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3/2009 · € 9,-

PASSION

www.passion-magazin.de

3/2009

DAS KUNDENMAGAZIN VON BLASER, MAUSER, SAUER, ZEISS UND RWS

Blaser-Praxis

Der S�uss im Gebirge

S 202 TAKE DOWN

PASSION

DAS KUNDENMAGAZIN VON BLASER, MAUSER, SAUER, ZEISS UND RWS

Einmal um die ganze Welt

ASV von ZEISS Treffsi�er bei weiten S�üssen

www.passion-magazin.de


Abgabe von Waffen nur an Inhaber einer Erwerbserlaubnis.

Kodiak.de 2009

Eine Klasse f端r sich

12004_SAU_ANZ_S202_Classic_NEU_21 1

www.sauer.de

29.06.2009 12:16:42 Uhr


EDITORIAL

Standort-Bestimmung

S

ie werden si� viellei�t erinnern: „Passion verbindet“ lautete die Übers�rift des Editorials in der ersten Ausgabe Ihres und unseres Kundenmagazins. Während Sie nun na� genau einem Jahr die dritte Ausgabe der PASSION in Händen halten, sind wir gerade dabei, unser großes Vorhaben des Jahres 2009 abzus�ließen, bei dem ebenfalls die Passion zur Jagd und zur perfekten Jagdausrüstung ein verbindendes Element darstellt: Der Umzug der J.P. Sauer & Sohn GmbH na� Isny. Mit diesem Projekt haben wir einen wi�tigen strategis�en S�ritt in unserer Unternehmensgruppe verwirkli�t, nämli� die konsequente Trennung des Pistolen- und Behördenges�äftes von der Jagdsparte. So werden in Zukunft SIG SAUER USA in Exeter und SIG SAUER Deuts�land in E�ernförde eine s�lagkräftige Allianz im internationalen Kurzwaffen- und Si�erheitsmarkt bilden. Die J. P. Sauer & Sohn GmbH hingegen konzentriert si� völlig eigenständig „vom S�eitel bis zur Sohle“ auf die Entwi�lung, Fertigung und den Vertrieb der SAUER Jagdwaffen.

WIR PRÄSENTIEREN IN ISNY MIT BLASER, MAUSER UND SAUER DIE DREI TOP MARKEN EUROPAS MIT VÖLLIG EIGENSTÄNDIGEN PHILOSOPHIEN Von Anfang an stand fest, dass wir in diesem Zug die einmalige Chance nutzen werden, den Standort Isny zum führenden Zentrum für qualitativ ho�wertige Jagdwaffen auszubauen. So präsentieren si� dort mit Blaser, Mauser und SAUER ni�t nur die drei Top-Marken Europas, sondern au� drei ganz eigenständige Philosophien, wenn es um die Umsetzung Ihrer Anforderungen als Jäger geht. Sie können si�er sein, dass die jeweiligen Teams unter der Leitung von Bernhard Knöbel, Thorsten Mann und Matthias Klotz die Profile der Marken no� weiter s�ärfen und in innovative Produkte und Ideen umsetzen werden. I� freue mi� jedenfalls bereits jetzt darauf, die weitere Entwi�lung in Isny mit gestalten zu können. Denn für uns als Gruppe bietet der gemeinsame Standort natürli� einige weitere Mögli�keiten, no� aktiver und näher am Kunden zu sein. Die Blaser Academy ist da bereits ein hervorragendes Beispiel, aber i� bin si�er, dass no� weitere interessante Konzepte und Aktionen folgen werden.

Mit Waidmannsheil

Ihr

Mi�ael Lüke

03 PASSION

3


INHALT

SEASON 14

Für die Bergjagd gelten eigene Gesetze: Wie bereite ich mich am besten vor, damit ich fit auf den Gipfel rauf- und wieder herunterkomme? Was muss ich bei dem Schuss bergauf beziehungsweise bergab beachten? Und wieso ist die ASV von ZEISS ein „Muss“ – die Antworten finden Sie in unserem Titelthema, in dem wir Ihnen auch berichten, wie sich der neue Mauser M 03 Stutzen Light in der Praxis bewährt hat

MUNITION

Blaser F3

DRESS

Blaser active outfits

Silver Selection von RWS

Impressionen...................................6

Casual Kollektion:

Silberstreif am Horizont...............40

S�i� & praktis�........................38

Blaser Magnum

Blaser Argali Gummistiefel:

Die fantastis�en Vier...................56

Bergjagd

Starker Auftritt..............................50

Ho� hinaus...................................14

RAM-Kollektion:

Schwarze Waidmannsheil von RWS

Blaser-Praxis

Robust & stark..............................78

Wie in guten alten Zeiten.............62

SHOWROOM SEASON

Bergauf. Bergab.............................18

ZEISS ASV: Mit dem ri�tigen Dreh si�er treffen .......................26

Mauser M 03 Stutzen Light: Zwei in einem...............................32

4

OPTIK 52 Das neue Compact Point von ZEISS gehört zur Drückjagd-Ausrüstung unbedingt dazu, denn oft muss man blitzschnell auf kurze Distanz reagieren

PASSION 03


Einmal um die ganze Welt – lesen Sie, warum man sich auf allen Kontinenten auf die SAUER 202 Take Down verlässt

MUNITION 40 Sie vereint viele Neuheiten, die neue Silver Selection von RWS. PASSION hat das Ergebnis dokumentiert

WAFFE

SAUER Take Down Welten-Bummler.............…..........44

SAUER 202 Lust statt Frust...............................66

Blaser/ZEISS iC – Auf den Punkt gebracht.......68

Editorial........................ 3

SAUER 202 Yukon und Polar

8x56 Dialyt:

Tarnen, täuschen und erlegen.....80

Die Lichtriesen..............................86

Inhalt............................ 4

Reise

Die Waffen der Profis...90

OPTIK ZEISS

Blaser Safaris

Compact Point:

Damwildbrunft in Deutschland:

Schneller geht‘s nicht....................52

Wozu in die Ferne schweifen......74

Auf dem Titel angekündigte Themen sind mit einer Titelbild: Joachim Hartmann

03 PASSION

gekennzeichnet.

Aktuell......................... 12 Schnappschuss.......... 94 Termine....................... 96 Impressum.................. 97 man@work.................. 98

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Fotos: Michael Eger, RWS, Jochen Frießner, Carl Zeiss Sports Optics, Magnus Nyman

WAFFE 44


SHOWROOM

F 3 IMP RE S S ION E N

im Spiegel der Kunst

F3 „Lakeshore“ Lebendige Natur Der virtuose Flug der Sto�ente und das prä�tige Gefieder des Erpels faszinieren Jäger und Künstler glei�ermaßen. So als wären sie aus der De�ung heraus beoba�tet, fing Ralf Salzmann mit einer sensiblen Federsti�gravur diese lebendigen Szenen ein .

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PASSION 03


Fotos: KODIAK, Henry M. Linder 03 PASSION

7


SHOWROOM

F3 „American Eagle“ Sinnbild der Unabhängigkeit Der Weißkopfseeadler – seine Überlegenheit und sein majestätis�er Flug sind seit jeher Inbegriff von Freiheit und Unabhängigkeit. Inspiriert von der Symbolkraft des amerikanis�en Wappentiers, s�uf das Atelier Cesare Giovanelli diese außergewöhnli�e Federsti�-Gravur.

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PASSION 03


03 PASSION

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SHOWROOM

F3 „Companions“ Erinnerungen an gemeinsame Jagderlebnisse Eindru�svolle Komposition von glänzend s�warzem Finish und den Farben edler Metalle: Der Künstler JeanPierre Bailly aus dem Atelier Herstal Engraving Art legte seine Portraits apportierender Hunde in Gold, Silber und Rotgold ein. Goldene Ornamente folgen den eleganten Linien der F3.

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PASSION 03


03 PASSION

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AKTUELL

Black Edition: Schlicht & elegant Um eine Variante rei�er sind der Blaser R93 und die K95. Beide Modelle gibt es jetzt als Bla� Edition – ausgestattet mit samt-s�warzen Systemkästen, auf dem der jeweilige ModellS�riftzug auf beiden Seiten dezent goldfarben hinterlegt ist und ausgesu�tem S�aftholz der Klasse 6. Die R93 Bla� Edition-Modelle werden mit einem 52 Zentimeter langen SemiWeight-Lauf geliefert plus ZEISS Varipoint iC, bei dem man direkt per Spanns�ieber den Leu�tpunkt aktivieren kann. Die s�lanke Blaser Kipplaufbü�se K95 weist einen goldfarbenen Vers�lussblo� auf und ist mit einem 52-ZentimeterLauf ausgestattet, den man optional – ohne Mehrkosten – au� in 60 Zentimeter bestellen kann. Zum Lieferumfang beider Bla� Edition-Modelle, die selbstverständli� au� in den neuen Blaser Magnum-Kalibern lieferbar sind, gehören der LederGewehrriemen und der ABS-Koffer von Blaser.

Fotos: Blaser, Blaser active outfits, Carl Zeiss Sports Optics, RWS, SAUER

RWS-Stand-Display Aktueller Katalog Ab sofort können Sie si� unter www.active-outfits.de kostenfrei den neuen Blaser active outfits-Katalog 2009/2010 bestellen oder online ans�auen. Hier finden Sie die aktuelle Herbst- und Winterkollektion sowie die brandneue SafariBekleidung. Lassen Sie si� inspirieren.

RWS hat bei Premium Partnern in Europa ein neues StandDisplay eingeri�tet, um den Jäger im Handel bei der Auswahl der ri�tigen Jagdpatrone zu unterstützen. Das vielfältige Bü�senpatronen-Sortiment wird übersi�tli� dargestellt mit Patronen-Attrappen und einer Bes�reibung der RWS Spezialges�osse.

Neues von ZEISS Dr. Ralph Nebe, der seit 1. Februar 2008 den Vertrieb der Carl Zeiss Sports Optics verantwortet, leitet nun zusätzli� den Berei� Marketing. Seit seinem 16. Lebensjahr ist der inzwis�en 40-Jährige passionierter Jäger und Naturfreund. Seine erste eigene Jagdwaffe war eine Blaser Bo�bü�sflinte und das erste Fernglas ein ZEISS 8x56 Dialyt.

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PASSION 03


Jüngstes Mitglied in der Victory RF-Familie
 In den neuen Victory 8x56 T*RF und 10x56 T*RF-Ferngläsern verschmelzen Hochleistungs-Fernglas und modernste LaserRangefinding-Technologie mit Information zur Außenballistik zu einem opto-elektronischen Fernglas der Extra-Klasse. Die Victory 56 RF-Ferngläser bieten unübertroffen helle, gestochen scharfe Bilder, und der integrierte präzise Laser-Entfernungsmesser zeigt extrem schnell die Distanz zum Ziel an. Das Ballistik-Informations-System (BISTM) ergänzt die Entfernungsangabe im Display mit der für den Schützen entschei-

denden Information: den jeweiligen Korrekturwert für die Treffpunktlage in Zentimetern, für sicheres Treffen auch auf größere Entfernungen. Die leistungsstarken 56er RF-Modelle sind durch ihre fünflinsigen, aufwendig gefertigten Hochleistungs-Objektive mit fluoridhaltigen Glasarten besonders für Beobachtungen bis ins letzte Büchsenlicht geeignet. Weitere Informationen erhalten Sie unter www. zeiss.de/sportsoptics und bei Ihrem Büchsenmacher.

Olympiasieger führt SAUER ner zuverlässigen, präzisen Jagdwaffe und einer hochwertigen Der italienische SAUER-Importeur Bignami feiert im Jahr 2009 Optik einzuholen.“ Das war Grund genug, um sich der Sache das 70-jährige Firmenjubiläum. Zu diesem Anlass konnte in anzunehmen. Sowohl SAUER als auch Carl Zeiss Sports Optics Zusammenarbeit mit der J. P. Sauer & Sohn GmbH und Carl haben ohne zögern ihre UnterZeiss Sports Optics eine wertstützung zugesagt, zumal der volle Sponsoring-Möglichkeit Spitzensportler weltweit ein mit einer herausragenden Begriff ist und bereits wieder Persönlichkeit der Sportwelt für Olympia 2010 trainiert. abgeschlossen werden: Der Anlässlich der zwölften Haussympathische Athlet Armin messe wurden bei Bignami Zöggeler – Welcupsieger 2009 die ausgewählten Produkte im Kunstbahnrodeln, zweiüberreicht: eine SAUER 202 facher Olympiasieger und Highland im Kaliber .270 Winachtfacher Weltmeister – ist chester mit Sonderholz und seit Herbst 2008 Jäger und hat den passenden ZEISS Ziel- und besonderen Wert auf die beste Beobachtungsoptiken. Ausrüstung gelegt. Die beteiligten Firmen freuen „Als wir Armin kennensich auf die Zusammenarbeit lernten“, erzählt Bignamimit Armin Zöggeler und wünMiteigentümer Luciano Berti, Bignami-Einkaufsmanager Andy De Santis überreicht die schen für die jagdliche Zukunft „war er zu uns gekommen, neue SAUER 202 Highland mit Schützenscheibe an den viel Waidmannsheil. um Beratung für den Kauf eiSpitzensportler Armin Zöggeler 3/2009 · `9,-

03 PASSION

ZEISS UND RWS

3/2009 · `9,-

Gebirge

N S 202 TAKE DOWWelt Einmal um die

ganze

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La précision à longue portée

Blaser-Опыт Выстрел в горах

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S 202 TAKE DOWN

freien Abos mit jeweils zwei Ausgaben pro Jahr. Wer PASSION lesen möchte, obwohl er nicht zu unserem Kundenstamm gehört, kann über unsere Internet-Seite ein kostenpflichtiges Abo bestellen (Jahresabo, zwei Hefte Inland inklusive Versand und MwSt.: 15 Euro, 25 CHF). Wir bitten jedoch um Verständnis, dass derzeit ein kostenpflichtiges Abo nur für die deutschsprachige Version abgeschlossen werden kann. Red. GAZIN VON BLASER, DAS KUNDENMA

MAUSER, SAUER, ZEISS

Le tir en montagne

La carabine des globe-trotters

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La méthode Blaser

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Der S�uss im

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Blaser-Praxis

PASSION

Unsere Kundenmagazin PASSION 3 ist nicht nur in deutscher, sondern erstmals auch in russischer und französischer Sprache erhältlich. Wenn Sie beispielsweise in der französischen Schweiz wohnen und daher zukünftig die französische Edition bevorzugen, bitten wir Sie, unter Angabe Ihres Abo-Codes, diesen Wunsch per E-Mail unter passion@ klambt.de zu äußern. Falls Sie noch nicht registriert sind, obwohl Sie Kunde von Blaser, Mauser, SAUER, ZEISS oder RWS sind, sollten Sie sich direkt über einen der Hersteller in den PASSION-Pool aufnehmen zu lassen. Dann kommen Sie in den Genuss des kosten-

MAUSER, SAUER,

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PASSION International

PASSIONPASSION PASSION AGAZIN VON BLASER, DAS KUNDENM

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SEASON

Hoch hinaus Die Jagd in den Bergen hat es in sich, doch: Vorbereitung ist alles! PASSION verrät, was beim Schießen im alpinen Gelände zu beachten ist, wie Sie die Absehen-Schnell-Verstellung von ZEISS anwenden und warum der neue Mauser M 03 Stutzen Light bei der Pirsch punktet. Aber bevor es losgeht, hier die „Sieben goldenen Regeln“ für Gipfelstürmer.

1 Gezielte Vorbereitung Der Aufstieg beginnt bereits am frühen Morgen, denn der Jäger sollte am Wild sein, bevor die Sonne die Hänge aufheizt. Dazu bedarf es einer soliden Fitness. Wer 500 Höhenmeter in einer Stunde bewältigt, bringt sie mit. Erworben wird sie dur� wenigstens zweimonatige Vorbereitung mit Joggen, Rad fahren, Kniebeugen und: Treppensteigen. Fürs erste rei�en 100 Stufen rauf und runter. Dann die Einheiten steigern, bis man zügig 2 000 Stufen am Stü� zunä�st ohne, dann mit Ru�sa� lei�t s�afft. Auf dieser Basis lässt si� aufbauen.

2 Keine Hektik Gams! „Ri�t di“, presst der Pirs�führer hinter dem Spektiv liegend heraus, „die Linke passt.“ Sofern die Gams no� ni�t alarmiert sind, bleibt dem S�ützen genügend Zeit, liegend die Waffe so zu betten, dass er si�er trifft. Ein Sandsä��en unter den Vorders�aft, ein zweites hinter den Pistolengriff. Wo man dann am Gams anhalten muss, hängt davon ab, ob Sie bergauf oder bergrunter s�ießen – die Einzelheiten dazu in unserem Praxis-Beri�t ab Seite 18.

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PASSION 03


03 PASSION

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Foto: Michael Eger


SEASON

3 In den Rucksack nur das Nötigste Ein 30-Liter-Ru�sa� mit Tragegestell s�leppt si� lei�ter als einer ohne. Darin sollte in einem wasserdi�ten Beutel verstaut sein: Funktionswäs�e, Reserveso�en, Fleeceja�e mit Windstopper und eine Regenhaut – falls das Wetter ums�lägt. Außerdem Entfernungsmesser, Kamera, Handy, Stirnlampe plus zwei Liter eines isotonhaltigen Getränks, das – auf mehrere Flas�en verteilt – griffbereit in den Seitentas�en ruht, denn im Kalk-Gebirge sprudelt längst ni�t überall Wasser. Die umgehängte Bü�se kann stören, mittig und senkre�t auf den Ru�sa� ges�nallt, lässt sie si� passabel tragen. 4 Auf richtige Ausrüstung achten Ein Mündungss�oner gehört ebenso zur Bergjagd wie ein lei�tes Fernglas mit sieben- bis zehnfa�er Vergrößerung und ein Bergsto�. Gute Bergstiefel sind die Lebensversi�erung – wasserdi�t, Seitenhalt sowie ein stabiler Bodenaufbau mit einer groben Profil-Sohle sind dabei wi�tiger als S�afthöhe und Gewi�t. Ist das Absatz-Profil abgelaufen, fehlt bergrunter der Grip, und auf s�mierigem Steig geht die Post s�neller ab, als einem lieb ist. An Regentagen und im S�nee bewähren si� lei�te Bergsteiger-Gamas�en – die halten die Waden und den Stiefels�aft tro�en.

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PASSION 03


5 Genügend Patronen mitnehmen Insider bezei�nen den Gams gern als „Patronenbettler“, weil Fehls�üsse aus den vers�iedensten Gründen an der Tagesordnung sind. Eine S�a�tel Patronen mitzuführen gilt daher ni�t als ehrenrührig und findet bei allen Pirs�führern Zustimmung.

6 Belastungen vorbeugen Bewährt hat es si�, vor dem Abmars� Obers�enkel, Knie und Waden mit Sportgel einzumassieren und reibungsempfindli�e Partien mit Wundsalbe einzucremen. Der Kaugummi im Mund beugt während des Aufstiegs dem Austro�nen und dem Durstgefühl vor. Falls die Kräfte na�lassen, gibt‘s einen Energiestoß in Form von Traubenzu�er. Zwis�endur� dosiert zugeführtes Magnesium hilft gegen Übersäuerung der Muskeln und unterbindet den Muskelkater. Bänderreizungen im Knie, hervorgerufen dur� lange Abstiege, lassen si� s�wer verhindern, dur� wiederholtes Eincremen mit Sportgel jedo� lindern. 7 Keinen falschen Stolz an den Tag legen

03 PASSION

Foto: Magnus Nyman

Das Angebot des Pirs�führers, Waffe oder Ru�sa� zu tragen, ist hilfrei� und darf ni�t aus Gründen fals�en Stolzes abges�lagen werden. Ist der Körper erst einmal ausgepowert, bringen mögli�e Erlei�terungen ni�t mehr den vollen Effekt. Das Anspre�en und die Freigabe übernimmt der Pirs�führer wie au� „Versorgen und Liefern“. Falls letzteres der Gast als seine Pfli�t ansieht, muss er wissen, worauf er si� einlässt, wenn er mit s�werer Last absteigt. Red.

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season

Bergauf. Bergab. Der Wiesach-Versuch  „Wohin soll ich zielen?“, ist wohl die meist gestellte Frage des am Berg jagenden Flachländers. Ob der Spruch „Bergauf, bergrunter – halt immer drunter“ bei modernen Jagdbüchsen noch von Bedeutung ist, hat PASSION herausgefunden – im Wiesach-Revier in den Allgäuer Alpen. Text: Werner Reb, Fotos: Joachim Hartmann

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35째

35째

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SEASON

L

ange waren die aus dem Wendelstein-Versu� von Walter Lampel basierenden Tabellen aus den 1930ern die einzigen Hilfen in Bezug auf den jagdli�en Winkels�uss. Heutzutage liefern Ballistikprogramme wie Qui�TARGET detaillierte S�usstafeln und außenballistis�e Tabellen. Praktiker stehen sol�en Werten mit gesunder Skepsis gegenüber. Daher ist es ganz natürli�, dass Blaser – gern als „Dienstleister“ für alle Bergjäger tätig – einen S�ießversu� im Allgäuer Bergrevier Wiesa� organisierte.

entspri�t, wird zusammen mit der Sitzflä�e fest im Boden verankert. Mit Hilfe des im ZEISS Victory RF integrierten Laser-Entfernungsmessers positioniert Manfred die S�eiben genau senkre�t auf Entfernungen von 100, 200 und 300 Meter. Aufgrund des tiefen AlmwiesenUntergrundes muss ni�t mit Quers�lägern gere�net werden. Eine Reihe von Helfern mit Funkgeräten si�ert das Gelände weiträumig ab – keine Gefahr für vom Weg abgekommene Wanderer.

Manfred, der zuvor beide Bü�sen in der Lüneburger Heide exakt einges�ossen hatte und dort seine S�ießkünste mehrfa� unter Beweis stellte, wurde für unseren Wiesa�-Test als Versu�ss�ütze auserkoren. Zunächst überprüfen wir, ob beide Waffen auf horizontaler S�ießbahn in Höhenlage exakt die Treffpunktlage auf 100 Meter aufweisen, die drei Wo�en zuvor in der Lüneburger Heide eingestellt wurde. Jeweils fünf S�üsse ergeben die Gewissheit: genau 4,2 Zentimeter Ho�s�uss bei der 7 mm Blaser Magnum und 4,5 Zentimeter bei der .308 Win�ester – praktis� keinerlei Veränderung.

Der Mittelpunkt der Schussgruppe ist der Bezugspunkt für die Angabe der Treffpunktlage

Unsere Hauptakteure: Der Berufsjäger Manfred samt Kipplaufbü�se K95 in .308 Win. und Repetierbü�se R93 in 7 mm Blaser Magnum. Die Patronen sind mit Beda�t gewählt: In der fla� s�ießenden Bergjagdpatrone 7 mm Blaser Magnum ist das 9,1-GrammAccu-Bond verladen, und die .308 Win. repräsentiert mit dem s�weren 11,7-Gramm-H-Mantel von RWS eine der zielballistis� und präzisionsbezogen zuverlässigen, aber ni�t gerade rasanten Allround-Patronen. Manfred hat die mit ZEISS-Zielfernrohren bestü�ten Bü�sen bei einem Blaser Wind-Weits�uss-Seminar in 56 Meter über dem Meeresspiegel auf vier Zentimeter Ho�s�uss justiert, während der Wiesa�-Versu� auf 1350 Meter über N. N. (Normalnull) stattfindet – Simulation der Situation, dass zwei Jäger mit im Fla�land sauber einges�ossenen Bü�sen im Bergrevier zur Jagd gehen wollen und dort die obligatoris�en Probes�üsse leisten. Der Versuchsaufbau: Ein stabiler Ans�usstis� mit massiver Auflageflä�e, die dem S�usswinkel von cirka 35 Grad

20

Einschießen beider Testwaffen in der Lüneburger Heide auf 100 Meter mit vier Zentimetern Hochschuss. Anschließend wurden Schussgruppen auf 200 und 300 Meter geschossen und dokumentiert

Treffpunktlagen beim praktischen Schießversuch in der Lüneburger Heide: 56 Meter über dem Meeresspiegel; Schießen in ebenem Gelände, Schusswinkel: null Grad Waffe: Blaser R93, effektive Lauflänge 63,3 cm Kaliber: 7mm Blaser Magnum, 9,1-Gramm-Nosler-Accu-Bond-Geschoss Schusswinkel: null Grad Zielentfernung in Metern

100

200

300

Treffpunktlage in Zentimetern (Werte unserer Versu�sreihe)

+4

±0

-24

Waffe: Blaser K95, effektive Lauflänge 51 cm Kaliber: .308 Win., 11,7-Gramm-H-Mantel-Geschoss Schusswinkel: null Grad Zielentfernung in Metern

100

200

300

Treffpunktlage in Zentimetern (Werte unserer Versu�sreihe)

+4

-8

-44

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300 Meter, 35 Grad

200 Meter, 35 Grad

Nachdem alle Scheiben positioniert sind, richtet sich Manfred in aller Ruhe für die Schießversuche bergauf ein

100 Meter, 35 Grad „Und? Wie schaut's aus?” Der Platz am Spektiv ist plötzlich sehr begehrt

03 PASSION

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SEASON Der Schießversuch bergauf: Jetzt erst ri�tet si� Manfred mit der .308 an dem Ans�usstis� für die S�ießversu�e bergauf ein. Wieder wird penibel darauf gea�tet, dass die S�ießunterlagen ruts�si�er in optimaler Position liegen – dann endli� fällt der erste Steils�uss auf 100 Meter. Toni, unser Beoba�ter am Spektiv, zieht die Augenbrauen ho�: „Sieben Zentimeter Ho�s�uss!” Manfred lässt si� ni�t irritieren, setzt vier weitere S�üsse hinterher. Bei knapp drei Zentimetern Streukreis liegt der Mittelpunkt der S�ussgruppe se�s Zentimeter über dem Haltepunkt. Das bedeutet: Zwei Zentimeter mehr Ho�s�uss als in der Horizontalen. Nun folgt das glei�e Spiel mit der 7 mm Blaser Magnum. Diesmal verfolgt Toni völlig unbeeindru�t die Eins�läge auf der 100 Meter S�eibe am Spektiv – eine hervorragende S�ussgruppe von unter zwei Zentimetern Streukreis mit einem mittleren Ho�s�uss von etwas über fünf Zentimetern. Dann die 200-Meter-Distanz: Wieder s�ießt Manfred sehr gute S�ussgruppen, aber während die 7 mm Blaser Magnum einen mittleren Ho�s�uss von vier Zentimetern aufweist, was wir in etwa erwartet haben, sind es bei der .308 ebenfalls vier Zentimeter Ho�s�uss und das, obwohl wir in der Ebene auf diese Distanz einen Tiefs�uss von a�t Zentimetern ermittelt haben. Zur Si�erheit werden in einigem Zeitabstand zwei weitere S�ussgruppen mit beiden Waffen ges�ossen – am Ergebnis ändert das ni�ts.

Treffpunktlagen beim praktischen Schießversuch in den Allgäuer Alpen: 1350 Meter über Normalnull Schießen in steilem Gelände, Schusswinkel: 35 Grad Waffe: Blaser R93, effektive Lauflänge 63,3 cm Kaliber: 7 mm Blaser Magnum, 9,1-Gramm-Nosler-Accu-Bond-Geschoss Schusswinkel: 35 Grad Zielentfernung in Metern

100

200

300

Treffpunktlage in Zentimetern (Werte unserer Versu�sreihe)

+5

+4

-7

Waffe: Blaser K95, effektive Lauflänge 51 cm Kaliber: .308 Win., 11,7-Gramm-H-Mantel-Geschoss Schusswinkel: 35 Grad Zielentfernung in Metern

100

200

300

Treffpunktlage in Zentimetern (Werte unserer Versu�sreihe)

+6

+4

-18

Visierlinie Geschossflugbahn Einwirkdistanz der Schwerkraft beim horizontalen Schuss Verkürzte Einwirkdistanz der Schwerkraft beim Steilschuss

0m

30

-18 cm

+4 cm

0m

20

+6 cm

0m

10

100 m

+4 cm

200 m

-8 cm

300 m

-44cm

Veränderung der Geschossflugbahn beim Steilschuss am Beispiel .308 Win., 11,7-Gramm-H-Mantel

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PASSION 03


Bei der 300-Meter-Distanz erleben wir die zweite Überraschung: Der erste Schuss aus der .308 liegt nun 14 Zentimeter unter dem Halte­punkt, in der Ebene waren es immerhin 44! Die sehr ordentliche Schussgruppe mit rund acht Zentimetern Durchmesser liegt nun im Mittel 18 Zentimeter unter dem Haltepunkt, der tiefste Schuss liegt dabei 22 Zentimeter darunter. Alles in allem weniger als die Hälfte an Geschossabfall als dies bei flachen Schüssen der Fall wäre. Die 7 mm Blaser Magnum kam im Mittel auf sieben Zentimeter Tiefschuss und hat damit sogar zwei Drittel weniger Tiefschuss als im Flachland – eine Patrone mit viel Potenzial.

Überträgt man die Treffer aus dem Wiesach-Test von der Scheibe auf die Gams, sitzen die Kugeln beim Bergauf-Schuss wie folgt:

Und was passiert bergab? Direkt neben dem Anschusstisch stellen wir nun eine neue Scheibe auf, denn schließlich wollen wir wissen, wie es sich mit dem Schuss runter ins Tal verhält. Manfred schultert derweil seinen Rucksack vollgepackt mit Gewehrauflagen, die beiden Futterale mit den Büchsen und steigt nach oben. In der folgenden Stunde rollt in Intervallen immer wieder das Echo der Büchsenschüsse durch das abgelegene Tal. Manfred muss bei allen Distanzen bergab ohne Schießtisch auskommen, kann aber mit Hilfe der kompakten Schießauflagen ebenfalls ordentliche Streukreise erzielen. Diesmal sind alle Ergbnisse so, wie wir es nach der Bergauf-Versuchsreihe erwarten: Mit Ausnahme einer leichten Seitenabweichung nach links, wegen des aufgekommenen Windes, liegen alle Schussgruppen dort, wo sie auch beim Bergauf-Schießen lagen.

Haltepunkt Treffpunkt

100 Meter

Fotos: Erich Marek

200 Meter

300 Meter Haltepunkt beim Steilschuss am Beispiel mit der .308 Win., 11,7-Gramm-H-Mantel

03 PASSION

Haltepunkt beim Steilschuss mit der 7 mm Blaser Magnum, 9,1-Gramm-Nosler-Accu-Bond

23


season

Das bedeutet für die Jagdpraxis: Bezogen auf den eingangs erwähnten Spruch „Bergauf, bergrunter – halt immer drunter“ stellen wir fest, dass er bei modernen Kalibern eine nur noch sehr eingeschränkte Bedeutung hat. In der Tat würde sich bei alten Kalibern ein ausgeprägterer Hochschuss ergeben, da ihre Geschoss-Anfangsgeschwindigkeiten von kaum mehr als 500 m/s eine sehr stark gekrümmte Geschossflugbahn mit sich bringen. Bei modernen Büchsenpatronen aber, mit ihren deutlich gestreckteren Geschossflugbahnen, ist der Hochschuss auf Distanzen bis 200 Meter, aus jagdlicher Sicht, kaum relevant. Ganz besonders gilt dies für alle rasanten Kaliber mit Geschossgeschwindigkeiten über 900 m/s. Aber selbst wer zur Bergjagd das hier im Wiesach-Test verwendete Kaliber .308 mit einer Mündungsgeschwindigkeit von „nur“ 770 m/s führt, sollte sich gut überlegen, ob er die maximale Höhenabweichung von sieben Zentimetern berücksichtigt, wenn er mit dem Fadenkreuz auf dem Stück ist. Jeder Jäger weiß – und das gilt ganz besonders für die Jagd im Gebirge – dass aus den verschiedensten Gründen der Treffersitz nicht immer dort sein wird, wo man ihn sich wünscht. Auch bei routinierten Bergjägern liegt das Gros der abgegebenen Schüsse in der Jagdpraxis nicht immer auf dem gewünschten Zielpunkt, sondern in einem Umkreis von etwa 15 Zentimetern Durchmesser, wie dies die grün gestrichelten Linien in den Grafiken signalisieren. Wird bewusst tiefer angehalten, können Treffer im unteren Bereich dieses Kreises schon einen Laufschuss bedeuten. Wird sogar unterschossen, bergen Geschoss­ splitter ein unkalkulierbares Risiko für das Wild in unmittelbarer Umgebung.

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Wenn man dagegen mittig anhält, natürlich mit Ausnahme der sehr weiten Distanzen, können zwar im Extremfall Treffer in den oberen Bereich des Kreises zum Überschießen oder zu Krellschüssen führen, das Risiko eines Laufschusses inklusive Nachsuche ist jedoch praktisch ausgeschlossen.

PASSION 03


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Ide

PRAXIS-TIPP Beim Steilschuss ab 30 Grad kann mit Waffen in gängigen Standardkalibern bis auf cirka 230 Metern Fleck gehalten werden – vorausgesetzt, die Büchse ist auf GEE eingeschossen mit cirka vier Zentimeter Hochschuss auf 100 Meter. Weil bei der Bergjagd aber mit völlig unterschiedlichen Schusswinkeln zu rechnen ist und der Geschossabfall nicht in jeder Situation kalkulierbar ist, ist der Bergjäger mit einem rasanten Kaliber (ab cirka 900 m/s) deutlich im Vorteil, weil hier bei Schüssen im flachen Winkel der Geschossabfall deutlich geringer ist.

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BEI DER BERGJAGD IST DER ZIELPUNKT NICHT IMMER GLEICHZEITIG AUCH DER TREFFERSITZ. MEIST TRIFFT DAS GESCHOSS IN EINEM UMKREIS VON 15 ZENTIMETERN

Blickwinkel und Haltepunkt: Dur� die stark elliptis�e Form des Wildkörpers ergibt si� subjektiv je na� Betra�tungswinkel ein anderer, geda�ter Mittelpunkt. Beispiel: Ist man mit der breit stehenden Gams auf glei�er Höhe und betra�tet sie von s�räg unten oder oben, wird man feststellen, dass die geda�ten Zielpunkte visuell zwar in der Mitte des Wildkörpers liegen, de facto aber auf einem jeweils anderen Punkt. Die nebenstehenden Bilder verans�auli�en, dass das Anhalten in der optis�en Mitte des Wildkörpers die si�erste Vorgehensweise ist – egal ob beim S�uss bergauf oder bergab.

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Season

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Mit dem richtigen Dreh sicher treffen Mittels der Absehen-Schnell-Verstellung (ASV) von ZEISS kann der J채ger mit einem Handgriff an seinem Zielfernrohr die Schussdistanz einstellen und immer Fleck anhalten. Die ASV gibt wichtige Sch체tzenhilfe und ist pr채destiniert f체r die Jagd im heimischen Revier und Ausland.

Text: Werner Reb, Fotos: Joachim Hartmann

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SEASON

Unschlagbares Doppel: Das Victory RF mit integriertem Laser-Entfernungsmesser liefert in Sekundenbruchteilen die Distanz zum Ziel auf den Meter genau. Dann nur noch das Absehen am ASV-Turm mit entsprechenden Klicks auf Fleckschuss einstellen

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E

ndlich, wenn auch sehr, sehr weit an der jenseitigen Waldkante, kommt der angefahrene Bock in Anblick, um dessen Erlösung ich mich seit Tagen bemühe – doch gleich wird er wieder hinter dichtem Schwarzdorn verborgen sein. Mein Kipplaufstutzen Kaliber 8x57 IRS ist zwar keine spezielle Weitschussbüchse, aber ich bin dennoch perfekt gerüstet: 285 Meter verrät mir der Laser-Entfernungsmesser, und rasch drehe ich den Rastring am ASV-Turm meines ZEISS Diavari 2,5-10x42T* auf diese Distanzmarke. So ziel ich nicht vage über das Stück ins Blaue hinein, sondern halte exakt Fleck auf die Blattschaufel. Der Bock steht breit, die Büchse ruht auf sicherer Auflage. Stetig den Abzug gekrümmt – schon bricht der Schuss, der Bock liegt im Knall. Wieder hat die ASV von ZEISS beste Dienste geleistet. Die ASV ist sehr einfach und schnell zu bedienen. Auf dem Höhenturm des Ziefernrohrs sitzt der griffige ASV-Rastring, mit dem das Absehen schnell in der Höhe verstellbar ist, ohne dass dazu die Abdeckkappe vom Turm geschraubt werden muss. Eine präzise Zahnradtechnik überträgt die Drehung am Rastring auf die Höhenverstellung des Zielfernrohres – per Klick, je nach Zielfernrohr-Modell, ein Zentimeter beziehungsweise fünf Millimeter auf 100 Meter. Damit man die ASV-Einstellung während der Jagd nicht unbeabsichtigt verändert, ist sie mit einer federbelasteten Rastung geschützt: Vor dem Klicken muss die Abdeckung hochgezogen werden, danach rastet sie selbstständig wieder ein. Soll wieder auf Normaldistanz geschossen werden, einfach die ASV auf Null zurückdrehen – das gelingt sogar ohne Hinzusehen dank des Anschlagstopps. Während die landläufig als „jagdliche“ ASV bezeichnete Ein-Zentimeter-Verstellung für alle aktuellen ZEISS-­ Zielfernrohre bis zwölffache Vergrößerung angeboten wird, bleibt die „feinere“ ASV mit Fünf-MillimeterVerstellung den 6-24x56T* und 6-24x72T* vorbehalten. Als einziger Hersteller liefern die Wetzlarer für die „jagdliche“ ASV noch zwei Sätze von je fünf verschiedenen Metallfolien, die unterschiedlich Die ASV wird durch Anheben, Drehen und Absenken des Rastrings eingestellt. Im Gegensatz zu marktüblichen Schnellverstellungen ist die von ZEISS gegen unbeabsichtigtes Verstellen geschützt

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Season skaliert sind. Sie decken so praktisch alle jagdlich relevanten Kaliber ab. Sitzt die passende Metall­folie erst einmal auf dem ASV-Knopf, wird die jeweilige einfach ablesbare Schussentfernung direkt gewählt und immer Fleck gehalten. Das funktioniert so logisch wie präzise und im Extremfall bis zu 400 Meter – wenn es die Umstände erlauben. Sind die Weitschussdaten praktisch „erschossen“, stellt sich die Frage: „Daten merken und die lineare Skalierung nutzen oder doch die passende Metallfolie aufbringen?“ Wird überwiegend ein und dieselbe Laborierung genutzt, ist die Metallfolie meist erste Wahl. So bleibt im Moment der Wahrheit selbst unter größter Anspannung das Verwechslungsrisiko ausgeschlossen. Wegen der stark ansteigenden Schwarzwildbestände erleben beispielsweise die 8x57 IS oder 9,3x62 ein Comeback und werden verstärkt fürs heimische Revier genutzt. Viele Jäger haben inzwischen erkannt, dass die Wildbretentwertung bei solchen Kalibern trotz größerer Ausschüsse in der Regel moderat ausfällt und verwenden sie daher auch zur Rehwildbejagung. Die landschaftlichen Gegebenheiten vieler Reviere lassen von bestimmten Ansitzeinrichtungen aus größere Schussdistanzen zu, für die beispielsweise eine 8x57 IS zunächst als nicht geeignet erscheint. Bei der Neuanschaffung einer Büchse werden daher oftmals deutlich rasantere Kaliber gewählt, die jedoch bei den in der Regel kürzeren Schussentfernungen nicht immer vorteilhaft wirken. Alleine der Gedanke an den uralten, zurückgesetzten Hirsch auf knapp 300 Meter, den man sonst nie wieder in Anblick bekommen würde, führt bei der Kaliberwahl häufig zur Entscheidung für mehr Rasanz. Dabei ist hier die ASV von ZEISS der Schlüssel zur Vernunft: Man wählt das Kaliber, das für die täglichen, tatsächlichen Gegebenheiten perfekt erscheint, hat aber dann, wenn es wirklich darauf ankommt, auch die weite Schussentfernung sicher im Griff. Doch die ASV spielt ihre Stärken nicht nur im heimischen Revier aus. Jagdreisen in ferne Länder sind für viele Jäger die Highlights in ihrem Jägerleben. So mancher sehnt sich nach unberührter Natur und menschenleeren Revieren, in denen man völlig neue Herausforderungen be-

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ASV-Einstellung auf die Distanz zum Stück Wild hochgedreht und dann aufs Blatt Gezielt – das schätzen des haltepunkts gehört endlich der vergangenheit an wältigen muss. Hier sind leistungsstarke Kaliber ein Muss, Reserven sind gefragt, denn oft bietet sich nur eine Chance, und die gilt es zu nutzen. Bei den meisten gängigen Magnum-Kalibern ist bis cirka 250 Meter keine Haltepunktänderung nötig und bis rund 300 Meter reicht in der Regel das Anhalten hochblatt, wenn starkes Wild bejagt wird und wenn – das ist natürlich die Grundvoraussetzung – die Büchse vorher sorgfältig auf die GEE eingeschossen wurde. Die Möglichkeit, mittels ASV die tatsächliche Entfernung präzise einzustellen, reduziert die Risiken bei größeren Distanzen gleich mehrfach: um die psychologische Belastung drüber halten zu müssen, aber auch um eine unter Umständen falsche Einschätzung der Wildgröße oder des Haltepunktes. Die ASV leistet wertvolle Schützenhilfe in Bezug auf Präzision und Treffsicherheit. Und irgendwann wird er kommen, der Augenblick, auf den es ankommt, bei dem die Entfernung keine Rolle mehr spielen darf. Zum Beispiel in Alaska, bei Ihrer Jagd auf den Elch. Wenn der kapitale Bulle auf rund 200 Meter breit steht, und Ihr Jagd­führer zischt: „Take it!“ Noch völlig außer Atem streichen Sie am Baum an, dann bricht der Schuss. Der Elch dreht sich, taucht in einer Senke unter. Etwa doch zu weit hinten abgekommen? Sie haben noch die Worte Ihres Jagdführers im Ohr: „Schießen, solange du ihn siehst!“ Da taucht der Bulle wieder auf, jenseits der Senke. Wie weit ist er weg? Schnell durch das ZEISS Victory RF gemessen: 410 Meter! Der Guide ruft: „Shoot, shoot!“ Jetzt kein Risiko mehr eingehen: ASV auf vier hochdgedreht, am Ast aufgelegt und den Schießarm am Jagdführer abgestützt, einfach aufs Blatt halten. Schuss, an der Schulter repetiert, noch ein Schuss. Sie zucken unter dem begeisterten Schulterschlag des Jagdführers zusammen – der Bulle liegt. Und Sie atmen auf, denn Sie haben Ihre Chance genutzt.

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INSIDER

Mehr Infos unter www.zeiss.de/sportsoptics

Die Metallfolien decken die Einstellungen für praktisch alle jagdlich relevanten Kaliber ab. Hiermit bietet ZEISS die eindeutig sicherste und praxistauglichste Lösung im Markt an

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Die ASV hat sich in kurzer Zeit und gerade in Kombination mit passender Metallfolie auf dem Jagdmarkt durchgesetzt. Aus gutem Grund: Der entscheidende Vorzug der ASV ist, jede benötigte Schussentfernung direkt einstellen zu können. Dies macht die ASV für all jene interessant, die regelmäßig auf weitere Distanzen schießen. Ganz besonders für die Jäger, die Waffen mit wildbretschonenden, langsameren Laborierungen führen. Bei allen in der Jagdpraxis bekannten Unwägbarkeiten, wie Auflage oder Witterung, und den daraus resultierenden Risiken, kann sich jeder ASV-Nutzer voll darauf verlassen, dass sich der aus der Entfernung gegebenenfalls vorhandene Zielfehler auf ein absolutes Minimum reduziert. Im Moment der Wahrheit nicht mehr abwägen zu müssen, inwieweit mittels GEE noch hinreichend präzise geschossen oder eben doch drübergehalten werden muss, macht ganz einfach den Kopf frei – und damit den Weg zum Mehr an Treffsicherheit unter jagdlichen Bedingungen.

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season

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PASSION 03


Zwei in einem

Foto: Julia Numßen

Schon vor 100 Jahren führte Mauser einen Stutzen im Sortiment. Jetzt knüpft der weltbekannte Repetierbüchsen-Hersteller an diese Tradition an – mit einer hochmodernen und technisch ausgeklügelten vollgeschäfteten Büchse, die durch Laufwechsel auch in einen Halbschaft-Repetierer verwandelt werden kann. PASSION hat den M 03 Stutzen zwei Wochen lang in der neuen Light-Version geführt.

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SEASON

Technische Daten Mauser M 03 Stutzen Light Kaliber: .243 Win., 6,5x57, 7x64, .308 Win., .30-06, 8x57 IS, 9,3x62 Kapazität: 5 + 1 Patrone im Lauf Systemkasten: Duraluminium Lauflänge: 50 Zentimeter Gesamtlänge: 102 Zentimeter Gewicht: cirka 3,3 Kilogramm

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s ist ähnli� wie mit dem ersten eigenen Auto, das man na� bestandener Führers�einprüfung endli� fahren darf – au� die Waffe, die man als fris� geba�ener Jungjäger führt, vergisst man nie. Von meinem Vater bekam i� einen Stutzen mit Flügelsi�erung im Kaliber 7x64. I� weiß bis heute ni�t, warum er die 7x64 den klassis�en StutzenKalibern .308 Win., 8x57 IS oder 9,3x62 vorzog. Denn eigentli� brau�t die von Wilhelm Brenneke entwi�elte Weits�uss-Patrone längere Bü�senläufe, um den Brenns�luss im Lauf zu errei�en. So dankte die „Langstre�enpatrone“ ihren Einsatz aus dem kurzen Stutzenlauf mit starkem Mündungsfeuer und kna�igem Rü�stoß. Wie au� immer:

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I� war jung und froh, dass i� ein Gewehr s�ultern durfte und lernte die Führigkeit und Präzision des Stutzen s�nell s�ätzen. Als jetzt auf der IWA der neue Mauser M 03 Stutzen vorgestellt wurde, bin i� natürli� neugierig geworden und habe gefragt, ob i� die Bü�se testen darf. Zwei Monate später, pünktli� zum 1. Mai, halte i� den Mauser Stutzen, zudem no� in der Light-Ausführung, in den Händen. Das besondere Maserholz der Klasse 5 sieht sehr gefällig aus, die fein ges�nittene Fis�haut, der lei�te S�weinsrü�en und die Bayeris�e Ba�e mit Doppelfalz runden das klassis�e Ers�einungsbild des Kurz-Repetierers ab. Die Vorders�aftpartie ist mit dem s�warzen Abs�luss und der

Tropfnase sehr s�ön gelöst und klassis� gehalten. Moderner hingegen zei�net si� der Vorders�aft des M 03 Stutzen ab, der geteilt ist. Mit diesem Kniff wird verhindert, dass si� der Lauf na� dem S�uss verspannt und die Treffpunktlage verändert. Der 50-ZentimeterLauf hat also genug Spiel, um si� na� vorne ausdehnen zu können, was zwangsläufig passiert, wenn er si� na� mehreren S�üssen erhitzt. Au� das bekannte Stutzenproblem, dass zum Beispiel dur� Feu�tigkeit gequollenes Holz am Vorders�aft an den Lauf drü�t und für eine Vers�iebung der Treffpunktlage sorgt, wird mit der Teilung unterbunden. Der „große Wurf“ ist Mauser aber damit gelungen, dass si� der Stutzen in-

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Schießt wie Gift: Auf 100 Meter wurde mit der Testwaffe und dem 9,7-Gramm-IDClassic-Geschoss von RWS ein Streukreis von 26 Millimetern geschossen

Aus eins mach zwei: Den M 03 Stutzen kann man im Handumdrehen demontieren und in eine halbgeschäftete M 03 Büchse verwandeln. Dafür den Stutzenlauf mit Vorderschaft entnehmen und den Standard-Wechsellauf ins System einsetzen

Die Zusatzbezeichnung Light ma�t meiner Testwaffe alle Ehre, denn der M 03 Stutzen wiegt in dieser Ausführung nur etwa 3,3 Kilogramm – rund 400 Gramm weniger als sein Vetter in Stahl. Hauptverantwortli� für diese Gewi�tsreduzierung ist das System,

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das aus ho�festem Duraluminium gefertigt wird. Speziell für die M 03 Light-Modelle entwi�elte Mauser außerdem die wiederkehrgenaue DoubleCone-Mount (siehe PASSION 2) – auf meiner Testwaffe ist ein ZEISS-Victory Varipoint 2,5-10x42T* montiert inklusive Leu�tpunkt und Absehen-S�nellVerstellung. Außer der Diät und der neuen Montage, gibt es bei der M 03 Light keine weiteren Veränderungen: Die Kammer mit Handspann-Si�erungssystem ist, wie bei den übrigen M 03-Modellen, aus Stahl gefertigt, und die Verriegelung erfolgt über se�s groß dimensionierte Warzen direkt im Lauf. Hohe Oberflä�enhärte und Korrosionss�utz sind heutzutage selbstverständli� und gehören zur Pfli�t, ni�t zur Kür.

Weil wir im Allgäu verstärkt auf Rehwild jagen, ents�ied i� mi� bei meiner Testwaffe für das Kaliber .308 Win�ester. Sie wurde im Dezember 1953 offiziell als NATO-Standardpatrone 7,62x51 mm eingeführt. S�on von der Innenballistik her auf das Vers�ießen aus kurzen Sturmgewehr-Läufen optimiert, prädestiniert es sie zu einer idealen Stutzen-Patrone. So lautete die Devise Anfang Mai: Ab ins Revier, das in der Nähe von Wolfegg liegt und dur� eine lange Waldkante und viel Rehwild geprägt wird. Anfang Mai gilt die Jagd vor allem s�wa�en Jährlingen und S�malrehen. Mein Ziel ist die „Hummellu�en“, eine ges�lossene Kanzel, die an Na�bars Grenze zwis�en Bestand und

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Fotos: Mauser

nerhalb von ein paar Sekunden in eine halbges�äftete Bü�se verwandeln lässt – sofern man einen Mauser-Standard-We�sellauf zur Hand hat. Einfa� den Stutzen-Lauf mit dem daran verbleibenden Vorders�aft ausbauen. Dann den zweiten Vorders�aftabs�luss, der im Lieferumfang des M 03 Stutzen inbegriffen ist, aufsetzen und mit dem Riemenbügel fixieren – jetzt den We�sellauf einlegen – fertig (siehe PASSION 2).


SEASON

Auf der sicheren Seite: Das Muzzle Patch schützt den Lauf vor Verunreinigungen wie Staub oder Ästen und wurde erstmals mit der M 03 Trail eingeführt. Es wird einfach in eine spezielle Senkung an der Mündung eingesetzt. Beim Schuss wird das Patch durch das wenige, dem Geschoss vorauseilende Gas herausgedrückt

Weniger ist mehr: Der Mauser M 03 Light Stutzen ist 400 Gramm leichter als sein stählerner Vetter – das macht sich spätestens bei der Pirsch bezahlt

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Wiese steht. Do� bis dahin ist es no� ein gutes Stü�, und i� pirs�e an der Waldkante entlang. Der M 03 Stutzen lässt si� sehr angenehm tragen – das liegt si�er an der Light-Version, an dem s�lank gehaltenen ZEISS-Zielfernrohr und dem breiten, mit Neopren abgefütterten Mauser-Gewehrriemen. Na� den ersten zweihundert Metern: Fu�s – interessiert mi� ni�t weiter, Aufzu�tzeit. Auf 50 Meter herangekommen, si�ert der Räuber zu mir, dreht um und s�nürt in den Wald. Ich gehe weiter, springe über einen Ba�, biege um die Walde�e und entde�e in der Wiese, an der au� die Kanzel steht, ein Reh. Fernglas ho�: Grau ist es, aber es wirkt trotzdem zierli�. S�malreh?

PASSION 03


Fotos: André Leplat, Julia Numßen

Auf der Pirsch und in engen Kanzeln spielt der Mauser M 03 Stutzen Light die Vorteile seiner leichten, kurzen Bauweise aus und lässt schnelle Aktionen zu

Leichte Büchse, leichte Beute: Das Schmalreh, hier von FoxterrierHündin Emma bewacht, brachte aufgebrochen nur acht Kilogramm auf die Waage

Der Wind kommt von vorn. Perfekt, ich pirsche zur Kanzel. Das Reh zieht äsend vom „Hummellucken“ weg. An der Leiter angekommen, baume ich auf und öffne leise die Kanzeltür. Es ist eng hier drin, doch der Stutzen lässt sich mühelos handhaben ohne irgendwo anzustoßen. Ich schaue durch mein Fernglas zum Stück, nein, keine Spinne. Wie weit ist das Schmalreh entfernt? Der ZEISS-PRF kennt die Antwort: 95 Meter. Ich lege den Stutzen auf, verschaffe mir eine stabile Dreipunktauflage und begutachte noch einmal durch das Zielfernrohr mit 10-facher Vergrößerung die flache Bauchpartie des Stückes und den Träger, der dünn ist wie ein Bleistift. Langsam und lautlos spanne ich die Mauser, warte ab.

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Nachbars Grenze ist dicht, ich halte aufs Blatt, verzichte aufs Einstechen und verstärke den Druck auf den Abzug – raus ist der Schuss, und das Stück klappt auf der Stelle zusammen. Die nächste Zeit bin ich mit der Testwaffe viel unterwegs, genieße die leichte, führige Büchse und deren Präzision. Ein Überläuferkeiler, der morgens vom Feld in den Wald wechseln will, und ein Jährling werden noch zu meiner Beute. Im heimischen Jagdbogen bevorzuge ich die Mauser M 03 als Stutzen, ganz klar. Und falls es einen dann doch mal ins Ausland nach Namibia zieht, kann man jederzeit den Vollschäfter – nach dem Aus-eins-mach-zwei-Prinzip – in eine halbgeschäftete Büchse umrüsten, zum Beispiel mit einem Wechsellauf in .300 Win. Mag. So geht man immer mit

seiner vertrauten Büchse jagen – und das überall auf der Welt. Es kommt schon Wehmut auf, als ich die Testwaffe nach 14 Tagen wieder zurückgeben muss. Julia Numßen

Mehr Infos unter www.mauser.com

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DRESS

Schick & praktisch… … das ist die neue Casual-Kollektion von Blaser active outfits. Wie in PASSION 2 bereits angekündigt, wurde der Bereich Outdoor-Bekleidung für Damen erweitert. Fotos: Blaser active outfits

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laser active outfits hat ein spezielles Augenmerk auf die Outdoor-Bekleidung für Jägerinnen gelegt. Die Blaser Verona und Vittoria Ja�e sind feminin ges�nitten, geräus�arm, in der Taille verstellbar und ebenfalls mit der wasser- und winddi�ten sowie atmungsaktiven Blaser-Rambrane ausgestattet. Der optis�e S�i�, die Bewegungsfreiheit – wie ges�affen für die aktive Jägerin, au� für kühle Herbst- und Wintertage. Und damit die Finger erst gar ni�t kalt werden, haben beide Ja�en-Modelle seitli� angebra�te Handwärmetas�en. Die was�bare Argali Hose Light Premium weist zusätzli� WasserbüffelKalbslederbesätze auf, die extrem strapazierfähig sind. Und weil au� Jägerinnen Beute ma�en, wurde an der re�ten Seite eine Messertas�e eingelassen. An dieses Detail wurde ebenfalls bei der wasserdi�ten Sevilla Hose geda�t, die aus ho�wertiger Microfaser in Velourslederoptik besteht und sehr lei�t ist.

Die Jägerin trägt die wattierte Blaser Argali Jacke und Light Premium Damenhose, die Hundeführerin die Verona Jacke, kombiniert mit der Sevila Microfaser-Hose

Mehr Infos unter www.activeoutfits.de

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PASSION 03


Gut beh端tet sind Sie mit der wasserdichten Aberdeen Schieberm端tze, die herausklappbare Ohrensch端tzer hat oder mit dem breitkrempligen, zusammenrollbaren Traveler Hut. Die exklusiven, leichten Tweedjacken Aberdeen (links) und Vittoria (rechts) sind sehr angenehm zu tragen, wind- und wasserdicht und atmungsaktiv

Die kuscheligen Fleecejacken Loire (links) oder Iceland (rechts mit modischer Kapuze), Flanellblusen und Lederhosen runden das Sortiment f端r die Ladies ab

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munition

Z

iemlich vertraut zieht der starke Schaufler in der Dämmerung über die Freifläche des RWS-Testreviers. Ich pirsche leicht versetzt mit dem Fotoapparat hinter Dr. Armin Dobat. Wir nutzen den Wald als Deckung, wollen den Schaufler beim Einwechseln in die Erlen abpassen. Der Plan scheint aufzugehen, denn er kommt in unsere Richtung, zieht näher auf uns zu. Mein Vordermann bleibt stehen, flüstert: „Der Wind küselt.“ Für mich ist das im Moment nebensächlich, denn ich brauche ein Foto – unbedingt. Der Schaufler verhofft, windet kurz und wendet sich dann langsam von uns ab. Er will sich tatsächlich davonstehlen! Das kann doch nicht wahr sein – klick, ich drücke den Auslöser. In

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wippenden Fluchten springt er ab. Die Bühne ist leer, verflixt! Armin Dobat dreht sich zu mir um und flüstert: „Der Wind hat nicht mehr gepasst. Wahrscheinlich hatte er uns eh schon mitbekommen. Nicht so schlimm. Wir setzen uns in der Nähe des Einstands in dem Erdsitz dahinten an. Mit ein bisschen Glück taucht er noch einmal auf.“ Es ist Hochbrunft und hoffentlich nicht die letzte Chance für heute gewesen. Vor unserer Schaufler-Jagd hatte ich bereits Gelegenheit, mir ein Bild über das Leistungspotential der neuen Silver Selection zu machen. Im RWS-Werk in Fürth schoss ich auf dem Schießstand mehrere Trefferbilder und überzeugte mich von der beeindruckenden Zielballistik der Patrone. Schon beim

Einschießen fiel mir auf, wie leicht die „Silberlinge“ im Vergleich zu anderen Patronen vom Magazin ins Patronenlager gleiten. Nach meiner Foto-Aktion sitzen Armin Dobat und ich im Schirm. Dobat glast den Dickungsrand ab, und ich schaue mir auf dem Kamera-Display die Bilder von dem sich abwendenden Schaufler an. Hoffentlich kommt der Jäger heute noch zu Schuss. In seiner SAUER 202 hat Armin Dobat die Silver Selection im Kaliber .300 Win. Mag. geladen. Ich spreche ihn auf die vernickelten Hülsen und den reibungslosen Ladevorgang an. „Eine von vielen Eigenschaften der Silver Selection“, flüstert er. „Die vernickelte Hülse ist wesentlich resistenter und

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Silberstreif am Horizont Silver Selection – die neue Büchsen-Patronenserie von RWS vereint höchstes Innovationspotential und maximale Leistung. Aber was bedeutet das eigentlich für die Praxis, welche Vorteile bringt die Silver Selection mit? PASSION hatte die Gelegenheit, Dr. Armin Dobat, Junior-Produktmanager bei RWS, während der Damwildbrunft zu begleiten. Text: Carsten Dengelmann, Fotos: RWS

gleitfähiger als die herkömmli�en Messinghülsen. Das zahlt si� vor allem in den Situationen aus, in denen es auf jede Sekunde ankommt – wenn man beispielsweise von wehrhaftem Wild angenommen wird.“ Ein Damspießer streckt sein Haupt aus dem Di�ungsrand, do� der starke S�aufler zeigt si� ni�t. „Und was zei�net die Silver Selection no� aus?“, frage i�. Dobat: „Sie ist extrem leistungsstark und steht derzeit an der Spitze der ma�baren Entwi�lungsstufen. Und sie verfügt – neben vielen anderen wi�tigen Details – au� über das EVO-Ges�oss.“ In der Di�ung kna�t es. Ein Tier s�iebt si� heraus, gefolgt von einem Kalb. Kein S�aufler. Sie s�lagen einen

03 PASSION

Die neue Silver Selection, ausgestattet mit dem Evolution-Geschoss, gibt es in den Kalibern .308 Win., .30-06, .300 Win. Mag, 9,3x62 und 9,3x74R

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MUNITION

Vorsichtig anpirschen, dieses Mal muss es klappen – der Wind passt

Ruhig streicht der Jäger die Büchse am Baum an. Der Schaufler, dem in der Brunft stark zugesetzt wurde, äugt misstrausich zum Schützen. Das Absehen steht ruhig auf dem Wildkörper – raus ist der Schuss. Armin Dobat sieht durch die Zieloptik, wie der Hirsch zusammenbricht, dank reduziertem Mündungsfeuer der Silver Selection

Bogen um uns herum. „Wir haben uns aus guten Gründen für das EVOGes�oss ents�ieden“, sagt der RWSMann, „vor allem wegen der ausgereiften Te�nik, seiner Wirksamkeit und Präzision. Und: die tatsä�li�e Leistung hängt von der Ges�ossmasse ab – das EVO-Ges�oss wiegt 11,9 Gramm. Augenbli� mal“, Dobat tippt mi� an, „da meldet do� ein S�aufler, oder?“ Gebannt laus�en wir dem Gerülpse, do� der Hirs� lässt si� ni�t bli�en. Dobat flüstert jetzt wieder: „Zurü� zum EVO-Ges�oss: In Verbindung mit dieser speziell auf diese Patronenserie abgestimmten Laborierung entstand eine ho�wirksame Jagdpatrone, wir sagen dazu: High Performance Load.“ „Und was bringt

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die Silver Selection no� mit?“, frage i� na�. „Flash Control zum Beispiel. Bei dem Pulver, das für die Silver Selection geladen wird, sorgt der Zusatz von

MIT HILFE DER FLASH CONTROL SIEHT DER SCHÜTZE DURCH SEINE ZIELOPTIK, SOGAR BEI STARKER DÄMMERUNG, WIE DAS STÜCK ZEICHNET Sulfaten für eine Reduktion des Mündungsfeuers – mit ein Grund, warum es eher lanzen- als kugelförmig ist.“ Wenn man also mit der Silver Selection in der Dämmerung s�ießt, kann man

das Stü� besser dur� das Zielfernrohr zei�nen sehen – weil das Mündungsfeuer weniger verde�t. Mit einem Blick auf den wolkenverhangenen Himmel flüstere i� Dr. Dobat zu, dass wir viellei�t bald an den Heimweg denken müssen, und i� deshalb wohl ni�t mehr die Wirkung der Flash Control mit eigenen Augen sehen kann. Armin Dobat: „Wir können froh sein, dass wir heute ni�t no� den Super Clean Zündsatz der Silver Selection testen müssen. Der ist nämli� ni�t nur s�adstofffrei, sondern au� temperaturunempfindli�, funktioniert von minus 50 bis plus 60 Grad Celsius – das hat für uns s�on die NATO im Rahmen der Zertifizierung erledigt.“ Dunkle Wolken ziehen

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Das EVO-Geschoss der Silver Selection trifft den Schaufler hochblatt. Er geht sofort runter

Für Tiefenwirkung, Präzision und Flexibilität

Für verbesserte Ladefähigkeit und schnelles Repetieren

Für reduziertes Mündungsfeuer

Für Leistungsreserven in Extremsituationen

Für höchste Funktionssicherheit ohne Emissionen

über uns hinweg. Das Li�t wird immer s�le�ter. „Wahrs�einli� gibt es glei� einen S�auer. Wir sollten no� einmal zurü� zur Freiflä�e pirs�en“, sagt Armin Dobat und s�ultert seine SAUER. I� greife na� meinem ZEISS Victory 8x45 T*RF und meiner Kamera, s�raube die lange Brennweite rauf und pirs�e hinterher. Jetzt bloß keinen Fehler ma�en. Kaum haben wir unser Ziel erreicht, erspähen wir wohl im selben Augenbli� eine Bewegung am gegenüberliegenden Di�ungsrand. Dur� mein Fernglas erkenne i� in der Dämmerung den massigen Wildkörper eines starken Dams�auflers. Ist er das von heute morgen? Aus dem Augenwinkel sehe i�, wie Armin Dobat am Baum

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anstrei�t. „Der S�aufler von heute früh?“, flüstere i�. „Nein“, zis�t Dr. Dobat, „aber au� ziemli� stark.“ Mit meinem ZEISS RF gelasert: „181 Meter ist er weg!“ S�nell die Kamera in den Ans�lag. Do� das s�windende Li�t s�eint uns einen Stri� dur� die Re�nung zu ma�en, die Hirs�-Silhouette wird eins mit der Umgebung. Der S�aufler zieht etwas weiter, verhofft. Im glei�en Moment öffnet si� die Wolkende�e, ein Silberstreif am Horizont tau�t die Szenerie in warmes, goldenes Li�t. Endli� ist das Glü� heute auf meiner Seite. Instinktiv drü�e i� den Auslöser. Mein Motor-Drive s�afft se�s Bilder die Sekunde. Kli�, kli�, kli� – „Rumms“, der S�uss bri�t. I� halte den Auslöser weiter gedrü�t,

Die Trophäe des zehnjährigen Schauflers bringt knapp 3,9 Kilogramm auf die Waage

sehe dur� die Kamera den S�aufler im Knall zu Boden gehen, höre wie der RWS-Mann repetiert. Mühelos und s�nell. Do� der zweite S�uss ist ni�t mehr nötig, die Silver Selection mit ihrem EVO hat gewirkt. Gemeinam gehen wir zum Hirs�. Und s�on gewinnt die Dämmerung wieder die Oberhand.

Mehr Infos unter www.rws-munition.de

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WAFFE

Welten-Bummler Die SAUER 202 Take Down wird durch das werkzeuglose Zerlegen und den leichten Kaliberwechsel zum ultimativen Reise-Repetierer mit geringstem Packmaß. Text: Sascha Numßen, Fotos: Jochen Frießner

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ei dem Wort Take Down schwirren einem unweigerlich spannende Jagderlebnisse in aller Herren Länder vor dem geistigen Auge. Denn genau für die Abenteuer der „Sportsmen“ in den Kolonien ersannen englische Büchsenmacher schon früh zerlegbare Repetierbüchsen auf Mauser- und Mannlicher-

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Basis. Entweder als „detachable stock“, bei dem das System samt Lauf aus dem Schaft ausgehakt wurde. Oder als Option „detachable barrel“, bei dem Lauf und Gehäuse durch eine Schraubverbindung miteinander verbunden waren. Letztere Lösung verursachte aber bei intensiver Nutzung häufig Präzisionsprobleme, da die Verbindung im-

mer lockerer, und damit die Toleranz zwischen Gehäuse beziehungsweise Zielfernrohr und dem Lauf zu groß wurde. Doch für dieses Problem fand sich eine Lösung, indem beim 98er die Verriegelung nicht mehr im System, sondern direkt im Lauf erfolgte.

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WAFFE

Glücklicher Erleger – Florian Hilsenbeck streckte diesen Bock bei einer Morgenpirsch im Spessart mit der .30-06 aus der S 202 TD Forest

„Tagelang paddelten wir den Yukon runter, die zerlegte Take Down in einem 80ZentimeterSchwimmkoffer verstaut“, sagt Klaus Staalner, „bis es dann mit dem Schwarzbären klappte“

Mit einer der ersten S 202 Take Down, die nach Spanien ausgeliefert wurden, jagt Julian Martínez. Im Benin erlegte er diesen Büffel mit der .375 H & H Magnum

Dick Blixen-Finecke, Nachfahre von Bror Blixen, hat seine SAUER Take Down in 7 mm Rem. Mag. auch erfolgreich auf Leopard geführt. Sein Sohn Carl Frederick schoss mit der SAUER TD diesen starken Warzenschweinkeiler

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Vormittags stoppten zwei Schüsse aus der Take Down in 9,3x62 den Elchbullen beim Überfallen des Schotterweges, beim Abendansitz schoss Matthias Klotz dann mit der .300 Win. Mag. aus seinem Wechsellauf einen zweiten Bullen

Auslandsjäger Michael Schulz: „Bei der MaralJagd ging es so halsbrecherisch zu, dass meine SAUER TD nur zerlegt transportiert werden konnte. Dank ihres sekundenschnellen Zusammenbaus und der perfekten Wiederholgenauigkeit, lag nach einem Weitschuss mit der .300 Weath. Mag. dieser kapitale Maral“

SIG SAUER Area Sales Manager Olof Jeppsson (Mitte) geht auch in Afrika auf Nummer Sicher: „Mein Package besteht aus einem schnellen 300er Lauf und der .416 Rem. Mag. Das reicht vom Oribi übers Zebra bis zum Schadelefanten“

03 PASSION

Im australischen Outback heißt es laufen, laufen und nochmals laufen. Laurens West vertraut bei der Wasserbüffeljagd stets auf seine S 202 TD Hatari in .375 H & H Magnum

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WAFFE

Eine für alles: Diese S 202 Take Down Hatari mit geradem Hinterschaft und der Expressvisierung hat einen schweren 60-cm-Lauf in .375 H & H Magnum und ist damit Big Five-tauglich. Ein dünnerer 65-cm-Lauf (Mitte) im Weitschusskaliber .300 Winchester Magnum bringt die nötige Reichweite für die Plainsgame- sowie Wildschafjagd. Auf Bewegungsjagden wiederum spielt die Take Down mit dem kurzen, gefluteten 51-cm-Lauf in 9,3x62 mit Forest-Visierung, Vier-SchussMagazin und Drückjagd-Zielfernrohr ihre Trümpfe treffsicher aus

Manfred Orth ersann für seine in Kleinserie gefertigten 98er eine saugende Zylinderpassung und ließ si� das System 1998 patentieren. Dabei bekommt der Lauf ein Laufwurzelstü�, in das die Verriegelungswarzen eingreifen und das eine spielfreie Verbindung mit dem innen anges�liffenen Hülsenkopf eingeht. Na� Jahren in der harten Praxis, kam Orth mit SAUER in E�ernförde in Kontakt und verwirkli�te dort die Take Down-Idee au� für den SAUER Repetierer 202, der auf der IWA 2003 erstmals vorgestellt wurde. Herzstück der Take Down ist das Magnum-System aus vergüteten Ho�leistungs-S�miedestahl, das mit seiner Baulänge und dem einreihigen Einste�magazin Patronen bis zur Größe einer .458 Lott aufnimmt. Da die S 202 ohnehin s�on im Lauf verriegelte, galt es, eine optimale Verbindung von Lauf

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und Gehäuse zu finden, was s�ließli� mit einer Kegel-Ste�-Verbindung und minimalsten Fertigungstoleranzen gelang, die au� in jahrelangem Gebrau� praktis� keinerlei Abnutzung unterliegt. Das bürgt für lebenslange Präzision trotz übers�aubarem Pflegeaufwand. Denn mehr als sauber und tro�en (!) muss man die Verbindungsstelle ni�t halten. Für das Zerlegen auf ein Pa�maß von 70 Zentimetern oder den Kaliberwe�sel sind dann nur wenige Handgriffe nötig: Riemenbügel vorn lösen, den Knopf an der Vorders�aftspitze drü�en und den Vorders�aft geradlinig na� vorn abziehen, den Vers�luss ein bis dreimal na� unten fallen lassen, während die linke Hand die gesamte Waffe am Lauf hält. Dieser Impuls rei�t aus, um die Verbindung zu lösen. Umgekehrt gilt es, den Lauf so einzuste�en, dass er hörbar auf dem Gehäuse aufliegt. Die unten an der Lauf-

wurzel befindli�e Stahlno�e kommt dabei in der korrespondierenden Aussparung zum Liegen – fals�es Zusammensetzen ausges�lossen. Vers�luss s�ließen, Vorders�aft aufste�en, fertig. Ein Kontrolls�uss ist ans�ließend ni�t nötig. Ein etwaiger Kaliberwe�sel kann au� über die Kalibergruppe hinaus – also von der 6,5x55 (außer Kurzpatronen wie .22-250 Rem., .243 Win. und .308 Win.) bis zur .458 Lott – erfolgen. Hierbei werden nur ein neuer Vers�luss beim We�sel von Medium auf Magnum oder umgekehrt sowie ein passendes Magazin fällig. Auf dieses vielseitige SAUER Take Down-Konzept vertrauen weltweit s�on mehrere Tausend Jäger – vom Daheimgebliebenen, der einen universellen Repetierer mit We�sellauf-Option brau�t, über den Auslandsjäger bis hin zu einigen kanadis�en und afrikanis�en Berufsjägern.

PASSION 03


Gerade deshalb hat SAUER über die Standardmodelle S 202 T Classic und S 202 T Elegance hinaus zwei Sondermodelle entwi�elt, die für spezielle Jagdarten optimiert wurden: die Hatari mit Expresskimme, H & H-Klappkorn und der SAUER-Magazinsperre MagLo� in Großwild taugli�en Magnumkalibern sowie das Modell Forest mit di�em 51-Zentimeter-Lauf, Flu�tvisierung und Vier-S�uss-Magazin. Beide lassen sich dur� einen Magnumlauf der s�nellen 300er Klasse au� zu einer optimalen Plainsgameoder Ansitzwaffe ausbauen. Damit wird die S 202 Take Down so universell einsetzbar, dass sie mit den optimalen Kalibern auf Kodiak Island genauso zuverlässig arbeitet und trifft wie im Urwald Kameruns, in den Steppen Kasa�stans oder im australis�en Outba�. Und das zu einem bis heute konkurrenzlosen Preis.

03 PASSION

Die Take Down im Härtetest Hermann Rosenberg, einer der renommiertesten Scharf- und Präzisionsschützen-Ausbilder Europas sowie Jäger, über seine Erfahrungen mit der SAUER 202 Take Down: Die S 202 TSO (Tactical Special Operation) in .300 Win. Mag. wurde als Prototyp einer taktischen Präzisionsschützenwaffe für SEKs und andere Spezialeinheiten entwickelt, um im städtischen Gebiet die Waffe unbemerkt in Stellung bringen zu können. Es handelt sich bei der TSO daher nicht um eine infanteristische Scharfschützen-, sondern um eine Spezialwaffe. Trotzdem erfüllt sie alle geforderten Schießleistungen für beide Optionen. Die TSO muss allerdings wie eine Präzisionswaffe behandelt und bei Annäherungsübungen im Futteral geführt werden. Ich habe viel mit ihr ausprobiert, wobei der grundlegende Test folgender war: Ein Schuss abgeben, Waffe zerlegen und zusammensetzen, dann den nächsten Schuss abfeuern. Die Fünfer-Gruppen waren auf 100 Meter regelmäßig unter den geforderten vier Zentimetern, auch mit dem 13-Gramm-VM-Weichkerngeschoss. Während meiner Testreihen habe ich die Waffe bei strömendem Regen, Schneetreiben, starkem Sonnenschein mit hohen Temperaturen bis hin zu arktischen Minusgraden getestet. Während des Arktis-Trainings bei bis zu -40 Grad nahmen wir nur ein spezielles Waffenöl, das bei Tiefsttemperaturen nicht zäh wird. Ansonsten wurde sie ganz normal eingesetzt – und hat dabei zuverlässig funktioniert und präzise geschossen. Besonders das relativ geschlossene Gehäuse zeigte hier Vorteile, wenn sich ein Eispanzer über die Waffe gelegt hatte. Beim Repetieren wurde das Eis lediglich abgeschert, und damit war die Büchse wieder einsatzbereit und gängig. Darüber hinaus wurde die TSO bei bis zu 14-stündigen Jagdtouren auf dem Skidoo durch die Vibrationen stark beansprucht. Das steckte sie weg. Am Ende lagen nach drei Jagdtagen sechs Karibus.

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Fotos: Sascha Numßen, Hermann Rosenberg

Mehr Infos unter www.sauer.de


DRESS

Starker Auftritt Seit der aktuellen Herbst-Winter-Saison führt Blaser active outfits den Blaser Argali Gummistiefel im Programm – ausgestattet mit NASA-Bekleidungstechnologien, denen auch die Astronauten im Weltall vertrauen. Text: Julia Numßen, Fotos: Blaser active outfits

S

ommer, s�wülwarme Luft, 24 Grad im S�atten – Fototermin für Pirs�szenen. Mein männli�es Model steigt aus seinem Geländewagen, an den Füßen: Gummistiefel. I�: „Sind deine S�uhe kaputt?“ Er: „Wieso? Das hier“, und tippt dabei auf seine von Gummi umhüllten, strammen Waden, „ist das Beste, was man bei so einem Wetter tragen kann. Die Klimaregulierung im Stiefel ist top, außerdem könnte es no� einen S�auer geben“, sagt er zum Himmel blinzelnd und s�aut dann auf meine Leders�uhe. Er sollte Re�t behalten.

Die Blaser Argali Gummistiefel gibt es in Größe 38 bis 47

Jetzt bin ich selbst im Besitz der Blaser Argali Gummistiefel, für die der Begriff Gummistiefel viel zu s�nöde ist. Sie besitzen ein dreilagiges Innenfutter (siehe Graphik), das dafür sorgt, dass Kälte von außen abgehalten und glei�zeitig Wärme im Inneren gespei�ert wird. Diese Te�nologie wurde für die NASA entwi�elt, weil die Astronauten im Weltall extremen Temperaturs�wankungen ausgesetzt sind. Zurü� zur Erde: Wenn man im Revier zu Fuß re�t sportli� unterwegs ist, nimmt Outlast die dur� die Bewegung produzierte, übers�üssige Wärme auf und spei�ert sie. Das Glei�e passiert, wenn sommerli�e Außentempera-

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PASSION 03


turen den Füßen zu s�affen ma�en. Die Vorteile: Überhitzung und S�weißbildung werden deutli� reduziert. Do� jetzt kommt der Clou: Sobald man si� weniger bewegt oder die Außentemperaturen sinken, die Füße also drohen, kalt zu werden, gibt Outlast die gespei�erte Wärme zurü� an die Füße – das bedeutet, sie kühlen weniger s�nell aus. Nun zu den Äußerlichkeiten: Dank des seitli� angebra�ten Reißvers�lusses am S�aft, ist das Anziehen kein umständli�er Akt, sondern ein Kla�s, bei dem man au� die Jagdhose zügig und

DAMIT ES ZU KEINER UNTERKÜHLUNG ODER ZUM HITZESTAU AN DEN FÜSSEN KOMMT, ÜBERNIMMT DAS INNENFUTTER IM WINTER DIE WÄRMESPEICHERUNG UND IM SOMMER DIE KLIMAREGULIERUNG

faltenfrei hineinmanövrieren kann. Das Ausziehen der Stiefel geht no� s�neller, denn der He�sporn an der Ferse unterstützt den Stiefelkne�t bei seiner Arbeit tatkräftig. Die Krux beim Gummistiefel-Tragen im unebenen Gelände liegt in der Gefahr des Umkni�ens, die beim Blaser Argali Stiefel jedo� deutli� minimiert wurde. Der aus etwa 60 Einzelteilen zusammenvulkanisierte Naturkauts�ukstiefel wurde besonders im Knö�elberei� verstärkt und sorgt dadur� für festen Halt. Einen geländegängigen Eindru� ma�t au� die Profilsohle, die sogar auf ruts�igem Untergrund, wie nass geregneten Ho�sitzleiter-Sprossen, „greift“.

Egal ob bei der Pirsch über taufris�e Wiesen, dem Ausharren auf dem Entenstri� im knö�eltiefen Wasser oder dem Standortwe�sel auf der Niederwildjagd dur� mats�iges Gelände, die Stiefel haben si� bewährt. Sie lassen si� sehr angenehm tragen, sind lei�t und s�miegen si� optimal an die Waden. Nun steht wieder ein Foto-Shooting bevor – bei warmen Außentemperaturen mit einer hohen Regenwahrs�einli�keit und dem eingangs erwähnten Jäger-Model. Wetten, er trägt wieder seine Gummistiefel? Do� dieses Mal werde i� auf Augenhöhe sein. Aus S�aden wird man klug.

Äußere Klimaeinflüsse Wollfilz Outlast® Polyester Mikrofleece Gleichbleibendes Mikroklima

Mehr Infos unter www.activeoutfits.de

Haut

Der Stiefel von BAO besitzt ein dreilagiges Innenfutter. Die FilzIsolationsschicht als äußere Lage ist, in Kombination mit der mittleren Outlast-Lage und dem Innenteil aus Mikrofaserfleece, bis jetzt einmalig auf dem GummistiefelMarkt. Die Komfort-Einlegesohle mit ergonomischem Fußbett besteht aus unterschiedlichen Materialien sowie Zonen und entlastet, dämpft und ventiliert

03 PASSION

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OPTIK

Schneller gehtʼs nicht Wild wechselt an – Sauen! Anschlagen, mitschwingen, drauf sein. Das neue ZEISS Compact Point, das kleinste Rotpunktvisier aus dem Hause Carl Zeiss Sports Optics, entpuppt sich in der Drückjagd-Praxis als echter Hit. Denn nicht nur im Nahbereich, sondern immer, wenn Eile Not tut, stechen seine Trümpfe. Fotos: Carl Zeiss Sports Optics

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PASSION 03


03 PASSION

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optik

S

aujagd bei Sauwetter. Allein die Freigabe erhellt die Gemüter: „Führende Bachen sind selbstverständlich tabu, ansonsten ist alles frei. Schießen Sie bei den Rotten gewichtsmäßig von unten nach oben, dann können Sie eigentlich nichts falsch machen. Guten Anlauf und Waidmannheil“, so die abschließenden Worte des Jagdleiters bei der Begrüßung. Der zugewiesene Stand? Ein Zwangswechsel. Aber einer, in den man den Hund hineinjagt: Dornbüsche mit wenig Durchblick, ein paar Meter zugewachsener, vergraster Weg. Links und rechts Kiefernkusseln. Anlauf garantiert. „Hier muss jemand stehen, der schnell und sicher schießt“, sagt der Ansteller. Bei einem Schussfeld, das so schmal wie eine Besenkammer ist, hat selbstredend das Zielfernrohr ausgespielt. Es kommt runter und verschwindet im Sitzrucksack. Ein Griff in die Jackentasche fördert das neue ZEISS Compact Point, klein wie eine Streicholzschachtel, zutage, und in einem Zug thront der Rotpunkt-Winzling auf der Sattelmontage. Dort fixieren ihn zwei Arretierbolzen sowie Magnetkraft (MAKnetic) unverrückbar. Kein Schrauben, kein Klemmen, kein Hebeln. Einfach aufsetzen, fertig. Und Abnehmen? Linksseitigen Bolzen drücken und das Compact Point abziehen. Natürlich musste die Waffe mit dem Rotpunktvisier vor dem ersten Einsatz mit Hilfe der beiden versenkten Kreuz-Stellschrauben eingeschossen werden. Einschalten erfolgt zweckmäßig im Anschlag. Der Zeigefinger der Führhand drückt den Schaltknopf an der Stirnseite des Gehäuses. Sobald der rote Punkt im Fenster erscheint, wird seine Helligkeit durch Antippen der Funktionstaste auf die Lichtverhältnisse hin gedimmt. Dafür stehen fünf Intensitätsstufen zur Verfügung. Die zuletzt gewählte taucht übrigens nach Aus- und erneutem Einschalten wieder auf. Das gilt auch für den Fall, dass sich das

dank der speziellen zeiss LotuTec®-Beschichtung, perlen wasser und schnee vom compact point ab – der schütze kann sich immer voll auf die jagd konzentrieren

Mehr Infos unter www.zeiss.de/sportsoptics

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PASSION 03


Gerät na� vier Stunden Dauerbetrieb batteriesparend von selbst ausges�altet hat. Der vom Auge sofort erfassbare, klar abgegrenzte rote Punkt erlaubt blitzartiges Erfassen des Zieles sowie dessen Umgebung. Ni�t zuletzt wegen des gegenüber Konkurrenzprodukten deutli� größeren Linsenelements und seiner extrem s�malen Einfassung. Mittlerweile hat lei�ter Regen eingesetzt. Jetzt zeigt si� der Wert der LotuTec®-Bes�i�tung, denn die Wassertropfen auf der Linse bilden ni�t einen undur�dringli�en S�leier, sondern perlen ab, außerdem vermag das nasse Element dem sorgfältig abgedi�teten Gehäuse-Inneren ni�ts anzuhaben. Fast übertönt das dumpfe Aufs�lagen der Regentropfen im wei�en S�nee Hundegeläut und Raus�en von Zweigen, daher werden die Vorboten anwe�selnden Wildes spät wahrgenommen. Unmögli� zu sagen, ob es si� bei dem s�warzen Wis�er zwis�en Gras und Dornen um eine Ba�e, einen Keiler oder einen Überläufer handelt. Zum Na�trauern bleibt zum Glü� keine Zeit, denn nun wusselt es in den Büs�en: Fris�linge! Ein einzelner ist frei, S�uss, repetieren, zweiter S�uss auf die nä�ste Wutz und s�ließli� ein dritter Brauner. No� einmal fliegen lassen, das Stü� zei�net – das war's. S�nell na�laden und warten. Nach dem Abblasen erfolgt die erlösende Gewissheit. Ein Fris�ling liegt am Platz, ein zweiter zehn Meter weiter und der dritte? Dunkler S�weiß ruft den Na�su�enführer auf den Plan. Der Hund fällt die Wundfährte an und legt si� in den Riemen. Der S�ütze folgt na� Anweisung des Führers seitli� versetzt. Dann kommt plötzli� auf 50 Gänge die kranke Wutz in Anbli�, wird ho�. „S�ießen!“, ruft der Rüdemann. Sekundenbru�teile später steht der rote Punkt auf der Kammer des Braunen, und die gezielte Kugel beendet die Na�su�e. Nur gut, dass die beleu�tete Zielmarkierung auf 100 Meter ledigli� knapp zehn Zentimeter abde�t, sonst hätte man vom s�wa�en Kujel ni�t mehr viel gesehen. Red.

Das 58 x 27 x 36 Millimeter (L x B x H) kleine Compact Point lässt sich in drei Varianten für unterschiedliche Waffentypen montieren – mittels MAKnetic-Montage, der ZEISS-Platte für Schwenkmontagen oder der Standard-Variante mit integrierter Klemm-Montage für die Picatinnybeziehungsweise Weaver-Schiene. Ohne die beiden Batterien wiegt das Rotpunktvisier 90 Gramm

03 PASSION

Foto: Magnus Nyman

So müssen die Frischlige kommen – mit dem ZEISS Compact Point hat der Schütze in dieser Situation alle Trümpfe in der Hand. Der zweite Frischling quittiert gerade den Treffer

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MUNITION

Die fantastischen Vier Bei der neuen Patronenserie Blaser Magnum (BM) aus dem Hause Blaser hat man größten Wert auf harmonische Konstruktion, Praxistauglichkeit und höchste Präzision gelegt – und all das ohne Nebenwirkungen.

Text: Werner Reb, Fotos: Henry M. Linder (KODIAK), Erich Marek

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PASSION 03


03 PASSION

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MUNITION

D

ie gemeinsam von Blaser und Norma entwi�elte Bü�senpatronenreihe aus 7 Millimeter Blaser Magnum, .300 Blaser Magnum, .338 Blaser Magnum und .375 Blaser Magnum ist munitionste�nis� bemerkenswert, aber au� marktpolitis�, weil der Patronenmarkt na� Meinung von vielen Händlern und Endverbrau�ern als übersättigt gilt. Do� die Chance liegt ni�t in der Strei�ung oder Vers�mälerung des Angebots, sondern in der qualitativen Verbreiterung und damit der Erhöhung der Vielseitigkeit. „Nis�en nutzen und Qualität anbieten“ – wie in anderen Bran�en ist dies das ri�tige Rezept. Die Blaser-Patronenreihe stellt ein zukunftsweisendes Konzept dar, von dem besonders der Jäger auf Dauer profitiert. Zu ökonomis�en Vorteilen stoßen te�nis�e, denn die Patronen meistern hohe Vorgaben wie Ges�windigkeit, Energie und Rasanz. Katalogwerte stellen ni�t mehr „Luftnummern“ dar und sind verifizierbar – natürli� abhängig von te�nis�-individuellen Los zu Los-Abwei�ungen. Neben den Leistungsparametern Energie und Bahnkurve sind Gasdru� und Präzision, im vorliegenden Idealfall heißt das: „hohe Präzision bei niedrigem Arbeitsdru�“, immens wi�tig.

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Die Blaser Magnum Patronenserie ist in ihrer Ausgewogenheit angenehm zu s�ießen – ein großer Vorteil gegenüber den ledigli� im oberen Dru�berei� einigermaßen präzisen Ho�leistungsboliden mit übergroßen Hülsen. Weitere Vorteile der „fantastis�en Vier“ liegen in der patronenanhaftenden Präzision, die dur� Hülsenform und konstruktiv abgestimmte Lagermaße errei�t wird. Zusätzli� sind die Blaser-übli� knappen, bekanntli� Mindestmaße darstellenden Lager- und Laufmaße für die waffenseitig hohe Präzision ents�eidend. Blaser Patronen bringen in ihrer Kaliberklasse meist höhere Leistung als man�e Mitbewerber-Munition und haben im Verglei� zu Gürtelpatronen oder di�en Short Magnums die größere Präzision beziehungsweise die tendenziell bessere Funktion in der Waffe.

PASSION 03


Die neuen Blaser Magnum Patronen von links nach rechts : 7 mm Magnum mit Nosler-Accu-Bond-Geschoss, .338 Magnum mit Nosler-Accu-Bond-oder Barnes-Geschoss, .300 Magnum mit Nosler-Accu-Bond- oder CDP-Geschoss sowie .375 Magnum mit Barnes-Geschoss

03 PASSION

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munition Wer guter Technik gegenüber aufgeschlossen ist und auch auf weitere Distanzen präzise schießen will, ist typischer Abnehmer von für BM-Patronen eingerichteten Büchsen. Oder von Wechselläufen dieser Kaliber, denn gängige MagnumMagazine und der „MA“-Verschlusskopf passen auch für BM und so muss nur der Lauf zugekauft werden. Die BM entstanden maßlich neu und kopieren keine anderen Patronen. Konstruktionsbasis war der Gürteldurchmesser (R3 Maß) herkömmlicher Gürtel-Magnums, zum Beispiel die .300 Win. Mag. Das Maß des unteren Pulverraumdurchmessers (P1) der BM ist mit 13,84 Millimeter größer als das R3 Maß der konkurrierenden Gürtelpatronen mit 13,51 bis 13,56 Millimeter, so dass die Magnums aus dem Allgäu mehr Volumen haben. BM fassen also mehr Treibladung als direkte Konkurrenzpatronen und können bei gleicher Leistung gasdruckschwächer gehalten werden. Die Magnums aus Isny sind nicht von der Hülse .404 N.E. abgeleitet – deren P1 misst zwar 13,84 Millimeter, doch ist ihr Randdurchmesser (R1) größer. Vielmehr wurde aus waffentechnischen Synergie-Gründen das R1 Maß der Gürtelpatronen – 13,59 Millimeter – für BM übernommen, daher funktionieren sie mit Auszieher und Magnum-Verschlusskopf der Gürtelpatronen. Während diese den Verschlussabstand über den vorderen Gürtelrand bilden, definiert sich der BM Verschlussabstand, vorteilhaft für die Präzision, über die Hülsenschulter – BM sind Schulteranlieger.

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Die vom zwangszentrierenden Radialbundverschluss der Blaser R93 noch begünstigte, zentrische Schulteranlage trägt zur überdurchschnittlichen Präzision bei: Während Gürtelpatronen matchpatronenähnliche Schussleistungen nur in individuellen Fällen erreichen können, sind BM grundpräzise. Niedrige(re) Drücke und überlegte Komponentenauswahl dämpfen Rückstoß, Knall, Hochschlag, Mündungsfeuer, Geschossablagerung und Materialverschleiß – und das mit eher mehr Energieleistung. Hoch maßhaltige Hülsen und für beste Wirkung bei größter Eigenpräzision bekannte, mit gutem Ballistischem Koeffizienten versehene Geschosse von Nosler, Barnes und Norma werden laboriert. Ebenfalls gehobener Standard sind anzündsichere MagnumZündhütchen und nichttoxische Zusätze enthaltende, somit Materialverschleiß und Geschossablagerung reduzierende, energiereiche Pulver.

Die Ausweitung der Ballistischen Tabellen auf Distanzen bis 500 Meter, also jenseits der üblichen 300 Meter, dient lediglich zum Vergleich

PASSION 03


7 mm Blaser Magnum: 9,1 g/140 gr Nosler-Accu-Bond (NAB), BC 0,485 Zielentfernung m

0

50

100

150

200

250

300

350

400

450

500

Geschwindigkeit m/s

960

925

891

858

826

794

763

731

702

673

645

Geschossenergie J

4181

3882

3602

3340

3093

2861

2643

2433

2241

2062

1895

TPL GEE 202 m, cm

-4

1

4

4

±0

-7

-18

-34

-53

-78

-109

Die 7 mm BM mit dem 9,1-Gramm-Geschoss ist eine angenehm zu schießende, rasante Patrone für Europa und – international gesehen – leichtes Steppen- oder Bergwild. Nimmt man die Geschossenergie in Joule als Vergleichsmaßstab, so

generiert die 7 mm BM mit dem 9,1-Gramm-NAB auf 150 Meter etwa 11 Prozent mehr Leistung als die Standardpatrone 7x64 Brenneke mit gleichem Geschoss.

.300 Blaser Magnum: 11,7 g/180 gr Barnes TTSX, BC 0,484 Zielentfernung m

0

50

100

150

200

250

300

350

400

450

500

Geschwindigkeit m/s

930

896

862

829

797

766

735

705

677

649

622

Geschossenergie J

5049

4678

4333

4009

3704

3418

3151

2902

2669

2453

2252

TPL GEE 197 m, cm

-4

2

4

4

±0

-8

-21

-37

-59

-86

-119

.300 Blaser Magnum: 10,7 g/165 gr Blaser CDP, BC 0,385 Zielentfernung m

0

50

100

150

200

250

300

350

400

450

500

Geschwindigkeit m/s

950

906

864

824

784

746

708

670

635

602

570

Geschossenergie J

4826

4394

3995

3628

3288

2974

2663

2401

2158

1936

1734

TPL GEE 195 m, cm

-4

1

4

4

-1

-9

-21

-39

-62

-91

-127

Die .300 BM schöpft ihre Energie mit 10,7- bis 11,7-GrammProjektilen aus einer 64,2 mm Hülse und ist, global gesehen, die Allroundpatrone für leichtes bis mittelschweres Wild. Nimmt man die Geschossenergie als Vergleichsmaßstab,

so generiert die .300 Blaser Magnum zum Beispiel mit dem 11,7-Gramm-TTSX auf 150 Meter cirka 28 Prozent mehr Leistung im Vergleich zur Standardpatrone 7x64 Brenneke mit gleichem Geschoss.

.338 Blaser Magnum: 13,6 g/210 gr Barnes TTSX BC 0,482 Zielentfernung m

0

50

100

150

200

250

300

350

400

450

500

Geschwindigkeit m/s

900

867

835

804

773

743

714

657

685

630

603

Geschossenergie J

5514

5114

4743

4394

4066

3730

3466

3194

2939

2700

2476

GEE 188 m TPL cm

-4

1

4

3

-1

-10

-23

-41

-64

-93

-127

250

300

350

400

450

500

.338 Blaser Magnum: 13,0 g/200 gr Nosler-Accu-Bond BC 0,414 Zielentfernung m

0

50

100

150

200

Geschwindigkeit m/s

930

890

851

813

776

740

705

671

639

608

557

Geschossenergie J

5622

5149

4706

4294

3911

3557

3231

2930

2654

2400

2167

TPL GEE 192 m, cm

-4

2

4

4

-1

-10

-23

-40

-64

-93

-129

Die .338 BM ist mit 13,0- bis 14,9-Gramm-Geschossen großwildtauglich, bei gutem Ballistischen Koefizienten auf Großdistanz rasant und mit 63,7 mm Hülsenlänge für Standardsysteme geeignet. Nimmt man die Geschossenergie als Vergleichsmaßstab, so generiert die .338 Blaser Magnum mit

dem 13,6-Gramm-TTSX auf 150 Meter etwa 18 Prozent mehr Leistung im Vergleich zur mit gleichem Geschoss geladenen Standardpatrone 8,5x63. Neben der Blaser Ladung mit 13,6Gramm-TTSX gibt es noch eine Patrone mit 13,0-GrammNosler-Accu-Bond-Geschoss (V0 930 m/s).

.375 Blaser Magnum: 17,5 g/270 gr Barnes TSX, BC 0,326 Zielentfernung m

0

50

100

150

200

250

300

350

400

450

500

Geschwindigkeit m/s

840

793

747

703

661

620

580

543

508

476

445

Geschossenergie J

6177

5503

4889

4330

3822

3361

2946

2583

2262

1981

1735

TPL GEE 168 m, cm

-4

2

4

2

-5

-18

-37

-64

-99

-144

-200

Die .375 BM generiert wegen des größeren Volumens der 71,7 mm Hülse auf 150 m cirka fünf Prozent mehr Energie als die .375 H & H und schießt sich angenehmer. Mit 17,5-GrammBarnes-TSX hält die .375 Blaser Magnum (bei gleichem Ge-

03 PASSION

schossgewicht) auf 150 Meter rund 24 Prozent mehr Energie als die Standardpatrone 9,3x62 oder acht Prozent mehr als die 9,3x64 Brenneke. Die .375 Blaser Magnum ist international einsetzbar.

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MUNITION

Wie in guten alten Zeiten Die „Schwarze Waidmannsheil“ ist ein Qualitätsbegriff weit über die Landesgrenzen hinaus. Neben der Hochgeschwindigkeits-Version mit Kunststoffhülse wird die Schrotpatrone weiterhin mit der klassischen schwarzen Papphülse angeboten. In der Reithalle einer ehemaligen Kaserne in dem oberpfälzischen Städtchen Sulzbach-Rosenberg werden die Papphülsen der legendären Schrotpatronen nach einem Verfahren hergestellt, bei dem man sich Zeit nimmt. Text: Heinz Winkler, Fotos: Michael Eckstein

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lfriede Deinhard ist seit 33 Jahren im Betrieb. Jeden Tag rührt sie den Kleber an, der die gewickelten Hülsenstränge fixieren soll. Ihr Kommentar auf die Frage, was sich in den letzten 33 Jahren bei ihr geändert hat: „Nichts, wir haben hier höchstens mal einen neuen Eimer bekommen.“ Wie aus einer fremden Welt wirkt der moderne Kunststoffbottich zwischen der antiquierten Apotheker-Waage oder dem in die Jahre gekommenen Rührstab. „Wir geben dem Leim Zeit, lassen ihn einen Tag stehen, damit er richtig gut durchziehen kann“, erklärt Elfriede Deinhard. „Zeit geben“, das ist doch im 21. Jahrhundert gar nicht mehr möglich, oder? Aber auch bei Ernst Zahn, der an seiner Rolliermaschine steht, scheint es eher ruhig als hektisch zuzugehen. In gleichmäßigem, fast schon gemächlichem Takt werden hier die Papierstränge gewickelt, aus denen dann die Papppatronenhülsen geformt werden, die so typisch sind für die

Nach einem bewährten Verfahren wird der Leim angerührt, der die gewickelten Hülsenstränge fixiert

Fast alle Vorgänge gehen hier nach Gefühl und viel Erfahrung von der Hand. Sachkenntnis und Genauigkeit sind wichtiger als ein schneller Maschinentakt

Auf der antiquierten ApothekerWaage werden die Komponenten für den Leim abgewogen

Schon zum zweiten Mal gewann die „Waidmannsheil“ den begehrten „Goldenen Keiler“ für die beste Schrotpatrone

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„Schwarze Waidmannsheil“. Vor einigen Jahren hat man den Ausstoß der Rolliermaschine erhöht, was zu einer höheren Quellneigung führte. Weil Rottweil keine Qualitätseinbußen in Kauf nehmen wollte, hat man entschieden, die Maschine wieder auf alt bewährte Weise arbeiten zu lassen. Wie Kaminholz, das gut abgelagert werden muss, stapelt Ernst Zahn dann die gewickelten Stränge in einer hölzernen Gitterbox. „1958 hat man den Standort der Papphülsenfertigung von Nürnberg nach Sulzbach-Rosenberg verlegt.“ Er zeigt auf die Kisten. „Die stammen noch aus der Zeit, wurden damals von Hand geschreinert“, sagt er und schiebt sie vor zwei Ventilatoren. „Durch den Luftstrom wird den Strängen langsam die Feuchtigkeit entzogen. Hier stehen sie gut drei Tage“, sagt Ernst Zahn, „bis der Leim vollständig ausgetrocknet ist.“ Anschließend kommen sie in einen anderen Raum, in dem sie mit Hilfe von Luftbefeuchtern innerhalb einer Woche wieder auf Raumklima gebracht werden. Die Zeit nimmt man sich eben. Zahn ist der einzige, der für die Herstellung der Papierstränge zuständig ist. Keine Maschine kann seine Sachkenntnis ersetzen, da alle Vorgänge hier nach Gefühl und viel Erfahrung von der Hand gehen: Rollieren, trocknen, befeuchten, bepudern, satinieren, also glätten.

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Die Schwarze Waidmannsheil aus Pappe ist technisch und ballistisch auf höchstem Niveau und muss den Vergleich Mit jüngeren plastikpatronen nicht scheuen – im Gegenteil: Sie ist umweltfreundlicher und damit aktueller denn je

Hochstablie, mit Wasserlack imprägnierte Papphülse Hochwertiger, biologisch abbaubarer Faserpfropfen

Verrottbare Pappscheibe

Pappeinlage für gleichmäßigen Gasdruck Rauchfreies Rottweil Pulver Bodenpfropfen aus Pappe schützt den Hülsenboden gegen den Gasdruck

20 mm MessingBodenkappe

Laufschonende SINOXID®-Zündung

Die Pappeinlagen um den Pulverraum der „Waidmannsheil“ sind einzigartig und sorgen für eine gleichmäßige Entwicklung des Gasdrucks. Sie werden per Hand aus den gewickelten Pappsträngen geschnitten Als einzige Papppatrone der Welt besitzt die „Schwarze Waidmannsheil“ einen Pappboden und eine Pappeinlage. Wo andere Hersteller Kunststoff einsetzen, schwört man bei Rottweil auf das klassische Wickeln und Pressen von Pfropfen aus Papier, die den Hülsenboden gegen den Gasdruck schützen. Auch die Pappeinlage rund um den Pulverraum der Patrone ist einzigartig. In ihrer gasabsorbierenden Wirkung stehen die Pappvarianten den modernen Kunststoffböden in keiner Weise nach. Zusätzlich aber erfüllen die – mit Ausnahme der Messing-Bodenkappe – vollständig aus Pappe gefertigten „Waidmannsheil“-Hülsen den Anspruch an eine umweltverträgliche Jagdpatrone. Fertigungsleiter Josef Hittl, der mit routinierter Gelassenheit die Manufaktur der Papppatronen führt, sieht in der Aufrechterhaltung des klassischen Fertigungsverfahrens keinen Nachteil gegenüber modernen Prozessen bei der Kunststoffhülsen-Fertigung. „Auf der einen Seite haben sich unsere Produkte und deren Herstellung über Jahrzehnte bewährt, auf der anderen Seite setzen auch wir auf eine lasergesteuerte 100-prozentige Kontrolle der gefertigten Patronenhülsen. Schließlich ist die absolute Funktionssicherheit und Stabilität einer Schrotpatrone mit dem Namen ,Waidmannsheil‘ für jeden Jäger eine Selbstverständlichkeit – Nostalgie hin oder her, beim Qualitätsstandard müssen wir auf der Höhe der Zeit sein.“ Rottweil zeigt anhand dieser Patrone, dass Tradition und Moderne eine optimale Mischung ergeben, sogar zusammengehören. Dabei trifft sie den Zeitgeist besser denn je, denn neben ihren herausragenden ballistischen Leistungen ist sie Dank ihrer Pappkomponenten auch noch ökologisch.

Stolz werden die fertigen Patronenhülsen präsentiert, die nach einer modernen 100-Prozent-Kontrolle alle Ansprüche an Maßhaltigkeit, Funktionssicherheit und Stabilität erfüllen

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Mehr Infos unter www.rottweil-munition.de

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Lust statt Frust Der zweiteilige Schaftaufbau der SAUER 202 bietet ungeahnte Möglichkeiten. Text: Sascha Numßen, Fotos: Jochen Frießner

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er von uns war ni�t s�on einmal am Flu�en, wenn Petrus auf einer Drü�jagd für drei Stunden alle Himmelss�leusen geöffnet hatte. Sa�en einpa�en und einfa� na� Hause gehen – auf einer Bewegungsjagd Fehlanzeige. Nass bis auf die Haut kehrt man heim, umso ärgerli�er, wenn au� an dem Gewehr mit dem teuren 10er Luxus-Holzs�aft keine Faser mehr tro�en ist. Oder aber das teure Nussbaumholz bei einer Auslandsjagd arg gelitten hat. Doch das muss nicht sein: Das Baukastensystem der S 202 bietet einzigartige Mögli�keiten, denn an dem aus dem Vollen gefrästen Gehäuse werden alle Bauteile befestigt. So au� der verzugsfreie, zweiteilige S�aft, der ohne Präzisions- und Stabilitätseinbußen die Montage der edelsten Hölzer zulässt. Und damit das exquisite S�aftholz au� so bleibt, gibt es bei der S 202 die Option, mit ein paar Handgriffen den Holz- dur� die neuen Kunststoffs�äfte mit griffigem Soft Tou� in den Farben S�warz oder den Realtree-Tarnmustern AP HD® sowie AP HD® Snow zu ersetzen. Der große Vorteil: Dabei findet kein Auss�äften im eigentli�en Sinne statt, da die S 202 keine Systems�rauben besitzt und die Klemmung des Laufes unangetastet bleibt. Darüber hinaus bekommt die S 202 dur� Abnahme des Hinters�afts au� das unauffällige Pa�maß – je na� Lauflänge zwis�en 71 und 85 Zentimeter. Mit dem passenden SAUER-Polymer-Kurzkoffer steht einer Jagdreise ni�ts mehr im Wege.

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Und so funktioniert’s: Mit dem bei jeder Waffe mitgelieferten, langen Innense�skant- und dem kleinen 90-Grad-Winkels�lüssel wird, na� Abnahme des vorderen Riemenbügels, einfa� der Vorders�aft abges�raubt. Glei�es gilt für den Hinters�aft, bei dem der S�lüssel dur� eine kleine Bohrung in der Gummis�aftkappe an die S�raube gelangt. Ans�ließend lassen si� die robusten Austaus�s�äfte mit ein paar Drehungen am Gehäuse fests�rauben. Tipp: Der Kunststoff-Hinters�aft passt sowohl für das Medium- als au� das Magnumgehäuse. Den Plastik-Vorders�aft gibt es jedo� sowohl in einer Magnum- als au� in einer Medium-Version. Dabei ist die Magnum-Variante glei� s�on so gearbeitet, dass sie zu den di�en Magnumläufen (D-Kontur) passt. Der Medium-Vorders�aft hingegen ist auf die Standard-Laufkonturen (Mündungsdur�messer 16 Millimeter beziehungsweise 17 Millimeter bei 9,3x62) ausgelegt. Bitte daher beim Kauf angeben, wel�e Laufkontur man hat – Standard oder zum Beispiel do� den di�en Forest-Lauf mit einem Mündungsdur�messer von 19 Millimetern.

SO AUSGERÜSTET, KÖNNEN SCHNEE UND REGEN, STEINSCHLAG ODER SANDSTÜRME KOMMEN, DENN IHR LUXUSSCHAFT LIEGT WOHLBEHÜTET ZU HAUSE

Mehr Infos unter www.sauer.de

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Auf den Punkt gebracht

Hundegeläut, Äste krachen, Treiber rufen: „Sauen, Sauen nach vorne!“ Der Schütze schaut gebannt durch den Bestand, seine R93 ist noch entspannt. Doch sobald die erste Wutz ins Sichtfeld rückt, sind das Spannen der Waffe und Anbacken eine Bewegung. Das Beste daran: Gleichzeitig mit dem Spannen ist das Leuchtabsehen aktiviert – Illumination Control (iC) macht‘s möglich. Text: Werner Reb, Fotos: Joachim Hartmann

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nterhalb der Wiese steht die Rotte im Gebräch. Ruhig mit dem Fernglas angesprochen – die zwei rechten Überläufer passen – leise die R93 aufgenommen, im Anbacken den Spannschieber vor. Im gleichen Augenblick glimmt die Absehenbeleuchtung im ZEISS Varipoint 3-12x56iCT* auf. Solide steht der rote Leuchtpunkt auf der dunklen Schwarte. Kontrolliert den Abzug gedrückt, wie gelernt durchs Feuer geblickt und im Nachhall des Schusses „am Kopf“ repetiert. Schon fasst das Absehen den zweiten Überläufer, und neben dem ersten verendet die zweite Wutz. Ob die Dublette auch mit einer anderen Ausrüstung so schnell und sauber zur Strecke gekommen wäre, soll hier nicht diskutiert werden. Fest steht aber, dass eine noch nie dagewesene Technologie den Jagderfolg verbessern kann.

Die Aktivierung des Leuchtabsehen durch Spannen der Waffe ist bisher einzigartig auf dem Jagdmarkt. Die Beleuchtungssteuerung Illumination Control (iC), ein Gemeinschaftsprojekt von Blaser Jagdwaffen und Carl Zeiss Sport Optics, ist vorerst für die Varipoint iC-Zielfernrohre 1,1-4x24, 1,5-6x42, 2,5-10x50 sowie das eingangs beschriebene 3-12x56 und den Blaser Repetierer R93-iC lieferbar. Die Nachrüstung von Blaser R93 mit iC-Spannschiebern ist übrigens jederzeit möglich, nicht jedoch die Aufrüstung von Varipoint-Zielfernrohren. Aber wie funktioniert die iC-Technik überhaupt? Ein kleiner Magnetgeber im Spannschieber der R93 iC kommuniziert mit einem Sensor an der Unterseite des Varipoint-Okulars.

Ohne den Blick vom Ziel zu nehmen und ohne verräterische Bewegungen macht die Betätigung des Spannschiebers den R93 schussbereit und schaltet gleichzeitig die AbsehenBeleuchtung des ZEISS Varipoint ein. Umgekehrt kann im Anschlag die Waffe entspannt und das Absehen ausgeschaltet werden

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Mehr Infos unter www.il-control.de

Der am Tag praktisch-helle, rasch zum Ziel hinleitende und den Schuss auf bewegtes Wild erleichternde Leuchtpunkt ist sauber dimmbar und daher, ohne das Bild zu überstrahlen, auch in der Dämmerung auf dunklen Zielen gut zu sehen. Beim Absehen V69 kann zudem zwischen Leuchtpunkt und Leuchtkreuz gewählt werden

Wird der Spannschieber nach vorne geschoben, schaltet sich die Leuchteinheit in der Intensität ein, die zuvor eingestellt wurde. Lässt man den Spannschieber nach hinten gleiten, geht das Licht im ZEISS Varipoint iC automatisch aus. Ausgeklügelte Technik, perfekt umgesetzt und dazu praxisnah. Selbstverständlich kann der Jäger das Leuchtabsehen des ZEISS Varipoint iC auch dann einschalten, wenn die Blaser R93 entspannt ist – per Schalt- und Regelknopf am linken Turm. Einfach den Regler herausziehen, schon ist der Betrieb auf „on“ und die Lichtintensität des Leuchtabsehens kann per Drehung hoch oder runter gedimmt werden. Wie man es bereits von den anderen Varipoint-Modellen kennt, bleibt die Beleuchtung dann bei dieser „manuellen“ Einstellung so lange an, bis der Ein-/Ausschalt-Regler wieder Richtung Varipoint gedrückt wird.

Vorteil: Die Bewegungen des Jägers hinter der Waffe werden minimiert. Und das kann jagdentscheidend sein, vor allem dann, wenn hervorragend äugendes Wild wie Reh-, Rotoder Muffelwild auf kurze Distanzen in Anblick kommt. Mit „normalem“ Leuchtabsehen in der Zieloptik verfährt der erfahrene Jäger meist so, dass er, an seinem Standort angekommen, die passende Leuchtstärke (vor-)wählt und dann die Beleuchtung ausschaltet.

Doch zurück zum Automatik-Betrieb, zurück zu iC. Diese Technik erspart dem Schützen das „extra“ Ein- und Ausschalten der Leuchteinheit und sorgt damit für einen weiteren

Bekommt er Wild in Anblick, muss er die Führhand von der Waffe nehmen und das Leuchtabsehen aktivieren. Das sorgt für Unruhe und kostet Zeit.

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Wer einmal eine gute Chance verpasst hat, weil der Leuchtpunkt im entscheidenden Moment nicht aktiv war, wird SICH ZUKÜNFTIG Illumination Control wünschen

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Die Anwendung der Blaser/ZEISSiC-Technik ist nicht nur auf die besonderen Belange der Drück- oder Bewegungsjagden beschränkt. Sie kann mit den für die Dämmerung hervorragend geeigneten Varipoint iC-Zielfernrohren auch – wie hier – auf der Ansitzjagd genutzt werden

Do� damit ni�t genug: Wem ist es ni�t s�on passiert, dass man, aufgrund von Ästekna�en in der Di�ung, die Leu�teinheit im vorauseilenden Gehorsam aktiviert hat, und dann vergisst wieder auszus�alten, weil die Bühne leer bleibt. Wenn dann Stunden später der Lebenskeiler naht, kann, aller Abs�alt-Automatiken zum trotz, die Batterie längst

Das Varipoint bietet den feinsten Leuchtpunkt auf dem Markt. Er steht in der zweiten Bildebene. Das Absehen 60 mit Fadenkreuz in erster und Leuchtpunkt in zweiter Bildebene vereint die Vorteile beider Bildebenen. Die Varipoint Modelle 2,5-10x50iCT* und 3-12x56iCT* sind auch mit dem von Punkt auf Kreuz umschaltbaren V69 Leuchtabsehen lieferbar

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ihren Geist aufgegeben haben – vor allem Minustemperaturen bes�leunigen diesen Vorgang. Und der Basse zieht dann unbehelligt von dannen. Mit der iC-Te�nik von Blaser und ZEISS steht das Leu�tabsehen immer dann zur Verfügung, wenn es gebrau�t wird – ob auf der Pirs�, dem Ansitz oder auf der Drü�jagd.

Absehen 0 beleuchtet Absehen 0

Absehen 60 Helsenki beleuchtet Absehen 60 Absehen 69Absehen Oslo beleuchtet V69

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iC auf einen Blick • erstmals wurden Zielfernrohr und Jagdwaffe parallel weiterentwickelt und ihre Funktionen gekoppelt • Büchse und Zielglas „kommunizieren“ miteinander • iC reduziert die Bedienung der Büchse (spannen) und des Zielfernrohrs (Absehenbeleuchtung) auf einen Handgriff • wenig Bewegung ergibt weniger Unruhe hinter der Waffe • selbst im Jagdfieber kann die Absehenbeleuchtung nicht vergessen werden • Entspannen der R93 iC = Streckung der BatterieLebensdauer • keine Technik-Abhängigkeit: normale Bedienung der Absehenbeleuchtung trotzdem weiterhin möglich • iC funktioniert auch bei Zwangsabschaltung nach vier Stunden Dauerbetrieb (jedes Spannen aktiviert das Leuchtabsehen) • auch Linkshänder schätzen das iC-Konzept, da das Umgreifen der rechten Hand auf die linke Zielfernrohrseite entfällt

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Wozu in die Ferne schweifen

Damwild in der Hochbrunft erleben, einen starken Schaufler erlegen – nein, dafür müssen Sie keine weite Reise planen. In Brandenburg gibt es auch Damwild, starkes Damwild sogar. Frank Luck, der mehrfache Biathlon-Weltmeister und Olympiasieger, weiß als Jagdleiter auf Schloss und Gut Liebenberg, wann und wie Sie zu Ihrem reifen Schaufler kommen.

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Fotos: Magnus Nyman (2), Schloss und Gut Liebenberg, Franz Bagyi, Erich Marek (2), Frank Luck (2)


REISE

Kampf der Giganten: Schaufeln krachen, die Rivalen stemmen sich gegeneinander, schieben sich durch das vertrocknete Gras – hier entscheidet jeder Zentimeter über Sieg oder Niederlage

Zeitpunkt abpassen: Besonders in der Hochbrunft stellen sich viele Schaufler ein, die auf traditionellen Wechseln zu den Brunftplätzen ziehen

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Frank Luck 40 Jahre, führt eine Blaser R93 im Kaliber 8x57 IS und seit einem halben Jahr den Jagdterrierrüden Cito. Der ehemalige Biathlet ist Jagdleiter auf Schloss und Gut Liebenberg und bietet auch im Rahmen der Blaser Academy Schieß- und Praxisseminare an.

Wer das Kahlwild hat, hat die Hirsche: In Brandenburg fühlen sich Tiere und Kälber seit Jahzehnten wie zu Hause

Wie stehen die Chancen, bei Ihnen in Brandenburg einen guten Schaufler zu strecken? Die sind ausgespro�en gut. Das Damwild war s�on immer die Hauptwildart in diesem Gebiet. Es fühlt si� hier einfa� wohl – findet in unserem Mis�wald mit den li�ten Ei�en-Altholzbeständen und den angrenzenden Kiefern-Di�ungen ideale Brunftplätze vor. Außerdem bietet der Erlenbru�, dur�setzt mit Es�en und Pappeln, Wiesen und Wildä�ern hervorragende Einstands- und Äsungsmögli�keiten. Besonders viel Betrieb haben wir in der Hauptbrunftzeit von Mitte bis Ende Oktober. Weil es in Liebenberg entsprechend

Zur Strecke gelegt: Ein reifer Schaufler der Klasse vier, dessen Trophäe 3,1 Kilogramm auf die Waage bringt und knapp an die 175 CIC-Punkte kommt

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viel Kahlwild gibt? Genau.Vor und besonders gegen Ende der Brunft legen die S�aufler no� einmal einige Kilometer zurü�, finden si� auf den alten We�seln an traditionellen Brunftpätzen ein. Das Kahlwild hat bei uns das gesamte Jahr über seine festen Einstände – hier kommen viele Tiere auf einen S�aufler. Oft rei�en bereits zwei Jagdtage aus, um einen guten Hirs� zu stre�en. Gibt es eine spezielle Taktik für die Schauflerjagd? Wir müssen uns zuallererst auf den Gastjäger einstellen. Ist er ni�t so gut zu Fuß, können wir mit ihm auf exponierten Kanzeln oder in speziell her-

geri�teten S�irmen ansitzen. Mö�te der Jäger aktiv jagen, pirs�en wir direkt zu den Brunftplätzen, an denen es au� Erdsitze gibt. Man�mal muss man au� improvisieren, innerhalb von Sekunden eine Ents�eidung treffen, an einem Baum anstrei�en oder vom Dreibein s�ießen. Das sollte der Schütze also „drauf“ haben? Sagen wir es mal so: Wenn tatsä�li� der kapitale S�aufler auftau�t, plötzli� vor uns im Bestand verhofft, rund vier Kilogramm Geweihgewi�t mitbringt, und der Jäger dann ni�t weiß, wie und wo er anstrei�en muss, ist das – besonders für ihn – ärgerli�. Sie bieten im Rahmen der Blaser Academy Praxis-Hilfe an. Stimmt. In einem kurzen Training vor der Jagd gehen wir beispielsweise näher auf Ans�lagarten ein, wie man Geländegegebenheiten nutzen kann etc. Hinzu kommt, dass man auf unserer neuen Indoor-S�ießanlage seine S�ießfertigkeiten no� einmal prüfen und vervollkommnen kann.

Schloss und Gut Liebenberg in der Mark Brandenburg liegt rund 50 Kilometer von Berlin entfernt. Es verfügt über 63 restaurierte Zimmer und mehrere Restaurants, in denen man sich und seine Familie kulinarisch verwöhnen lassen kann. Tagesausflüge in die Hauptstadt können jederzeit unternommen werden. Das 2.000 Hektar große Areal von Schloss und Gut Liebenberg ist nicht gegattert. Hauptsächlich vorkommende Wildarten sind Dam-, Reh-, Muffel- und Schwarzwild, Keiler können ganzjährig mitbejagt werden. Acht Damschaufler der Klasse drei und vier sind pro Jagdjahr zum Abschuss freigegeben. Kontakt: Blaser Safaris, Ihr Ansprechpartner für die Jagd auf Schloss und Gut Liebenberg: Gunther Stoschek, Tel.: (49) 0 75 62/702-324

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DRESS

Robust & stark Während der Jagdausübung geht man in einigen Situationen aufs Ganze, schont weder sich selbst noch das Material. Umso wichtiger zu wissen, dass Blaser active outfits die extrem widerstands- und strapazierfähige RAM-Kollektion entwickelt hat. Fotos: Blaser active outfits

In der NapoleonReißverschlusstasche finden Sie ein praktisches Reinigungstuch

Mehr Infos unter www.activeoutfits.de

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en es bei jedem Wetter na� draußen zieht, wer seine Ausrüstung s�onungslos im Revier einsetzt und wer dabei keine Abstri�e in Punkto Funktionalität ma�en will, kommt an der neuen RAMKollektion von Blaser active outfits ni�t vorbei. Die in der Ja�e sowie in der Hose verarbeitete wasser- und winddi�te Blaser Rambrane hält Sie immer tro�en und warm. An den Unterarmen sowie an den Seitenteilen der Ja�e wurde strapazierfähiges und glei�zeitig dehnbares Material eingesetzt, um Ihnen genügend Bewegungsfreiheit zu garantieren. Besonders widerstandsfähiges Soft Cordura, mit Ramtex Applikationen veredelt, wurde an den S�ulterpartien platziert. Mit der dazu passenden wattierten Hose tragen Sie au� an kalten Tagen ein optimales Jagdoutfit.

Die Fernglashalterung in den senkrechten Reißverschlusstaschen sorgt dafür, dass das Doppelglas bei der Pirsch ruhig anliegt. An den Innenseiten der RAM Hose wurde das strapazierfähige Ramtex-Material verarbeitet – deshalb ist die Geräuschentwicklung beim Pirschen gering

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Zwei Pattentaschen, eine Gesäß- und eine Messertasche an der wattierten RAM Hose bieten Platz für alles, was „Mann“ im Revier braucht

Bitte wenden – die gefütterte RAM Winterkappe mit dem herausklappbaren Ohrenschutz

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WAFFE

Tarnen, täuschen und erlegen Die Modelle S 202 Yukon und Polar sind für all jene Jäger gedacht, die nah ans Wild ran wollen. Genau deshalb arbeitet SAUER mit dem Tarn-Spezialisten Realtree® zusammen. Text: Sascha Numßen, Fotos: Jochen Frießner

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Vom Sehen und Gesehen werden Hinsichtlich des Farbsehens gibt es bei den Tieren große Unterschiede. So können Vögel zusätzlich zu dem für Menschen sichtbaren Farbenspektrum von 400 bis 800 Nanometer auch extrem gut ultraviolettes Licht wahrnehmen. Dahingegen verfügen etwa Reh- und Rotwild, Kaninchen und Hunde nicht über drei, sondern nur über zwei verschiedene Rezeptoren für die Farberkennung. Sie sind gewissermaßen rotgrünblind. Durch die fehlende Rotwahrnehmung heben sich auch Jäger in der für unser Auge sehr auffälligen orangen Drückjagdkleidung nicht deutlich von der grünen Umgebung ab. Umso erstaunlicher fällt die gute Wahrnehmung der Farbe Blau und die effizientere Nutzung des ultravioletten Wellenbereichs aus – wodurch wir Jäger eventuell schon auf Grund eines vorhandenen Kontrastes wahrgenommen werden. Wild mit stark gekrümmter Hornhaut, wie etwa Gams oder Muffel, registrieren Bewegungen besonders schnell. Das gilt abgemildert auch für die anderen Schalenwildarten, wobei durch die Hornhautkrümmung die Wahrnehmung etwas unscharf ausfällt. Dafür verfügt das Schalenwild über eine uns weit überlegene Dämmerungs- und Nachtsicht, weil es einen reflektierenden Augenhintergrund besitzt, der das ins Auge fallende Licht spiegelt, so dass es zweimal auf die Sehzellen fällt und sich die Lichtausbeute quasi verdoppelt. Eine Ausnahme bildet hier das Schwarzwild. Nicht zuletzt sind uns beispielsweise „Beutetiere“ wie Hase oder Schalenwild durch ihr Gesichtsfeld überlegen: So ist es kein Wunder, dass bei einem Sehfeld von 360 respektive 300 Grad das Anpirschen von hinten selbst bei bestem Wind oft scheitert, weil Reh & Co. Gefahren aus allen Richtungen erkennen. Anders Raubwild, wie Fuchs oder Luchs – ihr Gesichtsfeld ist wie bei uns auf etwa 180 Grad mit bestem räumlichen Sehen begrenzt – die so genannte „Jägerperspektive“ zur perfekten Entfernungsabschätzung für den effektiven Beutezug.

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Dank Volltarnung mit Realtree AP HD® verschmelzen Jäger und Waffe bestens im Fichtenwald mit der silbrigen Rinde und dem grau-braunen Reisig am Boden. Bewegungen sind so für das Wild schwerer wahrnehmbar

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assen Sie do� einmal die Pirs�-Erlebnisse Revue passieren, bei denen Sie alles ri�tig gema�t haben, bis zu dem Moment, als Sie Ihre Waffe ans�lagen wollten. Ein verpirs�ter Rehbo� ist das eine, aber im Abs�luss zu versagen, das kränkt die Jägerehre. S�ließli� zählt das spannende Jagderlebnis doppelt: Ein unter s�wierigen Umständen erpirs�ter Dur�s�nittsbo� bleibt oft mehr im Gedä�tnis haften, als ein kapitaler Se�ser, der vom Ho�sitz aus erlegt wurde. Denn bei der Pirs� beziehungsweise dem Ansitz am Boden ohne jegli�e jagdli�e Einri�tung, werden unser Instinkt

und jagdli�es Können voll gefordert. Das fängt s�on bei den Vorbereitungen an. Der Wind muss natürli� passen, das versteht si� von selbst. Do� die beste Tarnung und der optimale Wind helfen ni�t, wenn das ri�tige „Hinterland“ fehlt. Dazu gehört zuallererst die Sonne: Stellen Sie bei der Pirs�route oder der Platzwahl si�er, dass Sie sie im Rü�en haben. Denn sobald Wild in Ihre Ri�tung äugt, haben Sie die Blendwirkung auf Ihrer Seite. Daraus ergibt si� folgende Faustregel: Bei Westwind bietet si� die Jagd in den Morgenstunden an, denn mit der Sonne aus Osten hat man zwei Verbündete. Bei Ostwind und untergehender Sonne aus Westen bietet der Abend

die optimalen Voraussetzungen. Jetzt nur no� bea�ten, dass man si� ni�t hinter, sondern vor eine De�ung setzt. Der von Baum oder Bus� geworfene S�atten erhöht die Tarnung, und Bewegungen vor dunklem Hintergrund werden vom Wild, das gegen die Sonne äugt, nur sehr s�wer wahrgenommen. Am häufigsten bewegt man das Fernglas. Wer da keine Hands�uhe trägt, übersieht die verräteris�e Wirkung der blanken Hände. Das Wild übersieht sie ni�t – dagegen helfen lei�te TarnHands�uhe oder die dünnen SAUER S�ießhands�uhe aus Rindnappa. Gerade die bieten au� bei Nässe immer no� hervorragenden

Auf dem Holzweg S 202 Yukon mit Camoflon-beschichtetem Stahl-Gehäuse und Kombiabzug Lauf: 56 cm, 16 oder 17 mm, ungeflutet oder durchgehend geflutet / 51 cm, 19 mm, durchgehend geflutet; Gesamtlänge 107,5 cm / 102,5 cm Gewicht: 3,5 kg oder 3,37 kg / 3,58 kg.

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Kunststoffschaft ohne Backe (nur RH) mit Soft Touch in Realtree AP HD®. Kaliber: .270 Win., 7x64, .308 Win., .30-06, 8x57 IS, 9,3x62. Ab Januar 2010 auch in diversen Magnumkalibern

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Fire & Ice S 202 Polar mit Stahl-Gehäuse und Silber Ilaflon® Abzug, Lauf, Gesamtlänge, Gewicht: siehe Yukon. Kunststoffschaft mit Realtree AP HD® Snow. Kaliber wie bei Yukon – Magnum ebenfalls ab 2010 erhältlich

DAS AUFLÖSEN DER SCHARFEN SILHOUETTE VON JÄGER UND BÜCHSE TRÄGT ENTSCHEIDEND ZUM PIRSCHERFOLG BEI

Grip. Ein großer Vorteil, denn während oder kurz na� dem Regen ist Kaiserwetter für den Pirs�jäger. Im laut tröpfelnden Wald kommt man oft nahe ans Wild heran. Optimal, wenn man dabei auf einen witterungsunempfindli�en und zuglei� griffigen S�aft zurü�greifen kann (siehe au� Seite 66). Um möglichst nah ans Wild ranzukommen, hat SAUER die beiden neuen Modelle S 202 Yukon und S 202 Polar entwi�elt. S�ließli� nutzt die Tarnung von Körper und Händen wenig, wenn der Jagderfolg im letzten Moment an der Bewegung des Gewehres s�eitert. Das Auflösen der s�arfen Silhouette von Jäger und Bü�se ist ents�ei-

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dend, vor allem, weil in der Natur die reinen Farben Blau und au� S�warz (also Lauf, Gehäuse, Zielfernrohr und viellei�t no� der S�aft) so ni�t vorkommen. Das kann man zwar mit ruhigen Bewegungen oder bei bereits aufmerksamen Wild dur� absolute Starre bedingt ausglei�en. Do� ein bereits misstrauis�, s�einäsendes Stü� wird den Wink mit dem Gewehr dafür nutzen, si� endgültig zu empfehlen und die eigene De�e zu retten. Mit seinem Gemis� aus Formen und Farben in dreidimensionaler Anord-

nung s�affte es Realtree®, die Silhouette des Jägers zu verwis�en und damit eine Vers�melzung mit der Umgebung herbeizuführen, bei der selbst Bewegungen fürs Wild s�werer wahrnehmbar sind. Der Erfolg gibt den Ma�ern Re�t, do� war au� für Bill Jordan, den Realtree-Erfinder, aller Anfang s�wer: Na� einem ges�eiterten Start im Bogenjagd-Ges�äft verlegte er si� 1986 auf das Design von Tarnmustern. Baumrinde, Äste und Blätter vers�molzen vor neutralem Hintergrund zu einem völlig neuen Drei-D-Muster, das es so bisher ni�t gegeben hatte. Im glei�en Jahr meldete er si� zur SHOT-Show an. Dort tummelten si� bereits am ersten Morgen die Einkäufer der US-Jagdausrüster Wal-Mart und Bass Pro auf seinem Stand. Do� Jordan konnte keine fertige Jagdkleidung liefern, sondern nur das Design seiner Tarnmuster und die Te�nik des Aufbringens auf den Stoff anbieten – das Lizenzvergabe-System war geboren. Mitte/Ende der 1990er Jahre s�wappte dieser Tarn-Kult dann rüber na� Europa und führte zu heftigen Stammtis�-Diskussionen. Bei uns war man lange Jahre nur das Steingrauoliv der Bundeswehr gewohnt, wobei einige wagemutige Exoten s�on mit Wood-

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Mehr Infos unter www.sauer.de

land Camo der US Army, oft unter heftigem Kopfs�ütteln der Mitjäger, auf Pirs� gingen. Anders das neuartige Tarnmuster, das auf Mitmens�en gar ni�t mehr so bedrohli� wirkt. Zudem funktioniert das Auflösen der Silhouette perfekt – und das weltweit. Deshalb legte SAUER au� bei der Bes�i�tung der Stahlteile großen Wert darauf, dass si� die s�arfen Konturen von Gehäuse und Lauf quasi in Luft auflösen. Das erfolgt bei der Yukon mit Camoflon, einer speziellen Farbvariante von Ilaflon®. Der Untergrund wird Umbragrau gespritzt, um die s�arfen Kanten ans�ließend endgültig dur� ein s�warzes Tropfenmuster aufzulösen. Glei�es errei�t man für den Winter mit der mattsilbernen Ilaflon®Bes�i�tung der Polar. Beides wird dur� ein farbli� darauf abgestimmtes S�aft-Muster no� optimiert. Zwar ist die Auswahl heutzutage gewaltig – es existiert für fast jedes Biotop die passende Tarnung – trotzdem versu�en alle Hersteller au� Muster zu entwi�eln, mit denen man si� gut getarnt in mögli�st vielen Waldgebieten bewegen kann. Ein sol�es „All Purpose-Pattern“ ist das brandneue Realtree AP HD��, das si� für Nadel-, Laubund Mis�wälder glei�ermaßen eignet und neben Rotei�enblättern und Kie-

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fernnadeln au� die silbrige Rinde vor einem gräuli�-grün-braunen Untergrund zeigt. Dieser Farbton samt Tarnmuster passt gut zu unseren Fi�tenmonokulturen und zu Mis�wäldern mit ihren hell spiegelnden Rinden (Fi�te, Bu�e) und Borken (Kiefer, Ei�e). Deshalb ging SAUER zur IWA 2009 au� die neue Partners�aft mit dem US-Marktführer Realtree® ein, wobei mit der Vorstellung der beiden neuen Bü�sen glei� eine weitere Deuts�land-Premiere gefeiert wurde: SAUER bietet als erster deuts�er Hersteller die Kunststoffs�äfte mit der SpezialBes�i�tung „Soft Tou�“ an, die damit sowohl im tro�enen wie feu�ten Zustand als au� bei Kälte außergewöhnli� griffig sind. Und das bietet den ents�eidenden Vorteil zusammen mit dem S�neetarnmuster Realtree AP HD® Snow au� bei der SAUER 202 Polar, die in den endlosen Weiten der Eiswüste genauso unsi�tbar wird wie auf der winterli�en Fu�spirs� daheim. Nur auf die Jagd gehen – das müssen Sie no� selbst. Und wenn dann alle Umstände passen, wird der perfekt angepirs�te, heimli�e Muffelwidder das Anheben des Gewehres diesmal si�er ni�t bemerken.

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OPTIK

Der Klassiker Dialyt 8x56

Das moderne Mittelklasse Fernglas Conquest 8x56 T*

Wolf Wehran ist PR-Fachmann und war viele Jahre für die jagdrelevanten Produkte von Carl Zeiss tätig. Er kam schon früh mit einem Dialyt in Kontakt – ein Geschenk seines Großvaters, das allerdings in den Kriegswirren verloren ging. Inzwischen führt er ein modernes ZEISS Victory 8x56 FL

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Das Hochleistungs-Fernglas Victory 8x56 T* FL

Die Lichtriesen von Carl Zeiss Mehr sehen bei weniger Licht – das wünschten sich bereits um die 1920iger Jahre immer mehr Jäger. Waren bis dahin für den JagdglasBenutzer nur Vergrößerung und Bildschärfe die Kriterien, rückten plötzlich ObjektivDurchmesser und Lichtdurchlässigkeit des optischen Systems, kurz Transmission, in den Vordergrund – 8x56 wurde zur Erfolgsformel. Text: Wolf Wehran, Fotos: Carl Zeiss Sports Optics

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OPTIK

I

nnerhalb der Carl Zeiss Gruppe su�ten die FernglasExperten na� einer Konstruktion, in der die oben genannten Eigens�aften optimal verwirkli�t werden konnten. 1933 war es dann soweit: Das Carl Zeiss To�terunternehmen Hensoldt in Wetzlar stellte das weltweit erste Fernglas mit 8-fa�er Vergrößerung und 56 Millimetern Objektivdur�messer vor, eine epo�ale Innovation. Seine Austrittspupille (AP) von 7 Millimetern entspra� der maximalen Pupillengröße des mens�li�en Auges. Das Fernglas hatte ein Da�prismensystem na� Abbe-König, bei dem es praktis� keinen Li�tverlust gibt. Das schlanke ZEISS Dialyt 8x56 mit seiner bis dahin ni�t gekannten Dämmerungsleistung wurde in kurzer Zeit zum beliebtesten Glas der Jäger, Zoologen und Wildbiologen. Eine Steigerung der für die Dämmerungsbeoba�tung so wi�tigen Transmission wurde dur� eine weitere ZEISSInnovation, der T-Vergütung und später der T*- Mehrs�i�tvergütung der Optik, errei�t. Zurü� zum Ursprung – es gibt keinen besseren Beweis für die Gebrau�stü�tigkeit und Langlebigkeit eines Fernglasmodells als die wohl einmalige Tatsa�e, dass das ZEISS Dialyt 8x56, inzwis�en ein Klassiker, na� über 75 Jahren immer no� beliebt ist und weiter hergestellt wird.

Das schlanke, optisch aufwändige Abbe-König Prismensystem basiert auf dem Konzept der TotalReflexion und arbeit völlig lichtverlustfrei. Es ist somit perfekt für die Dämmerungsbeobachtung geeignet Die Basis dieser überragenden Li�tstärke, das praktis� li�tverlustfreie Abbe-König Prismensystem, nutzen die Wetzlarer au� in den aktuellen großen Fernglasmodellen. So bietet das neue ZEISS Conquest 8x56 – ein Glas der oberen Mittelklasse – mit der weiterentwi�elten T*-Mehrs�i�tvergütung ebenfalls Transmissionswerte von gut 90 Prozent, und zählt damit zu den ZEISS-Li�triesen. Hinzu kommt, dass es mit nur 950 Gramm ein e�tes Lei�tgewi�t ist– beides bea�tli�e Vorteile für ein Fernglas dieser Preisklasse. Blickt man nun bei gleichen Dämmerungsverhältnissen im Verglei� zu den beiden erwähnten Gläsern dur� das ZEISS

Wild wechselt gern in der einsetzenden Dämmerung an – umso wichtiger, bei der Fernglas-Auswahl auf Qualität und Lichttransmission zu setzen

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Victory 8x56 FL, hat man den Eindru�, als hätte man über der Szene Li�t angeknipst – ein überras�endes, neues Seherlebnis. Die verbesserte T*-Vergütung und die Verwendung fluoridhaltiger Glasarten im neu gere�neten optis�en System haben es mögli� gema�t, die Li�ttransmission beim Victory auf über 94 Prozent zu erhöhen – derzeit einsamer Spitzenwert bei Ferngläsern. Damit hat das Victory 8x56 FL glei�falls einen Spitzenplatz in der Dämmerungsleistung, was man wiederum als Zeitvor-

DAS VICTORY FL 8X56 HAT EINE SEHR HOHE DÄMMERUNGSLEISTUNG. DER JÄGER KANN ALSO BEI ABNEHMENDEM BÜCHSENLICHT LÄNGER BEOBACHTEN UND DANK GUTER DETAILERKENNBARKEIT WILD SICHER ANSPRECHEN. ER GEWINNT ZEIT teil sehen solte: Bei abnehmendem Li�t kann man mit einem Glas höherer Dämmerungsleistung länger beoba�ten und, dank guter Detail-Erkennbarkeit, si�er anspre�en. Bei der DJV-Keiler-Ans�uss-S�eibe habe i� auf 100 Meter Entfernung in zunehmender Dämmerung mit dem Victory 8x56 no� zwölf Minuten länger Details erkennen können als mit meinem alten 8x56 Dialyt. Falls ein stärkeres Stü� S�warzwild beim realen Ansitz in dieser Mehrzeit von zwölf Minuten anwe�selt, kann i� tatsä�li� anspre�en, ob es si� dabei um Basse oder Ba�e handelt – ein Pro für das Victory 8x56 FL. Allerdings ist die Dauer des Dämmerungsverlaufs je na� geographis�er Breite unters�iedli�, und au� die Bewölkung kann entspre�enden Einfluss haben. Die Sehleistung des Auges in der Dämmerung ist also individuell re�t unters�iedli�, und nur der Benutzer kann feststellen, mit wel�em Glas er in seinem Alter am besten in der Dämmerung Einzelheiten erkennen kann. In den 1960er Jahren ging der Bü�senma�er, bei dem i� Kunde war, mit mir auf eine Wiese, stellte eine Keilers�eibe auf und ließ mi� mit drei Fernglasmodellen über die Dauer der zunehmenden Dämmerung Probesehen – zu diesem Test rate i� au� heute no�. Für den Bü�senma�er war es übrigens gut angelegte Zeit, denn am Ende unserer Sitzung kaufte i� das Dialyt 8x56. Und das habe i� heute no� – neuerdings au� ein Victory 8x56 FL, denn wie sagte do� ein norwegis�er Jagdfreund: „You can’t ignore progress.“

Mehr Infos unter www.zeiss.de/sportsoptics

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Auf die Lichttransmission kommt es an: Die Dämmerungszahl sagt wenig über die vom Beobachter nutzbare Dämmerungsleistung aus. Wichtige Faktoren, wie Lichttransmission des optischen Systems und Größe der Augenpupille, bleiben hier unberücksichtigt. Grundsätzlich gilt: 1. Je höher die Transmission, desto besser die Dämmerungsleistung – bei gleichen Daten (Vergrößerung und Objektivdurchmesser) der Ferngläser. 2. Die volle Dämmerungsleistung bekommt der Beobachter, wenn die Pupillengröße seiner Augen (EP) und die Größe der Austrittspupille beim Fernglas (AP) gleich sind. Zu Punkt 1: Bei den meisten heute angebotenen Ferngläsern liegen die Transmissionswerte zwischen 80 und 85 Prozent. Durch ein Fernglas mit 80 Prozent Transmission sieht man das Bild um etwa 17 Prozent dunkler im Vergleich zum ZEISS Victory 8x56 FL mit 94 Prozent Transmission, dem heutigen Spitzenwert. Zu Punkt 2: In jungen Jahren von 20 bis 30 liegt die maximale Größe der Pupille des menschlichen Auges (EP) in der Dämmerung bei 7 Millimeter. Das ist auch der Durchmesser der AP beim 8x56 Fernglas. Hier haben wir das Optimum an Dämmerungsleistung für den Beobachter. Mit zunehmendem Alter verringert sich die EP. Liegt die EP zum Beispiel bei fünf Millimeter, erreicht nicht mehr alles durch das 8x56 Fernglas kommende Licht das Auge.

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8x56 Zwei Objektivdurchmesser von ZEISS-Ferngläsern im Vergleich: Um die Pupillengröße des Auges voll nutzen zu können, muss das Fernglas eine ausreichend große Austrittspupille (AP) aufweisen. Mit einem Objektivdurchmesser von 56 mm und 8-facher Vergrößerung bieten 8x56 Ferngläser reichlich AP für die Dämmerungsbeobachtung

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Die Waffen der Profis

„Es war Liebe auf den zweiten Blick“ In lockerer Folge stellen wir Ihnen in dieser Rubrik Mitarbeiter der Firmen Blaser, Mauser, SAUER und Berufsjäger aus aller Welt vor, die hier ihre Waffen präsentieren, mit denen sie am liebsten auf die Jagd gehen. Wir beginnen unsere neue Serie mit Gunther Stoschek, Marketing-Leiter bei Blaser Jagdwaffen.

Welches sind die wichtigsten Auswahlkriterien für Ihre eigene Jagdwaffe? Ganz klar: Sicherheit und höchste Schusspräzision! Das sind doch Eigenschaften, mit denen jeder Waffenhersteller wirbt. Ja, ich weiß, aber gerade diese Punkte sind viel komplexer, als man glaubt. Beim Thema Sicherheit ist für mich die Handspannung ein Muss. Als gelernter Büchsenmacher weiß ich zu gut, wie sensibel Schloss-Systeme sein können, welch hohe Kräfte auf extrem kleine Rasten wirken – von Verschleiß­ erscheinungen des Systems ganz zu schweigen. Eine geladene Waffe auf der Jagd zu führen, bei der die Schlagfeder unter sehr hoher Spannung steht, da hätte ich mich noch nie wohlgefühlt. Was ist mit den Gegenargumenten? Dass Handspanner schwergängig sind, und man erst dann die Waffe lädt, wenn man auf dem Hochsitz oder Drückjagdstand sitzt? Richtig ist, dass nur mit einer ungeladenen Waffe nichts passieren kann. Aber: Es gibt viele jagdliche Situationen, bei denen man mit geladener Waffe pirscht, sich im Gelände bewegt. Und es gibt unzählige Ansitzleitern, auf denen kaum eine vernünftige Ablagemöglichkeit vorhanden ist und immer ein Risiko besteht, dass die geladene Waffe versehentlich heruntergestoßen wird. In diesem Zusammenhang finde ich es bemerkenswert, dass viele Jäger sich kaum trauen, einen gespannten Schwanenhals anzufassen, selbst dann nicht, wenn sie wissen, dass dieser mit zwei überdimensionalen Schlagbügelsicherungen gesichert ist. Die geladene und gespannte Waffe hängen sie sich dann aber über die Schulter, weil man da die gespannte Feder nicht sieht. Und was die Schwergängigkeit betrifft: Das ist heute bei modernen Konstruktionen definitiv kein Thema mehr!

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Sie hatten anfangs noch das Wort Präzision betont … … auch ein sehr strapazierter Begriff. Fakt ist aber, dass drei Einschusslöcher in einer Papierscheibe, die eng beieinanderliegen, noch lange kein Beleg dafür sind, dass eine Jagdwaffe in der rauen Praxis dauerhaft gut schießt. Oftmals lässt man sich von solchen Zufallsergebnissen verleiten, diese als den Streukreis der Waffe oder der Munition zu bezeichnen. Besser wäre es, an mindestens fünf verschiedenen Tagen im Jahr, bei unterschiedlichen Witterungs- und Temperaturbedingungen, auf identische Scheiben jeweils fünf Schüsse abzugeben, um dann im Anschluss alle Scheiben übereinander zu legen und den Gesamt-Streukreis von 25 Schüssen zu ermitteln. Nur dann habe ich ein aussagekräftiges Ergebnis und wenn es ordentlich ausfällt, weiß ich, dass nicht nur die Laufqualität stimmt, sondern auch alle anderen Faktoren. Welche meinen Sie? Die Spannungsfreiheit der Zielfernrohrmontage zum Beispiel. Oder die Unempfindlichkeit der Waffe selbst, sogar bei hoher Luftfeuchtigkeit und Nässe. Dem Schützen nützt ein schöner Nussbaumwurzelschaft an einer konventionellen Repetierbüchse wenig, wenn der Schaft sich je nach Wetterlage verzieht und damit deutliche Treffpunktabweichungen provoziert. Bei modernen Büchsenkonstruktionen sind Läufe und Verschlüsse in massiven Metallsystemen gelagert, so dass negative Auswirkungen durch Holzverzug so gut wie ausgeschlossen sind.Ganz wichtig ist auch die Verschlusskonstruktion. Wenn direkt im Lauf verriegelt wird, sind beispielsweise Einflüsse durch Ölrückstände im Patronenlager so gut wie gar nicht spürbar, ganz im Gegensatz zur Verriegelung in der Systemhülse. Sie führen selbst zwei völlig unterschiedliche Büchsentypen. Ja, das stimmt. Mein Herz schlägt nach wie vor für meinen K95 Stutzen im Kal. 6,5x55. Da kann man so schön in Traditionen schwelgen. Er ist sehr kurz, aber nicht zu leicht, und technisch absolut auf der Höhe der Zeit. Ich habe damit schon mit manchem Sportschützen um die Wette geschossen. Und die R93? Zugegeben, das ist die Büchse, die ich heute fast ausschließlich bei allen Jagdgelegenheiten führe. Für mich die perfekte Repetierbüchse schlechthin, vor allem, seit ich die R93 mit Success-Lochschaft habe.

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Fotos: Joachim Hartmann

Gunther Stoschek mit seinen beiden Favoriten, der R93 Success und dem K95 Baronesse Stutzen

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DIE WAFFEN DER PROFIS

Für eine Jagdwaffe ist das Erscheinungsbild dieses Schaftes aber doch gewöhnungsbedürftig, oder? Das ging mir anfangs au� so, es war Liebe auf den zweiten Bli�. Im Jagdwaffenbau hat si� in den letzen Jahrzehnten sehr viel getan, wir sind heute in fast allen Bauteilen und im Berei� der Zieloptik nahe am Optimum. Interessanterweise sind aber die S�äftungen ledigli� bei Flinten nahezu perfektioniert worden, ni�t aber bei Bü�sen. Wenn man es genau nimmt, verwenden wir alle bei unseren Jagdbü�sen Flintens�äfte! Bü�sens�äfte finden Sie dagegen seit Jahrzehnten nur bei den Sports�ützen, und die wissen, warum. Eine optimierte S�aftform trägt ganz maßgebli� zum si�eren S�uss, also zum waidgere�ten Jagen bei. Am deutli�sten sieht man das beim Biathlon, diese S�ießsportart kommt au� dem jagdli�en S�ießen am nä�sten. Sportschießen und Jagd sind aber doch unterschiedliche Aktivitäten. Si�er, aber das Ziel ist das glei�e: Zuverlässig gut s�ießen! I� bin eher ein konservativer Mens�, wie die meisten in unserer Bran�e, und stand dieser neuen S�aftform skeptis� gegenüber. Wer damit aber ein paar mal ges�ossen und diese Bü�se einige Wo�en jagdli� geführt hat, kann si� mit klassis�en S�äften kaum no� anfreunden. Egal bei wel�er Ans�lagart: Die Success liegt einfa� perfekt, Handgelenke und S�ießarm sind völlig entspannt, damit wird ein „Mu�en“ fast zwangsläufig unterbunden. Aber um no�mal auf die Sports�ützen zurü�zukommen: Die s�ießen nur auf Papiers�eiben, wir Jäger aber wollen Wild waidgere�t, das heißt mit dem ersten S�uss, si�er erlegen. Eigentli� sollten

wir Jäger da viel anspru�svoller sein – bei anderen Te�niken, die wir heute im Jagdbetrieb nutzen, sind wir das do� au�. Was ist aber, wenn ich schnell repetieren möchte, auf Drückjagden zum Beispiel? Mit diesem S�aft treffen Sie do� s�on beim ersten S�uss! Aber jetzt mal ernsthaft: Das Repetieren dauert viellei�t den Bru�teil einer Sekunde länger, weil man wegen des Daumenlo�s die Hand ni�t auf direktem Weg zum Kammergriff bewegen kann. Im Übrigen: Die meisten Jäger geben 90 Prozent aller S�üsse auf der Einzeljagd ab. Dort zählt immer der erste S�uss, und mit der Success sind da die Voraussetzungen für einen perfekten Treffer eindeutig besser. Die Drü�jagds�ützen, die si� zutrauen, aus einer flü�tigen Rotte heraus mehrere Stü�e si�er zu erlegen, werden dies au� mit der Success mindestens so gut können. Wo gehen Sie eigentlich selbst am liebsten auf die Jagd? Na� über drei Jahrzehnten bei Blaser habe i� das Glü�, s�on alleine aus berufli�en Gründen, viele freunds�aftli�e, jagdli�e Kontakte zu haben und zu pflegen. Für mi� war es immer extrem spannend, mit Berufsjägern in aller Welt unterwegs zu sein und von ihnen zu lernen – i� mö�te da keine Stunde missen. Meine jagdli�en Wurzeln sind aber im Allgäu, und i� empfinde hier bei der herbstli�en Rehjagd immer no� die glei�e Spannung, wie i� sie auf anderen Kontinenten erleben durfte.

Der K95 Baronesse Stutzen – Klassiker für Könner und Kenner

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10.07.2009 17:27:26 Uhr


SCHNAPPSCHUSS Blaser Cup 2009: 184 Teilnehmer, 30 Finalisten und viele Gewinner – Sieger Hannes Wadehn mit seinem Hauptgewinn, der von Blaser gesponserten F3, wird eingerahmt von den Blaser CupOrganisatoren Bertram von Quadt (links), Axel Schneemann (re�ts) und Markus Gemeinder (re�ts außen) von Blaser Jagdwaffen. Das Finale wurde auf dem Jagdparcours Heisterberg bei Leun in Hessen ausgetragen.

Hinter den Kulissen entstand dieser „Snapshot“ im Koblenzer eyeMAX-Fotostudio. SAUER-Marketing-Manager Sascha Numßen und Fotograf Jochen Frießner (re�ts) beim Ausri�ten des Aufma�ers von Seite 80/81.

Erst am letzten Jagdtag kam Sturla Ekrol, Division Manager der Carl Zeiss Sports Optics in Norwegen und S�weden, im kanadis�en Cherryville Britis�-Kolumbiens zum S�uss: Der männli�e Se�s-Fuß-S�warzbär lag im Knall. Mit dabei beim viertägigen Pirs�gang: ZEISS-Varipoint 1,1-4x24T* und das Victory 8x45*RF.

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Der amtierende WBA-S�wergewi�tsBoxweltmeister Nicolai Valuev besu�te dieses Jahr auf der IWA den SAUER-Stand. Dabei blieb das Auge des bekennenden S 202 Take Down-Besitzers im SAUER INDIVIDUALBerei� an der Meisterwerkflinte hängen, deren Ges�i�te und Te�nik er si� eingehend erklären ließ.

Fotos: Mauser (2), Blaser, Carl Zeiss Sports Optics (2), SAUER (2)

„Sieben auf einen Strei�“ – auf diesen Nenner bra�te es die Fa�presse, und gemeint waren die neuen Produkte von Carl Zeiss Sports Optics, die auf der IWA 2009 in Nürnberg vorgestellt wurden, darunter au� die Illumination Control und das Compact Point. So hatten die ZEISSianer allen Grund, si� dem Fotografen stolz und zufrieden auf der Messe zu präsentieren.

Anlässli� seines 50. Geburtstages wurde Frode Larson, Marketing Direktor des Mauser-Importeurs in Norwegen, Norma AS, auf der IWA 2009 eine Mauser M 03 Africa mit der Seriennummer 10 000 von Exportleiter Robert Sajitz überrei�t. Alle Freunde haben zusammengelegt und diese Bü�se im Kaliber .375 H & H von Dieter Stübler gravieren lassen – mit El� und Büffel – dem jagdli�en Traum von Frode Larson, beide als Portraits in feinem Englis� gefasst. Die Seriennummer 10 000 wurde bereits frühzeitig für diesen speziellen Event reserviert. Inzwis�en hat man bei Mauser die 20 000ste M 03 fest im Bli� – first come, first serve!

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Termine

Dortmund, 2. bis 7. Februar 2010: Jagd & Hund

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International

Hannover, 3. bis 6. Dezember: Pferd & Jagd

England, Leicestershire, 24. bis 26. Juli: CLA Game Fair Leipzig, 9. bis 11. Oktober: Jagd & Angeln

Norwegen, Elverum, 7. bis 10. August: Nordische Jagd- und Fischereitage

Schweiz, Bern, 18. bis 21. Februar 2010: Fischen, Jagen, Schießen Österreich, Salzburg, 25. bis 28. Februar 2010: Hohe Jagd & Fischerei

Russland, Moskau, 15. bis 19. Oktober: Arms & Hunting Speyer, Mai/Juni 2010: Passion 4/2010

USA, Florida, Orlando, 19. bis 22. Januar 2010: Shot Show

PASSION

USA, Nevada, Reno, 20. bis 23. Januar 2010: SCI-Show

Nürnberg, 12. bis 15. März 2010: IWA

Herausgeber: Blaser Jagdwaffen GmbH Mauser Jagdwaffen GmbH J.P. Sauer & Sohn GmbH Carl Zeiss Sports Optics RWS

Verlag: Klambt-Verlag GmbH & Cie Pressehaus Im Neude� 1 D-67346 Speyer www.klambt.de Geschäftsführung: Lars Joa�im Rose, Kai Rose, Kay Labinsky Verlagsleiter: Kai Rose Chefredaktion: Julia Numßen (v.i.S.d.P)

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E-Mail: passion-redaktion @klambt.de Technische Leitung: Matthias Albre�t Layout: Roger Colombani (Ltg.), Sabrina Klesse Mitarbeiter dieser Ausgabe: Markus Gemeinder, Jan Hüffmeier, Gunther Stos�ek (Blaser), Agnes Köhler (KODIAK Marketingkommunikation GmbH); Andreas Binder, Christina Treutler (Blaser active outfits); Thorsten Mann (Mauser); Matthias Klotz, Sas�a Numßen (SAUER); Franziska Geithe, Stefanie Lerm, Hermann Theisinger (Carl

Fotografen: Franz Bagyi, Mi�ael Eger, Jo�en Frießner, Joa�im Hartmann, Manfred Konstanti, Henry M. Linder, Magnus Nyman Internationalisierung: Frankrei�: Philippe Jaeger Russland: Ina Fester Internet: www.passion-magazin.de Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte, Fotos und Dias wird keine Gewähr übernommen. © Alle Re�te bei: Klambt-Verlag GmbH & Cie. Alle Preisangaben der Produkte ohne Gewähr. Grenzübers�reitende Lieferungen sind nur mit Zustimmung des Verlages gestattet.

Abo-Service: Adresse siehe Verlag. Wenn Sie Fragen zum Abo haben, wenden Sie si� bitte an den Abo-Service: Telefon: 01 80/5 71 83 86 (14 ct./Min. aus dem Festnetz der Deuts�en Telekom, abwei�ende Preise aus Mobilfunk) Telefax: 0 62 32/31 02 12 E-Mail: passion@klambt.de www.abo.klambt.de PASSION ers�eint zweimal im Jahr. Preis des Einzelheftes: 9 Euro inkl. 7 % MwSt. und Versand (CHF 15) Jahresabonnement Inland: 15 Euro (CHF 25) Reproduktion: Klambt-Verlag, Speyer

Foto: SAUER

IMPRESSUM

Zeiss Sports Optics); Dr. Armin Dobat, Matthias Vogel, Heinz Winkler (RWS)

Druck: Sa�sendru� Plauen GmbH

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MAN@WORK

„SAUER erfolgreich in die Zukunft führen“ Sauer & Sohn hat den Umzug vom hohen Norden ins Allgäu fast geschafft – doch wie geht es jetzt weiter mit dem Traditionsunternehmen? PASSION hat mit dem neuen Geschäftsführer Matthias Klotz gesprochen.

legen, die alle mit ri�tig „Spirit“ an die Sa�e rangehen. Dazu kommt, dass wir als völlig eigenständige Firma vom Engineering über Marketing, Vertrieb, Montage und Versand alles selbst in der Hand haben. Das wäre aber doch überall in Deutschland möglich gewesen.

Geschäftsführer Matthias Klotz vor der Baustelle des neuen SAUERWerks in Isny im Sommer 2009

Nein, denn die Chance, zusammen mit Blaser und Mauser ein Jagdwaffenzentrum in Isny zu bilden, vers�afft uns im internationalen Wettbewerb wi�tige strategis�e Vorteile, ohne unsere eigene Identität aufgeben zu müssen. Was verbindet Sie eigentlich persönlich mit SAUER?

Wie fühlt man sich an der Spitze von Sauer & Sohn? Natürli� bin i� stolz, diese Verantwortung übernehmen zu dürfen. Aber in erster Linie freue i� mi� auf kommende Herausforderungen.

Fotos: Privat, Sascha Numßen

Wie sehen die genau aus? Zum einen müssen wir eine neue starke Vertrauensbasis mit unseren Kunden s�affen. Das geht weit über das Produkt hinaus und spiegelt si� letztli� in jeder Handlung der Firma wieder. Zum anderen werden wir ganz deutli� zeigen, dass Sauer & Sohn in Isny all die Werte, wofür die Marke SAUER steht, konsequent beibehält und erfolgrei� in die Zukunft führt. Und wie wollen Sie das erreichen? Mit einem jungen, engagierten Team, das voll hinter der Marke SAUER und ihrer Produktphilosophie steht. Wir haben wirkli� eine Top-Mis�ung aus erfahrenen Saueranern und neuen Kol-

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Meine erste vom eigenen Geld gekaufte Waffe war eine SAUER 200 in 9,3x62. Die Verarbeitung, die Präzision und die Qualität haben mi� vom ersten Tag an begeistert. Später hatte i� viel Gelegenheit, andere Waffen zu führen, do� am Ende war i� immer froh, wenn i� wieder mit meiner SAUER jagen konnte. Unsere Gewehre sind für mi� der Inbegriff einer 100 Prozent verlässli�en Jagdwaffe, die au� na� Jahren ni�ts von ihrer Qualität einbüßt. Ab und zu jage i� mit dem Sauer & Sohn Drilling von 1930, den i� von meinem Großvater geerbt habe. Der verriegelt immer no� wie ein Tresor und s�ießt wie Gift. Das sagt eigentli� alles.

Welche Waffen führen Sie sonst noch? Auf Rehwild führe i� eine S 202 in 6,5x55, für die Drü�jagden habe i� eine S 303 in .300 Win. Mag. und für sämtli�e „Spezialaufgaben“, vor allem im Ausland, kommt meine S 202 Take Down zum Einsatz – entweder als .300 Win. Mag., .375 H & H Magnum oder natürli� als 9,3x62. Was war Ihr jagdliches Highlight? Eigentli� mö�te i� mi� da gar ni�t festlegen, denn jedes Jagderlebnis hat seinen eigenen Reiz. Ein Highlight war aber si�er mein erster Rothirs�. Ni�t wegen seiner Stärke, oder weil es der erste war, sondern weil i� mir mit dem 2b ein abenteuerli�es Wettrennen dur� den Wald lieferte, bis i� ihn auf einem Querweg abpassen und erlegen konnte.

Mit seiner SAUER 202 Take Down im Kaliber .375 H & H Mag. streckte Matthias Klotz diesen Kudu in Namibia

Zur Person:

Matthias Klotz, 38 Jahre alt, Diplom-Forstwirt, Produktmanager SAUER seit 2002, davor Wild und Hund-Chefredakteur. Er jagt seit seiner Jugend, hat den Jagdschein seit 1988 und führt derzeit eine Deutsche Bracke. Der gebürtige Münchener ist verheiratet und hat einen Sohn.

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