Issuu on Google+

Jahresrückblick 2016 Silvester 2016 / Neujahr 2017

www.saarbruecker-zeitung.de

Seite H1

Wut. Macht. Politik. Die Wahl Donald Trumps in den USA krönt nach dem Votum der Briten für den Brexit den Siegeszug der Populisten in der westlichen Welt

FOTOS: CHAD BATKA/THE NEW YORK TIMES, BECKER&BREDEL, DPA (2)

Eine Brücke bremst das Land

Ein Saarländer besiegt den Fluch

Der Terror erreicht Deutschland

Die Sperrung der Fechinger Brücke stellt Politik und Pendler auf die Probe

Jonas Hector sichert den ersten deutschen Turnier-Sieg gegen Italien

Wie in Nizza – ein Islamist tötet in Berlin zwölf Menschen mit einem Lkw


SEITE H2

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C HRO N IK .................................

Januar: Saudi-Arabien lässt 47 Häftlinge wegen Terrorverdachts hinrichten, unter ihnen ist auch der bekannte schiitische Scheich Nimr al-Nimr. Ein islamistischer Selbstmordattentäter reißt im historischen Zentrum der türkischen Metropole Istanbul 13 Menschen in den Tod. Zwölf der Opfer sind deutsche Touristen. In der Flüchtlingskrise droht CSU-Chef Horst Seehofer der Bundesregierung mit einer Verfassungsklage. Binnen 14 Tagen müsse sie wieder rechtsstaatliche Verhältnisse herstellen. Im Mai legt sein Kabinett die Drohung auf Eis. Angesichts des anhaltenden Flüchtlingszustroms sagt die AfD-Vorsitzende Frauke Petry, notfalls müsse die Polizei an der Grenze „auch von der Schusswaffe Gebrauch machen“. Die EU-Kommission leitet gegen Polen ein Verfahren zur Überprüfung umstrittener Reformgesetze ein. Kritisiert werden vor allen die Justizreform und ein neues Mediengesetz.

Er hat es wirklich geschafft: Im Alter von 70 Jahren wird Donald Trump der 45. Präsident der USA. Die Amtseinführung findet am 20. Januar 2017 statt. FOTO: AFP/WATSON

Der Präsident der Wütenden Trumps Sensationssieg bei den US-Wahlen war ein Misstrauensvotum gegen die gesamte politische Klasse Von SZ-Korrespondent Frank Herrmann

D

onald Trump kann nicht anders. Er muss sich noch einmal ergötzen an den langen Gesichtern der Moderatoren der Fernsehsender, die durch die Bank mit einem Sieg Hillary Clintons gerechnet hatten. Ein paar Tage vor Weihnachten steht er auf einer Bühne in West Allis, einem Vorort von Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin, und lässt die Dramatik des 8. November noch einmal aufleben. Gegen 17 Uhr, erzählt er, habe seine Tochter Ivanka erste interne Hochrechnungen gesehen und ihn angerufen: „Sorry, Dad, es sieht schlecht für dich aus.“ Dann die realen Ergebnisse, all die hart umkämpften Swing-States, in denen er zum Sieger erklärt wird, Ohio, Florida, North Carolina. Dann holt er auch Pennsylvania, wo es 28 Jahre her ist, dass letztmalig ein Republikaner gewann. Schließlich Wisconsin, die größte Überraschung. „Ich werde nie vergessen, wie der Bursche im Fernsehen, der seit Monaten erklärt hatte, es gebe für Donald Trump keinen Weg, um die Mehrheit von 270 Wahlmännern zu erreichen, das Resultat aus Wisconsin verkündete“, erinnert sich der Milliardär. „Und wie er

sagte, Clinton hat keine Chance mehr, um auf 270 zu kommen.“ Der süffisante Ton, das Grinsen: Trump genießt ihn noch immer, seinen großen Coup. Es war ein Misstrauensvotum gegen die politische Klasse, ein Beleg dafür, wie tief Amerika gespalten ist in liberale Großstädte und eine eher konservative Provinz. „Flyover Country“, das Land, über das Menschen aus New York oder San Francisco auf dem Weg zur jeweils anderen Küste hinwegfliegen, ohne es zu kennen, hat den Eliten den Stinkefinger gezeigt. Es ist mehr als nur einer der üblichen Regierungswechsel, wie sie die USA meist erleben, wenn die eine der beiden großen Parteien acht Jahre im Weißen Haus an der Macht war. Trumps Rebellion richtet sich gegen das Establishment. Er profitiert davon, dass die traditionellen Institutionen des Landes – Kongress, Kirche, Medien, Gewerkschaften, Banken – so wenig Vertrauen genießen wie noch nie in der jüngeren Geschichte der USA. Er profitiert davon, dass seine Gegenspielerin wie kaum jemand sonst für diese Elite steht. Letztlich profitiert er auch davon, dass zwei Dynastien gegen ihn antreten und manchmal, so wie 2016, die ur-amerikanischen Reflexe mit ihrer Abneigung gegen Erbfolgen tatsächlich funktionieren. Erst beerdigt

er die Ambitionen des Bush-Clans, deren Hoffnungsträger Jeb schon bei den Vorwahlen keinen Stich sieht, schließlich die der Clintons. Es passiert etwas, wogegen die Vereinigten Staaten immun zu sein glaubten. Ausgerechnet in dem Land, das sich seit 1945 als Architekt und Garant der westlichen, der liberalen Weltordnung versteht, kehrt der aggressive Nationalismus zurück. Trump ist der Präsident der Abgehängten und Verunsicherten, der wütenden weißen Arbeiterschaft im sogenannten Rostgürtel, die mit Freihandel und Globalisierung den Verfall einst stolzer Industrieregionen verbinden, der unteren weißen Mittelschicht mit ihren Abstiegsängsten, die den demografischen Wandel als Bedrohung empfindet und sich zurücksehnt nach der verklärten, vermeintlich heilen Welt der Fünfziger. In dem ruppigen Bauunternehmer, so beschreibt es der Filmemacher Michael Moore, haben diese Leute einen Molotow-Cocktail gefunden, eine menschliche Handgranate, die sie in das Gebäude eines Systems schleudern können, das sie in den

Ruin treibt. Sie stören sich nicht daran, dass er sich einer vulgären Sprache bedient, praktisch keine Einkommenssteuer zahlt, vor Jahren damit prahlte, Frauen ungestraft zwischen die Beine fassen zu können, weil er ein Star sei. Besser gesagt, sie nehmen es in Kauf, weil sie sich von dem Populisten mit der Baseballkappe eine Art Wandel mit der Brechstange erhoffen. In seinem Windschatten fahren weiße Überlegenheitsfanatiker, darunter Neonazis. Sie fühlen sich bestärkt, weil sich der Kandidat weigert, sich vom Ku-KluxKlan zu distanzieren. Trump spielt Menschen gegeneinander aus, er schürt Ressentiments. Er hetzt gegen Mexikaner und kündigt an, Muslimen die Einreise zu verbieten. Auch wenn er nun gern den Staatsmann gibt: Mit demagogischer Stimmungsmache hat es angefangen, als er im Juni 2015 auf einer Rolltreppe ins Foyer seines New Yorker Hochhauses fuhr, um seinen Hut in den Ring zu werfen.

Sie hatte sich das alles ganz anders vorgestellt: Hillary Clinton (69) am Tag nach dem großen Desaster. FOTO: AFP

Februar: Der Bundestag verschärft das Asylrecht. Das „Asylpaket II“ sieht beschleunigte Verfahren, die Einschränkung des Familiennachzugs und leichtere Abschiebungen vor. Der Europäische Gerichtshof entscheidet, dass Deutschland EU-Bürgern in den ersten drei Monaten nach der Einreise Sozialleistungen verweigern darf. Das Luxemburger Urteil gilt auch für andere EU-Staaten. In Neuseeland unterzeichnen die USA und elf weitere Staaten den Pazifischen Freihandelspakt TPP. Der designierte US-Präsident Trump will ihn kündigen. März: Mazedonien schließt die Grenzen und damit die Balkanroute für Flüchtlinge. Beim griechischen Grenzort Idomeni kampieren zeitweise über 10 000 Menschen. Bei den Wahlen in BadenWürttemberg, RheinlandPfalz und Sachsen-Anhalt werden die bisherigen Koalitionen abgewählt. Die AfD wird auf Anhieb überall zweistellig. CDU und SPD erleiden Niederlagen, die Grünen in BadenWürttemberg haben ein Rekordergebnis. Dort wird eine Koalition aus Grünen und CDU gebildet.

Anzeige

Innovativ und ökologisch sinnvoll heizen 2005 gegründet, hat sich das Team der Pellet-Ofen-Scheune auf den Verkauf und die Dienstleistung rund um das Thema Pellet-Einzelöfen spezialisiert. Seit Juli 2014 ist die Firma Exklusivpartner des Marktführers RIKA aus Österreich.

Ihr Fachmann für

Öfen im Saarland

Exclusiv-Studio Provinzialstraße 188 66740 Saarlouis Telefon: 0 68 31/8 90 28 09 Öffnungszeiten: Mo.–Fr.: 14.00–18.00 Uhr und Sa.: 10.00–14.00 Uhr

www.pellet-ofen-scheune.com

Inhaber Tim Lang freut sich darauf, seinen Kunden die Pelletöfen in Funktion vorzuführen. Foto: Morguet

Von der Beratung über Anlieferung inklusive Inbetriebnahme der Pelletöfen bis zur Belieferung mit Brennmaterial erhält man bei der PelletOfen-Scheune in Saarlouis alles aus einer Hand. Als zertifizierter Exklusiv-Partner der Firma RIKA liegt der Schwerpunkt der Produktpalette auf den Pelletöfen des von der Stiftung Warentest getesteten Marktführers RIKA aus Österreich. Neben dem Verkauf umfasst das Leistungsspektrum auch die Wartung und Reparatur von Pelletöfen sowie den Handel von Ersatzteilen. Die RIKA-Modelle vereinen marktführende Technologie und herausragendes Design, das überzeugt. Die entscheidenden Vorteile sind

der extrem leise, stufenlose Schneckenmotor, die Steuerung via Touch-Display oder Mobiltelefon von unterwegs, die Intervall-Selbstreinigung, eine natürliche Wärmeverteilung ohne Konvektionsgebläse, keine Staubaufwirbelung und keine störenden Gerüche vom ersten Heiztag an. Während des ganzen Jahres können am Standort Saarlouis-Lisdorf zertifizierte Holzpellets in bester Fertigungsqualität DIN Plus/EN-Plus als Sackware gekauft werden. Als zusätzlichen Service kann auch eine Belieferung mit Pellets im gesamten Saarland organisiert werden. Wir beraten Sie gerne und freuen uns auf Ihren Besuch in unserem Showroom in Lisdorf! PR/om


JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

NR. 305

SEITE H3

Das Jahr der Populisten

C HRO N IK .................................

März: Die Türkei verpflichtet sich in einem Abkommen mit der Europäischen Union, illegal in die EU eingereiste Flüchtlinge aus Syrien zurückzunehmen. Europa stellt Milliardenhilfen in Aussicht.

Für komplexe Probleme bieten sie extrem einfache Lösungen an, doch AfD und Co. sind bei den Wählern beliebter als je zuvor

In Brüssel töten drei Selbstmord-Attentäter in einem U-Bahnhof und am Flughafen Zaventem 32 Menschen. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekennt sich dazu.

Rechtsaußen Norbert Hofer wäre im Dezember fast zum österreichischen Bundespräsidenten gewählt worden. FOTO: AFP Von dpa-Mitarbeiter Martin Bialecki

D

ie Welle hatte sich lange aufgebaut. 2016 kam sie so richtig ins Rollen. Populismus trug Donald Trump ins Weiße Haus, trieb Großbritannien aus der EU, bescherte der AfD bei allen Landtagswahlen zweistellige Ergebnisse. Italien, Schweden, Ungarn, Österreich, Finnland – so verschieden die Gründe für die gravierende Umformung des Bestehenden sind und für das Driften nach rechts, so sehr eint sie eines: Der Populismus steht in voller Blüte. Wie alle politischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen ist auch die derzeitige Welle nicht über Nacht gekommen. Manche tiefen Gründe des Populismus liegen Jahrzehnte zurück, reichen bis in die 1960er Jahre, den Beginn einer schleichenden Deindustrialisierung. Mit dem Nachlassen religiöser Prägekräfte verloren die Parteien alten Zuschnitts allmählich ihren Zugriff. Die Volksparteien reduzierten ihr ideologisches Angebot. Parteien mit begrenztem Angebot entstanden, die klassischen erhielten weniger Zulauf, definierten sich mehr über Funktionseliten. „Für Wähler wurden sie ununterscheidbar“, schreibt der Wissenschaftler Cas Mudde. In den folgenden Jahren gestanden Parteien und Amtsträger

ein, sie könnten viele zentrale Entwicklungen nicht mehr beeinflussen. Sie verwiesen auf die EU, den Internationalen Währungsfonds, auf Zentralbanken. Supranationale Organisationen übernahmen die Zuständigkeit für die Geldpolitik oder die Grenzen. Der Kolumnist Roger Cohen schreibt in der „New York Times“: Mit dem Ende des Kalten Krieges hatten die liberalen Demokratien und neoliberale Ökonomien ihren Zenit erreicht. Ein Vierteljahrhundert später seien nun Autoritarismus und Anti-Liberalismus auf dem Vormarsch. Cohen nennt ein Bündel von Gründen: Zu lange hätten westliche Gesellschaften keine positiv prägenden Erlebnisse oder „Siege“ erlebt. Technologie und Digitalisierung, oft bejubelt, verändern Wirtschaft und Arbeit grundstürzend. „Sinnlose Kriege wurden geführt, Wanderungsbewegungen setzten ein. Die Verantwortlichen haben für ihre Fehler nie bezahlt.“ Zeitlich parallel wuchs das Internet praktisch exponentiell. Medien verloren ihre Deutungshoheit, der politische Diskurs zerfaserte, die Anschlussmöglichkeiten für alle Meinungen und

Einer der größten EU-Feinde: Nigel Farage trat keine zwei Wochen nach dem Brexit-Votum als Ukip-Chef zurück. FOTO: AFP

Viktor Orban, Ungarns rechtsnationaler Premier, sieht auch in Europa eine „verwegene Politik“ à la Trump kommen. FOTO: AFP

Theorien wurden entgrenzt, ebenso für Gruppenbildungen aller Art. In einer herausragenden HarvardStudie weisen Ronald Inglehart und Pippa Norris nach, dass die Wähler populistischer Kandidaten als wichtigste Faktoren weniger wirtschaftliche Gründe benennen (Ungleichheit, Stagnation, internationaler Handel), sondern kulturelle Veränderungen. Es setzte eine große Sehnsucht nach einem romantisierten „Früher“ ein. Die Gegenwart wurde prekär, die Unsicherheit groß. Der wachsende Unterschied zwischen Metropolen und Peripherie tat das seine dazu. Nach der schweren Wirtschaftskrise ab dem Jahr 2007 brach sich Enttäuschung über die Verhältnisse Bahn. Die Wut über das Gefühl des Abgehängtseins wuchs. All das düngte den Nährboden für Populismus. Der Stimmenanteil für populistische oder autoritäre Parteien ist in den 34 Ländern der OECD seit Ende der 1970er Jahre kontinuierlich angestiegen. Er liegt jetzt bei durchschnittlich über acht Prozent. Populismus wird oft auch als Kampfbegriff benutzt, wenn er reine Kritik an den Herrschenden rasch diffamiert. Tatsächlicher Populismus hat verschiedene Spielarten mit einer Gemeinsamkeit: Feindlichkeit gegenüber Eliten, etablierter Politik und Insti-

Sachsen-Anhalts AfD-Chef André Poggenburg freute sich im März über 24,3 Prozent der Wählerstimmen. FOTO: DPA/GAMBARINI

tutionen. Er sieht sich als Vertreter „einfacher“ oder „normaler“ Leute und oft als Stimme eines wahren Patriotismus. Wenig vereint seine Anhänger so wie das negativ besetzte Thema Integration. Die Rufe lauten „Wir wollen unser Land zurück“, man ist überzeugt, dass es mit der eigenen Heimat bergab gehe. Heute sind in den Parlamenten der meisten europäischen Länder populistische Parteien vertreten. In nationalen Wahlen der vergangenen fünf Jahre in 16 Ländern Europas hat je mindestens eine populistische Partei mindestens zehn Prozent erhalten. Im Schnitt sind es 16,5 Prozent, er wird durch Ungarns Fidesz besonders hoch getrieben. In Europa hätten sich die Populisten ihren Feind selber zusammengebaut, sagt Amr Hamzawy von der Carnegie-Stiftung: aus der politischen Elite, aus EU-Bürokraten, aus Minderheiten und aus Unternehmen, die ökonomisch von der Globalisierung profitieren. „Brüssel“ wurde zum Schimpfwort, die USA boten sich als neuer, alter Gegner an – siehe die zahlreichen Demonstrationen gegen das Freihandelsabkommen TTIP. Populisten an der Regierung seien darauf aus, so schnell wie möglich Wünsche des Wahlvolks zu erfüllen, sagt Benedetta Barbisan vom Max-Planck-Institut für Internationales Recht. „Für mitteloder langfristige Konsequenzen haben sie nicht viel übrig.“ 2017 und danach dürften also spannend werden: Hält der Frühling der Populisten an? Bisher werden für reale Probleme eher magische Lösungen versprochen.

Der Satiriker Jan Böhmermann präsentiert im ZDF eine „Schmähkritik“ gegen den türkischen Präsidenten Erdogan mit Formulierungen unter der Gürtellinie. Berlin gestattet Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, die im Oktober eingestellt werden. April: Das Bundesverfassungsgericht erklärt Befugnisse des Bundeskriminalamts zur Terrorabwehr teilweise für nichtig. Die Einwände zielen vor allem auf heimliche Überwachungsmaßnahmen. Die „Süddeutsche Zeitung“ und Medien aus aller Welt veröffentlichen Millionen Dokumente eines Finanzdienstleisters in Panama. Mit Hilfe von Banken in Steueroasen wurden 215 000 Briefkastenfirmen gegründet. Profiteure waren auch Spitzenpolitiker. Das österreichische Parlament ändert das Asylrecht. Flüchtlinge haben kein Anrecht auf ein Verfahren, wenn eine Überlastung der Behörden droht. Mai: Im Vatikan erhält Papst Franziskus den Aachener Karlspreis. Der Pontifex ruft Europa in der Flüchtlingskrise zu einem neuen Humanismus auf. Der Labour-Politiker Sadiq Khan wird zum ersten muslimischen Bürgermeister von London gewählt. Der 46-Jährige hat pakistanische Wurzeln. Nach über sieben Jahren Amtszeit tritt Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) wegen Differenzen mit seiner Partei zurück. Am 17. Mai wird der Chef der österreichischen Bahn, Christian Kern, sein Nachfolger.

Ja zu Europa: Diese Briten machten vor der Abstimmung im Juni klar, dass sie gegen den Brexit sind. Die Mehrheit wollte es anders. FOTO: AFP

Rodrigo Duterte gewinnt die Präsidentenwahl auf den Philippinen. Beim Amtsantritt am 30. Juni fordert er die Bürger auf, Rauschgiftsüchtige und Dealer zu töten. Später legt er sich mit den USA an. Anzeige

LA MAISON hotel als feine Adresse etabliert Im September 2015 ging das Design-Hotel LA MAISON hotel an den Start. Mit markanter Architektur, chic-entspanntem Design und einem außergewöhnlichen Tagungsbereich. Seither ist viel passiert! Das 4-Sterne-Superior Haus konnte 2016 mit nationaler und internationaler Anerkennung punkten und hat besonders mit seiner kulinarischen Seite Erfolge eingefahren: PASTIS bistro macht aktuell wieder als Bib Gourmand-Restaurant von sich reden. Was sich Bauherr Günter Wagner vorgenommen hatte, ist eingetreten: „Nach über einem Jahr können wir sagen, dass LA MAISON hotel den Zeitgeist trifft und unterschiedlichste Gäste anspricht. Genau diese offene und lebendige Kultur wollten wir bei uns haben“, resümiert der Eigentümer. Neben Geschäfts- und Individualreisenden zieht LA MAISON hotel viele Feinschmecker aus dem Umland an und im Gästebuch haben sich sogar schon jede Menge Prominente verewigt. Den Saarlouisern bietet das Haus am Prälat-Subtil-Ring ein leckeres Zuhause – von Frühstück

über plat du jour bis zum Barvergnügen mit tollen Drinks. Aber gerade der Schritt über die Region hinaus ist LA MAISON hotel bereits schnell und perfekt gelungen: Der internationale Ritterschlag erfolgte im Mai – als die New York Times das Saarlouiser Haus mit sieben anderen Hotels präsentierte und titelte: 8 European Hotels That Feel Like Home. Only Better. Zudem konnte sich LA MAISON hotel auf der Shortlist von zwei renommierten Wettbewerben behaupten: Beim „European Hotel Design Award“ sowie beim Wettstreit um die „Hotelimmobilie des Jahres

2016“. Hier gelang der Sprung unter 31 europaweiten Bewerbern in die Top 10. Für PASTIS bistro errang im Februar Küchenchef Martin Stopp Bronze beim berühmten Bocuse D’Or. Und Stopp legte auch beim Bib Gourmand, sozusagen dem kleinen Stern des Guide Michelin, nach und konnte das Prädikat für die Ausgabe 2017 bestätigen. „In allen wichtigen Restaurantführern sind wir dabei, ob Varta, Gusto, Feinschmecker oder Guide O.“, freut sich Günter Wagner über die fachkompetente Resonanz und verspricht: „Auch 2017 wollen wir Deutschlands Gourmetlandschaft bereichern.“ PR

s

Lassen Sie Ihr neues Jahr schön leuchten: Alles Gute für 2017!

bistro

MICHELIN BIB GOURMAND

2017


SEITE H4

NR. 305

JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C H RO N I K .................................

Mai: Das türkische Parlament hebt die Immunität von 138 Abgeordneten auf. Das Gesetz richtet sich vor allem gegen die prokurdische Partei HDP. Taliban-Chef Mullah Achtar Mansur wird bei einem US-Drohnenangriff auf seine Autokolonne in der afghanischen Grenzregion zu Pakistan getötet. Papst Franziskus nimmt das Rücktrittsgesuch des 80-jährigen Mainzer Bischofs Karl Kardinal Lehmann an. Juni: Der Bundestag bezeichnet die Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich als „Völkermord“. Im September beschwichtigt Berlin den aufgebrachten Nato-Partner Türkei: Die Resolution sei „nicht rechtsverbindlich“. Bundespräsident Joachim Gauck (76) will 2017 aus Altersgründen nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Im November billigt die Union Außenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) als gemeinsamen Kandidaten. Die britische Labour-Abgeordnete und erklärte Brexit-Gegnerin Jo Cox wird im nordenglischen Birstall von einem 52-jährigen Mann getötet.

Im Zusammenhang mit den massenhaften Übergriffen in der Silvesternacht gingen bei der Staatsanwaltschaft Köln insgesamt 1222 Anzeigen ein.

Die Nacht, die alles verändert

Nach über 50 Jahren Bürgerkrieg schließen Kolumbiens Regierung und die Guerillagruppe Farc einen Friedensvertrag. Der in einer Volksabstimmung abgelehnte Vertrag wird in geänderter Form am 24. November unterzeichnet. In einem Referendum stimmen überraschend 51,9 Prozent der Briten für den Austritt des Königreichs aus der Europäischen Union. Premierminister David Cameron tritt am 13. Juli zurück. Nachfolgerin wird Theresa May. Selbstmord-Attentäter aus Zentralasien töten auf dem Istanbuler AtatürkFlughafen 45 Menschen. Juli: Papst Franziskus ernennt Georg Bätzing zum Bischof von Limburg. Der Trierer Generalvikar wird Nachfolger des Skandalumwitterten Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der Bundestag beschließt eine Verschärfung des Sexualstrafrechts nach dem Prinzip Nein heißt Nein. In einem Zug bei Würzburg verletzt ein 17-jähriger afghanischer Flüchtling mit Axt und Messer mehrere Menschen schwer. Die Polizei erschießt den Mann. Bei einem Musikfestival im fränkischen Ansbach zündet ein 27-jähriger Syrer eine Rucksackbombe und stirbt dabei. IMPRESSUM Chefredakteur: Peter Stefan Herbst Art-Direction: Robby Lorenz Fotoredaktion: Daniela Hussong Redaktion: Thomas Schäfer, Ulrich Brenner, Oliver Schwambach, Daniel Kirch, Monika Kühborth, Dietmar Klostermann, Mark Weishaupt, Iris Neu, Volker Meyer zu Tittingdorf, Pascal Becher, Joachim Wollschläger Geschäftsführer: Dr. Joachim Meinhold (Vorsitzender), Christian Erhorn Verlagsgeschäftsführung: Thomas Deicke Anzeigen: Alexander Grimmer

FOTO: DPA

Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

Blumen und Grablichter erinnern an die Freiburger Studentin Maria L. Sie wurde offensichtlich von einem Flüchtling aus Afghanistan getötet. FOTO: DPA/SEEGER

Männerhorden machen Jagd auf Frauen. Der Gewaltexzess in der Silvesternacht von Köln schockiert weltweit. Und ändert die Stimmung in Deutschland. Nach der Willkommenskultur und Merkels „Wir schaffen das“ wird fortan fast nur noch über eine Obergrenze für Flüchtlinge gesprochen.

D

er Dom, die Rauchschwaden, die vielen Männer. Die Aufnahmen, die aus der Kölner Silvesternacht vorliegen, verraten oft gar nicht viel darüber, was vor einem Jahr genau passierte. Dafür ist das Licht zu schummrig und das Geschehen zu chaotisch. Wer heute aber einen Blick auf die Bilder wirft, hört es im Kopf rattern. Eine Assoziationskette setzt sich in Gang, die bis ins Kanzleramt reicht. Die Flüchtlingspolitik, der Ruf nach dem starken Staat, das Erstarken der Populisten – „Köln“ lässt sich heute als Chiffre für viele Phänomene lesen, die Deutschland 2016 beschäftigt haben. Die Stimmung im Land hat sich innerhalb eines Jahres stark verändert. Der Ereignisse der Nacht sind mittlerweile deutlich besser aufgearbeitet als zu der Zeit, als die gesellschaftliche Debatte darüber bereits heißlief. Männergruppen bestahlen, belästigten und bedrängten am Hauptbahnhof massenhaft Frauen. Zeugen beschreiben die Täter als arabisch und nordafrikanisch. Wie sich herausstellt, waren viele Flüchtlinge darunter. Viele ziehen ihre Schlüsse allerdings, bevor Gewissheit herrscht. Die Wut richtet sich auch schnell gegen die Kanzlerin, die die Flüchtlinge ja ins Land gelassen habe. Die Flüchtlingspolitik, die beschworene Willkommenskultur steht schneller zur Debatte als Fakten vorliegen. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen spricht von einer „Entfesselung des Bestätigungsdenkens“. Die Skeptiker, die es ja schon gibt, bekommen Oberwasser. Der Philosoph Wolfram Eilenberger glaubt heute, dass in der damaligen Gemengelage auch jedes andere ähnlich gelagerte Ereignis zu vergleichbaren Reaktionen geführt hätte. „Die Kölner Silvesternacht bekommt ihre Bedeutung durch den historischen Kontext“, sagt der Chefredakteur des „Philosophie Magazins“. „Es war eine Art Schubumkehr. Im Herbst 2015 hatte man mit dem Lob

der Willkommenskultur vollkommen übersteuert. Die Silvesternacht löste in diesem Umfeld einen umso größeren Gegenschub aus.“ Dieser Schub trifft auch die Medien, denen manche vorwerfen, zu zögerlich berichtet zu haben. „Es gab auch vor Silvester schon Berichte über das, was in der Flüchtlingspolitik falsch läuft“, sagt der Medienwissenschaftler Christian Schemer. Das sei aber mehr so mitgeschwommen. „Die Silvesternacht war dann für manche ein Ventil, um zu sagen: ,Siehste! Die Medien haben uns das alles verschwiegen.’“ Mittlerweile haben sich die damals aufgebrochenen Debatten weitestgehend von den Ereignissen aus der Nacht entkoppelt. „Köln“ scheint weit weg zu sein, auch wenn sich in Nordrhein-Westfalen nach wie vor ein Untersuchungsausschuss damit befasst und auch die Justiz nach und nach ihre Urteile fällt. Die Gräben in der Gesellschaft sind aber nicht verschwunden. Der Protest entlädt sich im Internet und bei Wahlen. Die AfD zieht in Sachsen-Anhalt mit über 24 Prozent in den Landtag ein, auch in Mecklenburg-Vorpommern wird sie zweitstärkste Kraft. Die Politik versucht, der Stimmungslage Rechnung zu tragen. Nicht mal drei Monate nach dem Jahreswechsel tritt ein verschärftes Asylrecht in Kraft. Auch kommen viel weniger Flüchtlinge. Die Balkanroute wird faktisch geschlossen, EU und Türkei einigen sich auf einen Flüchtlingspakt. Aber die Uhr lässt sich nicht mehr zurückdrehen. „Wir haben mittlerweile eine gespaltene politische Kultur“, sagt der Bonner Politikwissenschaftler Tilman Mayer. Die Hälfte der Bevölkerung sei mit der Haltung, die immer noch mit der Bundeskanzlerin verbunden werde – mit der Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen – nicht einverstanden. Und das, obwohl sich Merkel de facto ja von ihrem umstrittenen Satz „Wir schaffen das“ distanziert habe, sagt Mayer. „Die Silvesternacht hat der Debatte über die Flüchtlingspolitik einen anderen Zungenschlag gegeben. Die Folgen lassen sich noch Monate später beobachten: Die CDU hat in den Umfragen Probleme.“ Nicht nur dort. Auch im eigenen Lager. CSU-Chef Horst Seehofer droht Merkel sogar, er trete 2017 in keine Koalition ein, die nicht eine Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen pro Jahr vorsehe. Mit einem klaren Kurs gegen den Islam und gegen ein rot-rot-grünes Bündnis will die bayerische Schwester der CDU sich und die gesamte Union neu positionieren.

Als sich die Lage im Land nach vielen Monaten der Aufgebrachtheit wieder etwas zu beruhigen scheint, befeuert ein neuer Fall die Debatte um Flüchtlinge. Mitte Oktober wird in Freiburg die 19 Jahre alte Medizinstudentin Maria L. vergewaltigt und getötet. Anfang Dezember nehmen die Ermittler einen Verdächtigen fest, einen Flüchtling. Der angeblich 17 Jahre alte Afghane kam 2015 nach Deutschland, zuvor war er bereits in Griechenland wegen versuchten Mordes zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt – aber vorzeitig aus der Haft entlassen worden. dpa

Angela Merkel ist umstritten wie nie. Sie will aber erneut antreten. Im Dezember schickt die CDU sie mit 89,5 Prozent Zustimmung ins Wahljahr 2017. Es ist das schlechteste Ergebnis während ihrer Kanzlerschaft. FOTO: AFP/STOLLARZ


Saarland-Studie zu der verkannten Volkskrankheit Nichtalkoholische Fettleber: Mehr als jeder 3. Erwachsene ist betroffen Rund 20 Millionen Deutsche leiden an einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease, NAFLD). Viele leiden daran, ohne es jedoch zu wissen, denn die Fettlebererkrankung verursacht meist keine Schmerzen. Das ist umso gefährlicher, da sie schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben kann. Fragen zu Ursachen, Folgen und Möglichkeiten der Behandlung einer NAFLD beantwortet der Internist und Ernährungsmediziner Dr. med. Hardy Walle. Herr Dr. Walle, warum ist Fett in der Leber eigentlich so gefährlich?

Übergewichtigen bzw. Adipösen sind 70 Prozent betroffen und bei Typ-2-Diabetikern sogar bis zu 90 Prozent. Da die Erkrankung jedoch nicht nur vom Körpergewicht, sondern gerade auch von den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten mitbestimmt wird, besteht auch bei rund 15 Prozent der Normalgewichtigen und Schlanken eine Fettleber. Experten sprechen daher von einer neuen Volkskrankheit.

in der Leber durch seinen hohen Stärkegehalt sehr effektiv in kurzer Zeit. Heute „mästen“ sich viele Menschen – meist unwissentlich – mit zu vielen Kohlenhydraten (Backwaren, Süßigkeiten, Softdrinks etc.). Die Überernährung, insbesondere mit zu vielen Kohlenhydraten bei gleichzeitigem Bewegungsmangel, ist die Hauptursache für eine NAFLD.

Wer ist davon betroffen?

Wie entsteht eine nichtalkoholische Fettleber?

Warum ist das Fett in der Leber so gefährlich? Ist es besser, wenn das Fett auf den Hüften sitzt?

Dr. med. Hardy Walle: Viele. Mehr als jeder dritte Erwachsene ist betroffen. Mit dem Übergewicht steigt auch die Zahl der Betroffenen: Bei

Dr. med. Hardy Walle: Wie eine Gänsestopfleber: Hierfür werden die Tiere mit Mais gemästet, denn dieser fördert die Fett-Neubildung

Dr. med. Hardy Walle: Die Gesundheitsgefahr, die von einer NAFLD ausgeht, wurde lange unterschätzt. Inzwischen bestätigen viele Studien den direkten Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Fettleber und der Entstehung weiterer Erkrankungen wie Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Arteriosklerose.

Internist und Ernährungsmediziner Dr. med. Hary Walle. Fotos: PR

Diabetes ist heilbar . . . ... und zwar nicht mit Handauflegen oder Voodoo, sondern mit einfachen naturlichen Masnahmen des Lebensstils. Und die Autoren, ein niedergelassener Arzt, ein Mikronahrstoffexperte und ein Praventionsmediziner, legen noch einen drauf indem Sie feststellen: 90% aller Diabetes-Typ2-Erkrankungen sind vermeidbar. Im Zentrum der Vorbeugung und Behandlung steht das Leberfasten. Dieses Konzept hat sich in der Praxis bereits bei mehreren tausend Anwendern bewahrt und die Effektivitat des Leberfastens ist durch hochkaratige Studien belegt. Auch den Vitaminen und Mineralstoffen als kleinen Helfern mit groser Wirkung gebuhrt mehr Aufmerksamkeit. Und dann – runter von der Couch, denn Bewegung sorgt fur gute Laune und Diabetes mag keine Muskeln. Fazit: Nicht warten – einfach mitmachen! Von Dr. Hardy Walle, Apotheker Uwe Gröber und Prof. Dr. Jörg Spitz. 2017. 304 Seiten. Gebunden. € 34,90 [D] Subskriptionspreis gültig bis 28.02.2017: € 29,80 [D] ISBN 978-3-7776-2549-2

Dr. med. Hardy Walle: Übergewicht ist nie gut, aber in der Tat ist es ein Unterschied, wo sich das Fett im

Körper befindet. Auch bei Medizinern wurde die Fettleber als Risikofaktor lange Zeit unterschätzt. Heute ist bekannt, dass sie ein wichtiges, frühzeitiges Warnzeichen für Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und kardiovaskuläre Erkrankungen ist, deswegen ist es wichtig, dass das Bestehen einer Fettleber möglichst frühzeitig erkannt und dagegen angegangen wird. Kann die Leber denn auch wieder entfettet werden? Dr. med. Hardy Walle: Ein wirksames Medikament gibt es bislang nicht. Die einfachste und effektivste Maßnahme ist ganz ohne Medikamente über die Ernährung mög-

lich: Kurzfristig wird die Energiezufuhr deutlich verringert. Dabei kommt es auch auf die richtige Zusammensetzung der Ernährung an. Studien zeigen, dass eine Kost mit wenigen Kalorien, wenigen Kohlenhydraten und mehr Eiweiß die Leber schneller und zuverlässiger entfettet als eine fettarme, kohlenhydratbetonte Kost. Mit der Verringerung des Leberfettgehalts gehen in der Regel Verbesserungen des Stoffwechsels einher. Aufgrund der Verbesserung der Begleit- bzw. Folgeerkrankungen, wie Typ-2-Diabetes, können oftmals auch Medikamente reduziert bzw. abgesetzt werden, daher ist die begleitende Betreuung durch einen Arzt unerlässlich.

Studie zum Leberfasten nach Dr. Worm - Seien Sie dabei! Aufgrund des breiten Auftretens der Fettleber und da gerade Diabetiker von dieser Erkrankung betroffen sind, führen wir hier im Saarland aktuell eine Studie gemeinsam mit dem Privatdozenten Dr. Matthias Frank vom Diakonie Klinikum Neunkirchen zum Leberfasten nach Dr. Worm bei Diabetes durch. Machen Sie mit! Mitmachen können bei der Studie Interessierte, wenn: 쐍 Sie Typ-2-Diabetiker sind 쐍 Der Langzeitblutzucker-Wert (HbA1c) > 6,5 % ist 쐍 Eine Fettleber besteht (wird eingangs über einfache Stoffwechselwerte erfasst) 쐍 Ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI 30,0 kg/m2) gegeben ist 쐍 Das Alter zwischen 18 und 75 Jahren liegt.

Was wird gemacht? Zu Beginn: Teilnahme an dem 14tägigen Leberfasten nach Dr. Worm an einem etablierten Leberfasten-Zentrum. Über das weitere Vorgehen in den folgenden 10 Wochen entscheidet dann das Los: Gruppe 1: Klassische Diabetes-Beratung im Diakonie Klinikum Neunkirchen oder Gruppe 2: Teilnahme an dem BoDr. Nicolai Worm dymed Ernährungskonzept Wissenschaftliche Studien bestätigen bereits den Erfolg des Leberfastens nach Dr. Worm. Seien Sie jetzt selbst dabei und schauen Sie, wie sich Ihr Stoffwechsel verbessert und Sie auch langfristig von dem Leberfasten nach Dr. Worm profitieren können. In vielen Beratungsstellen starten jetzt

neue Kursangebote. Interessierte können sich bei einer der unten aufgeführten Beratungsstellen melden und unverbindlich an einer Informationsveranstaltung teilnehmen. Seien Sie dabei, Ihrer Gesundheit zuliebe!


SEITE H6

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C HRO N IK .................................

Juli: Ein Selbstmord-Attentäter des IS zündet in Bagdad eine Autobombe und tötet 324 Menschen. Es ist der blutigste Anschlag seit Jahren im Irak. Aus Hass gegen weiße Polizisten erschießt ein 25jähriger Afroamerikaner in der texanischen Stadt Dallas fünf Beamte. Zuvor hatten US-Polizisten in Louisiana und Minnesota zwei Schwarze getötet. Am französischen Nationalfeiertag rast ein Terrorist mit einem Lastwagen über die Uferpromenade in Nizza und tötet 86 Menschen. Der 31-jährige Tunesier wird erschossen.

Ein Polizist und ein Feuerwehrmann begutachten den todbringenden Lkw von Berlin, den der Attentäter nach dem Vorbild Nizza als Waffe eingesetzt hatte. FOTO: DPA/KAPPELER

In der Türkei putschen Teile des Militärs gegen Präsident Erdogan. Der Aufstand mit etwa 300 Toten scheitert. Ankara macht Anhänger des Predigers Gülen verantwortlich. Tausende werden entlassen und verhaftet.

Der Terror vor unserer Tür

August: Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff wird mit der nötigen ZweiDrittel-Mehrheit abgesetzt. Der Sozialdemokratin werden Trickserien bei der Haushaltsführung vorgeworfen. Nachfolger wird Michel Temer.

Berlin, Würzburg, Ansbach: Irre Täter haben das Leben in Deutschland massiv verändert

September: Bei der Parlamentswahl in Russland gewinnt die Kreml-Partei Geeintes Russland mit 343 von 450 Sitzen eine verfassungsändernde Mehrheit.

Von dpa-Mitarbeiter Sabine Dobel

W

eihnachtsmärkte, die Sorge war da. Bis zum vierten Advent blieb es ruhig. Am Montag darauf raste ein Lkw in die Buden an der Berliner Gedächtniskirche. Zwölf Tote, 50 Verletzte. Die Bilder, sie glichen denen von Nizza. Auch dort war ein Lastwagen in die Menge gerast. Mindestens 86 Menschen starben bei dem Anschlag am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag. Der IS hatte bereits im September 2014 Angriffe wie diesen vorgeschlagen: nicht mit Waffen, sondern mit allgemein zugänglichen Mitteln, Messern, Äxten wie in Würzburg – oder eben Autos. Anschläge, möglich damit für jeden, ohne Sprengstoffkenntnis, ohne illegale Waffen. Nizza, die Axt-Attacke von Würzburg, Brüssel, die Anschlagsserie in Paris und der erste ISSelbstmordanschlag auf deutschem Boden in Ansbach haben das Lebensgefühl verändert: Binnen eines Jahres ist der Terror bei uns angekommen. „Wir müssen alles Menschenmögliche tun, notfalls dann auch die Gesetze verändern, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten“, versprach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einmal mehr. Einmal mehr ist das nicht gelungen. Auch wenn heftig debattiert wird: Es ist nicht sicher, wie das Unheil hätte verhindert werden können. Die Behörden setzen auf mehr Kontrolle, auf Straßen und Datenautobahnen. Die Polizei wird besser ausgestattet, Möglichkeiten zur Überwachung werden ausgebaut. Im März kommenden Jahres sollen Polizei und Bundeswehr erstmals gemeinsam einen Einsatz im Terrorfall üben. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will mehr Technik im öffentlichen Raum. Bundespolizisten bekommen Bodycams. Die Videoüberwachung soll ausgebaut werden. In einem Pilotprojekt werden in NordrheinWestfalen gerade beschleunigte Verfahren für ausländische Gefährder und

Trauer nach dem Terror von Brüssel: 32 Menschen rissen die Selbstmordanschläge in den Tod. FOTO: DPA

Das Brandenburger Tor leuchtete nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in den deutschen Farben. FOTO: DPA/CARSTENSEN

Alle dachten an Terror, am Ende stellte es sich als Amoklauf heraus: Ende Juli tötet der 18-jährige Schüler David S. in München neun Menschen. FOTO: DPA

Ermittler inspizieren den Tatort des Anschlags von Ansbach. Ein Syrer hatte dort im Juli eine Bombe explodieren lassen. FOTO: DPA straffällige Ausreisepflichtige geprüft. Politik, Behörden und die gesamte Gesellschaft stehen vor einer schweren Aufgabe: Höchstmögliche Sicherheit schaffen ohne ein Übermaß an Überwachung – und ohne Einschränkung des all-

täglichen Lebens. Denn das, da sind sich Experten einig, würde Extremisten in die Hände spielen – Islamisten wie Rechten. Destabilisieren, verunsichern, Misstrauen schüren. „Angst und Schrecken verbreiten ist ein fundamentales Ziel der Islamisten“, sagt der Autor und Traumatologe Jan Ilhan Kizilhan, der sich seit Jahren mit der Strategie des „Islamischen Staates“ auseinandersetzt und gerade das Buch „Psychologie des IS“ mitveröffentlicht hat. Die

Schwächung der Terrorgruppen im Irak und Syrien könne die Gefahr in Europa sogar steigern. „Sie wollen von ihrer Schwäche und ihrer inneren Krise ablenken.“ Das zentrale Motiv: „Sie wollen unsere Struktur stören und den Westen bloßstellen, zeigen, dass er seine Menschen nicht schützen kann. Und dass sie eine mächtigere Kultur haben, die sie uns am Ende überstülpen wollen.“ Ist ein Teil der infamen Strategie schon aufgegangen – gerade in Berlin? Die Menschen gehen weiter auf Weihnachtsmärkte, besuchen Konzerte und Fußballspiele. Doch wo sie früher gemeinsam unbeschwert feierten, scheint plötzlich Gefahr zu lauern. Weniger Gäste kamen zum erstmals umzäunten Oktoberfest. Die traditionellen Böllerschüsse zum Start kündigten die Veranstalter vorsorglich an, der Gedanke an eine Explosion hätte Panik auslösen können. Zuvor, am 22. Juli, hatte der Amoklauf eines jungen Mannes ganz München stundenlang in kollektive Terrorangst gestürzt. Mehr Vorsicht, mehr Misstrauen – und mehr Fremdenfeindlichkeit sind Früchte der Terrorangst. In Würzburg und Ansbach waren die Täter Flüchtlinge. Mehrfach, etwa in SchleswigHolstein und in Leipzig, standen Flüchtlinge mit syrischen Pässen unter Terrorverdacht. Auch die Attentäter von Paris waren als Flüchtlinge gekommen. Das ist Wasser auf die Mühlen der Rechten in Europa, von der FPÖ über den Front National bis zur AfD, die erheblich zugelegt hat und bei Umfragen immer öfter als drittstärkste Kraft aufscheint, vor Grünen und Linken. Die Migranten zu diskreditieren, damit Misstrauen zu säen und die Gesellschaft zu spalten, gehört laut Experten zur Strategie des IS. Vielerorts bröckelt die anfängliche Willkommenskultur. Am Ende des Jahres traf es die deutsche Hauptstadt, die Gedächtniskirche als Mahnmal des Friedens – und letztlich Weihnachten, das christliche Fest, das so zentral zum gesellschaftlichen Leben gehört. „Weihnachten ist das Fest aller Feste“, ein „Symbol für Frieden, das ein kollektives Identitätsgefühl vermittelt“, sagt der Wiesbadener Rechtspsychologe Rudolf Egg. Ein Ziel, das besonders schmerze – und damit logisch sei, wenn man sich in den Kopf eines Terroristen versetze: „Wir müssen damit rechnen, dass es weitere, schlimmere Anschläge geben wird.“

Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wird die AfD mit 20,8 Prozent zweitstärkste Kraft hinter der SPD (30,6) und vor der CDU (19,0). Am 1. November bildet Erwin Sellering (SPD) erneut eine Regierung mit der Union. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus kommen die Regierungsparteien SPD (21,6 Prozent) und CDU (17,6) auf historisch schlechte Ergebnisse. Die Grünen (15,2) müssen Platz drei an die Linkspartei (15,6) abgeben. Die AfD erobert mit 14,2 Prozent ihren zehnten Landtag. Die FDP (6,7) feiert ein Comeback. Oktober: Der Terrorverdächtige Syrer Dschaber al-Bakr (22) wird erhängt in der JVA Leipzig aufgefunden. Mangelnde Überwachung wird kritisiert. Al-Bakr war am 10. Oktober gefasst worden. Bund und Länder einigen sich auf einen neuen Finanzpakt. Ab dem Jahr 2020 gleichen die Länder ihre Finanzkraft nicht mehr untereinander aus. Diese Aufgabe übernimmt der Bund. Bei einer Razzia bei Nürnberg erschießt ein sogenannter Reichsbürger einen 32-jährigen Polizisten. Die rechte Gruppierung erkennt die Bundesrepublik nicht an. Eltern haben bei fehlenden Kita-Plätzen einen Anspruch auf Schadenersatz, urteilt der Bundesgerichtshof. Das gilt nur, wenn die Kommune den Mangel tatsächlich verschuldet hat. Der Bundestag beschließt zwei Arbeitsmarktgesetze: Die sogenannte Flexi-Rente soll individuelle Übergänge vom Beruf in die Rente ermöglichen. Leiharbeiter sollen nach 18 Monaten wie Stammbeschäftigte bezahlt werden.


PLAMECO-Decken sind für alle Räume geeignet In Wohn-, Arbeits- oder Schlafzimmern, Küchen, Bädern,FlurenundDielen–selbstin„ungewöhnlicheren“ Situationen wie Treppenaufgängen, Dachschrägen oder gar Schwimmbädern, Carports und mehr – PLAMECO bietet ein unerschöpfliches Maß an Einsatzmöglichkeiten!

Ihnen Ihrer ganzen wünschen Wirund wünschen IhnenFamilie und Ihrer Familiewir Gesundheitund undZufriedenheit Zufriedenheitfür füreinen einen Gesundheit gut gelauntenStart Startins insneue neueJahr Jahr2017 2017 gut gelaunten

Ralf Kindt und das gesamte PLAMECO Team bedanken sich bei allen Kunden für für das das entgegengebrachte entgegengebrachte Vertrauen, diezahlreichen zahlreichen Weiterempfehlungen Weiterempfehlungen und und Ihre Ihre langjährige langjährige Treue. die

Helle Decke mit Dekor-Element in Lackfläche

Europas erfolgreichster PLAMECO-Fachbetrieb findet hier im kleinen Saarland gleich dreimal sein zuhause. Höchste Qualitätsstandards der Plameco Produkte und das kontinuierliche Bestreben der eigenen Produktentwicklung Gutes noch besser zu machen geben jedes Jahr den zahlreichen Kunden das gute Gefühl in Sachen Deckenrenovierung im Hause PLAMECO bestens aufgehoben zu sein. Ein Unternehmen das mittlerweile auf über 30 Jahre Erfahrung zurückgreifen kann.

Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten - ganz nach Ihren Wünschen

Pflegeleichte Decke in der Küche – abwaschbar und hygienisch

Neues, modernes Bad mit schicker Lackdecke

„Jede Decke individuell zu planen, den Kunden gut zu beraten und auf seine speziellen Wünsche einzugehen macht uns einfach Freude“, so Ralf Kindt, Gründer von PLAMECO Saarland. Morgens geht´s ab zur Arbeit und abends sitzen Sie schon im renovierten Wohnzimmer; möglich ist das mit dem flexiblen Deckensystem der Firma Plameco. Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten erfüllen die unterschiedlichsten Wünsche der Kunden, egal ob in Wohn- oder Schlafräumen, in Küchen oder Bädern. Jede Plameco Decke ist ein Unikat, und das nicht nur optisch. Auch bei einem störenden Widerhall in den eigenen Wohnräumen können Plameco Decken Abhilfe schaffen und die Wohnqualität dadurch spürbar steigern. Plameco Decken sind langlebig, pflegeleicht, farbecht, wärmedämmend und müssen außerdem nie mehr gestrichen werden. Vorhandene Gardinen und Beleuchtung können auf Wunsch in der neuen Konstruktion wieder integriert werden. Natürlich ist es auch möglich auf stromsparende LED Technik umzusteigen und Ihre Beleuchtung zu optimieren. Besonders wichtig für den Einsatz in Badezimmern und Schwimmbädern ist die Feuchtigkeitsbeständigkeit, gepaart mit einer Algen, -Bakterien- und Schimmel hemmenden Oberfläche. Hohe Räume lassen sich

Die zuvor dunkle Holzdecke wurde in nur 1 Tag renoviert!

nachher

vorher

Nur dieses Wochenende 07. und 08. Januar 1.000,– Euro Gutschein zu gewinnen.

bei Bedarf auf ein gewünschtes Maß abhängen, wo hingegen bei geringer Deckenhöhe mit nur sehr wenig Aufbauhöhe gearbeitet wird. Übrigens, Plameco Decken lassen sich auch mit Fotomotiven bedrucken und sind sowohl an den Decken als auch als Wandbespannung ein absoluter Blickfang. Damit steht einer Renovierung und Verschönerung Ihres

Zuhauses nichts mehr im Weg. Natürlich eignen sich diese Deckensysteme auch bestens für Neubauten. Überzeugen Sie sich selbst von den vielseitigen Möglichkeiten und besuchen Sie die Ausstellungen von Ralf Kindt in: 66780 Siersburg, Niedstr. 53 66386 St. Ingbert, Kaiserstr. 83 66606 St.Wendel-Winterbach, Winterbacher Straße 10

Edle Plameco-Stuckdecke mit Kristall-Leuchten und LED-Lichtband

Eine neue (T)Raumdecke in nur 1 Tag! Zimmerdecken

Zierleisten

Einladung zur

Deckenschau mit Sektempfang am Samstag und Sonntag, den 07. und 08. Januar 2017 „Hier zeigen wir Ihnen nicht nur schicke Decken, Sie können sich auch die qualitativen Unterschiede diverser Spanndeckensysteme im direkten Vergleich anschauen. Es lohnt sich für Sie!“

Beleuchtung

DECKENSCHAU Die Decke als absoluter Blickfang: Ob edel und elegant, oder ...

mit Sektempfang 07. + 08. Januar 2017, von 11 - 16 Uhr Besuchen Sie unsere Ausstellungen oder rufen Sie uns an: 66780 Siersburg, Niedstraße 53, 0 68 35/9 35 01 66386 St. Ingbert, Kaiserstr. 83, 0 68 94/9 55 57 77 66606 St. Wendel-Winterbach, 0 68 51/9 78 98 44 Winterbacher Straße 10

Meisterbetrieb Ralf Kindt ... mit Fotomotiv-Bedruckung

www.plameco-saar.de

Schnelle, saubere Montage in nur 1 Tag! Beleuchtung nach Wunsch! Kein Umräumen der Möbel! Wir informieren Sie gerne über die Möglichkeiten dieses einzigartigen und seit über 30 Jahren bewährten Deckensystems! Außerhalb der gesetzlichen Öffnungszeiten keine Beratung und kein Verkauf.


SEITE H8

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C H RO N I K .................................

Oktober: Der UN-Sicherheitsrat schlägt den Portugiesen António Guterres als neuen Generalsekretär vor. Der Nachfolger von Ban Ki Moon wird am 13. Oktober von der Vollversammlung bestätigt. Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos erhält den Friedensnobelpreis zugesprochen. Er habe sich „entschlossen“ um eine Beendigung des langen Bürgerkriegs in seinem Land bemüht. In Nordfrankreich beginnt die Räumung des als „Dschungel“ bekannten Flüchtlingslagers bei Calais. Die etwa 6500 Menschen werden in andere Aufnahmelager gebracht. Die EU und Kanada unterzeichnen in Brüssel das bis zuletzt umstrittene Freihandelsabkommen Ceta. Die belgische Provinz Wallonie hatte zunächst einen Abschluss verhindert. November: Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel kündigt an, bei der Bundestagswahl 2017 erneut als Kanzlerkandidatin ihrer Partei anzutreten. Das Bundesamt für Verfassungsschutz enntarnt einen mutmaßlichen Islamisten in den eigenen Reihen, der im Netzt Geheimnisse verraten habe. Der Republikaner Donald Trump wird zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Vor dem deutschen Generalkonsulat in der nordafghanischen Stadt Masar-iScharif explodiert eine Autobombe und tötet sechs Menschen. Der SPD-Politiker Martin Schulz will im Januar 2017 sein Amt als Präsident des EU-Parlaments niederliegen und in die Bundespolitik wechseln. Dezember: Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einigt sich mit der EU-Kommission auf einen Kompromiss zur Einführung einer Pkw-Maut. Im dritten Anlauf wählen die Österreicher den ProEuropäer Alexander Van der Bellen zum Bundespräsidenten. Der frühere Grünen-Vorsitzende erhält 53,8 Prozent. Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ kommt auf 46,2 Prozent.

Nach dem fehlgeschlagenen Putschversuch versammeln sich Erdogan-Anhänger in Istanbul und zeigen mit Fahnen ihre Freude.

FOTO: PICTURE ALLIANCE

Putsch und Blutvergießen Von Can Merey und Nada Weigelt (dpa)

M

itte Juli ist Ferienzeit in der Türkei, dieses Jahr macht sogar Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan Urlaub. Mit seiner Familie genießt er ein paar freie Tage an der Ägäis. Erdogan gibt den Takt in der Türkei vor. An Tagen, an denen er nicht öffentlich auftritt, nimmt die Nachrichtenfrequenz ab. Am Freitag, dem 15. Juli, blickt die Welt ohnehin geschockt auf Nizza und den dortigen Terrorangriff – und ausnahmsweise nicht auf die Türkei. Doch mit der Ruhe an diesem lauen Sommerabend soll es bald vorbei sein. Eilmeldungen der türkischen Nachrichtenagenturen kommen per SMS auf Mobilfunkgeräte: Die Bosporusbrücke in Istanbul ist in Fahrtrichtung von Asien nach Europa gesperrt. Auf Twitter häufen sich zugleich allerdings unbestätigte Tweets über Kampfjets, die über Ankara fliegen. Um 22.24 Uhr folgt dann eine Meldung über einen „Putschversuch von Teilen des türkischen Militärs“. Die Putschisten geben im Staatsfernsehen die Machtübernahme bekannt und erlassen eine landesweite Ausgangssperre. Auf den Straßen ist zu hören, wie es knallt, und zwar mit zunehmender Frequenz. Plötzlich wird Erdogan – sonst auf der großen Bühne zuhause – über den Videotelefonie-

In der Türkei geht Präsident Edogan mit gnadenloser Härte gegen mutmaßliche Putschisten vor – In Syrien gerät die Stadt Aleppo zwischen die barbarischen Fronten des Bürgerkriegs Dienst Facetime auf ein Handy beim Nachrichtensender CNN-Türk zugeschaltet, die Kamera zoomt auf das Display. Von dort aus ruft der Präsident die Menschen dazu auf, auf die Straßen zu gehen und sich den Putschisten entgegenzustellen. Der Appell per Handy wird zum Wendepunkt dieser blutigen Nacht. „Menschen marschieren und rufen Gott ist Groß und Nein zum Putsch“, schreibt ein Reporter. „Horden von Menschen. Verdammt beängstigend.“ Viele Türken werden den Widerstand gegen den Staatsstreich mit dem Leben bezahlen. Istanbul wird von Explosionen erschüttert, die PutschistenPanzer auf der Bosporusbrücke feuern auf Zivilisten. Mitten in der Nacht, au-

ßerhalb der Gebetszeiten, erwachen die Muezzins in den Moscheen zum Leben. Auch von den Minaretten ertönt nun der Aufruf, sich den Umstürzlern entgegenzustellen. Ein Gerücht macht die Runde, dass Erdogan sich abgesetzt habe, womöglich nach Deutschland. Nichts davon stimmt. Erdogan landet in Istanbul, während die Kampfjets der Putschisten noch in der Luft sind, und wird von einer jubelnden Menschenmenge empfangen. Doch die Umstürzler geben noch nicht auf. Im Tiefflug durchbrechen die Jets der Putschisten über Istanbuls Zentrum die Schallmauer. Doch je länger die Nacht dauert, desto klarer zeichnet sich ab, dass nicht nur der Putsch niedergeschlagen wird, sondern dass der 15. Juli 2016 auch einen historischen Einschnitt in der Türkei markiert. Seit dem Putschversuch sind in der Türkei nach offiziellen Angaben mehr als 40 000 Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden, mehr als 75 000 Staatsbedienstete wurden entlassen. Allen werden Verbindungen zu dem islamischen Prediger Fetullah Gülen vorgeworfen werden. Die GülenBewegung wird in der Türkei als Terrororganisation eingestuft. Im Nachbarland Syrien geht der Bürgerkrieg derweil erbittert weiter. Die Stadt Aleppo ist inzwischen zu einem Symbol für das Grauen des syrischen Bürgerkriegs geworden. Bei der Rückeroberung der Stadt durch die syri-

sche Armee geht das Regime rücksichtsloser vor als jemals zuvor. Die Vereinten Nationen haben das Blutvergießen im Machtkampf um die Millionenmetropole nicht verhindern können. Im Ostteil der Stadt sind ganze Viertel dem Erdboden gleichgemacht, die humanitäre Lage ist katastrophal, hunderttausend Menschen sind auf der Flucht. Bis zum Beginn des Bürgerkriegs galt die Altstadt von Aleppo, seit 1986 auf der Welterbe-Liste der Vereinten Nationen, mit ihren zahllosen Moscheen, Karawansereien und osmanischen Handelshäusern als einer der kulturell reichsten Orte der Welt. In Berlin machen sich derweil Leute Sorgen um das Kulturerbe der nordsyrischen Metropole. „Da liegt eine Stadt in Trümmern, und wir reden über Steine, das hat einen faden Beigeschmack“, sagt Prof. Stefan Weber, Direktor des Museums für Islamische Kunst in Berlin. „Und doch kann unsere Arbeit vielleicht einmal dazu beitragen, diesem geschundenen Land seine kulturelle Identität wiederzugeben.“ Gemeinsam mit syrischen Experten erstellen deutsche Wissenschaftler eine Datenbank, die die kriegsbedingten Schäden in Aleppo systematisch dokumentiert. Parallel dazu entsteht am Deutschen Archäologischen Institut ein 3D-Modell des städtischen Basars, der mit seinen 6000 kleinen Läden vormals als einer der schönsten in der islamischen Welt galt.

In einer Volksabstimmung lehnen 59,95 Prozent der Italiener die Verfassungsreform von Ministerpräsident Matteo Renzi ab. Kern war eine Entmachtung des Senats. Renzi tritt zurück, sein Nachfolger wird Paolo Gentiloni. Bei zwei Anschlägen nahe eines Fußballstadions in Istanbul sterben mindestens 44 Menschen, überwiegend Polizisten. Eine Splittergruppe der verbotenen Kurdenorganisation PKK bekennt sich dazu. Nach erbitterten Kämpfen gewinnen die syrischen Truppen die Kontrolle über den Osten der zerstörten Großstadt Aleppo. Beim Anschlag mit einem Lkw auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche sterben zwölf Menschen, rund 50 werden verletzt. Der Täter, ein in Deutschland als Gefährder bekannter Tunesier, wird auf der Flucht in Mailand erschossen.

Eine Stadt in Schutt und Asche: Aleppo ist zu einem Symbol für das Grauen des syrischen Bürgerkrieges geworden.

FOTO: AFP/OURFALIAN


JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

NR. 305

SEITE H9

Anzeige

Januar

Facharzt für Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie und Palliativmedizin, liegt Distlers Stärke in der Behandlung von chronischen Schmerzen sowie Tumorschmerzen. Dr. Blatt-Bodewig verlässt die Klinik, um auf Trägerebene bei der cts die Leitung der Stabstelle Ethik zu übernehmen.

JAHRESRÜCKBLICK 2016

Neuer Leiter des Zentrums für Orthopädie Zum 1. Januar 2016 hat Dr. Markus Pahl die Chefarzt-Position der Klinik für Orthopädie und Spezielle Orthopädische Chirurgie am CaritasKlinikum Saarbrücken, Standort St. Josef und die Ärztliche Leitung des Zentrums für Orthopädie übernommen. In der operativen Orthopädie ist neben der Endoprothetik auch die Sportorthopädie ein Schwerpunkt. Dr. Pahl arbeitet eng mit Verbänden und Vereinen zusammen.

Geburtsklinik als „Kooperationsklinik Frühe Hilfe“ zertifiziert

Oktober Klinik für Gefäßchirurgie feiert 10-jähriges Bestehen

HERZENSSA

DAS CARITASKLINIKUM SAARBRÜCKEN WÜNSCHT IHNEN VON HERZEN EINEN GUTEN START INS NEUE JAHR kohol, Drogen & Zigaretten!!!" stand der Präventionstag im April im CaritasKlinikum St. Theresia. 120 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 der Saarbrücker Marienschule waren gekommen, um sich über die Auswirkungen des Missbrauchs von Tabak und Alkohol zu informieren. Diplompsychologin Teresa Neubauer betonte, wie wichtig es ist, gar nicht erst anzufangen: "Was als Amüsement beginnt ist giftig und birgt Suchtpotential."

Muheb Al Najjar, ein 16-jähriger Jugendlicher aus Syrien, absolvierte im Februar sein Praktikum im CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia. Zu dem Zeitpunkt lebte er erst seit vier Monaten in Saarbrücken und besuchte die 9. Klasse des Ludwigsgymnasiums. Sein Grund für das Praktikum im Pflegedienst: "Die Deutschen haben uns geholfen und da will ich jetzt ein wenig zurück geben". Nach seinem Abitur will Muheb Medizin studieren und als Arzt mithelfen, sein Land wieder aufzubauen, wenn der Krieg beendet ist.

März 4000 Euro für Palliativpatienten Im März präsentierte das Show- und Sound-Ensemble Chorwurm unter der musikalischen Leitung von Lothar Klockner sein jährliches Benefizkonzert. Der Erlös des Konzertes ging zu einem Teil an den Förderverein der Klinik für Palliativmedizin am CaritasKlinikum Saarbrücken. Der Vorsitzende des Ensembles, Robert Müller, konnte die stolze Summe von 4.000 Euro überreichen. Der Förderverein und das Team der Palliativstation bedankten sich herzlich für das eindrucksvolle und gelungene Konzert und die großzügige Spende.

Diese ermöglicht gestochen scharfe, dreidimensionale Bilder aus dem Körperinnern. Patienten wie Chirurgen profitieren davon, denn das Operieren ist damit nochmal präziser und sicherer. Das Gerät besteht aus einem großem Monitor, spezieller Kamera- und Rechnertechnik und angepassten 3D-Brillen für die Chirurgen. Die Anschaffungskosten lagen bei rund 150.000 Euro.

August Mai

Februar Der 16-jährige Muheb Al Najjar macht seinen Weg

CHE

MENSCH

Dr. Karlheinz Schöll ist Chefarzt der neuen Geriatrie „Die Altersmedizin spielt im Krankenhaus eine entscheidende Rolle“, konstatierte Dr. Karlheinz Schöll, der neue Chefarzt der Geriatrie am CaritasKlinikum. Die neue Akutgeriatrie mit 25 Betten verfügt über die nötigen Strukturen, um mit neuen Methoden auch hochbetagten Menschen gut helfen zu können. Neben kurativen Ansätzen spielen rehabilitative und palliative Aspekte eine große Rolle. Der ganzheitliche Ansatz erfasst jeden Patienten als Individuum, um ihn bestmöglich zu betreuen.

gebiete Schlaganfallversorgung und Epileptologie will er voranbringen. Mit der zertifizierten Stroke Unit und hochmodernen Ausstattung zur Versorgung von akuten Schlaganfallpatienten ist die Grundlage dafür bestens gegeben.

Die Geburtshilfe ist umgezogen Seit dem 1. Mai ist der neue Kreißsaal mit angrenzender Mutter-KindStation in Betrieb. Moderne Spitzenmedizin wird hier vereint mit beschützter, familiärer Atmosphäre. Zu der besonders großzügig konzipierten neuen Geburtshilfe zählen vier Kreißsäle, ein Wehenzimmer, der CTG-Raum, die moderne Gebärwanne sowie ein Notsectioraum mit angrenzendem Erstversorgungsraum für die Neugeborenen. Bereits am ersten Tag erblickten sechs Kinder in den neuen Räumlichkeiten das Licht der Welt.

Juni Aktionstag gegen den Schmerz

Juli Innovative 3D-Technik im Saarland bislang einzigartig

120 Schüler zu Gast am Präventionstag Unter dem Motto "Sag’ NEIN!!! Zu Al-

Ende Juli hat Dr. Andreas Schmitt, Chefarzt der Medizinischen Klinik mit den Bereichen Kardiologie und Pneumologie, seinen Ruhestand angetreten und die Leitung an Prof. Dr. Michael Kindermann zum 1. August übergeben. Als sein Spezialgebiet bezeichnet Professor Kindermann die koronare Herzkrankheit, die Herzmuskelschwäche und Herzklappenerkrankungen. Künftig wird die Versorgung um ein technisches und medizinisches Highlight erweitert: Eine großzügige Spende der gemeinnützigen Klaus Faber Stiftung ermöglicht es, einen Hybrid-OP zu bauen.

Bei minimal-invasiven Operationen setzt das Team um Chefchirurg Professor Ralf Metzger jetzt eine neue 3D-Technik ein.

Die kleine Theresa Pauline Salm erblickte am 19. August um 17:10 Uhr als 1000. Baby im CaritasKlinikum St. Theresia das Licht der Welt. Die glücklichen Eltern Linda und Stephan Salm aus Saarbrücken freuten sich riesig über ihren 3360 Gramm schweren und 53 Zentimeter großen Sonnenschein. Seit Jahren freut sich das Team des Zentrums für Geburtshilfe und Frauenheilkunde über Geburtenzahlen auf hohem Niveau. dieses Jahr wurde das 1000. Baby bereits vier Wochen früher geboren als im Vorjahr. Onkologisches Zentrum nach Vorgaben der DKG zertifiziert Als erstes und bisher einziges Zentrum im Saarland ist das Onkologische Zentrum seit August erfolgreich nach den Vorgaben der deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert ein wichtiger Wegweiser für Patien-

Kontakt: CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia Rheinstraße 2 66113 Saarbrücken Tel.: 0681 406-0

Krankenhäuser beschließen Kooperation

November September

Dr. Chatzikonstantinou ist neuer Chefarzt für Neurologie

Klinik für Palliativmedizin unter neuer Leitung Seit dem 1. September hat die Klinik für Palliativmedizin einen neuen Chefarzt. Nach 14 Jahren übergab Dr. Maria Blatt-Bodewig die Leitung an ihren langjährigen Kollegen Dr. Ludwig Distler. Als

Dezember

Der 40-jährige PD Dr. Anastasios Chatzikonstantinou hat zum 1. November die Chefarztposition in der Klinik für Neurologie am CaritasKlinikum Saarbrücken angetreten. „Die Neurologie gewinnt zunehmend an Bedeutung“, so der Chefarzt. Besonders seine Spezial-

Das CaritasKlinikum Saarbrücken und das Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg legen einige Leistungsbereiche zusammen. Konkret werden zum Beispiel gynäkologische Leistungen künftig nur noch am CaritasKlinikum erbracht. cts-Geschäftsführer Rafael Lunkenheimer betont: „Dass Dr. Deryal künftig die chefärztliche Leitung der Fachabteilungen beider Häuser übernimmt, ist für uns ein Beweis für die qualitativ hochwertige Arbeit am CaritasKlinikum Saarbrücken. Wir freuen uns auf eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit.“

e

Infoabende für werdende Eltern

1000. Baby vier Wochen früher als sonst

Ungefähr 23 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Am bundesweiten Aktionstag gegen Schmerz war der Andrang in der Schmerzklinik am CaritasKlinikum St. Josef Dudweiler groß, um sich individuell beraten zu lassen. Die Schmerzklinik bietet Platz für 27 stationäre Patienten - und natürlich die große Schmerzambulanz. Chefarzt Dr. med. Ludwig Distler und sein multiprofessionelles Team bieten die gesamte Bandbreite der optimalen Schmerztherapie.

April

Chefarztwechsel: Übergabe an Prof. Dr. Michael Kindermann

ten und ein weiterer Beleg für die Qualität der Arbeit. Chefarzt Prof. Dr. med. Michael Clemens und sein Team der verschiedenen Organzentren stellen sicher, dass die Patienten von der Diagnose über die stationäre und ambulante Behandlung bis zur Nachsorge bestmöglich betreut

Seit zehn Jahren besteht die Klinik für Gefäßchirurgie als eigenständige Abteilung am CaritasKlinikum Saarbrücken. Chefärztin Dr. med. Ulrike Ossig und ihr Team behandeln auf dem Rastpfuhl eine stetig steigende Anzahl von Patienten. Ein Schwerpunkt ist die Operationen an der Halsschlagader zur Schlaganfall-Prävention. Ein weiteres Thema ist die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden. Rund 1.400 Operationen werden jährlich durchgeführt.

Die Klinik für Geburtshilfe und Frauenheilkunde im CaritasKlinikum Saarbrücken St. Theresia ist jetzt Kooperationsklinik des Landesprogramms Frühe Hilfen. Chefarzt Dr. med. Mustafa Deryal nahm bei einer Festveranstaltung die Zertifizierung von Gesundheitsministerin Monika Bachmann entgegen. Das Saarland ist das erste Bundesland, das diese Zertifizierung vornimmt.

CaritasKlinikum Saarbrücken St. Josef Dudweiler Klosterstraße 14 66125 Saarbrücken Tel.: 06897 799-0

Informieren Sie sich unter: www.caritasklinikum.de

Ki

.

. .

. .

. . . 0

. .

.

.

Zentrum für Geburtshilfe und Frauenheilkunde im CaritasKlinikum Saarbrücken

.

n . . .

. .

.

.


SEITE H10

NR. 305

JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C H RO N I K .................................

Januar: Dem Bexbacher Turbinenschaufel-Werk droht das Aus. Der USKonzern General Electric (GE) plant, die Fabrik Ende 2017 zu schließen. Die Entscheidung fiel nach der Übernahme der AlstomEnergiesparte durch GE. 160 Mitarbeiter sind betroffen. März: Im Saarland wird es statt bisher sieben ab 1. Januar nur noch sechs Sparkassen geben. Die kleinste Sparkasse des Landes, die Stadtsparkasse Völklingen, und die große Sparkasse Saarbrücken fusionieren. Die Stadtsparkasse reagiert damit auf den Druck, dem kleine Kreditinstitute ausgesetzt sind. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkt den Leitzins von 0,05 Prozent auf null Prozent. Damit sollen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche bekämpft werden. Per Ministererlaubnis billigt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) Edekas Pläne, die Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann zu übernehmen. Das ist der Anfang einer monatelangen Zitterpartie. Das Oberlandesgericht Düsseldorf stoppt den Deal im Juli. Nach zähem Ringen einigen sich im Herbst Edeka und Rewe auf die Aufteilung der Tengelmann-Filialen. April: Die 67. Saarmesse am Saarbrücker Schanzenberg ist zugleich die letzte. Die traditionelle Verbrauchermesse wird durch mehrere kleinere Messen abgelöst, die an verschiedenen Standorten stattfinden sollen. mzt/dpa

Das Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (Zema) in Saarbrücken erforscht die Möglichkeiten der intelligenten Fabrik.

Das digitale Saarland Heimische Firmen und Forschung bringen die intelligente Fabrik auf den Weg

Anzeige

Alles aus einer Hand – Lokale Suche und mehr

TeleMedia wünscht allen Kunden und Geschäftspartnern alles Gute und viel Glück für 2017! Google-Adwords I Google-Business-View I Facebook-Display-Kampagnen I mobiloptimierte Home- und Landingpages I pos-vision I Apps I Shops I Flyer Visitenkarten I Briefpapier I Calltracking I Online-Branchenverzeichnis I Telefon- und Branchenbuchanzeigen Ihr Spezialist für lokales Suchmarketing!

in Kooperation mit Local Performance

FOTO: RICH SERRA

S

elbstfahrende Autos, Internet-Kühlschränke, digitale Häuser – IT-Technik verändert unser aller Leben. Auch in der Wirtschaft spielt das Thema Digitalisierung unter dem Schlagwort Industrie 4.0 eine große Rolle. Anlässlich des IT-Gipfels, der im November 2016 im Saarland stattfand, hat Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer das Ziel ausgerufen, bei der Digitalisierung eine Spitzenrolle einzunehmen. Doch auf dem Weg zur intelligenten Fabrik, wie sie im Rahmen der Plattform Industrie 4.0 beschrieben wird, haben die saarländischen Firmen noch eine Strecke vor sich. In dieser Produktion kommunizieren Maschinen mit Maschinen, die Logistik ist direkt mit der Produktion vernetzt, Sensoren überwachen alle Prozesse, Beamer zeigen Monteuren, wo genau sie Werkstücke platzieren und wann sie welche Teile setzen müssen. Computerprogramme regulieren sogar die Kraft, mit der die Schrauben angezogen werden. Ziel ist es, eine weitgehend selbstorganisierende Produktion zu schaffen Obwohl diese voll vernetzte Fabrik noch Zukunftsmusik ist – die Saar-Firmen treiben die Digitalisierung bereits intensiv voran. ZF, einer der saarländischen Vorreiter der Industrie-4.0-Technik, hat beispielsweise bereits ein automatisches Logistik-System im Einsatz, das die verschiedenen Montage-Stationen vorausschauend mit Teilen beliefert. Dabei berücksichtigt das Programm nicht nur, welche Teile aktuell fehlen, sondern auch, welche Produkte als nächstes montiert werden. Auch können bei ZF in Saarbrücken bereits IT-gesteuert auf derselben Montage-Linie ganz unterschiedliche Produkte bearbeitet werden. Was mit Industrie-4.0-Technik künftig möglich ist, lässt sich am besten im Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (Zema) betrachten, das Forschungsprojekte zahlreicher Unternehmen bündelt. „Industrie 4.0 ist weit mehr als nur das Werkstück, das der Anlage sagt, wie es bearbeitet werden möchte“, sagt Zema-Geschäftsführer Rainer Müller. Viel wichtiger seien beispielsweise Mensch-Roboter-Kooperationen, bei denen Mensch und Technik jeweils die Aufgaben übernehmen, die sie am besten beherrschen. Oder Arbeitsplätze, an denen Werker vom Computer durch komplexe Montagevorgänge geführt werden. Gleich mehrere Beispiele nennt der Zema-Geschäftsführer. Beispielsweise einen Schweißarbeitsplatz, bei dem der Roboter gerade Nähte mit höchster Genauigkeit schweißt, während der Arbeiter

parallel für die komplexeren Arbeiten an Ecken und Kanten zuständig ist. Oder eine Montagestation für AutoDachhimmel, bei der ein Beamer die unterschiedlichen Montagepunkte bei verschiedenen Varianten vorgibt. Solche intelligenten Produktionen sind längst Wirklichkeit. So setzt Bosch mit dem Roboter Apas einen „automatischen Produktionsassistenten“ ein, der seinen menschlichen Kollegen monotone Tätigkeiten abnehmen soll. Und ZF wird im September eine voll-vernetzte und hoch flexible Montagestation in Betrieb nehmen, die sich je nach Bedarf in der Produktion und Verfügbarkeit der nötigen Kompetenzen bei den Mitarbeitern automatisch anpasst. Das Thema Digitalisierung der Industrie hat aber noch weit mehr Facetten. Zunehmend setzen die Firmen beispielsweise auf Prognose-Programme, die Störungen frühzeitig ankündigen. Bei Saarstahl läuft ein entsprechendes Projekt, das Veränderungen im Produktionsprozess erkennen soll, bevor sie eintreten. Und auch der Zulieferer Voit setzt auf Systeme, mit denen sich der Verschleiß zentraler Teile frühzeitig voraussagen lässt. Wie genau die Prognosen sind, erklärt Britta Hilt von der Saarbrücker Scheer-IT-Tochter IS Predict: „Oft genügen wenige Sensoren, um den Ausfall eines Teils auf Tage, teils sogar Stunden genau vorherzusagen.“ Trotz des Trends zur intelligenten Fabrik – nicht alle Firmen im Saarland nehmen zwangsläufig an dieser Entwicklung teil: „Für kleinere Unternehmen ist das wenig sinnvoll“, sagt der St. Ingberter Stahlbau-Unternehmer Wolfgang Herges. „Die Investitionen, die für eine vernetzte Produktion nötig wären, rechnen sich nicht.“ Auch andere Faktoren sind auf dem Weg zur intelligenten Produktion zu berücksichtigen. „Jede Maschine und jedes mit dem Internet vernetzte Produkt sind Einfallstore für Hacker“, sagt ZFWerksleiter Hermann Becker. Hier müsse die Sicherheitstechnik ständig nachhalten. Offen ist zudem, wie Industrie 4.0 die Qualität der Arbeitsplätze verändern wird. Forscher des Arbeitsmarkt-Instituts IAB der Bundesanstalt für Arbeit (BA) gehen davon aus, dass durch die intelligente Fabrik vor allem höherwertige Arbeitsplätze entstehen, während Jobs für Ungelernte wegfallen werden. Eine Befürchtung, der Zema-Chef Müller widerspricht: Gerade durch die geführte Produktion sei es möglich, vermehrt auch Ungelernte in komplexen Prozessen zu beschäftigen. ts/jwo www. sa a rb ruecker-zei t ung . de/i 40


JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

NR. 305

SEITE H11

C HRO N IK .................................

April: Saar-Stahlarbeiter protestieren gegen chinesischen Billigstahl und fordern ein Eingreifen der EU. Die Mitarbeiter organisieren einen großen Aktionstag im Saarland. Im November beteiligen sich 2200 Saarländer an Protesten europäischer Stahlarbeiter in Brüssel.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte im Sommer TTIP für gescheitert erklärt, für Ceta machte er sich jedoch stark. FOTO: DPA

Juni: Es ist die höchste Entschädigungssumme in der Geschichte der Automobilindustrie: 14,7 Milliarden Dollar muss VW infolge des Abgasskandals Kunden in den USA zahlen. Die Einigung gilt aber nur für Wagen mit 2,0-Liter-Motor. Bosch kündigt an, das erst seit zwei Jahren laufende Neunkircher Werk von Bosch Emission Systems (BESG) Ende 2017 zu schließen. Betroffen sind rund 200 Mitarbeiter.

Von SZ-Korrespondent Detlef Drewes

W

enn es einen Preis für einen besonders geduldigen Regierungschef im Jahr 2016 geben würde – Justin Trudeau hätte ihn ohne Zweifel verdient. Der kanadische Premier nahm im November hin, was wohl kaum ein anderer Regierungschef mit sich hätte machen lassen: Er akzeptierte, dass die EU ihn immer wieder auslud und sein Abflug von Ottawa nach Brüssel mehrfach verschoben werden musste. Denn während 27 Mitgliedstaaten bereits Ja zum Freihandelsabkommen mit Kanada gesagt hatten, legten sich 75 Abgeordnete der wallonischen Sprachengemeinschaft in Belgien quer – und blockierten damit die unverzichtbare 28. Unterschrift. Dabei stand dieser Ceta-Vertrag zunächst gar nicht im Mittelpunkt der Diskussionen. TTIP, die transatlantische Wirtschaftspartnerschaft mit den Vereinigten Staaten, wühlte viele Menschen auf und ließ in Deutschland mehrere 100 000 Demonstranten auf die Straße gehen. Keine Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen, kein Gen-Food und auch kein mit Chlor desinfiziertes Hühnchen auf deutschen Tellern, hießen einige der Forderungen. Es war eine seltsame Welt: Während die Bürger demonstrieren gingen, wussten die Unterhändler in Brüssel oft nicht, worüber die Gegner sich da eigentlich aufregten. Zwar hatten die Europäer nach anfänglichem Widerstand das Prinzip der Verhandlungen hinter verschlossenen Türen aufgegeben und die wichtigsten Texte ins Internet gestellt, aber von amerikanischer Seite wurde man ein ums andere Mal vertröstet. Sogenannte konsolidierte, das heißt vereinbarte, Kapitel gab es nicht, weil sich die Gesprächspartner in Washington weigerten, konkrete Vorschläge vorzulegen. Irgendwann war es sogar dem sonst so geduldigen Chef des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, Bernd Lange (SPD), zu viel – er bemühte das geflügelte Wort vom „toten Pferd, das man nicht reiten“ könne. Mit anderen Worten: TTIP wurde zwar nicht offiziell, aber de facto beerdigt. Einer der wirklich wichtigen Gründe: Während die Europäer bereit waren, alle ihre Türen für US-Wettbewerber

Der Streit um TTIP und Ceta offenbart die Ohnmacht der Europäischen Union, weil Handel eben nicht nur Handel ist

Ein Drama mit vier Buchstaben

zu öffnen, wollten die Amerikaner an ihren „Revieren“ festhalten: keine Konkurrenz für inneramerikanische Transporte auf Straßen oder Flüssen, kein Wettbewerb im öffentlichen Beschaffungswesen. Das konnte die EU nicht akzeptieren, sie tat es auch nicht. Mitte des Jahres entdeckten die Gegner dann, dass es ein sehr viel weiter fortgeschrittenes Abkommen mit gleicher Stoßrichtung gab: Ceta, das Freihandelsabkommen mit Kanada. Die Themen waren nahezu dieselben – auf über 1000 Seiten hatten die Delegationen in siebenjährigen Verhandlungen festgelegt, dass künftig über 95 Prozent der Zölle wegfallen und weite Teile des Handels miteinander von unnötigen Auflagen befreit werden sollten. Trotzdem hagelte es heftigen Widerstand. Sogar die Bundesregierung musste unter dem Druck der Öffentlichkeit einen Anhang zum Vertrag fordern, in dem noch einmal betont wurde, dass weder die Bildung noch die kommunalen Dienste oder der Kulturbereich privatisiert werden müssen. Außerdem bleibe die Landwirtschaft geschützt. Vor allem aber schaffte man die bisherigen im Geheimen tagenden Schiedsgerichte ab und einigte sich auf ein neues Handelsgericht, das öffentlich mit unabhängigen Richtern besetzt tagt und dessen Entscheidungen auch durch eine Berufungsinstanz überprüft werden können. Das war ein Durchbruch, aber der reichte nicht. Die parlamentarische Vertretung der rund 3,5 Millionen Wallonen sagte Nein. Ehe sie Mitte November dann doch zustimmte. 2017 wird das Ringen fortgesetzt. Denn dann muss Ceta von allen nationalen Parlamenten ratifiziert werden.

Juli: Der Verkauf des Hunsrück-Flughafens Hahn floppt. Zunächst war die chinesische Firma Shanghai Yiqian Trading als Käufer präsentiert worden. Die Mainzer Landesregierung stoppt das Geschäft aber, weil eine Teilzahlung ausstand und ein Bankbeleg gefälscht worden sein soll. Danach startet Rheinland-Pfalz eine neue Bieterrunde. September: Bayer sichert sich für rund 66 Milliarden Dollar nach monatelangem Feilschen den US-Biotechkonzern Monsanto. Die bisher größte Übernahme durch ein deutsches Unternehmen macht Bayer zur weltweiten Nummer eins im Geschäft mit Agrarchemie. Oktober: Rund 280 saarländischen Beschäftigten des Energiekonzerns Steag droht der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Das Unternehmen will die unwirtschaftlichen Kohlekraftwerke Bexbach und QuierschiedWeiher schließen. Die Belegschaft hofft auf ein Veto der Bundesnetzagentur. November: Volkswagen gibt einen „Zukunftspakt“ zum Umbau des Konzerns bekannt. Bis zu 30 000 Jobs sollen wegfallen, 23 000 in Deutschland. Dezember: Der US-Kranhersteller Terex Cranes kündigt für seine Werke in Zweibrücken und Blieskastel-Bierbach einen Kahlschlag an. Das Management plant den Abbau von rund 500 der 1700 Arbeitsplätze. Die Fabrik in Bierbach soll geschlossen werden. mzt/dpa

Anzeige

Hallux rigidus: konservative und operative Behandlungsmethoden Die Ursachen eines Hallux rigidus, einer Arthrose im Großzehengrundgelenk, sind vielfältig. Für Betroffene sind die Symptome oftmals störend und einschränkend: Die ersten Schritte morgens nach dem Aufstehen sind schmerzhaft und längeres Stehen oder Gehen verursacht starke Schmerzen im Großzehengrundgelenk. Je nach Ausprägung der Arthrose nehmen die Beschwerden zu, sodass es oftmals auch zu Ruheschmerzen kommt. Und je nach Beschwerdegrad und Arthrose-Stadium gibt es unterschiedliche Therapiemöglichkeiten. Als nicht-operative Maßnahmen stehen Schmerzmedikamente, Spritzen mit Cortison oder Eigenblutplasma, sensomotorische Einlagen und spezielle Schuhe mit fester Sohle und Abrollhilfe zur Verfügung. Falls die Schmerzen jedoch weiterhin Ihre Lebensqualität einschränken, sind operative Maßnahmen eine Alternative. Es gibt verschiedene

Operationsmethoden, je nach Ausprägungsgrad der Arthrose. So etwa die Cheilektomie: Bei dieser Methode säubert der Arzt das Gelenk und trägt überschießende Knochensporne ab. Empfohlen wird diese Behandlung nur bei einer gering ausgeprägten Arthrose mit störender Bewegungseinschränkung. Eine andere Möglichkeit ist die Operation nach Youngswick: Der Arzt verkürzt dabei den ersten Mittelfußknochen und bohrt die Gelenkfläche an mehreren Stellen an. Dadurch wird der Druck von der Gelenkfläche genommen und es bildet sich ein Ersatzknorpel.

Es besteht auch die Möglichkeit der Arthrodese des Großzehengrundgelenks: Das Grundgelenk wird dabei in einer Stellung versteift, sodass ein Abrollen weiterhin gut möglich ist. Das Endgelenk bleibt frei beweglich. Das Hauptproblem nach einer Fußoperation ist die Schwellung. Da am Fuß nur wenig Weichgewebe zu finden ist, in der sich die Schwellung verteilen kann, kommt es häufig zu starken Schwellungen. Operationen am Fuß sollten grundsätzlich nur von einem ausgebildeten Fußchirurgen durchgeführt werPR den!

Privatpraxis für Orthopädie und Unfallchirurgie

Tom Feibel Ihr Spe ialist für: skopische Chirurgie • ar . Sprunggelenke) (Knie, Schu •Fußbeschwerden • Ganzheitliche Analyse sche Einlagen Medizin i I

r inbart werden. t unter:

Geistkircher Str. 10 66386 St. Ingbert-Rohrbach


Lösungen mit Weitsicht – Individuell für Ihre Bedürfnisse

Commerzbank punktet mit regionaler Nähe und digitalem Vorsprung Die Finanzkrise im Jahr 2008, das anhaltende Niedrigzinsumfeld und ein in Folge der Digitalisierung verändertes Kundenverhalten haben das Umfeld für Banken grundlegend verändert. Saarbrücken. Finanzinstitute stehen vor andauernden und vielfältigen Herausforderungen. Die Commerzbank hat durch eine Kombination aus bewährtem regionalem Filialgeschäft und der Einführung von innovativen, digitalen Produkten und Dienstleistungen den Spagat zwischen traditionellem und modernem Bankgeschäft gemeistert. Sie ist die einzige deutsche Filialbank mit einer klaren Wachstumsstrategie und einer konsequenten Multikanalstrategie.

DICHTESTES FILIALNETZ Die Kunden der Commerzbank können damit verschiedene Wege zur Abwicklung ihrer Bankgeschäfte und zur Kontaktaufnahme nutzen – wann immer sie wollen und so, wie sie es brauchen. Dazu zählt auch weiterhin der Besuch einer Filiale vor Ort, denn die Commerzbank betreibt eines der dichtesten Filialnetze der deutschen Privatbanken und das mit ausgezeichneter Beratung: Bereits zum vierten Mal in Folge wurde das Finanzinstitut 2016 von Focus Money für die beste Beratungsqualität in Deutschland ausgezeichnet. Damit dies auch zukünftig so bleibt, investiert die Commerzbank sowohl in ihre Filialen als auch in ihr Online- und Mobileangebot. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern entwickelt die Bank Filialen weiter und macht sie nicht einfach nur zu. Eine Übersicht der Filialen im Saar-

land und im angrenzenden Rheinland-Pfalz findet sich unter www.saarbruecker-zeitung.de/ commerzbank. Mit dem neu gestalteten Internetauftritt, einem attraktiven OnlineChat sowie dem telefonischen 24Stunden-Service punktet die Commerzbank im Zuge der Digitalisierung zusätzlich; sie schafft damit weitere Kanäle in der Kundenkommunikation. Und mit der BankingApp für das Smartphone verwalten Kunden einfach und schnell ihre Konten und Kreditkarten, behalten ihre Depots immer im Blick und tätigen innerhalb von wenigen Sekunden ihre Überweisungen. Dabei sorgt die photoTAN-App, die die Commerzbank als erste deutsche Bank eingeführt hat, für höchstmögliche Sicherheit. Eine gemeinsame technische Plattform für alle Kanäle ermöglicht es, dass der Berater in der Filiale dieselben Daten sieht wie der Kunde, der zu Hause auf der Couch das Onlinebanking nutzt.

„GELDVERSTÄNDLICH“APP Weitere Apps, wie beispielsweise die „geldverständlich“-App, trainieren die Finanzkenntnisse und geben individuelle Empfehlungen sowie Finanztipps für die persönliche Lebenssituation. Denn die Frage, wie sich angesichts der Niedrigzinspolitik heute noch Vermögen anlegen, sichern und vermehren lässt,

beschäftigt derzeit viele Menschen. Eine gemeinsame Veranstaltung der Saarbrücker Zeitung und der Commerzbank am 26. Januar 2017 informiert darüber. Weitere Infos siehe rechts in der Anzeige.

NEUE, INTERESSANTE PARTNER Die Commerzbank und ihre Mitarbeiter passen ihr Angebot und ihre Beratungskompetenz konsequent an die sich ständig ändernden Gegebenheiten des Marktes und an die Bedürfnisse der Kunden an. So hat die Bank neue Kooperationen mit interessanten Partnern wie Amazon und Tchibo gestartet und wird 2017 einen neuen, digitalen Ratenkredit einführen. Aber bei allem Wandel bleibt eins stabil: Die Commerzbank bietet ihren Kunden auch weiterhin ein kostenloses Girokonto an. Und wo andere Banken nur ihre eigenen Produkte verkaufen, bietet die Commerzbank durch ihre offene Produkt-Architektur ein wesentlich breiteres Angebot an. Sowohl in der Baufinanzierung als auch bei Investmentfonds können Kunden aus einer Vielzahl von verschiedenen Anbietern das beste Produkt am Markt auswählen – ein wichtiges Argument für die Geldanlage in einer Welt ohne Zinsen. hup/cms MEHR INFOS UNTER: www.saarbruecker-zeitung.de/ commerzbank

Sparen in Zeiten von Niedrigzinsen. Wie lässt sich Geld heute noch anlegen? Fünf Experten beleuchten die Perspektiven bei der Geldanlage in einer Podiumsdiskussion am 26.01.2017 im SZ-Forum und geben Ihnen wertvolle Tipps. WANN: Donnerstag, 26. Januar 2017, 18.30 Uhr WO: Forum der Saarbrücker Zeitung Gutenbergstraße 11-23 · 66117 Saarbrücken

Frank Nierhaus Bereichsvorstand Private Kunden Mitte, Commerzbank

Chris-Oliver Schickentanz Chef-Anlagestratege, Commerzbank

Prof. Markus Münter Professor für Volkswirtschaftslehre und Mikroökonomie, htw saar

Dr. Sabine Theadora Ruh Wirtschaftsjournalistin

Dr. Patrick Peters Redaktion Wirtschaft und Finanzen Rheinland Presse Service GmbH

Anmeldung: unter der Telefon-Nummer 0681/502 507 oder online www.saarbrucker-zeitung.de/commerzbank. Im Anschluss laden wir zum Netzwerken und Ideenaustausch ein.

www.saarbruecker-zeitung.de/commerzbank

Hochwertige Spirituosen und Weine aus der Region! Ferdinand’s Saar Quince Gin *

Ferdinand’s Werkzeugkiste

Ferdinand’s Saar thh Dry Riesling Vermouth

Ferdinand’s Saar White Riesling Vermouth

• • •

• •

• •

• •

29,99 €

14,99 €

49,99 €

Threeland Whiskyy Portwood Finish *

Threeland Whisky Sherry Finish *

• • •

• • •

39,99 €

Saarweine, z. B.: Saar Riesling 2014 • • •

9,99 €

16,99 €

Weinpaket mit erlesenen Weinen von Schloss Thorn 12er Kiste mit 2 verschiedenen Weinen • • •

39,99 € Ferdinand’s Saar Dry Gin * • • •

Trester nach Grappa-Art aus dem Saartal *

114,00 €

• • •

34,99 €

Die Saarland-Edition der Saarbrücker Zeitung

49,99 €

Diese und viele weitere Produkte unter www.saarland-edition.de

Jetzt bestellen unter: www.saarland-editon.de oder 0681 – 502 52 22. Die Preise verstehen sich zzgl. Porto und Verpackung.


JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

NR. 305

SEITE I1

C HRO N IK .................................

Januar: US-Star-Geigerin Jennifer Koh vergisst ihre 2,4 Millionen eure teure Stradivari im Regionalexpress nach Saarbrücken. Zum Glück finden Polizisten das gute Stück. Koh gibt mit der Deutschen Radiophilharmonie in der Saarbrücker Congresshalle dann ein umjubeltes Konzert. Februar: Der Sturm sorgt dafür, dass im Saarland viele Rosenmontagszüge aus Sicherheitsgründen abgesagt werden. Die Narren feiern deshalb inhäusig. Viele Karnevalsvereine verschieben ihre Umzüge auch in den Mai und Juni. Da ist auch das Wetter heiterer.

Die Fechinger A 6-Talbrücke wurde an Ostern gesperrt – und das Chaos nahm seinen Anfang. Auf diesem September-Foto hat sich die Lage wieder entspannt.

Sperrung der Fechinger

Talbrücke sorgt für Chaos Die Hauptschlagader des Verkehrs durchschnitten – Streit um Video-Überwachung im öffentlichen Raum

Alles Banane: Ein Mann holt sich eine Staude aus dem Botanischen Garten in Saarbrücken, der seine Pforten schließen muss. FOTO: OLIVER DIETZE

Von SZ-Redakteur Dietmar Klostermann

E

s ist ein Schock für alle Saarländer kurz vor Ostern. Am Gründonnerstag lässt Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) die Fechinger Talbrücke, Teil der A 6, wegen akuter Einsturzgefahr sperren. Die Hauptschlagader des saarländischen Straßenverkehrs auf der Ost-West-Achse ist durchschnitten, nach Ostern beginnt das Chaos. Die bis zu 50 000 Autofahrer, die täglich die Talbrücke passieren, suchen sich andere Wege, um ans Ziel zu kommen. Es kommt zu kilometerlangen Staus, die Polizei zählt mehr als 60 Unfälle auf der Umleitungsstrecke bis zum Sommer. Rehlinger und der Chef des Landesbetriebs für Straßenbau, Michael Hoppstädter, sind zunächst in den Osterferien, als der Zorn der von der Sperrung betroffenen Anwohner und des Verkehrsgewerbes sie zwingt, die Lösung des Verkehrs-Infarkts infolge der Talbrücken-Sperrung zur Chefsache zu machen. Die Landstraße 108, die den Großteil des Umleitungsverkehrs zu tragen hat, ächzt unter der neuen täglichen Verkehrslast, wird nachts und an Wochenenden ausgebessert.

Auch die großräumigen Umleitungen für den Schwer- verkehr über die Autobahnen ab dem Neunkircher und dem Dillinger Kreuz über die A 8 werden besser ausgeschildert. Auf der Talbrücke, deren filigrane Statik das Kernproblem ist, wird der tonnenschwere Belag abgenommen, so dass ab Pfingsten zumindest wieder Pkw über die Brücke fahren können. Mit Verstärkungen an den Pfeilern gelingt es, dass auch die Lastwagen ab Ende Oktober wieder fahren können. Doch die Anlieger an der Fechinger Heringsmühle, die die Hauptlast zu tragen hatten, werden noch lange mit den Folgen für ihre Gesundheit zu kämpfen haben. Verkehrsministerin Rehlinger jedoch kann ihr Krisen-Management letztlich als Punktsieg verbuchen. Sie stieg zwar spät in den Ring, doch dann kämpfte sie respektvoll und schaffte es, dass das Brücken-Desaster vor Beginn des Landtagswahlkampfs gelöst war. Keinerlei Einsatz zeigte die CDU/ SPD-Landesregierung derweil für die Rettung des einzigen Botanischen Gartens an der Saar-Uni. Deren Chef Wolfgang Stein, der wie ein Löwe um den Erhalt des 1954 entstandenen Gartens mit 2500 verschiedenen Arten kämpfte, musste sein Lebenswerk im April mangels Personal schließen. Die SaarUni, selbst unter dem Spardiktat der Landesregierung leidend, hatte den Botanischen Garten aufgegeben. Alle Proteste von Pflanzenfreunden aus ganz Deutschland und der LandtagsOpposition brachten keinen Erfolg. Viele der Gewächshauspflanzen fanden bei Auktionen neue Liebhaber oder wurden von anderen Botanischen Gärten übernommen. Doch leider verrotteten auch ebenso viele Pflanzen in den nunmehr ungepflegten Glashäusern am Meerwiesertalweg. Während im Botanischen Garten die Bewässerung aussetzte, gab es im Saarland im Februar, Ende Mai und Mitte Juni so viel Regen, dass Bäche und Flüsse sich in reißende Ströme verwandelten. Besonders im Spätfrühling

FOTO: BECKER&BREDEL

Eine triste Nachricht: Die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Saarland steigt rapide an. Im Laufe des Jahres werden die Tafeln im Saarland, die Essen kostenlos ausgeben, des Andrangs nicht mehr Herr. April: Die Gewerkschaft Verdi verzichtet vorerst auf die Ausrufung eines Streiks an der Saar-Krankenhäusern wegen des Notstands in der Pflege. Es gibt offenbar zu wenige organisierte Pflegekräfte, die sich einem solchen Streik anschließen würden.

Das Auge des Gesetzes passt auf. Noch gibt es wenig Video-Überwachung. FOTO: PATRICK PLEUL/DPA

erwischte es einige Dörfer rund um Eppelborn und um Sulzbach besonders schwer. Bilder aus Dirmingen, wo sich eine meterhohe braune Schlammwelle durch den Ort wälzte, wurden in den sozialen Netzwerken zehntausendfach geteilt. Die Landesregierung griff einigen Betroffenen unter die Arme. Die Versicherungswirtschaft und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) warben für Elementarschadensversicherungen für Hausbesitzer. Nach den Terror-Attacken auch in Deutschland nimmt die Debatte über eine Video-Überwachung öffentlicher Plätze im Saarland an Fahrt auf. Da sich selbst Sozialdemokraten wie der Neunkircher OB Jürgen Fried dafür einsetzen, verkündet Innenminister Klaus Bouillon (CDU) Anfang November, dass die Polizei 105 potenzielle „gefährliche und gefährdete Orte“ im Saarland festgestellt habe. Dies seien Plätze, Wege, Veranstaltungsorte oder Bahnhöfe. Ob dort eine Video-Überwachung rechtlich möglich sei, müsse aber noch in Abstimmung mit den Datenschützern geprüft werden. Bisher gibt es nur eine Videokamera der SaarPolizei an der Hasentalbrücke über die A 8, von der Gullideckel auf die Fahrbahn geworfen wurden.

Juni: Der Bau-Skandal um das HTW-Hochhaus im Saarbrücken hält an. Der Bau ist auch zum Wintersemester 2016/17 nicht bezugsfertig. Jetzt wird das Wintersemester 2017/18 von der Landesregierung angepeilt. Dazu müssen weitere Millionen für den Brandschutz ausgegeben werden. Juli: Der Baumwipfelpfad an der Saarschleife wird eröffnet. Und entpuppt sich als Besuchermagnet. In fünf Wochen strömen bereits 25 000 Besucher an die Cloef in Mettlach, um die fantastische Aussicht zu genießen. August: Der Doppelmord an einem Rentnerpaar in Rilchingen-Hanweiler schockt die Bevölkerung im Grenzort. Als mutmaßlicher Täter wird der Sohn des Ehepaars gesucht. Doch die Fahndung bleibt zunächst erfolglos. Oktober: Bei einem Flugzeugabsturz auf dem Flughafen Saarbrücken kommt der Pilot einer Sportmaschine ums Leben. Es herrschte Nebel. Im Herbst ist Nebel auch der Grund für viele Flugausfälle auf dem Saarbrücker Flughafen.

Anzeige

Rohrbacher Goldankauf – Ihre Top-Adresse im Saarland Rosemarie Hoffarth hat sich in den vergangenen Jahren an Ihrem Standtort in St. Ingbert Ortsteil Rohrbach mit Ihrem seriösen Goldankauf in der Oberen Kaiserstraße 157 einen guten Namen erworben. Bei Ihr gibt es für Rares gleich bares. Seit 2009 sind wir Ihr kompetenter Partner, wenn es um den Ankauf von Altgold, Bruchgold, Zahngold, Goldmünzen, Silbermünzen, Gold- und Silberschmuck, Bernstein- und Diamantenschmuck, Silberbestecke (auch versilbert), Artikel aus Zinn, Kupfer und Messing geht. Weiterhin suchen wir ständig:

Goldankäuferin Rosemarie Hoffarth ist bekannt für ihre Kompetenz und ihre Fairness. Foto: Cordula v. Waldow

Alle Artikel aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, beispielsweise Orden, Fotos, Postkarten, Helme, Säbel, Uniformen, Plaketten, alles aus der Kriegszeit, Markenporzellan, Hummelfiguren, Steiftiere, Ei-

senbahnen aller Art, Jägernachlässe, alte Blech- und Emaille-Schilder und vieles mehr. Ab sofort bieten wir auch die Durchführung von Haushaltsauflösungen an, Hausbesuche sind nach Absprache jederzeit möglich. Bei größeren Münzsammlungen oder komplette Nachlässe bitten wir Sie um vorherige Terminvereinbarung um längere Wartezeiten PR zu vermeiden.

MEHR INFOS UNTER: www.hoffarth-gold.de

Rohrbacher Goldankauf FAIR – SERIÖS – FREUNDLICH Wir zahlen sofort Bargeld für: Gold- u. Silberschmuck (auch Nachlässe), Gold- u. Silbermünzen (auch ganze Sammlungen), Medaillen, Armband- u. Taschenuhren, Silber- u. versilberte Bestecke, Schalen, Becher usw., Zinn, Kupfer u. Messingartikel in haushaltsüblichen Mengen, Militaria (Fotos, Abzeichen, Urkunden, Wehrpässe usw.), Porzellan (Meißen, Rosenthal,V & B usw.), Eisenbahnen, Haushaltsauflösungen. Obere Kaiserstraße 157 66386 St. Ingbert-Rohrbach Telefon 0 68 94-9 55 78 00 Mobil 01 76-62 75 24 46 www.hoffarth-gold.de

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag 10.00–12.30 Uhr und 14.30–18.00 Uhr, Mittwoch 10.00–13.00 Uhr. Weitere Termine nach Vereinbarung.


SEITE I2

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C H RO N I K ................................

Februar: Der Mettlacher Bürgermeister Carsten Wiemann (SPD) tritt wegen der Immobilienaffäre um das frühere Hotel „Auf Kappelt“ zurück, das als Flüchtlingsheim genutzt werden sollte. Daniel Kiefer (SPD) wird im Juli zum Nachfolger gewählt. März: Die AfD-Bundesspitze löst wegen Kontakten zweier Vorstandsmitglieder der AfD Saar zu Rechtsradikalen den Landesverband Saar auf. Das Parteigericht kippt diesen Beschluss im Oktober. April: Bundespräsident Joachim Gauck lädt 180 Diplomaten ins Saarland. Sie besichtigen das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Festo, Villeroy & Boch, schippern über die Saar.

500

Millionen Euro pro Jahr für das Saarland

Juni: Ein Bericht des Rechnungshofs kommt zum Ergebnis, dass die Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP von 2004 bis 2009 Geld des Steuerzahlers zweckwidrig ausgegeben haben. Sie erstatten dem Land 325 000 Euro.

In einer Oktober-Nacht ging im Kanzleramt die jahrelange Zitterpartie um einen neuen Finanzausgleich zu Ende

August: Nach der Explosion einer Handgranate vor einer Shisha-Bar in Saarbrücken geht die Polizei gegen zwei Banden aus dem türkischen und kurdischen Rocker-Milieu vor. Der Stellenabbau beim Land wird wegen der Flüchtlingskrise um zwei Jahre bis 2022 gestreckt. Auch die Kommunen bekommen mehr Zeit. September: Auf mehrere Politiker der CDU Saar wird ein Hacker-Angriff verübt. Sicherheitsbehörden vermuten russische Stellen als Urheber. November: Er ziert sich lange, doch dann entscheidet sich Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine (73) für seine Partei nochmal in den Wahlkampf zu ziehen. Sein früherer Büroleiter Jochen Flackus kommt auf Platz zwei der Landesliste. Dezember: Positives Signal für die Grundschullehrer: Die Einstiegsgehälter für neu einzustellende Junglehrer werden nicht länger abgesenkt. Bundesweit ist ein regelrechter Wettbewerb um Grundschullehrer entbrannt. Wenn über zwei gestritten wird, freut sich am Ende ein Dritter: Manfred Schmitt, Professor für angewandte Molekularbiologie, wird neuer Präsident der Saar-Uni.

Von SZ-Redakteur Daniel Kirch

S

ollten Historiker der SaarUni irgendwann einmal der Frage nachgehen, wann das Saarland nach Jahrzehnten des Bangens seine Existenz endgültig gesichert hat, dann werden sie womöglich auf die Nacht vom 13. auf den 14. Oktober 2016 stoßen. In den frühen Morgenstunden einigten sich damals die 16 Ministerpräsidenten mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) auf einen neuen Bund-Länder-Finanzausgleich. Es war das Ende einer jahrelangen Zitterpartie, mit einem für das Saarland erfreulichen Ergebnis: Der Bund zahlt dem hochverschuldeten Land ab 2020 jährliche Hilfen von 400 Millionen Euro, die an die Stelle jener 260 Millionen treten, die am 31. Dezember 2019 auslaufen. Zusätzlich fließen aus dem komplexen Ausgleichssystem rund 100 Millionen Euro mehr als bisher – macht zusammen also ein Plus von rund 500 Millionen Euro pro Jahr gegenüber der aktuellen Rechtslage. Was bedeutet dieser Kompromiss? Aus Sicht von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ist er „wirklich ein großer Durchbruch, der uns Luft zum Atmen gibt“. Er sei nur möglich gewesen, „weil wir parteiübergreifend alles in Stellung gebracht haben, was wir zur Verfügung haben“. Ihre Stellvertreterin Anke Rehlinger (SPD), die im neuen Jahr selbst gerne Regierungschefin werden möchte, freute sich, „dass es gelungen ist, mit diesem Kompromiss die Eigenständigkeit des Saarlandes zu sichern“. Die Opposition ist da etwas weniger euphorisch. Zwar bestreitet etwa auch Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine nicht, dass der Kompromiss „ein Erfolg“ sei. Allerdings weisen Linke, Grüne und Piraten darauf hin, dass das eigentliche Ziel des Landes in den Ver-

Anzeige

Wir wünschen allen Kunden und Freunden ein gesundes und frohes neues Jahr!

Profi-Küchen vom Küchen-Profi

Schmelz · Hoher Staden 13

☎ (0 68 87) 9 03 30

w w w. s c h e r e r k u e c h e n . d e

Der Geldsäckel des Saarlandes füllt sich ab 2020 wieder etwas, auch dank der Hilfen, die der Bund überweisen wird. FOTO: FOTOLIA/MONTAGE: SZ

handlungen ein Altschuldenfonds war, an den das Land einen Teil seiner Schulden hätte abtreten können. Da aber spielten weder der Bund noch die anderen Länder mit. So aber könnte ein deutlicher Anstieg des Zinsniveaus in der Zukunft das Land vor neue finanzielle Probleme stellen. Dass es in der Oktober-Nacht überhaupt zu einer Einigung kam, war eine Überraschung. Jahrelang war über den Bund-Länder-Finanzausgleich gestritten worden, die Geberländer Bayern und Hessen hatten in Karlsruhe geklagt, weil sie aus ihrer Sicht viel zu viel Geld an die armen Länder überweisen mussten. Wobei das Saarland hier nie im Zentrum stand, weil der allergrößte Teil des Geldes stets in die neuen Länder und nach Berlin floss. Die Fachleute von Bund und Ländern, die Staatssekretäre, Minister und Regierungschefs suchten intensiv nach einem Kompromiss. Es ging hin und her, die ganze Nummer strapazierte zunehmend die Nerven der Beteiligten. Auch ein Scheitern war nicht ausgeschlossen. Man habe „unter härtesten Bedingungen“ verhandelt, sagte Kramp-Karrenbauer nach der Schlussrunde. Zwar hatten sich die 16 Länder bereits am 3. Dezember 2015 auf eine einheitliche Linie verständigt – auf ein Modell, das im Übrigen im saarländischen Finanzministerium vom Juristen Elmar Braun und dem Volkswirt Wolfgang Förster entwickelt worden war. Es baute eine Brücke zwischen armen und reichen, west- und ostdeutschen Ländern; die Unterteilung in Geber- und Nehmerländer fiel weg. Doch das empfand der Bund als Affront, weil der Länderkompromiss in Teilen zu

seinen Lasten ging. In der vielleicht historischen Oktober-Nacht im Kanzleramt sah es dann zunächst so aus, als wolle Bundesfinanzminister Schäuble die Ministerpräsidenten auflaufen lassen. Um ein Uhr morgens waren die Verhandlungen so gut wie gescheitert, Kramp-Karrenbauer schickte Finanzminister Stephan Toscani (CDU) eine SMS: „Bitte Plan B überlegen.“ Um 2.30 Uhr ging es weiter, gegen vier Uhr schließlich willigte Schäuble doch noch ein.

14 Mrd. Euro betragen die Schulden des Saarlandes. Dafür zahlt das Land jedes Jahr rund 500 Millionen Euro an Zinsen. Quelle: Finanzministerium

Nun müssen die erforderlichen Grundgesetz- und Gesetzesänderungen beschlossen werden. Ein erster Entwurf umfasst schlappe 125 Seiten. Die Landesregierung erwartet hier noch weitere Diskussionen, bevor alles im Paket vor Ostern beschlossen werden soll – ein durchaus ehrgeiziger Zeitplan, zumal einzelne Bestandteile des Pakets, vor allem die Reform des Unterhaltsvorschusses, noch nicht ganz ausdiskutiert sind. Diskussionen wird es sicherlich auch noch um die Reform der StraßenbauVerwaltungen geben. Für Planung, Bau und Instandsetzung der Autobahnen soll ab dem Jahr 2021 eine Bundesgesellschaft zuständig sein. Für das Saarland bedeutet dies, dass der Landesbe-

trieb für Straßenbau (LfS) diese Aufgabe verliert. Die betroffenen Mitarbeiter sollen ohne Statusverlust zu der neuen, als GmbH geführten Gesellschaft wechseln und gegen ihren Willen auch nicht versetzt werden können. Der Übergang ist aber kompliziert, die Gewerkschaften wollen genau hinsehen. Eine Frage ist auch, welche Rolle privates Kapital spielen wird. Zwar soll die GmbH zu 100 Prozent im Eigentum des Bundes bleiben, trotzdem soll es Projekte geben, bei denen Private bei bestimmten Autobahnabschnitten mit ins Boot kommen. Die Landesregierung leistete gegen das Modell keinen Widerstand, weil sie den Kompromiss, der ja deutlich mehr Geld für das Saarland bedeutete, nicht gefährden wollte. Was wird das Saarland mit dem zusätzlichen Geld tun? Erstens wird es einen großen Teil der 500 Millionen Euro benötigen, um die Schuldenbremse einzuhalten, also um ab 2020 keine neuen Schulden mehr aufzunehmen. Dann wird ein Teil dazu genutzt werden, um Altschulden zu tilgen. Seit den 70er Jahren haben sich 14 Milliarden Euro angehäuft, für die das Land jedes Jahr rund 500 Millionen Euro Zinsen zahlen muss – bei einem Haushaltsvolumen von vier Milliarden Euro ein ordentlicher Brocken. Und drittens soll auch mehr Geld für Investitionen beispielsweise in Straßen oder Hochschulen zur Verfügung stehen. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sieht bereits „ein Jahrzehnt der Investitionen“ anbrechen. Einig sind sich die Landespolitiker aber auch in einem Punkt: Um alles, was sanierungsbedürftig ist, innerhalb kurzer Zeit zu erneuern, wird das Geld nicht reichen. Aber ein Anfang ist gemacht.


JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

NR. 305

SEITE I3

C HRO N IK .................................

Januar: Stephan Richters österreichisches Jugenddrama „Einer von uns“ gewinnt den Max-OphülsFilmpreis. Februar: Über Jahrzehnte war er so etwas wie das literarische Gedächtnis des Saarlandes. Mit 92 Jahren stirbt der frühere SR-Kulturredakteur Fred Oberhauser (Foto: Oliver Dietze) – eine Instanz.

Ommmm – Mit der Ausstellung „Buddha“ gelingt dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte einmal mehr ein Besucher-Hit. Bis Jahresende strömten fast 90 000 Gäste in die Schau, die bis 5. März 2017 verlängert wurde. Zudem lädt ein Pfad der Erkenntnis zum Meditieren ein. Zur Eröffnung kamen Mönche aus einem Kloster in Waldhölzbach. FOTO: OLIVER DIETZE

Von SZ-Redakteur Oliver Schwambach

B

angen, warten, hoffen, sich vorfreuen – daraus formen sich quasi die Leitmotive des Kulturjahres 2016 im Saarland. Das erstmal sein Gutes hat; die Skandale machen nämlich kurz vor der Landesgrenze Halt. In Trier muss Theaterintendant Karl Sibelius im November nach bloß 16 Monaten im Amt gehen. Künstlerisch mit Anspruch, kaufmännisch jedoch ohne Geschick häuft er 2,3 Millionen Euro Defizit auf. Auch Luxemburg streitet über eine veritable Affäre: Der Direktor des Kunstmuseums MUDAM, Enrico Lunghi, nimmt seinen Hut. Gezwungenermaßen. Er soll einer RTLJournalistin gegenüber handgreiflich geworden sein. Doch die Fernsehbilder trügen. Peu à peu schält sich heraus: Lunghi rüpelt zwar im Interview, doch die angebliche Verletzung der Reporterin wird Tage später erst attestiert und zum Skandal aufgebauscht. Im Saarland hingegen kann man vom „ewigen“ Skandalbau endlich mal Positives berichten. Es wird eifrig gewerkelt am Erweiterungsbau des Saarlandmuseums. Die Eröffnung im Herbst 2017 gilt als sicher. Gerichtlich wird derweil bestätigt, dass dem geschassten früheren Museumschef Ralph Melcher kaum ’was vorzuwerfen war in puncto Missmanagement am Bau. Umso ärger drängt die Frage, wie sich die Politik dazu verhielt. Haben diverse CDU-Kulturminister inklusive der heutigen Ministerpräsidentin bewusst weggeguckt? Selbst der Untersuchungsausschuss kann das nicht klären. Es bleibt die bittere Erkenntnis, dass der wohl teuerste Anbau des Saarlandes den Steuerzahler statt der avisierten neun am Ende 39 Millionen Euro kosten dürfte. Und, dass der amtierende Museumschef Roland Mönig noch mächtig zu tun hat, soll aus dem Skandal- ein Damuss-man-hin-Bau werden. Vielleicht inspiriert ihn ja, wie einer seiner Kollegen loslegt. Archäologe Simon Matzerath leitet seit Oktober das Historische Museum. 34 Jahre jung, spru-

Warten auf Neue Kulturköpfe bekommt das Land – und die machen Lust auf 2017

Erleuchtet: Dieser Kopf eines Bodhisattva aus Nordwestpakistan ist ein Schmuckstück der Völklinger „Buddha“Schau. FOTO: BUB

Der Finne Pietari Inkinen wird 2017 neuer Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie. FOTO: IRIS MAURER

Bodo

delt er über vor pfiffigen Ideen für sein neues Haus und macht schon qua eigener Begeisterung Lust hinzugehen – ins Museum am Saarbrücker Schlossplatz. Ein Hoffnungsträger. Das ist auch der künftige Staatstheaterchef. Bodo Busse kommt vom kleinen Landestheater Coburg. Ein Riesensatz für den 47-Jährigen, der weiß, dass er 2017 von Dagmar Schlingmann ein gut bestelltes Haus übernimmt. Doch so dezidiert und pointiert Busse, nach der Schauspielfrau Schlingmann nun ein ausgewiesener Opernmann, sein Theaterwollen skizziert, wird so viel schon klar: Man darf sich auf eine Bühne freuen, die stärker wieder intellektueller Impulsgeber der Region sein will. Und noch ein Neuer: Pietari Inkinen wird 2017 neuer Chefdirigent der Deutschen Radio Philharmonie (DRP) als Nachfolger von Karel Mark Chichon. Trotz Reibungsverlusten im Mit- und Gegeneinander zwischen Pultchef und Musikern war die Chichon-Zeit künstlerisch glänzend. Da ist es nun beruhigend, dass der Finne, gerade 36 Jahre jung, bereits ein Dirigent mit klarem Standpunkt ist. Auch hier: Vorfreude! Noch jünger ist Svenja Böttger. Die 28-Jährige wurde direkt von der Babelsberger Film-Uni weg als neue Ophüls-Leiterin verpflichtet. Und muss in Saarbrücken nicht nur mit einem festgeeisten Etat fertig werden. Sie muss auch noch den Scherbenhaufen wegkehren, der beim Abgang ihrer

Vorgängerin, Gabriella Bandel, entstand. Die Landeshauptstadt wollte Bandel heimlich mit einem schlechteren Vertrag abspeisen. Bandel schmiss hin und machte erst hernach ihrem Unmut Luft. Das bewies Format, kulturlos aber war das Gebahren der Stadt. Auch über dem städtischen Filmhaus hängt der Segen schief, einst eine Filmkunst-Perle. Doch das Publikum kommt nicht mehr. Über den Leiter, das Konzept, sogar den Standort wird debattiert – doch noch fehlt die überzeugende Lösung. Bangen. Dafür darf man auf den Festival-Neuling des Jahres 2017 gespannt sein, „Colours of Pop“, den der Macher von „Rocco del Schlacko“, Thilo Ziegler, im Auftrag des Landes neu erschafft. Noch weiß man vom Programm nicht viel. Aber es zieht Kreise. Galerist Benjamin Knur und Graffiti-Künstler Patrick Jungfleisch alias Reso werden das Festival mit einem „Artwalk“, also mit junger Kunst mitten in der Stadt, begleiten. Da tut sich was. Vorfreude!

Juni: Ganz große Oper in Saarbrücken: Die Deutsche Radio Philharmonie und ihr Dirigent Karel Mark Chichon holen TopSänger zur „La Bohème“ nach Saarbrücken. Die Moderne Galerie ist mittlerweile zwar geschlossen, ihre Schätze zeigt sie aber andernorts – mit großer Resonanz. Zudem ist die Ausstellung „Entre deux horizons“ im Metzer Centre Pompidou mit Werken aus Saarbrücken ein vorbildliches Stück grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Juli: Das Saarland verliert einen seiner wichtigsten Kulturanreger: Kurz vor seinem 91. Geburtstag stirbt Heinz Mudrich, der frühere Feuilletonchef der Saarbrücker Zeitung. August: Ein Hit alle Jahre wieder: 25 000 Besucher lassen es beim „Rocco del Schlacko“-Open-Air in Püttlingen richtig krachen. Im Merziger Zeltpalast wird das aufmüpfige BüroMusical „9 to 5“ zum Hit: 20 000 Besucher kommen. Und Joachim Arnolds Produktion „Addam’s Family“ wird sogar zum Exportschlager, sie geht nach Wien und Berlin. September: Helmlé-Übersetzerpreis für Anne Weber.

Neuer Mann mit Merkel-Raute: Kulturminister Ulrich Commerçon stellt im Mai den Nachfolger von Generalintendantin Dagmar Schlingmann vor. Von nächster Saison an führt Bodo Busse (Mitte) das Saarländische Staatstheater. FOTO: OLIVER DIETZE

Oktober: Literaturnobelpreis für Bob Dylan. Endlich, meinen viele. Andere, wie der Literaturkritiker Denis Scheck, halten das für einen „Witz“. Zur Preisverleihung kommt Dylan nicht, aber Patty Smith singt ihm zu Ehren – und vergisst den Text.

Anzeige

Die ganze Welt von Volvo in Bruchhof Schon seit 20 Jahren vertrauen Kunden aus der weiten Region auf die Kompetenz der Autozentrum 2000 GmbH. Der Volvo-Vertragshändler mit der angeschlossenen Volvo-Meisterwerkstatt stellt mit seinem umfassenden Angebot an Premium-Fahrzeugen des schwedischen Automobilherstellers neben seiner deutschen Kundschaft auch zahlreiche

amerikanische Stammkunden mehr als zufrieden. Einen besonderen Ruf genießt das Autozentrum 2000, natürlich neben dem Verkauf der aktuellen Neuwagenpalette, für seine günstigen Jahreswagen und gepflegten Gebrauchtwagen, auch an-

Das Team der Autozentrum 2000 GmbH mit dem neuen Volvo V90.

Foto: cvw

derer Marken. Um die anspruchsvolle Servicequalität für die VolvoFahrzeuge mit modernster Technik weiter auszubauen, bietet das Autohaus ab Januar einen spannenden Arbeitsplatz für einen erfahrenen KFZ-Meister/Serviceberater, der seinen Beruf mit derselben Kundenorientierung und Leidenschaft lebt, wie das gesamte Team. Nach der Einführung der erfolgreichen Volvo 90er-Serie XC90, S90 und V90, dürfen sich nun die Cross-Country-Fans auf die Vorstellung des neuen V90CC im März freuen. cvw Autozentrum 2000 GmbH Kaiserslauterer Straße 21 a 66424 Homburg-Bruchhof Telefon (0 68 41) 9 22 48 30 www.volvocars-haendler.de/ autozentrum2000

Kraftstoffverbrauch Volvo XC60 D3 Summum, 110 kW (150 PS), in l/100 km: innerorts 4,9, außerorts 4,2, kombinert 4,5, CO2-Emissionen kombinert 117 g/km. (gem. vorgeschriebenem Messverfahren). 1 Barzahlungspreis für den Volvo XC60 D3 Summum, 110 kW (150 PS). 2 Bei der Bestellung eines Volvo XC60 Neuwagens bis zum 31.03.2017 erhalten Sie zusätzlich eine Ausstattungsprämie Ihrer Wahl im Wert von 4.000,00 Euro auf Basis der UVP für die jeweilige Ausstattungsoption. Dieses Angebot gilt nicht für Fahrzeuge der Ausstattungslinie Volvo XC60 Kinetic.

AUTOZENTRUM 2000 GMBH KAISERSLAUTERER STR. 21 A 66424 HOMBURG-BRUCHHOF TEL: 0 68 41/9 22 48 30 WWW.VOLVOCARSHAENDLER.DE/AUTOZENTRUM2000


SEITE I4

NR. 305

JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C H RO N I K .................................

Januar: Gary Anderson verteidigt seinen Titel bei der Darts-WM in London nach einem 7:5-Finalsieg über Adrian Lewis. Der frühere BundesligaFußballer Steve Gohouri wird tot im Rhein aufgefunden. Mit einem Sieg in Bischofshofen gewinnt der Slowene Peter Prevc die 64. Vierschanzentournee vor Severin Freund.

Die Saarbrückerin Dzsenifer Marozsan führte die deutschen Fußballerinnen zum Olympia-Gold. FOTO: ACOSTA/AFP

Lionel Messi wird zum fünften Mal zum Weltfußballer des Jahres ausgezeichnet. Die Welt-Anti-DopingAgentur Wada unterstellt dem Leichtathletik-Weltverband IAAF komplettes Versagen im Kampf gegen Doping und Korruption. Der insolvente HSV Hamburg stellt den Spielbetrieb in der Handball-Bundesliga sofort ein und meldet sich ab. Felix Loch wird am Königssee zum fünften Mal Rodel-Weltmeister. Auch Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt gewinnen Gold. Die deutschen Handballer werden nach einem 24:17 gegen Spanien zum zweiten Mal nach 2004 Europameister. Februar: Pep Guardiola wechselt zur neuen Spielzeit als Trainer zu Manchester City.

Usain Bolt schaffte ein besonderes Kunststück und gewann bei den Olympischen Spielen in Rio zum dritten Mal drei Goldmedaillen. FOTO: AFP

Die Denver Broncos gewinnen mit einem 24:10 gegen die Carolina Panthers zum dritten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Super Bowl.

den, auch von deutschen Athleten. Ein gutes Indiz, welche Sportler die Deutschen am meisten bewegt haben, ist dabei immer die Wahl zum Sportler des Jahres im Dezember in Baden-Baden. Wer dort ganz oben steht, der hat es in der Regel auch verdient. Und kaum einem wurde der Triumph bei der Wahl und in Rio so gegönnt wie Fabian Hambüchen. Seit zwölf Jahren immer in der Weltspitze, alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, seinen lädierten Körper bis über die Grenzen der Belastbarkeit geschunden. Nur Olympia-Gold – das hatte dem Wetzlarer noch gefehlt. Sein Start in Rio stand lange auf der Kippe, weil seine Schulter nicht mehr mitmachen wollte. Doch der mittlerweile 28Jährige biss auf die Zähne und holte sich mit einer Sensations-Übung am Reck doch noch die langersehnte Goldmedaille. „Das ist wie die Dramaturgie eines Spielfilms“, meinte Hambüchen nach Bronze in Peking 2008 und Silber 2012 in London. In seiner langen Laufbahn, die er mit dem Auftritt in Rio zumindest auf internationaler Ebene beendete, gewann er neben dem kompletten Medaillensatz bei Olympia auch 24 Medaillen bei internationalen Meisterschaften. Ein ganz Großer. Ganz groß waren auch die Auftritte von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Die beiden Beachvolleyballerinnen planten ihren Goldcoup von Rio förmlich auf dem Reißbrett – und er gelang in beeindruckender Art und Weise. Selbst die brasilianischen Weltmeisterinnen Agatha und Barbara konnten dem deutschen Duo an der Geburtsstätte der Sportart, der legendären Copacabana, nicht das Wasser reichen – zu stark waren Ludwig, die wohl beste Angriffsspielerin der Welt, und Walkenhorst, mit 1,84 Metern Körpergröße die perfekte Blockspielerin. Mit Gold in Rio soll die Erfolgsgeschichte aber nicht zu Ende sein. Der WM-Titel 2017 in Wien steht ebenso auf der Agenda wie Gold bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020. „Wir haben einen neuen Vierjahresplan erstellt“, sagte Ludwig. Die Konkurrenz wird das nicht gerne hören. Tokio wird für den Superstar schlechthin der letzten drei Olympischen Spiele kein Thema mehr sein. Sprint-Ass Usain Bolt setzte sich in Rio zum dritten Mal in gleich drei Wettbewerben die Krone auf – will aber bis 2020 nicht mehr weitermachen. „Je älter du wirst, desto mehr musst du opfern“, sagte der 30-Jährige, „und um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass ich diese Disziplin habe.“

Gianni Infantino wird in Zürich zum neuen FifaPräsidenten gewählt. März: Die Kanzlei Freshfields findet keine Beweise für einen Stimmenkauf Deutschlands vor der Vergabe der FußballWM 2006. Tennis-Spielerin Maria Scharapowa macht öffentlich, dass sie bei den Australian Open positiv auf die verbotene Substanz Meldonium getestet wurde. Die niederländische Fußball-Legende Johan Cruyff stirbt mit 68 Jahren. Der belgische Radprofi Daan Myngheer stirbt zwei Tage nach seinem Herzstillstand beim Rennen Critérium International.

Laura Ludwig (links) und Kira Walkenhorst gewannen die Goldmedaille im Beachvolleyball.

Doping-Schatten fallen über Olympia Die Spiele in Rio de Janeiro werden überlagert von der Diskussion über die Doping-Affäre in Russland

Mit einem 4:1 in München gewinnt die deutsche Fußball-Nationalelf erstmals seit 21 Jahren wieder gegen Italien. April: Michael Biegler wird Bundestrainer der deutschen Handball-Frauen. Borussia Dortmund scheitert im Viertelfinale der Europa League mit einem 3:4 an seinem Ex-Trainer Jürgen Klopp und dem FC Liverpool. Mit 60 Punkten in seinem letzten Spiel beendet Basketball-Superstar Kobe Bryant seine Karriere. Reinhard Grindel ist neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes. Der EHC München ist zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte deutscher Eishockey-Meister. dpa

FOTO: STACHE/DPA

Fabian Hambüchen krönte seine erfolgreiche Karriere mit dem Olympiasieg in Rio. FOTO: YOUNG/DPA

Von SZ-Redakteur Mark Weishaupt

E

in Jahr, in dem Olympische Spiele stattfinden, bringt noch mehr sportliche Schlagzeilen mit sich als eines ohne. Das liegt in der Natur der Sache – die Sommerspiele sind immer noch das größte Sportereignis, das die Welt zu bieten hat. Doch der Mythos Olympia beginnt zu bröckeln. Zu viele Probleme hat der Weltsport zu bewältigen, und das größte ist zweifelsohne das Dopingproblem. 2016, im Jahr der Sommerspiele in Rio de Janeiro, wäre es beinahe zum ganz großen Knall gekommen. Nirgendwo zeigte sich das Sportjahr 2016 so zerrissen wie am Zuckerhut. Strahlende Sieger wie Turner Fabian Hambüchen, das Beachvolleyball-Duo Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, Speerwerfer Thomas Röhler, die Kanuten, Reiter, Ruderer, Schützen und Fußballerinnen. Aber auch die Trauer um Kanu-Trainer Stefan Henze, und die Wut auf Thomas Bach und sein Internationales Olympisches Komitee. Bachs Unfähigkeit im Umgang mit Whistleblowerin Julia Stepanowa und der Staats(doping)macht Russland, die in Rio übrigens 56 Medaillen und damit 14 mehr als deutsche Sportler gewann, ärgerte viele maßlos. Dass russische Sportler in Rio überhaupt an den Start gehen konnten, war für Fernsehzuschauer wie für Athleten mehr als nur ein Schlag ins Gesicht. Zumal sich das schiere Ausmaß rus-

IOC-Präsident Thomas Bach stand wegen seiner Haltung zu Russland gewaltig in der Kritik. FOTO: GILLIERON/DPA sischer Betrügereien am Ende des Jahres nach dem zweiten McLaren-Report nicht mehr nur erahnen ließ. Über 1000 russische Athleten, quer über alle Sportarten verteilt, gedopt, eine „institutionelle Verschwörung“, vom Moskauer Sportministerium gesteuert, förderte der Report des kanadischen Ermittlers Richard McLaren zutage. Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew wehrte sich wortgewaltig, hielt die Vorwürfe von staatlich gestütztem Doping in seinem Land für „völligen Blödsinn“. Es habe in Russland und anderen Ländern Fälle verbotener Leistungssteigerung gegeben, gestand er immerhin. Aber vorgegangen werde nur gegen Russland, sagte er in Moskau. „Die Anti-Doping-Kampagne hat sich in eine anti-russische Kampagne verwandelt, das ist klar.“ Doch es soll hier nicht nur herumlamentiert werden – dafür gab es dann in Rio doch zu viele sportliche Sternstun-


JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

NR. 305

Der Champion macht Schluss Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg hört auf – Tennisprofi Angelique Kerber schafft den ganz großen Durchbruch,

SEITE I5

C HRO N IK .................................

Mai: Die Fußball-Frauen von Bayern München werden zum dritten Mal deutscher Meister.

Von SZ-Redakteur Mark Weishaupt

Die Basketballer der Frankfurt Skyliners sichern sich den Titel im FIBA Europe Cup.

E

Der SC Magdeburg gewinnt zum ersten Mal seit 20 Jahren den deutschen Handball-Pokal.

s war der 2. Dezember 2016. Doch auf den ersten Blick wirkte das alles wie ein Aprilscherz. „Nico Rosberg beendet seine Karriere!“ – so lauteten die Eilmeldungen der Nachrichtenagenturen, die sich überschlugen. Der neue Formel-1-Weltmeister, der endlich seinen Dauerrivalen Lewis Hamilton bezwungen hatte, der nach elf Jahren in der Königsklasse in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist – er hat keine Lust mehr und macht Schluss. Einfach so. Rosbergs einsame Entscheidung erschütterte die Motorsport-Welt, er überraschte alle: die Fans, die Medien und sogar das eigene Mercedes-Team. Für den gerade erst 31-Jährigen sollen endlich Ehefrau Vivian und Töchterchen Alaia die Hauptrollen spielen, nachdem mehr als zwei Jahrzehnte lang alles dem Motorsport untergeordnet war. Es folgte deutliche Kritik, gerade von Niki Lauda, der sich und den Mercedes-Rennstall im Stich gelassen fühlte. Doch vor allem gab es Anerkennung für Rosbergs Courage: für das Aufbegehren gegen die Leistungsgesellschaft, den Sprung aus dem Hamsterrad. Gerade Hamilton verlangte Rosberg in den vergangenen drei Jahren alles ab, nicht nur sportlich. Der Engländer setzt wie kaum ein anderer auf psychologische „Kriegsführung“, sprach Rosberg vor dem Finale gar die Eignung als Weltmeister ab. Sticheleien, die Rosberg mit seinem Rücktritt nun hinter sich gelassen hat – und viel Zeit hat, sich eine neue Herausforderung zu suchen. „Ich brauche Adrenalin und Nervenkitzel, das muss ich mir

Leicester City wird sensationell zum ersten Mal englischer Meister. RB Leipzig steigt in die Fußball-Bundesliga auf. Die deutschen EishockeyMänner scheitern nach einem 1:4 gegen Russland im WM-Viertelfinale. Nach einem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund gewinnt Bayern München zum 18. Mal den DFB-Pokal.

Nico Rosberg bejubelt mit Ehefrau Vivian im Champagner-Regen von Abu Dhabi seinen WM-Triumph.

„Der Glaube an mich ist da. Ich habe jetzt viel mehr Selbst vertrauen. Es geht immer mehr.“ Angelique Kerber

jetzt woanders holen“, sagte der WahlMonegasse. Eine neue Herausforderung – die hat Angelique Kerber bereits gefunden. „Ich möchte so lange wie möglich ganz oben bleiben“, sagt die 28-Jährige, die 2016 zur ersten deutschen Nummer eins der Tennis-Welt seit Steffi Graf vor 25 Jahren aufstieg. Noch heute bekomme sie eine Gänsehaut, wenn sie an die Magie der Sommernacht von Melbourne im Januar 2016 denkt – dort, wo bei den Australian Open ihr unaufhaltsamer Gipfelsturm begann. „Dieser Moment, als ich nach dem Matchball am Boden lag, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Da hat alles begonnen“, sagt Kerber: „Das war der Moment in meiner Karriere, der alles ver-

FOTO: SUKI/DPA

ändert hat.“ Als erste deutsche Tennisspielerin seit Graf 1999 hatte sie ein Grand-Slam-Turnier gewonnen – durch einen Dreisatzsieg über die große Serena Williams (USA). Nach dem US-Open-Triumph im September setzte sich die Kielerin mit polnischen Wurzeln an die Spitze der Weltrangliste. Kein Wunder, dass sie kurz vor Weihnachten in Baden-Baden auch zu Deutschlands Sportlerin des Jahres gewählt wurde. Beste Motivation für das neue Jahr, auf das sie sich riesig freut: „Ich will bei den Australian Open meinen Titel verteidigen und freue mich, dorthin zurückzukehren, wo alles begann. Der Glaube an mich ist da. Ich habe jetzt viel mehr Selbstvertrauen. Es geht immer mehr.“

Real Madrid gewinnt zum elften Mal die Champions League nach einem 5:3 im Elfmeterschießen über Stadtrivale Atlético. Juni: Die Rhein-Neckar Löwen sind erstmals deutscher Handball-Meister. Tennis-Star Novak Djokovic gewinnt in Paris die French Open und komplettiert damit den Karriere-Grand-Slam. Die Baskets Bamberg sind zum achten Mal deutscher Basketball-Meister. Tom Kühnhackl von den Pittsburgh Penguins gewinnt als dritter deutscher Eishockey-Profi den Stanley Cup in der NHL. dpa

Anzeige

„TRAU“ DIE HOCHZEITSMESSE feiert 20-jähriges Jubiläum Exklusive Kreationen für Braut, Bräutigam und alle Hochzeitsgäste – dafür steht die »TRAU« DIE HOCHZEITSMESSE mit 120 qualifizierten Fachleuten und Designern aus 40 hochzeitsnahen Branchen – zum Jubiläum auf ca. 4.000 Quadratmetern Fläche. Diese präsentieren in stilvollem Ambiente ein kleines Paradies, in dem sich alles um die ganze Vielfalt himmlischer Hochzeitsträume dreht. Hier finden Brautleute alles, damit die Traumhochzeit gut verläuft, die Trauung stilvoll zelebriert, das Brautpaar traumhaft gekleidet, das Hochzeitsmahl gut komponiert und alle Gäste fröhlich sind. Die beliebte Messe rund um das Thema Hochzeit hat erneut ihr Spektrum erweitert, denn immer mehr Firmen und Dienstleistende, als bisher, aus den Bereichen rund ums Heiraten nutzen die »TRAU«, um einem breiten Besucherpotential interessante Angebote zu präsentieren. Brautleute vertrauen dem ExpertenTeam der »TRAU« und lassen sich individuell und engagiert in stilvollem Ambiente vom Brautkleid mit passend-abgestimmten Accessoires, dem eleganten Outfit für den Bräutigam, der eleganten Garderobe für Trauzeugen, Blumenkinder und den Braut- und Bräutigam-Eltern beraten. Herrenausstatter präsentieren in diesem Jahr eine besondere Vielfalt und Exklusivität für das Outfit der Väter der Brautleute, um deren Wichtigkeit

Auch die passende Hochzeitstorte findet man auf der »TRAU«.

noch einmal hervorzuheben.

EMOTIONEN, INFORMATION UND INSPIRATION Für viele Bräute, für jeden Geschmack und viele Kulturen! Aussteller und Designer sind immer auf der Suche nach neuen Trends, versuchen aber dennoch kommerziell zu bleiben, um mancher Braut auch die klassische Prinzessinnen-Robe präsentieren zu können.

BUMMELN, ANPROBIEREN UND KAUFEN Die Planung der eigenen Hochzeit bei der »TRAU« ist wie eine kreative Entdeckungsreise. Die Besucher bummeln von einem Highlight zum anderen. Umwerfend attraktive Brautkleider werden anprobiert Zeitlose Eleganz und Finesse prägen den Stil mancher Brautmoden-Aussteller -»TRAU«-Ringe ziehen magisch an und süße verführerische Häppchen warten am Hochzeitstorten-Buffet. Verschiedene Musikdarbietungen versetzen schon mal in Feierlaune und die Vorfreude und das Hochzeitsfieber erreichen ihren Höhepunkt bei der Auswahl der Hochzeitslocation und dem FlitterwochenZiel. Schmuck, Kosmetik, Brautschuhe, l’Art de la table, GeschenkTipps, floristische Arrangements und mehrstöckige Hochzeitstorten gehören stilgerecht dazu, damit Braut und Bräutigam glänzen können. Schnuppertanzkurse nicht nur für den Hochzeitswalzer – denn, wer möchte, dass die Gäste tanzen, sollte es ihnen vormachen können. Alles, wovon Brautleute für ihre ganz besondere Traumhochzeit träumen, findet sich unter dem Dach der

DIE GRÖSSTE MESSE DER REGION

»TRAU« Die Hochzeitsmesse

»TRAU« ist die Messe rund um die Fotos: Veranstalter Hochzeit.

»TRAU« DIE HOCHZEITSMESSE. Das Show-Programm der »TRAU«, mit den spektakulären und einzigartigen Brautfashion-Shows, den LiveDarbietungen von Moderatoren, Entertainern, Sopranistinnen, für die Unterhaltung der Gäste bietet für manches i-Tüpfelchen bei der Hochzeitsfeier! MAN SOLLTE NICHT AN IHM VORÜBERGEHEN: Der Trauringturm bietet die Gewinnchance von 66.666 Euro. Er könnte – mit ein bisschen Glück – das Hochzeitsbudget komfortabel aufstocken. PR

»TRAU« DIE HOCHZEITSMESSE für die Traumhochzeit und Brillante Events in Saarbrücken, CONGRESSHALLE am Samstag, 14. Januar 2017 und Sonntag, 15. Januar 2017 jeweils in der Zeit von 10 – 18 Uhr. MEHR INFOS UNTER: www.123trau.de

SAARBRÜCKEN 14./15.JAN.2017 CONGRESSHALLE SAMSTAG/SONNTAG: 10 BIS 18 UHR

www.123trau.de


SEITE I6

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

EM

C H RO N I K .................................

Juli: Der Wechsel von Zlatan Ibrahimovic zu Manchester United ist perfekt. Lionel Messi und sein Vater werden im Steuerstrafverfahren zu jeweils 21 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Kugelstoßerin Christina Schwanitz holt bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam das erste deutsche Gold. Auch Max Heß, David Storl, Cindy Roleder und Gesa Felicitas Krause werden Europameister.

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

Eine mit Unbehagen Die Europameisterschaft hatte in Frankreich schwer zu kämpfen Portugals Cristiano Ronaldo setzte sich im Sommer in Frankreich mit dem EM-Pokal die Krone auf.

Sportdirektor Matthias Sammer verlässt den FC Bayern München „auf eigenen Wunsch“.

FOTO: IMAGO

Basketball-Star Tim Duncan beendet nach 19 Jahren seine Profikarriere. Der Deutsche Olympische Sportbund nominiert 425 Sportlerinnen und Sportler für Olympia in Rio. Der norwegische Langläufer Martin Johnsrud Sundby verliert wegen positiver Dopingtests seinen Tourde-Ski-Gesamtsieg 2015. Der Internationale Sportgerichtshof CAS schließt alle 68 russischen Leichtathleten für die Olympischen Spiele aus. Fußball-Weltmeister Mario Götze wechselt von Bayern München zurück zu Borussia Dortmund. Trotz der umfassenden Doping-Vorwürfe wird die russische Mannschaft nicht komplett von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Christopher Froome gewinnt zum dritten Mal die Tour de France. Julian Reus läuft in 10,01 Sekunden deutschen Rekord über 100 Meter. August: Bei Olympia 2020 in Tokio kommen Baseball, Softball, Karate, Skateboard und Surfen neu ins Programm. Fußball-Star Paul Pogba wechselt für eine Rekordsumme von 105 Millionen Euro von Juventus Turin zu Manchester United. Lukas Podolski erklärt nach 129 Spielen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Der langjährige Fifa-Präsident João Havelange stirbt mit 100 Jahren. Cristiano Ronaldo wird zum zweiten Mal nach 2014 zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. September: Die Formel 1 wird an Liberty Media verkauft. Der Slowene Aleksander Ceferin wird neuer Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Die Paralympics in Rio de Janeiro gehen zu Ende. Deutschland holt insgesamt 57 Medaillen, 18 davon in Gold. Die deutschen TennisMänner bleiben nach einem 3:2-Sieg gegen Polen erstklassig. Der frühere US-Profi-Golfer Arnold Palmer stirbt im Alter von 87 Jahren. Roms Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 scheitert nach einem Veto des Stadtrats endgültig.

Der Auersmacher Jonas Hector (l.) verwandelt den entscheidenden Elfmeter gegen Gianluigi Buffon.

lich sind und schön singen können. So intonierten die Nordiren, dass ihr Stürmer Will Grigg „on fire“ ist. Ein Ohrm Anfang stand das Unbe- wurm. Grigg spielt bei Wigan Athletic. hagen. Die Europameister- In der 3. Liga. Bei der EM kam er überschaft war noch nicht ge- haupt nicht zum Einsatz. Oder das startet, da waberte die „Áfram Ísland“, das so viel heißt wie Furcht vor einem Terroran- „Auf geht’s, Island“. 10 000 Fans, also schlag durch die Fußball-Welt. Natio- drei Prozent aller Isländer, waren in nalspieler Jérôme Boateng riet seiner Frankreich, meist ganze Familien. Sie Familie, nicht nach Frankreich zur EM sangen dieses Lied laut, friedlich und zu reisen. „Das Risiko ist mir einfach zu schön – bis ihre Mannschaft im Viergroß“, begründete der Innenverteidi- telfinale gegen den späteren Finalisten ger seine Entscheidung. Es seien zu- Frankreich ausschied. Eine traumhafte letzt viele Dinge passiert, die einen Geschichte. Wie die Gesangskünste der Nordiren. In Paris intoniernachdenklich machten. ten sie mit schwedischen Zum Beispiel die Anschläge Fans gemeinsam „Dancing am 13. November 2015 in Queen“ von Abba. In BorParis, bei denen auch das deaux becircten hunderte Freundschaftsspiel der Deutschen gegen Franzo- Tore fielen in ins- Iren eine hübsche Französin mit „Can’t take my eyes sen im Stade de France Ziel gesamt 51 Spieder Terroristen war. Über len in Frankreich off you“. Schön. Nach 30 Tagen und 51 die Terrorgefahr grübelte Spielen war klar: Es gab keinatürlich auch der deutsche Quelle: Uefa.com nen Terroranschlag – und Fan, auch seine Familien. Und so war es nicht verwunderlich, es gab kaum gute Fußballspiele. Das bedass viele die Reise scheuten, auch reitet im Nachhinein noch Unbehawenn sie diesmal für die Fans des Welt- gen. Und: Portugal ist Europameister. Und das, obwohl sie nicht den meisters keine weite war. Die, die anreisten, sahen in den ers- schönsten Fußball spielten. Den gab es eh nur selten zu sehen. ten Tagen der EM wenig Sonne, und vor allem sahen sie ein Phänomen, das Die Vorrunde lahmte vor sich hin. schon längst ausgestorben schien: Geschuldet war dies auch der TatHooligans. In Marseille jagten russi- sache, dass sich zum ersten Mal 24 sche Schläger Engländer. Deutsche Mannschaften über acht Gruppen Deppen prügelten sich unter der verteilten. Wobei die vier besten Reichskriegsflagge durch Lille. Die Gruppendritten weiterkamen. französische Polizei wirkte überrascht Ein unglücklicher Modus, der dazu führte, dass das Torever– und überfordert. Doch es gab auch Bilder von den ech- hindern wichtiger erschien als ten Fußballfans. Die, die feiern, fröh- das Toreschießen. Folge: Deutschland, Belgien und Spanien spielten sich gegen solche Teams einen Wolf. Kroos, Özil, Modric, De Bruyne, Fàbregas, Iniesta oder Silva spielten Brummkreisel mit dem Ball, Torchancen sprangen kaum heraus. Elf Verteidiger eben. Die Deutschen spielten hingegen offensiv, was zwar meist schön ist, aber nicht immer erfolgreich. Dennoch war „die Mannschaft“ gut gestartet. 2:0 gegen die Ukraine, 0:0 gegen Polen, auch gegen die Nordiren gab es beim Nix zu machen: Deutschlands Torhüter 1:0 kein Gegentor. Dabei hatte die Manuel Neuer (vorne) ist enttäuscht. Elf von Joachim Löw im ersten Antoine Griezmann (rechts) hat gerade Spiel Abwehrschwächen gezeigt. Im zweiten nicht mehr. Dafür atzum 2:0 getroffen. FOTO: IMAGO testierten ihr Kritiker Probleme im Offensivspiel. Nie zufrieden. Nur so scheint der Deutsche Spaß am Fußball zu haben. Den hatte Deutschland im Achtelfinale gegen die Slowakei (3:0), ehe der Tag von JoVon SZ-Redakteur Michael Kipp

A

108

FOTO: IMAGO

nas Hector kam. Der Saarländer aus Auersmacher war der spielentscheidende Mann im Viertelfinale gegen Italien. Noch nie konnte eine deutsche Nationalelf ein Pflichtspiel gegen die Italiener gewinnen. Noch nie. Ein Trauma sozusagen. Doch Hector ließ es in Bordeaux im Elfmeterschießen wie folgt platzen. Nach 90 Minuten und der Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. Hector schritt zum Punkt. Vor sechs Jahren spielte er noch in Auersmacher in der Oberliga, vor fünf Jahren in der Regionalliga, 2014 sein erstes Erstligaspiel für den 1. FC Köln – und nun sein 19. Auftritt in der Nationalelf. Wenn er trifft, steht Deutschland im Halbfinale. Es ist der 18. Elfmeter. „Ich glaube, ich habe in meiner Profikarriere überhaupt noch nie einen geschossen“, sagte Hector danach. Er ging zum Punkt, langsam, bedächtig. „Ich habe an nicht viel gedacht“, erinnerte sich der BWLStudent. Zwölf, 13 Meter vor ihm stand Gianluigi Buffon. Ehemaliger Welttorhüter, Fleisch gewordene Coolness, 38 Jahre alt. Hector lief an, schoss flach aufs rechte Eck, Buffon hechtete hin. Irgendwie sprang der 1,91 Meter große Keeper über den Ball. 23.49 Uhr, Tor, Hector ist ein Held. Um 24 Uhr läuteten in Auersmacher die Kirchturmglocken. Danach war im Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich Schluss. Auch weil Bastian Schweinsteiger, der nach der EM seinen Rücktritt aus der Elf bekannt gab, ein Handspiel im eigenen Strafraum unterlief. Den Elfer verwandelte Antoine Griezmann. Auch in der zweiten Halbzeit traf der kleine Franzose. Deutschland gelang dies trotz bester Chancen nicht. Am Ende standen eine 0:2-Niederlage und die Erkenntnis: Deutschland hat ein Stürmerproblem. Ein Gomez reicht nicht. Das Problem haben die Franzosen nicht: Griezmann wurde mit sechs Treffern EM-Torschützenkönig. Noch vor Portugals Ronaldo, der im Endspiel früh verletzt raus musste. Er traf nur drei Mal, ist aber der einzige Spieler der Geschichte, der bei vier EM-Turnieren mindestens ein Tor erzielt hat. Und er hat sie im Endspiel gegen Frankreich 1:0 gewonnen. Damit wird sich das Fußballkollektiv-Gedächtnis beim Gedanken an die EM in Frankreich vor allem an Ronaldo erinnern. Vielleicht mit Unbehagen – aber besser, als sich an irgendwelche Terrordeppen erinnern zu müssen.

Bundestrainer Joachim Löw (r.) drückt Kapitän Bastian Schweinsteiger. FOTO: IMAGO


JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

NR. 305

Bullen mischen

C HRO N IK .................................

Die die Liga auf

Oktober: Radprofi Tony Martin sichert sich zum vierten Mal den WM-Titel im Einzelzeitfahren. Der brasilianische Fußball-Weltmeister von 1970, Carlos Alberto, stirbt im Alter von 72 Jahren. Weltmeister-Trainer Joachim Löw verlängert seinen Vertrag bis 2020.

RB Leipzig setzt als Bundesliga-Aufsteiger neue Maßstäbe Von SZ-Redakteur Mark Weishaupt

D

as erste Kräftemessen mit dem ganz Großen der Bundesliga ging in die Hose. Aber es bedurfte schon der bisher besten Saisonleistung des FC Bayern München drei Tage vor Weihnachten, um diese aufmüpfigen Leipziger in die Schranken zu weisen. 3:0 siegte der Titelverteidiger in der Fußball-Bundesliga gegen diesen unfassbar starken Aufsteiger. Und es gab nicht wenige an diesem 16. Spieltag, die den Bayern die Daumen drückten, obwohl sie sie sonst leidenschaftlich hassen. Aber was tut man nicht alles, wenn es gegen diesen Emporkömmling aus dem Osten Deutschlands geht, der erst am 19. Mai 2009 gegründet wurde und sich mit den Millionen des österreichischen Red-Bull-Erfinders Dietrich Mateschitz anschickt, die etablierte Fußball-Welt in Deutschland mit all seinen Traditionsvereinen aus den Angeln zu heben. Schon seit längerer Zeit hatte Mateschitz versucht, in seinem sportlichen Imperium auch einen deutschen Fußball-Verein zu etablieren. Formel 1 oder Extrem-Sportarten wie Sky-Diving oder Base-Jumping mögen eine gute Außenwirkung haben – aber im Fußball, der Königssportart schlechthin, lässt sich zweifelsfrei das meiste Geld verdienen. Leipzig schien als Ort in Deutschland prädestiniert. Aufstrebende Stadt, aber ohne hochklassigen

Fußball. Gründungsstadt des Deutschen Fußball-Bundes am 28. Januar 1900. Und so übernahm „Rasenball Sport Leipzig“, wie der Club offiziell heißt, zur Saison 2009/2010 das Startrecht des SSV Markranstädt in der Oberliga Nordost. Aufstieg 2010, die Verpflichtung von Ralf Rangnick als Sportdirektor 2011, Aufstieg 2013, Aufstieg 2014, Aufstieg 2016. Mit seinem Hochgeschwindigkeitsfußball wirbelte RB unter seinem Trainer Ralph Hasenhüttl durch die Bundesliga-Vorrunde wie kein Aufsteiger zuvor. „Du kommst mit dem Zugucken gar nicht mit, so schnell geht es“, sagt Hasenhüttl. Die sportliche Leitung setzt dabei auf junge und immer noch auszubildende Spieler wie den Schweden Emil Forsberg oder Naby Keita aus Guinea, immer noch eher unbekannt im Vergleich zu den fertigen Superstars der Münchner zum Beispiel. 30 Millionen soll das Gehaltsbudget für die 23 Profis betragen. Intern wurde eine Gehaltsobergrenze von drei Millionen Euro festgelegt. Nichts wird in Leipzig dem Zufall überlassen. Weder was die personelle Planung, noch was die personelle Betreuung betrifft. Selbst wenn manches zunächst ungewöhnlich erscheint. Jeden Tag muss jeder Spieler ins Labor. „Wie geht es?“, lautet die Frage. Das Befinden wird kontrolliert. Schlafenszeiten werden registriert. Täglich werden bestimmte Blutwerte gemessen. Leistungsdiagnostik, auch um Verletzungen vorzubeugen. In der vereinsei-

genen Akademie für den Nachwuchs wird so modern wie nirgendwo in Deutschland gearbeitet. Von der U15 bis zur U23 wird dort trainiert, Luftlinie etwa 300 Meter vom Stadion der Profis entfernt. 50 Einzelzimmer gibt es im Internat, eine Turnhalle, 30 Ruheräume und Tageszimmer für die Profis, Büroflächen, eine Indoorlaufbahn und noch einiges mehr. Fast 14 000 Quadratmeter misst das gesamte Gelände. In der nächsten Saison, davon darf man jetzt schon ausgehen, werden die Roten Bullen auch auf der internationalen Bühne aufspielen, vielleicht sogar in der Champions League. Und vielleicht legt sich bis dorthin auch die Antipathie gegenüber diesem wundersamen Kommerz-Konstrukt, dem man sicher vieles vorwerfen kann. Eines aber nicht – dass seine Hauptakteure keinen verdammt attraktiven Fußball spielen würden.

November: Deutschlands Rekord-Torschütze Miroslav Klose beendet seine Karriere als aktiver Fußballer und wird TrainerPraktikant beim DFB. Andy Murray löst Novak Djokovic nach 122 Wochen an der Spitze der TennisWeltrangliste ab und wird in London Weltmeister. Der US-Fußballverband gibt die Trennung von ExBundestrainer Jürgen Klinsmann bekannt. Handball-Bundestrainer Dagur Sigurdsson kündigt seinen Abschied nach der WM im Januar 2017 an.

Emil Forsberg spielt mit RB Leipzig die Bundesliga schwindelig. Der Schwede ist das Herz des Aufsteigers. FOTO: MICHAEL/AFP

Textil-Dienstleister MEWA bietet mehr als eine gute Berufsausbildung

Teamarbeit bei MEWA: Eigene Ideen sind erwünscht, gute Lösungsansätze werden umgesetzt – so fühlt man sich als Nachwuchskraft ernst genommen Foto: MEWA und wertgeschätzt.

schen den regionalen Kundenservice. „Wir sind hier wie eine große Familie und unterstützen uns gegenseitig im Team“, berichtet die 29-jährige, die neben ihrer Muttersprache Deutsch fließend Französisch spricht. Sie ergänzt: „Hier kann man sich und seine Ideen einbringen. Hier kann ich gestalten. Das begeistert mich.“ Der Grund dafür: Engagement, flache Hierarchien und eine Atmosphäre, in der sich Kreativität entfalten kann, sind die Eigenschaften, die das Arbeiten im Unternehmen kennzeichnen. Der persönliche Kontakt im Team ist Jens Nemsow wichtig: „Was uns erfolgreich macht, sind Menschen, die gut zusammenarbeiten und die bereit sind, unser Unternehmen zielorientiert mitzugestalten. Jeder unserer Mitarbeiter trägt mit seiner Qualifikation, seinem persönlichen Verantwortungsbewusstsein und seinem Teamgeist zum Unternehmenserfolg bei. Denn wir wissen: Menschen machen MEWA. Die Motivation unserer Mitarbeiter macht den Unterschied in der Qualität unserer Arbeit aus.“ Der Betrieb von MEWA in Saarlouis ist einer von 44 Standorten der MEWA Gruppe. MEWA ist europaweit tätig und übernimmt – professionell und effizient – die komplette Abwicklung des Bereichs Betriebstextilien für Unternehmen aus Industrie, Handel, Handwerk, Gastronomie und Dienstleistung im FullService. Die Dienstleistung umfasst dabei eine nachhaltige Alternative zur Kaufkleidung oder Einwegprodukten. MEWA übernimmt für Unternehmen die gesamte Logistik: Die Textilien werden abgeholt, gewaschen und sauber wieder angeliefert. Gleichzeitig bietet die Produktpalette Ausstattungsmöglichkeiten für viele Branchen. PR Mehr über Karriere bei MEWA: www.karriere-bei-mewa.de

28.11. ARD und ZDF werden nicht live von den Olympischen Spielen 2018 bis 2024 berichten.

Mehr als 1000 russische Sportler waren zwischen 2011 und 2015 Teil einer großangelegten staatlichen Dopingpolitik. dpa

Ordnungsmacher und Maschinenversteher gesucht reich. Ganz konkret werden derzeit Auszubildende für die Bereiche Mechatronik, Elektronik, Lagerlogistik, Dialogmarketing und Informatik gesucht. In umfassenden Programmen fördert MEWA Lernkultur, Kreativitätsentfaltung und Entscheidungsfreudigkeit. So wird für einen hohen Qualifikationsstandard gesorgt. Ebenfalls werden die Nachwuchskräfte in allen Phasen ihrer Ausbildung durch erfahrene Kollegen unterstützt. Eigene Ideen sind erwünscht, gute Lösungsansätze werden umgesetzt – so fühlt man sich als Nachwuchskraft ernst genommen und wertgeschätzt. „Selbstverständlich kann man sich nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung bei uns weiterentwickeln“, sagt Jürgen Rudolph, technischer Geschäftsführer. Bei MEWA zählt außerdem der persönliche Umgang, versichert er: „Die MEWA Gruppe ist innovationsorientiert und mit 44 Standorten in Europa einer der Marktführer. Aber wir kommen aus der Tradition eines Familienunternehmens.“ Jessica Horn hat ihre Chancen bei MEWA genutzt. Nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau blieb sie im Unternehmen und leitet inzwi-

Uli Hoeneß ist wieder Präsident des FC Bayern München.

Dezember: Der Norweger Magnus Carlsen bleibt nach einem Sieg gegen Sergej Karjakin aus Russland Schach-Weltmeister.

Anzeige

Wo erhalte ich die beste Ausbildung? Bei wem fühle ich mich fachlich und menschlich wohl? Diese Fragen bewegen junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das Saarlouiser Unternehmen MEWA bietet in seinem neu eröffneten modernen Betrieb ein modernes Ausbildungskonzept. „Wir binden junge Kolleginnen und Kollegen von Anfang an ein“, berichtet der kaufmännische Geschäftsführer Jens Nemsow. „Unsere Azubis können und sollen ihr theoretisches Wissen aus der Berufsschule unmittelbar in der Praxis anwenden. So lernen sie am besten und eignen sich spezifische Kenntnisse an.“ Bei MEWA finden sie ein Aufgabenfeld, das nicht alltäglich ist: Der Textildienstleister versorgt Unternehmen mit Betriebstextilien und stattet Mitarbeiter in Industrie-, Handwerk- und Lebensmittelbetrieben mit Arbeitskleidung aus. Rund 40.600 Arbeitnehmer, also um einiges mehr als Saarlouis Einwohner hat, tragen in ihrem Job täglich Kleidung, die aus dem Betrieb im Gewerbegebiet Lisdorfer Berg kommt. Dort kümmert sich ein international besetztes Team um Kunden aus Deutschland, Luxemburg und Frank-

SEITE I7

ZukunftsGESTALTER gesucht. Ausbildungsstart 2017 MENSCHEN. WERTE. MEWA.

Wir bilden aus:


SEITE I8

NR. 305

JAHRESRÜCKBLICK 2016

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

C H RO N I K .................................

Januar: „Gutmensch“ ist das „Unwort des Jahres“. Vor allem Flüchtlingshelfer wurden damit bedacht. Februar: Die Weltgesundheitsorganisation WHO erklärt wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand. Von der durch Mücken übertragenen Infektion ist Lateinamerika besonders betroffen. Allein in Brasilien gibt es mehr als 100 000 Fälle.

Beste Freunde für immer: Pingiun Dindim und sein Retter João Pereira de Souza am Strand von Brasilien. FOTO: DPA

Auf einer eingleisigen Strecke bei Bad Aibling in Oberbayern prallen zwei Züge frontal zusammen. Zwölf Reisende sterben. Ein Fahrdienstleiter soll durch Computerspiele auf seinem Handy abgelenkt worden sein.

Das Faultier, das vom Himmel fiel

US-Forscher haben Gravitationswellen nachgewiesen, die bei der Kollision von Schwarzen Löchern entstehen. Damit wird Albert Einsteins Vorhersage von 1916 bestätigt. März: Schwedens Kronprinzessin Victoria bringt als zweites Kind einen Sohn zur Welt. Der Prinz heißt Oscar Carl Olof.

Wie sechs nicht alltägliche Tiergeschichten ein ungewöhnliches Jahr 2016 mitprägten

Bei stürmischem Wetter stürzt eine Boeing 737 aus Dubai im Landeanflug auf die südrussische Stadt Rostow am Don ab. Keiner der 62 Insassen überlebt.

Von dpa-Mitarbeiter Gregor Tholl

I

April: Unbekannte rauben aus dem Springfield Art Museum im US-Bundesstaat Missouri sieben Gemälde des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol. Sie zeigen die berühmten Campbell-Suppendosen.

n einem Jahr voller SchockNachrichten gab es auch kuriose Geschichten zum Schmunzeln und Staunen – und immer wieder spielten dabei tierische Helden die Hauptrolle. Eine Auswahl besonders rührender Ereignisse:

Ein Erdbeben der Stärke 7,8 verwüstet die nördliche Pazifikregion Ecuadors. Etwa 670 Menschen kommen ums Leben. Mai: Die Ukrainerin Jamala gewinnt in Stockholm den European Song Contest. Ihr Lied „1944“ spielt auf die Vertreibung der Krimtartaren durch die Sowjetunion an. Mit „Ghost“ landet Deutschland auf dem letzten Platz.

Können diese Augen lügen? Im Dortmunder Zoo ist das zottelige Faultier Julius einem Jungen auf den Kopf gefallen. Einfach so. Ganz ehrlich. Schuld war eine Blasenentzündung. FOTO: DPA

Der „Oppenheimer Blue“ wird bei Christie’s in Genf für 57,54 Millionen Dollar versteigert. Der 14,62 Karat schwere Edelstein ist damit der teuerste jemals versteigerte Diamant.

Ein Stofftier als Mama: Ein Koalababy namens Shayne wächst in Australien in der „Obhut“ eines Plüschtiers als Mutterersatz auf. Das Jungtier war allein am Straßenrand gefunden worden, nachdem seine Mutter von einem Auto getötet worden war. Shayne saß wohl auf dem Rücken der Mutter, als der Unfall passierte, und wurde ins Gebüsch geschleudert. Mitarbeiter des Zoos in Queensland päppeln das Tier auf. Damit es sich nicht so allein fühlt, legten sie ihm einen Plüsch-Koala dazu. Und Shayne fühlt sich damit sehr wohl.

Ein ägyptischer Airbus stürzt unter rätselhaften Umständen auf dem Flug von Paris nach Kairo über dem östlichen Mittelmeer ab. Alle 66 Menschen an Bord sterben. Juni: Der Gotthard-Basistunnel, mit 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt, wird nach 17jähriger Bauzeit eröffnet. Er hat rund elf Milliarden Euro gekostet. In einem Schwulen-Club in Orlando erschießt ein 29-Jähriger 49 Menschen. Die Polizei tötet den Sohn afghanischer Einwanderer. Es ist der blutigste Terrorakt in den USA seit dem 11. September 2001.

Dindim, der treue Pinguin: Im fünften Jahr in Folge kehrte in diesem Jahr ein Pinguin zu seinem Retter in Brasilien zurück. João Pereira de Souza half 2011 dem auf einer brasilianischen Atlantikinsel gestrandeten Tier, das mit Öl verklebt war und ein Bein gebrochen hatte. Normalerweise lebt der Pinguin – dem der Mittsiebziger den Namen Dindim gab – wohl rund 4000 Kilometer weiter südlich in Patagonien. 2016 tauchte er zum fünften Mal am Bambuszaun des Häuschens seines Retters auf der Ilha Grande auf. Der Pinguin ist seit dem Gesundpflegen jedes Jahr schätzungsweise rund 8000 Kilometer unterwegs, spätestens im Februar ist er wieder weg, da der Sommer in Brasilien zu warm ist.

Wenn Pinguin-General Nils Olav das Regiment führt, stehen ranghohe Militärs still. Generelles Staunen löste auch Koala Shaynes Geschichte aus, der seine Mama bei einem Unfall verlor, aber eine „Pflegemutter“ fand. FOTOS: DPA

Anzeige

Olivio, schau mal in den Spiegel: In München blieb ein ziemlich abgemagertes Eichhörnchen Anfang Dezember in einem Gullydeckel stecken – weil es zu breite Hüften hatte und sich selber wohl für dünner gehalten hatte. Die „Erste-Hilfe-Maßnahme“ Olivenöl von der Tierrettung blieb zunächst erfolglos, weil das Tierchen einfach zu sehr feststeckte. Mit vereinten Kräften hoben die Retter dann den eisernen Deckel hoch und zogen das erschöpfte Eichhörnchen raus. Weil es vor Olivenöl triefte, wurde es „Olivio“ genannt.

Ei, Ei, Ei: Ingrid und Günther Meyne präsentieren ihre Henne und das Riesen-Ei, das sie mühsam gelegt hat. FOTO: DPA Ach du dickes Ei: Zur Ostereier-Saison zeigte eine Henne in Wolfenbüttel schon mal, was in ihr steckt: Im Stall fanden die Besitzer Ingrid und Günther Meyne eines der vielleicht schwersten Eier der Welt. 184 Gramm wog es – gut dreimal so viel wie ein gewöhnliches Hühnerei. Achtung, Faultier: Im Herbst sorgte ein kurioser Unfall im Dortmunder Zoo für Aufsehen. Einem sechsjährigen Jungen fiel dort ein Faultier auf den Kopf. Der elfjährige Julius kletterte gemächlich an einer Stange über dem Rundlauf des begehbaren Geheges, als er den Halt verlor und genau auf dem Kopf des Besuchers landete. Für beide verlief der Unfall glimpflich. Der Junge kam mit einer Beule davon, das sieben bis acht Kilo schwere Faultier kam auf die Krankenstation. Dort wurde klar, dass wohl eine Blasenentzündung das Tier geschwächt hatte und es sich deshalb vergriffen hatte. Ein Hoch auf General Pinguin: Ein Königspinguin namens Sir Nils Olav wurde in diesem Jahr zum Brigadegeneral befördert. Das Tier watschelte bei dieser Gelegenheit an mehr als 50 in Reih und Glied aufgestellten Soldaten der Leibgarde des norwegischen Königshauses entlang. Der Auftritt im Zoo der schottischen Hauptstadt Edinburgh gehörte zu einer Zeremonie mit langer Tradition. Seit 1972 dient ein Königspinguin aus dem Zoo der Leibgarde „Hans Majestet Kongens Garde“ als Maskottchen. Alle paar Jahre wird das Tier mit einem Ehrentitel ausgezeichnet. 2008 zum Beispiel war Nils Olav bereits zum Ritter geschlagen worden.

Anzeige

– Kryolipolyse (Fettvereisung) ohne OP, ohne Ausfallzeit, ohne Schmerzen – dauerhafte Haarentfernung ohne Schmerzen, ohne Behandlungsspuren – Faltenbehandlung mit Botox und Hyaluron, in Kooperation mit Dr. med. Marcus Corsten, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie Kryolipolyse & Diodenlaser Haarentfernung Weißkreuzstraße 7 · 66740 Saarlouis · 0 68 31-1 66 59 82 www.silhouette-saarlouis.de

Starten Sie erfolgreich ins neue Jahr mit Weiterbildungen der HWK! ■ 31.01.2017 ■ 14.01.2017 ■ 11.02.2017 ■ 22.03.2017

Überzeugen Sie mit stilvoller Rhetorik Projektmanager - Die Chance zum Erfolg Arbeits- und Zeitmanagement Ertrinken Sie nicht in der täglichen InformationsflutHaben Sie diese ab jetzt im Griff! Infos: Cornelia Fauß, 0681 5809-132, c.fauss@hwk-saarland.de Diese Anzeige wird gefördert durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr.


S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

Zu perfekt, um wahr zu sein

C HRO N IK .................................

Juli: Oscar Pistorius wird in Pretoria in einem zweiten Prozess wegen Totschlags zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Der beinamputierte Läufer hatte 2013 seine Freundin erschossen.

Auch die tollsten Liebesbeziehungen sind vor Kummer und Alltag nicht gefeit. Die ein oder andere Trennung der vergangenen Monate war trotzdem wie ein Paukenschlag

Beim Amoklauf im Münchener Olympia-Einkaufszentrum erschießt ein 18Jähriger neun Menschen. Danach tötet sich der Deutsch-Iraner selbst. Es kommt zu Fehlalarmen und Panik. Der mit Solarzellen betriebene Flieger „Solar Impulse 2“ landet nach seiner Erdumrundung wieder in Abu Dhabi. Dort war er im März 2015 gestartet.

Von Sophia Weimer und Michael Donhauser (dpa)

August: Ein Erdbeben der Stärke 6,2 legt den Norden der italienischen Provinz Rieti in Trümmern. 298 Menschen sterben, mehr als 3000 sind obdachlos.

U

nter jedem Dach ein Ach – das gilt selbst für glamouröse Vorzeige-Familien und ja, auch für Königshäuser. Ehen und Beziehungen zerbrechen in den besten Familien, in manchen ganz still und friedlich, bei anderen wird gestritten: um Geld, um die Kinder, um die Ehre. Hollywoods Über-Paar Angelina Jolie und Brad Pitt geht zum Beispiel seit Mitte September offiziell getrennte Wege. Zuerst sah es so aus, als könnte die Scheidung von „Brangelina“ schmutzig werden: Vorwürfe gegen Pitt wurden laut, konkret wurde das nie. Pitt und Jolie waren in den vergangenen Jahren der Verwirklichung des Traums von der perfekten Familie zusehends näher gekommen. Drei eigene und drei adoptierte Kinder lebten mit dem Paar unter einem Dach und reisten viel um die Welt. Neben dem Zuhause in Beverly Hills gab es für die Familie auch ein Haus in London. Für längere Dreharbeiten wurde schon mal ein Landgut angemietet. Einst als „Lara Croft“ bekannt geworden und zum Sexsymbol schlechthin stilisiert, drehte Jolie ihr Image später komplett. Zuletzt wurde sie als hochengagierte Regisseurin wahrgenommen, etwa bei der Thematisierung der Jugoslawien-Kriege. Während Pitt weiter vor allem in der Schauspielerei Erfolg sucht und findet, hat Jolie andere Ambitionen. Als Sonderbotschafterin der Vereinten Nationen kämpft sie gegen den Missbrauch von Frauen in Kriegsgebieten. Ein Kampf war zuletzt offenbar auch ihre Ehe. Nach elf gemeinsamen Jahren war Schluss. „Zum Wohl der Familie“ habe Jolie die Scheidung eingereicht, erklärte ihr Anwalt. Auch Johnny Depp und seine Frau Amber Heard trennten sich 2016. Vorwürfe von häuslicher Gewalt, Streit und Lügen waren in den Medien zu lesen, schließlich legten die Schauspieler ihren Scheidungskrieg doch außergerichtlich bei. In einer gemeinsamen Erklärung schrieben sie, dass ihre Beziehung sehr leidenschaftlich und manchmal explosiv, aber immer durch Liebe verbunden gewesen sei. Heard soll eine Millionenabfindung bekommen und diese für wohltätige Zwecke gespendet haben. Aber auch prominente deutsche Paare entschieden sich 2016 für eine Trennung. Schauspieler Sky du

Der bekannte Fernsehmoderator Johannes B. Kerner und Ehefrau Britta Becker trennten sich im Sommer nach 20 gemeinsamen Jahren. FOTO: BREUEL-BILD

SEITE I9

Die Sultan-Selim-Brücke über die Meerenge von Istanbul wird eingeweiht. Die mit 58 Metern breiteste Hängebrücke der Welt ist 1,4 Kilometer lang. Oktober: Der Hurrikan „Matthew“ trifft mit bis zu 230 Stundenkilometern Haiti. Mehr als 1000 Menschen sterben. Auch im Südosten der USA richtet der Sturm Milliardenschäden an und tötet mindestens 40 Menschen.

Angelina Jolie reichte im September die Scheidung von Brad Pitt ein und beantragte das alleinige Sorgerecht für die leiblichen Kinder Shiloh (10), Vivienne und Knox (beide 8) sowie die Adoptivkinder Maddox (15), Pax (13) und Zahara (11). FOTO: IMAGO Mont und seine Frau, das Model Mirja, gaben im Sommer nach 16 Jahren und zwei gemeinsamen Kindern das Ende ihrer Ehe bekannt. Fernsehmoderator Johannes B. Kerner und die frühere Spitzensportlerin Britta Becker machten nach 20 gemeinsamen Jahren und insgesamt vier Kindern Schluss. Längst nicht so lang blieben Komiker Oliver Pocher und Tennisspielerin Sabine Lisicki zusammen: Sie trennten sich nach ungefähr zweieinhalb Jahren. Volksmusiker Stefan Mross hatte seine zweite Frau Susanne im Mai 2013 geheiratet – im September gab auch er die Trennung bekannt. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Filmstar Til Schweiger und seine Freundin Marlene Shirley trennten sich Ende des Jahres – nur rund ein Jahr zuvor waren die beiden erstmals gemeinsam öffentlich aufgetreten. Rund 800 Tage hielt die Ehe des österreichischen Bauunternehmers Richard „Mörtel“ Lugner und seiner 57 Jahre jüngeren Frau Cathy, ein Ex-Playmate aus Rheinland-Pfalz. Eine weitere Trennung wurde geradezu Schritt für Schritt in der Öffentlichkeit begleitet: die von Sarah und Pietro Lombardi. Kaum ein Tag verging im Herbst ohne Neues von den beiden. Es begann mit Fotos, die im Internet kursierten und Sarah mit einem anderen Mann zeigen sollten. Es folgte die Mitteilung zur Trennung – und viele andere Spekulationen und Berichte. Ebenfalls ein längeres Hin und Her und viele Spekulationen gab es nach der Trennung von US-Popstar Taylor Swift und DJ Calvin Harris. Das Ende der Beziehung verkün-

Das Ende der Ehe von Hollywoodstar Johnny Depp und Amber Heard sorgte für bittere Schlagzeilen. FOTO: DPA deten beide im Juni – nur wenig später machten Fotos die Runde von Swift und Schauspieler Tom Hiddleston. Aber Fans und US-Medien rätselten: Ist diese Beziehung wirklich echt? Die Bilder, die von „Hiddleswift“ an die Öffentlichkeit gelangten, schienen zu schön, um wahr zu sein. Inzwischen soll die Romanze jedenfalls beendet sein. Und selbst Königs sind nicht vor Liebeskummer und Trennungsschmerz gefeit: Die norwegische Prinzessin Märtha Louise gab im August die Trennung von ihrem Mann, dem Künstler Ari Behn, bekannt. Es sei schrecklich einzusehen, dass es nichts mehr gebe, was sie tun könnten, betonte die jüngere Schwester von Kronprinz Haakon. Und schlussfolgerte: „Im Leben läuft nicht immer alles glatt.“ Das stimmt gewiss, doch soll an dieser Stelle auch das Liebesglück der Prominenz nicht verschwiegen werden. Die Hochzeit mit der wohl größten Aufmerksamkeit war die von FußballWeltmeister Bastian Schweinsteiger und Tennisspielerin Ana Ivanovic. Das Paar gab sich ganz romantisch in Venedig das Jawort. Nur wenige Tage später heiratete ein weiterer Nationalspieler: Frauenschwarm Mario Gomez und seine Freundin Carina trauten sich in München-Schwabing. Brasiliens Legende Pelé heiratete mit 76 schon zum dritten Mal – die 24 Jahre jüngere Unternehmerin Marcia Cibele Aoki.

Ein Tipper aus dem Schwarzwald gewinnt im Eurolotto 90 Millionen Euro, die bislang höchste Summe in Deutschland. Im August hatte ein Spieler aus Nordhessen 84,8 Millionen gewonnen.

Der seit einem Unfall bei „Wetten, dass..?“ querschnittsgelähmte Schauspieler Samuel Koch heiratete die Seriendarstellerin Sarah Elena Timpe. Die beiden gaben sich in Kochs Heimatort Efringen-Kirchen im südlichen BadenWürttemberg das Jawort. Auch ARDTalkerin Anne Will und Miriam Meckel trauten sich. „Ja, wir haben geheiratet“, bestätigte das Paar. Eine PromiSause feierte US-Schauspielerin Eva Longoria. Sie heiratete im Mai den Unternehmer José Bastón. Unter den 200 Gästen sollen Stars wie Victoria und David Beckham, Katy Perry und Schauspielerin Penélope Cruz gewesen sein. Kurz vor seinem 85. Geburtstag heiratete Medienmogul Rupert Murdoch das Ex-Model Jerry Hall. Die Braut trug einen Trenchcoat und flache Schuhe. Aber keines dieser Paare ging so weit wie TV-Sternchen Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis: Ihre Hochzeit war live bei RTL II zu sehen.

November: Die US-Schauspielerin Meghan Markle ist die neue Freundin des britischen Prinzen Harry (32), bestätigt der Kensington-Palast. Die 35-jährige Tochter einer Afroamerikanerin war von 2011 bis 2013 verheiratet. Beim schwersten Zugunglück des Jahres sterben im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh über 150 Passagiere. Eine bolivianische Maschine mit 77 Menschen an Bord, darunter die Mannschaft des brasilianischen Fußball-Erstligisten Chapecoense, stürzt in Kolumbien wegen Benzinmangels ab. Nur sechs Insassen überleben.

Trennung nach 16 gemeinsamen Jahren: Sky und Mirja du Mont, einst ein „Playmate des Monats“. FOTO: IMAGO

Dezember: Die Gesellschaft für deutsche Sprache erklärt „postfaktisch“ zum Wort des Jahres 2016.

Anzeige

Unschöne Fugen in der Dusche? Wir haben die Lösung! Die fugenlose Wandverkleidung mit Mineralstoff anstatt Fliesen! Da sich keine Fugen in der Fläche befinden, gehören unschöne, unhygienisch gewordene Fugen der Vergangenheit an! Schmutz, Bakterien und Schimmelpilze haben keine Chance mehr. Die Verkleidung kann auf die alten Fliesen angebracht werden und Ihre Dusche erstrahlt in neuem Glanz, ohne dass Ihr Bad komplett renoviert werden muss. Die fugenlose Wandverkleidung kann auch bei einer kompletten Renovierung Ihres Bades im Duschbereich anstelle von Fliesen eingesetzt werden. Zur Auswahl stehen eine Vielzahl von verschiedenen Dekoren. In unserer Ausstellung in Heusweiler können Sie sich die Wandverkleidungen unverbindlich ansehen. Gerne vereinbaren wir auch einen Termin bei Ihnen zu Hause.

Saarbrücker Straße 83 66265 Heusweiler

Telefon (0 68 06) 74 17 www.badmoebel-staudt.de


Lothar Späth (78): Der CDU-Politiker war von 1978 bis 1991 baden-württembergischer Ministerpräsident, bis er wegen einer Affäre um Reisen auf Kosten der Industrie zurücktrat. Danach führte der auch „das Cleverle“ genannte Späth im thüringischen Jena die Jenoptik zum Erfolg.

M

it einem roten Fahrrad hat alles begonnen. Als dem zwölfjährigen Cassius Clay, wie Muhammad Ali damals noch hieß, sein neuer Drahtesel geklaut wurde, hatte er nur einen Wunsch: Den Dieb prügelst du windelweich! Vom Polizisten, dem er sein Leid wegen des Fahrrad-Diebstahls klagte, bekam er den Tipp: Versuchs doch mal mit Box-Training. Gesagt, getan. Fortan setzte der talentierte Ali unter Anleitung seine Fäuste ein. Sechs Jahre später war er Olympiasieger, weitere vier Jahre darauf Weltmeister im Schwergewicht. Da war Ali längst klar: „Ich bin der Größte!“ Sein Leitspruch wurde erst belächelt, später beklatscht. Er hat zwar ein großes Maul, hieß es, aber er hat recht mit seiner Selbsteinschätzung: Er ist tatsächlich der beste Boxer. Und er wurde zu einer Stimme der Unterdrückten. Selbst die Schüttellähmung, die ihn später in den Rollstuhl zwang

und ihn nicht mehr zu Wort kommen ließ, änderte nichts an seinem Mythos. Als er 1996, schwer gezeichnet von der Krankheit, das olympische Feuer in Atlanta entzündete, war die Welt gerührt. Ali war „Sportler des Jahrhunderts“ und so beliebt wie kein anderer seiner Zunft. Seinen Namen kennen sogar Kinder, die ihn nie boxen sahen. Dabei werden einige seiner Kämpfe der Welt für immer im Gedächtnis bleiben. VideoAufzeichnungen von früher werden wie Kunstwerke zelebriert. „Rumble in the Jungle“ und „Thrilla in Manila“ sind Begriffe, die Sportfans rund um den Erdball zum Schwärmen bringen. Ali war ein Künstler im Ring. Sein leichtfüßiger Kampfstil und die Reflexe machten ihn einzigartig. „Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“, umschrieb er sein flinkes, scheinbar schwereloses Boxen. „Seine Taktik war für die Gegner überraschend. Er verfügte über eine einmalige Technik und eine extreme Schnelligkeit“, sagt Box-Manager Wilfried Sauerland über Ali, den er einige Male traf. Siege über Sonny Liston, Joe Frazier, Ken Norton, George Foreman wurden weltweit bejubelt. „Ich habe die Welt durchgeschüttelt“, verkündete er

Ali gilt als der beste Boxer der Geschichte. Seine Kämpfe vor allem gegen Joe Frazier und George Foreman sind legendär. FOTO: GLOBE-ZUMA/DPA

FOTO: IMAGO

nach dem erstmaligen Gewinn des WM-Titels. Der in der DDR aufgewachsene frühere Schwergewichtsboxer Axel Schulz erinnert sich: „Ich hatte als Knirps vom Boxen noch keine Ahnung. Aber meine Eltern haben mich nachts zum Fernsehen geweckt und gesagt: Ali boxt. Das war riesig.“ Alis Anziehungskraft resultiert aber nicht nur aus seiner sportlichen Brillanz. Der Mann hatte Charisma, konnte die Menschen in seinen Bann ziehen. Er war TopVerkäufer in eigener Sache, ein unvergleichliches Marketing-Talent. Er war vorlaut, provozierte ohne Ende. Ali spaltete mit seinen Wortschwall-Attacken, war ein Narziss, zog im konservativen Amerika auch Hass auf sich. Dazu trug bei, dass er 1964 zum Islam übertrat und seinen, wie er sagte, Sklavennamen Cassius Clay ablegte. Den Mächtigen bot er die Stirn. Rassismus und Vietnam-Krieg prangerte er an, opferte dafür sogar einen wesentlichen Teil seiner Karriere. Weil er den Kriegsdienst verweigerte, wurde er knapp drei Jahre gesperrt. Legendär ist seine Aussage: „Ich bin nicht im Streit mit dem Vietcong. Kein Vietcong hat mich jemals Nigger genannt.“ Viele sagen: Er hätte früher aufhören müssen. Erst 1981 nach einer erschütternden Niederlage gegen den Kanadier Trevor Berbick war Schluss. Dass die Parkinson-Krankheit auf Kopftreffer zurückzuführen ist, wurde nie bewiesen. Vermutlich hat das Boxen sie aber begünstigt. Ali starb am 3. Juni mit 74 Jahren.

„Ich danke den Leuten für ihre Treue. Besonders den Deutschen.“ Bud Spencer alias Carlo Pedersoli (86)

FOTO: DPA

FOTO: AFP

Muhammad Ali war der Boxer. Ein Ästhet im Ring. Ein Mythos. Seine großspurigen Sprüche machten ihn auch zum Entertainer

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

„Die Aufgabe des Politikers ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen.“ Walter Scheel (97)

FOTO: DPA

Leonard Cohen (82): Seinen Durchbruch als Sänger und Songschreiber schaffte der Kanadier in den 60er Jahren in New York. Dort lebte er im legendären Chelsea Hotel und lernte Kollegen wie Bob Dylan, Joni Mitchell und Janis Joplin kennen. Songs wie „Hallelujah“ oder „Suzanne“ machten Cohen weltberühmt.

Größte

Der mit der großen Klappe

Von dpa-Mitarbeiter Franko Koitzsch

FOTO: DPA

Nancy Reagan (94): Sie brachte Luxus ins Weiße Haus, schmiss unvergessliche Feste. Aber sie war auch als „Dragon Lady“ bekannt – immer auf den Schutz ihres „Ronnie“ bedacht. Die frühere Filmschauspielerin stand als First Lady fest an der Seite ihrer großen Liebe Ronald Reagan. Er amtierte von 1981 bis 1989 als US-Präsident. Sie hatten sich in Hollywood kennengelernt.

FOTO: DPA

Zsa Zsa Gabor (99): Die aus Ungarn stammende HollywoodLegende war in der Nachkriegszeit als Schauspielerin und Sexsymbol bekannt geworden. Später sorgte sie vor allem durch ihre zahlreichen Ehen mit schwerreichen Männern für Schlagzeilen. Zsa Zsa Gabor war eine der ersten Persönlichkeiten, die berühmt dafür waren, berühmt zu sein.

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

FOTO: IMAGO

SEITE I10

„Erlauben Sie mir, ein Träumer inmitten meines Volkes zu bleiben.“ Friedensnobelpreisträger Schimon Peres (93)

Als Dankeschö n verlosen wir unter alle n Einsendern 15 Überrasch ungen!

Liebe Leserinnen und Leser,

sammeln Sie etwas leidenschaftlich gerne? Verpassen Sie keinen Flohmarkt in Ihrer Nähe und widmen Sie Ihren kleinen und großen Kuriositäten einen eigenen Bereich in Ihrem Heim? Zum Beispiel wertvolle Briefmarken, seltene Schallplatten, Retro-Roboter, High-Heels, Plüsch-Pinguine, schräge Frösche oder Bierdeckel aus aller Welt. Teilen Sie Ihre Sammelleidenschaft mit uns und unseren Lesern! Senden Sie uns ein Foto und die dazu passende Geschichte Ihrer Sammlung an: anzsonderthemen@sz-sb.de oder per Post an: Saarbrücker Zeitung, Stichwort: „Hallo Saarland“ 66103 Saarbrücken.

Anzeigen-Sonderveröffentlichung

ar S

elfi

Einsendeschluss: 10. Februar 2017

Die schönsten Fotos mit Ihrer Geschichte erscheinen am 25. Februar in unserer großen Beilage „Hallo Saarland – Sammelfieber“ in der Saarbrücker Zeitung und dem Pfälzischen Merkur. Hier steht der 1. Anreiser zum Thema S. 05

Hier steht der 2. Anreiser zum Thema S. 14

Hier steht der 3. Anreiser zum Thema S. 27

www.saarbruecker-zeitung.de

A

m 8. Januar, seinem 69. Geburtstag, bringt er das Album „Blackstar“ heraus – zwei Tage später stirbt David Bowie. Schmerzhaft zu hören ist „Blackstar“ bis heute; der an Krebs erkrankte Bowie hatte hier bewusst Abschied genommen. Die letzte große Geste eines Mannes, der in seiner überaus originellen Karriere viele künstlerische Pfade einschlägt, sich immer wieder neu erfindet. Einen Dilettanten im ursprünglichen Wortsinn nannte er sich selbst: jemanden, der sich aus Spaß an der Freude an etwas ausprobiert – in Bowies Fall unter anderem Glam Rock, Folk, Soul, Pop, experimentelle Elektronik, Bildende Kunst und Schauspielerei. Und eine Weihnachtssingle mit Bing Crosby hat er auch noch aufgenommen. In der Ära der Beatles beginnt der Mann aus London, ein erstes Album mit 60er-Pop bleibt erfolglos. Erst die Single „Space Oddity“, beflügelt von der Mondlandung, avanciert 1969 zum Hit – ab da ist Bowie nicht mehr aufzuhalten. Er entwirft die Kunstfigur Ziggy Stardust, einen vom Himmel gefallenen Außerirdischen, der auf Erden zum Rockgott avanciert – mit Plateauschuhen, Schminke und fluffiger Federboa. Danach widmet sich Bowie dem US-Soul, erobert Amerika mit der Hitsingle „Fame“ und flieht dann nach Berlin – von Kokain seelisch und körperlich fast vernichtet. Hier nimmt er die wegweisenden Alben „Low“ und „Heroes“, auf; das Titelstück über ein Liebespaar im Schatten der Mauer wird zur Hymne. Die 70er sind Bowies fruchtbarstes Jahrzehnt, die 80er dagegen das lukrativste: Das radiotaugliche Album „Let’s dance“

wird zu seinem größten kommerziellen Erfolg, der ihn reich macht, aber gleichzeitig tief verunsichert. Will er wieder experimentieren? Oder den warmen Platz an der Sonne des Mainstreams genießen? Bowie scheint es selber nicht so genau zu wissen, stolpert und strauchelt. Die 90er dagegen sind die Zeit des lohnenden Spätwerks. Bowie spielt wieder mehr im Studio herum, experimentiert mit Konzeptalben und lässt sich, auf der Suche nach einem Hit, von den Pet Shop Boys remixen. Der Gang an die Börse bringt ihm auf einen Schlag 55 Millionen Dollar ein. Zurück bleibt ein praller Lebenslauf, eine Flut von Bildern, Klängen, eine Landschaft verzweigter Haupt- und Nebenwerke. Diesen ewig Neugierigen wird man schmerzlich vermissen. tok

Schauspieler Manfred Krug (79)

„Ehrlich gesagt habe ich die Sendung nicht für Kinder gemacht, ich habe das vor allem mir selbst erklärt.“ „Löwenzahn“-Moderator Peter Lustig (79)

FOTO: IMAGO

Wir wollen Ihre Sammlungen sehen!

„Nie wird so gelogen wie vor der Hochzeit, während des Krieges und nach der Jagd.“

FOTO: DPA

Das Chamäleon der Rockmusik

FOTO: IMAGO

Anzeige

„Ein Titel ist gut, zwei Titel sind besser.“ David Bowie schauspielerte auch, hier 1986 im Film „Absolute Beginners“. FOTO: TBM UNITEDARCHIVES

Die niederländische Fußball-Legende Johan Cruyff (68)


JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

Von Norbert Klaschka und Angela Schiller (dpa)

D

Hans-Dietrich Genscher zählte viele Jahre zu den beliebtesten Politikern des Landes und zu den führenden Persönlichkeiten der FDP. Er war ein maßgeblicher Architekt der deutschen Einheit. FOTO: BORIS TRENKEL FÜR BAUER PREMIUM AGENTUR / ACTION PRESS

en größten Triumph seiner 23-jährigen Regierungsarbeit erlebte Hans-Dietrich Genscher am 30. September 1989 in Prag. Als er den in die deutsche Botschaft geflüchteten DDR-Bürgern eröffnete, sie könnten in den Westen reisen, ging seine Ankündigung „Ich bin gekommen, um Ihnen mitzuteilen. . .“ in einem beispiellosen Jubel unter. Unter den deutschen Spitzenpolitikern gehörte der FDP-Außenminister neben Kanzler Helmut Kohl (CDU) zu denen, die die Chancen für eine Wiedervereinigung durch den schleichenden Zerfall des Ostblocks erkannten und ergriffen. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Bei den ersten gesamtdeutschen Wahlen am 2. Dezember 1990 erlebte Genscher noch einmal einen Triumph. Seine Liberalen, die häufig um den Einzug in die Parlamente zittern mussten, fuhren 11,0 Prozent ein. In Genschers Heimatland Sachsen-Anhalt waren es 19,7 Prozent. Für seine Heimatstadt Halle fiel sogar ein Direktmandat ab. Nach der vollzogenen Einheit setzte sich Genscher – obwohl er schon zwei Herzinfarkte hinter sich hatte – noch mit aller Energie für die Ratifizierung des Zwei-plus-vier-Vertrages ein. Mit den am 15. März 1991 in Moskau ausgetauschten Urkunden erhielt Deutschland 46 Jahre nach Kriegsende seine Souveränität zurück. Im Mai 1992 trat Genscher auf dem Höhepunkt seiner Erfolge und für viele überraschend aus der ersten Reihe ab.

Schimanski und noch ganz viel mehr

A

ngst vor dem Tod hatte Götz George nicht. „Ich bin da Fatalist. Wenn’s passiert, passiert’s“, sagte er einmal auf seine typisch schnoddrige Art. George genoss es zeitlebens, das Raubein zu geben – und das Publikum liebte ihn dafür. 32 Jahre lang stand der Ausnahmeschauspieler mit abgewetztem Parka als ruppiger Ruhrpottkommissar Horst Schimanski vor der Kamera. Mit dem Draufgänger aus Duisburg hatte der gebürtige Berliner Fernsehgeschichte geschrieben. Anders als die abgeklärten Herren, die vor und neben ihm in deutschen Krimis ermittelten, verkörperte er 1981 erstmals einen Cop, der mit

lockeren Sprüchen, Prügeleien und viel Bier auf Verbrecherjagd geht. Trotzdem hat sich George nie gern in die Schublade stecken lassen. Mit Ehrgeiz und unglaublicher Vitalität profilierte er sich als einer der vielseitigsten deutschen Schauspieler. Er spielte den KZ-Arzt Mengele und einen an Alzheimer erkrankten Busfahrer, einen Taschendieb und einen blinden Klavierlehrer. Eine seiner berühmtesten Rollen hatte er als Massenmörder Fritz Haarmann in „Der Totmacher“. Zugleich bewies er in „Schtonk!“ oder „Rossini“ sein komisches Talent. George starb am 19. Juni im Alter von 77 Jahren. dpa

Götz George 1988 als Kommissar Schimanski. FOTO: ULLSTEIN

Der Mann mit dem gelben Pulli hat als FDP-Vorsitzender (1974 bis 1985), als Innenminister (1969 bis 1974) und vor allem als Außenminister (1974 bis 1992) das Deutschland von heute geprägt wie kaum ein anderer. Als Chef der deutschen Diplomatie war er rastlos unterwegs. Und dabei so präsent, dass man sich Witze erzählte: Begegnen sich zwei Flugzeuge über dem Atlantik – in beiden sitzt Genscher. Manche sagten auch „Genschman“, der Mann war Kult. Seine steile Karriere begann in den 50er Jahren. Am 21. März 1927 in Reideburg geboren, in Halle groß geworden, kam Genscher 1952 in die Bundesrepublik, wo er gleich in die FDP eintrat. Der damalige Vorsitzende Thomas Dehler holte ihn 1956 als wissenschaftlichen Angestellten nach Bonn. 1965 zog er erstmals in den Bundestag ein, vier Jahre später war er schon Innenminister. Die Wendigkeit, die manch ein Kritiker Genscher vorhielt, sicherte eine Jahrzehnte lange Regierungsbeteiligung der Liberalen. 1969 ließen sich Genscher und der damalige FDPChef Walter Scheel bei knappen Mehrheiten auf das Wagnis der ersten sozialliberalen Koalition ein. 1982 vollzog er eine neue Wende. Die Liberalen stürzten SPD-Kanzler Helmut Schmidt und verhalfen Kohl an die Macht. Im neuen Kabinett blieb Genscher Außenminister und Vizekanzler. Dort verfolgte er seine Politik der Aussöhnung mit dem Osten weiter. Auch nach seinem Rückzug aus der aktiven Politik meldete er sich immer wieder zu Wort. Genscher starb am 31. März im Alter von 89 Jahren an Herz-Kreislauf-Versagen.

Die unbelehrbare Frau Honecker

S

ie hielt sich fern der Heimat mit Spaziergängen fit, war täglich im Internet unterwegs und verteidigte bis zuletzt ihre sozialistischen Überzeugungen. Sie stehe zur DDR und lege ihre Sicht nicht auf dem Altar der Zeitgeschichte nieder, auch wenn man sie als „Unbelehrbare“ verleumden würde, sagte Margot Honecker, Witwe von Erich Honecker. Die einstige First Lady der DDR lebte seit Anfang der 90er mit deutscher Rente in der chilenischen Hauptstadt Santiago. Schlagzeilen machte sie, als sie vor Gericht Nachzahlungen von Tausenden Mark erstritt. Über Jahre hielt sich Honecker die „Westpresse“ vom Hals und schwieg eisern. 2012 meinte sie jedoch in ei-

nem Dokumentarfilm des NDR zu den erschossenen DDR-Flüchtlingen, es sei dumm gewesen, über die Mauer zu klettern. Politische Häftlinge seien kriminell, die Stasi legitim gewesen. In einem Interview-Buch gab die Hardlinerin zu Protokoll, die DDR habe auf Gleichheit und Gerechtigkeit gefußt. Sorgen machte sie sich auch um das Bild ihres Mannes. Dass er in den 80er Jahren vielleicht eine nukleare Katastrophe verhindert und damit den Weltfrieden gerettet habe, gehöre zu seinen Leistungen, dies werde aber „die bürgerliche Geschichtsschreibung gewiss unter einem Schuttberg von kleinlichem Gekreisch begraben“. Honecker starb am 6. Mai mit 89 Jahren in Santiago de Chile. dpa

Margot Honecker im Jahr 2011. FOTO: DPA/SCHUMANN

Der ewige Revolutionsführer Guerillero, Staatsmann, graue Eminenz: Fidel Castro war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Weltpolitik

M

an hatte den Comandante schon oft für tot erklärt. Wenn die spanischsprachigen Sender in Miami solche Falschmeldungen verbreiteten, ließen die Exil-Kubaner die Sektkorken knallen und stimmten Hupkonzerte an. Aber der Revolutionsführer lebte immer weiter, so wie ja auch all die Attentatspläne gegen ihn gescheitert waren. Doch die Nachricht am 25. November ist wahr: Fidel Castro (90) ist tot. Damit geht eine Ära zu Ende. Von den großen Revolutionären des 20. Jahrhunderts war er der langlebigste. Seit dem Einmarsch in Havanna 1959 bis zu einer schweren Erkrankung regierte er die Karibikinsel selbst, und seit er 2006 seine Ämter an seinen Bruder Raúl abgab, wirkte er als graue Eminenz im Hintergrund weiter. Vor der Nase der kapitalistischen Weltmacht USA hatte er ein kommunistisches System errichtet. Er verhalf Kuba zu einer für einen Staat dieser

Größe ungewöhnlichen Rolle auf der internationalen Bühne. Castro spaltete die Welt in Anhänger und Gegner. Die einen priesen die sozialen Fortschritte, die er den Kubanern gebracht habe. Die anderen sahen in ihm den Diktator, der politische Gegner gnadenlos verfolgte und niemals freie Wahlen zuließ. Mit einer Handvoll Getreuen überfällt Castro am 26. Juli 1953 die Moncada-Kaserne in Santiago de Cuba. Doch die Aktion ist dilettantisch geplant, die Soldaten schlagen die Attacke zurück. Castro wird vor Gericht gestellt und sagt in einer flammenden Verteidigungsrede: „Verurteilt mich, die Geschichte wird mich freisprechen.“ Er wird zu 15 Jahren Haft auf einer Gefängnisinsel verurteilt, kommt dank einer Amnestie allerdings bereits nach zwei Jahren wieder frei. Mit seinem Bruder Raúl geht er nach Mexiko und baut dort einen Stoßtrupp auf, um die Revolution nach Kuba zu tragen. Im

Mit dem Tod von Fidel Castro, hier ein Foto aus dem Jahr 2006, endet auf Kuba eine Ära. FOTO: DPA/ERNESTO

Exil lernt er seinen Mitstreiter Ernesto „Che“ Guevara kennen. Ende 1956 kehrt Castro an Bord der Jacht „Granma“ und begleitet von 81 Kämpfern nach Kuba zurück. Nach zunächst schweren Verlusten macht die Revolutionsarmee immer mehr Boden gut und geht Ende 1958 in die Offensive. In der Silvesternacht flieht Diktator Batista, am Neujahrsmorgen 1959 verkündet Castro den Sieg der Revolution. Mit harter Hand baut er Kuba um: Er lässt nicht nur ausländische Unternehmen beschlagnahmen, er enteignet auch seine eigene Familie. Gleichzeitig leitet Castro eine Bildungsoffensive ein und gewährt allen Bürgern Zugang zu kostenloser medizinischer Versorgung. Zuletzt kommentierte Castro das Weltgeschehen noch von Zeit zu Zeit in der Parteizeitung „Granma“. Die Annäherung an den Erzfeind USA sah er kritisch: „Wir haben es nicht nötig, dass das Imperium uns was schenkt.“ dpa

FOTO: DPA

Ihre Tipps zu Sex und Beziehungsproblemen waren legendär: Am 15. Mai starb die Autorin und Moderatorin Erika Berger im Alter von 76 Jahren in Köln. Bekannt wurde sie in den Achtzigern mit der RTLSendung „Eine Chance für die Liebe“. Während der Show konnten Zuschauer Berger anrufen und sich von ihr live im Fernsehen beraten lassen. Das galt für die damalige Zeit als ein Tabubruch. FOTO: DPA

Hans-Dietrich Genscher prägte als Außenminister 18 Jahre lang das Bild Deutschlands in der Welt

Genialer Gitarrist, begnadeter Sänger, atemberaubender Arrangeur: Prince war stets ein Hochbegabter der Popmusik. Es gab Zeiten in den 80er und frühen 90er Jahren, da ist er auf Augenhöhe mit den ganz Großen – künstlerisch sowieso, aber auch kommerziell. Wohl nur Madonna, Michael Jackson und U2 übertreffen die Plattenverkäufe und Konzerterfolge des aus Minneapolis stammenden Amerikaners. Die vor Energie berstenden Shows des mit 1,57 Metern kleingewachsenen Prince Roger Nelson sind knallbunte Messen eines exzentrischen Genies. Sein Tod am 21. April mit 57 Jahren machte fassungslos und traurig – auch weil da eine Abrundung fehlt in diesem rigorosen Künstlerleben. „Er hat die Welt verändert. Ein wahrer Visionär. Was für ein Verlust“, erklärte Popsängerin Madonna.

Im Herbst 2014 dachte Guido Westerwelle schon einmal, es sei soweit. Auf eine der vielen Infusionen reagierte sein Körper allergisch. Das Herz raste wie wild, er bekam keine Luft mehr. „Ich dachte: So also fühlt es sich an, das Sterben.“ Am 18. März ist der ehemalige FDP-Chef, Außenminister und Vizekanzler tatsächlich gestorben. Mit 54, an einem Blutkrebs der besonders schlimmen Art. Zeit seines Lebens gehörte der Anwaltssohn aus Bonn zu den Leuten, über die die Meinungen auseinandergingen. Bewundert, bejubelt, verspottet, verhasst. Westerwelle stieg bei „Big Brother“ in den Container und malte sich eine gelbe „18“ auf die Schuhsohle. Oft traf er den Zeitgeist, hielt im Bundestag die besten Reden. FOTO: DPA

Der Mann mit dem gelben Pulli

SEITE I11

Seiner Musik konnte man nicht ausweichen – vor allem nicht an Weihnachten seinem „Last Christmas“. Ausgerechnet am 25. Dezember erreichte die Welt die Nachricht vom Tod des 53jährigen George Michael. Er prägte an der Seite seines Schulfeundes Andrew Ridgeley mit dem Duo „Wham“ den Sound der 80er Jahre. Der Frauenschwarm („I want your Sex“) bekannte sich in den 90ern zu einer Homosexualität und feierte auch als Solist trotz Skandalen und Drogenproblemen Welterfolge dpa FOTO: DPA

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7


SEITE I12

JAHRESRÜCKBLICK 2016

NR. 305

So präsentierte sich der Petersdom in Rom am 14. November. Markant zeichnet sich seine Silhouette vor dem „Supermond“ ab, der der Erde besonders nahe war. FOTO: IMAGO

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos bekam 2016 den Friedensnobelpreis. Geehrt wurde er für den Friedensvertrag, den er mit den Rebellen aushandelte. FOTO: GROTT/AFP

S I LV E S T E R 2 0 1 6 / N E UJA H R 2 0 1 7

Diese Goldfische waren im Sommer in einem Aquarium in Tokio zu sehen. Allerdings sind die meisten rot und nicht goldfarben. FOTO: MAYAMA/DPA

Bilder des Jahres Romantisch, gespenstisch, spektakulär: So viele Facetten hatte die Welt 2016

Auf den ersten Blick mutet diese Szene fast weihnachtlich an. Tatsächlich handelt es sich um Flüchtlinge, die an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien festsaßen und sich an einem Feuer wärmten. FOTO: XHEMAJ/DPA

Diese Flüchtlinge wurden vom italienischen Roten Kreuz im Mittelmeer gerettet. Zum Schutz gegen die Kälte tragen sie diese goldenen Folien. FOTO: SOLARO/AFP

Waldbrände wüteten im Sommer auf der griechischen Insel Chios. 3500 Hektar Fläche wurden verbrannt. FOTO: KOYGIRAS/DPA

Kathmandu bei Nacht ist ganz schön lebendig. Zahlreiche Händler und Besucher tummeln sich dann auf diesem Markt in der nepalesischen Stadt. FOTO: DPA

Christo lässt die Menschen übers Wasser laufen: Im Juni legte er große Teppiche auf diesen See in Norditalien. Zigtausende Besucher kamen zu dem Spektakel. FOTO: VENEZIA/DPA

Hauptsache Selfie: Dieser Mann fotografierte sich vor einem brennenden Gebäude in der umkämpften Stadt Mossul. FOTO: AKGUL/AFP In der letzten Silvesternacht stand das Address-Hotel in Dubai in Flammen. 14 Menschen wurden bei dem Großbrand leicht verletzt. FOTO: CORNET/DPA

Das Heilige Feuer ist nach Überzeugung orthodoxer Christen ein sich jährlich am Karsamstag in der Jerusalemer Grabeskirche ereignendes Wunder. Auch 2016 kamen Zehntausende zu dem Ereignis. FOTO: SULTAN/DPA


Jahresrückblick 2016