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fokusMEDIZIN Winter 2017

DAS GESUNDHEITSJOURNAL FÜR STUTTGART UND DIE REGION

Titelthema: Gesunde Ernährung: Du bist, was du isst

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Schwanger: Wie sinnvoll sind Vitaminpräparate?

Seite 12

Husten und schniefen: Hausmittel als Vorbeugung

Seite 20

Umgeknickt: Was tun bei Bänderdehnung?


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INHALT

EDITORIAL Ernährung

Gesund von A bis Z

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ie Ernährung hat gemeinsam mit sportlicher Aktivität, Sonnenlicht und einem ausgeglichenen Seelenleben wohl den größten Einfluss auf unser Wohlbefinden, unsere Fitness und unsere Gesundheit. Die aktuelle Ausgabe von „Fokus Medizin“ beschäftigt sich mit der richtigen Ernährung und beleuchtet diese in verschiedenen medizinischen Fachbereichen. Daneben gibt es auch viel Wissenswertes zu anderen Gesundheitsthemen zu lesen. Was halten Sie von dieser Ausgabe? Die Redaktion freut sich über Kommentare und Anregungen an Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH, Redaktion Sonderthemen, Postfach 10 44 21, 70039 Stuttgart oder an sonderthemen@stzw.zgs.de red

4 Meldungen 6 Ernährung – Titelthema • Lifestyle-Diäten liegen im Trend • Das Geschäft mit dem Plus: Nahrungsmittel mit Gesundheitsversprechen • Sind Vitaminpräparate in der Schwangerschaft sinnvoll? • Ran an den Speck: So geht gesundes Abnehmen

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Allgemeinmedizin • Herbstzeit ist Erkältungszeit • Die Patientenverfügung

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Augenheilkunde • Phake-Linsen: Mit einer Linse mehr zur guten Sicht

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Chirurgie • Nur ein kleiner Schnitt: Fortschritte bei Herzoperationen

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Hals-Nasen-Ohren-Medizin • Obacht bei der Ohrenreinigung

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Orthopädie • Fußreflexzonenmassage: Organe und ihre Druckpunkte • Bei Bänderdehnung hilft nur eine Pause

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Zahnmedizin

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• Bruxismus: Die Bissschiene hilft gegen Knirschen

Impressum Herausgeber: Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH, Plieninger Str. 150, 70567 Stuttgart. Redaktion: Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH, Redaktion Sonderthemen, Reimund Abel (Ltg.), Michael Schoberth, Tom Bloch, Telefon 07 11 / 72 05 - 18 05. Anzeigen: Tanja Dehner, Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH, Plieninger Str. 150, 70567 Stuttgart, Telefon 07 11 / 72 05 - 16 01. Titelfoto: AdobeStock/benik.at. Druck: Pressehaus Stuttgart Druck GmbH.


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Kurz notiert DARMKREBSVORSORGE

HERZ AUS DEM TAKT Wenn das Herz mal einen Schlag aussetzt oder losrast, geraten viele Menschen in Panik. Dabei schlägt kein Herz auf der Welt immer im Gleichtakt, erklärt Prof. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Was häufig vorkommt: sogenannte Extrasystolen, zusätzliche Herzschläge, die sich anfühlen, als stolpere das Herz. „Fast immer sind solche Rhythmusstörungen harmlos“, beruhigt der Kardiologe. Wer sie öfter bemerkt, sollte sich zur Sicherheit beim Kardiologen durchchecken lassen. Manchmal weisen sie auf Herzerkrankungen hin. Das gilt es auszuschließen. dpa

Foto: AdobeStock/pathdoc

Die Krankenkassen bezahlen Patienten ab 50 Jahren einmal jährlich einen Stuhltest zur Darmkrebsvorsorge. Diesen sogenannten immunologischen Okkultbluttest bekommt man beispielsweise beim Hausarzt. Über das Ergebnis informiert ein Brief. Ist der Befund positiv, sollte der Betroffene unbedingt gleich mit seinem Arzt sprechen, erklärt die Sprecherin der niedergelassenen Magen-DarmÄrzte, Dagmar Mainz. Ein positives Ergebnis bedeutet nicht, dass der Patient Krebs hat. Um das zu klären, sei bei positivem Befund aber eine Darmspiegelung nötig. Dabei werden eventuell vorhandene Krebsvorstufen entfernt, erklären die Magen-Darm-Ärzte. dpa

DAS GEHIRN SCHÜTZEN Digital Detox im Alltag integrieren

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on hundert auf null: So halten es viele mit der digitalen Entgiftung. Nachdem sie im normalen Leben ununterbrochen mit den Augen am Bildschirm kleben, schalten sie im Urlaub zwei Wochen lang alle technischen Geräte ab. Das schadet zwar nicht, erläutert Iris Hauth, E-Mental-Health-Expertin vom Alexianer St.-JosephKrankenhaus Berlin-Weißensee. Wer sein Gehirn aber effektiv vor dem schützen will, was das ständige Einprasseln von Informationen möglicherweise anrichtet,

sollte besser den eigenen Alltag anpassen. Hauth rät zum Beispiel zu smartphone- und computerfreien Stunden: „Ich selbst diszipliniere mich, zwischen 19 und 22 Uhr nicht aufs Handy zu schauen.“ Am Wochenende sei es zudem sinnvoll, keine beruflichen E-Mails zu lesen. Grundsätzlich verteufelt sie die neuen Medien nicht. Sie gibt nur zu bedenken, dass die Informationsflut und ständige Verfügbarkeit mit großer Wahrscheinlichkeit die Wahrnehmung, die Kon-

das Bett am Abend „gerade rücken zu müssen“, ist für viele stressig. Dabei ist aus gesundheitlichen Aspekten ein verstellbarer Lattenrost absolut ratsam. Ein höher gestelltes Kopfteil kann bei säurebedingten Magenbeschwerden wie Sodbrennen rasche Linderung herbeiführen. Außerdem kann so die Lendenwirbelsäule entlastet werden. Auch bei bettlägerigen Patienten ist ein flexibler Lattenrost

vorteilhaft, denn gerade die Fersen werden durch die dauernde Liegeposition extrem beansprucht und erfahren auf diese Weise Entlastung. Die Lösung ist ein elektrisch verstellbarer Lattenrost. Per Fernbedienung wird das Bett geräuschlos verstellt. Auch die Sorge vor Elektrosmog ist unbegründet, denn der Rost arbeitet mit Neun-Volt-Batterien, bei Nichtbestätigung ist es frei von

zentration und das Erinnerungsvermögen beeinflussen. „Nachweisen lässt sich das bisher allerdings noch nicht“, betont sie. Um das eigene Gehirn vor möglichen Gefahren zu schützen, plädiert sie dennoch dafür, Maß zu halten. Es helfe, sich zum Beispiel immer wieder klarzumachen, dass Messenger wie Whatsapp nur eine Möglichkeit sind, mit Freunden und der Familie zu kommunizieren. „Stattdessen kann man sich auch einfach mal wieder zum Essen treffen.“ Das Smartphone bleibt dabei in der Tasche. dpa

Expertentipp Elektrischer Lattenrost Viele Kunden entscheiden sich für den Luxus eines verstellbaren Bettes – und nutzen es kaum! Denn die herkömmlichen Lattenroste mit verstellbarem Kopf- und Fußteil haben zahlreiche Nachteile. Häufig ist die Handhabung kompliziert, die Funktion ist geräuschvoll, und

Martin Windmüller, Geschäftsführer Betten- und Wäschehaus Windmüller

elektrischen Magnetfeldern. Auch sind die Systeme kompatibel mit einer Netzfreischaltung.


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RICHTIG HÄNDE WASCHEN

Kurz notiert

Wie man sich ohne Desinfektionsmittel vor Bakterien schützt

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m sich wirksam vor Infektionen zu schützen, braucht es nicht unbedingt Desinfektionsmittel. Wichtig ist aber, die Hände immer wieder gründlich zu säubern. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät zu regelmäßigen Wascheinheiten. Die Hände seien die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Wer sich vor Keimen schützen möchte, sollte daher nach dem Nachhausekommen, vor und während des Kochens, nach dem Toilettenbesuch und auch nach Kontakt mit Tieren die Hände waschen. Dabei sollte man sich Zeit nehmen: 20 bis 30 Sekunden lang sollten die Hände eingeseift werden, bevor sie gründlich mit Wasser abgewaschen werden.

Händewaschen: Schutz vor Bakterien. Foto: AdobeStock/Reichler

In Kindergärten und Schulen lauern derzeit wieder allerhand Keime. Kinder schützen sich wie Erwachsene am besten dagegen,

indem sie richtig ihre Hände waschen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte empfiehlt dafür warmes Wasser und Flüssigseife. Das Kind sollte beide Hände zunächst nass machen und anschließend aneinander reiben, bis die Seife schäumt. Nun muss man darauf achten, dass es auch die Bereiche zwischen den Fingern, unter den Nägeln und am Handgelenk nicht vergisst. Abgetrocknet wird idealerweise mit einem Einmalhandtuch. Von Hygiene-Gels raten die Kinderärzte ab. Sie entfernen den Schmutz nicht, sind leicht entflammbar, und außerdem nehmen die Kinder ihre Finger nun mal gern in den Mund. (www.kinderaerzteim-netz.de) dpa

UNKLARER IMPFSTATUS Sind Erwachsene unsicher, ob sie als Kind eine Masernimpfung bekommen haben, lassen sie sich besser gegen die Krankheit impfen – im Zweifel auch einmal zu viel. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt dann eine einmalige Impfung gegen Masern. Vorzugsweise sollte demnach ein MMRKombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln verwendet werden. Auch wer in der Kindheit nur einmal gegen Masern geimpft wurde, sollte sich noch einmal impfen lassen. Das gilt besonders für Eltern und für Personen, die in Gesundheits- oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten arbeiten. Denn wer sich gegen Masern impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere, die er dann nicht mehr infizieren kann. dpa

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KEIN FLEISCH, KEIN EI, KEIN MEHL Ernährung: Lifestyle-Diäten liegen im Trend. Sind sie auch gesund?

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ein Frühstück oder kein Zucker, dafür aber mehr Eiweiß, und bloß kein Weißmehl, lieber vegan oder besser nichts mehr nach 18 Uhr zu sich nehmen: Lifestyle-Diäten, bei denen bestimmte Lebensmittel besonders bevorzugt, andere dagegen weggelassen oder nur zu bestimmten Uhrzeiten verzehrt werden, liegen im Trend. Aber ist das auch wirklich gesund? „Du bist, was du isst“ – getreu diesem Motto versprechen Lifestyle-Diäten, jeden Körper dauerhaft fit, schlank und gesund bis ins hohe Alter zu machen. Die Ernährungsregeln, die zu diesem hehren Ziel führen, sehen allerdings jeweils äußerst unterschiedlich aus. So propagieren

die Anhänger der Paleo-Diät eine Ernährung, die sich an dem vermuteten Speiseplan der Steinzeitmenschen orientiert. Das heißt, kein Brot, keine Pizza, keine Nudeln, kein Reis und kein Zucker, dafür viel Obst und Gemüse im Rohzustand, Kräuter und Biofleisch.

Vertreter der Blutgruppen-Diät postulieren, dass Menschen evolutionsbedingt bestimmte Lebensmittel gemäß ihrer Blutgruppe besser oder schlechter vertragen. Demnach gelten Personen mit Blutgruppe 0 als Jägertyp und sollten sich fleischlastig

ernähren. Blutgruppe-A-Menschen seien dagegen von Natur aus Vegetarier und sollten auf Fleisch und Milchprodukte verzichten. Kein Frühstück, kein Mittagessen, dafür ein ausgiebiges Abendessen praktizieren die Fans der Warrior-Diät. Durch das Fasten tagsüber soll der Stoffwechsel angeregt und das Nervensystem stimuliert werden. Das ausgiebige abendliche Essen wiederum soll für Ruhe und Regeneration sorgen. „Inwieweit solche alternativen Ernährungsformen gesund sind oder nicht, lässt sich nicht pauschal beurteilen“, sagt Antje Gahl, Diplom-Oecotrophologin und Pressesprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Hörakustiker auf. Was sie dabei versäumen: Schon leichte Einschränkungen des Gehörs können weitreichende Auswirkungen auf unseren Alltag und das körperliche Wohlbefinden haben. Neueste Studien belegen sogar, dass bei einer unbehandelten Hörminderung die geistige Fitness leidet und die Entwicklung einer Demenz begünstigt werden kann. Empfehlenswert ist, schon bei

kleinsten Anzeichen einer Hörminderung einen Hörtest zu machen. Betroffene sollten folgende Aspekte beachten: • mit positiver Grundhaltung den Hörakustiker aufsuchen; • Zeit für Hörtest, Anpassung und Hörtraining einplanen; • vorab überlegen, in welchen Situationen das Hören besonders schwerfällt; • Angehörige beim Hörtest miteinbeziehen;

TREND-DIÄTEN: PALEO UND WARRIOR

e. V. „Wissenschaftlich bewiesen ist ein besonderer Nutzen jedenfalls nicht.“ Wer sich darauf einlassen möchte, sollte vor allem prüfen, inwieweit sich die angestrebte Ernährungsumstellung auch langfristig im Alltag umsetzen lässt. „Schwierig kann es zum Beispiel werden, wenn in Schicht gearbeitet wird“, betont Gahl. „Auch sind lange Nahrungskarenzen für Berufsgruppen mit besonderer Verantwortung, wie Piloten oder Berufskraftfahrer, nicht unproblematisch.“ Zu guter Letzt sind die erlaubten Lebensmittel einiger Lifestyle-Diäten auch teilweise ziemlich teuer. Ein relativ weitverbreiteter Ernährungstrend, der es vom Exoten-

Expertentipp Hörverlust schnell behandeln Hören ist einer unserer aktivsten Sinne. Er schützt uns vor Gefahr, hilft uns bei der Orientierung und lässt uns aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Gutes Hören ist Lebensqualität! Dennoch schieben viele Menschen mit angehendem Hörverlust den Besuch beim

Peter Eberhardt, Hörakustikmeister, Leiter der Filiale iffland.hören Stuttgart-Mitte

• gegenüber moderner Hörtechnik offen sein und mehrere Hörgeräte vergleichen.

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fokusMEDIZIN ausschlieĂ&#x;lich pflanzliche Kost erlaubt. Auf sämtliche tierische Produkte wird dagegen komplett verzichtet. „Diese Ernährungsform ist etwas extremer, aber fĂźr gesunde Erwachsene ebenfalls machbar“, urteilt die Ernährungsexpertin. „Eine ausreichende Versorgung mit einigen Nährstoffen ist aber nicht oder nicht so einfach mĂśglich.“ Wichtig ist, auf eine ausreichende VitaminB12-Versorgung zu achten, denn Vitamin B12 kommt vor allem in tierischen Produkten vor und ist in Pflanzen so gut wie nicht enthalten. AuĂ&#x;erdem ist pflanzliches Eisen nicht so gut verwertbar wie tierisches. „Veganer sollten deshalb auf eisenreiche Produkte wie Spinat, HĂźlsenfrĂźchte und Hirse setzen und diese zusammen mit Vitamin-C-haltigen Speisen wie Paprika oder Orangensaft verzehren“, weiĂ&#x; Gahl. „Denn in dieser Kombination wird das pflanzliche Eisen vom KĂśrper besser verwertet.“ Anja Lang Foto: Adobe Stock/Valentina R.

status inzwischen bis in die Lebensmittelregale der Discounter geschafft hat, ist die vegetarische Ernährungsweise. Laut Statistik leben allein in Deutschland derzeit fast sechs Millionen Menschen vegetarisch – also rund 7,5 Prozent. Vegetarier verzichten auf Fleisch und in der Regel auch auf Fisch. Sie verzehren neben pflanzlicher Kost aber auch Lebensmittel, die von lebenden Tieren stammen, also auch Milch, Milchprodukte, Eier und Honig. „Eine pflanzenbetonte Kost mit Vollkorn- und Milchprodukten ist gesundheitsfĂśrderlich, da der KĂśrper hier mit allen wichtigen Vitaminen und ausreichend Nähr- und Ballaststoffen versorgt wird“, erklärt Gahl. „AuĂ&#x;erdem nehmen Vegetarier durch den Verzicht auf tierische Fette insgesamt weniger gesättigte Fettsäuren, Cholesterin und Purine zu sich, was Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- sowie Krebserkrankungen vorbeugen kann.“ Ebenfalls voll im Trend liegt die vegane Ernährungsweise. Hier ist

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GESUNDE ERNÄHRUNG: SO EINFACH GEHT DAS! Auch regional erhältliche Lebensmittel schmecken lecker – und sind oft billiger.

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m sich gesund und vollwertig zu ernähren, rät die Deutsche Gesellschaft fßr Ernährung (DGE), auf folgende Punkte zu achten:

versorgen. Fleisch liefert hochwertiges Eisen und Vitamin B12. Aber: nur magere Sorten und 300 bis 600 Gramm pro Woche insgesamt.

1. Bei der Auswahl der Lebensmittel sollte man aus der FĂźlle der Angebote schĂśpfen und Abwechslung auf den Tisch bringen. Pflanzliche Produkte sollten bevorzugt werden.

5. Hochwertige pflanzliche Öle versorgen den KÜrper mit Vitamin E sowie lebensnotwendigen Fettsäuren.

2. Pro Tag sollten mindestens drei Portionen Gemßse und zwei Portionen Obst auf dem Speiseplan stehen. 3. Bei Getreideprodukten wie Mehl, Brot und Nudeln sollte man auf die Vollkornvarianten setzen. Dabei ruhig auch mal zu Hßlsenfrßchten wie Linsen oder Bohnen greifen. 4. Milchprodukte (Kalziumlieferanten) in Form von Joghurt, Milch und Käse sollten täglich auf den Tisch kommen. Fisch sollte ein- bis zweimal pro Woche verzehrt werden, um den KÜrper mit Jod und Omega-3-Fettsäuren zu

6. Stark gezuckerte Lebensmittel sind in der Regel nährstoffarm, enthalten viele Kalorien und machen nicht lange satt. Deren Verzehr sollte deshalb die Ausnahme darstellen und Zucker mĂśglichst sparsam verwendet werden. 7. Ă„hnliches gilt fĂźr Salz. Zu viel Salz kann den Blutdruck in die HĂśhe treiben. Die DGE-Empfehlung: täglich nicht mehr als sechs Gramm Salz, bevorzugt mit Kräutern wĂźrzen. 8. Der FlĂźssigkeitsbedarf des KĂśrpers sollte Ăźberwiegend mit Wasser und ungesĂźĂ&#x;tem Tee gedeckt werden. Achtung: Auch alkoholische Getränke sind sehr kalorienreich. Anja Lang

Teilnehmer gesucht

Wie wirken Lebensmittel auf die Gesundheit Ihrer BlutgefäĂ&#x;e? Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems stellen in Deutschland mit die häufigsten Erkrankungen dar. FĂźr die erfolgreiche Prävention von Risikofaktoren fĂźr Herz-Kreislauferkrankungen spielt neben viel Bewegung und Vermeidung von Ăœbergewicht auch die Ernährung eine groĂ&#x;e Rolle.

Für eine Studie mit Traubenkernextrakt suchen wir nicht rauchende Männer und Frauen zwischen 40 und 75 Jahren, die leicht erhöhten Blutdruck haben, der aber noch nicht mit Medikamenten behandelt werden muss. Was haben Sie von einer Studienteilnahme?                                       ! "#$%                 !"## $%#$&'$( ) *)   +++)' ,) 


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Foto: AdobeStock/ugljesaras

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DAS GESCHÄFT MIT DEM PLUS Ernährung: Nahrungsmittel mit Gesundheitsversprechen iele Lebensmittelverpackungen werben mit Gesundheitsversprechen. Oft zu Unrecht, warnen die Verbraucherzentralen. Nur wenige Menschen können wohl von sich behaupten, täglich auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung zu achten. Für alle anderen kommen Lebensmittel, die das Fehlende ergänzen, wie gerufen, und tatsächlich finden sich immer häufiger Slogans auf Lebensmittelverpackungen, die dem Verbraucher bei Verzehr ein „besonderes Plus für die Gesundheit“ suggerieren. Um herauszufinden, ob Aussagen wie „stärkt das Immunsystem“ oder „steigert die Konzentrationsfähigkeit“ tatsächlich

gerechtfertigt sind, haben Verbraucherzentralen bundesweit einen Marktcheck durchgeführt – mit alarmierenden Resultaten. Viele Hersteller nutzten Schlupflöcher, um ihren Produkten ein besseres gesundheitliches Image zu verleihen, andere ließen die Vorgaben schlichtweg außer Acht, monieren Ernährungsexperten. Denn eigentlich lässt die EU bei Gesundheitswerbung kaum Spielraum: Seit 2012 existiert eine Verordnung, die Lebensmittelherstellern rund 250 gesundheitsbezogene Aussagen, sogenannte Health Claims, zu Werbungszwecken freigibt. Bei Kinderprodukten sind es elf. Die Verordnung regelt zudem, dass auf Lebensmitteln, deren Zusammensetzung aus ernährungsphysiologischer Sicht bedenklich ist, nicht mit Gesundheitsversprechen geworben werden darf. Trotz dieser Vor-

gabe wiesen über 40 Prozent der untersuchten Lebensmittel für Erwachsene und rund drei Viertel der Kinderlebensmittel Werbeaussagen auf, die gegen die EUVerordnung verstoßen. Zudem enthielt fast ein Drittel aller getesteten Produkte zu große Mengen an Zucker, Salz oder Fett, um aus Sicht der Ernährungsexperten das ausgewiesene Gesundheitsversprechen zu rechtfertigen. Obwohl schon vor Jahren beschlossen, fehlt bis heute eine dringend benötigte, rechtlich bindende Festlegung von Nährwertprofilen, die Höchstgrenzen für Lebensmittelzutaten wie Zucker, Fett und Salz festschreiben. Im Gegenteil: Die EU-Kommission kündigte bereits im Oktober 2015 an, dass die Nährwertprofile ab 2016 grundsätzlich auf dem Prüfstand stünden; im April letzten Jahres wiederum

plädierten die Abgeordneten des EU-Parlaments für eine komplette Streichung. „Sollten die Nährwertprofile tatsächlich vollständig entfallen, würde der HealthClaims-Verordnung ihr Herzstück genommen. Ohne diese können Hersteller Fett- und Zuckerbomben mit Vitaminen & Co. anreichern und ihnen damit einen gesunden Anstrich verpassen“, konstatiert Christiane Manthey, Abteilungsleiterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale BadenWürttemberg. Tatsächlich lassen die Untersuchungsergebnisse auch in anderer Hinsicht die AlarmFoto: AdobeStock/brokkoli

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glocken schrillen. Wer oft zu angereicherten Lebensmitteln greift, riskiert gesundheitliche Probleme, lassen die Ergebnisse diverser Studien vermuten. Ăœberdies kann ein permanenter Ăœberschuss an bestimmten Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinflussen. Obgleich das Bundesministerium fĂźr Ernährung und Landwirtschaft fĂźr 2017 ankĂźndigte, nationale HĂśchstwerte fĂźr Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmitteln erarbeiten zu lassen, fehlen diese Angaben bislang. Die Versäumnisse gehen direkt zulasten der Verbraucher, denn ohne Aufklärung fehlt oft ausreichendes Hintergrundwissen, um den Wahrheitsgehalt und die vermeintlichen Vorteile von Gesundheitsversprechen realistisch ein-

zuschätzen. Es entscheiden allein der Glaube und das Geld im Portemonnaie.

BESSERE KENNZEICHNUNG „Die Verbraucher bekommen bei Lebensmitteln mit Gesundheitswerbung derzeit häufig eine ,Mogelpackung‘, die ihnen mithilfe des Lebensmittelmarketings auch noch teuer verkauft wird. Vom EU-Parlament fordern wir deshalb dringend endlich die Festlegung von Nährwertprofilen sowie HĂśchstwerte fĂźr die Anreicherung mit Mikronährstoffen, wenn Lebensmittel mit besonderen Gesundheitseigenschaften gezielt beworben werden sollen“, verlangt die VerbraucherschĂźtzerin Christiane Manthey. Marisa Sass-Baitis

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Mogelpackung? Die sogenannten Health Claims helfen vor allem dem Umsatz des Herstellers, nicht unbedingt aber der Gesundheit der Kunden. Foto: AdobeStock/goolyash


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PILLEN FÜR SCHWANGERE Ernährung: Vitaminpräparate in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft werden Folsäure und Jod als Nahrungsergänzung empfohlen. Bei ausgewogener Ernährung sind zusätzliche Präparate in der Regel nicht notwendig. Foto: Adobe Stock/travelguide

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eit Jahren boomt der Gesundheitsmarkt im Bereich Supplements. Angesprochen werden auch Schwangere, die mit Nahrungsergänzungsmitteln der Pharmaindustrie überschüttet werden. Jod, Eisen oder Omega3-Fettsäuren sind in jeder Drogerie erhältlich und versprechen Gesundheit für Mutter und Kind. Spezialisten sind sich einig und raten größtenteils von den Präparaten ab. Beim Schlendern durch die Drogeriemärkte fallen bunte Dosen und Pulver in jeglichen Varianten auf. Bekannte Begriffe sind Magnesium, Vitamin C oder Zink, die gegen Krämpfe, Kopfschmerzen oder unreine Haut wirken sollen. Gerade in der Schwangerschaft sollten sich Frauen aber nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln eindecken, ohne über die Risiken nachzudenken. Die bisherige gesunde Ernährung reicht auch in der Schwangerschaft aus. „Mit einer abwechslungsreichen Ernährung hat niemand Mangelerscheinungen zu befürchten“, setzt Theresa Stock als Ernährungsberaterin und Fitnesscoach gegen den Pillenwahn. Die Studioleiterin aus Gelnhausen stellt klar, dass nahezu alle nötigen Nährstoffe über

das Essen aufgenommen werden. „Mit Antioxidantien aus Beeren, Brokkoli, Eiern oder Fisch ist ein Großteil der Mineralien schon abgedeckt“, sagt Stock. Wichtig sei, darauf zu achten, dass Folsäure enthalten ist. Diese ist für die Entwicklung des Fötus essenziell und verhindert einen sogenannten offenen Rücken beim Embryo (Spina bifida). Ebenso sollten Gerichte mit Jod auf der Speisekarte stehen. „Brot, Spinat oder Milch sind super Jodlieferanten und stärken zudem den Knochenbau“, erklärt die 24-Jährige. Auf Zucker und ungesunde Fette

wie Chips sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden. „Dann lieber zur Avocado greifen, die reich an Nährstoffen ist“, schlägt die Ernährungsexpertin vor. Ebenso ist von Diäten in dieser Zeit abzuraten. Schwangere sollten die Größe ihrer Mahlzeiten wie zuvor beibehalten und keine Panik bekommen, da nun zwei von der Mahlzeit zehren. Wenn überhaupt, könne es in den letzten Monaten der Schwangerschaft zu leicht erhöhtem Hunger kommen. Hier gilt es, die Beherrschung nicht zu verlieren. „Gewichtsprobleme nach der Entbindung stehen nur selten mit

der Schwangerschaft in Verbindung“, erklärt die ehemalige Bürokauffrau. Zu verhindern ist die Gewichtszunahme nur durch einen sportlichen Lebensstil – schon vor der Schwangerschaft. Denn wer sich bewegt, stärkt das Gewebe und kurbelt seinen Stoffwechsel an. Wurde Sport in der Vergangenheit gemieden, wird es schwieriger mit der schlanken Taille. „Auch hier helfen keine Diätpillen oder nährstoffarme Sattmacher“, stellt Theresa Stock klar. Auch Dr. Daniela Graf, Ernährungswissenschaftlerin des MaxRubner-Instituts, stellt sich Pillen

Nahrungsergänzungsmittel für Schwangere gibt es in jeder Drogerie zu kaufen. Foto: Adobe Stock/Maksym Yemelyanov


fokusMEDIZIN & Co. in den Weg: „Bei ausgewogener Ernährung sind selten zusätzliche Präparate nĂśtig. Allerdings ist die Schwangerschaft eine Zeit mit erhĂśhtem Bedarf an bestimmten Mineralstoffen, weshalb hier die Einnahme von Folsäure und Jod empfohlen wird.“ Je nach Lebensstil und Ernährungsweise kann es nĂśtig sein, auch andere Nährstoffe zusätzlich einzunehmen. Dies sollte aber immer in Absprache mit dem zuständigen Gynäkologen erfolgen. „Fehlen Nährstoffe, wissen die Schwangerschaftsexperten am besten Bescheid und kĂśnnen, falls nĂśtig, Nahrungsergänzungsmittel verschreiben.“

LIEBER ZUM ARZT ALS INS INTERNET Auch von vermeintlich gesunden Pflanzenextrakten sollten Schwangere aufgrund fehlender Langzeitstudien die Finger lassen, weiĂ&#x; die 34-jährige Ernährungswissenschaftlerin des Instituts fĂźr Physiologie und Biochemie der Ernährung. Auf dem Boden der Tatsachen empfehlen Hebammen und Ă„rzte Jod und Folsäure. Diese Mineralien fĂśrdern die Gesundheit des Kindes und werden präventiv oft schon drei Wochen vor der Schwangerschaft eingenommen. Aufpassen sollten angehende MĂźtter mit den fettlĂśslichen Vita-

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Gesundes Essen: Vitamin C steckt in Avocados, Folsäure in grßnem Gemßse. Seefische, Meeresfrßchte, Hummer und Garnelen liefern Jod. Foto: AodbeStock/komarinansk

minen, da sie im Vergleich zu wasserlĂśslichen nicht so schnell ausgeschieden werden. „EDKA ist eine gute EselsbrĂźcke. Jeder Buchstabe steht fĂźr ein fettlĂśsliches Vitamin, alle anderen sind wasserlĂśslich“ erklärt Graf. WasserlĂśsliche Vitamine werden nicht im KĂśrper angereichert, weshalb nur bei extrem hohen Dosierungen mit negativen Effekten zu rechnen ist. Das Portal Netzwerk „Junge Familie“ gibt Tipps und Infos zur richtigen Ernährung in der Schwangerschaft. Auch Manuela Rauer vom Deutschen Hebammenverband rät zu gesundem Essen. „Im ersten Beratungsgespräch mit den schwangeren Frauen kläre ich, welches Wissen Ăźber Ernährung

vorhanden ist“, erzählt Rauer. Oftmals seien die werdenden MĂźtter schon gut informiert.

FOLSĂ„URE UND JOD SIND O. K. Den Trend zu fleischloser Kost begrĂźĂ&#x;t die Hebamme. Denn: Vegetarier und Veganer mĂźssen seltener beraten werden. Sie wissen in der Regel, wie sie fehlende Nährstoffe ausgleichen kĂśnnen. „Bei EssstĂśrungen rate ich hingegen zu einem Therapeuten, damit Ursachen geklärt werden kĂśnnen“, sagt Hebammenberaterin Rauer. Viele Frauen bekämen in ihrer Schwangerschaft das GefĂźhl, sie seien unterversorgt. Die Angst mĂśchte Rauer nehmen

und schlieĂ&#x;t sich der Meinung der Experten an: „Folsäure und Jod ja, alles andere nein.“ Folsäure sei allerdings nur in den ersten drei Monaten sinnvoll, da der FĂśtus nach diesem Stadium schon weitestgehend ausgebildet sei. „Wenn der Wunsch nach Medikamenten dennoch besteht und der WohlfĂźhl-Faktor damit steigt, empfehle ich Vitamin-Kombipräparate aus der Apotheke“, so Rauer. Vom Glauben an Statistiken aus der Pharma-Branche rät die 52-Jährige ab und verweist auf die Bundeszentrale fĂźr gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dort finden Interessierte Tipps und Ratgeber zur Schwangerschaft. Leila Haidar

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Brennende, ausstrahlende Schmerzen, die durch Kribbeln oder Taubheitsgefßhle begleitet werden, deuten oft auf Nervenschmerzen hin. Neben der ßblichen Behandlung spielt auch die Ernährung eine bedeutende Rolle. Es wurde gezeigt, dass B-Vitamine und spezifische Nervenbausteine einen positiven Einfluss haben kÜnnen.


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RAN AN DEN SPECK Ernährung: So geht gesundes Abnehmen

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izza vor dem Fernseher; Pommes und Cola, wenn es schnell gehen muss – Zeitnot, Stress und Überforderung gehen oft zulasten der Ernährung. Übergewicht ist die Folge. Wird dem Körper mehr Energie mit der Nahrung zugeführt, als er durch Grundumsatz und körperliche Aktivität verbraucht, lagert sich der Überschuss in Form von Körperfett ab. Die Zahlen sind besorgniserregend: In Deutschland sind 59 beziehungsweise 37 Prozent der berufstätigen Männer und Frauen übergewichtig, bei Älteren an der Grenze zum Pensionsalter steigt die Zahl auf 74,2 respektive 56,3 Prozent. Hat sich das „Hüftgold“ erst einmal festgesetzt, ist es mit der Reduktion des täglichen „Inputs“ allein meist nicht getan. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) basiert gesundes und nachhaltiges Abnehmen auf drei Säulen. Motor Motivation Der Weg zur Wohlfühlfigur ist lang und mit Stolpersteinen gepflastert. Um Entmutigung und Aufgabe vorzubeugen, hilft die Unterteilung in übersichtliche und vor allem realistische Etappen. Ist ein

Zwischenziel erreicht, winkt eine kleine Belohnung. Ebenso wie Lob und Unterstützung von Familie und Freunden spornt eine solche Anerkennung der eigenen Leistung zum weiteren Durchhalten an. Tschüss Leberkäsweck, Hallo Salatblatt? Kaum jemand schafft es, konsequent und dauerhaft allen kulinarischen Versuchungen zu widerstehen; andererseits droht bei Diäten der Jo-Jo-Effekt als Folge

Wer die Treppe nimmt, verbrennt Kalorien. Foto: AdobeStock/dzimin

der abrupten, zeitlich begrenzten Nahrungsumstellung. Daher rät die DGE zu einer behutsamen und beständigen Änderung der Ernährungsgewohnheiten, wobei schon kleine Variationen im Speiseplan eine sichtbare Wirkung erzielen können: Eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke zeigt, dass der Austausch von energiereichen Lebensmitteln zugunsten solcher mit niedriger Energiedichte, aber hohem Ballaststoff- und Wassergehalt zur Reduktion des Körpergewichts adipöser Personen führt. Jeder Gang macht schlank Tatsächlich verbrennt jeder Spaziergang, jede zu Fuß genommene Treppe, jeder Tritt in die Fahrradpedale Energie und hilft, Fettdepots abzubauen. Quasi als Extrabonus punkten aktive Menschen mit gesundem Teint, straffer Muskulatur und kommen ausgeglichener und kontaktfreudiger daher als Bewegungsmuffel. Aller Euphorie zum Trotz mahnen Experten zu Realismus: Wer zu schnell zu viel erreichen will, erreicht meistens gar nichts. Es gehe nicht darum, in minimaler Zeit ein Maximum an Gewicht zu

verlieren, sondern um eine langsame, aber dafür beständige Umstellung der Alltagsgewohnheiten. Zudem sollte man daran denken, dass auch das ungeliebte Fettgewebe zahlreiche wichtige Aufgaben hat: Es dient als Energiespeicher, Kälteisolierschicht und mechanischer Schutz – ein bisschen darf also gerne bleiben. Die Schlacht ist gewonnen, wenn das eigene Spiegelbild zu einem anerkennenden Lächeln verlockt. Marisa Sass-Baitis

Info DIE TOP TEN DER KALORIENBOMBEN: Für viele unverzichtbar auf Pasta: Parmesan (440 kcal/100 g jeweils) landet auf Platz zehn. Es folgen Kekse (480 kcal), Croissant (508 kcal), Nuss-Nugat-Creme (522 kcal), Kartoffelchips (530 kcal), Schokolade (537 kcal), Waffeln (554 kcal), Erdnussbutter (598 kcal), Haselnüsse (636 kcal). Spitzenreiter ist Butter (741 kcal). Zum Vergleich: 30 Minuten zügiges Radfahren verbrennt rund 410 kcal.


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HERBSTZEIT IST ERKÄLTUNGSZEIT Allgemeinmedizin: Hausmittel dienen der Vorbeugung

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is zu viermal im Jahr erwischt es einen Erwachsenen mit triefender Nase, Kopfschmerzen und Husten. Bei Kindern sind es sogar bis zu sechs Erkältungszyklen. Im Grunde hilft nur Vorbeugung. Hat es uns einmal erwischt, gilt es: Schnupfen aushalten und Symptome lindern. „Schon wenn sich die ersten Symptome zeigen, kann man mit rezeptfreien Mitteln relativ viel machen, zum Beispiel mit einem Nasenspray. Das hält die Atemwege frei und hilft nebenbei auch, die Nasennebenhöhlenentzündungen zu vermeiden“, erläutert Hans Haltmeier, Chefredakteur der „Apotheken Umschau“.

BETTRUHE IST NUR BEI FIEBER NÖTIG Schließlich vermehren sich die Viren vor allem in der Nase. Im Nasenschleim ist ihre Dichte am höchsten. „Außerdem ist es natürlich immer gut, sich warm

zu halten. Aber das Zimmer dabei nicht überheizen: höchstens 20 Grad. Besser in eine warme Decke kuscheln!“, so der Biologe. Trotz Husten und tropfender Nase: Im Bett bleiben muss man nicht, wenn man erkältet ist. „Bettruhe ist eigentlich nur bei Fieber nötig. Wenn man kein Fieber hat, ist es besser, auch mal einen Spaziergang an der frischen Luft zu machen. Das hilft den Schleimhäuten und dem Immunsystem, die Viren effektiver zu bekämpfen.“ Groß ist der Umsatz an Mitteln, mit denen Ärzte oder Patienten versuchen, den Verlauf der meist viralen Infektionen abzuschwächen und zu verkürzen. Von welchen Therapien nach derzeitigem Wissensstand wirklich Hilfe zu erwarten ist, das haben Miriam Croessmann vom Sana-Klinikum Offenbach und Professor Markus Rose von der Universität Frankfurt/Main zusammengefasst. Das Ergebnis ist

ernüchternd: Die Wirksamkeit der meisten Präparate ist sehr subjektiv und wissenschaftlich kaum nachweisbar. Zwar verschwinden einzelne Symptome für wenige Stunden, etwa Kopfschmerzen oder die verstopfte Nase, die Krankheit werde aber meistens weder verkürzt noch tatsächlich leichter ertragen.

HONIG BEGÜNSTIGT DEN SCHLAF Ganz im Gegenteil: Die oftmals geringe Wirksamkeit der Präparate muss gegen die teilweise starken Nebenwirkungen, vor allem bei Kindern, abgewogen werden. Einige Mittel sind für unter Zwölfjährige überhaupt nicht geeignet. Ganz schlecht sind Antibiotika: Lediglich bei etwa fünf Prozent aller Erkältungsepisoden sind Bakterien beteiligt. „Antibiotika haben aus diesem Grund keinen nennenswerten Nutzen, jedoch teils erhebliche Nebenwirkungen“, heißt es in der

Studie. Kampfer, Menthol und Eukalyptusöl haben bei Kindern keine Wirkung auf Husten oder Schnupfen, aber Kind und Eltern schlafen besser. Eltern sollten wissen, dass Einreibemittel und Tropfen auf Basis ätherischer Öle zu Atemwegsreizungen bis zum Bronchospasmus führen können. Gut abgeschnitten hat Honig bei Kindern im Alter über einem Jahr. Hier kann ein Löffel am Abend den Husten bessern und den Nachtschlaf günstig beeinflussen. Auch Zink scheint zu helfen: Die Erkältung dauert bei Erwachsenen dann etwas kürzer. Außerdem helfen bei leichten Atemwegsinfektionen Probiotika, wie sie in Joghurts oder Joghurtdrinks vorkommen. MeerwasserSpülungen helfen bei Kindern gegen verstopfte Nase als Ersatz für Nasensprays. Umckaloabo hilft Erwachsenen bei Erkältung und Kindern bei Bronchitis. Leila Haidar


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DOKUMENT FÜR DEN ERNSTFALL Foto: AdobeStock/Stockfotos-MG

Allgemeinmedizin: Die Patientenverfügung legt medizinische Maßnamen fest

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s ist keine Frage des Alters, sich Gedanken über eine Patientenverfügung zu machen. Ein Unfall, eine Operation mit Komplikationen oder eine Krankheit können Menschen in eine Situation bringen, in der sie sich nicht mehr selbst äußern können, und unfähig sind, eigene Entscheidungen zu treffen. Mit einer Patientenverfügung lässt sich Vorsorge für diesen medizinischen Ernstfall treffen. Aber: Ein Kreuz hier, ein Kreuz dort und eine Unterschrift, so einfach ist das allerdings nicht. Wer eine Patientenverfügung erstellt, muss sich mit dem Thema auseinandersetzen. „Was viele nicht bedenken – bei der Patientenverfügung geht es ja nicht nur darum, dass ich Maßnahmen ablehne, sondern ich lege damit auch fest, welche ärztliche und

Während ältere Menschen die Frage nach dem formalen Aufbau und Inhalt der Patientenverfügung umtreibe, stünden jüngere Anrufende eher dem Ernstfall gegenüber und seien damit konfrontiert, deren Inhalt etwa bei einem Elternteil umzusetzen. Auch wenn sich nicht alle Situationen regeln lassen, in der die Patientenverfügung zum Einsatz kommen kann, so ist es doch wichtig, jene präzise zu beschreiben, die einem wichtig sind – seien es die letzten Le-

bensstunden, die Situation nach einem Schlaganfall oder das Endstadium einer Demenz. „Anhand der Beschreibung sollte sich der Patientenwille für eine konkrete Lebens und Behandlungssituation eindeutig und sicher feststellen lassen“, betont Annette Holthöfer. Eine Aussage wie „Ich will nicht an Schläuchen hängen“ ist zu ungenau. Die Broschüre „Patientenverfügung“ des Bundesministeriums für Verbraucherschutz bietet Textbausteine zur Formulierung der Patientenverfügung. Auch Verbraucherzentralen und Krankenkassen geben Auskunft, auch das Gespräch mit dem Hausarzt kann hilfreich sein. Je mehr Rückschlüsse die Patientenverfügung auf die Persönlichkeit des Patienten zulässt, umso besser kann der Arzt im Ernstfall rekonstruieren, was der Patient in der vorliegenden Situation gewollt hätte. Sinnvoll ist es daher auch, Punkte wie etwa den Glauben, die Einstellung zum Leben und Sterben oder wovor man Angst hat, mit aufzunehmen. Wirksam wird die Patientenverfügung mit der Unterschrift eines einwilligungsfähigen Volljährigen. Eine notarielle Beurkundung ist nicht erforderlich. Und: Sie gilt so lange, bis sie widerrufen wird. „Der Einsatz lohnt sich“, sagt Annette Holthöfer, auch weil man damit sicherstelle, dass im Ernst-

nur die knöchernen Bestandteile des Gelenkes betroffen sind, auch die hüftumgebende Muskulatur kann unabhängig vom Knochen mit den Jahren Defizite aufweisen. Kommt das Gleichgewicht dieser Muskeln durcheinander, bewegt sich die Hüfte nicht mehr „rund“ und ist nicht mehr zentriert. Dadurch entstehen Änderungen im Bewegungsablauf. Diese führen zu Reizungen und

im langjährigen Verlauf auch zu einer Verstärkung der Arthrose. Einer der zentralen Pfeiler der Hüftzentrierung ist die mittlere und kleine Gesäßmuskulatur. Häufigstes Symptom bei einer Fehlfunktion ist eine Schleimbeutelreizung über dem äußeren Hüftknochen. Die Diagnostik erfolgt durch klinische Untersuchung und MRTBildgebung. Therapeutisch stehen sowohl konservative als

pflegerische Behandlung ich im medizinischen Ernstfall wünsche,“ erklärt Annette Holthöfer von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

BEHANDLUNG IM VORAUS FESTLEGEN

fall die persönlichen Wünsche berücksichtigt werden. „Man entlastet auch seine Angehörigen, Entscheidungen über Leben und Tod treffen zu müssen.“

ENTLASTUNG FÜR ANGEHÖRIGE Wichtiger Punkt in der Patientenverfügung ist der Hinweis auf eine Person, der man eine Vorsorgevollmacht für Gesundheitsangelegenheiten erteilt hat. Damit ist der Bevollmächtigte in der Lage, anstelle des Patienten Entscheidungen zu treffen. Er erhält Auskunft von den Ärzten zu dessen Gesundheitszustand und der Behandlung und kann so darauf achten, dass die in der Patientenverfügung aufgeführten Wünsche umgesetzt werden. „Mit dieser Vertrauensperson, ein Familienangehöriger oder Freund sollten man den Inhalt der Verfügung genau besprechen“, sagt Annette Holthöfer. Sie rät, offen über das Thema im Familien- und Freundeskreis zu sprechen. Julia Alber

Info Mehr Informationen zur Patientenverfügung gibt es im Internet: www.patientenberatung.de www.bmjv.de

Expertentipp Wenn die Hüfte klemmt Bei älteren Menschen werden Schmerzen in der Hüfte durch eine sogenannte Arthrose verursacht. Es handelt sich dabei um eine verschleißbedingte Erkrankung der Gelenke, das heißt der knöchernen Bestandteile. Seit einiger Zeit weiß man jedoch, dass vom Verschleiß nicht

Dr. med. Matthias Hauschild, Ärztlicher Direktor der Arcus Klinik, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

auch operative Ansätze zur Verfügung.


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PHAKE-LINSEN STATT BRILLE Augenheilkunde: Mit einer Linse mehr zur guten Sicht

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ut zu sehen, ist keine Selbstverständlichkeit. Damit ein scharfes Bild entsteht, müssen Linse und Hornhaut des Auges die einfallenden Lichtstrahlen richtig bündeln, bevor diese auf die Netzhaut treffen. Brillen werden zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit genutzt, es gibt Kontaktlinsen sowie verschiedene Arten der Laser-Behandlung – und die sogenannten Phake-Linsen. Diese Linse kommt bei hohen Fehlsichtigkeiten zum Einsatz und wird zusätzlich zur körpereigenen Linse in das Auge eingesetzt. Die 15- bis 20-minütige Operation findet meist ambulant und unter örtlicher Betäubung statt. Durch einen minimalen Einschnitt im äußeren Bereich der Hornhaut, der sich nach dem Eingriff in der Regel von allein verschließt und nicht vernäht werden muss, führt der Operateur die Linse ein. „Je nach Lage im Auge wird unterschieden zwischen Vorder- und Hinterkammerlinse“, erläutert Professor Dr. Michael Knorz von der gemeinsamen Kommission für Refraktive Chirurgie des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands e. V. und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft. Die Vorderkammerlinse wird dabei in der vorderen Augenkam-

Info Informationen und Adressen von zertifizierten Operateuren unter www.augeninfo.de. Foto: AdobeStock/tranac

Üblicherweise kommen diese Linsen bei starker Fehlsichtigkeit zum Einsatz, d. h. bei einer Kurzsichtigkeit ab mindestens –6 Dioptrien, einer Weitsichtigkeit ab +3 Dioptrien. Zusätzlich zur Kurzund Weitsichtigkeit lassen sich auch Hornhautverkrümmungen korrigieren. Die Patienten sind im Schnitt zwischen 20 und 45 Jahre alt. Ju-

mer platziert, dem Bereich zwischen Hornhaut und Regenbogenhaut. Um ein Verrutschen zu vermeiden, werden diese Linsen an der Regenbogenhaut (Iris) fixiert. Die Hinterkammerlinse wird in die hintere Augenkammer eingebracht. Sie liegt somit hinter der Regenbogenhaut und vor der natürlichen Linse. „Beide Linsentypen werden gleichberechtigt verwendet“, erklärt Augenarzt Knorz. Viele Ärzte würden jedoch die Hinterkammerlinse bevorzugen, da diese nicht festgemacht werden muss und leichter einzusetzen ist. „Auch sind deren mögliche, aber überaus seltene Nebenwirkungen, wie etwa ein grauer Star, harmloser und leichter zu behandeln“, merkt er an. Wenn es, was ebenfalls äußerst selten ist, bei der Vorderkammerlinse zu einer Eintrübung der Hornhaut kommt, wird eine Transplantation nötig. Wie bei jeder Operation kann es beim Einsatz der Phake-Linsen zu Infektionen kommen. Eine Diagnostik durch den Arzt im Vorfeld und engmaschige Kontrollen nach der OP beugen solchen Fällen vor.

gendliche unter 18 Jahren sind von dieser Art der Sehkorrektur ausgeschlossen.

VORTEIL: KLARES SEHEN Was gegen den Einsatz von Phake-Linsen spricht sind zum Beispiel Netzhauterkrankungen, ein grüner Star, eine Schwangerschaft und die Altersweitsichtigkeit. Vorteile sind, dass sie die Korrektur sehr hoher Fehlsichtigkeiten bei guter Verträglichkeit ermöglichen, zum klaren Sehen über das gesamte Blickfeld verhelfen, kein Fremdkörpergefühl verursachen und auch wieder austauschbar sind. Je nach Linsentyp muss mit Kosten von 2500 bis 3500 Euro pro Auge gerechnet werden. Julia Alber

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NUR EIN KLEINER SCHNITT Chirurgie: Fortschritte bei Herzoperationen

ie Herzchirurgie macht enorme Fortschritte. Immer mehr Patienten kann mit modernen Verfahren und schonenden Eingriffen geholfen werden. Noch vor einem Vierteljahrhundert starben nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) 325 von 100 000 Menschen in Deutschland an einer der vier häufigsten Herzerkrankungen: Herzinsuffizienz, Angina pectoris, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen. Bis 2015 sank diese Zahl um mehr als 20 Prozent. Diese Entwicklung ist vor allem auf die Fortschritte in der Herzchirurgie zurückzuführen, denn häufig kann eine Schädigung des Herzens nur operativ beseitigt werden.

NEUE, SCHONENDE OP-VERFAHREN Insgesamt wurden im Jahr 2015 in Deutschland rund 128 000 Herzoperationen durchgeführt. Die Überlebensrate nach chirurgischen Eingriffen ist mit zurzeit rund 97 Prozent über die letzten 15 Jahre zwar gleich geblieben, was aber ebenfalls eine qualitative Steigerung bedeutet. „Seit 1990 ist ein kontinuierlicher

Anstieg von Patienten höheren Alters zu beobachten“, berichtet Dr. Wolfgang Harringer, erster Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG). Diese Gruppe sei deutlich geschwächter und anfälliger für Begleiterkrankungen. 2015 waren bereits 15 Prozent aller herzchirurgischen Patienten 80 Jahre und älter. Der wichtigste Qualitätsfaktor sind schonende Operationsverfahren. Dazu gehören vor allem die sogenannten nicht- oder minimalinvasiven Eingriffe, deren Entwicklung immer weiter fortschreitet. Selbst Reparaturen an Herzklappen oder an der Herzwand erfolgen inzwischen in vielen Fällen ohne Öffnung des Brustkorbs. Über einen nur sehr kleinen Schnitt werden ein Endoskop und

weitere Geräte bis ins Herz eingeführt. Es bleibt eine kaum sichtbare Operationsnarbe zurück. Die Patienten erholen sich schneller und haben nach dem Eingriff weniger Schmerzen. Als Meilenstein gilt der inzwischen obligatorische Einsatz interdisziplinärer Herzteams, in denen die verschiedenen Teildisziplinen Herzchirurgie, Kardiologie, Kinderkardiologie und Anästhesie ihr Wissen und ihre Erfahrung bündeln. Harringer: „ D i e s e Teams bilden die optimale persone lle Basis für eine erfolgreiche Behandlung.“ Koronare Erkrankungen – der Begriff stammt von „corona“ (lateinisch = Kranz) und bezieht sich auf die Herzkranzgefäße – sind Foto: Adobe Stock/Gunnar Assmy

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die häufigste Todesursache. Ablagerungen an den Gefäßwänden – sogenannte Plaques –, Arterienverkalkungen und Gefäßverengungen bis hin zu Verschlüssen: Dann wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Der Herzmuskel stirbt ab, es kommt zum Herzinfarkt. Zur Vorbeugung können blutverdünnende Medikamente eingesetzt oder Ballons in die Gefäße eingebracht werden, um diese offen zu halten bzw. zu weiten. Helfen diese Maßnahmen nicht mehr, wird ein sogenannter Bypass gelegt, der die Verengungen umgeht. Er wird in der Regel aus Venenabschnitten eines Beins, eines Unterarms oder einer

BYPÄSSE AUS EIGENEM VENENMATERIAL Schlagader des Brustbeins geschaffen. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose. Die Haut wird auf Höhe des Brustbeins aufgeschnitten, das Brustbein mittig durchtrennt und anschließend das Herz „ruhiggestellt“. Eine Herz-LungenMaschine erhält den Kreislauf während der Operation aufrecht. Wenn Herzklappen verengt sind

Foto: AdobeStock/s_l

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Schnell handeln: Bei Verdacht auf Herzinfarkt müssen sofort lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden. Etwa 40 Prozent der Patienten sterben innerhalb von 28 Tagen. Foto: AdobeStock/hriana

oder nicht richtig schließen, ist der Blutfluss nachhaltig gestört und es kommt zu einer lebensbedrohlichen Überbelastung des Herzens. Eine geschädigte Herzklappe kann repariert oder muss durch eine künstliche, die der Hirnhaut oder des Herzbeutels von Schweinen, Rindern, Kälbern oder Pferden entstammt, ersetzt werden. Krankheiten oder Infektionen können wichtige Zellen schädigen, die den Schlagrhythmus des Herzens steuern. In diesem Fall wird ein Herzschrittmacher unterhalb des Schlüsselbeins implantiert. Mit ihm verbunden ist ein Sensor, der permanent die Herzfrequenz misst und erforderlichenfalls einen Elektroimpuls auslöst. Die Operation gehört in vielen Herzzentren zum Standard und kann ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Bei Patienten, die bereits einen Infarkt erlitten haben oder unter bedrohlichen Herzrhythmusstörungen bis hin zu lebensbedrohlichem Kammerflimmern leiden, wird oft ein Schrittmacher mit drei Sonden verbunden, von denen jeweils eine in den rechten Vorhof sowie in die rechte und linke Herzkammer eingebracht wird. Auch dies erfolgt meist unter örtlicher Betäubung. Im Gegensatz zum Kammerflimmern ist Vorhofflimmern, etwa infolge einer Infektion des Herz-

muskels, zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, es können sich aber Blutgerinnsel bilden. Die Herzchirurgie setzt in solchen Fällen verschiedene Verfahren ein: Radiofrequenz, Kälte, Ultraschall oder Mikrowellen. Aus dem Takt geratene Zellen werden gezielt zerstört und dadurch das Flimmern beseitigt.

MÄNGEL BEI DER PRÄVENTION Die „höchste Kunst“ der Herzchirurgie bleibt natürlich die Herztransplantation, die zum ersten Mal 1967 vom südafrikanischen Chirurgen Christiaan Barnard erfolgreich durchgeführt wurde. Sie kommt zum Einsatz, wenn alle anderen Behandlungen erfolglos bleiben oder aussichtslos sind. Spenderorgane sind rar, die Wartezeit ist lang. Künstliche Herzen können die Wartezeit bis zu einer Transplantation überbrücken. Im europäischen Vergleich der Sterblichkeit an Herz-KreislaufErkrankungen schneidet Deutschland schlecht ab. „An der Spitze steht Deutschland im Mangel an Präventionsstrategien“, so Prof. Dr. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Er fordert mehr Gesundheits-Check-ups sowie Ernährungs- und Bewegungsangebote. Manfred Godek

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OBACHT BEI DER OHRENREINIGUNG HNO-Medizin: Bei Verwendung von Wattestäbchen droht Hörverlust

Finger weg von Wattestäbchen: Eine professionelle Ohrenreinigung beim HNO-Arzt kostet Zeit, ist aber sicher. Foto: Adobe Stock/Andy Ilmberge

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iele Menschen greifen zu Wattestäbchen, um ihre Ohren zu reinigen. Experten warnen jedoch davor, denn der Körper regelt das im Normalfall selbst. Das Ohr ist ein komplexes und äußerst wichtiges Organ. Damit es sauber und funktionstüchtig bleibt, produzieren Drüsen im Gehörgang ständig Ohrenschmalz, das Mediziner als Cerumen bezeichnen. Diese gelblichbraune, fettige Substanz befeuchtet den Gehörgang und schützt ihn vor Infektionen. Da sich das Cerumen vom Trommelfell nach draußen bewegt, werden gleichzeitig Schmutz, Staub und abgestorbene Hautzellen in Richtung Ohrmuschel

befördert. „Auf diese Weise reinigt sich das Ohr im Normalfall selbst“, erklärt Prof. Dr. Roland Laszig, Direktor der UniversitätsHNO-Klinik in Freiburg. „Wer jedoch Wattestäbchen in das Ohr einführt, schiebt das Ohrenschmalz wieder zurück in Richtung Trommelfell.“ Und das kann gefährlich werden.

Entsteht ein Pfropf aus Cerumen im Ohr, leiden Betroffene unter einem oftmals unangenehmen Druckgefühl und unter eingeschränktem Hörvermögen. Dies kann auch passieren, wenn der

Körper zu viel Ohrenschmalz produziert oder der Reinigungsprozess gestört ist. In verstopften Ohren haben spitze Gegenstände oder Wattestäbchen nichts zu suchen. „Die Haut im Ohr ist sehr zart und empfindlich und kann durch die Reinigungsversuche der Patienten schnell verletzt werden“, warnt Prof. Roland Laszig. Nicht wenige experimentieren sogar mit spitzen Bleistiften oder Büroklammern. Die Erfolgsaussichten sind gering, die Verletzungsgefahr groß. „Man müsste ja hinter das Cerumen kommen, um es aus dem Ohr heraus zu befördern“, erklärt der Experte. Und das ist dann Sache des Hals-

eines Teilgelenkersatzes (sog. Schlittenprothese) möglich ist. Der Vorteil ist ein kleinerer Zugangsweg, da die Operation in minimalinvasiver Technik erfolgt. Positiv im Vergleich zur „Vollprothese“ sind außerdem ein kürzerer Krankenhausaufenthalt, eine schnellere Erholung sowie eine geringere Komplikationsrate. Weiterhin findet sich bei der Teilprothese ein besseres Bewegungsausmaß, da sämtliche

Bandstrukturen erhalten bleiben und nur das erkrankte, innere Segment ersetzt wird. Vor einer OP muss eine Überprüfung der Eignung für einen Teilgelenkersatz durchgeführt werden. Dabei können die Krankengeschichte und die Untersuchung des Patienten wichtige Hinweise liefern. Bildgebend sind Röntgenbilder des Kniegelenks unter Belastung und eine Aufnahme der Kniescheibe aus-

HOHE VERLETZUNGSGEFAHR

Nasen-Ohren-Arztes. Er kann überschüssiges Ohrenschmalz entfernen und die Ohren professionell reinigen. Das gilt auch für Patienten, deren Ohr zu viel Cerumen produziert. „Betroffene sollten die Ohren nicht selbst reinigen, sondern immer einen Arzt konsultieren.“ Wattestäbchen wurden bereits 1926 erfunden und sind seither besonders im englischsprachigen Raum auch unter dem Namen Q-tips bekannt. Heute gibt es jedoch eine Vielzahl an Herstellern und Marken. Wattestäbchen werden für die Schönheits- und Säuglingspflege oder zum Schminken verwendet, dürfen aber nicht in den Gehörgang eingeführt werden. Für die Reinigung empfehlen Experten vielmehr, das Ohr beim Duschen mit klarem Wasser zu spülen. Das verflüssigte Sekret kann dann mit einem Taschentuch oder einem Wattebausch abgetupft werden. „Oder man reinigt das Ohr nach dem Duschen einfach mit der Handtuchspitze“, rät Prof. Roland Laszig. „Wer nasse Ohren mit einem Wattestäbchen trocknen möchte, sollte lieber zum Föhn greifen oder nach dem Schwimmen das Wasser durch Seitenlage aus dem Ohr laufen lassen.“ Denn durch falsche Ohrenpflege kann es sogar zu Verletzungen des Trommelfells kommen. Brigitte Bonder

Expertentipp Teilersatz des Kniegelenks Bei bestehender Kniegelenksarthrose und fortschreitenden Schmerzen trotz entsprechender Therapie kann das Einsetzen eines Kniegelenkersatzes eine Option sein. Hierbei ist zu prüfen, ob bei alleinigem Verschleiß des inneren Gelenkspalts und erhaltenen Bändern das Einsetzen

Priv.-Doz. Dr. med. Ulf Schlegel, Z.O.N. – Zentrum für Orthopädie u. Neurochirurgie Stuttgart

reichend, in Einzelfällen ist eine MRT-Untersuchung notwendig.


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ORGANE UND IHRE DRUCKPUNKTE Orthopädie: Fußreflexzonenmassagen steigern das Wohlbefinden anft gleiten die Hände des Physiotherapeuten über die Fußsohle der Patientin. Das tut gut. Dann gelangt er zu einer Stelle weit oberhalb der Ferse und drückt darauf. Die Patientin verzieht das Gesicht. „Leiden Sie zurzeit an Verstopfung?“, fragt der Therapeut. Sie nickt. Der Physiotherapeut nimmt sich die Stelle erneut vor und bearbeitet sie. So will er die Darmtätigkeit der Patientin in Gang setzen. Aber was hat der Fuß mit dem Darm zu tun? Nach der Lehre der Fußreflexzonen eine ganze Menge: Alle Organe und Körperteile sind ihr zufolge über Energiebahnen mit den Füßen verbunden. Erkrankungen und Störungen lassen sich durch die jeweilige

Zone an der Fußsohle ertasten – das Gewebe dort ist dann zum Beispiel verhärtet. Der Theorie zufolge ist die Fußsohle in einzelne Zonen unterteilt. „Der große Zeh etwa steht in Kontakt mit dem Kopf“, erläutert Dagmar Schlaubitz, Physiotherapeutin im rheinland-pfälzischen Budenheim. Bei der Fußreflexzonenmassage werden die Punkte mit leichtem Druck und Reiben stimuliert. Dadurch sollen die Organe auf Trab gebracht, Verspannungen gelockert und Schmerzen gelinFoto: Adobe Stock/Glebstock

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dert werden. Allerdings: „Dass diese Fußreflexzonen überhaupt existieren, ist bislang wissenschaftlich nicht belegt“, sagt Rainer Brenke, Facharzt für Physikalische Medizin. Auch die Wirksamkeit der Methode ist nicht ausreichend belegt. Weitgehend unbestritten ist, dass mit einer Fußreflexzonenmassage allgemein das Wohlbefinden eines Patienten gesteigert werden kann. Viele Patienten fühlen sich hinterher entspannt und angenehm müde, erklärt der Diplom-

Psychologe Lutz Hertel, Vorsitzender des Deutschen WellnessVerbands.

MASSAGE DER ZEHEN LINDERT SCHMERZEN Bei zu starken Schmerzreizen kann es allerdings auch zu Schweißausbrüchen sowie vermehrter Blasen- und Darmtätigkeit kommen – bis hin zu einer Beeinträchtigung des Kreislaufs. Von einer Fußreflexzonenmassage absehen sollten Menschen, die Fußpilz, einen diabetischen Fuß oder eine offene Wunde am Fuß haben. Das gilt auch bei Fieber oder entzündeten Venen. Ansonsten steht einer Fußreflexzonenmassage nichts im Wege. dpa

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SCHMERZ UND SCHWELLUNG Orthopädie: Bei Bänderdehnung hilft nur eine Pause ine ruckartige Bewegung – ein reißender Schmerz: Auch im normalen Alltag kann man sich eine Bänderdehnung zuziehen. Auf einem Internetportal werden regelmäßig die Verletzungen von Spielern der FußballBundesliga nebst den voraussichtlichen Ausfallzeiten veröffentlicht. Bänderdehnungen kommen dort so gut wie gar nicht vor, obwohl sie gerade durch diesen Sport sozusagen „populär“ geworden sind. Der Grund dafür ist einfach. Nachdem sich ein Spieler den Fuß umgeknickt, das Knie oder die Schulter verdreht hat und auch nur der leiseste Verdacht einer Bänderverletzung besteht, wird er sofort ausgewechselt; zumal das Ganze bei Belastung höllische Schmerzen bereiten kann.

BÄNDERDEHNUNGEN SIND SCHMERZHAFT Sodann kümmern sich fast rund um die Uhr Ärzte und Physiotherapeuten um den Fußball-Profi; oft kann er schon nach wenigen Tagen wieder trainieren. Dagegen ist bei Otto Normalpatient erst einmal eine Sportpause angesagt. „Bänder“ bestehen aus Bindegewebszellen und Fasern aus Kollagen – dem im Körper am

häufigsten vorkommenden Eiweiß. Sie verbinden die Knochen miteinander, halten Gelenke und die Organe an ihren Positionen. Im menschlichen Körper gibt davon über 150. Im Volksmund werden sie oft mit Sehnen verwechselt. Diese sind aber anders aufgebaut und haben eine andere Funktion. Sehnen sind sehr strapazierfähig und dehnbar, sie verbinden die Muskeln mit den Knochen und übertragen die Kraft des Körpers auf das Skelettsystem. Die Bänder dagegen sind weniger elastisch; sie nehmen schneller Schaden, wenn sie überdehnt werden. Dies geschieht vor allem bei extrem ruckartigen Bewegungen und damit insbesondere bei Sportarten wie Fußball, Basketball, Handball, Tennis, Badminton, Skifahren oder Squash. Am häufigsten wird dabei das Außenband des Sprunggelenkes verletzt, wenn der Fuß umknickt. Beim Volleyball sind häufig die Bänder der Fingergelenke betroffen. Passieren kann es aber überall, etwa bei einem Fehltritt an der Bordsteinkante oder auf einer Treppe, ebenso beim Wandern und in der kalten Jahreszeit ein Ausrutschen auf vereisten oder schneebedeckten Wegen. Wird das Band überdehnt, kommt es zu einer Schwellung

Foto: AdobeStock/BlueSkyImages

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Expertentipp Kreuzbandriss operieren lassen Der Riss des vorderen Kreuzbands (VKB) ist die häufigste Bandverletzung am Kniegelenk und tritt häufig beim Sport und durch Stürze im Alltag auf. Das Kreuzband ist der Stabilisator des Kniegelenks. Da es meist nicht wieder verheilt, ist eine dauerhafte Instabilität die Folge.

Neue Studien zeigen, dass bei fehlendem VKB sich bei über 80 Prozent der Patienten eine Arthrose entwickelte. Innerhalb von 20 Jahren hat sich für die nicht operierten Patienten das Risiko 16-fach erhöht, eine Knieprothese implantiert zu bekommen. Deswegen sollte aktiven und jungen Patienten eine operative Kreuzbandrekonstruktion empfohlen werden. Kreuzbandrisse bei Kindern müssen unbedingt

adäquat versorgt werden, da hier das Risiko für Folgeverletzungen am höchsten ist. Der Goldstandard ist die arthroskopische Rekonstruktion mit körpereigenen Sehnen aus der Kniekehle. Kreuzbandnähte oder erhaltende Verfahren zeigen schlechtere Ergebnisse mit höheren Komplikationsraten. Mit modernen OP-Techniken können Patienten frühfunktionell nachbehandelt werden und meist nach vier

Dr. Jörg Richter, Ärztl. Direktor der Klinik für Sportorthopädie u. Arthroskopische Chirurgie, Orthopädische Klinik Markgröningen

Wochen wieder arbeiten. Sport ist nach sechs Monaten möglich.


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Tape hilft: Beim Volleyball ist das Risiko für Bänderdehnungen an den Fingern groß. Foto: AdobeStock/bguzialek

und nicht selten zu einem Bluterguss am Gelenk. Weil sich in diesem Bereich besonders viele Schmerzrezeptoren befinden, kann das sehr wehtun. „Die Beschwerden selbst sind in der Regel oft nach wenigen Tagen wieder vergessen. Eine Sportpause sollte man aber auf jeden Fall einlegen, damit sich das Bein wieder erholen und der Fuß abschwellen kann“, so Dr. Julian Bleek, Arzt im AOK-Bundesverband. Wenn bei der Dehnung Gelenkflächen kurzfristig gegeneinander verschoben werden, handelt es sich um eine noch schmerzhaftere Verstauchung. Die nächsthöheren Schweregrade sind ein Bänderanriss oder ein Bänderriss. Reißt das Band, ist manch-

DEHNUNG ODER RISS? AB ZUM ARZT mal ein Knacken zu hören – aber nicht immer. Weil Wahrnehmung und Schmerzempfinden sehr individuell sind, kann eine verlässliche Diagnose nur durch den Arzt erfolgen. Viele nehmen das Ganze auf die leichte Schulter und gehen das Risiko ein, dass nach einem Riss oder Anriss infolge der eingetretenen Instabilität weitere Bänder überlastet und ebenfalls verletzt werden. Es kann sogar eine

Operation erforderlich werden. Der Arzt stellt seine Diagnose mittels Ultraschall oder, bei tiefer liegenden Bändern, einer Magnetresonanztomografie und – je nach Beschwerdemuster – zum Ausschluss von Knochenverletzungen mit einem ergänzenden Röntgenbild. Die Behandlung beschränkt sich in der Regel auf eine Ruhigstellung, damit sich das Gewebe selbstständig regenerieren kann. Dazu wird oft eine Bandage oder – in schwereren Fällen – eine Stabilisationsschiene angelegt. Dr. Holger Alex, Chefarzt für den Fachbereich Orthopädie im St. Bonifatius-Hospital in Lingen: „Ein weiteres Umknicken muss in der Heilungsphase unbedingt vermieden werden, da das vorgeschädigte Band sonst reißen kann. Der Fuß darf und soll in normalem Maße – also durch Stehen oder Gehen – belastet werden.“ Es ist auf jeden Fall wichtig, die Verletzung gut auszukurieren. „Gerade nach Verstauchungen ist die Gefahr größer, dass das Gelenk instabil bleibt und man sich umso leichter wieder verletzt“, warnt Julian Bleek. Eine ausbleibende Behandlung hat womöglich irreparable Spätfolgen. Das betroffene Gelenk kann eine Fehlstellung entwickeln.

Dies wiederum schädigt den Gelenkknorpel; es entsteht ein vorzeitiger Gelenkverschleiß – Arthrose. Es besteht Gefahr, dass in kürzeren Abständen immer wieder Bänderdehnungen auftreten, was schließlich zu einem sogenannten Schlottergelenk führt. In diesem Fall besitzt das Gelenk kaum noch eine eigene Stabilität. Nach einer Überdehnung, etwa dem Umknicken des Fußes, sollte sofort gehandelt werden, selbst wenn man den Schmerz noch als erträglich empfindet. Die betroffene Stelle wird am besten 15 bis 20 Minuten mit Eispackungen oder „Coolpacks“ bzw. Umschlägen gekühlt. Durch eine Hochlagerung wird eine Schwellung vermieden. Sicher ausschließen lässt sich eine Bänderdehnung nicht. Allerdings kann man durch Koordinations- und Kräftigungsübungen die Muskulatur um den Gelenkbereich kräftigen und ihr dadurch zusätzliche Stabilität verleihen. Manfred Godek

2016/2017

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DAS GEHT AN DIE SUBSTANZ Zahnheilkunde: Die Bissschiene hilft gegen Knirschen

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inige Menschen mahlen im Schlaf mit den Zähnen und riskieren damit Folgeschäden. Die Ursachen sind vielfältig, oft begünstigen Ärger und Stress das Phänomen. Knirschen, pressen und mahlen – wer ständig unbewusst mit den Zähnen reibt, leidet unter dem sogenannten Bruxismus. Dabei können enorme Kräfte wirken, denn der Druck beim Zähneknirschen beträgt oft mehr als das Zehnfache des normalen Kaudrucks. Darunter leidet das Gebiss. „Die Folgen des Bruxismus sind primär an der Zahnhartsubstanz festzustellen“, weiß Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. „Durch den starken Druck kommt es zu Zahnschmelzaussprüngen und zu keilförmigen Defekten am Zahnhals.“ Kronen und Brücken können Schaden nehmen, die Bisslage verändert sich. Durch die Anspannung der Kaumuskulatur treten Muskelverspannungen auf, die auch als Kopfschmerz wahrgenommen werden. Zähneknirschen ist oftmals eine unterbewusste Form des Stressabbaus. „Dazu können Atmungsstörungen während des Schlafs, gehäufter Genussmittelgebrauch und bestimmte Medikamente ursächlich für Bruxismus sein“, erklärt Prof. Oesterreich. Zum Teil

Die Schienentherapie hat sich zur Behandlung von Bruxismus bewährt. Foto: AdobeStock/agenturfotografin

sind auch schlecht sitzende Füllungen oder kieferorthopädische Fehlstellungen verantwortlich. Unter Stress knirscht jeder Zweite zeitweise im Leben mit den Zähnen, zu einem dauerhaften Phänomen kommt es jedoch nur bei 20 Prozent der Patienten. Vor allem Frauen zwischen 30 und 45 Jahren mahlen mit den Zähnen. Die Therapie sollte auf die Ursachen abgestellt sein. Zeigt der

Patient starke Stressphänomene, helfen Entspannungsverfahren und Stressbewältigungsstrategien. „Falls der Patient weiß, zu welchen Zeitpunkten er knirscht, gibt es Möglichkeiten, dies selbst zu beeinflussen“, erklärt Prof. Oesterreich. Experten sprechen dann von Biofeedback. Das Ziel ist es, konkrete Ursachen zu erkennen und zu beseitigen. Dann sollte das Knirschen aufhören.

chender Anzahl in der Mundhöhle oder die Art und Weise, wie das Abwehrsystem des Körpers auf diese reagiert. Auch die allgemeine Mundhygiene oder Vorerkrankungen sind solche Faktoren. Eine nicht erkannte oder nicht behandelte Parodontitis geht lokal mit dem Verlust von Kieferknochen und letztendlich von Zähnen einher. Allgemeinmedizinisch kann sie zudem den Ver-

lauf von Diabetes negativ beeinflussen sowie das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen. Bei betroffenen Patienten muss der Zahnarzt die pathologische Bakterienflora in der Mundhöhle und in den Zahnfleischtaschen bekämpfen. Dazu können je nach Schweregrad die Keimbestimmung mittels DNS-Sondentest, der zielgerichtete Einsatz von Antibiotika oder der Einsatz

Für den Schutz der Zähne sorgt in der Zwischenzeit eine individuell vom Zahnarzt angepasste Aufbissschiene aus Kunststoff. Die Zahnreihen werden auf Abstand gehalten, die Schiene entlastet zudem die Muskulatur. Bei starken Knirschern muss die Schiene nach zwei oder drei Monaten gewechselt werden, bei anderen hält die Schiene deutlich länger. Brigitte Bonder

Expertentipp Parodontitis hat viele Ursachen Das Entstehen und der Verlauf einer Parodontitis, häufig auch Parodontose genannt, wird von mehreren Faktoren bedingt, welche sich ergänzen beziehungsweise gegenseitig verstärken. Dazu gehören zum Beispiel das Vorhandensein bestimmter schädlicher Keime in ausrei-

Dr. Georg Vintzileos, ZahnCentrum im Centrum 30, Fellbach

moderner Lasertechnologie, zum Beispiel die fotothermische Therapie, gehören.


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