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Kundeninformation 2/02 Editorial

ROMAG Wassertechnologie

CH-3186 Düdingen

Die rationelle Lösung des Klärschlammproblems

Hochtemperaturverfahren zur Verwertung von kommunalen Klärschlämmen

씰 Grüessech Entsorgung von Klärschlamm ist ein heisses Thema. Die Konsumentenschutzorganisationen und die Grossverteiler wollen ihn nicht mehr auf den Feldern. Deponieren soll man ihn auch nicht. Wo aber soll man hin damit? Die Abwasserreinigungsanstalten und die Behörden sind gefordert, finanzierbare Lösungen zu finden. Als innovative Firma mit starkem Engagement in der Umwelttechnik kann ROMAG einen gangbaren Weg anbieten. Zusammen mit zwei Partnerfirmen hat ROMAG eine Gesellschaft zur Nutzung des Hochtemperaturverfahrens bei der Klärschlammverwertung gegründet. Die dem Verfahren zugrunde liegende Technik ist an sich nicht neu. Während des 2. Weltkriegs wurden europaweit die Autos mit Holzvergasern betrieben. Auch bei der Klärschlammvergasung wird die in der Biomasse reichlich enthaltene Energie nutzbar gemacht. In dieser FOCUS-Ausgabe stellen wir Ihnen das POLYCONE-Hochtemperaturverfahren vor. Wir sind überzeugt, mit dieser Technik ganz wesentlich zur Lösung des Verwertungsproblems kommunaler Klärschlämme beitragen zu können. Mit besten Grüssen

Kurt M. Gloor, Direktor

씰ROMAG und die ProCone Gasification Systems GmbH in Gunzgen/SO haben gemeinsam ein revolutionäres Verfahren zur Verwertung kommunaler Klärschlämme entwickelt. Der in einer ersten Phase zu Granulat getrocknete Klärschlamm wird bei Temperaturen von ca. 1200 ˚C vergast. Das dabei entstehende Schwachgas wird verbrannt und als Heizenergie für den Betrieb der Anlage genutzt. Eine Pilotanlage wird zurzeit auf dem Areal der ARA Hindelbank/BE aufgestellt; sie nimmt innerhalb der nächsten Monate den Versuchsbetrieb auf.

씰 Die herausragenden Eigenschaften des POLYCONE-Verfahrens Das POLYCONE-Verfahren zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass der Klärschlamm bzw. Teile davon zweimal über 1000 ˚C erhitzt werden. Die wichtigsten Folgerungen daraus sind:

Aus bekannten Gründen ist Klärschlamm auf Deponien untersagt, auf landwirtschaftlich genutzten Böden immer fragwürdiger und vielleicht schon bald verboten. Die Entsorgung in Kehrichtverbrennungsanlagen und Zementöfen ist auch nicht ideal. Der Export von nassem Klärschlamm zur Verbrennung in Kraftwerken kann langfristig ebenfalls keine Lösung sein. Das BUWAL hat deshalb den Abwasserreinigungsanstalten in der Schweiz zur Auflage gemacht, angepasste Lösungen für die Verwertung und Entsorgung ihres Klärschlamms zu erarbeiten.

● Schadstoffbehandlung: Organisch gefährliche oder chemisch giftige Verbindungen werden bei über 1000 ˚C verbrannt oder in der Schlacke eingebunden.

● Energiebilanz: Die in der Biomasse des Klärschlamms steckende Energie wird zu 100% verwertet und vollumfänglich für den Betrieb der Anlage genutzt. Bei Verwendung von Frischschlamm entsteht sogar ein Energieüberschuss in Form von nutzbarer Wärme.

● Emissionen: Rauchgase, die über die Kamine entweichen, sind weder umweltbelastend noch geruchsintensiv. ● Reststoffe: Das bei der Vergasung anfallende Abfallprodukt ist eine inerte Schlacke, die in Reaktor- oder Reststoffdeponien abgelagert werden kann. 씰


Hinten: POLYTHERM-Bandtrockner und Produkteaustrag (ganz links im Zelt). Vorne (von links): POLYCONE-Vergaser mit aufgebauter Fördereinheit, Gaswäscher (rostig), Rauchgasventilator, der das Heizgas aus dem Vergaser saugt, Hochtemperaturfackel mit angebautem Heissgasrohr (rostig), in dem die Heissgase in den Trockner zurückgeführt werden.

(Fortsetzung von Seite 1) 씰 Funktionsweise In der ARA wird der Klärschlamm mechanisch entwässert und der POLYCONE-Anlage zugeführt. In der Stufe 1 der Anlage wird der Nassschlamm im POLYTHERM-Bandtrockner von ROMAG zu einem Granulat mit 75%–85% TS thermisch getrocknet. Die dabei entstehenden Brüden werden der ARA wieder zugeführt oder in der Fackel mitverbrannt. Stufe 2 ist die Vergasung der Granulate im POLYCONE-Vergaser bei Temperaturen um 1200 ˚C. Dabei entsteht ein Heizgas sowie als Reststoff eine ausgeglühte, inerte Schlacke. In der Stufe 3 wird das Heizgas gekühlt und gereinigt, d.h. für die Verbrennung vorbereitet. Die Stufe 4 ist die Verbrennung dieses Gases in der Hochtemperaturfackel bei >1200 ˚C. Das Rauchgas aus der Fackel wird im POLYTHERM-Bandtrockner als Trocknungsenergie wieder verwendet. Als Anfahr- und Stützenergie für die Fackel dient Erdgas oder Heizöl.

씰 Ökologisch einwandfrei Dank der extrem hohen Temperaturen bei Vergasung und Verbrennung besteht keinerlei Gefahr von Dioxin- oder Schadstoffemission. Geruchsbelästigung ist ebenfalls kein Thema. Sedimente und Wasser des Rauchgaswäschers werden dem nassen Klärschlamm zugesetzt. Diese Stoffe binden sich dann in der Schlacke ein. Die im Klärschlamm vorhandenen Schwermetalle und auch Phosphor werden chemisch beständig in der Schlacke eingeschmolzen. Die Aschen und Schlacken sind deponiefähig. 씰 Komplexes Klärschlamm-Handling Das POLYCONE-Hochtemperaturverfahren bedingt aus technischen und Rentabilitätsgründen einen kontinuierlichen Betrieb und eine bestimmte Schlammmenge pro Jahr. Die POLYCONE-Anlage wird deshalb am besten zentral in einer Region aufgestellt und von den umliegenden ARA’s mit Schlamm alimentiert.

Zwecks rationellem Mengen-Handling und optimalem Anlagenbetrieb haben die Projekt-Initiatoren die POLYCONE GmbH mit Sitz in Düdingen gegründet. Diese Firma funktioniert als eigentliches Kompetenzzentrum, in das jede der drei Gründerfirmen ihr spezielles Know-how einbringt: ● Die ProCone Gasification Systems GmbH, Gunzgen, plant und projektiert die Hochtemperatur-Vergasungsanlagen. ● Die ROMAG Röhren und Maschinen AG, Düdingen, als Spezialistin für Klärschlammtrocknung plant und realisiert den Bau der Gesamtanlagen. ● Die Terra Nova GmbH, Breitenbach, ist als Handelsgesellschaft für recycelbare Produkte zuständig für die Logistik. 씰 Pilotanlage in Hindelbank/BE Die Verantwortlichen der ARA Hindelbank sowie das Gewässerschutzamt des Kantons Bern unterstützen das innovative POLYCONE-Verfahren durch ihre Bereitschaft, die Pilotanlage aufstellen und betreiben zu lassen.


Vereinfachtes Schema einer POLYCONE-Anlage

~10 °C

~40 °C

Pumpe

Ventilator

Kondensierer

~50 °C

Abluftwärmetauscher ~40 °C

Ventilator

~40 °C

~40 °C ~340 °C Ventilator

Kondensat

Kühlwasser

Kamin ~250 °C

Nassgut

Beschickung

~110 °C

Trockenkammer

~40 °C SchlammWärmetauscher

~320 °C

Granulat ~40 °C

~140 °C

>850 °C

Prozessluft

~220 °C

Saugförderer HochtemperaturVergaser <1500 °C

Vergasungsfrischluft Schlacke Schwachgas

POLYCONE-Vergaser Ventilator

Pumpe Gaswaschwasser

Propan-Stützgas

POLYCONE-Hochtemperaturverwertungsanlage

Abschlämmung Hochtemperaturfackel HOFGAS

In den kommenden Monaten werden in Hindelbank umfangreiche Testläufe gefahren. Ziel dieser Tests ist es, Grundlagen und Parameter für die Verfeinerung und Absicherung der Prozessabläufe zu erarbeiten

Rauchgaswäscher

sowie die Messungen unter dem Gesichtspunkt der Luftreinhaltevorschriften und der Umweltverträglichkeitsprüfungen durchzuführen. ■

Anhaltender Erfolg der ROMAG Siebrechen

720 Hochleistungssiebrechen weltweit Schweiz 226 Stück Europa (ohne CH) 406 Stück Nord-Amerika 33 Stück Süd-Amerika 1 Stück Japan 47 Stück Singapur 2 Stück Australien/ Neuseeland 6 Stück

씰 Stolz haben wir Anfang 1999 den 400. verkauften ROMAG Siebrechen gefeiert. Nun sind es bereits mehr als 720, die in alle Welt verkauft worden sind. Sehen Sie auf der Karte nach, wo überall ROMAG Hochleistungssiebrechen zuverlässig ihren Dienst versehen. Und die Nachfrage nach unseren Siebrechen hält an. ■

© DiskArt™ 1988

© DiskArt™ 1988

© DiskArt™ 1988

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Personelle Verstärkung in wichtigen Abteilungen

Neuer Technischer Leiter

Neue Gesichter im Innendienst

Der Sektor Technik ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden. Die Schaffung eines neuen Verantwortungsbereichs drängte sich deshalb auf. Neuer Technischer Leiter ist seit Mitte des Jahres Martin Jutzeler (37). Er ist dipl. Masch.Ing. HTL und Wirtschaftsingenieur NDS, kennt den Anlagenbau und bringt genau die Praxis-Erfahrung mit, die er für seine anspruchsvolle Aufgabe benötigt. ■

So neu ist sein Gesicht auch wieder nicht. Bereits seit einem guten Jahr betreut Daniel Boschung (36) den Verkaufsinnendienst für unsere Edelstahlkunden in der Deutschschweiz. Die meisten haben schon am Telefon mit ihm zu tun gehabt und kennen seine Einsatzfreudigkeit. ■

Neuer Leiter Kunden-Support 씰Unser langjähriger Produktionsleiter Herbert Weidner hat während der letzten zwei Jahre eine gut funktionierende Montageabteilung aufgebaut. Nach mehr als 42 Dienstjahren bei ROMAG wechselt er in den wohlverdienten Ruhestand.

Michel Bouquet (42) versieht den Posten eines VerkaufsinnendienstMitarbeiters Edelstahl für die Westschweiz seit Mitte Juni dieses Jahres. Er hat ursprünglich Mechaniker gelernt und liess sich später zum eidg. dipl. Betriebsfachmann ausbilden. Ein Mann mit langjähriger Erfahrung, den nichts aus der Ruhe bringen kann. ■

Als neuer Leiter Kundendienst und Montagen tritt am 1. Dezember 2002 Peter Giger in den Dienst unserer Firma. Er ist 29-jährig, gelernter Sanitärinstallateur und Sanitärzeichner, hat Auslanderfahrung und kennt den Trinkwasserbereich aus früherer Tätigkeit. Peter Giger freut sich, die Abteilung mit ihren Montage-Equipen nach einer gewissen Einarbeitungszeit von Herbert Weidner zu übernehmen. ■

S M A L L

T A L K

Wasserfachtagung in Vaduz am 14. Nov. 2002. Das Thema lautet «Wasserkreislauf und Vernetzung». ROMAG stellt zwei moderne WABE® Brunnenstuben aus. Zwei Umwelttechnik-Fachmessen POLLUTECH in Lyon, 26.–29. Nov. 2002 PROMA-2003 in Bilbao, 11.–14. März 2003 An beiden Messen werden ROMAGProdukte zu sehen sein. «Gemeinde 2003 Suisse Public» in Bern, 17.–20. Juni 2003. Die Wasserversorgung ist eine hochaktuelle, wichtige Angelegenheit für jedes Gemeinwesen. Aus diesem Grund lebt die Wasserfachmesse Pro Aqua / Pro Vita wieder auf. Sie belegt eine eigene Halle an der «Gemeinde 2003 Suisse Public». ROMAG wird mit einem Stand präsent sein. Zertifikat ISO 9001:2000 erneuert Das Zertifikat ist ein Ausweis gegenüber der Kundschaft, dass ROMAG über ein funktionierendes Qualitätsmanagement verfügt und nach den neuesten ISO-Normen mit prozessorientierten Organisationsstrukturen arbeitet. ROMAG gehört zu den wenigen Firmen, die zusätzlich als Schweissspezialist nach EN 729-2 zertifiziert sind. Das ebenfalls erneuerte Zertifikat berechtigt zur Ausführung hoch komplexer Schweissarbeiten und ist Bedingung, um beispielsweise anspruchsvolle Druckbehälter ins Ausland liefern zu können.

Haben Sie unsere neue Fax-Nummer notiert? 026 492 65 65

R O M A G ● Edelstahlbau Komponenten für Trink- und Abwasserbau, Drucktüren, Reservoirausrüstungen, Brunnenstuben-System WABE®. ● Rohrleitungssysteme Stahlrohre beschichtet, Edelstahl-Verrohrungen, Formstücke und Spezialkonstruktionen aller Art, PE-Rohrsystem PUSH-FAST®.

I N

S T I C H W O R T E N

● Umwelttechnik ROMAG-Hochleistungssiebrechen für Entlastungsbauwerke, RegenbeckenAusrüstungen. Modulare Bandtrocknungsanlagen POLYTHERM® für Klärschlamm, mobil oder stationär. Zertifiziert nach ISO 9001/EN 729-2 Zulassungen Schweiz: ERI, SVGW, SVTI

ROMAG Röhren- und Maschinen AG CH-3186 Düdingen Telefon + 41-26 492 65 00 Telefax + 41-26 492 65 65 E-Mail: office@romag.ch Internet: www.romag.ch Ihre Kontaktperson für zusätzliche Informationen: Frau Carmen Brägger


Romag AG Kundenmagazin 2_2002