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Es ist ein tolles Gefühl, selbst Unternehmensvorstände zum Staunen zu bringen.“ Den Buchdruck, die Zahntechnik und die Metallverarbeitung erlernte er während seiner Zeit als Fachlehrer an der Berufsschule. Um wieder Kraft zu tanken, war er 1978 aus dem aktiven Job in der Küche ausgeschieden. Nach fünf Jahren im Schulbetrieb wurde es ihm doch zu langweilig, also eröffnete er das Café Maushagen in Düsseldorf. Mit einem Auftrag aus Amerika – der Gestaltung einer Büste von und für Ronald Reagan – gelang ihm der Schritt in die Öffentlichkeit. 2004 folgte sein Durchbruch als TV-Zuckerbäcker. Mit der Sendung „Süße Sünde“ war er in 230 Folgen im WDR zu sehen. „Während der Sendung durfte ich von meinen Reisen erzählen und Rezepte vorstellen. Die Zeit als TV-Zuckerbäcker war das Highlight meiner Karriere“, resümiert Maushagen. Schön und gut In der Pâtisserie muss das Aussehen eines Gerichts, einer Torte oder einer Praline überwältigen, allerdings gelten für Maushagen keine Ausreden beim Geschmack. „Ich kann große Torten wie die zur Hochzeit von Ivana Trump – vier Meter hoch mit neun Etagen – auch mit feinen Füllungen backen. Der Geschmack darf dem Aussehen in nichts nachstehen.“ Er hat unzählige Auftragsarbeiten in seinem Leben gemacht. Meistens konnten die Auftraggeber aber selbst nicht in Worte fassen, was sie eigentlich wollen. Maushagen zeichnete während des Gesprächs mit, formt, verfeinert, die Malerei hilft ihm bei der Umsetzung. Die Kundenwünsche versuchte er immer bestmöglich in die süße Form zu bringen: „Ich habe immer alles mitgemacht, auch mit Zuckeralternativen zu backen oder die Menge an Haushaltszucker zu reduzieren. Ich liebe Herausforderungen. Allerdings ist Haushaltszucker für mich das beste Produkt zum Backen.“ Die Komposition von Pralinen angepasst an Düfte ist wohl eines der besondersten Steckenpferde seiner Karriere. Er begann vor 20 Jahren mit dieser Kunst. Maushagen komponiert aus einem Duft eine Praline, die dazupasst, den Herz-, Kopf- und Basisnoten des Parfüms entspricht oder aussieht wie das Flakon beispielsweise in Bonbonform. „Die Arbeit hat mich immer an die des Sommeliers erinnert“, erklärt der Wahlösterreicher seinen Zugang. „Es muss eine Harmonie entstehen, ohne dass das Gefühl aufkommt, das Parfüm zu löffeln.“ Man lernt nie aus Maushagen selbst machte mit 14 Jahren die Ausbildung zum Koch. Während seiner Lehrjahre und internationalen Stationen schaute er immer nach rechts und links, was andere so tun, wo er etwas lernen kann, was ihm helfen oder ihn weiterbringen könnte. Diesen Tipp gibt er seit 1976, als er begann, selbst auszubilden, an seine Schüler weiter: „Behandelt die Industrie nicht als Feind, ihr könnt davon lernen. Das Handwerk verbessern durch Tricks aus der Industrie. Es reicht außerdem nicht, nur Koch zu sein. Bildet euch weiter. Opfert Zeit. Sucht euch gute Häuser aus. Habt Geduld. Der Beruf des Kochs kann ein Traumberuf sein, aber auch der absolute Horror.“ Für Maushagen selbst gab es Höhen und Tiefen wie 1978, als er sich völlig ausgepowert hatte. Heute, in seinem Unruhestand, will er nur noch das machen, was ihm Spaß macht. Spaß macht ihm bis heute, die Menschen aus der Realität zu entreißen und sie in süße Faszination zu versetzen. www.maushagen.de

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„ALLES FÜR DEN GAST“ HALLE 01 STAND 401

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