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Nachrichten für Dich

Nr. 135 | 21. Oktober 2016 | 87331

Volle Power aus dem Ländle

Schwaben sprechen komisch und essen lecker. Doch sie können noch viel mehr. Sie sind mutig, erfinderisch und oft einfach genial. Den Beweis dafür liefert die Ausstellung „Die 7 Superschwaben“ im Stuttgarter Kindermuseum. Seite 8

Buchmesse

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Lesestoff aus Flandern und den Niederlanden Sport

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Der FC Bayern schwächelt LACHEN AUF KNOPFD RU

Pack’s an

Back Dir einen Keks in den Tee

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AB IN DIE FLASCHE n. Auf den che r dem Pressen bitte dus

Vo viele Äpfel. Obstwiesen liegen gerade werden. Aus en ess geg Nicht alle können t. Seite 6 einigen Früchten wird Saf

CK Nora Tschirner ist eine sehr lustige Schauspielerin. Warum es ihr trotzdem nicht leichtfällt, auf Komm ando fröhlich zu sein, erzählt sie im Int erview. Seite 19

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Aus s aler Welt

Männer mit Nagellack Ein Zeichen gegen Gewalt an Kindern Für viele Mädchen ist es ganz normal, sich die Nägel zu lackieren. Wenn Jungs das machen, dann kann das eine ungewöhnliche Bedeutung haben: Ein lackierter Fingernagel soll ein Zeichen gegen Gewalt an Kindern sein. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt jeder vierte Erwachsene an, als Kind Gewalt erfahren zu haben. Viele Männer veröffentlichen zurzeit ein Foto von sich und ihrem lackierten Fingernagel im Internet, unter dem Stichwort #polishedman (lackierter Mann). Die Aktion hat der Australier Elliot Costello gestartet. Er hat in dem Land Kambodscha das Mädchen Thea kennengelernt. Sie kam als Achtjährige in ein Waisenhaus und wurde dort misshandelt. Costello und Thea freundeten sich an, und zum Abschied lackierte Thea ihm die Nägel blau. Seit drei Jahren, immer im Oktober, erinnert Elliot Costello mit #polishedman an diese Geschichte und sammelt auch Spenden für Missbrauchsopfer. Wenn sich ein Mann oder ein Junge einen Fingernagel lackiert, wird er bestimmt von Freunden und Bekannten darauf angesprochen und kann erklären, warum er das macht. So soll sich die Aktion weiter verbreiten. Also Jungs: einfach den Nagellack von Mama oder Schwester leihen und ein Zeichen gegen Gewalt setzen! mst

Mit dem lackierten Fingernagel sagen die Schauspieler-Brüder Hemsworth „Nein“ zu Gewalt an Kindern. Chris (Bild oben) spielt den Superhelden Thor, Liam trat in den „Tribute von Panem“Filmen auf.

Wirtschaft

Aus s aler Welt

Elternglück Über dem BASF Areal bildet sich eine hohe schwarze Rauchsäule.

Retter suchen Vermissten Explosion im größten Chemiekonzern der Welt Auf dem Werksgelände von BASF in Ludwigshafen hat es eine schwere Explosion gegeben. BASF ist der größte Chemiekonzern der Welt. Dort werden zum Beispiel Farbstoffe oder Pflanzenschutzmittel hergestellt. Bei der Explosion sind zwei Menschen gestorben, mindestens 20 wurden verletzt. Die Feuerwehr brachte die Folgebrände erst gegen Abend unter Kontrolle. Einsatzkräfte suchen noch nach einem Vermissten, doch leider ist es sehr schwer, an den Unglücksort heranzukommen. Vermutlich soll der Brand im Binnenhafen des Chemiekonzerns ausgebrochen sein. Dort verlaufen Rohrleitungen, in denen brennbare Flüssigkeiten verladen werden. stef

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Mehr Babys für Deutschland Gute Nachrichten: Seit 2015 erblicken wieder mehr Babys das Licht der Welt. Durchschnittlich 1,50 Kinder bekommt eine Frau, die in Deutschland lebt. So gut war die Zahl zuletzt vor 33 Jahren. Mit 1,51 Kindern pro Frau sind die Baden-Württembergerinnen etwas gebärfreudiger als der Durchschnitt. Für den Babyboom haben vor allem Frauen gesorgt, die in den vergangenen Jahren zugewandert sind. stef


Der FC-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti will an der Einstellung seiner Mannschaft arbeiten.

Bei den Bayern läuft es nicht rund

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Die Spieler und Trainer sind nicht zufrieden mit der aktuellen Leistung der Münchener. Was ist nur mit dem FC Bayern los? Das fragen sich zurzeit viele Fans. Drei sieglose Auftritte nacheinander: Zwei Bundesligaspiele gingen unentschieden aus (1:1 gegen Köln, 2:2 gegen Frankfurt), und in der Champions League mussten die Bayern mit 0:1 eine Niederlage gegen Atlético Madrid einstecken. „Das ist man als Bayern-Spieler nicht gewohnt und daran will man sich auch nicht gewöhnen“, sagte Thomas Müller nach dem Spiel

gegen die Eintracht. Und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz-Rummenigge tobte: „So, wie wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, war das nicht Bayern München.“ Der Verein liegt in der die BundesligaTabelle zwar mit 17 Punkten weiter vorne, doch die Bayern führen nur noch mit zwei Punkten Abstand vor Köln und Leipzig. Seit der Trainer Pep Guardiola die Bayern verlassen hat, hat ihre Stärke deutlich nachgelassen. Carlo Ancelotti ist ent-

spannter als sein Vorgänger. Doch zufrieden ist er mit der aktuellen Leistung seiner Mannschaft natürlich nicht: „Die Einstellung meiner Spieler war falsch, sie hat mir nicht gefallen. Das habe ich zu ändern.“ Das scheint Ancelotti gelungen zu sein. In der Champions League gewann sein Team 4:1 gegen den PSV Eindhoven. Nun hoffen die Bayern, dass ihnen dieser Sieg Aufwind für die nächsten Spiele gibt. Maresa Stölting

Junge Hoffnungsträger Auf dem Platz gehören sie zu den Küken, doch Joshua Kimmich und Renato Sanches wollen in den nächsten Spielen beweisen, dass sich ihr Trainer auf sie verlassen kann.

Joshua Kimmich Seit 2015 kickt der 21-Jährige aus Rottweil für den Rekordmeister. Zuvor spielte der Rechtsverteidiger für RB Leipzig, doch erst bei den Bayern läuft er zur Hochform auf: Er traf bei den Spielen gegen Köln und Frankfurt und sogar doppelt beim Champions-League-Spiel gegen den russischen Verein Rostow. So erreichst Du die Kinderredaktion:

Renato Junior Luz Sanches Nur wenige Wochen vor der Europameisterschaft verpflichtete der FC Bayern den Portugiesen. Nun kickt der frischgebackene Europameister im Mittelfeld der Münchener. 90 Prozent seiner Pässe sind erfolgreich, damit gehört der 19-Jährige derzeit zu den besten 20 Passspielern in der Bundesliga.

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Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Das gilt auch für die Nachrichten aus aller Welt. Darum zeigen wir Dir die beeindruckendsten Fotos der vergangenen Tage.

Bye-bye, Brücke

Mission Mossul

gen wurde die tobahn 8 bei Sindelfin Kawumm! Über der Au . Die Autobahn agt gej t Steigle in die Luf Fußgängerbrücke Rotes weniger Stau n bekommen und so für darunter soll mehr Spure u nicht weit genug. n war für diesen Ausba sorgen. Der Brückenboge

Hannover in China

die Stadt Mossul haben begonnen, rd von den Irakische Truppen te Stadt im Irak wi öß gr eit zw t e Di n. r Staat (IS) besetz zurückzuerober isation Islamische an rg A. ro US rro n Te de r n de Anhängern chen Soldaten vo kommen die irakis gehalten. Hilfe be

Kürbiskunst

Im chinesischen Chang de können die Menschen jetzt wie in Hannover zwisc hen bunten Backsteinh äusern flanieren. Zur Eröffnun g des Hannover-Viertel s ist der Bürgermeister der deu tschen Stadt extra eingef logen.

Paddel-Party

Möge die Macht mit den Kürbissen sein! Kaum zu fa aber dieser Storm ssen, trooper und die Da rth-Vader-Maske wurden in Los An geles (USA) tats ächlich aus vielen beleuchteten Kürb issen gebaut.

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-Paddling nur auf Hawaii Vor wenigen Jahren wurde Stand-up die Russen stehend auf einem betrieben – mittlerweile paddeln auch rund 150 Menschen dafür Surfbrett. In St. Petersburg haben sich Cartoon-Figuren geworfen. und auch noch in Kostüme von Märchen


Kul t ur

Paradies für Leseratten Die größte Buchmesse Deutschlands findet zurzeit in Frankfurt statt.

Grafik: alx

Jedes Jahr kommen Tausende von Bücherwürmern auf die Buchmesse nach Frankfurt. Immer steht ein anderes Land im Mittelpunkt. Dieses Jahr sind das die Niederlande und auch Flandern, eine Region in Belgien. Wir haben Dir ein paar Buchtipps aus den Niederlanden (blau) und Flandern (grün) herausgesucht. Maresa Stölting

Nierlande

Flandern

Deutschland

Belgien

Wasserscheu Der schlimmste Tag der Woche: Donnerstag – denn da ist Schulschwimmen angesagt. In einem Heft hat Gidd 70 Tricks notiert, wie er dem Schwimmunterricht entgehen kann. Allerdings kann man die meisten nur einmal anwenden. Doch solange er auf dem Weg zum Bad den taubenfütternden Mann sieht, wird Gidd den Unterricht schon überstehen, denkt er. Doch auf einmal taucht der Mann nicht mehr auf . . . „70 Tricks, um nicht baden zu gehen“ von Gideon Samson, Oetinger Verlag, als Taschenbuch für 6,99 Euro, ab acht Jahren.

Frankreich

Luxemburg

Überrascht Eigentlich hat Rosie keine Geheimnisse vor ihrer Mutter. Doch plötzlich ruft ihr Vater an – aus dem Gefängnis, am anderen Ende der Stadt. Ihre Mutter hat ihr immer gesagt, ihr Vater sei am Ende der Welt. Rosie plant einen heimlichen Besuch. Wie gut, dass ihr Freund Moussa sie dabei unterstützt. „Rosie und Moussa. Der Brief von Papa“ von Michael de Cock und Judith Vanistendael, Verlag Beltz & Gelberg, als Taschenbuch für 5,95 Euro, ab sieben Jahren.

Geflüchtet In Todas Land kämpfen die einen gegen die anderen, und der Vater des Mädchens muss in den Krieg ziehen. Zum Glück zeigt ihm ein Buch, wie er sich tarnen kann, als Busch zum Beispiel. Toda bleibt bei ihrer Oma, doch bald wird es zu gefährlich, und sie soll ins Nachbarland zu ihrer Mutter fliehen. Die hat sie noch nie in ihrem Leben gesehen. „Als mein Vater ein Busch wurde“ von Joke van Leeuwen, Gerstenberg Verlag, als Taschenbuch für 6,99 Euro, ab zehn Jahren.

Stinknormal Jans Vater rennt schneller als der Wind, seine Mutter spielt wunderschön Geige, seine Schwester ist ein Rechengenie. Jan ist stinknormal. Er ist nicht besonders schlau und nicht besonders dumm. Nicht klein und nicht groß. Nicht dick und nicht dünn. Nicht blond und nicht braun. Aber ab morgen wird alles anders – dann wird er besonders. „Ich bin Jan und stinknormal“ von Kathleen Vereecken, Gerstenberg Verlag, 12,95 Euro, ab sieben Jahren.

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Pressen

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Vom Apfel zum Saft Was schmeckt süß, säuerlich oder würzig? Ist gelb, grün oder rot und hat viele Vitamine? Äpfel! Zurzeit tummeln sich fleißige Apfelsammler auf den Streuobstwiesen in Stuttgart und Umgebung. Hier wachsen die Äpfel nicht wie am Bodensee auf eng gepflanzten Apfelbaumplantagen, sondern auf hohen Bäumen, die in der Landschaft verstreut sind. Die Streuobstwiesen bieten 450 Pflanzen- und 3000 Tierarten einen Lebensraum und versorgen den Stuttgarter Talkessel mit kalter Frischluft. Aus dem Obst, das Du auf diesen Wiesen findest, entsteht leckerer Apfelsaft. Etwa beim Unternehmen Fruchtsäfte-Mayer in Uhlbach. Dort kann man aus eigenen Äpfeln Saft pressen lassen. Vorausgesetzt, die Äpfel sind nicht gespritzt – denn der „Stuttgarter Apfelsaft“ ist ganz natürlich.

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Abgeben

Schleudern

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Alois Schmid bringt regelmäßig seine Äpfel vorbei. Nach dem Wiegen darf er sie in ein großes Silo mit Wasser werfen. Äpfel gehen in Wasser nicht unter. Das ist super. So schwimmen sie selbst in die Dusche.

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Durch vibrierende Schläuche rutschen die Apfelstücke weiter. Große ratternde Walzen warten auf sie. Mit viel Druck pressen die Walzen, bis zum letzten Tropfen, den Saft aus den Stückchen.

Ein schrilles Piepen ertönt. Der Apfelsaft hat die Zentrifuge verstopft. Sie schleudert den Saft solange, bis er klar wird. Herr Mayer eilt herbei, drückt einige Knöpfe und lässt etwas Flüssigkeit ab. Das Problem ist gelöst.

Trester

Was aus den Äpfel, aus denen der Saft gepresst wurde, übrig bleibt, nennt man Trester. Herr Mayer lässt daraus in einer Biogasanlage Strom machen. Oder verfüttert es an Tiere.

D u s ch e n

6 Der schaumige Saft kommt noch ein bisschen an die frische Luft, damit der Sauerstoff entweicht. Der Schaum heißt Maische. Dann wird der Saft noch kurz erhitzt, abgekühlt und abgefüllt. Fertig! Damit später kein Schmutz im Apfelsaft ist, werden die Äpfel abgeduscht. Frisch gewaschen liegen sie strahlend auf dem Band. Wenn sie wüssten, was ihnen als nächstes blüht: Sie werden zerkleinert.

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PAUL FORSCHT NACH Hast Du eine Frage? Hast Du etwas Komisches entdeckt, oder nervt Dich etwas? Chefreporter Paul hilft Dir und sucht nach einer Antwort. Schreib uns unter www.pauls-kinderwelt.de und schicke uns ein Bild von Dir an kinder@mhs.zgs.de.

T ri n ke n


H HA

Pferdle: Warom bisch du eigentlich so kloi blieba? Äffle: I han Höhaangschd!

A! Äffle: Uiiiiiiii, onsre Eier hen im Kühlschrank Hoor kriegt! Pferdle: Moinsch du die Kiwis?

präsentiert:

Schick uns Deinen Witz! unter www.paulskinderwelt.de

Äffle: Leidesch du onser Schwoißfüaß? Pferdle: Ja, onder deine!

Äffle: Geschdern bin i batschnaß gworda! Pferdle: S hat doch gar net gregnet! Äffle: Noi, aber i han duscht!

Äffle: Manchmol merk i wie i mit mir selber schwätz! Pferdle: Ja ond dann? Äffle: Dann lachet mir boide!

Äffle: Geschdern hat mi a Feuerwehrauto, a Rettungswaga, a Elefant ond a Polizeihubschrauber verfolgt! Pferdle: Was isch bassiert? Äffle: I bin Kinderkarussell gfahra!

Auflösung der Rätsel Bilderrätsel Seite 5 BERLIN Rätsel Seite 16-17 Kabelsalat

Zahnradrechnen 6+13+7+3=29 12-4+6-3=11 1+9-5+13=18 Begrifferaten Rücklicht, Lenkrad, Motorhaube, Blinker, Scheinwerfer Schraubenpaare

Fließbandchaos Knochen, Kürbis, Kochtopf, Lolli

Quiz 7.10. ROMAN Gewinner 7.10. „Finding Dory“ Memory Lena Engel, Lea Walter, Michael Käser

Äffle: Geschdern war i beim Ohraarzt! Pferdle: Ond was hat er gsagt? Äffle: Woiß net. I han ihn net verschtanda! Pferdle: Hasch deine Zähn butzt? Äffle: Haja! Scho geschdern!

„Malen nach Zahlen“ Luisa Rein, Nils Steiner, Aaron Burkert „Das Geheimnis von Six“ Elodie Respondek

HAHA! 7


Kultur

Typisch schwäbisch! Die Schwaben gelten als geizig, verstecken Fleisch in Maultaschen und reden lustig. Warum eigentlich?

Schwaben sind . . . Ein typisches Vorurteil lautet: Der Schwabe ist geizig oder zumindest sehr sparsam. Tatsächlich sparen die Menschen im Südwesten recht viel, verglichen mit dem Rest von Deutschland. Dafür gibt es auch einen Grund: Bis ins 20. Jahrhundert waren vor allem die Württemberger sehr arm. Es gab viele kleine Bauernhöfe, die den Bewohnern nicht genug Nahrung einbrachten. Außerdem waren die Böden oft karg und steinig, vor allem auf der Schwäbischen Alb. Die Menschen mussten also sparsam mit ihren Vorräten umgehen.

Reinlich und gründlich sind zwei weitere Eigenschaften, die viele mit den Schwaben verknüpfen. Das liegt an der schwäbischen Kehrwoche. Kehrwoche ist die Bezeichnung für die geregelte Reinigung von Flächen, die die Bewohner eines Mehrfamilienhauses gemeinsam nutzen, also zum Beispiel das Treppenhaus, den Hof oder den Gehweg vor dem Haus. Jeder, der im Haus wohnt, ist auch mal dran mit Putzen. Diese Vorschrift gibt es nur in Baden-Württemberg. Schon im Jahr 1714 hat Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg

das erste Gesetz zur Sauberkeit erlassen, die Stuttgarter Gassensäuberungsordnung. Er fand, die Straßen seien zu schmutzig, und die Menschen würden zu wenig putzen. Die Kehrwoche ist bis heute geblieben. Außerdem hört man oft, Baden-Württemberg sei das Land der Tüftler und Denker, und die Schwaben seien fleißig und erfinderisch. Einige Beweise dafür lernst Du auf den folgenden beiden Seiten kennen . . .

Was hasch gsagt? Schwäbisch ist ein Dialekt. Das bedeutet, eine Abwandlung vom Deutschen, die in einer bestimmten Gegend gesprochen wird. Es gibt viele deutsche Dialekte, wie etwa Sächsisch (in Sachsen) oder Kölsch (in Köln). Im Schwäbischen gibt es fast keine Umlaute – aus „schön“ wird „schee“, aus „Füße“ „Fiaß“. Harte Konsonanten wie „t“, „p“ und „k“ werden weich ausgesprochen: „Mudder“, „subber“, „gaggern“. Die Mehrzahl-Endung „en“ wird zu „a“: „Sachen“/„Sacha“. Außerdem gibt es eigene Wörter, die „Neigschmeckte“ (Menschen, die woanders geboren wurden) nur schwer verstehen. Äffle und Pferdle sind die berühmtesten schwäbischen Zeichentrickfiguren. Seit den 1960er Jahren bringen sie die Fernsehzuschauer des SWR zum Lachen – und schwätzen dabei Schwäbisch.

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Lexikon Gsälz Marmelade Breedla Kekse, Weihnachtsgebäck Bräschdleng Erdbeeren Grombira Kartoffeln hee kaputt wisawi gegenüber schlotza lecken (zum Beispiel Eis) bebbe kleben Meggl Kopf Wegga Brötchen Ranza Bauch Droddwar Gehweg


Würzburg

Rheinland-Pfalz

Hohenlohe

Nürnberg

Mannheim

Ansbach

Kraichgau Heilbronn Karlsruhe r cka Ne

Baden-

Stuttgart

FRANKREICH

Württemberg

Baden

Straßburg Schwarzwald

Oberndorf

Günzburg

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Bayern München

Das Ländle

Freiburg

Oberschwaben Bode Konstanz

SCHWEIZ

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Grafik: Melanie Morlok

Guten Appetit!

Assata Frauhammer (Text)

Augsburg

Ulm

Die schwäbische Küche ist einfach und bodenständig, und sie ist aus dem früheren Armeleuteessen entstanden. Typische Gerichte sind zum Beispiel Spätzle mit Linsen und Saitenwürstchen („Saita“), Kartoffelsalat, Schupfnudeln („Bubespitzle“) und Zwiebelrostbraten. Auch die Brezel und Laugengebäck allgemein stehen für das schwäbische Essen. Weltweit bekannt ist die schwäbische Maultasche, eine Tasche aus Nudelteig, gefüllt mit Fleisch, Spinat und Zwiebeln. Der Legende nach wurde sie von Mönchen erfunden, die das

Baden-Württemberg ist 1952 aus der Zusammenlegung der Regionen Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern entstanden. Das merkt man heute noch, zum Beispiel an den unterschiedlichen Dialekten. Im Ländle, so nennen die Schwaben ihr Bundesland, wird nämlich nicht nur Schwäbisch gesprochen, sondern auch Badnerisch. Es ist nicht so leicht zu sagen, wo genau das Schwabenland liegt. Es ist überall da, wo Menschen Schwäbisch sprechen: vor allem im früheren Württemberg und in Teilen Bayerns (zum Beispiel im Allgäu).

Fleischverbot in der christlichen Fastenzeit umgehen wollten – sie versteckten das Fleisch einfach. Maultaschen werden deshalb auch „Herrgottsbscheißerle“ genannt. Verstehst Du das? Das traditionelle schwäbische Essen gibt es in der Besenwirtschaft („Besa“). Das ist ein Wirtshaus, das jetzt im Herbst nur einige Wochen geöffnet hat. Dort gibt es selbst erzeugten Wein und einfache Speisen. Der Name Besen leitet sich vom Reisigbesen an der Tür ab, mit dem das Wirtshaus anzeigt, dass es geöffnet hat. 9


Die Superschwaben

Unsere Käpsele Jemand, der es echt drauf hat, heißt auf gut Schwäbisch „Käpsele“. Und von denen gibt es im Land der Dichter und Denker jede Menge. Ohne den schwäbischen Erfindergeist wäre die Welt arm dran. Es gäbe keine Autos, keine Spielfilme und keine Teddybären!

Der Motorfreak Der Superschwabe Gottlieb Daimler ist 1834 in Schorndorf geboren. Sein Vater war Bäckermeister, aber er hat sich eher für Maschinen interessiert. Zusammen mit seinem Freund Wilhelm Maybach hat er einen Benzinmotor gebaut, der zum ersten Mal viel leichter, kleiner und vor allem viel stärker war, als alles zuvor. 1886 wurde ein solcher Motor das erste Mal in eine Kutsche gebaut und brachte ganze 1,5 PS (Pferdestärken) auf die Straßen von Bad Cannstatt. Das war damals eine Riesensensation. Ein Jahr vor seinem Tod, im Jahr 1900, konstruiert Gottlieb den ersten Rennwagen und benennt ihn nach der Tochter eines Bekannten: Mercedes.

Der Denker Der große Dichter und Schriftsteller Johann Christoph Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren und ist in Stuttgart auf die Militärschule gegangen. Dort ging es ziemlich streng zu. Deshalb ließ Schiller sein erstes eigenes Theaterstück „Die Räuber“ heimlich in Mannheim aufführen. Als das rauskam, wurden ihm ein Schreibverbot und zwei Wochen Arrest erteilt. Daraufhin ist Schiller kurzerhand geflohen. In Jena, Leipzig und Weimar konnte er endlich so viel schreiben, wie er wollte, und freundete sich sogar mit dem berühmten Dichter Johann Wolfgang Goethe an. Leider war Schiller häufig krank und ist schon im Alter von 40 Jahren in Weimar gestorben.

Das Mathegenie

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Johannes Kepler war schon als kleiner Junge fasziniert von Sonne, Mond und Sternen. Er wurde 1571 in Weil der Stadt geboren. Leider etwas zu früh, deshalb war er ein schwaches und kränkliches Kind. Trotzdem beeindruckte er alle, denn er war ein echtes Mathegenie. Mit 25 Jahren schrieb er ein Buch: „Das Weltgeheimnis“. Darin beschreibt er die Bewegung der Planeten um die Sonne. Von den Kepler’schen Gesetzen hast Du vielleicht schon gehört? Eines der Gesetze besagt zum Beispiel: Je weiter ein Planet sich von der Sonne entfernt, umso langsamer bewegt er sich.


Der Hollywoodstar

Die Todesmutige Sophie Scholl wurde 1921 in Forchtenberg geboren. Sie und ihr Bruder Hans wuchsen im Nationalsozialismus auf. Damals gehorchten die meisten Deutschen dem brutalen Diktator Adolf Hitler. Doch Sophie und ihr Bruder gründeten mit Freunden eine Widerstandsgruppe: die „Weiße Rose“. Sie verteilten Flugblätter und schrieben nachts an die Wände der Universität „Nieder mit Hitler“ oder „Freiheit“. Doch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) verhaftete sie. Sophie Scholl wurde mit 21 Jahren zum Tode verurteilt. Sie sagte trotzdem mutig: „Ich würde es genauso wieder tun.“

Hollywood hat ein Schwabe erfunden? Kein Witz! Es war Carl Laemmle. Mit seinen zehn Geschwistern wuchs er in Laupheim auf und lebte dort, bis er 17 Jahre alt war. Dann wanderte er mit 50 Dollar in die USA aus und eröffnete sein erstes Kino in Chicago. Dank Laemmle gibt es den Spielfilm und die größte und bekannteste Filmstadt der Welt: die Universal City in Los Angeles. Er produzierte über 9000 Filme, wie zum Beispiel „Der Glöckner von Notre Dame“, „Frankenstein“ oder „Dracula“. Laemmle starb als Millionär 1939 in Beverly Hills.

Die Kuscheltier-Mutter Margarete Steiff ist die Gründerin der weltberühmten Spielwarenfabrik Steiff in Giengen an der Brenz. Ihr erstes Stofftier war das Elefäntle und sollte nur ein Nadelkissen für Schneiderinnen werden. Da es aber viel besser bei Kindern ankam, nähte Margarete, die nach einer Kinderlähmung ihre Beine nicht mehr bewegen konnte, immer mehr Tiere. Bestimmt kennst Du auch den Steiff-Teddybären, benannt nach dem Spitznamen des amerikanischen Präsidenten Theodor „Teddy“ Roosevelt, der ein Riesenfan von SteiffTieren war. Als Margarete 1909 starb, hatte ihre Fabrik fast zwei Millionen Spieleartikel im Angebot. Und auch heute ist in vielen Kinderzimmern mindestens ein Steiff-Tier zu finden.

Stephanie Schlagenhauf/ Gesine Reichert (Text), Alexander Schulz/ Melanie Morlok (Illustration)

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Schon mit acht Jahren spielte Sami Khedira für den VfB. Bis 2010 trug er das Trikot der Roten.

Seit 2014 ist Sami Khedira Fußballweltmeister.

In der Nationalmannschaft gehört Sami Khedira zum Mannschaftsrat.

Mit Real Madrid gewinnt er 2014 die Champions League.

Sami mit seinen Brüdern Denny (links) und Rani (rechts).


Sami Khedira gehörte zu der VfBMannschaft, die 2007 deutscher Meister wurde.

?! WUSSTEST DU SCHON

?! ?!

Früher hat der Star die Schillerschule in Fellbach besucht. Im Schulbuch ist er verewigt.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann ehrt Khedira 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz.

2015 wechselt der Schwabe von Spanien nach Italien und trägt nun das Trikot von Juventus Turin.

Sami Khedira . . . spielt zwar in Italien, trotzdem ist er auch ein Superschwabe! Sami begann in der Jugend des TV Oeffingen in Fellbach. Seine Familie war nicht sehr reich. „Auf einem Turnier einen Burger essen, das war nicht drin“, sagt er. Nach der Schule fing Sami bei einem Hersteller von Reinigungsgeräten eine Ausbildung an. Doch Glück gehabt, Deutschland! Er entschied sich für den Fußball. Aber Sami kann mehr als Fußball: Er setzt sich für benachteiligte Kinder ein. Dafür erhielt er sogar das Bundesverdienstkreuz. stef

Gefördert von:


Das Schwabenland

Bei den sieben Schwaben Für die Kehrwoche üben, Autos basteln, puzzeln oder Theater spielen: Die neue Mitmachausstellung „Die 7 Superschwaben“ im Jungen Schloss in Stuttgart lässt die kleinen Schwabenherzen höher schlagen. Von morgen (22. Oktober) an öffnet das Junge Schloss wieder seine Türen zu einer bunten Mitmachausstellung. Sieben Tüftler und Denker aus dem Schwabenland werden vorgestellt. Und

die könnten unterschiedlicher nicht sein. Ob Keplers Entdeckungen, Khediras Kickkünste oder Schillers Werke, eines steht fest: Die Schwaben haben einiges zu bieten.

Made in Schwaben

Wo liegt eigentlich dieses Schwabenland? Unsere Kinderreporter Karla, Jakob und Katharina machen sich schlau: Die Schwaben sind kein eigenes Volk, sie teilen lediglich den gleichen Dialekt.

Schwing den Besen Das Kehrwochenspiel hat mir richtig Spaß gemacht. Auch die Kuscheltiersuche bei Margarete Steiff fand ich lustig. Sie ist meine LieblingsSuperschwäbin!

rin Katha

Marken wie Pustefix, Kosmos oder Schleich sind bei uns weit verbreitet. Beim Puzzeln an der Litfaßsäule kannst Du noch viele mehr entdecken.

Vom 22. Oktober 2016 bis zum 30. Juli 2017 kannst du die Mitmachausstellung zu den „7 Superschwaben“ im Stuttgarter Kindermuseum Junges Schloss besuchen. Bis März gibt es auch viele Veranstaltungen zu dem Thema. Alle Infos findest Du auf: www.junges-schloss.de 14

Olé, olé!

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Wenn es um die Schwaben geht, darf die Kehrwoche natürlich nicht fehlen. Katharina und Karla müssen aber zum Glück nicht draußen fegen! Beim Spiel auf dem Bildschirm kommt es auf schnelle Finger an.

Ob Vereine wie der VfB oder Stars wie der Nationalspieler Sami Khedira, Fußball wird im Schwabenland großgeschrieben. Hier kannst Du dich an einer Torwand beweisen und den Fanjubel genießen.


Vorhang auf

Auto-Puzzle Des Ländles ganzer Stolz: Gottlieb Daimler! Sein Motor machte ihn weltberühmt. Im Jungen Schloss kannst Du Dein eigenes, kleines Auto basteln und durch Stuttgart fahren.

Ob gerappt, vorgelesen oder aufgeführt: Schillers Gedichte und Theaterstücke sind auch heute noch überall zu finden. Unsere Kinderreporter versuchen sich direkt an seinem ersten Stück „Die Räuber“.

Bis zum Mond und zurück Die Superschwaben sind wirklich alle ganz unterschiedlich! Ich glaub’, am liebsten mag ich Sami Khedira und Gottlieb Daimler. Jakob,

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Sag, was Du denkst Die Superschwäbin Sophie Scholl hat mit ihren Flugblättern in einer schlimmen Zeit großen Mut bewiesen. Hier darfst Du Deine Meinung zum Glück ganz ohne Probleme laut sagen.

Wie sieht wohl das Leben auf dem Mond aus? Das hat sich Johannes Kepler schon vor knapp 400 Jahren gefragt. In der Mitmachausstellung kommst Du den Sternen ganz nah. Und zurück? Ab auf die Rutsche!

Kuschelalarm Film ab

Bei Margarete Steiff wird es kuschelig. In dem ganzen Stofftierdschungel darf natürlich der klassische Steiff-Teddy nicht fehlen. Heute auch gerne mal in der coolen KarlLagerfeld-Version.

Im Jungen Schloss gibt’s jetzt auch ein kleines Kino? Na klar, denn Carl Lämmle, einer unserer Superschwaben, hat Hollywood erfunden. Hier werden Ausschnitte seines allerersten Spielfilms gezeigt.

Am coolsten war das große Marken-Puzzle an der Säule! Mein Lieblingsschwabe ist Sami Khedira.

Gesine Reichert (Text), Lichtgut/Achim Zweygarth (Fotos) Karla,

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Würfelrätsel Welcher der drei Würfel passt nicht zu der Schablone? Schee schwätza! Im Besen ist heute einiges los. Ordne diese zehn schwäbischen Begriffe einer Zeichnung zu. Dierschnall, Gsälz, Grombira, Treibla, Buabaspitzla, Schwertgosch, Wegga, Schlotzer, Ranza, Bräschdleng

Heimlicher Gast Wer oder was hat sich hier auf das Tablett der Kellnerin verirrt?

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Fenster zum See Was für eine schöne Aussicht ins Schwabenland. Aber halt, hier haben sich fünf Fehler eingeschlichen. Kannst Du sie finden?

Flaschensuche Alle Flaschen sehen fast gleich aus. Nur zwei von ihnen sind komplett identisch. Kannst Du sie finden? Hier kann st Du gewin nen!

Wie hieß das erste Stofftier von Margarete Steiff? A Giräffle L Elefäntle S Bärle Wie alt war Johannes Kepler, als er sein berühmtes Buch „Das Weltgeheimnis“ schrieb? Ü 60 Ö 35 Ä 25 Wo ging Friedrich Schiller auf die Militärschule? N Stuttgart R Marbach E Ludwigsburg

Wie heißt die Widerstandsgruppe, die Sophie Scholl gemeinsam mit ihrem Bruder gegründet hat? L Blaue Tulpe D Weiße Rose A Rote Narzisse Wie viele Geschwister hatte Carl Laemmle? E5 L 10 K keine Wo spielt Sami Khedira? N Spanien E Italien R England

Die Auflösung der Rätsel findest Du im nächsten Heft.

Löse unser Quiz und trage das Lösungswort bis zum 27. 10.2016 auf unserer Internetseite www.pauls-kinderwelt.de ein. Mit ein bisschen Glück kannst Du Folgendes gewinnen: 1. Preis: 2x das Spiel „Das verrückte Labyrinth“ von Ravensburger 2. Preis: Einen Plüschbären „Winnie Puuh“ und ein Hörspiel von „Winnie Puuh“ 3. Preis: 1x die CD „Burg Schreckenstein – das Filmhörspiel“ (der Hörverlag) 4. Preis: 2x die CD „Soy Luna – Música en ti“

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Du brau

Rezept

250 g M

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Kekse zum Tee

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1 Wenn es draußen kalt und grau ist, gibt es fast nichts Schöneres, als es sich mit einer dampfenden Tasse Tee gemütlich zu machen. Diese Kekse passen perfekt dazu und eignen sich auch sehr gut als Geschenk.

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KNETEN Verknete die Zutaten zu einem glatten Teig. Der muss dann etwa 30 Minuten im Kühlschrank ruhen, damit Du ihn gut ausrollen kannst.

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AUSSCHNEIDEN Rolle den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche etwa 5 Millimeter dick aus. Schneide mit einem Messer die Teebeutel-Form aus. Du kannst einen echten Teebeutel als Vorlage benutzen. Am einfachsten ist es, zuerst Rechtecke in der richtigen Größe auszuschneiden und dann die oberen Ecken abzuschneiden. Pikse dann in jeden Teebeutel oben ein kleines Loch. Lege die Kekse vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech und backe sie bei 200 Grad 12–15 Minuten, bis die Ränder braun werden. Dann müssen sie gut abkühlen – sie sind beim Herausholen noch weich.

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EINTUNKEN In der Zwischenzeit kannst Du die Kuvertüre im Wasserbad schmelzen. Tauche dann die untere Hälfte der Kekse hinein (gut abstreifen!) und lege sie zum Trocknen auf Backpapier.

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VERZIEREN Schneide aus buntem Papier kleine Etiketten aus und beschrifte sie. Ziehe einen Faden durch das Loch der Kekse, leg beide Enden in ein Etikett und klebe es zusammen – fertig sind die Teebeutelkekse! In einer Teeschachtel kannst Du sie verschenken.

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Assata Frauhammer (Text und Fotos)

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Babylieferung

„Lachen ist am schwierigsten“ „Störche – Abenteuer im Anflug“ ist wie viele andere Filme zuerst auf Englisch erschienen. Damit wir das Abenteuer jetzt auf Deutsch sehen können, haben deutsche Stars den Figuren ihre Stimmen geliehen. Das nennt man synchronisieren. Die Schauspielerin Nora Tschirner spricht die quirlige Tulip. Uns hat sie im Interview erzählt, wie wild es dabei zuging. Wie funktioniert Synchronsprechen? Nora Tschirner: Ich bin in einer schalldichten Kabine zusammen mit einer Person, die darauf achtet, dass alles, was ich sage, genauso lang ist wie im Original. Draußen sitzen noch ein Regisseur und ein Toningenieur. Dann gehen wir den Originalfilm Stück für Stück durch. Und ich spreche die sogenannten Takes, die sind höchstens zehn Sekunden lang. Manchmal steht da nur „atmen“ oder „schluchzen“, manchmal sind es ganze Sätze. Wie oft haben Sie den Original-Film angeschaut? Nora Tschirner: Nur einmal. Mittlerweile kann ich ihn aber wahrscheinlich auswendig, weil wir ihn während der Synchronarbeit so zerlegt und untersucht und jede Szene immer wieder angeschaut haben. Wie lange hat es insgesamt gedauert, den Film einzusprechen? Nora Tschirner: Fünf Tage etwa, mit vier bis sechs Stunden Arbeit am Tag. Es waren ungefähr 500 Takes. Der Film ist ziemlich rasant. Wie wild geht es im Synchronstudio zu? Nora Tschirner: Sehr. Ich neige dazu, stark mitzugehen mit meiner Figur. Wenn ich dann aber vom Mikro weggehe, weil ich mich zum Beispiel über den Boden rolle, hört man natürlich nichts mehr. Teilweise muss ich mich also echt beherrschen. Was war Tulip für eine Rolle? Nora Tschirner: Sie ist mir leichtgefallen, weil Tulip mir

Man sagt, Störche bringen die Babys. In „Störche – Abenteuer im Anflug“ sind sie aber Paketzusteller bei einem riesigen Versandhandel. Während der Arbeitszeit von Storch Junior wird aus Versehen ein süßes kleines Mädchen produziert – deshalb müssen Junior und seine menschliche Freundin Tulip ihr allererstes Baby überhaupt zustellen. Es beginnt ein wilder und abenteuerlicher Trip . . .

Filmstart:

27. Oktober

ähnlich ist. Sie ist sehr quirlig, das war technisch manchmal schwierig, weil die Stimme dann sehr hoch und runter geht. Aber weil ich das selber kenne, konnte ich mich da gut drauf einlassen. Was ist die größte Herausforderung beim Synchronsprechen? Nora Tschirner: Die festgelegten Zeiten. Ich kann nicht wie beim Schauspielen einfach meinen eigenen Rhythmus rein bringen, sondern muss mich ganz genau an die zeitlichen Vorgaben halten. Damit es später echt aussieht, wenn mein Ton über den Originalfilm gelegt wird. Das ist aber auch Übungssache, mittlerweile gelingt es mir ganz gut. Welche Emotionen sind am schwierigsten? Nora Tschirner: Lachen, also richtiges Losprusten. So dass es wirklich echt klingt und auch ansteckend ist. Das ist viel schwieriger als Weinen. Was ist es für ein Gefühl, eine Zeichentrickfigur mit der eigenen Stimme zu sehen und zu hören? Nora Tschirner: Ein ganz komisches. Wenn Nora Tschirner (35) ist eine deutsche ich den Film ein paar Schauspielerin und SynchronsprecheMal gesehen habe, verrin. Sie hat zum Beispiel in „Keinohrgesse ich im besten Fall hasen“, „Zweiohrküken“, „Vorstadtkrokodile“, „Hier kommt Lola“ und „Das irgendwann, dass es Pferd auf dem Balkon“ mitgespielt. Für meine Stimme ist.

Steckbrief

Assata Frauhammer (Text)

ihre Synchronisation der Titelfigur aus „Merida – Legende der Highlands“ war sie beim Stuttgarter Trickfilm-Festival 2013 für den Sprecherpreis nominiert.

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IMPRESSUM Chefredakteure: Joachim Dorfs, Dr. Christoph Reisinger Redaktion: Nadia Köhler (Ltg.), Tanja Volz, Maresa Stölting, Assata Frauhammer Layout, Grafik: Nadine Schurr, Alexander Schulz (Ltg.), Melanie Morlok, Christina Middendorf, Yvonne Hornikel Autoren: Franziska Hochwald, Gesine Reichert, Staphanie Schlagenhauf Illustration: Yann Lange (Paul), Bernd Schifferdecker (Rätsel) Korrektur: Martin Fischer, Elisabeth Habiger E-Mail: kinder@mhs.zgs.de Telefon: 0711 / 7205 - 1114 Internet: www.pauls-kinderwelt.de Facebook: www.facebook.com/paulskinderwelt Fotovermerke nach Seiten: Titel: Lichtgut – Achim

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Zweygarth – Verena Ecker, Assata Frauhammer, Siebbi Wikipedia / S. 2: Chris Hemsworth – Liam Hemsworth Instagram, dpa (2) / S. 3: dpa (3), Getty Images / S. 4: dpa (4), AFP / S. 5: dpa, Oetinger, Beltz&Gelberg, Gerstenberg Verlag (2) / S. 6: Lichtgut – Verena Ecker (8) / S. 7: Carlsen, Ehapa, LANG-FILM Medienproduktion / S. 8-9: dpa (7), Lang-film - Wikipedia / S. 10-11: Illustration: Alexander Schulz, Melanie Morlok / S. 12-13: dpa (5), Getty Images (2), Michaela Bareis, Stefan Baudy Wikipedia / S. 14-15: Lichtgut – Achim Zweygarth (14) / S. 16-17: Bernd Schifferdecker, Ravensburger, Disney (3) / S. 18: Assata Frauhammer (6) / S. 19: Warner Bros., dpa / S. 20-21: Daimler AG, Alias Entertainment, Concorde Filmverleih (4), Stephanie Schlagenhauf (2) / S. 22-23: factum/Anreas Weise, Illustrationen: Alexander Schulz / S. 24: Stuttgarter Zeitung, Franziska Hochwald, Alexander Schulz Die „Stuttgarter Kinderzeitung“, die „Stuttgarter Kindernachrichten“ und „Meine Kinderzeitung“ sind Produkte

Seit fünf Jahren ist die Stadtbibliothek nun schon in dem auffälligen Würfelgebäude am Mailänder Platz. Das wird gefeiert, und zwar mit einem großen Familientag am Samstag, 22. 10. Von 13 bis 18 Uhr kannst Du hier eine Menge erleben. Es gibt eine Legoausstellung, einen Technik-Make-Space der Initiative Tinkertank aus Ludwigsburg, bunte Clowns und vieles mehr. Das ganze Programm findest Du auf www.stuttgart.de/stadtbibliothek. der Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH / Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart, Telefon 0711 / 7205 - 6161 www.stuttgarter-kinderzeitung.de / www.stuttgarter-kindernachrichten.de Zeitungsverlag GmbH & Co Waiblingen KG, Albrecht-Villinger-Straße 10, 71332 Waiblingen, Telefon 07151 / 566 - 0, www.zvw.de Anzeigen: Marc Becker (verantw.), Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart U. Kretschmer, Zeitungsverlag GmbH & Co Waiblingen KG, Albrecht-Villinger-Straße 10, 71332 Waiblingen Druck: Pressehaus Stuttgart Druck GmbH, Plieninger Straße 150, 70567 Stuttgart, 0711 / 7205 - 0


.. Start: 20. Oktober

Nichts für Streber Tabea (12) und Charlotte (11) stehen auf Internatsgeschichten. In „Burg Schreckenstein“ geht es um geheime Mutproben, echte Freundschaften, nächtliche Streifzüge und ausgeklügelte Streiche – natürlich zwischen coolen Jungs und frechen Mädchen. Zugegeben, ein Musterschüler ist Stephan nicht. Aber muss man ihn deshalb gleich auf ein Internat schicken? Stephans Eltern leben getrennt. Seine Mutter arbeitet als Stewardess und hat keine Zeit, und zum Vater will Stephan auf keinen Fall. Aber ein Internat ist doch der Horror! Wenn er doch nur ahnen könnte, dass „Burg Schreckenstein“ alles andere als ein normales Internat ist. Angekommen in dem alten Gemäuer, trifft er auf zwei kauzige Typen: Jean – der Diener des Grafen – und den Grafen selbst, der im Schlosskeller an einem Heißluftballon tüftelt. Schnell merkt Stephan, dass hier ein anderer Wind weht. Seine neuen Mitschüler – Mücke, Dampfwalze, Ottokar und Strehlau – beschließen, Stephan in den geheimen Ritterbund aufzunehmen, wenn er die Mutprobe besteht. Erst dann darf er als echter „Schreckie“ mit auf „Hühnerjagd“! Die „Hühner“? Das sind die Mädchen vom benachbarten Internat Rosenfels, der selbsterklärte Erzfeind der „Schreckies“. Bald folgt die erste Attacke auf die hochnäsigen Streberinnen . . . Als dann aber eines Tages das gemeinsame Burgfest ansteht, müssen die Raufbolde entscheiden, was ihnen wichtiger ist: Auf ewig so weitermachen oder ein für alle Mal das Kriegsbeil begraben? Stephanie Schlagenhauf

Lustig

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Spannend

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Action

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Abenteuer

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Die Streiche zwischen den Jungs und den Mädchen haben mir am besten gefallen!

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Jahre

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Ich habe alle Bücher von „Burg Schreckenstein“ gelesen. Der Film war noch viel cooler, als ich es mir vorgestellt hatte!

Geeignet für: Echte „Schreckies“ 21


Steckbrief Frank Deiß (5 2) hat schon al s Schüler für die Daimler-AG gearbeitet. Nac h vielen verschiedenen Aufgaben ist er nun seit etwa einem Ja hr Chef des M ercedesBenz-Werks in Untertürkheim . Auch die Niederlassunge n in Hamburg, Berlin und Kölleda sowie Sebes und Cugi r in Rumänien werden vo n ihm geführt. Bevor es ihn wieder nach St uttgart zog, leite te er das chinesische W erk in Peking. In Stuttgart fühlt sich der Sc hwabe, der in Reutlingen geboren is t, wohl. Er ist ve rheiratet und hat zw ei erwachsene Kinder.

Die Stadt in der Stadt: Das Rathaus

„Ich habe einen Traumjob“ Frank Deiß ist der Werkleiter in Untertürkheim und damit der Bürgermeister der Mercedes-Benz-City. Die Schwestern Pauline und Sophie (10) haben sich mit ihm in seinem Büro getroffen.

Pauline: Ein Bürgermeister wird normalerweise gewählt, wie war das bei Ihnen als Werkleiter? Frank Deiß: Eine richtige Wahl war das natürlich nicht. Ich glaube, ich wurde erwählt und auf die Aufgabe beordert. Davor war ich in China, und als mein Aufenthalt dort zu Ende ging, hat man mich gefragt, was ich denn als Nächstes machen würde. Und mein Arbeitgeber hielt es dann für eine gute Idee, wenn ich den Job als „Bürgermeister“ in Untertürkheim übernehmen würde. Sophie: Ist es schwierig, der Chef von Tausenden Mitarbeitern zu sein? Frank Deiß: Manchmal ja, manchmal nein. Das Wichtigste ist, dass es Spaß macht – man muss Freude haben am Umgang mit Menschen und an der Führung dieser. Grundsätzlich spielt es dann keine Rolle, ob man mit 19 000 Menschen umgeht oder mit dreien. Pauline: Haben Sie ein Team, das Ihnen hilft, den Überblick zu behalten? Frank Deiß: Ja, ich habe Mitarbeiter, die mich unterstützen. Das nennt man einen Stab. Dieser ist bei mir ziemlich klein. Ich habe eine Sekretärin und eine Assistentin. Außerdem kann

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ich auf meine tolle Mannschaft im Werk Untertürkheim zählen – hier arbeiten mehr als 19 000 Menschen. Sophie: In einer Stadt sollten sich alle Bürger gut vertragen. Was tun Sie dafür in Ihrer „Stadt“? Frank Deiß: Es ist extrem wichtig, dass sich alle Leute hier gut verstehen. Wir haben Mitarbeiter mit sehr vielen unterschiedlichen Nationalitäten. Trotz aller kulturellen Unterschiede sollten sich die Mitarbeiter verstehen, so dass sie ihre Arbeit gut erledigen und sich einbringen können. Es gibt bei Daimler vier Unternehmenswerte. Das sind Begeisterung, Wertschätzung, Integrität und Disziplin. Das fordern wir auch von unseren Mitarbeitern, und wenn diese eingehalten werden, funktioniert das Miteinander auch ganz gut. Pauline: Ist es schwierig, Konflikte zu lösen? Frank Deiß: Das ist nicht schwierig, wenn man ein gemeinsames Ziel vor Augen hat. Einen Konflikt kann man lösen, wenn sich alle einig sind, wohin die Reise geht. Es wird nur ohne Ziel schwierig. Sophie: Sind Sie aufgeregt, wenn Sie vor vielen Menschen sprechen müssen? Frank Deiß: Selbstverständlich! Es ist egal, ob ich vor zehn Leuten rede oder vor 12 000, zum Beispiel bei unserer Betriebsversammlung in der Schleyerhalle. Man muss die nötige Anspannung haben, sonst wird das nichts. Aber wenn ich dann auf der Bühne stehe, verschwindet die Aufregung wieder.


Unser Serien-Fahrplan

Das Rathaus

Die Gießerei

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Das Motorenwe

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Das Transport Labor

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Der Hafen

Die Feuerwehr

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Erstaunlich ist, dass der „Bürgermeister“ immer noch aufgeregt ist beim Reden vor vielen Menschen.

Pauline: Ist Werkleiter ihr Traumjob? Frank Deiß: Sicherlich, momentan ist das mein Lieblingsjob. Es macht mir riesig Spaß, und ich freue mich besonders auch darüber, nach langer Zeit im Ausland wieder in meiner Heimat Deutschland zu arbeiten – und dazu noch an diesem geschichtsträchtigen Standort Untertürkheim, wo das Unternehmen entstanden ist. Da bin ich stolz drauf.

Das Gesundhe zentrum

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Die Schule

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gefangen damit, dass man mit Stäbchen isst. Das war am Anfang nicht leicht. Und die Sprache ist natürlich sehr schwer, was für mich eine echte Herausforderung war. Ich bin ja von Haus aus eher technisch veranlagt. Meine Familie spricht ziemlich gut Chinesisch. Die fünf Jahre in China haben sehr viel Spaß gemacht, und ich möchte sie nicht missen wollen.

Sophie: Wie war es denn in China? Ist das zu vergleichen mit der Arbeit hier? Frank Deiß: China ist überhaupt nicht zu vergleichen mit Deutschland. Man lebt dort in einer ganz anderen Kultur. Dennoch gab es bei der Arbeit auch viele Gemeinsamkeiten. Im Prinzip hatte ich dort den gleichen Job wie in Stuttgart, ich war „Bürgermeister“ im Werk in Peking. Pauline: Und wie war es, als Deutscher in China zu leben? Frank Deiß: Das ist schon anders als in Deutschland, an-

Ich finde es sehr beeindruckend, dass die Kinder und die Frau von Herrn Deiß so gut Chinesisch sprechen können.

Sophie

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Pauline und Sophie schauen sich im Büro des „Bürgermeisters“ Frank Deiß um.

Tanja Volz (Text), Andreas Weise (Fotos), Alexander Schulz (Illustration)

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Leseprobe – Teil 3 Unser Eriba ist wirklich der schönste Wohnwagen der Welt. Die neuen sehen aus wie ganz normale Wohnwagen, aber unserer ist ein echter Oldtimer. Er hat eher die Form eines Bonbons, außerdem ist er unten weinrot, oben weiß und innen drin total eng und kuschelig. Ich mache mich hoch konzentriert daran, eine Schicht Klebeband auf das Foto zu kleben. Gerade habe ich den ersten Streifen auf das Papier gebracht, ohne zu knittern, da klingelt es an der Tür. Gedankenverloren drücke ich auf den Summer und öffne die Wohnungstür. Komisch, normalerweise macht Papa im Treppenhaus nicht so ein Getöse, schon wegen der Nachbarn. Ich hätte vielleicht doch die Sprechanlage benutzen sollen. Viel Zeit, darüber nachzudenken, habe ich nicht: Das schnaufende Geschöpf, das da die Treppen hochsprintet, kommt schon in Sichtweite. Von oben sehe ich völlig verwuschelte kurze Haare, ein blaurot gestreiftes Fußballtrikot, einen Rucksack, ein Netz mit drei Fußbällen drin und zwei Füße in Sportschuhen, die immer abwechselnd zwei Stufen auf einmal nehmen und dann auf einer Stufe fünf Trippelschritte machen. Als wären die drei Stockwerke nicht schon stressig genug. Ich überlege kurz, ob ich nicht sicherheitshalber einfach in die Wohnung zurückgehen und die Tür hinter mir zuschlagen soll, da ist es schon zu spät. Das Wesen stürzt auf mich zu und schlägt mir brachial auf die Schulter. „Hi Leon, alles cool bei dir?“ Nun erkenne ich die Stimme. Es ist meine Cousine Lea – mein Bäsle, wie Oma Mimi sagen würde. Sie trägt jetzt eine Kurzhaarfrisur, die ziemlich zottelig aussieht. Die gruftigen schwarzen Klamotten hat sie durch ein schlabbriges Sportoutfit ersetzt. Lea bemerkt meinen ungläubigen Blick und fährt sich mit der Hand über die Haare. „Ist besser beim Duschen, weißt du, nach dem Training.“ Ich hätte mir denken können, dass Lea sich wieder neu erfindet. Als wir beide noch klein waren, war Pink bei ihr der Hit. Man

konnte ihr alles schenken – wenn es pinkfarben war, fand sie es toll. Hello Kitty war das Größte für sie, und sie hatte große Ähnlichkeit mit Prinzessin Lillifee. Letztes Mal, als sie bei uns war, brauchte sie dann auf einmal alles in Schwarz. Schwarze Klamotten waren ihr so wichtig, dass sie sogar lieber Papas schwarze Poloshirts von der Leine stibitzte, bevor sie Klamotten einer anderen Farbe angezogen hätte. Und jetzt hatte sie sich ein weiteres Mal komplett verwandelt. Ich grinse sie anerkennend an. „Vorbei mit der Emu-Phase?“ „Erstens Emo, und zweitens war ich nie einer, weißt du doch.“ Lea schiebt mich zur Seite, stapft geradewegs durch die Küche und wirft ihr Gepäck in die Speisekammer – besser gesagt, sie wirft ihr Gepäck in mein Museum! „Der Koffer kommt dann noch mit dem Bahn-Gepäckservice“, ruft sie mir über die Schulter zu. „Wieso Koffer – bleibst du länger?“ „Hat dir dein Vater nichts gesagt?“ Lea begutachtet mit hochgezogenen Augenbrauen die Sachen, die ich auf dem Regal aufgereiht habe. „Ich wohne für dieses Schuljahr bei euch. Voll süß, deine kleine Leon-Ausstellung.“ Ich atme tief durch. Ich habe Lea wirklich gern, wenn sie nicht gerade angibt oder so. Aber hier wohnen? Wieso das denn? Und warum werde ich gar nicht gefragt? Den Plan, mit meinem Museum in die Kinderzeitung zu kommen, kann ich dann wohl auch vergessen.

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Am Son nta „Leon L g hast Du die ustig“ k Gelege nheit, ennenz 23. Okt u le rnen: A ober um m Autorin 15 Uhr liest die Franzis Naturk k a Ho undem useum chwald im (Rosen am Löw stein entor dem zw straße 1) aus eiten, n e schiene nen Buc u erh „Leon Lustig u nd nach de die Jagd m Urvo gel“.

Stuttgarter Kinderzeitung