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Economic Research

Swiss Issues Branchen Juni 2014

Erfolgsfaktoren f端r Schweizer KMU Perspektiven und Herausforderungen im Export


Credit Suisse Economic Research

Impressum Herausgeber Giles Keating Head of Research and Deputy Global CIO +41 44 332 22 33 giles.keating@credit-suisse.com Dr. Oliver Adler Head Economic Research +41 44 333 09 61 oliver.adler@credit-suisse.com Kontakt branchen.economicresearch@credit-suisse.com Telefon +41 44 334 74 19 Titelbild ©iStock.com/ErikdeGraaf Druck galledia ag, Burgauerstrasse 50, 9530 Flawil Redaktionsschluss 15. Mai 2014 Bestellungen Direkt bei Ihrem Kundenberater oder bei jeder Credit Suisse-Geschäftsstelle Einzelexemplare (kostenlos) über www.credit-suisse.com/publikationen oder Fax +41 44 333 56 79 Interne Bestellungen via MyShop mit Mat.-Nr. 1511511 Besuchen Sie uns auf dem Internet www.credit-suisse.com/research Copyright Die Publikation darf mit Quellenangabe zitiert werden. Copyright © 2014 Credit Suisse Group AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten.

Autoren Nicole Brändle Schlegel Andreas Christen Dr. Patricia Feubli Bettina Rutschi Vuk Stokanic

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Inhalt Editorial

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Management Summary

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Informationen zur Umfrage

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Erfolgsfaktoren fĂźr Schweizer KMU

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Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen Aktuelle Bedeutung und Einfluss Erwartete Entwicklung und Handlungsempfehlungen

9 10 12

Perspektiven und Herausforderungen im Export

14

Exporte Schweiz | Ăœberblick Positionierung im internationalen Wettbewerb KMU-Exportwirtschaft Internationale Vernetzung der Schweizer KMU Exportdestinationen von Schweizer KMU KMU im internationalen Wettbewerb Freihandelsabkommen Effekt von Freihandelsabkommen Freihandelsabkommen aus Sicht der Industrie-KMU Ausblick Schweizer Aussenhandel: Wohin geht die Reise? Export-Zukunft aus KMU-Sicht

14 16 18 18 20 22 26 26 28 31 31 35

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Editorial Es ist äusserst selten in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte, dass sich ein bestimmtes Datum so stark ins kollektive Gedächtnis brennt wie der 9. Februar 2014 – der Tag des knappen «Ja» des Schweizer Stimmvolks zur Masseneinwanderungsinitiative. Man muss bis zum 6. Dezember 1992 zurückgehen, um ein Datum zu finden, das eine ähnlich hohe Bedeutung erlangt hat. Die Tatsache, dass dieses Datum bis vor der Abstimmung vom Februar dieses Jahres etwas in Vergessenheit geraten ist, hat unter anderem damit zu tun, dass die Schweiz in den letzten Jahren aus verschiedenen Gründen im Vergleich zum europäischen Ausland wirtschaftlich äusserst erfolgreich agiert hat. Der Verzicht auf eine verstärkte Integration in den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) schien keine so grossen Wunden zu hinterlassen, wenngleich man natürlich nie wissen wird, was nach einem «Ja» zum EWR geschehen wäre. Wie wir in nochmals 22 Jahren, also im Jahr 2036, auf die Masseneinwanderungsinitiative zurückblicken, ist unsicher. Es ist äusserst wahrscheinlich, dass die Schweizer Wirtschaft unabhängig von diesem Volksvotum weiterhin sehr stark mit dem Ausland verflochten sein wird und muss. Wenn eine kleine, ressourcenarme Volkswirtschaft zu Wohlstand kommen will, führt beinahe nichts an der Spezialisierung und dem globalen Austausch vorbei. Der Beitrag der globalen Konzerne zum Erfolg der Schweizer Wirtschaft ist bekannt. Doch wie schneiden die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) im internationalen Wettbewerb ab? In der dritten Ausgabe unserer Studienreihe «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU» richten wir den Fokus nach einem Überblick über die gesamte Schweizer Exportwirtschaft auf die internationale Vernetzung der Schweizer KMU. Mit dieser Erhebung gewinnen wir aktuelle, umfassende Daten zur Struktur der KMU-Exportwirtschaft, die bisher in dieser Form öffentlich nicht verfügbar waren. Welche Märkte sind für KMU besonders wichtig und wie hat sich der Wettbewerbsdruck aus dem In- und Ausland in den letzten Jahren entwickelt? Zudem stellen wir uns die Frage, welche Auswirkungen Freihandelsabkommen haben und wie Schweizer KMU diese bewerten. Im abschliessenden Kapitel wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wir können zwar keine Aussagen dazu machen, wie wir im Jahr 2036 auf die Abstimmung vom 9. Februar 2014 zurückblicken werden. Wir versuchen aber, einige Anhaltspunkte darüber zu geben, wie die Exportstruktur der Schweizer Wirtschaft bis dann aussehen könnte. Dabei stützen wir uns auf längerfristige Szenarien zur Entwicklung der globalen Wirtschaft und zeigen, dass gerade auch KMU mit geeigneten Strategien vom sich weiter abzeichnenden Aufstieg der Schwellenländer profitieren können. Wir wünschen Ihnen eine spannende und anregende Lektüre.

Urs P. Gauch Leiter KMU-Geschäft Schweiz

Oliver Adler Leiter Economic Research

Die Partnerschaft zwischen Switzerland Global Enterprise und der Credit Suisse Switzerland Global Enterprise (S-GE) setzt sich weltweit für Unternehmertum und den Wirtschaftsstandort Schweiz ein. Seit 2009 engagiert sich Credit Suisse aktiv bei S-GE – ein klares Bekenntnis zur Schweizer Wirtschaft und zum Werkplatz Schweiz. Die Credit Suisse und S-GE sind überzeugt, dass die Schweizer Unternehmen mit ihrer Innovationskraft, ihrer guten Integration in die internationale Weltwirtschaft, ihrer hohen Anpassungsfähigkeit und dem weltweit ausgezeichneten Renommee von Swissness wesentlich zum Erfolg unserer Exportwirtschaft beitragen. Swiss Issues Branchen

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Management Summary

Entscheidende Erfolgsfaktoren sind Humankapital und das wirtschaftliche Umfeld (Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU, S. 9–13)

Bei den regulatorischen Rahmenbedingungen besteht Handlungsbedarf (Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU, S. 9–13)

Geografische Diversifizierung ist bei der Exportstrategie wichtig (Exporte Schweiz, S. 14–15)

Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU Standortspezifische Erfolgsfaktoren sind die Grundlage der Wettbewerbsfähigkeit. Zum dritten Mal befragt die Credit Suisse Schweizer KMU im Rahmen der Studienreihe «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU». Gut ausgebildete Mitarbeiter werden von den KMU auch in der aktuellen Umfrage als wichtigster Pfeiler für den Erfolg betrachtet. Somit belegt der Faktor Mitarbeiter und Qualifikationen über die drei Beobachtungsjahre hinweg die Spitzenposition unter den bedeutendsten Erfolgsfaktoren. Dieser Faktor ist nicht nur wichtig, er wirkt sich auch sehr positiv auf den Erfolg der KMU aus. Der Credit Suisse Standortindikator, der die Beurteilung der Erfolgsfaktoren durch die KMU in einer einzigen Kennzahl zusammenfasst, attestiert der Schweiz wiederum das Prädikat «förderlich». Einzig die regulatorischen Rahmenbedingungen hemmen gemäss unserer Umfrage 2014 den Erfolg der KMU. Da die Regulierung eine überdurchschnittliche Bedeutung hat und ihr Einfluss in Zukunft als noch negativer erachtet wird, besteht hier denn auch der grösste Handlungsbedarf. Die Politik ist gefordert, bei neuen Regulierungen die Position der Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu berücksichtigen und die administrative Entlastung voranzutreiben. Auch beim wirtschaftlichen Umfeld besteht gemäss den Schweizer KMU Handlungsbedarf. Eine geschickte Positionierung, vorausschauende Planung sowie eine Diversifikation der Risiken können Ansatzpunkte für den Umgang der KMU mit diesem Erfolgsfaktor darstellen. Perspektiven und Herausforderungen im Export Die Exporte nehmen seit 2010 wieder die Rolle als wichtiger Wachstumstreiber der Schweizer Wirtschaft ein. Zuvor hemmte die Finanzkrise die Exportentwicklung deutlich. Wichtigster Handelspartner der Schweiz ist die Europäische Union. Allerdings gewinnen die Schwellenländer stetig an Gewicht, insbesondere China und die Golfstaaten. Die Pharmaindustrie konnte ihren Anteil an den Schweizer Gesamtexporten deutlich ausbauen, in etwas geringerem Ausmass ebenfalls die Uhrenindustrie. Wichtiger Bestandteil des Erfolgsrezepts dieser Branchen ist die geografische Diversifizierung. Branchen mit starkem Fokus auf den europäischen Markt waren in den letzten Jahren aufgrund der Eurokrise mit starken Rückgängen konfrontiert.

Schweizer Exporteure überzeugen im Qualitätswettbewerb (Positionierung im internationalen Wettbewerb, S. 16–17)

Die Schweizer Exporteure zeichnen sich gegenüber den ausländischen Konkurrenten mehrheitlich durch einen Qualitätsvorteil aus. Vor allem die durch Forschung und Patente geprägte Pharmaindustrie sowie Hersteller von Präzisionsinstrumenten können dank überzeugender Qualität dem Preiswettbewerb besser ausweichen. Vom internationalen Preisdruck eher betroffen sind arbeitsintensive Branchen mit entsprechend hohen Arbeitskosten.

Ein Fünftel der Schweizer Exporte stammt von KMU, MEM-Industrie bei KMUExporten stark vertreten (KMU-Exportwirtschaft, S. 18–25)

Gemäss unserer Umfrage sind die Schweizer KMU international stark vernetzt. 69% der Unternehmen betreiben grenzüberschreitende Aktivitäten. Die Exporttätigkeit ist bei Industrie-KMU naturgemäss stärker ausgeprägt als bei Dienstleistungs-KMU. Insgesamt steuerten die KMU 2012 schätzungsweise ein Fünftel zu den Schweizer Gesamtexporten bei. Hinsichtlich der Branchenstruktur sind deutliche Unterschiede zur Schweizer Gesamtexportwirtschaft auszumachen. Die MEM-Industrie (inkl. Uhren) ist in den KMU-Exporten mit rund zwei Dritteln bedeutend stärker vertreten als in der Gesamtexportwirtschaft (45%).

Deutschland wichtigster Handelspartner der KMU (KMU-Exportwirtschaft, S. 18–25)

Zwar gewinnen die Schwellenländer als Exportmärkte auch bei den KMU an Bedeutung. Jedoch konzentrieren sich KMU nach wie vor stark auf europäische Länder, allen voran Deutschland. Kleine Industrie-KMU exportieren deutlich weniger in aussereuropäische Länder als mittelgrosse Unternehmen. Was den Absatz in Schwellenländern betrifft, hinken auf Branchenebene die traditionelle Industrie und der Dienstleistungssektor der Spitzenindustrie hinterher.

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Schweizer KMU behaupten sich gut, trotz Wettbewerbs- und Margendruck (KMU-Exportwirtschaft, S. 18–25)

Die starke internationale Tätigkeit der KMU schlägt sich in der Wettbewerbssituation nieder, in der sich die Unternehmen befinden. Gemäss unserer Umfrage stehen vor allem die exportorientierten KMU aus der Spitzenindustrie im Konkurrenzkampf mit ausländischen Wettbewerbern. Trotzdem sind die befragten Industrie-KMU mit ihrem Exportumsatz insgesamt knapp zufrieden, wobei KMU mit einem höheren Anteil der Exporte am Umsatz zufriedener sind. Die Margensituation im Export erhält eine eher negative Beurteilung.

Globale Marktführer vor allem in der Spitzenindustrie (KMU-Exportwirtschaft, S. 18–25)

Trotz des teilweise verstärkten Wettbewerbs können sich die Schweizer KMU gut behaupten. Rund ein Zehntel der Industrie-KMU gibt sogar an, für mindestens ein Kernprodukt globaler Marktführer zu sein. Vor allem unter den Herstellern von Präzisionsinstrumenten finden sich überdurchschnittlich viele solcher «Hidden Champions». 60% aller KMU aus dieser Branche gaben an, globaler Marktführer für mindestens ein Kernprodukt zu sein. Bereits deutlich dahinter rangieren die Uhren-, Elektro- und Maschinenindustrie.

Freihandelsabkommen haben oft eher einen Kostenals einen Mengeneffekt (Freihandelsabkommen, S. 26–31)

Um den zoll- und barrierefreien internationalen Handel zu ermöglichen, werden unter anderem Freihandelsabkommen geschlossen. Unsere Analyse zeigt, dass solche Abkommen die Handelsvolumina nicht zwingend erhöhen. Bereits bestehende, güterspezifische Abkommen oder nicht-tarifäre Handelshemmnisse können den Effekt von Freihandelsabkommen auf das Exportvolumen mindern. Hingegen senken Freihandelsabkommen die Exportkosten für Schweizer KMU spürbar, indem sie Zolleinsparungen in Millionenhöhe bringen.

Für stärker exportorientierte KMU sind Freihandelsabkommen relevanter (Freihandelsabkommen, S. 26–31)

Inwiefern Schweizer KMU von Freihandelsabkommen profitieren, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Insbesondere für kleinere KMU ist die Erbringung eines entsprechenden Ursprungsnachweises ein grosses Hindernis. Vor allem stärker exportorientierte KMU und Unternehmen einiger traditioneller Industrien sowie die Chemie und die Kunststoffherstellung stützen sich auf Freihandelsabkommen.

KMU wollen Abkommen mit USA (Freihandelsabkommen, S. 26–31)

In Sachen effiziente Beseitigung von Handelshindernissen gibt es gemäss unserer Umfrage grosse Unterschiede zwischen den Freihandelsabkommen, wobei jenes mit der EU am besten abschneidet. Obwohl nicht alle KMU gleichermassen von den verschiedenen Freihandelsabkommen profitieren, wünschen sich die Unternehmen weitere Abkommen. Ein Freihandelsabkommen mit den USA ist gemäss unserer Umfrage für die KMU am dringendsten.

Hersteller von hochwertigen Konsumgütern profitieren am stärksten vom Aufstieg der Schwellenländer (Ausblick, S. 31–37)

Die Exporte in die Eurozone dürften in den kommenden Jahren deutlich stärker wachsen als in den vergangenen, von der Eurokrise besonders stark gezeichneten Jahren. In einer längerfristigen Perspektive werden die Schwellenländer dank dem Heranwachsen einer breiten Mittelschicht immer stärker an Bedeutung gewinnen. Der Anteil der Schweizer Exporte in die BRICStaaten dürfte sich bis 2035 verdoppeln und China Deutschland als wichtigster Handelspartner ablösen. Wir erwarten, dass von dieser Entwicklung vor allem Hersteller von hochwertigen Konsumgütern profitieren. Da insbesondere die Uhren-, Maschinen- und Elektroindustrie bereits heute in diesen Märkten stark präsent sind, dürften sie vorerst schneller von der Entwicklung dieser Länder profitieren als andere Branchen. Sollte jedoch im Vergleich zu den Industrieländern ein grosser nachfrageseitiger Nachholbedarf bestehen, dürften auch die weniger stark präsenten Branchen rasch aufholen. Trotz schrumpfendem Exportanteil wird Westeuropa auch 2035 wichtigster Absatzmarkt sein.

Eintritt in Schwellenländer dank Kooperation, Konzentration und Kontakten (Ausblick, S. 31–37)

Der Bedeutungszuwachs der Schwellenmärkte bildet sich in den Zukunftserwartungen der KMU nur teilweise ab. KMU, die bereits heute in die Schwellenmärkte exportieren oder relativ gross sind, rechnen deutlich stärker mit einem Bedeutungszuwachs dieser Länder als die übrigen KMU. Die eher zurückhaltende Bewertung der Schwellenländer durch kleinere KMU und jene, die nicht in diese Länder exportieren, dürfte unter anderem darauf zurückzuführen sein, dass die Bearbeitung dieser Märkte viel Zeit, Mittel, Erfahrung und persönliche Kontakte erfordert. Viele KMU beschränken ihre Exporttätigkeit deshalb auf die Nachbarländer der Schweiz. Nichtsdestotrotz ist die Bearbeitung der Schwellenmärkte eine prüfbare Option. Zur Überwindung der Eintrittshürden bieten sich Kooperationen unter KMU, die Konzentration auf einige wenige Schwellenmärkte und der Austausch mit schwellenmarkt-erfahrenen Unternehmen und Exportförderorganisationen wie der S-GE an.

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Informationen zur Umfrage

KMU-Umfrage 2014 Die Credit Suisse KMU-Umfrage 2014 basiert auf zwei Erhebungen. An der Grunderhebung nahmen 1344 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus allen Branchen teil. An der Zusatzerhebung partizipierten 820 Industrie-KMU aus allen Industriebranchen. In den nachfolgenden Analysen werden für Aussagen zur gesamten KMU-Landschaft und zu Dienstleistungsbranchen sowie dem Bau ausschliesslich die Antworten aus der Grunderhebung verwendet. Für Aussagen zur KMU-Industrie oder zu einzelnen Industriebranchen werden Antworten sowohl aus der Grund- als auch Zusatzerhebung verwendet, da die Struktur der Stichprobe für die Industrie-KMU innerhalb beider Datenquellen repräsentativ für die reale Branchenstruktur ist. Das Industrie-KMU-Sample erreicht dadurch eine maximale Grösse von 1037 Antworten. Je nach Auswertung (zum Beispiel für einzelne Branchen) kann die Samplegrösse schwanken. Die Erhebung wurde im Januar und Februar 2014 auf anonymer Basis durch ein unabhängiges Meinungsforschungsbüro durchgeführt. Die anonymisierten Daten wurden vom Economic Research der Credit Suisse aufbereitet und ausgewertet. Die Verteilung der Antworten entspricht nicht genau der Branchen- und Grössenstruktur gemäss der jüngsten Betriebszählung des Bundesamtes für Statistik aus dem Jahr 2011. Industrie- und Baubetriebe sind in der Umfrage gegenüber den meisten Dienstleistungsbranchen übervertreten (vgl. Abb. 1). Zudem sind mittlere Unternehmen durch die Umfrage besser abgedeckt als Mikrounternehmen (vgl. Abb. 4). Die Abweichungen schmälern die Aussagekraft jedoch kaum. Für die Berechnungen im Kapitel «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU» wurden die Antworten basierend auf der Betriebszählung 2011 anhand der Anzahl vollzeitäquivalent beschäftigten Personen nach Grössenklasse und Branche gewichtet. Dadurch werden Vergleiche über die Zeit repräsentativer.

Abbildung 1

Abbildung 2

Branchenverteilung gesamte KMU-Landschaft

Branchenverteilung Industrie-KMU

Anteil Unternehmen in Prozent

Anteil Unternehmen in Prozent des Totals an KMU-Industriebetrieben

Sonstige Industrie

Bau

Metallindustrie

Traditionelle Industrie

Elektroindustrie, Uhren

Handel und Verkauf

Möbelherstellung, Holzverarbeitung

Unternehmensdienstleistungen

Maschinen- oder Fahrzeugbau

Gesundheits-, Bildungs-, Sozialw.

Nahrungsmittelindustrie

Tourismus, Unterhaltung

Papier- oder Druckindustrie Kunststoffindustrie

Spitzenindustrie

Textil-, Bekleidungs- und Lederwaren

Information, Kommunikation, IT

Pharma

Verkehr und Transport 0% 5% Wirtschaftsstruktur gemäss BFS 2011

Chemie 10% 15% 20% 25% Credit Suisse KMU-Umfrage

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014, Bundesamt für Statistik

0% 5% Wirtschaftsstruktur gemäss BFS 2011

10% 15% 20% 25% Credit Suisse KMU-Umfrage

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014, Bundesamt für Statistik

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Branchenzuordnung Spitzenindustrie Chemie, Pharma, Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Kunststoffindustrie, Präzisionsinstrumente, Uhrenindustrie Traditionelle Industrie Nahrungsmittelindustrie, Möbelherstellung, Holzverarbeitung, Glasherstellung, Papier- und Druckindustrie, Textil-, Bekleidungs- und Lederwarenhersteller, Metallindustrie, sonstige Industrie Bau z.B. Hochbau, Tiefbau, Ausbaugewerbe, Bauinstallationen Handel und Verkauf z.B. Detailhandel, Grosshandel, Autogewerbe Verkehr und Transport z.B. Personen- und Gütertransport, Lagerei, Logistik, Post- und Kurierdienste, Reisebüros Tourismus und Unterhaltung z.B. Gastgewerbe, Kulturveranstalter, persönliche Dienstleistungen (z.B. Friseur-, Kosmetiksalons, Wäscheservice) Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen z.B. Ärzte, Therapeuten, Spitäler, Heime, Krippen, medizinische Labors, Schulen Unternehmensbezogene Dienstleistungen z.B. Beratung, Treuhand, Wirtschaftsprüfung, Werbung und Marktforschung, Gebäude- und Umgebungsbetreuung, Vermittlung, Forschung und Entwicklung Information, Kommunikation und IT (IKT) z.B. Verlagswesen, Informationsdienstleistungen, Kommunikation, Telekommunikation, Informatik Quelle: Credit Suisse

Abbildung 3

Abbildung 4

Exportanteil Umsatz

Unternehmensgrösse

Anteil Unternehmen

Anteil Unternehmen

80%

50 bis 249 Mitarbeiter 60% Alle KMU Industrie-KMU

10 bis 49 Mitarbeiter

40%

<10 Mitarbeiter

20%

0% 20% 40% Wirtschaftsstruktur gemäss BFS 2011

0% 0%

1-20%

21-40%

41-60%

61-80%

>80%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

60% 80% 100% Credit Suisse KMU-Umfrage

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Abbildung 5

Weitere Strukturdaten* Mittelwert

Bandbreite

Mitarbeiter (in VZÄ**)

34

0.3 - 240

Median 15

Umsatz (in CHF Mio.)

14.3

0.004 – 2'500

3.5

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014; *nur Grundsample; ** VZÄ = Vollzeitäquivalente

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Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU Erfolgsfaktoren und Rahmenbedingungen Wettbewerbsfähige Schweiz dank erfolgreicher KMU

Die Schweizer Volkswirtschaft ist eine der wettbewerbsfähigsten und innovativsten der Welt. Dies bestätigen Jahr für Jahr zahlreiche internationale Rankings. Im vielzitierten Global Competitiveness Index belegte die Schweiz beispielsweise in den letzten fünf Jahren ununterbrochen den ersten Rang. Hinter der hohen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz stehen leistungsfähige Unternehmen, denn der Output eines Landes ist die Summe der Tätigkeiten ihrer Firmen. In der Schweiz sind 99.8% der Unternehmen KMU.1 Was macht die Schweizer KMU so erfolgreich?

Erfolg kommt durch Vielzahl von Faktoren zustande

Der Erfolg eines Unternehmens ist das Resultat des Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Dabei spielen einerseits die Fähigkeiten der Mitarbeitenden, die Qualität und Weitsicht der Unternehmensführung, aber sicher auch eine Portion Glück eine wichtige Rolle. Bis auf den letzten Faktor können diese vom Unternehmer beeinflusst werden. Andererseits bewegen sich die Betriebe in einem relativ fix vorgegebenen wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Umfeld, auf welches sie wenig Einfluss haben. Mit der Wahl des Standorts einer Niederlassung kann das Umfeld selbst allerdings zu einem gewissen Grad gewählt werden. Zudem kann ein Unternehmen durch gezielte Verbandsarbeit versuchen, die Rahmenbedingungen zu seinen Gunsten zu beeinflussen.

Jährliche Umfrage unter Schweizer KMU

Die Komplexität des gesamten wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Umfelds brechen wir auf neun Faktoren herunter, die für den Erfolg der Schweizer KMU entscheidend sind (vgl. Abb. 6). Die vorliegende Studie ist Teil einer Reihe, welche jährlich 1'300–2'000 KMU zu diesen Erfolgsfaktoren befragt. Die Resultate zeigen, welche Rahmenbedingungen das Gedeihen der KMU fördern. Wir wollen mit unserer Studienreihe die Meinung der KMU an die Öffentlichkeit tragen, auf Verbesserungsmöglichkeiten hinweisen und letztendlich dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der KMU langfristig zu erhalten und zu verbessern. Abbildung 6

Erfolgsfaktoren der Schweizer KMU Infrastruktur z.B. Verkehrs-, Telekommunikations- und Wohninfrastruktur Ressourcen und Umwelt z.B. Rohstoffzugang und -preise; Energieversorgung und -preise, Management von Naturkatastrophen Regulatorische Rahmenbedingungen z.B. Steuern, Regulierungen, Zusammenarbeit mit den Behörden, Föderalismus Wirtschaftliches Umfeld z.B. Nachfragetrends, Lohnniveau, Wettbewerbsintensität, Preisstabilität Auslandsverflechtung z.B. hoher Export- und Importanteil der Schweizer Wirtschaft, internationale Einbindung der Schweiz, Wechselkurse, Neutralität Werte und Gesellschaft z.B. Multikulturalität, Unternehmergeist, Einstellung gegenüber Erfolg, Risikobereitschaft, Mitsprachekultur Forschungsumfeld z.B. Innovationsförderung, Kooperation mit Hochschulen, Schutz geistigen Eigentums, technologischer Fortschritt Mitarbeiter und Qualifikation z.B. Qualität des Bildungssystems, Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeitender, Frauenerwerbsquote, Mobilität, Arbeitsmoral Finanzierungsbedingungen z.B. Kapitalmarktzugang, Zinsniveau, Versicherungsmöglichkeiten, Bankbeziehung, Anlage-Know-how Quelle: Credit Suisse

1

Diese 563'000 KMU stellen 2.5 Mio. Vollzeitstellen zur Verfügung. Somit arbeiten knapp zwei Drittel der Beschäftigten in KMU.

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Aktuelle Bedeutung und Einfluss Mitarbeiter und Qualifikationen erneut am wichtigsten

Die Rangliste der Bedeutung der Erfolgsfaktoren zeigt über die drei beobachteten Jahre eine hohe Stabilität (vgl. Abb. 7). Der Faktor Mitarbeiter und Qualifikationen und das wirtschaftliche Umfeld haben die grösste Bedeutung für den Erfolg der Schweizer KMU. Dies bestätigt einmal mehr die enorme Relevanz des Rohstoffs Humankapital in einer ressourcenarmen Volkswirtschaft wie der Schweiz. Die konjunkturelle Entwicklung ist ebenfalls ein zentraler Erfolgsfaktor, ihr schreiben die KMU die zweitstärkste Bedeutung aller Faktoren zu. Überdurchschnittlich wichtig sind zudem die Faktoren Infrastruktur und regulatorische Rahmenbedingungen. Gerade im Durchschnitt befindet sich der Faktor Werte und Gesellschaft, während die Finanzierungsbedingungen und der Faktor Ressourcen und Umwelt unterdurchschnittlich bedeutsam sind. Verhältnismässig am wenigsten wichtig sind das Forschungsumfeld und die Auslandsverflechtung. Bei beiden Faktoren sind allerdings die Unterschiede zwischen den exportorientierten, wissensintensiven Branchen wie der Spitzenindustrie und den eher binnenorientierten Branchen mit vielen tiefer qualifizierten Arbeitnehmern wie dem Bau sehr ausgeprägt. Abbildung 7

Bedeutung und Einfluss der Erfolgsfaktoren aus Sicht der Schweizer KMU Saldi der gewichteten positiven und negativen Antworten; gestrichelt: Mittelwert aller Erfolgsfaktoren 2014

Eher klein

Bedeutung für den Erfolg_ Eher gross

60% 50% 40% 30%

Mitarbeiter und Qualifikation Wirtschaftliches Umfeld Regulatorische Rahmenbedingungen Werte und Gesellschaft

Infrastruktur

20% 10%

Finanzierungsbedingungen Ressourcen und Umwelt

0% Auslandsverflechtung

-10% -20% -20%

2012

-10%

Eher negativ 2013 2014

0%

10%

Forschungsumfeld

20%

30%

40%

50%

60%

Eher Positiv Einfluss auf den Erfolg

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2012, 2013 und 2014

Positiver Einfluss der Infrastruktur trotz Engpässen

Naturgemäss ist die Varianz bei der Einschätzung des aktuellen Einflusses grösser als die Veränderung bei der Bedeutung. Dennoch zeigt sich bei den meisten Faktoren auch diesbezüglich eine relativ grosse Konstanz. Den positivsten Einfluss hat nach wie vor die Infrastruktur. Die KMU sind sich der hohen Qualität der Schweizer Verkehrs-, Telekommunikations- und Energieinfrastruktur bewusst. Nichtsdestotrotz scheinen sich die Diskussionen um zunehmende Engpässe im Zusammenhang mit der hohen Zuwanderung in der Schweiz in der letzten Zeit leicht negativ auf die Meinung der KMU zu diesem Faktor ausgewirkt zu haben. Der Faktor Mitarbeitende und Qualifikationen ist nicht nur sehr bedeutsam, er wirkt sich auch sehr positiv auf die KMU aus. Wie in der letztjährigen Studie ausgeführt, zeigt sich in dieser Beurteilung das hohe Vertrauen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die Attraktivität des Landes für hochqualifizierte Arbeitskräfte sowie die Güte des Schweizer Bildungswesens. Die schwierig erklärbare verschlechterte Bewertung des Forschungsumfelds vom letzten Jahr wurde 2014 wieder etwas korrigiert.

Wirtschaftliches Umfeld: Deutliche Zweiteilung der Branchenlandschaft

Das wirtschaftliche Umfeld und die Auslandsverflechtung haben 2014 den Sprung in positives Terrain geschafft, nachdem sich bereits 2013 die Situation gegenüber 2012 leicht verbessert hat. Die robuste Entwicklung der Schweizer Konjunktur sowie die Überwindung der Rezession in der Eurozone dürften sich vorteilhaft auf die Bewertung ausgewirkt haben. Die Unterschiede zwischen den binnen- und aussenorientierten Teilen der Schweizer Wirtschaft sind allerdings noch gross. So beurteilen nur die mehr nach innen orientierten und vor ausländischer Konkur-

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renz eher geschützten Branchen Bau, Gesundheitswesen und vor allem die Unternehmensdienstleister das wirtschaftliche Umfeld positiv. Spitzen- und traditionelle Industrie sowie Handel und Tourismus sind diesbezüglich skeptischer. Dies passt ins Gesamtbild: Die Binnenwirtschaft war denn auch massgeblich für das gute Abschneiden der Schweizer Konjunktur 2013 verantwortlich, während sich der Aussenhandel immer noch verhalten entwickelte. KMU leiden unter zu starker Regulierung

Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind gemäss unserer Umfrage 2014 der einzig erfolgshemmende Faktor. Viele Lebens- und Arbeitsbereiche waren in den letzten Jahren einer immer stärkeren Regulierung unterworfen, beispielsweise in den Bereichen Umwelt-, Bau- oder Lebensmittelvorschriften. Hinzu kommen wohl Befürchtungen der KMU, die allfällige Annahme bevorstehender Volksinitiativen wie zum Beispiel über die Erbschaftssteuer könnte die Rahmenbedingungen zusätzlich verschlechtern. Das KMU-Urteil zum Regulierungsumfeld fällt durchzogen aus, obwohl die Schweiz im internationalen Vergleich in puncto administrative Belastung oft relativ gut (oder besser als andere Länder) abschneidet. Das Urteil der KMU könnte als Warnsignal an Politik und Gesellschaft interpretiert werden, im Hinblick auf zusätzliche Regulierungen Augenmass walten zu lassen und den Bogen nicht zu überspannen. KMU können administrativen Zusatzaufwand meist weniger gut stemmen als grössere Firmen. In der Summe kann dieser Wettbewerbsnachteil gegenüber den Grossunternehmen durchaus ins Gewicht fallen.

KMU-Standort Schweiz für alle Branchen attraktiv

2013 haben wir im Rahmen der vorliegenden Studienreihe den «Credit Suisse KMUStandortindikator» lanciert (vgl. Abb. 8).2 Er fasst die Beurteilung der Erfolgsfaktoren durch die KMU in einer einzigen Kennzahl zusammen. Dabei steht weniger der Wert an sich im Zentrum, sondern der Vergleich der einzelnen Branchen sowie die Entwicklung über die Zeit. 2014 stellten die KMU dem Standort Schweiz ein ähnlich günstiges Zeugnis aus wie im Jahr zuvor. Der Index erreichte einen Wert von 3.30 und lag somit über der Schwelle von 3, ab welcher die Rahmenbedingungen gesamthaft als förderlich für den Geschäftserfolg eingeschätzt werden. Dies gilt für alle Branchen, womit das gute Resultat breit abgestützt ist. Abbildung 8

Credit Suisse KMU-Standortindikator nach Branche Gewichteter Durchschnitt der Antworten (1 = negativ; 5 = positiv) über alle neun Erfolgsfaktoren

Spitzenindustrie Unternehmensbezogene DL Information, Kommunikation, IT Bau Gesundheits-, Bildungs-, Sozialwesen KMU Schweiz Total Traditionelle Industrie Handel und Verkauf 2014

Verkehr und Transport

2013

Tourismus, Unterhaltung

2012 3.0

3.1

3.2

3.3

3.4

3.5

3.6

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2012, 2013 und 2014

Je wertschöpfungsintensiver die Branche, desto attraktiver die Schweiz

2

Es zeigt sich relativ deutlich, dass mit Ausnahme der Bauwirtschaft jene Branchen bessere Rahmenbedingungen in der Schweiz vorfinden, welche forschungs- und wissensintensiv sind und einen hohen Anteil an hochqualifizierten Arbeitnehmern beschäftigen. Schwieriger sind die Voraussetzungen für Branchen, deren Output weniger wertschöpfungsintensiv ist und die in einem starken Kostenwettbewerb stehen, wie zum Beispiel der Tourismus oder die traditionelle

Vgl. Credit Suisse 2013: «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU – Unternehmensnachfolge in der Praxis» S. 10ff.

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Industrie. In diesen Branchen wirken sich die hohen Arbeitskosten, aber auch kostentreibende Regulierungen wie zum Beispiel der starke Protektionismus im Agrarbereich über höhere Lebensmittelpreise negativ aus. Der KMU-Standortindikator widerspiegelt allerdings zu einem gewissen Grad auch die aktuelle Lage der Branchen; diese Einflussfaktoren lassen sich naturgemäss nie ganz sauber trennen.

Erwartete Entwicklung und Handlungsempfehlungen Wie werden sich die Erfolgsfaktoren nach Meinung der KMU in der Zukunft weiterentwickeln? Wie bereits in den Vorjahren gehen die KMU davon aus, dass alle Erfolgsfaktoren in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden (vgl. Abb. 9). Gleichzeitig werden sich aber gemäss unserer Umfrage nur die drei Faktoren Forschungsumfeld, Werte und Gesellschaft und Infrastruktur in die «richtige» Richtung bewegen, und sich positiver auf den Geschäftserfolg auswirken (vgl. Abb. 10). Diese Informationen fassen wir in einer sogenannten «Handlungsbedarfsmatrix» zusammen (vgl. Abb. 11). Die Grundidee dahinter ist: Negative Erwartungen in Bezug auf einen Faktor sind umso besorgniserregender, je höher die Bedeutung dieses Faktors für den Erfolg ist und je negativer er sich schon heute auf die KMU auswirkt.

Alles wird wichtiger, nur drei Faktoren werden besser

Abbildung 9

Abbildung 10

Erwartete Bedeutungsänderung 2014–2019

Erwartete Einflussänderung 2014–2019

Anteil der Antworten (zunehmen/abnehmen) in % geordnet nach dem Saldo

Anteil der Antworten (positiv/negativ) in % geordnet nach dem Saldo

Regulatorische Rahmenbedingungen

Werte und Gesellschaft

Wirtschaftliches Umfeld

Infrastruktur

Ressourcen und Umwelt

Mitarbeiter und Qualifikation

Infrastruktur

Auslandsverflechtung

Werte und Gesellschaft

Finanzierungsbedingungen

Auslandsverflechtung

Ressourcen und Umwelt

Forschungsumfeld

Zunehmen Abnehmen

Finanzierungsbedingungen -10%

0%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

10%

20%

30%

40%

50%

Positiver Negativer

überwiegend optimistisch

Forschungsumfeld

überwiegend pessimistisch

Mitarbeiter und Qualifikation

Wirtschaftliches Umfeld Regulatorische Rahmenbedingungen -45% -30% -15%

0%

15%

30%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Akuter Handlungsbedarf beim wirtschaftlichen Umfeld und den regulatorischen Rahmenbedingungen

Die Resultate zeigen ein relativ eindeutiges Bild: Der grösste Handlungsbedarf besteht beim wirtschaftlichen Umfeld und den regulatorischen Rahmenbedingungen. Beide Faktoren haben eine überdurchschnittliche Bedeutung und die KMU sind bei keinem anderen Faktor in Bezug auf den künftigen Einfluss so pessimistisch (Quadrant IV in Abb. 11). Dies gilt umso mehr, als dass die Bedeutung beider Faktoren in Zukunft überdurchschnittlich zunehmen wird (vgl. Abb. 9). Die KMU selbst, die Politik oder beispielsweise die Verbände müssen entsprechend reagieren, um diesbezüglich eine Trendwende herbeizuführen. Naturgemäss sind die Einflussmöglichkeiten auf Seiten der KMU selbst beschränkt, besonders was das wirtschaftliche Umfeld angeht. Eine geschickte Positionierung, eine vorausschauende Planung und Massnahmen zur Risikominderung und -diversifikation können aber mögliche Ansatzpunkte darstellen. In Bezug auf die regulatorischen Rahmenbedingungen ist, wie schon erwähnt, vor allem die Politik gefordert, die administrative Entlastung voranzutreiben und bei neuen Regulierungen die Wettbewerbsposition der Schweizer Unternehmen im internationalen Kontext zu berücksichtigen. Die KMU selbst und die Verbände können diesbezüglich noch pointierter Stellung beziehen und die Auswirkungen von Regulierungen aktiver an die Bevölkerung vermitteln.

Über alle Branchen kein prioritärer Handlungsbedarf bei Forschungsumfeld und Auslandsverflechtung

In Bezug auf die Finanzierungsbedingungen und den Faktor Ressourcen und Umwelt sind die KMU ebenfalls pessimistisch. Da die Bedeutung dieser Erfolgsfaktoren aber verhältnismässig tief ist, ist der Handlungsbedarf diesbezüglich weniger akut (Quadrant III in Abb. 11). Quadrant II beinhaltet Faktoren, welche unterdurchschnittlich bedeutsam sind und deren Einfluss sich in

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Zukunft verbessern sollte. Bei ihnen besteht über alle Branchen hinweg kein prioritärer Handlungsbedarf. Je nach Branche können sich aber auch hier Massnahmen anbieten. So sind beispielsweise Handel und Spitzenindustrie in puncto zukünftiger Entwicklung der Auslandsverflechtung deutlich negativer eingestellt. Im Kapitel «KMU-Exportwirtschaft» gehen wir detaillierter auf aktuelle Herausforderungen der KMU im Export und mögliche Lösungsoptionen ein. Die volkswirtschaftlichen Trümpfe der Schweiz sind die Mitarbeiter sowie die Infrastruktur. Ihre Bedeutung ist gross und sie werden sich gemäss unserer Umfrage in Zukunft positiver resp. weniger negativ entwickeln als der Durchschnitt aller Faktoren. Hier ist eine Optimierungsstrategie angezeigt (Quadrant I in Abb. 11). Der Enthusiasmus der KMU hält sich aber auch bei diesen Faktoren in Grenzen. Auffallend ist dabei der Zukunftspessimismus bezüglich Mitarbeiter und Qualifikationen bei der Spitzenindustrie (gewichteter Saldo –30%) und beim Verkehr (–20%). Angesichts der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative dürfte sich die Einschätzung bei diesem Faktor in Zukunft verschlechtern, da die Verfügbarkeit von hochqualifiziertem Personal abnehmen dürfte. Erste Umfragen unter Schweizer Firmen nach Annahme der Initiative bestätigen, dass diesbezüglich Sorgen bestehen. Die Politik ist gefordert, die Interessen der KMU bei der Erarbeitung von Lösungen miteinzubeziehen. Erstaunlich optimistisch gibt sich die IT-Branche. Offenbar scheinen gewisse KMU bereits Rezepte gegen den drohenden Fachkräftemangel gefunden zu haben, der speziell in dieser Branche diskutiert wird. Abbildung 11

Handlungsbedarfsmatrix Saldi der gewichteten positiven und negativen Antworten in Prozent; gestrichelt: Mittelwert aller Erfolgsfaktoren; rote Punkte: aktueller Einfluss negativ

Erwartete Einflussänderung Positiv

30% 20%

optimieren - I

II - nicht priorisieren Forschungsumfeld

10%

Auslandsverflechtung

0%

-10%

Werte und Gesellschaft Infrastruktur

Mitarbeiter und Qualifikation

Ressourcen und Umwelt

-20%

Finanzierungsbedingungen

-30%

Negativ

Mitarbeiter und Infrastruktur als Trümpfe – aber keine Zukunfts-Euphorie

-40%

Wirtschaftliches Umfeld Regulatorische Rahmenbedingungen reagieren - IV

III - prüfen

-50% -20%

mittel

-10%

0%

10%

20%

Bedeutung für den Erfolg

30%

40%

50%

gross

60%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Swiss Issues Branchen

13


Credit Suisse Economic Research

Perspektiven und Herausforderungen im Export Exporte Schweiz | Überblick Exporte als wichtiger Wachstumstreiber

Wachstumsbeiträge zum Bruttoinlandprodukt Beitrag der in- und ausländischen Nachfrage zum BIP in Prozentpunkten

Die Schweizer Exporte waren in den Boomjahren 2004 bis 2007 ein wichtiger Wachstumstreiber. In dieser Periode war der Schweizer Franken relativ schwach bewertet. Nachdem die Exporte während der Finanzkrise im Jahr 2009 als Wachstumstreiber der Schweizer Wirtschaft ausgefallen waren, nahmen sie diese Rolle ab 2010 wieder ein. 2013 trugen die in- und die ausländische Nachfrage nach Schweizer Waren und Dienstleistungen jeweils rund die Hälfte zum Wirtschaftswachstum von knapp 2% bei. Das Exportvolumen wird allerdings im Jahr 2013 aufgrund einer Änderung bei der Erhebungsmethode für den Stromhandel um rund 2 Prozentpunkte unterschätzt. Erstmals seit 2009 war der Beitrag der Dienstleistungsexporte 2013 wieder grösser als jener der Warenexporte.

5% 4% 3% 2% 1% 0% -1% -2% -3% -4% -5% 2000

2002

2004

Inländische Nachfrage

2006

Warenexporte

2008

2010

Dienstleistungsexporte

2012 BIP-Wachstum

Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, Credit Suisse

Schweizer Exporteure spürten die Frankenstärke

Schweizer Exporte im Konkurrentenvergleich Durchschnittliches Exportwachstum p.a. nach Perioden, in Heimwährung, real

Die realen Schweizer Exporte sind bereits 2011 wieder über das Vorkrisenniveau von 2008 angestiegen und befinden sich weiterhin auf einem robusten Wachstumspfad. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 und dem Tiefpunkt der Krise 2009 wurde die Schweizer Exportentwicklung jedoch deutlich von der Entwicklung der deutschen und der US-Exporte übertroffen. Die Tatsache, dass sich die Exporte des Haupthandelspartners Deutschland seit 2008 und 2009 deutlich robuster entwickelten als diejenigen der Schweiz, deutet auf einen negativen Effekt der Frankenaufwertung in diesem Zeitraum hin. Seit Einführung der Frankenuntergrenze 2011 wuchsen die Schweizer Exporte real denn auch stärker als in den fünf betrachteten Konkurrenzländern.

10% Schweiz

Deutschland

Frankreich

Italien

Grossbritannien

USA

8% 6% 4% 2% 0% -2% Q2.2008-Q2.2013

Q2.2009-Q2.2013

Q3.2011-Q3.2013

Ab Finanzkrise

Ab Tiefpunkt Finanzkrise

Ab Frankenuntergrenze

Quelle: OECD, Credit Suisse

Schwellenländer gewinnen Anteile

Schweizer Exportmärkte Anteile an Gesamtexporten, 2000 (linker Kreis) und 2013 (rechter Kreis)

Während die Europäische Union nach wie vor der wichtigste Handelspartner der Schweiz ist, hat der Anteil der Exporte in die Schwellenländer stetig zugenommen. In den letzten 13 Jahren verloren die Nachbarländer 6 Prozentpunkte Exportanteil, vor allem zugunsten der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China), die im selben Zeitraum um 6 Prozentpunkte zulegten. Während die Gesamtexporte der Schweiz zwischen 2000 und 2013 im Durchschnitt nominal um knapp 4% pro Jahr wuchsen, expandierten die Ausfuhren nach China um durchschnittlich 10% pro Jahr. Daraus resultierte ein Anstieg des Exportanteils von China von 3% auf 7%. Mit einer Verdoppelung ihres Anteils von 2% auf 4% legten die Golfstaaten ebenfalls deutlich zu.

2% 2% 2% 3%

2000

7%

3%

2013

7% 19%

4%

22%

4%

3%

7% 8%

12%

4% 12% 9%

7%

16% 9% 5%

14%

8%

Deutschland Italien Sonstige Industrieländer Brasilien, Russland, Indien Rest der Welt

USA Grossbritannien Osteuropa Golfstaaten

7% 4%

Frankreich Restliche EU-15 China Südostasien

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse d

Swiss Issues Branchen

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Credit Suisse Economic Research

Pharmaexporte dominieren immer stärker

Schweizer Exportstruktur nach Branchen Warenexporte in CHF Milliarden 2000–2013; *ohne Strom

Seit 2000 hat sich der Anteil der Pharmaprodukte an den Gesamtexporten von 14% auf über 31% mehr als verdoppelt. Die Bedeutung der Pharmaindustrie für die Exportwirtschaft nahm demnach äusserst stark zu. Die Uhrenindustrie gewann ebenfalls deutlich an Gewicht, wobei beinahe der gesamte Anstieg von 3 Prozentpunkten seit 2009 stattfand. Hauptgrund dafür waren die schnellere Erholung nach der Krise und die starke Nachfrage aus China. Die Medtech- und die Lebensmittelindustrie konnten ebenfalls deutliche Anteilsgewinne verbuchen. Die grossen Verlierer waren die Maschinen- und Metallindustrie, deren Exportanteile sich in den letzten 15 Jahren von 19% auf 11% bzw. von 7% auf 5% reduzierten.

Pharma Chemie Medtech Maschinenbau Elektrotechnik Uhren Metallindustrie Fahrzeugbau Kunststoff Papier, Druck, Verlag Textil und Bekleidung Lebensmittelindustrie Übrige Branchen*

200 160 120 80 40 0 2000

2003

2006

2009

2012

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Erfolgreichste Branchen am stärksten diversifiziert

Geografische Diversifizierung nach Branchen Herfindahl-Index 2013 (je kleiner der Indexwert, desto diversifizierter ist die Branche) 0.20 0.16 0.12 0.08 0.04

Pharma

Uhren

Chemie

Lebensmittelindustrie

Maschinenbau

Fahrzeugbau

Elektrotechnik

Medtech

Textil und Bekleidung

Papier, Druck, Verlag

Kunststoff

0

Metallindustrie

Geografisch am besten diversifiziert sind die Pharma- und die Uhrenindustrie – genau jene zwei Branchen, welche ihre Exportanteile in den letzten Jahren am stärksten ausgebaut haben. Auf der anderen Seite büssten die weniger gut diversifizierten Branchen Metall, Kunststoff, Papier und Textil massiv an Exportanteilen ein. Sie sind zum Teil aus logistischen Gründen (hohe Transportkosten) stark auf den europäischen Markt fokussiert und haben somit die Eurokrise besonders zu spüren bekommen. Knapp 50% der Exporte der Metallindustrie gehen beispielsweise in nur zwei Länder, während sich knapp 50% der Pharmaexporte auf gut fünf Länder verteilen. Die geografische Diversifikation und die Erschliessung neuer Märkte scheinen sich für Schweizer Exporteure auszuzahlen, vor allem in Krisenzeiten.

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Pharmazeutische Spezialitäten treiben Exportwachstum an

Beitrag zum Schweizer Exportwachstum 2000–2013 Wachstumsbeitrag nach Subbranchen (NOGA-4-Ebene) in Prozentpunkten 10%

31% Beste 8 Branchen

8%

Schlechteste 8 Branchen

6% 4% 2% 0% EDV-Geräte

Farbstoffe

Textilmaschinen

Metallmaschinen

Papier und Karton

Sonst. Maschinen

Anorg. Chemikalien

Optische Instrumente

Erfrischungsgetränke

Kaffee und Tee

Org. Chemikalien

Pharma Grundstoffe

Medtech

Schmuck und Goldwaren

Uhren

-2% Pharma Spezialitäten

Die Schweizer Exporte sind zwischen 2000 und 2013 nominal um 57% gewachsen (ohne Stromausfuhren). Das Wachstum der Pharmaexporte (Spezialitäten und Grundstoffe) trug 35 Prozentpunkte dazu bei. Auch die Uhren-, Schmuck- und Medtech-Exporte trugen kräftig zum Wachstum bei. Der hohe Beitrag der Schmuckexporte ist grösstenteils auf den gestiegenen Goldpreis und den intensivierten Goldhandel über die Schweiz zurückzuführen. Auffällig ist der hohe Wachstumsbeitrag der Erfrischungsgetränke-, Kaffee- und Teeexporte, welcher grösstenteils auf die Produkte von Red Bull und Nespresso zurückzuführen ist. Industriemaschinen und EDV-Geräte, sowie Farbstoffe und Papier schrumpften am stärksten. Sie litten unter hohen Arbeitskosten und einem starken internationalen Wettbewerbsdruck.

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Swiss Issues Branchen

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Credit Suisse Economic Research

Positionierung im internationalen Wettbewerb Unit Values als approximativer Qualitätsindikator

Um Aussagen über die Positionierung von Schweizer Exportgütern im internationalen Wettbewerb machen zu können, verwenden wir den sogenannten Unit Value als Indikator für die Qualität eines Gutes. Der Unit Value gibt den durchschnittlichen Preis eines Gutes pro Kilogramm an. Die Idee hinter dem Unit-Value-Ansatz ist einfach: Je höher die Kosten für Forschung und Entwicklung, je innovativer die Technologie und die Produktionsprozesse, desto höher ist der Preis für das fertige Produkt im Verhältnis zum reinen Materialeinsatz (gemessen in Kilogramm). Bei der Interpretation der Unit Values ist eine gewisse Vorsicht geboten, da sie eine Vereinfachung darstellen und die vielen Charakteristika eines Produktes nur auf dessen Gewicht und Preis reduzieren. Gerade deshalb bieten sie jedoch eine wertvolle Möglichkeit, um ähnliche Güter auf eine einfache Weise miteinander zu vergleichen und approximative Aussagen über deren Qualität zu machen. Wenn beispielsweise zwei Uhren annähernd dasselbe Gewicht haben, eine davon jedoch CHF 100 und die andere CHF 5'000 kostet, weist letztere im Normalfall die höhere Qualität auf.

Schweizer Exporte werden im Vergleich zu den Importen wertvoller

Im Durchschnitt sind die Unit Values der Schweizer Exporte in den letzten 13 Jahren um 2.5% pro Jahr gestiegen, während die der Importe nur um 1.1% pro Jahr zugenommen haben. Dies ergibt über den ganzen Zeitraum einen deutlich positiven Trend der Relation von Export Unit Values und Import Unit Values – den so genannten Terms of Trade (vgl. Abb. 12). Im Jahr 2013 waren die aus der Schweiz exportierten Waren pro Gewichtseinheit mehr als dreimal so teuer wie die importierten Waren. Die wachsende Kluft zwischen Export- und Importpreisen wird unter anderem durch die Auslagerung einfacher und margenschwacher Fertigungsschritte ins Ausland und der Schaffung guter Bedingungen für technologie- und forschungsintensive Tätigkeiten und der Ansiedlung von Hochtechnologiefirmen mit einer hohen Wertschöpfung angetrieben.3 In Krisenjahren war jeweils ein leichter Rückgang der Export- und Import-Unit-Values zu beobachten. Dies war beispielsweise im Jahr 2002 nach dem Platzen der Dotcom-Blase und im Jahr 2009 nach der Finanzkrise der Fall, was den globalen Rückgang des Welthandels und die Erhöhung der Preissensitivität in Krisenzeiten widerspiegelt.

Abbildung 12

Abbildung 13

Entwicklung Unit Value und Terms of Trade

Wettbewerbsposition im Aussenhandel

Unit Value der Schweizer Importe und Exporte in CHF/kg; Terms of Trade:

Exportanteil in den vier Wettbewerbssegmenten in Prozent

Verhältnis Unit Value Export / Unit Value Import

8.0

3.5

6.0

3.0

4.0

2.5 2.0 2000

2002

2004

2006

2008

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Stabile Spitzenposition der Schweiz im internationalen Vergleich

4

2010

Kein Preisvorteil

2013

4.0

Preisvorteil

2012

10.0

Kein Qualitätsvorteil

2010

4.5

Qualitätsvorteil 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

2008

12.0

2.0

3

5.0

2006

Terms of Trade (rechte Skala)

2004

UV Import

2002

UV Export

2000

14.0

2012

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Im internationalen Vergleich sind die Unit Values der Schweizer Exporte äusserst hoch.4 Nicht nur haben die exportierten Schweizer Waren einen rekordhohen Wert pro Gewichtseinheit, sie sind im Verhältnis zu den importierten Waren auch deutlich teurer als in anderen grossen

Ein Teil dieser Entwicklung dürfte auch auf die Wechselkursschwankungen zwischen dem Schweizer Franken und den jeweiligen Abrechnungswährungen der Handelspartner zurückzuführen sein. Für weiterführende Informationen vgl. Credit Suisse Economic Research (2011). «Swiss Issues Branchen. Exportindustrie Schweiz – Erfolgsfaktoren und Ausblick».

Swiss Issues Branchen

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Credit Suisse Economic Research

Volkswirtschaften. Diese Beobachtung deutet zusammen mit dem langjährigen Anstieg der Terms of Trade auf eine hohe Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Exportwirtschaft hin. Eine Exportindustrie, welche im Verhältnis zu ihren Importen laufend teurere Produkte verkaufen kann, muss international sehr kompetitiv sein. Konstant hoher Anteil der Exporte im Qualitätswettbewerb

Trotz steigender Preise immer mehr zu exportieren gelingt Schweizer Exporteuren nur, weil sie es schaffen, ihre Waren seit Jahren erfolgreich als hochqualitative Spitzenprodukte zu positionieren und sich dadurch dem Preiskampf mit ausländischen Produzenten teilweise zu entziehen. Dieser Umstand drückt sich in Abbildung 13 aus. Der Anteil der exportierten Waren, welche über einen qualitativen Wettbewerbsvorteil gegenüber der ausländischen Konkurrenz verfügen, hat sich von 55% im Jahr 2000, auf ca. 61% im Jahr 2013 erhöht.5 Seit 2008 bewegt sich der Anteil in etwa stabil zwischen 58% und 61%.

Vor allem technologie- und forschungsintensive Branchen im Qualitätswettbewerb

Abbildung 14 zeigt nicht überraschend, dass sich technologie- und forschungsintensive Branchen deutlich stärker und besser im Qualitätswettbewerb positionieren können als andere Wirtschaftszweige. Die Pharmaindustrie steht dank intensiver Forschungsleistung in Kombination mit durch Patentschutz geschaffenen, zeitlich begrenzten Monopolen mehrheitlich im Qualitätswettbewerb. Sie ist dadurch besser in der Lage, dem Preiswettbewerb auszuweichen als alle anderen Industriebranchen. In der Lebensmittelindustrie haben es Hersteller von Premiumprodukten wie Edelschokolade, Schweizer Qualitätskäse oder Kaffeekapseln vergleichsweise leicht, sich von der Konkurrenz abzuheben und gleichzeitig hohe Preise durchzusetzen. Hersteller von Standardprodukten haben hingegen nur wenige Möglichkeiten, sich international durch die Qualität ihrer Produkte abzugrenzen und stehen daher stärker im Preiswettbewerb. Für arbeitsintensive Branchen, die stärker im Preiswettbewerb stehen, wie zum Beispiel die Holz- oder die Textilindustrie, ist es aufgrund hoher Arbeitskosten und dem grossen Konkurrenzdruck aus dem Ausland schwieriger, sich auf dem internationalen Markt zu behaupten. Die kapitalintensive Papierindustrie produziert relativ homogene Produkte und steht deshalb oft im Preiswettbewerb, kann sich in diesem aber dank moderner Produktionstechnik und automatisierter Produktionsprozesse auch häufig gegen ausländische Produzenten durchsetzen. Abbildung 14

Positionierung der Exportbranchen im Qualitäts- und Preiswettbewerb Durchschnittlicher Exportanteil in den vier Wettbewerbssegmenten, 2008–2013

Qualitätsvorteil

Kein Qualitätsvorteil

Preisvorteil

Kein Preisvorteil

Total Industrie

Möbelindustrie

Kunststoffe

Papier/Druck

Holzindustrie

Fahrzeugbau

Textil/Bekleidung

Metallindustrie

Chemie

Mineralstoffe

Maschinenbau

Lebensmittel

Elektrotechnik

Elektronik, Präzisionsinstr.

Pharma

100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

5

Für eine detaillierte Erklärung des Konzepts der offenbarten Qualitätselastizität, vgl. Credit Suisse (2011). «Swiss Issues Branchen. Exportindustrie Schweiz – Erfolgsfaktoren und Ausblick» S.18 ff.

Swiss Issues Branchen

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KMU-Exportwirtschaft Internationale Vernetzung der Schweizer KMU Branchenstruktur der KMUIndustrie unterscheidet sich von derjenigen der Gesamtindustrie

Die auf Seite 14–17 behandelte Statistik der Warenexporte bietet einen Überblick über die Entwicklung und Struktur der gesamten Schweizer Exportindustrie. Aus verschiedenen Gründen dürfte diese Exportstatistik für den KMU-Exportsektor jedoch nur bedingt repräsentativ sein. Alleine schon wegen der Branchenstruktur dürfte sich die Zusammensetzung der KMU-Exporte von derjenigen der Gesamtexporte unterscheiden. In der binnenorientierten Holzindustrie zum Beispiel arbeiteten 2011 rund 98% der Beschäftigten in einem KMU, in der stark exportorientierten pharmazeutischen Industrie nur etwa 21%. Dazu kommt, dass anteilsmässig deutlich weniger KMU exporttätig sind als Grossunternehmen6 und gemäss unserer Umfrage auch innerhalb der KMU-Industrie-Landschaft grössere Unternehmen eher exportieren als kleinere.

Umfrage erlaubt auch Analyse der KMUDienstleistungsexporte

Um die KMU-Exportwirtschaft genauer zu verstehen, als es ein Blick auf die Daten zu den Gesamtexporten ermöglicht, haben wir in unserer diesjährigen Umfrage den KMU detaillierte Fragen zum Auslandsgeschäft und zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit gestellt. Dank der Umfrage sind wir zudem in der Lage, nicht nur die Exportstruktur der kleinen und mittelgrossen Industriebetriebe eingehend zu analysieren, sondern auf repräsentativer Basis auch diejenige des Dienstleistungssektors. Abbildung 15

Internationale Vernetzung Schweizer KMU (Industrie- und Dienstleistungssektor) Anteil am Umsatz / an den Gesamtkosten, Antworten in Prozent

100% 25% 80%

48%

42%

60% 40% 20% 0% Im Export tätig Geschäfte mit internationalen Firmenkunden

Reiner Importhandel

0% 1-20% 21-40% 41-60% 61-80% >80% 0% 1-10% 11-20% 21-30% 31-50% >50%

16%

60%

Vorleistungen Im Ausland aus dem produziert - im Ausland Ausland verkauft

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Zwei Drittel aller KMU in irgendeiner Form international verflochten

6

Dass die Schweizer Wirtschaft global in einem äusserst hohen Masse vernetzt ist, ist hinlänglich bekannt. Man denkt in diesem Zusammenhang an globale Konzerne wie ABB, Nestlé oder Swatch. Dazu gesellen sich international ausgerichtete grosse Schweizer Unternehmen wie die Victorinox oder die Pilatus Aircraft, für welche die Bezeichnung «globaler Konzern» kaum zutreffend ist, aber die aufgrund ihrer Grösse nicht als KMU betrachtet werden können. Internationalität ist jedoch nicht nur den Grossen vorbehalten. Unsere Umfrage zeigt deutlich auf, dass viele Schweizer KMU in mannigfaltiger Weise international – ja gar global – tätig sind (vgl. Abb. 15). Gemäss unserer Umfrage sind rund ein Viertel aller Schweizer KMU im Export tätig, der durchschnittliche Anteil der Ausfuhren am Umsatz beträgt 16%. Internationale Verflechtung beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Exporttätigkeit. 60% der KMU beziehen in irgendeinem

Vgl. «Analysen zur Betriebszählung 2005 – KMU-Landschaft im Wandel» (BFS, Universität St. Gallen, 2008)

Swiss Issues Branchen

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Credit Suisse Economic Research

Ausmass Vorleistungen aus dem Ausland. 42% importieren Güter und Dienstleistungen und verkaufen diese unverarbeitet weiter. Knapp die Hälfte erzielte einen Teil des Umsatzes mit in der Schweiz ansässigen internationalen oder exportorientierten Grossfirmenkunden. Dazu kommen etliche KMU, welche auch im Ausland produzieren. Insgesamt üben 69% aller Schweizer KMU und 87% aller Industrie-KMU mindestens eine der genannten grenzüberschreitenden Aktivitäten aus. Industrie-KMU verdienen zwei von fünf Franken im Export

Grundsätzlich sind Industrie-KMU international stärker vernetzt als Dienstleister oder die Baubranche. Rund 54% der Industrie-KMU sind exporttätig, wobei der Anteil der Exporte am Branchenumsatz 38% beträgt. Im Dienstleistungssektor ist rund ein Viertel der Unternehmen im Export tätig (durchschnittlicher Anteil am Umsatz: 16%), im Bau sind es gerade noch 7%. Besonders hoch mit rund 60% ist der Exportanteil am Umsatz in der Spitzenindustrie und dabei insbesondere im Maschinenbau und bei Herstellern von Präzisionsinstrumenten (vgl. Abb. 16). Weniger stark exportorientierte Industriebranchen sind die Möbel- und Holz- (4% Umsatzanteil) sowie die Nahrungsmittelindustrie (15%).

Abbildung 16

Abbildung 17

Exportanteil nach Branche: Industrie

Exportanteil nach Branche: Dienstleister und Bau

Anteil in Prozent

Anteil in Prozent

100% Anteil Exporte am Umsatz

Anteil im Export tätige KMU

80%

Verkehr und Transport

28%

Tourismus und Unterhaltung

17%

Handel und Verkauf

17%

Information, Kommunikation, IT

13%

Unternehmensdienstleistungen

11%

60% 84%

40% 60%

51%

20%

34%

Bau

7% 1%

Gesundheits- und Bildungswesen

7% 1%

0% Spitzenindustrie

Traditionelle Industrie

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

0%

35% 18% 24% 39% 39% Anteil im Export tätige KMU Anteil Exporte am Umsatz

10%

20%

30%

40%

50%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Auch Dienstleistungsexporte nicht zu vernachlässigen

Unter den Dienstleistungsbranchen ist besonders die Verkehrs- und Transportbranche exportorientiert (vgl. Abb. 17). Bei den Unternehmensdienstleistern sind zwar sehr viele Firmen im Export tätig, der durchschnittliche Exportanteil am Umsatz ist aber mit 11% relativ tief. Im Gesundheits- und Bildungswesen verdienen gerade 7% der Betriebe Geld im Export. Dass die Dienstleister insgesamt viel weniger stark exportorientiert sind als die Industriebetriebe, ist kaum überraschend. Ihre Dienste sind oft ortsgebunden und daher per se international nicht handelbar. Dies trifft insbesondere auf Dienstleistungen zu, welche direkt an Menschen oder Objekten vollbracht werden, wie zum Beispiel ein Haarschnitt, eine Arztkonsultation oder eine Büroreinigung. So exportieren 88% aller Gesundheits- und Bildungsdienstleister und 70% aller Bauunternehmen unter anderem daher nicht (oder weniger als gewollt), weil ihre Produkte oder Dienstleistungen ortsgebunden sind. Dies trifft jedoch nur auf 14% aller KMU aus der Spitzenindustrie zu. Nichtsdestotrotz können auch gewisse personengebundene Dienstleistungen «exportiert» werden. Man denke dabei z.B. an eine Hotelübernachtung eines ausländischen Gastes oder eine Schönheitsoperation an einem ausländischen Kunden.

Schweizer Industrie-KMU exportierten 2012 für rund CHF 40 Mrd. Güter

Die offiziellen Zahlen zu den Warenexporten lassen keine Aussage darüber zu, welcher Anteil der Warenexporte durch KMU generiert wird. Unsere Umfrage schliesst diese Informationslücke: Wir schätzen den KMU-Anteil an den gesamten Warenexporten, indem wir die in der Umfrage erhobenen branchen- und grössenklassenspezifischen durchschnittlichen Umsätze pro Vollzeitstelle mithilfe der aktuellsten Betriebszählung auf die gesamte Industrie-KMU-Landschaft hochrechnen. Diese Werte werden mit den ebenfalls in der Umfrage erhobenen branchen- und grössenklassenspezifischen durchschnittlichen Exportanteilen am Umsatz multipliziert. Gemäss der daraus resultierenden Schätzung exportierten Industrie-KMU im Jahr 2012 Waren im Wert Swiss Issues Branchen

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Credit Suisse Economic Research

von knapp CHF 40 Mrd. Dies entspricht rund 20% der gesamten Schweizer Warenexporte (vgl. Abb. 18). Damit mag der Anteil der KMU-Exporte im Vergleich zu den Warenausfuhren der Grossbetriebe eher klein sein – vor allem weil KMU für rund zwei Drittel aller Industriearbeitsplätze verantwortlich sind. Absolut gesehen ist das geschätzte KMU-Exportvolumen mit knapp CHF 40 Mrd. nichtsdestotrotz beträchtlich. MEM-Exporte stärker durch KMU-Industrie geprägt als Pharma-Ausfuhren

Wie bereits vermutet, setzt sich die Branchenstruktur der KMU-Warenexporte anders zusammen als bei Grossunternehmen. So bewegt sich der KMU-Anteil an den gesamten Warenexporten in der besonders grossbetrieblich geprägten Pharmaindustrie nur im einstelligen Prozentbereich. In der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) hingegen zeichnen die KMU für schätzungsweise 30%–40% aller Exporte verantwortlich. Entsprechend ist der Anteil der MEM-Exporte an den gesamten KMU-Exporten deutlich grösser als deren Anteil an den gesamten Schweizer Warenausfuhren (vgl. Abb. 19).7

Abbildung 18

Abbildung 19

Anteil KMU-Warenexporte

Branchenstruktur Warenexporte Gesamt vs. KMU

Anteil Warenexporte 2012 nach Unternehmensgrössenklassen

Geschätzter Anteil der Exporte nach Branche, 2012

100%

1%

13%

4% 13%

Mikrounternehmen Kleinunternehmen

81%

60%

18% Chemie/Pharma/ Kunststoff

80% 45%

MEM/Uhren Rest

Mittelgrosse Unternehmen

40%

Grossunternehmen

20%

68%

42% 15%

0% Gesamtexporte

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014, Eidgenössische Zollverwaltung

KMU erzielen mehr als 1/6 des Umsatzes mit in der Schweiz ansässigen internationalen Firmenkunden

KMU-Exporte

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014, Eidgenössische Zollverwaltung

Die Exporttätigkeit ist wie erwähnt nicht die einzige Form von internationaler Vernetzung. Knapp die Hälfte aller KMU erzielt einen Teil ihres Umsatzes mit in der Schweiz ansässigen international tätigen Unternehmen und ist damit zumindest indirekt dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt. Selbst ein Drittel aller nicht im Export tätigen KMU gab an, einen Teil seines Umsatzes mit solchen Firmenkunden zu erzielen. Basierend auf unserer Umfrage schätzen wir, dass Schweizer KMU mit in der Schweiz ansässigen international tätigen Firmenkunden rund einen Sechstel bis einen Fünftel ihres Gesamtumsatzes erzielen. Dies zeigt einmal mehr wie wichtig das Zusammenspiel zwischen KMU und internationalen Grossunternehmen für die Schweizer Volkswirtschaft ist. Exportdestinationen von Schweizer KMU

Exportdestinationen unterschiedlich attraktiv

7

Die Wahl der Exportdestinationen stellt – gerade langfristig – einen wichtigen Erfolgsfaktor für exportierende KMU dar. So wuchsen die Schweizer Warenexporte nach China zwischen 2000 und 2013 insgesamt jährlich um knapp 15%, diejenigen nach Frankreich nur um knapp 2% (vgl. Kapitel «Exporte Schweiz | Überblick»). Natürlich war nicht jedes Unternehmen, welches nach China exportierte, zwingend erfolgreicher als solche, welche ausschliesslich den französischen Markt bedienten. Die spezifische Geschäftsstrategie, die Qualität der lokalen Beziehungen, die Branche, aber auch Glück stellen mitunter entscheidendere Faktoren dar. Die Struktur der Exportdestinationen spielt für den Unternehmenserfolg angesichts solch unterschiedlicher

Bei diesen Vergleichen auf Branchenebene sind die grundsätzlichen Grössenverhältnisse zwischen den Anteilen plausibel, die exakten Prozentzahlen sollten aber mit einer gewissen Zurückhaltung interpretiert werden, da Verzerrungen aufgrund der Stichprobengrösse nicht gänzlich auszuschliessen sind.

Swiss Issues Branchen

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Wachstumsraten jedoch augenscheinlich eine Rolle. Dies zeigt sich tendenziell auch in den Umfrageergebnissen. So waren Industrie-KMU, welche in Schwellenländer exportieren, gemäss unserer Umfrage mit den Exportumsätzen im 2012 branchenunabhängig zufriedener mit ihrem Umsatz als solche, die ihre Exporttätigkeit auf Industrieländer beschränkten. Industrie-KMU, welche ausschliesslich europäische Märkte bedienen, waren zudem weniger zufrieden als solche, die auch ausserhalb des Alten Kontinents Güter verkauften. Deutschland auch für KMU mit Abstand wichtigster Handelspartner

Der europäische Markt ist jedoch nicht nur für die gesamte Industrie (vgl. Kapitel «Exporte Schweiz | Überblick»), sondern auch für KMU weiterhin die mit Abstand wichtigste Exportdestination. Die Hälfte aller Schweizer Industrie-KMU exportierte 2012 in die EU/EFTA-Länder. Gut ein Drittel der Industrie-KMU mit Exportaktivität führte seine Waren nur nach Europa aus, ein Fünftel ausschliesslich in die Nachbarländer der Schweiz. 73% aller im Export tätigen IndustrieKMU gaben an, dass Deutschland einer der drei wichtigsten Exportmärkte für sie ist. Kein anderer Markt erreicht eine derart hohe Bedeutung. Am zweitmeisten Nennungen (34%) erhielt der Markt «restliche EU/EFTA» (ohne Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien), vor Frankreich (20%) (vgl. Abb. 20). Bei Dienstleistungs-KMU sieht das Bild ähnlich aus. Auffällig aber nicht überraschend ist: Westschweizer KMU exportieren viel eher nach Frankreich als Deutschschweizer KMU. Auf der anderen Seite sind Westschweizer KMU nicht signifikant weniger oft in Deutschland aktiv, als Deutschschweizer KMU.8 Abbildung 20

Wichtigste Exportdestinationen für Industrie-KMU Anteil exportorientierter Industrie-KMU, welcher entsprechenden Markt als eine der drei wichtigsten Exportdestinationen nannte («Heute», «vor 10 Jahren», «grösster Bedeutungsgewinn in den letzten 10 Jahren»)

90%

Top 3 Märkte vor 10 Jahren

80%

Top 3 Märkte heute

Top 3 Bedeutungszuwachs

70% 60% 50% 40% 30% 20%

Indien

Süd-/ Süd-/ Mittelamerika Mittelamerika

Afrika

Australien/ Australien / Neuseeland Neuseeland

Brasilien Brasilien

Südostasien Südostasien

Türkei/ Naher Türkei/Naher Osten Osten

Russland/NichtRussland/ EU-Osteuropa Nicht-EU-Osteur.

Italien Italien

GrossGrossbritannien britannien Japan/Korea/ Japan/Korea/ Taiwan Taiwan

USA/ USA/Kanada Kanada China/ China/ Hongkong Hongkong

Frankreich Frankreich

Deutschland Deutschland

0%

Rest EU/EFTA EU/EFTA Rest

10%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Relative Gewinner: Schwellenländer; absolut am meisten zugelegt: Deutschland

8

Obwohl sie für die gesamte Schweizer Exportindustrie nach wie vor die wichtigsten Absatzmärkte darstellen, haben unsere Nachbarländer in den letzten zehn Jahren verhältnismässig an Gewicht verloren (vgl. Kapitel «Exporte Schweiz | Überblick»). Relativ gesehen waren auch bei KMU China, Indien, Russland, Brasilien oder Südostasien die am schnellsten wachsenden Exportdestinationen: In diese Märkte exportieren heute rund doppelt so viele Industrie-KMU wie noch vor zehn Jahren (vgl. Abb. 21). Ausserdem zählen heute rund bis zu vier Mal so viele Industrie-KMU Schwellenländer wie China oder Indien zu ihren drei wichtigsten Absatzmärkten wie eine Dekade zuvor. Fragt man die Industrie-KMU jedoch direkt, welche drei Exportdestinationen für das eigene Unternehmen in den letzten zehn Jahren am meisten an Bedeutung gewonnen haben, führt mit 43% der Nennungen ganz klar Deutschland vor China/Hongkong und der «restlichen EU/EFTA» (vgl. Abb. 20). Dies widerspiegelt bis zu einem gewissen Grad die Gesamtexporte

Die obigen Werte für Frankreich dürften daher etwas nach unten verzerrt sein (um etwa fünf Prozentpunkte), da Westschweizer KMU im Vergleich zu Tessiner und Deutschschweizer KMU in der Umfrage bei den Antworten etwas untervertreten sind.

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der Schweiz: Obwohl die Gesamtausfuhren nach China deutlich schneller wuchsen als jene nach Deutschland, war der Wachstumsbeitrag der Exporte nach Deutschland in den letzten zehn Jahren fast so gross wie jener der Exporte nach China.9 Abbildung 21

Abbildung 22

Bedeutungszuwachs unterschiedlicher Märkte

Entwicklung Schwellenländer nach Branche

Anteil aller Industrie-KMU, welche in entsprechende Märkte exportieren

Anteil aller KMU, welche in mindestens ein Schwellenland exportieren

60%

Europa

Schwellenländer (generell)

Süd- und Ostasien

Südamerika

60%

Spitzenindustrie

Traditionelle Industrie

Dienstleistungs-KMU

+ 60% 50%

50%

50%

47% 40%

42%

38% 28%

30% 21% 20% 10%

48% 40%

17%

30%

22% 12%

9%

6%

19% 10% 0%

0% vor 10 Jahren

vor 5 Jahren

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

+ 77%

20%

16% 11%

30%

13%

11% 5% vor 10 Jahren

heute

5%

5% vor 5 Jahren

heute

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Je kleiner, desto stärker auf Europa fokussiert

Generell stellt sich in diesem Kontext die Frage, ob Schweizer KMU gemessen am Exportvolumen «eurozentrischer» sind als Grossunternehmen. Tatsächlich zeigt sich, dass kleine exportorientierte Industrie-KMU viel eher ausschliesslich in Nachbarländer oder nur nach Europa und in deutlich weniger aussereuropäische Märkte exportieren als mittelgrosse exportorientierte Unternehmen. Besonders Mikrounternehmen exportierten weniger häufig in Schwellenländer. Es zeigt sich auch, dass für grössere Industrie-KMU die Schwellenländer als Exportdestination in den letzten zehn Jahren viel eher an Bedeutung gewonnen haben als für kleine. Alles in allem lässt sich daraus ableiten: Je kleiner das Unternehmen, desto stärker ist die Abhängigkeit vom europäischen Markt. Mögliche Gründe dafür diskutieren wir im Ausblicks-Kapitel ab Seite 31.

Spitzenindustrie-KMU besonders stark in Schwellenländern tätig

Die geografische Ausrichtung der einzelnen Branchen unterscheidet sich stark. Sie haben zudem teilweise unterschiedlich stark vom Boom der Schwellenländer in der letzten Dekade profitiert. Heute exportieren knapp die Hälfte der Spitzenindustrie-KMU in Schwellenländer, knapp ein Fünftel der traditionellen Industriebranchen, jedoch nur 5% aller Dienstleistungs-KMU. Im Gegensatz zu den Industrieunternehmen konnten die meisten Dienstleister vom rasanten Wachstum der Schwellenländer – zumindest direkt – nicht so stark profitieren (vgl. Abb. 22). Der Grund dafür dürfte in der bereits diskutierten Ortsgebundenheit vieler Dienstleistungen liegen. Hinzu kommt, dass bei gewissen Dienstleistungen sprachliche Hürden eine viel grössere Rolle spielen als bei Warenausfuhren. Indirekt dürften jedoch auch viele Dienstleister vom Aufstieg der Schwellenländer profitiert haben, zum Beispiel als Zulieferer von in Schwellenländer exportierende Industrieunternehmen. KMU im internationalen Wettbewerb

Zunahme der Konkurrenz aus Industrieländern bedeutender als aus Asien

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Die starke internationale Vernetzung der Schweizer KMU-Landschaft und die wirtschaftliche Offenheit der Schweiz haben auch zur Folge, dass sich viele Betriebe gegen eine wachsende internationale Konkurrenz behaupten müssen. Binnenorientierte KMU müssen sich auf ihrem Heimmarkt vermehrt ausländischen Wettbewerbern stellen, exportorientierte Unternehmen operieren in Auslandsmärkten, die ebenfalls zunehmend umkämpft sind. Vier Fünftel aller KMU sind daher der Auffassung, dass der Wettbewerbsdruck in den letzten zehn Jahren zugenommen

Betrachtet man aber nur die Periode zwischen 2009 und 2013, trugen das Wachstum der Exporte nach China und in die USA mehr als die Hälfte des gesamten Exportwachstums bei, dasjenige Deutschlands nur 11%.

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hat. 57% nahmen eine verstärkte Binnenkonkurrenz und knapp die Hälfte eine verstärkte ausländische Konkurrenz wahr. Entgegen dem landläufigen Klischee bereitet den KMU dabei nicht eine verstärkte Konkurrenz aus Asien am meisten Kopfzerbrechen, sondern viel eher eine generelle Zunahme der ausländischen Konkurrenz oder eine Zunahme der Konkurrenz aus Industrieländern. Dies trifft selbst für Industrie-KMU zu, auch wenn hier immerhin gut ein Fünftel der Firmen eine verstärkte Konkurrenz aus Asien wahrnimmt. Interessanterweise nehmen grössere KMU einen Anstieg des Wettbewerbsdrucks tendenziell eher wahr als kleine. Der Grund dafür dürfte in einer erhöhten Binnenorientierung kleiner KMU zu suchen sein. Viele Kleinbetriebe – besonders Dienstleister-KMU – sind in erster Linie lokal tätig und dürften damit deutlich weniger internationaler Konkurrenz ausgesetzt sein, als grössere, besonders Industrie-KMU. Wettbewerb nahm im Handel am stärksten, im Gesundheitswesen am wenigsten stark zu

Die subjektive Wahrnehmung eines verstärkten Wettbewerbsdrucks unterscheidet sich von Branche zu Branche (vgl. Abb. 23). So sieht sich die Spitzenindustrie – und dabei vor allem der Maschinenbau – verstärkt durch ausländische Konkurrenz bedrängt, während gewisse traditionelle Industriebranchen wie die Nahrungsmittel- oder die Holzindustrie die Binnenkonkurrenz etwas stärker spüren. Eine verstärkte Konkurrenz aus Asien nehmen vor allem KMU der Chemie- und Elektroindustrie sowie Hersteller von Präzisionsinstrumenten wahr. Bei den Dienstleistungsbranchen gaben besonders oft KMU aus dem Handel an, dass der Wettbewerbsdruck in den letzten zehn Jahren zugenommen hat – sowohl aus dem In- wie dem Ausland. Dies ist ein klares Indiz dafür, dass der Einkaufstourismus seinen Tribut zollt, aber auch ein Hinweis darauf, dass diese Branche zunehmend mit ausländischen Konkurrenten im Wettbewerb steht, welche im Schweizer Markt Fuss fassen. So ist der Handel gegenüber anderen Branchen auch deutlich skeptischer bezüglich der zukünftigen Entwicklung des Erfolgsfaktors «Auslandsverflechtung» am Standort Schweiz (vgl. Kapitel «Erfolgsfaktoren für Schweizer KMU»). Umgekehrt nehmen Unternehmen aus dem Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen sowie Unternehmensdienstleister im Vergleich zu KMU anderer Branchen weniger oft eine Zunahme des Wettbewerbsdrucks wahr. Beide Branchen sind vor ausländischer und das Gesundheitswesen aufgrund regulatorischer Vorgaben auch vor inländischer Konkurrenz weitgehend geschützt. Abbildung 23

Wahrgenommene Zunahme Wettbewerbsdruck der letzten zehn Jahre nach Branche «=»: Im Branchenvergleich durchschnittliche Zunahme des Wettbewerbsdruck; «–» und «– –»: unterdurchschnittliche Zunahme des Wettbewerbsdrucks; «+» und «++»: überdurchschnittliche Zunahme des Wettbewerbsdrucks

Spitzenindustrie Traditionelle Industrie Bau Handel und Verkauf Verkehr und Transport Tourismus und Unternhaltung Gesundheits- und Bildungswesen Unternehmensdienstleistungen Information, Kommunikation, IT

Generelle Konkurrenzzunahme Mehr Konkurrenz aus dem Ausland = ++ = ++ = – ++ ++ = = = = –– –– – – = =

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Industrie-KMU mit Exportumsatzentwicklung knapp zufrieden, mit Marge knapp unzufrieden

Wir haben die KMU nicht nur nach der wahrgenommenen internationalen Wettbewerbsintensität befragt, sondern auch direkt nach der Zufriedenheit mit der Exporttätigkeit. Industrie-KMU waren 2012 im Vergleich zu ihren Zielen mit ihrem Exportumsatz knapp zufrieden. Auch beim Urteil über die Exportumsatzentwicklung in den letzten fünf Jahren fällt das Urteil knapp positiv auf. Negativer wird hingegen die Margensituation im Export eingeschätzt. Für das Jahr 2012

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wiegen die negativen Urteile von Industrie-KMU die positiven auf. Im Vergleich zur Margensituation vor fünf Jahren überwiegen die negativen Urteile gar leicht.10 Ein ähnliches Urteil findet sich auch bei exportierenden Dienstleistungsunternehmen. Dies ist im Kontext der Frankenstärke wenig überraschend: Viele Schweizer Hersteller mussten aufgrund des starken Frankens in den letzten Jahren preisliche Konzessionen eingehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Präzisionsinstrumentenhersteller am zufriedensten mit Exportentwicklung

Auch im Hinblick auf die Zufriedenheit mit der Exportentwicklung sind die Branchenunterschiede sehr gross (vgl. Abb. 24). Die Mehrheit der Branchen ist mit der Exportumsatzentwicklung der letzten fünf Jahre per Saldo zufrieden. Ausnahmen bilden KMU aus der Papier- und Kunststoffindustrie. Bei der Exportmarge sieht das Bild in der Mehrheit der Branchen negativer aus als das Urteil zum Exportumsatz. Nur die KMU aus der Präzisionsinstrumente-, Chemie- und Uhrenindustrie sind per Saldo mit der Margenentwicklung über die letzten fünf Jahre zufrieden. Insgesamt bewerten nur Hersteller von Präzisionsinstrumenten und Uhren sowie KMU aus der chemischen Industrie sowohl die Exportumsatz- als auch die Margenentwicklung per Saldo positiv.

Kleine Industrie-KMU zufriedener mit Exportmarge als grössere

Neben der Branchenzugehörigkeit haben noch weitere Faktoren einen Einfluss auf das Urteil von Industrie-KMU über ihre Exporttätigkeit. Eher überraschend zeigt sich ein statistisch hochsignifikanter negativer Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit der im Export erzielten Marge und der Unternehmensgrösse. Umgekehrt hat ein grösserer Exportanteil am Umsatz unabhängig von Branche und Unternehmensgrösse einen statistisch signifikanten positiven Einfluss auf die Zufriedenheit mit der Umsatzentwicklung, nicht jedoch auf die Zufriedenheit mit der Marge. Etwas vereinfacht ausgedrückt lautet das Fazit, dass kleine KMU durchaus mindestens genauso erfolgreich exporttätig sein können wie grössere und ein hoher Exportanteil beim Erreichen der Wachstumsziele im Export hilfreich ist.

Kleinere KMU exportieren vor allem, wenn Nische besetzt werden kann

Der negative Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit der Marge und der Unternehmensgrösse kann wohl damit erklärt werden, dass kleine KMU vermutlich eher ausschliesslich in attraktiven Marktnischen exporttätig sind als mittelgrosse Unternehmen. Kleinunternehmen dürften den Schritt in die Exporttätigkeit in erster Linie mit ihrem aussichtsreichsten Produkt wagen – sprich erst dann exportieren, wenn sie eine Nische besetzen können, welche ansprechende Margen generiert. Grössere KMU vertreiben meist eine breitere Produktpalette und sind wohl auch im Export eher bereit, für gewisse Produkte ins Volumengeschäft – mit weniger attraktiven Margen – einzusteigen. Ausserdem sind grössere KMU gemäss den Resultaten unserer letztjährigen Umfrage im Durchschnitt älter als Kleinunternehmen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie in reiferen – und damit tendenziell preislich stärker umkämpften Märkten – tätig sind.

Die Schweiz – ein Land von «Hidden Champions»

Es gibt verschiedene Strategien, wie exportorientierte KMU mit dem internationalen Wettbewerbsdruck umgehen können. Eine Möglichkeit ist das Vorstossen in globale Nischenmärkte. Zur Gruppe der Unternehmen, welche eine solche Strategie verfolgen, gehören unter anderem sogenannte «Hidden Champions». Es handelt sich dabei um Firmen, welche in der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt sind, aber für bestimmte Produkte zu den Weltmarktführern gehören. Ein Blick in die Wirtschaftspresse zeigt, dass die Schweiz im internationalen Vergleich relativ viele solche Unternehmen beherbergt.11 Ein Beispiel für einen «Hidden Champion» ist der Fahrradkomponentenhersteller DT Swiss, welcher Weltmarktführer bei Velospeichen ist. Ebenfalls in diese Kategorie gehören beispielsweise die Winterthurer Firma Sigvaris – Weltmarktführer bei medizinischen Kompressionsstrümpfen – oder die Firma Westiform, der europäische Branchenführer für Lichtwerbung.

10 Konkret wurden folgende Fragen gestellt: «Falls Ihr Unternehmen exportiert: Wie zufrieden sind Sie mit dem 2012 durch Export erzielten Umsatz im Vergleich zu Ihren Zielen/Erwartungen?» sowie «Falls Ihr Unternehmen exportiert: Wie zufrieden sind Sie mit dem 2012 durch Export erzielten Umsatz im Vergleich zu vor fünf Jahren?». Dieselben Fragen wurden auch in Bezug auf die im Export erzielte Marge gestellt. 11 Vgl. zum Beispiel Bilanz vom 20.07.2013: «Hidden Champions: - Heimliche Helden»

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Abbildung 24

Abbildung 25

Zufriedenheit mit Exporttätigkeit nach Branche

Marktführerschaft Schweizer Industrie-KMU

«2012 gegenüber vor fünf Jahren»; Saldi der gewichteten positiven und negati-

Anteil Nennungen in Prozent

ven Antworten

100%

Präzisionsinstrumente

Trifft zu

Chemie 80%

Pharma

Trifft nicht zu / Weiss nicht

Nahrungsmittel 60%

Maschinen Metall

40%

Uhren Möbel / Holz Elektroindustrie

20%

Textil Papier

11%

0% Marge

Kunststoff -30%

31%

-20%

-10%

0%

10%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

20%

Umsatz 30%

40%

Mein Unternehmen ist Marktführer in mindestens einem Land für mindestens ein Kernprodukt.

Mein Unternehmen ist globaler Marktführer für mindestens ein Kernprodukt.

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

11% der Industrie-KMU sind «Hidden Champions»

Die meisten genannten Unternehmen können mit 300–4000 Mitarbeitenden bereits nicht mehr offiziell als KMU bezeichnet werden. Wir wollten daher wissen, ob es «Hidden Champions» auch bei Industrie-KMU gibt. Tatsächlich geht rund ein Zehntel aller an der Umfrage teilnehmenden Industrie-KMU davon aus, für mindestens ein Kernprodukt globaler Marktführer zu sein. 31% gaben an, Marktführer für mindestens ein Kernprodukt in mindestens einem Land zu sein (vgl. Abb. 25). KMU, welche für mindestens ein Kernprodukt globale Marktführer sind, sind wenig überraschend viel stärker international exponiert als andere Industrie-KMU: Im Durchschnitt erzielen «Hidden Champions» gemäss unserer Umfrage 65% ihres Umsatzes mit Exporttätigkeit (gegenüber 32% bei den restlichen Industrie-KMU), produzieren viel eher auch ausserhalb der Schweiz und beliefern durchschnittlich doppelt so viele Auslandmärkte12 wie andere exportorientierte Industrie-KMU.

Globale Marktführer vor allem in Spitzenindustrie zu finden

Besonders viele «Hidden Champions» finden sich unter den Herstellern von Präzisionsinstrumenten. Hier gaben rund 60% aller an der Umfrage teilnehmenden KMU an, globaler Marktführer für mindestens ein Kernprodukt zu sein. Bereits deutlich dahinter rangieren die Uhren-, Elektro- und Maschinenindustrie (rund 20%–30% «Hidden Champions»). Vor allem in den traditionellen Industriebranchen wie Nahrungsmittel, Holz, Papier/Druck finden sich praktisch keine globalen Marktführer. Wenig überraschend sind «Hidden Champions» vor allem mittelgrosse Unternehmen und nur sehr wenige Mikrounternehmen.

«Hidden Champions» mit Exporttätigkeit zufriedener als andere KMU, aber nicht viel

Es stellt sich natürlich die Frage, ob eine Nischenstrategie erfolgreicher ist als andere Strategien. Unsere Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass «Hidden Champions» zwar etwas zufriedener mit ihrer Exportentwicklung sind als andere Industrie-KMU. Der statistische Zusammenhang ist jedoch nur im Fall der Exportmarge signifikant. Dies zeigt einmal mehr, dass es erstens so etwas wie eine erfolgsgarantierende Strategie nicht gibt und zweitens, dass viele Wege zum Erfolg führen können.

12 Auslandmärkte gemäss Definition in Abbildung 20.

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Freihandelsabkommen Effekt von Freihandelsabkommen Freihandelsabkommen gewähren den barrierefreien Handel

Ein Freihandelsabkommen ist ein Vertrag zwischen zwei oder mehreren Staaten, der den möglichst zoll- und barrierefreien Güterhandel zwischen den Vertragspartnern sichert. Darüber hinaus kann ein Freihandelsabkommen Regeln für den Handel von Dienstleistungen, den Schutz des geistigen Eigentums, Investitionen und das öffentliche Beschaffungswesen beinhalten. Im Rahmen eines Freihandelsabkommens kann der sofortige, schrittweise, komplette oder teilweise Zollabbau vereinbart werden.

Abbildung 26

Schweizer Freihandelsabkommen und Exportvolumen 2013 Exportvolumen: eingezeichnet falls grösser als CHF 1 Mrd.

Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, Eidgenössische Zollverwaltung, Geostat, Credit Suisse

Wichtig, aber kein Vertragspartner: USA

Die Schweiz verfügt zurzeit über 26 in Kraft getretene und vier unterzeichnete Freihandelsabkommen mit insgesamt 40 verschiedenen Partnern. Die meisten Abkommen sind multilaterale Verträge, welche die Schweiz über die EFTA13 (European Free Trade Association) mit anderen Ländern aushandelte. Das erste Freihandelsabkommen unterzeichnete die Schweiz 1960 mit der EFTA, das jüngste unterzeichnete sie im Juli 2013 mit China. Das wichtigste Freihandelsabkommen (zusammen mit den Bilateralen I und II) ist jenes mit der EU, welche 2013 rund 55% der Schweizer Gesamtexporte auf sich vereinte. Aktuell sind weitere Abkommen in Verhandlung, insbesondere mit Ländern aus dem asiatischen Raum (vgl. Abb. 26). Mit dem zweitwichtigsten Handelspartner USA besteht zurzeit weder ein Freihandelsabkommen noch sind Verhandlungen geplant, obwohl rund ein Zehntel aller Schweizer Exporte in die USA fliessen. Zwar strebten die beiden Länder die Aufnahme von Verhandlungen an, scheiterten 2006 jedoch an den unterschiedlichen Zielen im Bereich Landwirtschaft.

Abkommen sollten positiven Effekt auf Exporte haben

Freihandelsabkommen dienen der Verbesserung des Zugangs zu ausländischen Märkten. Erfüllen sie diese Aufgabe, sollten die Abkommen nach der Ratifizierung – je nach Geschwindigkeit des Zollabbaus kurz- bis mittelfristig – einen deutlichen Anstieg der Exporte in die Partnerländer nach sich ziehen. Die Wachstumsrate der Exporte in die Partnerländer müsste sich demnach

13 Heutige Mitglieder der EFTA sind neben der Schweiz Liechtenstein, Norwegen und Island.

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kurz- bis mittelfristig zumindest temporär erhöhen. Um diesen Effekt zu quantifizieren, analysierten wir sieben Freihandelsabkommen (Kanada, Mexiko, Südkorea, Singapur, Südafrika, Japan und Chile)14 sowie die Wachstumsraten der Schweizer Gesamtexporte und jene von fünf Branchenaggregaten (Nahrungsmittel, Pharma/Chemie, Maschinenbau, Elektroindustrie, Uhren) über bestimmte Zeiträume. Dabei berücksichtigten wir, dass die Wachstumsraten der Schweizer Exporte nicht nur von Freihandelsabkommen, sondern unter anderem auch vom BIP-Wachstum des jeweiligen Ziellandes, dem entsprechenden Wechselkurs und der allgemeinen Entwicklung der internationalen Handelsverflechtungen abhängig sind. Freihandelsabkommen hinterlassen in den Exporten keinen eindeutigen Effekt

Die untersuchten Freihandelsabkommen lieferten kein einheitliches Bild. Wir fanden in unserer Analyse keinen allgemeingültigen Effekt von Freihandelsabkommen auf die Schweizer Exporte. Für einzelne Branchen und Abkommen waren die Resultate hingegen eindeutiger. So scheinen Freihandelsabkommen das Wachstum der Uhrenexporte signifikant zu erhöhen. Dieser Effekt zeigt sich besonders ausgeprägt bei den Abkommen mit Japan, Mexiko und Südkorea. Die Abkommen mit Kanada, Chile und Singapur erhöhten einzig das Wachstum der Pharma- und Chemieexporte in das entsprechende Land kurz- bzw. längerfristig. In Südafrika verstärkte sich mittelfristig das Wachstum der Elektroexporte, während das Freihandelsabkommen mit Südkorea neben den Uhrenexporten auch die Lebensmittelexporte längerfristig erhöhte.

Schweizer Firmen nutzen Freihandelsabkommen

Eine von Switzerland Global Enterprise (S-GE, vormals OSEC) in Auftrag gegebene Studie zeigt anhand der Berechnung von Nutzungsgraden für Freihandelsabkommen jedoch, dass Schweizer Firmen von diesen Abkommen durchaus Gebrauch machen.15 Warum lässt sich also in den Exportdaten kein genereller Effekt nachweisen?

Andere Abkommen und nicht-tarifäre Hemmnisse als mögliche Gründe für den fehlenden Effekt

Es gibt vielfältige Gründe dafür, dass die Wirkung von Freihandelsabkommen auf das Exportwachstum statistisch schwierig zu erfassen ist. Freihandelsabkommen können für einzelne Branchen oder Unternehmen tatsächlich ineffektiv sein, wenn sich die für die Zollbefreiung notwendige Erbringung des Ursprungsnachweises nicht lohnt. Ein starker und sichtbarer Effekt bleibt ausserdem aus, wenn bereits vor der Unterzeichnung des Vertrags ein gegenseitiger Zollund Abgabenabbau stattgefunden hat und das Abkommen den bereits eingeschlagenen Weg «bloss» schriftlich festhält und somit Rechtssicherheit schafft. Ebenfalls gering dürfte der Effekt sein, wenn vor dem Freihandelsabkommen bereits andere Verträge bestehen, die den zollfreien Handel von bestimmten Gütern regeln (zum Beispiel das WTO-Pharma-Abkommen für den zollfreien Verkehr von Pharmazeutika). Sollten zudem trotz Zoll- und Abgabenreduktionen weiterhin grosse Handelshemmnisse seitens der Unternehmen bestehen – wie zum Beispiel fehlende Kontakte im Zielland, Mangel an nötiger Auslandserfahrung oder keine attraktiven Margen – erhöhen Freihandelsabkommen den grenzüberschreitenden Handel nicht wesentlich. All diese Punkte können dazu führen, dass die Exportvolumina nach Inkrafttreten der Abkommen keine merkliche Veränderung aufweisen.

Der Vorteil liegt in der Kostenreduktion

Einen weitaus stärkeren Effekt dürften die Freihandelsabkommen jedoch auf die Exportkosten haben. Die von S-GE in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass im Rahmen von Freihandelsabkommen massive Zolleinsparungen realisiert werden können. Zum Beispiel können Schweizer Exporteure dank dem Freihandelsabkommen Schweiz-EU allein bei den Ausfuhren nach Deutschland pro Jahr insgesamt knapp CHF 740 Mio. Zollabgaben sparen. Diese Kostenersparnisse sind durch den Freihandelsvertrag langfristig rechtlich abgesichert.

14 Wir wählten die Freihandelsabkommen aufgrund der Verfügbarkeit von Daten sowie der geografischen und zeitlichen Verteilung aus. 15 Ziltener, P.; Blind, G.D. (2014): «Effektivität der Schweizer Freihandelsabkommen (FHA) weltweit – Eine Evaluierung der FHA Nutzung durch Schweizer Exporteure, 2012–13».

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Freihandelsabkommen als Alternative zur WTO? Die Reaktionen auf die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative in der Schweiz und der EU haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig stabile Beziehungen zum Ausland sind. Für die Schweiz als Exportland ist vor allem der gute und dauerhafte Zugang zu ausländischen Märkten von grosser Bedeutung. Gute Marktzutrittsbedingungen können am besten mit einem multilateralen Regelsystem wie jenem der Welthandelsorganisation (WTO) erreicht werden. Die laufenden WTO-Verhandlungen zur Öffnung der regionalen Märkte sind jedoch zurzeit wegen strittigen Punkten in der Agrarhandelsliberalisierung blockiert. Auch die Schweiz unterstützt die Freihandelsbestrebungen in der Agrarwirtschaft nur teilweise. Um den Zugang zu bestimmten ausländischen Märkten dennoch zu verbessern, nutzen Staaten die Möglichkeit, bilaterale Freihandelsabkommen abzuschliessen. Aufgrund der geringeren Anzahl involvierter Vertragspartner sind bilaterale Abkommen naturgemäss einfacher zu verhandeln als multilaterale Abkommen. Zudem lassen sie den jeweiligen Verhandlungspartnern genügend Spielraum, auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen. In der Regel stärker geschützte Sektoren wie der Textilsektor oder die Landwirtschaft werden deshalb regelmässig von Freihandelsabkommen ausgeklammert. Gegenüber WTOAbkommen haben Freihandelsabkommen jedoch entscheidende Nachteile. Sie können zu ineffizienten Handelsallokationen und Handelshemmnissen für nicht am Abkommen beteiligte Länder führen, indem nur die Güter der Abkommenspartner günstiger werden. Das Geflecht unterschiedlich ausgestalteter Freihandelsabkommen ist auch intransparent und für die wirtschaftlichen Akteure mit hohen Informationsbeschaffungskosten verbunden («Spaghetti Bowl»-Phänomen). Zudem dürfte die Verhandlungsmacht der Schweiz begrenzt sein, da sie als Handelspartner oftmals eine untergeordnete Rolle einnimmt. Dies zeigt sich nicht zuletzt in den langen Übergangsfristen und dem teilweise unvollständigen Zollabbau im Freihandelsabkommen mit China. Eine Schweizer «Freihandelsspezialität» sind die Bilateralen I und II, die das 1972 unterzeichnete Freihandelsabkommen mit der EU ergänzen. Die Bilateralen I und II sichern der Schweiz eine bevorzugte Teilnahme am EU-Binnenmarkt und gehen damit über die klassische Marktöffnung im Rahmen eines Freihandelsabkommens hinaus. Diese Verträge stärken zusätzlich die Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der EU in Bereichen wie Forschung, Verkehr, Sicherheit, Asyl, Umwelt und Kultur. Die Schwierigkeit dieser weitergehenden Integration liegt darin, dass sie eine Übernahme der betreffenden EU-Rechtserlasse bzw. der Erlass paralleler interner Regeln erfordert. Entsprechend ist die Anpassung und Weiterentwicklung schwieriger, was zu langwierigen politischen Diskussionen führen und die Umsetzung erschweren kann. Zwischen der Schweiz und der EU sind deshalb Bestrebungen im Gang, den institutionellen Teil der gegenseitigen Beziehungen, insbesondere die Rechtsanpassung, Umsetzung, Auslegung und Streitbeilegung, mit einem Rahmenabkommen neu zu vereinbaren.

Freihandelsabkommen aus Sicht der Industrie-KMU Zölle und Abgaben für KMU trotz Abkommen noch immer ein Exporthemmnis

Die Schweizer KMU sind international stark vernetzt (vgl. Kapitel «KMU–Exportwirtschaft»). Der internationale Handel verläuft aber nicht immer hindernisfrei. Aus unserer Umfrage geht hervor, dass vor allem zu kleine Margen, starker Wettbewerb in den Zielmärkten sowie die hohen Investitionen für einen ausländischen Markteintritt die bereits exportierenden Industrie-KMU an der Ausdehnung der Exporttätigkeit hindern (vgl. Abb. 27). Knapp ein Viertel der Export-KMU gibt zudem Zölle und Abgaben als Exporthemmnis an, trotz teilweise bereits vorhandener Freihandelsabkommen. Weitere Abkommen oder Abkommen mit stärkerem Zollabbau könnten hier Abhilfe schaffen.

Ursprungsnachweis für mehr als ein Drittel der KMU ein Hemmnis

Nicht nur Zölle und Abgaben liegen den KMU auf dem Magen. Auch die Bedingungen, unter denen eine Ware das Prädikat «Schweizer Fabrikat» erhält (vgl. Box «Ursprungsnachweis») und somit von den Zollreduktionen im Rahmen des Abkommens profitieren kann, scheinen Probleme zu bereiten. So gibt mehr als ein Drittel der nicht exportierenden KMU an, dass der Aufwand zur Erbringung des Ursprungsnachweises ein Grund für die fehlende Exporttätigkeit ist.

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Ursprungsnachweis Die im Rahmen eines Freihandelsabkommens vereinbarten Zoll- und Abgabebefreiungen gelten nur für die jeweiligen Vertragspartner. Will ein exportierendes Unternehmen vom Freihandelsabkommen profitieren, muss es deshalb den Beweis vorlegen, dass die entsprechende Ware in einem Vertragspartnerland hergestellt wurde (sogenannter Ursprungsnachweis). Grundsätzlich gilt Schweizer Ware als Ursprungserzeugnis und erhält einen Ursprungsnachweis, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist: Die Ware ist vollständig in der Schweiz erzeugt. Die Ware ist in der Schweiz ausreichend bearbeitet. Die Ware besteht aus in der Schweiz nicht ausreichend bearbeiteten Ursprungserzeugnissen eines Vertragsstaates. Inwiefern eine Ware in der Schweiz «ausreichend» bearbeitet wurde, wird in den Ursprungsprotokollen der jeweiligen Freihandelsabkommen geregelt. Für jede Sendung ins Ausland muss der Ursprung der Ware lückenlos belegt werden. Der Ursprung der Ware wird von der Schweizer Zollbehörde bei der Ausfuhr der Ware bescheinigt (Warenverkehrsbescheinigung) oder bei kleinen Sendungen vom Unternehmen mit der Ursprungserklärung auf der Rechnung versichert.

Ursprungsnachweis vor allem für Mikro- und Kleinunternehmen schwierig

Die Bedingungen, die ein Produkt für den Schweizer Ursprungsnachweis erfüllen muss, hängen vom jeweiligen Freihandelsabkommen ab. So kann ein Abkommen mit einem bestimmten Land eine Ware als in der Schweiz ausreichend bearbeitet anerkennen, während ein anderes Abkommen für den Ursprungsnachweis eine Verlagerung von Bearbeitungsprozessen in die Schweiz (oder in einen Vertragsstaat) verlangen würde. Ausserdem verursacht die Bescheinigung des Ursprungs erheblichen administrativen Aufwand. Dies dürften Gründe sein, weshalb gemäss unserer Umfrage kleinere KMU (gemessen am Umsatz) signifikant stärker durch den Ursprungsnachweis behindert werden als grössere KMU.

Knapp 30% der KMU bezeichnen Freihandelsabkommen für sie als irrelevant

Der mit dem Ursprungsnachweis verbundene hohe Aufwand dürfte schliesslich auch dafür mitverantwortlich sein, dass knapp 30% der exportierenden Industrie-KMU Freihandelsabkommen explizit für sie als irrelevant bezeichnen. Dieser Anteil steigt leicht auf rund 33%, wenn auch Dienstleistungs-KMU berücksichtigt werden. Zu jenen KMU, die Freihandelsabkommen als irrelevant bezeichnen, gehören auch Unternehmen, deren Produkte von Freihandelsabkommen ausgeschlossen sind oder deren Produkte von anderen Abkommen (zum Beispiel WTOAbkommen) profitieren können.

Exportorientierung und Branchenzugehörigkeit beeinflussen Bedeutung von Abkommen für KMU

Zudem hängt die Relevanz von Freihandelsabkommen von der Exportorientierung sowie der Branchenzugehörigkeit ab. Aus unserer Umfrage geht hervor, dass die Bedeutung der Freihandelsabkommen für exportierende KMU mit dem Anteil der Exporte am Gesamtumsatz steigt. Im Branchenvergleich sind Freihandelsabkommen für Chemie-, Kunststoff-, Nahrungsmittel- sowie Textil- und Bekleidungshersteller relevanter. Dies dürfte daran liegen, dass insbesondere regionale Textil- und Nahrungsmittelindustrien sowie Märkte für entsprechende Vormaterialien teilweise noch immer stark geschützt sind. Für Pharma-KMU hingegen sind Freihandelsabkommen weniger relevant, wobei für diese KMU das WTO-Pharma-Abkommen eine wichtige Rolle spielen dürfte.

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Abbildung 27

Abbildung 28

Wichtigste Exporthemmnisse

Häufigkeit der Handelshemmnisse pro Abkommen

Anteil der Industrie-KMU, die aus diesen Gründen weniger oder gar nicht

Nennungen pro 2013 in dieses Land exportierter Milliarde Schweizer Franken,

exportieren.

Anteil an Gesamtexporten 2013 in Prozent

Zu kleine Margen Zu stark umkämpfte Zielmärkte Zu hohe Investitionskosten

60

60%

50

50%

40

40%

30

30%

20

20%

10

10%

0

0%

Exportierende KMU

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Peru

Chile

Ukraine

Israel

Türkei

Ägypten

50%

Marokko

40%

Kolumbien

30%

Mexiko

0% 10% 20% Nicht exportierende KMU

Südkorea

Ausgelastete Kapazitäten

Südafrika

EU

Produkte nicht exportierbar

Japan

Zu unsichere Rechtslage im Exportland

Libanon

Ursprungsnachweis zu kostspielig

Kanada

Mangelnde Erfahrung/Kontakte

Hongkong

Zu unattraktives Regulierungsumfeld

Singapur

Zu hohe Zölle und Abgaben

Nennungen pro Export-Mrd. Anteil anAnteil Gesamtexporten (rechte Achse) Nennungen pro Export-Mrd in dieses Land an Gesamtexporten

Quelle: Bundesamt für Statistik, Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Freihandelsabkommen mit EU geht mit geringen Handelshemmnissen einher

Schliesslich hängt die Relevanz von Freihandelsabkommen für KMU auch davon ab, wie effektiv diese Handelshemmnisse beseitigen. Gemäss unserer Umfrage sind die Abkommen dahingehend unterschiedlich erfolgreich und nicht alle Freihandelsabkommen gehen mit hindernisfreiem Handel einher. Die geringsten Handelshemmnisse finden sich in der EU (vgl. Abb. 28). Nur gerade 143 der befragten KMU geben an, trotz Abkommen grosse Handelshemmnisse vorzufinden. Dies entspricht etwas mehr als einer Nennung pro Milliarde Schweizer Franken, die 2013 in diese Region exportiert wurde. Als Handelshemmnisse dürften vor allem diverse Zollformalitäten, Wartezeiten und Nachteile bei der Produktezulassung eine Rolle spielen, die aufgrund der Nichtmitgliedschaft der Schweiz in der EU-Zollunion entstehen. Das gute Abschneiden der EU ist umso wichtiger, als die EU der Schweizer Hauptexportmarkt ist. Zwar sind Hongkong und Japan als Exportmärkte jeweils in etwa gleich wichtig, in Japan scheinen die aktuellen Handelshemmnisse jedoch stärker zu sein. Die Schwellenländer schneiden insgesamt eher mittelmässig bis schlecht ab, Ähnliches gilt für die süd- und mittelamerikanischen Staaten. Hier dürften die grossen Distanzen und damit verbundene hohe Transportkosten, politische Instabilitäten in einzelnen Ländern und schwach ausgebaute Infrastrukturen vor Ort bedeutende Handelshemmnisse darstellen. Das Resultat dürfte für die wenig bedeutenden Exportmärkte der Schweiz zudem verzerrt sein, weil nur wenige der befragten KMU überhaupt in diese Länder exportieren.

KMU wollen Abkommen mit USA

Obwohl nicht alle KMU gleichermassen von Freihandelsabkommen profitieren und teilweise trotz Abkommen noch Handelshindernisse bestehen, wünscht sich mehr als ein Drittel der befragten Industrie-KMU weitere Freihandelsabkommen. Wie dringend einzelne Freihandelsabkommen aus Sicht der Industrie-KMU sind, bilden wir mit dem Dringlichkeits-Index ab (vgl. Abb. 29). Dieser Index zeigt, wie stark sich die befragten KMU in Zukunft ein bestimmtes Freihandelsabkommen wünschen. Dabei wird die Anzahl exportierender KMU, die sich heute ein Freihandelsabkommen wünschen, mit dem potenziellen Wachstum der entsprechenden Zielregion gewichtet. Gemäss diesem Index ist ein Freihandelsabkommen mit den USA am dringendsten, gefolgt von den BRIC-Staaten. Für einen Grossteil der Branchen stehen die USA auf Platz eins der Wunschkandidatenliste. Ausgenommen sind die Branchenzweige Chemie, Pharma und Präzisionsinstrumente, welche China deutlich auf Platz eins setzen. Zudem wünschen sich die exportierenden KMU der Uhrenindustrie am stärksten ein Freihandelsabkommen mit Indien. Die schweizerische Aussenhandelspolitik kommt diesen Branchen entgegen. Mit China wurde 2013 ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Ausserdem wird mit Indien und Russland16 über ein

16 Aufgrund der aktuellen Ereignisse in der Ostukraine stoppte die Schweiz die Verhandlungen mit Russland.

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solches verhandelt, und mit Brasilien besteht eine EFTA-Zusammenarbeitserklärung.17 Mit den USA jedoch stehen zurzeit keine Verhandlungen an, was aus KMU-Sicht ein grosses Versäumnis ist. Auch für die gesamte Schweizer Wirtschaft wäre ein umfassendes Freihandelsabkommen Schweiz–USA ein Gewinn: Gemäss Schätzungen des Peterson Institutes for International Economics dürfte ein solches Abkommen das Schweizer BIP jährlich um rund USD 1.1 Mrd. erhöhen. Abbildung 29

Dringlichkeits-Index: Wie stark wünschen KMU ein Freihandelsabkommen Anzahl Nennungen multipliziert mit dem potentiellen Wachstumsmultiplikator der entsprechenden Exportregion

200

Kein Abkommen In Ratifizierung Unterzeichnet In Verhandlung Zusammenarbeitserklärung

180 160 140 120 100 80 60 40 20

Kuwait

Vietnam

Argentinien

Katar

Indonesien

Taiwan

Iran

Malaysia

Thailand

Australien

Saudi Arabien

VA Emirate

Indien

Brasilien

Russland

China

USA

0

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Ausblick Schweizer Aussenhandel: Wohin geht die Reise? Zur Planungsunterstützung: Wachstumsszenarien für den Aussenhandel

Nach einer eingehenden Analyse der Vergangenheit und Gegenwart wagen wir einen Blick in die Zukunft. Diese ist per se unsicher und die Prognostizierbarkeit nimmt mit zunehmender Distanz zur Gegenwart ab. Nichtsdestotrotz müssen Unternehmen über die kurze Frist hinaus planen. Auch für die mittlere und lange Frist sind für strategische Entscheide Anhaltspunkte zur künftigen Wirtschaftsentwicklung nötig. Nachfolgend diskutieren wir daher nicht nur Prognosen für das laufende und kommende Jahr, sondern stellen mittel- bis langfristige Wachstumsszenarien für den Schweizer Aussenhandel vor.

Exporte in Euroraum legen nach zweijähriger Durststrecke ab 2014 wieder zu

Seit dem Ende der Rezession Mitte 2013 hat die Erholung in der Eurozone an Fahrt gewonnen. Der Aufschwung sollte sich auch in der zweiten Jahreshälfte 2014 fortsetzen, allerdings nach wie vor mit ausgeprägten Unterschieden zwischen den Ländern. Parallel zum konjunkturellen Aufschwung dürften die Schweizer Warenexporte in den Euroraum 2014 zum ersten Mal seit 2011 zulegen (vgl. Abb. 30). Basierend auf unserem Hauptszenario für das BIP der Eurozone bis 2019 gehen wir davon aus, dass das nominelle Exportwachstum in den kommenden Jahren deutlich höher ausfallen dürfte als in den Jahren seit der Finanzkrise.

17 EFTA-Zusammenarbeitserklärungen sehen einen institutionalisierten Dialog über Möglichkeiten zur Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen vor. Sie können zu einem späteren Zeitpunkt in Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen münden.

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Abbildung 30

Mittelfristiger Ausblick BIP Eurozone und Schweizer Warenexporte Jährliche Wachstumsraten BIP und Schweizer Warenexporte in die Eurozone (nominal); *Prognosen; **Credit Suisse Capital Market Assumptions (CMA), Juni 2014, Hauptszenario

EU-17-BIP

EU-17-Exporte

Szenario 20142019**

15% 10% 5%

Szenario 20142019**

0% -5% -10% -15% 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014* 2015* Quelle: OECD, Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Europa zusammen mit USA heute grösste Volkswirtschaft, verliert aber immer mehr an Bedeutung

Nach wie vor ist die EU neben den USA die grösste Volkswirtschaft der Welt. Künftig aber werden vor allem die grossen Schwellenländer global weiter an Bedeutung gewinnen. Gemäss dem Prognose-Modell des CEPII (vgl. Box S. 33) dürften alleine die BRIC-Staaten ihren Anteil am Welt-BIP von heute rund einem Fünftel auf gut einen Drittel im Jahr 2050 steigern. Damit würden die BRIC-Staaten dereinst fast so viel Wirtschaftskraft auf sich vereinen wie die USA und die EU zusammen. Umgekehrt verliert Europa gemäss dem CEPII-Hauptszenario an Bedeutung. Vereinte die EU 2013 noch etwa einen Viertel der globalen Wirtschaftsleistung auf sich, dürfte es 2050 noch gut ein Sechstel sein. Solche langfristigen Prognosen sind naturgemäss mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. Innerhalb eines solch grossen Zeithorizonts ist die Wahrscheinlichkeit zum Beispiel sehr gross, dass es zu unvorhergesehenen politischen Umwälzungen oder weltbewegenden technologischen Entwicklungen kommt. Dieser Blick in die Ferne soll daher nicht als Prognose im engeren Sinn verstanden werden, sondern viel eher als aus heutiger Sicht plausibles Szenario.

Aufstieg der Mittelschicht in Schwellenländer – Nachholeffekt bei Konsumgütern

Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg der Schwellenmärkte geht das Heranwachsen einer breiten Mittelschicht einher. Diese Entwicklung ist weltweit beobachtbar, besonders exemplarisch aber in China. Im Reich der Mitte wuchs der Mittelstand in den letzten zehn Jahren stark. Dieser Trend dürfte sich nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch weiter akzentuieren. In chinesischen urbanen Zentren dürfte die Zahl der Haushalte mit einem jährlichen verfügbaren Einkommen von über USD 16'000 zwischen 2010 und 2020 um knapp 170 Millionen zunehmen (vgl. Abb. 31).18 Obwohl mit steigendem Wohlstand auch vermehrte Investitionsprojekte, beispielsweise in die Energie- oder Verkehrsinfrastruktur anfallen, dürften von der Stärkung der Mittelschicht vor allem Hersteller von hochwertigen Konsumgütern profitieren. Dass das Nachholpotential besonders bei Konsumgütern ausgeprägt sein dürfte, suggeriert auch ein Blick auf die Schweizer Aussenhandelsstatistik: Der Anteil der Konsumgüterexporte (ohne Uhren) an den Gesamtexporten nach China (inkl. Honkong) war 2013 mit 20% weniger als halb so hoch wie in den restlichen Ländern (vgl. Abb. 32). Dies obwohl dieser Anteil in den letzten zehn Jahren deutlicher wuchs als bei den Gesamtexporten – also bereits ein gewisser Aufholeffekt beobachtbar war.

18 McKinsey (2012): «Annual Chinese Consumer Report»

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Abbildung 31

Abbildung 32

Verfügbares Einkommen chinesischer Haushalte

Anteil Konsumgüterexporte an Gesamtexporten

Anzahl urbaner Haushalte pro Einkommensgruppe in Mio.; «arm»: USD 0-

Anteil Konsumgüter (ohne Uhren, Bijouterie und Optik) an den gesamten

6'000, «Massenmarkt»: USD 6'000-16'000, «New Mainstream»: USD

Schweizer Warenexporten; prozentuales Wachstum des Konsumgüteranteils

16'000-34'000 und «wohlhabend»: über USD 34'000

2004–2013

350 300 250

150

2004

14

200

90%

60%

Arme Haushalte Massenmarkt-Haushalte "New-Mainstream"-Haushalte Wohlhabende Haushalte 167

1

2013

Wachstum Anteil 2004-2013 (rechte Achse)

50%

75%

40%

60%

30%

45%

20%

30%

10%

15%

100 50

0%

0%

0 2000

2010

2020*

Quelle: McKinsey, Credit Suisse; *Prognose

Alterung der Gesellschaft beeinflusst die Handelsströme

Gesamthandel

China (inkl. Hongkong)

Deutschland

USA

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, Credit Suisse

Bei der Auflistung der Faktoren, welche den Welthandel in Zukunft massgebend beeinflussen, nennt die WTO die Demografie in ihrem jüngsten World Trade Report an erster Stelle.19 Die demografische Alterung schreitet – mit grossen regionalen Unterschieden – weltweit voran. Dies hat weitreichende Konsequenzen in allen wirtschaftlichen Sphären. Der Arbeitskräfte-Pool verändert sich genauso wie die Konsumstruktur in der Gesellschaft: Eine ältere Gesellschaft gibt mehr für Kommunikation, Transport und Gesundheitsdienste aus. Verschiedene Projektionsstudien deuten darauf hin, dass Dienstleistungen und High-Tech-Sektoren am meisten von dieser Verschiebung der Konsumstruktur profitieren dürften. Wichtig ist in diesem Kontext, dass die Welt als Ganzes altert, die geografischen Unterschiede jedoch gross sind. Die meisten Schwellen- und Entwicklungsländer dürften auch in den nächsten Jahrzehnten noch über eine jüngere Bevölkerung verfügen als Industrieländer – mit entsprechenden Folgen für das Konsum- und Investitionsverhalten.

BIP-Prognosen des CEPII Die in der vorliegenden Studie verwendeten internationalen BIP-Projektionen entstammen der EconMap-Datenbank des CEPII (Centre d'Etudes Prospectives et d'Informations Internationales). Basierend auf einer Produktionsfunktion, welche das BIP auf die Faktoren Arbeit, Kapital und Energie sowie zwei Formen des technologischen Fortschritts zurückführt, berechnen die Ökonomen des französischen Forschungsinstituts BIPWachstumsszenarien für 147 Länder. Der Prognosehorizont erstreckt sich bis 2050. Das verwendete Modell wurde mit den Arbeitsvolumenprognosen der UNO und der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Einklang gebracht, weiter wurden ökonometrische Schätzungen zur Kapitalakkumulation, zur Sparquote, zum Verhältnis zwischen Sparkapital und Investitionsraten, Bildungsniveau, Erwerbsbeteiligung der weiblichen Bevölkerung sowie zum technologischen Fortschritt eingebaut.

Exportszenario mithilfe des BIP-Szenarios des CEPII

Die geografischen Verschiebungen der globalen Wirtschaftskraft und der demografische sowie sozio-ökonomische Wandel in Schwellenländern haben einen fundamentalen Einfluss auf die künftige Struktur der Schweizer Warenexporte. Um eine Vorstellung davon zu erhalten, wie sich

19 WTO (2013): «World Trade Report 2013 – Factors shaping the future of world trade»

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diese Entwicklungen auf die geografische Exportstruktur auswirken, berechnen wir Mithilfe des BIP-Wachstumsszenarios des CEPII20 die aus heutiger Sicht wahrscheinlichen Anteile der einzelnen Abnehmerländer an den Schweizer Warenexporten im Jahr 2035 (vgl. Abb. 33). Abbildung 33

Schweizer Exportmärkte 2000–2035 Anteile einzelner Länder respektive Ländergruppen an den Schweizer Exporten in Prozent; ab 2014 Prognose

100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 2000

2005

2010

2015

2020

2025

2030

USA

Deutschland

Frankreich

Grossbritannien

Italien

EU-15*

BRIC

Golfstaaten

Sonstige Industrieländer

Osteuropa

Südostasien

Rest

2035

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, CEPII, Credit Suisse; *ohne Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien

Westeuropa verliert an Bedeutung, BRIC gewinnen

Angesichts ihres zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Gewichts überrascht es nicht, dass die Schwellenmärkte für die Schweizer Exportwirtschaft immer stärker an Bedeutung gewinnen. Die BRIC-Staaten dürften ihren Anteil als Abnehmer von Schweizer Waren von heute 11% auf 22% im Jahr 2035 verdoppeln. Südostasien dürfte seinen Anteil von heute gut 3% auf knapp 4% steigern und Osteuropa inkl. der Türkei von gut 4.5% auf knapp 6% erhöhen. Die USA verlieren als Exportdestination wohl etwas an Gewicht, aber weniger stark als die westeuropäischen Länder. Der Anteil Westeuropas (EU-15) dürfte von heute 51% auf knapp 40% deutlich schrumpfen. Deutschland nimmt 2035 voraussichtlich nur noch gut 9% aller Schweizer Waren ab – heute sind es knapp 19%. Damit dürfte China (inkl. Honkong) Deutschland 2035 vermutlich als wichtigster Abnehmer von Schweizer Exporten abgelöst haben. Wichtig ist aber zu erwähnen, dass ein Rückgang der relativen Bedeutung nicht mit einem Rückgang der Exportvolumen gleichzusetzen ist. So exportiert die Schweiz 2013 Waren im Wert von knapp CHF 38 Mrd. nach Deutschland, 2035 dürften es über 50 Mrd. (in heutigen Franken) sein. Ausserdem dürfte Westeuropa auch 2035 noch wichtigster Absatzmarkt für Schweizer Exporteure sein.

Branchen sind unterschiedlich stark in kommenden Wachstumsmärkten präsent

Die bisherigen Ausführungen haben angedeutet, dass gewisse Branchen eher vom Aufstieg der Schwellenländer profitieren dürften als andere. Für einzelne Branchen ist es schwierig, ein Zukunftsszenario wie jenes in Abbildung 33 zu erstellen. Wir können aber untersuchen, welche Branchen heute bereits wie in den künftigen Wachstumsmärkten präsent sind. Abbildung 34 stellt für jede Branche dar, welcher Anteil ihrer Exporte im Jahr 2013 in Märkte ging, welche bis 2035 voraussichtlich überdurchschnittlich stark wachsen (Blautöne) und welcher Anteil der Waren in Länder ausgeführt wurde, welche künftig relativ an Bedeutung verlieren dürften (Rottöne).

20 Jean Fouré, Agnès Bénassy-Quéré & Lionel Fontagné (2012). «The Great Shift: Macroeconomic projections for the world economy at the 2050 horizon», CEPII Working Paper 2012-03, Februar.

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Abbildung 34

Schweizer Exportmärkte 2013 nach Branchen Anteile einzelner Länder respektive Ländergruppen an den Schweizer Exporten in Prozent; Rottöne: Märkte, welche bis 2035 relativ an Gewicht verlieren; Blautöne: Märkte, welche bis 2035 relativ an Gewicht gewinnen

BRIC Sonst. Industriel. 100%

Golfstaaten USA

Osteuropa Westeuropa

Restliche Welt Japan

Südostasien

80% 60% 40% 20%

Metall

Kunststoff

Medtech

Papier/Druck

Lebensmittel

Textil

Chemie

Pharma

Fahrzeugbau

Gesamt

Elektro

Maschinen

Uhren

0%

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung, CEPII, Credit Suisse

Vor allem Uhren-, Maschinenbau- und Elektrobranche stark in Wachstumsmärkten präsent

Es zeigt sich, dass sowohl die Uhren-, Maschinen- wie auch die Elektroindustrie überdurchschnittlich stark in künftigen Wachstumsmärkten präsent sind. Auf der anderen Seite der Skala finden sich die Metall-, Kunststoff- und die Medizinaltechnikbranche. Firmen, welche bereits heute in Wachstumsmärkten Fuss gefasst haben, dürften schneller von weiterem Wachstum in diesen Ländern profitieren, als solche, welche erst noch die dazu nötige Marktinfrastruktur aufbauen müssen. Dennoch heisst das nicht, dass eine höhere heutige Präsenz zwingend mit höheren künftigen Wachstumsraten gleichzusetzen ist.

Nahrungsmittel-, Textil- und Pharmaindustrie mit Nachholpotenzial

So ist die Marktdurchdringung Chinas mit Schweizer Uhren heute bereits relativ hoch. Auch wenn dieser Markt den helvetischen Uhrenherstellern auch künftig Umsatzwachstum bescheren dürfte, gehören die rekordhohen Wachstumszahlen der letzten Jahre wohl bis auf Weiteres der Vergangenheit an. Auf der anderen Seite beginnen viele chinesische Konsumenten zum Beispiel die Schokolade als Genussmittel erst gerade zu entdecken. Für Konsumgüterbranchen wie die Lebensmittel-, Medtech- und Pharmaindustrie ist der tiefe Anteil der Wachstumsmärkte an den Gesamtexporten daher wohl eher ein Zeichen für ein grosses Nachholpotenzial als eine strategische Schwäche. Mit entsprechenden Investitionen besteht die Chance, ein enormes zusätzliches Nachfragepotenzial erschliessen zu können. Im Gegensatz dazu dürften die hiesige Metall- und Papierindustrie – von ein paar Nischenprodukten wie beispielsweise den berühmten Victorinox-Taschenmessern abgesehen – wohl nie im grossen Stil in geografisch entfernte Schwellenländer exportieren. Alleine schon die Transportkosten sind für ihre (im Verhältnis zum Preis) schweren Produkte oftmals einfach zu hoch. Bei diesen Überlegungen darf jedoch nie vergessen gehen, dass viele – für die künftige Entwicklung einzelner Branchen potenziell gar entscheidende – Ereignisse praktisch nicht voraussehbar sind. So kann sich das Konsumverhalten über die Zeit hinweg stark ändern und technologischer Fortschritt kann zu neuen Produkten führen, welche bisherige Marktführer innert kürzester Zeit verdrängen. Export-Zukunft aus KMU-Sicht

Zukunftsszenarien für Exportwirtschaft nicht unbedingt direkt auf KMU anwendbar

Obenstehende Zukunfts-Szenarien beziehen sich auf die gesamte Exportwirtschaft. In den vorhergehenden Kapiteln haben wir jedoch gezeigt, dass sich die Exportstruktur der KMU-Industrie teilweise stark von derjenigen der gesamten Exportwirtschaft unterscheidet. Daher kann man unser Szenario in Abbildung 33 nicht direkt auf die KMU-Exportwirtschaft übertragen. Mithilfe unserer Umfrage sind wir jedoch in der Lage, die Schweizer KMU direkt zu fragen, welche künftigen Veränderungen der geografischen Exportstruktur sie erwarten.

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41% der exportierenden KMU erwarten Bedeutungszunahme Deutschlands

Für Deutschland erwarten künftig per Saldo21 am meisten KMU eine Bedeutungszunahme (vgl. Abb. 35). 41% aller heute im Export tätigen Industrie-KMU erwarten, dass Deutschland als Absatzmarkt an Bedeutung gewinnen dürfte, nur rund 9% erwarten einen Bedeutungsrückgang. Hinter Deutschland folgt China/Hongkong vor Russland. Auf dem letzten Platz liegt Italien. Italien ist der einzige Auslandsmarkt, bei dem mehr KMU einen Bedeutungsrückgang erwarten als eine Zunahme.

Abbildung 35

Abbildung 36

Bedeutungsveränderung aller Exportmärkte

Bedeutungsveränderung tatsächlicher Exportmärkte

Anteil der Nennungen von allen exporttätigen Industrie-KMU; Saldo der Anteile

Anteil der Nennungen von allen Industrie-KMU, welche in die jeweilige Region

«Bedeutungszuwachs»/«Bedeutungsverlust».

exportieren; Saldo der Anteile «Bedeutungszuwachs»/«Bedeutungsverlust»

60%

80%

Saldo

Bedeutungsverlust

Saldo

Italien Italien

Frankreich Frankreich

Grossbritannien Grossbritannien

Afrika

Australien/ Ozeanien Neuseeland

Deutschland Deutschland

Restliche EU/ EFTA EFTA Süd-/Mittelamerika Süd-/Mittel(ohneamerika Brasilien)

USA/Kanada

Japan/Korea/ Taiwan Taiwan Türkei/Naher Türkei/Naher Osten Osten

Indien

Brasilien

Italien Italien

Frankreich Frankreich

Grossbritannien Grossbritannien

Afrika Afrika

Australien/ Australien / Neuseeland Neuseeland

Südostasien Südostasien

-40%

Japan/Korea/Taiw Japan/Taiwan/ an Korea Süd-/Mittelamerika Süd-/Mittelamerika (ohne Brasilien) (ohne Brasilien)

-30%

Brasilien Brasilien

-20% Türkei/Naher Türkei/Naher Osten Osten

-15% Indien Indien

0%

USA/Kanada USA/Kanada

20%

0%

Russland/NichtRussland / NichtEU-Osteuropa EU-Osteuropa /… Restliche Restliche EU/EFTA EU/EFTA

15%

Deutschland Deutschland

40%

China/Hongkong China/Hongkong

30%

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Bedeutungszuwachs

60%

Südostasien Südostasien

45%

Bedeutungsverlust

China/ China/Hongkong Hongkong Russland/NichtRussland EU-Osteuropa

Bedeutungszuwachs

Quelle: Credit Suisse KMU-Umfrage 2014

Schwellenländer für KMU künftig top, die heute bereits dorthin exportieren

Die Platzierung Deutschlands an erster Stelle auf dieser Rangliste überrascht auf den ersten Blick. Unser Szenario in Abbildung 33 geht für die Gesamtexporte von einem massiven Gewichtsverlust Deutschlands zu Gunsten der Schwellenländer aus. Zwar rangieren gewisse Schwellenländer wie China oder Russland auch in der Einschätzung der KMU vorne. Andere aufstrebende Märkte wie Indien, Brasilien und Südostasien befinden sich in Abbildung 35 jedoch nur im Mittelfeld. Der Widerspruch zu unserem Zukunftsszenario für die Gesamtwirtschaft hebt sich indes grösstenteils auf, wenn man jeweils nur das Urteil derjenigen KMU berücksichtigt, welche bereits heute im jeweiligen Exportmarkt tätig sind (vgl. Abb. 36). In dieser Rangliste stehen auf den ersten fünf Plätzen Schwellenmärkte; die westeuropäischen Länder mit Ausnahme Deutschlands bilden das Schlusslicht. Deutschland rangiert im Mittelfeld. Kurz gesagt: KMU, welche heute bereits in Schwellenländer exportieren, rechnen mehrheitlich mit einem Bedeutungszuwachs der Schwellenländer als Absatzmärkte ihrer Produkte, die übrigen KMU deutlich weniger stark. KMU, die heute ausschliesslich nach Europa exportieren, erwarten ausserdem umgekehrt eher einen Bedeutungszuwachs Europas als andere KMU.

Viele KMU sind nicht in der Lage, in Schwellenländer zu exportieren

Die Interpretation dieses Umstands erklärt den Widerspruch zwischen Abbildung 35 und unserem Zukunftsszenario für die Gesamtwirtschaft. Meist bearbeiten KMU bei einer Expansion ins Ausland zuerst die Nachbarmärkte der Schweiz. Nach einer Expansion der Geschäftstätigkeit ins nahe Ausland ist für viele KMU der Appetit auf die Eroberung neuer Märkte jedoch gestillt. Viele exporttätige KMU exportieren daher nicht in die schnell wachsenden Schwellenländer – und zwar weil sie dazu nicht oder nur unter zu hohen Kosten in der Lage wären. So zeigt unsere Umfrage: Je eher ein exporttätiges KMU sich aufgrund hoher Markteintrittskosten, fehlender Kontakte vor Ort oder fehlender Auslandserfahrung in der Exporttätigkeit beschränkt fühlt, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es in Schwellenländer exportiert. Dafür führt es seine Waren eher ausschliesslich nach Europa aus. Anders ausgedrückt: Viele KMU dürften nicht oder nur mit Mühe in der Lage sein, in Schwellenländer zu exportieren, weil die Eroberung dieser Märkte mehr Zeit, Mittel, Erfahrung und persönliche Kontakte benötigt, als der Schritt ins nahe

21 «Per Saldo» bedeutet hier: Anteil der KMU, welche einen Bedeutungszuwachs erwarten, minus Anteil der KMU, welche einen Bedeutungsrückgang erwarten

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Ausland. Entsprechend sind viele KMU bei ihren künftigen internationalen Expansionsplänen an die «Scholle Europa» gebunden, selbst wenn ihnen bewusst ist, dass die grössten Wachstumschancen – theoretisch – in den aufstrebenden Märkten liegen. Kleinere KMU dürften auch künftig weniger vom Aufstieg der Schwellenmärkte profitieren

Gerade für kleinere KMU ist es nicht einfach, viele verschiedene Märkte zu bearbeiten oder in grossen Schwellenmärkten wie China oder Brasilien Fuss zu fassen. Entsprechend ist es nicht überraschend, dass grössere KMU branchenübergreifend viel eher von einem Bedeutungszuwachs der Schwellenländer und einem Bedeutungsrückgang Europas ausgehen als kleine – unabhängig von ihrem Exportanteil am Umsatz oder der Branche. Nichtsdestotrotz beeinflussen der Exportanteil am Umsatz und die Branchenzugehörigkeit die Einschätzung zur künftigen Wichtigkeit der einzelnen Märkte. Je höher der Exportanteil, desto eher geht ein KMU von der zunehmenden Bedeutung der Schwellenländer als Absatzmärkte aus. Ausserdem gehen vor allem KMU aus der chemischen Industrie, aus dem Maschinenbau sowie Hersteller von Präzisionsinstrumenten von einer wachsenden Bedeutung der Schwellenmärkte aus. Offenbar erwarten damit vor allem KMU aus Investitionsgüterbranchen eher als Konsumgüterhersteller, dass Schwellenländer an Bedeutung gewinnen. Es zeigt sich aber, dass dies teilweise darauf zurückzuführen ist, dass KMU dieser Branchen einen höheren Exportanteil vorweisen und bereits heute stärker in Schwellenländer exportieren. Sie profitieren deshalb eher von Skaleneffekten im Export und müssen die nötige Infrastruktur, Kontakte und Erfahrung nicht neu aufbauen.

Drei Strategien, um als KMU vom Aufstieg der Schwellenmärkte zu profitieren

Trotz aller Hürden sollte die Bearbeitung von Schwellenmärkten für exportierende KMU – und besonders für Konsumgüterhersteller – eine prüfenswerte Option darstellen. Denn der grosse erwartete Bedeutungszuwachs der Schwellenländer bei KMU, welche bereits in diese Märkte exportieren, deutet darauf hin, dass Industrie-KMU in diesen Ländern generell gute Erfahrungen machen. Anhand der oben diskutierten Umfrageresultate lassen sich gewisse Strategien ableiten, die KMU helfen können, besser vom kommenden Aufstieg dieser Märkte zu profitieren. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass Grösse, ein hoher Umsatzanteil der Exporte, Auslandserfahrung des Managements sowie Kontakte vor Ort den Eintritt in Schwellenmärkte erleichtern. Aus dieser Erkenntnis folgen drei Strategieelemente: –

Kooperation: Unsere Umfrage zeigt, dass grössere KMU eher vom Aufstieg der Schwellenländer profitieren können, als Kleinunternehmen. Beim Export in Schwellenländer sind damit eindeutig Skaleneffekte wirksam. Dennoch bestehen auch für kleinere KMU strategische Möglichkeiten, ebenfalls in den Genuss von Skaleneffekten zu kommen: Unternehmen – auch solche die sich beispielsweise auf dem Heimmarkt mit ähnlichen Produkten konkurrenzieren – können für den Markteintritt in ein Schwellenland strategische Partnerschaften eingehen. Skaleneffekte sind besonders im Bereich der Distributionskanäle, der persönlichen Pflege der Geschäftsbeziehungen sowie beim administrativen Aufwand möglich. Konzentration: Je höher der Exportanteil, desto eher exportieren KMU in Schwellenländer. Nur schon aufgrund der hohen Fixkosten für einen Markteintritt ist es meist nicht möglich, im Export in ein Schwellenland einfach «nebenbei noch ein paar Franken Umsatz» zu verdienen. Wenn man einen Schwellenmarkt bearbeiten möchte, dann muss der KMUUnternehmer dies mit Herzblut und vollem Engagement tun sowie dazu bereit sein, grössere finanzielle Investitionen zu tätigen. Insbesondere in Fernost gehört es dann beispielsweise dazu, dass der Patron die Beziehungen zu wichtigen Geschäftspartnern und Behördenvertretern persönlich pflegt. Um diesen grossen Aufwand zu rechtfertigen, muss eine gewisse kritische Exportmenge pro Land erreicht sein. Dies ist gerade für kleinere Unternehmen einfacher zu bewerkstelligen, wenn sie sich zumindest in einem ersten Schritt auf einige wenige Schwellenmärkte konzentrieren. Kontakte: In den obigen Analysen wurde klar, dass Auslandserfahrung des Managements und ein gutes Kontaktnetz vor Ort generell wesentliche Erfolgsfaktoren für die Exporttätigkeit von KMU sind. Für aus Schweizer Perspektive auch kulturell oft herausfordernde Schwellenmärkte ist dieser Faktor umso wichtiger. Wenn die Geschäftsleitung selbst zu wenig Auslandserfahrung hat oder über keine Geschäftsbeziehungen vor Ort verfügt, hilft das Gespräch mit Geschäftspartnern, welche den Schritt in die Schwellenländer bereits gewagt haben. Eine weitere wichtige Möglichkeit besteht in einem Beratungsgespräch mit einer Exportförderorganisation. S-GE bietet beispielsweise Beratungsdienste zur Exporttätigkeit an und hilft bei der Vermittlung von Kontakten vor Ort.

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Diese Berichte spiegeln die verschiedenen Annahmen, Einschätzungen und Analysemethoden wider, auf denen sie basieren, und die CS ist in keiner Weise verpflichtet, sicherzustellen, dass der Empfänger Kenntnis von anderen entsprechenden Berichten erhält. Die CS ist involviert in zahlreiche Geschäfte, die mit dem genannten Unternehmen in Zusammenhang stehen. Zu diesen Geschäften gehören unter anderem Handel, Risikoarbitrage, Market Making und anderer Eigenhandel. Die Informationen, Meinungen und Schätzungen in diesem Bericht entsprechen der Beurteilung durch die CS am angegebenen Datum und können sich ohne vorherige Mitteilung ändern. Der Bericht kann Internet-Adressen oder die entsprechenden Hyperlinks beinhalten. Die CS hat die Inhalte der Internet-Seiten, auf die Bezug genommen wird, nicht überprüft und übernimmt keine Verantwortung für deren Inhalte, es sei denn, es handelt sich um eigene Internet-Seiten der CS. 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CSSB übernimmt keine Gewähr, noch macht sie Zusicherungen zur Wertentwicklung der in diesem Bericht erwähnten Finanzprodukte. Bahamas: Der vorliegende Bericht wurde von der Schweizer Bank Credit Suisse AG erstellt und im Namen der Credit Suisse AG, Nassau Branch, verteilt. Diese Niederlassung ist ein bei der Securities Commission der Bahamas eingetragener Broker-Dealer. Bahrain: Dieser Bericht wird von der Credit Suisse AG, Bahrain Branch, verteilt, die über eine Zulassung der Central Bank of Bahrain (CBB) als Investment Firm Category 2 verfügt und von dieser reguliert wird. Brasilien: Die hierin enthaltenen Angaben dienen lediglich zu Informationszwecken und sollten nicht als ein öffentliches Angebot für Wertpapieren in Brasilien verstanden werden. Hierin erwähnte Wertschriften sind möglicherweise nicht bei der brasilianischen Börsenaufsicht CVM (Comissão de Valores Mobiliáros) registriert. Deutschland: Die Credit Suisse (Deutschland) AG untersteht der Zulassung und Regulierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Sie verbreitet Finanzanalysen an ihre Kunden, die durch ein mit ihr verbundenes Unternehmen erstellt worden sind. Dubai: Diese Informationen werden von der Credit Suisse AG, Dubai Branch, verteilt, die über eine ordnungsgemässe Lizenz der Dubai Financial Services Authority (DFSA) verfügt und unter deren Aufsicht steht. Finanzprodukte oder -dienstleistungen in diesem Zusammenhang richten sich ausschliesslich an Grosskunden mit liquiden Mitteln von über USD 1 Mio., die über ausreichend Erfahrung in Finanzfragen verfügen, um sich im Sinne eines Grosskundengeschäfts in Finanzmärkten engagieren zu können, und die regulatorischen Kriterien für eine Kundenbeziehung erfüllen. Frankreich: Dieser Bericht wird von der Credit Suisse (France) verteilt. Diese ist ein Anbieter von Investitionsdienstleistungen und verfügt über eine Zulassung der Autorité de Contrôle Prudentiel (ACP).. Die Credit Suisse (France) untersteht der Aufsicht und Regulierung der Autorité de Contrôle Prudentiel und der Autorité des Marchés Financiers. Gibraltar: Dieser Bericht wird von der Credit Suisse (Gibraltar) Limited verteilt. Die Credit Suisse (Gibraltar) Limited ist eine unabhängige Gesellschaft, die zu 100 % im Besitz der Credit Suisse ist. Sie untersteht der Regulierung der Gibraltar Financial Services Commission. Guernsey: Dieser Bericht wird von der Credit Suisse (Chan-

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nel Islands) Limited verteilt, einer unabhängigen Rechtseinheit, die in Guernsey unter der Nummer 15197 und unter der Anschrift Helvetia Court, Les Echelons, South Esplanade, St Peter Port, Guernsey, eingetragen ist. Die Credit Suisse (Channel Islands) Limited ist zu 100% im Besitz der Credit Suisse AG. Sie wird von der Guernsey Financial Services Commission überwacht. Der jeweils aktuelle testierte Jahresabschluss ist auf Anfrage erhältlich. Hongkong: Der vorliegende Bericht wird in Hongkong von der Credit Suisse AG, Hong Kong Branch, herausgegeben. Die Credit Suisse AG, Hong Kong Branch, ist als Authorized Institution der Aufsicht der Hong Kong Monetary Authority unterstellt und ist ein eingetragenes Institut nach Massgabe der «Securities and Futures Ordinance» (Chapter 571 der gesetzlichen Vorschriften Hongkongs). Indien: Der Vertrieb des vorliegenden Berichts erfolgt durch die Credit Suisse Securities (India) Private Limited («Credit Suisse India»), die vom Securities and Exchange Board of India (SEBI) beaufsichtigt wird unter den SEBI-Registrierungsnummern INB230970637, INF230970637, INB010970631 und INF010970631 und deren Geschäftsadresse wie folgt lautet: 9th Floor, Ceejay House, Plot F, Shivsagar Estate, Dr. Annie Besant Road, Worli, Mumbai 400 018, Indien, Tel. +91-22 6777 3777. Italien: Dieser Bericht wird in Italien einerseits von der Credit Suisse (Italy) S.p.A. verteilt, einer gemäss italienischem Recht gegründeten und registrierten Bank, die der Aufsicht und Kontrolle durch die Banca d'Italia und CONSOB untersteht, sowie andererseits von der Credit Suisse AG, einer Schweizerischen Bank mit Lizenz zur Erbringung von Banking und Finanzdienstleistungen in Italien. Japan: Dieser Bericht wird von Credit Suisse Securities (Japan) Limited, Financial Instruments Dealer, Director-General of Kanto Local Finance Bureau (Kinsho) No. 66, Mitglied der Japan Securities Dealers Association, Financial Futures Association of Japan, Japan Investment Advisers Association und Type II Financial Instruments Firms Association, ausschliesslich in Japan verteilt. Credit Suisse Securities (Japan) Limited wird diesen Bericht nicht ausserhalb Japans verteilen oder in Länder ausserhalb Japans weiterleiten. Jersey: Der Vertrieb des vorliegenden Berichts erfolgt durch die (Channel Islands) Limited, Jersey Branch, die von der Jersey Financial Services Commission beaufsichtigt wird. Die Geschäftsadresse der Credit Suisse (Channel Islands) Limited, Jersey Branch, in Jersey lautet: TradeWind House, 22 Esplanade, St Helier, Jersey JE2 3QA. Katar: Diese Information wird von der Credit Suisse Financial Services (Qatar) L.L.C verteilt, die über eine Bewilligung der Aufsichtsbehörde für den Finanzplatz Katar (QFCRA) verfügt und von dieser reguliert wird (QFC Nr. 00005). Alle Finanzprodukte oder Finanzdienstleistungen im Zusammenhang mit diesem Bericht sind nur für Geschäftskunden oder Vertragspartner (gemäss Definition der Aufsichtsbehörde für den Finanzplatz Katar (QFCRA)) zugänglich. Zu dieser Kategorie gehören auch Personen mit einem liquiden Vermögen von über USD 1 Mio., die eine Einstufung als Geschäftskunden wünschen und die über genügend Kenntnisse, Erfahrung und Verständnis des Finanzwesens verfügen, um sich an solchen Produkten und/oder Dienstleistungen zu beteiligen. Luxemburg: Dieser Bericht wird von der Credit Suisse (Luxembourg) S.A. verteilt. Diese ist eine luxemburgische Bank, die über eine Zulassung der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) verfügt und von dieser reguliert wird. Mexiko: Die im Bericht enthaltenen Informationen stellen kein öffentliches Angebot von Wertschriften gemäss dem mexikanischen Wertschriftengesetz dar. Der vorliegende Bericht wird nicht in den mexikanischen Massenmedien angeboten. Der Bericht enthält keine Werbung im Zusammenhang mit der Vermittlung oder Erbringung von Bankdienstleistungen oder Anlageberatung auf dem Hoheitsgebiet Mexikos oder für mexikanische Staatsbürger. Russland: Das in diesem Bericht angebotene Research ist in keiner Art und Weise als Werbung oder Promotion für bestimmte Wertpapiere oder damit zusammenhängende Wertpapiere zu verstehen. Dieser Research-Bericht stellt keine Bewertung im Sinne des Bundesgesetzes über Bewertungsaktivitäten der Russischen Föderation dar. Der Bericht wurde gemäss den Bewertungsmodellen und der Bewertungsmethode der Credit Suisse erstellt. Singapur: Dieser Bericht wurde zur Verteilung in Singapur ausschliesslich an institutionelle Anleger, zugelassene Anleger und erfahrene Anleger (wie jeweils in den Financial Advisers Regulations definiert) erstellt und herausgegeben und wird von der Credit Suisse AG, Singapore Branch, auch an ausländische Anleger (gemäss Definition in den Financial Advisers Regulations) verteilt. Aufgrund Ihres Status als institutioneller Anleger, zugelassener Anleger, erfahrener Anleger oder ausländischer Anleger ist die Credit Suisse AG, Singapore Branch, in Bezug auf finanzielle Beratungsdienstleistungen, die die Credit Suisse AG, Singapore Branch, gegebenenfalls für Sie erbringt, von der Einhaltung bestimmter ComplianceAnforderungen gemäss Financial Advisers Act, Chapter 110 of Singapore («FAA»), den Financial Advisers Regulations und den massgeblichen, im Rahmen dieser Gesetze und Bestimmungen herausgegebenen Mitteilungen und Richtlinien befreit. Spanien: Dieser Bericht wird in Spanien von der Credit Suisse AG, Sucursal en España, verteilt. Diese ist ein durch die Banco de España autorisiertes Unternehmen (Registernummer 1460). Thailand: Der Vertrieb des vorliegenden Berichts erfolgt durch die Credit Suisse Securities (Thailand) Limited, die von der Securities and Exchange Commission, Thailand, beaufsichtigt wird und unter der Adresse 990 Abdulrahim Place Building, 27/F, Rama IV Road, Silom, Bangrak, Bangkok Tel. 02614-6000 eingetragen ist. Vereinigtes Königreich: Dieser Bericht wurde von der Credit Suisse (UK) Limited und der Credit Suisse Securities (Europe) Limited herausgegeben. Die Credit Suisse Securities (Europe) Limited und die Credit Suisse (UK) Limited verfügen beide über eine Zulassung der Prudential Regulation Authority und stehen unter der Aufsicht der Financial Conduct Authority und Prudential Regulation Authority. Sie sind der Credit Suisse zugehörige, aber rechtlich unabhängige Gesellschaften. Der Schutz privater Kunden durch die Financial Conduct Authority und/oder Prudential Regulation Authority gilt nicht für Investitionen oder Dienstleis-

tungen, die durch eine Person ausserhalb des Vereinigten Königreichs angeboten werden. Das Financial Services Compensation Scheme gilt nicht, wenn der Emittent seine Verpflichtungen nicht erfüllt. USA: WEDER DER VORLIEGENDE BERICHT NOCH KOPIEN DAVON DÜRFEN IN DIE VEREINIGTEN STAATEN VERSANDT, DORTHIN MITGENOMMEN ODER AN US-PERSONEN ABGEGEBEN WERDEN.

Örtliche Gesetze oder Vorschriften können die Verteilung von Research-Berichten in bestimmten Rechtsordnungen einschränken.

Das vorliegende Dokument darf ohne schriftliche Genehmigung der Credit Suisse weder ganz noch auszugsweise vervielfältigt werden. Copyright © 2014 Credit Suisse Group AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen. Alle Rechte vorbehalten. 14C024A_R

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