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4 2011 Zeitung der RheinischWestfälischen Technischen Hochschule Aachen

Frühdiagnostik für ein besseres Leben Von 1.000 Neugeborenen entwickeln zwei bis drei eine Bewegungsstörung, Frühgeborene sind 100 bis 300 Mal häufiger betroffen. Mediziner sprechen von einer infantilen Zerebralparese, sie ist eine der häufigsten kindlichen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems. Der englische Orthopäde William John Little, der die Krankheit bereits im 19. Jahrhundert erkannte, gibt verschiedene Ursachen an, zum Beispiel Sauerstoffmangel bei der Geburt, Nabelschnurkomplikationen, Infektionen und Hirnblutungen. Heute ist bekannt, dass Kinder unterschiedlich stark betroffen sein können. „Die Bewegungsstörungen manifestieren sich in der Regel vor Beendigung des zweiten Lebensjahres. Welche Form ein Kind entwickelt und wie schwer diese ausfallen wird, ist in den ersten Monaten kaum vorhersehbar. Um körperliche und geistige Defizite auszugleichen, muss die Spastik idealerweise im Säuglingsalter erkannt werden“, betont Catherine Dißelhorst-Klug. Die Professorin leitet das Lehrund Forschungsgebiet Rehabilitations- und Präventionstechnik der Angewandten Medizintechnik im Helmholtz-Institut der RWTH und forscht an Maßnahmen zur Bewältigung von Schwerstbehinderungen. Die Kleinsten sollen profitieren Das Gehirn ist die Schaltzentrale und sendet Befehle an den Bewegungsapparat. Dieser meldet ausgeführte Aktionen an das Gehirn zurück. So entsteht ein Kreislauf der menschlichen Motorik. Bei einem Kind mit zerebralen Behinderungen ist

dieser Prozess beeinträchtigt und zeigt sich meist durch eine hohe Muskelspannung sowie den Wechsel von starken und schwachen Verspannungen. Außerdem ist die Zusammenarbeit verschiedener Muskeln problematisch, die Bewegungen sind abgehackt und unvollendet. Grad und Umfang spastischer Störungen werden mit verschiedenen klinischen Tests gemessen. Diese sind aber nur möglich, wenn die Patienten mitarbeiten und daher bei Säuglingen nicht anwendbar. Die Ärzte versuchen deshalb, Kleinkinder so genau wie möglich zu beobachten, wobei Fehlschlüsse nicht ausbleiben. Hier setzt die Arbeit des RWTH-Lehrstuhls an: „Wir können mit unseren Messungen die Spontanmotorik erfassen. Davon profitieren insbesondere die Kleinsten, da sie extrem lernfähig sind“, sagt die Professorin. Frühförderung sei wichtig, damit die Betroffenen später im Alltag gut zurechtkommen, denn je schneller eine Therapie einsetze, desto größer seien die Aussichten für ein selbstständiges Leben. Bewegungsanalyse für einen ganzheitlichen Lösungsansatz Die RWTH-Wissenschaftler entwickelten eine dreidimensionale Bewegungsanalyse, mit der Arm- und Beinbewegungen quantitativ bestimmt werden können. „Noch vor einiger Zeit wurden dem Baby hierfür viele leuchtende Kugeln aufgeklebt, die Infrarotlicht reflektierten und die dreidimensionale Analyse der Bewegung erlaubten“, so Dißelhorst-Klug. Mehrere Kameras filmten das Kind, das reflektierte Licht der Bewe-

Benjamin, Professorin DißelhorstKlug und der wissenschaftliche Mitarbeiter Tim Kleiber demonstrieren das alte und neue System zur Bewegungsanalyse, mit denen spastische Störungen erkannt werden können. Foto: Peter Winandy

gung zog eine Lichtbahn auf der Kamera und wurde in einer Linie dargestellt. Mithilfe eines Computerprogramms konnten die Koordinaten in eine dreidimensionale Bewegungsbahn umgerechnet und damit anatomischen Mustern genau zugeordnet werden. Dabei zeigte sich: Das gesunde Kind nutzt den kompletten Bewegungsraum aus, die Bewegungsbahnen bilden deshalb auf dem Monitor eine Halbkugel. Das Kind mit zerebralen Störungen hingegen bleibt auf die Ebene beschränkt, auf der es liegt, es hebt also nicht die Arme oder Beine an. Neben dem Umfang der Bewegung sind aber auch andere Faktoren wie Beschleunigung, Geschwindigkeit und Variabilität für die Diagnose einer infantilen Zerebralparese wichtig. Das war der Grundstein für die Weiterentwicklung des Verfahrens. Heute sind nur vier speziell entwickelte Sensoren auf Händen und Füßen des Säuglings ausreichend, um eine spastische Bewegungsstörung frühzeitig zu erkennen. Damit kann das Verfahren einfach in die kinderärztliche Vorsorge integriert werden. In zwei Jahren soll eine Studie zur Frühdiagnostik von spastischen Lähmungen abgeschlossen sein, danach wird das System den Kinderärzten zur Verfügung stehen. Infos bei Professorin Catherine Dißelhorst-Klug disselhorst-klug@hia.rwth-aachen.de oder 0241/80-87011. Celina Begolli

„Siemens-Forschungsbereich“ startet Die RWTH und Siemens schlossen jetzt eine Kooperation zur Realisierung des weltweit ersten externen „Siemens-Forschungsbereiches“. Für dieses auf vier Jahre angelegte Forschungsvorhaben stellt Siemens insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung. Start ist der Januar 2012, mindestens neun Promotionen sollen in diesem Rahmen entstehen. Die so genannten Seltenen Erden sind wichtige Rohstoffe in Schlüsseltechnologien und High-Tech-Produkten. Ziel des Forschungsbereichs ist, Methoden und Verfahren zur umwelt-

freundlichen und effizienten Bereitstellung von Seltenen Erden für Permanentmagnete zu entwickeln. In vier Themenclustern geht es dabei unter anderem um die sichere Bewertung von alternativen Lagerstätten, um die Entwicklung nachhaltiger Verfahrensweisen zur Gewinnung und Extraktion der Seltenen Erden, um Lebenszyklus-Analysen bei der Gewinnung dieser Wertstoffe sowie um die Erarbeitung effizienter Methoden zu deren Recycling. Beteiligt sind vier Lehrstühle der RWTH, das Forschungszentrum Jülich sowie Experten des

Siemens-Sektors Industry. Die inhaltliche Koordination der Forschungsvorhabens liegt seitens der RWTH bei Professor Bernd Friedrich, Leiter des Instituts „IME Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling“; bei Siemens übernimmt Professor Dieter Wegener, Leiter der Vorfeldentwicklung im Industry Sector, die Abstimmung der beteiligten Geschäftsbereiche. ky

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Gleichstellungsbeauftragte Dr. Ulrike Brands-Proharam Gonzalez, Prorektorin Doris Klee (Gleichstellungsbeauftragte bis Oktober 2011) und Dr. Christiane Herweg (vordere Reihe von rechts) mit dem Team des Gleichstellungsbüros. Foto: Peter Winandy

Runder Tisch für Fairness

20 Jahre

Gleichstellungsbüro

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„Das Jahr 2011 ist für die Gleichstellung ein bedeutsames Jahr. Am 8. März fand der 100. Internationale Frauentag statt, die UN-Frauenrechtskonvention wurde 30 Jahre alt, und das Gleichstellungsbüro der RWTH Aachen begeht sein 20. Jubiläum,“ heißt es einleitend in einer Jubiläumsschrift, vom Gleichstellungsbüro der RWTH herausgegeben. Die im Dezember erschienene Broschüre informiert über Entwicklungen und Angebote in Sachen Work-Life-Balance, Familienfreundlichkeit, Gleichstellung, Gleichbehandlung und Antidiskriminierung an der Hochschule. Das 20-jährige Bestehen des Gleichstellungsbüros war außerdem Anlass einer Feier mit Information, Diskussion und geselligem Beisammensein im Dezember. Im Jahr 1991 wurde die inzwischen verstorbene Professorin Brigitte Gilles, Psychologin und bislang einzige Dekanin der Hochschule, zur ersten Frauenbeauftragten der RWTH gewählt. Die Startbedingungen waren schwierig, es standen zunächst weder Räume noch finanzielle Mittel zur Verfügung. Die ersten Schwerpunkte der Gleichstellungsarbeit waren die Ermöglichung von Teilzeitbeschäftigung für Frauen, die Verbesserung der Kinderbetreuung sowie die Förderung von Frauen in den naturwissenschaftlichen und technischen Fächern. Zwar sind diese Themen bis heute noch von Bedeutung, doch haben sich die Rahmenbedingungen geändert. Mit dem Inkrafttreten des Landesgleichstellungsgesetzes wurden aus den Frauenbeauftragten die Gleichstellungsbeauftragten. Die Gleichstellung von Frauen und Männern, der Abbau bestehender Benachteiligungen und die Verbesserungen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen wie für Männer sind gesetzlich verankert. Auf Bundes- und Landesebene ist Gleichstellung zu einem Politikfeld geworden.

Gut funktionierendes Netzwerk Auch an der RWTH wurden - oftmals von den Gleichstellungsbeauftragten angestoßen - wesentliche Schritte eingeleitet: Die Aachener Hochschule ist als familiengerecht zertifiziert, sie strebt flexible Arbeitszeiten an und baut beständig das Betreuungsangebot für Kinder aus. Junge Menschen - Mädchen wie Jungen - werden mit Programmen und Projekten ermutigt, ihren Ausbildungs- und Berufsweg frei vom tradierten Rollenverhalten zu gehen. Insgesamt hat an der Aachener Hochschule Gleichstellung mit der Förderung durch die Exzellenzinitiative stark an Bedeutung gewonnen. „Das Gleichstellungsbüro kann heute auf hervorragende Rahmenbedingungen bauen“, wird in der Jubiläumsschrift ebenfalls betont. Hierzu gehört ein gut funktionierendes Netzwerk mit den Gleichstellungsbeauftragten der Fakultäten und die Kooperation mit der Gleichstellungskommission, dem Integration Team - Human Resources, Gender and Diversity Management -, den Professuren für Gender Studies und dem Gleichstellungsprojekt der Studierendenschaft. Außerdem sind heute qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gleichstellungsbüro und im angegliederten Familienservice tätig. Unterstützung leisten sie bei allen Aktivitäten, Projekten und Angeboten der Gleichstellungsbeauftragten. Von April 2010 bis Oktober 2011 hatte diese Funktion Professorin Doris Klee als Nachfolgerin der langjährigen Gleichstellungsbeauftragten Marlies Diepelt inne. Seit November 2011 ist nun Dr. Ulrike Brands-Proharam Gonzalez Gleichstellungsbeauftragte, ihr zur Seite steht weiterhin Stellvertreterin Dr. Christiane Herweg. ky

RWTH will saubere Luft Oberbürgermeister Marcel Philipp hat Anfang Dezember die RWTH für ihr Engagement um den Luftreinhalteplan ausgezeichnet. Hochschulkanzler Manfred Nettekoven nahm die Urkunde der „Aachener Initiative für saubere Luft“ entgegen. „Die Stadt Aachen ist der RWTH für das neue Mobilitätskonzept zu großem Dank verpflichtet“, betonte Marcel Philipp. „Man muss jeden Einzelnen in diesem Prozess für eine umweltfreundliche Mobilität mitnehmen, was oft sehr

mühsam ist“, so der OB weiter. Die Hochschule hat für ihre Beschäftigten Job-Tickets eingeführt, mit dem der Weg zur Arbeit kostengünstig mit Bus und Bahn zurückgelegt werden kann. Die hochschuleigenen Parkplätze werden jetzt bewirtschaftet. Außerdem wird die Anbindung der RWTH an den öffentlichen Nahverkehr verbessert, ebenso die Wegeführung für Fahrradfahrer und Fahrradabstellmöglichkeiten geschaffen. „Wir haben die Herzen gewinnen müssen, um unseren Beitrag im Dienst der Gesellschaft zu leisten“, betonte Manfred Nettekoven. Das Mobilitätskonzept sei von Professor Dirk Vallée, Leiter des RWTH-Instituts für Stadtbauwesen und Stadtverkehr, entwickelt worden. Aufgrund der Talkessellage Aachens überschreiten die Schadstoffwerte der Luft häufig die EU-Grenzwerte. In Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Köln wurde daher ein Luftreinhalteplan entwickelt, der am 1. Januar 2009 in Kraft trat, und 35 Maßnahmen für eine umweltfreundliche Mobilität vorsieht. Viele Akteure haben daran mitgewirkt, die sich in der „Aachener Initiative für saubere Luft“ zusammengeschlossen haben, unter anderem auch die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer. Ziel ist es auch, die Einführung einer „Umweltzone“ in Aachen zu verhindern. Statt dessen setzt die Stadt auf nachhaltigere Maßnahmen zur Luftreinhaltung.

Oberbürgermeister Marcel Philipp überreicht die Urkunde „Aachener Initiative für saubere Luft“ an RWTH-Kanzler Manfred Nettekoven.

„Es ist ganz wichtig, den diskriminierungsfreien Umgang mit Vielfalt hinzubekommen. Das gilt für die Gesellschaft allgemein und für unsere Hochschule im Besonderen – für deren Weiterentwicklung, Zukunftsfähigkeit und Erfolg.“ Die Gleichstellungsbeauftragte formuliert diese Forderung vehement – nicht zuletzt aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen. Schon als Studentin der Romanistik hatte sie fast nur Kommilitoninnen, doch kannte sie kaum Frauen als Lehrende in ihrem Fach. Dr. Ulrike Brands-Proharam Gonzalez lebt heute einen bikulturellen Familienalltag, und auch ihre langjährige Tätigkeit im International Office der RWTH war geprägt von interkulturellen Fragen einschließlich damit einhergehender Schwierigkeiten. Seitdem sie Anfang 2010 von der Hochschulverwaltung in das Gleichstellungsbüro wechselte, ist sie häufig Ansprechpartnerin für Ratsuchende. „Leider ist beispielsweise sexuelle Belästigung auch an unserer Hochschule ein Fakt, wie eine Umfrage unter den Studentinnen ergab“, so Brands. Die Befragung wurde im Rahmen eines EU-Projektes in Hochschulen von fünf Ländern durchgeführt. Bei den Studentinnen der RWTH gab es eine hohe Beteiligung, im Maschinenbau lag sie sogar bei fast 25 Prozent. Insgesamt konnte nur rund ein Drittel der Befragten angeben, sich noch nie bedrängt oder belästigt gefühlt zu haben. Nachpfeifen, sexuelle Anspielungen oder gar Verfolgungen gehörten zu den Erlebnissen, die am häufigsten genannt wurden. Mehr Konflikte durch Leistungsdruck Mit Diskriminierung oder Ungleichbehandlung werden aber nicht nur Frauen konfrontiert, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte weiterhin. So haben Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen mit einer Behinderung beziehungsweise chronischen Erkrankung Probleme im Hochschulalltag. Die RWTH hat zwar bereits 2001 mit ihrer Leitlinie für partnerschaftliches Handeln ein Zeichen gesetzt. Mit wachsendem Leistungsdruck in Studium, Forschung und Beruf, die dichtere Studienpläne und ein höheres Arbeitspensum zur Folge haben, nehmen die Konflikte zu. Diese Entwicklung wird von Beraterinnen und Beratern der Hochschule seit einigen Jahren beobachtet. Um in Zukunft Fälle von Ungleichbehandlung, unfairem Verhalten, Aggression, Diskriminierung, Mobbing oder sexueller Gewalt möglichst zu vermeiden, stieß das Gleichstellungsbüro im September 2010 die Gründung des „Runden Tisches Gleichbehandlung/Antidiskriminierung“ an, eine Initiative, die von Hochschulleitung und beteiligten Institutionen gleichermaßen begrüßt wurde. „An der RWTH gibt es zwar viele Beratungsstellen, es fehlte aber der Austausch“, erläutert Ulrike Brands. Am Runden Tisch kommen jetzt regelmäßig alle Beratungsstellen der Hochschule, des Universitätsklinikums und der Studierendenschaft zusammen. Sie werden durch die Personaldezernate, das Integration Team, die Gleichstellungskommission und die Zentrale Gruppenvertretung der nichtwissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützt. Jede Beratungsstelle an der RWTH und am Universitätsklinikum ist mit ihren Spezialfällen befasst: So mag ein behinderter Studierender nicht den Nachteilsausgleich für sich beanspruchen, der im Fall eingeschränkter Schreibfähigkeit die Möglichkeit einer mündlichen statt der schriftlichen Prüfung vorsieht. Er möchte diesen zusätzlichen Aufwand dem ohnehin angesichts großer Studierendenzahlen gestressten Prüfer nicht zumuten. Das Väterprojekt des Gleichstellungsbüros verweist darauf, dass Männer in ihrer Rolle als aktiv Erziehende bei weitem nicht überall positiv wahrgenommen werden. Und ausländische Doktorandinnen und Doktoranden finden an der RWTH Aachen häufig nur einen Betreuer oder eine Betreuerin, wenn sie eigene Mittel oder ein Stipendium mitbringen. Sie sind damit nicht nur finanziell schlechter gestellt als ihre deutschen über ein Beschäftigungsverhältnis finanzierten Kolleginnen und Kollegen, sondern oft auch schlecht in die Teams der Institute eingebunden. Bewertet als „Best Practice“ Um ihre Arbeit effizienter zu gestalten, wollen sich die beteiligten Einrichtungen des Runden Tisches stärker vernetzen und so ihre Beratung mehr professionalisieren, um mit Mindeststandards die Betroffenen stärken zu können. Wichtige Voraussetzung, um Maßnahmen zur Prävention entwickeln zu können, ist eine breite Sensibilisierung. Das gilt für die Hochschulöffentlichkeit als Ganzes, besonders aber für die Führungskräfte. Ungleichbehandlung und Diskriminierung sind häufig im Zusammenhang mit hierarchischen Strukturen und Abhängigkeitsverhältnissen wie zwischen Studierenden und Lehrenden oder Vorgesetzten und Beschäftigten zu verzeichnen. „Wir werben hier für eine Kultur des Hinsehens“, unterstreicht Brands. Der Runde Tisch verfügt zwar über kein eigenes Personal oder Budget, doch die Finanzierung von Vorträgen, Publikationen und der Weiterbildung für Beraterinnen und Berater erfolgt aus Haushaltsmitteln der Hochschule, die dem Gleichstellungsbüro zur Verfügung gestellt werden. „Unser Ziel ist, zu einer vertrauensvollen Atmosphäre an der Hochschule beizutragen“, betont Brands. Von außen wurde schon bestätigt, dass man mit dem Runden Tisch auf einem guten Weg ist. Im Rahmen des Forschungsprojektes „Diskriminierungsfreie Hochschule“ der Prognos AG im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wurde er bereits als „Best Practice“ bewertet. Mehr Infos unter: www.rwth-aachen.de/gsb > Gleichbehandlung / Antidiskriminierung Renate Kinny


Astronauten in der RWTH Sie wurden empfangen wie Musikstars: Als die vier CrewMitglieder der STS-134 Mission den voll besetzten Hörsaal im Audimax betraten, brandete stürmischer Applaus auf. Mehr als 1.000 Studierende hatten teilweise über eine Stunde Wartezeit in Kauf genommen, um sich einen Platz zu sichern. Pilot Gregory H. Johnson sowie die Mission Specialists Michael E. Fincke, Roberto Vittori und Andrew J. Feustel hatten beim letzten Start des Spaceshuttles Endeavour im Mai das Alpha-Magnet-Spektrometer (AMS) zur Raumstation ISS gebracht. Im Rahmen einer europäischen Post Mission Tour organisiert von der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) besuchten sie auch die RWTH. Dabei schilderten die vier Astronauten ebenso humorvoll wie anschaulich ihre Reise ins All, berichteten offen von persönlichen Erfahrungen und stellten sich den Fragen der Zuschauer. Die Veranstaltung moderierte Kanzler Manfred Nettekoven, der den auch für die Gäste aus den USA unerwartet enthusiastischen Empfang beim warm-up mit den Zuschauern vorbereitet hatte. Nach der Begrüßung durch Rektor Ernst Schmachtenberg erläuterte Professor Stefan Schael, Inhaber des RWTHLehrstuhls für Experimentalphysik, die Entwicklung und die Aufgaben von AMS. An dem sieben Tonnen schweren und 1,5 Milliarden Euro teuren Instrument haben über zehn Jahre lang mehr als 500 Forscher und Ingenieure aus 16 Ländern gearbeitet. Schael koordinierte dabei die deutschen Beiträge und ist mit seiner Gruppe maßgeblich beteiligt an der Entwicklung und dem Bau mehrerer Komponenten. Das AMS hat die Aufgabe, die kosmische Höhenstrahlung im Weltraum zu vermessen. Damit wollen die Wissenschaftler einigen Rätseln des Universums auf die Spur kommen - beispielsweise der so genannten Dunklen Materie. „Von dem, was unser Universum ausmacht, können wir derzeit gerade einmal vier Prozent mit unserer Physik erklären. Den übrigen 96 Prozent haben wir Namen wie Dunkle Materie und Dunkle Energie gegeben, wissen darüber aber so gut wie nichts“, so der Physiker. Bilder aus der Schwerelosigkeit Nach diesen Ausführungen übernahmen die Astronauten die Szenerie. Ein Filmbeitrag über ihre Reise ins All lieferte eindrucksvolle Bilder und zeigte Szenen aus dem Leben in der Schwerelosigkeit: Der Empfang durch die Besatzung der Internationaen Raumstation ISS, das Arbeiten mit wissenschaftlichem Gerät oder Choreografien mit Menschen, die kreuz und quer durch die schmalen Gänge der Raumstation schweben. Der Blick auf unseren blauen Planeten machte ebenso sprachlos wie die konzentrierte und präzise Arbeit der Astronauten in ihren voluminösen Raumanzügen. Für jede Stunde Außeneinsatz trainierten sie auf der Erde zehn Stunden unter Wasser.

Wie sehr diese Erfahrungen ihr Denken und Empfinden geprägt hat, machten die Gäste mehrfach deutlich. Gregory Johnson, Pilot der Endeavour, zu dessen Ausbildung bei der U.S. Army auch das Fliegen von Kampfjets gehörte, wurde im All herzlich von seinem russischen Kollegen empfangen. Dieser hat eine ähnliche Karriere allerdings bei der anderen militärischen Supermacht absolviert. Aus dem Weltraum, so berichtete beispielsweise Michael Fincke, erscheint die Erde wunderschön und friedlich. Es sei kaum nachvollziehbar, dass hier so viele Kriege herrschten. Raumfahrt hat Zukunft Viel Mut machten die Männer den Studierenden. Die Zukunft, so ihre Botschaft, läge im All, gleich unter welcher Flagge und in welchem Raumfahrtprogramm. Das Berufsziel Astronaut sei zwar wenig realistisch, aber gut ausgebildete Ingenieure, Naturwissenschaftler und auch Mediziner würden bei diesen Projekten immer benötigt.

Die Astronauten Gregory H. Johnson, Michael E. Fincke, Andrew J. Feustel und Roberto Vittori (von links) vor ihrem begeisterten Publikum im Auditorium Maximum der RWTH. Foto: DLR

Am Schluss der Veranstaltung wurden noch die Teilnahme an einem Parabelflug inklusive Reise nach Bordeaux sowie ein Besuch der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin verlost. Das der RWTH angegliederte Institut Access – das Forschungszentrum für Materialforschung unter Weltraumbedingungen – hatte als Mitveranstalter des Astronautenbesuchs diese Preise gestiftet. Das war aber noch nicht alles: Die beiden glücklichen Gewinner durften die Crew-Mitglieder zum anschließenden Mittagsimbiss begleiten. Davor hatten die weit gereisten Gäste sichtlich gerührt stehende Ovationen der Zuschauer entgegen genommen - das warm-up dafür hatten sie in der vorausgegangenen Stunde selbst übernommen. Mitschnitt unter: www.rwth-aachen.de/astronautenbesuch Sabine Busse

Das neue Hörsaalzentrum Bereits in diesem Semester gibt es an der RWTH 3.500 Studierende mehr als im Vorjahr. Vor allem zum Wintersemester 2013/14 rechnen die Hochschulen in NRW mit großem Andrang auf die Studienplätze. Der Grund ist die Wehrreform und die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre – G8 genannt – sowie der dadurch bedingte doppelte Abiturjahrgang. Dringend erforderlich ist an der RWTH ein neues Hörsaalzentrum, dass im Rahmen des HochschulmodernisierungsProgramms in der Claßenstraße entsteht. Der gelungene Wettbewerbsentwurf des Architekturbüros schmidt/ham-

mers/lassen aus Dänemark erhielt den Zuschlag, er setzte die Idee des Verbindungsgliedes zwischen Campus Mitte und West städtebaulich optimal um. Eine lichtdurchlässige Erschließungsachse als innere Straße verbindet die Claßenstraße mit der Geschwister-Scholl-Straße. Der Gebäudekomplex liegt nah zum Westbahnhof, er ist fußläufig oder mit dem Fahrrad leicht zu erreichen. Rund 600 Fahrräder können in einer Fahrradtiefgarage abgestellt werden. Auf die geplante begrünte Fassadenkonstruktion muss allerdings aus Kostengründen verzichtet werden. Die drei größten Säle sollen 1.000, 800 und 480 Hörerinnen

und Hörer fassen. Größere Veranstaltungen können filmisch gekoppelt in den drei großen Hörsälen gleichzeitig stattfinden. Diese drei größten Hörsäle werden zudem mit Experimentierbühnen ausgestattet, physikalische und chemische Experimente sind möglich. Zudem werden weitere acht kleinere Hörsäle sowie 16 Seminarräume mit je 40 Plätzen geschaffen. Weitere Maßnahmen des G8-Projekts Nach Fertigstellung können die Studierenden insgesamt 4.200 Lernplätze in diesem Hörsaalzentrum nutzen. Im zentralen Foyer laden außerdem auf mehreren Ebenen freie Zonen zur Kommunikation und zum studentischen Arbeiten ein. Ein Cafe des Studentenwerkes im Erdgeschoss mit Terrasse rundet das Angebot ab. Das Grundstück in der Claßenstraße als ehemaliger Standort des Facility Management der RWTH wurde in den vergangenen Monaten freigeräumt, der erste Spatenstich erfolgte Anfang Dezember. Zum Wintersemester 2013/14 wird das Hörsaalzentrum in Betrieb gehen. Gemeinsam mit dem Audimax in der Wüllnerstraße und dem Kármán-Auditorium sollen dann umfassend Lernräume zur Verfügung stehen. Mit dem Bau des kleinen Hörsaalzentrums mit 780 Plätzen in der Professor-Pirlet-Straße will man bereits ab dem Wintersemester 2012/13 dem Mehrbedarf begegnen. Die RWTH hat bereits im Jahr 2010 einen G8-Projektstab für die Koordination unterschiedlicher Maßnahmen eingerichtet. Dieser ist direkt im Prorektorat für Lehre sowie beim Kanzler angesiedelt. Neben den Bauprojekten für die RWTH wurde eine konzertierte Aktion der Stadt Aachen und der Aachener Hochschulen unter Einbeziehung der Studierenden ins Leben gerufen, um als erste in Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches Informationsprogramm für die Öffentlichkeit anzubieten. Schwerpunkt dieser Kooperation ist die Kampagne „Extraraum“ zur Mobilisierung von studentischem Wohnraum in Aachen. www.extraraum-aachen.de

In der Claßenstraße entsteht ein neues Hörsaalzentrum mit 4.200 Lernplätzen. Bild: © schmidt hammer lassen architects k/s 2011

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Dzenan Dzafic und Dominik Franke entwickelten einen energiesparenden Routenplaner für Elektrorollstuhlfahrer. Foto: Peter Winandy

Navigation für Elektrorollstühle Oft reicht der Akku seines Rollstuhls nicht für die Fahrt zur Hochschule und wieder zurück nach Hause. Dzenan Dzafic studiert Informatik an der RWTH. Er nutzte sein hier erworbenes Wissen und entwickelte ein mobiles Navigationssystem für Elektrorollstühle: „Fahrzeuge mit Elektromotoren sind in ihrem Bewegungsraum durch die Akku-Kapazität und den Stromverbrauch eingeschränkt. Der Stromverbrauch ist stark abhängig von der Steigung und dem Straßenbelag. Je größer die zu bewältigende Steigung und je unebener der Belag ist, desto schneller sinkt der Akkustand“, erklärt Dzafic. Zusammen mit Diplom-Informatiker Dominik Franke, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Informatik 11 (Software für eingebettete Systeme), entwickelte er einen Algorithmus auf Basis von Daten aus der OpenStreetMap, kurz OSM. Sie gingen dabei davon aus, dass ein kurzer Weg nicht immer effizient sein muss: „Auch wenn ich laut Plan schneller an einem Ort sein könnte, kann ich wegen vieler Steigungen auf halber Strecke nicht mehr weiterkommen“, berichtet Dzafic. Mit Hilfe der neuen Daten soll der Energieverbrauch einer Route angezeigt und damit die Reichweite des Fahrzeugs maximiert werden. Noch gibt es wenige Systeme, die den Akkustand zu Beginn der Route, die Steigung des Streckenverlaufs und mögliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge berücksichtigen. Die frei verfügbare Weltkarte OSM war Ausgangspunkt für den am RWTH-Lehrstuhl unter Leitung von Professor Dr.-Ing. Stefan Kowalewski entwickelten Rollstuhl-Routenplaner. Durch die freie und kostenlose Nutzbarkeit bietet OSM den Vorteil, dass die Benutzer Informationen in die Karte eingeben können. „Hier sind bereits mehrere Teile Deutschlands erfasst“, so Franke. „In Aachen basieren die Daten auf meinen Erfahrungswerten“, ergänzt Dzafic. Zusammenarbeit mit Exzellenzcluster UMIC Um die Akku-Kapazität eines Rollstuhls zu bestimmen, umfuhr der 29-Jährige mit speziellen Sensoren am Rollstuhl immer wieder den Sportplatz des Hochschulsportzentrums. „Die Strecke ist besonders ebenmäßig und eignete sich daher gut für die Messungen. Es dauerte vier Stunden, bis der Akku leer war“, berichtet Dzafic. Danach testeten die beiden Informatiker verschiedene Steigungen in Aachen, die maximale Bordsteinhöhe, die Straßenbeschaffenheit und das Gefälle wurden ebenfalls berücksichtigt. Mit Hilfe dieser Messungen und den Daten aus OSM berechneten sie eine effiziente und eine kurze Route. Dem Nutzer werden künftig beide Wege sowie der Energieverbrauch angezeigt. „Unser Routenplaner kann bei einer Strecke von 300 Metern bis zu 20 Prozent der Energie einsparen“, so Franke. In Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster UMIC (Ultra high-speed Mobile Information and Communication) Research Centre der RWTH und der Universität Heidelberg konnte der Algorithmus in den Webservice www.rollstuhlrouting.de integriert und zusätzlich um den mobilen Client AndNav für die Plattform Android erweitert werden. Somit ist die Route auch per Mobiltelefon abrufbar. Mit seiner Anwendung hat Dzafic dabei nicht nur großes Interesse bei Betroffenen geweckt, auch viele Wissenschaftler nahmen Kontakt auf. Das Projekt soll nun auf verschiedene Formen der Elektromobilität ausgedehnt werden. Informationen gibt Diplom-Informatiker Dominik Franke unter 0241/80-21172 oder franke@embedded.rwth-aachen.de. Celina Begolli

Wenn Probleme über den Kopf wachsen

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Depressionen, Stress, Partnerprobleme oder Süchte: Bei immer mehr Studierenden liegen die Nerven im wahrsten Sinne des Wortes blank. Laut den aktuellen Gesundheitsberichten verschiedener Kassen und Verbände stieg der Anteil der verschriebenen Psychopharmaka in den vergangenen vier Jahren bei Studierenden um mehr als 50 Prozent – deutlich mehr als bei ihren erwerbstätigen Altersgenossen. Die RWTH möchte in engem Schulterschluss mit der Fachhochschule und dem Universitätsklinikum Aachen dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegenwirken. Die Einrichtungen initiierten das Zentrum für Psychische Gesundheit für Studierende und Doktoranden, kurz ZPG genannt. Ein Team aus Psychiatern, Psychotherapeuten und Psychologen hilft Betroffenen ab sofort schnell und unkompliziert bei psychischen Problemen. „Viele Studierende erleben die komprimierte Lernstoffvermittlung durch das neue Bachelorund Mastersystem als äußerst belastend“, erklärt Juniorprofessorin Dr. Birgit Derntl. Sie hat die psychologische Leitung des neu geschaffenen Zentrums für psychische Gesundheit inne. „Dazu kommen der Prüfungsstress und die Zweifel, ob es nach dem Studium mit einem Arbeitsplatz klappt.“ Eine große Zahl Studierender arbeite zudem nebenher, um das Studium zu finanzieren: „Das ist eine nicht zu unterschätzende Doppelbelastung.“ Zentrum für Psychische Gesundheit berät Studierende Das neue Zentrum für Psychische Gesundheit für Studierende, ein Teil der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum, versteht sich als ergänzendes Angebot zu den bisherigen Beratungsstellen an RWTH und FH. „Wir möchten jenen betroffenen Studentinnen und Studenten mit psychischen Problemen helfen, die über reine Prüfungsängste oder Lernprobleme hinausgehen“, erläutert Birgit Derntl. Häufig kündige sich eine Depression oder andere psychische Erkrankung schleichend über soziale Rückzugstendenzen, Konzentrationsbeziehungsweise Schlafprobleme oder auch Anspannung und innere Unruhe an: „Bereits in diesem frühen Stadium ist es ratsam, sich Hilfe zu holen, damit sich die Symptome gar nicht erst verschlechtern.“ Die RWTH Aachen nimmt mit den verschiedenen Serviceangeboten eine Vorreiterrolle unter den bundesdeutschen Hochschulen ein. Mit dem ZPG, dem Hochschularzt, der Zentralen Studienberatung, dem Integration Team und Gleichstellungsbüro sowie der Interessenvertretung behinderter und chronisch kranker Studierender (IbS) bietet sie ein umfassendes Hilfsangebot an. „Uns ist es ein Anliegen, möglichst alle Studierenden und Doktoranden erfolgreich durch das Studium und die Promotion zu begleiten und sie

so für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn vorzubereiten“, kommentiert RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg die erweiterten Beratungsmöglichkeiten und betont weiterhin: „Wenn wir unserem Anspruch an eine exzellente Universität gerecht werden wollen, dann müssen wir bestmögliche Studien- und Betreuungsmöglichkeiten bieten.“ Ilse Trautwein Anschrift und Kontakt: Zentrum für Psychische Gesundheit Studierender, Kullenhofstraße 52, gegenüber vom Hauptgebäude des Universitätsklinikums Aachen. Telefon 0241/80808 27 und E-Mail zpg@ukaachen.de, Internet www.ukaachen.de/zpg. Zum Beratungsgespräch reicht das Vorweisen des gültigen Studierendenausweises.

Professorin Birgit Derntl (Bildmitte) bietet Studierenden mit einem Team von Psychiatern, Psychotherapeuten und Psychologen Hilfe bei psychischen Problemen. Foto: Peter Winandy


Birgit Derntl Dr. rer. nat. Birgit Derntl ist seit Oktober 2011 im Rahmen von JARA-BRAIN Juniorprofessorin für das Fach Translationale Hirnforschung in Psychiatrie und Neurologie der Medizinischen Fakultät der RWTH. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Erfassung emotionaler Kompetenzen, ihrer neuronalen Grundlagen und deren Dysfunktionen bei Patienten mit psychischen Störungen.

geboren

Ausbildung 1992 bis 1999 2006

am 11. Februar 1978 in Linz, Österreich Studium der Psychologie an der Universität Wien Promotion an der Universität Wien

Berufliches 2004 bis 2007 2007 bis 2009 2009 bis 2011

Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medizinischen Universität Wien Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der RWTH Aachen Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Wien

Persönliches Familie Freizeit

verheiratet, einen Sohn (Florian, 2 Jahre) Sie verbringt ihre Freizeit am liebsten mit ihrer Familie und ihren Freunden. Sie liebt Wandern in den Bergen, Musik, Fantasy-Bücher, Tak spielen und Schokolade.

„Let’s not forget that the little emotions are the great captains of our lives and we obey them without realizing it.” (Vincent van Gogh)

Dr. rer. nat. Sonja Grün ist seit März 2011 Universitätsprofessorin für das Fach Theoretische Systemneurobiologie der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Sie ist zugleich ständige stellvertretende Direktorin des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin (INM-6), Computational and Systems Neuroscience, am Forschungszentrum Jülich und leitet die Arbeitsguppe „Statistical Neuroscience“. Sie erforscht die Funktionsweise des Gehirns, insbesondere die Wechselwirkungen der Aktivitäten von Nervenzellen. Hierzu entwickelt sie statistische Methoden zur zeitaufgelösten Erfassung von Korrelationen in neuronalen Mulltikanaldaten.

„Es darf nicht langweilig werden.“

geboren

am 4. Januar 1960 in Sindelfingen

Ausbildung 1984 bis 1991 1996 2003

Studium der Physik und Psychologie an der Universität Tübingen; Abschluss Diplom in Physik Promotion in Physik, Universität Bochum Habilitation im Fach Neurobiologie und Biophysik, Universität Freiburg

Berufliches 1991 bis 1994 1994 bis 1995 1995 bis 1997 1998 bis 2002 2002 bis 2004 2004 bis 2006 2006 bis 2010 2010 bis 2011

Wissenschaftliche Assistentin am Institut für Neuroinformatik, Universität Bochum Wissenschaftliche Assistentin am Weizmann Institute of Science, Rehovot, Israel Postdoctoral fellow, Hebrew Universität, Jerusalem, Israel Senior Fellow am Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt/Main Forschungsdozentin (equiv. Juniorprofessorin) für Neuroinformatics / Theoretical Neuroscience, Freie Universität Berlin C2-Professorin für Neuroinformatics / Theoretical Neuroscience, Freie Universität Berlin Unit Leader, RIKEN Brain Science Institute, Wako-Shi, Japan Team Leader, RIKEN Brain Science Institute, Wako-Shi, Japan

verheiratet mit Prof. Markus Diesmann wandern, kochen, Musik, Gartenarbeit

Persönliches Familie Freizeit

Fabian Hassler Dr. rer. nat. Fabian Hassler ist seit September 2011 Juniorprofessor für das Fach Theoretische Physik (Kondensierte Materie) der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Festkörperimplementationen von Quantenbits und elektronischem Transport in mesoskopischen Systemen. geboren

am 30. September 1980 in Altstätten, Schweiz, Liechtensteiner Staatsbürger

Studium der Physik an der ETH Zürich Doktorand an der ETH Zürich Promotion

Ausbildung 2000 bis 2005 2005 bis 2009 2009

Berufliches 2009 bis 2011 Seit 2011

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lorentz Institut an der Universität Leiden, Niederlande Juniorprofessor an der RWTH Aachen

verheiratet mit Dr. Lovorka Peric´-Hassler, Vater von Laura (1 Jahr) Essen, Filme schauen, Wandern, Skifahren, mit Laura spielen

Persönliches Familie Freizeit

Neue Professoren

Sonja Grün

„There is a theory which states that if ever anyone discovers exactly what the Universe is for and why it is here, it will instantly disappear and be replaced by something even more bizarre and inexplicable. There is another theory which states that this has already happened.“ (Douglas Adams)

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Johanna Heitzer Dr. rer. nat. Johanna Heitzer ist seit September 2011 Universitätsprofessorin für das Fach Didaktik der Mathematik an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Ihre Forschungsschwerpunkte zielen auf die Erschließung neuer Unterrichtsinhalte für die Sekundarstufen.

geboren

am 10. Juni 1970 in Bad Harzburg

Ausbildung 1989 bis 1994 1994 bis 1996 2007 bis 2010

Studium der Mathematik und Physik für das Lehramt der Sekundarstufen II und I an der RWTH Aachen Referendariat am Studienseminar Aachen Promotion an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH

Berufliches 1997 1997 bis 2007 2007 bis 2011

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Didaktik der Mathematik der WWU Münster Lehrerin für Mathematik und Physik am Gymnasium Korschenbroich Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl A für Mathematik der RWTH (Abordnung)

verheiratet, zwei Söhne Michael, Paul und Peter, Laufen, Singen und Reisen

Persönliches Familie Freizeit

„Nicht das Experiment ist der Mathematik verboten, sondern das Stehenbleiben beim Experiment.” (Egmont Colerus)

Peter Letmathe Dr. rer. pol. Peter Letmathe ist seit Oktober 2011 Universitätsprofessor für das Fach Controlling der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der RWTH. Seine Forschung ist an der Schnittstelle von Controlling und Produktion angesiedelt. Inhaltlich untersucht er Wertschöpfungskonzeptionen und Lernprozesse in Produktionssystemen.

geboren

Ausbildung 1988 bis 1993 1998 2002

am 22. Februar 1966 in Brilon Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bielefeld, Abschluss als Diplom-Kaufmann Promotion zum Dr. rer. pol. an der Universität GH Essen Habilitation in Betriebswirtschaftslehre an der Ruhr-Universität Bochum

Berufliches 1986 bis 1988 1993 bis 2001 1999 bis 2011 2001 bis 2002 2002 bis 2011 2003 bis 2011

Ausbildung als Industriekaufmann bei den Omnia-Möbelwerken in Detmold Wissenschaftlicher Mitarbeiter / Assistent an der Universität GH Essen und der Ruhr-Universität Bochum Mehrere Forschungsaufenthalte an der Clemson University und der University of Colorado at Boulder Professur für Umwelt- und Technologiemanagement an der Universität Bayreuth Inhaber des Lehrstuhls für Wertschöpfungsmanagement insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen an der Universität Siegen Leitung des Siegener Mittelstandsinstituts (Institut der Universität Siegen)

verheiratet, ein Sohn (Niklas), eine Tochter (Silvia) Familie, USA, Laufen

Persönliches Familie Freizeit

„Curiosity is the beginning of wisdom.” (Griechisches Sprichwort)

Marjanna Ležaic´

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Dr. rer. nat. Marjanna Ležaic´ć ist seit April 2011 Juniorprofessorin für Theoretische Physik der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Sie ist zugleich Leiterin der Nachwuchsgruppe „Computational Nanoferronics Laboratory“ am Forschungszentrum Jülich. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Physik kondensierter Materie. Insbesondere erforscht sie die Wechselwirkung zwischen der Kristallstruktur und der magnetischen Struktur von Materialien sowie ihre Reaktion auf externe Felder, die für die Entwicklung neuer Speichermedien genutzt werden können.

geboren

Ausbildung 2006

am 18. Februar 1971 in Bor, Serbien Promotion in Physik an der RWTH

Berufliches 2005 bis 2008 2008 seit 2008

Postdoc am Forschungszentrum Jülich Postdoc an der University of California, Santa Barbara Leiterin der Nachwuchsgruppe „Computational Nanoferronics Laboratory“ am Forschungszentrum Jülich

Lesen, Filme, Zeit mit Freunden verbringen

Persönliches Freizeit

„The past is always tense, the future perfect.” (Zadie Smith) Markus Oeser Dr.-Ing. Markus Oeser ist seit September 2011 Universitätsprofessor für das Fach Straßenwesen der Fakultät für Bauingenieurwesen der RWTH. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung neuer experimenteller und theoretischer Konzepte für das Straßenwesen sowie die Optimierung von Baustoffen und Bauweisen für Verkehrswegebefestigungen.

„Mir ist nicht bange, daß Deutschland nicht eins werde; unsere guten Chausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das Ihrige tun.“ (J.W. von Goethe in einem Gespräch mit Johann Peter Eckermann)

geboren

am 4. Februar 1974 in Werdau

Ausbildung 1993 bis 1998 2004 2010

Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Universität Dresden Promotion auf dem Gebiet der numerischen Simulation von Verkehrswegebefestigungen an der Technischen Universität Dresden Habilitation im Fach Straßenbautechnik an der Technischen Universität Dresden

Berufliches 1998 bis 2005 2006 2007 bis 2011

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke sowie am Institut für Stadtbauwesen und Straßenbau der Technischen Universität Dresden Forschungsstipendiat des DAAD an der TU Delft, Niederlande Universitätsdozent für das Fach Straßenbau und Verkehrswesen am Institut für Geotechnik und Straßenwesen der University of New South Wales (UNSW) in Sydney, Australien

Lesen, Radfahren, Wandern, Skifahren

Persönliches Freizeit


Bernward Schmidt Dr. theol. Bernward Schmidt ist seit Oktober 2011 Juniorprofessor für das Fach Kirchengeschichte und europäische Identitätsbildung der Philosophischen Fakultät der RWTH. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, der Kulturgeschichte des Papsttums und der Geschichte der Theologie

geboren

Ausbildung 1998 bis 2004 2003 bis 2004 2009 Berufliches 2004 bis 2011 2011 Persönliches Familie Freizeit

am 22. September 1977 in Regensburg Studium der Geschichte und Katholischen Theologie an den Universitäten Freiburg und Münster Magister in Geschichte und Diplom in Katholischer Theologie (Freiburg) Promotion in Katholischer Theologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster Akademischer Oberrat (Münster) verheiratet ist in erster Linie Erholung zusammen mit meiner Frau. Wir diskutieren über Gott und die Welt und viel über Kunst. Wichtigstes Hobby: Orgel spielen – aber bitte eine gute Pfeifenorgel!

„Der wirkliche Gott ist der Gott des absoluten Geheimnisses, der geschichtsmächtige Gott, der sein Geheimnis in geschichtsmächtiger Entscheidung offenbaren kann, er ist nicht bloße Vernunftidee, nicht bloße Möglichkeit.“ (Walter Kasper)

Manuel J. Schmidt Dr. rer. nat. Manuel J. Schmidt ist seit September 2011 Juniorprofessor für das Fach Theoretische Festkörperphysik der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Seine Forschungsschwerpunkte sind mesoskopische Physik und elektronische Korrelationen.

„Zweifel ist der Weisheit Anfang.“

geboren

Ausbildung 2006 2008

Berufliches 2006 bis 2008 2008 bis 2011

Persönliches Familie Freizeit

(René Descartes)

am 2. Dezember 1980 in Schweinfurt, Deutschland Diplom in Physik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Promotion an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Würzburg Postdoc an der Universität Basel verheiratet, zwei Kinder Florian (2 Jahre) und Felix (2 Monate) Wandert gerne und hat kürzlich seine Freude am Legospiel wiederentdeckt.

Björn Usadel Dr. rer. nat. Björn Usadel ist seit September 2011 Universitätsprofessor für das Fach Botanik der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Hier beschäftigt er sich mit dem Aufbau von pflanzlichen Zellwänden als nachwachsender Ressource und der Anwendung von bioinformatischen Methoden in der Pflanzenforschung.

geboren am 27. Juni 1975 in Herdecke

Ausbildung 1996 bis 2001 2001 bis 2004

Diplomstudium der Biochemie an der Freien Universität Berlin mit Anfertigung der Diplomarbeit an der Rockefeller Universität, NY Promotion auf dem Gebiet der Biochemie an der Universität Potsdam

Berufliches 2001 bis 2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in der Gruppe für Pflanzliche Zellwände 2004 bis 2007 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in der Abteilung metabolische Netzwerke 2008 bis 2011 Leiter der Gruppe Integrative Kohlenstoffbiologie am Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie

Persönliches Freizeit

Sprachen, Wandern, Kochen

„Gott würfelt nicht.“ (Albert Einstein) „By all means let‘s be open-minded, but not so open-minded that our brains drop out.“

Michael Westdickenberg Dr. rer. nat. Michael Westdickenberg ist seit Oktober 2011 Universitätsprofessor für das Fach Mathematik (Analysis) der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der RWTH. Er arbeitet auf dem Gebiet der partiellen Differentialgleichungen, speziell an Systemen hyperbolischer Erhaltungsgleichungen, und der Theorie des optimalen Transports.

(Richard Dawkins)

geboren am 10. April 1972 in Remagen Ausbildung 1992 bis 1997 1997 bis 2000

Diplomstudium der Mathematik an der Universität Bonn Promotion in Mathematik an der Universität Bonn

Berufliches 1997 bis 1999 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mathematische Methoden der Physik der Universität Bon 1999 bis 2001 Unternehmensberatung Köln/München 2001 bis 2006 Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Mathematische Methoden der Physik der Universität Bonn 2003 bis 2004 Research fellow an der Ecole Normale Superieure Paris 2006 bis 2011 Universitätsprofessor für Mathematik am Georgia Institute of Technology in Atlanta Persönliches Familie

verheiratet mit Maria G. Westdickenberg, ein Sohn Oliver (3 Jahre)


Hochpräzise Messtechnik für Funksysteme

Die Diplomingenieure Jörg Pamp und Thomas Dallmann (von links) in der Antennen- und RCS-Messanlage im Institut für Hochfrequenztechnik. Foto: Peter Winandy

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Im Institut für Hochfrequenztechnik wurde kürzlich eine neue kompakte Antennen- und RCS-Messanlage in Betrieb genommen. Eine vergleichbare Ausstattung gibt es an keiner anderen deutschen Universität. Die Finanzierung teilten sich der Bund, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, das Land NRW und die RWTH, investiert wurde rund eine Millionen Euro. Forschungsschwerpunkte in dem Institut unter der Leitung von Professor Dr.-Ing. Dirk Heberling sind Mehrantennensysteme, Wellenausbreitung, Kanalmodellierung und Mikrowellenantennen. Es ist außerdem eng vernetzt im Exzellenzcluster „Ultra High-Speed Mobile Information and Communication“, kurz UMIC. Antennen sind ein Schlüsselelement für jedes Funksystem, unabhängig davon, ob es um die mobile Kommunikation, die Sensoren eines Radar-Systems oder den Fernsehempfang geht. Je nach Verwendungszweck müssen bestimmte Antenneneigenschaften erfüllt werden. Zwar erlauben heute komplexe Simulationswerkzeuge die Ermittlung der theoretischen Eigenschaften, essenziell bleibt jedoch die messtechnische Überprüfung der Simulationsergebnisse. Reflektor ersetzt Messabstände Von besonderem Interesse sind die räumlichen Empfangsbeziehungsweise Abstrahlungseigenschaften. Diese Richtdiagramme können sehr unterschiedlich aussehen: In Mobiltelefonen eingesetzte Antennen strahlen möglichst

in alle Richtungen gleich ab, während Satellitenspiegel hauptsächlich nur aus einer Richtung empfangen. Dazu ist eine geeignete Messtechnik erforderlich, die mit der neuen Anlage realisiert wurde. Sie besteht aus einem mit absorbierenden Materialien ausgekleideten und damit von störenden Reflexionen freien Messraum, einer Einrichtung zum Drehen der zu vermessenden Antenne und einer Sendeantenne. Der mit Blech verkleidete Messraum verhindert, dass Funkwellen aus der Umgebung die Messungen stören und bietet zusätzlich die Vorteile eines Laboratoriumsbetriebes unter kontrollierten Bedingungen. Damit die Messungen möglichst realitätsnah sind, müsste der Abstand zwischen den Antennen sehr groß sein. Zur künstlichen Vergrößerung des Messabstandes wird ein besonders geformter Reflektor wie ein Spiegel eingesetzt. Die Qualität der Messungen wird unter anderem durch die Gestaltung der Reflektorkanten bestimmt, dadurch entsteht seine charakteristische gezackte Form. Darüber hinaus erlaubt die Anlage zwei weitere Messverfahren: die Nahfeldmesstechnik und die Bestimmung des Radarrückstreuquerschnitts von Objekten, kurz RCS für Radar Cross-Section. Spezialisiertes Ingenieurwissen für Industriebedarf Die Nahfeldmesstechnik verzichtet auf den normalerweise erforderlichen großen Abstand zwischen den Antennen im

Messraum. Um Messfehler dennoch gering zu halten, werden Rechenverfahren eingesetzt, welche die Messergebnisse so bearbeiten, als wären sie in großem Abstand aufgenommen worden. Allerdings geschieht dies auf Kosten eines erhöhten Mess- und Zeitaufwandes. Radargeräte beruhen auf der grundlegenden Idee, Abstände mittels einer Laufzeitmessung von Reflexionen eines Funksignals an einem Objekt zu bestimmen. Eine solche Abstandsmessung gelingt nur dann zuverlässig, wenn die Funkwelle an diesem Objekt ausreichend reflektiert wird. Flugzeuge, Schiffe, Fahrzeuge oder Gebäude müssen daher hinsichtlich ihrer Reflexionseigenschaften vermessen werden. Dies leistet die RCS-Messtechnikkomponente der Anlage in der RWTH-Hochfrequenztechnik. Grundsätzlich haben sich derartige Messanlagen bereits im industriellen wie im Forschungsbereich als schnelle und hochpräzise Methode etabliert. Allerdings fehlte eine derartige Möglichkeit, wie sie jetzt an der RWTH geschaffen wurde, bisher an deutschen Universitäten. Der Bedarf deutscher Industrien an der Ausbildung von Ingenieurinnen und Ingenieuren an solchen hoch spezialisierten Messanlagen ist neben der Forschung auf dem Gebiet der Antennenmesstechnik ein wichtiger Schwerpunkt der Nutzung dieser Anlage. Angelika Hamacher

SCHLAGLICHTER Wohnraum für Studierende dringend gesucht!

Bundeskongress der Medizinstudierenden

Neu im Jungen Kolleg

„Deutscher Diversity Preis“ für RWTH

Der Ansturm an Einschreibungen bei RWTH und FH Aachen zum Wintersemester 2011/2012 hat die Kapazitäten des studentischen Wohnraums an seine Grenzen gebracht. Die Stadt Aachen, die FH und die RWTH rufen daher in einer konzertierten Aktion die Bürgerinnen und Bürger von Stadt wie Region auf, weiteren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Im Rahmen der Informationskampagne EXTRARAUM wurden mit einer Plakataktion von Studierenden drastische Bildmotive in Szene gesetzt, um die Situation augenfällig zu verdeutlichen. Auf der Internetseite www.extraraum-aachen.de werden alle Informationen für Wohnraumanbieter und -suchende – inklusive einer Wohnbörse – bereitgehalten, organisiert von den Studierenden der beiden Hochschulen. Die RWTH hat schon im Sommer 2010 ein G8-Projektteam gegründet, das die zahlreichen Vorbereitungsmaßnahmen zur Schaffung von zusätzlichen Studienplätzen steuert. Auch hier wurde eine Webseite eingerichtet: www.rwth-aachen.de/abi2013

„Medizin – eine Herzenssache“ war das Motto beim Bundeskongress der Medizinstudierenden in Deutschland e.V., der Anfang Dezember in Aachen stattfand. Den 500 Teilnehmern wurden Vorträge und rund 50 Workshops angeboten, in denen sie sich mit der Gestaltung des Medizinstudiums und der medizinischen Versorgung in Deutschland auseinandersetzten. Bei der öffentlichen Podiumsdiskussion mit dem Titel „Hippokratischer Meineid? – Priorisierung und Rationierung medizinischer Leistungen im deutschen Gesundheitssystem“ diskutierten Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Otmar Kloiber, Generalsekretär des Weltärztebundes, Dr. Stefan Lange, stellvertretender Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Prof. Dr. Dr. Dr. Dominik Groß, Direktor des RWTH-Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin sowie Dr. Bernd Hontschik, Chirurg und Buchautor aus Frankfurt am Main.

Zwei Wissenschaftler der RWTH werden in das Junge Kolleg der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste aufgenommen: Roger A. Sauer und Christoph Stampfer überzeugten mit ihren Leistungen die Auswahljury. Sauer studierte Bauingenieurwesen in Karlsruhe und promovierte an der University of California at Berkeley, USA. Seit Januar 2010 ist der 35jährige Forschungsgruppenleiter bei AICES, dem Aachen Institute for Advanced Study in Computational Engineering Science. Dort arbeitet er auf dem Gebiet der Kontaktmechanik und entwickelt dazu effiziente Simulationsmethoden. Dr. Christoph Stampfer studierte Elektrotechnik und Physik an der Technischen Universität Wien und promovierte an der ETH Zürich. Seit 2009 ist er Juniorprofessor für Experimentelle Nanoelektronik. Die Forschungsschwerpunkte des 34jährigen liegen auf den Gebieten der Mikrosystemtechnik, der Nanotechnologie und bei den Grundlagen der Kohlenstoffbasierten Nanoelektronik.

Im November erhielt die Aachener Hochschule den erstmals ausgelobten „Deutschen Diversity Preis“ in der Kategorie „Vielfältigster Arbeitgeber Deutschlands“ für die Unterkategorie „Öffentliche und soziale Institutionen“. Der von Rita Süssmuth überreichte Preis wurde von Professorin Doris Klee, Prorektorin für Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs, entgegengenommen. Der von Henkel, McKinsey und dem Magazin „WirtschaftsWoche“ ins Leben gerufene und von der „Charta der Vielfalt“ unterstützte Preis zeichnet Arbeitgeber, Einzelpersonen und innovative Projekte aus, die Diversity und Diversity Management erfolgreich umsetzen und sich für eine Arbeitskultur der Vielfalt in Deutschland einsetzen. Als Diversity Persönlichkeit des Jahres 2011 wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel ausgezeichnet. ky

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RWTHinsight 4/2011