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Rolschter Brauhaus Kurier

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Rudolstadt, eine lebens- und liebenswerte Stadt

Wo geht die Reise hin? Rudolstadt war im vergangenen Jahr gut im Gespräch - und das im positiven Sinne. Im Kino konnten wir Liebe und Leidenschaft um Friedrich Schiller und „Die Geliebten Schwestern“ erleben. Neujahr gab es einen Tatort mit Sequenzen vom Rudolstädter Vogelschießen. Über die Qualität gehen hier zwar die Meinungen sehr weit auseinander, aber Rudolstadt war auf jeden Fall dabei. Unser Theater schafft es regelmäßig mit hervor-ragenden Kritiken in die Feuilletons der großen überregionalen Zeitungen. Faust - große Klasse. Tanzfest, Vogelschießen und mit „Getting Tough - The Race“ das dritte Großevent mit bundes- oder gar internationaler Bedeutung. Das kleine Rudolstadt braucht sich wahrlich nicht zu verstecken. Hinzu kommt eine gute wirtschaftliche Entwicklung, auch wenn das im Einzelfall manch einer anders sieht. Das Steueraufkommen an Einkommensteuer steigt überdurchschnittlich. In Rudolstadt wird Geld verdient! Um ein Problem kommen wir aber auch in Rudolstadt nicht herum: wir werden alle älter und am Ende weniger. Die Stadt verändert sich, andere Schwerpunkte müssen gesetzt werden. Altersgerechte und barrierefreie Bauten sind gefragt. Gezielte Angebote sollen Rudolstadt funktional, attraktiv und liebenswert machen. Dazu haben sich Verwaltung, Politik und Bürgerinnen und

Bürger auf den Weg gemacht ein „Integriertes Stadtentwicklungskonzept“ aufzustellen. Ich bin optimistisch, dass nicht nur viel Papier bedruckt wird, sondern auch umsetzbare Möglichkeiten und Chancen für ein Rudolstadt 2030 aufgezeigt werden. Insbesondere sollen junge Menschen für Rudolstadt begeistert werden. Hier muss eine Perspektive für Menschen greifbar sein, die nach Ausbildung und Erfahrungen in anderen Regionen ihre Chancen an einem der schönsten Flecken Deutschlands sehen. Die Wirtschaftsverbände fordern schon längst „Rückkehrerprogramme“ im Bezug auf den Facharbeitermangel. Eine Riesenchance bietet sich auch für Rudolstadt mit neuen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die ihre Heimat aus den unterschiedlichsten Gründen verlassen mussten. Unser Stadtbild wird sich ab diesen Sommer von den Gesichtern etwas verändern. Hier ist die oft viel zitierte Willkommenskultur gefordert. Gerade die Kinder und Jugendlichen können schnell unsere Sitten und Gepflogenheiten kennen lernen. Wie viele Ausbildungsplätze zum Bäcker, Koch oder sonstigem Handwerk bleiben mangels Bewerber unbesetzt? Wie viele Ärzte fehlen in der Region? Wir können nur gewinnen, wenn Menschen zu uns kommen, die hier leben und arbeiten möchten. Wir können dann glücklich sein,

wenn gerade auch diese Menschen mit ihren Steuer- und Sozialabgaben unseren weiteren Wohlstand mit absichern. Das größte Kompliment für Rudolstadt ist, wenn diese Menschen nach Anerkennung ihres Bleiberechts sagen, wir wollen hier bleiben und nicht so schnell wie möglich weg von hier. Dazu müssen wir die Angst „vorm schwarzen Mann“ ablegen und vor allen Dingen allen Scharfmachern und Dummschwätzern entgegentreten. Vielleicht auch einfach mal kleine Hilfestellungen geben, Patenschaften übernehmen, den Kontakt und das Gespräch suchen, mal mit zum Sport nehmen oder zu einem Fest einladen.

Viel Spaß beim Rummel-Bummel

Brauhaus kurier 2015  
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