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Erika Kamele Mir Kl ar a K ayser K atja tĂśnnissen Anna Weber

Malerei & ker amik

10. September – 29. November 2013


IMPRESSUM Herausgeber: Sophia von Rundstedt Künstlerische Betreuung: Isabelle von Rundstedt Fotografie: Klara Kayser, Katja Tönnissen, Anna Weber Layout: SteuerungB.de Umsetzung: Isabelle von Rundstedt Druck: DDH GmbH, Hilden 1. Auflage September 2013


Erika Kamele Mir K l a r a K ay ser K at j a tรถ nnis sen & a nn a weber


LIEBE KUNSTFREUNDE, es ist immer wieder spannend und aufregend eine neue Ausstellung zu organisieren. Welcher Künstler würde uns interessieren und hätte Lust dazu, bei uns auszustellen? Was haben wir schon gezeigt, was fehlt noch? Nach fünf Einzelausstellungen und zwei Kunstförderpreisen haben wir uns diesmal für eine Gruppenausstellung drei junger Künstlerinnen der Kunsakademie Düsseldorf entschieden. Zusammen haben sie sich den ungewöhnlichen Ausstellungstitel ausgedacht. Es ist ein Wortspiel, das sich aus den beiden Hauptschaffensmaterien der Künstlerinnen zusammensetzt. Haben Sie es schon erraten? „Erika Kamele Mir“ beinhaltet Keramik & Malerei. Die drei Künstlerinnen sind in beiden Feldern zu Hause – in der klassischen Malerei und der Dreidimensionalität der plastischen Künste. So wie sie mir ihr Schaffen erklärt haben, suchen sie in der einen, was die andere nicht bietet. Wenn ich mit dem Auto nicht mehr weiter komme, nehme ich halt ein Schiff. Bei Anna Weber ist das rein visuell zu verstehen. Anna Weber hat ein großes

Thema - die Malerei von Buden. Buden, das sind die Höhlen aus ihrer Kindheit, Räume aus Erinnerungen, Überdachungen wie sie von der Künstlerin irgendwo gesehen wurden. Jede Bude ist anders und eröffnet durch den stark architektonischen Aufbau so viele Ebenen und Räume, dass ihre Bilder sich bald wie Konstruktionen ausmachen, in die man hineinlaufen möchte, sich drin verstecken oder zumindest hineinkuscheln will. Man mag gar nicht glauben, dass man es mit Bildern zu tun hat. Anna Weber fasst das so zusammend: „Als Kind baut man sich Höhlen und später richtet man sich dann seine eigene Wohnung ein“. Als Tochter einer erfolgreichen Künstlerin kennt Anna Weber das Leben in und mit der Kunst schon von Kindesbeinen an. Direkt nach dem Abitur findet sie als Schülerin von Tal R und Prof. Schulze den Weg in die Akademie . Sie hat angefangen mit Selbstportraits und Landschaften, hat dann witzige Ideen erfolgreich illustriert und vor 1 ½ Jahren das Thema Buden für sich entdeckt. Darin findet sie sich selbst wieder, sowohl inhaltlich, als auch technisch. Die


Buden erlauben es ihr sowohl gegenständlich, ein bisschen surrealistisch und zugleich auch abstrakt zu malen. So legt sie gerne mehrere Skizzen in einem Bild übereinander, kollagiert Zeichnungen, die so nicht zusammen passen, um das Strenge eines formalen Bildes zu brechen. Anna Weber möchte auf jeden Fall ihre kindliche und verspielte Sichtweise behalten, der Stoff aus dem ihre Ideen gespeist sind. Gearbeitet wird auf Leinwand, aber mit Acryl und Sprühlack, Bleistift oder Aquarell. Durch viele sich überlagernden Schichten erziehlt sie ihre spannenden Räume, wo man nie so genau weiss, ob die Treppe nun nach oben oder unten führt. Einige Motive kehren immer wieder – die Leiter, das Baumhaus, aber auch dass sie ihre Bilder einkreist, wie zum Schutz oder als Revier Absteckung. Jeder braucht seinen ganz eigenen Raum. So ist jede Bude in sich auch eine runde Sache. Für die Zukunft wird sie sicher noch eine Weile bei den Buden bleiben. Aber sie möchte auch anfangen mit Titeln zu arbeiten, die den Betrachter lenken sollen, ihm eine Tür ins Bild öffnen, zur nächste Ebene also. Klara Kayser hat viele Fähigkeiten. In London hat sie Grafik und Buchdruck studiert, Holzdruck in Japan gelernt, wurde in Braunschweig zur diplomierten Kommunikationsdesignerin mit

den Schwerpunkten Film, Illustration und Fotos und fand so zur Radierung. An dieser Disziplin gefiehl ihr vor allem die feine Arbeitsweise: Kratzen, Ätzen, Weglassen. Ihr Hauptarbeitszyklus aus der Zeit trägt den Titel „statisches Rauschen“. Klara Kayser ist feinfühlig, genau und poetisch. Seit sie an der Akademie ist, übersetzt sie ihre Talente in Ton, Wachs, Bronze, Bügelperlen und Gedichte. Sie arbeitet an 100 Dingen gleichzeitig, freut sich über jedes neu entdeckte Material, liebt an Ton, dass man ihn schnell in Form bringen kann. Oder wie sie sagt „skizzieren“ kann. Aber bis die Arbeit dann mal getrocknet, glasiert und gebrannt ist, dauert es eine halbe Ewigkeit und vorher weiss man nie, ob sie was geworden ist. Ihr Professor Andreas Gursky lässt ihr den Raum, hin und her zu fliegen, alles auszuprobieren und sich nicht fest zu legen, denn ihr Thema ist : „das Leben, das EIGENE Leben!“ Heraus kommt dabei ein spannendes Spektrum von Objekten, die alle auf ihre Art ein Stückchen der Seele der Künstlerin in sich tragen. Wo die Reise hingeht? Klara Kayser lässt sich noch nicht festlegen – sie kann Grafikdesigen, Radierung sehr gut. Jetzt lernt sie die Kunst der Bildhauer, schafft aus Ton Elfenbeinhörner und aus Bügelperlen Wolken, die leuchten, wenn das Licht aus geht....


Katja Tönnissen umarmt das Leben und sprudelt nur so über von Energie und Neugierde. Nach ihrem Studium von Sport und vorallem Kunst unter Bettina van Haaren in Dortmund, hat ihr besonders die Teilnahme an einem Atelier Salon zur Ruhrtriennale 2010 „raus aus dem Haus, Klamotten aus“ Mut gemacht, bei der Kunst zu bleiben. Ihr Thema? Menschen und deren Reduktion auf die Essenz bei gleichzeitiger Verstärkung der Charakteristika. Vor allem wenn ein Mann einen Schnauzbart trägt, ist sie dabei. Gleichzeitig gefällt ihr der Blick hinter die Gardinen, sucht die Dinge zu erahnen, die wir nicht sehen können und sucht in allem das Humorvolle, darf auch ein wenig sarkastisch sein. Hier in Düsseldorf war sie zuerst Schülerin bei Tal R und fühlt sich jetzt richtig aufgehoben bei Professor Schulze. Die Akademie ist für sie ein Fundus an Techniken, die man alle auf höchstem Niveau ausprobieren kann. Für Katja Tönnissen ist es tatsächlich so, dass die Malerei ihr zu viele Grenzen aufgezwungen hat, so suchte sie nach einer Alternative. Siebdruck war ihr zu limitierend oder auch überschwemmt von anderen Studierenden. Sie sucht das Haptische, Glänzende, Plastische – ihre Bilder erscheinen schon dreidimensionale Objekte zu sein. Diese werden dann in Ton nachgeformt und als Bilder wieder an die Wand gehangen. Der Effekt ist verblüffend. So gelingt es ihr

zum Beispiel ihre Fensterbilder ganz konsequent auf ihre Essenz zu reduzieren. Katja Tönnissen hat vor allem in der Keramik ihr Medium des Ausdrucks gefunden, das nichts mit Töpfern zu tun hat. „Keramik ist spontan, taktil, überraschend solide und doch unendlich zerbrechlich. Solange der Ton noch feucht ist, macht er alles mit, sobald er aber über Wochen im Ofen verschwindet, kann man nur noch abwarten und hoffen, dass das geschaffene Objekt in der Glut nicht zerbrochen ist“, so beschreibt die Künstlerin das Arbeiten mit Ton. Und sie liebt es mit Titeln und ein wenig Kitsch zu spielen, so sind ihre Keramik-Raketen eine Liebeserklärung „you are my rocket“ und ihre Kugelfische in Bronze gegossene Ur-Typen der Badewannen-Plantsch-Zeit. Wo die Reise hingeht? Sie träumt von einem Artist in Residence Stipendium in China – sie war schon ein paar mal drüben, hatte auch schon eine Ausstellung dort und ist total begeistert. Sie beschreibt die Chinesen als fröhlich und offen, als die Spanier Asiens. Und mit ihnen würde sie gerne mehr Zeit verbringen. Wir sind gespannt! Ihre Isabelle von Rundstedt


LEBENSLAUF

geboren 1986 in Hannover lebt und arbeitet in Düsseldorf AUSBILDUNG Seit 2011 Klasse Prof. Andreas Gursky Seit 2010 Kunstakademie Düsseldorf 2006 - 2009 BA in Kommunikationsdesign. HBKBraunschweig 2005 - 2006 BA in Book Arts and Crafts. College of Communication, London 2004 - 2005 Foundation Course in Art and Design. Camberwell College of Art, London

AUSSTELLUNGEN 2011 6th KIWA exhibition. Kyoto, Japan 2011 Long Leash. Temporarity Berlin Neukölln 2010 Kyoto Woodprint Association. Kyoto, Japan.


Kl ar a K ayser


„earth attacks“ 2013 Wachs Installationsaufnahme


„POP IN“ 2013 Keramik glasiert 19 x 5 cm


„now I love him“ 2012 Radierung 40 x 30 cm


„Urinpimmel“ 2012 Keramik glasiert ca. 35 cm


„Hubert & Skypieces“ 2012/13 Ausstellungsansicht Plastik, Stahl & glow in the dark Plastik


„softcore“ 2013 Zeichnung, Fotokopie & Plexiglas Auflage 4-6 Stück


LEBENSLAUF

geboren 1982 in Kleve lebt und arbeitet in Düsseldorf Ausbildung 2009 - heute Kunstakademie Düsseldorf Klasse Prof. A. Schulze) 2004 – 2009 Kunstgeschichtsstudium TU Dortmund 2002 - 03 Orientierungsjahr an der Universität für moderne Kunst, Arnheim, Holland Ausstellungen 2012 „golden pillow“, Gallery of Art Academy of MinZu University, Beijing (s) „Geranien“, PlastikBar Turm Lehmbruck Museum, class Schulze, Duisburg (g) „Blamier mich nicht, mein schönes Kind“, Freies Museum Berlin, Berlin (g) „Love, Life and Whatever “, Gil Bronner Sammlung, Düsseldorf (g)

2011 „Fremdgang International“, odg salon, Düsseldorf (g) „golden mustache – er hat ihn getrimmt“, Golden Pudel, Hamburg (s) 2010 „Sauna - Festival für extensive Kunst“, Brut im Konzerthaus, Wien (g) „Art in the Office“, A.T. Kearney, Düsseldorf (g) „Border - Lines“, Artoll Kunstlabor e.V., Bedburg-Hau (g) „Ferndiagnose“, Fritz-Schramma-Halle, Köln (g) „All you can eat“, gallery Anna Klinkhammer, Düsseldorf (g) „Happy Dortmund - Elf jonge kunstenaars uit het Ruhrgebied“, gallery Josart, Amsterdam (g) 2009 „KunstParkt“, Berlin, (s) „Schwule Päpstin“, faculty of art and sport science TU Dortmund, Dortmund (s)


K atja tรถnnissen


„Mexikanische Einfachheit 3“ 2013 Acryl & Öl auf Leinwand 100 x 100 cm


„Yogurth under Palmtrees“ 2011 Acryl & Öl auf Leinwand 200 x 180 cm


„Window“ 2012 Keramik 70 x 100 x 5 cm


„Frisuren“ 2012 Keramik 50 x 200 x 10 cm


„You are my rocket“ 2012 Keramik 100 x 60 cm


„Three Puffers“ 2012 Wachs 15 x 20 x 10 cm


LEBENSLAUF

geboren 1986 in Düsseldorf lebt und arbeitet in Düsseldorf Ausbildung 2009 - heute Kunstakademie Düsseldorf Klasse Prof. A. Schulze) 2008 Gaststudentin bei Prof. Tal R, Kunstakademie Düsseldorf 2007 Studentin bei Prof. Daniele Buetti, Kunstakademie Münster 2006 Studium der Freien Kunst, Kunstakademie Münster

Ausstellungen 2012 „raum für natürliche vermessungen“, Düsseldorf „Geranien“, Turm #6, Duisburg Hafentor #7, Hamburg 2011 „Oktoberbar“, Düsseldorf 2009 „rund wie eckig“, von Rundstedt Kunstförderpreis, Düsseldorf 2008 „Abriss“, LWL Landesmuseum, Münster „Münster ist Berlin“, Triptychon, Münster „Auswahl-Ausstellung“, Cusanuswerk, Morat-Institut, Freiburg 2007 „second to win first to loose“, Klasse Buetti, Wewerka Pavillion, Münstser


Ann a WEBER


„ohne Titel“ 2013 Acryl auf Leinwand 45 x 45 cm


„tischlein deck dich“ 2013 Acryl & Lack auf Leinwand 200 x 160 cm


„ohne Titel“ 2013 Acryl, Aquarell und Ölkreide auf Leinwand 45 x 60 cm


„ohne Titel“ 2013 Acryl und Lack auf Leinwand 90 x 110 cm


„sofaplatz“ 2013 Acryl, Lack & Ölkreide auf Leinwand 90 x 110 cm


„villa kunterbunt“ 2013 Acryl & Lack auf Leinwand 200 x 170 cm


w w w. r un ds t e d t . d e


vR Kunstkatalog "Erika Kamele Mir"