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ROKPA Helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe. Ein besseres Leben für Menschen in Not.


Wir gratulieren zu 30 Jahren nachhaltigen Engagements.

Die Geschichte von ROKPA ist eine ausserordentliche Erfolgsgeschichte. Was ganz klein begann ist heute, 30 Jahre später, ein weltweit tätiges, wichtiges Hilfswerk. Wir sind stolz, seit mehreren Jahren die Hilfe von ROKPA aktiv zu fördern und freuen uns, auch in Zukunft nachhaltige Projekte für benachteiligte Menschen zu unterstützen.

www.ubs.com © UBS 2010. Alle Rechte vorbehalten.

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30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe. Inhalt Editorial

3

Unsere Hilfsorganisation Wie alles begann – die Gründer

4

Meilensteine

6

Ein besonderes Hilfswerk

8

Unsere internationalen Botschafter

11

Unsere Projekte 12 Geographische Übersicht

14

Bildung für Waisenkinder

16

Portrait: Dorje Dolma

18

Leben am Ende der Welt

20

Akuter Ärztemangel in Tibet

23

Portrait: Droni Amcho

24

Umweltdrama auf dem Dach der Welt

26

Stigma Strassenkind

28

Portrait: sMaila

29

Wenn Mütter auf der Strasse leben

30

Portrait: Radhika

31

Kein Geld zum Essen – Gassenküche Nepal

32

Sprache als Schlüssel zur Kultur

34

Portrait: Lijang Döndrup

35

Herausforderung AIDS-Waisen

37

Wie ROKPA Ihre Spenden verwendet

38

Was eine Spende für ROKPA bewirkt

40

„Darum spende ich für ROKPA“

41

Die ROKPA-Familie

42

„Wir sind eine Familie“

43

Unsere Repräsentanten in 18 Ländern

44

Portrait: Barbara Pfeiffer

50

Die Organe von ROKPA

51

ROKPA dankt / Impressum

52

ROKPA INTERNATIONAL ist seit 2004 ZEWO-zertifiziert.




ROKPA hilft Menschen in Not. Seit 30 Jahren!



30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Liebe ROKPA-Freunde, Spenden und unser Einsatz nicht mit Erwartungen auf Gegenleistung oder Dank verknüpft sind. Mit ihrer Grosszügigkeit bekunden die Freundinnen und Freunde von ROKPA ihre Bereitschaft, ihren Wohlstand zu teilen, weil es sie glücklich macht, Menschen zu unterstützen und zu fördern, die nichts haben. Wenn wir unsere Projekte besuchen und all die Kinder sehen, denen wir helfen konnten, berührt uns das zutiefst. Diese Kinder hatten praktisch nichts: weder Eltern noch sonstige Unterstützung. Ein paar von ihnen wussten nicht einmal, wie sie heissen oder woher sie kommen. Viele lebten als Bettler auf der Strasse und hatten keine Ahnung, was mit ihren Eltern passiert war. Durch ROKPA haben sie zuerst Wir danken Ihnen, dass Sie die Arbeit von ROKPA unterstützen und somit anderen helfen. Zu den wichtigsten Erfolgen von ROKPA in den letzten 30 Jahren gehört unser Einsatz für Tausende von Waisenkindern, ohne dass wir uns dabei auf eine bestimmte ethnische Gruppe festlegen. Doch wir bilden nicht nur Kinder aus, sondern sind auch seit vielen Jahren in der Gesundheitsförderung und im Umweltschutz tätig. In den Wintermonaten, wo viele Menschen nicht in der Lage sind, sich selbst zu versorgen, versorgen wir sie mit warmen Mahlzeiten. Darüber hinaus haben wir vielen allein erziehenden Müttern geholfen, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen, damit sie sich und ihre Familien ernähren können. Wir sind froh darüber, dass ROKPA viele Tausend Menschen in verschiedenen Ländern glücklich gemacht hat und zwar nicht nur durch Bildung, Versorgung mit Nahrung und Obhut, sondern insbesondere auch durch die Erhaltung ihres kulturellen Erbes. Wir haben bereits viel erreicht. Doch wir hoffen, dass wir unsere Unterstützung in den nächsten 30 Jahren auf andere Länder ausweiten können. Was ist das Besondere an ROKPA? Hilfeleistung steht sicherlich bei allen Hilfsorganisationen im Vorder-

ein Zuhause, Familie, Geschwister und Freunde gefunden, dann eine Schul- und Berufsausbildung bekommen und jetzt eine Arbeit gefunden. Das alles macht uns glücklich, insbesondere macht es uns froh, dass sie jetzt auch glücklich sind. Dieses Jahr feiern wir unser 30-Jahr-Jubiläum. Wir wollten dieses Jubiläum mit Ihnen feiern, mit einer Tanztournee von elf ROKPA-Kindern aus Nepal. Weil sie der lebende Beweis dafür sind, dass Kinder, die in einem guten, liebenden Kinderheim aufwachsen, zu freundlichen, hilfsbereiten und erfolgreichen Menschen heranwachsen, ohne sich schlechte Gewohnheiten zuzulegen. Aufgrund des tragischen Erdbebens, das im April 2010 die tibetische Bevölkerung in und um Yushu getroffen hat, verzichten wir vorerst darauf, Sie mit der Tanz- und Lebensfreude unserer ROKPA-Kids anzustecken. Weil wir als weltweit führendes Hilfswerk in Tibet zuerst dafür sorgen werden, den Waisenkindern und obdachlosen Menschen zu helfen, nach der Tragödie wieder Fuss zu fassen und eine neue Existenz aufzubauen. Wir danken Ihnen von Herzen für JEDE Spende, ganz egal wie gross oder klein sie ist, denn diese Spende verhilft Menschen in Not zu einem besseren Leben.

grund. Doch die Menschen, die ROKPA unterstützen,

Ihr Dr. Akong Tulku Rinpoche und Ihre Lea Wyler

zeichnen sich besonders dadurch aus, dass ihre

Präsident und Vize-Präsidentin von ROKPA INTERNATIONAL




Wie alles begann.

Elend der Menschen, der Leprakranken, der Kinder so tief aufgerüttelt, dass sich dadurch mein ganzes Leben schlagartig

„Die beste Art, dir selber zu helfen, ist

verändert hat. Zum ersten Mal zu erleben,

es, in der Hilfe für andere aufzugehen.“

die Hand eines Leprakranken zu halten,

was Hunger einem Menschen antun kann, einem blinden Kind in die Augen zu schauen – all diese Erlebnisse und

Diese Worte des tibetischen Lamas und

lichen Form zu unterstützen. Am 27. März

Erinnerungen nähren seither meine

Arztes Dr. Akong Tulku Rinpoche kamen

1980 gründete Lea Wyler zusammen mit

Motivation weiterzumachen. Ich werde nie

der erfolgreichen Schweizer Schauspiele-

Dr. Akong Tulku Rinpoche und ihrem

aufhören, ihnen helfen zu wollen, mich

rin Lea Wyler wieder in den Sinn, als sie

Vater den Verein ROKPA INTERNATIONAL

nie an das nackte Elend der Menschen

nach dem frühen Tod der eigenen Mutter

– mit dem Leitgedanken zu helfen, wo

gewöhnen“, erinnert sich Lea Wyler an die

auf der Suche nach einer neuen Rich-

Hilfe gebraucht wird. ROKPA sollte ein

Anfangszeiten von ROKPA.

tung in ihrem Leben war.

Hilfswerk werden, das Menschen in Not

Mit Akong Rinpoche hatte Lea Wyler

unterstützt, unabhängig von ihrer religi-

Das kleine Hilfswerk, das in der kleinen

1980 Indien und Nepal bereist. Die

ösen Ausrichtung, ihren politischen

unfassbare Armut, der Hunger der Kinder

Ansichten und ihrem kulturellen Hinter-

und die Not der Mütter hatten sie zutiefst

grund.

schockiert.

In den achtziger Jahren halfen Lea Wyler

nal renommierte Hilfsorganisation mit

Zurück in Zürich, konfrontierte Lea ihren

und Dr. Akong Tulku Rinpoche u.a.

Niederlassungen in 18 Ländern. ROKPA

Vater, den berühmten Schweizer Anwalt

tibetischen Flüchtlingen in Indien und

ist heute das weltweit wichtigste Hilfs-

Dr. Veit Wyler, mit der Idee, eine interna-

Nepal, bis sie 1990 – nach jahrelangen

werk für notleidende Tibeter, die weiterhin

tionale Hilfsorganisation zu gründen.

Verhandlungen – endlich auch in Tibet mit

in ihrer Heimat leben. Daneben engagiert

Dieser zögerte keinen Augenblick, die

Projekten zum Aufbau von medizinischen

sich ROKPA auch in Nepal, Simbabwe

lange karitative Familientradition fortzu-

Einrichtungen, Schulen und Klöstern

und Südafrika mit mehreren Hilfspro-

führen und seine Tochter in jeder mög-

beginnen konnten. „Damals hat mich das

jekten.

2-Zimmer-Wohnung von Lea Wyler seinen ersten Hauptsitz hatte, ist im Laufe der Jahre stetig gewachsen und ist heute – 30 Jahre später – eine internatio-

Die Gründer von ROKPA. Nach seiner Ankunft in Grossbritannien 1963 will Akong

Der Wunsch, anderen zu helfen, ist es auch, der die drei ROKPA-

Rinpoche Kranken helfen. Er hatte den Entschluss, Menschen zu

Gründer – Akong Rinpoche, Lea Wyler und ihren Vater, Dr. Veit

unterstützen, die unter Armut, Krankheit und seelischen Qualen

Wyler – in einer magischen Synergie zusammenbringt.

leiden, bereits 1959 gefasst, nachdem er mit 300 anderen aus

Mit Ende Zwanzig erlebt Lea den Krebstod ihrer geliebten,

Tibet nach Indien geflüchtet war. Er gehörte zu den nur 13 Menschen, die die zehn Monate dauernde Flucht über die verschneiten Pässe des Himalaya überlebten.

arbeiteten ihre beiden Eltern unermüdlich, um die Übersiedlung von Juden aus dem vom Krieg erschütterten Europa nach Israel

In England scheint es aber nirgendwo einen Platz für Akong

zu unterstützen. Leas Mutter war eine Schauspielerin, die ihren

Rinpoche zu geben – trotz seiner Ausbildung zum Arzt der

Geist und Charme einsetzte, um Flüchtlingsfrauen neuen Mut zu

tibetischen Medizin und seines Ranges als wiedergeborenen Abt

geben.

des Klosters Dolma Lhakang (Osttibet). Sein Englisch ist

In ihrer Trauerzeit bringen Freunde Lea nach Kagyu Samye Ling

schlecht und das tibetische Heilsystem ist in Europa kaum bekannt. So wendet er sich schliesslich an das Rote Kreuz, um seine Hilfe anzubieten. Man teilt ihn dazu ein, Binden aufzurollen. Er erinnert sich: „Sie waren sehr freundlich zu mir und haben gesagt: Sie verstehen sicher, was ein Verband ist und wozu man ihn verwendet.“ Er rechnet es dem Roten Kreuz hoch an, dass man ihn helfen lässt: „Es war mein Wunsch, den Menschen auf die eine oder andere Art zu helfen“. 

wunderschönen und begabten Mutter. Während Leas Kindheit

in Schottland, wo sie Akong Rinpoche kennenlernt. Es ist der Beginn einer aussergewöhnlichen Freundschaft. 1980 begeben sich die beiden gemeinsam auf eine Pilgerreise nach Indien. Lea erkennt, was ihre Eltern zuvor auch verstanden hatten: Es ist ihre Aufgabe, Menschen zu unterstützen, die alles verloren haben. Akong Rinpoche erkennt sowohl die ausserordentliche Stärke und Tiefe ihres Wunsches zu helfen, als auch ihre

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Lea Wyler, Dr. Akong Tulku Rinpoche und Dr. Veit Wyler

hervorragenden persönlichen Eigenschaften. Über Lea sagt er:

für ihn arbeitet, viel lernt, aber vor allem das Hilfswerk ROKPA

„Sie wird niemals verbiegen, was gerade wachsen muss. So eine

ins Leben ruft. Zu Beginn ist es schwierig, Paten für tibetische

Person zu finden, ist sehr selten.“

Flüchtlinge zu finden. Die Kehrtwende kommt, als Lea Wyler

Obwohl Lea anfänglich davor zurückschreckt, das glamouröse

1989 Akong Rinpoche auf einer Reise nach Kathmandu beglei-

Leben als erfolgreiche Schauspielerin aufzugeben, beginnt sie eine Ausbildung zur Buchhalterin, um effektiver für ROKPA zu arbeiten. Unerschütterlich ist ihre Hingabe, wenn es darum geht,

tet. Beide sind betroffen von der Armut und dem Hunger der Menschen um die Stupa in Boudnath, einer berühmten Pilgerstätte. Die ROKPA-Gassenküche entsteht – damit so viele

anderen zu helfen. Veit Wyler hegt anfänglich Skepsis gegenüber

Hungernde wie möglich satt werden.

Akong Rinpoche, hat andererseits aber Verständnis für den

Lea ist tief berührt von den vielen Kindern, die ohne regelmäs-

Wunsch seiner Tochter, sich um arme Flüchtlinge in Indien und

siges Essen, in Lumpen, ohne Dach, ohne Zuwendung und ohne

Nepal zu kümmern, deren Leben völlig aus den Fugen geraten

Aussicht auf Bildung auf der Strasse ausharren. Als Lea den

ist.

Wunsch äussert, ein paar dieser Kinder von der Strasse zu

Veit Wyler, der in Deutschland und in der Schweiz Jura studiert

holen, rät ihr Akong Rinpoche vorerst davon ab. Und macht ihr

hatte, hat sein Wissen und seine Fähigkeiten auch stets für Menschen eingesetzt, die in Not waren. Im zweiten Weltkrieg dient er in der Schweizer Armee und riskiert Nacht für Nacht sein Leben, als er Flüchtlingen über die Grenze hilft, damit sie

klar, dass sie damit für die nächsten 20 Jahre die Verantwortung für diese Kinder übernehmen müsse. Lea beharrt auf ihrem Wunsch und legt damit den Grundstein für das ROKPA-Kinderhaus, dem sie fortan als über alles geliebte „Mummy Lea“

dem Nazi-Regime entkommen. Er weiss: Jeder, der nur einen

vorstehen wird.

Fetzen einer Schweizer Armeeuniform trägt, kommt unbehelligt

Heute, 30 Jahre nach der Gründung steht fest: Vor allem dank

über die Grenze. Immer wieder verteilt er, hoch in den Schweizer

dem unermüdlichen Engagement dieser drei offenherzigen

Bergen wo er stationiert ist, Mantel, Hut, Gürtel oder Stiefel an

Persönlichkeiten ist ROKPA zu einem einzigartigen Hilfswerk in

Flüchtlinge. Später erzählt er schmunzelnd, dass er mit diesen

Asien, Afrika und Europa herangewachsen. Zum Erfolg beigetra-

Aktionen der Schweizer Armee eine hohe Rechnung bescherte

gen haben auch zahllose freiwillige Mitarbeiter/-innen in vielen

und ausserdem jedes Mal wegen seiner spärlichen Bedeckung

verschiedenen Ländern, inspiriert besonders durch die Fähigkeit

halb erfroren die Nacht verbrachte.

von Akong Rinpoche, den Menschen zu vermitteln, was für ein

Bevor Veit bei ROKPA selber aktiv wird, stellt er seine Tochter

Privileg es ist, anderen zu helfen: Nach seinem Verständnis wird

Lea in seiner renommierten Zürcher Anwaltskanzlei an, wo sie

den Menschen, die anderen helfen, dadurch selbst geholfen.




30 Jahre ROKPA INTERNATIONAL. Die Meilensteine. Seit 1980 hilft ROKPA Menschen in Not. Hier ein kurzer Rückblick.

1980 Am 27. März 1980 gründen der tibetische Arzt und Lama, Dr. Akong Tulku Rinpoche, Lea Wyler und deren Vater, Dr. Veit Wyler, den Verein ROKPA INTERNATIONAL mit Sitz in Zürich. Die ersten Aktivitäten von ROKPA beginnen mit der Unterstützung von tibetischen Flüchtlingen in Indien und Nepal. 1982 Die Finanzdirektion des Kantons Zürich und später alle weiteren Schweizer Kantone erklären ROKPA INTERNATIONAL für steuerbefreit.

Mahlzeiten an bedürftige Menschen

1983

verteilt.

Dr. Akong Tulku Rinpoche kehrt zum

Lea Wyler nimmt die ersten sieben

ersten Mal seit seiner dramatischen Flucht im Jahre 1959 nach Tibet zurück; die Situation vor Ort berührt ihn tief. 1985 Gründung von ROKPA England. 1986 Gründung von ROKPA Deutschland und ROKPA Belgien.

Heimschulen von Spendern finanziert. Lea Wyler reist nach Kalkutta und trifft Mutter Teresa. Gründung von ROKPA-Zweigstellen in Frankreich, Österreich, Indien und Spanien. 1991

1988 Gründung von ROKPA Holland.

ROKPA richtet in Kathmandu ein Kleiderdepot ein, das jeweils im Winter geöffnet

1990

ist. Hier werden obdach- und mittellose

In Kathmandu, Nepal wird die ROKPA-

Menschen mit warmen Kleidern versorgt.

Gassenküche eröffnet, die seither jährlich mit Hilfe von Volontären aus aller Welt während der kältesten Wintermonate geführt wird. Täglich werden zwei warme 

Strassenkinder auf. Ihr Aufenthalt wird in

Zum ersten Mal werden notleidende Menschen durch Ärzte und Krankenschwestern aus verschiedenen Ländern kostenlos medizinisch betreut.

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Gründung von ROKPA-Zweigstellen in

1997

lungen am Edinburgh Festival. Ein Team

Kanada, USA, Italien und Südafrika.

Gründung von ROKPA Irland.

des Schweizer Fernsehens begleitet die

1992

1998

beiden Gründer und die Kinder einen Tag

Dr. Akong Tulku Rinpoche trifft Mutter

In der Nähwerkstatt in Kathmandu

Teresa in Glasgow.

arbeiten jetzt zehn Frauen. Erstmals in

Gründung von ROKPA Simbabwe.

ihrem Leben verdienen sie einen Lohn. 1999 Gründung von ROKPA Schweiz . 2000 Der ROKPA-Shop erhält das „Fair Trade“-Siegel. Lea Wyler wird in Zürich mit dem Jonas Furrer-Preis ausgezeichnet. 2002 Gründung von ROKPA Finnland. 2003 Im März 2003 wird der Grundstein für das neue, eigene ROKPA- Kinderhaus in Kathmandu, Nepal, gelegt.

1993 In Yushu, Ost-Tibet, wird die erste von ROKPA gebaute und unterstützte Waisen-

lang und filmt auch die Premiere in Zürich. Der Beitrag wird in der Rundschau auf SF1 sowie 3Sat mehrmals ausgestrahlt. 2006 Dr. Akong Tulku Rinpoche trifft Jian Qingling, Regierungschef von China, in London. 2007 Rechnungsprüfung nach Swiss GAAP FER 21. 2008 Die jährliche Charity-Gala von ROKPA Schweiz wird reorganisiert und von zahlreichen prominenten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Kultur besucht. Namhafte Schweizer Medien

Dr. Akong Tulku Rinpoche wird der

berichten über den ROKPA-Event.

Beacon-Preis übergeben.

2009

2004

ROKPA eröffnet in Kathmandu (Nepal)

ROKPA INTERNATIONAL sowie ROKPA

sein neues Gästehaus.

schule eröffnet, die später um eine Klinik

Schweiz erhalten das ZEWO-Gütesiegel.

und ein Ausbildungszentrum für tibetische

Dr. Akong Tulku Rinpoche wird der

Medizin erweitert wird.

Yunnan-Preis übergeben.

Gründung der ROKPA-Frauenwerkstatt:

2005

Die ersten vier Frauen, frühere Bettle-

Zum 25-Jahr-Jubiläum weiht ROKPA

rinnen, werden im Nähen ausgebildet.

zusammen mit 500 Gästen aus aller Welt

Gründung von ROKPA Nepal. Ein Haus in

das neue ROKPA Children’s Home in

Boudha wird gemietet und erhält den

Kathmandu/Nepal feierlich ein.

Namen „ROKPA House“. 30 ehemalige

Die BBC sucht ROKPA aus Tausenden von

Strassenkinder verbringen hier ihre

Hilfswerken aus und dreht einen Film in

Schulferien.

Nepal über unsere Aktivitäten. Millionen

Lea Wyler wird in Zürich mit dem

von Menschen in der ganzen Welt sehen

Johanniter-Orden ausgezeichnet.

diesen kurzen Film.

Die ROKPA-Kids aus Nepal ernten am

1995

Zehn der früheren Strassenkinder aus

BRAVE Festival in Polen und auf Tournee

Nepal bereisen Europa mit einer berüh-

in Deutschland und in der Schweiz grosse

renden Tanzvorführung, die ihr Leben auf

Erfolge.

der Strasse erzählt. Es wird ein Riesener-

ROKPA INTERNATIONAL sowie ROKPA

Gründung von ROKPA Polen. 1996 ROKPA mietet in Boudha, Kathmandu, ein Haus und eröffnet das ROKPA-Kinder-

folg und gipfelt in ausverkauften Vorstel-

Schweiz werden von der ZEWO für

haus. Es bietet über 50 Kindern ein

weitere fünf Jahre rezertifiziert.

Zuhause in familiärem Rahmen und

2010

ermöglicht ihnen eine Ausbildung in

ROKPA feiert sein 30-Jahr-Jubiläum.

lokalen Schulen.

Am 14. April erschüttert ein verheerendes

Die Frauen in der Frauenwerkstatt werden

Erdbeben die Region Yushu und zerstört

professionell. ROKPA-Shops werden in

auch die ROKPA-Waisenschule. ROKPA

Boudha, Samye Ling (Schottland) und am

bildet umgehend eine Taskforce für die

Hauptsitz in Zürich eingerichtet.

Nothilfe und den Wiederaufbau. 


Weitere Grundwerte von ROKPA Aufeinander abgestimmte Projekte ROKPA engagiert sich speziell für die Themen Gesundheit, Bildung und Förderung/Erhaltung der Kultur. Je nach der Notlage der Bevölkerung kann es aber sinnvoller sein, wenn wir uns zuerst um Ernährung, Aufforstung oder die Erhaltung von Handwerk kümmern. Erst wenn die Grundbedürfnisse gedeckt sind, weiten wir die Hilfe auf unsere Hauptbereiche aus.

Hauptanliegen Bildung und Selbständigkeit Bildung ist für ROKPA ein ganzheitliches Konzept. Neben dem Vermitteln von Allgemeinwissen legen wir

ROKPA-Volontäre servieren

ROKPA. Das besondere Hilfswerk.

Obdachlosen Essen.

besonderen Wert auf die menschliche Entwicklung und Förderung der

Geboren aus dem Antrieb heraus,

Menschlichkeit als Prinzip

Sozialkompetenz.

Menschen dort zu helfen, wo Hilfe

„Gib ihnen nicht nur Geld, sondern auch

Wir begleiten die Schüler/-innen in

gebraucht wird, hat sich ROKPA in 30

das Gefühl, dass sie willkommen und

einer langjährigen, vollständigen

Jahren dank des enormen Engagements

geachtet sind.“ Nicht nur die ROKPA-

Ausbildung in den Bereichen Erzie-

seiner Gründer, seiner Unterstützer und

Mitbegründerin Lea Wyler hat dieses

hung, Betreuung, handwerkliche

hunderter Freiwilliger zum grössten

Menschenbild ihrer Mutter verinnerlicht.

Ausbildung und Sozialerziehung und

Hilfswerk in Tibet entwickelt. ROKPA ist

Auch das Wirken des Hilfswerks ROKPA

bereiten sie auf ein selbständiges

das tibetische Wort für „helfen“ oder

basiert neben anderen Grundpfeilern auf

Leben vor. ROKPA wirkt Diskriminie-

„dienen“. Getreu diesem Leitgedanken

dieser humanistischen Weltanschauung.

rungen entgegen und fördert insbeson-

hilft ROKPA heute Menschen in Not,

ROKPA unterscheidet Menschen nicht

dere die Schul- und Weiterbildung für

auch in Nepal, Simbabwe und Südafrika.

nach ihrer Herkunft, Religion oder ihren

Mädchen und die Beschäftigung von

Den Projekten von ROKPA geht immer ein

politischen Ansichten und respektiert die

Frauen.

Hilfegesuch der Bevölkerung vor Ort voraus. Somit wird genau die Hilfe

Gesundheit als kostbares Gut Gesundheit ist Voraussetzung für die Balance von Seele, Körper und Geist. Nur durch diese Balance entsteht Respekt für sich selbst und für andere. ROKPA engagiert sich auf allen diesen Ebenen und setzt sich daher stark für die Erhaltung der Tibetischen Medizin ein.

geleistet, die wirklich benötigt wird und willkommen ist. Die genauen Bedürfnisse werden durch die Präsidenten von ROKPA INTERNATIONAL mit den Menschen im Zielgebiet persönlich abgeklärt und die Projekte genau auf diese zugeschnitten. Damit erreicht ROKPA eine unvergleichlich hohe Akzeptanz bei den Begünstigten und ein hohes Mass an Eigeninitiative der Bevölkerung. Die Mithilfe der SpendenEmpfänger stellt sicher, dass die Projekte von ROKPA nachhaltigen Erfolg haben.



30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe

regionalen Sitten und Gebräuche. Die Kultur vor Ort wird erhalten und gefördert. Diese Unabhängigkeit von Politik und Religion ermöglicht es dem Hilfswerk, insbesondere in Tibet weitreichende Hilfe leisten zu können. Ein Hilfswerk zum Anfassen ROKPA wird von vielen Spendern und Volontären als Hilfswerk zum Anfassen beschrieben. Dieser Ruf kommt nicht von ungefähr. Bei ROKPA ist jede Meinung, jede Idee und Mitarbeit willkommen. Der direkte Kontakt der Helfer zu den Empfän-


Mummy Lea mit Schützlingen

gern und auch zu den Spendern bildet

der Organisation durch regelmässige

Achtzehn Niederlassungen weltweit

den familiären Rahmen für aussergewöhn-

persönliche Besuche der einzelnen

Das ROKPA-Konzept überzeugt. Heute

liche Leistungen. Die Projekte von ROKPA

Projekte und die langjährige Ausrichtung

sammeln 18 Niederlassungen Spenden-

werden zu 80 Prozent von engagierten

des Engagements. Es geht ROKPA nicht

gelder aus aller Welt für die Hilfsprojekte

Freiwilligen umgesetzt. Dadurch können

nur darum, mit Soforthilfe grösste Not zu

in Tibet, Nepal, Simbabwe und Südafrika.

die Verwaltungskosten extrem niedrig

mildern, sondern darum, die Lebensbedin-

Sechzig Prozent der Spenden kommen

gehalten werden (unter 10%) und

gungen der Menschen in den Zielgebieten

aus der Schweiz. Der höchste Anteil der

Spendengelder erreichen zu 90% die

grundsätzlich zu verbessern. Dies zeigt

Spenden (drei Viertel des Spendenauf-

Menschen, die sie wirklich brauchen.

sich an Projekten wie dem ROKPA-

kommens) kommt den Projekten in Tibet

Langfristiges Engagement

Kinderhaus, der Frauenwerkstatt in Nepal

zugute. Etwa 70 Prozent werden dort für

und diversen Bildungsprojekten für Kinder

Bildungsmassnahmen aufgewendet. Die

und angehende Ärzte in Tibet.

Aufwendungen für die Versorgung und

Für den nachhaltigen Erfolg der ROKPAHilfsprojekte garantieren die Begründer

Ausbildung von Waisen- und StrassenkinKinder in der ROKPA Gassenküche

dern liegen in Nepal sogar bei rund achtzig Prozent. Nach 30 Jahren humanitärem Engagement von unzähligen Freiwilligen weist ROKPA heute über hundertachtzig laufende Projekte vor, in denen jedes Jahr zehntausend Kinder und Jugendliche eine Ausbildung erhalten und hunderttausend Menschen medizinisch versorgt werden durch freiwillige Helfer und durch grosszügige Spender, die von der Mission des Hilfswerkes überzeugt sind.




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30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Unsere internationalen Botschafter Hinter ROKPA stehen bekannte Persönlichkeiten, die unser

Photo by John Russo

Hilfswerk ehrenamtlich unterstützen.

Marc Forster Filmregisseur

„Unser Zeitalter ist geprägt von krassen Gegensätzen; einerseits konnte in unserem Teil

“Ich setze mich für ROKPA ein, weil ich

der Welt mit grossem Einsatz grosser Wohlstand und eine noch nie dagewesene

weiss, dass bei ROKPA die gespendeten

Lebensqualität geschaffen werden. Andererseits sehen wir uns gleichzeitig, zunehmend

Gelder zu den Kindern gelangen, u.a. für

und unübersehbar konfrontiert mit unfassbarem Leid, himmelschreiender Ungerechtig-

Bildungsprojekte und Waisenhäuser.

keit und menschenverachtender Ausbeutung, die zu weiten Teilen, gut sichtbar, in

Damit die kommenden Generationen

direktem Zusammenhang mit unserem Wohlstand steht.

dieser Erde eine Chance haben im Kampf

Unser moralisch-ethisches Wertesystem, der Stolz unserer Zivilisation, wird die wach-

gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit,

sende Zerreissprobe nicht überstehen, sollten wir uns als nicht fähig erweisen, eine

braucht es gebildete und liebende

wirkungsvolle „neue Kultur des Gebens“ schaffen zu können. ROKPA geht diesen Weg

Menschen. Bei ROKPA gibt es diese

voran, macht es vor. Ich fühle mich zutiefst glücklich, gemeinsam mit grossartigen

Menschen. Nur durch Empathie und

Menschen etwas von meiner Lebenskraft in diesen wichtigen Prozess hineingeben zu

Mitgefühl für andere wird es uns möglich

dürfen.“

sein, unser eigenes Herz zu finden.“

© SF, Oscar Alessio

Andreas Vollenweider Star-Harfenist

Charles Dance

Jill Dawson BBC-Produzentin

Sandra Studer TV-Moderatorin

Schauspieler, Drehbuch-Autor

“Die Arbeit von ROKPA habe ich selber erlebt, als ich

“Ich hatte das Glück, auf der Sonnenseite

und Regisseur

2005 für die BBC in Nepal einen Kurzfilm über

dieser Welt geboren zu werden. Dafür bin

„Tibetische Waisenkinder

dieses Hilfswerk drehte. Ich habe Dutzende von

ich unendlich dankbar, und gleichzeitig

Hilfswerken rund um den Erdball gefilmt: An ROKPA

will ich den Ungerechtigkeiten dieser Welt

beeindruckt und berührt mich, dass einigen der

nicht einfach mit Ohnmacht begegnen.

verletzlichsten Menschen auf dieser Welt nicht nur

Ich unterstütze ROKPA, weil hier kleinen

geholfen wird, sondern ihnen auch eine liebende

Menschen geholfen wird, die Grundpfeiler

Hand entgegengestreckt wird. Jeder Aktivität liegt

für ein würdiges Leben aufzubauen:

Güte zugrunde, und dies ist meiner Meinung nach die

Sicherheit, Vertrauen, Liebe, Bildung und

Stärke von ROKPA. Kinder und Familien, die von der

Heimat.”

brauchen dringend unsere Hilfe. Wenn wir für sie sorgen und ihnen eine Ausbildung ermöglichen, werden sie es schaffen, selbstständig zu leben.“

Hilfe profitieren, werden Teil der globalen ROKPAFamilie, indem sie für sich selbst ein besseres Leben aufbauen und dann für viele weitere Notleidende sorgen.” 11


ROKPA betreut weltweit 184 Projekte.

12

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Schwerpunkte unserer Arbeit in Tibet, Nepal, Simbabwe und Südafrika sind: Bildung und Betreuung für

Strassen- und Waisenkinder Förderung von Mädchen und Frauen Förderung der Tibetischen Medizin Medizinische Versorgung AIDS-Programme Rehabilitation für Drogenabhängige Altersheime Gassenküchen Nothilfe Erhaltung der Kultur Umweltschutz 13


184 Projekte in vier Ländern. In diesen Ländern, Regionen und Städten hilft ROKPA Menschen in Not.

CHINA

Tibet: 151 Projekte

Gebiet des historischen Tibet

Die Hilfsaktivitäten von ROKPA konzentrieren sich auf den Osten Tibets, der sich über fünf Provinzen erstreckt: die Autono-

Xining

QINGHAI

Lanzou GANSU

Yunnan und Gansu. Hier leben rund sechs Millionen Menschen tibetischer Herkunft (zum Vergleich: Im Exil leben rund

AUTONOME REGION TIBET SICHUAN Chengdu

Lhasa

NEPAL

me Region Tibet, Sichuan, Qinghai,

130‘000 Tibeter/-innen). In den Bildungsprojekten fördert ROKPA in Tibet jährlich über 10‘000 Schüler/innen und Studierende (Stand April 2010: 10‘678) aus ärmsten Verhältnissen – von der Primarschule bis zum Hochschulabschluss. ROKPA legt grossen Wert auf die

INDIEN

Förderung von Mädchen. Weitere Infos

YUNNAN

auf Seite 16. ROKPA unterstützt zwölf Kliniken und ein

MYANMAR

Altersheim. Jährlich werden über 100‘000 Menschen in den medizinischen Einrichtungen versorgt. Weitere Infos auf Provinz

Bildung

Medizin

Kultur

Umwelt

Total pro Provinz

2

7

15

2

12

den Seiten 20 und 23. ROKPA hat eine führende Rolle dabei übernommen, die tibetische Sprache

Aut. Region Tibet

6

Gansu

10

Qinghai

28

12

12

3

55

Aussterben zu bewahren. Weitere Infos

Sichuan

38

6

8

1

53

auf Seite 34.

Yunnan

15

16

Umweltschutz ist auch auf dem Dach der

Total

97

151

Welt ein dringendes Thema. ROKPA trägt

1 20

30

4

(aktuell 97 Projekte) und die tibetische Kultur (aktuell 30 Projekte) vor dem

einerseits dazu bei, Schutzwälder wieder aufzuforsten. Andererseits hat ROKPA ein einzigartiges Projekt gestartet, um aussterbende Heilpflanzen zu retten. Weitere Infos auf den Seiten 24 und 26.

14

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


CHINA NEPAL Kathmandu

INDIEN

Nepal: 17 Projekte

werden Kranke und Verletzte medizinisch

In Nepal leitet ROKPA 17 Hilfsprojekte,

betreut und versorgt. Im Kleiderdepot

alle in der Hauptstadt Kathmandu. Im ROKPA-Kinderhaus in Boudha erhalten verwahrloste Strassenkinder eine Zukunft – mit Schulbildung und dem Zusammenhalt in der liebevollen ROKPA-Familie. Weitere Infos auf Seite 28. In den Wintermonaten betreibt ROKPA seit über 20 Jahren eine Gassenküche für Obdachlose und Strassenkinder. Täglich werden bis zu 800 warme Mahlzeiten serviert. Im angegliederten Medizinzelt

Weitere ROKPA-Projekte in Nepal: Guest House:

erhalten bedürftige Kinder und Erwachse-

ROKPA hat neben seinem Kinderhaus

ne warme Kleider und Schuhe, die von

ein Guest House mit 14 komfortablen

Volontären in verschiedenen Ländern

Ferienstudios erbaut und 2009 eröff-

gesammelt wurden.

net. Die Einnahmen dienen der langfris-

Weitere Infos auf Seite 32.

tigen finanziellen Sicherung des Kinder-

ROKPA hilft ausserdem verstossenen,

hauses.

allein erziehenden Müttern, beruflich selbständig zu werden – mit einem Mikrokredit, einer Start-up Finanzierung

Ausbildungs-Patenschaften für Kinder von Bettler/-innen Rehabilitation von Drogenabhängigen

oder in der Frauenwerkstatt. Weitere Infos auf Seite 30.

Südafrika: 5 Projekte Seit 1995 betreibt ROKPA eine Gassenküche in Johannesburg, um obdachlosen

SIMBABWE NAMIBIA

und notleidenden Menschen im Stadtinnern eine warme Mahlzeit anzubieten.

BOTSUANA

2008 wurde ein Bio-Garten angelegt, um die Gassenküche mit frischem Gemüse zu versorgen. In Kapstadt sponsert ROKPA

Pretoria

benachteiligten, schwarzen Jugendlichen

Rustenburg

ein Berufstraining. Das „Tara Rokpa

Johannesburg

Centre“ in der Nähe von Rustenburg führt eine Krippe für Kinder im Vorschulalter.

SÜDAFRIKA

Kapstadt

Harare Chegutu

Chitungwiza

SIMBABWE Rusape

Simbabwe: 11 Projekte

bringt ihnen bei, eigene (Bio-)Gärten zur

In Simbabwe ist ROKPA in der Hauptstadt

Selbstversorgung anzulegen. Ausserdem

Harare sowie in Chitungwiza, Chegutu und Rusape mit elf Projekten aktiv. ROKPA unterstützt rund 600 chronisch Kranke und Familien mit behinderten Kindern bei der Nahrungsversorgung und

kümmert sich ROKPA um die medizinische Versorgung AIDS-kranker Mütter und zahlt die Schulkosten von über 1000 behinderten und Waisenkindern. Weitere Infos auf Seite 37.

15


Abschlussklasse „Gannan Girls School“ in Gansu

Vorzeigeschule für Mädchen Die „Gannan Girls School“ in Khenlo wurde 2007 von chinesischen Behörden zur Vorzeigeschule gekürt. Das Mädcheninternat wurde 2001 von

Kinder, die in extremer Armut aufwachsen, brauchen eine Chance

ROKPA gebaut – mit finanzieller Hilfe einer

auf eine Ausbildung, die über das Rudimentäre hinausgeht und sie

Schweizer Stiftung. Hier erhalten jährlich rund

künftig dazu befähigt, sich ihren eigenen Lebensunterhalt zu

150 Mädchen aus ärmsten tibetischen Nomaden-

verdienen.

familien eine Schulbildung. Das Programm dauert

In den tibetischen Gebieten Westchinas leben Zehntausende von

sechs Jahre und bietet neben den Kernfächern auch Computertraining und handwerkliche Ausbildung. Das ROKPA-Internat bewahrt die Mädchen vor Missbrauch und Schwerstarbeit, da in dieser Grenzregion leider viele Mädchen ohne Ausbildung als Arbeitssklavinnen oder Prostituierte enden. ROKPA legt grossen Wert darauf, Mädchen zu fördern. Denn in tibetischen, nepalesischen und indischen Regionen gelten Mädchen meist als minderwertig und kostspielig. Um eine Tochter zu verheiraten, muss der Vater seine Ersparnisse für die Aussteuer hergeben. Ein Junge hingegen bringt der Familie Reichtum, wenn er heiratet. Zahlreiche Eltern wie auch Verwandte lassen sich deshalb dazu verleiten, ihre Töchter, Nichten und Schwestern zu „verkaufen“ – im Glauben, das Richtige zu tun. Sie erhalten dafür ein kleines Entgelt und das falsche Versprechen, man werde dem Mädchen ein Berufstraining ermöglichen. In Tat und Wahrheit verschwinden diese Mädchen auf Nimmer-Wiedersehen und landen in Bars und Bordellen. ROKPA-Präsident Dr. Akong Tulku Rinpoche betont deshalb immer wieder: „Es ist unsere menschliche Pflicht, diesen gefährdeten Mädchen zu helfen, denn ohne Unterstützung und Bildung haben sie wenig Chancen, diesem Missbrauch zu entkommen.“ 16

Kindern, die wenig Chancen haben, eine Ausbildung zu bekommen, die ihre Existenz sichert. Der Staat übernimmt zwar die Schulgebühren für die 1. bis 9. Klasse. Wer aber abgelegen wohnt – wie dies in tibetischen Regionen häufig vorkommt – und kein Geld für Internatskosten, Bücher und Kleider aufbringen kann, bleibt von der Grundschule ausgeschlossen. Für viel zu viele tibetische Kinder sind Schul- und Ausbildung immer noch ein Luxus, den sich ihre Eltern nicht leisten können. Die meisten Tibeter leben als Bauern oder Nomaden, wie schon seit vielen Jahrhunderten. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Vieles geändert. Die Weidegründe für die Yaks wurden weniger, das Ackerland kleiner, die Winter kälter und die Sommer trockener. Das ohnehin beschwerliche Leben der Menschen ist härter geworden. Sie verdingen sich als Gelegenheitsarbeiter auf dem Bau oder sammeln im Sommer Pilze, damit sie das Notwendige kaufen können, das weder die Felder noch die Tiere hergeben. Auch wenn sich eine Familie so mehr schlecht als recht durchschlagen kann: Spätestens dann, wenn ein oder beide Elternteile erkranken oder gar sterben – was leider wegen unbehandelten Krankheiten und Arbeitsunfällen zu häufig vorkommt – beginnt für die betroffenen Kinder ein schwerer Leidensweg. Vor 15 Jahren war es nach neunjähriger Schulzeit noch möglich, eine staatliche Stelle bekommen. Inzwischen sind die Anforderungen gewachsen: Wer heute für die Regierung arbeiten will, die noch immer der grösste Arbeitgeber ist, muss einen Hochschulabschluss vorweisen. Die staatliche Förderung jedoch hört nach neun Jahren 30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Durch Bildung dem Kreislauf der Armut entkommen. Tibetisch lernen können – dank einem Stipendium von ROKPA

Schule auf. Für die Kinder aus bedürftigen Familien tut sich hier

Brauch ist. Wie etwa die junge Nomadentochter Machig Tsering,

ein Graben auf, der nur durch Hilfe von aussen zu überbrücken

deren 13-köpfige Familie in zwei Räumen lebt, und die nun als

ist – durch ein Stipendium von ROKPA.

Lehrerin Englisch unterrichtet.

Die jungen Menschen, die ROKPA fördert, haben ein enormes

Die langjährige und stetige Bildungsarbeit von ROKPA trägt

Pensum zu bewältigen. Ausser dem obligatorischen Chinesisch

Früchte: Einerseits haben Zehntausende chancenloser Kinder

lernen sie auch Tibetisch und Englisch. Diese drei Sprachen

dank der Hilfe von ROKPA-Spender/-innen einen guten Start ins

bedeuten auch drei verschiedene Schriften. Eine riesige Heraus-

Leben erhalten und können damit auch ihre Familien unterstüt-

forderung. Doch gerade weil sie auch ihre Muttersprache lernen

zen. Andererseits bleibt die tibetische Sprache lebendig erhalten.

dürfen, schicken mehr und mehr tibetische Familien ihre Kinder

Der Bedarf an Lehrern für Tibetisch ist inzwischen derart

in die von ROKPA geförderten Schulen.

gestiegen, dass ROKPA-Absolventen sofort eine Arbeit finden.

Inzwischen hat die erste Generation junger Menschen, die wir

Das sind Gründe zu grosser Freude!

ausgebildet haben, Arbeit gefunden. Sie verdienen ihren Lebens-

Dennoch bleibt ROKPA am Ball und braucht weiterhin Ihre

unterhalt als Lehrer für die tibetische Sprache, als Arzt der

Spenden: Es gibt noch viel zu tun – die Warteliste von Kindern

tibetischen Heilkunde oder bei der Regierung. Mit ihrem Gehalt

aus ärmsten Verhältnissen, die sich sehnlichst ein ROKPA-

unterstützen sie auch ihre Angehörigen, wie es von alters her

Stipendium wünschen, ist riesenlang!

17


Portrait

Dorje Dolma (24)

„Statt jung zu sterben, bin ich Künstlerin geworden.“ Skoliose-Patientin Dorje Dolma vor der lebensrettenden Operation

besassen kein Geld. Wir mussten alle betteln, um die Miete für unsere Unterkunft und das Essen bezahlen zu können. Wir wurden alle krank. Mein kleiner Bruder Pema starb beinahe. Jeden Abend warfen wir uns nieder und baten die Götter, uns zu helfen. „Ich bin in Westnepal geboren, in einem kleinen Dorf in Dolpo auf 4.500 Meter ü.M. – als ältestes von 11 Kindern. Während der langen, kalten Winter ist das Überleben hier sehr schwierig. Fünf meiner Brüder und Schwestern sind schon als Kleinkinder gestorben. Die Lebenserwartung in meinem Heimatdorf ist extrem niedrig. Es gibt hier weder Lebensmittelgeschäfte noch ein Krankenhaus. Wir lebten von dem, was wir anpflanzten und herstellten. Wurden wir krank, konnten wir uns nur auf Gebete und auf die Kräutermedizin verlassen. Neun Jahre lang hütete ich Yaks, Ziegen, Schafe, Kühe und Pferde, damit sie nicht von Wölfen oder Schneeleoparden gefressen wurden. Da ich an einer schweren Skoliose litt, betete meine Familie um Hilfe für mich. Als ich kaum mehr atmen konnte und ständig Schmerzen hatte, beschlossen meine Eltern 1995, mit mir nach Kathmandu zu gehen, um Hilfe zu suchen. Ihnen war bewusst: In unserem Dorf würde ich nicht überleben, da niemand wusste, wie man mich heilen kann. Wir waren einen Monat lang zu Fuss unterwegs, um nach Kathmandu zu gelangen. Die ersten zwei Monate in der Hauptstadt waren schrecklich. Im Dorf konnten wir wenigstens Tauschhandel treiben, aber in der Stadt muss man alles mit Papiergeld bezahlen. Meine Eltern

18

Eines Tages erzählte uns jemand von der ROKPA-Gassenküche. Zuerst wussten wir nicht, ob uns erlaubt ist, hier kostenlos zu essen. Als uns klar wurde, dass die Gassenküche für notleidende Menschen wie unsere Familie geschaffen wurde, assen wir während Wochen Frühstück und Mittagessen in der Gassenküche. Meine Eltern versuchten alles, um eine Behandlung für meinen Rücken zu finden, aber die Ärzte in der Stadt sagten, eine Operation wäre sehr teuer und nur Ärzte im Westen könnten mich operieren. Wir besuchten auch Schulen, aber wir konnten uns diese nicht leisten. Schlussendlich entschieden meine Eltern, dass ich zurück ins Dorf müsse. Das wollte ich aber auf keinen Fall, denn ich wollte nicht jung sterben! Ich sah Kinder mit Schulsäcken und Büchern auf dem Weg zur Schule und ich träumte davon, auch zur Schule zu gehen. Ich suchte Papier und Bleistifte im Abfall und gab vor, auch zur Schule zu gehen. Ich dachte sogar daran, meine Familie zu verlassen, um in der Stadt bleiben zu können. Als ich eines Tages Mummy Lea in der Gassenküche sah, ging ich direkt zu ihr, zupfte sie am Ärmel und sagte ihr auf Tibetisch, dass ich zur Schule gehen möchte. Von da an hat sich mein Leben verändert. Mummy Lea fand eine amerikanische SponsorFamilie für mich.

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Dorje Dolma (4. v. l.) mit ihrer tibetischen und amerikanischen Familie, daneben Pema (ganz rechts)

Im Sommer 1995 flog ich mit meiner amerikanischen Mum nach Amerika. Ein Jahr später hatte ich vier grosse Operationen. Die

Meine Geschwister

Ärzte sagten mir: Wäre ich nicht operiert worden, wäre ich

„Pema lebt im ROKPA-Kinderhaus in Kathmandu, seit er

innerhalb eines Jahres gestorben!

mit uns als ganz kleiner und schwer kranker Junge dahin

Ich bin meiner amerikanischen Familie und ROKPA sehr dankbar.

kam. Mit der Hilfe von ROKPA wurde er geheilt. Inzwischen

Ohne sie wäre ich nicht mehr am Leben. Ende 2008 habe ich an der Universität von Colorado in Boulder, USA, meinen Abschluss (Bachelor of Fine Arts) gemacht. Während meiner Studienzeit

ist er nicht nur ein guter Schüler und Musiker geworden, er war auch schon zwei Mal mit den ROKPA Kids auf Tournee in Europa. Eben hat er ein Stipendium für eine Hotelfach-

habe ich zwar oft geweint, die Bürokratie setzte mir zu. Als eine

schule in der Schweiz erhalten.

unter 30.000 anderen Studenten fragte ich mich immer wieder:

Sumchok, die als kleines Mädchen ins Feuer gefallen und

„Wieso bin ich hier? Was will ich beweisen?“ Es gab Momente,

ihren Kopf verbrannt hatte, wurde ebenfalls von ROKPA

in denen ich mein Studium am liebsten abgebrochen hätte, weil

aufgenommen und dann nach Holland adoptiert, wo sie

ich mich überfordert fühlte. Glücklicherweise hörte mir meine

geheilt wurde. Sie macht eine Ausbildung zur Fotografin.

Familie immer wieder zu. Denn seit meinem 12. Lebensjahr

Die Kleinen – Tsering Choeden und Dolma Lhamo – leben

stand für mich fest, dass ich Künstlerin werden und zur Uni gehen möchte. Heute bin ich der glücklichste Mensch, denn ich habe all die Liebe und Unterstützung bekommen, die ich für meine Entwicklung brauchte. Nach meinem Uni-Abschluss werde ich mich weiterhin mit Kunst, Malen, Zeichnen, digitaler Arbeit und Fotografie beschäftigen. Ich möchte in der Kunstwelt Fuss fassen, andere Künstler

im ROKPA-Kinderhaus und gehen zur Schule. ROKPA und Mummy Lea haben uns allen so viel gegeben, so viel geholfen – wie sollen wir für all das danken? Ich weiss es: Ich werde den Rest meines Lebens alles tun und Spenden für ROKPA suchen. Damit ROKPA noch viel mehr Kindern – wie uns – helfen kann!“

kennenlernen, an Projekten teilhaben und eigene Ideen umsetzen.“ 19


Leben am Ende der Welt. Akong Rinpoche besucht das Altersheim „Cha Be“

„Cha Be“: Leben im Kleinformat Mit Hilfe der irischen Regierung hat ROKPA im tibetischen Dorf Cha-Ya Tunde das Pflegeheim „Cha Be“ mit 20 stationären Plätzen und einer angegliederten Tagesklinik (Ambulanz) gebaut. In dieser Region sind fast alle Bewohner von der Gross-

In abgelegenen Hochtälern leiden unzählige Tibeter wegen unbehandelter Krankheiten und Geburtsgebrechen.

knochenkrankheit befallen. Ein Arzt besucht die Patienten regelmässig und steht auf Abruf bereit. Hauptproblem sind Gelenkentzündungen: Sie werden mit traditioneller tibetischer Medizin oder

Das harte Klima, die karge Vegetation, die einseitige

westlichen Medikamenten behandelt.

Ernährung und diverse Geburtsgebrechen setzen

ROKPA hat ausserdem dafür gesorgt,

den Menschen massiv zu.

dass die gesamte Einrichtung – wie

Tuberkulose, Leber-und Gallenerkrankungen sowie

Betten und Tische – an ihren Kleinwuchs angepasst wird. Die Toilettensitze sind zusätzlich gepolstert, um Gelenksschmerzen zu mindern. Alles ist im Kleinformat vorhanden. ROKPA hat ihnen auch einen für sie lebenswichtigen Meditationsraum mit umgebenden Gebetsmühlen eingerichtet. Diese Mühlen sind ein wenig zu hoch angebracht, so dass die kleinwüchsigen Menschen sich etwas recken müssen, um an sie zu gelangen, was eine Art Physiotherapie für sie ist. Für Tibeter gehört die Umrundung eines heiligen Ortes und das Drehen der mit Gebeten gefüllten Gebetsmühlen so zum Leben wie Essen und Trinken! Diese Umgebung stärkt die Würde der unheilbar Kranken. Neben der medizinischen Versorgung legt ROKPA auch Wert auf gesunde Ernährung: Im eigenen Garten werden Gemüse und Früchte angebaut – um der Mangelernährung entgegen zu wirken. 20

andere chronische, oft tödlich verlaufende Leiden machen der Bevölkerung zu schaffen. Wegen der grossen Armut können sich viele Menschen keine medizinische Behandlung und schon gar keine Operation leisten. Zudem liegt die nächste Arztpraxis, das nächste Krankenhaus oft mehrere Tagesmärsche entfernt. Tibet zählt zu den ärmsten Regionen der Welt. Das Land, das etwa so gross wie Europa ist, liegt auf einer der höchsten Ebenen, die von Menschen besiedelt ist. Die Bevölkerung lebt von minimaler Land- und Viehwirtschaft. Im Unterschied zu anderen Entwicklungsgebieten ist das Klima hier von extrem harten Wintern gezeichnet: Die Nomaden und Bauern müssen einen Grossteil ihres Einkommens für das Heizen aufwenden. Für Nahrung und Medikamente bleibt wenig Geld übrig. Egal wie sehr sie an Hunger oder Schmerzen leiden: Gross und klein müssen sich mit dem abfinden, was vorhanden ist. In den bitterkalten Wintermonaten wird das gegessen, was essbar ist – auch wenn die 30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Von ROKPA gebaute Gebetsmühlen

Die Mangelernährung verursacht Gesundheitsprobleme

Lebensmittel durch zu feuchte Lagerung mit Schim-

Die Kashin-Beck-Krankheit ist unheilbar. Für die

melpilzen befallen sind. Elektrizität zum Kochen und

Betroffenen gibt es höchstens palliative, also lin-

Einkaufsläden mit frischem Gemüse existieren am

dernde Massnahmen. Der Griff zu Schmerzmitteln

Ende der Welt nicht. Der Speiseplan bringt wenig

bleibt den meisten Betroffenen aber verwehrt. Weil

Abwechslung und wenig Vitamine. Zu essen und zu

sie sich einen Arztbesuch schlichtweg nicht leisten

trinken gibt es tagein, tagaus meist nur Tsampa

können.

(gemahlene Gerste) und Buttertee.

Von quälenden Schmerzen gebeutelt sind auch tibetische Kinder, die an Skoliose erkranken. Die

Mangelernährung ist deshalb weit verbreitet. Sie beeinträchtigt die Gesundheit und ist vermutlich auch Auslöser von Geburtsgebrechen wie die „KashinBeck-Krankheit (auch „Grossknochenkrankheit“ genannt). Experten schätzen, dass rund 2 bis 3 Millionen Menschen von dieser endemischen Krankheit betroffen sind, die in Ostsibirien, Nordkorea und vor allem in den tibetischen Regionen Chinas vorkommt. Die Deformation beginnt im Kleinkinderalter: Die Gelenke an Händen, Ellbogen, Knien und Knöchel werden steif. Später verformen sich die Knochen. Die Betroffenen hören auf zu wachsen, werden kaum einen Meter gross. Ihre Körper sind so

Ursachen für diese lebensbedrohende Wirbelsäulenverkrümmung sind ebenfalls unbekannt. Im Gegensatz zur Kashin-Beck-Krankheit gibt es für SkoliosePatienten aber Möglichkeiten, dem Schmerz-Inferno zu entkommen. Wird die Deformation im Frühstadium erkannt, wie dies bei uns im Westen passiert, reicht manchmal Krankengymnastik. In Tibet hingegen wachsen Jugendliche heran, deren Skoliose so weit fortgeschritten ist, dass sie zu ersticken drohen, weil die verkrümmte Wirbelsäule auf lebenswichtige Organe drückt (siehe Portrait auf Seite 18). Betroffene Kinder können nur überleben, wenn sich Spender finden, die die teuren Operationen finanzie-

verkrüppelt, dass sie nur noch am Stock gehen

ren.

können. Die Ursache für diese schmerzhafte Erkran-

Mit Ihrer Spende für ROKPA-Projekte fördern Sie

kung ist bis heute nicht klar erforscht. Als Haupt-

nicht nur die medizinische Versorgung am Ende der

grund gilt Mangelernährung.

Welt, sondern retten auch Kinderleben!

21


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22

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Sprechstunde beim Arzt für Tibetische Medizin

In Tibet herrscht akuter Ärztemangel. Wegen des rasanten Wandels, der in den

in Tibetischer Medizin. Nach Abschluss

letzten 50 Jahren auf tibetischem Gebiet

kehren die jungen Ärzte in ihre Heimat-

stattfand, ist das hochstehende Heilwis-

dörfer zurück und sind verpflichtet,

sen fast verloren gegangen.

während mindestens sechs Jahren zu

Die tibetische Medizin entstand vor über

praktizieren. Oft bilden sie auch weitere

1000 Jahren in Lhasa, als Ärzte und Gelehrte das Beste aus der chinesischen,

Barfussärzte aus. Dadurch wird die medizinische Versorgung in abgelegenen

ayurvedischen und persisch-griechischen

Gebieten gewährleistet.

Medizin zusammenführten und mit der

ROKPA hat bisher 300 TTM-Ärzte auf

lokalen Schamanen- und Kräutertradition

akademischem Niveau geschult sowie

anreicherten. Für viele Kenner gilt die

über 700 „Barfussärzte“ ausgebildet. Mit

tibetische Heilkunst als „Königsdisziplin“

ihrem Wissen über die Naturkräuter, die

der asiatischen Medizin.

„vor der Haustüre“ wachsen, bieten sie

Heutzutage gibt es aber nur noch wenige

der verarmten Bevölkerung eine lokale

Ärzte, die diese ganzheitliche, harmonisie-

Gesundheitsversorgung zu niedrigen

rende Heilmethode vollständig beherr-

Kosten.

schen. Weltweit sind es schätzungsweise

Gleichzeitig fördert ROKPA notwendige

2.000 Ärzte. In Tibet selbst herrscht

Forschungsarbeiten, um die TTM auf

akuter Ärztemangel. Ein Arzt ist für die

höchstem Niveau zu bewahren. ROKPA

Versorgung von durchschnittlich 16.860

pflanzt wertvolle, vom Aussterben

Einwohner zuständig!

bedrohte Medizinkräuter wieder an und

Wegen der grossen Armut können sich

bildet Kräuterpflücker aus, die umwelt-

viele Menschen keine medizinische Behandlung leisten. ROKPA unterstützt deshalb zwölf Kliniken in Tibet, in denen jedes Jahr über 100.000 Kranke behandelt werden. Begabten Schülerinnen und Schülern ermöglicht ROKPA ein Studium

schonend sammeln. Mit dem Bau von vorerst zwei kleinen Fabriken in Nangchen zur Herstellung von Kräuter-Heilmitteln sowie der Versamung und Anpflanzung

Die Erhaltung der traditionellen, tibetischen Medizin (TTM) liegt ROKPA besonders am Herzen.

aussterbender Heilkräuter sollen ausserdem Arbeitsstellen für die lokale Bevölkerung geschaffen werden. 23


Portrait

Droni Amcho (29 Jahre)

„Mit meinem Knowhow will ich zur Verbesserung der Umwelt beitragen.“

“Als ich 3 Monate alt war, starb meine Mutter. Ich wurde von

Danach ermöglichte ROKPA uns, drei Jahre lang die Universität

meinen Geschwistern getrennt und wuchs bei verschiedenen

zu besuchen, um ein Diplom in Tibetischer Medizin zu erlangen.

Tanten auf. Wir waren sehr arm, kämpften alle mit Gesund-

Kurz nach meinem Abschluss erfuhr ich, dass einige unserer

heitsproblemen, konnten uns aber keinen Arzt leisten.

Heilpflanzen vom Aussterben bedroht sind. Akong Rinpoche

Ich war 13 Jahre alt, als es hiess, ich würde in die ROKPA-

fragte mich und weitere, von ROKPA unterstützte Uni-Absol-

Waisenschule nach Yushu kommen – viele Stunden von zu Hause entfernt. Ich hatte damals keine Ahnung, was eine Schule ist! Ich konnte weder lesen noch schreiben. Da ich schon als kleines

venten, ob wir lernen wollten, unsere Pflanzen selber anzubauen. Wir hatten so was noch nie gemacht. Denn in Tibet gibt es so viel Boden, dass niemand auf die Idee kam, dass unsere

Kind gelernt hatte, hart zu arbeiten, war ich eine gute Schülerin.

Heilpflanzen eines Tages aussterben könnten.

Meine Lieblingsfächer waren tibetische Sprache, tibetische

Vier von uns wurden ausgewählt, um am Royal Botanic Garden

Medizin und Englisch. Im Sommer konnten wir manchmal

in Edinburgh zu studieren. Ich war ganz aufgeregt. Mit der Zeit

unsere Lehrer (Ärzte in tibetischer Medizin) in die Berge beglei-

wurde mir bewusst, wie viel einfacher es im Westen ist, etwas

ten, um Heilpflanzen zu pflücken. Wir lernten viel über die

zu bewirken. Hier gibt es alles, was man braucht. Oder man

Pflanzen, reinigten und trockneten sie für medizinische Zwecke.

kann es einfach kaufen. In Tibet ist es nicht möglich, einfach so

Ich verbrachte zehn Jahre im ROKPA-Waisenhaus in Yushu, einer

Kompost, Gewächshäuser oder gar Pflanzentöpfe einzukaufen.

Schule, die auch eine medizinische Ausbildung anbietet –

Zu Beginn meines Studiums galt es, verschiedenste Pflanzen

zusammen mit 49 weiteren Studenten, die für mich alle wie

kennenzulernen und zu bestimmen. Ich musste Hunderte von

Brüder und Schwestern waren. Leider starben drei meiner

Pflanzennamen auf Lateinisch büffeln, was für mich wirklich

Klassenkameraden, zwei aus Krankheitsgründen, einer bei einem

schwierig war. Daneben studierte ich Gartengestaltung, Konser-

Verkehrsunfall.

vierung, Genetik, Pflanzenschutz und bewirtschaftete meinen

Von 1995 an kam jedes Jahr ein ausländischer Lehrer zu uns,

eigenen Pflanzengarten zu Studienzwecken. Als Buddhistin war

um uns Englisch beizubringen. Ab 1998 arbeiteten jährlich kanadische Ärzte kostenlos in unseren Kliniken. Sie baten uns zu übersetzen. Ich liebte es, von diesen Ausländern zu lernen.

es für mich eine spezielle Herausforderung, beim praktischen Gartenbau weder Insekten noch Würmer zu töten. Denn wir erachten alles Leben als wertvoll.

Diese kanadischen Ärzte machten es möglich, dass 2002 sechs von uns für drei Monate nach Vancouver reisen konnten, um Englisch zu lernen. Dies war meine erste Erfahrung im Westen. Züge, Flugzeuge, Fährschiffe und grosse, moderne Städte zu erleben, war sehr beeindruckend. Gleichzeitig vermissten wir unser Essen und unsere Familien sehr.

24

Nach meinem ersten Studienjahr in Edinburgh wurde mein Einsatz mit dem „Student Achievement Prize“ des Royal Botanic Garden ausgezeichnet. Nun galt es die nächste Stufe zu erklimmen und meine Englischkenntnisse zu verbessern. Um die Aufnahmeprüfungen zum Studium in „Horticulture with Plants-

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


manship“ (einem Bachelor-Lehrgang für zukünftige Experten in

Viele tibetische Heilpflanzen sterben aus

Pflanzen-Diversität und -Anbau) zu bestehen.

Ursprünglich verwendeten tibetische Ärzte bis zu 120

Ich erhielt vom „Jewel and Esk College“ die Chance, kostenlos

verschiedene Ingredienzen zur Herstellung ihrer Medika-

Englisch zu studieren und daneben noch einen Management-Kurs zu belegen. Während dieses Jahres hatte ich zum ersten Mal in meinen Leben auch einen Teilzeit-Job und verdiente eigenes Geld. Auch wenn es wirklich hart war, rund um Edinburgh mit dem Fahrrad zu älteren Menschen zu fahren, um ihnen beim

mente. Mittlerweile sind einige Heilpflanzen bereits ausgestorben, weitere Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Da die Pflücker nach Sammelgewicht bezahlt werden, reissen sie oft die ganze Pflanze aus – mitsamt den Wurzeln. Ihnen ist nicht bewusst, dass sie damit die

Ankleiden, beim Essen und bei der Medikamentenabgabe zu

Pflanzen ausrotten.

helfen, hat es mich glücklich gemacht, diesen Menschen zu

Mit einem gross angelegten Projekt will ROKPA in den

helfen und gesellschaftliche Bräuche kennenzulernen.

kommenden Jahrzehnten die Wiederaufforstung von

In diesem Jahr verbrachte ich auch einen Monat in Deutschland,

Heilpflanzen in Tibet aktiv fördern. Und vor Ort Heilmittel

wo ich die biodynamische Landwirtschaft auf einem Bauernhof kennenlernte. Man erklärte mir, wie tierische Energien und der astrologische Kalender das Wachstum von Pflanzen beeinflussen.

Mittlerweile befinde ich mich im zweiten Bachelor-Jahr am Schottischen Agriculture College. Mein Studium ist zu anstrengend, um daneben noch Teilzeit arbeiten zu können. Die Vorlesungen sind anspruchsvoll und ich habe viel Extra-Hilfe gebraucht, um zu verstehen, was für Arbeiten ich abliefern muss. Inzwischen habe ich alle Prüfungen bestanden und freue mich nun auf den Sommer. Dann reise ich nach Tibet zurück, um dort zu arbeiten und das zu lehren, was ich in Europa gelernt habe.

für die tibetische Bevölkerung herstellen, die medizinisch unterversorgt ist. 2007 hat ROKPA vier tibetische Ärzte – alle ehemalige ROKPA-Kinder – nach Europa geholt, damit sie sich am renommierten Royal Botanic Garden in Edinburgh und auf einem biodynamischen Bauernhof in Norddeutschland das nötige Spezialwissen aneignen. Diese vier Ärzte, unter ihnen auch Droni Amcho, werden nun in ihre Heimat zurückkehren. In Europa haben sie sich nicht nur akademisch weitergebildet, sondern auch praktische Erfahrungen gesammelt: Sie haben konkret geübt, wie man (selbst ausgestorbene) Heilkräuter in Tibet und dem Himalaja-Gebiet versamt und erfolgreich anbaut (z.T. aus tibetischen Pflanzen, die in Europa erhalten worden waren). Ihr wertvolles Know-how wird in die

Hier im Westen werden wir oft nach unseren Zukunftsplänen

zukünftigen ROKPA-Gärtnereien einfliessen.

gefragt. Es gibt vieles, das ich gerne tun würde. Momentan sehe

In einer Pilotfabrik, die ROKPA in Nangchen baut, werden

ich meine Aufgabe aber darin, mit meinem Wissen und meinen Fertigkeiten zur Verbesserung der Umwelt in Tibet beizutragen – zu Gunsten aller Betroffenen.“

sie ausserdem weitere tibetische Ärzte unterrichten und eine neue Generation von achtsamen Pflanzenpflückern heranbilden. 25


Umweltdrama auf dem Dach der Welt. Jahrzehntelange Rodungen sind verantwortlich für Erosion, Verwüstung und Aussterben wichtiger Pflanzen und Tiere.

Die Zerstörung der Ost-Tibetischen Wälder gefähr-

Gescheiterte Aufforstungen

det die gesamte Region. ROKPA hilft bei der

Erst in den 90er-Jahren hat China aufgrund massiver

nachhaltigen Wiederaufforstung.

Überschwemmungen des Gelben Flusses und vor

Tibet bietet weit mehr als endlose Steppenland-

dem Hintergrund der weitläufigen Verwüstung und

schaften. Es beheimatet das grösste Waldgebiet Chinas im Osten des Tibetischen Hochlandes. Doch die langjährige, systematische Abholzung grosser Waldgebiete zeigt verheerende Folgen für Menschen, Tiere und die Umwelt. Neben Lawinen im Winter besteht eine hohe Gefahr von Erdrutschen. Die starke Erosion der Böden reduziert die landwirtschaftliche Produktivität und entzieht der Landbevölkerung die

Versalzung des Bodens Massnahmen zur Wiederaufforstung ergriffen. Angebaut wurden Monokulturen schnell wachsender Baumarten, die nicht gepflegt wurden und zunehmend von Schädlingen zerstört werden. Die Überlebensrate dieser Wiederaufforstungen liegt bei maximal 30 Prozent. Zum Teil beschränkte sich die Wiederaufforstung auf das Abwerfen von Baumsamen aus Flugzeugen.

Lebensgrundlage. Wichtige Heilpflanzen für die traditionelle Tibetische Medizin verschwinden, diese aber garantiert die Gesundheitsversorgung vor Ort zu niedrigen Kosten. Massen von Schlamm lassen die Flussbetten der fünf grössten Flüsse Asiens , die in der Region entspringen, versanden und führen zu schlimmen Überschwemmungen. Über 50% der Wälder sind bereits verschwunden Von 1950 bis 1985 wurde die Hälfte der ehemals 220.000 km2 Wälder abgeholzt. Das Produktionsvolumen wuchs bis 1995 von 6 auf 68 Mio. m3 um mehr als das Zehnfache. Die Holzwirtschaft ist in den ehemals waldreichen Gebieten Osttibets meist der wichtigste, leider oft einzige Arbeitgeber. Da der Wald zur Neige geht, ist sie zwar rückläufig, dennoch geht der mittlerweile illegale Raubbau weiter und bedroht auch die letzten Reste des natürlichen Waldes. 26

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Wiederaufforstung durch von ROKPA geschulte Mitarbeiter

Hilfe durch ROKPA Die Einwohner Tibets und die lokalen Behörden sind sich des komplexen Problems bewusst, können dieses aber ohne Unterstützung nicht lösen. Bereits seit 1995 leistet ROKPA mit verschiedenen Aufforstungsprojekten Pionierarbeit im Osten Tibets. Diese sind mittlerweile in einem Programm zusammengefasst und werden durch die lokalen Behörden unterstützt. Seit 2001 wird unser Wiederbeforstungsprogramm zum Teil von der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) finanziell mitgetragen. Gesunder Wald ist der einzige Schutz vor Bodenerosion, Erdrutschen und Überschwemmungen. Die Tibetischen Wälder ernähren Mensch und Tier und ermöglichen die Herstellung von Medizin. Das Klima in ganz Asien wird von den Umweltverhältnissen auf dem Dach der Welt bestimmt. Mit der Aufforstung leistet ROKPA im tibetischen Hochland einen aktiven Beitrag zum nachhaltigen Klimaschutz. ROKPA ist dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen, um den Klimaschutz wirksam zu fördern, ganze Wälder zu erneuern und den Anbau von Büschen und Heilpflanzen voranzutreiben, die zur Versorgung mit Medizin vor Ort dienen und den ärmsten Menschen Schutz vor Krankheit geben.

27


Santesh bettelt unter Drogen auf der Strasse.

Santesh am Morgen danach im ROKPA-Kinderhaus.

Stigma Strassenkind Verstossene Kinder, die auf der Strasse landen, müssen nicht nur um ihr Überleben kämpfen, sondern auch tagtäglich verletzende Verachtung erdulden. Mit ihrem liebenden und respektvollen

Kathmandu oder auf nächtlichen Streifzü-

immer und immer wieder: Du bist

Erziehungsstil stärkt Mummy Lea

gen durch arme Quartiere. Nach sorgfäl-

grandios, du bist einzigartig, es gibt

(ROKPA-Vizepräsidentin Lea Wyler)

tiger Abklärung werden diese verwahrlos-

niemanden so wie dich auf der ganzen

nicht nur das angeschlagene Selbstver-

ten Kinder ins ROKPA-Kinderhaus

Welt“, erklärt Lea Wyler die ROKPA-

trauen dieser Kinder, sondern führt sie

aufgenommen. Hier erleben sie oftmals

Erziehungsphilosophie. ROKPA legt

auch in eine selbständige Zukunft.

die erste warme Dusche ihres Lebens.

grossen Wert darauf, jeden Menschen mit

In Tibet und in Nepal landen täglich

Und wie stärkend es ist, drei Mal pro Tag

den Fähigkeiten zu fördern, die er oder sie

Kinder auf der Strasse – auch schon als

zu essen.

hat. „Wo nötig, bezahlen wir Nachhilfe-

Dreijährige. Ihnen bleibt nichts anderes

Im Kinderhaus, wo derzeit 50 Kinder

Unterricht, wir forcieren aber nichts.

übrig, als zu betteln, zu stehlen und

zwischen 3 und 22 Jahren leben, geht es

Leimdämpfe gegen den Hunger zu sniffen.

wie in einer lebhaften Grossfamilie zu und

Nachts suchen sie irgendeine geschützte

her. Die grösseren kümmern sich um die

Ecke, wo sie sich an andere Strassen-

kleineren Geschwister, helfen bei den

kinder und an räudige Hunde schmiegen,

Schulaufgaben oder trösten sie, wenn sie

Lea.

um nicht zu erfrieren. Landen sie mit

weinen. Die traumatisierten Kinder

Draussen auf der Strasse leben noch

ihren Eltern auf der Strasse, kommt es

bekommen nicht nur eine schulische

unzählige Strassenkinder, die dringend

vor, dass sie mit billigem Alkohol abgefüllt

Ausbildung, sondern auch aufbauende

eine Schul- und Berufsausbildung sowie

und so ruhig gestellt werden.

Achtung und eine liebevolle Erziehung.

eine liebevolle Erziehung brauchen, um

Seit 1990 hat es sich Lea Wyler zur

„Wir zeigen den Kindern nicht nur, dass

aus ihrem Elend auszubrechen. Mit Ihrer

es sich lohnt, für andere zu sorgen. Wir

Spende helfen Sie uns, auch diesen

machen ihnen auch klar, dass sie einen

Kindern eine würdevolle Zukunft zu

Selbstwert haben. Ich sage jedem Kind

ermöglichen! Danke.

Berufung gemacht, Strassenkinder aufzuspüren, die ihrer Misere entkommen wollen – sei es in der Gassenküche in

28

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe

Vielmehr bemühen wir uns, das ureigene Potential jedes Kindes zu erkennen und ihm die passende berufliche oder akademische Ausbildung zu ermöglichen“, so


Portrait

„Das Strassenleben hatte mich so hart gemacht, dass ich vergessen hatte, dass man im Leben ein Ziel haben sollte. Die Strasse bedeutete für mich Freiheit! Doch was für eine Freiheit war das? Es war die Freiheit von allen übersehen und missachtet zu werden, die Freiheit alles zu tun oder überhaupt nichts zu tun. Manchmal frage ich mich, was aus meinem Leben geworden wäre, wenn mich Mummy Lea nicht aufgelesen hätte. Wenn ich heute an der Stupa in Boudha (Kathmandu) vorbeigehe, sehe ich manchmal die alten Freunde aus meiner Strassenzeit. Sie leben immer noch auf der Strasse, während ich ein himmlisches Leben habe. Einige von ihnen waren schon mehrmals im Gefängnis! Es macht mich zum glücklichsten Menschen, dass ich zur ROKPA-Familie gehöre. Nun habe ich über 60 Brüder und Schwestern. Es ist so wunderbar mit Menschen zusammen zu leben, die man liebt und achtet. Meine Eltern stritten sich jede Nacht. Mein kleiner Bruder und ich weinten uns jede Nacht in den Schlaf. Niemand tröstete uns. Mummy Lea und ROKPA haben mich mit all dem liebevoll versorgt, was ein Kind braucht, inklusive einer guten Ausbildung. Dies hat mir geholfen zu begreifen, wer ich bin und wohin mein Weg führt. Derzeit absolviere ich eine Bachelor-Ausbildung in Sozialarbeit. Daneben arbeite ich als Lehrer in einer Schule. Ich bin stolz auf das, was ich bisher erreicht habe. 2005 und 2009 war ich mit den ROKPA Kids So haben wir

auf Tournee in Europa. ROKPA hat mich zu einem

sMaila damals

ganzen, selbstsicheren und hart arbeitenden Men-

gefunden.

schen gemacht und mir eine Identität gegeben.“

ROKPA-Jubiläumssong „Mit der Hilfe von ROKPA-Botschafter Andreas Vollenweider (siehe Seite 11) habe ich 2009 meine erste CD in seinem Studio aufgenommen. Ich habe den Text und die Musik für das ROKPA-Lied zum 30-Jahr-Jubiläum geschrieben. Meine Geschwister vom ROKPAKinderhaus singen im Hintergrund mit. Dies ist unser Geschenk an Mummy Lea und an Sie alle, die uns all die Jahre unterstützt haben.“ Die CD kann ab Mai 2010

„Es macht mich zum glücklichsten Menschen, dass ich zur ROKPAFamilie gehöre.“

bei ROKPA bestellt werden:

sMaila (20),

info@rokpa.ch

ehemaliges Strassenkind 29


Wenn Mütter auf der Strasse leben.

Allein stehende Mütter landen in Nepal

Seit 1993 kümmert sich ROKPA um diese

meist auf der Strasse – zusammen mit

verstossenen Frauen und ihre Kinder, um

ihren Kindern. Für sie gibt es kein

sie von der Strasse wegzuholen und ihnen

soziales Auffangnetz, sondern höchstens

eine bessere Zukunft zu ermöglichen. In

Verachtung von Passanten.

der ROKPA-Frauenwerkstatt können Not

Die soziale Stellung der Frauen aus der

leidende Mütter das Entwerfen, Nähen

unteren Bevölkerungsschicht ist in Nepal von Abhängigkeit und Repression gekennzeichnet. In der Regel werden Frauen sehr früh verheiratet oder zumindest schwanger. Im Alter von 20 Jahren haben sie oft schon mehrere Kinder und bleiben damit von beruflichen Bildungsmöglichkeiten völlig ausgeschlossen. Mit zunehmender Kinderzahl werden sie meist von ihren Männern verlassen. Ohne Ausbildung haben sie kaum eine Möglichkeit, den

und Herstellen nützlicher Textilgegenstände lernen und einen anständigen Lohn verdienen. Seit 1999 vergibt ROKPA ausserdem Mikrokredite an alleinstehende Mütter, die ein Handwerk beherrschen. Ob Teestube, Schneideratelier oder ein Schiebewagen oder auch nur ein Korb für Strassenverkäufe: ROKPA hilft benachteiligten Frauen, ein eigenes Kleingeschäft aufzubauen. Um ihnen und ihren Kindern ein Leben auf der Strasse zu ersparen. Die ROKPA-Frauenwerkstatt

Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder zu bestreiten. So enden sie mit ihren Kindern auf der Strasse und versuchen, mit Betteln zu überleben. Sie müssen schlimme Demütigungen aushalten, denn Bettler werden bespuckt oder gar getreten. Frauen auf der Strasse werden nachts vergewaltigt. Die Kinder schauen zu. Kein Wunder stürzen viele randständige Mütter ab – still und unerhört.

30

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Portrait

Radhika (42)

„Endlich habe ich Freude am Leben.“ „Ich stamme aus einer sehr armen Familie und bin taub-stumm. Als ältestes von fünf Kindern musste mich um meine Geschwister kümmern und in Nachbarhäusern beim Kochen helfen. Mein Vater war Schneider – mit acht durfte ich zu ihm in den Laden. Er brachte mir das Handwerk bei und gab mir die einzige Ausbildung die ich habe. Niemand in unserem Dorf hatte genug Geld, um die Kinder zur Schule zu schicken. Meine Mutter starb als ich zehn Jahre alt war. Mein Vater heiratete eine andere Frau, bevor meine Mutter tot war. Ich musste nun im Haus arbeiten, meine Stiefmutter war jedoch nie zufrieden. Sie schimpfte ständig, schlug mich und sagte, ich solle doch besser gleich das Haus verlassen, weil ich nutzlos und dumm sei. Ein Fluchtweg tat sich auf, als für mich eine Heirat arrangiert wurde. Ich war zwölf Jahre alt, mein Ehemann ungefähr fünfzehn. Ich hatte keine Ahnung, worum es ging. Meine erste Tochter wurde geboren, als ich fünfzehn war. Ich bekam vier Kinder von meinem Mann. Er behandelte mich aber sehr schlecht, schlug mich täglich auf den Kopf. Ich hatte oft Blutergüsse und Schwellungen. Es war für mich besser, alleine zu leben als mit einem gewalttätigen Mann.

ROKPA-Gassenküche, um bei Mummy

derns“. Trotz meiner grossen Behinderung

Lea Hilfe zu holen. Sie hat meine älteste

habe ich endlich Freude am Leben!

Tochter Anju ins ROKPA-Kinderhaus

Mittlerweile lebt auch meine andere

Mit Nähen verdiente ich ein wenig Geld in

aufgenommen, wo sie eine sehr gute

Kathmandu. Es war jedoch nicht genug,

Ausbildung bekommt. Ich selbst wurde in

um meine Kinder zu ernähren, also ging

der ROKPA-Frauenwerkstatt angestellt,

ich betteln. Ich habe etwas Geld bekom-

wo ich die Fertigkeiten anwenden kann,

men, weil ich den Leuten leid tat, fühlte

die mir mein Vater beigebracht hatte.

mich aber sehr einsam und depressiv. Es

Meine Kolleginnen sind zu meinen

ist frustrierend, wenn man nicht mit

Freundinnen geworden. Sie haben einen

Menschen sprechen kann. Irgendwann

Weg gefunden, mit mir zu kommunizieren

sammelte ich meinen Mut und ging in die

und nennen mich „Meisterin des Schnei-

Tochter, Sabita, im ROKPA-Kinderhaus, meine beiden Söhne werden von ROKPA in einer Internatsschule ausgebildet. Ich bin erstaunt, wie viel die Kinder einer Bettlerin erreichen können, wenn man sich um sie kümmert. Ich hoffe, dass alle meine Kinder fleissig lernen und nicht zu früh heiraten.“ 31


Kein Geld zum Essen. Die ROKPA-Gassenküche in Kathmandu ist seit 20 Jahren eine feste Adresse für Obdachlose. Jedes Jahr reisen Freiwillige aus dem Westen auf

verkrüppelt oder einfach alt und können nicht mehr

eigene Kosten nach Kathmandu, Nepal, um Stras-

für ihren Lebensunterhalt sorgen. Staatliche Hilfe gibt

senkindern und Obdachlosen in der ROKPA-

es nicht.

Gassenküche täglich bis zu 800 warme Mahlzeiten

Seit 1990 betreibt ROKPA jeweils von Dezember bis

zu servieren, sie mit Kleidern zu versorgen und ihnen bei gesundheitlichen Problemen weiterzuhelfen.

32

Anfang März eine Gassenküche im Stadtteil Boudha. Mit bunten Plastikzelten und Bambusstäben wird eine kleine «Freiluft-Oase» aufgebaut. Einheimische

In den Wintermonaten leidet die ärmste Bevölke-

Köche und bis zu 20 Volontäre aus der ganzen Welt

rungsschicht in Nepal am meisten. Viele dieser

servieren hungernden Kindern und Erwachsenen

Menschen haben kein Dach über dem Kopf und sind

morgens tibetisches Brot mit heissem, gewürztem

der Kälte schutzlos ausgeliefert. Unterernährung,

Milchtee, mittags Reis, Linsen und frisches Gemüse.

Ansteckung, mangelhafte Kleidung und die starke

Für viele Nepalesen ist die ROKPA-Gassenküche die

Luftverschmutzung führen bei den Betroffenen in

einzige Chance, die harte Winterzeit zu überleben. Im

vielen Fällen zu Krankheit und oft zum Tod.

Zelt für medizinische Betreuung, das der Gassenkü-

Obwohl immer mehr Hilfsorganisationen in Kathman-

che angegliedert ist, wird erste Hilfe geleistet.

du arbeiten, fallen doch viele Menschen durch die

Zu den Grundwerten von ROKPA zählt der Respekt

Maschen des sozialen Netzes. Viele sind krank,

für alle Menschen. Auch Menschen in Not haben ein

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Logistische Herausforderung

Recht darauf, dass man ihnen achtsam begegnet und

Die ROKPA-Gassenküche ist jeden Winter rund

ihnen auf Augenhöhe und nicht von oben herab hilft. RO-

75 Tage in Betrieb. Während dieser Zeit werden in der simplen Freiluftküche täglich bis zu 800 Mahlzeiten zubereitet und gekocht. Dafür verwendet ROKPA pro Winter durchschnittlich: 5.100 kg Reis 550 kg Linsen 2.500 kg Gemüse

KPA-Mitgründerin Lea Wyler nimmt das wörtlich und sagt den vielen freiwilligen ROKPA-Helfern immer wieder: „Reicht den Menschen das Essen genau so, als würdet ihr Gäste in einem Grand Hotel bedienen“. ROKPA wird die winterliche Gassenküche auch in den kommenden Jahren weiter betreiben. Und Menschen in Not warmes Essen, wintertaugliche Kleidung und medizinische Hilfe anbieten – dank Ihrer Unterstützung.

2.500 kg Kartoffeln 20.000 Brötchen 40 kg Tee 480 kg Zucker

ROKPA-Volontäre im Einsatz

Essen für ALLE Bedürftigen Die ROKPA-Gassenküche in Kathmandu wurde vor 20 Jahren von Dr. Akong Tulku Rinpoche und Lea Wyler gegründet – nach zehn Jahren Einzelpatenschaften. ROKPA wandelte die Einzelpatenschaften in Projektpatenschaften um, damit ALLE, die Hunger haben, genährt werden. Und nicht nur jene, die von Spendern einzeln über Fotos ausgesucht wurden! 33


Bei Tibet denkt man in einem Atemzug an Klöster, Lamas, Nomaden, Yaks und Buttertee. Seit über tausend Jahren ist das Leben der Tibeter geprägt durch den Buddhismus, durch die zentrale Rolle, welche die Klöster innehatten. Mit ihrer Zerstörung während der Kulturrevolution 1959 ging ein Herzstück der tibetischen Kultur verloren. Alle Familien hatten durch mindestens einen ihrer Angehörigen Zugang zu Bildung, zur Seelsorge und medizinischer Hilfe. Ohne die Klöster blieben die Menschen wie verwaist zurück. Bis in die 90er-Jahre konnte man in den Regionen Osttibets, die auf vier chinesische Provinzen aufgeteilt sind, in kaum einer Institution Tibetisch Lesen und

Alphabetisierung von Erwachsenen Die Weltbank schätzt, dass nur 38 Prozent der tibetischen Männer und 13 Prozent der tibetischen Frauen lesen und schreiben können. ROKPA hat 2008 deshalb in Zatu, Nang-

ROKPA hat eine führende Rolle übernommen, um die tibetische Sprache und Kultur vor dem Aussterben zu bewahren.

chen ein Alphabetisierungsprojekt lanciert: Erwachsene, die keine Chance hatten, zur Schule zu gehen, kommen einmal wöchentlich zum Unterricht in die Stadt. Die Klasse besteht aus rund 50 Nomaden zwischen 14 und 40 Jahren. Sie lernen Tibetisch lesen, schreiben und rechnen, was ihr Leben komplett und sehr positiv verändert. Aufgrund des Riesenerfolges plant ROKPA, dieses Projekt auf weitere Regionen auszudehnen.

34

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Die Sprache ist ein wichtiger Schlüssel zur Kultur. Schreiben lernen. Wertvolle Texte der

und wieder neu aufzulegen. Die Texte

tibetischen Wissenschaft, Religion und

werden mit modernen Verfahren neu

Literatur waren verloren oder nicht mehr

gedruckt. Ausserdem unterstützt ROKPA

zugänglich. Die Kultur der Tibeter, eine

seit vielen Jahren auch zwei der traditio-

Kultur, die für die gesamte Welt wichtig

nellen Druckereien, die wie seit über

und bedeutsam ist, stand davor, auszu-

1000 Jahren mit geschnitzten Holztafeln

sterben.

die Texte ohne Strom und Hochtechnolo-

ROKPA sorgt für die Erhaltung

gie vervielfältigen.

der Kultur der Tibeter

Viele der Klöster sind in der Zwischenzeit

In ROKPA-Schulen oder -Klassen lernen

wieder aufgebaut worden, hauptsächlich

Kinder seit 1993 in ihrer Muttersprache lesen und schreiben. Dafür werden Lehrer für Tibetisch aus- und fortgebildet und Schulmaterialien in tibetischer Sprache

auf Wunsch und mit Hilfe der Bevölkerung. ROKPA fördert Klosteruniversitäten, weil sich dort Lehrer und Schüler ganz auf die tibetische Sprache konzentrieren

publiziert. Von Chemie über Geografie bis

können und die alten Texte studieren.

Geschichte wurden bisher 32 verschie-

Will man Tibeter in ihrem Land unterstüt-

dene Schulbücher ins Tibetische übersetzt

zen, darf man ihre Kultur nicht vergessen.

und in grosser Anzahl gedruckt. All das

Auch in der heutigen Zeit, sind die

geschieht auf die Initiative von ROKPA.

Menschen dort stark in ihrem Glauben

Ein grosser Teil der Werke aus der

verwurzelt, gehen auf Pilgerreise und

tibetischen Literatur, Philosophie und Wissenschaft galten als verloren oder zerstört. ROKPA hat es sich zur Aufgabe gemacht, wertvolle Werke aufzufinden

leben nach den Regeln, die sie noch von ihren Eltern und Grosseltern her kennen. Damit diese Kultur weiter gepflegt werden und nicht verloren gehen kann, müssen wir etwas tun. Mit Ihrer Hilfe!

Neue Wahrzeichen ROKPA hat an einem heiligen Kraftort in der Provinz Yushu eine Statue von Guru Rinpoche – dem Begründer des tibetischen Buddhismus – erbauen lassen. Sie ist so hoch wie ein fünfstöckiges Haus und strahlt über das ganze Tal. Das neue Wahrzeichen dient der lokalen, verarmten Bevölkerung nicht nur als Pilgerort, sondern bringt auch bitter nötige Einnahmen durch Pilger und Touristen aus allen Erdteilen. Solche Statuen und Stupas wird ROKPA in den kommenden Jahren auch an anderen Kraftplätzen errichten lassen. Wo immer dies geschieht, verbessern sich die Atmosphäre und der Wohlstand beträchtlich!

35


Portrait

„Ich will Bücher über die tibetische Kultur schreiben!“

Lijang Döndrup (21) Ich studiere nun im vierten Jahr Tibetisch. Weitere Fächer sind Buddhismus, tibetische Kultur, Literatur und Geschichte sowie Politikwissenschaften. Mein Studium dauert heute von 6 Uhr morgens bis 23 Uhr abends. Mein Traum ist, Universitätsdozent zu werden und viele Bücher über die tibetische Kultur zu schreiben. Es gibt viele Bücher voller Fehler, die ich gerne korrigieren würde. Auch wenn mir

„Mein Vater war Lehrer für Tibetisch und

2006 begann ich mein Studium an der

Qinghai TV mittlerweile einen Job für

Mathematik, was ziemlich ungewöhnlich

Qinghai Normal University in Xining. Ich

2000 Yuan(!) angeboten hat: Ich werde

ist, da der Grossteil meiner Nomadenfa-

versuchte alles Mögliche, um nebenbei

ihn nicht annehmen, denn die Zeit würde

milie weder lesen noch schreiben kann.

Geld zu verdienen – etwa als Sänger in

verstreichen, ohne dass ich Wichtiges

Er starb, als ich 17 war. Mein Onkel be-

Bars. Mit 18 lud mich das Fernsehen von

studiert hätte.

schloss, dass eines der Kinder bei unserer

Qinghai mehrmals als Quizmaster ein und

Mutter zu Hause bleiben müsse, um bei

zahlte mir 200 Yuan für sechs Tage! Aus-

Während meiner Ausbildung habe ich

der Feldarbeit zu helfen. Ich wurde dafür

serdem schrieb ich Gedichte oder Artikel

ausgewählt, doch meine Mutter fand, ich

für Zeitschriften und bekam jedes Mal 20

sei bisher am längsten zur Schule gegan-

oder 30 Yuan. Dafür habe ich jetzt aber

gen. Mein 12-jähriger Bruder sprang ein

keine Zeit mehr. Meine Dozenten fanden,

und versprach, so hart zu arbeiten, damit

ich sei ein guter Student und würde damit

meine Schwester und ich unsere Ausbil-

meine Zeit verschwenden.

dung abschliessen können.

36

bisher über zehn Preise als Bester erhalten – in verschiedenen Fächern. Vor kurzem wurde ich, zusammen mit einem anderen Studenten, zum Besten von über 1000 Studenten gewählt. Ich bin glücklich, dass ich es als Nomadenkind mit ROKPA’s Hilfe bisher so weit geschafft habe.“

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Jedes vierte Kind ist Waise! Nirgendwo gibt es so viele AIDS-Waisen wie in Simbabwe.

Fünfundzwanzig Prozent der Erwachse-

In einer Gesellschaft, wo die Kindererzie-

nen sind mit dem tödlichen HIV-Virus

hung fast ausschliesslich in den Händen

infiziert! Das ist eine der weltweit

der Mütter liegt, hat der frühe Tod von

höchsten Infektionsraten.

unzähligen AIDS-kranken Müttern

Wirtschaftliche und soziale Verände-

verheerende Konsequenzen. ROKPA hilft

rungen brachten dem Land in den letzten Jahren grosse Armut. Das Überleben wird durch die ständig steigenden Kosten für Nahrungsmittel und Unterkünfte immer schwieriger. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Die Inflationsrate

deshalb, die Gesundheit infizierter Mütter zu stabilisieren, damit sie sich so lange wie möglich um ihre Kinder kümmern können. Ein freiwilliges Team verteilt stärkende Nahrungsmittel an die Familien. Zudem werden die HIV-infizierten Mütter

liegt zwischen 70 % und 1.000 %, die

nach Bedarf auch medizinisch versorgt.

Arbeitslosigkeit bei über 80 %.

Auch Grossmütter, die ihre Enkel und

Zu den grössten Herausforderungen zählt

andere AIDS-Waisen bei sich aufnehmen,

die hohe HIV/Aids-Quote: Jede Woche sterben bis zu 3.000 Menschen an den Folgen von AIDS. In Simbabwe sind rund 1,6 Millionen Kinder AIDS-Waisen. Kommt niemand für ihre Schulgebühren auf, müssen sie die Schule verlassen.

bekommen Lebensmittel von ROKPA. Die Kinder sollen trotz Verlust der Mutter in einer familiären Umgebung aufwachsen können, damit ihnen ein Dasein als Strassenkinder erspart bleibt. Für das Schulgeld kommt ROKPA, wo immer

Ohne elterliche Fürsorge ist die Gefahr

möglich, auf.

gross, dass sie kriminell und sozial

Mit Ihrer Spende kann ROKPA einigen

auffällig werden.

dieser Hundertausend schutzlosen Kindern und AIDS-Waisen helfen, ihrem Elend zu entkommen und durch Ausbildung einen selbständigen Weg einzuschlagen.

37


So verwendet ROKPA Ihre Spenden. Die Hilfe von ROKPA ist sehr gezielt.

Grösstmögliche Hilfe dank schlanker Organisation ROKPA INTERNATIONAL ist ein Verein nach Schweizer Recht mit Sitz in Zürich. Die Organisation ist weltweit in 18 Ländern mit zum Teil mehreren Fördervereinen pro Land vertreten, die Spenden für unsere Projekte sammeln (siehe Seite 44). ROKPA INTERNATIONAL koordiniert dieses internationale Netzwerk und führt die Projekte aus. Die Buchhaltung wird jährlich von KPMG Fides, einem der weltweit führenden Wirtschaftsprüfungsunternehmen, kontrolliert. Dank der wertvollen Arbeit vieler Freiwilliger sind die Administrationskosten mit ca. 10 Prozent der Spendengelder im Vergleich zu anderen Hilfswerken ROKPA setzt die Spendengelder vor allem für bedürftige Menschen ein, die von anderen Hilfswerken kaum oder gar nicht unterstützt werden. In politisch sensiblen Gegenden zu helfen, ist nicht

extrem tief. Das ist die Stärke von ROKPA: mit minimalen Mitteln ein Maximum an dauerhafter Wirkung bei den Projekten zu erzielen.

immer einfach. Dies gilt insbesondere in tibetischen

International anerkannte Hilfe

Regionen: In den vergangenen Jahren haben sich

Die Hilfe von ROKPA ist international geprüft und

zahlreiche Hilfswerke von dort zurückgezogen. Wer

anerkannt. In der Schweiz, dem Hauptsitz von

die rund 6 Millionen Tibeter unterstützen will, die

ROKPA INTERNATIONAL, trägt ROKPA seit 2004

nach wie vor in ihrem Heimatland leben, muss mit

das renommierte ZEWO-Gütesiegel für seine Hilfsar-

den Behörden zusammen arbeiten und Projekte

beit (www.zewo.ch).

fördern, die auf die wirklichen Bedürfnisse der

Dieses Gütesiegel zeichnet gemeinnüt-

Lokalbevölkerung zugeschnitten sind.

38

zige Organisationen aus, welche

ROKPA zählt zu den raren Hilfsorganisationen in der

regelmässig auf den gewissenhaften

Welt, die es geschafft haben, nachhaltige Hilfspro-

Umgang mit Spendengeldern überprüft

jekte für die tibetische Bevölkerung zu etablieren.

werden, eine transparente Rechnung

Darum steht Tibet auch zuoberst auf der Agenda von

führen und über funktionierende interne und externe

ROKPA INTERNATIONAL: Jedes Jahr fliessen rund

Kontrollstrukturen verfügen. Seit 2001 ist ROKPA

80 Prozent der Spendeneinnahmen nach Tibet –

ausserdem in der ganzen Schweiz steuerbefreit. In

insbesondere in die Bildung. Denn Bildung ist

Deutschland ist ROKPA seit 1987 als gemeinnützig

erwiesenermassen der wichtigste Faktor, um der

anerkannt und steuerbefreit. In Grossbritannien ist

Armut entgegenzuwirken.

ROKPA Mitglied von NIDOS (www.nidos.org.uk).

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Prozentuale Verteilung der ROKPA-Spenden 2009

Verteilung der Spenden im Jahre 2009

Das ROKPA-Engagement folgt den

Seit der Gründung im Jahre 1980 hat ROKPA

Milleniums-Entwicklungszielen

INTERNATIONAL insgesamt rund 40 Millionen CHF /

Die Vereinten Nationen haben in New York

28 Millionen Euros (Stand April 2010) an Spenden

acht Milleniums-Entwicklungsziele (Millennium

erhalten. Dafür danken wir jeder Spenderin, jedem

Development Goals) formuliert, die bis im Jahre

Spender von ganzem Herzen!

2015 erreicht werden sollten.

2009 hat ROKPA rund 2,65 Millionen CHF / 1,85 Millionen Euros der erhaltenen Spenden für folgende

Diese internationalen Entwicklungsziele sind:

Bereiche eingesetzt (in CHF):

1. Extreme Armut und Hunger beseitigen 2. Primarschulbildung für alle Kinder

Bildung Tibet

3. Gleichstellung der Geschlechter

1.724.800.–

Erhaltung Kultur Tibet

350.183.–

(durch Förderung und Stärkung von

Medizinische Versorgung Tibet

144.285.–

Mädchen und Frauen)

Simbabwe

142.664.–

4. Senkung der Kindersterblichkeit durch

Kinderhaus Nepal

126.000.–

Aus- und Weiterbildung Nepal

85.000.–

Freie Spenden Tibet

25.345.–

Spenden Indien

21.300.–

Weitere Tibet-Projekte

15.284.–

Gassenküche / Medizinzelt Nepal

15.000.–

Waisen- und Strassenkinder Tibet

3.448.–

bessere medizinische Versorgung

5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung

von Müttern

6. Bekämpfung von HIV/AIDS und anderen

schweren Krankheiten

7. Nachhaltige Umweltförderung

Frauenwerkstatt Nepal*

0.–

8. Aufbau einer globalen Partnerschaft,

Südafrika **

0.–

um die Milleniums-Entwicklungsziele

Total in CHF

2.653.309.–

zu erreichen.

*Die Frauenwerkstatt in Nepal ist seit 2009 selbstragend. ** ROKPA Südafrika erhebt die Mittel für seine Projekte

Mit aktuell über 180 Projekten trägt ROKPA

selber und wird finanziell nicht von ROKPA

INTERNATIONAL massgeblich dazu bei, diese

INTERNATIONAL unterstützt.

Milleniums-Entwicklungsziele zu erreichen – ROKPA-

insbesondere in tibetischen Regionen, die von

Kinderhaus in

anderen Hilfswerken kaum wahrgenommen und

Kathmandu

unterstützt werden. ROKPA engagiert sich zudem in Nepal, Simbabwe und Südafrika für die Ärmsten der Armen.

39


Eine Spende für ROKPA bewirkt mehr! Wer für ROKPA spendet, spendet für eines der weltweit seltenen Hilfswerke, das seine Verwaltungskosten wirklich sehr tief hält. Möglich ist dies, weil ROKPA von qualifizierten Volontären rund um den Erdball unterstützt wird, die ihre professionelle Arbeitszeit spenden und damit rund 80 Prozent der Arbeit kostenlos erledigen. Egal wie klein oder gross Ihre Spende ist – bei ROKPA können Sie damit sehr viel bewirken! Nachfolgend ein paar Beispiele, wie Sie die nachhaltige Hilfe von ROKPA unterstützen können (Stand April 2010):

30 CHF / 20 EUR

Medikamente, damit sie möglichst lange

1.000 CHF / 685 EUR

Sie bezahlen einem AIDS-Waisenkind in

für ihre minderjährigen Kinder sorgen

Sie helfen mit, die Jahrhunderte alte

Simbabwe einen Monat Schule.

kann.

50 CHF / 35 EUR

200 CHF / 140 EUR

das Gehalt eines Bildhauers für zwei

Sie schenken einer kranken Person die

Sie finanzieren für ein ehemaliges

Monate finanzieren, der Klöster und

Behandlung bei einem lokalen tibetischen Arzt, inklusive Kräuterheilmittel. 75 CHF / 50 EUR Sie geben 400 Obdachlosen in Nepal ein wärmendes Frühstück in der ROKPAGassenküche. 80 CHF / 55 EUR Sie schenken einem Waisenkind in Tibet das Schulmaterial für ein ganzes Jahr. 100 CHF / 70 EUR … oder mehr: Mit einer freien Spende ohne Zweckbestimmung ermöglichen Sie ROKPA, Ihre Spende dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt wird.

tibetische Kultur zu erhalten, indem Sie

Strassenkind in Nepal einen Monat Aufenthalt im ROKPA-Kinderhaus,

oder neu erschafft.

Essen, Kleidung, medizinische Versor-

1.500 CHF / 1.030 EUR

gung, Schulbesuch und liebevolle Betreu-

Mit Bildung schützen Sie ein nepale-

ung.

sisches Waisenmädchen vor Ausbeutung

450 CHF / 310 EUR

und übernehmen ein Jahr lang die Kosten

Sie finanzieren einem Freiwilligen in

für ihre Schulbildung – inklusive Ernäh-

Südafrika die Ausbildung zum lokalen

rung, Unterkunft und Kleider.

HIV/AIDS-Betreuer.

3.450 CHF / 2.400 EUR

500 CHF / 340 EUR

Tibet braucht dringend akademischen

Mit einem Mikrokredit für eine Teestube,

Nachwuchs: Sie ermöglichen einem

ein Schneideratelier oder einen Schiebe-

begabten tibetischen Waisen ein Jahr

wagen für Strassenverkäufe helfen sie

Studium an der Universität.

einer in Not geratenen Mutter, eine eigene

10.000 CHF / 6.800 EUR

Existenz aufzubauen.

150 CHF / 110 EUR

Sie finanzieren einem talentierten ROKPA-

600 CHF / 420 EUR

Kind aus Nepal ein komplettes Studium

Sie helfen mit, in Tibet aussterbende

Sie retten das Leben eines Menschen mit

und ermöglichen ihm ein selbständiges

Heilkräuter zu erhalten, indem Sie Tibetern, die damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, einen einmonatigen Kurs in umweltgerechtem Kräutersammeln ermöglichen. 180 CHF / 120 EUR Sie bezahlen einer AIDS-kranken Mutter

einer einfachen Operation.

Leben jenseits der Armut.

960 CHF / 660 EUR

15.000 CHF / 10.000 EUR

Sie garantieren einem tibetischen Waisen-

Sie helfen tatkräftig mit, den Ärztemangel

kind ein ganzes Jahr Schulbildung, inklusive Verpflegung, Unterkunft und Kleider.

in Tibet zu lindern und bezahlen einem intelligenten und hoch motivierten Waisenkind die akademische Ausbildung zum Arzt in Tibetischer Heilkunde (Dauer: 5 Jahre).

in Simbabwe ein Jahr lang anti-retrovirale 40

heilige Statuen grosser Meister renoviert

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


„Darum spende ich für ROKPA.“ Margret Neuenschwander „Als Mitglied einer privaten Vergabe-Stiftung verfolge und unterstütze ich die Arbeit von Rokpa seit vielen Jahren. Was uns immer wieder beeindruckt und überzeugt, ist, wie haushälterisch und fokussiert Rokpa seine finanziellen Mittel einsetzt: Harry Milward

Eskdalemuir, Schottland

ein Minimum an Geld für ein Maximum an Hilfe! Auch über

“Weil ROKPA von Akong Rinpoche

Schwierigkeiten und Rückschläge

beaufsichtigt wird, vertraue ich bedin-

wird offen informiert – für uns ein

gungslos, dass meine Spenden denen

weiteres wichtiges Indiz für die

zukommen, die es wirklich brauchen.”

Professionalität seiner Arbeit.“

Marie-Alix Paltzer

Catriona und Nicholas Jennings

Zürich, Schweiz

Boreland, Schottland

„Ich bin Schülerin im renommierten Internat ‚Le

„Zusammen mit unseren Töchtern unterstützen wir ROKPA seit der Grün-

Rosey‘ am Genfersee. Da ich ein sehr privilegiertes

dung. Viele Leute, die für die Projekte von ROKPA arbeiten, sind uns persön-

Leben habe, wollte ich erfahren, wie es ist, wenn

lich bekannt. Wir wissen, dass das Geld dort eingesetzt wird, wo es

man ums Überleben kämpfen muss. Soeben habe

tatsächlich gebraucht wird. Wir haben einige der ROKPA-Kinder in Nepal

ich ein paar Wochen im ROKPA-Kinderhaus in

getroffen und mit eigenen Augen gesehen, wie enorm die Unterstützung von

Kathmandu verbracht. Ich bin überzeugt: Jeder, der

ROKPA ihr Leben und ihre Zukunftsaussichten verbessert hat. ROKPA

erleben könnte, was ich hier erlebt habe, würde die

konzentriert sich aufs Helfen und überlässt es anderen Organisationen,

Welt mit anderen Augen sehen und umdenken. Ich

Kampagnen zu führen. Die Betreuung von ROKPA ist sehr persönlich und

habe mit den Kindern Mahlzeiten, Zimmer, Lachen

liebevoll.“

und Gefühle geteilt. Diese Kinder sind einfach einzigartig und voller Talente. Sie brauchen aber eine

Prof. Dr. jur. Dieter Krimphove

Chance auf Förderung. Darum werde ich in Zukunft

„Helfen ist nicht nur Geld verschenken. Der unermüdliche, persönliche

für das Kinderhaus spenden und an meiner Schule für

Einsatz der Mitarbeiter von ROKPA belegt vielmehr, dass hier eine Arbeit

ROKPA werben. Weil Kinder, die durch ROKPA

geleistet wird, die dauerhaft der Entwicklung der Persönlichkeit und des

gefördert werden, zu grossartigen Menschen heran-

Potenzials eines jeden Menschen gewidmet ist, und die – gerade in ihrer

wachsen. Ein Hilfswerk, das von einer Person wie

Anerkennung des kulturellen, religiösen und weltanschaulichen Umfelds – in

Lea Wyler geführt wird, kann nicht durchschnittlich

greifbarer Weise die Würde eines jeden Menschen in den Vordergrund ihres

sein – es ist aussergewöhnlich!“

Einsatzes stellt.“

Paderborn, Deutschland

41


42

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


„Wir sind eine Familie.“ ROKPA ist mehr als ein Hilfswerk. ROKPA ist eine globale Familie: In den vergangenen 30 Jahren haben Hunderte von Menschen aus allen Erdteilen ihre Zeit

Engagierte Hilfe für die

und professionelle Arbeit für ROKPA INTERNATIONAL gespen-

Erdbebenopfer in Yushu.

det.

Wie gross der Zusammenhalt der Volontäre in

Wie bei jeder Hilfsorganisation gibt es auch bei ROKPA viel zu

der ROKPA-Familie ist, zeigte sich kurz nach

tun: Es gilt Spendenbriefe zu schreiben und zu verpacken, die EDV fit zu halten, eitrige Wunden im Medizinzelt der Gassenküche zu desinfizieren oder die Projekte zu kontrollieren und Fortschritte in Reports festzuhalten, und, und, und,… An Arbeit mangelt es nie! Im Gegensatz zu den meisten Hilfswerken dieser Welt muss ROKPA für die anfallende Arbeit kaum Spendengelder einsetzen. Weil über 80 Prozent der Arbeit von Menschen erledigt wird, die ihre qualifizierte Arbeit spenden! Ganz gleich – ob sie bekannte Persönlichkeiten, Ärzte, Lehrer, Marketingleute oder junge Studierende sind, ihnen ist Eines gemeinsam: Die Menschen, die sich für ROKPA engagieren, haben alle das gleiche Ziel. Sie legen grossen Wert darauf, den Menschen, denen sie helfen, mit Herz und Achtsamkeit zu begegnen. Sie wollen nicht „von oben herab“ spenden und helfen, sondern notleidenden Kindern und Erwachsenen ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die Gründe, sich als Volontär/-in für die ROKPA-Familie zu engagieren, sind mannigfaltig. Diesen Winter ist z. B. die 17jährige Marie-Alix Paltzer, Schülerin eines der weltweit renommiertesten Internate, nach Kathmandu gereist: „Ich habe mit den ROKPA-Kindern Momente geteilt, die ich nirgendwo auf der Welt erlebt hätte. Diese Kinder sind fürsorglich, behilflich, lustig, mutig, talentiert und voller Leben.“ Seit zehn Jahren als Volontärin voll im Einsatz ist Bea SchmutzFelber, Mutter von drei erwachsenen Kindern: „Ich arbeite etwa zwei Tage pro Woche am Hauptsitz von ROKPA in Zürich. Jeden Winter reise ich für 2 bis 4 Wochen auf eigene Kosten nach Nepal, wo ich u.a. die ROKPA-Nähwerkstatt berate, die Buchhaltung des Kinderhauses kontrolliere oder für den ROKPA-Shop einkaufe. Der direkte Kontakt mit den Menschen, die mit Hilfe von ROKPA ihre Lebenssituation entscheidend verbessern konnten, ist mir sehr wichtig. Immer wieder staune ich über die Zufriedenheit und Fröhlichkeit, die sie ausstrahlen, obwohl die meisten von ihnen eine schwierige Vergangenheit auf der Strasse

Redaktionsschluss dieser Broschüre, am 14. April 2010: Innerhalb von wenigen Minuten, Stunden nach dem verheerenden Erdbeben in Yushu in Tibet (Westchina) standen ROKPAVolontäre aus zahlreichen Ländern intensiv miteinander in Kontakt und setzten alle Hebel in Bewegung, um den Opfern zu helfen und die Öffentlichkeit via Mails, Interviews, Medien und Facebook zu informieren. Denn 97 Prozent der Betroffenen, die in der abgelegenen Bergregion Yushu leben, sind tibetische Nomaden und Bauern. Andreas Vollenweider, weltbekannter Harfenist, sagt darüber: „Die Erde bebt bei den Ärmsten der Armen, als hätten sie nicht schon genug des Leides. Ihre brüchige Welt ist eingestürzt. Und wieder: Am meisten leiden die Kinder. Ohne unsere Hilfe sind sie verloren. So einfach und so wahr ist das! Das Schweizer Hilfswerk ROKPA macht es vor; mutiges Handeln mit Herz und Verstand. Ich bin zutiefst glücklich, gemeinsam mit den grossartigen Menschen von ROKPA etwas von meiner Lebenskraft diesen Kindern zu geben. Geben macht glücklich! Ja, so einfach ist das...“ ROKPA betreut in dieser verarmten Region seit Anfang der Neunziger-Jahre zahlreiche Hilfsprojekte. Darunter auch ein Internat für 250 tibetische Waisenkinder, das vom Erdbeben zerstört wurde. Für den Wiederaufbau der Waisenschule für nun 500 Waisen, der rund zwei Jahre dauern wird, sowie für Menschen, die in entfernten Gebieten Opfer des Erdbebens wurden, braucht ROKPA INTERNATIONAL dringendst Spenden!

hinter sich haben.“ 43


ROKPA ist in 18 Ländern vertreten.

Belgien

Vinciane Debruyne

“Hauptberuflich bin ich Zahnärztin. Ich engagiere ich mich seit zehn Jahren für ROKPA, weil ich den Leitern von ROKPA vertraue. ROKPA zählt zu den äusserst seltenen Hilfswerken, die der tibetischen Bevölkerung vor Ort helfen. Ich bewundere diese Kultur sehr und möchte zu ihrer Erhaltung beitragen.”

Jedes Land verfügt über eine offizielle, ehren-

ROKPA a.s.b.l.v.z.w.

amtliche Ländervertretung (und teilweise auch

33, rue Capouillet

über Zweigstellen), die die Aktivitäten im

B - 1060 Bruxelles

eigenen Land koordiniert und die gesammelten

Belgien

Spendenbeträge an den Hauptsitz von ROKPA

Tel: +32 477 35 74 27

INTERNATIONAL überweist. Unsere Repräsen-

Email: vinciane@rokpa.be

tanten stellen sich auf den nächsten Seiten vor.

Grossbritannien (London)

Oli Borisova

“Ich bin in der Mode-Branche tätig und betreue in London die Koordination von Events und Volontären für ROKPA. Ich erachte es als grosses Privileg, mich für dieses Hilfswerk zu engagieren. Das Ethos und der ganzheitliche Ansatz dieses Hilfswerkes inspirieren mich – vor allem wenn es darum geht, Kindern zu helfen.“

ROKPA Kagyu Samye Dzong 33 Manor Place London SE17 3BD Grossbritannien Tel.: +44 793 265 3566 Email: london@rokpa.org 44

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe

Grossbritannien (Schottland) Victoria Long

„Ich arbeite seit 1991

für ROKPA und finde dies sehr stimulierend. Daneben kümmere ich mich um meine Familie und Gemeindeprojekte. Ich engagiere mich weil die Hilfe von ROKPA auf Mitgefühl und Güte basiert und vor allem von Freiwilligen getragen wird. In England wirken über 20 Personen mit.“

ROKPA Twiglees Castle O‘er Boreland DG11 2LU Grossbritannien Tel.: +44 (3873) 73-232 victorialong108@btinternet.com


Deutschland

Barbara Pfeiffer

Finnland

Ani Sherab

Frankreich

Françoise Prudhomme

„Ich bin Lehrerin für Deutsch als Fremd-

„Ich leite ROKPA Finnland. Bei uns

«Ich lebe in Paris, wo ich an der Universi-

sprache und leite ROKPA Deutschland.

arbeiten etwa zehn Volontäre mit. ROKPA

tät arbeite und Studenten helfe, einen Job

Wir haben 15-20 ehrenamtliche Mitarbei-

ist für mich einzigartig, weil humanitäre

zu finden. Ich engagiere mich für ROKPA,

ter.“

Werte bei der Erziehung eine wichtige

weil ich Lea Wyler und Dr. Akong Tulku

Weitere Infos finden Sie auf Seite 50.

Rolle spielen und insbesondere auch den

Rinpoche seit 20 Jahren kenne. Die

Schwächsten – Mädchen und Frauen –

Arbeit von ROKPA Frankreich wird von 10

geholfen wird.“

bis 15 Volontären unterstützt.»

ROKPA

ROKPA

ROKPA

Schützenstr. 49

Marunakuja 6 A 2

11, rue des Boulangers

D - 78315 Radolfzell

FIN - 00840 Helsinki

F - 75005 Paris

Deutschland

Finnland

Frankreich

Tel: +49 77 32 97 18 64

Tel. +358 40 702 2979

Tel: +33 1 43 54 14 32

Email: info@rokpa.de

Email: info@rokpa.fi

francoise.prudhomme2@aliceadsl.fr

Irland

Marjan Wieringa

„Ich lebe ausserhalb von Dublin und bin

Italien

Anna Gallo

Kanada

Dr. med. Isaac Sobol

„Zum italienischen Komitee gehören der

„Ich kenne Dr. Akong Rinpoche seit 1971

Berufsberaterin. Ich unterstütze die Arbeit

Meditationslehrer Renato Mazzonetto

und habe 1991 ROKPA Kanada gegrün-

von ROKPA in allen Bereichen – insbeson-

(Präsident), die Astrologin Anna Gallo

det. Ich fühle mich privilegiert, sein

dere aber in Tibet. Denn die Menschen in

(Vizepräsidentin) sowie der Arzt Renato

Lebenswerk zu fördern. Einzigartig an

Tibet brauchen wirklich Hilfe. ROKPA

Giaretta, der das Projekt „Italienische

ROKPA finde ich die Werte, die Ethik, die

bietet qualitativ hochstehende Hilfe an

Ärzte in Tibet“ leitet. Uns beeindruckt die

Integrität, die Ausdauer sowie die Energie

und setzt die Spendengelder sehr bewusst

enorme Anzahl von Hilfsprojekten, mit

der Gründer und all der freiwilligen

ein. Ich bin seit 2002 bei ROKPA dabei.“

denen ROKPA die tibetische Bevölkerung

Mitarbeiter.“

und deren Kultur in ihrem Heimatland ROKPA Coilbheag, Kylebeg, Blessington County Wicklow

unterstützt. ROKPA Italien wird von fünf weiteren Personen in verschiedenen Städten mitgetragen.“

Irland

ROKPA Box 1589 Iqaluit, NU X0A 0H0

Tel: +35 45 86 77 03

ROKPA

Kanada

Email: rokpa@eircom.net

Email: info@rokpaitalia.it

Email: rokpa@telus.net 45


Niederlande

Pim Willems

„Ich arbeite als Psychologe im Bildungs-

Österreich

Eric Leitner

„Ich habe Bauingenieurwesen studiert.

wesen. Für ROKPA bin ich seit 19 Jahren

Seit 1999 arbeite ich für ROKPA, weil ich

aktiv tätig, und seit fünf Jahren gehe ich

Dr. Akong Rinpoche sehr schätze und

jeweils einen Monat ehrenamtlich nach

denke, dass ROKPA einfach etwas

Tibet auf Projektreise. Dies ermöglicht mir,

Besonderes ist. Mir gefällt der direkte

mit eigenen Augen zu sehen, wie wirksam

Weg, wie geholfen wird. Und dass ROKPA

die Hilfe von ROKPA ist, für Menschen,

in Tibet präsent ist, da nur sehr wenige

die sonst keine Chance hätten.“

Organisationen dort aktiv sein können.“

Polen Anna Zubrzycki: „Ich bin Schauspielerin

ROKPA Hartmanstraat 12 NL - 2313 NB Leiden Niederlande Tel: +31 71 51 23 552 Email: rokpa@casema.nl

ROKPA Stutz 81b A - 6888 Schröcken Österreich Tel: +43 (0)6 76 34 79 280 Tel: +43 (0)551 93 03 22 Email: rokpa-austria@gmx.at

und Co-Direktorin eines Theaters. Seit 1995 engagiere ich mich für ROKPA. Auf Anraten von Dr. Akong Rinpoche gründete ich zuerst eine Suppenküche im polnischen Lublin. Später folgte das jährliche Brave Festival in Wroclaw (www.bravefestival.pl). Der Erlös dieses internationalen Kulturfestivals kommt vollumfänglich ROKPA zu und wird von rund 90 Volontären mitgetragen. Mein Engagement hat meine Augen und mein Herz für das Leiden anderer geöffnet. Wenn ich Dr. Akong Rinpoche auf Kontrollreisen durch Tibet begleite, bin ich immer wieder beeindruckt, was ROKPA leistet.“ Grzegorz Bral: „Ich bin Regisseur und seit

Spanien

Rita Sagarra

Ignasi Caño: „Ich engagiere mich für

„Ignasi Caño und ich sind die Repräsen-

ROKPA, weil ich den Menschen vertraue,

tanten von ROKPA Spanien. ROKPA ist

die diese Organisation führen, insbeson-

besonders, weil es hauptsächlich von

dere Dr. Akong Rinpoche, der uns alle

Volontären getragen wird. In Spanien

immer wieder inspiriert.“

arbeiten rund 30 Personen ehrenamtlich

jeder Geste, jeder Handlung und jedem Gespräch verfolgt Dr. Akong Rinpoche sein klares Ziel: anderen Menschen zu helfen und ihnen Gutes zu bringen.

mit. Ich spende gerne einen Teil meiner

ROKPA ist für mich ein sehr transpa-

Zeit, weil ich es wirklich will und dafür

rentes, effizientes und vertrauenswürdiges

keine Belohnung erwarte.“

Hilfswerk.“

ROKPA Rita Sagarra / Ignasi Caño C/ Galicia, 3 E-08107 Martorelles Spanien Tel./Fax: +34 93 579 17 31 Email: ritaignasi@yahoo.es 46

1996 Präsident von ROKPA Polen. Mit

ROKPA ul. Roentgena 10/14 PL - 52-362 Wroclaw Polen Tel: +48 71 342 71 10 Fax: +48 71 342 71 10 Email: office@piesnkozla.pl 30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


Baskenland

Begoña Zanguitu

Schweiz

Lea Wyler

Simbabwe

Trish Swift

„Ich bin Fotografin von Beruf und arbeite

„Ich war Schauspielerin und habe 1980

„Ich bin Psychotherapeutin mit eigener

seit 1992 für ROKPA – als Hauptverant-

ROKPA mitbegründet (siehe Seite 4).

Praxis und beaufsichtige ausserdem die

wortliche im Baskenland. Wir sind drei

Seither widme ich meine Zeit ROKPA.

„Tara ROKPA-Therapieprogramme in

Volontäre und unterstützen Bildungspro-

Weil es sich lohnt. Weil es das Leben von

Südafrika und Europa. Ich arbeite seit

jekte wie die Waisenschule in Yushu,

Zehntausenden positiv beeinflusst – Jahr

1990 für ROKPA und habe mitgeholfen,

Tibet. Die Hilfe von ROKPA funktioniert

um Jahr. Weil es andere glücklich macht.

Hilfsprojekte in Simbabwe aufzubauen.

wirklich.“

Und mich. Nicht Geld, sondern diese

ROKPA verkörpert unvoreingenommenes

grosse Befriedigung ist mein Lohn.“

Mitgefühl und Respekt für alle Lebewesen.“

ROKPA Begoña Zanguitu Katalina Eleizegi 38 bajo E-20009 San Sebastian Baskenland Tel.: +34 43 47 38 15 Email: rokpaeusk@euskalnet.net

ROKPA Böcklinstrasse 27 CH – 8032 Zürich Schweiz Tel: +41 44 26 26 888 Fax: +41 44 26 26 889 Email: info@rokpa.ch

ROKPA Jayne Pilossof P.O. Box 2418 34/31 Quendon Road, Honavale, Mabelreign, Harare Tel: +26 34 304202 oder 304411 Email: rokpa@zol.co.zw

USA

Edith Irwin

„Ich hatte das Privileg, alle Länder und zahlreiche Projekte von ROKPA zu besuchen. Überall habe ich überaus integre und engagierte Menschen angetroffen. Besonders inspirierend finde ich den Mut all derer, die sich der Herausforderung stellen, ihr eigenes Leben durch eine Ausbildung sinnvoll zu machen, und die Bereitschaft haben, auch die Last der Veränderung mitzutragen. So wie Akong Rinpoche den Waisenkindern immer wieder sagt: „Ihr gehört zu einer edlen Südafrika

Familie – einer Familie, die aus Mitgefühl

Sean Vinsen

geboren wurde“.

„In Johannesburg habe ich während zwölf Jahren die Gassenküche sowie während

Land befindet, rund 250 km von Johan-

ROKPA c/o Johannesburg Samye Dzong 43 Floss Street Kensington 2094 Südafrika

nesburg entfernt. Die ROKPA-Suppenkü-

Tel+Fax: +27 116 14 19 48

fünf Jahren ein Projekt für Strassenkinder geleitet. Im August 2009 bin ich ins „Tara Rokpa Centre“ gezogen, das sich auf dem

che und die Bildungshilfe für sozial benachteiligte Menschen werden nun von anderen ROKPA-Volontären betreut. Selber amte ich als Repräsentant für

Email: seanvinsen@iburst.co.za oder johannesburg@kagyu.org.za

ROKPA 6501 Gretna Green Way Alexandria VA 22312 USA Tel: +1 703 642 2248 Fax: +1 703 642 1591 Email: rokpa.usa@toucansurf.com

Südafrika.“ 47


Weitere Zweigstellen von ROKPA INTERNATIONAL

Indien (ROKPA Charitable Society)

Nepal (ROKPA Children’s Home)

Sungkhey Khedup

Ramhari Khadka

“Ich arbeite seit 1985 ehrenamtlich für

“Ich bin ein ROKPA-Kind. Mummy Lea

ROKPA in Delhi. Ich betreue die Paten-

hat mich 1995 von der Strasse aufgele-

schaften und Projekte in Indien, was

sen. Sie hat mich ausgebildet und sie

Sikkim beinhaltet. Ich habe Frau und 3

wurde zu meiner Mutter. Seit fünf Jahren

Kinder und leite ein Teppichgeschäft.

arbeite ich als Mit-Leiter des ROKPA-

Meine Arbeit für ROKPA ist das Beste,

Kinderhauses und als Manager des

was ich in meinem Leben je getan habe.“

ROKPA-Guesthouse in Boudha, Kathmandu. ROKPA ist mein Zuhause und macht eine wundervolle Arbeit für Kinder und Menschen in Not. Dies ist nicht ein Projekt, dies ist eine Familie. Ich bin stolz darauf, dazu zu gehören!“

48

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


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Alaska ist keine alltägliche Ferienregion und Para Tours ist kein alltäglicher Reiseveranstalter. Ob man per Wasserflugzeug von Lodge zu Lodge fliegt, die Wildnis zu Fuss oder im Kanu erkundigt, sich im Goldwaschen versucht oder eine 4-mal-4-Tour auf den Schotterstrassen Alaskas unternimmt – mit Para Tours verlässt man auch die Zivilisation, erlebt absolute Einsamkeit, paradiesische Landschaften und eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Wer nicht auf Komfort verzichten möchte, übernachtet in landestypischen Unterkünften und geniesst die touristischen Höhepunkte in aller Ruhe. Wer das Abenteuer sucht, unternimmt eine Expedition, bei der er körperliche und geistige Grenzerfahrungen machen kann. Para Tours bietet für jeden Geschmack eine geeignete Reiseform an. Der Reiseveranstalter aus dem bernischen Wabern kennt sich im hohen Norden aus. Die Erfahrungen aus zahlreichen Reisen sowie die vielen persönlichen Kontakte spiegeln sich im eigenen Programm wider. Seftigenstrasse 201 • Postfach 220 • CH-3084 Wabern/Bern • Tel +41 31 960 11 60 • Fax +41 31 960 11 61 • info@para-tours.ch • www.para-tours.ch • www.alaska.ch

49


Portrait

Ich lebe in Radolfzell am Bodensee und arbeite als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder, die jetzt 20 und 17 Jahre alt sind. Die Hauptgeschäftsstelle von ROKPA Deutschland befindet sich in unserem Haus. Wir haben eine Gruppe von Volontären, die regelmässig für ein paar Stunden pro Woche zu uns kommen und bei grösseren Aktionen mithelfen. In Berlin, Hamburg, Hannover und Kirchheim gibt es kleine ROKPA -Zweige, die mit ihren Aktivitäten die Arbeit in Deutschland unterstützen. Und wir hoffen natürlich, dass es immer mehr Leute gibt, die sich für unsere Projekte stark machen. Inzwischen bin ich nicht nur als Leiterin von ROKPA Deutschland tätig, sondern unterstütze auch die Arbeit von ROKPA International als Koordinatorin für die Vertreter der ROKPA-Zweigstellen in den verschiedenen Ländern. Ausserdem reise „Ich habe die Entstehung von ROKPA von Anfang an miterlebt, denn ich kenne Lea Wyler seit 31 Jahren. Anfangs wollte ich in der Schweiz arbeiten, doch leider ging das aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht. Ich habe dann die Verantwortung für ROKPA Deutschland übernommen und engagiere mich seit 24 Jahren ehrenamtlich. Aufgrund meiner langen Mitarbeit

Barbara Pfeiffer

weiss ich, dass die Projekte von ROKPA Hand und Fuss haben.

ich seit einigen Jahren einmal jährlich nach Tibet, wo wir die Projektarbeit dokumentieren. Wir treffen dort auf die Menschen, denen ROKPA hilft, und wir spüren vor Ort, dass hinter jedem Projekt Menschen stehen. Es ist berührend und inspirierend zugleich, wenn wir bei den Besuchen an den Schulen, in den Klöstern oder Kliniken direkt mit den Schicksalen unserer Schützlinge konfrontiert werden. Es macht froh, das Gefühl zu haben, helfen zu können. Ich arbeite für ROKPA, weil wir nicht nur kurzfristige Hilfe bei der Nahrungsversor-

„Ich arbeite seit 24 Jahren ehrenamtlich für ROKPA.“ 50

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe

gung von Bedürftigen bieten, sondern weil die Hilfe weitergeht. Dadurch, dass wir junge Menschen ausbilden, fördern wir gleichzeitig die wertvolle Sprache und Kultur der Tibeter. Mit Projekten, die die Umwelt schützen, schaffen wir gleichzeitig auch Arbeitsmöglichkeiten. All dies rundet das Bild von dauerhafter umfassender Hilfe für Mensch und Kultur ab. Es macht mich stolz, dass wir bei ROKPA hauptsächlich ehrenamtlich arbeiten, dass die Organisation gut funktioniert und in all diesen Jahren so viel erreicht hat.“


Die Organe von ROKPA INTERNATIONAL Der Verein ROKPA INTERNATIONAL mit Sitz in Zürich ist die Dachorganisation der weltweit 18 ROKPA-Ländervertretungen. Er ist zuständig für sämtliche Projekte und Patenschaften in Tibet, Nepal, Indien, Simbabwe und Südafrika.

Vorstand International

Patronatskomitee (Schweiz)

Geschäftsstelle

Dr. Akong Tulku Rinpoche

Dr. iur. Thomas Bär

ROKPA INTERNATIONAL

(Präsident)

Walter Bosch

Böcklinstrasse 27

Lea Wyler

Christine Egerszegi

CH – 8032 Zürich

(Vize-Präsidentin)

Josef Estermann

Schweiz

Syl Edelmann

Marc Forster

Elise Jacobsen

Telefon +41-44-26 26 888

Prof. Dr. med. Felix Gutzwiller

Fax

Peter Hasler

Email: info@rokpa.ch

Andrea Widmer

Trix Heberlein Vorstand Deutschland Barbara Pfeiffer, M.A. Dr. med. Ulrich Küstner Klaus Eiden

Philipp Keel Cyril Koller Prof. Dr. med. Remo Largo Charles Lewinsky Dr. iur. Ellen Ringier Roger Schawinski

Vorstand Österreich

Robert Schenker

Dr. Akong Tulku Rinpoche

Emil Steinberger

Lea Wyler Eric Leitner

Vorstand Schweiz Gerry Leumann (Präsident)

+41-44-26 26 889

www.rokpa.org Ländervertretungen in Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Grossbritannien, Holland, Indien, Irland, Italien, Kanada, Österreich, Nepal, Polen, Schweiz, Simbabwe, Spanien, Südafrika, USA.

Niccel Steinberger Sandra Studer

Kontrollstelle

Andreas Vollenweider

KMPG AG, Badenerstrasse 172, CH – 8004 Zürich

Elka Gouzer Waechter Claude A. Ribaux Andreas Vollenweider Lea Wyler Die vollständige Liste der Organe von ROKPA INTERNATIONAL entnehmen Sie bitte der englisch-sprachigen Ausgabe dieser Broschüre. 51


ROKPA dankt folgenden Unternehmen, Organisationen und Personen: Sponsoren der ROKPAJubiläumsbroschüre 2010

Helfer + Schlüter-Stiftung, Bern Herrod Stiftung, Montreux

Stiftung Wasser für die Welt

Platinsponsor: UBS Schweiz

Kanton Bern, Finanzverwaltung

Volker Haller Visuelle Kommunikation

Goldsponsor: Wir danken dem Spender, der anonym bleiben will.

Kanton Schaffhausen

Märkisches Landbrot

Kanton Solothurn, Regierungsrat

Rad und Tat mit Hand und Fuss

Kanton Zürich, Finanzdirektion

Ruja Chemie Gmbh

Silbersponsoren: Charity Services GmbH, PADMA AG, Para Tours GmbH, Fotorotar (FO Print & Media AG)

Kantonale Finanzverwaltung Schaffhausen Kath. Pfarramt St. Jakob, Zürich

Stiftungen und Unternehmen, die ROKPA seit 2005 unterstützt haben: Schweiz Aus Platzgründen können wir nur die wichtigsten nennen. Unser Dank geht aber an ALLE Spender/-innen. Acél-Stiftung, Zürich Appenzell Ausserrhoden, Finanzamt, Herisau Bloch-Stiftung Dreyfus, Kilchberg Bottmingen, Gemeindeverwaltung Cofra Foundation, Zug DEZA, Bern DEZA, Direktion für Entwicklung, Bern Diogenes Verlag, Zürich Dr. Silvain Brunschwig-Stiftung, Zürich

Raiffeisenbank

Kriegsopfer Stiftung H.und K. Stilla, Vaduz

Reich Bau GmbH

Maur, Finanzverwaltung

Tischlerei Schwarzmann

Munzinger-Ober (EMP Consulting AG), Ostschweizer helfen Ostschweizer, St. Gallen Picard-Weil Stiftung, Zürich Pizzeria da Rocco, Wallenwil Ref. Kirchenpflege Zumikon Rieter Stiftung, Winterthur Roem. Kath. Kirchgemeinde Liestal Schweiz. Ethnologische Gesellschaft, Bern Stadt Rapperswil-Jona, Jona Standeskanzlei Graubünden, Chur STAWIN AG, Pfungen Stiftung, von Wahrheit, Einfachheit und Liebe, Brienz

ENDEMOL AG, Zürich

Schmid Unternehmerstiftung, Ebikon

Ernst Goehner Stiftung, Zug

Schulhaus Buechwis, Benglen

Ev. Ref. Kirchgemeinde Seuzach

Stiftung Humanitas, Zofingen

Evang. Ref. Kirchengemeinde Dübendorf

Stiftung MARMIDA, Appenzell

Evang.ref. Kirchgemeinde Rapperswil-Jona

Stiftung NORD-SÜD, Zürich

EWZ, Zürich

Sunrose Foundation, Zürich

Fondation Whitelaw

Supercomputing Syst. AG, Zürich

Gemeinde Beringen

Swissair Personals, Zürich-Flughafen

Gemeindeverwaltung, Gemeindekasse, Elgg

UBS AG, Zürich

Georg und Bertha Schwyzer-Winiker-Stiftung, Zürich

UBS Community Affairs

Glencore International AG, Baar Ground 15 AG, Zollikon Guggenheim, Zürich Hamasil Stiftung, Zürich Hans Imholz Stiftung, Zollikon

Österreich

Kriens hilft Menschen in Not, Kriens

Edrofin Asset Management

Georg Wick Stiftung, Heiden

Deutschland

UBS Optimus Foundation, Zürich Vitol Charitable Foundation von Opel-Stiftung, Basel Vontobel-Stiftung, Zürich Wealth Management & Business Bank, Zürich Wellington Partners Advisory AG, Zürich Wetzikon, politische Gemeinde

Privatpersonen und weitere Organisationen rund um den Erdball ROKPA dankt ALLEN weiteren Spenderinnen und Spendern, die in den vergangenen 30 Jahren unser Hilfswerk unterstützt haben. Dank Ihrer Spende konnte ROKPA sehr viel bewirken! Wir haben jeden Franken, jeden Euro, jedes Pfund und jeden Dollar sorgfältig eingesetzt, um notleidenden Kindern und Erwachsenen nachhaltig zu helfen. ROKPA dankt ausserdem allen Volontärinnen und Volontären, die unzählige Arbeitsstunden gespendet und mit ihrem Engagement und ihrer Professionalität dazu beigetragen haben, die Verwaltungskosten von ROKPA INTERNATIONAL extrem niedrig zu halten.

Impressum Herausgeber: ROKPA INTERNATIONAL Böcklinstrasse 27 CH - 8032 Zürich Konzeption und Redaktionsleitung: Marie-Luce Le Febve de Vivy, www.health-lifestyle.ch Visuelle Konzeption und Layout: Volker Haller, www.vhvk.de Texte: Dr. Akong Tulku Rinpoche, Lea Wyler, Barbara Pfeiffer, Klaus Falk, Victoria Long, Diana Dodd, Edith Irwin, Gabriele Lenk, Kassandra Birchler, Marie-Luce Le Febve de Vivy Fotoredaktion: Klaus Falk (Leitung), Andrea Widmer © Texte: ROKPA INTERNATIONAL © Fotos: Lea Wyler, Klaus Falk

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30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe


ZUKUNFT

DRUCK Erstklassige Druckprodukte sichern nachhaltigen Erfolg. Print – auch in Zukunft ein starkes Medium!

Ein Geschäftsbereich der FO Print & Media AG FO-Fotorotar, Gewerbestrasse 18, CH-8132 Egg Telefon +41 44 986 35 00, Fax +41 44 986 35 36 E-Mail info@fo-fotorotar.ch, www.fo-fotorotar.ch

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ROKPA Helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

Wir brauchen Ihre Hilfe! Geben Sie unseren ROKPA-Kindern eine Zukunft! Schweiz

Deutschland

Österreich

Postkonto: ROKPA 80-19029-5

Deutsche Bank

Raiffeisenbank Au

Clariden Leu AG, Zürich

Konto: 0 35 88 8700, BLZ: 690700 24

Konto: 3 027810, BLZ: 37405

IBAN: DE81 6907 0024 0035 8887 00

IBAN: AT20 3740 5000 0302 7810

BIC: DEUT DE DB690

BIC: RVVG AT 2B405

Konto: 0065-455090-11-1 IBAN: CH70 0506 5045 5090 1100 1 BIC: CLLECHZZXXX

ROKPA INTERNATIONAL l Böcklinstrasse 27 l CH – 8032 Zürich Telefon +41-44-26 26 888 l Fax +41-44-26 26 889 | info@rokpa.ch l www.rokpa.org 54

30 Jahre ROKPA – 30 Jahre Hilfe

Jubiläumsbroschüre  

30 Jahre ROKPA

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