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Nachrichten für dich

Schwarzwälder Nr. 203 | 23. Februar 2018 | 2,50 Euro

Wer darf bleiben? Eine Umfrage zeigt: Kinder in Deutschland haben großes Mitleid mit Flüchtlingen. Doch viele Menschen müssen unser Land wieder verlassen. Wir gehen der Frage nach, warum nicht jeder bei uns ein neues Zuhause finden kann. Seite 8 Nachrichten

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Orang-Utans werden immer weniger Schlemmerbande

Seite 23

Händewaschen – aber richtig IM NAMEN DES GESE

TZ

Lesespaß

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Ungewöhnliche Freundschaft

WARTEN AUF MAMA syrischer als ist im November 2015

Abd and gekommen. Flüchtling nach Deutschl ne Mutter und sei st Der Elfjährige vermis te 10 Sei r. seh ter seine Geschwis

ES Ulrich Maidowski gehört zu den wichtigsten Richtern De utschlands. Er entscheidet mit über das Schicksal von Geflüchteten. Seite 14

www.schwarzwaelder-kinderbote.de


Polik Deniz Yücel und seine Frau Dilek haben die Türkei verlassen.

Endlich frei Journalist Deniz Yücel war in türkischem Gefängnis Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel ist wieder frei. Er saß mehr als ein Jahr ohne Anklage in einem türkischen Gefängnis und war am Freitag überraschend freigelassen worden. Noch am selben Tag ist der Journalist, der für eine deutsche Tageszeitung aus der Türkei berichtet hat, zusammen mit seiner Frau ausgereist. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdo an sagte, Yücel sei „ein richtiger Agent und Terrorist“. Yücel hatte kritisch über die türkische Regierung berichtet. Er ist nun zwar wieder frei, allerdings soll es im Sommer ein Verfahren vor einem türkischen Gericht geben. vz

Keine Meinungsfreiheit

Sehr viele Menschen haben immer wieder die Freilassung des Journalisten gefordert: seine Freunde und Kollegen ebenso wie Politiker der deutschen Regierung und Menschen, die es nicht in Ordnung finden, dass man seine Meinung in der Türkei nicht sagen darf. Dafür wurde immer wieder demonstriert, auch mit bunten Luftballons.

Es ist schwierig, sich in der Türkei kritisch in der Öffentlichkeit über die Regierung zu äußern. Daher sitzen viele Menschen in Gefängnissen, nicht nur Journalisten. Auch Leute, die sich für Menschenrechte einsetzen, etwa von der Organisation Amnesty International, wurden festgenommen. Inhaftiert wurden außerdem kritische Wissenschaftler, Lehrer oder Künstler – meist ohne, dass ihnen genau gesagt wurde, weshalb.

In Schweden hebt sich das Land aus dem Wasser.

Polik

Wisen

Keine Waffen! US-Schüler protestieren

Wettlauf der Natur Finnland und Schweden erheben sich aus dem Wasser Der Meeresspiegel steigt, da wegen des Klimawandels das Eis schmilzt. Daher fürchten viele Länder, dass Landstriche, ja ganze Inseln im Meer versinken. Nicht so in Schweden und Finnland im Norden Europas: Zwar gibt es auch hier Orte, die direkt und flach am Meer liegen. Doch hier steigt nicht nur das Wasser, sondern auch das Land. Die Natur liefert sich gewissermaßen ein Wettrennen. Tatsächlich wächst das Land in Finnland und Schweden aus dem Wasser. Das ist ein Überbleibsel aus der Eiszeit. Als vor mehr als 10 000 Jahren die riesigen Eispanzer auf der Erde zu schmelzen begannen, ließ der Druck auf die Landmasse nach. In jahrhundertelanger Zeitlupe kommt sie seitdem hoch. vz

Nachdem im US-Bundesstaat Florida ein 19-Jähriger an einer Schule 17 Menschen getötet hat, demonstrieren Schüler überall in den USA: Es reicht, sagen sie und fordern schärfere Waffengesetze. Denn in den USA ist es einfach, Waffen zu kaufen. Protestiert haben sie auch bei Präsident Donald Trump, der einige Schüler empfangen hat. Trump möchte nun eine Miniverschärfung des Waffengesetzes einführen. Allerdings kommt man in den USA weiterhin leicht an Waffen. vz

Emma Gonzalez (18) führt die Proteste an.

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Fotos: dpa (2), AFP (2)


Der Orang-Utan frisst am liebsten Früchte und Blätter.

Orang-Utans in Lebensgefahr Nur noch halb so viele Tiere wie vor 16 Jahren

Die Heimat der Orang-Utans ist klein. Sie leben in den Regenwäldern auf den Inseln Borneo und Sumatra in Südostasien. Dort, in den Kronen der Urwaldriesen, verbringen die Affen fast den ganzen Tag. Sie bauen sich Nester in den Kronen der Bäume, fressen Blätter und Früchte. Ohne den Wald können Orang-Utans, deren Name in der Sprache der Ureinwohner „Waldmenschen“ bedeuland tet, nicht überleben. Orang-Utans sind tsch Deu Kraftpakete und wiegen als erwachsene Tiere bis zu 90 Kilogramm, so viel wie ein Mann. Zum Springen von einem Baum zum nächsten ist das zu schwer. Daher bringen Orang-Utans den Baum, auf dem sie sitzen, so sehr ins Schwanken, bis sie den Ast eines benachbarten greifen und sich hinüberschwingen können.

Titel-Fotos: dpa, KJB Verlag, Simone Heinzelmann, Bundesverfassungsgericht/lorenz.fotodesign - Karlsruhe; Seite 3: Text: Tanja Volz; Fotos: dpa (3); Grafik: yh

Leben in den Bäumen

Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Das ist nichts Neues. Doch Forscher haben nun nach vielen Jahren der Beobachtung festgestellt, dass das Leben vieler Menschenaffen noch mehr in Gefahr ist, als man bisher dachte. Mehr als die Hälfte der Tiere ist in den vergangenen 16 Jahren verschwunden. Die Zahl der rothaarigen Affen verringerte sich auf der Insel Borneo um 150 000, nun leben dort nur noch zwischen 50 000 und 100 000. Es ist der Mensch, der seine nächsten Verwandten im Tierreich bedroht. Die Tiere sind auf den Regenwald angewiesen. Nur in ihm können sie leben und etwas zu fressen finden. Doch dieser Wald muss riesigen Palmölplantagen weichen. Das Palmöl braucht man als Schmiermittel für Lebensmittel, Kosmetikprodukte und Biosprit. Auch Wilderer jagen die Tiere, und manchmal erschießen Bauern Orang-Utans, weil diese die Früchte von den Feldern fressen.

Borneo

Sumatra

Intelligente Tiere Nimmt man den Tieren ihren Lebensraum, sieht man die heimatlosen Affen oft verzweifelt am Wegesrand sitzen. Forscher und Tierschützer können sich um manche der Tiere kümmern, päppeln sie wieder auf und setzen sie dann im noch verbliebenen Regenwald aus. Dabei kann man beobachten, wie intelligent und lernfähig unsere nahen Verwandten sind: Wenn sie lange genug mit Menschen zusammengelebt haben, schauen sie sich viele Verhaltensweisen ab. Affenmütter „servierten“ ihren Jungen beispielsweise Früchte auf Tellern aus einer Kokosnusshälfte. Und sie benutzten Holzstücke als Messer.

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Heimatlose Tiere werden aufgepäppelt und in den Urwald gebracht.

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Kronprinzessin

Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Das gilt auch für die Nachrichten aus aller Welt. Darum zeigen wir dir die beeindruckendsten Fotos der vergangenen Tage.

Wuff!

Nachfolge gesichert: An gela Merkel hält so vie l von Annegret Kramp-Karrenbauer, das s sie die Ministerpräsid entin des Saarlands nun als CDU-G eneralsekretärin nach Berlin holt. Diesen Job hatte Merkel früher selbst inne, bevor sie zur wichtigsten Frau in der CDU und schließ lich zur Chefin von Deuts chland aufstieg.

Modebewusst

e Neujahr ist es. Das chinesisch nd Hu s de erken hr Ja s Es wird da mit großen Feuerw hier in Singapur, e wi n, er nd . Lä en in vielen eingeläutet word und Lichtershows

Mehlschlacht

Hoher Besuch bei der Londoner Fashion-Week : Die britische Queen Eliz abeth II. besuchte überr aschend eine Modenschau und nahm in der ersten Reihe Platz. Viele Gäste zückten ihr e Smartphones, um ein en Schnappschuss zu mache n.

Geschenk

Hauptsache gut ge schützt: Bevor di e Bewohner der griechischen Kleinstadt Galaxid i in die Fastenzeit starten, werfen sie ordentlich mit M ehl um sich.

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Text: Nadia Köhler/ Fotos: dpa (4), Getty Images

das Land Finnland von Zum 100. Geburtstag hat Jahre geschenkt 15 für China zwei Pandas i iger Schneefall“) und Lum bekommen. Pyry („heft . den bei die Finnen („Schnee“) nennen die


Untersuchung

Großes Mitgefühl kt hast du zu Welchen Konta ten Kindern den geflüchte mgebung? in deiner U

Welche Meinung haben Sechs- bis Elfjährige in Deutschland über Flüchtlinge? Das wollten Forscher der christlichen Hilfsorganisation World Vision herausfinden. Dazu haben sie 2550 Kinder in ganz Deutschland befragt.

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Proz ent

schon „Ich habe tete ch ü fl e G l ma , mache getroffen ts mit aber nich n te geflüchte Kindern.“

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ent Proz

Erfahrungen

Einstellung

Für Kinder in Deutschland sind Flüchtlinge nichts Ungewöhnliches mehr. Fast jedes zweite Kind hat Flüchtlinge in der eigenen Nachbarschaft. Die meisten der befragten Kinder haben geflüchtete Kinder auch schon oft getroffen. Vor allem in der Schule begegnen sie sich – sei es auf dem Pausenhof oder in der Klasse.

Schwierig finden sehr viele einheimische Kinder, dass die geflüchteten Kinder nicht so gut Deutsch sprechen. Dennoch haben die meisten 2 11 Proz ent Prozent Kinder in Deutschland sehr gute (26 r e h is b „Ich habe e Prozent) oder gute (38 Prozent) Ernoch kein e ab Keine „Ich mach s ten a Geflüchte ngabe tw e A n a fahrungen mit geflüchteten Mend un .“ mit getroffen n e m m zusa schen gemacht. Nur vier Prozent beten geflüchte 1 indern.“ richten von schlechten und zwei Pro3 K Proz ent zent von sehr schlechten Erfahrungen. Fast jedem Kind (82 Prozent) in Deutschland tun Flüchtlingskinder leid. Und sogar 85 Prozent der KinWelchen der folgenden Aussagen der sind bereit, Flüchtlingskindern stimmst du eher zu? etwas abzugeben, damit diese bei uns gut leben können. Einige (45 „Ich finde es richtig, dass jeder von uns etw as abgibt, damit auch gef Prozent) haben bereits SpielsaPro lüchtete Kinder in Deu zen t tschland zur Schule gehen und gut leben können.“ chen oder Kleidung verschenkt. Nur zehn Prozent der befragten Kinder finden, dass geflüchtete „Mir tun geflüchtete Kinder leid.“ Prozent Kinder nicht hierhingehören.

Freundschaften Viele Kinder (30 Prozent) haben nicht nur oft Kontakt mit Kindern, die geflüchtet sind, sie unternehmen auch etwas gemeinsam. In Westdeutschland unternehmen die Kinder deutlich öfter etwas miteinander als in Ostdeutschland. Vor allem Kinder, die selbst Wurzeln im Ausland haben, treffen sich mit geflüchteten Kindern. Dabei unterhalten sich die Kinder übrigens meistens auf Deutsch. Unternehmen Kinder etwas mit Flüchtlingskindern, dann entstehen daraus häufig Freundschaften. Deutlich mehr als die Hälfte der Kinder (62 Prozent), die mit Flüchtlingskindern spielen, zählen diese zu ihrem Freundeskreis.

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Ängste

Durch die Ankunft vieler Flüchtlinge in Deutschland ist den Kindern auch die wachsende Unsicherheit in der Welt klar geworden. Mehr als die Hälfte der befragten Kinder fürchtet sich sehr oft vor einem Terroran, e Erfahrungen r in e d n schlag. Die Hälfte der bere a w Wie Kinder ode te te ch ü fl e g fragten Kinder hat manchu wenn d n hast? e ff o tr e g e n mal oder sehr oft Angst daErwachse vor, dass bei uns ein Krieg gut ausbrechen könnte. Fast jesehr gut dem zweiten Kind macht sehr gut es sehr oft zu schaffen, dass immer mehr Menschlecht sehr schlecht schen gegen Ausländer 2 schimpfen. 4

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ent Proz

38 Prozent

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79

Pro zen t

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Pro zen t

Prozent

„Mit geflüchteten Kin dern ist das auch nic ht anders als mit anderen Kindern. We nn man sich erst ma l kennengelernt hat, dann macht man etw as zusammen oder ma n lässt es.“ „Schwierig ist, dass geflüchtete Kinder nic ht so gut Deutsch sprechen. “ „Geflüchtete Kinder sind gar nicht so anders.“

„Es macht Spaß, geflüchtete Kinder kennenzulernen.“ „Es gibt häufig Streit zwischen den geflüc hteten und den anderen Kin dern.“ „Die geflüchteten Kin der wollen eigentlich kein en Kontakt zu uns.“

t zen Pro

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Pro zen t

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„Geflüchtete Kinder gehöre n zu meinem Freundeskreis.“

Text: Nadia Köhler; Grafiken: alx (Quelle: World Vision), Freepik

„Ich finde, dass geflüc htete Kinder hier eigentlich nicht hingehören.“


Die Dominierer: Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Eric Frenzel gewinnen Gold, Silber und Bronze in der nordischen Kombination.

Pyeongchang 2018

Unvergessliche Momente Die Winterspiele in Südkorea werden für die deutsche Mannschaft zu wahren Festspielen. Mit einigen Erfolgen war zu rechnen, aber es gibt auch immer wieder völlig unerwartete Auftritte. Deutschlands EishockeyTeam steht erstmals bei Olympischen Winterspielen in einem Halbfinale. Es trifft an diesem Freitag um 13.10 Uhr auf Kanada.

Mit einer Weltrekordkür liefen die Eiskunstläufer Aljona Savchenko und Bruno Massot zu Gold.

Goldregen „19 plus x“ lautete das Ziel des deutschen Olympiateams. 19 Medaillen hatten die deutschen Sportler 2014 bei den Winterspielen in Sotschi (Russland) geholt. In Pyeongchang haben sie diese Marke schon sehr früh geknackt. Die Mannschaft hat sogar den bisherigen Rekord von zwölf GoldMedaillen eingeholt. 6

Mariama Jamanka und Lisa Buckwitz feiern ihren Sieg im Zweierbob.

Geschichte schrieben auch Johannes Rydzek, Fabian Rießle und Eric Frenzel. Die nordischen Kombinierer schafften es beim Skispringen von der Großschanze und beim anschließenden 10-Kilometer-Langlauf zu dritt aufs Treppchen. Gold, Silber und Bronze für drei deutsche Teamkameraden – das gab es noch nie bei Olympia.

Text: Nadia Köhler; Fotos: dpa (6), AFP (4), Getty Images (1), Emojipedia; Grafik: yh, Freepik

Die Bobfahrer Francesco Friedrich und Thorsten Margis gewinnen in einem knappen Finale Gold.


Ungeschminkt Für sie sollte es nur ein Probelauf sein, dann gewann die Snowboard-Weltmeisterin Ester Ledecka völlig überraschend den Super-G. Zur Pressekonferenz erschien die Tschechin mit Skibrille. „Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich heute hier sitze. Deshalb bin ich nicht geschminkt und kann die Brille nicht abnehmen“, sagte sie zu ihrer Entschuldigung.

Lächeln! Schön langsam Einmal durch die Halfpipe ohne einen einzigen Sprung oder Trick – dieses Kunststück hat Elizabeth Swaney bei den Freestyle-Skifahrerinnen hinbekommen. Gemütlich kurvte die Kalifornierin, die für Ungarn startet, die Rampe herunter und wurde Letzte in der Qualifikation. Teilnehmen konnte die 33-Jährige, weil in dieser Sportart so wenige Athletinnen starten.

Howard kommt aus Australien. Er sieht Nordkoreas Diktator Kim Jong-un nicht nur sehr ähnlich, er ahmt ihn auch gern nach. Bei einem EishockeySpiel begrüßte Howard die Cheerleader, die der Diktator extra nach Südkorea geschickt hat. Die waren ziemlich verwirrt. Südkoreanische Polizisten führten den Doppelgänger dann aus der Halle.

Fabelwesen Nicht sehr olympisch: Freestylerin Elizabeth Swaney

Ginge es nach ihrer sportlichen Leistung, so würde Marketa Davidova nicht weiter auffallen. Platz 8 in der gemischten Staffel war das bisher beste Ergebnis der tschechischen Biathletin. Absolute Weltklasse aber ist ihr Gewehr: auf dem tummeln sich Einhörner.

Olympisch: die FreestyleOlympiasiegerin Cassie Sharpe aus Kanada

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Gekommen, um zu bleiben

Viele Menschen fliehen vor dem schrecklichen t, Krieg, der in Syrien tob . and chl uts nach De

Es gibt zwei Gründe, Menschen in Deutschland aufzunehmen. Über Fachkräfte wie Computerexperten aus Indien oder Ärzte aus Syrien freuen wir uns. Aber über die vielen Menschen, die bei uns Schutz suchen, wird im Moment viel diskutiert.

Grundrecht auf Schutz Deutschland gibt Flüchtlingen Schutz. Dazu haben wir uns nach dem Zweiten Weltkrieg und den grausamen Erfahrungen unter den Nationalsozialisten von Adolf Hitler verpflichtet. In dieser Zeit gab es sehr, sehr viele Menschen, die aus Deutschland vertrieben wurden und in anderen Ländern untergekommen sind. Aus dieser Erfahrung heraus steht in unserem Grundgesetz, also in den wichtigsten Regeln unseres Staates: Menschen, die aus anderen Ländern flüchten müssen, weil sie dort von der Regierung verfolgt werden, sollen in Deutschland Sicherheit finden. Zudem wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von vielen Staaten das Genfer Flüchtlingsabkommen geschlossen. Es garantiert Flüchtlingen ein Recht auf Schutz. Diesen Vertrag befolgen alle Länder der Europäischen Union.

Im Zweiten Welt krieg waren auch viele Deutsche auf der Flucht.

Asyl

Wer darf bleiben? Nicht jeder, der sein Land verlässt und nach Deutschland kommt, darf für immer bleiben. Es gibt vier Arten von Schutz für geflüchtete Menschen.

ter hränk c s e g n Ei z Schut inem

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Woher die meisten Flüchtlinge kommen Syrien 1

48 974

Irak 2

21 930

Afganistan 3

16.423

Eritrea 4

10 226

Iran 5

8608

Türkei 6

8027

Nigeria 7

7811

Somalia 8

6836

Russland 9

4884

Deutschland 9

5 1

2

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Abschi ebung verbot s-

8

Wenn k lare Gefa hr für Le oder Fre ib, Lebe iheit bes n teht, da in sein L r f niemand and zurü werden. c Wer etw kgebracht gefährli a e ine lebe che Kra nsnkheit h bei der Rückkeh at, die sich r deutlic verschli h mmer zunächs n würde, darf t für ein J bleiben. ahr

Aus diesen Ländern haben 2017 die meisten geflüchteten Menschen in Deutschland Schutz gesucht.

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3


Darüber wird gestritten . . . Die Politiker diskutieren viel über den Umgang mit geflüchteten Menschen. Folgende Begriffe tauchen häufig auf – wir erklären, was damit gemeint ist.

Obergrenze

Unbegleitete Minderjährige Ob ein Flüchtling 22 oder 25 Jahre alt ist, das ist egal. Jeder wird gleich behandelt. Ist er aber unter 18 Jahre alt, also minderjährig, ist das anders. Minderjährige bekommen einen besonderen Schutz und werden vom Jugendamt betreut. Das genaue Alter ist also wichtig. Auch dann, wenn ein Flüchtling ein Verbrechen begeht. Das Recht sieht völlig unterschiedliche Strafen vor, wenn jemand 13, 17, 18 oder 21 Jahre alt ist. Viele Jugendliche sind ohne Eltern gekommen und wissen ihr genaues Alter gar nicht. Einige schwindeln, wenn sie gefragt werden, um bessere Bedingungen zu bekommen. Daher wird darüber diskutiert, das Alter von sogenannten unbegleiteten Minderjährigen von Ärzten feststellen zu lassen. Das ist aber eine sehr teure und ungenaue Methode.

Viele Menschen reden im Zusammenhang mit Flüchtlingen von der „Obergrenze“, und fast jeder versteht etwas anderes darunter. Manche sagen, es dürfen nicht mehr als 200 000 Flüchtlinge im Jahr kommen, das sei die Obergrenze – und meinen damit alle Ausländer, egal, wieso sie nach Deutschland wollen. Andere reden von „Obergrenze“ und nehmen dabei all jene aus, die Asyl bekommen oder nach dem Genfer Abkommen geschützt sind – weil man diesen Menschen gar nicht verbieten kann, hierherzukommen. In ihren Verhandlungen über eine neue Regierung haben sich CDU/CSU und SPD nun auf eine Art Obergrenze festgelegt: Die Zuwanderungszahlen sollen die Spanne von jährlich 180 000 bis 220 000 nicht übersteigen. Der Satz ist so kompliziert formuliert, dass ihn jeder verstehen kann, wie er mag. Da ist neuer Streit vorherzusehen.

Familiennachzug Familien gehören zusammen: Vater, Mutter, Kinder. Viele Flüchtlinge konnten ihr Land nicht als Familie verlassen. Der Weg war zu weit, zu gefährlich oder zu teuer. Also ist meistens der Vater vorgegangen, Frauen und Kinder blieben daheim. Ob die ganze Familie nach Deutschland kommen darf, wenn nur eines ihrer Mitglieder hier ist, darüber streiten die Politiker heftig. Wer hier Asyl bekommt, der darf seine Familie zu uns holen, das ist klar. Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien dürfen das eigentlich auch – doch weil so viele von ihnen gekommen sind, hat man diese Erlaubnis bis August ausgesetzt. Ob die anschließende Regelung dazu führt, dass wieder einige syrische Familienmitglieder nachkommen dürfen, muss sich noch zeigen.

Text: Christian Gottschalk, Nadia Köhler; Fotos: dpa (3), AFP, imago/snapshot; Grafik: alx (Quelle: BAMF, Erstanträge), Freepik

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Miteinander Volles Haus: Abd und seine kleine Familie (rechts) bek ommen viel Hilfe und Unterstü tzung, ob von den syrischen Nachb arn, von Freunden oder von (M itte) Fritz Peter, dem Vorsitzenden des Asylkreises, der sich um den komplizierten Papierkra m kümmert, und Mechthild Zü rn, die mit Abd Hausaufgaben macht.

Ein Flüchtlingsjunge erzählt

Mama fehlt Wie geht es eigentlich Abd Alrahman Fayad? Vor zwei Jahren haben wir den syrischen Jungen zum ersten Mal in der Flüchtlingsunterkunft in Leinstetten, einem Teilort von Dornhan (Kreis Rottweil), besucht. Seither hat sich einiges verändert. Aber auf seine Mutter wartet der Elfjährige noch immer. Bisher vergeblich. Die Erinnerung an sein Leben in Damaskus, der Hauptstadt von Syrien, ist verblasst. Die anstrengende Flucht liegt weit zurück: Abd ist im November 2015 mit seinem Vater Mahmoud und seiner Tante Iman vor dem Krieg in Syrien nach Deutschland geflüchtet. Aber die Sehnsucht bleibt – nach seiner Mutter Jasmin, die mit den Geschwistern Nur, Iman und Omar zurückbleiben musste. Die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen schwindet, als in Deutschland die politische Entscheidung fällt, den Familiennachzug auszusetzen. Doch dann die freudige Überraschung: Mama Jasmin reist am 12. Februar ins zweieinhalb Stunden entfernte Beirut, die Hauptstadt des Libanon. In der dortigen Botschaft erhält sie doch noch ein Visum für sich und ihre Kinder. Diesen Montag sollten sie im Flugzeug nach München sitzen. Doch dort kommen sie nie an. Das Visum für den Jüngsten, Omar, ist erst für 28. Februar ausgestellt. Ein folgenschwerer Fehler. Die Ausreise wird ihnen verweigert. Die gekauften Flugtickets verfallen. Ob die Familie vor Ablauf der Einreisegenehmigung im Mai neue Tickets kaufen kann, ist ungewiss. „Ich habe kein Geld“, sagt Mahmoud Fayad. Er bräuchte erneut 1500 Euro, um seine Frau und die Kinder nach Deutschland zu holen.

Getrennt

Abds Mutter Jasmin, seine Schwestern Nur und Iman und sein zweijähriger Bruder Omar sind nach der geplatzten Ausreise wieder zurück in Syrien. Sie leben in Damaskus. Kontakt halten sie per WhatsApp. Sein Bruder Omar wurde geboren, als Abd mit seinem Vater und seiner Tante flüchtete. Die schwangere Mutter musste damals zurückbleiben, auch die Schwestern. „Mama fehlt“, aber ob es noch gelingen wird, sie nach n (9) Deutschland zu hoJasmin (29) mit ihren Töchtern Ima ut und Nur (13) am Flughafen von Beir len, weiß Abd nicht. 10

„Ich brauche meine Mutter kommen“, sagt Abd in gebrochenem Deutsch. Der Elfjährige vermisst seine Mama und seine Geschwister so sehr.

Abd (11) mit seinem Va ter Mahmoud (36) und seiner Tante Iman Fayad (44)

Entwurzelt Seit November 2015 ist die Flüchtlingsunterkunft in Leinstetten das neue Zuhause von Abd, seinem Vater Mahmoud und seiner Tante Iman. An eine Rückkehr nach Syrien ist für Mahmoud Fayad nicht zu denken: „Wir sind syrische Palästinenser“, sagt er. Der Vater von Mahmoud stammte ursprünglich aus Tiberias, einer Stadt in Galiläa im Staat Israel. Als in seiner Heimat 1948 Krieg ausbrach, floh Mahmouds Vater nach Damaskus. Doch die Familie Fayad verlor ihre neu gewonnene syrische Heimat nun schon wieder – auch dieses Mal wegen eines Krieges.

Text: Simone Heinzelmann; Fotos: © winterbilder/Adobe Stock, Simone Heinzelmann (7), Privat; Grafik: alx, Nicole Hackenjos


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in Abd und se er d ie Fr d n Freu machen ihre en. Hausaufgab

Lernen

Abd besucht die vierte Klasse der Grundschule in Leinstetten. Zusätzlichen Deutschunterricht bekommt er nicht. Über die Schule sagt der Elfjährige: „Bisschen schwer.“ Nach dem Unterricht heißt es, Hausaufgaben machen. Für Abd gar nicht so einfach, da er nicht alles versteht. Gut, dass er Unterstützung bekommt – von seinem Freund Frieder aus dem Nachbarort Bettenhausen und vor allem von Mechthild Zürn, die ihm beim Lernen hilft. Mechthild Zürn hofft, dass er am Ende des Schuljahres die vierte Klasse wiederholen darf, um besser Deutsch zu lernen. Auch Abds Vater und Tante tun sich sehr schwer mit der neuen Sprache. Derzeit besuchen sie einen Integrationskurs in Oberndorf (Kreis Rottweil). Wenn Abd von der Schule kommt, sind sie noch nicht wieder zurück. Aber immer hat ihm seine Tante Iman etwas zum Essen hingestellt.

Deutschland

Wohnen

Abd, sein deutscher Fre und Frieder (8) und sei n syrischer Freund Jamal (12) mit (hinten Mitte) Tante, Vater un d syrischen Freunden in der Küche der Flücht lingsunterkunft in Leinst etten

Abd lebt inzwischen mit Tante und Vater alleine in dem kleinen Häuschen mitten in Leinstetten. Das war nicht immer so. „Das war komisch mit so vielen Leuten im Haus“, erinnert sich Abd an die Zeit, als die Flüchtlingsunterkunft noch voll belegt war. „Es war viel laut.“ Die anderen Familien haben inzwischen eine eigene Wohnung gefunden, bei manchen kamen auch schon Angehörige nach. Sollte seine Mama doch noch nach Deutschland kommen, wird auch Abd umziehen.

Spielen

Syrien Beirut (Libanon)

Damaskus (Syrien) Tiberias (Israel)

Gemeinsam mit seinen Freunden Jamal und Frieder kickt Abd gerne hinterm Haus oder dreht eine Runde mit dem Rad. Manchmal steht er auch einfach kopf.

Abd spielt gerne Fußball mit seinen Freunden Jamal und Frieder. Da trifft es sich gut, dass gleich hinter „seinem Haus“ ein Spielplatz mit Fußballtor steht. Immer dienstags ist Fußballtraining beim Sporverein Lichtenfels Leinstetten, in dem seine „Nachhilfelehrerin“ Mechthild Zürn auch im Vorstand tätig ist. Außerdem fährt Abd gerne Rad. Und sogar Schwimmen hat er gelernt – im Freibad im benachbarten Bettenhausen.

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Foto: wilfdie/Adobe Stock


?! WUSSTEST DU SCHON

?! ?!

Kronenkraniche . . . stampfen mit ihren Füßen auf den Boden, um an Nahrung zu kommen. So scheuchen sie ihre Beute auf, um sie dann zu schnappen. Die etwa 105 Zentimeter großen Vögel aus Afrika passen ihre Nahrung an die Jahreszeit an. Im Frühjahr und Sommer fressen sie etwa kleine Nagetiere und Eidechsen, im Spätsommer und Herbst stehen Getreide und Beeren auf dem Speiseplan. Das ganze Jahr über picken die Kronenkraniche mit ihrem kurzen Schnabel nach Heuschrecken. mst

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Ulrich Maidowski ist einer der wichtigsten Richter in Deutschland. Er arbeitet am Bundesverfassungsgericht.

„Wir müssen darüber nachdenken, ob wir wirklich genug tun“ Am höchsten deutschen Gericht in Karlsruhe muss Ulrich Maidowski oft über die Zukunft von Flüchtlingen entscheiden. Nach unseren Regeln dürfen nicht alle in Deutschland bleiben. Viele Menschen müssen das Land wieder verlassen. Wir haben den Richter gefragt, ob das gerecht ist. Herr Maidowski, warum dürfen nicht einfach alle Menschen nach Deutschland kommen, die wollen? Ulrich Maidowski: Unser Parlament hat das so entschieden. Jeder Staat macht Regeln, wer auf seinem Staatsgebiet leben darf. Früher hat das ein Herrscher oder ein König bestimmt. Heute entscheidet ein Parlament, also die Abgeordneten im Deutschen Bundestag, die wir selber gewählt haben. Aber auch das Parlament darf nicht einfach so bestimmen. Es muss sich bei der Gesetzgebung an unsere Verfassung halten, an internationale Verträge wie das Genfer Flüchtlingsabkommen und auch an die Regeln der Europäischen Union. Als Verfassungsrichter überprüfe ich, ob unser Land mit den Menschen, die nach Deutschland kommen und hier bleiben wollen, so umgeht, wie es diese Regeln vorsehen. Müssen wir wirklich unbedingt regeln, wer zu uns kommen darf und wer nicht? Würde Deutschland zusammenbrechen, wenn wir alle aufnehmen, die kommen? Ulrich Maidowski: Darüber wird in Deutschland seit vielen Jahren heftig gestritten. Stellen wir uns eine Schule mit einem superguten Lehrer und ein paar nicht so guten Lehrern vor. Wenn die Schüler frei wählen dürften, würden sie alle zu dem einen super Lehrer gehen. Zu dem kämen dann auch die Schüler aller Nachbarschulen. Der tolle Lehrer hätte also plötzlich nicht mehr eine Klasse mit 25 Schülern, sondern mit 200. Sein Unterricht wäre dann wahrscheinlich nicht mehr so gut wie vorher. 200 Schüler würde er nicht schaffen. Übertragen in unsere Politik heißt das: Wenn alle Menschen, die Not leiden, zu uns kommen würden, wären das schon sehr, sehr viele. Vermutlich

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mehr, als wir schaffen könnten. Aber von dieser Situation sind wir im Moment weit entfernt. Wir und viele andere Länder in der Europäischen Union sind reich, so dass wir es uns leisten können, sehr vielen Menschen zu helfen. Trotzdem müssen wir regeln, wer wann und wie lange zu uns kommen darf. Denn der Satz „Alle, die wollen, dürfen kommen“ funktioniert in der Praxis nicht – auch wenn er mir eigentlich ganz gut gefällt. Wonach entscheiden wir in Deutschland, wer bleiben darf und wer nicht? Ulrich Maidowski: Nach unseren Regeln gibt es vor allem zwei Gründe, um Menschen aus anderen Ländern aufzunehmen. Erstens: Menschen, die wir in Deutschland brauchen, weil sie besondere Kenntnisse und Fähigkeiten haben. Und zweitens: Menschen, die Schutz brauchen. Ein Inder, der sich sehr gut mit Computern auskennt, darf nach Deutschland kommen. Aber ein Inder, dessen Vieh gestorben ist und der nichts mehr hat, um seine Familie zu ernähren, der darf nicht kommen? Ulrich Maidowski: Ja, so sehen die Regeln aus. Wichtig ist aber: Ein Mensch, der in seiner Heimat zum Beispiel wegen seiner Religion oder seiner politischen Meinung verfolgt wird und keinen sicheren Platz zum Leben hat, darf bei uns um Schutz bitten. Ist das gerecht? Ulrich Maidowski: Jeder hat eine andere Vorstellung von Gerechtigkeit. Darum frage ich lieber: „Ist das richtig so?“ Dürfen wir wirklich ganze Gruppen von Flüchtlingen ausschließen? Ist es richtig, dass sehr viele Menschen das Land wieder verlassen müssen, ob-

Text: Christian Gottschalk, Nadia Köhler; Fotos: dpa (4), Klaus Lorenz/Bundesverfassungsgericht, grabowsky_fotoagentur, goir/Adobe Stock


Scharlachroter Umhang (Robe), Kappe (Barett) und weiße Halsbinde (Jabot) unterstreichen die große Bedeutung der Bundesverfassungsrichter.

wohl sie hier Schutz suchen? Tun wir wirklich genug, oder könnten wir nicht mehr machen? Vielleicht kann man den Menschen auch schon in ihrer Heimat helfen, damit sie gar nicht erst flüchten müssen. Darüber müssen wir alle gemeinsam nachdenken! Ist es denn richtig, dass viele Flüchtlinge, die allein zu uns gekommen sind, ihre Familien nicht nach Deutschland holen dürfen? Ulrich Maidowski: Diese schwierige Frage, ob und unter welchen Umständen etwa ein Kind, das hier lebt, seine Eltern nachholen darf, wird bald sicherlich auf meinem Schreibtisch landen. Eine fertige Antwort habe ich dafür nicht. So soll das auch sein als Richter; ich muss in jedem Fall ganz offen sein für alle Argumente und Ideen, die dem Gericht vorgetragen werden. Fürchten Sie sich vor so einem Fall? Ulrich Maidowski: Nein, eigentlich nicht. Das ist eine wichtige und spannende Frage. Ich schaue mir dann den Maßstab für das alles an – nämlich unsere Verfassung. Da steht drin: Familien werden beschützt. Aber da steht auch drin: Als Flüchtling hat man nur unter bestimmten Umständen das Recht, hierherzu-

kommen. Und dann werde ich gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen diese Frage gut überlegt entscheiden. Aber wovor ich Angst habe, ist, dass nicht gründlich genug nachgedacht wird über diese Frage. Dass jeder eine ganz schnelle Antwort hat und deshalb mit denen, die eine andere Antwort richtig finden, gar nicht mehr spricht. Haben Sie manchmal ein schlechtes Gewissen, nachdem Sie ein Urteil gefällt haben? Ulrich Maidowski: Ich bemühe mich immer, so gründlich wie möglich zu arbeiten. Jedes Gesetz, das ich anwende, muss mit unserer Verfassung übereinstimmen. Trotzdem kann ich die Fälle, über die ich entscheide, nicht so leicht vergessen; viele Entscheidungen fallen mir nicht leicht. Oft habe ich Mitleid mit den Leuten. Es sei denn, sie beschwindeln mich. Also: Ich habe kein schlechtes Gewissen. Aber ein schlechtes Gefühl im Bauch, das habe ich manchmal sehr wohl.

Hier arbeitet Ulrich Maidowski in Karlsruhe.

Hüter der Verfassung Leben: Als Kind ist Ulrich Maidowski in Japan und Afghanistan aufgewachsen, weil sein Vater dort an den deutschen Schulen als Lehrer gearbeitet hat. „Für Kinder hat es damals keinen schöneren Platz als Afghanistan gegeben“, sagt Maidowski. Er schwärmt von den Menschen und den Märkten, auf denen es 60 verschiedene Sorten an Weintrauben gibt: „Und alle schmecken anders.“ Beruf: Seit vier Jahren ist Ulrich Maidowski (59) – der selber vier Kinder hat – Richter des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Das ist das höchste deutsche Gericht. Es passt unter anderem auf, dass die Grundrechte gewahrt bleiben, also die wichtigsten Regeln im Grundgesetz. Dazu kann es die Urteile anderer Gerichte überprüfen und sogar Gesetze der Regierung für ungültig erklären. Ulrich Maidowski behandelt unter anderem die Fälle, in denen es um Flüchtlinge geht. Als er vor vier Jahren nach Karlsruhe kam, waren das rund 50 Fälle im Jahr – inzwischen sind es um die 500.

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M E D A I L L E J G

W S N O W B O A R D

R I N G E O L M S H

I E O W I B Y S K M

R G F J S N M H I P

A E C G K F P L S Y

L R H O U T I H P E

A E D L N E A C R O

N H C D S R S K I N

G R H E T O J H N G

L U S I L B E R G C

A N C G A O S L E H

U G M D U W U S N A

F T K J F E N P L N

U H E C U R L I N G

Wörter-Gitter Auf der Tafel sind 13 Wörter versteckt, die mit Olympischen Spielen zu tun haben. Findest du sie?

Siegertreppchen Die drei Eiskunstläuferinnen haben Spuren auf dem Eis hinterlassen. Wer hat welchen Platz gemacht?

Skisport Welche olympische Disziplin wird hier gesucht? Die Hinweise helfen dir.

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Illustration: Bernd Schifferdecker; Rätsel: Livia Mehnert; Fotos: Sony Pictures Entertainment (3), Baumhaus Verlag


1. An welchem Gericht arbeitet Ulrich Maidowski? R Bundesverfassungsgericht A Bundesgerichtshof F Europäischer Gerichtshof 2. Wer bekommt Asyl? S Obdachlose U Menschen, die unschuldig im Gefängnis saßen O Menschen, die von ihrem Staat verfolgt werden, weil sie einer anderen Religion angehören.

3. Aus welchem Land sind die meisten Flüchtlinge nach Deutschland gekommen? B Syrien Y Irak L Afghanistan 4. Was machen Kronenkraniche, um an ihre Beute zu kommen? E auf den Boden stampfen L mit dem Schnabel Löcher in Bäume hacken B still und leise abwarten

Punkte zählen Alle Curlingsteine sind gespielt. So werden die Punkte verteilt: blauer Kreis – 2 Punkte; weißer Kreis – 3 Punkte; roter Kreis – 5 Punkte; Mitte – 10 Punkte. Liegt ein Stein auf der Grenze, gilt die höhere Punktzahl. Wer gewinnt?

Löse unser Quiz und trage das Lösungswort bis zum 1. 3. 2018 auf unserer Internetseite www.pauls-kinderwelt.de ein (bitte die dortigen Teilnahmebedingungen beachten). Mit ein bisschen Glück kannst du Folgendes gewinnen: 1. Preis: 2x Filmpakete zu „Wendy 2“ mit Hörspiel, Buch und T-Shirt (Sony Pictures) 2. Preis: 1x das Buch „Tigerherz – Der Berg des Feuers“ (Baumhaus-Verlag)

Hier kann st du gewinn en!

Schattenbild Welcher der drei Schatten passt zum Snowboarder?

Die Auflösung der Rätsel findest du im nächsten Heft.

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Leserpost

Film ab! Viele von Pauls Lesern haben gemalt, was sie im Kino sehen wollen: Vor der Kamera tummeln sich etwa Pferde, EinhĂśrner, Superhelden und Ritter. Unser Chefreporter wĂźrde sich jeden dieser Filme gerne anschauen.

Talitha, 9 Jahre

Frida, 9 Jahre, aus Karlsdorf

Paula aus Kernen

Melina, 9 Jahre

Amelie, 8 Jahre, aus Stuttgart

Hannah, 9 Jahre, aus Schwaikheim

Aris, 8 Jahre

Kemal

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Marit und Karin aus Kornwestheim Fotos: privat (9)


Joe bewirbt sich als Holzfäller. Chef: „Was haben Sie denn vorher so gemacht?“ Joe: „Ich war Holzfäller in der Wüste Gobi!“ Chef: „Aber da gibt es ja gar keine Bäume.“ Joe: „Eben, jetzt nicht mehr!“ Raphael, 10 Jahre

kinder@mhs.zgs.de

Ja, aber im Winter sieht man die Unterschiede.

Tick ist ordentlich...

HA HA!

...während Trick und Track nur rumeiern.

Übersetzer: Arne Voigtmann

präsentiert:

Ihre Neffen gleichen sich wie ein Ei dem anderen, Herr Duck.

Wer wohnt im Dschungel und schummelt beim Spielen? Mogli. Jonas, 10 Jahre

Schick uns deinen Witz!

Created 2015

© Disney

Emma kommt ins Badezimmer. Ihre Mutter nimmt dort ein Schaumbad. Entsetzt rennt Emma ins Wohnzimmer: „Papa, schnell! Mama kocht über!“ Sara, 9 Jahre

Max prahlt vor seinen Klassenkameraden mit seinem Hund: „Er kann mich schon auf 50 Meter am Geruch erkennen.“ Darauf der Klassenkamerad Kai: „Nicht nur dein Hund!“ Sarah Leonie, 8 Jahre

HAHA!

Auflösung der Rätsel Rätsel 16.2. Seite 16-17 Flaggenrätsel Irland Jamaika Griechenland Brasilien Japan Heimatland finden Von links nach rechts: Südafrika, Tschechien China, England, Spanien, Australien

Tierisches Vergnügen Giraffe vor dem Fenster Schlange auf einer Treppe zwei Elefantenrüssel Spinne macht Handstand Fremdsprachen Von links nach rechts: Russland, Italien, Türkei

Der kleine Oskar betet: „Lieber Gott, bitte mach, dass die Vitamine aus dem Obst in die Schokolade gehen.“ Sara, 9 Jahre

Geheimbrief KULTUR

Quiz 9.2. RINGE Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Erfolgt bis zu 4 Wochen nach Erhalt der Nachricht keine schriftliche Bestätigung des Gewinns verfällt der Anspruch.

In der Schule werden Wörter zusammengesetzt. Als der Lehrer Fritzchen aufruft, sagt der: „Ich kenne ein Wort, das mit ‚A’ anfängt und mit ‚och’ endet.“ Antwortet der Lehrer: „Pfui, Fritzchen so was sagt man doch nicht!“ Erwidert Fritzchen: „Aber Herr Lehrer, was haben sie denn gegen Aschermittwoch?“ Jonathan, 9 Jahre

Comics: Ehapa, Carlsen

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M O N TA G

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G

.. .. .. .. .: M IT T W O C

DONNER

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S TA G F R E ITA G S A M S TA G S O N N TA G

Klarmachen zum Entern

Hier kannst n! du gewinne

Bei der Schlittengaudi am Skihang auf dem Ruhestein (Nordschwarzwald) ist am Sonntag, 25. Februar, besonders viel Geschicklichkeit gefragt. Denn bei diesem Rennen treten Teinehmer ab 14 Jahren mit zwei Rodeln und einem Hornschlitten an. Los geht es um 14 Uhr, ab 10 Uhr kann am Hang trainiert werden. Die Schlitten werden zur Verfügung gestellt. GLÜCKSBRINGER GESUCHT

BU C H

Am 24. März startet die Saison im Legoland Günzburg. In dem Freizeitpark gehören eine Virtual-Reality-Achterbahn und ein Ninjago-4-D-Film zu den neuen Attraktionen. Und im Miniland kann man an Berlin und Frankfurt oder an „Star Wars“-Helden vorbeischlendern – erbaut aus vielen kleinen Legosteinen. Außerdem eröffnet nun das Pirateninsel-Hotel. Auf der Totenkopf-Insel und auf einem riesigen Piratenschiff können sich die jungen Besucher austoben, bevor sie sich zwischen Holzplanken und Piratentapete in Schlafschiffchen zu Bett legen. Mit etwas Glück kannst du zu den ersten Gästen des neuen Hotels gehören und am nächsten Tag das Legoland entern.

RODELN

Gewinne eine Nacht im neuen Legoland-Hotel

GAUDI MIT DEM SCHLITTEN

Passend zum 13. Band der Comicroman-Reihe „Mein Lotta-Leben“ geht es um Aberglauben. Schließlich ist 13 eine Unglückszahl und Freitag, der 13., soll Unglück bringen. Ob beim VorleseWettbewerb trotzdem alles klappt? „Wenn die Frösche zweimal quaken“, Arena-Verlag, 9,99 Euro, ab 9 Jahren. ZWEI PFERDE FÜR WENDY

Wir verlosen einen Familienaufenthalt (vier Personen) vom 23. auf den 24. März im neuen Pirateninsel-Hotel, inklusive Frühstücks und Tageskarten für das Legoland am 24. März. Wenn du gewinnen willst, dann schreibe eine Mail mit deinem Namen, deiner Adresse und deinem coolsten Piratenspruch an kinder@mhs.zgs.de. Einsendeschluss ist der 1. März. Viel Glück!

IMPRESSUM Chefredakteure: Hans-Peter Schreijäg, Joachim Dorfs, Dr. Christoph Reisinger Redaktion: Nadia Köhler (Ltg.), Simone Heinzelmann, Tanja Volz, Maresa Stölting redaktionkinderbote@schwarzwaelder-bote.de Layout, Grafik: Alexander Schulz (Ltg.), Melanie Morlok, Christina Middendorf, Yvonne Hornikel, Nicole Hackenjos, Tobias Klemm

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K INO

Schlafen wie ein Seeräuber

Autoren: Christian Gottschalk, Susanne Donner, Manuela Kaczmarek, Livia Mehnert, Till Neumann, Sylvia Wiegert, Manfred Mai Illustration: Yann Lange (Paul), Bernd Schifferdecker (Rätsel), Natascha Rachel (Max & Lisa) Der Schwarzwälder Kinderbote ist ein Produkt der Schwarzwälder Bote Mediengesellschaft mbH, Kirchtorstraße 14, 78727 Oberndorf am Neckar, Telefon 07423 / 78 - 0, www.schwarzwaelder-bote.de

„Wendy 2 – Freundschaft für immer“ läuft jetzt im Kino. Diesmal will Wendy den Reiterhof ihrer Oma vor der Pleite retten. Da kommt ihr ein Turnier mit einem Siegergeld gerade recht. Doch ihr Pferd Dixie traut sich nicht, über Hürden zu springen. Dann bringt jemand das ehemalige Turnierpferd Penny nach Rosenborg. Wendy will das Pferd trainieren, doch auch Penny hat Angst vorm Springen, und Dixie fühlt sich vernachlässigt.

Anzeigen: Tanja Dehner (verantw.), Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart Hans-Dieter Meng, Schwarzwälder Bote Medienvermarktung Südwest GmbH, Kirchtorstr. 14, 78727 Oberndorf a.N. Druck: Pressehaus Stuttgart Druck GmbH, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart, 0711 / 7205 - 0

Fotos: Lichtgut/Leif Piechowski (2), Arena-Verlag, Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Sylvia Wiegert, Legoland Günzburg


:. . Hier ka nnst du gew innen! Im Kloster Maulbronn findet schon jetzt ein Ostereiermarkt statt. Hier kannst du am Samstag, 24. , von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag, 25. Februar, von 11 bis 17 Uhr mehr als 5000 verschiedene kunstvoll verzierte Eier bestaunen. Freier Eintritt für Kinder bis 14 Jahre. Erwachsene zahlen 3 Euro.

M A RK T

EINSTIMMEN AUF OSTERN

Gewinne einen Besuch in der Ritterausstellung

F EST IVA L

PARADE DER PUPPEN Freche Ratten, die sich auf dem Marktplatz tummeln, Drachenhüter, die durch die Straßen ziehen, und ein Räuber, der dem Kasper auflauert – bei der Puppenparade Ortenau gibt es vom 3. bis 25 März viel zu sehen. Zehn Städte und Gemeinden machen bei diesem Figurentheater-Festival mit und bieten an vielen Orten Open-AirAufführungen an. Weitere Infos unter: www.puppenparade.de

H U NDE

MESSE FÜR VIER PFOTEN Was gibt es Neues für Fiffi? Bei der Messe „Mein Hund – Partner auf vier Pfoten“ kannst du es endecken. Denn am Samstag, 3., und Sonntag, 4. März, dreht sich in Ravensburg in der Oberschwabenhalle jeweils von 11 bis 18 Uhr alles um die Vierbeiner. Im Rahmenprogramm der Messe gibt es Castings, Hunderennen und die Mitmachaktion „Games4Dogs“.

Erobere die Burg! Ritter, Burgfräulein, Mönche und Mägde bevölkern weiterhin das Landesmuseum Württemberg (Schillerplatz 6, Stuttgart). Du hast die tolle Mitmachausstellung „Die Ritter – Leben auf der Burg“ bisher verpasst? Jetzt hast du die Gelegenheit, eine Führung durch die Ausstellung zu gewinnen! Dort kannst du dich in mittelalterliche Gewänder kleiden, Bogenschießen üben oder auf Drachenjagd gehen. Die Führungen finden statt am Freitag, 9. März, um 15.30 Uhr und am Samstag, 10. März, um 11 Uhr und um 11.30 Uhr.

In der Ausstellung erfährst du, wie Ritter im Mittelalter gelebt haben.

Die Talstation Seebuck am Feldberg im Hochschwarzwald wird am Sonntag, 4. März, ab 11 Uhr zum Schatzsuchgebiet. Auf einer riesigen Schneefläche sind dort hunderte Preise verbuddelt und müssen ausgegraben werden. Für coole Stimmung beim Buddelspaß sorgt fetzige Musik auf einer Freibühne.

SC H A T Z

BUDDELN AM FELDBERG

Info: Du willst zusammen mit einem Freund, deinem Bruder oder deiner Schwester an einer Führung teilnehmen? Dann schreibe bis 1. März eine E-Mail an kinder@mhs.zgs.de mit deinem Namen, dem Namen deiner Wunschbegleitung und deinem Wunschtermin. Viel Glück!

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Sams auf Arabisch Lisa hat Freunde aus Syrien. Sie hilft ihnen, Deutsch zu lernen. Reporter Max sagt: Auch ein Fabelwesen kann helfen.

Wer ist daran schuld? Schuld ist das falsche Wort. Beide Seiten sind gefragt. Wer neu hier ist, muss sich anstrengen, um seinen Platz zu finden. Vor allem ist es wichtig, Deutsch zu lernen. Aber auch wir sollten uns Mühe geben, helfen, wo es nur geht. Also meine syrischen Freunde sprechen gut Deutsch. Das ist toll. Gerade als Kind kann man

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schnell lernen. Am besten geht das mit deutschen Freunden. Meine Freunde lesen sogar Wer kann das les en? deutsche Bücher. Das ist toll. Ich habe gerade darüber berichtet, dass Verlage zweisprachige Kinderbücher rausgeben. Auf Deutsch und Arabisch zum Beispiel. Ein Übersetzer aus Ulm hat beispielsweise „Das Sams“ übersetzt. So sehen Leser beide Texte nebeneinander – und lassen sich vom Sams Deutsch beibringen. Wow, ein cooler Sprachlehrer. Na klar. Allein mit Wunschpunkten eine Sprache zu erlernen, geht eben nur in Filmen oder Büchern wie Paul Maars „Sams“.

Foto: Pixabay

Max, findest du, es klappt gut, Flüchtlinge bei uns zu integrieren? Ich würde sagen: Ja und nein. Ich sehe immer wieder geflüchtete Menschen, die gut zurechtkommen. Sie haben eine Ausbildung, einen Job, haben Freunde gefunden. Es gibt aber auch viele, die sich schwertun.


Schlemmerbande Teil 2

Geld“, „auf Lebensmitteln“, schlagen die Kinder vor. „Darum ist Händewaschen so wichtig“, sagt Hanna (11). Auch beim Händeschütteln gibt man Keime weiter. Das beweist ein Experiment der AOK-Mitarbeiterinnen Petra Prasser und Indra Pietsch. Zur Begrüßung haben sie jedem Kind die Hand gegeben. Zuvor hatten sie ihre Hände mit einer besonderen Salbe eingecremt. Als die Kinder später ihre Hände in einer Box unter Schwarzlicht halten, werden viele helle Punkte sichtbar. Dort hat sich die Creme auf die Hände der Kinder übertragen. Auch nach rund 90 Minuten ist sie noch vorhanden. Ordentliches Händewaschen ist also Pflicht – vor allem bevor man mit Lebensmitteln arbeitet.

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Schon bald werden Zoe (9), Benedikt (9) und die anderen Kinder der Esslinger Schlemmerbande leckere Gerichte zubereiten. Vorher lernen sie bei der Hygiene-Schulung Benimmregeln für die Küche. Mit Hygiene soll verhindert werden, dass Krankheitserreger übertragen werden. Durch „Husten und Niesen“ können diese weitergegeben werden, weiß Jonas (10). Außerdem berühren wir jeden Tag unzählige Gegenstände, auf denen sich Krankheitserreger tummeln können. „Auf dem Telefon“, „auf

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Stell dir vor, leckeres Essen steht auf dem Tisch – und dann erfährst du, dass der Koch seine Hände nicht gewaschen hatte. Igitt! In der Küche ist es besonders wichtig, hygienisch zu arbeiten. Was das bedeutet, haben die Kinder der AOK-Schlemmerbande gelernt.

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Schön sauber!

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Regeln für die Küche

Händewaschen – aber richtig Vor dem Kochen, vor dem Essen und natürlich nach jedem Toilettengang ist Händewaschen angesagt! Das sollte mindestens 20 Sekunden dauern. Tipp: Summe einfach zweimal das Lied „Happy Birthday“ beim Waschen.

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1 Als Erstes machst du deine Hände nass.

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Nun schäumst du sie mit Seife ein. Reibe zunächst die Handflächen gegeneinander, dann wäschst du die Handrücken. Spreize die Finger auch ineinander.

Die Fingerkuppen kannst du auf der Innenseite der anderen Hand rubbeln. Wasche anschließend die Seife gründlich ab.

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Deine Fingernägel müssen sauber, kurz geschnitten und unlackiert sein.

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Wer lange Haare hat, sollte sie zusammenbinden oder eine Kopfbedeckung tragen.

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Schmuck, etwa Ringe oder Uhren, solltest du ablegen.

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Wer krank ist (zum Beispiel Durchfall, Erbrechen), darf nicht in der Küche arbeiten.

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Wenn du husten oder niesen musst, dann bitte in ein Taschentuch oder deine Armbeuge.

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Rohe und gegarte Lebensmittel müssen getrennt werden. Schneide sie besser nicht auf demselben Brett. Besonders wichtig ist das bei Fleisch, Fisch und Eiern.

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Zum Probieren nimm am besten zwei Löffel. Mit dem einen nimmst du das Essen auf und gibst es auf den zweiten Löffel. Mit diesem testest du das Essen.

4 Trockne die Hände mit einem sauberen Handtuch oder Papiertuch ab.

Die Kinderzeitung wird gefördert von der AOK Baden-Württemberg. Die inhaltliche Verantwortung für diese Seite liegt ausschließlich bei der Redaktion der Kinderzeitung.

Text: Maresa Stölting; Fotos: Ines Rudel; Grafik: alx

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Manfred Mais Bücherecke

Der Elefant im Wohnzimmer

Sylvia Bishop: Der Elefant im Wohnzimmer, KJB im S. Fischer Verlag, 144 Seiten, 12,99 Euro

Spannung

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Lesbarkeit

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Witz

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Das Buch kannst du gewinnen!

Geeignet für Leser ab 7 Jahren

GEWINNSPIEL

llst plare des Buchs. Du wi Wir verlosen drei Exem e fach bis 26. Februar ein gewinnen? Schick uns ein se rt „Elefant“ an die Adres E-Mail mit dem Stichwo . de te. hwarzwaelder-bo redaktionkinderbote@sc . n und Deine Adresse an Gib bitte Deinen Name

„Am Morgen ihres zehnten Geburtstages saß auf Ericas Türschwelle ein Elefant. Zusammen mit einem Schreiben, in dem stand, dass sie, Erica Perkins, rechtmäßige Besitzerin dieses Elefanten sei.“ So beginnt eines der originellsten Kinderbücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe. Erica Perkins lebt in einem zweistöckigen Reihenhaus mit Onkel Jeff, ihrem einzigen Familienangehörigen. Der ist Ornithologe, erforscht also Vögel. Dazu ist er viel und lange in aller Welt unterwegs – diesmal dauert seine Reise schon fast zwei Jahre. Erica glaubt manchmal, ihr Onkel habe sie vergessen. Doch nun schenkt er ihr zum Geburtstag einen Elefanten – und damit eine Menge Probleme. Zwar ist Erica „ein sehr praktisch veranlagtes Mädchen“ und weiß sich normalerweise zu helfen. Aber was soll sie mit einem Elefanten tun? Jedenfalls kann sie ihn nicht vor der Haustür sitzen lassen. Da ihr Onkel nicht da ist, sagt sie: „Ich denke mal, du kannst

Onkel Jeffs Zimmer haben.“ „TÖRÖÖ“, trompetet der Elefant. Während er sich durch die Haustür zwängt und es sich in Onkel Jeffs Zimmer gemütlich macht, recherchiert Erica im Internet. Dabei liest sie unter anderem, dass Elefanten am Tag 150 Kilo Futter brauchen. Das kann sie ihm nicht besorgen, dafür reicht ihr Geld nicht. Also muss sie sich etwas einfallen lassen. Das tut sie zusammen mit dem Elefanten. Denn obwohl er nur „TÖRÖÖ“ von sich gibt – allerdings in sehr unterschiedlichen Variationen – verstehen sich die beiden schon bald prima. Es könnte also alles gut werden – wenn es nicht ein paar fiese Leute gäbe, die etwas dagegen haben. Die Autorin schafft es mit originellen Ideen, uns Leser immer wieder mit unerwarteten Wendungen zu überraschen. Die phantasievolle und von Lisa Hänsch schön illustrierte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft bleibt spannend bis zum Schluss.

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