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PATRICK JUNGE.

Unternehmer mit Steherqualitäten: Patrick Junge, Inhaber und Geschäftsführer der Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH.

fragten, ob wir uns nicht einigen könnten. Da haben wir gefragt, wie das denn laufen sollte? Darauf meinte die Gegenseite: „Na ja, ihr könnt ja wieder Hans werden.“ Ich habe zwei Jahre meines Lebens verloren plus fünf Millionen Euro und soll wieder Hans werden? Zeigt aber auch wieder: Wenn’s vorher so schlimm mit mir gewesen wäre, dann würde so ein Angebot nicht kommen.

man sich folgendermaßen vorstellen: Wir haben die zwölf ehemaligen Hans-imGlück-Res­taurants in einem Zeitfenster von vier Wochen umgebaut. Wir haben das ganze Peter-Pane-Konzept in den Wochen davor entwickelt. Wir haben dann das erste Peter Pane in Binz aufgemacht, aus einer Schadensminderungspflicht heraus. Weil mit jedem weiteren Tag, an dem wir nicht aufgesperrt hätten, hätten wir den Schadensersatz gegen Hans im Glück nach oben gebracht. Wir haben also das Restaurant eröffnet und da waren noch zwei bis drei Dinge zu beheben – ich meine, es waren Lampen, irgend so ein

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blöder Baumstamm und eine andere Kleinigkeit. Am ersten Tag des Pre-Openings im März 2016 kam jemand von Hans im Glück und hat ein Foto gemacht. Und wegen dieses einen Bildes hat Hans im Glück auf der Sache rumgeritten. Wo man sagen muss: Kinder, es war bereits eine Woche danach alles behoben. Was soll das Ganze? Am Ende blieb aber in der Presse die Meldung stehen: Peter Pane Plagiatsvorwurf. Wir werden da keine Berufung mehr einlegen, weil ich auch nicht vorhabe, morgen wieder auf Hans zu machen. Das war übrigens ganz drollig vor Gericht, als die Richter jetzt im Mai beim Hauptverfahren

Ihr Flagship-Konzept Peter Pane ist auf Burgergrills spezialisiert. Viele sprechen bei Burger-Restaurants jedoch von einem Abwärtstrend. Wie stehen Sie dazu? Junge: Bei uns im Restaurant gibt es Deckenwellen, weil ich der Meinung bin, dass die Welle das Leben symbolisiert. Alles im Leben verläuft zyklisch. Diese Lebenszyklen gibt es auch bei Unternehmen und bei Produkten in Form von Auf- und Abwärtstrends. Ich glaube, dass die Hype-Phase mit Burgern ziemlich durch ist. Wenn ich jedoch unsere bestehenden Restaurants ansehe, kann ich nicht sagen, dass der Burgertrend abbricht. Aber, Achtung: Jetzt muss man Qualität liefern – bezogen auf das Produkt, den Service und die Dienstleistung muss man besser sein als die anderen. Und dann ist es ziemlich egal, ob man Pizza, Pasta oder Asia-Sachen verkauft. Diese Situation, dass jeder meint, mit einem Darlehen von der Oma ein Restaurant aufmachen zu können und Burger zu verkaufen, das, glaube ich, hört auf oder wird zumindest weniger. Wenn man seriös an die Sache rangeht – vom Ladenbau bis zum Produkt –, dann werden noch sehr erfolgreiche Burger-Res­ taurants auf den Markt kommen. Bis 2020 wollen Sie auf 42 Peter-Pane-Restaurants wachsen und einen Jahresumsatz von etwa 100 Mio. Euro erwirtschaften. Wo stehen Sie mit den Geschäftszahlen aktuell? Junge: Wir werden im Kalenderjahr 2017 etwa 43 Millionen Euro erwirtschaften. Wie fällt Ihr geschäftliches Fazit für die Hook-Dogs-Restaurants aus, die Sie Anfang des Jahres 2017 eröffnet haben? Junge: Wir sind zufrieden. Ich glaube fest daran, dass der Hotdog der neue Burger

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