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2 Wirtschaft in Baden-Württemberg

Stuttgarter Zeitung | Stuttgarter Nachrichten Nr. 1 | Dienstag, 6. Mai 2014

Inhalt Interview

Langfristiges Denken dominiert Familienbetriebe haben einen längeren Atem als Konzerne, sagt Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller. SEITE 3

Wirtschaftsentwicklung

Kampf um den Spitzenplatz Was ist das Erfolgsgeheimnis von Baden-Württemberg – und wie bleibt das Land auch in Zukunft vorn? SEITEN 4 und 5

Gastbeitrag

Neue Champions gesucht Wer heute Weltmarktführer ist, muss es nicht für alle Zeiten bleiben. Denn die Konkurrenz schläft nicht. SEITE 7

China

Keine Angst vor den Chinesen Die Erfahrungen mit dem Einstieg fernöstlicher Investoren in Baden-Württemberg sind überwiegend positiv. SEITE 8

Kapitalanlage

Nicht immer nur windige Anlagen Der Staat schließt Schlupflöcher, doch das Steuersparen bleibt möglich – vor allem für Vermögende. SEITE 12

Gehaltsverhandlungen

„Wer teuer ist, wird geschätzt“ Bescheidenheit ist bei Gesprächen über die eigenen Bezüge fehl am Platze, meint Erfolgsautor Martin Wehrle. SEITE 13

Ulrich Dietz

Siegfried Weishaupt

Ein Gründer ermuntert neue Gründer

Heizungen und Kunstwerke

Als Ulrich Dietz im Jahr 1990 bei einer heimischen Förderbank um Unterstützung warb, winkte die Sachbearbeiterin ab: „Oje, Software. Mein Textverarbeitungsprogramm verstehe ich schon nicht.“ Doch Dietz, der heute dank seines Förderwettbewerbs Code-n jungen IT-Start-ups auf die Sprünge hilft, ließ sich nicht beirren. „Als Unternehmer muss man sich daran gewöhnen, dass es in jedem Stadium einer Unternehmensentwicklung immer wieder anspruchsvolle Hürden gibt“, sagt Dietz, der Maschinenbau und Produktentwicklung studiert hat. Heute ist der von ihm 1987 gegründete Softwaredienstleister GFT-Technologies ein internationales Unternehmen – und der Ehrgeiz des Gründers nicht erschöpft. „Unser Ziel war und ist es, einen international führenden HighTech-Konzern mit Wurzeln in Baden-Württemberg zu entwickeln“, sagt Dietz. Die Firma soll eines der weltweit innovativsten Unternehmen werden. GFT beschäftigt rund 2500 Mitarbeiter in acht Ländern und setzt beispielsweise mit IT-Services für Banken rund 300 Millionen Euro um. age

Bewahrer einer oberschwäbischen Familiendynastie, Besitzer einer der größten Kunstsammlungen im Land, Mäzen und industrieller Weltmarktführer, das ist Siegfried Weishaupt. Die Chinesen greifen an, aber zumindest auf dem Gebiet der industriellen Großbrennertechnik läuft der Holding aus Schwendi im Kreis Biberach niemand den Rang ab. Auch sonst ist Weishaupt eine Marke in der Wärmeerzeugung. Öl- und Gasbrenner werden in Schwendi gebaut, im schweizerischen Sennwald Öl- und Gasbrennwertgeräte für Häuser und Wohnungen. Von den weltweit 3100 Angestellten arbeiten knapp 1000 im beschaulichen Schwendi, dort wird auch gerade ein neues Forschungsgebäude gebaut. Den Umsatz hat Weishaupt 2013 auf den Höchstwert von knapp 550 Millionen Euro geschraubt (2012: 522 Millionen). Das hätte sich Unternehmensgründer Max Weishaupt einst wohl kaum träumen lassen. Mit der Rückschau aufs eigene Leben lässt sich Siegfried Weishaupt, immerhin auch schon 75 Jahre alt, aber noch Zeit. Wann er Sohn Thomas an die Spitze lässt, hat er bisher nicht verraten. rub

Elektroingenieure

Menschen machen Marktführer

Die Zukunftsgestalter Elektroingenieure werden überall gesucht. Auf einer Doppelseite beschreiben wir den Beruf. SEITEN 14 und 15

Ausgefragt

Porträts

Eine Frau gibt den Ton an

Ohne den ausgeprägten Unternehmergeist in Baden-Württemberg wäre die hiesige Wirtschaft international kaum so erfolgreich. Fünf Beispiele für Chefinnen und Chefs aus dem Land, die ihre Firmen an die Spitze geführt haben.

Ganz persönliche Antworten von Stephanie Mair-Huydts, Chefin von Mairdumont in Ostfildern. SEITE 18

Öffentlichkeitsarbeit

Krisenbewältigung im Quadrat Wie der Schokoladenhersteller Ritter Sport nach einem negativen Testurteil um seinen guten Ruf kämpft. SEITE 20

Gründer

Innovationen aus Baden-Württemberg Sechs neue Geschäftsideen vom preisgünstigen Roboter bis zur orientalischen Systemgastronomie. SEITEN 22 und 23

Frauenförderung

Defizite im Management Vielen Vorständen fehlt die Sensibilität für gesellschaftliche Trends, sagt Ex-Telekom-Vorstand Sattelberger. SEITE 24

Karrierechancen

Was hilft beim Aufstieg? Die gesetzliche Quote in Aufsichtsräten wird kommen. Doch ist sie sinnvoll? Dazu ein Pro und Contra. SEITE 25

Wirtschaft und Finanzen

Handelsplatz mit Impulsfunktion Mit der Finanzbildung der Deutschen steht es nicht zum Besten. Das will die Börse Stuttgart ändern. SEITE 27

Interview

„Evidenter Machtmissbrauch“ Ministerpräsident Kretschmann über die EnBW-Affäre und den Umgang mit Steuermitteln. SEITE 28

Mobilität

Trau, Stau, wem Wie die Stauhauptstadt den Unternehmen in Stuttgart und der Region das Leben schwermacht SEITE 32

Eberhard Veit

Brigitte Vöster-Alber

Schwäbischer Schaffer

Humorvoll und streitbar

Auf der Industriemesse in Hannover ist Eberhard Veit ganz in seinem Element. Wenn der Vorstandsvorsitzende der Esslinger Festo AG ein nachgebautes Kamel präsentieren kann, eine von Konstrukteuren ausgetüftelte Möwe oder ein künstliches Handgelenk, dann hat Veit Publikum für sein Unternehmen und schöne Bilder für das Fernsehen. Den gebürtigen Göppinger freut es dann, dass ein Familienunternehmen in puncto Neuheitenpräsentation so manchem Dax-Konzern den Rang abläuft. Natürlich verkauft der Spezialist für Automatisierungstechnik weder Kamele noch Möwen – doch seine Experimente zeigen, was sonst nicht so einfach zu erklären wäre – etwa, was eine Steuerung so alles kann. „Schaffe, net bloß schwätza“ ist die Devise des gebürtigen Göppingers. Und so bodenständig sich dies auch anhört – gerade weil dieses Motto hochgehalten wird, ist Festo schon lange in der weiten Welt zu Hause, investiert in den nächsten Jahren 150 Millionen Euro und erzielt mit 16 700 Mitarbeitern, davon 7700 in Deutschland, einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. ey

Wenn Brigitte Vöster-Alber von ihrem Unternehmen berichtet, erzählt sie gerne auch, was Skifahrer sich früher manchmal fragten: „Geht’ se oder geht’ se net?“ Bis in die achtziger Jahre nämlich stellte Geze in Leonberg auch Bindungen her. Inzwischen konzentriert sich das Unternehmen auf Systeme zum Schließen von Türen, wie sie etwa in Flughäfen, Hotels oder Büros verwendet werden. Der Abschied vom Wintersport fiel vielen in dem mehr als 150 Jahre alten Unternehmen schwer – doch Brigitte Vöster-Alber setzt durch, was sie für richtig hält. Im Augenblick liegt das Unternehmen mit dem Kartellamt, aber wegen der Besteuerung von Kleingeschenken auch mit der Finanzverwaltung im Clinch. Die Chefin zeigt sich dabei durchaus streitbar. Behaupten musste sie sich schon früh. Als sie mit 24 Jahren nach dem Tod ihres Vaters an die Spitze des Unternehmens rückte, kam sie sich in der „Männerwelt“ manchmal „wie im Haifischbecken“ vor. Doch sie wurde nicht gefressen, sondern biss sich durch. Heute setzt Geze mit 2600 Mitarbeitern 330 Millionen Euro um. ey

Geschäftsreisen

Über den Wolken Charterflüge sind für Geschäftsleute oft günstiger – wenn man Zeit- und Geldaufwand gegenüberstellt. SEITE 35

Mark Bezner

Start in der Waschküche Mit dem Namen Bezner ist eine Erfolgsgeschichte verbunden, die in den Wirtschaftswunderjahren ihren Ursprung nimmt und bis in die Jetztzeit hineinreicht. Gerade erst hat Olymp am Stammsitz in Bietigheim ein neues, voll automatisiertes Hochregallager eröffnet; die Kosten von 40 Millionen Euro sind laut Mark Bezner (51) „die größte Investition in der Firmengeschichte“. Bezner hat die Geschäftsleitung 1995 von seinem Vater Eberhard übernommen. Die ersten Hemden hatte sein Großvater Eugen 1951 noch in der Waschküche seines Hauses aus alten Uniformstoffen und Fallschirmseide zusammengeschneidert. Heute durchlaufen jährlich rund zehn Millionen Hemden mit dem „O“ auf der Brust die Endkontrolle in Bietigheim. Entgegen dem allgemeinen Trend in der Textilindustrie ist Olymp in den vergangenen Jahren beständig gewachsen: die Umsätze haben sich allein seit 2003 nahezu vervierfacht (2013: 202 Millionen Euro), nicht zuletzt wegen des internationalen Erfolgs. Jedes dritte Hemd exportiert der deutsche Marktführer ins Ausland. tht

Impressum

Index Personen

Chefredakteure: Joachim Dorfs, Dr. Christoph Reisinger Leitung: Michael Heller, Klaus Köster Redaktion: Imelda Flaig, Werner Ludwig, Isabelle Pfleiderer, Walther Rosenberger Gestaltung/Produktion: Sebastian Klöpfer, Maja Mory, Dirk Steininger E-Mail: redaktion@wirtschaft-in-bw.de Telefon: 07 11 / 72 05 – 12 11 und 07 11 / 72 05 – 74 01 Internet: www.wirtschaft-in-bw.de „Wirtschaft in Baden-Württemberg“ ist ein Produkt der Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft mbH / Stuttgarter Nachrichten Verlagsgesellschaft mbH Anzeigen: Marc Becker (verantw.) Stuttgarter Zeitung Werbevermarktung GmbH, Plieninger Str. 150, 70567 Stuttgart Telefon: 0711/72 05 – 16 03 Druck: Pressehaus Stuttgart Druck GmbH, Plieninger Str. 150, 70567 Stuttgart Telefon: 07 11 / 72 05 – 0

Fotos: GFT/Michael Dannenmann, dpa (2), Horst Rudel, WiZe

Bernhard, Wolfgang

Unternehmen SEITE 18

Klenk, Bernd

SEITE 10

Schach, Markus

SEITE 10

Achtung

SEITE 20

Bezner, Mark Can, Kartal Dietz, Ulrich

2 22 2

Klett, Bettina Leibinger, Berthold Leibinger-Kammüller, Nicola

10 3 1, 3

Schwertfeger, Hannes Seiwert, Lothar Semen, Kivanc

22 9 23

Aesculap Avedition BASF

5 10 7

Dietze, Frederic Egelhaaf, Jan

22 15

Mair, Frank Mair, Kurt

18 18

Staudenmaier, Bertram Storz, Oliver

18 22

Bertrandt Bosch

15 7, 15

Erkul, Erkan Fix, Petra Greiner, Stefanie

23 20 10

Mair, Volkmar Mair-Huydts, Stephanie Mantel, Ralf

18 18 10

Veit, Eberhard Venohr, Bernd Vöster-Alber, Brigitte

Gutjahr, Michael Hahn, Frank

18 10

Marbach, Peter Masche, Hans

10 10

Wehrle, Martin Weimer, Harald

Hermann, Andreas Heissler, Stefan Jenner, Hartmut

18 5 5

Müller, Dietrich Nussbaum, Cordula Oker, Marion

10 9 18

Weishaupt, Siegfried Zitzelsberger, Roman Zollenkop, Michael

Kammüller, Mathias Kiedaisch, Petra

3 10

Pilarsky-Grosch, Sylvia Rister, Markus

18 12

Zweigle, Oliver

Kiessling, Marcel Klatt, Oliver

10 23

Roselieb, Frank Sattelberger, Thomas

20 24

2 1 2 13 10 2 8 1, 7 23

IBM

SEITE 18

Int. Bankhaus Bodensee Kärcher Karl Marbach

12 5, 15 10

SEITE 20

Storck Symrise Talanx Techniker Krankenkasse

20 18 9 24 23

Kasper Knacke Liebherr

10 5

Telekom Trubotics

Bureau Baubotanik 22 Daimler 7, 10, 15, 20, 24 Dr. Daiber & Partner 10

Mairdumont McKinsey Mondelez

18 4 20

Trumpf Twitter Vapiano

Duravit EnBW

Olymp Porsche

2 15

Vetter Voith

5 18

Rapid-Vac- Mold Ritter Sport Rofobox

22 20 22

VW Weishaupt Wewant

18 2 13

W&W Yaz

18 23

Enercon Facebook Festo Flex Geze GFT-Technologies Heidelberger Druck

10 15 12 20 2, 15 8 2 2 10

Roland Berger SAP Schwäbische Hüttenwerke Stihl

1, 7 7 1 21

1, 3, 15, 21 20 20

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Wirtschaft in Baden-Württemberg  

2014, Ausgabe 1

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