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A R C H I T E K T U R J O U R N A L

w w w. a r c h i t e k t u r w e b. a t

Pflegewohnhäuser

 1 7, – September/ Oktober 2010 34. Jahrgang

Büro als Lebensraum, gegliedert in unterschiedliche Zonen und Bereiche. Räumlich flexibel und mit offenen Strukturen – anregend, vielfältig und facettenreich. Gemeinsam mit Kunden und Partnern gestaltet Bene Bürolandschaften, die den Mitarbeitern ein ideales Arbeitsumfeld bieten. So wird Büro zum Managementinstrument und zum Erfolgsfaktor von Unternehmen. Mit der Gestaltung des neuen Standortes von Bene Wien in der Neutorgasse leistete SOLID architecture einen bemerkenswerten Beitrag moderner Büroraumarchitektur. www.bene.com

wettbewerbe

wettbewerbe

BEI DYNAMISCHEN ARCHITEKTEN.

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BENEWIRKT

20 10

Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg Landespflegeheim Retz, NÖ Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2 Brauerei Liesing, Wien 23 YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3 Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark


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Die Intention des TISCHE-Programms ist es, jungen Architekt/inn/en unmittelbar nach Abschluss ihrer Ausbildung die Gelegenheit zu geben, in einem kleineren, innovativen Architekturbüro mit bereits gewissem internationalem Bekanntheitsgrad entsprechende künstlerische und berufliche Erfahrungen zu sammeln. In der Bewerbung ist ein solches Büro zu nennen, das auch inhaltlich/ thematisch dem Interesse des Bewerbers an seiner eigenen architektonischen Entwicklung entspricht. Dies ist in kurzer Form zu begründen. Eine Bewerbung für mehrere Architekt/ inn/en entspricht daher nicht den Programmintentionen. Ein nachträglicher Wechsel des angegebenen Büros ist nur mit entsprechender Begründung und nach Rücksprache mit der Abteilung möglich. Mit der Annahme des Stipendiums verpflichten sich die StipendiatInnen bis spätestens einen Monat nach Ablauf des Stipendiums einen dokumentierten Bericht über die erfolgte Tätigkeit der Abteilung V/1 vorzulegen. Zielgruppe Junge, österreichische oder seit drei Jahren in Österreich lebende Architektinnen und Architekten mit Studienabschluss innerhalb der letzten drei Jahre

Leitartikel

T i s c h e - St i p e n d i u m 2 0 1 1 . A u s s c h r e i b u n g

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und freiberuflicher Stellung (Studienabschluss nicht vor dem 31.01.2008). Von der Bewerbung ausgeschlossen sind Studentinnen und Studenten bzw. Personen, die das Stipendium bereits erhalten haben. Zweck Sammlung von künstlerischen bzw. berufspraktischen Erfahrungen in einem kleineren, international aber bereits bekannten Architekturbüro im Ausland. Stipendiendauer 6 Monate. Das Stipendium ist noch im Jahr 2011 anzutreten! Stipendienhöhe € 1.500,– monatlich (+ einmalige Reisekosten auf Antrag). Stipendienanzahl Bis zu 10 Stipendien; die Auswahl erfolgt durch eine Jury. Einsendeschluss 31. Jänner 2011 (Es gilt das Datum des Poststempels).

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Impressum

Editorial

Liebe Leser !

Leberstraße 122, A-1110 Wien •

Mitten im Herzen Wiens verläuft – zwischen Börse, Freyung und Salzgries – eine der nobelsten Wohnadressen Wiens: die Neutorgasse. Hier wurde soeben ein hochwertiges Büro- und Wohngebäude eröffnet. Investor von „Neutor 1010“ ist die Sparkassen Immobilien AG, Bauherr die Immorent AG der Erste Bank. Geplant wurde das Haus mit einer Gesamtfläche von ca. 10.000 m2 vom österreichischen Architekturbüro Rataplan. Der aus der Gründerzeit stammende Teil der Außenfassade wurde beibehalten und in Kombination mit moderner Architektur in ein stilvolles Gesamtensemble integriert. Die Architekten haben den Gründerzeitraster aufgenommen, mit Hilfe von Glasbändern neu interpretiert und damit einen lichtdurchlässigen Kubus geschaffen. In den oberen Geschoßen befinden sich 34 Eigentumswohnungen mit großzügigen Terrassen oder Loggien. Im Erdgeschoß und in den ersten drei Stockwerken befinden sich die Geschäfts- und Büroräumlichkeiten auf einer Fläche von ca. 5.000 m2. Ein Großteil der Büroflächen wurde an den Büromöbelspezialisten und Marktführer Bene vermietet, der das Erdgeschoß als modernen Schauraum nützt. Geplant wurde dieser von Bene gemeinsam mit dem Wiener Architekturbüro SOLID architecture. Die fortschrittliche Architektur dieses Gebäudes passe perfekt zur Unternehmensphilosophie, lobt Thomas Bene das Projekt. Das Architekturjournal wettbewerbe wird demnächst darüber ausführlich berichten.

Chefredaktion: KR Josef R. Bahula, Telefon:

+43-1-470 62 92, Telefax: +43-1-470 62 92-16; Roland Kanfer, Telefon: ++43-1-740 95-559, Telefax: ++43-1-740 95-384 •

Redaktionsleitung: DI Margarete Schwarz •

Administration und Vertrieb: Michaela Kern •

Postanschrift: Leberstraße 122, A-1110 Wien, Telefon:

++43-1-740 95-556, -557, Telefax: ++43-1-740 95-384 • e-mail: office@wettbewerbe-arch.com • http:// www.architekturweb.at •

Bankverbindung: UniCredit Bank Austria, BLZ 12000, Kto.-Nr. 653 092 700 • ATU: 10940909 • Grafik und Repro: Dietmar Mantler,

A-1220 Wien, e-mail: grafik@mantler-repro.at; Druck: AV+Astoria Druckzentrum GmbH, A-1030 Wien •

Heftpreis für eine Ausgabe (Doppelnummer)

€ 17,00. Der Preis für ein Abonnement (5 Ausgaben)

beträgt € 75,00 (Inland), € 88,00 (Ausland). Sämtliche Preise inkl. Porto und 10% MwSt.

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5 Ausgaben verlängert, wenn die Kündigung nicht

drei Monate vor Ablauf des Abonnements erfolgt • Erscheinungsweise: 5 mal jährlich • ISSN 1015-4477 •

Es wird keine Haftung für etwaige Beschädigungen

oder Verluste der zur Verfügung gestellten Unterlagen übernommen. Die Retournierung der Unterla-

gen erfolgt nur auf ausdrückliche Anforderung. Die drucktechnische Wiedergabe ist von der Qualität der übermittelten Unterlagen abhängig. Mit der Einsendung von Manuskripten und Bildmaterial

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diese vollständig oder teilweise in der Zeitschrift wettbewerbe publiziert werden. Ebenso stimmt

er/sie der Verwertung im Wege der digitalen Vervielfältigung und Verbreitung über Offline- oder

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einbart wurde, deckt diese die genannten Verwertungsformen ab. Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages gestattet. Die in den Beiträgen vertretenen Meinungen der Autoren sind nicht unbedingt mit

© Anna Stöcher

Bohmann Druck und Verlag GmbH & Co. KG.,

© Anna Stöcher

Herausgeber, Medieninhaber und Verleger:

In diesem Sinne mit freundlichen Grüßen

denen des Verlages identisch.

KR Josef R. Bahula Chefredakteur Druckauflage: 5.000 Stück


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Inhalt

Impressum

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Editorial

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Leitartikel

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Forum Neues Bauen

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Berichte

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Wettbewerbe

Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3 Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

56 58 67 79 94

Realisierung

Landespflegeheim Retz, NĂ– Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2 Brauerei Liesing, Wien 23 Siemens City Vienna, Wien 21 Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse, Wien 20

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Innovationen

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Ba u e n f ü r d a s A l t e r

Steigende Lebenserwartung und neues Verständnis des Alterns stellen neue Anforderungen an die Architektur von Pflegeheimen

Roland Kanfer Chefredakteur

Vor dem Altwerden haben wir alle mehr oder weniger Angst. Da wünscht man sich vor allem, in Würde altern zu können und in einer Umgebung zu wohnen, die das trotz körperlicher und geistiger Einschränkungen möglich macht. Ein Thema, das immer mehr Bedeutung gewinnt: Demenz wird infolge der Bevölkerungsentwicklung in Zukunft epidemische Ausmaße annehmen. Lag das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Demenzkranken vor 50 Jahren noch bei 1:120, schätzen Experten, dass in 50 Jahren auf eine demente nur mehr 15 erwerbstätige Personen kommen werden. Für diesen wachsenden Teil der Bevölkerung müssen adäquate Gebäude angeboten werden, die das betreute Wohnen in den Vordergrund stellen und den medizinischen Aspekt in den Hintergrund drängen. Eine zentrale Aufgabe wird dabei den Architekten zufallen: Sie müssen die von Verwaltung und Behörden entwickelten modernen Pflegekonzepte so intelligent umsetzen, dass sie architektonischen Ansprüchen genügen und zugleich „sozial relevant“ im Sinne einer Umstellung von reinen „Siechenhäusern“ zu Wohnheimen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen werden. Oder anders ausgedrückt: „Wir bauen Häuser, in denen gestorben wird. Das ist neu. Bei normalen Pflegeheimen kommt man zum Sterben erst recht wieder ins Spital“, wie Michaela Mischek, Konsulentin des Wiener Krankenanstaltenverbunds, den veränderten Zugang auf den Punkt bringt.

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ist 2013, investiert werden 30,5 Millionen Euro. Mit dem Bau zweier weiterer Wohn- und Pflegehäuser soll in Wien in den kommenden drei Jahren begonnen werden. Zusätzlich plant die Stadt Wien, das Geriatriezentrum Donaustadt generalzusanieren. Das geschieht im Rahmen eines von Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely 2007 ausgerufenen Geriatriekonzepts, das bis zum Jahr 2015 die Errichtung von zehn Pflegewohnhäusern vorsieht, vier davon nach dem Konzept der Innovativen Wohn- und Pflegehäuser. Diese Qualitätsanforderungen definieren neben den wirtschaftlichen und technischen Richtlinien auch ein neues Verständnis der Demenz, das veränderte neue Anforderungen an die Planung und Architektur bedeutet. Die medizinische Versorgung steht heute im Hintergrund, primäre Bedeutung hat nun der Wohnaspekt. Kleinteilige Wohnstrukturen Das bedeutet, dass sich die architektonischen Strukturen am Wohnbau orientieren müssen – und die Errichter dafür auch Wohnbauförderung beanspruchen dürfen. Zwecks besserer Orientierung müssen diese Pflegewohnhäuser aber zugleich kleinteilig und bunt und natürlich auch barrierefrei sein, damit sich auch die in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkten Bewohner heimisch fühlen. Kleine, überschaubare Wohneinheiten wechseln sich mit öffentlichen Plätzen ab, damit eine dorfähnliche Struktur entstehen kann. Dazu gehört auch der Garten als Therapieform, der in jedem neuen Pflegewohnhaus der Stadt Wien ein Muss ist. Einen Überblick über die neue Architektur im Wiener Pflegehausbereich bietet eine noch bis zum 12. November laufende Ausstellung im Wiener Ringturm. Die Ausstellung „Das ganze Leben“ spannt – begleitet von einem 160 Seiten starken Ausstellungskatalog (Franziska Leeb: Wohnen Pflegen Leben – neue Wiener Wohn- und Pflegehäuser, siehe Kommentar in den Berichten) – einen Bogen von der Architektur der neuen Pflegewohnhäuser und Gärten über den Pflege- und Betreuungsalltag. Der soziodemographische und gesellschaftliche Kontext wird ebenso beleuchtet wie stadtplanerische Aspekte. Die Ausstellung zeigt neben dem

NeuE Pflegewohnhäuser für Wien Eine neue Architektur ist also gefragt. Alten Menschen soll die Möglichkeit geboten werden, in ihrer gewohnten Umgebung bleiben zu können, auch wenn sie ein Pflegefall geworden sind. Das der Stadt Wien unterstehende gemeinnützige Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser (KWP) hat mit dem „Innovativen Wohn- und Pflegehaus“ ein solches Konzept entwickelt und errichtet in Kooperation mit dem Krankenanstaltenverbund vier solche Häuser. Über das IWP Döbling, das im Juni Baubeginn hatte und vom Architekturbüro Rüdiger Lainer + Partner entworfen wurde, haben wir in der vorigen Ausgabe berichtet. Anfang September fiel der Startschuss für Umbau und Erweiterung des Pensionistenwohnhauses am Rosenberg, das, ursprünglich ein Harry GlückBau aus dem Jahr 1978, von der Wiener Architektin Silvia Koci so konzipiert ist, dass Wohn- zu Pflegeappartements werden können. Geplanter Fertigstellungstermin für das von 23.000 auf 27.500 m2 erweiterte Haus Umbau und Erweiterung Pflegewohnheim Rosenberg, Architektin: Silvia Koci. Fertigstellung 2013


Leitartikel

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IWP Döbling von Architekt Rüdiger Lainer unter anderem das soeben eröffnete, von Helmut Wimmer geplante Pflegewohnhaus Leopoldstadt im Stil einer „vertikalen Stadt“, über das wir in dieser Ausgabe berichten. Auch das in der ehemaligen Zuckerlfabrik Heller entstehende Pflegewohnhaus Innerfavoriten von Hermann & Valentiny ist zu sehen, das Ende September Dachgleiche feierte und nächstes Jahr in Nachbarschaft zum Wohnpark Heller fertig gestellt werden soll. Von denselben Architekten stammt der Entwurf für das im ehemaligen Kabelwerk Meidling geplante Pflegewohnhaus, das ebenso präsentiert wird wie das von Johannes Kaufmann geplante Projekt in Liesing – beide werden 2011 fertig.

© Bernhard Weinberger

KAV-Konsulentin Michaela Mischek-Lainer: „Wir bauen Häuser, in denen gestorben wird“.

Anbindung an das öffentliche Leben Neue Pflegeheime und neue Ideen dafür entstehen natürlich nicht nur in Wien. So feierte im niederösterreichischen Poysdorf ein vom Haus der Barmherzigkeit errichtetes Pflegeheim Anfang September Dachgleiche. Generalplaner sind die aus einem geladenen Wettbewerb als Sieger hervorgegangenen Architekten Andreas Hawlik und Ernst Huss, die das Projekt mit 8.000 m2 Wohnfläche, das nach

15 Monaten Bauzeit im Mai 2011 fertig sein soll, in nur sechs Monaten entwickelt haben. Das klassische Modell Pflegeheim wurde dabei zu einem Hausgemeinschaftsmodell weiterentwickelt, wobei jede der acht Hausgemeinschaften mit jeweils 15 Bewohnern über ein zentrales Wohnzimmer mit Wohnküche verfügt. Selbstständigkeit der Bewohner im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist in diesem Konzept ein wichtiges Ziel, verbunden mit gemeinsamen Aktivitäten. Über ein vom Land Niederösterreich errichtetes und im Juni eröffnetes Pflegeheim in Retz berichten wir ebenfalls in dieser Ausgabe. Geplant wurde es von Karl und Bremhorst Architekten, die 2006 den Wettbewerb dafür gewannen. Wie sich Niederösterreich die Planung und Errichtung von Pflegeheimen vorstellt, hat die Landesregierung in einem Leitfaden „Freiräume für Pflegeheime“ zusammengefasst. Wichtig ist den Verantwortlichen dabei vor allem die Anbindung der Heime an das öffentliche Leben, um die Kommunikation zwischen Bewohnern und Bevölkerung zu ermöglichen. In den Planungsrichtlinien wird daher unter anderem sogar die Baukörperform detailliert vorgegeben, die L- oder U-förmig sein sollte, um hofartige, zentrale Gemeinschaftsräume sowie sich erweiternde Freiflächen zuzulassen. Da ältere Menschen empfindlich gegen Hitze und Wind sind, wird empfohlen, die Gebäudetrakte so anzuordnen, dass diesen Witterungsbedingungen im Freiraum entgegengewirkt wird. Gut angebunden an das öffentliche und motorisierte Verkehrsnetz sowie das Fuß- und Radwegenetz ist auch das in Dornbirn geplante Pflegeheim Birkenwiese. Den nicht offenen Wettbewerb, über den wir auch in dieser Ausgabe berichten, gewann das Architekturbüro Baumschlager und Eberle aus 25 qualifizierten Beiträgen. Das künftige Heim in Passivhausbauweise liegt in der Nähe eines Seniorenheims und eines Naherholungsraums. Avisierter Fertigstellungstermin ist Oktober 2012. Das soeben eröffnete Pflegewohnhaus Leopoldstadt Architekt: Helmut Wimmer mit B. Weinberger und A. Gabriel

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Geplantes Pflegeheim Haus der Barmherzigkeit, Poysdorf Architekten: A. Hawlik und E. Huss Fertigstellung Mai 2011


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Umwelt und Planung. Energieeffizienz-Offensive für den Gebäudebereich Architekten brauchen mehr gesunden Hausverstand M.O.O.CON erhält für Voestalpine Stahl den Best Office Award 2010 – Nachhaltigkeit 3.0 in der Praxis Wir wollen Architekturklassiker Geodätisches Netzwerk über Europa

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Massive Baustoffe sind nachhaltig


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U m w e lt u n d P l a n u n g

Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr. Martin Treberspurg Universität für Bodenkultur Wien, Department für Bautechnik und Naturgefahren, Ressourcenorientiertes Bauen, Institut für Konstruktiven Ingenieurbau Stv. Vorsitzender der Bundesfachgruppe Bauphysik und Leitung des Arbeitskreises „Energie und Umwelt“ der Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten

Energieeffizienz-Offensive für den Gebäudebereich

Autoren: Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr. Martin Treberspurg, Dipl.-Ing. Dr. Ulla Ertl-Balga, BOKU Wien AUSGANGSSITUATION Österreich ist mit dem im Dezember 2008 verabschiedeten Klima- und Energiepaket der Europäischen Union die Verpflichtung eingegangen, seinen Anteil an Erneuerbaren Energieträgern am Bruttoenergieendverbrauch bis 2020 auf 34 % zu erhöhen und gleichzeitig seine Treibhausgasemissionen in den Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, bis 2020 um mindestens 16 % auf Basis 2005 zu reduzieren. Dabei nimmt der Gebäudebereich zur Erreichung dieser Ziele eine zentrale Schlüsselrolle ein, da einerseits mehr als ein Drittel des energetischen Endverbrauchs für die Bereitstellung von Raumwärme, Warmwasser und Kühlung in Wohn- und Dienstleitungsgebäuden aufgewendet werden und andererseits der Großteil der dabei eingesetzten Energie aus fossilen Quellen stammt [1]. Während die Umsetzung der Energieeffizienz im Verkehrs- und Industriebereich bei entsprechenden wirtschaftlichen Randbedingungen, öffentlichem Druck und politischem Konsens relativ kurzfristig möglich ist, benötigt der Gebäudebereich jahrzehntelange, zielgerichtete Bemühungen, um dies zu erreichen. Somit sind Investitionen in energieeffiziente Gebäude als langfristige Anlage in die Zukunft mit hohem Sparpotential an Energie, Treibhausgasemissionen und Kosten zu sehen. Aus diesen Fakten resultieren zwei ineinander greifende Handlungsbereiche: • Für den Neubau: Hohe Standards der Energieeffizienz mit Erneuerbaren Energieträgern. • Für den Gebäudebestand: Thermische Sanierung und Umstieg auf Erneuerbare Energieträger. ZIELSETZUNG • Neubau Ziel ist es, den Energieverbrauch von Gebäuden deutlich zu senken und gleichzeitig die Energieversorgung mit Erneuerbaren Energieträgern abzudecken. Der Weg dahin führt zum Passivhaus und in weiterer Folge zum Plusenergiehaus, einem Gebäude zumeist auf Passivhausniveau, das rein rech-

nerisch mehr Energie gewinnt, als es verbraucht. Durch den Passivhaus-Standard können Energieeinsparpotentiale von bis zu 90 % realisiert werden gegenüber konventionell ausgeführten Gebäuden, bei ca. 4 bis 12 % Mehrkosten für die Errichtung (bezogen auf den mehrgeschoßigen Wohnbau), bei Einfamilienhäusern etwas höher [2]. Zudem hat sich das Passivhaus-Konzept seit knapp 20 Jahren – so alt ist das erste Passivhaus in Darmstadt Kranichstein – bewährt. Zusätzlich wurden die Passivhäuser ununterbrochen wissenschaftlich untersucht und geprüft (z.B. [3], [4] oder Protokollbände des Passivhaus Instituts siehe www.passiv.de). Die daraus gewonnenen Erfahrungen und die europaweit per März 2010 ca. 22.500 realisierten Passivhaus-Objekte zeigen, dass mittlerweile der Passivhaus-Standard ein erprobtes Konzept ist und als Stand der Technik bezeichnet werden kann [5]. In Österreich sogar ist mit über 15 % aller Neubauten das Passivhaus zu einem spürbaren Anteil am Markt aufgestiegen [6]. • Gebäudebestand Ziel ist es, durch die Sanierung des Gebäudebestandes den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren. Besonders bei Gebäuden der Bauperiode 1945 bis 1980 können große Effizienzsteigerungen erreicht werden. Zugleich sind der Austausch ineffizienter Heizsysteme und ein konsequenter Umstieg auf Erneuerbare Energieträger notwendig. Die Sanierung von Gebäuden ist zumeist eine komplexe Aufgabenstellung, bei der mit der thermischen auch eine funktionale und technische Verbesserung des Bestandes einher gehen sollte. Altbaumodernisierungen und Umbauten im Bestand sind zu einem wichtigen Aufgabengebiet für Architekten geworden und stellen hohe Anforderungen an die technische und besonders gestalterische Kompetenz des Planers. Ausschließliche Wärmedämmmaßnahmen greifen oft zu kurz. Daher ist von punktuellen Einzelmaßnahmen abzusehen. Stattdessen ist auf umfassende, höchstwertige und damit zukunftsfähige Sanierungs- und Modernisierungskonzepte abzuzielen (auch wenn diese in Etappen umgesetzt werden), da ansonsten für Jahrzehnte Energiesparpotenziale und Nutzungs-


Dabei sollte gerade dieses Engagement der Bauträger ausgezeichnet werden, wie dies z.B. der jährlich ausgeschriebene ETHOUSE Award vorzeigt [8] [9]. Realisierte Beispiele, wie dies Projekte der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften GIWOG (z.B. Wohnhausanlage Makartstraße in Linz, Wohnhausanlage Dieselweg in Graz) oder der VOGEWOSI (z.B. Wohnhausanlage Illstraße in Nenzing, Wohnhausanlage Übersaxnerstraße in Rankweil) zeigen, dass sie wirtschaftlich durchführbar sind und sich in der Praxis bewähren.

Energy Facility Sustainability

qualitäten verspielt werden. Daher ist es besonders wichtig ein Gesamtsanierungskonzept zu verfolgen mit einem Sanierungsstufenplan, der den Einsatz von technisch hochwertigen Komponenten wie z.B. Passivhaus-Fenster vorsieht. Besonders die umfassende Gebäudesanierung stellt eine klassische WIN-WIN-Situation dar mit positivem Zusatznutzen: Verbesserung der Wohn- und Arbeitsplatzqualität durch Komfortverbesserung (Produktivität, Leistungsfähigkeit), Reduktion der Betriebskosten, Entlastung der Haushalte. Investitionen in die heimische Bauwirtschaft: Erhaltung bestehender und Schaffung von neuen Arbeitsplätzen, Konjunkturaufschwung und Wertsteigerung von Immobilien. Sicherung der Werthaltigkeit des österreichischen Immobilienbestandes. Energieeffiziente Gebäude sind wertbeständig und fit für die Zukunft. Die für den Gebäudebetrieb erforderliche sehr geringe Energiemenge kann langfristig, auch bei steigenden Energiekosten, durch Erneuerbare Energie zu geringen Kosten sichergestellt werden. Einsparung an Treibhausgasemissionen und Stärkung des heimischen Klimaschutzes zur Erreichung der Klimaziele, statt Investitionen in volkswirtschaftlich unwirksame, ausländische EmissionsZertifikate.

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• Gebäudebestand Trotz des Mehrfachnutzens durch umfassende Gebäudesanierungen beträgt in Österreich die durchschnittliche Sanierungsrate im Wohngebäudebereich nur rund 1 % pro Jahr [1]. Dies ist angesichts der großen Schere zwischen Sanierungsbedarf und den tatsächlich durchgeführten Sanierungen viel zu wenig! Um einen deutlichen Anstieg der Sanierungsrate auf 3 % pro Jahr bis 2020 [1] und in weiterer Folge auf 5 % pro Jahr [7] zu erzielen, sind deutlich mehr Anreize und Maßnahmen notwendig als die bereits bestehenden. Besonders Gebäudesanierungen mit der ambitionierten Zielsetzung den Passivhaus-Standard zu erreichen, sind noch äußerst selten anzutreffen.

Abbildung 3 und 4: VOGEWOSI WHA Übersaxnerstraße VOR und NACH der Sanierung; Planung: VOGEWOSI, Bernhard Albrecht (Quelle: VOGEWOSI)

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PROBLEME BEI DER UMSETZUNG • Neubau Trotz der langjährigen Erfahrung durch wis- Abbildung 1 und 2: GIWOG WHA Makartstraße VOR und NACH der Sanierung; Planung: Arch+More, Arch. DI Ingrid Domenig-Meisinger (Quelle: gap-solution) senschaftliche Studien und gewonnenen Erkenntnisse aus einer Vielzahl an bereits errichteten Passivhäusern, erfolgt die Marktdurchdringung dieses Gebäude-Standards in Österreich eher langsam. Dabei besitzt gerade die PassivhausBauweise den Vorteil, dass sie wie eine „FreeSoftware“ zugänglich ist und somit von jedem qualifizierten Planer genutzt werden kann. Überdies besteht die Möglichkeit ein Passivhaus oder auch einzelne Passivhaus-Komponenten durch das Passivhaus Institut zertifizieren zu lassen, um eine einwandfreie Funktionsweise zu gewährleisten.


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Abbildung 5 und 6: VOGEWOSI WHA Illstraße VOR und NACH der Sanierung; Planung: VOGEWOSI, Bernhard Albrecht (Quelle: VOGEWOSI)

Abbildung 7: Allgemeine Sonderschule in Linz NACH der Sanierung; Planung: Enzenhofer & Dornstädter Architekten ZT GmbH, Arch. DI Oliver Dornstädter (Quelle: Enzenhofer & Dornstädter Architekten ZT GmbH)

MASSNAHMEN ZUR UMSETZUNG Neubau und Gebäudebestand Um hohe Standards mit Erneuerbaren Energieträgern im Neubau zu sichern und möglichst rasch einen deutlichen Anstieg der Sanierungsrate zu erzielen, ist es notwendig die bestehenden Förderungen durch zusätzliche Anreize zu erweitern und die rechtlichen Rahmenbedingungen durch Adaptierungen anzupassen. Dazu werden nun einige Maßnahmen vorgeschlagen: 1. Thermische Sanierungsoffensive Erhöhung der Sanierungsförderung für energieeffiziente Sanierungen mit engagierten Mindestkriterien durch entsprechende rechtliche Voraussetzungen und finanzielle Anreize. 1.1 Sanierungsförderung durch den Bund Neuauflage und Institutionalisierung der erfolgreichen Förderaktion 2009 zur thermischen Sanierung, dem „Sanierungscheck“ des Bundes und der Bausparkassen.

• Erhöhung und Verstetigung der SanierungsFörderung Mittel- und langfristig ist die Förderung der thermischen Sanierung von Gebäuden mit 500 Millionen Euro Fördervolumen pro Jahr sicherzustellen. Dabei darf eine Mindestfördersumme von 300 Millionen Euro nicht unterschritten werden. Die Finanzierung soll über eine zweckgebundene Klimaschutzabgabe auf fossile Energieträger nach dem Verursacherprinzip erfolgen. Eine Mindestfördersumme von 300 Millionen Euro würde dazu führen, dass ein Investitionsvolumen für die Gebäudesanierung von rund 2 Milliarden Euro angeregt wird [10]. Zudem erhält der Bund 506 Millionen Euro an Lohn- und Umsatzsteuer aus dieser Maßnahme, 244 Millionen Euro an Sozialversicherungsbeiträgen können zusätzlich eingehoben werden, durch die Schaffung und Sicherung von Beschäftigung können Arbeitslosengelder im Ausmaß von 295 Millionen Euro eingespart und ca. 150.000 Tonnen an CO2-Einsparungen erzielt werden [11]. • Ausweitung der Förderwerber von Eigenheimen auf Mehrfamilienhäuser in Eigentum oder Miete. • Forcierung umfassender Sanierungen statt Einzelmaßnahmen. 1.2 Einführung der Zweckbindung für Wohnbauförderungsmittel Durch die Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel kann die Voraussetzung geschaffen werden, notwendigen und leistbaren Wohnraum sowie eine Steigerung der Sanierungsrate zu erzielen. „Sollte dies auf Bundesebene nicht möglich sein, ist eine Zweckbindung per Landesgesetz – wie z.B. in der Steiermark – anzustreben. Nur so ist es möglich, den Bedarf von über 50.000 Wohneinheiten jährlich abzudecken.“ [11]. 1.3 Maßnahmen im rechtlichen Umfeld Adaptierung des Mietrechtsgesetzes, um private Sanierungsinvestitionen zu stimulieren, sowie des Wohnungseigentumsgesetzes und des Raumordnungsgesetzes hinsichtlich Energieeffizienz. 1.4 Aufbau des Gewerbes „Sanierungs-Generalunternehmer“ Etablierung im Bereich der sanierenden Bauwirtschaft von „Sanierungs-Generalunternehmern“, die Gebäudesanierungen mit Qualitäts-, Kostenund Termingarantie durchführen, auch für Einfamilienhäuser. 1.5 Steuerabschreibmodelle für energieeffiziente Sanierungen Steuerliche Maßnahmen für Firmen und private Bauherren für energieeffiziente Sanierungen. 1.6 Adaptierung der Energietarife für Wohn- und Bürogebäude (höhere Preise für Mehrverbrauch statt Mengenrabatt) als Anreiz zur Steigerung der Energieeffizienz und zum Klimaschutz. 1.7 Erweiterung des Energieausweises Ergänzend zum Heizwärmebedarf soll auch der gesamte Endenergiebedarf und Primärenergiebedarf grafisch dargestellt werden, da der Heizwärmebedarf nur einen Teilbereich angibt. 2. Startfinanzierung nachhaltiger, energieeffizienter Projekte Startfinanzierung als Anreiz für verstärkte Projektentwicklung energieeffizienter Neubauten und Sanierungen mit nachhaltigem, also ganzheitlichem und hohem architektonischen Anspruch (vor allem Planung und Qualitätssicherung).


[2] TREBERSPURG, M., SMUTNY, R., GRÜNNER, R. (2010) Energiemonitoring der bestehenden PassivWohnhausanlagen in Wien. In: Tagungsband 14. Internationale Passivhaustagung. 28. - 29. Mai 2010, Dresden. S. 35-42. [3] TREBERSPURG, M., SMUTNY, R., ERTL-BALGA, U., NEURURER, C. (2010) Evaluation der solarCity LinzPichling. Endbericht. Wien. [4] TREBERSPURG, M., SMUTNY, R., ERTL-BALGA, U., GRÜNNER, R., NEURURER, C. (2010) NachhaltigkeitsMonitoring ausgewählter Passivhaus-Wohnanlagen in Wien. Wiener Wohnbauforschung, MA 50. Wien. [5] LANG, G., BRANKE, K. (2010) PassiveHouseDataBase.com. Erste Analysen und Trends aus der neuen weltweiten vielsprachigen Datenbank. In: Tagungsband 14. Internationale Passivhaustagung. 28. - 29. Mai 2010, Dresden. S. 275-279.

Forum Neues Bauen

Literatur [1] BMWFI, BMLFUW (2010) Energiestrategie Österreich. Eckpunkte der Energiestrategie Österreich. Wien.

Energy Facility Sustainability

AUSBLICK Derzeit überschreitet Österreich mit seinen Treibhausgasemissionen deutlich seine Kyoto-Vorgaben und kann als einziges Land der EU-15-Staaten sein Kyoto-Ziel nicht erreichen. Umso mehr müssen nun Anstrengungen unternommen werden, um die Klima-Ziele, für die sich Österreich im Klima- und Energiepaket der Europäischen Union verpflichtet hat, bis 2020 zu erreichen. Doch sind nicht nur diese Zielsetzungen einzuhalten, sondern darüber hinaus wurden bereits auf europäischer Ebene weitere Zielvorgaben für das Jahr 2050 definiert. Diese sind noch strenger und sehen Reduktionsziele an Treibhausgasemissionen von 80 bis 95 % vor, mit der Konsequenz, dass langfristig ein schrittweiser Ausstieg aus der fossilen Energie angestrebt wird. Durch diese Klima- und Energiepolitik sollen innerhalb der Europäischen Union eine sichere Energieversorgung ohne politische Abhängigkeit von Importen fossiler Energie und durch Energieeffizienz eine sozial verträgliche Abfederung zukünftiger Preissteigerungen von nicht Erneuerbarer Energie erreicht werden. Außerdem sollen Umwelt- und Klimaverträglichkeit, Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im Umweltbereich und Wettbewerbsvorteile durch Technologievorsprung gewährleistet werden. Zudem wurde mit Jänner 2008 eine neue Europäische Energieeffizienzrichtlinie beschlossen, die verschärfte Bestimmungen der bereits bestehenden Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) beinhaltet. Inkrafttreten soll diese Richtlinie im Jahr 2010, die im Anschluss in nationales Recht der einzelnen Mitgliedsländer, so auch in Österreich, umgesetzt werden muss. Nicht nur von Seiten der Europäischen Union werden Maßnahmen zur Energieeinsparung und -effizienz formuliert. Auch einige innovative Stadtverwaltungen nehmen bereits eine Vorreiterrolle im Bereich des energieeffizienten Bauens ein. Als Beispiel ist hier das Bundesland Vorarlberg zu nennen mit seiner Wohnbauförderung, die schon seit 2006 für mehrgeschoßige Wohnbauten im Neubau nur für Passivhäuser vergeben wird. Oder auch die Stadt Wels, die seit 2008 alle städtischen Bauten als Passivhäuser ausführt. Nun ist die Politik gefordert eine EnergieeffizienzOffensive für den Gebäudebereich für Sanierung und Neubau zu starten, eine Art „zweites Wiederaufbauprogramm“, als rasche Antwort auf Klima- und Wirtschaftskrise. Dadurch kann für die Gesellschaft ein enormer Gewinn durch Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen, staatlichen Einnahmen, bei gleichzeitiger Energie- und CO2Einsparung erzielt werden. Somit für alle Beteiligten eine klassische WIN-WIN-Situation. Daher ein

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Appell an die Politik, diese Offensive so rasch wie möglich zu starten!

[6] FEIST, W. (2010) Passivhaus – Wachstum in allen Dimensionen. In: Tagungsband 14. Internationale Passivhaustagung. 28. - 29. Mai 2010, Dresden. S. 49-54. [7] BMLFUW (2007) Anpassung der Klimastrategie Österreichs zur Erreichung des Kyoto-Ziels 20082012. Vom Ministerrat am 21. März 2007 beschlossene Fassung. Wien. [8] FESEL, E. (2008) Ethouse Award. Feierliche Preisverleihung und Ehrung. In: ETICS. Magazin für energiebewusstes Bauen. Ausgabe 3/08. S. I-VIII. [9] FESEL, E. (2009) Ethouse Award. Jury und feierliche Preisverleihung. In: ETICS. Magazin für energiebewusstes Bauen. Ausgabe 2/09. S. 13-17. [10] SCHLEICHER, S., KARNER, A. (2010) Thermische Gebäudesanierung nutzt Umwelt und Wirtschaft. Erfahrungen mit dem Sanierungsscheck 2009 und Perspektiven für eine Fortsetzung. Februar 2010. Graz. [11] FACHVERBAND STEINE-KERAMIK, GEWERKSCHAFT BAU-HOLZ, GLOBAL 2000, S BAUSPARKASSE, BUNDESKAMMER DER ARCHITEKTEN UND INGENIEURKONSULENTEN (2010) Ein guter Morgen beginnt in einem sanierten Haus. Presseunterlage zur Pressekonferenz am 11.03.2010. Wien.

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3. Österreichweite Vorbildwirkung öffentlicher Bauten In mehreren Dokumenten, z.B. der jüngsten Art.15a B-VG Vereinbarung zwischen Bund und Ländern, beanspruchen Bund, Länder und Gemeinden Vorbildwirkungen bei der thermischen Qualität ihrer eigenen Bauten für private Bauträger. Dieser Anspruch wird bisher erst ansatzweise eingelöst. Nach EU-Richtlinie 2020 müssten öffentliche Gebäude die Klimaziele schon zwei Jahre vorher, also 2018 erreichen. Daher sollte ein drittes Konjunkturpaket zur Sanierung von Bundesgebäuden mit einem zusätzlichen Investitionsvolumen von einer Milliarde Euro bis 2020 gestartet werden.


„Architekten brauchen mehr g e s u n d e n H au sv e r sta n d “

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Mag. Robert Schmid

Mag. Robert Schmid, Geschäftsführer der Baumit Beteiligungen GmbH, wünscht sich von Planern und Architekten mehr Baupraxis neben dem Schöngeistigen. Im Interview mit dem Architekturjournal wettbewerbe verrät er seine Vision vom nachhaltigen Bauen und macht sich für das Mehrgenerationenhaus stark. „Der Architekt muss sich wieder mehr vom Schöngeist zum Praktiker hin entwickeln“ Wettbewerbe: Was bedeutet aus Ihrer Sicht „nachhaltiges Bauen & Sanieren“ für Architekten und Planer heute, und wohin geht es? Schmid: Aus meiner Sicht müssen wir uns der Grundsatzfrage stellen, ob das Bauen in Österreich in Richtung eines Gebäudes mit langer Nutzungsdauer – Stichwort „Mehrgenerationenhaus – gehen soll, oder ob das Haus, das wir bauen, ein kurzlebiges Wegwerfhaus sein soll. Das, was heute zum großen Teil errichtet wird, scheint für mich in Richtung Wegwerfhaus zu gehen: Ob Hightech-GlasBahnhof, modernes Bürogebäude oder Pappendeckelhäuser – das alles sind Gebäude, die zwar technisch länger als eine Generation halten könnten, oft aber mit der Zeit nicht mehr der vorgesehenen Nutzung entsprechen. Sie können jedoch nachträglich nicht umgebaut werden, oder das Umbauen wäre einfach zu teuer und damit unrentabel. wettbewerbe: Für wie viele Generationen soll ein Haus heute sinnvollerweise gebaut sein – was heißt hier Nachhaltigkeit? Schmid: Meines Erachtens sollte ein Haus für hundert Jahre gebaut sein, das sind in etwa drei Generationen. Wichtig ist es, dass es sich über die Zeit verändern kann, die Grundsubstanz dabei aber erhalten bleibt. Dafür ist es notwendig, dass die Statik passt und dass technische Weiterentwicklungen umgesetzt werden können. Heute ist es Solarenergie, morgen ist es vielleicht Windkraft, oder heute sind es 20 cm Dämmung, morgen sind es vielleicht 30 cm Dämmung und übermorgen gibt es einen neuen Dämmstoff. Das Haus muss also mit uns und unserem Fortschritt mitleben und sich sowohl optisch als auch technisch entwickeln können, ohne als Gesamtes zerstört zu werden. Das wäre für mich das nachhaltige Haus schlechthin.

wettbewerbe: Wie passen Energieeffizienz und die Idee eines Mehrgenerationenhauses zusammen? Schmid: Wunderbar. Ich kann ein Niedrigenergiehaus oder Passivhaus so bauen, dass es über 100 Jahre für viele Generationen adaptierbar bleibt. Aber natürlich kommt es darauf an, mit welchen Materialien ich baue. Heute ist es schick, ein Holzhaus zu bauen. Wenn man sich allerdings die vermeintlichen Holzhäuser anschaut – wie viel Holz ist denn da tatsächlich drinnen? In Wahrheit sind es Leichtbauhäuser, die nur allzu oft in ihrer Grundsubstanz aus Verbundwerkstoffen errichtet werden, die ganz und gar nicht nachhaltig sind. wettbewerbe: Welche Anforderungen bringt die Europäische Gebäuderichtlinie in Zukunft für Architekten und Planer? Schmid: Um möglichst energieeffizient und nachhaltig zu bauen, ist es wichtig, mit einfachen Materialien zu arbeiten, die keine Instandhaltung und wenig laufende Pflege brauchen. Besser ein bisschen mehr dämmen und damit weniger Energie verbrauchen, als mit hochwertigsten Methoden nachhaltig Energie zu produzieren. Die Frage darf nicht sein, wie ich zwei Quadratmeter Solarpaneele mehr auf das Dach bekomme, damit ich das Haus beheize. Sondern die Frage muss sein, wie ich mit zwei Quadratmeter weniger auskomme und das Haus auch gleichzeitig kühle. Es braucht ein umfassendes Denken bei Architekten und Planern, und dafür muss die Designerkunst und die Ingenieurskunst gleichwertig betrachtet werden. „Ehrlich gesagt mir ist das Erdöl an der Wand lieber als im Golf von Mexiko“ wettbewerbe: Wird es in Zukunft neue Dämmstoffe geben? Wohin geht hier der Trend? Schmid: Ich sehe in naher Zukunft keinen absolut neuen Dämmstoff. Die Dämmstoffe, die existieren, sind deshalb erfolgreich, weil sie günstig in der Herstellung und in der Verarbeitung sind und daher auch günstig in der Masse produziert werden können. Aus meiner Sicht ist ein neuer Dämmstoff auch nicht notwendig, denn alles was man braucht, ist da – auch die Nachhaltigkeit. Styropor beispielsweise ist eigentlich einfach ein Erdölzwischenlager. In einem Kilo Styropor sind rund 1,3 Liter Heizöl geparkt. Nach Mehrfachnutzung des Styropors durch


wettbewerbe: Wie weit sind Architekten die Motoren des nachhaltigen Bauens? Schmid: Ich bin der Meinung, dass es eine klare Positionierung der Architekten und Planer braucht, welche Trends in Sachen Nachhaltigkeit gut und realistisch sind und welche Tendenzen sie für schwachsinnig halten. Ich höre, Gott sei Dank, immer öfter, dass sich Architekten über die unsinnigen Anforderungen in manchen Ausschreibungen an den Kopf greifen. Die Ansprüche haben oft nichts mehr mit nachhaltigem Bauen zu tun, sondern sind einfach Extremismus pur – und den gilt es abzuwehren. Gleichzeitig braucht es auch viel Aufklärung und Information beim Hausbauer, und da sind gerade Architekten und Planer gefragt. Auf der einen Seite wird immer lauter nach mehr Energieeffizienz gerufen, andererseits wollen alle gleichzeitig immer mehr Komfort und sind somit auch immer weniger bereit, nachhaltig mit Energie umzugehen. wettbewerbe: Ist das Haus der Zukunft aus Ihrer Sicht ein Passivhaus Superplus? Schmid: Ich hoffe, dass der Trend zum Superniedrigenergiehaus oder Passivhaus kein anhaltender Weg ist, weil er aus meiner Sicht Unsinn ist. Ich halte das Superpassivhaus und das Plus-Haus für absurd, solange gleichzeitig die Badezimmer immer größer werden und der Wasserverbrauch immer mehr steigt. Die großen Energiefresser in einem traditionell modern gebauten Haus auf einem guten Energielevel sind schon lange nicht mehr die Heizsysteme, sondern die Energiekosten für die Warmwasseraufbereitung. Dort ist in Zukunft Energievernunft gefragt und nicht dabei, ob ein Haus im Jahr fünf Kilo Holz mehr braucht oder nicht. Beim Heizen eines Hauses sind wir mittlerweile im Neubau schon auf einem derart niedrigen Stand, dass mehr aus meiner Sicht nicht notwendig ist. wettbewerbe: Wie sieht in Ihrer Vision das optimal nachhaltige Haus aus? Schmid: Das nachhaltige Haus der Zukunft besteht für mich aus einer maßvollen Kombination von Ma-

terialen ohne irgendwelche Ausgrenzungen. Holz, Beton, Ziegel, Vollwärmeschutz, Stein – alles wird sinnvoll miteinander kombiniert und eingesetzt. Ein Kachelofen ist ein Muss, ebenso wie die Solaranlage fürs Warmwasser. Ob das Dach flach oder geneigt ist, ist nicht so wichtig – aber es hat ein Vordach und es hat Vorsprünge oberhalb der Fenster und der obersten Geschoßdecke, als Sonnen- und Regenschutz. Es hat nicht zu viel und nicht zu wenig Fensterfläche, und die Fassade hat viel Struktur. Ich denke da an verschiedene Putzstrukturen. Der Trend in der Fassadengestaltung ist in den letzten Jahren stark zu immer glatteren Oberflächen gegangen. Dabei hat man die Schönheit und die Möglichkeit der Gestaltung mit Putzstrukturen vollkommen vergessen. Da wird es in Zukunft ein Revival geben, denn hier ist viel Kreativität möglich. Häuser mit einer ausschließlich weißen oder grauen Fassadenfarbe, aber mit unterschiedlichster Struktur – grob, fein, gekratzt, gerillt – wären architektonische Meisterwerke, die optimal zur zukünftigen Architektur des nachhaltigen Bauens passen würden. „Eigentlich sollte man jeden Architekten verpflichten, eine gewisse Zeit auf der Baustelle zu arbeiten“ wettbewerbe: Was muss ein guter Planer und Architekt in Zukunft wissen und mitbringen? Schmid: Der Architekt muss sich wieder mehr vom Schöngeist zum Praktiker hin entwickeln. Früher war der Baumeister gleichzeitig auch der Architekt. Da war klar: Was geplant wird, hält auch in der Umsetzung stand. Heute sehe ich eine gewisse Gefahr, dass manche Architekten Gebäude planen, ohne dabei der baulichen Praxis zu entsprechen. Diese Häuser sind dann schon irgendwie produzierbar, aber sie entsprechen nicht dem konstruktiv vernünftig Baubaren. Eigentlich sollte man jeden Architekten verpflichten, eine gewisse Zeit in einer Baufirma auf der Baustelle zu arbeiten. Dann würde eine Unmenge an Bauschäden nicht entstehen. Neben dem Gefühl für Ästhetik und Design braucht ein Architekt aus meiner Sicht auch einen gesunden Hausverstand und das Wissen um technische Machbarkeit.

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Recycling dienen diese beim Verbrennen wieder als Energieträger. Das ist die intelligente Erweiterung des Erdöl-Stoffkreislaufes – und ehrlich gesagt mir ist das Erdöl an der Wand lieber als im Golf von Mexiko oder im Auspuff eines Autos.

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© MOOCON 2010

M . O . O . C O N e r h ä l t f ü r V O ESTAL P INE STAHL d e n B e s t O f f i c e Awa r d 2 0 1 0 – N a c h h a lt i g k e i t 3 . 0 in der Praxis

Mag. Karl Friedl Geschäftsführender Gesellschafter M.O.O. CON

© inside.

Seit 2004 verleihen WirtschaftsWoche und Kölnmesse im zweijährigen Turnus anlässlich der Internationalen Fachmesse für Office und Object ORGATEC den BEST OFFICE Award. Zusammen mit dem wissenschaftlichen Partner, dem Institut für Arbeitswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt (IAD), prämiert der Wettbewerb internationale Unternehmen für zukunftsweisende Bürokonzepte. Mit dem Wettbewerb „BEST OFFICE 2010“ wurden heuer zum vierten Mal Unternehmen prämiert, die mit ihrem Büro neue Wege der Kommunikation gehen, das Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern, innovative Konzepte in Sachen Licht, Akustik, Einrichtung, Bodenbeläge oder Medientechnik in der Praxis umsetzen sowie dabei zugleich im Sinne des Klimaschutzes Ressourcen schonen und im Einklang mit der Natur stehen. Erstmals zeichnete der BEST OFFICE Award zudem den „planerischen Kopf“ aus, der hinter dem innovativen Bürokonzept steht. Der BEST OFFICE Award wird in zwei Kategorien vergeben. Jeweils ein Büroobjekt im Inland wie im Ausland wird für seine Nachhaltigkeit prämiert. Der Preis für das beste ausländische Konzept geht heuer an den österreichischen Bauherrenberater M.O.O.CON mit dem Neubauprojekt voestalpine Stahl Headoffice Linz.

Gesamtgebäude – Ein Stahlbau wie ein Maßanzug

Die Ausgangslage Die voestalpine AG ist ein führender, europäischer Stahlkonzern mit eigener Stahlbasis und Sitz in Österreich. Die fünf Divisionen Stahl, Edelstahl, Bahnsysteme, Profilform und Automotive besetzen in ihren jeweiligen Märkten Top-Positionen. Der Konzern sucht und geht mutig und leidenschaftlich neue Wege der Innovation und orientiert sich dabei immer am nachhaltigen Nutzen für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter. Für die Division Stahl wurde in Linz eine neue Verkaufs- und Finanzzentrale errichtet. Eingebunden in ein Campus-Konzept mit Unternehmenszentrale und Ausstellungszentrum, bildet das neue Gebäude im Norden des Linzer Standortes das Portal zum voestalpine-Gelände. Das Ziel war eine maßgeschneiderte Immobilie, die für Kunden, Mitarbeiter und Betreiber gleichermaßen stimmig ist. Ein Büroobjekt, welches die Kommunikation belebt, organisatorische Veränderungen ermöglicht und nachhaltig auf die Entwicklungskraft der Organisation wirkt. Der Wettbewerb – die Optimierung Im April 2006 wurde ein einstufiger, geladener, anonymer Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Basis dafür war eine detaillierte Auseinandersetzung des Unternehmens mit den zukünftigen Anforde-


© Helge Bauer_M.O.O.CON.

Atrien - Verbindung von Rückzugsbereichen, Teeküchen und verschiedenen Abteilungen

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Mittelzone - Teeküchen als Kommunikationsknoten in jedem Gebäudebereich und Stockwerksübergreifend

Mittelzone – Wohnzimmer der Abteilung

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rungen der Organisation. Gemeinsam mit allen Führungskräften erarbeitete M.O.O.CON ein Architekturpflichtenheft, welches auf 60 Seiten detailliert quantitative und qualitative Anforderungen beschrieb. Auf dieser Basis wurden auch eine erste Grobkostenschätzung des Bauvorhabens und damit eine Budgetierung bereits vor dem Architekturwettbewerb erstellt. Knapp drei Monate später wurde von einer Jury unter Vorsitz von Architekt Gnaiger das Architekturbüro Feichtinger Architectes als Sieger gekürt. Andere geladene Teilnehmer waren die Architekturgruppe Schremmer Jell, Riepl Riepl Architekten, Ortner & Ortner Baukunst, Baumschlager Eberle ZT GmbH sowie Henke Schreieck Architekten. Zwei Jahre später, im November 2008 wurde das Gebäude fertig gestellt, einen Monat später konnte das Unternehmen die Büroräume beziehen. M.O.O.CON war einerseits in der Unterstützung der Gesamtprojektleitung und andererseits in der Führung des Fachbereichs Organisations- und Funktionsplanung, Einrichtung, Umzug und Facility Management tätig. Herausforderungen in der Optimierungsphase waren eine Optimierung des Baukörpers im Bezug auf das richtige Achsraster und die richtige Trakttiefe. Zielsetzung waren dabei optimierte Flächenkennwerte und eine Gebäudestruktur, welche differenzierte Privatheit ermöglicht. Die Ziele Die strategischen Ziele des von M.O.O.CON entwickelten und beim Neubau des voestalpine Stahl Headoffice in die Praxis umgesetzten Systems „Nachhaltigkeit 3.0“ sind auf vier Dimensionen ausgerichtet: die soziale, die kulturelle, die organisatorische und die ökonomische Dimension. Operatives Ziel ist die Verbesserung von Unternehmensprozessen sowie der Kommunikation, der Zusammenarbeit und der Kreativität innerhalb des Unternehmens. Die voestalpine als Bauherr wollte ein Objekt, welches die Marke im Wandel von der Grundstoffindustrie zur High-Tech-Industrie unterstützt. M.O.O.CON lieferte dazu ein maßgeschneidertes Modell, das die Rolle des Bauherrn als innovationsstarkes Unternehmen unterstützt. Entstanden ist eine nachhaltige Immobilie, die für Kunden, Mitarbeiter und Betreiber gleichermaßen stimmig ist, ein Büroobjekt, das die Kommunikation belebt, organisatorische Veränderungen ermöglicht und nachhaltig auf die Entwicklungskraft der Organisation wirkt. Corporate Architecture „Das Haus ist unsere Visitenkarte. Es soll das Portal im Norden des Linzer Standortes in das voestalpine Gelände bilden“, lautete die Vorgabe von Vorstandsvorsitzendem Dr. Wolfgang Eder. Die Architektur reagiert auf diese Herausforderung einerseits mit einer ansprechenden Form und andererseits mit einer Konstruktion und Materialität sowohl nach innen als auch nach außen, welche nur für einen Stahlkonzern gedacht sein kann. Das Gebäude ist ein Stahlbau, welcher im vorderen

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Mittelzone – Kommunikation/Technik/Ablage für Abteilung

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Büro – Rückzugsort für Mitarbeiter

Besprechungsräume auf den Etagen – Rückzugsmöglichkeit für Abteilungsbesprechungen und Projekte

Bereich freitragend 30 m ausragt. Im Inneren ist die Stahlkonstruktion auch sichtbar, Akustikdecken, flexible Wandelemente, Fassadenelemente sind in einem im Voest-Konzern produzierten Material hergestellt. Diese Materialien werden mit Holz und Teppich so kombiniert, dass Identität und angenehme Atmosphäre für Mitarbeiter und Kunden miteinander verbunden werden. Gebaute Kommunikation „Wie stimuliert gebauter Raum Kommunikation, ohne Rückzugsorte zu vernachlässigen?“, lautete das zentrale Spannungsfeld, in dem sich die Planungsverantwortlichen bewegten. Sichtkontakt, so befand man, ist der erste Schritt zur Kommunikation, weshalb man sich gern von den undurchsichtigen Wänden verabschiedete: Heute sieht man am Gang über den Flur seine Kollegen am Schreibtisch hinter Glaswänden sitzen – Bereichsleiter und Vorstände eingeschlossen. Die Flure haben mittlerweile den Spitznamen „Abteilungswohnzimmer“, da sie nicht nur breiter wurden, sondern Aufenthaltsqualität entwickelten: Hier wechseln sich Archivflächen oder Geräte wie Drucker und Kopierer mit Mobiliar zur ad hoc Besprechung im Sitzen oder Stehen ab – Anreize, den eigenen Tisch auch mal zu verlassen. Für ungestörte Unterredungen stehen den Bereichen Besprechungszimmer zur Verfügung. Wenn es um Kommunikation nach außen geht, werden Konferenzräume im vorderen Teil des Gebäudes gebucht. Teeküchen auf den Etagen, welche in Verbindung mit den geschoßübergreifend funktionierenden Atrien stehen, verstärken den abteilungsübergreifenden und informellen Austausch. Gleiches gilt für die halböffentlich gestaltete Mall im Erdgeschoß. Umfassende Wertsicherung Auf der sozialen Ebene unterstützt das neue Headquarter der voestalpine Stahl durch den dynamischen und vitalen Lebensraum, der Grenzen auflöst und Begegnungen ermöglicht, eine nachhaltige Innovationskultur. So wurden neben 400 Kombibüros, 16 Arbeitszonen, 20 Besprechungsräumen, 10 Projekträumen sowie 10 Desksharing-Arbeitsplätzen 16 Meeting Points und 20 offene Kommunikationszonen geschaffen. Durch das Wechselspiel von Räumen mit Privatsphäre und Umgebungsräumen mit Aufenthaltsqualität kann Austausch, Anregung und Kommunikation entstehen. Die Erlebbarkeit der Marke und Identität des Unternehmens mit Hilfe identifikationstreibender Elemente im Gebäudeinneren prägt auch die Wahrnehmung der Unternehmenskultur und der Markenpersönlichkeit von außen. Die Mitarbeiter der voestalpine waren durch den Arbeitskreis Bürokonzept, durch die Intranetplattform und durch Mitarbeiterinformationsveranstaltungen bereits in die Planung und Umsetzung der neuen Firmenzentrale eingebunden. Das Gebäude wurde genauso wandlungsfähig, wie es die Organisation des Unternehmens erfordert. Flexible Organisationsstrukturen, ein kommunikationsunterstützendes vernetzendes Umfeld statt starrer, normativer Abläufe ermöglichen an diesem


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Konferenzbereich – Besprechungen mit Kunden und Lieferanten im „halböffentlichen Bereich“

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Corporate Architecture – Ein Stahlbau wie ein Maßanzug

Mall – Bibliothek

Ökonomisch und ökologisch nachhaltig ist das Gebäude im Hinblick auf die eingesetzten Materialien: Es wurde auf eine strikte Trennung der Produkte im Sinne der unterschiedlichen Lebensdauer geachtet. Die Hauptbaumaterialien sind Stahl und Beton in Reinform. Der verwendete Stahl ist verschraubt, somit kann die Fassade aus Stahl wieder abgenommen werden. Die offenen Betonbauteile wirken als Speichermasse. Offene Fassaden bringen in Verbindung mit den Atrien über die gesamte Trakttiefe natürliches Licht in das Gebäude. Das Beleuchtungskonzept ist tageslichtabhängig gesteuert und damit energieoptimiert. Die verbesserte Kommunikation, das verbesserte Zusammengehörigkeitsgefühl, die Flexibilität, die das neue Headquarter für das Unternehmen zur Verfügung stellt, ermöglichen eine rasche Anpassung an die Markterfordernisse. Die Bereichsleiter konnten bereits eine deutliche Verringerung der Durchlaufprozesse feststellen. Durch einen bedarfsgerechten Flächennutzungseinsatz und durch die Optimierung der Investitions- und Nutzungskosten mit Hilfe eines nachhaltigen Immobilienmanagements gelang es, die Werte des Unternehmens zu sichern und zu stabilisieren.

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Praxisbeispiel effektives Wissens- und Innovationsmanagement, permanente Wandlungsfähigkeit und höhere Produktivität in allen Arbeitsprozessen.

M.O.O.CON ist Spezialist für die an der Unternehmensstrategie orientierte Gebäudeentwicklung, für strategisches Facility Management und für Relocation-Projekte. Als bene Consulting groß geworden haben sich die Beratungsspezialisten als M.O.O.CON Anfang 2010 durch ein Management-Buy-Out vom bene Konzern getrennt. Der neue Name bezieht sich auf den Markenkern, der mit den 3 Buchstaben „M.O.O.” die Leidenschaft an Mensch, Organisation und Objekt zum Ausdruck bringt. „CON” steht weiterhin für „Consulting”. Die Berater von M.O.O.CON verantworten und steuern die Entwicklung, Planung, Ausführung und den Betrieb von Immobilienprojekten im privaten, gewerblichen oder öffentlichen Sektor. Kunden waren und sind neben der Voestalpine Stahl andere namhafte Unternehmen wie die Helvetia Versicherungen, Deutsche Bahn, Swiss Re, Ärztekammer Nordrhein, Deutsche Schell, NATO, Europäische Zentralbank, Lufthansa, Apobank, Austrian Airlines, adidas, Kärntner Landesregierung, Vorarlberger Landesregierung, Styria, Andritz, und PSD-Bank. (www.moo-con.com)

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Thomas Jakoubek

Thomas Jakoubek, Vorstand von WED und Geschäftsführer der BAI, erläutert im Interview mit Roland Kanfer, warum er gerade jetzt Wiens höchsten Turm baut, warum er überzeugt ist, dass Nachfrage nach einem Grand Hotel besteht und worauf er bei der Zusammenarbeit mit Architekten Wert legt. wettbewerbe: Vor kurzem hat die WED in der DonauCity mit dem Bau des DC Tower 1, mit 220 m das höchste Gebäude Wiens, begonnen. Braucht Wien angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise einen solchen Turm? Jakoubek: In drei Jahren, wenn der Tower fertig ist, wird es sehr wohl die entsprechende Nachfrage für 80.000 Quadratmeter erstklassig ausgestattete Bürofläche an zentralem Standort geben. Jetzt braucht man ihn als Beschäftigungsimpuls für die Bauwirtschaft. Mit den mehr als 300 Millionen Euro, die wir dort investieren, werden 2.500 Arbeitsplätze generiert. Außerdem ist die antizyklische Investition jetzt sinnvoll, wo die Baupreise moderat sind.

Jakoubek: Es muss ein Gebäude sein, das wirklich effizient und wirtschaftlich ist, was den verwertbaren Flächenanteil, die Haustechnik und die Funktionalität betrifft. In Wien, wo das Mietniveau nicht sehr hoch ist, ist es schwer, ein so hohes Gebäude wirtschaftlich zu betreiben. Da ist man gezwungen, höhere Mieten zu verlangen und den unteren Mietern zu erklären, warum sie die Mieter oben mitfinanzieren. Daher kann ein solcher Turm nur rentabel sein, wenn man unter anderem in den unteren Etagen eine andere Nutzung hineinbringt. Das Hotel mit verkehrsfreiem Zugang reicht bis zum 15. Stockwerk, darüber beginnen die Büros. wettbewerbe: Worauf legt ein Investor und Projektentwickler in der Kooperation mit Architekten Wert? Jakoubek: Wenn er von der Funktionalität überhaupt nichts versteht und nur auf Ästhetik Wert legt, ist er für uns der falsche Architekt. Wir haben das dann und wann mit einigen prominenten Architekten probiert, aber nicht weiterverfolgt, weil die Lücke zu groß war zwischen dem Anspruch des Architekten und seinem Verständnis dafür, was wir brauchen, damit das Gebäude auch wirtschaftlich funktioniert. Da muss man schon kompromissfähig sein. Geht es zu Lasten der Funktionalität und rechnet sich das Haus nicht, dann kommen wir nicht in die Realisierung. Wir müssen aber auch aufpassen, dass das nicht gänzlich zu Lasten der Architektur geht. Wir wollen keine Investoren- oder Kompromissarchitektur, wir wollen aber auch keine Spektakel- und Eventarchitektur, die nach zwei, drei Jahren zunehmend peinlich wird. Wir wollen Architektur, die zum Klassiker werden kann, die patinafähig ist und die keine Betriebsanleitung zu ihrem Verständnis braucht. © beyer.co.at

© Linshalm

„Wir wollen Architekturklassiker“

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wettbewerbe: Der französische Architekt Dominique Perrault, der den Tower plant, ist nicht unbedingt für funktionelle Entwürfe bekannt. Wie schwierig war es, ihn zu einem solchen Investorenprojekt zu bringen? Jakoubek: Wir haben natürlich unsere Vorgaben. Wir geben die Grundrisse vor, um unsere geforderte Effizienz zu erreichen. Das hat Perrault auch verstanden. Zwei Drittel der Planung liegen beim österreichischen Architekturbüro Hoffmann und Janz, die wissen, wie effiziente Gebäude ausschauen. Die Kombination Perraults, der sehr stark die Ästhetik vertritt, mit Hoffmann und Janz, die diese Ästhetik verstehen, aber auch wissen, wie sie funktional umzusetzen ist, funktioniert sehr gut. Damit bekommen wir ein architektonisch hochwertiges Gebäude, das auch wirtschaftlich funktioniert. Das ist natürlich das primäre Kriterium, nicht unbedingt die Höhe, wobei da schon auch ein Marketingaspekt dahintersteckt. Es wäre unklug gewesen bei 198 Metern aufzuhören. wettbewerbe: Welche Vorgaben haben Sie den Planern beim Tower gegeben?

Der höhere der beiden DC Towers wird seit Juni realisiert (Visualisierung)


wettbewerbe: Was ist beim DC Tower „state of the art“, wie es in der Aussendung heißt? Jakoubek: Wir haben dort mit einem Anteil von 76 Prozent vermietbarer Fläche die höchste Raumeffizienz in einem Tower. Das ist bei 220 Meter ein sehr guter Wert. State of the art heißt auch, dass wir Materialien verwenden, mit denen wir tendenziell zum Zero-Emission-Standard gelangen. Ganz ohne Emissionen, Abfall und Energie wird es nicht gehen. Wir wollen aber möglichst wenige Emissionen produzieren, wir schauen, dass die Recycelbarkeit der Materialien gegeben ist und dass wir teilweise aus dem Gebäude Energie gewinnen. Die Abluft wird zum Heizen verwendet, die Energie, die die Aufzüge beim Bremsen und Abwärtsfahren freigeben, wird in das System eingespeist. Wir testen gerade vertikale Windräder. Die Beschattung der Fassade kann mit dem Einsatz von Photovoltaik kombiniert werden. Großartige Experimente werden wir aber keine machen, diese Technologien müssen sich schon bewährt haben.

wettbewerbe: Die BAI hat mehr als 100 Millionen in dieses Projekt investiert, der kolportierte Verkaufspreis an die Flick Stiftung liegt ebenfalls bei rund 100 Millionen. Rentieren sich solche Projekte für einen Projektentwickler? Jakoubek: In der Regel verkaufen wir Häuser nicht, solange wir nicht fertig gebaut haben, weil ich sonst das Produkt, das ich liefere, zu hundert Prozent definieren muss und in der letzten Phase der Errichtung keine Dispositionsfreiheit mehr habe. In diesem Fall war es aber wirtschaftlich sinnvoll, schon früher zu verkaufen und wir gehen davon aus, dass das Projekt für beide Seiten ein wirtschaftlicher Erfolg ist.

Thomas Jakoubek (* 1958), Bauingenieur und Raumplaner, ist Geschäftsführer der Immobilien Holding GmbH und der Tech Gate Vienna Wissenschafts- und Technologiepark GmbH sowie Vorstand der Wiener Entwicklungsgesellschaft für den Donauraum AG (WED) und Geschäftsführer und Unternehmenssprecher der BAI Bauträger Austria Immobilien GmbH.

Shangri-la: Ein aus vier Gründerzeitpalais bestehender Gebäudeblock wird zu einem 5-Sterne-Hotel.

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© Nagl

wettbewerbe: Welche Rendite erwarten die Banken beim DC Tower? Jakoubek: Die marktüblichen, sonst würden sie das Projekt nicht finanzieren.

wettbewerbe: Die BAI hat im Mai den Rohbau für das Shangri-la am Schubertring fertig gestellt. Hat Wien Bedarf an so vielen Luxushotels, wie sie derzeit in Planung sind? Jakoubek: Das Shangri-la wird im Dezember fertig. Es sind viele Hotelprojekte angedacht, die aber erst in zwei, drei Jahren fertig sein werden. Bis dahin hat sich unser Haus längst etabliert. Es wird ein neu interpretiertes Grand Hotel, mit einem asiatischen Betreiber, der etwas von Dienstleistung versteht. Das Hotel von Jean Nouvel, das zeitgleich fertig wird, spricht größtenteils eine andere Klientel an als das Shangri-la. Experten haben uns attestiert, dass es in Wien noch Nachholbedarf in diesem Bereich gibt.

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wettbewerbe: Wie viel Freiraum haben Architekten bei Ihnen? Hängt dessen Größe mit dem Namen zusammen? Jakoubek: Das hat mit dem Namen nichts zu tun. Freiraum haben die Architekten natürlich. Perrault hat in seinem Büro 150 bis 200 Styropormodelle für den Tower stehen. Wir haben diese Entwürfe immer mehr eingegrenzt, vier sind davon übriggeblieben. Wir suchen Architekten, die uns einen Entwurf nicht einfach hinschmeißen, sondern die sich auch mit der Ausführung im Detail auseinandersetzen, damit das Projekt nicht nur eine Fernwirkung erzielt, sondern das Äußere letztlich auch mit dem Inneren harmoniert.

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G e o d ä t i s c h e s N e t z w e r k ü b e r Eu r op a

Dipl.-Ing. Michaela Ragossnig-Angst, MSc. Geschäftsführerin Vermessung Angst ZT GmbH

VERMESSUNG ANGST SEIT ÜBER 42 JAHREN 1968 gründete Baurat h.c. Dipl.-Ing. Josef Angst am Karlsplatz sein Vermessungsbüro. Bis 1973 stieg der Personalstand bereits auf rund 45 Personen an. Die Kanzlei war schon damals in der Lage, große und anspruchsvolle Projekte abzuwickeln. Mit dem neuen Standort in der Mayergasse 11 im 2. Bezirk fand man 1979 nicht nur ein zentral gelegenes, sondern auch adäquates Bürogebäude. Im September 1996 wurde das Unternehmen von Dipl.-Ing. Josef Angst und seinen beiden Kindern, Dipl.-Ing. Michaela Ragoßnig-Angst und Dipl.-Ing. Robert Angst, in VERMESSUNG ANGST Ziviltechniker GmbH umfirmiert. Seit 2002 wirkt Dipl.-Ing. Michaela Ragoßnig-Angst als zweite Geschäftsführerin an der Seite ihres Vaters. Angst-Bürogebäude, Wien 2, Mayergasse 11 Dipl.-Ing. Robert Angst erweitert das Firmenspektrum um die Bereiche Architektur und Immobilien, Dipl.-Ing. Josef Angst darf sich zu jenem Kreis der Ingenieurkonsulenten in Österreich zählen, der dieser Entwicklung sehr früh Rechnung trug. So wurde bereits 1984 eine hohe Investition in eine EDV Anlage mit sechs graphischen Arbeitsplätzen durchgeführt. Auf dieser Anlage erfolgten neben der Dienstleistung für Vermessungswesen und Architektur auch Schulungen von arbeitslosen Technikern in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt Wien. Seit mittlerweile über 20 Jahren beschäftigt sich das Büro auch mit Photogrammetrie und 3D-Visualisierung. Mit diesen Methoden wird das Spektrum der Datenerfassung enorm erweitert und die Vorstellung von zukünftigen Projekten erleichtert. 40 Jahre Vermessung Angst, die Eigentümer.

EXPANSION NACH MITTEL- UND OSTEUROPA Schon früh erkannte Dipl.-Ing. Angst, die Wichtigkeit, international tätig zu sein. Er gründete daher

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1987 mit zwei großen deutschen Vermessungsbüros eine Consultingfirma in München (seit 15 Jahren im Alleineigentum), die sich auf Flughafeninformationssysteme spezialisierte und heute noch für die Flughäfen München und Hannover arbeitet. Im Zuge der Öffnung der Grenzen ist es seit 1990 gelungen, das Tätigkeitsfeld gegen Osten auszubauen. In diesem Jahr erfolgten Firmengründungen und -beteiligungen in Ungarn und der Tschechischen Republik. Besonders in Tschechien stellte sich ein großer Erfolg noch bis Ende 1990 ein, so dass ein Jahr später auf Initiative von Dipl.-Ing. Angst eine eigene Photogrammetrie-Abteilung im Headquarter in Brünn gegründet wurde, die bis heute mit sechs Vermessungsflugzeugen und über 120 Beschäftigten zu den größten in Mitteleuropa zählt. Auch

der Verkauf von Vermessungsgeräten und die Vermessungsabteilung wuchsen ständig, so dass jetzt rund 400 Mitarbeiter in der Geodis Group tätig sind. Tochterfirmen wurden in der Slowakei, in Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Österreich und Frankreich gegründet. Durch andere internationalen Beteiligungen – wie in Kroatien, Bosnien, Deutschland und im Kosovo – kann VERMESSUNG ANGST ZT GmbH auf das Know-how von insgesamt über 450 Fachkräften zurückgreifen. Im Juni 2010 fand ein zweitägiges Fest zum 20-jährigen Jubiläum der Geodis Brno mit über 200 internationalen Gästen statt. Im Jahr 2009 wurde durch alle Firmen insgesamt ein Umsatz von rund 32 Mio. EUR erwirtschaftet. Die Auftragslage in Österreich und auch die internationale Stärke durch die Zusammenarbeit mit der Geodis Group und den anderen Beteiligungen wird einen weiteren Ausbau der Vermessung Angst ZT GmbH ermöglichen und weitere Arbeitsplätze schaffen. DAS VIELFÄLTIGE LEISTUNGSSPEKTRUM Im Mittelpunkt des breiten Leistungsspektrums, von klassischer Katastervermessung bis hin zum Online-Geo-Monitoring, stehen individuelle Betreuung, Zuverlässigkeit, Präzision und kompetente Fachberatung mit dem Ziel, immer das beste Ergebnis liefern zu können. Durch den Einsatz hochmoderner Messtechnik in Verbindung mit hochwertiger Informationstechnologie stellt die Vermessung Angst ZT GmbH als Partner von Baubehörden, privaten und öffentlichen Bauträgern sowie Architekten in jeder Hinsicht optimierte Lösungen bereit. „Der erste Auftrag war 1968 ein Servitutsplan zur Duldung der Führung der Südautobahn auf einer Liegenschaft der Firma Linde“, erinnert sich Josef Angst. Seither macht das Gebiet der Katastervermessung rund 1/3 des Jahresumsatzes aus.


ASFiNAG-LOS-Ausschnitt auf A21

Twin Tower

führung der Vermessung Angst. Die Zusammenarbeit der Unternehmen aus Österreich, Tschechien und Slowenien funktionierte hervorragend und ermöglichte die Erfassung und Aufbereitung der Informationen innerhalb von zwei Jahren. Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Baustellenbetreuung. Über die Jahrzehnte konnten interessante Hochhausprojekte wie z. B. der Twin-Tower, der Ares-Tower, das Hochhaus Neue Donau und nicht zuletzt der gerade zu errichtende DC-Tower 1 in der Donau City betreut werden. Auch bei der Abwicklung der Vermessungen bei Großbaustellen wie der Skylink, die neue Bahnhofscity Wien West, der Lainzer Tunnel und die neue Therme Oberlaa ist man bei Vermessung Angst gut aufgehoben. Flexibilität in der Planung der Einsätze, Zuverlässigkeit und Präzision sind die Stärken des Büros. Diverse Vermessungen als Planungsgrundlage für öffentliche Auftraggeber wie die ÖBB und ASFiNAG, aber auch für private Bauträger und Planer gehören in das Leistungsspektrum. Dazu zählen

Nähere Details zu den einzelnen Geschäftsfeldern lesen Sie in den nächsten Ausgaben der wettbewerbe. Weitere Informationen sind unter www.angst.at zu finden. präzise – zuverlässig – kompetent

Energy Facility Sustainability

ERSCHLIESSUNG NEUER GESCHÄFTSFELDER Sollen Bewegungen von Bauwerken, Hängen, Tunnels, etc. permanent automatisch beobachtet werden, so ist Geo-Monitoring eine geeignete Methode. Fassade Amerikahaus Dabei können verschiedene geodätische Messinstrumente wie Totalstationen, GPS-Geräte, etc. zum Einsatz kommen. Über eine entsprechende Software werden die Daten Online jedem Interessenten zur Verfügung gestellt und können somit ständig kontrolliert bzw. ausgewertet werden. Ein Alarmsystem alarmiert bei großen Abweichungen zum Soll via SMS und/ oder E-Mail. In Zusammenarbeit mit der TU Wien wurden 2007 bei den Renovierungsarbeiten im Theater Ronacher die Bewegungen der neu aufgebrachten Saaldecke mittels Online-Monitoring überwacht. 2010 wurden die Verschiebungen in Lage und Höhe von Objektpunkten eines Wohnhauses in Bruck an der Leitha mittels OnlineMonitoring während der Sanierungsarbeiten des Kellergewölbes beMonitoring: Wohnhaus in Bruck/Leitha obachtet.

Forum Neues Bauen

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nicht nur Lage- und Höhenpläne, sondern auch Bestandspläne von Gebäuden. Seit Bestehen des Unternehmens sind bereits mehrere Millionen m2 vermessen worden. Neben historischen Gebäuden wie die Wiener Hofburg, das Natur- und Kunsthistorische Museum, die Albertina, der Justizpalast und diverse mehr, werden auch für moderne Bauten die Planungsgrundlagen geschaffen. Nicht unerwähnt soll das Gebiet der Photogrammetrie bleiben. Zusammen mit Geodis Brno werden Aufträge im In- und Ausland erfolgreich abgewickelt. Durch das große Potenzial der Firmengruppe wurden Orthophotos z. B. in Österreich, Albanien und Rumänien erstellt. Ein ebenso interessanter Teil der Photogrammetrie wie die Luftbildvermessung ist die terrestrische Photogrammetrie. Dabei werden Bilder beispielsweise einer Fassade gemacht, die danach stereoskopisch ausgewertet werden. Als Resultat daraus entstehen Fassadenpläne mit einer Genauigkeit von bis zu +/- 3 cm.

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Pipeline TAG Loop II

Mit der Vermessung der Trans Austria Gasleitung 1 (TAG 1) von Baumgarten an der March bis nach Arnoldstein wurde zwischen 1972 und 1975 das erste Großprojekt durchgeführt. Seither ist der Sektor der Pipelinevermessung ein starkes Aufgabengebiet. Große Projekte im Ausland wie in Deutschland (STEGAL, MIDAL) und Griechenland/Albanien (Trans Adriatic Pipeline) sowie im Inland (West Austria Gasleitung, Nabucco) zählen zu den Referenzen. 1982 wurde mit der Erstellung der digitalen Mehrzweckkarte für das gesamte Stadtgebiet Wiens im Maßstab 1:200 mit einer Aufnahme des gesamten Straßenraums begonnen. Vermessung Angst war an der Entwicklung der Richtlinie und des Codesystems für die automatische Aufnahme und Auswertung des digitalen Mehrzweckplans der Stadt Wien wesentlich beteiligt. Mittlerweile werden diese Grundlagedaten für das Vienna GIS regelmäßig aktualisiert. Als Zulieferer für Geo-Informationssysteme wurde 2006 eines der größten Projekte der letzten Jahre in Österreich gewonnen. Dabei wurden sämtliche Bestandsdaten (von der Grünfläche bis zur Tunnelröhre) von über 2.200 km Autobahnen und Schnellstraßen der ASFiNAG erfasst. Die Arbeiten erfolgten durch ein trinationales Konsortium unter der Feder-


Rahofer.

M a s s i v e B a u s to f f e s i n d n a c h h a lt i g

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re Werte! m Baumeister!

nd Wertbeständigkeit auch in n wie Beton und Ziegel. Für ein d Schallschutz-Eigenschaften. st! www.baumassiv.at

Dipl. Ing. Robert Stefenelli BAU!MASSIV!

Der Fachverband Steine Keramik und seine Mitgliedsfirmen haben die bisher mit Abstand höchsten Forschungsmittel in die Stärkung der Nachhaltigkeit massiver Baustoffe investiert. Führende Institute der Bauforschung Österreichs wurden mit der Erstellung von umfangreichen Studien zur Nachhaltigkeit im Bauwesen beauftragt. Ziel der Forschungsinitiative „Nachhaltigkeit massiv“ ist, die Bauprodukte und -dienstleistungen technologisch weiterzuentwickeln und die Bewertbarkeit von Gebäuden zu verbessern. Es gilt das Instrumentarium, mit dem die österreichische Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt wird, mitzugestalten: • Gesetzliche und normative Regelungen • Ökonomische Instrumente, insbesondere Förderungen sowie • Programme und Initiativen, die als Intervention ins Marktgeschehen wirken und die Entwicklung von Gebäudebewertungen vorantreiben. Die Ergebnisse der umfassenden Studien zeigen ein enormes Potenzial der massiven Baustoffe in allen drei Dimensionen der Nachhaltigkeit. Massivhäuser aus mineralischen Baustoffen wie Beton und Ziegel überzeugen in Bezug auf die soziale, die ökonomische und die ökologische Nachhaltigkeit. Sozial geplant, massiv gebaut Die soziale Dimension der Nachhaltigkeit findet in Gebäudebewertungssystemen vielfach noch wenig Beachtung. Bislang werden soziale Aspekte meist im Zusammenhang mit dem Nutzerkomfort assoziiert, womit Zufriedenheit mit der Wohn- und Arbeitssituation erreicht werden soll. Diese Herangehensweise ist argumentierbar, denn mangelnder Nutzerkomfort beim Wohnen und Arbeiten hat Auswirkungen auf alle Dimensionen der Nachhaltigkeit; beispielsweise wenn Teile der Bevölkerung wegen wenig attraktiver Wohn- und Arbeitsbedingungen Standorte wechseln, lange An- und Rückfahrten in Kauf nehmen, damit zusätzliche Verkehrsströme verursachen und zur Zersiedelung beitragen.

Bester Schallschutz, höchste Sommertauglichkeit, schadstofffreie Raumluft Behaglichkeit empfinden Menschen insbesondere dann, wenn die Räumlichkeiten gut Schall geschützt sind, an heißen Sommertagen nicht überhitzen und mit guter, nicht belasteter Raumluft versorgt sind. Hier geht es um die Zufriedenheit und das Wohlfühlen in den Räumen, in denen wir leben und arbeiten. Baustoffe aus mineralischen Rohstoffen sind als potenzielle Schadstoffemittenten für den Innenraum irrelevant, so die zentrale Aussage einer Studie des Österreichischen Instituts für Baubiologie und Bauökologie (IBO). Der Einsatz von Beton und Ziegel stellt einen Bonus zur Erreichung optimaler Raumluftqualität dar. Im Bürobau hat die Nutzungsflexibilität derzeit einen besonders hohen Stellenwert, weshalb der Innenausbau häufig in Leichtbauweise erfolgt. Abgehängte Decken und Doppelböden machen die an sich vorhandene Speichermasse weitgehend thermisch unwirksam. Die Folge sind Büroräume, die im Sommer nur mit einem beträchtlichen Energieaufwand für Kühlung genutzt werden können. In vielen Bürobauten übersteigt der Kühlenergiebedarf den Heizenergiebedarf. Neben konstruktiven Maßnahmen können Nachtlüftung und Bauteilaktivierung das Wärmespeichervermögen massiver Bauteile noch besser nutzbar machen. Das größte Potenzial liegt in der Nutzung der massiven Decke. Für Zwischenwände, die niemals verschoben werden müssen, eignen sich Stahlbeton, Ziegel, vorgefertigte Vollgips-Wandbauplatten oder Gipskartonplatten mit integrierten latenten Wärmespeichern. In der Außenwand wird der Einsatz massiver Parapete empfohlen. Massiv errichtete Gebäude sind flexibel einzurichten. Kästen, Regale und andere Möbel können an beliebiger Stelle an der Wand sicher befestigt werden. Guter Schallschutz zählt zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen des Massivhauses. Beton und Ziegel schützen durch ihre natürliche Massivität hervorragend vor Lärm. Denn: Je größer die Masse, desto besser der Schallschutz. Schwere, massive Decken und Wände gewährleisten ausreichend Schalldämmung gegenüber Nachbarwohnungen. Bei richtiger Planung und professioneller Ausführung ist guter Schallschutz in Massivbauten selbstverständlich und verursacht keine Mehrkosten.


Energy Facility Sustainability

Forum Neues Bauen

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Firmenzentrale des Bauunternehmens Trepka in Obergrafendorf

Massive Baustoffe: bewährte Qualität für Generationen Die Stärke von Beton liegt darin, dass der Verwendungszweck und die gestellten Anforderungen an das Bauwerk die Zusammensetzung des Betons bestimmen. Er kann den jeweiligen Erfordernissen angepasst werden und ist daher universell einsetzbar. Die Speicherkapazität von Beton lässt ein Energiemanagement bis zum echten Null-Heiz-EnergieHaus zu. Somit erfüllt Beton alle Anforderungen an ökologisches und ökonomisches Bauen. Der Ziegel ist der älteste aller Baustoffe. Ob als Wand, als Decke oder Gewölbe, ob einzeln verarbeitet oder in Fertigteilen – in allen Fällen zeigt der Ziegel seine einzigartige Kombination günstigster Eigenschaften: höchste Wertbeständigkeit, heizkostensparend durch gute Wärmedämmung und optimale Wärmespeicherung, hervorragender Schallschutz, bester Brandschutz, nahezu unbegrenzte Lebensdauer, Sicherheit und Stabilität, individuelle Planungsmöglichkeiten, Flexibilität bei Aus- und Umbauten, hervorragende ökologische Qualität und behagliches Klima zum Wohlfühlen.

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Auf die Zukunft und für das Leben gebaut Massive Baustoffe bestehen aus natürlichen, mineralischen und praktisch unbegrenzt in Österreich verfügbaren Rohstoffen wie Sand, Kies, Ton und Lehm. Im Massivbau gibt es keine langen Transportwege, mineralische Baustoffe sind regionale Produkte. Ihr Einsatz hat positive Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Langlebigkeit, hohe Wertbeständigkeit und bester Brandschutz machen Massivbauten zu einer sicheren Investition – denn die solide Substanz eines Gebäudes ist der Erfolgsfaktor einer Immobilie. Sie überzeugen bei der Herstellung durch eine günstige Ökobilanz, während der Nutzungsphase für viele Generationen durch niedrige Instandhaltungs- und Wartungskosten durch geringen Energieverbrauch und bei der Entsorgung durch volle Recyclingfähigkeit.


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Berichte


Berichte

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Berichte

Neugestaltung der Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße Hotel Alpen5 Intelligenter Luxus, Brand, Vorarlberg. Wettbewerb Kindergarten Wolkersdorf, NÖ. Wettbewerb Rettungsstation Simmering, Wien 11. Wettbewerb ISOVER Energy Efficiency Best of Awards 2011. Ausschreibung Loosbarmodul. Wettbewerb ISOVER Multi-Komfort-Haus Wettbewerb 2010 Best Architects 11 Award Daylight Spaces Das LMZ in Wien 2000 - 2010 Design in Wien. Ausstellung Gebaut: 2005 - 2010. Ausstellung Platz da! Ausstellung Tabakfabrik Linz. Kunst Architektur Arbeitswelt. Ausstellung Vienna Art Week. Veranstaltung Unternehmenszentrale Bestattung Wien und Friedhöfe Wien. Baubeginn 2. Zumtobel Group Award. Preisverleihung Internationales Passivhaus Holzbau Forum auf der Renexpo Salzburg Salzburger Landesenergiemesse. Die Vielfalt der regenerativen Energien

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Bücher


Fotos: MA 19

N e u g e s t a l t u n g d e r F u SS g ä n g e r z o n e M e i d l i n g e r H a u p t s t r a SS e

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Bestand

Die Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße soll ein neues attraktives Erscheinungsbild erhalten. Dazu wurde ein EU-weiter Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnisse Anfang Oktober präsentiert wurden. Das Siegerprojekt der renommierten Hamburger Landschaftsarchitekten WES International GmbH (Schatz • Betz • Kaschke • Wehberg-Krafft, Landscape Architects), die vom Bauingenieur DI Kurt Traxler aus Krems fachlich unterstützt wurden, zeichnet sich durch die Thematisierung und Stärkung dieser Bestandsqualitäten aus. Das Projekt verspricht jedenfalls ein neues attraktives Erscheinungsbild der Meidlinger Hauptstraße und wertet das vielfältige Platzangebot, das das Wesen der Fußgängerzone bestimmt, auf.

Visualisierung Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße – Trinkbrunnen

© Felix Holzapfel-Herziger für WES & Partner

© WES & Partner

Planungsstadtrat Schicker betonte anlässlich der Präsentation des Siegerprojektes: „Die Meidlinger Hauptstraße ist nicht nur die fünftgrößte Einkaufsstraße Wiens, sondern als öffentlicher Freiraum auch das Zentrum Meidlings. Mit dem reichen Angebot an baumbeschatteten Sitzbereichen und Schanigärten ist die Fußgängerzone für die Bevölkerung der angrenzenden Stadtteile mittlerweile ein wichtiger städtischer Treffpunkt und Aufenthaltsbereich.“ Bezirksvorsteherin Gabriele Votava ergänzte: „Mir ist es wichtig, dass die Meidlinger Hauptstraße auch künftig ein beliebter Ort zum

Platanenterrasse

Einkaufen wie auch zum Flanieren, Verweilen, Treffen und Kommunizieren für alle MeidlingerInnen bleibt. Das bunte Neben- und Miteinander der unterschiedlichen NutzerInnen stellt dabei eine besondere Qualität dar. Diese zu erhalten und zu fördern ist meine Absicht. Das Siegerprojekt des Wettbewerbs zeigt Wege auf, wie das durch gezielte gestalterische Maßnahmen, zum Beispiel durch eine variantenreichere Möblierung, erreicht werden kann.“ Innovatives Wettbewerbsverfahren Aufgrund der Doppelfunktion der Meidlinger Hauptstraße als Einkaufsstraße einerseits und wichtiger öffentlicher Freiraum für die Bevölkerung andererseits wurden im Zuge der Wettbewerbsvorbereitung neben einer Analyse der Geschäftsstraßenfunktionen auch sozialräumliche Aspekte detailliert untersucht und dokumentiert. Diese Sozialraumanalyse Meidlinger Hauptstraße diente als Wettbewerbsgrundlage. Gefordert war von den WettbewerbsteilnehmerInnen, die Gestaltungsaufgabe, Funktionszuordnungen, konstruktive Details wie auch die Verkehrsorganisation jeweils vor dem Hintergrund sozialräumlicher Folgewirkungen zu sehen. Fragen der Alltagstauglichkeit der Möblierung, der Barrie-


© WES & Partner

Berichte

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refreiheit, der Möglichkeiten für gefahrloses wegbegleitendes Spiel oder etwa der Vielfältigkeit der angebotenen Treffpunkte und Aufenthaltsbereiche rückten so in den Mittelpunkt der Betrachtung. Die Gestaltungsaufgabe wurde dadurch in einen übergeordneten und umfassenden freiraumplanerischen Kontext gestellt. Ausgelobt wurde der Wettbewerb von den Magistratsabteilungen MA 19 Architektur und Stadtgestaltung und MA 28 Straßenverwaltung und Straßenbau als EU-weiter offener Gestaltungswettbewerb. Zur Wettbewerbsteilnahme eingeladen waren ArchitektInnen und LandschaftsarchitektInnen, jeweils in Arbeitsgemeinschaft mit BauingenieurInnen.

Trinkbrunnen © WES & Partner

Am Wettbewerb teilgenommen haben insgesamt 22 Arbeitsgemeinschaften österreichischer und deutscher PlanerInnen. Die interdisziplinär besetzte Jury unter dem Vorsitz des Direktors des Architekturzentrums Wien Dietmar M. Steiner hatte die schwierige Aufgabe, 3 PreisträgerInnen und 3 Anerkennungspreise zu vergeben. Das Projekt des Teams WES International GmbH, Hamburg (Landschaftsarchitekten) & DI Kurt Traxler, Krems-Senftenberg (Bauingenieur) wurde einstimmig zum Siegerprojekt erklärt. Das Siegerprojekt Das Siegerprojekt des Teams WES International GmbH, Hamburg & DI Kurt Traxler zeichnet sich durch einen neuen, in grau- und ockerfarbenen Tönen gehaltenen „Belagsteppich“ aus. Dieser wird im Bereich wichtiger Aufenthalts- und Platzflächen variiert. Die bestehenden „Platzln“ der Meidlinger Hauptstraße werden durch verschiedene Sitzmöbel, geschnittene Baumdächer, unterschiedliche Wasserinstallationen oder etwa einen vielfältig bespielbaren „Laufsteg“ gezielt aufgewertet.

© WES & Partner

Laufsteg Füchselhofgasse

„Die Fußgängerzone Meidlinger Hauptstraße ist und wird etwas ganz Besonderes: ein wunderbarer Stadtraum mit einer Folge individueller Plätze und hochwertiger Aufenthaltsräume“, so die Architekten Wolfgang Betz und Tim Kraus. Hanglage, Aussicht, zeitgemäße Atmosphäre und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten exzellente Qualitäten. „Wir sind überzeugt, dass die vorgeschlagene Lösung zur nachhaltigen Bereicherung der Wohn-, Aufenthalts- und Einkaufsqualität, und nicht zuletzt der Lebensqualität in Meidling beitragen kann.“

© WES & Partner

Meidlinger Platzerl

Die weitestgehend barrierefreie Nutzung der Fußgängerzone ist gewährleistet. So werden etwa im Bereich des Meidlinger Platzls die bestehenden Stufen bzw. das Podest rückgebaut. Gezielt wird auch die Verknüpfung der Meidlinger Hauptstraße mit angrenzenden Bezirksteilen gestärkt, etwa über den Einsatz von Kübelpflanzen mit besonderen gärtnerischen Motiven im Übergangsbereich zum Meidlinger Markt. Regelmäßig gesetzte schlanke Lichtstelen, die in den Platzzonen durch eine zweite Leuchtenreihe verdichtet werden, sorgen dafür, dass die Meidlinger Hauptstraße auch in den Abendstunden ein sicherer Bewegungs- und Aufenthaltsbereich bleibt.

Theresienbadgasse

Die vollständige Wettbewerbsdokumentation kann in der nächsten Ausgabe des Architekturjournals wettbewerbe, Nr. 291/292, nachgelesen werden.

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© Felix Holzapfel-Herziger für WES & Partner

Lounge Bonygasse


Hotel alpen5 intelligenter Luxus, Bran d, Vorarlberg. Wettbewerb

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Auslober

Schwärzler Hotel Management, 9494 Schaan/Liechtenstein Preise

1. Rang: Oskar Leo Kaufmann / Albert Rüf, Dornbirn

2. Rang: Dorner / Matt, Bregenz 3. Rang: Marte.Marte, Weiler 1. Rang

Oskar Leo Kaufmann / Albert Rüf, 6850 Dornbirn Team

Matthias Bär, Nicholas Thiele,

Rebecca Sieke, John Read, Albert Feuerstein

Konsulenten

GMI-Ing Peter Messner, 6850 Dornbirn

Projektdaten

BGF ca. 26.500 m2 BRI ca. 81.300 m3 Projektverlauf

Nicht anonymer Realisierungswettbewerb mit 14 geladenen

Architekten aus Vorarlberg und Tirol März 2010

Geplanter Baubeginn Sommer 2011

Geplante Fertigstellung Herbst 2012

Lageplan

Bewertung durch die Jury Der wiederholte Lokalaugenschein hat die Jury von der Richtigkeit der Konzentration der Baumasse an der Straße überzeugt. Auch die Höhe des Baukörpers, die etwas unter der Firsthöhe des Bestandes liegt, erscheint vor dem Hintergrund des Mottakopfes sehr verträglich. Vom Eingang weg zieht sich ein spannendes öffentliches Raumgefüge durch das ganze Haus und macht es zu einem erlebbaren, stimmigen Ganzen. Die Zuordnung der Funktionen, insbesondere auch der gastronomischen, ist äußerst schlüssig und wird dem Pilot-Charakter des Projektes für eine neue Dimension im Vorarlberger Tourismus gerecht. Dem Ansatz der wohl gegliederten Konzentration des Baukörpers würde eine starke Erdung des Gebäudes und auch Konzentration der Glasflächen in Bodennähe entsprechen. Die Glasbrücke als einzige Verbindung zum hangaufwärts abgesetzten Badehaus, noch dazu mit einer Ausbuchtung mit Restaurantfunktion, konterkariert das klare Konzept der Baumassenkonzentration und der Eigenständigkeit des sehr schönen Badehauses mit Außenbezug und Rundumblick. Entwurfskonzept Bel Étage – Familienhotel alpen5 Das neue Hotel positioniert sich kompakt nahe der Hauptstraße und reiht sich städtebaulich in die langgezogene, in der Talsohle aufgereihte Bebau-

ungsstruktur Brands ein. Optisch in vier Einzelkörper untergliedert bildet das neue alpen5 in seiner Organisation eine kompakte Einheit. Der über einen Skyway im siebten Geschoß erreichbare SPA-Bereich wird bewusst vom restlichen Hotelkomplex abgesetzt und positioniert sich als kleinerer fünfter Körper in der attraktiven Hanglage. Auf dem Gelände entsteht viel attraktiver Außenraum, welcher ohne störende oder teilende Baukörper sanft in die umliegende Naturlandschaft übergehen kann. Die jeweiligen öffentlichen Bereiche, wie Lobby, Restauration, Konferenzbereich und Kinderspielflächen sind als transparente, kommunikative Einheiten ausgearbeitet, die allseitige Zimmerausrichtung im Regelgeschoß sorgt zusätzlich für ein offenes und freundliches Fassadenbild in alle Himmelsrichtungen. Die drei Zimmertypen Doppelzimmer DeLuxe, Familienzimmer und Familiensuiten sind in drei Be-reichen untergebracht, die Doppelzimmer können hierbei im Bedarfsfall miteinander verbunden werden. Die Außenhaut bildet eine homogene Holzfassade, rhythmisiert durch das Wechselspiel aus geöffneten und geschlossenen Holzelementen vor den Zimmerbalkonen, welche auch gleichzeitig dem sommerlichen Wärmeschutz dienen. Sämtliche im Inneren verwendeten Materialien sind von hoher gestalterischer Qualität und Natürlichkeit geprägt. Das Hotel ist als Niedrigenergiehaus konzipiert.


Hotel alpen5 intelligenter Luxus, Brand, Vorarlberg Berichte

Schnitt

1. Obergeschoß

Schnitt A-A

Erdgeschoß

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2. Obergeschoß


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K i n d e r g a r t e n W o l k e r s d o r f, N Ö . W e t t b e w e r b

Auslober

Stadtgemeinde Wolkersdorf im Weinviertel, 2120 Wolkersdorf Verfahrensorganisation

ARGE Wettbewerbsorganisation – Dr. Nikolaus Hellmayr +

Arch. DI Ewald Onzek, 1080 Wien Preise

1. Rang: Fasch & Fuchs, Wien 2. Rang: Patricia Zacek, Wien

3. Rang: Domenig + Wallner, Graz 1. Rang

Fasch & Fuchs, 1060 Wien Mitarbeit:

Matthäus Stracke, Erwin Winkler Modellfoto:

Michael Sprachmann Statik:

Werkraum Wien Projektverlauf

Anonymer, einstufiger,

baukünstlerischer Realisierungs-

wettbewerb mit neun geladenen Teilnehmern

Projektdaten

Sechsgruppiger Kindergarten Nutzfläche 987 m2 BGF 1.371 m2

BRI 5.479 m3

Lageplan

JURYBEWERTUNG DES SIEGERPROJEKTES Das Projekt überzeugt grundsätzlich durch richtige Antworten auf die städtebaulichen Gegebenheiten. Sowohl in Bezug auf die übergeordnete örtliche Struktur der Bebauung und der Straßenzüge als auch im Kontext mit der benachbarten Schule sind Situierung, Größe und Höhenentwicklung des Baukörpers richtig gewählt. Die Positionierung des Haupteinganges ist logisch in Bezug auf den

Hintausweg bzw. die vorgesehene Zufahrt zum Kindergarten. Die Logik der Baukörperentwicklung und -anordnung setzt sich in einer stringenten Konzeption des Grundrisses fort. Die zum Garten orientierten Gruppenräume zeigen in ihrer Anordnung sowie insbesondere in der Durchbildung der Rückzugsbereiche, die als Teil des Gesamtraums konzipiert werden und dennoch Introvertiertheit anbieten, sehr hohe räumliche Qualität. Die Erschließung und Belichtung der Gruppenräume ist überzeugend gelöst. Die den Gruppenräumen zugeordneten Garderoben bilden Schleusen in den Freibereich und werden durch kleine Wintergärten, die auch als Klimapuffer genutzt werden können, aufgewertet. Das Preisgericht hebt die Qualität der zentral positionierten Bewegungsräume hervor, die durch eine Niveauabsenkung eine spezifische räumliche Wirkung entfalten können, die auch in den vorgelagerten Freibereich ausgreift, der als geschützter Bewegungsraum im Freien ausformuliert wird. Wenngleich die Absenkung der Bewegungsräume und deren Verknüpfung mit den angrenzenden Erschließungsflächen vom Preisgericht als Qualität des Entwurfs gewürdigt wird, ergeben sich daraus doch funktionelle Probleme, die in einer Weiterbearbeitung des Projektes behoben werden müssen. Aufgrund der Kompaktheit des Projektes ist eine kostengünstige Errichtung sowie ein wirtschaftlicher Betrieb des Kindergartens zu erwarten.


Schitt A-A, Bewegungsraum, Gruppenraum, Galerie, Terrasse, Garten

Kindergarten Wolkersdorf, NÖ Berichte

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Schitt B-B, Personalraum, Garderobe, Ausgang, Terrasse, Garten

Ebene 0, Gruppenräume, Bewegungsräume, allgemeine Räume

wettbewerbe 289/290

Ebene 1, Galerie Gruppenräume


R e t t u n g s s t a t i o n S i mm e r i n g , W i e n 1 1 . Wettbewerb

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Auslober:

Stadt Wien – MA 19

Architektur + Stadtgestaltung Preise

1. Preis: S&P Architekten, Wien 2. Preis: Gharakhanzadeh Sandbichler, Wien

3. Preis: Christine Horner, Wien 1. Preis

Söhne&Partner Architekten, 1060 Wien Mitarbeit

Tobias Klaubert Visualisierungen Miss3

Haustechnik

Freudensprung Engineering Projektverlauf

Anonymer Realisierungswettbewerb mit sechs geladenen

Teilnehmern Februar 2010, 1. Preis Geplanter Baubeginn Frühjahr 2011 Projektdaten

BGF 2.080 m2

Schnitt A-A

NGF 1,850 m2

Lageplan

AUSZUG JURYPROTOKOLL Es ist das einzige Projekt das die geschlossene Bauweise konsequent durchzieht. Durch die überhöhte Garagenhalle mit Attika entsteht eine Front mit einheitlich durchlaufender Höhe, die aber einen Absatz durchaus vertragen würde. So ist die Gartenfassade im Ausdruck stärker als die Straßenfront, welche im städtebaulichen Maßstab noch nicht ausformuliert erscheint. Der ruhige, zurückhaltende Baukörper ist jedoch ein guter städtebaulicher Ansatz. Als Sonderbau kann sich der Baukörper auch durchaus von den umliegenden Siedlungsformen abheben. Das Projekt trennt im Grundriß klar Mannschaftstrakt und Garagenhalle, was nach außen aber nicht zum Ausdruck gebracht wird. Die Lösung ist kompakt und funktional gut durchdacht.

Qualitäten sind auch im Innenraum erkennbar. So ist der zentrale Erschließungsraum attraktiv und bietet genügend Platz für Wartebereich und Bewegungsfläche. Der Terrassenbereich ist nicht überdacht. Die Garage ist funktionell gut gelöst und für die MA 70 aus vielen Gründen sehr günstig. Es könnten hier auch höhere Fahrzeuge untergebracht werden. Das große Fenster von der Garage zum Garten erscheint verzichtbar. Die Haustechnik in einer 2. Ebene ist in diesem Ausmaß nicht notwendig. Die Blickbeziehung des Stationsführers zum Eingang ist nicht optimal, der Raum erscheint aber zum Eingang hin verlegbar. Der kleine Rücksprung im Ausmaß von 30 cm ist nicht verständlich. Kleine Änderungen könnten für das Projekt noch deutliche Verbesserungen bringen.


Ansicht Garten

Rettungsstation Simmering, Wien 11 Berichte

Ansicht Straße

Erdgeschoß

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Obergeschoß


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ISO V ER En e r g y Eff i c i e n c y B e s t o f Aw a r d s 2 0 1 1 . Ausschreibung

Weitere Informationen www.isover-eea.com

Die ISOVER Energy Efficiency Best Of Awards werden zum dritten Mal in 15 teilnehmenden Ländern ausgeschrieben und sollen die erfolgreichsten Gebäudesanierungen in ganz Europa auszeichnen, wobei der Schwerpunkt auf die kreative und innovative Art und Weise gelegt wird, in der die Energieeffizienz erreicht wird. Die Teilnahme am Wettbewerb ist kostenfrei. Bewerber Die Teilnahme am Wettbewerb ist Baufachleuten vorbehalten, entweder Planern – wie Architekten und Ingenieuren – oder Bauunternehmern und Investoren. Jeder Teilnehmer sollte für jedes vorgelegte Projekt voll legitimiert sein. Die Energy Efficiency Best Of Awards zeichnen sowohl Sanierungsprojekte (Wohngebäude und/oder Nicht-Wohngebäude) wie auch die Teams aus, die sie geplant und/ oder ausgeführt haben. Die Teilnahme ist auf eine Bewerbungsmappe pro Projekt beschränkt. Wettbewerbsprinzipien Baufachleute, die an dem Wettbewerb teilnehmen möchten, können sich über das Teilnahmeformular – erhältlich unter www.isover-eea.com – unter der Voraussetzung bewerben, dass der Bewerber an einem Sanierungsprojekt beteiligt war, das die folgenden Kriterien erfüllt: • Das Projekt wurde nach dem 1. Jänner 2005 realisiert und vor dem offiziellen Einsendeschlussdatum vollends abgeschlossen. • Das Sanierungsprojekt hat den Energieverbrauch des Gebäudes beim Heizen und Kühlen um den Faktor 3 oder mehr reduziert. • Im Sanierungsprojekt wurden ISOVER Dämmlösungen, ISOVER Produkte und/oder ISOVER Systeme angewendet. Kategorie Sanierung Sanierungsprojekte können eingereicht werden für: • Sanierung Wohnbau • Sanierung Nichtwohnbau Wohngebäude sind Häuser oder Gebäude, die für reine Wohnzwecke genutzt werden. Nichtwohngebäude schließen alle Bauten wie Büros, Schulen, Geschäfte ein – alle Gebäude, die für andere Zwecke als Wohnen genutzt werden. In der Kategorie Nichtwohnbau sind alle Industrie- und Gewerbebauten vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Jurys Für die nationale Preisverleihung wählt die nationale Jury drei Gewinner aus. Die Jury kann nach ihrem Ermessen Sonderpreise vergeben. Die nationalen Jurys schließen technische Sachverständige und Fachleute, Vertreter von lokalen technischen Instituten und Architekten wie auch Vertreter von ISOVER ein. Alle Wettbewerbsteilnehmer werden nur nach Leistung beurteilt (die Identität der Bewerber wird den Jurys erst nach Entscheidungsfindung mitgeteilt). Auswahl und Leistungskriterien Bei den Sanierungsprojekten wird der energetischen Qualitätsverbesserung der Gebäudehülle jedes Gebäudes (Dämmung, Luftdichtheit, Verglasung etc.) die erste Priorität gegeben. Besondere Aufmerksamkeit wird zudem der Lüftung und der Luftqualität im Gebäude gewidmet. Die Sanierungsprojekte werden nach folgenden technischen Kriterien beurteilt: • Senkung des Energieverbrauchs zum Heizen und Kühlen • U-Werte (Wände, Fenster, Dach, Boden) • Luftdichtheit Preise Die drei Preisträger werden automatisch (gemeinsam mit einer weiteren Person ihrer Wahl) zur internationalen Preisverleihung in eine europäische Hauptstadt – voraussichtlich im Mai 2011 – eingeladen. Die Arbeiten aller Gewinner werden im ISOVER Best of Book 2011 erscheinen, das die innovative Qualität von Sanierungen im Bausektor in Europa veranschaulichen und weiter fördern wird. Die Kosten für die Reise zum internationalen Preisverleihungs-Event, das heißt alle Fahrt- und Unterbringungskosten, gehen zu Lasten von ISOVER. Ein Preisgeld von 6.000,– Euro wird beim nationalen Wettbewerb unter den Gewinnern aufgeteilt. Termine 26. November 2010: Teilnahmefrist für die Wettbewerbsanmeldungen (Teilnahmemappen) Dezember 2010: Sammlung und Vorauswahl, sowie Sitzung der nationalen Jury Jänner 2011: Nationale Preisverleihung Mai/Juni 2011: Internationales PreisverleihungsEvent in einer europäischen Hauptstadt und Veröffentlichung des ISOVER Best of Book 2011 Einreichadresse Saint-Gobain ISOVER Austria GmbH Mag. Monika Döll Prager Straße 77 2000 Stockerau Österreich


DER ÖSTERREICHISCHE

BAU PREIS Einreichschluss: 22. Jänner 2011 DER ÖSTERREICHISCHE BAU-PREIS wird 2011 zum vierten Mal von der Immobilien Privatstiftung, Eigentümerin der Immobilien Holding, vergeben. Ausgezeichnet werden Akteurinnen und Akteure, die das Immobilienwesen durch ihre Leistungen positiv prägen oder durch Innovationen bereichern. Da das Bauwesen der Zukunft immer stärker an seiner Fähigkeit gemessen werden wird, Ökologie und Ökonomie auf einen gemeinsamen, qualitätsvollen Nenner zu bringen, steht diese Kompetenz bei der Zuerkennung der Auszeichnung im Vordergrund. DER ÖSTERREICHISCHE BAU-PREIS wird dieses Mal in vier Kategorien vergeben.

„Export von Ingenieur- und Entwurfsleistungen“ Ausgezeichnet werden in Österreich niedergelassene, freiberufliche Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurkonsulentinnen und -konsulenten für von ihnen exportierte Ingenieur- und Entwurfsleistungen auf dem Gebiet der Architektur, der Bauplanung, der Baukonstruktion, der Haustechnik oder der Nutzungs- und Betriebskonzepte. „Forschung und Entwicklung“ Ausgezeichnet werden österreichische Forscherinnen und Forscher sowie Forschungsteams für richtungsweisende Konzepte – von innovativen Werkstoffen bis hin zu zukunftsfähigen Siedlungsstrukturen. „Organisationen und Netzwerke“ Ausgezeichnet werden Akteurinnen und Akteure, die durch ihr Engagement in der Problematik globale Konkurrenz der Regionen oder in den Bereichen Klimawandel, Mehr-Generationen-Wohnen etc. das Immobilienwesen verändern und bereichern. „Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler“ Vergeben werden Stipendien für innovative Forschungsvorhaben, die mit dem Immobilienwesen in Zusammenhang stehen.

Gesamtpreisgeld: 200.000 Euro Detaillierte Informationen und die Ausschreibungsunterlagen finden Sie ab 10. 11. 2010 im Internet:

www.derbaupreis.at


Loosbarmodul. Wettbewerb

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Auslober

Magistrat der Stadt Wien,

vertreten durch MA 53 – PID

Presse- und Informationsdienst, 1082 Wien, Wien Tourismus,

1025 Wien, in Zusammenarbeit

mit der MA 19 – Architektur und

Aufbau und Transport

Stadtgestaltung Preise

Preisträger: Solid Architecture, Wien

1. Nachrücker: Karl und Bremhorst Architekten, Wien

2. Nachrücker: Hein-Troy Architekten, Wien

weiße Corianplatte auf Holzwerkstoffplatte Transportrollen mit Feststellgelenk

Preisträger

Solid Architecture – Christine

Horner, Christoph Hinterreitner, 1050 Wien Mitarbeit

Kristina Zaunschirm, Anna Rosinke

Die vollständige Wettbewerbs-

Niro Formrohrrahmen

dokumentation kann auf der wettbewerbe-Website

www.architekturweb.at nachgelesen werden.

2-teilige Bar 35 m2

Inselaufstellung 25 m2

Aus dem Juryprotokoll Das Projekt zeigt Klarheit und Essenz und kann sich mit dieser minimalistischen Geste in jedem räumlichen Umfeld behaupten. Es kann als Ruhepol in einem unruhigen Ambiente in Erscheinung treten. Der Fokus auf eine begrenzte Anzahl von Weinen kann die Aufmerksamkeit bündeln und verstärken. Die funktionellen Anforderungen sind perfekt gelöst, die Nutzungsbereiche klar definiert. Kritisch beurteilt wird die nüchterne Ausstrahlung, die eher einer Rezeption zugesprochen wird. Dem Projekt fehlt Charme, es wirkt distanziert in seiner Perfektion. Es fehlt eine überzeugende Aussage zum Licht. (…)

3-teilige Bar 35 m2

offene Aufstellung 50 m2

Das Preisgericht betont, dass die gezeigte Reduktion auch im Betrieb der Bar konsequent durchgehalten werden müsste. Wenn die klaren weißen Flächen als Grundlage für Beschriftungen oder Projektionen genützt werden, bricht das Konzept in sich zusammen. (…) Klarheit der Form, Radikalität der Idee, die sich in unterschiedlichen räumlichen Kontexten etablieren kann. Klarheit und Einfachheit in der Konstruktion und für den Betrieb. Das Produkt, der Wein, kommt in der Reduziertheit des Ambientes gut zu Geltung. Hohe räumliche Präsenz, stimmig in der Entwurfsabsicht, auch im Detail einlösbar.


ISO V ER M u l t i - K o mf o r t - H a u s W e t t b e w e r b 2 0 1 0

46 Projekte aus 18 Ländern Jury

Pascal Gontier, Architecte DPLG, Postgrade EPFL, Enseignant

titulaire à l’Ecole d’Architecture de Paris Malaquais, Milena

Karanesheva, Architecte DPLG, Paris, Jean-Baptiste Rieunier,

Program Manager, Saint Gobain CRIR

Jurierung Mai 2010

Weitere Informationen

www.isover-students.com www.isover.com

1. Preis Jürgen Kunz, Österreich

Im Rahmen des sechsten ISOVER Studentenwettbewerbs hatten Studenten aus aller Welt die Möglichkeit, ihr Wissen betreffend energieeffizientes Bauen unter Beweis zu stellen. Der Sieger der internationalen Ausscheidung erhielt ein Preisgeld von 1.500 Euro. Dieses Jahr stand die Renovierung und Revitalisierung eines bestehenden, vierstöckigen alten Lagerhauses im Pariser Bezirk Pantin im Mittelpunkt. Die neue Funktion des Lagerhauses konnte von den Teilnehmern selbst bestimmt werden. Die Renovierungskomponenten mussten jedoch dem ISOVER Multi-Komfort-Haus Standard entsprechen: So musste das Gebäude höchsten thermischen Komfort bieten und gleichzeitig energieeffizient bzw. CO2-sparend sein. Zudem wurde größter Wert auf optimale Akustik, Brandschutz und Sicherheit sowie auf die Verwendung von alternativen Energiesystemen wie Photovoltaik-Module oder Sonnenkollektoren und Regenwassernutzung gelegt. Schon in den letzten Jahren beeindruckten die Nachwuchs-Architekten mit außergewöhnlichen Ideen. So planten sie etwa 2007 ein Einfamilienhaus in Passivhausqualität, präsentierten 2008 ihre Ideen eines Schulgebäudes und stellten 2009 ein

modernes Bürogebäude vor, das optimale thermische Gegebenheiten im Winter und Sommer mit wirkungsvollen Akustiklösungen verbindet. Wie zukunftsweisend das von ISOVER initiierte Projekt ist, zeigt auch die Tatsache, dass sich immer mehr Nationen an dem Wettbewerb beteiligen. In nur drei Jahren stieg die Zahl der teilnehmenden Länder von 9 auf 18, nämlich Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Estland, Finnland, Deutschland, Kasachstan, Lettland, Litauen, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Spanien, die Türkei, Großbritannien und die USA. Ein weiterer Grund für das große Interesse von Studenten als auch Professoren der teilnehmenden Universitäten an diesem Bewerb ist die Möglichkeit des Austausches mit internationalen Kollegen. Die internationale Jury – bestehend aus PassivhausExperten, Bauphysikern und Architekten – bewertete die Projekte danach, inwieweit Funktionalität mit Ästhetik und den Designgrundsätzen einer Passivhauskonstruktion verbunden war. Jedes Teilnehmerland ermittelte zu diesem Zweck zunächst in einer nationalen Ausscheidungsrunde die besten drei Projekte. Diese nahmen dann am internationalen Finale, welches im Mai in Innsbruck stattfand, teil.

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Beteiligung

Berichte

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2. Preis Niko Mähönen, Juha Matti Märsy, Finnland

3. Preis Jelena Radonjić, Milutin Miljuš, Aleksandar Hribd, Serbien

3. Preis Elisabeth Schulz, Tim Reckhaus, Deutschland

Spezialpreis Matuš Podskalicky, Jan Miškov, Slowakei


Berichte

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Spezialpreis Theresa Köhler, Barbara Vierthaler , Österreich Das ISOVER Multi-Komfort-Haus • ist vom Passivhaus-Konzept abgeleitet, welches zu einem bioklimatischen Design führt • ist nachhaltig und berücksichtigt ökologische, wirtschaftliche sowie soziale Faktoren • bietet den besten thermischen Komfort und die damit verbundenen Energieeinsparungen • bietet exzellenten akustischen und visuellen Komfort, sehr gute Luftqualität in Innenräumen, Brandschutz und Sicherheit • ermöglicht hohe Flexibilität im Gebäude-Design – sowohl außen als auch innen

• und ist zentrales Element der ISOVER-Strategie für die nachhaltige Entwicklung von Gebäuden. Das Multi-Komfort-Haus ist in einigen mitteleuropäischen Ländern bereits Stand der Technik. Der Studentenwettbewerb zeigt, wie aktuell dieses Thema ist, und gibt dem Auslober ISOVER die Möglichkeit, Wissen in andere Regionen zu übermitteln sowie die globale Weiterentwicklung in punkto Energieeffizienz und CO2-Einsparungen anzukurbeln. 2011 wird der ISOVER Multi-Komfort-Haus Wettbewerb in Prag stattfinden.

International Renewable Energy Storage Conference

EUROSOLAR The European Association for Renewable Energy

5. Internationale Konferenz zur Speicherung Erneuerbarer Energien (IRES 2010) 22. – 24. November 2010 Berlin, SEMINARIS CampusHotel Berlin, Science & Conference Center EUROSOLAR World Council for Renewable Energy (WCRE)

In Kooperation mit:

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Medienpartner:

Programm und Anmeldung: www.eurosolar.org

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Organisation:


b e s t a r c h i t e c t s 1 1 Aw a r d

Beteiligung

302 Projekte Jury

Julia Bolles-Wilson, Bolles-Wilson Architekten, Münster, Andreas Bründler, Buchner Bründler

Architekten, Basel, Bernhard Marte, Marte.Marte Architekten, Weiler

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Der best architects Award wurde ins Leben gerufen, um das Beste und Interessanteste, was die Architekturszene aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu bieten hat, auszuzeichnen und einer breiten, interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Award wird jährlich an Arbeiten verliehen, die sich durch herausragende architektonische Qualität hervorheben.

Nicht nur die Anzahl der Arbeiten war in diesem Jahr so hoch wie nie zuvor, auch das Niveau der Arbeiten war deutlich höher. Die Jury honorierte diese Steigerung der Qualität mit einer höheren Zahl von Auszeichnungen. 59 Arbeiten wurden mit dem Label „best architects 11“ ausgezeichnet. 10 Arbeiten erhielten aufgrund ihrer herausragenden Qualität die Auszeichnung „best architects 11“ in Gold.

Kategorie Wohnungsbau Auszeichnung in Gold Projekt: Haus Rauch Planung: Boltshauser Architekten, Zürich, CH | Lehm Ton Erde, Schlins, A Fotos: Albrecht Schnabel, Götzis, Beat Bühler, Zürich

mit dem Steilhang und etablieren vorne eine Auftakts- oder Empfangsgeste zum Tal hin. Innen ist das Haus in Form von Sequenzen einzeln individualisierbarer Räume entwickelt, die geschoßweise auf die unterschiedlichen Bedingungen reagieren. Die zwischen den typischen Lehmschichten eingefügten Lagen aus Ziegelleisten stabilisieren den Baukörper optisch, indem sie die Horizontalität betonen und die Licht- und Schattenwirkung der Oberflächentextur verstärken. Insgesamt ist das Wohnhaus ein laborartiges Experiment, das Abbild ist von der engen planerischen Zusammenarbeit zwischen dem Architekten und dem Lehmbaumeister und Bauherrn Martin Rauch und in dessen eigenhändiger Erstellung des Baus gipfelt.

Jurierung Juli 2010

Weitere Informationen

www.bestarchitects.de Publikation

best architects 11

Unsere Gewinnspielfrage:

Das bekannteste Bauwerk des

deutsch-österreichischen Architekten Georg Hauberrisser ist

das Neue Rathaus in München. Welche Stilrichtung repräsentiert dieses Gebäude?

Beantworten Sie die Frage bis

17. Dezember 2010 und gewinnen Sie eines von 15 Büchern

zum „best architects 11 award“.

Die Gewinner werden unter den richtigen Einsendungen verlost. Antworten an:

office@ wettbewerbe-arch.com

Materialität und Gestalt des Wohnhauses sind direkte Reaktionen auf die steile Südhang-Lage der schmalen Parzelle im landschaftlichen Kontext: Als sei ein monolithischer Blick, einer abstrakten, künstlichen Natur ähnlich, aus der Erde herausgedrückt worden. Zwei Einkerbungen artikulieren den Baukörper aus Stampflehm, verkeilen ihn hinten

Kategorie Wohnungsbau Auszeichnung in Gold Projekt: Umbau Einfamilienhaus Eschenweg, Jona Planung: wild bär heule architekten, Zürich, CH Fotos: Roger Frei, Zürich Auf einer Hügelkante mit Panoramablick über die Stadt Rapperswil war ein Einfamilienhaus aus den

Sechzigerjahren zu sanieren und zu vergrößern. Dabei wurde beabsichtigt, ein wichtiges Charakteristikum des bestehenden Hauses zu verstärken. Mit dem bewussten Setzen von Föhren und Birken wird die enge Verzahnung des Gebäudes mit der Gartenanlage akzentuiert und so das stilistische Ambiente fortgeschrieben. Der Hauseingang wird aus der Gebäudemitte in Richtung der Straße ver-


setzt. Das Tieferlegen der Garage ermöglicht die seitliche Belichtung des zentralen Korridors. Der um ein halbes Geschoß höher gelegene Wohnteil erhält dank einer Aufstockung mehr Platz, was wiederum Raum für die Vergrößerung von Küche und Essbereich schafft. Auf der Suche nach einem Verkleidungsmaterial für die Fassade wurden die Architek-

ten bei einem ungewohnten, aber eigentlich sehr profanen Material fündig: Auf ihren Längsseiten liegende, im Kreuzverband gemauerte Backsteine, wie sie gewöhnlich für Schallschutzwände vermauert werden, schaffen das spezielle Bild einer rauen, „tonigen“, perforierten Oberfläche.

Kategorie Büro- und Verwaltungsbauten Auszeichnung in Gold Projekt: ZIV – Zivilschutzzentrum Innichen Planung: AllesWirdGut Architektur, Wien, A Fotos: Hertha Hurnaus, Wien

Umgebung und bildet den Vorposten der dörflichen Bebauungsstruktur, die an den Rändern in der üblichen Zersiedelung ausläuft. Der Übungsturm der Feuerwehr wird zum Landmark – als gerahmter Panoramablick mit Willkommensgruß – eine überdimensionale 3D-Postkarte. Die für das Zivilschutzzentrum erforderliche Baumasse beträgt etwa das Zehnfache der benachbarten bestehenden Gebäude. Dieser Kontrast ist entschärft, indem das Gebäude die natürliche Topografie nutzt und sich am Nordrand in den Hang integriert. Parallel zu den tangierenden Straßen, fügt sich die Kubatur wie selbstverständlich in den unmittelbaren Kontext.

Am Ortsrand der Gemeinde Innichen im Südtiroler Hochpustertal wurde Ende 2007 das neue Zivilschutzzentrum fertig gestellt, ein Gebäude, das die Einsatzkräfte von freiwilliger Feuerwehr, Weißem Kreuz und Bergrettungsdienst in einer gemeinsamen Struktur beherbergt. Der Neubau reagiert auf die Lage an der östlichen Dorfeinfahrt und die kleinteilige Bebauung in der unmittelbaren

Kategorie Gewerbe- und Industriebauten Auszeichnung in Gold Projekt: Mercedes Pappas Planung: kadawittfeldarchitektur, Aachen, D Fotos: Angelo Kaunat, Salzburg, Andreas Körner, Stuttgart Das Gebäude liegt an einer städtebaulich markanten Einfahrtssituation Salzburgs und wird ausschließlich aus dem vorbeifahrenden Auto wahrgenommen. Die Dynamik und Bewegung des Automobils in das Gebäude hineinzuziehen wurde zum konzeptionellen Ansatz. Der Nutzer kann sich im Haus wie auf einer

öffentlichen Straße bewegen, durchfahren, parken, aussteigen, umschauen, je nach Bedarf die Autowelt erleben. Alle Nutzungen sind direkt mit dem Auto anfahrbar. Die befahrbare Ebene, das alles überspannende Dach und die Seitenflügel definieren Raum und Erscheinungsform des Verkaufsbereiches, der sich um das mit Glas überdachte Foyer gruppiert. Die beiden Foyerebenen von Service und Verkauf sind durch eine Rolltreppe komfortabel miteinander verbunden. Um das Raumprogramm auf dem begrenzten Grundstück unterzubringen, werden alle Funktionen übereinander geschichtet, über befahrbare Rampen verbunden und unter einem Dach vereint.

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Kategorie Gewerbe- und Industriebauten Auszeichnung in Gold Projekt: Prolin Planung: Weber Würschinger, Berlin, D Fotos: Stefan Meyer, Berlin Eine sanierte Buntweberei aus dem Jahr 1885 und ein expressiver Erweiterungsbau bilden das neue Ausbildungszentrum für technische und kaufmännische Berufe der REHAU AG. Der Entwurf fand seinen Ursprung in der Auseinandersetzung mit den morphologischen und topologischen Gegebenheiten. Der Erweiterungsbau berücksichtigt den historischen Altbau, indem er im Bereich des

Kategorie Sonstige Bauten Auszeichnung in Gold Planung: Kirchenzentrum Franziskus, Uetikon am See Planung: Marques, Luzern, CH Fotos: Ruedi Walti, Basel Eine heterogene Bebauung, bestehend aus Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern und einer Schulanlage, bestimmt die Atmosphäre des Ortes. Als Großform steht das Zentrum zwischen diesen Bauten und erhält dadurch seine Rolle als öffentliches und sakrales Gebäude im Quartier. Seine Höhen sind progressiv: von einer eingeschoßigen Gestalt im Westen, angrenzend an die benachbar-

Dachs die vorhandene Firstlinie fortführt, während der Grundriss dem Flusslauf folgt. Diese einfachen Gestaltungsmittel ergeben einen prägnanten Baukörper mit abwechslungsreichen Innenräumen. Das 2.000 m2 große Gebäude wurde in drei Nutzungsebenen aufgeteilt. Die Handwerksebene mit der Werkstatt im Erdgeschoß wird ergänzt durch die Schulungsräume im Dachgeschoß. Das Obergeschoß verbindet die beiden Nutzungsebenen. Der hier angeordnete Aufenthaltsraum ist der spannungs- und farbenreichste Raum des Gebäudes und zeigt, wer im Mittelpunkt des unternehmerischen und architektonischen Interesses steht – der junge Mensch.

ten Einfamilienhäuser, bis hin zu einem zehn Meter hohen Abschluss gegen Osten, der den Kirchenraum beinhaltet. Das neue Kirchenzentrum vereint in einem Komplex verschiedene Raumbereiche: Kirche, Verwaltung und Wohnung sowie Jugendzentrum. Jeder Einheit lagern eigens definierte Außenräume in Form von Innenhöfen vor, die entsprechend ihrer Nutzung verschieden gestaltet sind. Von den Raumgruppen im Gebäude ist der Bereich mit Kirchenraum, Foyer und Gruppenräumen der zentralste Ort. Die Materialisierung der Anlage ist geprägt von einer Massivbauweise mit außen wie innen verputzten Wänden. Die Fassaden und die Innenhöfe tragen zwei sich überlagernde Farben in Orange- und Rottönen.


Berichte

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Für den Badegast ist das neue Gebäude Ausgangsund Endpunkt seines Besuches im Strandbad Stampf. Es bildet den räumlichen Abschluss des Freibades gegen den Fluss Jona hin und nimmt den Ein- und Ausgang, die Umkleidekabinen mit Schließfächern und Duschen sowie das Selbstbedienungsrestaurant auf. Kräftige Betonrippen gliedern den Bau in seiner Längsrichtung rhythmisch, was

Kategorie Sonstige Bauten Auszeichnung in Gold Projekt: titan_:Erweiterung Historisches Museum Bern Planung: :mlzd, Biel, CH Fotos: Christoph Schütz, Fribourg Das Historische Museum Bern liegt unmittelbar am Helvetiaplatz und wurde 1894 durch André Lambert erbaut. Es bildet den Auftakt zur sogenannten Museumsinsel. Mit dem Neubau ‚titan‘ erhält das Museum auf der Ostseite eine Erweiterung mit musealen und administrativen Nutzungen. Im Sockelgeschoß befinden sich neben dem als ‚black box‘ konzipierten 1.000 m2 großen Wechselausstel-

die Funktion des Gebäudes als Rückgrat der Anlage bildhaft umsetzt. Zwei strukturell unabhängige Einbauten berühren das von den Rippen getragene Dach nicht, sodass von weitem Durchblicke durch den Bau möglich sind. Die roh belassenen Materialien Beton, weiße Kunstharzplatten, Glas und aluminiumfarbene Fensterrahmen kontrastieren das satte Grün der Liegewiese. Gegen den See hin bildet der Baukörper einen Kopf, worin sich das Restaurant befindet, während im rückwärtigen, schmäleren Gebäudeteil Garderoben und technische Räume platziert sind. Vor dem Restaurant befindet sich unter dem auskragenden Dach eine gedeckte Terrasse, welche durch die Verlängerung der Bodenplatte in eine Sonnenterrasse übergeht.

lungssaal, 2.000 m2 Kulturgüterschutzräume. Im vertikalen Volumen der Erweiterung sind die Verwaltung des BHM sowie das Stadtarchiv der Stadt Bern untergebracht. Die Entwurfsidee bestand darin, den Erweiterungsbau als öffentlichen und begehbaren Sockel auszubilden, aus dem sich ein raumbildendes Volumen entwickelt. Letzteres wird in seiner Form und Höhe als logische Fortsetzung der bestehenden Flügelbauten des Museums gelesen. Über die Abfolge der drei unterschiedlichen Außenräume ‚Garten‘, ‚Platz‘ und ‚Treppenanlage‘ ist der Baukörper innerhalb des Ensembles verzahnt und stadträumlich mit den angrenzenden öffentlichen Kulturbauten verbunden.

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Kategorie Sonstige Bauten Auszeichnung in Gold Projekt: Strandbad Stampf, Jona Planung: Michael Meier und Marius Hug Architekten, Zürich, CH Fotos: Roman Keller, Zürich


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Kategorie Sonstige Bauten Auszeichnung in Gold Projekt: Tamina Therme, Bad Ragaz Planung: Smolenicky & Partner Architektur, Zürich, CH Fotos: Roland Bernath, Zürich Der Eindruck könnte entstehen, es handle sich um Stilarchitektur. Vielmehr jedoch steht die Absicht dahinter nebst den Entscheidungen des Städtebaus, des Grundrisses, der Konstruktion auch die Frage nach der Erscheinung und der Identität undogmatisch und konzeptionell zu beantworten. Die Tamina Therme befindet sich auf dem Gelände des Grand Resort Bad Ragaz und versteht sich als Teil der Kultur des Grandhotels. Als Konsequenz davon

Kategorie Innenausbau Auszeichnung in Gold Projekt: Ruhr Museum Zeche Zollverein, Essen Planung: hg merz architekten museumsgestalter, Stuttgart, D Fotos: Brigida Gonzales, Stuttgart Für die Museums- und Ausstellungsgestaltung stellte das Ruhr Museum in der Kohlenwäsche auf Zeche Zollverein eine besondere Herausforderung dar. Die kulturhistorische Bedeutung und der markante Maschinenbestand im Innern des Gebäudes zwangen die Ausstellungsgestalter zu einem sen-

ist der Baukörper monumental, um neben den anderen repräsentativen Bauten als gleichwertiges Haus bestehen zu können. Die amorphe, städtebauliche Figur, die an Skulpturen des amerikanischen Künstlers Sol Lewitt erinnert, entsteht aus der Definition der Außenräume. Die innere, rasterhafte Raumstruktur folgt in ihrer Form verschiedenen, städtebaulichen Notwendigkeiten. Aufgrund des Standorts der Tamina Quelle wurde das Ressort von Anfang an auf der sonnenabgewandten Seite des Tals gebaut. Dieser Umstand bildet einen wichtigen Aspekt der Farbstrategie. Die dreifach aufgetragene, schneeweiße Farbe – an Außenfassade wie auch im Inneren – macht das Gebäude zu einem Lichtphänomen.

siblen und erfinderischen Umgang mit räumlichen Gegebenheiten, die nicht oder nur sehr behutsam verändert werden durften. Der Ausstellung wurde eine eigenständige Erscheinung verliehen, die sich deutlich von der Gebäudearchitektur abhebt. Neben der formalen Zurückhaltung der Ausstellungsarchitektur standen die Einfachheit der Raumstrukturen und eine klare, schnell verständliche Besucherführung im Zentrum des Konzepts. Gemeinsam mit L2M3 und jangled nerves schufen die Architekten ein Museum, das ebenso einzigartig ist wie die Kohlenwäsche selbst.


Beteiligung

36 Projekte aus 18 Ländern Jury

Georg Bauer, ORTE Architektur-

netzwerk Niederösterreich; Erich

Bernard, BWM Architekten, Wien; Udo Dagenbach, Glaßer Dage-

nbach Landschaftsarchitekten,

Berlin; Heinz Hackl, Velux Öster-

reich; Renate Hammer, MAS, De-

partment für Bauen und Umwelt, Donau-Universität Krems; Peter Holzer, Department für Bauen

und Umwelt, Donau-Universität

Krems; Gregor Radinger, Department für Bauen und Umwelt,

Berichte

Day l i g h t S pa c e s

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Die Zusammenführung von höchster architektonischer Qualität mit nachhaltigen Gebäudestrukturen ist vordringliches Ziel der Lehr- und Forschungstätigkeiten am Department für Bauen und Umwelt. Eine Schlüsselkomponente dabei ist der gekonnte Umgang mit natürlichem Licht. Eine zusätzliche Plattform zum Lehrgang Tageslicht Architektur an der Donau-Universität Krems ist der internationale Architektur- und Designwettbewerb Daylight Spaces zur Sensibilisierung für das Thema Planen mit Tageslicht. Der Wettbewerb wurde vom Department für Bauen und Umwelt der Donau-Universität Krems initiiert und konnte in Zusammenarbeit mit Velux, Eckelt Glas, ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich sowie AIR artist in residence durchgeführt werden.

Gesucht waren Projekte und Entwurfskonzepte, die einen sensiblen, außergewöhnlichen, neuen oder auch unerwarteten Umgang mit Tageslicht und seine Einflussnahme auf architektonische Raumstrukturen zeigen. Nachhaltigkeit, Entwurfsqualität, Nutzerbedürfnisse und positive Effekte auf die Umgebung sollten dabei besonders berücksichtigt werden. Sowohl realisierte Projekte als auch ausführungsreif erarbeitete Konzepte berechtigten zur Wettbewerbsteilnahme. Die Jury wählte zwei Siegerprojekte und zwei Besondere Erwähnungen aus insgesamt 16 realisierten Projekten, 17 Entwürfen und drei theoretischen Arbeiten.

Sieger Al-Light – Wohnhaus Border Architecture, NL

die Enge des Grundstückes und der geringe Abstand zur gegenüberliegenden Nachbarbebauung einen entscheidenden Einfluss auf den Entwurf darstellen. Die Fassadengliederung zeigt ein Wechselspiel aus transparenten Flächen und massiven opaken Rahmenelementen, die wie Möbelstücke wahrgenommen und benutzt werden. Im Inneren sorgen Oberlichte, Lichtschächte und Deckendurchbrüche für Durchlichtung des gesamten Gebäudevolumens. So werden durch wechselnde diffuse und direkte Lichteinträge lebendige und abwechslungsreiche Lichtsituationen sowohl in Wohn- als auch Nebenräumen ermöglicht.

Donau-Universität Krems Jurierung

Das Projekt liegt in einem Haarlemer Stadtviertel mit schmalen Gassen und heterogener Bebauung. Gebäude mit unterschiedlichen Höhen und Stilen prägen das Straßenbild. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen erhält die Frage nach Durchlichtung des neu zu gestaltenden (Wohn-)Raumvolumens eine besondere Bedeutung. Ein optimierter Lichteintrag und die Wahrung von Privatsphäre innerhalb des Gebäudes sind zu berücksichtigen, wobei

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Mai 2010


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Sieger Love House – Haus für ein Paar Takeshi Hosaka, JAP Love House wurde für ein kleines Grundstück (10m x 3,3m) in Yokohama entwickelt. Ein sensibler Umgang mit Licht, Farbe, Material, aber auch die Unterschiedlichkeit von Geräuschwahrnehmungen, etwa wenn Regen auf bestimmte Oberflächen fällt,

Besondere Erwähnung Kapelle Franz Koppelstätter, A Die Grundform des Projektes entstand in Anlehnung an den Typus einer traditionellen Innviertler Kapelle. Anders als bei den gebauten Vorbildern wird jedoch der Blick nicht auf einen Altar, sondern aus dem Bauwerk hinaus gerichtet. Durch die an den Sonnenlauf angepasste Änderung der Geometrie flutet das Tageslicht durch Kirchenfensterglas in den Innenraum. Beim Entwurf wurde besonderes Augenmerk auf den Lichteinfall von Mittag bis

sind Teil des Entwurfskonzeptes. Eine kurvenförmige Öffnung der Gebäudehülle ermöglicht es, Innenraum als Außenraum erlebbar zu machen. Durch rund geformte Bauteile wird das Haus zum Reflektor, zu einer Laterne für Kerzenlicht. Natürliches Licht bei Tag und bei Nacht wird so in gleicher Weise berücksichtigt. Gleichzeitig wird auf aufwändige Gebäudeausstattung und auffällige Gestaltungsmerkmale bewusst verzichtet.

Abend gelegt, da zu diesen Tageszeiten mit der stärksten Nutzung der Kapelle zu rechnen ist. Die Tragstruktur ist aus bearbeiteten Lärchenholzpfosten erstellt, wobei die Rinde und das weiche Splintholz vom Kernholz abgespalten werden. Dadurch entsteht eine organische Textur, die im Tagesverlauf in unterschiedlichen Kontrasten erscheint. Als Deckungsmaterial werden Lärchenschindeln eingesetzt. Das Projekt entstand auf Initiative von vier Bauernfamilien mit dem Ziel, gemeinsam eine Kapelle im Selbstbau zu errichten. Die Bauarbeiten sind derzeit noch im Gange.


Berichte

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Besondere Erwähnung Galerie Patrick Uchal, SZ Die Werke eines bedeutenden Malers werden in einem neuen Museumsgebäude ausgestellt und dadurch gewürdigt, dass jede einzelne Arbeit in einem eigens gestalteten, pavillonartigen Raum gezeigt wird. Die städtebauliche Situation und der Versuch einer subtilen, architektonischen Bildinterpretation machen das Projekt zu einem besonderen.

Das LMZ in Wien

www.lmz.at

Das Lehrmittelzentrum Technik liegt in unmittelbarer Nähe zur Technischen Universität Wien. Als reine Fachbuchhandlung geführt, bietet es seinen KundInnen – zu einem großen Teil sind es ArchitektInnen und Architekturstudierende – ein umfangreiches Sortiment im Bereich Architektur und Bauingenieurwesen. Neben den Standardwerken findet man hier die aktuellsten Neuerscheinungen, sowohl im deutschsprachigen Bereich als auch aus dem englischen und spanischen Sprachraum. Das Sortiment kleinerer Spezialverlage inserat_berthold 05.10.10 10:03 Seite 1lässt auch

bei ausgefallenen Themen fündig werden, und die langjährige Erfahrung des LMZ garantiert kompetente Beratung. Gründliche Recherchen bei Spezialfragen sind eine Selbstverständlichkeit. Das umfassende Service und das Fachwissen der MitarbeiterInnen des LMZ sind Stärken, die dieser Buchhandlung einen treuen Kundenstamm garantieren – und ein Beweis dafür sind, dass Themenspezialisierung und damit einhergehende optimale Betreuung von den KundInnen geschätzt und honoriert werden. Das LMZ: ein Platz für Qualität und Beratung.

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Weitere Informationen


2000-2010 Design in Wien. Ausstellung

7. Oktober 2010 bis 9. Jänner 2011 Ort

Wien Museum Karlsplatz Karlsplatz 1040 Wien Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag und Feiertag 10 bis 18 Uhr

Weitere Informationen

© Bulthaup

www.wienmuseum.at

Design führte in Wien lange Zeit ein Eigenproduktionen Schattendasein. Doch in den verganinternational reüssiegenen Jahren hat sich eine aktive ren. Neben den acht Szene etabliert, die mittlerweile auch Studios beleuchtet über die Grenzen Österreichs hinaus die Ausstellung weiBeachtung findet. Bereits Ende der tere interessante 90er Jahre starteten Studios wie Themenbereiche: EOOS und For Use, die sich von Beginn Im Bereich Produktian international orientierten und onskultur begegnet heute für renommierte Unternehmen man Highlights von wie bulthaup, Walter Knoll, Moroso, Traditionshäusern wie Magis oder MDF Italia tätig sind. WieLobmeyr, aber auch ner Traditionsbetriebe wie Lobmeyr, in Wien ansässigen Augarten und Backhausen begannen, High Tech-Firmen mit einer neuen Generation von und innovativen ProduktdesignerInnen zusammenKleinunternehmen. zuarbeiten. Initiativen sorgten für Im Bereich IndustrieSchubkraft in der Szene, auch die design werden SchlagStadt erkannte bald das Potenzial der lichter auf klassische so genannten Creative Industries und Industriedesign-Büros Möbel für den öffentlichen Bereich „You May“, 2009 rief die Förderagentur departure ins geworfen, deren „anoDesign: Walking-Chair Design Studio, Eigenproduktion Leben. nyme“ Entwürfe uns Präsentiert werden täglich begegnen. Das Kapitel „Die Neuen“ stellt in einer ZusamDesignerInnen von morgen vor, den Initiativen von menschau die departure bis zur Vienna Design Week wird ebenHighlights des falls Reverenz erwiesen. Abschließend wird Design „Design-Booms“. in Wien von außen – in Form von Interviews – kriIm Zentrum der tisch unter die Lupe genommen. Ausstellung steht Zur Ausstellung erscheint im Wiener Metroverlag eine Auswahl von ein Katalog mit zweisprachigen Beiträgen von Doris acht Studios, die Rothauer, Petra Schmidt und Vitus Weh und engallesamt im Auflish summaries bei den Objekt- und Kapiteltexten. trag von großen Neben den Produktfotos geben Porträts und ReporUnternehmen tagebilder von Didi Sattmann und Eva Engelbert tätig sind oder mit einen Einblick in die aktuelle Szene. © Walking-Chair Design Studio

Termin

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Mobiles Küchensystem „B2“, 2008 Design: EOOS, Produzent: Bulthaup

Gebaut: 2005-2010. Ausstellu ng

Termin

23. September bis

3. Dezember 2010 Ort

Wiener Planungswerkstatt Friedrich-Schmid-Platz 9 1010 Wien

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag von 9 bis

16 Uhr, Donnerstag von 9 bis 19 Uhr

Weitere Informationen

www.wien.gv.at/stadtentwicklung/veranstaltungen/

ausstellungen/gebaut/

gebaut-2005-2010.html

„Wien und seine Architektur“ ist das Thema einer Ausstellung, deren Schwerpunkt auf qualitätsvoller zeitgenössischer Architektur liegt. In der Ausstellungsreihe „Gebaut“ präsentiert die MA 19, Architektur und Stadtgestaltung seit 2005 jährlich die Fülle an herausragender Architektur, die in Wien entstanden ist. Im Sinne einer Jubiläumsausstellung werden die Projekte der Jahre 2005 bis 2010 gemeinsam gezeigt. Sie repräsentieren eindrucksvoll die architektonische Innovationskraft der Stadt – manche von ihnen unübersehbar dominant und das Stadtbild prägend, andere könnte man als in der Stadtlandschaft

verborgene Geheimtipps bezeichnen. Zu sehen sind die prämierten Projekte der letzten fünf Jahre, darunter Einfamilienhäuser, Dachausbauten, Wohn- und Bürohäuser oder Geschäftsportale – und dies europaweit einzigartig direkt auf Ziegel anstatt auf Papier gedruckt. Eine durch den Raum führende Ziegelwand lädt zum Betrachten ein. Millimetergenau zu Gesamtbildern zusammengefügt, finden sich Filme, Fotos und Texte, Anmerkungen und Gedanken zu den prämierten Architekturprojekten. Ein umfangreiches Rahmenprogramm mit „Begehungen, Befahrungen, Beredungen und Zerschauungen“ sowie eine Publikation ergänzen die Ausstellung.


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Termin

14. November 2010 bis 31. Jänner 2011 Ort

Architekturzentrum Wien Museumsplatz 1 im MQ 1070 Wien

Öffnungszeiten

Täglich 10 bis 19 Uhr Weitere Informationen

© Anja Schlamann

www.azw.at

Anlässlich des 10. Jubiläums des „European Prize for Urban Public Space“ präsentiert das Architekturzentrum Wien eine umfassende Schau zum Thema Öffentlicher Raum. Diesem oftmals überstrapazierten und ausgereizten Begriff werden mit Fragen nach der Bedeutung und Zugehörigkeit von Öffentlichem Raum wie „Was meint Öffentlicher Raum? Wie entstand er und gibt es ihn überhaupt noch? Wem gehört er, was repräsentiert er? Wer braucht ihn und wer darf ihn benutzen? Geht es noch um Privat versus Öffentlich oder vielmehr um Ausgrenzung versus Eingrenzung?“ neue Sichtweisen entgegengesetzt. Zusätzlich werden alle Siegerprojekte der letzten zehn Jahre sowie das gesamte Archiv des „European Prize for Urban Public Space“ in der Ausstellung gezeigt. Der Ausstellungsverlauf ist nicht linear, sondern sechs Stationen zu unterschiedlichen Themenbereichen stehen individuell

Magdeburg/D Open-Air Library, KARO* with Architektur+Netzwerk. Joint Winner 2010

Berichte

P l at z da ! Au s st e l l u n g

für sich, kommunizieren jedoch miteinander. Das architektonische Konzept der Ausstellung von looping architecture fungiert dabei als zusätzliches Objekt, das durch eine fragmentarische Stadtlandschaft die verschwimmenden Grenzen zwischen Öffentlich und Privat beschreibt. Das begleitende Rahmenprogramm findet in der Ausstellung statt. Zur Ausstellung erscheint neben dem Katalog „In Favour of Public Space“ der Hintergrund 48 „Platz da!“ – beide Publikationen sind im Doppelpack oder auch einzeln erhältlich. European Prize for Urban Public Space Im Jahr 2000 wurde der vom Centre de Cultura Contemporània Barcelona (CCCB) gegründete European Prize for Urban Public Space erstmalig ausgeschrieben. Ziel des Preises ist es, ein nachhaltiges Zeugnis über die Entwicklungen im öffentlichen Raum in Europa abzulegen. Der Preis wird gleichermaßen dem/der Planer/in wie dem/der Bauherren/ in verliehen und betont damit die Bedeutung zum Nutzen der Allgemeinheit. Mit dem Preis werden beispielhafte Eingriffe im Stadtraum gewürdigt, die zum gemeinschaftlichen Miteinander aufrufen und den Lebensstandard der BürgerInnen verbessern sollen. Sozial gestaltete Architektur genießt den Vorrang vor Projekten mit markanter Ästhetik oder spektakulärer Erscheinung. 18. Wiener Architektur Kongress Vom 19. - 21. Novembefr 2010 findet der 18. Wiener Architektur Kongress mit internationalen wie heimischen Gästen ebenfalls zum Thema „Urban Public Space“ statt. Genaue Infos zum Programm unter www.azw.at/kongress

T a b a kf a b r i k L i n z . K u n s t A r c h i t e k t u r A r b e i t s w e lt. A u s s t e l l u n g

23. Jänner 2011 Ort

NORDICO Museum der Stadt Linz Dametzstraße 23 4020 Linz

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 10 bis

18 Uhr, Donnerstag 10 bis 21 Uhr Weitere Informationen www.nordico.at

Die Tabakfabrik Linz steht im Mittelpunkt dieser Ausstellung: Der Bau selbst, errichtet von den Architekten Peter Behrens und Alexander Popp in den Jahren 1929 - 1935, ist der erste große Stahlskelettbau in Österreich und gilt als einer der konsequentesten Industriebauten der internationalen Moderne. Ausgehend von diesem denkmalgeschützten, geschichtsträchtigen Gebäude werden die Kunstsammlungen von JTI/Austria Tabak sowie die der Museen der Stadt Linz (LENTOS Kunstmuseum und NORDICO Museum der Stadt Linz) fokussiert: Darstellungen der Tabakfabrik in unterschiedlichen Medien, die vom Architekturmodell, über Fotografie bis zu Projekten von Kunst am Bau und Produktdesign von KünstlerInnen der Secession, der Wiener Werkstätte und des Werkbundes bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten und Dokumentationen der Fabrik durch Fotografien reichen. Sozial- und kulturhistorische Aspekte, wie die Frage, ob und wie

die Tabakfabrik die Stadt Linz prägte und prägen wird, stehen ebenso im Fokus der Ausstellung, wie Forschungen über die Spuren der Zwischen- und Nachnutzung seit der Schließung. Untermauert werden diese durch Filmporträts und Interviews von Personen mit Bezug zur Austria Tabak. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Verlag Anton Pustet, Salzburg.

Tabakfabrik Linz. Zigarettenfabrikationsgebäude, Südansicht, 2007.

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24. September 2010 bis

© Christian Schepe

Termin


V i e nn a A r t W e e k . V e r a n s t a l t u n g

Termin

15. bis 21. November 2010 Weitere Informationen

www.viennaartweek.at

Architektur und öffentlicher Raum Bereits zum zweiten Mal richtet die VIENNA ART WEEK 2010 neben dem Focus auf zeitgenössische Kunst den Blick auch auf die zeitgenössische Architektur. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des European Urban Public Space Award widmet sich heuer das Architekturzentrum Wien in Kooperation mit dem Centre de Cultura Contemporània de Barcelona dem öffentlichen Raum.

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Fragestellungen von gesellschaftspolitischer Relevanz im urbanen Raum. Initiiert von KÖR – Kunst im öffentlichen Raum Wien finden drei geführte Touren im öffentlichen Raum – am 17., 18. und 20. November – statt. Darüber hinaus kommen am 20. November KünstlerInnen in zwei Public Art Talks zu Wort.

Kunst und öffentlicher Raum Rund um das Wiener Museumsquartier haben sich in den letzten Jahren immer mehr Künstler mit ihren Off-Spaces, die sich im Spannungsfeld zwischen Straße, Galerie und Museum befinden, angesiedelt. Seit Jahren schon steht KÖR – Kunst im öffentlichen Raum Wien für das Ausloten von urbaner Identität und die Belebung und Aufwertung von öffentlichen Stadträumen mit temporären und permanenten Projekten. Kunst wird nicht als bloße „Dekoration“ begriffen, sondern als eigenständige Form der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit aktuellen

Un t e r n e hm e n s z e n t r a l e B e s t a t t u n g W i e n u n d F r i e d höf e W i e n . B a u b e g i nn

Zur Umsetzung der gemeinsamen Unternehmenszentrale sowie eines Wirtschaftsgebäudes für den künftigen gemeinsamen Betriebsstandort hatte die Bestattung Wien GmbH gemeinsam mit der Friedhöfe Wien GmbH Ende März 2009 einen EU-

weiten zweistufigen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Das Preisgericht entschied sich im Sommer 2009 für den Entwurf von Delugan Meissl Associates Architects (siehe wettbewerbe 281/282, Nov./Dez. 2009). Im Herbst diesen Jahres war Baubeginn; Anfang 2012 soll die Übersiedlung in den gemeinsamen neuen Unternehmensstandort abgeschlossen sein. Ein modernes KundInnen- und Servicezentrum sowie die Unternehmensleitung werden künftig im Neubau an der Simmeringer Hauptstraße – gegenüber Tor 2 des Zentralfriedhofs – ihren Platz finden. Das Gebäude ist bewusst freundlich und hell gestaltet und stellt mit seiner Leichtigkeit eine gute Ergänzung zum bestehenden historischen Ensemble beim Tor 2 und der Feuerhalle dar. Grundform der neuen Zentrale ist ein Quadrat – in das das eigentliche Gebäude in Form eines „schiefen U“ eingebaut wird. Im Empfangsbereich im Erdgeschoß befinden sich diskret gestaltete Zonen für Beratungsgespräche. In den zwei Obergeschoßen werden die Büros der MitarbeiterInnen eingerichtet. Ebenfalls auf dem Wiener Zentralfriedhof, am Areal der bestehenden Friedhofsgärtnerei, soll ein neues gemeinsames Wirtschaftsgebäude entstehen. Auch das Bestattungsmuseum wird von seinem derzeitigen Standort im 4. Bezirk in das derzeitige rechte Verwaltungsgebäude beim Tor 2 des Zentralfriedhofes übersiedeln. Der Baubeginn steht noch nicht fest.


2 . Z u m t o b e l G r o u p Aw a r d . P r e i s v e r l e i h u n g

Die Preisträger: Triptyque Architects, Paris/ São Paulo

ist Harmonia 57 eine Harmonie und zugleich ein Hybrid aus vielen Eindrücken und Geschichten, die zeigen, wie sich dieses Gebäude über die Zeit entwickelt hat und sich durch seine begrünte Fassade auch weiter entwickeln wird. In dem Gebäude vereinen und verbinden sich die Gegensätze: Es ist verspielt und doch präzise, es bespielt den Innenund Außenraum, es ist funktional und poetisch und damit ist es letztlich fortschrittlich und gleichzeitig nachhaltig.“ Die Auszeichnung in der Kategorie „Forschung & Initiative“, dotiert mit 60.000 EUR, ging an das New Yorker Designkollektiv Terreform ONE + Terrefuge, vertreten durch die beiden Gründer Maria Aiolova und Mitchell Joachim. Ihre Forschungsar-

Das Siegerprojekt in der Kategorie Forschung & Initiative: New York City Resource & Mobility Die Preisträger: Terreform ONE + Terrefuge: Maria Aiolova und Mitchell Joachim

beit beschäftigt sich mit einem visionären Modell und dem Masterplan einer sich selbstversorgenden Stadt. Jurymitglied Colin Fournier erläuterte in seiner Laudatio, warum sich die Jury für dieses Projekt entschieden hat: „Dieses Projekt erinnert uns daran, dass es ein wesentlicher Bestandteil unserer urbanen Kultur sein muss, Vorstellungen und Visionen davon zu entwickeln, wie wir in der Zukunft leben könnten. Das ist der einzige Weg, um frühzeitig drohende Gefahren zu erkennen und durch die Auseinandersetzung mit diesen Herausforderungen unser langfristiges Überleben zu sichern. Schriftsteller, Künstler und Filmemacher haben sich über die Jahrhunderte mit Utopien und Katastrophen beschäftigt. Es ist großartig, dass sich Terreform ONE mit ihrer visionären Stadtplanung dieser Herausforderung stellen und sie tun dies mit großer Begeisterung, wunderbaren Designentwürfen und vor allem auch mit Humor.“

wettbewerbe 289/290

Das Siegerprojekt in der Kategorie Gebaute Umwelt: Harmonia // 57

Die diesjährigen Preisträger des Zumtobel Group Award for humanity and sustainability in the built environment (siehe wettbewerbe 283/284, Februar/März 2010) wurden im September im Rahmen einer Festveranstaltung in Bregenz ausgezeichnet. Die beiden transparenten Trophäen, die für zukunftsweisende Projekte für mehr Nachhaltigkeit und Menschlichkeit in der gebauten Umwelt vergeben werden, gingen in diesem Jahr an das Architekturbüro TRIPTYQUE in São Paulo und das gemeinnützige Designkollektiv Terreform ONE + Terrefuge in New York City. Die Preisträger – in beiden Fällen junge, noch wenig etablierte Teams – waren über die Auszeichnung hoch erfreut. Die Auslobung dieses Preises ist für Zumtobel logische Konsequenz, denn das Kerngeschäft des Unternehmens beschäftigt sich ganz wesentlich mit den Themen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Mit dem Zumtobel Group Award wird aber bewusst ein deutlicher Schritt über dieses Kerngeschäft hinausgesetzt, indem auch Fragen zu Nachhaltigkeit und sozialen Themen in Architektur und Stadtplanung nachgegangen wird. Der Preis, der 2006 von der Zumtobel Gruppe initiiert und nach der Auslobung 2007 nun zum zweiten Mal vergeben wurde, wird von dem Aedes Architekturforum, Berlin, kuratiert. Der Award 2010 in der Kategorie „Gebaute Umwelt“, dotiert mit 80.000 EUR, ging an das französisch-brasilianische Architekturbüro TRIPTYQUE, in Bregenz vertreten durch Carolina Bueno, Grégory Bousquet und Olivier Raffaelli, für das Projekt „Harmonia 57“ in São Paulo. In seiner Laudatio erläuterte Lukas Feireiss, was die Besonderheit dieses Projekts – ein architektonisch wie ökologisch wegweisendes Galeriegebäude in São Paulo mit einer intelligenten, grünen Fassade – ausmacht: „Wie es der Name bereits ausdrückt,

Berichte

51


52

In t e r n a t i o n a l e s P a s s i vh a u s H o l z b a u F o r u m au f d e r R e n ex p o Sa l z b u rg . 2 7. 1 1 . 2 0 1 0

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sse be d den erha ieses kos lten Cou ten Sie pon lose ein s A n M e F nze ess reika ige ebs rte an uch fü der . r

Qualitätssicherung im Passivhaus-Holzbau: Bauphysikalische Themen (Brandschutz, Schallschutz, Wärme- und Feuchteschutz, Luftdichtheit) 14.40 Data-com DI Sylvia Polleres, Holzforschung Austria*

Potentiale und Markterschliessung 09.20 Markterschließung der Bereiche mehrgeschoßiger (Passivhaus-) Holzhausbau und Bauen im Bestand in Passivhaus Holzbauweisen DI(FH) Otmar Bachler - Holzfachberater – Marktkommunikation, proHolz Salzburg

für

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27.11.2010 08.30 Registrierung 09.00 Begrüßung Diana Röhm, REECO Austria GmbH 09.10 Einführung Reinhold Steinmaurer, Holzbau Austria

Aus- und Weiterbildung 15.10 Masterstudiengang Holzbau für Architekten Alexander Petutschnigg, FH Salzburg*

tsch Bei Abg ein Ka a

www.renexpo-austria.at

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Weitere Informationen

kar te!

ewerbe und Wohnungswirtschaft

Integrale, kostenbewusste Planung 09.40 „Keep it simple!“ Kostensicherheit durch eine ganzheitliche Planungskultur Simon Speigner, sps-architekten zt gmbh Konstruktive, baupysikalische und technische Grundlagen 10.40 Konstruktionen und Systeme des Holzbaus (Holzrahmenbau, Holzskelettbau, Massivholzbauweisen, Holzmodul- oder Raumzelle), Ausführung und Details, eine Einführung DI Monika Tropper-Grinschgl, FH Salzburg Fenster und Fassade • Das Fenster 11.10 Fenster – im Passivhaus entscheidend Günter Berger, Fachhochschule Salzburg Josef Stockinger, Arge Holzfenster Salzburg • Die Fassade 11.30 TES EnergyFacade – Vorgefertigtes Holzbausystem zur energetischen Modernisierung von Gebäudehüllen DI Frank Lattke, Architekt, Fachgebiet Holzbau, Fakultät für Architektur TU München, München Haustechnik 11.50 Energieeffizienz durch das Zusammenspiel von Gebäudephysik, Gebäudetechnik und Gebäudeautomation Prof. Dr. Harald Krause, Fachhochschule Rosenheim* Tragwerke, Bemessung und Austrocknung 14.00 Von der Energieschleuder zum Nullenergiehaus Karl-Heinz Haas, Buchautor „Der Weg zum Nullenergiehaus“ 14.20 Musterbaurichtlinie im mehrgeschoßigen Holzbau für die Gebäudeklassen 4 und 5 Fritz Klaura, KLH Massivholz GmbH

Förderung 16.00 Sie bauen energieeffizient – wir fördern (wettbewerbe) DI Georg Thor, Energieberatung Salzburg

Praxisbeispiele 16.30 Sensorik für energieeffiziente Gebäude Siegfried Gaida, Thermokon GmbH 16.45 EUROGATE: Europas größte Passivhaussiedlung Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig (SPÖ)* 17.00 Zufriedenheit in Passivhäusern Dr. Univ.Ass. Alexander Keul, Universität Salzburg 17.15 Erster viergeschoßiger kommunaler Holzbau in Vorarlberg, ein Passivhausprojekt Bürgermeister Bruno Summer, St. Gerold 17.30 Abschlussdiskussion Moderation: Reinhold Steinmaurer, Holzbau Austria Zielgruppe: Architekten, Ingenieure, Fachplaner, Energieberater, Bauwirtschaft, Handwerker, Kommunen, Wohnungswirtschaft, Ämter & Behörden, Medien Zielländer: Deutschland, Österreich, Schweiz (Passivhaus und Minergie) Sprache: Deutsch Veranstalter: REECO Austria GmbH Partner: ProHolz Salzburg Idelle Träger: Holzbau Austria Gebühr: 160,– EUR regulär 90,– EUR proHolz Mitglieder 20,– EUR Studierende inkl. Messeeintritt, Imbiss, Pausengetränk, Tagungsunterlagen zum Download


53

Weitere Informationen

www.renexpo-austria.at

Die Premiere der RENEXPO® Austria fiel 2009 mit der Entstehung der Energiestrategie Österreich zusammen – jenes ambitionierten Projekts, das die Zukunft der Energieversorgung in Österreich gemeinsam mit Stakeholdern erarbeiten soll. Große Bedeutung wird dabei den Bundesländern zugemessen. Die Salzburger Landesenergiemesse RENEXPO® Austria, die vom 25. bis 27. November 2010 zum zweiten Mal stattfindet, liefert Impulse für diesen Prozess und informiert über erneuerbare Energien und Energieeffizienz bei Bau und Sanierung. 130 Aussteller, 4.000 Besucher und 500 Kongressteilnehmer werden dieses Jahr erwartet. Der Messebereich Internationale WasserkraftFachausstellung der RENEXPO® Austria entwickelt sich bereits in seinem zweiten Jahr zur wichtigsten europäischen Plattform für Wasserkraft. In Zusammenarbeit mit der European Small Hydropower Association (ESHA) begleitet die impulsgebende 2. Internationale Kleinwasserkraftkonferenz: Neu-

Berichte

Salzburger Landesenergiemesse. D i e V i e l f a l t d e r r e g e n e r a t i v e n En e r g i e n

bau, Sanierung und Revitalisierung die Ausstellung. Auch für Energieberater hat sich die RENEXPO® Austria bereits zum Branchentreffpunkt entwickelt. Nahwärme und Mikronetze sind weitere Themen. Die 2. Fachtagung regenerative Nahwärme- und Mikro-Netze erläutert Potenziale, Technik, Planungsgrundlagen, Förderung und Finanzierung zur Nahwärmeversorgung und vergleicht Projekte und Praxisbeispiele. Insgesamt stellen elf messebegleitende Fachkongresse zu Bauen und Sanieren, dezentralen Energiesystemen, Grünem Arbeitsmarkt, Mobilität, Wasserkraft und Wärmepumpe Innovationen, Trends, Technologien und praxisorientierte Lösungen vor. Der Dachverband Energie-Klima, der Bundesverband WärmePumpe Austria, das Energieinstitut der Wirtschaft GmbH, der Österreichische Biomasseverband, die Wirtschaftskammer Salzburg, das Amt der Salzburger Landesregierung und viele andere fördern die Landesenergiemesse sowohl ideell als auch inhaltlich.

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Bei A Kas bgab se e di den erha eses kos lten Cou ten Sie pon lose ein s A n M e F nze ess reika ige ebs rte an uch fü der . r

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Fachkongress: » Internationales Passivhaus Holzbauforum – Ein- und mehrgeschossiger Holzbau in Kommunen, Gewerbe und Wohnungswirtschaft

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www.renexpo-austria.at

für

25. – 27.11.2010, Messezentrum Salzburg

(wettbewerbe)

wettbewerbe 289/290

Internationale Kongressmesse für Erneuerbare Energien & Energieeffizientes Bauen und Sanieren


54 Swissness Klaus Leuschel Verlag Niggli Sulgen 248 Seiten

172 Abbildungen Leinenband

Architektur kostet Raum –

Deutsch/Englisch € 37,–

Architektonisches Entwerfen bei Ressourcen-

Sw i s s n e s s Schweizer Design ist hip! Viele traditionelle Produkte konnten sich in ihrer Qualität und Funktionalität weit über die Landesgrenzen hinaus etablieren. Swissness stellt 43 Design-Errungenschaften helvetischen Ursprungs vor, darunter Klassiker wie das Schweizer Taschenmesser, den Landi-Stuhl, Le Corbusiers Liege und den Davoser Schlitten, aber auch neue Produkte wie die Freitag-Taschen, den KABA-Schlüssel, die RaKo-Box, Omega Uhren oder den legendären Sparschäler von Rex. Sie alle repräsentieren die Maxime des Schweizer Designs: reduziert, funktional, hochwertig, schlicht und kompatibel. Zudem finden sich im Buch Porträts von sieben Persönlichkeiten, welche die höchst eigenständige Schweizer Designgeschichte geprägt haben.

Franziska Leeb Verlag Holzhausen 160 Seiten

mit zahlreichen Abbildungen

.

Hardcover mit Leinen € 40,–

w o hn e n p f l e g e n l e b e n

publizistin und Autorin des

Buches „wohnen pflegen leben

– neue Wiener Wohn- und Pflegehäuser“. Von 2003 bis 2005 war

sie Leiterin von ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich, seit 2003 Lehrbeauftragte an der

Abteilung Wohnbau der TU Wien.

Manfred Berthold Springer Verlag Wien 380 Seiten

462 Abbildungen in Farbe Gebunden

€59,95

Architektur kostet Raum

wohnen pflegen leben – neue

Wiener Wohn- und Pflegehäuser

Franziska Leeb ist Architektur-

knappheit

Im Jahr 2030 werden 17 % der österreichischen Gesamtbevölkerung über 75 Jahre alt sein. Dementsprechend hoch wird die Zahl jener sein, die durch altersbedingte Degenerationserscheinungen nicht mehr in ihrem gewohnten Umfeld zurecht kommen. Das ist nicht nur eine sozialpolitische, sondern auch eine architektonische Herausforderung. Anton Schweighofer hat beim 2003 eröffneten Geriatriezentrum Favoriten Pionierarbeit geleistet, in dem er Fragen der Ethik und Verantwortung nicht an Pflegekonzepte delegiert, sondern davon ausgeht, dass auch die Räume den Menschen prägen und ihren Teil zur Selbstbestimmtheit und Individualität des Einzelnen leisten. Seine Ansätze haben Eingang in die Qualitätsanforderungen für die neuen Häuser gefunden.

„Architektur kostet Raum” befasst sich mit dem vom Menschen geschaffenen und beanspruchten Raum als primärem Medium der Architektur. Der Autor, Architekt und Professor für Planungs- und Bauökonomie, demonstriert und analysiert raumökonomisch relevante Aspekte anhand neutraler Fallbeispiele und eigener Entwürfe. Er entwickelt Konzepte, die sich auf das Wesentliche der Raumökonomie konzentrieren. Im Vordergrund seiner Überlegungen stehen hohe Lebensqualität und praktischer Zweck. Das Buch setzt sich kritisch mit einem klassischen Thema der Architektur auseinander, der Planungs- und Raumökonomie, wobei der Autor keine Rezepte liefert, sondern offene Fragen formuliert.


55

Bücher

GartenReiseführer Österreich.

450 Gärten und Parks in Österreich Elisabeth Plitzka, Karl Ploberger Callwey Verlag München 384 Seiten

231 Farbfotos und Pläne

Gebäude entwerfen. Grundlagen,

Klappenbroschur

Methoden, Arbeitshilfen DVA Kompakt

€ 19,95

DVA Deutsche Verlags-Anstalt München 216 Seiten

55 Farb- und 36 s/w-Abbildungen Flexobroschur

G a r t e nR e i s e f ü h r e r Österreich

€ 41,10

Dieser Reiseführer der besonderen Art dokumentiert nicht nur die bekannten öffentlichen Gärten und Parks, sondern erschließt auch 100 Privatgärten, die man besuchen kann. Aufgeteilt nach Bundesländern, erschließen Textbeschreibungen, Farbfotos und Pläne Österreichs grüne Schätze. Weiters darin zu finden: praktische Informationen zu den einzelnen Anlagen sowie Tipps zu Ausflügen in der jeweiligen Umgebung. So ist nun auch in Österreich der Blick über den Gartenzaun möglich …

Gebäude entwerfen Die komplexen Aufgabenstellungen beim architektonischen Entwerfen erlauben kein schematisches Abarbeiten vorgegebener Konzeptionen, vielmehr ist ein „Start bei Null“ bei jedem Projekt gefordert. Für eine klare Struktur des Entwurfsprozesses gibt es jedoch effektive, erlernbare Methoden. Im ersten Teil des Buches erklärt der Autor das Vorgehen bei der Ermittlung von Grundlagen und Zielsetzung, die einzelnen Arbeitsschritte, Arbeitsmittel und Techniken beim Gebäudeentwurf, Präsentationstechniken und die wichtigsten Entwurfs- und Gestaltungsprinzipien. Im zweiten Buchteil gibt ein kompakten, übersichtlichen Überblick über wichtige Vorschriften und Normen.

Frank Lloyd Wright.

Ein Leben für die Architektur

Robert McCarter DVA Deutsche Verlags-Anstalt

München

240 Seiten

36 s/w-Abbildungen

Pappband € 22,70

Frank Lloyd Wright gilt bis heute als einer der bedeutendsten Architekten der Moderne weltweit. Seine Gedankenwelt und seine Bauten der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflussen bis heute die Architektur. In der vorliegenden „architektonischen“ Biografie nähert sich der Autor Wright als Architekt, stellt Beziehungen her zwischen seinem bewegten Leben und seinem Werk, seinem leidenschaftlichen Engagement für anspruchsvolle und innovative Architektur, für die Entwicklung der amerikanischen Demokratie und einen modernen Lebensstil im Einklang mit der Natur.

wettbewerbe 289/290

F r a nk L l o y d W r i g h t


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Wettbewerbe


Wettbewerbe

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Wettbewerbe

A R G E A n d e x er - H a i d a c her

Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark

B a u m s c h l ager E ber l e L o c ha u

Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

F a t t i n ger Or s o R i e p er ;

YO.V.A.3 – Young Viennese Architects 3

F l at z _ A r c h i t e c t s ; G ab u H e i n d l ; G r u n d s t e i n ; K au f m a n n .Wa n a s ; Clemens Kirsch; K r o n a u s K i n z e l ba c h ; Sh i b u kawa E d er ; SOM A ; SP A N ; S p u t n i c ; S t u d i o G r u ber

Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

wettbewerbe 289/290

ZT A r q u i t e c t o s Th o m a s Z i n t er l


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Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark

A u s l o b e r u n d V e r f a h r e n s o rga n i sa t i o n Stadt Graz – Stadtbaudirektion / Referat Hochbau, 8020 Graz

A u f t ragg e b e r u n d N u t z e r

Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz (GGZ), 8020 Graz

G e g e n sta n d d e s W e t t b e w e r b e s

Erlangung von Vorentwurfskonzepten für die teilweise Sanierung inkl. Bestandsumbau und Erweiterung des bestehenden Pflegewohnheimes Rosenhain in 8010 Graz, Max-Mell-Allee 16.

Art des Wettbewerbes

Anonymer, EU-weiter, offener, einstufiger baukünstlerischer Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren im Oberschwellenbereich.

B e u r t e i l u n gs k r i t e r i e n

Funktionelle, ökonomische, städtebauliche, Architektur / baukünstlerische, ökologische Kriterien.

Beteilung 30 Projekte

P r e i sg e r i c h t ss i t z u n g 1. Sitzung: 18. Juni 2010; 2. Sitzung: 1. Juli 2010

P r e i sg e r i c h t

Arch. Dipl.-Ing. Markus Pernthaler (Vorsitzender), Arch. Dipl.-Ing. Anna Popelka (stv. Vorsitzende), Mag. Dr. Dipl.-HTL-Ing. MPH Gerd

Hartinger (GGZ), Waltraud Haas-Wippel (GGZ), Dipl.-Ing. Alois Rajnar (Stadtplanung), Dipl.-Ing. Mag. Bertram Werle (Stadtbaudirektion)

V o rpr ü f u n g / K o s t e n pr ü f u n g

Arch. Dipl.-Ing. Konrad Geldner, 8010 Graz / ZI-Büro DI Lugitsch, 8330 Feldbach


Projekt P0504: Die mäandrierende Figuration wird, wie auch bei Projekt P0571, durch die dadurch entstehenden

Projekt P0553: Das Projekt zeichnet sich durch eine sehr klare städtebauliche Lösung aus, in der sich auch die funktionellen Zuordnungen klar lesbar abzeichnen. Dem entspricht auch die innenräumliche Organisation der Allgemeinbereiche mit großzügigen Ausblicken in den Naturraum. Die breite Verbindungsbrücke ist nicht nur Verkehrsfläche, sondern auch Funktionsfläche im Innen- wie im Außenraum. Die autonome Charakteristik der einzelnen Bauteile bringt jedoch gewisse Nachteile hinsichtlich Übersichtlichkeit, insbesondere für die Nachtdienste. Projekt P0569: Die Lage zum Altbestand und der Abstand zu diesen sind sehr knapp bemessen, worunter die Qualität der betroffenen Freiräume vermindert wird. Die kompakte Baukörperkonfiguration wird grundsätzlich positiv beurteilt; kritisch wird angemerkt, dass die beinahe ausschließliche Orientierung der Allgemeinbereiche in den relativ knappen Innenhof nur einen sehr eingeschränkten Außenraumbezug zulässt. Die sehr lange Zufahrtsrampe in das Parkdeck entlang der Planungsgrenze zum Kindergarten erscheint problematisch. Die Fassadengestaltung mit dem vorgeschlagenen Sonnenschutzsystem ist effizient und wird als baukünstlerischer Beitrag gewürdigt. Projekt P0571: Noch konsequenter, als im Projekt P0504 dargestellt, wird durch eine mäandrierende Baukörperkonfiguration ein sehr schlüssiger Bezug zum Bestand und zum Außenraum hergestellt. Auch die Übergänge von den Allgemeinbereichen über Terrassen in den Naturraum mit guten Sichtbeziehungen sind sehr gut gelöst. Die Situierung des gerontopsychiatrischen Gartens und der Außenbereich der sozialpsychiatrischen stationären Einheit sind ebenfalls gut konzipiert. Die Zugangssituation vom Verbindungsgang in die einzelnen Wohngemeinschaften erscheint kleinteilig und müsste großzügiger gestaltet werden. Der Fassadenvorschlag erscheint unausgereift und müsste im Sinne einer zeitgemäßen Gestaltung weiterentwickelt werden. Projekt 0601: Die städtebauliche Anordnung der Baukörper zeichnet sich durch Kompaktheit und Klarheit aus. Die großzügige Zugangssituation und die Verbindung

wettbewerbe 289/290

Beurteilung: 18. Juni 2010: Nach der Vorstellung der Projekte durch die Vorprüfung beginnt der erste Rundgang, bei dem die Projekte P0506, P0544, P0610, P0618, P0627 und P0672 einstimmig (6:0) ausgeschieden werden. Die restlichen 24 Projekte verbleiben in der nächsten Wertungsrunde. Im zweiten Rundgang sollen Projekte mit einfacher Mehrheit in der Wertung verbleiben. Folgende Kriterien werden zur Bewertung herangezogen: Erschließung und Wegeführung, Lage der Stützpunkte und Übersichtlichkeit, Belichtung. Es scheiden aus: P0202 (2:4), P0211 (0:6), P0225 (1:5), P0277 (2:4), P0508 (0:6), P0527 (2:4), P0605 (1:5), P0606 (0:6), P0617 (0:6), P0628 (2:4), P0629 (2:4), P0645 (2:4), P0683 (2:4) und P0685 (1:5). Somit verbleiben zehn Projekte in der nächsten Wertungsrunde. Vor der nächsten Bewertungsrunde werden einige allgemeine Grundsätze lt. Aufgabenstellung besprochen: Im bisherigen Verlauf der Jurysitzung hat sich herausgesellt, dass für den Altbau zwei grundsätzliche Lösungsansätze von den TeilnehmerInnen vorgeschlagen werden. Nach eingehender Diskussion mit den NutzerInnen, insbesondere mit dem Pflegepersonal wird festgehalten, dass die Anordnung der gerontopsychiatrischen Tagesstätte im Osten des Altbestandes (EG) Vorteile bringt. Für die Pflegestationen im Altbau gilt, dass die Anordnung der Aufenthaltsflächen / Wohnküchen im Zentrum des Gebäudes optimal ist, wobei die Lösung eines von Norden nach Süden durchreichenden Raumverbandes bevorzugt wird. Diese Erkenntnisse werden als Auflage für die Realisierung festgeschrieben und gelten für alle in der Wertung verbliebenen Projekte. Im dritten Rundgang werden die verbleibenden Projekte vorerst hinsichtlich Haustechnik, Bauphysik und Grünraumqualitäten gegenübergestellt. Alle verbleibenden Projekte weisen diesbezüglich, dem Planungsstadium entsprechend, geringfügige Qualitätsabweichungen auf. Im vierten Rundgang werden die verbleibenden Projekte in vier Typengruppen eingeteilt: die offenen „Hoftypen“ Projekte P0569, P0670, P0677; die „Atriumtypen“ Projekte P0626, P0687; die „Mäandertypen“ Projekte P0504, P0553, P0571, P0601; der „Sondertyp“ Projekt P0607.

Außenraumbeziehungen städtebaulich positiv beurteilt. Der eingezäunte Außenbereich der gerontopsychiatrischen Tagesstätte gegenüber dem Parkplatz erscheint vergleichsweise unattraktiv. Die Orientierung einer Vielzahl der Wohnräume nach Süden und die damit verbundenen Barrieren für den Innenhof ist unvorteilhaft. Die kurze Anbindung zum Altbestand wird positiv beurteilt, die Weiterführung in die westliche Wohngemeinschaft über einen relativ schmalen Gang fällt qualitativ ab.

Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark

Wettbewerb

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Modell P0607

Modell P0571

Modell P0601

Modell P0553

Modell P0626

zu den Wohngemeinschaften sind übersichtlich gelöst und überzeugen vor allem durch die Anbindung und die Organisation des Altbestandes. Die Gliederung der Allgemeinbereiche in den Wohngemeinschaften mit den Außenraumbezügen und dem jeweils zugeordneten Zugang sind intelligent gelöst. Die kurze Anbindung der Tiefgarage ist vorteilhaft. Das Heranrücken an den Kindergarten erscheint in diesem Ausmaß problematisch, wobei ein Abrücken Richtung Norden möglich erscheint. Projekt P0607: Typologisch unterscheidet sich dieses Projekt sehr deutlich von allen bisher beschriebenen Lösungen. Die feingliedrige Struktur betont in ihrer Ausdehnung die Horizontale im Gegensatz zur Vertikalen des Bestandes. Die große Qualität des Entwurfs liegt in der Ausarbeitung einer fein differenzierten inneren Landschaft, aus der heraus sehr pointiert Außenraumbezüge hergestellt werden. Der zentrale Zugang teilt das Gebäude in gleichwertige Wohngemeinschaften, garantiert eine gute Übersichtlichkeit und lässt einen optimalen Betrieb erwarten. Auch im Altbestand werden durch diesen Zugang die einzelnen Funktionsbereiche klar und übersichtlich abgegrenzt. Im Neubau wird es jedoch notwendig sein, eine temporäre Trennung der zwei Funktionseinheiten auch baulich umzusetzen. Die Darstellungen der Innenräume sind überzeugend und entsprechen den Erwartungen bzgl. atmosphärischer Qualität. Die Vorschläge für die Gestaltung der Außenräume sollten etwas zurückgenommen, topographische Eingriffe auf ein Minimum reduziert werden. Der Überhang an Verkehrsflächen soll in einer Überarbeitung verkleinert werden. Projekt P0626: Die Grundstruktur mit unterschiedlich orientierten großen Höfen ist grundsätzlich interessant. Die Großform erzeugt durch ihre Nähe zum Bestand Zwischenräume von geringer Qualität. Die Nähe zum bestehenden Hochhaus wird kritisch gesehen. Die Zugangssituation zu den Wohngemeinschaften ist großzügig, die Erschließung der westlichen Wohngemeinschaften ist mit langen Wegen verbunden. Generell ist die räumliche Qualität der Wohngemeinschaften unterschiedlich. P0670: Das grundsätzlich klare Prinzip der Wohngemeinschaften fügt sich, wie an der südöstlichen Grundstücksgrenze ersichtlich, nicht ganz selbstverständlich in die Topographie ein. Es wird eine Interpretation einer zweihüftigen Anlage vorgeschlagen, die jedoch in den beiden Wohngemeinschaften eines Geschoßes unterschiedlich formuliert wird. Die zusammenschaltbaren Allgemeinflächen stellen einen interessanten Beitrag dar. Die Tiefgaragenlösung im hinteren Bereich

60

des Neubaus wird kritisch gesehen, da sich durch die großen auskragenden Teile die Hüllflächenbilanz verschlechtert. P0677: Der sehr kompakte Neubau rückt sehr nahe an den angrenzenden Kindergarten heran. Auch bei diesem Projekt wird eine zweihüftige Lösung der Wohngemeinschaften vorgeschlagen, bei der die Allgemeinbereiche über ein innen liegendes Atrium belichtet werden. Der gewünschte Außenbezug dieser Bereiche ist nur bedingt gegeben, der südliche Zugang zum Naturraum ist nur über eine relativ steile Böschung mit integrierter Treppenanlage möglich. P0687: Für dieses Projekt charakteristisch sind die vergleichsweise sehr großen Atrien. Diese führen zu einer sehr großzügigen innenräumlichen Figuration mit Umgängen und klar definierten Außenbezügen, allerdings nur nach Norden. Kritisch beurteilt wird in diesem Zusammenhang die sehr hermetische Abschottung dieser Bereiche nach Süden. Positiv beurteilt wird auch der großzügige und damit nutzbare Verbindungsbau zum Altbestand sowie die kurze Anbindung der Tiefgarage. In einer weiteren Diskussionsrunde wird noch einmal auf die Vor- und Nachteile der verbleibenden Projekte eingegangen. Dem Vorschlag des Juryvorsitzenden, vier Projekte als Preisträger vorzusehen, stimmt das Preisgericht einstimmig zu, wobei die Aufteilung des in der Summe gleichbleibenden Preisgeldes neu festzulegen ist. Danach stimmt das Preisgericht über folgende Anträge betreffend Mitnahme in die Preisträgerrunde ab: Projekt P0553 (5:1), Projekt P0571 (6:0), Projekt P0601 (5:1), das Projekt P0607 (6:0). Der Antrag, das Projekt P0687 als Nachrücker zu nominieren, wird mit 6:0 angenommen. Es folgt die Bewertung der verbleibenden vier Projekte / Preisträger bzgl. Barrierefreiheit. Projekt P0553: Im Freibereich ist in Eingangsnähe ein Behindertenparkplatz vorzusehen. Der behindertengerechte Parkplatz in der Tiefgarage ist in Liftnähe anzuordnen. Die Sanitärbereiche sind nicht möbliert und daher nicht auf Behindertengerechtigkeit beurteilbar. Die Bewohnerbäder erscheinen zu klein dimensioniert. Die Pflegebäder sind zu klein. Nach Ö-Norm B 1601 ist für die Pflegebadewanne ein Maß von 100x250 cm vorzusehen. Die Badewanne muss 3-seitig zugänglich sein, ein seitlicher Platzbedarf von 90/90/150 cm muss vorhanden sein, daher beträgt die Mindestraumbreite 340 cm. Schiebetüren sind für alte und behinderte Menschen allgemein mit gut greifbaren Griffen auszustatten (keine Muschelgriffe), dadurch muss die horizontale Türlichte um ca. 15 cm größer sein, damit eine behindertengerechte Durchgangslichte verbleibt. Allgemeine behindertengerechte WCs (Besucher-WCs) sind im Alt- und Neubauteil vorzusehen. Projekt P0571: Im Freibereich ist in Eingangsnähe ein Behindertenparkplatz vorzusehen. Der behindertengerechte Parkplatz in der Tiefgarage ist in Liftnähe anzuordnen. Auf Rampen müssen vor Türen horizontale Flächen mit einer Tiefe von 150 cm (ohne aufschlagende Türe, z.B. beim Verabschiedungsraum)


Modell P0569

Modell P0677

Modell P0687

Auflagen für die Realisierung des Siegerprojektes P0607: A) Auflagen zur Verhinderung von Kühlung Ein wesentlicher Faktor für die Energiebilanz des Projektes sind die angedachten streifenförmigen Oberlichten. Der zwingende Entfall dieser verbessert nicht nur die energetischen Kenndaten signifikant, sondern führt auch dazu, dass die innenräumlichen Qualitäten der Pflegestationen im Erd- und Obergeschoß angeglichen werden. Die Fensterflächen in den Wohnräumen und teilweise in den dislozierten Gangbereichen sind in Absprache mit den Nutzern zu reduzieren. Sämtliche Fenster sind mit außen liegendem Sonnenschutz auszustatten. In der Planung ist auf die Anordnung ausreichender Speichermassen zu achten. B) Allgemeine Auflagen Die internen Verkehrsflächen sind zu optimieren (geringfügige Flächenüberschreitung). Die Abstellplätze im Untergeschoß sind als offenes Parkdeck auszuführen, um eine mechanische Be- und Entlüftung zu verhindern.

Projekt P0607 Es wird empfohlen, auch im Neubau behindertengerechte WCs vorzusehen (Besucher-WCs). Die Pflegebäder sind zu klein. Nach Ö-Norm B 1601 ist für die Pflegebadewanne ein Maß von 100x250 cm vorzusehen. Die Badewanne muss 3-seitig zugänglich sein, ein seitlicher Platzbedarf von 90/90/150 cm muss vorhanden sein, daher beträgt die Mindestraumbreite 340 cm. Schiebetüren sind für alte und behinderte Menschen allgemein mit gut greifbaren Griffen auszustatten (keine Muschelgriffe), dadurch muss die horizontale Türlichte um ca. 15 cm größer sein, damit eine behindertengerechte Durchgangslichte verbleibt. Im Freibereich ist in Eingangsnähe ein Behindertenparkplatz vorzusehen. In einer letzten Bewertungsrunde werden die vier verbleibenden Projekte noch einmal anhand der ausgelobten Kriterien gegenübergestellt. Nach eingehender und vertiefter Diskussion und Bewertung aller Vor- und Nachteile wird der Antrag, das Projekt P0607 auf den 1. Platz zu reihen, einstimmig angenommen. Der Antrag, die verbleibenden drei Projekte (P0553, P0571 und P0601) auf den 2. Platz zu reihen (wobei eine allfällige Differenzierung nach der durchgeführten vertieften Projektprüfung hinsichtlich Kosten, Haustechnik und Bauphysik erfolgen wird), wird einstimmig angenommen.

Verfasserliste: P0607: ARGE Andexer – Haidacher, Graz • P0571: Dipl.-Ing. (FH) Schwarz / GUS Architekten, Stuttgart, D • P0601: ARGE Balloon – Wohofsky ZT-KEG, Graz • P0553: GMS – Freie Architekten, Isny, D • P0687: Dipl.Ing. Hermann Thoma, Berlin, D • P0504: Kauffmann Theilig & Partner, Ostfildern, D • P0569: Pilz Architektur, Graz • P0626: VD Architekten ZT-GmbH, Graz • P0670: Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Klaus Kada, Graz • P0677: Hohensinn Architektur, Graz • P0506: Lange – Ferráu Architekten, Düsseldorf, D • P0544: Arch. Dipl.Ing. Josef Kopf, Wien • P0610: Arch. Dipl.-Ing. Hawlik + Arch. Dipl.-Ing. Huss, Wien • P0618: V. Butina mit Martijn Braunstahl, MTB Architecten, Amsterdam, NL • P0627: Arch. Dipl.-Ing. Klaus Metzler, Graz • P0672: Creativbau GmbH, Stegersbach • P0202: Arch. Dipl.-Ing. Thomas Mayer + Arch. Dipl.-Ing. Robert Rohsmann, Weitendorf • P0211: GS Architects ZTGmbH, Graz • P0225: mfgarchitekten ZT-KG, Graz • P0277: Arch. Dipl.-Ing. Christa Binder, Grafenstein • P0508: Coopia Architekten, Regensburg, D • P0527: Jan-Friedrich Liebscher + Bromsky Architekten, Berlin, D • P0605: Leb-Idris Architektur ZT, Graz • P0606: Peichl & Partner ZT GmbH, Wien • P0617: Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr. Hansjörg Tschom, Graz • P0628: Eichenlaub Schöller – Freie Architekten, Weinstadt bei Stuttgart, D • P0629: Arch. Dipl.-Ing. Michael Regner, Graz • P0645: Toralf Fercher Architektur ZT-GmbH + Arch. Dipl.-Ing. Edgar Egger, Villach/Klagenfurt • P0683: Körner Architekten, Rosenheim, D • P0685: Arch. Dipl.-Ing. Wolfgang Wieser, Graz

Wettbewerb

Projekt P0601: Im Freibereich ist in Eingangsnähe ein Behindertenparkplatz vorzusehen. Die Möblierung der Behinderten-WCs entspricht nicht der Ö-Norm B 1600. Bei den Bewohnerbädern im Neubau fehlt die seitliche Anfahrbarkeit bei den WCs. Die Pflegebäder sind zu klein. Nach Ö-Norm B 1601 ist für die Pflegebadewanne ein Maß von 100x250 cm vorzusehen. Die Badewanne muss 3-seitig zugänglich sein, ein seitlicher Platzbedarf von 90/90/150 cm muss vorhanden sein. Daher beträgt die Mindestraumbreite 340 cm. Die abwärts führenden Stiegen sind gegen Absturzgefahr in der Gehlinie zu sichern (Verschieben der Treppenanlage).

Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark

Modell P0504

1. Juli 2010: Zu Sitzungsbeginn werden die Berichte zur Kostenprüfung bzw. zur Bauphysik erläutert. Das Preisgericht beschließt einstimmig, vier Preisträger zu reihen bzw. einen Nachrücker zu bestimmen. Es erfolgt die Aufteilung des Preisgeldes (vier Preise, Nachrücker, fünf Ankäufe). Nach nochmaliger eingehender Diskussion bzgl. der zu erwartenden Baukosten bzw. der je Projekt notwendigen Verbesserungspotentiale hinsichtlich Kühlung etc. werden die Projekte in einem letzten Rundgang hinsichtlich der ausgelobten Kriterien bewertet und wie folgt einstimmig gereiht: Projekt P0553: 4. Platz Projekt P0601: 3. Platz Projekt P0571: 2. Platz Projekt P0607: 1. Platz / Siegerprojekt

wettbewerbe 289/290

Modell P0670

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angeordnet werden. Das allgemeine BehindertenWC entspricht in den Abmessungen sowie der Aufstellung der Sanitärgegenstände nicht der Ö-Norm. Die diagonale Aufstellung der WCs in den Bewohnerbädern ist nicht behindertengerecht, da eine seitliche Anfahrbarkeit mit dem Rollstuhl nicht möglich ist. Auch ist die Anbringung von Haltegriffen sehr problematisch. Die für Senioren besser geeigneten Winkelwandgriffe können nicht montiert werden. Schiebetüren sind für alte und behinderte Menschen allgemein mit gut greifbaren Griffen auszustatten (keine Muschelgriffe), dadurch muss die horizontale Türlichte um ca. 15 cm größer sein, damit eine behindertengerechte Durchgangslichte verbleibt.


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A R G E A r c h i t e k t e n A n d e x e r – Ha i d a c h e r 8010 Graz

1. Preis Projekt P0607 € 10.100,– Mitarbeit:

Johann Timmerer Maier, Stefan Brandtner, Reinhard Aumann Visualisierung:

ht-vis Angelo Missoni

Erdgeschoß Altbau / 1. Obergeschoß Neubau


Wettbewerb

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Schnitt 02

Schnitt 01

Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark

Westansicht

Ostansicht

4. Obergeschoß

3. Obergeschoß

2. Obergeschoß

1. Untergeschoß Neubau

2. Untergeschoß

wettbewerbe 289/290

1. Obergeschoß

1. Untergeschoß Altbau / Erdgeschoß Neubau


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U l r i c h C h . S c h war z / G U S A r c h i t e k t e n D-70176 Stuttgart

2. Preis Projekt P0571 € 9.100,–

2. - 4. Obergeschoß Ostansicht

Bewegungsräume

Bewegung innerhalb d. Gruppe zusätzliche Bewegungsräume Bewegung im Freien Sit + Watch Bereiche

1. Obergeschoß

Erschließungsstruktur

Belichtung

Erdgeschoß

Schnitt B-B


8020 Graz

Wettbewerb

ARGE balloon_Wohofsky und gr i m u s . w o h o f s k y ar c h i t e k t e n

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Projekt P0601 € 8.100,– Mitarbeit: Ana Masu

Ebene 3, WG + Pflegestützpunkt

Martin Tappeiner Modellbau:

Rudy Manzl

Schnitt A-A

Schnitt B-B

Ebene 0, Haupteingang

Ebene 2 + 4, WG Regelgeschoß

Ebene 1, Personalräume

wettbewerbe 289/290

Visualisierung:

Pflegewohnheim Rosenhain, Graz, Steiermark

3. Preis


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G M S – Fr e i e A r c h i t e k t e n D-88316 Isny

4. Preis Projekt P0553 € 6.600,– Mitarbeit: Eva Wierz

Modellbau:

Gerhart Kindermann

Ansicht Süd

Schnitt A-A

1. Obergeschoß Zubau Schnitt B-B

2. - 4. Obergeschoß Zubau

Tiefgarage Neubau

Erdgeschoß


© Arnold Weiss

Das sich im Eigentum der Stadt befindende Grundstück ist sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz und das Fuß- und Radwegenetz angebunden und auch für den motorisierten Individualverkehr gut erreichbar. Das Pflegeheim Höchsterstraße mit der Zentralwäscherei und das Krankenhaus mit der Zentralküche liegen auf kurzem Wege. Der nahe gelegene Naherholungsraum Achauen bietet Abwechslung für die Bewohner und Besucher. Die Nähe zum Seniorenhaus Birkenwiese lässt Synergien mit dem ambulant betreuten Wohnen erwarten. Das Siegerprojekt von Baumschlager Eberle Lochau soll insgesamt 105 Pflegebedürftigen ein neues Zuhause bieten. Es wird in drei Pflegestationen und eine Erinnerungsstation für demente Menschen mit hohem Bewegungsdrang gegliedert, denn mit dieser Größenordnung wurden bereits beim Pflegeheim Höchsterstraße gute Erfahrungen gemacht. Für Anfang April 2012 ist der Baubeginn geplant, die Baufertigstellung soll im Oktober 2013 sein.

wettbewerbe 289/290

Die aktuellen Zahlen aber auch die Prognosen für die kommenden Jahre zeigen deutlich, dass der Bau eines zusätzlichen Pflegeheims in Dornbirn in den kommenden Jahren notwendig sein wird. Bis zum Jahr 2020 wird die Anzahl der Pflegebedürftigen von derzeit 1.480 auf 1.790 ansteigen. Davon werden zwischen 363 und 401 Personen einen Pflegeheimplatz beanspruchen. Aufgrund dieser Bedarfszahlen entschloss sich die Stadt Dornbirn zum Neubau eines dritten Pflegeheims in der Birkenwiese und lobte einen Architekturwettbewerb zur Erlangung von baukünstlerischen Vorschlägen aus. Ein erklärtes Wettbewerbsziel war der sparsame Umgang mit Grund und Boden und der Einsatz von ökologischen Materialien. Das neue Pflegeheim soll dem Standard „Niedrigenergiehaus“ entsprechen, mit einem Heizwärmebedarf unter 20 kWh/m2a bei gleichzeitiger Minimierung des Gesamt-Primärenergiebedarfs für Heizung, Kühlung, Warmwasser, Haustechnik und Beleuchtung.

Vorwort

Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

Birkenwiese. Drittes Dornbirner Pflegeheim

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Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

Auslober

Stadt Dornbirn, 6850 Dornbirn

G e g e n sta n d d e s W e t t b e w e r b e s

Erlangung von baukünstlerischen Lösungen für den Neubau eines dritten Pflegeheimes in Dornbirn, in der Birkenwiese. Dieses soll dem Standard Passivhaus entsprechen.

Art des Wettbewerbes

Anonymer, nicht offener Realisierungswettbewerb.

B e u r t e i l u n gs k r i t e r i e n

Dialog mit der baulichen und naturräumlichen Umgebung, Qualität des Außenraumes; äußere und innenräumliche Gestaltungsqualität; Umsetzung des räumlich-funktionalen Konzeptes; Wirtschaftlichkeit in Errichtung, Betrieb und Erhaltung.

Beteiligung 25 Projekte

P r e i sg e r i c h t ss i t z u n g 20. Mai 2010

P r e i sg e r i c h t

Arch. Dipl.-Ing. Gerhard Sailer (Vorsitzender), Arch. Dipl.-Ing. Rainer Köberl (stv. Vorsitzender), Dipl.-Ing. Markus Aberer (Schriftführer; Amt der Stadt Dornbirn), Arch. Mag.arch. Hanno Schlögl, Arch. Dipl.-Ing.Erich Steinmayr, Vizebgm. Mag. Martin Ruepp, StR Arch. Dipl.-Ing.

Martin Konzet, MMag. Elisabeth Fink (Amt der Stadt Dornbirn), Mag. Helmut Faller (Gesundheitsbetriebe der Stadt Dornbirn), Martin Mäser (Gesundheitsbetriebe der Stadt Dornbirn)

Vorprüfung

Dipl.-Ing. Manfred Türtscher, 6850 Dornbirn


© Stadt Dornbirn

Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

Wettbewerb

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Beurteilung: Nach dem allgemeinen Vorprüfungsbericht des Vorprüfers beginnt der Informationsrundgang, bei dem der Vorprüfer die einzelnen Projekte mit großer Fachkunde erläutert. Abschließend wird von Nutzerseite festgehalten, dass für den Betrieb kurze Wege und Übersichtlichkeit entscheidend sind, wobei die Stüble nicht im Nahbereich des Dienstzimmers liegen müssen. Ein Versorgungsblock pro Wohngruppe ist zwingend erforderlich. Damit sich die Bewohner wohlfühlen können, soll das Haus Wohn- und nicht Hotel- oder Krankenhausatmosphäre vermitteln und differenzierte Grünräume zur Verfügung stellen. Die Ausrichtung der Zimmer ist in alle Richtungen möglich. Eine Vertikalerschließung über die Erinnerungsstation ist nicht möglich. Der Vorsitzende schlägt vor, vorerst einen Grobbewertungsdurchgang, in welchem die zehn besten Projekte herausgefiltert werden sollen, anschließend einen Augenschein vor Ort und dann eine

Feinbewertung der zehn besten Projekte durchzuführen. Dieser Vorgangsweise wird einhellig zugestimmt. Der Grobbewertungsdurchgang folgt, wobei sich die Projekte 1, 4, 9, 13, 17, 19, 20, 21, 22 und 24 für die Feinbewertung heraus kristallisieren. Somit scheiden folgende Projekte aus: 5, 7, 10, 2, 3, 6, 11, 12, 15, 14, 21, 18, 8, 16 und 23. Als Ergebnis des durchgeführten Augenscheins auf dem Baugrundstück kann für die weitere Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten folgendes festgehalten werden: • Die neue VOGEWOSI-Anlage mit den drei viergeschoßigen normal zum Bahndamm stehenden Baukörpern und dem achtgeschoßigen vertikalen Zeichen direkt an der neuen Bahnhaltestelle Schoren hat einen positiven städtebaulichen Fokus gesetzt. • Grundsätzlich ist die Positionierung eines solitären Quaders oder Würfels an diesem Ort möglich. Projekte, die keinen monolithischen Baukörper setzen, sondern in ihrer baukörperlichen Gliede-

wettbewerbe 289/290

n Wettbewerbsgebiet


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rung weicher bzw. verzahnter auf den umgebenden Freiraum reagieren, treffen mit ihren Lösungsvorschlägen die ortsbauliche Situation wahrscheinlich besser. • Die Erdgeschoßhöhenlage des Pflegeheims sollte sich in etwa an der Erdgeschoßhöhe des im Südwesten benachbarten VOGEWOSI-Baukörpers orientieren. Eine deutliche Anhebung des Gebäudes über dieses Niveau ist im Kontext mit den umgebenden städtebaulichen Strukturen nicht zu rechtfertigen und erschwert überdies die Erschließung des Hauses. Im Anschluss findet ein individueller Sichtungsrundgang in Reflexion zum Augenschein statt. Im Zuge der Feinbewertung werden die bestgereihten Projekte noch einmal im Detail analysiert und anschließend bewertet. Als Preisträger werden die Projekte 1, 4, 9, 19, 20 und 25 ermittelt. Somit scheiden die Projekte 17, 13, 22 und 24 aus. Die mit Preisen ausgezeichneten Projekte werden wie folgt beschrieben und bewertet. Projekt Nr. 4 / 3. Anerkennungspreis: Das Projekt entwickelt gekonnt Elemente der VOGEWOSI-Bebauung weiter: So werden unter der fortgesetzten „Platte am Bahndamm“ Werkstätten, Lagerräume und andere Nebenräume situiert. Die Anlieferung ist konsequenterweise auch hier positioniert. Der Solitärbaukörper übernimmt Baufluchten der Wohnbebauung, was zu einer städtebaulich ansprechenden Gesamtlösung führt. Die gewählte Höhenlage und der gewählte Abstand zum Achdamm ergeben passende Außenräume, in denen bahnseitig der Dementengarten ausgebildet wird. Über den Eingang an der Straße Birkenwiese erreicht man die Halle und das Café. In dieser Zone erfolgt unmittelbar anschließend die vertikale Erschließung mit den Liften und einem Stiegenhaus, welches jedoch zu schmal ist. Aus Nutzersicht weisen manche Zonen zu wenig Tageslicht auf. Das Projekt weist einige grundrissliche Schwächen auf – so ist der Zuschnitt des Wohlfühlbades ungünstig. Die mittlere Höhe der Kubatur sowie die kompakte Form lassen eine zufriedenstellende Wirtschaftlichkeit erkennen. Die architektonische Bearbeitung ist ansprechend. Gesamtpunkte 36. Projekt Nr. 1 / 2. Anerkennungspreis: Der Verfasser stellt einen quaderförmigen Solitär innerhalb der gedachten und fortgesetzten Baufluchten der VOGEWOSI-Bebauung. Über den an der Straße Birkenwiese situierten Eingang erreicht man einen großzügigen Vorhof passierend die Eingangshalle, der der Multifunktionsraum, das Café und der Andachtsraum zugeordnet sind. Der Multifunktionsraum ist zu groß. Die Erinnerungsstation ist übersichtlich in Richtung Bahndamm angeordnet. Aus Sicht der Sachpreisrichter ist die Höherlegung der Erinnerungsstation für ihren Betrieb nicht vorteilhaft. Der Demenzgarten liegt schön und ist funktionell richtig abgeschlossen; der Eingriff in den Bahndamm ist jedoch zu reduzieren. Das architektonische Konzept entspricht – die massiven horizontalen Läufer im Bereich des Eingangshofs wären auch verzichtbar. Das Gesamtvolumen liegt im mittleren Bereich aller Einreichungen, was eine

wirtschaftliche Realisierbarkeit des Projekts erwarten lässt. Gesamtpunkte 37. Projekt Nr. 9 / 1. Anerkennungspreis: Die Projektverfasser konzipieren einen Baukörper, der aus zwei gegeneinander versetzten, gleich hohen, mittig verbundenen Volumina besteht, an die zwei diagonal an das Gebäude weitgehend geschlossene Höfe (Vorhof mit Zugang und Erinnerungshof) derart angefügt sind, dass im Grundriss gesamthaft eine strenge, orthogonale Rechteckfigur generiert wird. Aus dem geometrisch rigiden Konzept ergeben sich aber durch die präzis gesetzten Sequenzen unterschiedlicher Höhe poetische Antworten, die den Stimmungen der unmittelbar angrenzenden Landschaften – einerseits dem Dammweg mit dem alten Baumbestand, andererseits der markanten, technisch belegten Höhensperre des Bahndamms und schlussendlich der Strukturierung und unterschiedlichen Belegung des Raumes der benachbarten Wohnbauten – entspricht. Der Klarheit des Baukörpergefüges entspricht auch die innenräumliche Entwicklung, die jedoch trotz der vorhandenen Übersichtlichkeit enge, mäßig belichtete Gangzonen aufweist, die etlichen Zonen zu wenig Atem geben und denen es auch an der Poesie des Gesamtkonzeptes mangelt. Logistisch beeinträchtigen die Versorgungsblöcke – trotz der räumlichen Offenheit und Brauchbarkeit der Mittelzone mit Dienstzimmer – die geforderte Übersichtlichkeit im Pflegebereich. Insgesamt ein wesentlicher geistiger Beitrag zur Lösungsfindung der Entwurfsaufgabe. Gesamtpunkte 40. Projekt Nr. 20 / 3. Preis: Das viergeschoßige, über einem Quadrat entwickelte, kompakte Volumen bildet den städtebaulichen Abschluss der benachbarten, gereihten Wohnblöcke der VOGEWOSI. Sämtliche Raumbereiche sind um ein zentrales Atrium mit Laubengang und Sitzbänken angeordnet. Der an der Birkenwiese gelegene, überdachte Eingangsbereich leitet über in eine großzügige Halle mit Durchblick in das Atrium. Die Funktionsbereiche der Erdgeschoßzone sind übersichtlich angeordnet und bilden ein schlüssiges Ganzes. Jedes der drei Obergeschosse teilt sich in zwei nahezu symmetrisch angeordnete Wohngruppen mit 15 Pflegezimmern, die zu einer Pflegestation zusammengefasst sind. Die öffentlichen Wohnbereiche (Stüble, Essbereich, Marktplatz) an der Fassade nach außen, und zum Atrium hin nach innen, erzeugen ein freundliches, atmosphärisch dichtes Raumgefüge mit vielfältigen Blickbeziehungen. Dem Verlangen nach Ausgewogenheit zwischen individueller Geborgenheit und die Gemeinsamkeit fördernder Offenheit wird in überzeugender Weise entsprochen. Die Durchwegung der Geschoßflächen ermöglicht unterschiedliche Rundgänge, die zu einer abwechslungsreichen Wahrnehmung des engeren Umfelds beitragen. Die Gärten rund um das Gebäude sind großzügig dimensioniert und untereinander hinsichtlich ihrer Funktion gut abtrennbar. Das kompakte Konzept lässt hohe Wirtschaftlichkeit hinsichtlich Betrieb und Instandhaltung erwarten. Gesamtpunkte 42.


Wettbewerb

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Empfehlungen des Preisgerichtes: Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober, den Verfasser des Projektes Nr. 19 nach entsprechender Überarbeitung mit der Realisierung des Projektes zu beauftragen. Bei der Überarbeitung sind insbesondere folgende Punkte zu berücksichtigen: Vergrößerung der Zimmer auf 25 m2; Ergänzung der Raucherbalkone; Optimierung des Marktplatzes; zusätzliche Loggia im ersten Obergeschoß; Überdenken des Fassadenmaterials im Hinblick auf das Quartier. Verfasserliste: Projekt Nr. 1: Arge Kaufmann Kalb Berktold, 6850 Dornbirn • Projekt Nr. 2: the next ENTERprise – architects, Arch. Mag.arch. Marie-Therese Harnoncourt, 1020 Wien • Projekt Nr. 3: Obermoser arch-omo ZT GmbH, 6020 Innsbruck • Projekt Nr. 4: Gärtner + Neururer ZT GmbH, 4840 Vöcklabruck • Projekt Nr. 5: Bucholz McEvoy Architects, Dublin/ Berlin • Projekt Nr. 6: ARTEC Architekten, Bettina Götz, Richard Manahl, 1050 Wien • Projekt Nr. 7: Riegler Riewe Architekten ZT GmbH, Prof. Arch. DI Florian Riegler, Prof. Arch. DI Roger Riewe, 8020 Graz • Projekt Nr. 8: gharakhanzadeh sandbichler architekten zt gmbH, 1070 Wien • Projekt Nr. 9: Bewerbergemeinschaft Architekten Nägele Waibel ZT GmbH, Imgang Architekten ZT OG, Atelier für Baukunst DI Wolfgang Ritsch, 6850 Dornbirn • Projekt Nr. 10: Rüdiger Lainer + Partner Architekten ZT GmbH, Arch. Univ.Prof. DI Rüdiger Lainer, Arch. DI Oliver Sterl, 1010 Wien • Projekt Nr. 11: Arge Architekten Moser Kleon Moser, DI Thomas Moser, DI Werner Kleon, DI Bruno Moser, 6020 Innsbruck • Projekt Nr. 12: Riepl Kaufmann Bammer Architektur, 1020 Wien • Projekt Nr. 13: sps-architekten, 5303 Thalgau • Projekt Nr. 14: Gasparin & Meier Architekten, Arch. MMag. Sonja Gasparin, Arch. Mag. Benny Meyer, 9500 Villach • Projekt Nr. 15: Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Arch. DI Helmut Dietrich, DI Much Untertrifaller, Architekt, 6900 Bregenz • Projekt Nr. 16: Gohm & Hiessberger Architekten, 6800 Feldkirch • Projekt Nr. 17: Fink Thurnher Architekten, Arch. DI Josef Fink ZT GmbH, Arch. DI Markus Thurnher ZT GmbH, 6900 Bregenz • Projekt Nr. 18: Architektur Consult ZT GmbH, 8010 Graz • Projekt Nr. 19: Baumschlager Eberle Lochau ZT GmbH, 6911 Lochau • Projekt Nr. 20: Cukrowicz Nachbaur Architekten ZT GmbH, 6900 Bregenz • Projekt Nr. 21: TREUSCH architecture ZT GMBH, Arch. DI Andreas Treusch, 1070 Wien • Projekt Nr. 22: HEIN-TROY Architekten, 6900 Bregenz • Projekt Nr. 23: Architekten Schinharl Höss Amberg, D-81667 München • Projekt Nr. 24: Dietger Wissounig Architekten, 8010 Graz • Projekt Nr. 25: Dorner Matt Architekten, Mag.arch. Markus Dorner, Arch. DI Christian Matt, 6900 Bregenz

Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

Projekt Nr. 19 / 1. Preis: Das Projekt überzeugt durch das sensible Eingehen des verschränkten Baukörpers mit den angelagerten, strengen, umschlossenen Höfen auf die Charakteristik der unmittelbaren Umgebung mit ihrer gewachsenen und gebauten Topographie. Die Merkmale des Landschafts- und Flussraumes, der Achdamm mit altem Baumbestand und der Bahndamm sind ebenso prägende Elemente, wie die südwestlich anschließende zeilenartige Neubebauung mit bahnbegleitender EG-Zone und schmalem Scheibenhochhaus als Landmark. Eingepasst in diesen Rahmen baut das Objekt wertvolle Bezüge auf. Entlang der Ost-West-Achse sind die Ecken des viergeschoßigen Hauptkörpers ausgenommen, wodurch wichtige Sichtachsen bestehen bleiben und die Auswirkungen aus der Beschattung für die Umgebung gering gehalten sind. Zusammen mit den angeschlossenen Annexbauten reagiert das Objekt mit der kleinmaßstäblichen Nachbarschaft im Nordwesten. Portal, Hof mit Baum, Wasserbecken und Schaufenster des Cafés sind identitätsstiftende Elemente mit Erinnerungswert. Die Übergänge von Öffentlich über Halböffentlich zu Privat, zwischen Betreut und eigenverantwortlich Selbständig sind zwanglos fließend und selbstverständlich. Dass sich das alles mittels eines einfachen und klaren Vokabulars ohne „Kunststücke“ erreichen lässt, ist ein Indiz für das professionelle Engagement der VerfasserInnen. Das Zusammenspiel aus privaten Zimmern, Bewegungsraum, Funktionseinheiten und Orten der Begegnung und des „Wohnens Miteinander“ baut auf einer sinnvollen Hierarchie mit gutem Erlebniswert auf. Die internen Wege sind abwechslungsreich; interessante Ausblicke animieren zur Mobilität der Bewohner, die Endpunkte der internen Wege bilden immer helle Orte des Zusammenkommens. Das Projekt erfüllt die Erfordernisse der Aufgabenstellung nach präziser städtebaulicher Aussage, gelungener Architektur, stimulierender

Atmosphäre einer funktionalen inneren Gestaltung und einer wirtschaftlichen Umsetzung in einer bemerkenswerten Weise. Gesamtpunkte 45.

wettbewerbe 289/290

Projekt Nr. 25 / 2. Preis: Ein klarer quadratischer Baukörper verzahnt sich durch zwei markante Ausschnitte sinnvoll mit der Umgebung. Seine Eingangssituation bezieht sich einerseits klar auf die Eingänge der benachbarten Sozialeinrichtungen (Lebenshilfe und Seniorenhaus) und verankert diese durch die achseitige Einschnürung visuell mit der Achbrücke. Diese zwei Ausschnitte – nach Osten bzw. Westen gerichtet – bringen Licht und Umgebungsstimmung weit ins Hausinnere, zu dessen öffentlichen Bereichen. Diese gut und übersichtlich geordneten und variabel möblierbaren Bereiche werden durch Wohnstuben, die mit Loggien versehen sind und nach Norden bzw. Süden blicken, ergänzt. Die Zimmer liegen in diesen vielfältigen inneren Wegestrecken jeweils charakteristisch – näher oder weiter vom Zentrum, hinter der ersten Schicht usw. Durch die etwas zu knappe Bemessung von Gängen bzw. Nebenräumen wären im Falle einer Weiterentwicklung die reizvollen, aber nicht unbedingt notwendigen zusätzlichen kleinen Lichthöfe in ihrer Existenz gefährdet. Die aus den Einschnitten belichteten Zimmer werden kritisiert. Die Materialisierung gefällt, wenngleich der Ort vielleicht nicht ganz getroffen ist. Gesamtpunkte 43.


B a u ms c h l ag e r Eb e r l e L o c h a u

Projekt Nr. 19 € 20.000,–

© Ralf Hämmerle

1. Preis

© Ralf Hämmerle

6911 Lochau

Team:

Dietmar Eberle, Amos Darr, Amikam Moran Darr, Hugo Herrera Pianno, Libei Zhao

Lageplan

Schnitt AA

Nordansicht

Erdgeschoß

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Pflegestationen

Erinnerungsstation Verwaltungs- und allgemeiner Personalbereich

Versorgungsräume

1. Obergeschoß

Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

Versorgungsräume

Wettbewerb

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2. + 3. Obergeschoß

Ostansicht

wettbewerbe 289/290

Schnitt BB


D o r n e r \ M at t A r c h i t e k t e n 6900 Bregenz

2. Preis Projekt Nr. 25 € 16.000,– Visualisierung:

Schreiner, Kastler, Wien

Außenperspektive

Innenperspektive

Erdgeschoß

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6900 Bregenz

Wettbewerb

C u k r o w i c z Na c h ba u r A r c h i t e k t e n

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3. Preis Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

Projekt Nr. 20 € 12.000,– Projektteam:

Andreas Cukrowicz,

Anton Nachbaur-Sturm, Christian Schmölz

Erdgeschoß

wettbewerbe 289/290

Längsschnitt


A r c h i t e k t e n N ä g e l e Wa i b e l , Imga n g A r c h i t e k t e n , W o l fga n g R i t s c h 6850 Dornbirn 1. Anerkennung Projekt Nr. 9 € 6.000,– Mitarbeit:

Gerd Schubitz, Thomas

Steinmann Landschaftsarch.

Ansicht Südwest

Erdgeschoß

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Ka u fma n n Ka l b B e r k t o l d A r c h i t e k t e n 6850 Dornbirn

Wettbewerb

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2. Anerkennung Pflegeheim Birkenwiese, Dornbirn, Vorarlberg

Projekt Nr. 1 € 6.000,–

Erdgeschoß

wettbewerbe 289/290

Längsschnitt


Architekten Gärtner + Neururer 4840 Vöcklabruck

3. Anerkennung Projekt Nr. 4 € 6.000,– Team:

Christoph Gärtner, Dietmar Neururer, Anita Possienke, Anna Gärtner Modellfotos:

Klaus Costadedoi

Schnitt

Erdgeschoß

Obergeschoß

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Die Lebensqualität einer Stadt steht auch im engen Zusammenhang mit der Qualität der Architektur. Wien hat eine bedeutende architektonische Vergangenheit, der auch neue Architektur gerecht werden muss. Gleichzeitig ist es aber auch ihre Aufgabe, neue spannende Wege aufzuzeigen und auch Zeichen zu setzen. Vor allem auch die Förderung junger, noch weniger bekannter ArchitektInnen ist Wien dabei ein großes Anliegen. Im Architekturjahr 2005 wurde daher auf Initiative von Planungsstadtrat Rudi Schicker die Ausstellung „Young Viennese Architects – Yo.V.A.“ zur Förderung junger Wiener Architekturschaffender erstmals durchgeführt. Nach erfolgreichen Präsentationen der ersten beiden Ausstellungen im In- und Ausland wurde die Initiative als „Yo.V.A. 3“ nunmehr erneut in Wien gestartet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Obwohl die Bewerbungen nur eine unvollständige Momentaufnahme der dynamischen und vitalen jungen Wiener Architekturszene sein können, war die Jury unter Leitung des international erfolgreichen und renommierten Architekten Wolf D. Prix (Coop Himmelb(l)au) von der Vielfalt und der hohen Qualität der eingereichten Beiträge beeindruckt. Ebenso von den unterschiedlichen Arbeitsweisen und Betätigungsfeldern. Auch Yo.V.A. 3 zeigte erneut eindrucksvoll das Potenzial, das in der jungen Wiener Architekturszene steckt. Folgende Büros werden im Rahmen von Yo.V.A. 3 präsentiert: Kirsch ZT GmbH, KRONAUS KINZELBACH, StudioGruber, grundstein, soma, SPUTNIC ARCHITEKTUR, FLATZ_ARCHITECTS, kaufmann. wanas architekten, SPAN, SHIBUKAWA EDER ARCHITECTS, GABU HEINDL Architektur, Fattinger Orso Rieper. Die präsentierten Projekte reichen vom futuristischen Messe-Pavillon Weltausstellungen über kleingliedrige Fassadengestaltungen, einem innovativen Kindergartenkonzept, Aktionen mit kulturellen und sozialen Aspekten, „recycling architecture“ bis hin zu temporären Architekturen im öffentlichen Raum.

Wanderausstellung mit Katalog Yo.V.A. ist als „Wanderausstellung mit Katalog“ konzipiert. Junge Architektinnen und Architekten unter 45 Jahren mit einem Bürostandort in Wien konnten sich hierfür via Internet bewerben. Auswahlkriterien waren unter anderem der Innovationscharakter und die Eigenständigkeit der dargestellten Projekte. Aus den Bewerbungen wurden die genannten zwölf Büros ausgewählt, die in weiterer Folge die Ausstellung gestalteten. Diese wird nicht nur in Wien gezeigt, sondern soll wie die ersten beiden Präsentationen auch in weiteren Städten im In- und Ausland präsentiert werden. Die jungen Architektinnen und Architekten haben so die Möglichkeit, ihre Arbeiten einem breiteren, auch internationalen Publikum vorzustellen und sich mit Kolleginnen und Kollegen sowie PolitikerInnen in den diversen Städten fachlich auszutauschen und Kontakte zu den dort für die Vergabe öffentlicher Aufträge zuständigen Personen zu knüpfen. Mit den Yo.V.A.-ArchitektInnen verfügen wir über einen Pool von ausgezeichneten Wiener Architekturbüros, die auch bei kleineren Aufträgen höchste Qualität sichern. In diesem Sinne wird die Stadt Wien dieses hervorragende Potenzial selbstverständlich weiterhin nutzen und die Yo.V.A.-ArchitektInnen auch künftig zu Wettbewerben einladen.

YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3 wettbewerbe 289/290

DI Franz Kobermaier Leiter der MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung

Yo.V.A. hat sich zudem mittlerweile als Sprungbrett für junge kreative Köpfe bewährt. Sie konnten Wettbewerbe für sich entscheiden, haben Preise und Auszeichnungen errungen und nehmen auch sehr erfolgreich an anderen Ausstellungen teil. Einige Beispiele: gerner°gerner plus gestalten mit Projektpartnern die Kulturpassage Karlsplatz neu. RAHM-architekten haben das Informationszentrum „bahnorama“ für den neuen Wiener Hauptbahnhof geplant, das im August 2010 eröffnet wurde und das sich mittlerweile zu einem wahren Publikumsmagneten „gemausert“ hat. Yo.V.A.-ArchitektInnen konnten aber auch außerhalb Wiens reüssieren: AllesWirdGut Architektur ZT GmbH hat den Wettbewerb zur Neugestaltung der Fußgängerzone Innsbruck für sich entschieden. nonconform architektur vor ort planen 20 energieeffiziente Fertigteil-Wohneinheiten in Stavanger, Norwegen. © PID/Fürthner

© Herbert Katzler

Yo.V. A . 3 : E r f o l g r e i c h e In i t i a t i v e f ü r j u ng e A r c h i t e k t Inn e n g e h t i n d i e n ä c h s t e R u n d e

Vorwort

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YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Auslober

Stadt Wien, MA 19 – Architektur und Stadtgestaltung, 1120 Wien

T e i l na h m e b e r e c h t i g u ng

Teilnahmeberechtigt ist jede/r Architekturschaffende mit Bürositz in Wien, der bereits ein realisiertes Projekt in Wien nachweisen kann und am Stichtag 01.01.2010 noch unter 45 Jahre alt war. Bei Gruppen muss das arithmetische Mittel aller Mitglieder unter 45 Jahren liegen (auch bei 2-Personen-Teams) und die Gruppe muss am Stichtag 01.01.2010 bereits bestanden haben.

Architekturschaffende (unter 45 Jahre, Lebens- bzw. Arbeitsmittelpunkt Wien), welche an Stelle einer Realisierung die Teilnahme unter eigenem Namen an mind. zwei namhaften Architekturausstellungen mit Beiträgen, die einen Wien-Bezug aufweisen (nicht Wettbewerbs-Präsentationen), nachweisen, sind ebenfalls teilnahmeberechtigt.

Ka t e g o r i e n / K r i t e r i e n

• Neu-, Um-, Einbauten: architektonisches, räumliches, funktionelles Konzept, neue Materialien oder unkonventioneller Materialeinsatz, energetische und ökologische Aspekte, Nachhaltigkeit

• Freiraum, Grünraum: architektonisches Konzept, soziale und gesellschaftliche Aspekte, Mehrfachnutzung, Materialwahl • Ideen, Konzepte: innovativer, eigenständiger Ansatz, Wien-Bezug • Aktionen: innovativer, eigenständiger Ansatz, Engagement • Theorie: innovativer, eigenständiger Ansatz

• Arbeitsphilosophie: individuell, konsequent, neu

• Präsentation des Beitrages: grafisches Konzept und Qualität der Präsentation

Ergebnis / Ziel

Die Präsentation des Schaffens der ausgewählten jungen Wiener Architekturschaffenden bildet den Schwerpunkt der Ausstellung und

des Katalogs (beide zweisprachig englisch / deutsch). Daneben werden auch aktuelle Inhalte der Wiener Stadtplanung und Architektur der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

B e t e i l i g u ng 39 Bewerbungen

K o m m i s s i o n s s i t z u ng 23. März 2010

Auswah lkommission

Univ.Prof. Dipl.-Ing. Wolf D. Prix (Vorsitzender; Universität für angewandte Kunst, Wien), Mag.arch. Jacqueline Kaufmann (Vertreterin YO.V.A. 2 – ArchitektInnen), Dipl.-Ing. Georgine Zabrana (Stadtratbüro Schicker), Dipl.-Ing. Franz Kobermaier (Leiter MA 19), Dipl.-Ing.

Robert Kniefacz (Leiter „Architektonische Begutachtung“ MA 19), Dipl.-Ing. Dr. Patricia Zacek (Vertreterin Arch+Ing Kammer), Dr. Silvia Forlati (Vertreterin ig-architektur), Mag.arch. Andreas Vass (Vertreter ÖGFA)

V o r p r ü f u ng

Arch. Dipl.-Ing Franz Kuzmich, Arch. Dipl.-Ing. Gerhard Kleindienst


35 (7:1 Verbleib), 36 (4:3 und 1 Enthaltung ausgeschieden), 37 (6:2 ausgeschieden), 38 (6:2 Verbleib), 39 (6:2 Verbleib). Es verbleiben somit die Bewerbungen 9, 12, 14, 16, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 33, 35, 38 und 39. Von diesen 14 sollen 12 ausgewählt werden. Nun werden die Beiträge nach folgenden Gesichtspunkten gruppiert und verglichen: innovative Form; innovativer Inhalt; pragmatische Gruppe. Der Antrag, Bewerbung 17 auszuscheiden, wird mit 6:2, der Antrag, Bewerbung 25 auszuscheiden, mit 5:3 angenommen. Somit sind folgende Beiträge für die Ausstellung ausgewählt: 9 Clemens Kirsch, 12 Kronaus Kinzelbach, 14 StudioGruber, 16 Grundstein, 19 Sputnic, 21 Flatz_architects, 23 Kaufmann.wanas.architekten, 27 SPAN-Baukunst/del Campo, Manninger OG, 33 Shibukawa Eder, 35 Gabu Heindl Architektur, 38 soma ZT GmbH, 39 MVD. Teilnehmerliste: 1 honey & bunny • 2 Zone Architekten • 3 Meterriss • 4 franz zt GmbH • 5 pichler. Architekten • 6 s.o.f.a. architeken • 7 mohr steger architects • 8 Explicit Architecture lab • 9 Clemens Kirsch • 10 architektur box zt GmbH • 11 deephouse architects ZT-KG • 12 Kronaus Kinzelbach • 13 duda, testor, architektur • 14 StudioGruber • 15 Illichmann architecture • 16 Grundstein • 17 Söhne&Partner • 18 Grid Architektur • 19 Sputnic • 20 Stadtgut • 21 Flatz_ architects • 22 Maschin architektur • 23 Kaufmann. wanas.architekten • 24 Arch. Harald Vavrowsky • 25 KMT/n-o-m-a-d • 26 YF architekten zt GmbH • 27 SPAN_Baukunst • 28 Einszueins • 29 Dietrich+ Lang architekten • 30 Schuberth und Schuberth • 31 Synn architekten ZT-KG • 32 Hanenberg&huhs • 33 Shibukawa Eder • 34 Alexa zahn architekten • 35 Gabu Heindl Architektur • 36 Megatabs • 37 Schwaiger, Sturm • 38 Soma ZT GmbH • 39 MVD

wettbewerbe 289/290

Auswahl: Ziel des Verfahrens ist die Auswahl von 9 - 12 BewerberInnen. Der Vorsitzende ruft zunächst die Aufgabenstellung und die Auswahlkriterien in Erinnerung. Wichtig sind die Fragen, wie innovativ die Projekte sind, wie sie im Trend liegen und ob sie Potential haben, Aufmerksamkeit zu erregen. Danach werden die Ergebnisse der Vorprüfung erläutert. Es folgt ein erster Informationsrundgang mit Erläuterungen der Beiträge durch die Vorprüfung. Die Bewerbungen 6 und 8 werden einstimmig ausgeschieden, weil sie keinen Wienbezug haben. Die Kommission findet die Beiträge sehr interessant und das Niveau der Präsentationen hoch. Die Beiträge sind aber sehr heterogen und in einigen Fällen sind zu viele Projekte dargestellt. Viele Projekte entsprechen dem Mainstream, aber sehr wenige Beiträge sind „jung“ und ungewöhnlich. Wichtig erscheint, dass Innovation auch in den Projekten ablesbar ist. Auch Intensität und Authentizität sind gefragt. Für die Auswahl soll auch die Darstellung maßgebend sein, da davon auszugehen ist, dass die eingereichten Präsentationen und die Auswahl der Bilder die beste Seite der Bewerber zeigen. Nach diesem Überblick über alle Projekte folgt ein erster Ausscheidungsdurchgang, bei dem folgende Bewerbungen einstimmig ausgeschieden werden: 1, 2, 3, 10, 11, 15, 18, 22, 24, 29, 30 und 32. Im folgenden zweiten Ausscheidungsdurchgang wird mit Stimmenmehrheit entschieden: Bewerbung 4 (7:1 ausgeschieden), 5 (einstimmig ausgeschieden), 7 (6:2 ausgeschieden), 9 (5:3 Verbleib), 12 (5:3 Verbleib), 13 (7:1 ausgeschieden), 14 (6:2 Verbleib), 16 (6:2 Verbleib), 17 (5:3 Verbleib), 19 (7:1 Verbleib), 20 (5:3 ausgeschieden), 21 (einstimmig Verbleib), 23 (6:2 Verbleib), 25 (4:4 und Stimme des Vorsitzenden Verbleib), 26 (7:1 ausgeschieden), 27 (6:2 Verbleib), 28 (5:3 ausgeschieden), 31 (8:0 ausgeschieden), 33 (7:1 Verbleib), 34 (7:1 ausgeschieden),

YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Wettbewerb

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Fa t t i ng e r O r s o R i e p e r

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1060 Wien

A u s g e wä h lt Beitrag 39 Bellevue. Das gelbe Haus, Linz 09 Fattinger, Orso, Rieper. www.add-on.at

www.bellevue-linz.at

Blechturmgasse 28/15 A 1040 Wien

Mariahilfer Straße 93/2/24

© Peter Fattinger

A 1060 Wien

Weiter wie gewohnt? Die Projekte verstehen sich als Experimente im öffentlichen Raum, die nach allen Seiten offen und zugänglich sind. Spazieren gehende Hundebesitzer, tratschende Jugendliche, neugierige Heimwerker, Kultur-Aficionados und Passanten werden eingeladen, Alltagsphänomene öffentlich zu diskutieren. Im Spannungsfeld von Privatheit und Öffentlichkeit entstehen Konstruktionen, die anschaulich und diskursiv Gegenkulturen auf die Probe stellen. Im Idealfall übernimmt das Kollektiv gleichzeitig die

Funktion des Bauherrn, Architekten, Programmkurators und Veranstalters. Dadurch wird eine programmatische Dichte der Projekte erreicht und die klassische Position des dienstleistenden Architekten erweitert. GastkünstlerInnen und AkteurInnen werden eingeladen, vor Ort zu wohnen und zu arbeiten. Das temporäre Besetzen von neuralgischen Orten fällt den flüchtigen Projekten leicht, so bleiben Entwurfsfreiheit und Unbefangenheit bewahrt. Räumliche Selbstverständlichkeiten werden aufgelöst und Alltägliches transformiert.


Wettbewerb

FL A T Z _ A RCHITECTS

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1070 Wien

A u s g e wä h lt

Flatza_rchitects

www.flatzarchitects.com

Schottenfeldgasse 72/2/10

© flatz_architects

A 1070 Wien

Flatz_Architects ist ein Netzwerk von Architekten. Ideen – Konzepte – Theorie, eine einzige Tätigkeit: Wir entwerfen. Wir wollen eine internationale Architektur schaffen, die Wiens Entwicklung zur modernen Stadt unterstützt. Wir sehen vom Zentrum in die Peripherie, wo die Visionen eines neuen Wiens nur in der Vorstellung existieren. Die Gestalt, die Form, die Architektursprache entstehen wie von selbst. Die Konzepte unserer Zeit sind der Stoff, aus dem diese Architektur gemacht

wird. Flatz architects spürt die fließende Ästhetik der zeitgenössischen Landschaft und folgert daraus, dass die Architektur uns vor der Belanglosigkeit der Umwelt bewahren sollte. Der Ideenreichtum, die Differenzierung, die Vernetzung schaffen Möglichkeiten und Bezugspunkte zwischen der Architektur und dem Menschen. Hier zeigen wir beispielhaft zwei Entwürfe: die Wirtschaftsuniversität Wien im 2. Bezirk und die „Black Pearl“, einen Dachbodenausbau im 8. Bezirk.

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YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Beitrag 21 Dachausbau Black Pearl, Wien


G A BU HEI N DL A r c h i t e k t u r

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1070 Wien

A u s g e wä h lt Beitrag 35 Österreichisches Filmmuseum, Umbau, Wien GABU Heindl Architektur www.gabuheindl.at

Schottenfeldgasse 72/VI-b

© Hertha Hurnaus

A 1070 Wien

Wir brechen durch, schlagen ab, nehmen weg, bauen um, bauen weiter, – recyclen, sagen ab, konfrontieren, provozieren, sind provoziert. / I would prefer to choose: gewisse Dinge nicht tun, andere sich tun trauen. / Just -architecture! Architektur, die „gerecht“ aber auch „nur“, also selbstkritisch, ja fast bescheiden sein könnte. GABU Heindl Architektur sagt „Ja“ und „Nein“: „Ja“ zur Gestaltung öffentlicher Bauten und Infrastrukturen, Kultur- und Bildungsbauten. „Nein“ zu chauvinistischer, rassistischer oder diskriminierender

Architektur, zu ausbeuterischen Projektanträgen, suburbanisierenden Einfamilienhäusern oder Spekulationsbauten. Unsere Projekte positionieren sich im urbanen kulturellen Umfeld von Film, Kunst, Theater und Musik bis zum öffentlichen Kindergarten und Schulbau. Architektur ist nicht reine Dienstleistung, sondern analysierende Gestaltung der Umwelt; dazu gehören selbstinitiierte Forschungsprojekte, Vortragen und Schreiben ebenso wie produktive Dispute, ob informell oder in öffentlichen Diskussionen und in der Lehre.


Wettbewerb

Grundstein

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1160 Wien

A u s g e wä h lt

www.grundste.in

Grundsteingasse 14/19–21 A 1160 Wien

Das Konzept von grundstein leitet sich aus seiner Bedeutung im Gesamtgefüge eines Bauwerks ab – einerseits der erste Stein als Referenz für die nachfolgende Konstruktion, andererseits als Bedingung für die gesamte architektonische Struktur. grundstein ist konzipiert als offenes Kollektiv für kontextuelle Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Architektur, Kunst und sozialem Raum – initiiert 2006 von Michael Wildmann und Irene Prieler. So individuell die einzelnen Akteure und Akteurinnen

arbeiten, so individuell entstehen Projekte und/ oder Lösungen einerseits im Team mit den Auftraggebern und -geberinnen, andererseits im transdisziplinären Austausch oszillierend zwischen den einzelnen künstlerischen, technischen und wissenschaftlichen Disziplinen. Der Anspruch höchstmöglicher Innovation auf allen bearbeiteten Gebieten verbindet die Akteure und Akteurinnen bei der Bearbeitung der Projekte.

wettbewerbe 289/290

www.grundstein.cc

© Dietmar Tollerian

grundstein

YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Beitrag 16 Allgemeine Sonderschule – Karlhofschule, Linz


k a u f m ann . w ana s a r c h i t e k t e n

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1050 Wien

A u s g e wä h lt Beitrag 23 Campus Gertrude Fröhlich-Sandner, Nordbahnhofgelände, Wien Kaufmann Wanas Architekten www.kaufmannwanas.com Schlossgasse 14/6

© Rupert Steiner

A 1050 Wien

Am Anfang steht der Ort, der Bauplatz mit seinen vielfältigen Bezügen zur Umgebung. Methodisch, konsequent und präzise den Kern der Aufgabe ermitteln und analysieren. Die Angemessenheit des architektonischen Ausdruckes und eine minimalistische, zeichenhafte Wirkung der Baukörper werden angestrebt. Der Entwurf steht in einem breiten Spannungsfeld zwischen Gebäudefunktion, Anforderung an Räume und Ausformung der Bauplastik. Eine humanistische Grundhaltung und das Zusammenwirken

im Team sind für die Arbeitsmethode prägend. Die gewählten Materialien müssen sowohl den Formen als auch den Ansprüchen an sinnliche Qualität und Nachhaltigkeit gerecht werden. Als Wiener Architekten konzentriert sich unser Tätigkeitsfeld auf Entwürfe für soziale Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser sowie Büro- und Wohnbauten in ganz Österreich. Diese Aufträge resultieren aus laufenden und erfolgreichen Teilnahmen an EU-weiten Wettbewerben.


1010 Wien

Wettbewerb

Architekt Clemens Kirsch

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A u s g e wä h lt YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Beitrag 9 Kindergarten Schukowitzgasse, Wien Kirsch ZT GmbH www.ckirsch.at

Schwedenplatz 2/64

© Clemens Kirsch_KiGa

A 1010 Wien

Kindergärten, Museen etc.), Wohnbau (Ein- und Mehrfamilienhausbau / Geschosswohnbau) und Bürohausbau, an konstruktiv anspruchsvollen Tragwerken, in der Freiraumplanung und an prototypischen Entwicklungen. Architektur ist immer Teamarbeit. Unser Büro entwickelt in Zusammenarbeit mit exzellenten Fachplanern ganzheitliche, maßgeschneiderte Konzepte, die auf höchste Umsetzungsqualität abzielen.

wettbewerbe 289/290

Das Herausdestillieren eines schlüssigen Entwurfes, das Eingehen auf die Poesie des Ortes, das Herausarbeiten der sinnlichen Qualitäten des Materials und der angemessene Einsatz der Mittel kennzeichnen unsere Herangehensweise. Ein Konzept wird so lange verdichtet, bis das Wesentliche als individuelle Essenz spürbar wird. KIRSCH ZT GMBH arbeitet an innovativen Lösungen im Bereich öffentlicher Bauvorhaben (Schulen,


KRO N A US KI N Z ELB A CH

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1070 Wien

A u s g e wä h lt Beitrag 12 LandespensionistInnen-Pflegeheim, Hainburg NÖ Architekten

Christian KRONAUS

Erhard An-He KINZELBACH

www.kronaus-kinzelbach.com

Schönbrunner Straße 59–61/B7

© Thomas Ott

A 1050 Wien

Operative und performative Fassaden spielen eine Schlüsselrolle beim Umgang mit den Dichotomien zwischen Tabula rasa und kontextueller Einbindung, dem Globalen und dem Lokalen, dem Monolithischen und dem Differenzierten, dem Singulären und dem Multiplen. KRONAUS KINZELBACH arbeiten an räumlichen und programmatischen Organisationen, die lokale Differenzierung mit der Kohärenz des Ganzen vereinen. Dabei verfolgen sie den Anspruch, Synergien

zwischen Praxis, Entwurfsforschung und Lehre zu identifizieren und für die Architekturproduktion innovativ zu nutzen. In ihren Projekten verstehen sie Fassaden nicht nur als Schnittstelle zwischen innen und außen, zwischen Gebäude und Stadt, sondern nutzen das räumliche Tiefenwirken von Fassaden als zentrales Mittel zur Organisation und Zonierung von Raum, zur Definition von Programm und zur Orchestrierung von Atmosphäre und Affekt.


1050 Wien

Wettbewerb

SHIBUK A W A EDER A RCHITECTS

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A u s g e wä h lt YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Beitrag 33 Oberstufenrealgymnasium, Neulengbach NÖ SHIBUKAWA EDER ARCHITECTS www.shibukawaeder.com Franzensgasse 14

© SHIBUKAWA.EDER

A 1070 Wien

gehen wir Schlüsselproblemen auf den Grund, um negativ besetzte Aspekte positiv zu konnotieren. Wir geben uns nie mit der ersten Idee zufrieden, wir erarbeiten ein breit gefächertes Spektrum möglicher Konzepte. Erst durch das Experimentieren mit Varianten lässt sich den oft sehr komplexen Aufgaben letztlich die bestmögliche Lösung gegenüberstellen. Dreidimensionales Verständnis spielt dabei eine große Rolle und wird durch den Bau zahlreicher Modelle unterstützt.

wettbewerbe 289/290

Es ist unser Ziel, vitale, verantwortungsvolle Architektur zu schaffen, die bereichert und Freiheiten birgt. Unsere Arbeit soll zu vielfältiger Nutzung inspirieren, anstatt zu bevormunden; Individualität und Entfaltung der Menschen stehen für uns im Vordergrund. SHIBUKAWA EDER ARCHITECTS ist ein japanischösterreichisches Architektenteam. Uns reizen innovative Konzepte mit Charakter. Sobald wir uns in logischen, nachvollziehbaren Schritten mit den spezifischen Vorgaben auseinandergesetzt haben,


Soma

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1020 Wien

A u s g e wä h lt Beitrag 38 Pavillon EXPO 2012, Yeosu, Südkorea soma ZT GmbH

www.soma-architecture.com Herminengasse 15/1

© isochrom (Armin Hess)

A 1020 Wien

soma: Körper (griech.). soma versteht Architektur als ein Denken in Konzepten, die ihre Potenziale im räumlichen, körperlichen und sinnlichen Erleben entfalten. Ein Entwurf führt daher nicht zwangsläufig zu eindeutigen, fixen Geometrien, sondern bleibt veränderlich und individuell interpretierbar. soma wurde 2007 von Stefan Rutzinger, Kristina Schinegger, Martin Oberascher und Günther We-

ber gegründet und hält derzeit Büros in Wien und Salzburg. Das Tätigkeitsfeld umfasst das Entwickeln von research-basierenden Entwurfsstrategien, experimentellen Umsetzungsmethoden, bis hin zu technischer und theoretischer Forschung. 2009 gewann soma den internationalen Wettbewerb für das permanente Themengebäude der EXPO 2012 in Süd-Korea.


Wettbewerb

S PA N

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1060 Wien

A u s g e wä h lt YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Beitrag 27 Österreichischer Pavillon EXPO 2010, Shanghai, China SPAN architecture & design www.span-arch.com Neubaugasse 10/4

© Maria Ziegelböck

A 1070 Wien

Anderen die Bedeutung einer barocken Linie architektonischen Denkens für die Gegenwart und zum Dritten die Möglichkeiten digitaler Produktionsketten, um diese Sehnsüchte und Ansätze physische Realität werden zu lassen. Die algorithmischen oder generativen Prozesse, aber auch die Simulation von Umweltfaktoren generieren dabei als Folge einen opulenten und artikulierten Raum, der seinen spezifischen Standort innerhalb eines intensiven Feldes widerspiegelt.

wettbewerbe 289/290

SPANs obsessive Auseinandersetzung mit contemporary moods (S. Lavin) generiert sich sowohl aus der Beschäftigung mit dem Formenreichtum natürlicher Phänomene als auch mit den kulturellen Implikationen von Form, wie der Geometrie des Barock oder der Präsenz des Endlosen in Friedrich Kieslers Arbeiten. Drei Parabeln beschreiben die Entwurfsansätze von SPAN. Zum Einen die zwanghafte Suche nach Geometrien dynamischer Systeme und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Architektur, zum


S P UT N IC A RCHITEKTUR 1050 Wien

A u s g e wä h lt

SPUTNIC

www.sputnic.at Norbert Steiner

Schönbrunner Straße 38/23 A 1050 Wien

© Norbert Steiner

Beitrag 19 Weingut Zull, Schrattenthal. NÖ

Norbert Steiner lebt und arbeitet in Wien.

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Wettbewerb

StudioGruber

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1060 Wien

A u s g e wä h lt

STUDIOGRUBER

www.studiogruber.com Girardigasse 2/31

© STUDIOGRUBER

A 1060 Vienna

STUDIOGRUBER widmet sich dem performativen Potenzial von Raum: der Wirkung von Architektur, ihrer Struktur und Atmosphäre auf Menschen und Umwelt. Strategische Eingriffe, aus der physiologischen Erforschung eines Milieus abgeleitet, erzeugen maximale Wirkung mit minimalen Mitteln oder Akupunktur Urbanismus und Architektur. STUDIOGRUBER ist ein Entwurfs- und Planungsbüro für Architektur, urbane Strategien und Forschung. Projekte entfalten sich aus ökologischen Verhältnissen, kulturellen Codes sowie lokalen sozialpoli-

tischen Einflüssen. Jüngste Projekte umfassen den Innenausbau eines Lofts am Bodensee bis zum Masterplan für eine Wiener Wohnsiedlung. Forschungsarbeiten zu Urbanismus und Entwerfen wurden in Arch+, Review und MONU veröffentlicht. Das Studio verfügt über ein internationales Netz von Projektpartnern. Realisierte Projekte wurden für den Österreichischen Staatspreis Design und den contractworld award 2009 nominiert und Forschungsprojekte mit dem Margarete-Schütte-Lihotzky- und Schloss-Solitude-Stipendium gewürdigt.

wettbewerbe 289/290

YO.V.A. 3 – Young Viennese Architects 3

Beitrag 14 Entwicklungsplan für Wohninsel-Archipel in Liesing, Wien


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Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

Auslober / Auftraggeber

Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. (BIG), 1031 Wien, Planen und Bauen ST + K, 8010 Graz

W e t t b e w e r bsb ü r o u n d V o r p r ü f u n g

ARGE Wettbewerbsorganisation – Dr. Nikolaus Hellmayr + Arch. DI Ewald Onzek, 8010 Graz

G e g e n sta n d d e s W e t t b e w e r b e s

Erlangung von baukünstlerischen Vorentwurfskonzepten für die Erweiterung und thermische Sanierung des Bundesschulzentrums Feldbach. Es werden detaillierte Ausarbeitungen und Vorschläge zur gegenständlichen Bauaufgabe, sowohl in städtebaulicher/ baukünstlerischer als auch in funktionaler/ökonomischer Hinsicht, erwartet.

Art des Wettbewerbes

Anonymer, EU-weiter, offener, einstufiger Realisierungswettbewerb im Oberschwellenbereich mit anschließendem Verhandlungsverfahren.

Beurteilungskriterien

Städtebau, Baukunst, Funktion, Ökonomie/Ökologie, Energie- und Haustechnik-Konzept

Beteiligung 19 Projekte

P r e i s g e r i c h t ss i t z u n g 26. und 27. Mai 2010

Preisgericht

Arch. Dipl.-Ing. Markus Pernthaler (Vorsitzender), Arch. Dipl.-Ing. Gerhard Sailer (stv. Vorsitzender; BIG Architektur Beirat), Dipl.-Ing.

Gabriele Leitner (Schriftführerin; BIG), Dipl.-Ing. Fritz Seda (stv. Schriftführer; BIG), Arch. Dipl.-Ing. Christoph Karl, Dipl.-Ing. Peter Dietl

(BMUKK), Dipl.-Ing. Thomas Nausch (BMUKK), Dr. Roman Koller (Landesschulrat Steiermark), Bgm. Kurt Deutschmann (Stadtgemeinde Feldbach)


Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

Wettbewerb

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Lageplan, Wettbewerbsgebiet

der unterirdischen Nutzräume, insbesondere in die Tiefe der Geschoße. Das Projekt 2 wird nochmals diskutiert und es wird festgestellt, dass generell die Probleme hinsichtlich Brandschutz mit Auflagen zu beheben wären. In der folgenden ersten Wertungsrunde werden die Projekte in umgekehrter Reihenfolge nochmals einzeln durch jeweils einen Fachjuror vorgestellt. Projekte werden mit zumindest 2 Pro-Stimmen in die nächste Wertungsrunde mitgenommen. Projekt 19: Zubau und Aufstockung ergeben ein hohes Maß an zusätzlichen Nutzflächen. Die Erschließungsflächen können entsprechend großzügig angeordnet werden. Die Ergänzungen suggerieren Leichtigkeit, sind aber in der Differenz zum Bestandsbau nicht verständlich. Das Projekt scheidet mit 0:9 aus.

wettbewerbe 289/290

Beurteilung: 26. Mai 2010: Zu Beginn stehen der Bericht der Vorprüfung sowie der erste Informationsrundgang mit der Präsentation der Projekte durch die Vorprüfer, wobei ergänzend die Aspekte der Bauphysik referiert werden. In der weiteren Diskussion wird zunächst das Thema der potentiellen Hochwassergefährdung im Zusammenhang mit jenen Projekten besprochen, die das Gelände absenken, um Teile des Kellergeschoßes mit natürlicher Belichtung zu versorgen. Die Typologien unterscheiden sich nach Zubau, Aufstockung und Absenkung des Geländes; die Erschließungslösungen unterscheiden sich teilweise markant, teilweise wird die Struktur aufgenommen, teilweise werden Solitärkörper an den Bestand angedockt. Das Absenken ist insoferne eine legitime Intervention, da damit der Bestand wenig angegriffen wird. Zu überprüfen wäre im Einzelnen die Belichtung


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Projekt 18: Das Projekt zeigt einen Typologie-Bruch, der in dieser Form nicht überzeugt. Auch die Ausbildung der Fassade des Neubaus kann nicht nachvollzogen werden. Die funktionellen Anordnungen sowie die innenräumlichen Qualitäten in den Erschließungsräumen werden nicht verbessert. Das Projekt scheidet mit 0:9 aus. Projekt 17: Das Projekt arbeitet mit der bestehenden Struktur und findet eine kompakte Lösung. Durch die Absenkung wird das UG zu einer vollwertigen Nutzfläche gemacht. Einzellösungen bleiben unverständlich, wie etwa das Einfügen einer Klasse in den südlichen Hof, was eine gewisse Enge in der räumlichen Konfiguration erzeugt. Auch die Außenbeziehungen werden nicht unbedingt verbessert. Das Entwurfskonzept bedingt umfangreiche Veränderungen im Bestand. Das Projekt bleibt mit 3:6 in der Wertung. Projekt 16: Der Baukörper, der auf den Bestand aufgesetzt wird, wirkt in seiner Architektursprache fremd, die Intervention bleibt letztlich unverständlich. Das Leitsystem mit Lichtbändern führt im Grunde zu keiner verbesserten Orientierung. Das Projekt scheidet mit 0:9 aus. Projekt 15: Die Eindeutigkeit und Klarheit in der Konzeption des Zubaus ist nachvollziehbar. Diverse funktionelle Mängel werden jedoch durch den formalen Ansatz nicht aufgewogen. Auch die Bestandsgrundrisse zeigen keine wesentlichen Verbesserungen. Das Preisgericht sieht in der Situierung des Baukörpers im Bereich der westseitigen Zäsur eine Pointierung an der falschen Stelle. Das Projekt scheidet mit 1:8 aus. Projekt 14: Das Projekt zeigt eine interessante Struktur, die eine hohe räumliche Qualität verspricht, die vertiefter untersucht werden sollte. Das Einfügen der Innenhöfe wirkt harmonisch und korrespondiert gut mit den anliegenden Funktionen. Das Projekt bleibt mit 5:4 in der Wertung. Projekt 13: Das Preisgericht sieht in dem Entwurf einen geglückten Ansatz, der in seiner Maßstäblichkeit, aber auch funktionell vor allem mit der geteilten Eingangssituation überzeugt, allerdings um den Preis des Verlustes der großzügigen Vorplatzsituation.

Die Rampen sind gut proportioniert; insbesondere die Erschließung der Garderobenebene über die verbleibende Platzfläche in einer sehr breiten Rampenlösung entspricht der gegebenen Frequenz in diesem Bereich. Die Erweiterung des Verwaltungstrakts zeigt eine gute formale Lösung in Form einer Gatterstruktur, die gut mit der Struktur des Bestandes harmoniert und auf diese adäquat reagiert. Das Projekt bleibt mit 9:0 in der Wertung. Projekt 12: Das Absenken des Geländes und die Nutzung des Untergeschoßes stellen eine adäquate, wenn auch zu kleinteilige Intervention dar. Zusätzlich sieht das Projekt einen Anbau und eine partielle Aufstockung im Westen des Bestandes vor. In der Restrukturierung des Bestandes wird keine wesentliche Verbesserung hinsichtlich der Erschließungsflächen erkannt. Das Projekt bleibt mit 3:6 in der Wertung. Projekt 11: Eine großflächige Absenkung des Geländes zur Pfarrgasse hin und die Verlegung der Verwaltung in das UG bedingen eine geringe zusätzliche Kubatur, die nötig ist, um das Raumprogramm zu erfüllen. Allerdings wird der Zugang zur Verwaltung, die auch als Anlaufstelle für Eltern funktionieren muss, nicht überzeugend gelöst. Die Ausbildung der Oberlichten als Pufferräume ist in ihrer Funktion nicht nachvollziehbar. Auch werden kaum Verbesserungen in den Grundrissen des Bestandes herausgearbeitet. Das Projekt scheidet mit 1:8 aus. Projekt 10: Das Projekt liefert einen interessanten Ansatz mit der Positionierung der Bibliothek im Eingangsbereich. Dies entspricht der öffentlichen Funktion dieser Einrichtung. Die Veränderung und letztlich Schwächung der großzügigen Eingangslösung wird aber als Nachteil dieses Ansatzes gesehen. Die konstruktive Lösung der Aufstockung im nördlichen Bereich des Bestandes sowie die Auskragung als Geste werden im Detail nicht als Qualität erkannt. Das Projekt scheidet mit 1:8 aus. Projekt 9: Der formale Ansatz, die Struktur des Bestandes nahezu unverändert fortzusetzen, wird weder gestalterisch noch in der Umsetzung der funktionalen Anforderungen als adäquat angesehen. Innenräumlich werden keine Qualitätsverbesserungen erreicht. Der zergliederte Zubau an den Turnsaaltrakt widerspricht der an sich klaren Struktur des Bestandes. Das Projekt scheidet mit 1:8 aus.


Projekt 7: Die Erweiterung als Solitär im Bereich des bestehenden Biotops wird in seiner städtebaulichen und architektonischen Haltung gewürdigt. Vor allem die Reaktion des neuen Baukörpers auf den Bestand, sowohl in seinen Proportionen, als auch in der Gestaltung der Fassaden, zeigt hohe Qualität. In der Organisation der Grundrisse sind jedoch diverse Mängel festzustellen. Eine Anbindung des neuen Baukörpers in Form einer Überdachung der Terrasse ist funktionell unbefriedigend. Es fehlt eine Klasse und diverse Klassenräume sind zu klein. Das Projekt bleibt mit 6:3 in der Wertung. Projekt 6: Ein voluminöser Zubau im Westen des Schulareals bietet die Möglichkeit, die Grundrisse des Bestandes großzügig zu bereinigen und vor allem qualitätvolle Erschließungsflächen herzustellen. In Frage zu stellen ist die daraus resultierende, unausgewogene Verteilung der Baumassen. Der Neubau sprengt an sich den an diesem Ort möglichen Maßstab. Trotz der trompetenförmigen Aufsteilung im Westen wird die öffentliche Einrichtung der Bibliothek doch nur verschämt untergebracht. Das Projekt bleibt mit 3:6 in der Wertung. Projekt 5: Die Anordnung eines eingeschoßigen Pavillons im westseitigen Freibereich mit der Zusammenfassung der musischen Fächer ermöglicht eine Restrukturierung der Bestandsgrundrisse mit einfachen Mitteln. Der Pavillon wirkt leicht, erscheint in seiner Form den darin versammelten Funktionen adäquat und wird als Referenz an das jugendliche Publikum positiv rezipiert. Das Preisgericht erkennt auch eine Verbesserung der innenräumlichen Qualitäten des Bestandes. Es wird angemerkt, dass die Funktionalität durch einen zusätzlichen Eingang im Verbindungsglied zwischen Alt und Neu verbessert würde. Das Projekt bleibt mit 7:2 in der Wertung.

Projekt 4: Der Erweiterungsbau, der sich in seiner Grundhaltung eng an die Struktur des Bestandes anlehnt, wirkt beliebig. Eine Verbesserung der innenräumlichen Qualitäten des Bestandes wird mit den vorgeschlagenen Maßnahmen nicht erreicht. Das Projekt scheidet mit 1:8 aus. Projekt 3: Der Zubau im Westen ist in Bezug auf seine Grundrisslösungen sowie die Ausbildung der Fassaden in Frage zu stellen; es fehlt eine einheitliche Architektursprache. Die Figuration des Baukörpers ist ambivalent, weder aus der Struktur entwickelt, noch als Solitär lesbar. Das Projekt scheidet mit 0:9 aus. Projekt 2: Das Projekt reagiert im Rahmen der gegebenen Struktur mit einer Erweiterung, kombiniert mit einer Aufstockung. Im Gegensatz zu vergleichbaren Ansätzen gelingt dem Entwurf eine Verbesserung der Bestandsgrundrisse durch Öffnung der Atrien. Auch die Überlegungen der Verfasser zur Haustechnik werden positiv hervorgehoben. Das Projekt bleibt mit 5:4 in der Wertung. Projekt 1: Die Absenkung des Vorplatzes wird als grundlegende Veränderung des gegebenen Milieus angesehen und erscheint nicht adäquat. Auch die Verlegung der Bibliothek in das Untergeschoß wird kritisch beurteilt. Das Projekt scheidet mit 0:9 aus. Nach dem ersten Wertungsrundgang verbleiben folgende Projekte weiter in der Wertung: 2, 5, 6, 7, 8, 12, 13, 14 und 17. Von diesen Projekten werden zunächst die Projekte 5 und 6, die ähnliche Ansätze verfolgen, vergleichend diskutiert und es wird festgestellt, dass das Projekt 5 in vielerlei Hinsicht die bessere Lösung anbietet. Insbesondere wird bei Projekt 6 der Maßstabssprung kritisch angemerkt, der zwar eine großzügige Lösung der gesamten Erschließung ermöglicht, aber in der Massenverteilung zwischen Altbestand und Neubau ungünstig in Erscheinung tritt. Der dreigeschoßige Neubau ist städtebaulich nicht zu begründen, schottet den Uferbereich der Raab gegenüber der Pfarrgasse zu sehr ab und kann auch in wirtschaftlicher Hinsicht nicht argumentiert werden. Das Projekt wird nach eingehender Diskussion mit 9:0 ausgeschieden. Die verbleibenden Projekte 2, 5, 7, 8, 12, 13, 14 und 17 werden anhand der Modelle im direkten Vergleich diskutiert. Zu einzelnen Detaillösungen werden die Plandarstellungen herangezogen und sowohl sei-

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Projekt 8: Das Projekt zeigt eine Aufstockung, kombiniert mit einem Anbau, wobei im 2. OG eine Verbindung zum Bestandsgeschoß in Form eines schmalen, gangartigen Gelenks hergestellt wird. Die architektonische Formulierung der Erweiterung wird kritisch beurteilt, vor allem das Gelenk erscheint angeflickt und räumlich von geringer Qualität. Die funktionelle Zuordnung von Arbeits- und Lernräumen zu den Klassen wird allerdings positiv hervorgehoben. Das Projekt bleibt mit 4:5 in der Wertung.

Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

Wettbewerb

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tens der Vorprüfung als auch der Bauphysik werden einzelne Detailaspekte referiert. Projekt 8 zeigt bei genauerer Analyse der Grundrisse diverse Umstrukturierungen in den funktionellen Zuordnungen, die im Zusammenhang mit den bereits kritisch angemerkten Mängeln in der architektonischen Ausbildung zum Ausscheiden des Projektes mit 6:3 führen. Nach dem direkten Vergleich der Projekte 2, 12 und 17 wird das Projekt 12 mit 9:0 zum Nachrücker bestimmt. In der Detailanalyse wird zu Projekt 12 festgehalten, dass der Entwurf zwar gut durchgearbeitet ist, aber in der innenräumlichen Organisation diverse Mängel festzustellen sind. Es folgt eine weitere Runde, die sich vor allem mit der jeweiligen Verbesserung des Bestandes auseinandersetzt. Projekt 14 wird dabei als besonders überzeugender Ansatz mit großem Potential gewürdigt. Auf Antrag wird das Projekt 17 mit 9:0 mit dem 3. Ankauf bedacht. Das Projekt zeigt ein deutliches Bemühen um Qualitätsverbesserungen im Bestand. Die intensive Auseinandersetzung mit der Architektur der 1970er Jahre wird vom Preisgericht gewürdigt. Die Aufstockung in der vorgeschlagenen Form ist allerdings in Verbindung mit der innenräumlichen Gestaltung weniger überzeugend als bei vergleichbaren Projekten, insbesondere Projekt 14. In der weiteren Diskussion werden vor allem die Projekte 2 und 7 gegeneinander abgewogen, wobei Projekt 7 eine sehr sensible Baukörperlösung attestiert wird, aber partielle funktionelle Mängel aufweist. Projekt 13 zeigt trotz der Würdigung der qualitätsvollen architektonisch-topographischen Eingangslösung keine wesentliche Verbesserung der innenräumlichen Strukturen. Wie bereits erwähnt, erscheint damit auch der Preis des Verlustes der großzügigen Vorplatzsituation zu hoch. Auf Antrag wird das Projekt 13 mit dem 1. Ankauf sowie das Projekt 7 mit dem 2. Ankauf jeweils mit 9:0 prämiert. Somit verbleiben für die Preisränge die Projekte 2, 5 und 14. Nach einer kurzen Pause, die zu weiteren Abklärungen genutzt wird, stellt das Preisgericht fest, dass das Projekt 2 auf eine solide Art die bestehende Struktur fortschreibt und sich um eine Verbesserung der innenräumlichen Situation bemüht. Die lineare Fortschreibung des Bestandes stellt aber gleichzeitig die Schwäche des Projektes dar, weil die beträchtlichen Maßnahmen sich nicht adäquat nach außen abzeichnen. Zu Projekt 5 wird kritisch angemerkt, dass es sich der Aufgabe einer Strukturbereinigung des Bestandes im Vergleich zu Projekt 14 durch die Schwerpunktlegung auf einen Neubau tendenziell entzieht. Projekt 14 überzeugt dadurch,

dass sehr intelligent im Bestand agiert wird. Das Preisgericht setzt sich mit der grundsätzlichen Frage auseinander, in wie weit der Wettbewerb als Musterverfahren für den Umgang mit Architektur der 1960er und 1970er Jahre zu verstehen ist und dieser Aspekt in die Bewertung Eingang finden soll. Es entwickelt sich ein Diskurs über konzeptionelle Zugänge und Intentionen im Schulbau und die damit verbundenen pädagogischen Möglichkeiten. 27. Mai 2010: Der Vorsitzende erinnert an die Ergebnisse der Diskussion des Vortages und erläutert zunächst den grundsätzlichen Aufwand, der im Rahmen der Bestandssanierung für alle Projekte zu leisten sein würde. Die verbliebenen Projekte 2, 5 und 14 werden eingehend auf ihre individuellen Stärken und Merkmale untersucht, ihre Vor- und Nachteile herausgearbeitet und gegeneinander abgewogen. In der Diskussion des Preisgerichts, ergänzt durch Aussagen der Berater und Vorprüfer, setzt sich die Auffassung durch, dass der konzeptionelle Zugang, wie er sich in Projekt 14 darstellt, einer innovativen und in die Zukunft gerichteten Pädagogik am besten gerecht wird. Der Entwurf entspricht in besonderer Weise den für das Bundesschulzentrum entwickelten Konzepten „Schule der Zukunft“. Die Autoren/ innen des Projektes 14 operieren mit einer bemerkenswerten kreativen Strategie: Durch das Mittel Subtraktion und Addition werden Interventionen gesetzt, die das Neue zu einem selbstverständlichen Teil des Bestandes machen; Vorhandenes und Neues fügen sich zu einer logischen und selbstverständlichen Gesamtheit zusammen. Dem Entwurf gelingt eine entscheidende Verbesserung innerhalb der bestehenden Strukturen, in dem die bisher geschlossenen Atrien geöffnet und durch Terrassen ergänzt und besser belichtet werden. Die Jury merkt an, dass die flexible Grundhaltung zusammen mit der räumlichen Großzügigkeit einen gewissen Kostendruck erwarten lässt, dem in ähnlich subtiler Weise entgegengewirkt werden muss, wie der Entwurf konzeptiv auf die gestellte Bauaufgabe reagiert. Bei Projekt 5 stellt sich im Zuge der detaillierten Analyse der Grundrisse heraus, dass Flächendefizite nicht ohne Qualitätsverlust in der innenräumlichen Struktur zu korrigieren wären. Auch damit verbundene Mehrkosten wären zu berücksichtigen. Zu Projekt 2 ergeben sich keine neuen Erkenntnisse zur Diskussion des Vortages. Nach Abschluss der Diskussion stellt der Vorsitzende den Antrag, Projekt 14 zum 1. Preisträger sowie Projekt 5 zum 2. und Projekt 2 zum 3. Preisträger zu küren. Der Antrag wird mit 9:0 einstimmig angenommen.


Verfasserliste: Projekt Nr. 1: POOS ISENSEE Architekten, D-30175 Hannover; Mitarbeit: Monica Llobell, Peter Glaser, Joachim Plate, Ralf Bartels, Michael Helbing; Konstruktion: Ertl, Horn & Partner ZT; Bauphysik, Haustechnik: IKL & Partner Ingenieur GmbH, Energydesign Braunschweig GmbH • Projekt Nr. 2: SWAP Architekten ZT + Delta ZT GmbH, 1080 Wien; Mitarbeit: Georg Unterhohenwarter, Rainer Fröhlich, Thomas Grassl, Christoph Falkner, Laura Reinhartz, Florian Ketter; Konstruktion: Klestil ZT GmbH; Bauphysik, Haustechnik: TEAM GMI • Projekt Nr. 3: KLMS Architekten, Joachim Karner, 8200 Gleisdorf; Mitarbeit: Norbert Schribertschnig, Thomas Vidonja, Stefan Buchmüller, Manuel Hoppenthaler; Bauphysik, Haustechnik: TB Kozak-Vatter ZT GmbH, TB-Bero • Projekt Nr. 4: Silberpfeil-Architekten, Peter Rogl, 1080 Wien; Mitarbeit: Peter Klein, Alexandra Seip; Konstruktion: Werkraum ZT GmbH; Bauphysik, Haustechnik: TB Käferhaus GmbH, Auctor Consulting GmbH • Projekt Nr. 5: PLOV ZT Christoph Leitner, Marion Gruber, 1120 Wien; Bauphysik, Haustechnik: Schöberl + Pöll Bauphysik • Projekt Nr. 6: Franz ZT GmbH, 1070 Wien; Mitarbeit: Anna Gruber, Henning Grahn, Kamile Batur; Bauphysik, Haustechnik: Schöberl & Pöll Oeg • Projekt Nr. 7: E2E4 Architekt Michael Fassold, D-60389 Frankfurt; Mitarbeit: Daniel Doldar, Boris Kunz, Steffen Sendelbach; Bauphysik, Haustechnik: Leon Schmidt • Projekt Nr. 8: Manfred Waldhör Architekt, 4020 Linz; Mitarbeit: Andrea Kastenhuber, Bence Gog, Arne Maier, Manuela Karlinger; Konstruktion: Johann Weilhartner, Josef Wiesholzer; Bauphysik, Haustechnik: TB Roland Feischl • Projekt Nr. 9: Team A Graz, 8010 Graz; Mitarbeit: Herbert Missoni; Modellbau: Angelo Missoni, Ingomar Merkus; Bauphysik, Haustechnik: Hans Boyer ZT; Landschaftsplanung: TB Josef Buch-

graber • Projekt Nr. 10: Veit Aschenbrenner Architekten, 1070 Wien; Mitarbeit: Julia Eichinger, Pavel Zabczynski; Konstruktion: Gmeiner Haferl Zivilingenieure; Bauphysik, Haustechnik: Thermo Projekt GmbH, Helmut Redl, Arch. Oskar Pangratz; Landschaftsplanung: KoseLicka Landschaftsarchitektur • Projekt Nr. 11: Architekt Klingbacher ZT GmbH, 9100 Völkermarkt; Mitarbeit: Kilian Gartner, Nenad Trohar; Konstruktion: Ingo Steiner; Bauphysik, Haustechnik: TB Schuster, DI Karisch • Projekt Nr. 12: eep architekten ZT Gerhard Eder, Christian Egger, Bernd Priesching, 8010 Graz; Mitarbeit: Vanja Deric, Isabel Espiniza Tratter, Gudrun Michor, Oliver Dullnig; Modellbau: Rudy Manzl; Bauphysik, Haustechnik: Vatter und Partner ZT, TB Pechmann • Projekt Nr. 13: ZT DI Gerd Cerne, 8010 Graz; Mitarbeit: Andrea Peyker, Manuela Drießler, Sabine Resmann, Clemens Kellner, Gert Papamann, Alex Mosser; Konstruktion: Peter Florreither • Projekt Nr. 14: ZT ARQUITECTOS LDA Thomas Zinterl, P-1300-085 Lisboa • Projekt Nr. 15: Caramel architekten ZT Katherl, Haller, Aspetsberger, 1070 Wien; Mitarbeit: Julia Stoffregen, Anna Obwegeser, Christina Wechsler, Claudia Rockstroh, Kolja Janiszewski, Gisela Mayr, Stefan John, Klaus Schwarzenegger, Alexander Diem, Matthias Bresseleers, Sabine Bovelino, Christian Gauss, Björn Liese, Marlies Rosenberger, Kerem Karatoprak, Sven Hedrich, Adele Ribstein, Danuta Jurga, Arnold Wilfing; Bauphysik, Haustechnik: Planungsgruppe Grünbichler GmbH • Projekt Nr. 16: Architekt Goltnick ZTGmbH, 8020 Graz; Mitarbeit: Susanne Kaufmann, Florian Schober, Hermann Herbst; Konstruktion: Lorenz Consult ZT-GmbH • Projekt Nr. 17: GS architects ZT-GmbH Michael Gattermeyer, 8020 Graz; Mitarbeit: Robert Lamprecht, Martha Stieg, Nirmala Salkic; Modellbau: Hubert Schuller • Projekt Nr. 18: Architekturbüro Seeger, 8062 Kumberg; Mitarbeit: Ramune Mikulionyte-Schnedl, Laure-Anne Barbaut; Konstruktion: Siegfried Kliebl; Bauphysik, Haustechnik: LEA-GmbH • Projekt Nr. 19: Hohensinn Architektur, 8020 Graz; Mitarbeit: Karlheinz Boiger, Martin Baumann, Andreas Jakli, Matthias Salzmann, Raphael Gruber, Viktoria Hohl, Eva Sollgruber; Modellbau: Patrick Klammer, Markus Berger; Konstruktion: Thomas Lorenz ZT; Bauphysik, Haustechnik: Pechmann GmbH

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Empfehlungen des Preisgerichts zur Weiterbearbeitung des 1. Preisträgers: Die Jury empfiehlt unter dem Gesichtspunkt der ökonomischen Rahmenbedingungen eine Reduktion der Umbaumaßnahmen im Bestand. Darüber hinaus muss überprüft werden, ob durch eine Redimensionierung allenfalls die Aufstockung eines Modules entfallen kann. (Es wurden einige Zusatzflächen angeboten, die in diesem Zusammenhang in Frage gestellt werden können.) Es sollte darüber hinaus untersucht werden, ob das wintergartenartige Schließen einiger der vorgeschlagenen Terrassen den Nutzwert erhöht und die ökologischen Kennwerte verbessert. Neben der vorgeschlagenen Lösung einer Rampe im Bereich der Bibliothek sollte auch direkt am Haupteingang die Barrierefreiheit des Zuganges sichergestellt werden.

Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

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ZT A R Q UITECTO S T h o m as Z i n t e r l P-1300-085 Lisboa

1. Preis Projekt Nr. 14 € 18.000,–

Regalmöbel Informationsträger

Unterrichtsraum 65 m2 kann dem Atriumsraum zugeschaltet werden offene Lernzone

Regalmöbel

Atrium dient als gemeinschaftlicher Arbeitsraum

Patio - Außenraum 65 m2 Stauraum - Sammlung

EDV - Raum 80 m2

1. Obergeschoß

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Wettbewerb

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Funktioinsverteilung

EG

1. OG

2. OG

Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

Einschnitte von Patios

Schnitt B-B

Westansicht

ErdgeschoĂ&#x;

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Erweiterung


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PLO V C h r i s t o p h L e i t n e r , Ma r i o n G r u b e r 1120 Wien

2. Preis Projekt Nr. 5 € 15.000,– Bauphysik, Haustechnik:

Schöberl + Pöll Bauphysik

1. Obergeschoß

Erdgeschoß


Wettbewerb

S WA P A r c h i t e k t e n + D e lta

103

1080 Wien

3. Preis Projekt Nr. 2 € 9.000,– Bestand

Georg Unterhohenwarter,

Rainer Fröhlich, Thomas Grassl,

Christoph Falkner, Laura Reinhartz, Florian Ketter

Konzentration der thermischen und lüftungstechnischen Maßnahmen auf einem einzigen Einbauteil.

Konstruktion: Klestil ZT

Bauphysik, Haustechnik: TEAM GMI

Schnitt Bestand und Neubau

Erdgeschoß

Fensterelement

Schnitt Neubau

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Mitarbeit:

Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

Möbelelement inkl. Technik


Gerd Cerne

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8010 Graz

1. Ankauf 1 Projekt Nr. 13 € 6.000,– Mitarbeit:

Andrea Peyker, Manuela Drießler, Sabine Resmann, Clemens Kell-

ner, Gert Papamann, Alex Mosser Konstruktion:

Peter Florreither

Schnitt B-B

Erdgeschoß


D-60389 Frankfurt

Wettbewerb

E 2 E 4 A r c h i t e k t M i c h a e l F ass o l d

105

Mitarbeit:

Daniel Doldar, Boris Kunz, Steffen Sendelbach

Bauphysik, Haustechnik: Leon Schmidt

Schnitt B-B

Erdgeschoß

wettbewerbe 289/290

Projekt Nr. 7 € 6.000,–

Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

2. Ankauf


G S a r c h i t e c t s M i c h a e l Ga t t e r m e y e r 8020 Graz

3. Ankauf Projekt Nr. 17 € 6.000,– Mitarbeit:

Robert Lamprecht, Martha Stieg, Nirmala Salkic Modellbau:

Hubert Schuller

Schnitt B-B

Fassade

Erdgeschoß

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8010 Graz

Wettbewerb

eep architekten Gerhard Eder, Christian Egger, Bernd Priesching

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Na c h r Ăź c k e r

Mitarbeit:

Vanja Deric, Isabel Espiniza Tratter,

Gudrun Michor, Oliver Dullnig Modellbau:

Rudy Manzl Bauphysik, Haustechnik:

Vatter und Partner ZT, TB Pechmann

Bundesschulzentrum Feldbach, Steiermark

Projekt Nr. 12

Schnitt B-B Adaptierung

Brandschutzkonzept

ErdgeschoĂ&#x;

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Funktionsschema


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Realisierungen


Realisierungen

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Realisierungen

Karl un d Bremhorst

Landespflegeheim Retz, NĂ–

Helmut Wimmer mit

Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2

B. Weinberger und A. Gabriel Johannes Kaufmann;

Brauerei Liesing, Wien 23

Soyka /Si lber/Soyka

Siemens City Vienna, Wien 21

GSD

Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse, Wien 20

wettbewerbe 289/290

Delugan Meissl


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Landespflegeheim Retz, NÖ

A u f t ra g g e b e r

Land Niederösterreich, vertreten durch Amt der NÖ Landesregierung / GS7, Abt. Landeskrankenanstalten und Landesheime, 3109 St. Pölten

Nutzer

Landespflegeheim Retz, 2070 Retz

P lan u n g

Karl und Bremhorst Architekten, 1060 Wien

Projektleitung: Johann Kettl, Tamás Horváth

Konsulenten Statik: Buschina & Partner

Haustechnik: Thermoprojekt Haustechnische PlanungsGmbH Bauphysik: TAS Bauphysik

K u n s t a m Ba u

Kapellengestaltung Leo Zogmayer

Fotos

Rupert Steiner

P r o j e k t v e rla u f Wettbewerb April 2006, 1. Preis

Planung und Bauvorbereitung 2007-2008 Baubeginn März 2008

Baufertigstellung November 2009 Bezug Dezember 2009

Fertigstellung Außenanlagen Mai 2010 Eröffnung Juni 2010

P r o j e k t dat e n

Grundstücksgröße 11.000 m2 108 Betten

Gesamtinvestitionskosten ca. € 13 Mio.


Landespflegeheim Retz, NÖ

Realisierung

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Gemeinschaftsterrasse

Architektur Die drei Gebäudeflügel beherbergen in den Obergeschoßen die drei BewohnerInnengruppen. Der offen

gestaltete Zentralbereich nimmt Erschließung, Pflegestützpunkt, Pflegeeinrichtung und zentrale Aufenthaltsbereiche auf. Die Wohneinheiten sind um einen familiär gestalteten Aufenthaltsbereich mit Terrasse angeordnet. Funktionen BewohnerInnen- und Wirtschaftsbereich sind im Erdgeschoß klar voneinander getrennt. Café und Veranstaltungsraum öffnen sich zum Parkgarten; eine windgeschützte Terrasse bildet dabei den Übergang nach draußen. Verwaltung und Therapie sind auch gut von außerhalb erreichbar. Wirtschaftsbereich und Küche weisen eigene Zufahrt und Nebeneingang auf; Lagerräume und Haustechnik befinden sich im Kellergeschoß.

wettbewerbe 289/290

Städtebau Das Grundstück liegt am südlichen Stadtrand von Retz, nur wenige Gehminuten vom Hauptplatz entfernt. Das neue Heim, im westlichen Grundstücksbereich situiert, nützt geschickt die Hanglage. Ein Flanierweg und der Parkgarten im Erdgeschoß bilden im Osten das Vorfeld des Pflegeheimes. Das Einbetten des Baukörpers in den Hang ermöglicht im Westen den ebenerdigen Ausgang ins Freie in einen geschützten Bereich. Die Grundrissgliederung in drei BewohnerInnengruppen ist in der Gliederung des Baukörpers erkennbar, der somit auf die kleinteilige Struktur der umgebenden Bebauung adäquat reagiert.


K arl u n d Br e m h o r s t A r c h i t e k t e n 1060 Wien

Ansicht von Osten

ObergeschoĂ&#x; Ansicht von Westen

Ansicht von Norden Sinnesgarten

ErdgeschoĂ&#x;

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Landespflegeheim Retz, NĂ–

Realisierung

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Bewohnerterrasse

PflegestĂźtzpunkt Zentraler Aufenthaltsbereich

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Aufenthaltsbereich Gruppe


w w w. i s r . a t

Internationale Seilbahn-Rundschau International Ropeway Review Revue International des Téléphériques

114 Международное обозрение по канатному транспорту Revista internacional de teleféricos

ARCHITEKTUR AWARD 2011 Der Preis für herausragende Architektur am Berg Die Kategorien:

1) Talstation

2) Bergstation

3) Bergrestaurant

4) Gesamtprojekt

Was ist die Zielsetzung des Preises? Innovative Stationsarchitektur bei Neubauten und Umbauten hat seit einigen Jahren wieder an Bedeutung gewonnen und leistet ihren Beitrag zur Identität eines Ortes oder einer Destination. Seilbahnbetreiber setzen bei Neuanlagen vermehrt auf architektonisch besonders spektakuläre Projekte, die international für Furore sorgen. Mit dem ISR Architektur Award werden diese Initiativen engagierter und visionärer Seilbahner ausgezeichnet.

Welche Projekte können eingereicht werden? Alle Projekte, die bis zum Stichtag 31. Dezember 2010 fertig gestellt wurden, können eingereicht werden.

Welche Kriterien werden bewertet? Design Funktionalität Ökonomie

Ökologie

Verwendete Materialien

Welche Unterlagen sind einzureichen? Zur Beurteilung des Projekts sind der Einreichung Unterlagen wie Fotos und eine kurze Projektbeschreibung beizulegen (weitere Informationen in den Teilnahmebedingungen).

Was kann man gewinnen? Aus den Einreichungen werden die drei besten Projekte je Kategorie gekürt. Die Verleihung der Preise erfolgt im Rahmen der Interalpin 2011 in Innsbruck.

Einsendeschluss: Als Einsendeschluss für die vollständig ausgefüllten Unterlagen gilt der 28. 2. 2011. Die Teilnahmebedingungen erhalten Sie bei: ISR - Internationale Seilbahn-Rundschau Birgit Holzer, b.holzer@bohmann.at Tel.: +43 1 74095-454, Fax: +43 1 74095-537 oder auf www.isr.at (Download)

Bohmann Druck und Verlag Ges.m.b.H. & Co.KG Leberstrasse 122, A-1110 Wien

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mehrfacheinreichungen eines Unternehmens sind zulässig. Die Einreichung hat laut den Teilnahmebedingungen zu erfolgen. Verspätete Einreichungen (Einsendeschluss 28. 2. 2011) können aus organisatorischen Gründen nicht angenommen werden. Mit der Preisverleihung sind keine Forderungen des Preisträgers gegenüber den Auslobern verbunden.


Mag.a Sonja Wehsely Stadträtin für Gesundheit und Soziales

Pflege und Betreuung sind Themen, die viele Menschen für ihr eigenes Leben und auch das ihrer Verwandten und Freunde verdrängen. Schließlich ist hier von einem tiefen Einschnitt in das persönliche Leben die Rede. Hier schwingen ungemein viele Ängste mit. Dabei müssen wir uns als Gesellschaft immer mehr der Pflege und Betreuung widmen. Die Lebenserwartung der Wienerinnen und Wiener steigt und mit ihr die Bedürfnisse in den unterschiedlichen Stationen des Alters. Schon jetzt wohnen 370.000 über 60-Jährige in Wien. Allein rund 40.000 Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sind über 85 Jahre alt. Die meisten von ihnen nehmen aktiv Anteil am Leben in Wien. Trotzdem wird die Zahl der pflegeund betreuungsbedürftigen Menschen steigen. Die Stadt hat sich der Herausforderung einer älter werdenden Gesellschaft gestellt und das Wiener Geriatriekonzept erarbeitet. Darin werden die hohe Qualität der Pflege und Betreuung, die Leistbarkeit sowie der regional ausgewogene Ausbau des mobilen und stationären Angebots festgeschrieben. Damit kommt es zu einer beispielgebenden Neubauoffensive von Pflegewohnhäusern in Wien. Die Stadt bietet mit mobiler Pflege und Betreuung, wie Essen auf Rädern, Hauskrankenpflege und Heimhilfe ein gutes Angebot, dass beständig weiterentwickelt wird. So wird 27.000 älteren Menschen ein selbstständiges Leben in den eigenen vier Wänden ermöglicht. Das ist ein Teil der sozialen Absicherung für die älteren Wienerinnen und Wiener, die jetzt und auch für kommende Generationen gebraucht wird. Der Stadt Wien geht es darum, pflegebedürftigen Menschen Lebensqualität zu bieten. Es wird Lebensraum geschaffen, in dem sie sich wohlfühlen. Gleichzeitig wird hochqualitative und leistbare Pflege geboten. Dafür investiert die Stadt Wien über 700 Millionen Euro im Jahr in mobile und stationäre Pflege und Betreuung.

Mit großem Engagement verfolgt die Stadt Wien die Umsetzung des Wiener Geriatriekonzepts. Bereits Ende September konnte das Pflegewohnhaus Leopoldstadt eröffnet werden. Bis 2015 werden neun weitere Pflegewohnhäuser folgen. Sie werden regional ausgewogen über Wien verteilt errichtet. Zusätzlich wird das Geriatriezentrum Donaustadt generalsaniert. Damit werden die Pflegeplätze von derzeit 9.100 auf insgesamt 10.000 erhöht. Nicht nur die bemerkenswerte Architektur und die gemütlich eingerichteten Wohn- und Aufenthaltsräume zeichnen die neuen Pflegewohnhäuser aus. Dabei wird auch auf zukünftige Entwicklung Rücksicht genommen. Die Zahl der Menschen mit Demenzerkrankung wird Prognosen zufolge steigen. Deshalb wurde schon jetzt ein sogenannter Demenzgarten eingerichtet. Die Wege im Haus verlaufen so, dass sich niemand verirren kann und sich jeder geborgen fühlt. Die Menschen können ihr Leben in einem der Häuser individuell gestalten. Die schöne Atmosphäre in den Häuser ist nicht nur für die BewohnerInnen ein wichtiger Aspekt, sondern auch für die Angehörigen und BesucherInnen sowie für das Personal. Jene, die ihre Angehörigen und Bekannten in einem Pflegewohnhaus besuchen, sollen nicht das Gefühl haben, in ein Spital zu kommen, sondern in einen schönen, adäquaten Lebensraum. Helle Zimmer sowie die schönen Gärten und Aufenthaltsräumer ermöglichen es, viel Zeit mit den BesucherInnen zu verbringen. Gleichzeitig finden auch die MitarbeiterInnen der Pflegewohnhäuser hervorragende Arbeitsbedingungen vor. Pflege bedeutet in Wien professionelle Betreuung, unabhängig vom eigenen Einkommen und dem der Angehörigen sowie Respekt vor der Privatsphäre. Diese Prinzipien werden auch in der konkreten Gestaltung der Pflegewohnhäuser umgesetzt.

Vorwort wettbewerbe 289/290

© Peter Rigaud

Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2

U m s e t z u n g d e s W i e n e r G e r i at r i e ko n z e p t s W i e n s i c h e r t P f l e g e a u c h i n Zu k u n f t

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Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2

Bauträger

GESIBA Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft, 1013 Wien

Betreiber Pflegewohnhaus Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), 1030 Wien

Betreiber Betreutes Wohnen Österreichisches Rotes Kreuz, 1030 Wien

Planung

Architekt Helmut Wimmer mit Bernhard Weinberger und Andreas Gabriel, 1050 Wien Mitarbeit: Eva Reichl, Manuel Hajek, Christian Nuhsbaumer, Peter Hinterkörner Planung Bauteile Betreutes Wohnen, Wohnen und Garage (ab Einreichung): HUSS HAWLIK Architekten ZT GmbH mit Simone Graf, 1170 Wien Generalplanung und Ausführungsplanung Pflegewohnhaus: FCP – Fritsch, Chiari & Partner, 1140 Wien

Konsulenten

Projektverlauf

Statik: FCP – Fritsch, Chiari & Partner, 1140 Wien

Baubeginn September 2008

Grünraum: Atelier Auböck + Karasz, 1070 Wien Bauphysik: Dr. Pfeiler, 8010 Graz

Haustechnik: TB ZFG-Projekt, 2500 Baden

Elektroplanung: TB Eipeldauer + Partner, 2500 Baden Farbkonzept: Oskar Putz

Planungsbeginn Sommer 2006 Fertigstellung Mai 2010

Eröffnung Pflegewohnhaus September 2010

Leitsystem: Gabriele Lenz

P r o j e k t dat e n

Bernhard Tragut, Wolfgang Thaler, Thomas Stimm

Vorgartenstraße und Engerthstraße

Kunst am Bau: Plank & Poschauko, Ingeborg Strobl,

Au s f ü h r u n g

PORR Allgemeine Baugesellschaft –

A. Porr Aktiengesellschaft, 1100 Wien

Fotos

Manfred Seidl, Bernhard Weinberger, Andreas Gabriel

Lage: Gelände der alten Busgarage zwischen

Pflegewohnhaus: 12 Stationen 250 Zimmer 308 Betten Wohnbau:

22 Wohnungen

Betreutes Wohnen: 60 Betten


Eingebettet in das innerstädtische Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof bietet das Haus Wohnformen für Menschen jeden Alters: neben zwei Demenzund 10 Pflegestationen auch ein Heim für betreutes Wohnen sowie 22 geförderte Mietwohnungen. Der Baukörper ist gemäß Bebauungsplan U-förmig mit einer Trakttiefe von 16 m angelegt und erstreckt sich über sieben bzw. acht Hauptgeschoße. Das zurück gestaffelte Dachgeschoß sowie die beiden Kopfbauten über den zweigeschoßigen Durchgängen beinhalten die Nutzungen Wohnen bzw. Betreutes Wohnen. Das Untergeschoß wird entsprechend dem städtebaulichen Leitbild an der Vorgartenstraße über „versunkene Gärten“ belichtet.

16 m Trakttiefe und ein sehr dichtes Raumprogramm erlauben auf den ersten Blick nicht viel Spielraum: Eine Mittelgangerschließung mit strikter Auffädelung der Patientenzimmer würde nahe liegen. Die Intentionen der Planer, hier den Aspekt des Wohnens in den Vordergrund zu stellen, verlangte andere Antworten. Um einen „spitalsähnlichen“ Charakter zu vermeiden, wurde versucht eine freie Anordnung der Bewohnerzimmer zu schaffen, die Gänge in sehr differenzierte Aufenthalts- und Bewegungszonen aufzulösen und trotz der Größe des Hauses überschaubare, identifikationsstiftende Einheiten zu bilden.

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Foto: Bernhard Weinberger

Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2

Realisierung

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Architekt Helmut Wimmer mit Bernhard Weinberger und Andreas Gabriel 1050 Wien

Haus-im-Haus-Konzept Dem Entwurf liegt ein strikter konzeptioneller Ansatz zu Grunde: Die Interpretation des Gebäudes als vertikale Stadtlandschaft. Zimmer und Funktionsbereiche werden zu kleinen Einheiten – „ Häusern“ – zusammengefasst und farblich von einander unterschieden. Jedes Geschoß wird als eigenes Grundstück betrachtet, das mit den Häusern bespielt wird. Gänge werden so zu Straßen und Kreuzungen, Aufenthaltsräume zu Plätzen, Innenwände zu Fassaden – jede Station wird als eigenständige Kleinstadt mit differenzierten „Freiräumen“ erlebbar. Die Farbigkeit der Häuser unterstützt im Inneren ein leichtes Sich-Zurechtfinden, Innenfenster erlauben den Bewohnern den Blick in die „Gasse“ und ermöglichen das Teilnehmen am Stationsleben. Durch die Stapelung der einzelnen Geschoße entsteht eine „vertikale Stadtlandschaft“, Lufträume mit großen Bäumen schaffen dabei vertikale Sichtverbindungen. Nach außen bildet sich so eine Fassade, die nicht aus Fensterformen und Materialien komponiert wird, sondern einfach die Anordnung der Häuser und deren Schichtung zeigt.

Konzept Haus im Haus

Grundriss Regelgeschoß Haltestelle

Grundriss Erdgeschoß

Freiräume Innerhalb des Geschoßgrundstücks werden den Häusern großzügige Freiräume zugeordnet. Umlaufende Loggienbänder –„Gärten“– erweitern Bewohnerzimmer und Aufenthaltsbereiche, raumhohe Verglasungen bilden den fließenden Übergang zwischen innen und außen. In den Patientenzimmern ermöglichen sich über die gesamte Raumbreite öffnende Fenster auch bettlägrigen Bewohnern das Erleben von Tages- und Jahreszeiten. Weit ausladende Markisen dienen als individuelle Schattenspender und beeinflussen zugleich die Gestalt des Gebäudes: Bei Schönwetter dehnt sich die äußerste Schicht aus, die Markisen vibrieren im Sonnenlicht. Bei Schlechtwetter wird das Haus wieder ruhig und kompakt. Erdgeschoß Ein weit auskragendes Vordach leitet in die großzügige Eingangshalle, die als multifunktionale Zone ausgebildet ist und sich von der Engerthstraße bis zur Vorgartenstraße durchsteckt. Alle Funktionsbereiche im Erdgeschoß werden durch diese Zone verknüpft. Das Mitarbeiterrestaurant/Café wird als Erweiterung der multifunktionalen Zone im Erdgeschoß in Form eines ellipsenförmigen „Wandelganges“ im Gartenbereich situiert. Durch die großflächige raumhohe Verglasung entsteht ein konditionierter Außenraum, ein Wintergarten, der sowohl den Mitarbeitern als auch den Besuchern zur Verfügung steht und das Erleben des Gartens auch bei Schlechtwetter ermöglicht. Die begrünte Dachfläche darüber wird als Garten für demente Patienten genutzt.


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Foto: Bernhard Weinberger

Foto: Bernhard Weinberger

schreiner_kastler

Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2

Dimko/schreiner_kastler

Realisierung

Foto: Bernhard Weinberger

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Foto: Manfred Seidl

Fotos: Manfred Seidl

Foto: Bernhard Weinberger

Foto: Andreas Gabriel

Fotos: Bernhard Weinberger

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Foto: Bernhard Weinberger

Pflegewohnhaus Leopoldstadt, Wien 2

Realisierung

Foto: Andreas Gabriel

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© ÖVW

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BRAUEREI LIESING

Manfred Pagler, Geschäftsführer Gemeinnützige Ein- und Mehrfamilienhäuser Baugenossenschaft EBG

Prok. Mag. Sascha Nevoral Leiter der Projektentwicklung, ÖVW

Das auf ein städtebauliches Konzept von Coop Himmelb(l)au zurückgehende Gemeinschaftsprojekt von sechs Wiener Wohnbauträgern am Gelände der ehemaligen Brauerei Liesing hat immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt. Nach der teilweisen Fertigstellung ziehen die Bauträger Bilanz.

welche durch ihre Arbeiten der Wohnanlage eine unverwechselbare künstlerische Note verliehen. Ein Anliegen von win4wien bei der Entwicklung dieses Wettbewerbsbeitrages war es, insbesondere die Symbiose von hochwertigem Wohnen, ansprechender Architektur und künstlerisch gestalteter Außenbereiche täglich erlebbar zu machen. Der Wettbewerbsbeitrag bekam den Zuschlag. Nach einer intensiven Planungsphase und der Lösung komplexer Problemstellungen konnte man Anfang 2008 mit der Errichtung der Wohnhausanlage beginnen. Während die Errichtung des Hauptbauteiles im Bereich der „Liesinger Schlange“ mit seinen 123 Wohnungen und drei Lokalen rasch voran schritt, wurde im Rahmen von näheren Untersuchungen festgestellt, dass die Standsicherheit der Gewölbe der ehemaligen Brauereikeller, sowie die Stabilität des Hanges, welcher auf den Gewölbe lastete, durch den schlechten baulichen Zustand nicht gewährleistet werden konnte. In einigen Bereichen bestand sogar Einsturzgefahr. Es war daher notwendig rasch eine Variante eines Neubaus im Hofbereich zu entwickeln. Diese wurde mit dem Beschluss, einen viergeschoßigen Holzbau zu errichten, gefunden. Das ebenfalls von Arch. Kaufmann geplante Bauvorhaben fügte sich nahtlos in die Ursprungskonzeption ein und erhielt seitens des Wohnfonds die Zustimmung zur Durchführung. Durch die gewählte Bauweise aus vorgefertigten Holzbauteilen konnte die entstandene Verzögerung aufgeholt werden, so dass die Wohnungen, Lokale und Ateliers Ende Mai 2010 an die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer übergeben werden konnten.

win4wien: Eine Herausforderung für den geförderten Wohnbau in Wien Anfang 2006 befand sich das erste Projekt des kurz davor neu gegründeten Unternehmens „win4wien Bauträger GesmbH“ - EBG – Neue Heimat – Neues Leben – Mischek Liegenschaften (damals noch unter dem Namen „Projekt Kaiser Ebersdorfer Straße Bauträger GesmbH“) - in der Fertigstellungsphase. In diesen Zeitraum fiel die Ausschreibung des Bauträgerwettbewerbes für das ehemalige Brauereigelände im Zentrum von Liesing. Das Team von win4wien stellte sich den anspruchsvollen städtebaulichen Vorgaben des von Coop-Himmel(b) lau entwickelten Masterplanes zur Errichtung von geförderten Wohnungen auf diesem zentral gelegenen und historischen Platz. Neben den architektonischen und ökologischen Erfordernissen war es vor allem die ökonomische Komponente, welche sich, auf Grund der sich über den gesamten Baukörper erstreckenden Leergeschoße, am Beginn der Projektentwicklung als nahezu unlösbar darstellte. win4wien bewältigte die Aufgabe durch Einbeziehung eines Teilbereiches der bebaubaren Hoffläche unter Einbindung von Teilen der vorhandenen Kellergewölbe der ehemaligen Brauerei. Über die Bewältigung der gestellten Aufgabe hinaus war es dem Team von win4wien gemeinsam mit dem Architekten Johannes Kaufmann und dem Team des Bauingenieurbüros Mischek Ziviltechnik GmbH jedoch ein Anliegen, auf diesem historischen Platz ein Zeichen zu setzen. Dieses gelang schlussendlich durch die Zusage der fünf namhaften Künstlerinnen und Künstler, Eva Schlegel, Esther Stocker, Marcus Geiger, Heimo Zobernig und Martin Walde,

ÖVW: Wechselbeziehung zwischen Grünraum und urbaner Charakteristik Für das Österreichische Volkswohnungswerk Gemeinnützige GesmbH., das den Wettbewerb 2006 mit den Architekten Delugan Meissl Associated Architects gewonnen hat, leitet sich aus der Verdichtung des Standortes und den vielschichtigen


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Brauerei Liesing, Wien 23

Vorwort

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Mag. Dr. Norbert Fuchs Vorstand ARWAG Holding - AG

schränkt. Die gesamte Grundstücksfläche und die gewidmeten Räume ermöglichen bei größtmöglicher Einsehbarkeit Entfaltungs- und Spielmöglichkeiten für Kleinkinder und Jugendliche. ARWAG: Zweifel sind der Zustimmung gewichen Seit nunmehr zehn Jahren (mit mehrmonatiger Unterbrechung um den Jahreswechsel 01/02) ist die ARWAG aufgerufen, an der Entwicklung des Areals der ehemaligen Liesinger Brauerei mitzuwirken. Es ging darum, Nutzungs- und Gebäudestrukturen im Einvernehmen mit den Bedürfnissen der Stadt Wien attraktiv und wirtschaftlich umsetzbar zu gestalten. Erhebliche Änderungen zu den Konzepten der Phase des städtebaulichen Wettbewerbs des Jahres 2000 waren nötig. Ein Beispiel dafür: Etwa 30.000 Quadratmeter der ursprünglich angesetzten Büronutzfläche kamen Nutzungen zugute, die am Standort vertretbarer sind, - wie dem Einkauf, dem Wohnen, dem Kindergarten und der Wohnheimnutzung. Die Veräußerung der Brau-Beteiligungs-Aktiengesellschaft BBAG an den HeinekenKonzern während der Entwicklungsphase führte zu einer gänzlich neuen Ausgangslage. Im Zusammenwirken mit der Partnerin „Wien-Süd“ konnte das Kaufvertragswerk jedoch ab November 2005 finalisiert werden. Seither sind die Voraussetzungen für die neuen Nutzungen geschaffen. Auch im Zuge der Umsetzung waren vielfältige Probleme der Organisation, der Abstimmung, der Baukosten und der Finanzierung zu lösen. Heute, nach der Eröffnung des Einkaufszentrums „Riverside“ am 28. September 2010, sehen wir einen erheblichen Teil der Gesamtanlage fertig gestellt. Auch wenn die letzten Bauarbeiten erst Ende 2012 zu erwarten sind, sind wir in der Lage, mit einigem Stolz Zwischenbilanz zu ziehen: Dem Bezirk, seinem Umland und seiner Bevölkerung kommt der neue Teil der Stadt bereits zugute. Zweifel der Vergangenheit sind allgemeiner Zustimmung gewichen.

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Nutzungen an diesem Ort eine sehr urbane Charakteristik ab. Andererseits ergeben der umgebende Grünraum und die Nähe des Wienerwaldes eine überaus interessante und spannungsvolle Wechselbeziehung zwischen Urbanität, Erholung, Freizeit und Naturerlebnis. Diesem Wechselspiel folgt das Baukonzept, indem es bei urbaner Grundhaltung der Bauform private, öffentliche und halböffentliche Freiräume als integrierendes Moment einsetzt. Ein besonderes Thema des Projektes ist die Behindertenfreundlichkeit über die von der Bauordnung gebotenen Maßnahmen hinaus. Als behindert werden in diesem Sinn nicht nur Menschen mit körperlichen Gebrechen gesehen, sondern Bewohner jeder Generation, die durch verschiedene Umstände in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, seien es alte Menschen, temporär Behinderte oder Mütter mit Kleinkindern. Entsprechend den städtebaulichen und architektonischen Vorgaben durch die Luftgeschoße haben die Freiräume eine besondere Bedeutung. Sie dienen der Begegnung und Erholung und können durch zusätzliche Gestaltungsmaßnahmen im Wege der Partizipation eine Nutzungserweiterung erfahren. Der „Dachgarten“ im Luftgeschoß ist ein zentral verbindendes Element der Anlage, welches das Zusammenleben der Gemeinschaft und die Kommunikation zwischen den Generationen, zwischen Eltern und Kindern, Freunden und Besuchern fördern soll. Die differenzierte Gestaltung der Freiräume fördert das Zusammenleben der Generationen durch Zonen für Erwachsene, Jugendliche sowie Eltern mit Kleinkindern. Das gesamte Freiraumkonzept des Hauses ist auf Begegnung, Offenheit und soziales Zusammentreffen ausgerichtet. Diesem Gedanken folgt auch das Erschließungskonzept, das eine wesentliche Verteilungsfunktion zwischen Innen und Außen unter Einbeziehung der Gemeinschaftsflächen innerhalb und außerhalb der Gebäude hat. Im Interesse der Kinder wurde der Hof nicht durch private Vorbehaltsnutzungen wie Mietergärten einge-


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Brauerei Liesing, Wien 23

P r o j e k t v erlau f G esa m t pr o j e k t

Städtebauliches Gutachterverfahren 2001, 1. Preis Coop Himmelb(l)au, siehe wettbewerbe 201/202, Februar/März 2001 Bauträgerwettbewerb 2006

B au t eile

win4wien Bauträger / Johannes Kaufmann Architektur ÖVW / Delugan Meissl Associated Architects ARWAG / Coop Himmelb(l)au: derzeit in Bau

B au h err

B au h err

P lanung

P lanung

win4wien Bauträger, 1080 Wien

Johannes Kaufmann Architektur, 6850 Dornbirn | 1020 Wien

K o nsulen t en

Statik, Haustechnik, Bauphysik: Mischek ZT, 1190 Wien

Kuns t a m B au

Verspiegelte Lichthöfe – Eva Schlegel

Farbgestaltung Orientierung – Heimo Zobernig

Deckengestaltung Freigeschoß – Esther Stocker

ÖVW – Österreichisches Volkswohnungswerk, 1160 Wien

Delugan Meissl Associated Architects, 1040 Wien Projektleitung: Bernd Heger

Mitarbeit: Anke Goll, Daniela Hensler, Burkhard Floors

K o nsulen t en

Statik: Ernst Kuttner, Vösendorf HKLS: Drabeck & Co, Tulln

Elektro: Braun, Amstetten

„Windskulpturen“ – Martin Walde

Fotos

Fotos

P r o j e k t v erlau f

Besichtigungswohnung – Marcus Geiger

NAM Architekturfotografie, 6850 Dornbirn

P r o j e k t v erlau f

Bauträgerwettbewerb 2006, 1. Preis Planungsbeginn 2007 Baubeginn 2008

Bauübergabe 2010

P r o j e k t d a t en

Grundstücksfläche 10.614 m2

Bebaute Fläche 3.110 m2 (nur Wohnbau) Nutzfläche 11.437 m2

123 Wohnungen + 3 Geschäftslokale

Dietmar Mantler

Bauträgerwettbewerb 2006, 1. Preis Planungsbeginn 2006 Baubeginn 2008

Bauübergabe 2009

P r o j e k t d a t en

Nutzfläche gesamt 9.997 m2

Nutzfläche Wohnen 9.210 m2 Nutzfläche Arbeiten 787 m2 BGF 18.752 m2

Geschoße 11 inkl. 2 Untergeschoße und 1 Luftgeschoß Wohnungsanzahl 102 Büroeinheiten 24

Gesamtkosten € 13 Mio.


Lageplan Kaufmann

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Realisierung

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Lageplan Delugan Meissl


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Delugan Meissl A ss o c ia t e d A r c h i t e c t s 1040 Wien

private access public access communication area-void underground access

Die besondere Ausstrahlung des Areals der ehemaligen Brauerei Liesing beruht auf der Geschichte des Ortes und seiner Topographie, allerdings auch auf der klaren und vitalen Aussage des vorhandenen städtebaulichen Konzepts. Naheliegend ist also der Gedanke, anstelle einer kleinteiligen Zersplitterung dieser miteinander verflochtenen Gegebenheiten ganzheitlich zu konzipieren und zu handeln. Die fließende Bewegung der bereits städtebaulich vorgegebenen „Schlange“ bestimmt die formale Lösung und wirkt sich gleichzeitig auf das Erlebnis des Wohnens an diesem Ort aus. Ein breit gewähltes Konstruktionsraster von durchschnittlich 6,30 m gewährleistet die fließende Aufnahme dieser Bewegung ohne Beengung in den Grundrissen. Die Wohnbereiche öffnen sich weit nach Süden mit Blick auf den Wienerwald. Großzügige, vorgelagerte Loggien und Terrassenbereiche ermöglichen ein offenes, der Sonne zugewandtes Wohnen. Intro-

vertierte Räume und Ruhezonen sind an der Hangseite, hin zum Stadtwald, positioniert. Die großen Geschoßtiefen im Sockelgeschoß geben die Anregung für einen im Geschoßwohnungsbau gemeinhin unüblichen Atriumtyp. Ein Splitlevel öffnet den Wohnraum großzügig gen Süden und zum vorgelagerten Freibereich hin. Dieser Freibereich wird einem Atrium ähnlich umschlossen und bietet so einerseits Privatheit, stellt andererseits aber auch eine kommunikative Verbindung zur Urbanität der großen vorgelagerten Plaza her. Das neue Areal der Brauerei Liesing vereint unterschiedliche Nutzungen: Wohnformen mit integrierten Arbeitsmöglichkeiten und Wohneinheiten mit koppelbaren Arbeitsräumen stehen zur Verfügung. Die „Luftgeschoße“ sind als attraktive Aufenthaltszonen konzipiert und können für vielfältige Nutzungen durch die Bewohner „okkupiert“ werden.


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J o h annes Kau f m ann A r c h i t e k t ur

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6850 Dornbirn | 1020 Wien

Erschließung Die Hauptzugänge von der Breitenfurter Straße und dem Liesinger Platz sind durch den Masterplan vorgegeben. Sowohl Bewohner als auch Besucher werden entlang der öffentlichen Durchgänge zur Schnittstelle der Erschließungsebene -1 und Kulturplatz geführt. Dieses Erschließungssystem ermöglicht es, den südlichen Platz zur Bebauung an der Breitenfurter Straße erschließungsfrei zu halten und ein höheres Maß an Urbanität zu bewahren. Die Verteilerebene im ersten Untergeschoß bietet auch kommunikative und gemeinschaftliche Nutzungen an.

Ebene 0

Ebene 1

Leitidee Eines der Planungsziele bestand darin, qualitativ hochwertige Wohnungen anzubieten, welche in starkem Kontext zur Umgebung stehen. Eine besondere Herausforderung bestand darin, auf die vorgegebenen Bebauungstiefen von bis zu 22 m mit einem entsprechenden Typologie- und Erschließungssystem zu reagieren, um wichtige Bedürfnisse wie Licht, Luft und Sonne den Bewohnern nicht vorzuenthalten. Der Großteil der Wohnungen ist daher durchgesteckt, und es wurde eine vertikale Erschließung gewählt. Im ersten Untergeschoß befindet sich eine multifunktionelle Verteiler- und Foyerzone, die einen starken Bezug zur dahinterliegenden Kulturnutzung aufweist. Abwechslungsweise zu den Stiegen- bzw. Liftkernen durchstoßen großzügig gestaltete Lichthöfe den gesamten Baukörper.

Typologie Im Sockelbaukörper wurden die Wohnungen in einem Zweispännersystem erschlossen. Es entstanden dadurch ausschließlich durchgesteckte Wohnungen mit extrem kurzen Erschließungswegen. Jeder zweite Erschließungsturm durchdringt das Freigeschoß und erschließt den schwebenden Schlangenbaukörper, welcher sechsspännig erschlossen wird. Dieser Wechsel der Typologie führt zu einer differenzierten Vielfalt der Wohnungen. Generationenwohnen / Flexibilität Bei den Maisonettewohnungen in den oberen Geschoßen ist eine Teilbarkeit in zwei bis drei Einheiten mit eigenem Zugang möglich, was dem steigenden Bedarf an Generationenwohnungen und Flexibilität der Grundrisse entspricht. Die durchgesteckten Wohnungen im Sockelbaukörper bieten die Möglichkeit, durch Zu- bzw. Wegschalten eines Zimmers an der Nordseite, die Wohnungsgröße zu verändern.


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Realisierung

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Freigeschoß / Brücke Das Freigeschoß wird von Bebauungen freigehalten – lediglich die Erschließungskerne werden durch dieses zum oberen Baukörper weitergeführt. Sowohl öffentliche als auch halböffentliche Nutzungen dieser zweiten Platzebene führen zu einer Belebung, welche durch eine Brücke zum nördlichen Park mit Anschluss an die Kulturnutzung noch

verstärkt wird. Die Brücke samt separatem Stiegenkern ermöglicht eine barrierefreie Verbindung des Freigeschoßes, des Kulturplatzes mit dem nördlich ansteigenden Platz. Fassade Die Südfassade bietet den Nutzern großzügige Außenräume in Form von Loggien oder Terrassen. Die Schiebe-Klapp-Läden in Aluausführung in den oberen drei Geschoßen, sowie die größeren Schiebeläden im Sockelbaukörper überlassen es dem Nutzer, welchen Grad an Belichtung, an Ein- und Aussicht er haben möchte. Je nach Helligkeit entsteht eine wechselnde Einsichtigkeit von außen nach innen oder umgekehrt.

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Lichthöfe Abwechselnd zu den Erschließungskernen durchstoßen Lichthöfe den Baukörper. Diese gewährleisten eine optimale Belichtung und Belüftung der Mittelzonen der Wohnungen. Fast alle Bäder und Küchen können somit natürlich be- und entlüftet werden.


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Siemens City Vienna, Wien 21

Bauherr

Siemens AG Österreich, 1210 Wien

Planung

Architekten Soyka/Silber/Soyka, 1060 Wien Georg Soyka, Wolfgang Silber

Mitarbeit: Stefan Pollhammer, Anita Zajaczkowska, Werner Leitner, Mathias Kowalski, Elisabeth Walcher, Judith Sobotka,

Alexander Noelle, Verena Grissenberger, Katharina Rohrmoser, Daniela Lehner, Marcel Burkert, Angela Amann, Andreas Muttentaler, Herta Frischenschlager, Hans Fae, Stefan Lechner, Stephan Rindler, Thomas Zenger, Klaus Pristounik, Maria Heuer

Konsulenten

Statik: Boll und Partner, Stuttgart

Bauphysik: Dr. Pfeiler GmbH, Graz

Haustechnik: Siemens Gebäudemanagement & -Services GmbH Landschaftsplanung: Markus Beitl

Fotos

Pez Hejduk, Hertha Hurnaus

Projektverlauf

Wettbewerb Juni 2005, 1. Preis, siehe wettbewerbe 259/260, Februar/März 2007 Planungsbeginn Dezember 2005 Baubeginn Februar 2008

Fertigstellung Phase 1 Mai 2010

P r o j e k t dat e n

Grundstücksfläche 485.000 m2 BGF gesamt 81.500 m2 BGF Tower 36.800 m2

BGF Nordspange 32.600 m2

BGF Communication Line 3.300 m2

BGF Restaurant- und Konferenzbereich 8.800 m2 Anzahl Stellplätze 336 Baukosten € 150 Mio.


Aufgabenstellung Die Siemens AG Österreich beabsichtigte ihren Standort in Wien 21, die so genannten Siemensgründe, auf denen sich das Unternehmen vor über 100 Jahren ansiedelte, städtebaulich zur „Siemens City“ weiterzuentwickeln. Mittelfristig sollen Firmenteile, welche auf verstreuten Standorten in Wien und Umgebung beheimatet sind, etappen-

weise auf diesem Standort konzentriert werden. Vorgesehen war eine Erweiterung der Büroflächen, komplettiert durch ergänzende Infrastrukturbereiche (Service, Ausbildung, Schulung, Seminar, Kommunikation, Gastronomie), die notwendige Nahversorgung (Geschäftsflächen für Handel und Gewerbe, ggf. Hotelnutzungen) sowie die Integration der bestehenden industriellen Produktionsstätten.

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© Pez Hejduk

Siemens City Vienna, Wien 21

Realisierung

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Architekten Soyka/Silber/Soyka

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Š Pez Hejduk

1060 Wien

Bauphasen

Bauphase I

Bauphase II

Bauphase III

Bauteilbezeichnungen

I Zentralgebäude I Forum I Nordspange Bauteil 2 I Nordspange Bauteil 3

I Nordspange Bauteil 4 I Nordspange Bauteil 6 I Nordspange Bauteil 8


Städtebaulicher Leitgedanke Der städtebauliche Leitgedanke war einerseits bestimmt durch die vorgeschlagene Dichteverteilung der Stadtplanung, andererseits beeinflusst durch das Thema der Außendarstellung bzw. der inneren Vernetzung und Kommunikation des Unternehmens. Siemens Communication Line Ausgehend von der Idee einer sinnvollen Organisation der baulichen Volumen und deren internen funktionellen Zusammenhängen wurde eine „Straße“ als logistische Verknüpfung der einzelnen Baukörper vorgeschlagen. Diese Straße wurde – um den komplexen Anforderungen der vielen verschiedenen Geschäftsbereiche von Siemens und den gewünschten organisatorischen Synergien untereinander – vor allem aber um ein Höchstmaß an

informeller Kommunikation zu ermöglichen – als gedeckte innere Siemens Communication Line weitergedacht. Damit entstand ein ordnendes System von (in 2. Bauphase) zwei rechtwinkelig zueinander verlaufenden Innenräumen, die die gesamte fußläufige horizontale und vertikale Erschließungszone aufnehmen. Diese L-förmige Bebauung stellt die robuste städtebauliche Grundstruktur dar, an die die modularen Bürobaukörper in abwechslungsreicher und austauschbarer Form angegliedert sind. Die Communication Line ist ab dem ersten Eintreten als zusammenhängender großzügiger lichtdurchfluteter Bereich erlebbar, der sofort eine Vorstellung von erlebbarer Corporate Identity vermittelt. Die Erschließung der einzelnen Bürobaukörper erfolgt über entsprechende Security Checks an den jeweiligen Rezeptionen und organisieren sich in modularen Pavillons.

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Siemens-Valley Neben dem Thema der Communication Line ist das zweite Hauptthema der städtebaulichen Idee die Definition und Ausgestaltung des Siemens-Valley. Der Grüngürtel in Ost-Westrichtung und die vorhandenen großen Wiesenflächen sind Ausgangspunkt für das Grünraumkonzept. Das SiemensValley ist beidseits der Communication Line tief mit der modularen Bebauungsstruktur verflochten. Das Aushubmaterial der nur jeweils ein Untergeschoß tiefen Garagen dient dazu, kleine Hügel und Erhebungen zur Strukturierung des Parks anzuschütten. Der Übergang der Parklandschaft zur Communication Line bzw. die Blickbeziehung nach außen wird durch vorgelagerte Wasserbecken (Reflexion Pools) gesteigert. Siemens-Tower Der Siemens-Tower setzt in seiner zeichenhaften Ausformulierung den städtebaulichen Akzent. Die architektonische Form ergibt sich aus der einladenden sich öffnenden Geste zur Hauptzugangsrichtung für Fußgänger von der Siemensstraße /

bestehende S-Bahn-Station, das Hochziehen des Kommunikationsthemas in die Vertikale und die orthogonale Ausrichtung auf die Zufahrtachse Shuttleworthstraße (die Haupt-Pkw-Zufahrt von der Stadt kommend) und in der großräumigen Blickbeziehung zu Kahlenberg / Leopoldsberg. Nachhaltigkeitsaspekte Siemens-Tower Nach den Vorgaben des Bauherrn muss das Hochhaus der Siemens City Vienna nach ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten bei der Europäischen Kommission als Vorzeigevorhaben für ein sogenanntes Green Building gelten. Die Zielsetzung ist die Zertifizierung nach LEED NC Version 2.2 Gold (Zertifizierungsverfahren läuft, die Bestätigung erfolgt Ende des Jahres 2010). Um diese Vorgaben zu erreichen, wurden folgende Grundüberlegungen und Anforderungen berücksichtigt: hoher Nutzungs- und Umweltstandard, hoher Komfort für Nutzer und Betreiber, Minimierung des Energieeinsatzes für den Gebäudebetrieb und damit der Betriebskosten, Minimierung der Schadstoffemissionen bei Bau und Betrieb, Nutzung der natürlichen Ressourcen wie Luft, Wasser, Sonne, Erdwärme/ Geothermie, umweltfreundliche Gebäudeleittechnik zur Erhöhung der Betriebssicherheit durch zentrales Melden, Anzeigen, Bedienen und Flexibilität auf zukünftige Raumanpassungen. Die jeweils 13,50 m breiten Trakte garantieren ein Höchstmaß an tagesbelichteten Räumen bei gleichzeitiger Berücksichtigung aller gängiger Bürolayouts.

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Siemens-Plaza Die Qualität dieser öffentlichen Siemens-Plaza wird durch die Anordnung von Nutzungen wie Handel, Dienstleistung, Hotel / Boardinghouse, aber auch besonders durch Siemens-eigene öffentliche und halböffentliche Funktionen wie Siemens-Shop, Informationszentrum, Customer Relationship, Akademie, Siemens-Museum und Siemens-Forum bereichert.


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Die zweischalige Fassade weist zentral gesteuerte, vor der Primärfassade liegende Sonnenschutzlamellen mit Lichtumlenkfunktion auf. Die äußere Sekundärfassade dient als Prallscheibe für Wind und Niederschlag und ermöglicht die uneingeschränkte Beschattungsfunktion und auch zugfreies Öffnen der Fenster. Eine zentral übergeordnete Sonnenschutzsteuerung erfolgt über einen Beschattungsrechner pro Fassade (einschließlich Berücksichtigung von Ausrichtung, Sektor und Geschoß). Die Grundlast-Wärmeversorgung des Objekts erfolgt über Geothermie. Auf Grund des statischen Konzepts kamen 120 Bohrpfähle, die 30 m tief in der Erde stecken, in Verbindung mit einer Bodenplatte zur Ausführung. Diese werden zur Nutzung der Geothermie im Zusammenspiel mit der thermoaktiven Betonkernaktivierung herangezogen. Jährlich lassen sich damit 40.000 t CO2 einsparen. Die Spitzenlast-Wärmeversorgung erfolgt über die Anbindung an das örtliche Fernwärmenetz. Die Grundlast-Kälteversorgung des Objekts erfolgt ebenfalls über Geothermie in Zusammenspiel mit der Wärmepumpe und der thermoaktiven Betonkernaktivierung. Die Spitzenlast-Kälte wird über eine Kältemaschine erzeugt.

Zentrale Lösungen sind für die Belüftung der Büro- und Besprechungsräume verantwortlich, der Außenluftanteil liegt bei 100 %. Ab einer Außenlufttemperatur zwischen 26°C und 32°C sowie 0°C und -13°C wird der Außenluftanteil auf den Wert von 50% linear verringert. Um den Eintrag von Schadstoffen aus der Außenluft zu begrenzen, wird die Zuluft mit Filtern der Güteklasse F6 gefiltert. Die Steuerung sämtlicher Beleuchtung, die Steuerung der Außenjalousien und die Raumsteuerung für Heizung und Kälte werden mittels EnOcean-System realisiert (batterielose Funkbasis steuert, überwacht und meldet). Stehleuchten pro Arbeitsplatz mit direktem und indirektem Licht sind zur Reduktion des Energiebedarfs mittels Bewegungsmelder und Helligkeitssensor gesteuert. Die Sanitärtechnik nimmt in ihrer Komponentenauslegung Bezug auf die Einhaltung der Komfortkriterien, Reduzierung der Trinkwasserverbräuche durch bedarfsgerechte Justierung, Verwendung von Regenwasser für die WC-Spülung und Einbeziehung von Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung.

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Schindler steht für umweltbewusste Mobilität. Energieeffizientes Denken bestimmt die Strategie. Globale Erwärmung, Treibhauseffekt und die Frage nach künftigen Energieressourcen sind dringende Anliegen unserer Zeit. Eine der größten Herausforderungen an die Industrie besteht darin, Produkte und Prozesse effizient zu gestalten – die Entwicklung von energiesparenden Aufzügen gehört dazu.

Der Grüne Weg Seit über 10 Jahren beschreitet Schindler den Weg eines „grünen“ Unternehmens und setzt sich intensiv für ein Umdenken in Richtung energieeffizienter Gebäude- und Mobilitätsplanung ein. Ein Großteil des globalen Energieverbrauchs entsteht im Gebäudesektor, bis zu 15% fallen dabei auf den Betrieb von Aufzügen und Fahrtreppen. Hier besteht also enormes Einsparungspotenzial. Mit innovativen Produkten und Lösungen konnte Schindler den Energiebedarf für Wohnhausaufzüge in den letzten Jahren um mehr als 40% senken und nimmt damit eine Vorreiterrolle am Markt ein.

Potenziale nutzen Das Gewicht eines Schindler Aufzugs besteht bis zu 85% aus recyclebaren Materialien und wird so gering wie möglich gehalten. Denn je weniger Masse bewegt werden muss, umso mehr Energie wird bei der Fahrt gespart. Die Modulbauweise der Schindler Aufzüge erlaubt es zudem, gegebenenfalls nur einzelne Bauteile auszuwechseln und das erhöht die Lebensspanne der Produkte. Neue getriebelose Antriebe, die Rückspeisung von freigesetzten Energien ins Stromnetz oder der Einsatz langlebiger LED-Lampen in den Aufzugs-Kabinen leisten zusätzlich einen Beitrag zum aktiven Umweltschutz.

Nachhaltig planen Innovationen von Schindler senken den Energiebedarf nachhaltig. Das Steuerungssystem MICONIC 10 beispielsweise hilft, den Aufzugsverkehr optimal und effektiv zu regeln. Passagiere werden zu dem Aufzug geleitet, der die schnellste Route mit den wenigsten Zwischenstopps zum gewünschten Stockwerk bietet. Das reduziert den Energieverbrauch um bis zu 20% und für die Aufzugsnutzer ergeben sich praktisch keine Wartezeiten.

Siemens City Die Sensibilität der Bauherren gegenüber Fragen des Energieverbrauchs wächst. Ein eindrucksvolles Beispiel, vom verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ist die Siemens City. Schindler ist stolz darauf mit seinen Aufzügen auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit der City zu leisten.

Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH Wienerbergstraße 21-25 1100 Wien Telefon +43 (1) 60188-0 Telefax +43 (1) 60188-3000 info@schindler.at www.schindler.at

Schindler setzt sich für die Umwelt ein. Neben der Entwicklung von effizienten Neuanlagen informiert Schindler seine Kunden auch gerne über Energieeinsparungspotenziale durch Aufzugsmodernisierungen.


DI Franz Polzer Vorstandsvorsitzender BWS Konzern

Die BWS Gemeinnützige allgemeine Bau-, Wohnund Siedlungsgenossenschaft, registrierte Genossenschaft mit beschränkter Haftung, ein Unternehmen, das 2011 bereits 100 Jahre sozial verträgliche Wohnbauten errichtet, hat durch die Möglichkeit geförderten Wohnbau in Wien zu forcieren, ihren Focus auf durch öffentlichen Verkehr bestens erschlossene Bereiche gelegt. Hier ist es möglich, in Zusammenarbeit mit den besten Architekten Wohnbauten zu errichten bzw. bestehende Gebäude zu adaptieren, die den Wünschen und Vorstellungen der Wohnungssuchenden entgegenkommen/entsprechen. Der Wohnungsbedarf ist steigend; gleichzeitig werden in bestehenden Objekten/Altbauten Wohnungen frei. Hier gilt es einen Mix zu finden, welcher der Ausdehnung der Stadt durch die viel schwierigeren Adaptierungen von Bestandsobjekten nach den

heutigen technischen, wissenschaftlichen und sozialen Erkenntnissen entgegenwirkt. Insbesondere auch im Bereich der Sockelsanierung zählt die BWS zu den führenden Unternehmen und wurde hierfür bereits mehrfach mit Stadterneuerungspreisen ausgezeichnet. In der folgenden Reportage freuen wir uns Ihnen unser jüngst erfolgreich umgesetztes Projekt in diesem Bereich präsentieren zu dürfen: die Wohnhausanlage 1200 Wien, Robert-Blum-Gasse. Hier wurden 131 Wohnungssanierungen mit KategorieAnhebungen sowie 45 neue Dachgeschoßwohnungen mit Terrassen und eine neue Tiefgarage mit 36 Stellplätzen realisiert. Dieses Projekt wurde im Sommer 2010 mit dem 1. Preis im Rahmen des Wiener Stadterneuerungspreises ausgezeichnet und steht exemplarisch für das Motto unseres Unternehmens: BWS: Beim Wohnen Spitze!

Vorwort

Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse, Wien 20

Woh n hausan l age Rob ert-B lum-Gasse, Wi en 20

wettbewerbe 289/290

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Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse, Wien 20

B a u h e rr BWS, 1050 Wien

Planung

GSD Gesellschaft für Stadt- und Dorferneuerung, 1100 Wien

Konsulenten Statik: Helmut Attl

Bauphysik: Walter Leiler

Fotos

GSD GmbH Wien

Projektverlauf

Bauzeit Oktober 2006 bis Mai 2009 Übergabe/Übernahme Juni 2009

Wiener Stadterneuerungspreis 2010, 1. Preis, siehe wettbewerbe 287/288, Juli/August 2010

P r o j e k t dat e n

131 Wohnungssanierungen mit Kategorie-Anhebungen 2-geschoßiger Dachausbau

45 Dachgeschoßwohnungen mit Terrassen

1-geschoßige Tiefgarage mit 36 Stellplätzen Nettobaukosten € 16,2 Mio.

Lageplan


Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse, Wien 20

Realisierung

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Luftbild

und den Hintergrund der Erbauung bildeten die insgesamt 5 „Flugräder“ auf den straßenseitigen Dachfassaden, Symbole des damals erst vier Jahrzehnte alten Eisenbahnwesens. 2003, fast 100 Jahre nach Errichtung der Wohnhausanlage, entschloss sich der Bauherr zu einer umfassenden Generalsanierung. Sockelsanierung Schwerpunkt der hausseitigen Maßnahmen waren: Instandsetzen der Fassaden, Aufbringen eines Außenwand-Wärmedämmverbundsystems, Reprofilieren der straßenseitigen Fassaden, Ausbilden von horizontalen Aussteifungen pro Geschoßdecke, Einbau von Holz-Alu-Wärmeschutzfenstern und -türen, Einbau von einbruchhemmenden Wohnungseingangstüren, Einbau bzw. Zubau von 15 Personenaufzügen, Einbau von Kinderwagen- und Fahrradabstellräumen, Errichten einer Zentralwaschküche, Errichten eines Transformatorraumes, Neugestaltung der Außenanlagen sowie Anschluss des Hauses an das Fernwärmenetz.

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Die Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse 1+3 befindet sich in jenem Teil des 20. Bezirks, der sich von Norden direkt zwischen Donaukanal und Donau erschließt. Städtebaulich ist dieser Bezirksteil einerseits durch die großen Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien in der Leystraße, am Kapaunplatz und am Friedrich-Engels-Platz geprägt, andererseits durch den ausgedehnten Verkehrsknoten Nußdorf. Errichtet wurde die Anlage ca. 1911, also gegen Ende der Gründerzeit, von den k.k. österreichischen Staatsbahnen, um ihren Bediensteten und Arbeitern leistbare Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Die Anlage mit gesamt 15 Stiegen ist auf einem fünfeckigen Grundstück errichtet. In der Grundstücksmitte ist die Wohnhausanlage durch eine zwischen der Robert-Blum-Gasse und der Schongauergasse verlaufende Freifläche in zwei geschlossene Wohnblöcke mit Innenhöfen geteilt. Die prägnante Architektur der bei Errichtung fünfgeschoßigen Anlage zeichnete sich besonders durch die großen Mansardendächer und die aufwendig gegliederte Fassade aus. Einen Hinweis auf die Zeit


GSD G e s e l l s c h a f t f ü r S t a d t u n d D o rf e r n e u e r u n g

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1100 Wien

Fassaden und Fenster Entsprechend der Charakteristik der Gründerzeitarchitektur waren vor allem die straßenseitigen Fassaden der ganzen Wohnhausanlage reich dekoriert. Nach Abschlagen des gesamten Verputzes und Instandsetzung des darunterliegenden Mauerwerkes wurde ein Außenwand-Wärmedämmverbundsystem hergestellt.  Ergänzend erfolgte die Reprofilierung aller Gliederungselemente der Fassade nach dem ursprünglichen Bestand. Insgesamt wurden rd. 13.500 m2 Wärmedämmverbundsystem und 10.000 m Fassadennuten hergestellt. Die Reprofilierung der Fassaden erfolgte mit ca. 1.300 m Dekor-Gesimse und rd. 640 Stück der verschiedenen Dekor-Elemente. In der ganzen Wohnhausanlage wurden mehr als 1.000 neue Holz-Alu-Fenster montiert. Durch die Herstellung der Wärmeschutzfassade und den Einbau von Wärmeschutzfenstern konnte die Energiekennzahl Heizwärmebedarf von rd. 78 kWh/(m2a) auf ca. 35 kWh/(m2a) reduziert werden; damit erreicht die Wohnhausanlage nach der Sanierung Niedrigenergiehaus-Standard.

Wohnungsverbesserungen In der Wohnhausanlage wurden fast 2/3 aller Wohnungen saniert. Leerstehende Wohnungen wurden komplett saniert. Bei bewohnten Wohnungen hatten die MieterInnen während der Sanierung die Möglichkeit, ihre Wohnung im sogenannten „Huckepackverfahren“ ebenfalls erneuern bzw. verbessern zu lassen. Insgesamt erfolgten 131 Wohnungsverbesserungen mit Kategorie-Anhebung, davon 78 Leerwohnungen und 53 Huckepackwohnungen, dabei wurden 14 Wohnungszusammenlegungen durchgeführt. Die Nutzfläche der sanierten Wohnungen beträgt zusammen rd. 7.400 m2 oder ca. 62% der Gesamtnutzfläche. Dachgeschoßausbau Der vorhandene Baubestand zeigte ideale Voraussetzungen für einen Dachgeschoßausbau. Straßenseitig war das Dach als Pult- bzw. Mansardendach hergestellt, hofseitig war das Dachgeschoß als Vollgeschoß mit Flachdach ausgebildet, die vorhandenen Räume im Dachboden dienten nur als


Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse, Wien 20

Realisierung

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Systemdetail Aufzug Eckstiege

Systemdetail Aufzug Mittelstiege

Außenanlagen Der vor der Sanierung zwischen den Wohnblöcken bestehende Grünstreifen und die Innenhöfe der Bauteile waren trostlos wirkende Freiflächen; sie wurden einer kompletten Neugestaltung unterzogen. Wegenetz, Beleuchtung und Sitzplätze wurden erneuert bzw. neu errichtet. Ein Kleinkinderspielplatz mit Fallschutzbelag befindet sich nun auf Seite der Robert-Blum-Gasse. Auf dem kleinen Platz in der Mitte wurde ein „Flugrad“, das nach Demontage von der Dachfassade erhalten werden konnte, als Baudenkmal aufgestellt.

Insgesamt wurden in den Grünanlagen rd. 500 m2 Rasen, ca. 850 Sträucher und 900 Bodendecker, sowie 2 Bäume neu gepflanzt, das Wegenetz erstreckt sich über mehr als 900 m2. Das Flugrad der Eisenbahn Das Flugrad, Synonym des wie im Flug dahin rasenden Rades, stammt von dem Künstler Hans Makart (1840-1884). Bei einem feierlichen „Festzug der Stadt Wien“ im Jahr 1879 wurden die verschiedenen Arbeitstätigkeiten künstlerisch dargestellt mitgeführt. Darunter ein Rad mit zwei aus der Nabe sich heraus breitenden Adlerflügeln. Es war bald zum Markenzeichen des Eisenbahnwesens geworden. Fünf Flugräder schmückten die Dachgiebel der Wohnhausanlage, bis fortschreitende Verwitterung eine Demontage erforderlich machte, die im Zuge der Sanierung erfolgte. Zwei Flugräder konnten erhalten werden: Eines wurde als Baudenkmal innerhalb der Anlage aufgestellt, das zweite Flugrad ist in einem Museum der Österr. Bundesbahnen untergebracht.

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© Bernhard Broer

Waschküche oder Trockenboden. Ziel des Ausbaus war die Errichtung von Maisonette-Wohnungen mit nutzbaren Freiflächen. Alle Wohnungen sind zu mindestens zwei Himmelsrichtungen orientiert (Querdurchlüftung) und verfügen über eine Dachterrasse. Insgesamt wurden 45 Dachgeschoßwohnungen mit einer Gesamtnutzfläche von rd. 4.050 m2 errichtet, dabei beträgt die durchschnittliche Wohnnutzfläche ca. 90 m2, die Terrassen sind im Durchschnitt ca. 17 m2 groß.


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Š Bernhard Broer

Wohnungsverbesserung: Leerwohnung

Wohnungsverbesserung: Leerwohnung mit Wohnungszusammenlegung


Systemschnitt Dachgeschoß 45° Dachschräge Systemschnitt Dachgeschoß Mittelstiege

Wohnhausanlage Robert-Blum-Gasse, Wien 20

Realisierung

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Dachgeschoßwohnung, links untere Ebene, rechts obere Ebene

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Längsschnitt Tiefgarage Hofansicht Robert-Blum-Gasse 3


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Innovationen


Innovationen

Innovationen

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Konzernzentrale Kirchdorfer Zementwerke Villa Menti Plaza, Feldkirch, Vorarlberg Vor Hitze schützen und Energiekosten sparen Alu-Fenster beziehen Position Domico: Effizienter Hallenbau in nur sechs Tagen ohne Außenschale Komfortabel Baden mit ausgezeichnetem Design Moderne Gebäudetechnikarchitektur mit Biomasseheizungen Tageslicht-Raffstore RETROLux S lenkt Licht und spart Energie

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Klappbrückenverfahren mit Betonfertigteilen


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Beton in schwebender Leichtigkeit In nur einem Jahr Bauzeit errichtete die Firma Hofmeister Generalunternehmer GmbH & Co KG am Gelände des Kirchdorfer Zementwerkes die neue Konzernzentrale. Die einzigartige Beton-Fassade wurde von Mag. Thomas Mayrhofer entworfen. Die gegossene Sichtbetonschale der neuen Konzernzentrale der Kirchdorfer Zementwerke symbolisiert eine rhythmische Menschenkette, die gemeinsam an einem Strang zieht. Miteinander wird ein Unternehmen gebildet, wobei jeder Einzelne Teil des Ganzen ist. Die weit auskragende Stahlbetonplattenkonstruktion war nur durch die Verwendung von Verdrängungskörpern, die die Eigengewichte verringern, möglich. Das Gebäude ist auf Großbohrpfählen gegründet, über die sehr hohe Stützlasten aufgrund der großen Gebäudeüberhänge abgeführt werden. Hier erfährt der Baustoff Beton eine ihm im Allgemeinen nicht zugedachte Wirkung: schwebende Leichtigkeit. Ohne seine bewährten Eigenschaften zu vernachlässigen, kann er sich von einer besonderen Seite zeigen und seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zum Ausdruck bringen. Beton besticht durch seine enorme Anpassungsfähigkeit und ist universell einsetzbar. Mit der außergewöhnlichen Fassadengestaltung wurde das für die Kirchdorfer Zementwerke Typische sichtbar gemacht. Bei der Errichtung der Konzernzentrale kamen firmeneigene Produkte und Verfahren zum Einsatz.

Fotos: © TOM Projektdesign GmbH, Hofmeister Generalunternehmer GmbH & Co KG

Konzernzentrale Kirchdorfer Zementwerke

Die Schwierigkeit in der Produktion der Fassade bestand im Schalungsbau für die aus unterschiedlichen Radien herzustellenden Teile. Die dafür speziell angefertigten Holzschalungen wurden ständig erneuert und vorbehandelt, wodurch eine ausgezeichnete Sichtbetonoberfläche wie bei Stahlschalungen erzielt werden konnte. Besonders schwierig gestaltete sich der Einbau der Aussparungen für die inversen Teile der Menschenkette. Spezielle 1:1-Computerausdrucke der Öffnungen boten die Grundlage für den passgenauen Einbau in konischer Form. Jeder Betoniervorgang erfolgte mit besonderer Sorgfalt, um eine gleichmäßige und schlierenfreie Sichtbetonqualität zu erzielen.


Innovationen Fotos: © Eduard Hueber / archphoto.com

Villa Menti Plaza, Feldkirch, Vorarlberg

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verbunden sind, erhielten eine rote, zwölf Zentimeter Klinkerfassade, die Bezug zur bestehenden Bausubstanz aufnimmt. Das markante Sichtmauerwerk aus rauem Backstein unterstreicht das elegante Erscheinungsbild der neuen Wohn- und BürohausanlageVilla Menti Plaza. Alle Wohnungen in den kubisch geformten Bauten verfügen über großzügige Terrassen, Balkone und Loggien. Dunkle raumhohe Holzfenster veredeln die optisch sehr ansprechende, wertbeständige rote Backsteinfassade zusätzlich. Mit der Eingliederung der Villa Menti in ein modernes städtebauliches Konzept wurde ein Schritt in Richtung Revitalisierung des alten Feldkircher Villenviertels gesetzt.

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Markant und elegant: Sichtmauerwerk aus rotem Klinker In der Waldfriedgasse in Feldkirch entstand – durch den Abriss eines Hotels aus den 1960er Jahren – inmitten historischer Villen und parkähnlichem Grün ein Bauplatz für eine moderne Wohn- und Büroanlage. Der Auftrag: Die Errichtung eines Baukörpers mit städtischer Dichte, ohne dass diese sichtbar wird. Die größte Herausforderung: Die Einbindung der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Villa Menti. Das Architekturbüro Baumschlager-Eberle aus Lochau konzipierte vier gestaffelte Baukörper, wobei ein flacher Bauteil nach Norden hin einen Winkel bildet, der die neue Bebauung wirkungsvoll abgrenzt. Die Objekte wurden subtil um die Villa platziert, sodass eine homogene Gestaltung des Areals, bei gleichzeitiger Erhaltung der wertvollen, alten Parklandschaft erreicht wurde. Das alte Gasthaus, dem ursprünglich das Hotel angebaut war, wurde saniert und markiert die südöstliche Ecke der Wohnanlage. Die neuen Baukörper, die untereinander durch einen Arkadengang


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V o r H i t z e s c h ü t z e n u n d E n e r g i e k o s t e n sp a r e n

Weitere Informationen Austrotherm GmbH

Mag. (FH) Stefan Hollaus

Friedrich-Schmid-Straße 165 2754 Waldegg / Wopfing

T: 02633/401-145

F: 02633/401-148

stefan.hollaus@austrotherm.at www.austrotherm.com

Austrotherm®, der Spezialist für Wärmedämmung, schützt Büro, Haus und Wohnung nicht nur vor übermäßiger Kälte im Winter, sondern auch vor Überhitzung im Sommer. Wer einen kühlen Kopf bewahren will, sollte die Fassade mit hochqualitativen Fassadendämmplatten wie der Austrotherm EPS® F-PLUS dämmen – mit 23 % höherer Dämmleistung als herkömmliche Styropor-Platten und einem Lambdawert von 0,031 W/(mK). Den Vor-

Die neue Austrotherm EPS® F-PLUS schützt auch vor Überhitzung im Sommer.

Die Dämmung der Fassade und des Daches sowie die Verschattung der Fenster sind die wichtigsten Maßnahmen zur Hitzevermeidung.

hersagen zufolge wird die Erderwärmung in den kommenden Dekaden immer weiter steigen, die Sommer immer heißer werden. Für ein angenehmes Wohn- und Arbeitsklima sollten die Temperaturen tagsüber nie mehr als 27 und in der Nacht nicht mehr als 25 Grad betragen. Die vier Wände vor sommerlicher Überhitzung zu schützen, gewinnt daher immer mehr an Bedeutung. Nur wenn die Fassade professionell gedämmt wird, bestenfalls in Niedrigenergie- bzw. Passivbauweise, kann auch keine Hitze ins Haus eindringen. Für die Fassade empfiehlt sich die Austrotherm EPS® F-PLUS Fassadendämmplatte mit Protect-Beschichtung. Sie schützt vor Hitze im Sommer sowie Kälte im Winter und hilft so 85 % der Heiz- und Energiekosten einzusparen. Auch am Dach besteht die Möglichkeit einer thermischen Sanierung. Die besten Ergebnisse werden mit einer Zwischensparrendämmung (Austrotherm KLEMMFIX) oder einer Aufsparrendämmung, mit der Austrotherm EPS® W30-PLUS, erreicht. Wenn der Dachboden nicht ausgebaut wird, empfiehlt sich die Dämmung der obersten Geschoßdecke mit Austrotherm EPS W20-PLUS. Die Beschattung der Fensterflächen ermöglicht ebenfalls eine wesentliche Temperaturreduzierung in den Räumen. Werden große Glasflächen mit Außenjalousien vor Sonnenstrahlen geschützt, kann der Wärmeeintrag wesentlich reduziert werden. Die neue Info-Fibel ‚Sommerlicher Hitzeschutz’ steht ab sofort auf der Website www.austrotherm.com zum Downloaden bereit oder kann kostenlos bestellt werden.

AL U - FEN S TER b e z i e h e n P o s i t i o n Weitere Informationen

http://www.alufenster.at/ positionspapier

Um die Frage „Welches Fenster hält und funktioniert am längsten – auch ohne Wartung?“ zu beantworten, haben AFI Aluminium-Fenster-Institut und AMFT Arbeitsgemeinschaft der Hersteller von Metall-Fenster/Türen/Tore/Fassaden ein Positionspapier ALU-FENSTER erstellen lassen. Die MA 39, die Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle der Stadt Wien, hat Produkttests durchgeführt, die weit über die sonst am Markt üblichen Belastungsgrenzen hinausgehen. Drei Aluminiumkonstruktionen, die die Gemeinschaftsmarke ALU-FENSTER führen – ein einflügeli-

ges Fenster mit fixverglaster Unterlichte, eine einflügelige Balkontür und ein zweiflügeliges Fenster –, wurden einem Dauerbelastungstest unterzogen und die Prüfberichte bestätigen die volle Funktionsfähigkeit der Konstruktionen nach 30.000 Zyklen. Die Öffnungs- und Schließzyklen gemäß ÖNORM EN 1191:2000 wurden ohne Wartungsdurchführung (Schmier- und Nachstellarbeiten) durchgeführt. Zusätzlich wurde eine Konstruktion bis 50.000 Zyklen getestet und auch hier wurde die Funktionsfähigkeit erfolgreich nachgewiesen. Diese Anzahl der Zyklen entspricht einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von über 60 Jahren. Das IBPM Institut für interdisziplinäres Bauprozessmanagement an der Technischen Universität Wien errechnete die Lebenskostenzyklen im Zeitraum von 60 Jahren bei einem Zinssatz von 4% und jährlichen Instandhaltungskosten als Prozentsatz des Kaufpreises. Über die gesamte Lebensdauer gerechnet sind laut Studie die Kosten für Alu trotz höherem Grundpreis niedriger als bei Holz und Holz/Alu, nach 26 Jahren auch günstiger als bei Kunststoff. Auch das Recyceln von Alufenstern ist günstig: Nur 5 % der für die ursprüngliche Produktion eingesetzten Energie ist dafür notwendig.


www.domico.at

Die beengten Platzverhältnisse in Vöcklamarkt machten für DOMICO, den Hersteller von Dach-, Wand- und Fassadensystemen, einen Neubau in der Nähe der Zentrale notwendig. Um in Zukunft noch rationeller fertigen, automatisiert verladen und somit „just in time“ ausliefern zu können, wird der Dachbereich der DOMICO Produktpalette von der Zentrale in die neue Produktionshalle ausgelagert. Dort werden in Zukunft die Dachsprodukte GBS®, Domitec® und Domisan® gefertigt. Das Stammwerk bleibt die Produktionsstätte für die DOMICO Fassaden. Der erste Bauabschnitt umfasst eine Produktionsfläche von ca. 3.200 m2. Die Halle wurde eingeschoßig in der DOMICO Elementbauweise errichtet. Baubeginn war im März 2010.

Aufgestellt wurden drei aneinander gereihte und verzahnte Baukörper mit jeweils 30 x 35 m (Gebäude-Außenmaß insgesamt 105 x 30 m). Die Pultdächer haben eine Dachneigung von 3 Grad, eine Firsthöhe von 12,20 m sowie eine Traufenhöhe von 10,34 m. Als Unterbau für die Hallenelemente wurde ein Betonsockel errichtet, auf dem die Bodenverankerungsprofile montiert wurden. Die Hallenelemente bestehen aus einem unterspannten Dachelement und zwei Wandelementen, die im Werk mit einem Gelenk verbunden wurden und somit ein komplettes Ganzes ergeben. Die Spannweite von 29,10 m wurde mittels Unterspannung mit einer Höhe von 2,14 m überbrückt. Die Breite der Hallenelemente variiert von 1.600 bis 2.000 mm.

Als Dachoberschale wurden Domitec®-Dachprofile, Deckbreite 500 mm, aus verzinktem und beschichtetem Stahlblech mit einer DOMICO RESISTA®Beschichtung in RAL 9007 in die werkseitig vormontierten Halteprofile geklippst. Die Wandflächen wurden mit den großflächigen, ebenen Planum®-

Fassadenelementen, Deckbreite 600 mm bekleidet und waagrecht durchdringungsfrei auf den zweiteiligen Modulleisten (Ausgleichswinkel und Modulleiste) befestigt. Die Ausgleichswinkel wurden bereits werkseitig auf die Wandelemente montiert. Zum ästhetischen Erscheinungsbild der Halle trägt nicht nur die plane Oberfläche der Fassade bei, sondern auch der farbliche Kontrast der Profile und Lichtbänder-Einfassungen. Die Fassadenfarben sind RAL 9010 und 7024. Das DOMICO Element ist ein kompaktes Leichtbauelement und besteht aus Tragprofilen, Kassetten mit glatter Innenseite, Wärmedämmung und diffusionsoffener Abdeckbahn, die die Wärmedämmung beim Transport schützt und die Montage weitgehend witterungsunabhängig macht. Beliebige Öffnungen in der Dach- und Wandfläche werden bereits im Werk berücksichtigt. Fertig ausgewechselte Lichtkuppelöffnungen sowie Tor- und Türöffnungen werden so automatisch zu einem fertigen Teil der Hallenelemente, ohne auf der Baustelle weiteren Arbeitsaufwand zu verursachen. Das Element entspricht perfekt den heutigen Anforderungen aufgrund der hervorragenden bauphysikalischen Eigenschaften, wie z.B. U-Wert ca. 0,2 (Standard), 0,15 und 0,11 W/m2K, bewertetes Schalldämm-Maß Rw ca. 52 dB sowie in der Akustikausführung mit perforierter Kassettenuntersicht mit einem bewerteten Schallabsorptionsgrad von αw 0,4 und in der Akustikausführung mit perforiertem Planum® von αw 0,9. An den Giebelseiten der Element-Halle wurden Stahlsäulen versetzt. Diese dienen als Auflager für die Portalkräne (Spannweite 34 m) und zugleich auch als Unterkonstruktion für die Montage einer doppelschaligen Wand – bestehend aus DOMICO Stahlkassetten (Profiltyp 145/600) als Innenschale und Planum®-Fassadenelementen als Außenschale – für die drei Hallenschiffe.

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Weitere Informationen

Innovationen

DOMICO : E f f i z i e n t e r H a l l e n b a u i n n u r s e c h s T a g e n o h n e Au S S e n s c h a l e

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Ko m f o rta b e l b a d e n m i t a us g e z e i c h n e t e m D e s i g n

Punktgenaues Einstellen von Wasserstand und -temperatur bei der Wannenbefüllung schont die natürlichen Ressourcen, spart Energie und ist außerdem ‚Komfort pur’. Mit der elektronisch gesteuerten Garnitur Multiplex Trio E von Viega ist es jetzt möglich, Temperatur und Wasserstand per Knopfdruck zu definieren. Dass diese individuell immer wieder abrufbar sind, dafür sorgt eine Memoryfunktion – und das für mehrere Nutzer. Viega hat diese innovative Technik mit Unterstützung von Artefakt Industriekultur in ein ebenso innovatives Design verpackt. Die neue Wannengarnitur trägt das Label ‚Design Plus’ für herausragendes Design. Um den Füllvorgang zu starten, genügt Multiplex Trio E von Viega kontrolliert zuverlässig und voll automatisch Wasserstand und Wohlfühltemperatur in der Badewanne. ein kurzes Tippen auf Weitere Informationen

Foto: Viega

www.viega.de

die runde Bedieneinheit; durch längeres Drücken wird von Wannenbefüllung auf Handbrause umgeschaltet. Die Temperaturwahl erfolgt durch Drehen der Bedieneinheit; gleichzeitiges Drücken und Drehen verändert den Zulauf. Um die Betätigung noch komfortabler zu gestalten, lässt sich die Multiplex Trio E voreinstellen. Dazu werden Temperatur und Wasserstand einmal definiert und können anschließend beliebig abgerufen werden. Ist die gewünschte Füllmenge erreicht, wird der Zulauf automatisch gestoppt. Rund um die Bedieneinheit läuft ein schmales Lichtband. Analog zur Temperatur verändert sich dessen Farbe von Blau nach Rot, die Farbintensität signalisiert die Zulaufmenge. Multiplex Trio E ist mit allen Multiplex Trio- und Rotaplex Trio-Garnituren kombinierbar. Bei beiden ist der Zulauf bereits in den Überlaufkörper integriert. In Verbindung mit der neuen Rotaplex Trio F läuft das Wasser vom Wannenboden aus zu. Damit hat Viega ein neues Kapitel in der Geschichte der Wannenbefüllung aufgeschlagen. Erstmals sind im abgestimmten Design sämtliche Funktionen in der Badewanne konzentriert – ein gestalterischer Minimalismus, der in dieser Konsequenz einmalig ist.

Weitere Informationen www.kwb.at

Das Vorzeigeprojekt, die Firma Lehner Wolle3 – der größte österreichische Wollverarbeiter – kühlt und heizt mit Biomasse. Weben, Spinnen, Walken sind die drei Kernkompetenzen von Lehner Wolle3. Der 60-Mann Betrieb im oberösterreichischen Waizenkirchen hat in den letzten beiden Jahren seinen Umsatz mit innovativen naturreinen Produkten aus Schafwolle verdoppelt und ein innovatives Kühlkonzept mit Solarenergie und Biomasse umgesetzt. Höchste Standards in der Wollverarbeitung stellen hohe Anforderungen an das Raumklima. Wolle lädt sich bei schlechten Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsverhältnissen elektrostatisch auf, schwankende Produktqualitäten sind die Folge. Ein innovatives Technik-Paket sorgt jedoch für optimale Produktionsbedingungen: Wärmeerzeugung mit Biomasse (100 kW Pelletheizung) und 80 m2 Kollektorfläche, Kälteerzeugung mit Absorptionskältemaschine (24 Stunden Betrieb mit Biomasse, solarthermisch unterstützt), Tageslichtsystem und Nachtlüftung in Büro und Produktionsbetrieb. Biomasse hat erhebliche Kostenvorteile in der Wärme- und Kälteerzeugung. Im Bereich von Bürobauten mit Glasfassaden

etwa könnten solche innovativen Konzepte verstärkt zum Einsatz kommen. Das KWB Projektengineering, das in der Vertriebsstruktur der KWB angesiedelt ist, unterstützt interessierte Partner bei der Umsetzung dieser innovativen Projekte. Dabei kommt es zu unterschiedlichsten Aufgabenstellungen, die als Support zur Produktvielfalt der KWB geleistet werden können

Fotos: Lehner Wolle3 (Kessel/Gebäudekollage)

Moderne Gebäudetechnikarchitektur m i t B i o m a ss e h e i z u n g e n

KWB Biomasseheizungen Leistungen – Kundennutzen: Ausschreibungsunterstützung, Aufstellungsplanung, nahtlose Zusammenarbeit mit Bauherren, Architekten, HT-Planern sowie Energiedienstleistern, es werden durchgängige Projektbegleitung bis zur Übergabe der Anlage, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sowie Netzwerkaktivitäten und Fachvorträge angeboten. Zu den Fachvorträgen sei angemerkt, dass quartalsmäßig ein Akademietag stattfindet, wo auf die oben angeführten Themen eingegangen wird. (Infos dazu: danja.gruber@kwb.at)


Weiterere Informationen: www.schlotterer.at

Innovationen

T a g e s l i c h t - R a f f s t o r e RETROLu x S l e n k t L i c h t u n d sp a r t E n e r g i e

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Herkömmlicher Sonnenschutz dunkelt die Räume ab und erfordert somit elektrische Beleuchtung. Dabei könnte eine optimierte Tageslichteinlenkung die Einschaltdauer der künstlichen Beleuchtung um mindestens 50 % reduzieren. Während der klassische Außenraffstore die Fassade zum Zeitpunkt hoher Sonneneinstrahlung dicht macht und innen dann oftmals das Licht aufgedreht werden muss, zeigt sich der Tageslichtraffstore RETROLux S der Schlotterer Sonnenschutz-Systeme GmbH sehr viel freundlicher gegenüber der natürlichen Ressource Tageslicht. Durch die kontinuierliche Verkippung der Lamellenwinkel, von einer sehr offenen, flachen Position im oberen Fensterbereich zu einer eher geschlossenen Position im unteren Fensterbereich, wird das Tageslicht gesteuert. Selbst dann, wenn die direkte Sonne im Sommer in den Himmel zurück reflektiert wird, hat man im Raum noch immer genügend Licht und kommt ohne elektrische Lichtquellen aus. Geregelt wird die Lichteinstrahlung im Sommer und Winter primär über den Sonneneinfallswinkel – ganz ohne Hand anzulegen. Erst sekundär muss über ein Schwenken der Lamellen nachgeregelt werden. Durch die besondere, gekantete Ausführung der Lamellen liegt das Lightshelf bei hoher Sonne immer im Schatten der oberen Lamelle, erst bei flacherer Sonne im Winter kommt es auch zu einer zunehmenden Lichteinlenkung am Lightshelf.

Weitere Informationen

Fotos: TU Wien

www.voeb.com

In Kooperation mit dem Verband Österreichischer Beton- und Fertigteilwerke (VÖB) entwickelte Prof. Johann Kolleger und sein Team von der TU Wien eine neue innovative Brückenbaumethode. In einem Pilotversuch in Gars am Kamp wurde eine tonnenschwere Brücke aus Betonfertigteilträgern aufgespannt wie ein Regenschirm. Die einzelnen Teile der Brücke werden zunächst aus Beton-Elementen, deren Wände nur wenige Zentimeter dick

sind, hergestellt. Diese werden, fast wie die Stäbe eines Regenschirms, zu einer U-förmigen Schale zusammengefügt und durch die nötige Bewehrung wird die Stabilität der zukünftigen Brückenträger erreicht. Diese U-Teile werden zusammengespannt und senkrecht zu einem etwa 26 Meter hohen, schlanken Turm aus Beton miteinander verbunden. Dieser Turm wird dann mithilfe eines Krans symmetrisch auseinander geklappt. Mit dem Senken der Träger streckt der Turm seine Arme aus. In kurzer Zeit kann auf diese Weise ohne weitere Gerüstung eine Tragkonstruktion fertig gestellt werden, die nur noch ausbetoniert werden muss. Während des Ausklappvorganges müssen sich die Bauelemente an mehreren Knotenpunkten gegeneinander drehen. Verbindende Gelenke herzustellen, die das Ausklappen unbeschadet überstehen, war die größte Herausforderung. Diese Methode wurde von der TU Wien bereits international zum Patent angemeldet. Neben Zeit- und Kostenersparnis ist auch die Umweltfreundlichkeit ein wichtiger Vorteil der neuen Brückenbauweise. Die Anwendung dieser Klapp-Methode bei konkreten Bauprojekten ist bereits geplant.

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K l a pp b r ü c k e n v e r f a h r e n m i t B e t o n f e r t i g t e i l e n


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Margarete Schütte-Lihotzky Projektstipendien. Auss c h r e i b u n g

Weitere Informationen Gabriele Kosnopfl T: 01/53120-6814

Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur schreibt die Margarete Schütte-Lihotzky Projektstipendien für das Jahr 2011 aus, die zu Ehren der verdienstvollen österreichischen Architektin anlässlich ihres 100. Geburtstages eingerichtet worden sind. Stipendienziel Ermöglichung von architektonisch-baukünstlerisch interessanten Projekt- oder Forschungsvorhaben, die sonst nicht verwirklicht werden könnten. Stipendienzweck Durchführung eines Projektes im Bereich der Architektur bzw. der Stadtplanung mit Schwerpunkt auf experimentelle Ansätze, soziale Verbesserungen bzw. im Zusammenhang mit der Dynamik aktueller gesellschaftlicher Veränderungen. Bedingungen Thematisch spezifizierte Beschreibung eines Projektes mit experimenteller Ausrichtung bzw. innovativem Charakter, dem breiteres Interesse zugeordnet werden kann. Durchführung von Vorstudien bzw. der Recherche bei oder in Kooperation mit Institutionen im internationalen Kontext, wie Planungsabteilungen, beispielhaften Projektträgern, Bibliotheken, Archiven, Universitäts-/Hochschulinstituten u.ä. Ergebnis Bericht und Dokumentation der Arbeit an die Abteilung V/1. Abschließende öffentliche Projektpräsentation, z.B. durch Ausstellung, Vortrag, Publikation, o.ä. Teilnahmeberechtigte Zielgruppe Teilnahmeberechtigt sind alle österreichischen oder seit drei Jahren in Österreich lebenden Architektinnen und Architekten mit mindestens 5-jähriger beruflicher Praxis. Von der Bewerbung ausgeschlossen sind Studentinnen und Studenten bzw. Personen, die das Stipendium bereits erhalten haben. Anzahl und Höhe der Projektstipendien Bis zu fünf Stipendien; Stipendienhöhe je € 7.500,–.

Einreichunterlagen Schriftliche Erläuterung und Spezifizierung des Themas mit halbseitiger Kurzfassung Projektbeschreibung – Zielerwartungen – Vorgangsweise – Zeitplan – Art der Ergebnisse – geplante Präsentationsform Dokumentation bisheriger Arbeiten (max. der letzten 5 Jahre - keine Originale) Adressen inkl. Tel. und e-mail der Institutionen, mit denen kooperiert werden soll Lebenslauf inkl. Adresse, Tel./e-mail, Angaben zur Ausbildung Bankverbindung: Bank, BLZ, Konto-Nr., Konto-Wortlaut, IBAN, BIC alle Unterlagen in deutscher Sprache Auswahl Durch Jury. Einsendeschluss 31. Jänner 2011 (Es gilt das Datum des Poststempels). Einreichadresse Die Bewerbungsunterlagen sollten das Format DIN A4 nicht unter-/überschreiten, sind mit dem deutlich sichtbaren Vermerk: „Margarete SchütteLihotzky Projektstipendium“ auf dem Kuvert zu kennzeichnen und zu richten an: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Abteilung V/1 Concordiaplatz 2 1010 Wien Der Jury werden nur vollständige Bewerbungen vorgelegt. Vom Ergebnis des Jury-Entscheids werden alle Bewerber schriftlich informiert bzw. ihnen die Bewerbungsunterlagen retourniert. Für Beschädigung oder Verlust der Unterlagen kann jedoch keine Haftung übernommen werden. Mit der Annahme des Stipendiums verpflichten sich die StipendiatInnen bis spätestens einen Monat nach Ablauf des Stipendiums einen dokumentierten Bericht über die erfolgte Tätigkeit der Abteilung V/1 vorzulegen.


wissen auch Elsa Prochazka und ihr Team von architectureality. www.bene.com

Wienerberger Ziegelindustrie GmbH

BENEWIRKT

BEI ERFOLGREICHEN ARCHITEKTINNEN.

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289/290 September/Oktober 2010