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100 Jahre RENDSBURGER RUDERVEREIN


RENDSBURGER RUDERVEREIN


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Impressum Herausgeber:

Rendsburger Ruderverein e.V. Wickenhagenweg 11 · 24768 Rendsburg Telefon 04331 146302 brief@rendsburger-ruderverein.de · www.rendsburger-ruderverein.de

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Dieter Jaquet

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Inhaltsverzeichnis

Seite Unser Ruderrevier

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Jugend und Nachwuchs

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Rennrudern in der Mastersklasse

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Breitensport

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Die „Dalbenkratzer“ – Exoten im RRV

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Dienstagachter

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Grußworte Rendsburger Ruderverein Kreis Rendsburg–Eckernförde Stadt Rendsburg Landessportverband Deutscher Ruderverband Ruderverband Schleswig-Holstein

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Rudern – sonst nichts

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Wintertraining

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Die Vorsitzenden des RRV

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Geselligkeit

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100 Jahre RRV – Chronik in 3 Teilen

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Grünkohlessen

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RRVer mit 25 Jahren Mitgliedschaft

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E.ON Hanse Cup

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Rennrudern

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Bootsbestand

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1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000

2010


Rendsburg eingebettet zwischen Eider und Kanal.

Unser Ruderrevier Rechts die breite Obereider, an der auch unser Bootshaus liegt – 3 Kilometer sind es bis zum Nord-Ostsee-Kanal.

Wir können aber auch in Begleitung von Seeschiffen 60 Kilometer weiter bis Brunsbüttel rudern.

Darüber kaum sichtbar das schmale Band der Untereider; Rudermöglichkeit besteht bis Friedrichstadt. Links und unten: Der Kanal mit der Hochbrücke; bis dahin und zurück rudern wir 12 Kilometer.

Rechts unten der Audorfer See: Bis Kiel sind es auf dem Kanal 30 Kilometer. Oder es geht in die gleiche Richtung auf Eider und Kanal um die „Rader Insel“ 13 Kilometer bis zum Bootshaus zurück.

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Rendsburger Ruderverein Achim Czesnat

Grußwort des Rendsburger Rudervereins 8

Am 26. Juni 1910 gründete Prof. Dunker mit seinen Erfahrungen vom Schülerrudern zusammen mit weiteren Rendsburger Bürgern den Rendsburger Ruderverein. Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken können und mit Dankbarkeit gegenüber den Generationen vor uns, die das Vereinsschiff auch in schwieriger Zeit am Laufen hielten und uns somit die Chance gaben, diese gesunde, schöne Sportart als Breitensportler oder Wettkämpfer auf unseren erstklassigen Gewässern ausüben zu können!

100 Jahre RRV heißt auch, große gesellschaftliche Veränderungen im Verein anzunehmen, aus ihnen sogar neue Potentiale zu erschließen. Als Beispiel hierfür sei das „Frauenrudern“ genannt. Erst Ende der 20er Jahre öffneten sich für Frauen die Bootshallen. Auch wenn mehr Männer als Frauen im RRV rudern, besteht der aktuelle Vorstand fast zur Hälfte aus Frauen. Auch die größten sportlichen Erfolge – zwei Weltmeisterschaftstitel - wurden von Frauen errudert.


Die seit einigen Jahren forcierte Jugendarbeit im RRV gibt dem Verein ein deutlich jüngeres Gesicht und trägt mit unseren sehr erfolgreichen Talenten Früchte. Den Trainern und Betreuern sei an dieser Stelle für ihren Einsatz gedankt. Die Zukunft wird davon geprägt sein, unser sehr in die Jahre gekommenes Bootshaus neu zu gestalten. Hierzu möchte ich alle Mitglieder, Förderer und Sponsoren zur Mitarbeit und Hilfe einladen. Mein besonderer Dank gilt meinen Mitstreitern für die vielen großen und kleinen Arbeiten zu den Jubiläumsfeierlichkeiten.

Mögen dem Rendsburger Ruderverein auch in den nächsten 100 Jahren begeisterungsfähige Mitglieder zur Seite stehen, die stolz auf unsere Flagge blicken.

Achim Czesnat 1. Vorsitzender

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Kreis Rendsburg-Eckernförde Lutz Clefsen

Dr. Rolf-Oliver Schwemer

Grußwort des Kreises Rendsburg-Eckernförde 10

Der Rendsburger Ruderverein e. V. begeht im Jahre 2010 sein 100-jähriges Vereinsjubiläum. Hierzu übermitteln wir unsere herzlichen Glückwünsche.

Grundlage eines aktiven Vereinslebens ist die Bereitschaft der Mitglieder, im Verein ehrenamtliche Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen.

Unzählige sportliche Erfolge, eine starke Jugendgruppe sowie vielfältige Angebote zur sportlichen Betätigung für alle Altersklassen sind Beleg für eine erfolgreiche und kontinuierliche Vereinsarbeit.

Wir begrüßen es deswegen sehr, dass sich in den hinter uns liegenden zehn Jahrzehnten immer wieder Bürgerinnen und Bürger bereit gefunden haben, das Vereinsleben aktiv, vielseitig und damit für alle Bevölkerungsgruppen interessant zu gestalten.


Hierfür sprechen wir an dieser Stelle unseren Dank und unsere Anerkennung aus. Wir sind sicher, dass das Jubiläumsheft allen interessierten Leserinnen und Lesern eine aufschlussreiche Darstellung über den wechselhaften Verlauf der 100-jährigen Vereinsgeschichte geben wird.

Wir wünschen den anlässlich des Jubiläums stattfindenden Veranstaltungen einen harmonischen Verlauf und dem RRV sowie seinen Mitgliedern und Förderern für die Zukunft weiterhin alles Gute und viele sportliche Erfolge.

Lutz Clefsen Kreispräsident

Dr. Rolf-Oliver Schwemer Landrat

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Stadt Rendsburg Andreas Breitner

Karin Wiemer-Hinz

Grußwort der Stadt Rendsburg 12

Vom 2. bis 4. Juli 2010 feiert der Rendsburger Ruderverein e.V. sein 100-jähriges Bestehen. Zu diesem Jubiläum gratulieren wir im Namen der Stadt Rendsburg und im eigenen Namen sehr herzlich. Seit nunmehr einem Jahrhundert bietet der Rendsburger Ruderverein e.V. ein vielfältiges Angebot an Sport- und Freizeitaktivitäten für Jung und Alt.

Die Bedeutung, die diese Arbeit für die Stadt Rendsburg hat, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Ein Ruderverein bietet nicht nur für alle Altersklassen die Möglichkeit sich sportlich zu betätigen, er vermittelt darüber hinaus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Werte des Miteinanders, der Fairness und der Freundschaft.


Um diese vorbildliche Arbeit zu gewährleisten, bedarf es einer Vielzahl an ehrenamtlichen Helfern, die mit viel Enthusiasmus und Engagement gerne einen Teil ihrer Zeit einbringen.

Dem Verein wünschen wir für die Zukunft alles Gute, sportlichen Erfolg und eine kontinuierliche Weiterentwicklung – die Stadt Rendsburg wird ihm auch in den nächsten 100 Jahren partnerschaftlich zur Seite stehen.

Allen Personen, die sich um den Rendsburger Ruderverein e.V. verdient gemacht haben, danken wir für die bisher geleistete Tätigkeit. Andreas Breitner Bürgermeister

Karin Wiemer-Hinz Bürgervorsteherin

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Landessportverband Schleswig-Holstein Dr. Ekkehard Wienholtz

Grußwort zum 100-jährigen Bestehen des Rendsburger Rudervereins e.V. 14

Der Rendsburger Ruderverein e. V. feiert im Jahr 2010 sein 100-jähriges Vereinsbestehen. Dazu übermittele ich dem Vorstand und den Mitgliedern meine herzlichen Glückwünsche. In einem Jahrhundert hat sich in unserem gesellschaftlichen und sportlichen Leben vieles verändert. Die Sportvereine haben in dieser Zeit die Gesellschaft zu einem beträchtlichen Teil mitgeprägt. In Rendsburg ist die Entwicklung des Sports durch den Rendsburger Ruderverein mitbestimmt worden.

Heute haben nahezu 150 Mitglieder die Möglichkeit, im Verein Sport und Spaß, Ausgleich und Entspannung zu genießen. Für viele Menschen ist der Rendsburger Ruderverein zu einem Ort des Austausches und des geselligen Miteinanders geworden. 100 Jahre sind im Rückblick ein beachtlicher Zeitabschnitt. Die Sportvereine haben, vor allem in den Zeiten des Aufbaus nach den beiden Weltkriegen, Beachtliches geleistet. Eines hat sich über diese Zeitspanne hinweg wie ein roter Faden durchgezogen: Die Fähigkeit der Vereine und der in ihnen wirkenden Menschen, sich immer wieder auf neue Situationen und Herausforderungen einzustellen – im Interesse der Gemeinschaft und bei Bewahrung der Traditionen.


Sie haben Beständigkeit durch steten Wandel bewiesen und damit auch die Wege in dieses neue Jahrtausend vorgezeichnet. Die Verbindung zwischen der Moderne, der aktuellen Entwicklung des Sports und der Tradition, zu der die Grundwerte der Gemeinschaft, der Freiwilligkeit und der Solidarität gehören, wird die Aufgaben der Vereine in diesem Jahrhundert bestimmen. Auf dem Weg zu einer modernen Dienstleistungsgesellschaft wird der Verein auch weiterhin eine lebendige Rolle in der Gesellschaft einnehmen, wenn er sich aktuellen Trends nicht verschließt und seine traditionellen Grundwerte nicht vergisst.

Der Landessportverband Schleswig-Holstein wünscht dem Rendsburger Ruderverein e.V., seinem Vorstand mit allen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, sowie seinen Mitgliedern, dass ihre Arbeit zum Wohle der Menschen und im Dienste der Gesellschaft auch in den kommenden Jahren mit Erfolg fortgesetzt werden kann.

Dr. Ekkehard Wienholtz Präsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein e. V.

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Deutscher Ruderverband Siegfried Kaidel

Grußwort zum 100-jährigen Bestehen des Rendsburger Rudervereins e.V. 16

Zum 100-jährigen Bestehen möchte ich dem Rendsburger Ruderverein e.V. im Namen aller Verbandsvereine und auch des Präsidiums des Deutschen Ruderverbandes meine herzliche Gratulation aussprechen und beste Grüße übermitteln. 100 Jahre Vereinstätigkeit sind in einer so wechselvollen Zeit, wie sie seit 1910 zu verzeichnen ist, eine herausragende Leistung. Die Vielfalt unseres schönen Rudersports spiegelt sich in der Angebotsvielfalt des Rendsburger Rudervereins wider.

Die sportlichen Triumphe der Rendsburger Athleten auf nationaler wie internationaler Bühne sind ein Spiegelbild der nachhaltigen Förderung junger Talente. Die Lage des Bootshauses direkt an der Eider, dem längsten Fluss Schleswig-Holsteins, ist unter wanderruderischen Gesichtspunkten als herausragend einzustufen. Es sind stets viele Kilometer gerudert worden und dies ist ein wesentliches Element für einen aktiven Ruderbetrieb und somit für eine aktive Mitgliedschaft. Die Mitglieder des Rendsburger Rudervereins e.V. haben in ihren jahrzehntelangen Aktivitäten das Auf und Ab der Sportgeschichte miterlebt und auf tiefgreifende Wandlungen reagie- ren müssen.


Es bleibt die Erkenntnis aus der Zeit der Vereinsgründung, nämlich dass allen voran die eigene Initiative der richtige Weg für die Zukunft bedeutet. Dies zeigte sich auch bei Umbauten des Bootshauses, dem Mittelpunkt der heutigen Aktivitäten und des Vereinslebens, welche entscheidend durch die Eigeninitiative der Mitglieder erbracht werden konnten. In Zeiten eines Jubiläums werden immer auch Überlegungen angestellt, wie es weitergeht. Wichtig ist, dass stets engagierte Ruderwarte zur Verfügung stehen und dass eine Vorstandschaft segensreich und in guter Zusammenarbeit die Geschicke des Vereins leitet.

Mit Ihrer Unterstützung leisten Sie, liebe Mitglieder des Rendsburger Rudervereins e.V., einen unschätzbaren Beitrag für die Entwicklung Ihres Vereins. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen im Namen aller Mitglieder des Deutschen Ruderverbandes die Fortsetzung Ihrer erfolgreichen Arbeit.

Siegfried Kaidel Vorsitzender des Deutschen Ruderverbandes

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Ruderverband Schleswig-Holstein Reinhart Grahn

Grußwort des Ruderverbandes Schleswig-Holstein e.V. zum 100-jährigen Bestehen des Rendsburger Rudervereins e.V. 18

Der Ruderverband Schleswig-Holstein und seine Mitgliedsvereine freuen sich über das 100-jährige Jubiläum des Rendsburger Rudervereins und gratulieren sehr herzlich zu diesem besonderen Ereignis. 100 Jahre wird der Rendsburger Ruderverein durch ehrenamtliches Engagement geleitet, stellvertretend für alle Vorstandsmitglieder der Vereinsgeschichte sprechen wir dem derzeitigen Vorsitzenden, Achim Czesnat und seiner Mannschaft unseren besonderen Dank für diese Leistung aus. Der Rendsburger Ruderverein ist ein Verein mit großer Tradition im Wettkampfsport. Systematisch steigernd hat sich der Rendsburger Ruderverein in den letzten 100 Jahren in die Meisterlisten eintragen können. Bisherige Höhepunkte sind die Weltmeistertitel von Gunda Reimers (1997) und Janet Radünzel (2001).

Wesentliche Mitgestalter solcher Erfolge sind engagierte Trainer. Hervorzuheben sind Mark Amort – heute Messbootspezialist des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein – und Christian Müller-Wulf, die beide Weltmeisterinnen grundlegend mit geformt haben. Eine deutschlandweit einmalige Leistung gelang Wolfgang Berndt in seiner Zeit als RRV-Vorsitzender zusammen mit Jochen von Allwörden. Der heutige E.ON Hanse Cup, ein weltweit beachtetes Ruderevent, wäre ohne die Unterstützung des Rendsburger Rudervereins nicht zustande gekommen. Auf den herrlichen Ruderstrecken in und um Rendsburg wird die zweite traditionelle Wurzel des Rendsburger Rudervereins gepflegt, der Freizeitsport.


Die Faszination, in einer Nussschale neben einem riesigen, weißen Kreuzfahrtschiff zu fahren, lässt sich auf den Rendsburger Gewässern hervorragend erleben. Das abwechslungsreiche Revier motiviert jung und alt, unseren gesunden Rudersport auszuüben. Der Rendsburger Ruderverein bringt sich in besonderer Weise in das Verbandsgeschehen in Schleswig-Holstein ein. Die Leistungssportkultur im Land zwischen den Meeren wird durch den ehemaligen RRV-Vorsitzenden, unseren Landestrainer Christian Müller-Wulf, wesentlich mitgeprägt. Die Erfolgsstory des Sportinternates Ratzeburg ist ohne ihn undenkbar. Und auch ich habe im Rendsburger Ruderverein neun erlebnisreiche Jahre erlebt, für die ich sehr dankbar bin. Ein wesentlicher Teil meiner Rudersozialisation hat im Rendsburger Ruderverein stattgefunden.

Diese ist eine ausgezeichnete Grundlage für meine heutigen regionalen und nationalen Funktionärstätigkeiten. Der Rendsburger Ruderverein ist untrennbar verbunden mit der positiven Entwicklung des Rudersports im Land SchleswigHolstein. Der Ruderverband Schleswig-Holstein wünscht dem Rendsburger Ruderverein viel Erfolg im zweiten Jahrhundert der Vereinsgeschichte und der Vereinsführung immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel beim Steuern des Vereinsschiffes.

Reinhart Grahn Vorsitzender Ruderverband Schleswig-Holstein

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Rudern – sonst nichts! Rudern ist ein Sport für Träumer. Solange man dabei ist, solange besitzt man einen Traum. Es ist der Traum vom vollkommenen, schnellen Gleiten im stillen Wasser durch eigene Kraft, Balance und Konzentration. Manchmal wird der Traum wahr. Dann ist es still auf der Eider im Herzen Schleswig-Holsteins, die Sonne geht auf, und niemand außer einem Ruderer im Skiff ist auf dem Wasser. Er zieht seine Skulls absolut gleichmäßig durch, hebt sie mit einer schnellen, in das Abdrehen der Blätter nahtlos übergehenden Bewegung aus, rollt sehr ruhig ins Heck und setzt den nächsten Schlag. Wasser, Boot, Mensch und vorüberziehende Landschaft werden eins, die sanft gleitende Geschwindigkeit wird in dieser Einheit fühlbar als Glück. Manchmal träumen auch neun Menschen den großen Traum vom Rudern, ein kleinerer und acht größere. Sie träumen davon, alle ihren eigenen Traum vom Rudern zu haben und dennoch als eine Einheit einen Traum zu leben. Den Traum vom perfekten, achtfach synchronen Durchzug der Riemen, vom ebenso

synchronen „Hände weg“, eine Zehntelsekunde nach dem Ausheben der Blätter, vom jetzt exakten Einsetzen der Blätter ins ruhige Wasser und dem nachfolgendem erneuten Durchzug, welcher das schmale Boot in einem einzigen, kraftstrotzenden und eleganten Schub ohne auch nur eine Erschütterung nach vorne gleiten lässt. Und am schönsten ist der Traum, wenn der Mensch im Heck des Bootes lautlos steuert und gar nichts sagen muss. Rudern ist die eleganteste Methode, sich so schnell wie möglich auf dem Wasser durch die Umsetzung eigener Kraft nach vorne zu bewegen. Man schaut dabei nach hinten – die Vergangenheit entschwindet in der Ferne, Puls- und Ruderschlag schicken ihr die Gegenwart nach, schon ist die Zukunft Gegenwart und dann auch Vergangenheit. Rudern treibt das Leben in den Elementen seines Ursprungs durch die Zeit. Nichts bleibt, alles ist Bewegung – ein Traum im Rennboot. Stephan Opitz

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1. Vorsitzende seit 1910 bis 2010

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1910

Prof. Konrad Dunker 1910 – 1920

Heinz Lassen 1932 – 1933

Paul Eggers 1920 – 1932 und 1934 –1939

Dr. Otto Andresen 1933 – 1934 und 1948 – 1953

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Wilhelm Schloen 1939 – 1940

Alf Joerges 1947 – 1948

Hermann Blietz 1940 – 1945

Albrecht Hoppe 1953 – 1958

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1. Vorsitzende seit 1910 bis 2010

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Alfred Horst 1958 – 1961

Dr. Horst-Carsten Groth 1966 – 1971

Hugo Kempfert 1961 – 1966

Niels W. Winnig 1971 – 1978

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Christian Kruse 1978 –1990

Christian Müller-Wulf 2003 – 2007 Wolfgang Berndt 1992 – 2003

Volker von Beesten 1990 – 1992

Achim Czesnat 2007 – amtiert

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100 Jahre Rendsburger Ruderverein 1910 – 1945 26

So begann es! Zwei für den Rudersport begeisterte Rendsburger Bürger fassten vor 100 Jahren den Plan, einen Ruderverein ins Leben zu rufen. Der eine von ihnen war der Turnphilologe Prof. Konrad Dunker, der 1905 von Hadersleben nach Rendsburg an das Gymnasium berufen und Protektor des Rendsburger Primaner-Ruderclubs von 1880 wurde. Der andere war der Buchdruckermeister Fritz Albers, einer alten Rendsburger Familie entstammend und ebenfalls dem Rudersport mit Freude zugetan. Mit zwei weiteren interessierten Bürgern trafen sie sich am 26. Juni 1910 in der „Eiderhalle“‚ die früher gegenüber dem Regattaverein auf dem Eiland stand. Das Ergebnis dieser Besprechung steht am Anfang unserer Vereinsgeschichte und hat folgenden Wortlaut: „Rendsburg, den 26. Juni 1910 Zwecks Gründung eines bürgerlichen Rudervereins waren in der Eiderhalle versammelt die Herren Prof. Dunker, Dr. Böttcher, Dr. Schmidt, Fritz Albers. Zum Vorsitzenden wurde Prof. Dunker,

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zum Kassen- und Schriftwart Dr. Böttcher gewählt. Der Beitrag wird für 1910 auf 5 Mark festgesetzt, gez. Dunker gez. Böttcher” Den vier Gründern gesellten sich bald weitere Mitglieder hinzu. Der Ruderbetrieb begann zunächst ohne eigene Boote. Der RPRC erlaubte die Nutzung seiner Boote. Das erste eigene Boot bestellte der RRV bei Heidtmann in Hamburg, und im Sommer 1911 konnte der Verein seine Flagge erstmals im eigenen Boot auf der Eider zeigen. Für die Unterbringung des Bootes war man aber immer noch auf die Gastfreundschaft des RPRC angewiesen. Im Frühjahr 1914 entstand ein einfaches, aber eigenes Bootshaus auf dem Gelände östlich des ehemaligen Gaswerkes, das von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde. Die Kosten brachten die Mitglieder und Freunde des Vereins auf.

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Bootstaufe 2. Juli 1921 – „Skagerak“, „Deutschland“, „Ypern“

Vorsitzender Paul Eggers nimmt am 6. April 1922 das Bootshaus in Besitz

1921 übernahm Paul Eggers, Direktor der damaligen Düngerfabrik, zielstrebig die Leitung des Vereins und schaffte den ersten Rennachter und zwei Rennvierer an. Die neuen Boote, die wachsende Mitgliederzahl und der Wunsch, Freundschaft und Kameradschaft in eigenen Räumen pflegen zu können, führte zum Bau eines größeren Bootshauses. Nach sorgfältiger Planung durch die Vereinsmitglieder Architekt Hermann Romeike und Bauunternehmer Hermann Koth baute man ein neues Bootshaus, das 1922 eingeweiht wurde.

1923 bestand die Flotte des RRV aus 17 Booten. Entsprechend ausgedehnt war der Ruderbetrieb. Die Ruderer des RRV zeigten sich aber auch in anderen Sportarten erfolgreich. Sie gewannen dreimal nacheinander vor den Leichtathleten den Lauf „Quer durch Rendsburg“ und entführten 1928 die lang umkämpfte „Matthiesen-Wanderplakette“ der Feldhandballer in das Bootshaus.

Schon 1920 organisierte der RRV die erste Rendsburger Ruderregatta unter Beteiligung auswärtiger Vereine. Prof. Raspe vom Akademischen Ruderverein in Kiel gab organisatorische Hilfestellung und überzeugte die Mitglieder, dass ein Verein nur vorwärts zu bringen sei, wenn er seine Flagge auch auf Regatten zeigt. Das hatte die Folge, dass auch die breite Öffentlichkeit stärker am Rudern auf der Obereider teilnahm.

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1924 rief der RRV eine Jugendabteilung ins Leben, und 1927 zogen nach vorherigen heftigen Debatten über das Für und Wider auch die Damen mit einer eigenen Abteilung in das Bootshaus ein, geleitet von Lisa Fenn. Nach den Wirtschaftskrisen der 20er Jahre entstand im dritten Jahrzehnt mit den politischen Umwälzungen viel Unruhe. Häufiger Wechsel im Vorstand und Mitgliederschwund waren die Folge der inneren Gegensätze.

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So kleideten sich die Aktiven der 20er Jahre!

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1932 legte Paul Eggers den Vorsitz nieder und übergab ihn an Heinz Lassen. Im September übernahm der vom Akademischen Ruderverein Kiel kommende Dr. Otto Andresen den Vorsitz. Er gab ihn 1934 wieder an Paul Eggers ab. Die Hinwendung zur und die Inanspruchnahme jüngerer Menschen durch die Politik ließ ein Rudertraining in der bisher gewohnten Form nicht mehr zu. Im Zweiten Weltkrieg kam das Ruderleben fast ganz zum Erliegen. Im September 1939 verlor der RRV seinen langjährigen Vorsitzenden Paul Eggers durch plötzlichen Tod. Die schwierige Aufgabe der Leitung des Vereins übernahm Wilhelm Schloen, später Sportsenator der Stadt Rendsburg. Nur noch einzelne Ruderer und die Damenabteilung bemühten sich

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eifrig, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten. Für die Urlauber war es dann eine Freude, beim Bootshaus vorbeizuschauen und Erlebnisse auszutauschen. Im Juni 1940 wurde dann auch Wilhelm Schloen einberufen. Die Leitung des Vereins ging bis zum Ende des Krieges an Hermann Blietz über, ein bis ins hohe Alter aktiver Ruderer. Mit dem „Hermann-Blietz-Gedächtnispreis“ hält der RRV sein Andenken in Ehren. Er wird jährlich an die Ruderin oder den Ruderer mit den meisten geruderten Kilometern vergeben, die nicht an Regatten teilgenommen haben. In den letzten Kriegsjahren war ein aktiver Ruderbetrieb fast unmöglich, da sich in die oberen Räume des Bootshauses eine Marinedienststelle einquartierte. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der RRV nicht wie andere Sportvereine von den Nationalsozialisten aufgelöst wurde.

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Genehmigung der Militärregierung zur Wiederaufnahme des Ruderns

1945 beschlagnahmte die Militärregierung Bootshaus und Inventar. Die Damen des RRV hatten zuvor noch einige Boote heimlich nach Büdelsdorf gebracht und dort versteckt. Beim RRV sah es ebenso trostlos aus wie bei anderen Vereinen. Doch das Bootshaus stand, und 1946 durften auch die vernachlässigten und reparaturbedürftigen Boote wieder benutzt werden. Das Vereinsleben regte sich. Es galt nun, einen politisch unbelasteten Vorsitzenden zu finden. Alf Jörges war der richtige Mann. Der RRV hatte wieder starken Zulauf. Zum Anrudern am 27. April 1947 gelang es, einen Achter, sechs Vierer und zwei Doppelzweier zu stellen. 1947 startete der RRV schon wieder auf der Lübecker Regatta, und am 27. September 1947 fand die 22. Landesruderregatta in Rendsburg statt, Auftakt für die alljährlich auf der Obereider stattfindenden Regatten. Organisiert und geleitet wurden sie von Hugo Dittmer und Rolf Erichsen, später von Klaus Nibbe und Hartmut Rubbel.

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Am 3. Juli 1989 trugen die Ruderinnen und Ruderer die letzte Regatta auf der Obereider aus. Ebenso wie bei den Regatten in Flensburg, Kiel und Einfeld waren die Teilnehmerzahlen deutlich zurückgegangen. 1948 ging Alf Jörges wieder ins Ausland und übergab den Vorsitz an Dr. Otto Andresen, der bereits von 1933 bis 1934 Vorsitzender gewesen war. Der RRV hatte guten Zulauf und zählte 1949 bereits 340 Mitglieder. Wegen der beschränkten Mittel besuchte man aber nur Regatten im näheren Umkreis. Beim Anrudern kamen zwölf Boote auf das Wasser! Um diese Zeit lebte auch die Ruderriege der Oberschule für Mädchen auf. Die Leitung übernahm Anneliese Schwarz und später der unvergessene Walter Thiessen. Gleichzeitig war unter unserem Mitglied Paul Budnik an der Mittelschule eine Ruderriege entstanden. Auch die Ruderriege der Ländlichen Oberschule kam hinzu. Alle genossen für Jahre die Gastfreundschaft des RRV, bis sie eigene Bleiben fanden.

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Trainingsverpflichtung 1952 Helle Peters und Alfred Horst

Helle 50 Jahre später

Wegen beruflicher Überlastung gab Dr. Andresen den Vorsitz auf. An seine Stelle trat Albrecht Hoppe, der als Leiter der Staatswerft Saatsee dem RRV viel technische und materielle Hilfe geben konnte. Etwa zu der gleichen Zeit übernahm „Helle“ Peters das Training der großen Schar der Rennruderer. Viele von ihnen lernten oder arbeiteten auf der „Carlshütte“, die auch die Mitgliedsbeiträge für die Lehrlinge übernahm. Den Bootspark verstärkte der RRV um den Rennvierer „Fritz Albers“ und den Rennachter „Paul Eggers“.

Da Albrecht Hoppe Rendsburg aus beruflichen Gründen verließ, übergab er 1958 das Ruder des RRV an Alfred Horst, der sich zuvor schon mit geringen Unterbrechungen 30 Jahre lang in der Vorstandsarbeit bewährt hatte. Unter seiner Leitung feierte der RRV sein 50. Bestehen. 197 Siege auf offenen Regatten waren bis dahin erzielt worden. Das Rennrudern hatte sich als hervorragendes Aushängeschild für den Verein bewährt. Aber natürlich erlebten viele Ruderinnen und Ruderer auch ohne Renntraining unvergessene Stunden auf dem Wasser und im Bootshaus.

Es waren schöne und glückliche Jahre für den Verein. Der Elan der „Wirtschaftswunderjahre“ beschleunigte den Wiederaufbau und war auch im regen gesellschaftlichen Leben spürbar. Wer etwas auf sich hielt, war Mitglied im RRV. Die Mitgliederzahl stieg nochmals auf über 500 Damen und Herren an, und 1959/60 musste sogar eine Aufnahmesperre beschlossen werden.

1961 übergab „Fredie Horst“ den Vorsitz an seinen Stellvertreter Hugo Kempfert. Der scheidende Vorsitzende wurde mit der Taufe eines Renneiners auf seinen Namen geehrt. Doch in jedem Vereinsleben gibt es ein Auf und Ab. Davon blieb auch der RRV nicht verschont. Die Zahl der Mitglieder und Trainingsleute ging deutlich zurück, damit auch die Anzahl der Siege. Bundeswehr, Studium und Beruf in anderen Städten mögen Ursachen gewe-

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7.5.1967 – Bootstaufe

Arbeitsdienst „Dach teeren“

sen sein. Aber auch andere Sportarten wurden in Rendsburg attraktiv, und die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung stiegen. Auf der Jahreshauptversammlung 1966 gab Kempfert den Vorsitz in jüngere Hände. Dr. Horst-Carsten Groth trat an seine Stelle. Auch in anderen Vorstandsämtern trat ein Wechsel ein. Das Jahr 1967 begann hoffnungsvoll. Durch eine Spendenaktion schaffte der Verein zwei Rennzweier und einen Gig-Vierer an, Voraussetzung für die Teilnahme an größeren Regatten. Als neuer Trainer konnte Boris Ulrich gewonnen werden, der zugleich Trainer der Frauen im DRV war. Er baute wieder einen beachtlichen Stamm junger Trainingsleute auf.

RRV-Gelände zuschlagen. Der Hof erhielt ein Steinpflaster, wir renovierten den Clubraum und möblierten ihn neu. Nach dem Weggang des Ehepaars Schmidtke, das uns viele Jahre bewirtete, war es nicht einfach, das passende Ökonomenehepaar zu finden. Häufiger Wechsel war die Folge.

1971 übernahm Niels Winnig die Führung des Vereins. Der neue Vorsitzende sah seine Aufgabe vor allem darin, den Verein für alle Mitglieder wieder attraktiver zu machen. Der finanziellen Lage angepasst, begann der RRV, Haus und Hof von Grund auf zu renovieren. Das Horst‘sche Gartengelände konnten wir dem

1977 sanierte der RRV dann zum Teil die sanitären Anlagen und erneuerte sämtliche Wasserleitungen. Alle Arbeiten führten Vereinsmitglieder in ihrer Freizeit aus. Für den Ruderbetrieb schafften wir einen Kunststoffeiner und den Gig-Vierer „Heinrich Tönsfeld“ an. Harry Dech wurde neuer Trainer, und der RRV zeigte wieder Flagge auf Regatten. Harry Dech leitet auch heute nach 32 Jahren noch das Hallentraining der „Alten Herren“! Am 30. Januar 1978 übernahm Christian Kruse den Vorsitz und behielt diesen bis 1990. Der RRV erhielt ein neues Motorboot und zwei Rennboote, „Hugo Dittmer“ und „Uwe Johannsen“.

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oben: Bootstaufe Achter „Stadt Rendsburg“ Bürgermeister Beisenkötter u. Christian Kruse mit Ehefrauen unten: Taufe „Hans-Otto Kuhlmann“

links: 75. Vereinsjubiläum, Albrecht Hoppe, Vors. 1953 – 1958, hält die Festrede rechts: Vors. Kruse ehrt Hugo Dittmer, der sehr viel für den RRV tat und dafür den Beinamen „Dr. mookt wi“ erhielt. Er war 81 Jahre lang Mitglied des RRV!

Beide Ruderer haben sich durch jahrzehntelange Arbeit und materielle Unterstützung des RRV verdient gemacht. Am 4. Mai 1980, 25 Jahre nach dem Kauf des Achters „Paul Eggers“, tauften Bürgermeister Beisenkötter und seine Ehefrau einen neuen Achter auf den Namen „Stadt Rendsburg“. Wenig später holte der RRV bei der „FISA-Veteranenregatta“ in Prag in diesem Boot den ersten Sieg. Mit dieser und vielen anderen Fahrten in den Ostblock, trug der RRV lange vor der politischen Wende zur Völkerverständigung bei. Ruderer aus Prag und Bratislava besuchten uns auch in Rendsburg.

1984 war wieder einmal das Dach beim Arbeitsdienst an der Reihe. Neu geteert schützte es uns lange vor den Launen des holsteinischen Wetters. Inzwischen ist auch hier wieder eine Renovierung erforderlich. Doch nicht nur das Dach ist ein Schwachpunkt unseres inzwischen sehr alten und reparaturanfälligen Bootshauses.

Einen neuen Rennvierer tauften wir aus Dankbarkeit für die vielfältigen Mühen unseres „Veteranenchefs“ Hans-Otto Kuhlmann aus Lübeck auf seinen Namen. Hans-Otto prägte in seiner Taufrede den Satz: „Alle reden vom Frieden, wir tun etwas dafür ...“. Nach erneuter Renovierung der Ökonomenwohnung zog das Ehepaar Cormann in diese ein. Es diente uns viele Jahre, und der Umsatz an Essen und Getränken stieg deutlich.

1985 begrüßte Christian Kruse eine große und illustre Schar von Gästen zum 75. Geburtstag des RRV zu einer dreitägigen Feier. Der frühere Vorstandsvorsitzende Björn Jörges reiste eigens dazu aus Südafrika an. Zugleich fand die 50. Rendsburger Regatta statt. Albrecht Hoppe, Vorsitzender von 1953 bis 1958, hielt die Festrede, zog Bilanz und hielt Ausblick auf die kommenden Jahre. Zum Jubiläum tauften wir einen Doppelzweier auf „Hermann Blietz“ und einen Doppelvierer auf „Prof. Dunker“ und ehrten damit zwei verdiente Vorsitzende.

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Der Anbau steht

1990 – 2010 Am 30. Januar 1990 trat Christian Kruse aus gesundheitlichen Gründen nach zwölf Jahren vom Vorsitz zurück. So lange hatte bisher kein Vorsitzender das Vereinsruder in der Hand behalten. Kruse war es gelungen, den RRV mit Geschick zu führen und in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Unvergessen bleiben seine vor allem auch plattdeutschen Reden und Schriftbeiträge. Er blieb seinen „Dalbenkratzern“ aktiv bis zu seinem Tode am 15. Februar 2000 treu. Ihm folgte Volker von Beesten, der als erstes die Satzung des RRV überarbeitete und zusammen mit Dieter Jaquet die Vereinszeitschrift „Schlag auf Schlag“ ins Leben rief. Einen Doppelzweier taufte der Verein auf den Namen „Walter Böse“, langjähriges Mitglied des RRV, einen Übungseiner auf „Sparkasse Mittelholstein“, ermöglicht durch Spenden der Namensgeber und zweier junger Mitglieder. Eine neue Anlegebrücke aus alten Schwimmkörpern der Kanalverwaltung ent-

stand unter Leitung des unermüdlichen Hartmut Rubbel. Dazu einen Artikelauszug der Clubzeitschrift 1/93: ,,…dass integrative Spitzenleistungen von Clubmitgliedern möglich sind, zeigt Hartmuts Steg. Fast jedes Vereinsmitglied kritisierte seine Arbeit – dauert zu lange, ist nicht achtertauglich, wird doch nichts – aber Hartmut hat seinen Steg gebaut. He is a jolly good fellow“. Schon 1992 wechselte der Vorsitz zu Wolfgang Berndt. Berndt war schon seit der Jugend im Vorstand tätig und unter Kruse und von Beesten zweiter Vorsitzender gewesen. Er sah als erste große Aufgabe, den bereits geplanten Anbau des Bootshauses zu forcieren. Trotz beruflicher und anderweitiger Verpflichtungen blieb er auch als Vorsitzender aktiver Rennruder der Mastersklasse. Kaum ein anderer Ruderer im RRV hat so viele Siege wie Wolfgang Berndt errungen. 1993 stand uns dann der Anbau des Bootshauses zur Verfügung. Seitdem genießen wir angenehme Duschen und Umkleideräume sowie einen Fitnessraum, hatten dafür aber an einem dicken Kredit zu „knabbern“.

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Gunda Reimers und Janet Radünzel

WM-Siegerehrung in Zagreb – 3. Platz für Gunda + Janet

Im Frühjahr 1995 fanden wir viele Boote aus den Regalen gerissen, schwer beschädigt und zum Teil nicht mehr reparabel – 15.000 DM Schaden! Chaoten waren über Nacht in das Bootshaus eingedrungen. Gut, dass die Täter nicht den Ruderern in die Hände geraten sind!

in 1997 in der Vereinszeitschrift: „…Ich kann es kaum glauben. Der RRV schafft einen superleichten Gig-Doppelvierer für den Breitensport an. Dass ich das noch erleben darf! Zwanzig Jahre haben alle darauf gewartet…“. Bettelbriefe, Zuschüsse von Kreis und Stadt sowie Verkaufserlöse vom Trödeltreff brachten das Geld für die „Conventgarten“ zusammen.

Nach Ratzeburg wurde Rendsburg 1996 zweiter Stützpunkt für die Ausbildung des Nachwuchses des Schleswig-Holsteinischen Ruderverbandes. Das erstklassige Ruderrevier und die exzellente Verkehrsanbindung waren entscheidend. Die Leitung übernahm Christian Müller-Wulf. 1997 erwarb der RRV dank der Zuschüsse durch Stadt, Kreis und Landessportverband einen neuen Rennachter. Im Beisein der Enkel und Urenkel des Vereinsgründers erhielt er den Namen „Fritz Albers“.

Der September 1997 sah den bis dahin größten rennsportlichen Erfolg des RRV. Gunda Reimers gewann im Leichten Doppelvierer des DRV bei den Weltmeisterschaften die Goldmedaille. Trainer war schon seit 1990 Mark Amort. Weitere ganz große Siege folgten. So der Gewinn der Weltmeisterschaft 2001 durch Janet Radünzel im Leichten Doppelzweier. Doch dazu mehr unter dem Beitrag „Rennrudern“.

Der Breitensport fühlte sich immer vom Rennrudern benachteiligt. Doch es gab auch gute Nachrichten. So schreibt Karin Thur

Ungewöhnlich, aber erfolgreich – 2001 schloss der RRV mit zwei Rendsburger Kochclubs Nutzungsverträge für die Küche

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Ministerpräsident Carstensen ehrt Wolfgang Berndt

und den alten Umkleideraum. Dafür renovierten diese die Räume, statteten die Küche mit neuem Gerät aus und nutzen sie seither zweimal im Monat. Das Vereinsleben wird dadurch nicht eingeschränkt und einige Köche sind inzwischen auch dem RRV beigetreten. Im Oktober 2001 riefen unsere Mitglieder Jochen von Allwörden, Wolfgang Berndt sowie Jörg Förster zusammen mit dem Energieversorger E.ON den nach dem Unternehmen benannten E.ON Hanse Cup ins Leben. Durch dieses Einladungsrennen für Nationalachter erlebten die Rendsburger Ruderszene, die Stadt Rendsburg und die Umlandgemeinden eine enorme Bereicherung. Die Nationalachter kämpfen auf der 12,7 km langen Strecke von Breiholz bis zur Hochbrücke um den Sieg. Inzwischen ist dieses Rennen weltweit bekannt und Mittelpunkt eines dreitägigen Ruderfestes mit einem breitensportlichen Beiprogramm, das jährlich Zehntausende anzieht und hoffentlich noch viele Jahre stattfindet.

Am 28. März 2003 schied Wolfgang Berndt nach 34 Jahren ununterbrochener Vorstandsarbeit aus dem Vorstand aus. Für seine Verdienste um den Rudersport verlieh ihm der Ministerpräsident die Sportverdienstnadel des Landes Schleswig-Holstein. Nachfolger wurde Christian Müller-Wulf, der als seine Ziele einen bedarfsgerechten Bootspark, Zufriedenheit im Verein und den Gewinn neuer Mitglieder nannte. So sprach er Schulen ohne Schülerruderriegen mit Erfolg an, und wir haben seitdem eine große Anzahl jugendlicher Ruderer und Ruderinnen, von denen einige inzwischen auch rennsportlich beachtliche Erfolge erzielen. Die forcierte Jugendarbeit verlangt nach einer größeren Zahl an Übungsleitern, die sich mit Elan um die Ausbildung und das Training der rennsportlich ambitionierten Ruderer kümmern. Für ein „Dankeschön“ ist das heute nicht mehr getan, und auch die

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Ein Achter wird eingesetzt

Idylle am Borgstedter See

Kosten der Teilnahmen an den Regatten bereiten Finanzwartin Karin Thur erhebliche Sorgen. Trotz der ständigen finanziellen Nöte kauften wir ein Sonderangebot, einen kaum gebrauchten Vierer o. Stm., den wir im Oktober 2003 auf „Christian Kruse“ tauften und ihn damit ehrten. Die Altenherrenruderer haben dieses Boot mitfinanziert.

Ein Problem bleibt die Nachbetreuung der Neuen. Sie dürfen sich nicht vereinsamt fühlen und müssen unbedingt schnell in die Vereinsgemeinschaft integriert werden. Auf Vorschlag des RRV ehrte 2005 die Stadt Rendsburg unseren Ruderkamerad Hartmut Rubbel. Sie ehrt nicht nur erfolgreiche Sportler, sondern auch verdiente Funktionäre. Hartmut hat seit Jahrzehnten wie kein anderer im Bootshaus persönlich Hand angelegt, organisiert und auch viele Materialien beschafft.

Eine dicke Überraschung gab es bei der Mitgliederversammlung 2004. Peter Petersen, noch gar nicht lange im Verein, spendete für die Jugendarbeit des RRV eine große Summe mit der ausdrücklichen Anerkennung für den Wiederaufbau der bis dahin quasi nicht mehr vorhandenen Jugendabteilung. Leider gibt es keine weiteren Spender dieser Größenordnung. Um neue Mitglieder bemüht sich seit Jahren auch die unermüdliche Karin Thur, die gute Seele des Vereins, mit ihren Angeboten von „Schnupperkursen“ für erwachsene Ruderanfänger.

Auf der Mitgliederversammlung 2007 schlug Christian MüllerWulf seinen Stellvertreter Achim Czesnat für den Vorsitz vor, der auch mehrheitlich gewählt wurde. Christian waren die Belastungen durch Beruf,Trainertätigkeit im Verein und auf Landesebene und junger Familie zu groß geworden. Ein wenig Enttäuschung über mangelndes Engagement der Mehrheit der Mitglieder war aus seinen Abschiedsworten schon herauszuhören. Achim Czesnat bleibt die schwierige Aufgabe, den RRV in das nächste Jahrhundert der Vereinsgeschichte zu führen.

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Der Steuermann bleibt an Bord

Wie sieht es nun im RRV aus? Das größte Problem ist die sehr nachteilig wirkende Schichtung in der Mitgliederstruktur. Es fehlt weitgehend die große, arbeits- und verantwortungsbereite Mitte im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. In den vergangenen Jahrzehnten war es nicht gelungen, diese Altersgruppe ausreichend für den Verein zu gewinnen und zu halten. So klafft eine Lücke zwischen Alt und Jung. Die Alten sind zu einem großen Teil müde, taten aber oft in der Vergangenheit viel für den Verein. Die Jungen sind für die Vereinsarbeit meist zu unerfahren und haben neben dem Rudern viele sonstige Ablenkungen. Für die Vorstandsarbeit sind nur Wenige zu gewinnen. Die Zeiten, in denen man sich um ein Vorstandsamt bemühte, sind längst vorbei, und es können gar nicht alle Ämter im Verein besetzt werden. Das Bootshaus ist mit seinen 90 Jahren ständig reparaturanfällig, zu groß für die heutige Mitgliederzahl und verschlingt einen erheblichen Anteil des Etats. Dazu kommen hohe Belastungen für Versicherungen, Verbandsbeiträge und Energie. Rennrudern und die Jugendausbildung kosten Geld, und für Neuanschaffun-

gen von Booten sind keine Mittel vorhanden. Nur durch zusätzliche Umlagen, Spendenaufrufe und Beteiligung von Stadt und Kreis kann dann und wann ein neues Boot beschafft werden. Die Beiträge sind im Vergleich zu anderen Vereinen wohl angemessen, höhere Beiträge schrecken wiederum ab, Mitglied zu werden. Doch der RRV sieht optimistisch in die Zukunft! Mit der verstärkten Jugendarbeit ist ein Anfang gemacht. Zu hoffen ist, dass viele der Jungen dem Verein treu bleiben und neben dem Rudern auch Verantwortung übernehmen und Vereinsarbeit leisten. Das nächste Jahrhundert für den RRV beginnt und wir möchten, dass dem RRV auch in Zukunft ein reges Vereinsleben und sportliche Erfolge beschieden sind. Lang lebe der RRV!

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Einweihung des von Günter Wunsch gebauten Bootstransporters

RRVer mit 25 Jahren Mitgliedschaft Eintritt

38 Ahrendsen, Jens Mads Albrechtsen, Peter von Beesten, Volker Beiroth, Bodo Berndt, Florian Berndt, Wolfgang Besser, Uwe Bruhn, Heiko Bünger, Hartmut Christensen, Reinhard Clausen, Heinz Czesnat, Achim Entjer, Eilt Jürgen Erbe, Frank Christoph

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Friedrichs, Woegen Fries, Jens Gerth, Matthias Gohse, Ralf Gottschlich, Florian Haecker, Jürgen Hass, Reinhard Hoowe, Werner Huss,Jochen Jaquet, Dieter Jessen, Jens Conrad Knudsen, Hark Uwe Knuth, Arne Konradt, Günther

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Krabbes, Peter Kruse, Jürgen Lass, Heinz Lawrenz, Albert Neumann, Werner Niestrath, Uwe Rubbel, Hartmut Runge, Manfred Saatmann, Jürgen Siemsen, Nikolaus Stolz, Reinhard Thur, Karin Wendt, Udo

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1922 – Erster Rennvierer „Skagerak“ mit Karl Bader, Hermann Romeike, Walter Jäger, Fritz Harder und Edmund Braun

1955 – Jugendachter des RRV

Rennrudern Den ersten Sieg für den RRV errang der Jungmann-Gig-Vierer am 26. Juni 1921 bei der Regatta in Kiel. Die Regattaorte der nächsten Jahre waren Flensburg, Einfeld bei Neumünster, Lübeck und Hamburg. Bootstransporte waren in diesen und folgenden Jahrzehnten noch ein großes Problem. Noch in den 50iger Jahren trugen die Ruderer oft die Boote zum Bahnhof, um diese dort zu verladen, oder sie wurden mit einer Schute über den Kanal nach Kiel geschleppt. Hin und wieder übernahm ein Laster den Transport, den später oft Hugo Dittmer besorgt hatte. 1926 gab es rennsportliche Höhepunkte durch den in Norddeutschland ungeschlagenen Vierer mit Clement, Dürr, Schröder und Schloen. Zusammen mit einem Ruderer der „Allemannia“ aus Hamburg hatte Clement zuvor die Deutsche Meisterschaft im Zweier ohne errungen. Bis 1939 zählte der Verein 73 Siege. Der Krieg unterbrach das Rennrudern, aber ab 1947 sah man den RRV wieder auf Regatten. Von 1947 bis 1959 siegte der Verein in 124 Rennen. Ab 1953 begann unter Helle Peters eine Reihe

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ungewöhnlich erfolgreicher Jahre mit zum Teil über 20 Siegen in einer Saison. Bei Rückkehr der Ruderer war der Fahnenmast dann schon mit der entsprechenden Zahl an Siegeswimpeln geschmückt. Die Erfolge krönten Dieter Petersen, Burghardt Gagzow, Klaus Nibbe, Nikolaus Siemsen und Stm. Neumann bei den Jugendbestenkämpfen 1955 mit dem Sieg im Jungruderer-Vierer m. Stm. in Heidelberg. Der Jugendachter des RRV errang dort den zweiten Platz. 1959 stand im Zeichen des Frauen-Rennruderns. Die Frauen des RRV siegten sechsmal. Der Amateurtrainer und Autodidakt Helle Peters, 1919 – 2008, blieb bis ins hohe Alter aktiver Ruderer und engagierter, aber auch kritischer RRVer. 73 Jahre war er Mitglied des RRV. Leider unterblieb es seit den 60iger Jahren, über die einzelnen Rennen genau Buch zu führen. So kann die Anzahl der Siege heute auch nicht mehr nachvollzogen werden. Doch hier sollen auch nur einige wenige herausragende Erfolge genannt werden. Und das sind nicht nur Siege!

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1967 – LG-Jugendvierer m. Stm. und Trainer Boris Ullrich

oben: „Abgesoffen“ – Gaby Brandt u. Edda Jessen unten: 1986 – Eichkranzrennen München rechts: Reinhart Grahn, genannt „Schlago“

1966 übernahm Boris Ulrich das Training. Bei den Jugendmeisterschaften 1967 ruderte der Leichtgewichtsvierer mit KlausDieter Wollschläger, Uwe Krey, Reinhard Christensen, Wolfgang Berndt und Stm. J. Holling auf den 3. Platz. Bis dahin hatten sie in neun Rennen gewonnen. Zwei Jahre später konnte dieser Vierer beim Eichkranzrennen die Silbermedaille und bei den Deutschen Meisterschaften den 5. Platz errudern.

Thoms und zwei Kielern in den Endlauf bei der DM in Duisburg. Von 1981 bis 1984 erreichte er dann ununterbrochen jährlich Endlaufteilnahmen im Einer bei den Deutschen Meisterschaften. 1983 errang er mit dem dritten Platz eine Medaille bei der DM, eine Woche später siegte er beim Eichkranzrennen. Nochmals eine Woche später ruderte er bei der Rotseeregatta gegen die gesamte europäische Leichtgewichtselite auf einen 5. Platz, 1985 wurde er Dritter. Neben zahlreichen Siegen auf diversen Regatten waren 1987 für „Schlago“ Höhepunkte der Gewinn der Hochschulmeisterschaft und der vierte Platz bei der Universiade in Zagreb. Es war für den RRV eine sehr erfolgreiche Zeit. Im Jahr 1981 siegte der RRV vom Juniorenbereich bis zur Mastersklasse fast fünfzigmal, 1989 gewann er in 40 Rennen.

Unter Harry Dech eröffnete 1978 Rolf Behrens im LG-Einer mit dem 2. Platz bei den Eichkranz-Rennen eine Reihe erfolgreicher Jahre. Gaby Brandt und Edda Jessen hatten sich im Doppelzweier 1979 für den Endlauf bei den DJM qualifiziert, doch ein Dollenbruch beendete alle Träume. Auch im folgenden Jahr gewannen sie einen Endlaufplatz. Gabriele Brandt startete 1980 bei der Junioren-WM im Nationalachter, der einen 5. Platz belegte. 1980 machte mit Reinhart Grahn, genannt „Schlago“ ein Leichtgewichtsruderer auf sich aufmerksam. Er ruderte mit Kersten

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1984 erfocht der Nachwuchs mit Frank Erbe und Olaf Barth im LG-Junioren-Doppelzweier bei den Deutschen Jugendmeisterschaften den 3. Platz.

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1991 - Trainer Mark Amort

Weltmeisterschaft 1997 – Gold für Gunda im LG-4x des DRV

Seit 1990 trainierte Marc Amort die Ruderer und Ruderinnen des RRV. Das Jahr 1991 verlief vielversprechend. In 129 Rennen belegte der RRV 53 erste, 41 zweite und 19 dritte Plätze. Die Erfolgsserie von Janet Radünzel und Gunda Reimers hatte begonnen. Gunda siegte in diesem Jahr in 17 und Janet in 15 Rennen. Doch nun zu den ganz großen Taten der beiden Ruderinnen. Nach dem Sieg 1995 auf dem Rotsee im Leichten Vierer ohne mit Gunda qualifizierte sich das Boot für die Weltmeisterschaft in Tampere. Neben aller Freude taten sich Probleme auf, denn für diese Leichtgewichte zahlte der DRV keinen Pfennig, nur für die olympischen Bootsklassen war alles kostenfrei. Die gesamte Mannschaft musste für Trainingslager, Anreise etc. 29.000,00 DM aufbringen. Wolfgang Berndt ging wieder einmal auf Betteltour. So ist das beim Rudern in den nichtolympischen Klassen. Zehnmal und mehr muss man sich in der Woche schinden und dazu einen Sack voll Geld mitbringen. Dann darf man bei einer WM starten. Doch der Lohn für den Aufwand war die Bronzemedaille.

Weltmeisterschaft 2000 – Bronze für Gunda und Janet im LG Zweier o. Stm.

1996 reichte es bei der WM in Schottland „nur“ für den 6. Platz. 1997 stiegen Gunda und Janet in den Doppelvierer um und erreichten bei der DM den 3. und im Doppelzweier den 4. Platz. Janet machte dann aus gesundheitlichen Gründen eine Pause. Gunda qualifizierte sich für Doppelvierer des DRV und gewann bei den Weltmeisterschaften 1997 in Aiguebelette in Frankreich die erste Goldmedaille bei Weltmeisterschaften für den RRV! Aber auch hier musste der RRV vorher 7.950 DM auf den Tisch legen, die wieder von Gönnern erbettelt wurden. 1998 stand das Studium für Gunda im Vordergrund. Dennoch ruderte sie bei der DM im Doppelzweier auf den 4. Platz. 1999 wurde sie im Doppelvierer und im Zweier ohne Deutsche Meisterin. Janet hatte dann zum Glück ihre Krankheit überstanden und ruderte wieder zusammen mit Gunda. Sie schafften es, sich im Zweier ohne für die WM 2000 in Zagreb zu qualifizieren und gewannen dort Bronze.

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Weltmeisterschaft 2001 – Gold für Janet und Claudia Blasberg im LG Doppelzweier

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1996 – Jan Gehrmann siegt bei den Deutschen oben: 2009 – Baltic-Cup – Gold und Silber für Désirée Petersen im Ergometermeisterschaften Zweier o. Stfr.; unten: 2009 – Deutsche Jugendmeister - Lasse Hass und sein Partner aus Flensburg siegen im LG-Zweier o. Stm.

Gunda gab aus beruflichen Gründen das Rennrudern auf, doch Janet biss sich wieder in die deutsche Spitze zurück. Nach harten Ausscheidungsrennen fand sie in Claudia Blasberg aus Dresden eine ideale Partnerin. Beide gewannen 2001 bei der Weltmeisterschaft in Luzern im Leichten Doppelzweier die Goldmedaille! Auch 2002 eilten die beiden von Sieg zu Sieg. Bei der WM in Sevilla holten sie Silber. Doch 2003 musste Janet einer anderen Ruderin ihren Platz im Doppelzweier überlassen, dafür startete sie im Einer bei der WM in Mailand und gewann Bronze. Janet hatte mit Gold, Silber und Bronze bei Weltmeisterschaften gezeigt, dass sie über Jahre zur Weltspitze gehörte. Ihr ganz großes Ziel, die Olympiade in Sydney, erreichte Janet nicht. Nach 15 Jahren hartem Training und wenig Freizeit legte sie 2004 die Skulls aus der Hand. Janet und Gunda errangen für sich und den RRV ganz große Erfolge.

Eine beachtliche Leistung zeigte 1996 Jan Gehrmann, der bei den Deutschen Meisterschaften im Ergometerrudern mit 6:13.3 Min. und der Bestzeit aller Leichtgewichte siegte. Diese Zeit wurde bis zum Jahr 2004 nicht unterboten. Christian Müller-Wulf trainiert seit 1993 die Ruderinnen und Ruderer des RRV und leitet seit 1996 den Ruderstützpunkt Rendsburg des Ruderverbandes Schleswig-Holstein. Er ist inzwischen auch Landestrainer des Ruderverbandes Schleswig-Holstein. Christian hat Gunda und Janet an die Weltspitze herangeführt. Unter seiner Leitung und einer Anzahl engagierter Übungsleiter ist wieder ein Kreis von Ruderern und Ruderinnen herangereift, die auf weitere große Erfolge hoffen lassen. Im Jugend- und Juniorenbereich errangen sie bereits viele Siege und Meisterschaften.

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Christian Warnecke

Sascha Andresen

Désirée Petersen, Lasse Hass, Christian Warnecke, und Sascha Andresen sind vielversprechende Nachwuchstalente. In den Mannschaftsbooten des RVSH wurden 2007 Désirée Petersen Deutsche Vize-Jugendmeisterin (B) im Doppelvierer m. Stf., Lasse Hass Deutscher Jugendmeister (B) im LG-Doppelvierer m. Stm., Christian Warnecke und Sascha Andresen wurden im Achter ebenfalls Deutscher Jugendmeister (B). 2008 gewannen Désirée Petersen bei den Deutschen Meisterschaften U17 Silber im Doppelvierer m. Stf., Sascha Andresen Silber im Doppelvierer m. Stm. und im Einer Bronze, Lasse Hass holte Silber im LG-Achter und Bronze im LG-Doppelvierer. Auch das Jahr 2009 war für sie erfolgreich. Lasse siegte mit seinem Flensburger Partner bei der Deutschen Jugendmeisterschaft im LG-Zweier o. Stm., Christian errang im Achter bei den Jugendmeisterschaften 2009 die Silbermedaille und Désirée im Achter Bronze. Sie gewann außerdem beim Baltic-Cup in Oslo im Zweier o. Stm. Gold und Silber in der U18-Klasse.

2009 – Weltmeisterschaft U23 – Lauritz Schoof siegt im Einer

Lauritz Schoof, Mitglied im RPRC und RRV, erhielt seine Ruderausbildung im RRV, besucht das Sportinternat in Ratzeburg, ebenso wie Désirée Petersen und Sascha Andresen. Lauritz gewann bei den Juniorenweltmeisterschaften 2007 in China Silber im Doppelvierer und 2008 in Österreich Gold im Doppelzweier. Außerdem wurde er 2007 in Boston Weltmeister im Ergometerrudern seiner Altersklasse. 2008 siegte er bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Achter und im Vierer o. Stm.. 2009 errang er bei den Weltmeisterschaften der U23 im Einer Gold! Lauritz startete bis 2009 für den RPRC, ab 2010 für den RRV. Das sind nur die herausragenden Erfolge der Ruderinnen und Ruderer des RRV. Auf Landesmeisterschaften und anderen Regatten war auch der übrige Kader des RRV diverse Male erfolgreich! Die Genannten wollen auch in Zukunft weiter hart für weitere Lorbeeren trainieren. Wir blicken optimistisch in die Zukunft!

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Freude am Rudern

Jugend und Nachwuchs 44

Im neuen Jahrtausend wird das Rudern nicht neu erfunden, wohl aber wandelt sich das Erscheinungsbild von Vereinen, das Freizeitverhalten der Jugendlichen und die Anspruchshaltung von Familien. Ein Wertewandel geht einher mit vielfältigen neuen Möglichkeiten und sehr breit gefächerten Medienangeboten. In der Bildungspolitik werden neue Maßstäbe durch die Verkürzung der Schulzeit auf 12 Jahre gelegt. Seit 2008 setzt eine deutliche Verknappung der Freizeit durch erheblich umfangreichere Stundenpläne ein. Betroffen sind Kinder und Jugendliche bereits ab dem fünften Schuljahr. Diese Situation werden alle Sportvereine in Zukunft stark zu spüren bekommen. Geburtenschwache Jahrgänge kommen erschwerend dazu. Das trifft alle Vereine und Institutionen. Die aufgeführten Punkte führten auch im RRV bereits ab dem Jahr 2003 zum Umdenken im Trainingskonzept.

Ganz verstärkt wird auf ein breites Trainerteam gesetzt, das möglichst viele Trainingstermine pro Woche verbindlich absichern soll. Dies gilt sowohl für die Anfängerausbildung als auch für das Renntraining. Bis zu fünf Trainer bzw. Übungsleiter stehen am Standort unseres RRV für die Arbeit am Steg, auf dem Wasser und im Kraftraum seit einigen Jahren bereit. Außerdem wurden verschiedene Schulen als Partner zur Talentsichtung gewonnen. Besonders hervorzuheben ist hier das Gymnasium Kronwerk, in dem seit 2003 regelmäßig jedes Jahr allen Schülern der fünften Klassen (ca. 125 Kinder pro Jahrgang) die Sportart „Rudern“ auf einem Ruderergometer in der Sporthalle und per Werbefilm nahegebracht wird. Anschließend gibt es ein Angebot für einen „Schnuppertag“ an der Eider. Während in früheren Jahren das Kinderrudern wenig Beachtung fand und wir auf körperlich weitgehend ausgereifte Jugendliche setzten, versuchen wir nun, auch schon zwölf- bis dreizehnjährige Kinder frühzeitig an den Rudersport heranzuführen.

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Spaß in der Schwimmhalle

Diese Bemühungen bescherten dem RRV ab dem Jahr 2007 wieder eine Jugendgruppe in einer Größenordnung von rund 50 Kindern und Jugendlichen. Im Jahr 2009 umfasste die aus der Anfängerausbildung hervorgegangene Trainingsgruppe zwölf Rennruderer im Alter von 13 bis 19 Jahren. Aufgrund der Größe der Stadt und des Umlandes ist es dem RRV klar, dass er in Bezug auf die Ressource „Rudertrainer“ eine sogenannte „Abwanderungsstadt“ ist. Es wird schwer sein, Trainer in Rendsburg zu halten, da Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten sehr beschränkt sind. Hauptamtliche Absicherungen sind alleine aus finanziellen Erwägungen heraus undenkbar. Der RRV wird immer auf motivierte Köpfe, möglichst aus den eigenen Reihen, angewiesen sein.

Das gilt ebenso für die Ruderinnen und Ruderer, die im RRV oder benachbarten Rudervereinen und Ruderriegen ausgebildet wurden. Wir hoffen natürlich, dass sie auch einmal Ausbildungs- und Vereinsarbeit übernehmen. Leider wandert der Großteil zur Ausbildung, zum Studium, Wehr- oder Zivildienst dann in andere Städte ab. Wenn sie dort dem Rudersport treu bleiben, ist das zwar sehr schön, doch uns fehlen sie.

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Hallensport der Jugendlichen

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Aber auch die Arbeitsweise des Verbandes und die Talentförderung verändern sich stetig. Die Anforderungen an die Trainer und die Sportler wachsen. Der Ruderverband Schleswig-Holstein hatte sich im Jahr 2002 entschlossen, ein Ruderinternat in Ratzeburg zu gründen, um den gestiegenen Anforderungen gerecht werden zu können. Hier kümmern sich hauptamtliche Trainer um die Förderung des besonders begabten Rudernachwuchses. Auch der RRV kann sich dieser Struktur für eine sehr gute Talentauswahl- und Vorbereitung bedienen. Weiter hat die Vernetzung unter den Vereinen enorm zugenommen. Es gibt kaum noch Vereine, die als Einzelkämpfer auftreten können und wollen. Außerdem hat sich längst die Erkenntnis durchgesetzt, dass reine Vereinsmannschaftsboote kaum qualitativ zu beset-

zen sind. Nur in großen Vereinen ist das eingeschränkt möglich. So ist es selbstverständlich geworden, dass mit Blick auf Alter, Fertigkeiten und Gewicht zueinanderpassende Ruderinnen und Ruderer schon als Jugendliche aus verschiedenen Vereinen des Verbandes miteinander trainieren und Rennen bestreiten. Nur so kann das Rudern in Großbooten ermöglicht werden. Bereits mit 15/16 Jahren trainieren die Ruderinnen und Ruderer, die Regattaerfolge anstreben, fast täglich - im Verein, oft auch in Projekten des RVSH und im Ruderinternat. Rechnet man die Trainer hinzu, die an anderen Standorten wie in Ratzeburg Sportler des RRV betreuen, so koordiniert der sportliche Leiter des RRV, Christian Müller-Wulf, insgesamt neun Trainer.

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1981 – Fisa-Masters in Heidelberg – RRV-Achter gewinnt Alterskl. MA 32

Rennrudern in der Mastersklasse Vorweg für alle, die es nicht wissen: Schon ab dem 27. Lebensjahr gibt es für Ruderinnen und Ruderer besondere Altersklassen, in denen annähernd Gleichaltrige ihre Kräfte im Rennen messen. Selbst für die 75-jährigen gibt es noch eine Altersklasse. Das Rennrudern der Alten Herren erfreut sich seit Jahrzehnten einer steigenden Beliebtheit. International wurden diese lange „Veteranen“ genannt. Diese Bezeichnung war aber ungeliebt, und nun heißen die alten Recken seit Jahren schon „Masters“. Kaum eine Regatta findet ohne Rennen der Masters statt, und einmal im Jahr treffen sie sich zu den „FISA-Masters“ in wechselnden Ländern und Kontinenten, zu denen bis zu 8000 Ruderinnen und Ruderer aus der ganzen Welt gegeneinander antreten. Der RRV kann in der Mastersklasse ab 1976 auf ungewöhnlich viele Erfolge zurückblicken. Eine herausragende Siegesserie stellten dabei Wolfgang Berndt, Jens Fries, Gunther Rath und Uwe Berger auf. Für Uwe Berger ruderte später Norbert Peter-

Die „Eiderlöwen“ siegen wieder einmal – Norbert Petersen, Gunther Rath, Jens Fries, Wolfgang Berndt und Steuermann Florian Berndt

sen lange Jahre erfolgreich im Vierer. Ab 1979 gewannen sie national und international diverse Rennen im Vierer zunächst mit Bernd Simonsen und später Volker Frenzel als Steuermann. Bei den Weltruderertreffen gewannen sie fast jedes Jahr den Vierer. In einem reinen Vereinsachter siegten sie zusammen mit Christian von Schneidemesser, Dieter Jaquet, Ekkehard Schuster und Reinhard Christensen bei den Fisa-Masters 1981 in Heidelberg. Ein beachtlicher Erfolg für unseren doch relativ kleinen Verein, insbesondere weil die früheren Größen des Rudersports oft in sogenannten „Telefonachtern“ aus vielen verschiedenen Vereinen rudern und so die Szene beherrschen. Diese Renngemeinschaften haben aber auch ihr Gutes. Kleinere Vereine könnten sonst mangels Masse in den jeweiligen Altersklassen gar nicht starten. Florian Gottschlich, Reinhard Stolz und Hartmut Rubbel ruderten deshalb zusammen mit den Kielern und waren ebenfalls bei vielen Regatten erfolgreich. Auch

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1996 – Hummelregatta – RRV siegt mit Kai-Uwe Wieck, Stephan Opitz, Hartmut Rubbel und Dieter Jaquet

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der Berndt -Vierer, in der Presse „Eiderlöwen“ genannt, errang neben dem reinen Vereinsachter zusammen mit Ruderkameraden aus Hamburg, Kiel und Amsterdam viele Achtersiege. Die Orte der Regatten sind kaum aufzuzählen. Fast jede Regatta in Deutschland sah die Masters des RRV am Start. In Europa ruderte der RRV in Schweden, Dänemark, Belgien, Niederlande, Groß-Britannien, Frankreich, Österreich, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Ungarn und in der früheren DDR auf Regatten. Aber auch in Toronto in Kanada und Brisbane in Australien startete der RRV. Gunther Rath führte die diversen zeitaufwendigen Bootstransporte in ganz Europa durch. Zu beachten ist, dass bei sämtlichen Regattateilnahmen die Alten Herren des RRV nach wie vor alle Kosten wie Transport, Unterkunft und Regattagebühren aus eigener Tasche zahlen und so den Vereinsetat nicht belasten.

Von den ehemaligen „Eiderlöwen“ ruderte Gunther Rath bis 2009 in Renngemeinschaft mit Kielern und Hamburgern. Gunther ist leider am 1.5.2010 viel zu früh verstorben. Wir alle vermissen ihn sehr. Reinhard Hass fährt mit Hamburger Ruderern im Zweier, Vierer und Achter. Die Bilanz des so intensiven Ruderns zeigt sich in 302 Siegen vor allem in der Mastersklasse von Wolfgang Berndt. Gunther Rath errang über 350 und Uwe Johannsen vor allem für den EKRC über 300 Siege auf Regatten. Uwe Johannsen schied nach 60 Jahren Mitgliedschaft aus dem RRV aus und ist nur noch Mitglied im EKRC. Er hat ideell und materiell sehr viel für den RRV getan. Dafür ist ihm zu danken.

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Ausflug in den 30er Jahren

Wanderfahrt auf der Alster

Breitensport Der Breitensport lebt davon, dass es den Leistungssport gibt. Doch ohne Breitensport ist der Leistungssport gar nicht möglich. Einen Ruderverein gründet man, wenn man rudern will. Man gründet ihn nicht, um auf Regatten zu rudern. Wer auf Regatten rudern möchte, der macht etwas anderes – er wird Mitglied in einem bereits bestehenden Verein. Und der besteht in Rendsburg als RRV seit 100 Jahren. Der RRV bietet allen Mitgliedern und allen, die es werden wollen, einen Platz im Boot an. Damit alle entscheiden können, ob sie überhaupt ins Boot, in den Verein wollen, gibt es „Schnupperkurse“. Diese sind eine Art „Anbaggerplattform“ für künftige Ruderinnen und Ruderer, für kommende Partnerschaften im

Boot und im Verein. Diese Anbaggerplattform, die Schnupperkurse, haben in den letzten Jahren mit viel Engagement Karin Thur und Gudrun Czesnat bespielt. Die Stunden, welche unsere beiden Ruderkameradinnen mit Anfängerinnen und Anfängern auf dem Wasser zugebracht haben, können wir gar nicht hoch genug ansetzen. Es ist einfach ein mühsames Geschäft, Anfängern das Rudern beizubringen, sie „bei der Stange“ zu halten und Ihnen dauerhaft Freude am Rudern zu geben. Doch dann und wann sieht man die beiden auch mit fortgeschrittenen Frau- und Mann-Schaften rudern – Karin dann häufig auf dem Steuerplatz und Gudrun meistens auf Schlag im Boot, das dann ganz hübsch was hermacht und flott durchzieht.

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Malheur bei der Schleiwanderfahrt

Rast in Sieseby

Aber es gibt auch die Dalbenkratzer – siehe gesonderten Beitrag! Es ist schon eine eigene Truppe – sie nehmen das Rudern nicht so bierernst. So mancher hat seine ersten Schläge bei ihnen gemacht. Sie sind bereit, auch Neue ins Boot zu nehmen. Wer am Samstagmorgen oder am Mittwochnachmittag den Weg zum Bootshaus findet, hat die Möglichkeit, freundlich aufgenommen zu werden und mit ihnen zu rudern. Es sei denn, die Dalbenkratzer kneifen aus irgendeinem Grund, niemand ist da außer vielleicht Udo, der mit großer Gelassenheit den Gig-Einer „Schleswig-Holstein“ besteigt und seine Runde um die Insel zieht.

In Zukunft werden wir diese Angebote, zu denen der RRV allen, die mitrudern oder das Rudern erlernen wollen, im Wortsinn offen steht, zusammen noch viel mehr entwickeln. Jeder von uns ist aufgefordert, sich um Neue und Anfänger zu kümmern. Sie müssen in die Gemeinschaft von Anfang an integriert werden, um Ihnen das so wichtige Gemeinschaftsgefühl zu geben und die Lust am Rudern zu erhalten.

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Die Dalbenkratzer starten

Die „Dalbenkratzer“ – Exoten im RRV Ein Vierer mit oder ohne Steuermann gleitet an den RRV-Steg, und sogleich wird die Stille unterbrochen durch den fordernden Ruf: „Unserem Steuermann ein dreifaches Hipp, Hipp, Hurra“. Das sind sie, die Dalbenkratzer! Durchschnittsalter so jenseits des Renteneintrittsalters, aber kernig – mit Sprüchen; mit und ohne Bauch kugeln sie behände von den Rollsitzen auf die Brücke und recken und strecken sich. Sodann nutzen sie ein technisches Kuriosum, das sie selbst entwickelt haben: einen Rollwagen zum Transport der Boote. Das entspricht genau ihrem Motto: Rudern gut und fein, aber Stress muss nicht sein. So hat sich die Gruppe Älterer im RRV auch irgendwann mal in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gefunden. Das genaue Gründungsdatum ist im Grau der Geschichte verloren gegangen. Diese Ruderherren wollten nur rudern: Statt Regattagewinn - Lustgewinn! Kein Trainingsstress, sondern entspanntes, gerne auch schweißtreibendes Rudern auf der Hausstrecke Boots-

haus – Borgstedt Brücke; auch mal bis zur Autobahnbrücke oder rund um die Rader Insel, je nach Gemüts- und Witterungslage. Auf einer dieser meditativen Fahrten plauderte der Steuermann mit dem Schlagmann und - dabei passierte es: Die Skulls (oder waren es die Riemen der Tönsfeld?) schrappten an den Dalben entlang! Und so entstand der Name: die Dalbenkratzer. Einst lebte die Gruppe mit circa 20 Ruderern; heute sind es noch zehn – die Halbierung liegt auch an den biologischen Abgängen. Für ein, zwei Jahre duldeten die Dalbenkratzer sogar in ihrer Riege eine Ruderin; trainiert von dem Urgestein Helle Peters und damit gegen unsachliche Bemerkungen geschützt. Den Dalbenkratzern kam es nie aufs Stilrudern an, sondern aufs Wohlbehagen; nur wenn die Gefahr besteht, dass man seekrank im Boot werden könnte, greift der Steuermann ein mit dem Kommando: „Auf den Schlagmann achten“ oder kurz und knapp: „Anriss!“ Das hilft für ein paar Bootsmeter: „Boot läuft!“.

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Erfrischung mit Alsterwasser in Rothenhusen

Besuch bei Fedders in Schirnau

Für die Dalbenkratzer ist eines wichtig: Freude und Spaß beim und nach dem Rudern. So gehört zum Après-Skull nicht nur der Gesang beim Duschen, sondern auch das gemeinsame Frühstück. Früher – vor der „Ökonomielosen-Zeit“ des RRV - im Bootshaus herzhaft angerichtet von der Legende Tante Hertha, heute bescheidener im „Riverside“. Es sei denn, ein Geburtstag wird gefeiert: mit einem Kapitänsfrühstück oder mit Weißwürstle, mit einem Abendessen im Restaurant oder einem umfangreichen Frühstück in den Privatgemächern. So manche Ruderausfahrt am Sonnabend wurde auch unterbrochen, um auf Gut Schirnau zu frühstücken oder bei der Sängerschwester Sabine einzukehren.

zur Sommerzeit zu einer mehrtägigen Wanderfahrt aus. Die vielfältigen Ziele liegen nah und fern, zum Beispiel rund Hamburg, rund Potsdam, rund Friedrichstadt, rund Lübeck; Schwerin und Mirow mit ihren Seen. Auch die Schlei, die Havel bei Rathenow, die Wakenitz, die Hamme im Teufelsmoor bei Bremen oder die Schwentine usw. sind oder waren Ziele. Die weiteste Wanderfahrt führte die Dalbenkratzer gleich zweimal nach Limburg an der Lahn.

Beliebtes Après-Skull im Winter ist das ruhmreiche Förtchenessen oder im Sommer Spargel mit Scholle im Lindenkrog. Darüber aber vergessen die Dalbenkratzer nicht ihr ursprüngliches Ziel, nämlich das Rudern. Also schwärmen sie einmal im Jahr

Dort zeigten die erfahrenen Ruderer dem hessischen Volk in der oberen Lahn-Schleuse die perfekte Eskimo-Rolle - ohne Personal- und Gepäckverluste! Das war schon imponierend. Sogar ein eigenes Boot haben die Dalbenkratzer sich gegönnt: einen Zweier. Und natürlich tragen sie zu besonderen Anlässen ihr Dalbenkratzer-Hemd mit den aufgemalten Dalben und stellen zum Après-Skull ihre Tischfahne auf. Fehlt nur noch eine Dalbenkratzer-Hymne! Vielleicht beim nächsten RRV-Jubiläum?

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Dienstagachter – Frühjahr 2010

Der Dienstagachter Rennrudern wollen sie nicht mehr, aber ein leichtes „Paddling“ ist auch nichts für sie. Es muss schon ein konzentriertes, sauberes Rudern im Rennboot sein. Wer sind sie? Fast alle ruderten auf diversen Regatten, als Jugendliche, Senioren und noch lange in der Mastersklasse. Und alle haben inzwischen ein Alter erreicht, in dem man nicht mehr morgens zur Arbeit in die Firma geht. Es sind alte Herren des RRV und anfangs des 1. Kieler Ruderclubs, die auf der rauen Förde nicht so oft gutes Wasser für ein Rennbootrudern nutzen können. Nun rudern diese alten Recken mit einem Durchschnittsalter von über 70 Jahren schon länger als ein Jahrzehnt gemeinsam am Dienstagvormittag einen gepflegten Achter. Initiator war der unermüdliche Uwe Johannsen, der auch noch seinen eigenen Achter zur Verfügung stellte.

Wenn sich das Wasser in Rendsburg dann einmal rauer zeigt, greift man eben auf den schweren Achter „Fritz Albers“ zurück. Hartmut Rubbel organisiert die wöchentliche Mannschaft und sorgt mit vielen Telefonaten für notwendigen Ersatz, falls der eine oder andere kurzfristig ausfällt. Bisher standen fast immer acht Ruderer und der Steuermann, sei es Hans Fedder oder Hannes Welzien, pünktlich um 10:00 Uhr am Bootshaus. Nur Eis kann die Crew an ihrem Vergnügen hindern. „Geschnacke“ ist im Boot verpönt und der normale Kurs heißt: „Hochbrücke und zurück“. Dort an der Schiffsbegrüßungsanlage ertönt die Nationalhymne.

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Training auf der Obereider

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Dazu wird über Lautsprecher kundgetan, was doch für tolle alte Burschen im Boot sitzen – ein Olympiasieger ist mit Horst Effertz ja immerhin dabei. Die Ruderer danken mit einem dreifachen „Hipp, Hipp, Hurra“, hin und wieder ertönt noch der Marsch „Alte Kameraden“, und dann geht es mit zügigen Schlägen wieder heim zum RRV. Beim Duschen kommentiert man noch mal, was beim Rudern noch besser gemacht werden könnte und was so in der großen Politik alles verkehrt läuft. Anschließend fährt ein Teil der Mannschaft noch zum gemeinsamen Essen.

Dieses Rudererlebnis möchte keiner des Achters vermissen und am nächsten Dienstag sind alle wieder mit Begeisterung dabei. Leider haben sich die Kieler weitgehend zurückgezogen, und Hartmut hat doch oft Mühe, eine passable Achtercrew zusammenzukratzen. Auch wenn es dann und wann ein wenig an der Balance im Boot hapert und die selbst ernannten Ruderästheten leise granteln, die Alten Herren freuen sich auf den nächsten Dienstagachter.

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2010 – Harry Dech

1970 – In der Moltkeschule unter Leitung von Werner Hoowe

Wir rudern auch im Winter.

Wintertraining Das traditionelle gemeinsame Anrudern der Rendsburger Rudervereine Anfang Mai und das Abrudern im Oktober bedeuten keineswegs, dass in der kälteren Jahreszeit nicht mehr gerudert wird. Das Rudern ist lediglich dadurch beeinträchtigt, dass während der Woche am Abend die Dunkelheit die Ruderinnen und Ruderer an ihrem Sport hindert, insofern ein „Hoch“ auf die Sommerzeit. Wer es kann, rudert am Tage oder an den Wochenenden. Nur Eis hält vom Rudern ab. Zum Ausgleich halten sich Ruderinnen und Ruderer beim Hallentraining, beim Schwimmen, Laufen oder im Trainingsraum des Bootshauses mit Hanteln oder auf dem Ruderergometer fit. Die jungen Trainingsleute nutzen unseren kleinen Trainingsraum natürlich auch das ganze Jahr über, um Kraftgewinn zu erzielen. Die Damen des RRV treffen sich im Winter jeden Dienstag im Schwimmbad, während die Alten Herren seit Jahrzehnten in der Halle, zunächst unter Werner Hoowe in der Moltkeschule, dann in der Kaserne und seit langem in der Sporthalle der Realschule

ihre Pfunde abschwitzen. Seit 32 Jahren leiten Harry Dech, bei Verhinderung seine Ehefrau Inge, fachkundig dieses Training. Laufen, gymnastische Übungen, Krafttraining und abschließend Basketball stehen jedes Mal auf dem abendlichen Programm. Harry und Inge, beide Diplomsportlehrer, überraschen immer wieder mit neuen Übungen, und zu Beginn des Wintertrainings geht kaum einer ohne einen heftigen Muskelkater nach Hause. Ebenfalls am Mittwochabend hält sich eine weitere Gruppe des RRV in Halle der Obereiderschule fit. Es sind vorwiegend passive Mitglieder des RRV unter der sportlichen Leitung von Jens Jessen. Manfred Runge ist von Anbeginn dabei und bemüht sich insbesondere um den Zusammenhalt der Gruppe. Diese Sportler, an Jahren etwas gereifter, bemühen sich um Fitness durch ganzjährigen Hallensport mit Gymnastik und Ballspielen, im Sommer auch mit Radfahrten und anderen gemeinsamen Unternehmungen.

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1994 – Förtchenessen – Rudolf und Udo sorgen für Stimmung

Achim gönnt den Damen ein Tröpfchen

Geselligkeit 56

Sportvereine leben auch von der Gemeinschaft und der Geselligkeit – so auch Rudervereine. Aber die Zerstreuungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahrzehnten derart entwickelt, dass das heutige Gesellschaftsleben mit dem früheren nicht mehr vergleichbar ist. Das Leben in jener „guten alten Zeit“ war unproblematischer und geruhsamer. Die Mitglieder fanden Zeit und Muße, ihren Verein zu einem wesentlichen Inhalt ihres Lebens zu machen. So bot auch der RRV vor Jahren gesellschaftliche Möglichkeiten, die mancher heute kaum mehr braucht.

Wer es heute zu etwas bringen will, muss im beruflichen Umfeld, aber auch bei abendlichen Verpflichtungen viel stärker präsent sein – Vereinsfestivitäten leiden darunter. Das gilt für alle Vereine. Die sogenannte Erlebnisgesellschaft mit ihren diversen Angeboten versetzt die Menschen in zunehmende Vereinzelung. Deshalb betont die Politik ja auch die Notwendigkeit des bürgerlichen Engagements derart stark. Noch vor 20 Jahren waren das Anrudern, das Abrudern, der Vereinsgeburtstag, die Bootstaufen und das Grünkohlessen absolut gesetzte Termine. Heute sehen wir nicht mehr die ganz große Beteiligung.

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1991 – Der Nikolaus kommt

Nach dem Sieg geht der Steuermann Florian Berndt über Bord!

Tatsache ist, dass die Clubräume nicht mehr so voll wie früher sind. Natürlich darf man nicht vergessen, dass diese nicht mehr so wie einst bewirtschaftet werden, als die Wohnung noch an einen Ökonomen vermietet war. Die Entscheidung vor gut zehn Jahren war schmerzhaft, aber richtig und ist unumkehrbar.

So können wir die herrliche Lage des RRV an der Obereider nutzen, um gemeinsam an schönen Sommertagen im größeren Stil zu grillen.

Was nehmen wir uns für die Zukunft als Angebot vor? Mit 100 Jahren ist der RRV reif für neue Ideen – ist das Gewohnte eine Unterbrechung wert. Wir haben Kochclubs in unseren Räumen als Nutzer. Vielleicht sollten wir gemeinsam festliche Essen mit Gästen veranstalten, die möglicherweise bereit sind, unsere Breiten- und Leistungssportarbeit zu unterstützen und daran teilzunehmen.

Und für die jungen Mitglieder? Da bieten sich zeitgemäße Veranstaltungen an, die die Jugendlichen in den Räumen des RRV selber gestalten – und damit noch stärker ein Zusammengehörigkeitsgefühl für den Verein entwickeln – und vielleicht auch ihre Freunde als neue Mitglieder begeistern können.

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30. 11. 1990 – Vor dem Vergnügen wird zur Kasse gebeten – Achim Czesnat, Jan Gehrmann, Volker v. Beesten, Günter Wunsch

... wann kommt denn nun endlich der Grünkohl?

Grünkohlessen 58

Es ist nicht mehr genau zu ermitteln, wann das erste Grünkohlessen stattfand. Zumindest feierte der RRV 2009 zum 86. Mal dieses für viele Ruderer wichtigste gesellige Fest im Bootshaus. Von Anfang an war das Grünkohlessen ein reiner Herrenabend. Vor einigen Jahren gefiel das jedoch den Damen im RRV nicht mehr. Sie wiesen zu Recht daraufhin, dass die Satzung festschreibt, dass jede Veranstaltung des RRV von allen Mitgliedern besucht werden darf.

So stellten sie bei einer Mitgliederversammlung den Antrag, das Grünkohlessen als Herrenabend abzuschaffen und dafür dieses Essen für alle Mitglieder zu öffnen. Sie verwiesen darauf, dass an diesem Abend auch Ehrungen vorgenommen wurden und ihnen die Teilnahme verwehrt blieb. Hitzige Debatten zwischen den Traditionalisten und den Erneuerern waren die unschöne Folge. Vor allem die älteren Herren wollten an dem so geliebten Herrenabend festhalten.

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Die Stimmung steigt

Jimmy Johannsen hat etliche alte Ruderkameraden mobilisiert – in der Mitte ihr früherer Trainer Helle Peters

Sie führten ins Felde, dass an diesem Abend vor allem auch ehemalige Ruderkameraden und Freunde eingeladen werden, mit denen man in aller Ruhe einen „ausschnacken“, ein oder auch mehrere Biere trinken und vor allem in Erinnerungen schwelgen möchte, ohne dabei die Damen vernachlässigen zu müssen. All das galt nichts, die Fronten blieben verhärtet und die Damen, aber auch viele männliche Mitglieder bei der Forderung nach einer Öffnung des Abends. Bei der Abstimmung unterlagen die Traditionalisten.

So wurde der Herrenabend als Vereinsveranstaltung abgeschafft, doch letztlich ein Kompromiss gefunden. Nun laden die „Alten Herren des RRV“ zu einen Herrenabend mit Grünkohl und der RRV lädt zu einem Grünkohlessen alle Mitglieder ein. So wird inzwischen zweimal im Bootshaus Grünkohl serviert, zeitlich vielleicht noch zu dicht aufeinander, doch es schmeckt auch ein zweites Mal. Mit gutem Willen ist alles zu regeln! Schade nur, dass zuvor unnötig viel Porzellan zerschlagen wurde.

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Der Deutschland-Achter beim E.ON Hanse Cup

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Am Anfang war die Idee! Ein paar „Ruderverrückte“ setzten das für unmöglich gehaltene in die Tat um. Unsere Mitglieder Jochen von Allwörden und Wolfgang Berndt sowie zu Beginn der damalige Geschäftsführer vom Hotel „ConventGarten“, Jörg Förster, schafften es, 2001 erstmalig ein Langstreckenrennen über 12,7 km auf dem von Seeschiffen viel befahren Nord-Ostsee-Kanal ins Leben zu rufen. Vorbild war auch das berühmte Achterrennen Oxford / Cambridge auf der Themse. Die größte Schwierigkeit bestand und besteht darin, den Schiffsverkehr auf dem meistbefahrenen Wasserweg der Welt für das Achterrennen zu stoppen. Der Wasser- und Schiffahrtsdirektion gilt dafür Dank!

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Inzwischen fand dieses Einladungsrennen für Nationalmannschaftsachter zum 9. Mal statt. Verbunden ist das Rennen mit einem mehrtägigen Fest und einem umfangreichen Beiprogramm. Die Ruderrecken messen ihre Kräfte vor der Langstrecke als Mannschaft bei einem Ergometer- und einem Sprintcup. Großen Anklang mit vielen Teilnehmern finden auch die Rennen der Drachenboote, die Schüler-Achter-Sprint-Rennen, die Ergometer-Cups und viele andere Wettbewerbe. Dieses Ruderfest findet auf dem Gelände des Kreishafens statt. Für das leibliche Wohl der vielen Besucher ist natürlich auch gesorgt. Der E.ON Hanse Cup ist inzwischen über Deutschland hinaus bekannt, und die eingeladenen Nationen kommen mit ihren Achtem sehr gern nach Rendsburg. Rundfunk und Fernsehen des NDR sind von Anfang an live dabei.

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Begegnung auf dem Kanal

Auf dem Weg zum Sieg

Im Mittelpunkt steht natürlich das Achterrennen, das in Breiholz startet. Ziel ist die Hochbrücke in Rendsburg. Zehntausende Besucher säumen die Kanalufer und feuern die vier, manchmal auch fünf Achter lautstark an. Das faire Publikum spendet nicht nur den Siegern am Ziel heftigen Applaus. Das genießen alle Ruderrecken – wo sonst auf der Welt erleben sie so hautnah und intensiv eine solche Begeisterung?

Ohne ehrenamtliche Helfer ist das rudersportliche Ereignis aber nicht durchzuführen. Das sind die vielen Mitglieder unserer Rendsburger Rudervereine, natürlich auch vom RRV. Deshalb findet der E.ON Hanse Cup auch in unserer Festschrift Erwähnung. Er ist eine Bereicherung für den Rudersport Deutschlands!

Ohne Sponsoren ist eine solche Veranstaltung nicht zu finanzieren. Der Energielieferant E.ON Hanse steht im Vordergrund, doch auch viele andere Firmen konnten die Organisatoren für dieses große Ereignis begeistern und gewinnen.

Zur Freude der Zuschauer errang beim E.ON Hanse Cup bisher der deutsche Nationalachter die meisten Siege. 2005 hieß der Sieger Cambridge und 2006 waren es die Boys aus den USA. Wir hoffen, dass der Cup noch viele Jahre besteht, viele Menschen begeistert und ein Aushängeschild für den Rudersport in Rendsburg und Deutschland bleibt.

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Bootsliste RRV – Stand 1. Januar 2010 62

GIGBOOTE Bootsname Kronwerk Conventgarten Lisa Fenn Tönsfeldt Dalbenkratzer Bgm. De Haan Schleswig-Holstein Rader Insel

Art 4 x + / 5 x - 4 x + 4 x + 4 + 2 x + 2 x + 1 x 1 x

Alter 6 13 ca. 55 – 60 33 40 45 50 4

Bootsname Hermann Blietz Walter Böse Küstennebel Ziro Karlchen Schnief Pro Talent Alpha

Art 2 x 2 x 2 x / - 2 - 2 - 1 x 1 x 1 x

Alter 25 18 10 30 10 7 2 28

RENNBOOTE Bootsname Fritz Albers Hans-Otto Kuhlmann Christian Kruse Prof. Dunker Helle Peters

Art 8 + 4 + 4 - 4 x - 4 x +

Alter 16 28 8 25 6

TRAININGSBOOTE Bootsname Hauke Sparkasse Mittelholstein Obereider Schirnau Motte

Art 2 x 1 x 1 x 1 x 1 x

Alter 25 16 6 6 30

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Wir danken für die freundliche Unterstützung: ACO Severin Ahlmann GmbH & Co. KG Wir schützen, gestalten und entwässern. www.aco.com

Fahrschule Thomas Warnecke Der Weg zum Ziel! Schacht-Audorf · Tel. 04331 92834

Pane Vino Pizzeria · Ristorante www.pane-vino.de

Allianz Generalagentur Berndt Seit 1960 in Rendsburg www.allianz-berndt.de

Fahrschule Thomas Warnecke Der Weg zum Ziel! Büdelsdorf · Tel. 04331 300008

PCNet edv Service GmbH www.pcnetservice.de

Altstädter Apotheke Markt-Apotheke & Apotheke Jevenstedt Gemeinsam sind wir noch stärker

Ferienwohnung unterm Reetdach Regina & Reiner Rohde · Westerrönfeld www.fewo-unterm-reetdach.de

ALU-BAU GmbH Aluminium-Schwimmsteg-Systeme www.alu-bau.de

FKAmedia GmbH Flensburg www.fka-media.de

BBG Bootsbau Berlin GmbH www.bootsbau-berlin.de

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Canal-Cup Projekt GmbH www.eonhansecup.com Chuchi Rendsburg CC-Club kochender Männer www.chuchi-rd.de ConventGarten Tradition am Nord-Ostsee-Kanal www.conventgarten.de Deutsche Ruder-Marketing GmbH www.deutsche-rmg.de Druckzentrum Harry Jung GmbH & Co. KG Flensburg www.dz-jung.de Gemeinschaftspraxis Dr. Schoof, Dr. Girke & Kaak Westerrönfeld · Tel. 04331 849365 Die Hörster Eiderdrachen gratulieren dem RRV! Die Dalbenkratzer gratulieren zum 100sten E.ON Hanse AG www.eonhanse.com

Hobby-Wohnwagenwerk Ing. Harald Striewski GmbH www.hobby-caravan.de Hohner Gerüstbau Fachbetrieb J. Dohlich Rendsburg Tel. 04331 337722 Hotel Neuwerk ...im Herzen von Rendsburg www.hotel-neuwerk.de I.D. Sievers GmbH & Co. KG Modehaus www.idsievers.de Kochclub „Lee Primör“ Lions Club Rendsburg-Königsthor Logopädische Praxis Westerrönfeld Simone Wulf Tel. 04331 4372577 Malereibetrieb Kolliwer Westerrönfeld Tel. 04331 8282

Regatta-Verein Rendsburg von 1888 e.V. Auf gute Nachbarschaft www.regattaverein-rendsburg.de Rendsburger Partyservice Burkhard Tesche Tel. 04331 28408 Restaurant Adria Kroatische Spezialitäten www.adria-rendsburg.de satz & layout Malte Jürgensen www.satz-layout.de Sonnen Apotheke Bernhard Klauder www.sonnen-apo.de Sparkasse Mittelholstein AG Mit Sicherheit besser. www.spk-mittelholstein.de Stadtwerke Rendsburg GmbH www.stadtwerke-rendsburg.de trends2B Vereinsbekleidung und mehr office@trends2b.de Volker Wallus Zahnarzt Tel. 04331 22745 Gudrun & Achim Czesnat Karin Thur & Reiner Pohl-Thur Olaf Barth Richmond, Virginia · USA


100 Jahre Rendsburger Ruderverein  

Festschrift

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