Sicher zur Arbeit 33 BOZEN Gesundheit für Frauen 34 Berlin zu Besuch im Krankenhaus Bozen 35 Europäische Auszeichnung für Bozner Urologen 35

BRUNECK

BOZEN Gesundheit für Frauen Urologen 35

BOZEN

AUS DEN BEZIRKEN

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MER AN Jetzt wird es bunt! 27 Von der Pflegerin zur Patientin 28 Augen und Hände für Mutter und Kind 29 „Achtet auf euer Herz!“ 31 Neues aus der Radiologie 31 BRUNECK Kinder mit ihren kranken Lieblingen füllen den Wartesaal 32 Wochenbettpflege im Krankenhaus Bruneck 33 Sicher zur Arbeit 33 BOZEN Gesundheit für Frauen 34 Berlin zu Besuch im Krankenhaus Bozen 35 Europäische Auszeichnung für Bozner Urologen 35

BRUNECK

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Berlin zu Besuch im Krankenhaus Bozen

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Europäische Auszeichnung für Bozner


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Bilder geben jeder neuen Wohnung den letzten Pfiff und auch die Wände des neuen Bettentraktes im Krankenhaus Schlanders sollten nicht nur steril und weiß bleiben.

Bezirksdirektorin Irene Pechlaner hatte dazu eine Idee: Sie bat Künstlerinnen und Künstler, darunter auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch Schlanderser Schulklassen, um Unterstützung. Die Resonanz war groß und die Ergebnisse der Zusammenarbeit sind nun in vielen Räumen des neuen Traktes zu sehen. Mitarbeiterin Valentine Strobl hatte ebenfalls ihre Vinschger Beziehungen spielen lassen und Freizeitmaler wie Schuldirektionen, aber auch Kolleginnen und Kolle-

Eines von 90 Kunstwerken, die nun im Krankenhaus Schlanders an den Wänden hängen

AUS DEN BEZIRKEN

Jetzt wird es bunt!

FOTO VALENTINE STROBL

MERAN SABINE FL ARER

gen kontaktiert. Kunstkritikerin Ilse Thuile wurde mit ins Team geholt; gemeinsam ging es ans Sichten, Ordnen und Aufhängen der bunten Farbtupfer. In den letzten Maitagen war es dann soweit: Die rund 90 Kunstwerke kleiner und größerer Künstlerinnen und Künstler wurden offiziell eingeweiht; Verwaltungskoordinator Gottfried Federspiel bedankte sich von ganzem Herzen für die vielen schönen Werke. Ein „blumiger“ und für die Kleinen süßer Dank konnte als Lohn mit nach Hause genommen werden.

FOTO VALENTINE STROBL

FOTO VALENTINE STROBL

Süßigkeiten und Blumen waren der Künster Lohn

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MERAN

Krankheit kann jeden und jeden treffen – und das meist ohne lange Ankündigung. Da ist es gut, wenn die Betroffenen von einem Netz aus Fachwissen und Menschlichkeit aufgefangen werden. Der Dankesbrief einer Patientin.

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MERAN

Von der Pflegerin zur Patientin Innsbruck, April 2017

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AUS DEN BEZIRKEN

ie es ist, plötzlich im Leben eine unangenehme Diagnose zu bekommen, habe ich leider dieses Jahr im März erfahren müssen. Ich werde nicht näher auf meine Diagnose eingehen, dafür möchte ich mich mit diesem Schreiben auf die positiven Ereignisse konzentrieren. Schon immer bin ich sehr hellhörig mit meinen körperlichen Symptomen umgegangen, konnte vieles oft nicht einordnen. Regelmäßige Checkups habe ich nie versäumt, ich bin sportlich, rauche nicht und trinke keinen Alkohol, ernähre mich gesund – was soll da schon passieren?

Wofür es sich zu leben lohnt Für das Rauschen des Meeres, für das Funkeln der Sterne, für das Leuchten in den Augen derer, die wir lieben. Für die Musik und für den Tanz, für die leisen Momenete und für das Innehalten im Trubel der Tage. Für die Zärtlichkeit und für die Sonne in unseren Herzen. Für unsere unermüdliche Hoffnung.

FOTO SABINE FLARER

( VERFASSER UNBEK ANNT )

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Vielleicht hat gerade dieser sensible Umgang mit meinem Körper mich vor noch größerem Unheil in dem eh schon großen Schlamassel bewahrt. Ich bin überzeugt, dass jeder Schritt von Anfang bis jetzt genau so eintreffen musste. Ich bedanke mich so sehr bei Dr. Luis Mahlknecht. Sie haben während eines urologischen Ultraschalles auch meine Eierstöcke begutachtet – das hätten Sie nicht müssen. Trotzdem sind Sie mit dem Gerät darübergesaust und Ihr professionelles Auge sagte Ihnen, dass da etwas nicht stimmt. Weitere gynäkologische Untersuchungen folgten. Mit viel Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein haben Sie, Dr. Giancarlo Favero und Dr. Johann Hübner, ein schnelles Voranschreiten aller weiteren Maßnahmen veranlasst – dafür bin ich Ihnen sehr dankbar. Dem gesamten gynäkologischen Team von Meran möchte ich ein großes Lob aussprechen. Während dieser Warterei auf irgendeine

präzise Diagnose, war die Ungewissheit wohl das größte Übel – nicht nur für mich, sondern auch für meine gesamte Familie. Dieses Schreiben ist für mich zur Zeit wie Therapie. Ich liege im Krankenbett in Innsbruck, draußen schneit es und ich werfe all meine Gedanken von mir. Immer wieder überkommt mich das große Bedürfnis der unendlichen Dankbarkeit. Auch von der Klinik Innsbruck möchte ich folgendes zitieren: „Ein Lob an das Krankenhaus Meran, welches die richtige Entscheidung getroffen hat und Sie ohne zu zögern zu uns geschickt hat!“ Ja – dieses Lob, diesen unermüdlichen Einsatz gebe ich gerne an die Ärztinnen Dr.in Andrea Ludmann und Dr.in Sieglinde Kofler von der Medizin Meran weiter. Ihr gesamtes Team ist hervorragend. Beherzt und mit großer Professionalität haben sich Pflege und Ärzte für mich eingesetzt. Ich wünsche mir, dass ihr alle so weiter macht, denn jeder Einzelne hat es verdient, mit Respekt und Würde umsorgt zu werden – das macht Pflege aus. Liebe Worte, ein Lächeln, einfach nur zuhören – das ist so wertvoll und tut so gut. Bei allen, die mich in dieser Zeit begleitet haben, die mir gute Gedanken geschickt haben und für mich gebetet haben, ein Dankeschön von Herzen. Schön, dass es euch gibt! Kathrin


AUS DEN BEZIRKEN

FOTO SABINE FLARER

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MERAN

Die Gynäkologinnen Alexandra Tschager (re.) und Barbara Mangano

Buchstäblich mit mehreren Sinnen arbeitet das Team in der Geburtshilfe in den Krankenhäusern Meran und Schlanders: Während ein neues Projekt die engmaschige Überwachung des Neugeborenen in den ersten zwei Lebensstunden vorsieht, bieten die Gynäkologinnen Alexandra Tschager und Barbara Mangano, zusammen mit ihrem Kollegen Giancarlo Favero, seit einigen Monaten erstmals standardisiert die äußere Wendung des Kindes bei Beckenendlage an. Kundige Augen und Hände werden bei beiden Schritten vorausgesetzt.

Augen und Hände für Mutter und Kind

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ie Neonatologin Gaia Weissmann ist viel herumgekommen – als gebürtige Boznerin mit italienischer Mutter und einem Wiener Vater lebte sie schon früh zwischen den Kulturen. Nach ihrer Facharztausbildung ging es deshalb auch nach Kanada und Australien, bis es sie für rund acht Jahre an die größte Kinderklinik Italiens, dem Klinikum Mangiagalli in Mailand, verschlug. Seit 2014 wieder zurück in Südtirol, war es ihr wichtig, einige Neuerungen einzuführen: „Leider gibt es immer wieder

Fälle, in denen ein gesundes Neugeborenes in den ersten zwei Stunden nach der Geburt verstirbt. Dieser sogenannten sudden unexpected postnatale collapse – SUPC ist zwar zum Glück sehr selten, doch er tritt weltweit auf, auch bei uns. Besonders im angelsächsischem Ausland haben viele Kliniken darauf reagiert: Am wichtigsten ist es, das Baby engmaschig in dieser Zeit zu beobachten.“

FOTO THOMAS LECHTHALER

MERAN SABINE FL ARER

Natürlich erfordert das Fingerspitzengefühl, denn man will den frisch gebackenen Eltern auch die Zeit lassen, ihr Kind „kennenzulernen“. „Wir haben deshalb eine Prozedur ausgearbeitet, die für die ersten zwei Stunden eine Kontrolle von Seiten der Hebammen oder des Pflegepersonals in kurzen Abständen vorsieht. Ein kurzer Blick reicht, um zu sehen, ob es dem Baby gut geht. Zusätzlich teilen wir bereits bei der letzten Visite vor der Geburt den werdenden Eltern mit, dass sie bitte dafür sorgen sollen, dass die Mutter in den ersten Stunden der Geburt nicht alleine mit dem Baby ist

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in kurzer Blick, der natürlich mehr Arbeit und Verantwortung für das Personal bedeutet – weswegen Weissmann auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller Beteiligten lobt: „Die Primare beider Bereiche – Gynäkologie und Pädiatrie - und auch die Hebammen und das Pflegepersonal haben hier wirklich Einsatz gezeigt“. Auch rechtlich ist das Personal durch diese dokumentierten Schritte etwas besser abgesichert, denn immerhin sieht der italienische Gesetzgeber – wenn auch etwas schwammig formuliert – vor, dass alles getan werden muss, um das Neugeborene besonders in den ersten Lebensstunden zu schützen. Diese Prozedur wird nun im Bezirk Meran mit großem Erfolg bereits seit einigen Monaten angewandt (zwei „kritische“ Babys konnten in dieser Zeit erkannt werden), weshalb die Neonatologin diese auch den Kolleginnen und Kollegen der anderen Geburtshilfen vorstellte: Alle waren sich einig, dass diese Überwachung auch an ihren Kreißsälen eingeführt werden sollte und so entsteht wohl ein Schneeballeffekt der positiven Art, zum Wohle von Mutter, Kind – und Personal. Im wahrsten Sinne des Wortes in der Hand haben auch die beiden Gynäkologinnen Alexandra Tschager und Barbara Mangano – bei Bedarf unterstützt von Giancarlo Favero – das Wohlbefinden von Mutter und Kind: Ungefähr vier Prozent aller Babys wollen sich – augenzwinkernd stellt Primar Heidegger dafür „Sturheit“ fest – auch in der Endphase der Schwangerschaft nicht drehen. Diese sogenannte Beckenend- oder Steißlage (BEL) wurde in früheren Zeiten einfach der Natur überlassen, mit unterschiedlichen Komplikationen: Während einige Ärzte es schafften, auch diese Kinder problemlos ans Licht der Welt zu holen, kam es in der

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Vergangenheit öfters zu Schäden für Mutter und Kind. Deshalb herrschte in den letzten Jahren der „Trend“ zum Kaiserschnitt bei BEL vor, nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen. „Doch Kaiserschnittentbindungen können auch Probleme nach sich ziehen, etwa Infektionen, Narben, Probleme für spätere Geburten… – weshalb man immer versucht, grundsätzlich eine natürliche Geburt zu ermöglichen. Besonders in Deutschland wird deshalb fast überall die äußere Wendung angeboten, wir in Südtirol wollten auch in diese Richtung gehen und haben als einige der Ersten dies angeboten“, erklärt Tschager. Hat sich der kleine „Sturkopf“ also bis zur 37. Schwangerschaftswoche noch nicht gedreht, wird zuerst empfohlen, alle einfachen Möglichkeiten auszuschöpfen wie die Stimulierung durch Moxabustion (Beifußzigarren), Akupunktur oder spezielle Turnübungen. Hilft alles nix, treten die Fachärztinnen auf den Plan: Mutter und Kind werden vorher untersucht (die Wendung wird nur bei gesunden Müttern und Kindern durchgeführt), dann erscheint die Schwangere nüchtern im Day Hospital (in OP-Kleidung), der Anästhesist und das Fachpersonal steht für einen eventuellen Einsatz bereit: „Das ist wichtig, denn wenn es Komplikationen geben sollte, muss eine sofortige operative Versorgung garantiert sein“, erklären die Ärztinnen. Normalerweise komme es aber gar nicht dazu, denn bereits nach wenigen Minuten intensivem fachkundigen „Schubsen“ – immer überwacht durch Ultraschall und Wehenschreiber - drehen sich rund 50 Prozent aller Babys von alleine. „Dabei gehen wir nur so weit, wie es uns das Kind ‚erlaubt‘, denn wenn ein Baby partout nicht will, kann man es nicht aus der Geburtsposition herausheben. Wir versuchen, das Baby sanft in die richtige Richtung zu leiten – aber nicht immer gelingt das, mancher ‚Sturkopf‘ bleibt auch einfach sitzen“, schmunzeln beide. Durchschnittlich eine Wendung wöchentlich wird am Krankenhaus Meran durchgeführt. Besonders stolz sind die Gynäkologinnen auf die Entwicklung: „Jede Frau, an der bisher die Wendung durchgeführt wurde, konnte danach problemlos entbinden.“

FOTO SABINE FLARER

MERAN 30 AUS DEN BEZIRKEN

– denn schnell kann eine erschöpfte Mutter einschlafen und nicht mitbekommen, dass das Neugeborene Atemprobleme bekommt.“ Warum jedoch für zwei Stunden? „Weil gerade diese zwei Stunden laut der Fachliteratur die kritischsten sind, ein Kind muss eine Unmenge von physiologischen Prozessen ‚lernen‘, um ins Leben zu starten. Sollte es Probleme geben, reicht meist ein kleiner Klaps, um den Kreislauf wieder in Gang zu bekommen. Wenn diese Krise jedoch übersehen wird, kann es zu irreparablen Schäden kommen“.

Gaia Weißmann (Mitte) anlässlich einer Pressekonferenz


MERAN

Neues aus der Radiologie

Die Meraner Kardiologin Elisa Morra aus dem Team von Primar Rupert Paulmichl weiß, wovon sie spricht: Als Herzspezialistin mit langjähriger Erfahrung widmet sie sich bereits seit Jahren dem Thema der geschlechterspezifischen Unterschiede bei kardiologischen Erkrankungen. Als „rosa“ Krankenhaus referierte sie kürzlich für Interessierte zu diesem Thema. „Fast alle haben Angst vor Krebserkrankungen und nehmen fleißig Vorsorgeangebote wahr“, erklärt die Kardiologin, „doch – ohne die Wichtigkeit dieser Präventionsmaßnahmen zu schmälern – die größere Gefahr geht für Frauen besonders nach den Wechseljahren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus“. Ein Herzinfarkt äußere sich meist mit völlig anderen Symptomen als bei Männern, nicht nur allein deshalb ist auch vom medizinischen Personal besondere Sorgfalt gefragt. Frauen, die unter Stress leiden und plötzlich über Schwäche, Müdigkeit oder unspezifische Symptome klagen, müssen genau befragt und untersucht werden, denn vieles kann auch auf andere Erkrankungen – nicht zuletzt auch auf psychische – hinweisen. Dazu kommt, dass Frauen oftmals dazu neigen, ihre Beschwerden zu bagatellisieren oder den Gang zum Arzt lange hinauszuzögern. Hier liegt für Morra auch ein großer Unterschied: „Wenn etwa der Ehemann in der Familie über Beschwerden jammert, setzten die Ehefrauen meist sofort alle Hebel in Bewegung, damit der Gatte sich untersuchen lässt. Bei sich selbst werden eher Ausreden gesucht und wir sehen, dass die Männer in dieser Hinsicht ihre Frauen etwas weni-

ger ‚drängeln‘, den Arzt aufzusuchen, was mitunter gefährlich sein kann.“ Auch würden viele Frauen denken, dass die hormonelle Situation sie vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen würde – aber auch das sei nicht immer der Fall, und besonders nach den Wechseljahren, würde dieser zumindest eine Zeit lang schützende Effekt nachlassen. Gerade dann würden Herzinfarkte oder Schlaganfälle aber deutlich kritischer enden als bei den Herren der Schöpfung. „Man versucht heutzutage, durch intensive Forschung und Aufklärung diese Schräglage etwas zu bekämpfen, doch es braucht noch viel Sensibilisierung für eine geschlechtergerechte Medizin“, so Morra. Bis dahin gelten die zwar schon oft gehörten, doch immer wieder wertvollen Ratschläge: Bewegung, gesunde Ernährung, möglichst Normalgewicht, kein Rauchen, Blutwerte in der Norm und bei Bedarf ein Vorstellen beim Arzt. Die anwesenden Zuhörerinnen – und auch mancher Mann hatte sich in die Vortragsrunde „verirrt“ – gingen mit guten Vorsätzen nach Hause und ließen es sich nicht entgehen, der Fachärztin abschließend noch einige individuelle Fragen zu (SF) stellen.

Innerhalb Jahresende wird die Radiologie in Meran ein neues Magnetresonanz- und Computertomographiegerät erhalten, dafür sind bauliche Umbauarbeiten notwendig. Bewusst hat Primar Anton Wieser versucht, den Termin für die rund vier Monate dauernden Umbauarbeiten in den Sommer zu legen, wo erfahrungsgemäß der Zustrom etwas geringer ist. Denn den laufenden Betrieb kann und will man nicht unterbrechen, weshalb Wieser schon jetzt Patientinnen und Patienten, aber auch das Fachpersonal um Verständnis bittet. Ebenso neu ist eine veränderte Handhabung der „normalen“ Röntgenaufnahmen: „Bisher haben wir es ermöglicht, dass zu den Öffnungszeiten jeder einfach mit Bewilligung ohne Vormerkung zu einfachen Röntgenaufnahmen wie Knochen-RX oder ähnliches kommen konnte. Ab 3. Juli 2017 müssen diese Leistungen über das Vormerkbüro gebucht werden, wie es etwa bei anderen radiologischen Leistungen wie Ultraschall, MR oder CT längst schon der Fall ist“, so Wieser. Wichtig ist, dass diese Umstellung auch nach und nach in den Köpfen des verschreibenden ärztlichen Personals – und der Patientinnen und Patienten – ankommt, denn der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier und Umstellungen brauchen eine Zeit der Gewöhnung. „Wir sind aber überzeugt, dass dies nach einer Anfangsphase genauso zur Routine gehören wird wie die Vormerkung für andere Leistungen“, ist der Primar überzeugt.

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„Achtet auf euer Herz!“

AUS DEN BEZIRKEN

FOTO SABINE FLARER

In der Radiologie am Meraner Krankenhaus, aber auch im Krankenhaus Schlanders, stehen Neuerungen ins Haus: Zum einen werden die Meraner Räumlichkeiten umgebaut, weil zwei neue Großgeräte im Anmarsch sind. Zum anderen müssen jetzt in Meran und Schlanders auch konventionelle Röntgenbilder, etwa für Knochen oder Zahnpanoramen, über das Vormerkbüro reserviert werden.

Folgende Leistungen sind nun ebenfalls vorzumerken: • Thoraxröntgen (Lungen) • Röntgen der Wirbelsäule • Knochen- und Gelenksröntgen • Zahnpanoramaröntgen/Gesichtsschädelröntgen • Nasennebenhöhlenröntgen • Teleradiografie • Kontrastmitteluntersuchung (Speiseröhre, Magen-Duodenum) • Abdomenröntgen (SF)

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nötigte. Die Katze mit Reißverschluss am Bauch war geradezu prädestiniert für die Blinddarmoperation. Sogar seinen Lieblingswurm wollte der kleine Alex behandeln lassen, weil er eine schwere Entzündung neben dem Auge hatte. Der Wurm wurde in den Operationssaal gebracht und unter Narkose erfolgreich behandelt. Mit einem Augenpflaster konnte er das Krankenhaus wieder verlassen. Im Dauereinsatz war auch das „Dreiphasenkombigerät Röntgen-Ultraschall-Computertomograph Marke Albert“, mit ihm konnte in vielen Fällen eine schnelle Diagnose gestellt werden. Erleichtert war die Puppe Greta und ihre Puppenmutti, die im letzten Jahr hier behandelt wurde und damals einen Gipsverband bekommen hatte. Jetzt war sie zur Kontrollvisite gekommen und glücklich, dass der Gips endlich abgenommen wurde. Über die lange Wartezeit auf die Kontrollvisite hat sie sich aber nicht beklagt.

FOTO MARIA ELISABETH RIEDER

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BRUNECK

Am 19.05.2017 öffnete die „Puppen-und Kuscheltierklinik“ in der Eingangshalle des Krankenhauses Bruneck zum zweiten Mal ihre Tore. Kinder bis sieben Jahre waren eingeladen, mit ihrer „kranken“ Puppe oder ihren Kuscheltieren zur Behandlung zu kommen. Über 100 Kinder haben die einmalige Gelegenheit genutzt und ihre Lieblinge „behandeln“ lassen.

BRUNECK MARIA ELISABETH RIEDER

Kinder mit ihren kranken Lieblingen E füllen den Wartesaal In der Eingangshalle des Krankenhauses Bruneck herrschte buntes Treiben, viele Kinder nutzten die Gelegenheit, ihre Kuscheltiere untersuchen zu lassen. Schon bei der Anmeldung gab es Überraschungen, wer und was hier alles behandelt werden musste.

D

ie Ärztinnen und Pflegerinnen, tatkräftig unterstützt von Dr. Malona und Dr. Fuzzi von den Clowndoctors Südtirol-Alto Adige, hatten viel zu tun, um die unterschiedlichen Patienten zu versorgen. Mit viel Einfühlungsvermögen entlockten sie den Kindern die Problematiken und waren erstaunt über so viel Fantasie: Die Puppe, die beim Wickeln vom Tisch gefallen war, der Kasperl mit abgebrochener Holznasespitze, zwei große Zwillingsbären, die Bauchweh hatten und der Opa, in Begleitung, der dann bei der Behandlung noch am meisten Beistand be-

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s wurde Blut abgenommen, abgehorcht, gemessen und gewogen, Spritzen und Medizin verteilt, wo es angebracht war, verbunden, getestet und gepflastert. Leider gab es einen kleinen Engpass beim ärztlichen Personal zu verzeichnen, sodass es zu längeren Wartezeiten kam – eben wie im richtigen Leben... Interessiert beobachteten die Kindereltern die zum Großteil heiteren Behandlungen. Sichtlich erleichtert verließen die Puppen-Kuscheltier-Eltern das Krankenhaus, nicht ohne vorher noch die Tapferkeitsurkunde für ihren Liebling ausgehändigt zu bekommen. Als die Puppen- und Kuscheltierklinik um 16.00 Uhr ihre Tore wieder schloss, waren nicht nur die Kinder glücklich, auch dem Behandlungsteam hatte es viel Spaß gemacht. Alle waren sich einig, das Ziel dieses Tages, den Kindern ein wenig die Scheu vor dem Krankenhaus zu nehmen, erreicht zu haben. Dr. Malona und Dr. Fuzzi vom Verein Clowndoctors Südtirol – Alto Adige bestätigten auf Nachfrage, dass die Puppen- und Kuscheltierklinik auch im nächsten Jahr wieder öffnen wird. Die ersten Termine wurden bereits vereinbart.


Sicher zur Arbeit Kostenloser Fahrrad-Check für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsbezirk Bruneck

BRUNECK

Der bestmögliche Start ins Leben – das ist es, was Eltern sich für sich und ihre Kinder wünschen. Rund um die Geburt steht das Wohl von Mutter (Eltern) und Kind im Mittelpunkt und Ziel ist es die Abläufe im Krankenhausalltag so zu organisieren, dass die die Mutter-Kind-Bindung von Anfang an gefördert und unterstützt wird.

An der Optimierung der Krankenhausroutine wurde ein halbes Jahr lang intensiv gearbeitet: Als erstes wurden die Arbeitsabläufe überprüft und angepasst. Der zweite Schritt war die Zusammenführung der Teams der Säuglingsstation und der Geburtshilfe. Das Ziel war endgültig von einer isolierten Versorgung der Mutter und des Neugeborenen weg zu kommen, hin zu einer ganzheitlichen Versorgung von Mutter und Kind. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen wurde enger und die Abstimmung der Arbeit auf die Bedürfnisse von Mutter und

Kind wurde besser. Für die Zusammenführung der Teams brauchte es die Bereitschaft der Mitarbeiterinnen, sich auf den Veränderungsprozess einzulassen. Notwendig war auch organisatorisches Geschick, um die Einlernphase im laufenden Betrieb reibungslos über Bühne zu bringen. „Doch letztlich ist die Umstellung gelungen und positive Rückmeldungen von Müttern beweisen, dass sich die Mühe gelohnt hat“, meint Helene Burgmann und spart nicht mit Lob und Anerkennung für ihre Mitarbeiterinnen. Eine Mitarbeiterin meint: „Die Vielseitigkeit der Aufgaben durch die Betreuung von Mutter und Kind macht unsere Arbeit fordernder und interessanter. Wir lernen voneinander und wachsen langsam zu einem Team zusammen.“ Letztlich geht es aber um die Mütter und Kinder und diese Aussage einer Mutter bringt es auf den Punkt: „Mir gibt es Sicherheit, dass eine Krankenpflegerin für Mutter und Kind zuständig ist, so kann ich mich mit allen Fragen an sie wenden und die Informationen sind klar. Ich fühle mich gut aufgehoben und versorgt, da ich eine Bezugsperson habe, die zugleich meine Vertrauensperson ist“.

Zahlreiche Mitarbeiterinnen kommen das ganze Jahr über mit dem Rad zur Arbeit, doch in der warmen Jahreszeit tauschen noch mehr Angestellte Auto, Bus und Zug gegen das Fahrrad als sonst. Die Benutzung des Fahrrades ist eine Wohltat für Leib und Seele: „Die Bewegung am Morgen bringt den Kreislauf in Schwung, die glitzernde Morgensonne, die frische Luft, so komme ich gut gelaunt zur Arbeit“, sagt eine Mitarbeiterin, die gerade ihr Rad abstellt. „Und nach der Arbeit hilft mir das Radfahren um runterkommen, den Kopf frei zu bekommen. Ich radle gemütlich und entspannt nach Hause oder starte direkt zum ausgedehnten Feierabendtraining.“ Um gut am Arbeitsplatz anzukommen, ist es wichtig, dass das Fahrrad sicher ist. Neben dem obligatorischen Fahrradhelm ist ein gut gewartetes Fahrrad Voraussetzung. Der Gesundheitsbezirk Bruneck – Gesunder Betrieb hat deshalb auch heuer wieder in Zusammenarbeit mit dem Geschäft Sportler Bruneck, den Bediensteten einen Gratis-Fahrrad-Check angeboten. Über 50 Bedienstete haben das Angebot Anfang Mai genutzt und die Fahrtauglichkeit ihrer Fahrräder testen lassen. Überprüft wurden Bremsen, Licht und Gangschaltungen, auch kleinere Reparaturen wurden durchgeführt. So steht einem sicheren Fahrspaß nichts mehr im Wege. (MER)

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Um dieses Ziel zu erreichen, wurde auf der Geburtshilfe im Krankenhaus Bruneck die „integrierte Wochenbettpflege“ umgesetzt. Weg von der isolierten Betreuung von Mutter und Kind durch zwei verschiedene Pflegepersonen, hin zur ganzheitlichen Versorgung. Besonders wichtig ist es, Mutter und Kind in den ersten Lebenstagen nicht voneinander zu trennen. Helene Burgmann, zuständige Pflegedienstleiterin für die Umsetzung, sagt: „Wir haben ja die Auszeichnung als "Babyfreundliches Krankenhaus" und in diesem Sinne fördern wir den optimalen Start in eine gute Eltern-Kind-Beziehung und vermeiden Krankenhausroutinen, die das erste Kennenlernen stören. Besonders wichtig ist es uns, alle möglichen Maßnahmen zur Förderung und Unterstützung des Stillens zu setzen, denn wir wissen, wie wichtig das Stillen für die Gesundheit von Mutter und Kind ist.“

FOTO SABES

Wochenbettpflege im Krankenhaus Bruneck

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BOZEN

Nationaler Tag für die Gesundheit der Frau im Krankenhaus Bozen

Anlässlich des nationalen Tages für die Gesundheit der Frau, der alljährlich am Geburtstag der Nobelpreisträgerin Rita Levi Montalcini gefeiert wird, fanden am 19. und 20. April im Krankenhaus Bozen einige Veranstaltungen statt. BOZEN ALESSANDR A BONOMET TI

Gesundheit für Frauen Im Haupteingang des Krankenhauses wurde ein Informationsstand „Die Gesundheit der Frau” eingerichtet. Ein Team von Fachkräften stand für Fragen aus verschiedenen Bereichen zur Verfügung: gynäkologische Prävention, Gesundheit und psychische Beschwerden in der Schwangerschaft und Gesundheitspsychologie (Frühgeburt, Fettleibigkeit, Essstörungen, Angststörung und Depression, onkologische Erkrankung und Kopfschmerzen).

I

m Haupteingang stellte das CRIS Südtirol Onlus (Italienisches Komitee für die soziale Wiedereingliederung) seine Tätigkeit, seine Projekte und seine Kunstwerkstatt für Handwerk (Dekoration, Keramik und Glas) und Strickwaren vor. Am 19. und 20. April 2017 von 9.00 bis 13.00 Uhr hatte die LILT (Liga zur Krebsbekämpfung) für die Patientinnen der Medizinischen Onkologie ein kreatives und kos-

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tenloses Labor organisiert, um Rosen aus Krepppapier anzufertigen.

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er Gesundheitsbezirk Bozen hat für seine Mitarbeiterinnen die Veranstaltung “Achte auf deine Gesundheit. Fünf Kernpunkte eines gesunden Lebensstils” organisiert. Im vergangenen Jahr hat Landesrätin Martha Stocker einen kleinen Ratgeber für die Gesundheit der Frau präsentiert, welcher Ausgangspunkt dieser Veranstaltung war. Die Vorträge behandelten Themen rund um die Frauengesundheit (Ernährung, Sporttätigkeit, Blutdruckkontrolle, Krebsvorsorge und psycho-physisches Wohl). Die Schirmherrschaft der Veranstaltung hatte ONDA (staatliche Beobachtungstelle für die Gesundheit der Frau) übernommen. Infos dazu: http:// www.bollinirosa.it


BOZEN

FOTO PRIVAT

Mehrere angehenden Health-Care-Manager der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin haben dem Krankenhaus Bozen Ende April einen Besuch abgestattet. BOZEN ALESSANDR A BONOMET TI

Empfangen wurden die zukünftigen Health Care Manager von Elisabeth Montel von der Ärztlichen Krankenhausdirektion in Bozen. Während der kurzen Einführung in das Krankenhausgeschehen wies Montel darauf hin, dass das Zentralkrankenhaus mit den anderen sechs Krankenhäusern des Südtiroler Sanitätsbetriebes nach einem abgestuften Versorgungsmodell zusammenarbeitet, wobei hochkomplexe Eingriffe und Behandlungen primär in Bozen durchgeführt werden.

Anschließend ging es weiter zur Abteilung für Psychiatrie im Gebäude W des Krankenhauses. Dort stellten Alessandro Svettini und Monica Greco die gesamte Organisation der Psychiatrie im Krankenhaus und der Versorgung vor Ort vor. Die Studienreise wurde in Zusammenarbeit mit EURAC–Research veranstaltet.

Die Urologin Carolina D‘Elia konnte die Ergebnisse der von ihr geleiteten Forschungsgruppe im Bereich der urologisch-klinischen Infektiologie auf dem internationalen Kongress Ende März in London präsentieren.

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Das Forschungsteam, bestehend aus Urologen und Infektiologen des Krankenhauses Bozen, beschäftigte sich mit den iatrogenen Infektionen in Folge invasiver Diagnoseverfahren in der Urologie. Durch logistische Maßnahmen und Modifikationen in der antimikrobiellen Therapie gelang es, die Infektionsrate nach Prostatastanzen deutlich zu senken. Nach einer ersten Dosisfindungsstudie konnten in einer breiten klinischen Anwendungsstudie die niedrigste Infektionsrate in ganz Europa erreicht und so die Effizienz und die Patientensicherheit deutlich erhöht werden.. (RED)

FOTO SABES

Anschließend begaben sich die Studenten in die Notaufnahme und Beobachtungsstation. Dort informierte Primar Mario La Guardia die Studenten über die Notfallversorgung in Bozen und darüber, dass dort täglich an die 275 Patienten und Pati-

entinnen zu versorgen sind. Neu war für die Studenten und Studentinnen das alternative Versorgungssetting der Intensivbeobachtungseinheit (OBI). In diesem Versorgungsmodell werden Patienten ohne stationäre Aufnahme in der Beobachtungsstation mit einem multidisziplinären Ansatz untersucht, überwacht, behandelt und innerhalb 36 Stunden entlassen.

Im Rahmen des „Europäischen UrologenKongresses 2017“ in London wurde die Arbeit einer Forschungsgruppe der Urologie im Krankenhaus Bozen ausgezeichnet

AUS DEN BEZIRKEN

Berlin zu Besuch im Krankenhaus Bozen

Europäische Auszeichnung für Bozner Urologen

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Markus Mair am Tinkhof ist Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes in Bruneck und Bauer. Zwei Leben mit ganz unterschiedlichen Rhythmen. Mair sagt: „Auf meinem Bauernhof tanke ich neue Kraft für die Herausforderungen des nächsten Tages.”

VITA

VITA MARIA ELISABETH RIEDER

Die Natur als Lehrmeister Es ist 14.30 Uhr, die Stempeluhr piepst. Markus Mair am Tinkhof steckt seine Stempelkarte in die Jackentasche und verlässt das Krankenhaus Bruneck. Er wirkt etwas müde. Das ist auch kein Wunder, denn sein Turnus hat um 6.30 Uhr begonnen und als Koordinator auf der Abteilung Traumatologie B steht er tagtäglich vor neuen Herausforderungen. Doch der Arbeitstag von Markus ist noch nicht zu Ende, denn er ist nicht nur Krankenpfleger, sondern auch Bauer. Zu Hause wartet noch viel Arbeit auf ihn. Markus macht sich gleich auf den Heimweg, von Bruneck nach Mühlen in Taufers, dort biegt er links ab und fährt hinein in das Mühlwaldertal.

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chon während der Fahrt wird er ruhig, die Anspannung weicht aus seinem Gesicht, seine Miene hellt sich auf und dann lächelt er: „Nach der Arbeit gehe ich aus dem Krankenhaus und schalte schnell ab, denn zu Hause habe ich ganz andere Sachen zu erledigen und zu organisieren,“ erzählt er. Jetzt taucht der kleine Bauernhof vor ihm auf, der Köfeler-Hof, hier ist Markus zu

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Hause. Er nennt ihn „mein Hoamat“. Inmitten der Wiesen steht das neue Wohnhaus mit dem Wirtschaftsgebäude, gebaut im traditionellen Stil. Auf den Balkonen blühen Geranien, hinter dem Haus laufen ein paar Hühner herum und eine Katze liegt ausgestreckt in der Nachmittagssonne. Im großen Gemüsegarten wachsen Salatköpfe, Zucchini, Kräuter und vieles mehr, Blumen in den verschiedensten Farben blühen. Daneben stehen unzählige Sträucher, im Sommer werden hier Erdbeeren und Johannisbeeren geerntet und oberhalb des Hauses gibt es auch einen Kartoffelacker. Es ist ruhig und idyllisch hier, alles ist gepflegt und ordentlich. Es ist spürbar, mit wieviel Einsatz und Liebe zur Natur die Menschen hier arbeiten. Der Kenner ahnt aber auch, wieviel Arbeit hinter all dem steckt. Markus erzählt, dass er den Hof gemeinsam mit seiner Frau vor zwölf Jahren übernommen hat: „Das funktioniert nur, wenn alle das wollen und alle zusammenarbeiten. Meine Frau teilt die Freude und Begeisterung für die Bauernschaft mit mir. Drei Generationen leben bei uns unter einem Dach, meine Eltern, meine Frau Manuela, ich und unsere drei Kinder, Sonja, Alex und Lisa. Glücklicherweise sind die Eltern noch


Nach der Arbeit im Krankenhaus, zu Hause angekommen, macht sich Markus abends auf den Weg in den Stall. Mit den zwei Hektar Feldern und einer Gemeinschaftsalm für das Jungvieh reicht das Futter für sechs Stück Vieh. Im Stall steht neben einer Melkkuh noch Jungvieh. „Mit der Milch decken wir unseren Eigenbedarf an Milch, Butter und Topfen. Jedes Jahr wird ein Jungrind gemästet und dann geschlachtet, so haben wir unser eigenes Fleisch. Die anderen Tiere werden als Mast- oder Zuchtvieh verkauft.“ Wichtig sei es, für die Familie ein Leben mit der Natur und eine bewusste, gesunde Ernährung zu gewährleisten, das sei die Motivation, eigene, gesunde Lebensmittel ohne Chemie zu produzieren.

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achdenklich sitzt Markus vor dem Abendessen noch auf der Bank vor dem Haus. Er ist zufrieden und genießt die Stille, es ist Zeit, über den Tag und die getane Arbeit Bilanz zu ziehen: „Für mich ist der Hof und die Arbeit am Hof ein schöner Ausgleich. Ich gebe den ganzen Tag bei der Arbeit im Krankenhaus mein Bestes, doch sobald ich dann nach Hause komme, beginnt ein neuer Tagesabschnitt für mich. Hier setze ich meine Energie anders ein und tanke neue Kraft für die Herausforderungen des nächsten Tages. Gerade in dieser schwierigen Zeit des Umbruchs ist der Hof meine

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arkus verschweigt nicht, dass es nicht immer einfach ist, denn für einen Urlaub am Meer reiche die Zeit einfach nicht. Doch sein Gesicht strahlt vor Freude, wenn er über seinen Heimathof spricht: „Meine Frau und ich haben gemeinsam entschieden, den Hof zu übernehmen, weil es "a Hoamat isch", uns ist die Tradition wichtig, dass der Hof in der Familie bleibt und weiter gehegt und gepflegt wird.“

Rettung, es gelingt mir gut, abzuschalten. Dazu kommt, dass die Natur für mich der beste Lehrmeister ist. Wenn ich überdreht nach Hause komme, dann sagt die Natur "gemütlich". Die Natur hat ihre eigene Geschwindigkeit und gibt diese vor. Ich kann zwar planen, aber wenn es regnet, dann regnet es, dann bleibt das Heu auf der Wiese, da nützt mir der beste Plan nichts. Die Aufgabe ist dann, den Regentag so gestalten, wie die Natur vorgibt und nicht so, wie ich es geplant habe. In der Natur hat alles seine

FOTO MARIA ELISABETH RIEDER

gesund und können untertags auf dem Hof nach dem Rechten schauen und mitarbeiten. Sonst wäre dies hier nicht möglich, denn meine Frau und ich arbeiten, die Kinder sind in der Schule.“

Zeit, du kannst es nicht beschleunigen: das Gras ist zu mähen, wenn es soweit ist, die Beeren sind zu pflücken, wenn sie reif sind und die Kartoffeln kann ich nicht vor Mitte September ernten. Doch es ist auch umgekehrt, die Beeren sind zu ernten, wenn sie reif sind und das Gras ist zu mähen und in den Stadel zu bringen, wenn es getrocknet ist, das gibt es kein Verschieben und kein heute-habe ich-keine-Lust. So lehrt mich die Natur auch eine "gute Disziplin", wenn die Zeit zum Pflanzen oder der Ernte gekommen ist, dann musst du arbeiten, damit der Kreislauf stimmt.“

„Für mich ist der Hof und die Arbeit am Hof ein schöner Ausgleich. Ich gebe den ganzen Tag bei der Arbeit im Krankenhaus mein Bestes, doch sobald ich dann nach Hause komme, beginnt ein neuer Tagesabschnitt für mich.“ MARKUS MAIR AM TINKHOF

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Mobil gesund

Mit Beginn Mai wurde Rainer Oberhollenzer zum Primar der Kardiologie in Bozen ernannt. Oberhollenzer hat an der Universität Innsbruck Medizin studiert und sein Facharztdiplom in Kardiologie von der Universität Padua verliehen bekommen. Nach Stationen als Assistenzarzt, ärztlicher Leiter und Vizedirektor des Kardiologie des Krankenhauses Bozen war er seit

Welche Rolle werden in Zukunft mobile Geräte bei der Gesundheitsversorgung spielen? Der schwedische Mobilfunktechnologie- und Telekommunikationsriese Ericsson wollte in Hinblick auf die Entwicklung des Übertragungsstandards der Zukunft wissen, was Kunden und Verbraucher erwarten. Dazu wurden 4.500 Smartphone-Nutzer im Alter zwischen 18 und 69 Jahren in Deutschland, Japan, Südkorea, den USA und dem Vereinigten Königreich befragt. (From Healthcare to Homecare)

FOTO PRIVAT

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Neue Position für Roland Döcker

PERSONALIA

Unter dem Titel „From Healthcare to Homecare“ wurden nun die Ergebnisse veröffentlicht. Der Bericht zeigt auf, dass die Digitalisierung auch für die Gesundheitsbranche ein großes Potenzial mit sich bringt. Ein Trend ist dabei die Dezentralisierung des Gesundheitswesens - weg von den Arztpraxen und Krankenhäusern hin zum privaten Umfeld. So wären etwa zwei Drittel (66 Prozent) der befragten Konsumenten bereit, Wearables (z.B. Smartwatch) als vorbeugende Maßnahme zur Überprüfung von gesundheitlichen Anomalien und gegen chronischen Erkrankungen zu verwenden. 36 Prozent der Patienten mit chronischen Erkrankungen würden sogar Online-Sprechstunden gegenüber den klassischen Sprechstunden bevorzugen. Neben dem Zentralisierungsaspekt analysierten die Ericsson-Forscher auch Wahrnehmungen in Bezug auf Chancen und Herausforderungen von zentralisierten Patientendaten: 62 Prozent der befragten Konsumenten wären bereit, persönliche Gesundheitsdaten zu teilen, wenn dies zu besseren Behandlungsmöglichkeiten durch den Arzt führen würde. (PAS)

FOTO PETER A. SEEBACHER

Kardiologie in Bozen mit neuem Primar

INFOGRAFIK

2010 als geschäftsführender Primar der Abteilung Kardiologie im Krankenhaus Bozen tätig. 2013 war Rainer Oberhollenzer federführend bei der Behandlung des damaligen Südtiroler Landeshauptmanns Luis Durnwalder beteiligt, der einen Herzinfarkt erlitten hatte und im Krankenhaus Bozen einer Operation unterzogen werden musste.

Anfang Mai wurde Roland Döcker zum neuen Sanitätskoordinator des Gesundheitsbezirkes Bozen ernannt. Bisher hatte Döcker die Funktionen des Sanitätskoordinators des Gesundheitsbezirkes Meran und des stellvertretenden Sanitätsdirektors des Südtiroler Sanitätsbetriebes inne. Döcker ist Doktor der gesamten Heilkunde und Facharzt in Hygiene und Präventivmedizin, Fachrichtung Hygiene und Krankenhaustechnik sowie Fachrichtung Hygiene und öffentliche Gesundheit. Seine Ausbildung hat der heute 60-jährige an den Medizinischen Fakultäten der Universitäten Ferrara, Bologna und Innsbruck absolviert. Döcker ist seit 1984 in der Südtiroler Gesundheitsversorgung in verschiedenen Funktionen tätig.

FOTO LUKAS RAFFL

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SAIM mit neuer Führung Andrea Kdolsky heißt seit Mai dieses Jahres die neue Präsidentin der Südtirol Alto Adige Informatik und Medizin GmbH, besser bekannt unter dem Kürzel SAIM.

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Andrea Kdolsky ist Ärztin und ehemalige österreichische Gesundheits- und Familienministerin. Die gebürtige Wienerin wird als Präsidentin die Private-Public-Partnership-Gesellschaft SAIM leiten, an der der Südtiroler Sanitätsbetrieb 51 Prozent hält. Die Gesellschaft soll in den nächsten Jahren vor allem die landesweite Integrierte Klinische Patientenakte voranbringen. Andrea Kdolsky hat ein breites Portfolio an Kompetenzen vorzuweisen.

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Die Fachärztin für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie war in den Jahren 2007-2008 österreichische Gesundheitsministerin. Die damals gesammelten Erfahrungen in Gesundheitspolitik und –Management und bei der Einführung von klinischen Informationssystemen hat sie seitdem als Geschäftsführerin, Führungskraft, Beraterin und Dozentin weiterentwickelt und komplettiert.


GESUNDHEIT IM NETZ PETER A. SEEBACHER

Roberto Silviero ist CHIO Die neu geschaffene Position eines Chief Health Information Officers (CHIO) im Südtiroler Sanitätsbetrieb wurde mit dem gebürtigen Brixner Roberto Silverio besetzt. Dieser hat seinen Dienst am 2. Mai angetreten. Der Chief Health Information Officer soll die IT-Bedürfnisse des klinischen Personals für die Techniker „übersetzen“ und stellt damit die Schnittstelle im komplexen Bereich zwischen Medizin auf der einen und Informatik auf der anderen Seite dar. Eine Position, die in Gesundheitsbetrieben anderer Länder bereits gang und gäbe ist, etwa in den USA. Roberto Silverio hat nun seit Anfang Mai diese Funktion im Südtiroler Sanitätsbetrieb übernommen. Silverio ist Mediziner und Spezialist in Radiodiagnostik und bilddarstellenden Verfahren. Sein Studium der Chirurgie und Medizin hat der Brixner in Bologna absolviert, seinen Facharzttitel in Radiologie hat er 1996 von der Università Cattolica del Sacro Cuore in Rom erhalten. Nach Stationen an den Krankenhäusern Bozen, Bussolengo (Verona) und Siena (Toskana) war Silverio seit 2009 am

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Neuer Primar für Gynäkologie Brixen und Sterzing

Krankenhaus Misericordia in Grosseto (Toskana) als verantwortlicher Radiologe der Notaufnahmen sowie als stellvertretender Direktor der klinischen Abteilung tätig. Immer wieder stellte Silverio auch als Berater im IT-klinischen Bereich sein Wissen den verschiedenen Institutionen zur Verfügung, so etwa der Regionen Toskana und Friaul Julisch-Venetien sowie der Provinz Bozen, dem Gesundheitsministerium und der Abteilung Innovation des Präsidiums des Ministerrates. Die Stelle des Chief Health Information Officer ist in der Sanitätsdirektion angesiedelt und sein Inhaber berichtet direkt an den Sanitätsdirektor.

Mit Mai wurde Herbert Hanni zum Primar der Gynäkologie für Brixen und Sterzing berufen. Hanni hat an der Universität Innsbruck Medizin studiert und seine Ausbildung zum Facharzt in Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Bruneck und an der Universitätsklinik Großhadern in München absolviert. Außerdem verfügt Hanni über ein Masterdiplom in Senologie der Universität Verona. Hanni war von 2003 bis 2008 Koordinator der pränatalen Diagnostik im Krankenhaus Bruneck, seit 2009 ist er Koordinator des interdisziplinären Brustzentrums am selben Krankenhaus. Seit 2005 hat Hanni rund 4.000 Eingriffe in operativer Gynäkologie und Brustchirurgie vorgenommen; Hannis Spezialgebiete sind laparoskopische und senologische Eingriffe. Von Jänner bis März 2016 war Herbert Hanni geschäftsführender Direktor der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe in Bruneck.

Sommer bedeutet, dass die Sonne in unseren Breiten so maximal und intensiv scheint, wie sonst das ganze Jahr über nicht. So angenehm das Gefühl von Sonnenstrahlen auf der nackten Haut ist, so gesundheitsschädigend können UV-Strahlen für Haut und Augen sein. Deshalb sollte ein Sonnenbrand unbedingt vermieden werden und Sonnenbrillen sind nicht nur Schmuck, sondern Pflicht. Nur durch entsprechende Vorkehrungen und entsprechenden Schutz können kurz- und langfristige Folgen für die Gesundheit vermieden werden. Zu den langfristigen Auswirkungen von übermäßiger UV-Strahlung zählen etwa Linsentrübung (Grauer Star), vorzeitiges Altern der Haut und Hautkrebs. Als Informationsquelle rund um UV-Strahlen und den wirkungsvollen Schutz davor bietet sich die Internetseite des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz an. Dort sind alle notwendigen Infos gebündelt auffindbar, angefangen bei den Basics (Was ist UV-Strahlung? Was ist Sonnenstrahlung) über den adäquaten UV-Schutz für Augen und Haut bis hin zu Tipps für die richtige Kleidung und sogar Ratschläge zum Sonnenschutz im Auto. Denn: Zwar sind die Passagiere eines Autos durch die Scheiben vor UV-B-Strahlung geschützt – deshalb bekommt man im Auto keinen Sonnenbrand -, aber nur die Frontscheibe hält auch UVA-Strahlen ab. „UV-A-Strahlung verursacht vorzeitige Hautalterung und im schlimmsten Fall Hautkrebs“, so das Bundesamt für Strahlenschutz, deshalb sollten auf den Seitenscheiben entweder UV-Folien aufgezogen oder Scheibenrollos oder Sonnenschutzblenden benutzt werden.

GESUNDHEIT IM NETZ

FOTO EVELYN GRUBER-FISCHNALLER

Böse Strahlen

Die auf der Seite des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz bereitgestellten Informationen sind umfangreich und erschöpfend, Fragen bleiben kaum offen. Bundesamt für Strahlenschutz – UV-Strahlung http://www.bfs.de/DE/themen/opt/uv/ uv_node.html

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Homepage: www.sabes.it Erstvisiten vormerken (Dermatologie, Kardiologie, HNO und Urologie): www.sabes.it/onlinevormerkung Wo sind Leistungen am schnellsten verfügbar?: www.sabes.it/vormerkzeiten Stellenangebote, Neuigkeiten zu Behandlungsmethoden, Vormerkungsmodalitäten, Dienste in Ambulatorien/Abteilungen: www.sabes.it/news Praktische Tipps zur Gesundheit: www.sabes.it/gesundheitsvorsorge Diese Ausgabe digital und online: SÜDTIROLER SANITÄTSBETRIEB ONLINE

www.issuu.com/sabesasdaa

Redaktion one: one@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Brixen: Marina.Cattoi@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Bozen: Ulrike.Kalser@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Meran: Sabine.Flarer@sabes.it Redaktion Gesundheitsbezirk Bruneck: MariaElisabeth.Rieder@sabes.it

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SABES 007 on the road

ZEHN JAHRE SÜDTIROLER SANITÄTSBETRIEB 21.9. Krankenhaus Schlanders

20.9. Krankenhaus Meran

25.9. Krankenhaus Brixen

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Roadshow Die Jubiläums-Veranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Südtiroler Sanitätsbetriebes zum zehnjährigen Bestehen mit Top-Referenten und -Referentinnen aus Sport, Kultur und Gesellschaft!

Wir sind SABES – wir sind Gesundheit!

IMPRESSUM one – das Magazin des Südtiroler Sanitätsbetriebes AUSGABE 1 /2017 (Aut. Pres.Trib. BZ Nr. 17/2002 R.ST.17.09.02) HER AUSGEBER: Sanitätsbetrieb der Autonomen Provinz Bozen, Sparkassenstr. 4, 39100 Bozen VER ANTWORTLICHER DIREK TOR: Lukas Raffl KOORDINATION: Peter A. Seebacher REDAK TION: Evelyn Gruber-Fischnaller (EGF) , Ulrike Kalser (UK ) , Maria Elisabeth Rieder (MER) , Marina Cattoi (MC) , Sabine Flarer (SF) , Lukas Raffl (LR) , Peter A. Seebacher (PAS) ÜBERSETZUNGEN: Tatiana De Bonis, Emanuela Covi, Alessandra Bonometti, Peter A. Seebacher, Sabine Flarer GR AFIK: Gruppe Gut Gestaltung OHG, Kapuzinergasse 8/15, 39100 Bozen ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich REDAK TIONSADRESSE: Abteilung für Kommunikation, Marketing und Bürgeranliegen, Sparkassenstraße 2, 39100 Bozen TEL: +39 0471 907138 E-MAIL: one@sabes. it WEB: www.sabes.it DRUCK: Tezzele by Esperia, c/o CoWorking Bolzano, Marie-Curie-Str. 17, 39100 Bozen

one 2/2017 DEU  

Das Magazin des Südtiroler Sanitätsbetriebes

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