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ROKPA TIMES

No. 3 / November 2013 / Jahrgang 33


© Lea Wyler

Editorial Wir sind nicht hilflos wenn wir anderen helfen. Dr. Akong Tulku Rinpoche

Liebe ROKPA Freunde, sehr geehrte Damen und Herren

Wir sind fassungslos über den schrecklichen Tod von Dr. Akong Tulku Rinpoche, seinem Neffen und seinem Assistenten in Chengdu, China. Ich begegnete Rinpoche 1974 zum ersten Mal. Vom ersten Augenblick an machte er einen unglaublich tiefen Eindruck auf mich. Er strahlte Wärme, Weisheit und Mitgefühl aus und ich wusste sofort, dass sich nun mein Leben ändern würde. 1979 ging ich auf eine Reise mit ihm nach Indien und Nepal und

Über 33 Jahre arbeiteten Lea Wyler

1980 gründeten wir ROKPA zusammen mit meinem Vater

und Dr. Akong Tulku Rinpoche Hand in Hand

in Zürich. Seither arbeiteten wir Schulter an Schulter. Wir etablierten Projekte zuerst in Indien und Nepal, seit 1990 auch auf dem Tibetischen Hochland. Er war mein Lehrer, mein Berater, mein Mentor, mein zweiter Vater, mein Freund. Er sprach wenig und

INHALT

was er sagte hatte immer Gehalt. Er war immer absolut zuver-

Editorial

lässig und hielt unter allen Umständen Wort.

DR. AKONG TULKU RINPOCHE

Er hat nie Zeit verschwendet – jeder Moment war für das Wohl

In Memoriam Akong Rinpoche

anderer genutzt. Für sich selber brauchte er wenig, war an seinem eigenen Wohlergehen nicht interessiert ausser es diente

2

3

Ein Leben im Dienst der anderen 4 – 5

Anderen. Er arbeitete rund um die Uhr für andere, aber er war

TIBET

nie vom Geschehen überwältigt, nie gestresst. Er war und ist mir

ROKPA Ausbildungsprogramm

6–7

das wichtigste Vorbild.

Medizinische Nothilfe in Tibet

8

Er opferte sogar sein Leben um das der Anderen zu schützen.

Auszüge aus Ansprachen

Wenn jemand den man sehr liebt von uns geht, sucht man

von Dr. Akong Tulku Rinpoche

immer die besten Worte, um sich an ihn zu erinnern und man

ROKPA SCHWEIZ

10

ICH BIN ROKPA

11

lässt das andere aus. Bei Rinpoche ist das nicht nötig. Es gibt nichts auszulassen.

9

Alles, was man Gutes über ihn, der ein grösseres Mitgefühl für

Impressum

uns alle hatte als man je für möglich halten würde, jetzt sagt,

Redaktion: Thomas Stettler Redaktion Bild: Corinna Biasiutti Alle Fotos und Texte: © ROKPA INTERNATIONAL Auflage: 5.800 Exemplare Gedruckt auf FSC-Papier

das sagte man auch zu seinen Lebzeiten. Jedes Wort trifft zu. Jedes Wort ist nicht genug, ist nur ein Wort.

Ihre Lea Wyler, Gründerin und Vizepräsidentin ROKPA

ROKPA INTERNATIONAL ist seit 2004 ZEWO-zertifiziert.


© Lea Wyler

Dr. Akong Tulku Rinpoche – schmerzlich vermisst

3


Ein Leben im Dienst der anderen Dr. Akong Tulku Rinpoche, Mitgründer und Präsident von

Zusammen mit Trungpa Rinpoche gründet er 1967 das „Kagyu

ROKPA, ist am 8. Oktober 2013 im Alter von 73 Jahren

Samye Ling Tibetan Centre“ in Schottland, das erste tibetisch-

verstorben. Sein ganzes Leben stand im Zeichen der Hilfe für

buddhistische Lehrzentrum im Westen. Inzwischen gibt es

Menschen, die unter Armut und Krankheit leiden. Während der

einundzwanzig Zweigstellen (Samye Dzongs) weltweit. Akong

letzten 34 Jahre setzte er sich unermüdlich für die Projekte

Rinpoche unterrichtet und hilft tausenden Menschen, allen, die

von ROKPA ein. Ein Rückblick auf ein bewegtes Leben im

mit ihren Sorgen, Ängsten und Krankheiten zu ihm kommen.

Zeichen der Solidarität und Nächstenliebe.

Dabei entwickelt er die Tara Rokpa Therapie, welche Inhalte des

Im Osten Tibets 1939 geboren, wird Dr. Akong Tulku Rinpoche

Buddhismus mit der westlichen Psychotherapie verbindet.

bereits mit vier Jahren als Reinkarnation (Tulku) des ersten

Lea Wyler begegnet Rinpoche 1974 in Samye Ling. 1979/80

Akong, eines heiligen Lamas und Mediziners, zum Abt des

reist sie mit ihm nach Indien und Nepal. Diese Reise besiegelt

bekannten Klosters Dolma Lhakang in Osttibet ausgebildet.

das Schicksal von so vielen, denn hier wird der Grundstein für

Ausserdem erhält er eine Ausbildung in der traditionellen

ROKPA gelegt. Auf dieser Reise gibt Dr. Akong Tulku Rinpoche

Tibetischen Medizin. Mit neunzehn Jahren beendet Dr. Akong

Lea Wyler einen für ihr Leben prägenden Satz mit:

Tulku Rinpoche sowohl seine medizinische wie auch seine

„Die beste Art, dir selber zu helfen, ist es, in der Hilfe für

religiöse Ausbildung zu einem Lama.

andere aufzugehen.“

In der Folge des tibetischen Volksaufstandes in China flüchtet

Zusammen mit Lea Wylers Vater, dem Zürcher Anwalt Dr. Veit

er 1959 in einer Gruppe von dreihundert Tibetern nach Indien.

Wyler, gründen sie daraufhin ROKPA in Zürich. Die ersten

Die Flucht dauert 10 Monate und ist geprägt von Hunger und

Aktivitäten von ROKPA beginnen mit der Unterstützung von

grössten Entbehrungen. Die Gruppe hat schon bald nichts mehr

tibetischen Flüchtlingen in Indien und Nepal.

zu essen und in ihrer Not kochen sie das Leder ihrer Schuhe, um wenigstens etwas Nahrung zu gewinnen. Geprägt von diesen schrecklichen Ereignissen – aus der Gruppe mit 300 Menschen gibt es nur dreizehn Überlebende – beschliesst Rinpoche, Menschen zu helfen, die unter Armut, Krankheit, Angst und seelischen Qualen leiden.

4


Als Rinpoche 1983 für kurze Zeit nach Tibet zurückkehrt, ist er

Alle, die je mit Akong Rinpoche zu tun hatten, wissen, dass

tief betroffen zu erfahren, dass die tibetische Kultur und Sprache

seine stetige Entschlossenheit anderen zu helfen, seine endlose

in Gefahr ist, verloren zu gehen. Er trifft auf extreme Armut,

Energie und sein Humor ihn auch unter schwierigsten Umstän-

mangelnde Bildungsmöglichkeiten und Umweltprobleme. Sofort

den nicht verlassen haben. Alles was er in die Hände nahm,

beginnt er, Hilfsprojekte zu planen und auszuführen. Sein Ziel ist

machte er mit dem tiefstem Mitgefühl und ohne jemals eine

es, der tibetischen Bevölkerung zu helfen, indem diese lernt sich

Gegenleistung für sich selbst zu erwarten. Für alle, die ROKPA

selber zu helfen. Er ist ferner bestrebt, ihre Sprache und Kultur

verbunden sind, ist dies auch in Zukunft die Inspiration und

zu erhalten. Nach vielen Verhandlungen und mehreren Besuchen

Motivation ihrer Arbeit.

können 1990 erste Projekte in Tibet realisiert werden.

Als ich auf meiner Flucht 1959 in einer Höhle auf den Tod wartete, versprach ich mir selber: falls ich diese Flucht überlebe werde ich niemals auf einem Thron sitzen! Ich werde Essen verteilen und Menschen eine Ausbildung ermöglichen. Dr. Akong Tulku Rinpoche über seine Flucht aus den tibetischen Gebieten Chinas

Gemeinsam mit Lea Wyler bereist Rinpoche in der Folge jedes Jahr mehrere Monate lang das Tibetische Hochland, um vor Ort die immer wachsenden ROKPA-Projekte zu besuchen. Er ist es, der mit seinem herausragenden diplomatischen Geschick auch

An Akong Rinpoche

die lokalen chinesischen Behörden für das Engagement von ROKPA empfänglich macht. Schnell sprechen sich die positiven

Gedicht von den Studenten von Sherik Norbu Lopling,

Auswirkungen der ROKPA-Projekte herum, und sie geniessen

Tibet (2000)

höchstes Ansehen sowohl in der tibetischen Bevölkerung als

Du warst es, der die Kultur und Tradition im Lande des

auch bei den Lokalregierungen.

Schnees befruchtet hat.

Übereinstimmend mit Rinpoches Vision ist ROKPA weder politisch noch religiös tätig: ROKPA ist global ausgerichtet. Ziel ist die Linderung von Leid in jeder Form. Seit der Gründung hat ROKPA über eine Million Menschen mit Essen versorgt und Zehntausende durch Ausbildung und medizinische Versorgung

Du warst es, der die Bedürfnisse der Schüler stillte und ihnen den Weg zum Licht der Weisheit und in die Zukunft zeigte.

den tibetischen Gebieten Chinas, Nepal, Indien und Afrika unterstützt. Durch ROKPA hat Rinpoche Bildung, Gesundheits-

Du warst es, der das gab, was es brauchte, um die

fürsorge, Armutsbekämpfung, kulturelle Erhaltung und Umwelt-

schwindenden Kräfte und das Leben der Studenten von

schutz in die entfernten Regionen des Himalaya-Gebietes

Lopling zu beschützen und zu erhalten.

gebracht. Die alljährlich stattfindende Reise zu den tibetischen Projekten

Hochverehrter Rinpoche, deine Hilfe ist umfassend und

sollte gerade beginnen, als Rinpoche und zwei seiner Begleiter

das kostbarste Juwel unserer Heimat.

am 8. Oktober in Chengdu, China, Opfer eines Gewaltverbrechens werden und dabei ums Leben kommen.

Mit grosser Zuneigung und Liebe überbringen wir, die Studenten von Sherik Norbu Lopling, dir dieses Gedicht, dir, Akong Rinpoche, unserem höchsten Retter, als Zeugnis unserer Dankbarkeit und deiner Güte. 5


TIBET

Ausbildungsprogramm in Tibet Enge Zusammenarbeit mit den Schulen und Behörden vor Ort Die Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schulleitung und den Behörden vor Ort ist eng. Alle unsere Projekte sind Partnerprojekte (joint projects). Dabei wird die ortsansässige Bevölkerung in die jeweiligen Entscheide eingebunden. Auf diese Weise erhält jeder Schüler, jede Schülerin die Aufmerksamkeit und individuelle Betreuung, wie sie in unseren Breitengraden selbstverständlich, in diesen Ländern aber aussergewöhnlich ist. Die individuelle Betreuung bei so vielen Schülern ist nur durch die enge Zusammenarbeit mit den Schulen und dank der Hilfe unserer lokalen ROKPA Repräsentanten möglich.

Waisenkinder haben Priorität Alle, die in unser Programm aufgenommen werden wollen, müssen anfangs ein detailliertes Formular mit Foto ausfüllen. Dort ist der familiäre Hintergrund vermerkt – inklusive der Anzahl Yaks, Schafe oder Pferde, welche die Familie besitzt. Ebenfalls aufgelistet sind sämtliche Noten seit der Primarschule – falls die Seit über 20 Jahren ermöglicht ROKPA Kindern und Jugend-

Kinder bereits früher zur Schule gegangen sind. So können wir

lichen in den tibetischen Gebieten Chinas durch finanzielle

schnell erkennen, wer in unser Programm aufgenommen werden

Unterstützung eine Ausbildung. Wo anfangs ein paar Dutzend

kann. Priorität haben immer Waisenkinder und Schüler/innen

Waisen- und Nomadenkinder in die Primarschule gehen

aus armen Nomadenfamilien. Die Einkommen der Familien sowie

konnten, profitieren heute jedes Jahr rund 10’000 Kinder und

die Kosten für die Lebenshaltung werden jährlich überprüft und

Jugendliche auf allen Bildungsstufen vom ROKPA Bildungs-

der Unterstützungsbeitrag entsprechend angepasst.

programm. ROKPA betreibt Ausbildungsprojekte in Gebieten Westchinas, deren Hauptbevölkerung Tibeter sind. Hier haben wir in 91 Schulen und Klosterschulen dieses Jahr 9’352 Schüler und Studenten in Ausbildung. Manche werden einzeln unterstützt, andere durch die Bezahlung von Lehrergehältern. Zu Beginn, Anfang der 90er Jahre, hat sich unsere Förderung auf die Primarschulen konzentriert. Als bei den jährlichen Besuchen festgestellt wurde, wie hilfreich und erfolgversprechend unsere Arbeit in diesen entlegenen Gebieten Tibets ist, haben wir unser Ausbildungsprogramm nach und nach erweitert. Mittlerweile hat China auch beschlossen, die ersten 9 Ausbildungsjahre zu unterstützen und so konzentriert sich unsere Hilfe immer mehr auf Weiterbildungen in Colleges und Universitäten sowie für Handwerksberufe.

Mit 180 Franken decken Sie die Ausbildungskosten,

inklusive Verpflegung und Unterkunft, für ein tibetisches Kind während eines Jahres ab. 

Mit 600 Franken beteiligen Sie sich an den Kosten

der Hochschulausbildung einer tibetischen Jugendlichen

Bildung ist der Schlüssel zur inneren Freiheit.

für ein Jahr. Spenden Sie jetzt mit beiliegendem Einzahlungsschein und dem Vermerk „Ausbildung Tibet“ oder „Hochschul-

Dr. Akong Tulku Rinpoche

6

ausbildung Tibet“. Vielen Dank.


TIBET

Beispiel: Klosterschule Thro Mendal Gön Die kleine Klosterschule bietet eine fünfjährige schulische Grundausbildung in den Fächern Tibetisch, Chinesisch,

Übersicht des ROKPA Ausbildungsprogramms

Mathematik und Zeichnen an. Von den 50 Schülern sind

■ Förderung im

31 Halbwaisen. Neben den Kosten für die Schüler bezahlt

ROKPA das Salär eines Lehrers und des Schulkochs.

Primarschulbereich

Begünstigte 2013:

1’051 Schüler in

11 Schulen

„Mein Name ist Tsering Sönam und ich

bin 13 Jahre alt. Meine Heimatstadt ist

Dege, rund 25 Kilometer entfernt von

der Mönchsschule hier. Vor drei Jahren

bin ich in die Schule aufgenommen

■ Förderung im

worden. Mein Vater starb bei einem

Sekundarschulbereich

Motorradunfall, da war ich fünf. Ich habe

und Gymnasium

keine Erinnerung mehr an ihn. Zuhause

1’105 Schüler in

leben meine Mutter, meine Grossmutter

9 Schulen

und meine jüngere Schwester. Im Winter haben wir einen Monat Schulferien, dann gehe ich nach Hause. Ansonsten sehe ich meine Familie nur jedes zweite Wochenende. Wir haben zuhause nur das nötigste; meine Mutter verdient etwas Geld durch den Verkauf von Milch und Butter. Ohne die Unter-

■ Hochschulförderung

802 Studenten an

13 Universitäten/Colleges

■ Klosterschulen

stützung von ROKPA müsste ich arbeiten gehen, um meiner Familie zu helfen. Die Ausbildung hier ist mir sehr wichtig. Ich erhoffe mir, damit später als Lehrer mein erlerntes Wissen weiterzugeben und gleichzeitig mit einem Einkommen meine Familie unterstützen zu können.”

Wissen ist nutzlos ohne den Willen, sich für eine bessere Welt zu engagieren. Dr. Akong Tulku Rinpoche

6’039 Mönche und

Nonnen in

55 Klöstern/Shedras

■ Alphabetisierung für

junge Erwachsene

355 Jugendliche in

3 Projekten

7


TIBET

Medizinische Nothilfe in Tibet Stellen Sie sich vor, Sie leben in einem Gebiet, das viele Autostunden auf unweg-

Ein zweites Beispiel für die medizinische

samen Strassen von der nächsten Klinik entfernt ist. Doch diese Klinik kann nur eine

Nothilfe von ROKPA handelt von einer

Notversorgung und medikamentöse Betreuung leisten.

kleinen Familie aus der Gegend von Yushu:

Falls Sie eine Operation brauchen, müssen Sie deshalb mit dem Bus etwa 18 Stunden in

Mutter, Vater, ihre kleine Tochter (fünf

die Hauptstadt fahren, wo es eine grössere Klinik gibt. Sie könnten zwar fliegen, aber Geld für das Ticket haben Sie nicht, auch wenn Sie alles mitnehmen, was Sie besitzen, denn der Klinikaufenthalt in der Hauptstadt wird Sie mehr kosten als Sie jemals verdient haben. Sich diese Situation vorzustellen, fällt uns begreiflicherweise schwer. Wo ROKPA arbeitet, ist sie Realität. Hier schildern wir zwei Beispiele von plötzlichen Notfällen, in denen wir mit unserem Notfallfonds aushelfen können, sofern genug Spenden eingegangen sind.

Jahre) und ihr kleiner Sohn (drei Jahre). Derzeit sind alle im Krankenhaus in Xining, denn vor fünf Monaten wurde bei beiden Kindern Tuberkulose des Nervensystems diagnostiziert. Die Kinder wurden immer dünner, schwächer, die Ärzte hatten sie bereits aufgegeben. Doch die Eltern gaben die Hoffnung nicht auf. Inzwischen ist die Familie hoch verschuldet, denn für die

Nachdem ihr kleiner Sohn (1 ½-jährig) ständig über Bauchschmerzen geklagt hatte, fuhr

Behandlung beider Kinder mussten sie

Yangzom, eine junge allein erziehende Mutter mit ihm in die nächste Klinik. Diese lag

insgesamt 400’000 Yuan ausgeben,

drei Stunden von ihrem Heimatort entfernt. Ein Bekannter nahm Yangzom und den

das sind 59’000 Franken. Vielleicht

Jungen im Auto mit. Doch in der Klinik verwies man sie an das grosse Krankenhaus in

müssen die beiden Eltern bald ohne ihre

Xining, der Hauptstadt von Qinghai. Dort seien die Ärzte besser ausgebildet, könnten

Kinder nach Hause fahren. Dafür mit

auch Operationen an kleinen Kindern vornehmen. Also machte sich Yangzom auf den

einem erdrückenden Schuldenberg.

Weg. Mit dem weinenden Kleinen auf dem Schoss, verbrachte sie 18 Stunden im Bus. Im Spital eröffnete man ihr, dass ihr Sohn einen bereits vereiterten Blinddarmdurchbruch

Bericht von Barbara Pfeiffer, ROKPA-Repräsentantin in Deutschland

habe. Es bestand Lebensgefahr. Die Operation musste sofort erfolgen. Danach folgten bange Tage, ja Wochen, in denen der Bub auf der Intensivstation behandelt werden musste. Yangzom hatte schon bei ihrer Familie, bei Verwandten und Freunden Geld geborgt, damit sie den Klinikaufenthalt bezahlen konnte. Eine Krankenversicherung

ROKPA kann nicht die gesamten

hatte sie nicht für ihren kleinen Sohn. Inzwischen war eine Summe von 129’860 Yuan

Schulden dieser Familien überneh-

aufgelaufen, das sind rund 19’000 Franken. Doch was sollte Yangzom tun?

men, aber ROKPA kann den

Ihren geliebten Sohn sterben lassen?

Schuldenberg etwas kleiner machen durch finanzielle Hilfe aus unserem Fonds für medizinische Notfälle. Ihre Spende hilft! Machen

Das Wohlergehen des tibetischen Volkes ist uns ein grosses Anliegen und wir streben danach, jedem einzelnen Hilferuf mit einer umfassenden Lösung zu begegnen.

Sie aus Ihrem Geld ein wichtiges Instrument, um Menschen in Not zu helfen! Bitte spenden Sie für „Medizi-

Dr. Akong Tulku Rinpoche

nische Nothilfe“ – mit dem beiliegenden Einzahlungsschein oder auf PC 80-19029-5. Danke!

8


Auszüge aus Ansprachen von Dr. Akong Tulku Rinpoche ROKPA-Tag der offenen Tür vom 17. März 2011, Zürich „Nach 1959, als viele Tibeter ihr Zuhause verlassen mussten, war die Schweiz eines der ersten Länder, die uns Hilfe angeboten haben. Viele Waisenkinder, die ihre Eltern im Zuge des Tibetischen Volksaufstandes verloren haben, fanden bei Schweizer Familien ein neues Zuhause; hunderte Flüchtlinge wurden aufgenommen und betreut. Die Schweizer haben also viel für uns getan: Tibeter fanden hier Arbeit, tibetische Kinder wurden ausgebildet. Noch heute leben tausende Tibeter im Schweizer Exil. Wir sind sehr dankbar für die Gastfreundschaft. Mir liegen die Erhaltung der Kultur und Traditionen sehr am Herzen. Diesbezüglich muss ich sagen: Die kleine Schweiz mit ihren 4 Sprachen, die sie pflegt und schützt, ist hier ein leuchtendes Vorbild für viele anderen Regionen der Welt. Zur Kultur gehört aber viel mehr als nur die Sprache. Ich bin der Ansicht, ein Mensch ohne Kultur und Traditionen kann nie ein wirklich Abschlussfeier der ROKPA Mädchenschule in Khenlo, 16. Oktober 2006 „Ich bin der Vertreter von ROKPA und seit 1989 in Tibet tätig. Mein Hauptziel ist, armen Nomadenkinder zu helfen. In dieser Region gibt es vielfältige Probleme, so sind z.B. die Mädchen kaum geschützt und daher sehr gefährdet. Wenn wir ihnen eine Ausbildung ermöglichen, sieht ihre Zukunft viel besser aus! Zudem, wenn ein Mädchen einen gewissen Bildungsstand erreichen kann, werden ihre zukünftigen Kinder automatisch auch eine bessere Bildung bekommen. Mütter und Kinder sind während mehreren Jahren den ganzen Tag zusammen, während der Vater häufig ausser Hause einer Beschäftigung nachgeht. Deshalb ist der Einfluss der Mutter das Samenkorn zu einer besseren Ausbildung.

glücklicher Mensch sein. Und dabei geht es mir nicht nur um die Tibetische Kultur, sondern um die aller Völker, welche heute in grosser Gefahr ist, verloren zu gehen. Man kann Häuser und Strassen und Kleider modernisieren, nicht aber die Denkweise der Menschen. Die Tibeter hier in Europa sind zu jung um das Ganze zu verstehen. Sie kopieren den Europäischen Lebensstil, ohne zu bedenken, dass ihre eigene Kultur in Gefahr ist. Die Verantwortung liegt jedoch nicht nur bei ihnen, sondern auch bei den Menschen hier in Europa oder in Amerika. Diese sollen sagen „Es ist euer Recht, unseren Lebensstandard einzufordern, aber ihr sollt auch das Recht und die Freiheit haben, eure eigene Lebensweise zu behalten.“ Es ist möglich, die Kultur so wiederzubeleben. Es ist nicht zu spät dafür, aber die Gefahr, die die Globalisierung mit sich bringt, ist gross. Ich wünschte, dass dies allen Menschen bewusst wird.”

Mein grosser Wunsch für eure Zukunft ist, dass ihr immer etwas Nützliches tut, zum Wohle anderer, und nie jemanden verletzt. Wenn ihr später Mütter seid, schlagt nie eure Kinder – ihr erinnert euch sicher daran wie schmerzhaft das war. Falls ihr später Lehrer seid, schlagt nie eure Schüler. Seid immer nett zu euren Freunden und zu euren Feinden. Rächt euch niemals! Man sagt, dass 100 Freunde nicht genug seien, aber ein Feind ist zu viel! Behaltet diesen Ratschlag immer in Erinnerung!”

9


ROKPA SCHWEIZ

Weihnachtskarten – Spenden und Schenken verbinden

So funktioniert es: 

Bestellen Sie per E-Mail

Ihnen fehlt noch das passende Geschenk

Beispiel: Geschenkkarte Nr. 1:

info@rokpa.org

für Ihre Liebsten, da diese eigentlich

Sie helfen mit Ihrer Spende, Waisen- und

oder per Telefon

Strassenkinder auszubilden.

+41 44 262 68 88

bereits alles haben um glücklich zu sein? Mit den ROKPA Weihnachtskarten schenken Sie gleich doppelt: Sie ermöglichen beispielsweise einem Kind in Tibet eine Ausbildung oder einer Mutter in

Suchen Sie die passende

Geschenkkarte aus 

Wählen Sie den Spendenbetrag:

Nepal eine Mahlzeit für sich und ihre

z.B. CHF 50.– oder CHF 500.–

Kinder in der Gassenküche. Aus 10

verschiedenen Projektarten suchen Sie

Spender an

die für den Beschenkten passende aus –

Vorname, Name, Strasse, PLZ, Ort

und machen damit mit einem Geschenk

mindestens zwei Menschen glücklich! Mehr Infos zu allen Karten und die Möglichkeit zum Online-Bestellen finden Sie unter www.rokpa.org/geschenkkarten.

ROKPA-Kalender 2014 Als alternative Geschenkidee legen wir Ihnen den ROKPA Kalender im

Geben Sie uns den offiziellen

Nennen Sie uns Ihren

Vornamen, Namen, Strasse, PLZ, Ort, E-Mail Vielen Dank für Ihre Bestellung!

Produkte aus der Frauenwerkstatt

A3-Format ans Herz. Er eignet sich ideal als Familienplaner in der Küche oder als Blickfang im

Am Wochenende vom 30. November

Wohnzimmer – 12 wundervolle Bilder begleiten den Beschenkten das ganze Jahr.

und 1. Dezember ist ROKPA mit einem

Der Überschuss aus dem Verkaufserlös (ein Kalender kostet 20 Franken,

Stand am Markt in Löhningen (bei

zzgl. Versandkosten) fliesst in die ROKPA Projekte.

Schaffhausen) vertreten. Es werden Produkte aus der ROKPA

PS: Es spricht nichts dagegen, sich mit dem Kalender auch selber zu beschenken!

Frauenwerkstatt in Kathmandu verkauft. Die Werkstatt bietet allein erziehenden Müttern eine Arbeitsstelle, mit der sie ihren Kindern eine Ausbildung und ein Leben abseits der Strasse ermöglichen. Kommen Sie vorbei und unterstützen Sie mit einem Weihnachtseinkauf diese nepalesischen Frauen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bestellen Sie per E-Mail info@rokpa.org oder per Telefon +41 44 262 68 88.

10


Ich bin ROKPA

Ich bin ein ROKPA Kind… „Mein Name ist Sarita. Ich bin 8 Jahre alt und wohne

immer Rakshi (nepalesischer Schnaps) holen. Wir

seit bald 5 Jahren im ROKPA Kinderhaus in Kath-

Kinder tranken jeweils auch ein paar Schlucke davon.

mandu. Vorher lebte ich bei meinen Eltern. Als mein

Nach einiger Zeit entdeckte uns Mummy Lea und

Vater krank wurde und nicht mehr arbeiten konnte,

nahm mich ins Kinderhaus auf. Mein Bruder und

begannen beide Eltern zu trinken. Sie stritten jeden

meine Schwester sind durch Mummy Leas Initiative in

Tag, bis meine Mutter mit meinen zwei älteren

einem anderen Kinderhaus ganz in der Nähe unterge-

Geschwistern und mir unser Zuhause verliess. Wir

kommen. Ich gehe mit Freude zur Schule und habe

lebten danach auf der Strasse und mussten betteln,

viele Freunde dort, in meiner Freizeit lese ich gerne

um etwas zu essen zu bekommen. Mit dem wenigen

Bücher. Ich liebe es zu tanzen und mein Traum ist es,

Geld, das wir bekamen, schickte uns meine Mutter

später einmal Tanzlehrerin zu werden.”

Sarita Nepali

Ich setze mich für ROKPA ein… „… weil ich weiss, dass bei ROKPA die gespendeten

Ungleichgewicht auf der Welt zu überwinden. Damit

Gelder zu den Kindern gelangen, unter anderem für

die kommenden Generationen dieser Erde eine

Bildungsprojekte und Waisenhäuser. Ich liebe Kinder,

Chance haben im Kampf gegen Armut und soziale

sie sollten genug Essen haben, sauberes Trinkwasser,

Ungerechtigkeit, braucht es gebildete und liebende

eine Schulausbildung, ausreichende medizinische

Menschen. Nur durch Empathie und Mitgefühl für

Versorgung – überall auf der Welt. Als ROKPA-

andere wird es uns möglich sein, unser eigenes Herz

Botschafter bin ich ein Aushängeschild und bei mir

zu finden. Ich unterstütze ROKPA, tun Sie es auch!”

steht darauf: Wir müssen einen Weg suchen, das

Marc Forster, Hollywood-Filmregisseur und ROKPA-Botschafter

Ich arbeite für ROKPA weil... „Ich bin vor kurzem nach Zürich gezogen. Da ich mo-

benseinstellung, nicht bloss eine Pflicht oder eine

mentan auf Stellensuche bin, habe ich mich ent-

Verantwortung. Ich bin sehr froh zu ROKPA gefunden

schlossen Freiwilligenarbeit zu leisten. Bei der Suche

zu haben und mich dadurch für wichtige Anliegen

nach einer geeigneten Organisation bin ich auf ROKPA

einsetzen zu können. Als studierte Botanikerin habe

gestossen. Die Projekte von ROKPA haben mich auf

ich bis jetzt hauptsächlich Projektberichte aus diesem

Anhieb angesprochen, verfolgen sie doch ein Ziel, mit

Gebiet (Stichwort Tibetische Heilmedizin) bearbeitet

dem ich mich identifizieren kann und wofür ich mich

und spezifische Fragen für die Verbesserung der

gerne einsetze. Als Inderin weiss ich aus eigener

Berichterstattung und Evaluation zusammengestellt.

Erfahrung, dass Hilfe in diesen Ländern dringend

Ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu und habe im

benötigt wird. Für mich ist Wohltätigkeit eine Le-

ROKPA Büro viele nette Leute kennengelernt.”

Wichtige Mitteilung an unsere Spender/-innen: Mit Ihrer wertvollen Hilfe konnten wir in den letzten Jahren

Amrita Prasad

Auf den Patenschafts- und Projektkonten sind noch Restbeträge übrig geblieben, die wir gerne für laufende Projekte

zahlreiche Menschen unterstützen. Die ROKPA Spenden-

und andere bedürftige Menschen einsetzen möchten.

empfänger mit den folgenden Projektnummern stehen heute

Sollten Sie uns bis zum 31. Dezember 2013 keine anderweitige

auf eigenen Füssen (resp. das Projekt ist selbsttragend)

Verfügung bekannt geben, gehen wir davon aus, dass Sie

und benötigen damit unsere direkte Hilfe nicht mehr:

unserem Anliegen zustimmen (stille Genehmigung).

2, 125, 327, 394, 457, 464 , 543, 605, 620, 724, 879, 884, 907, 908, 915, 929, 934, 952, 953, 973, 977, 1006,

Falls Sie jedoch nicht damit einverstanden sind, bitten wir um

1047, 1149, 1153, 1154, 1180, 5049, 5057, 5066, 5067,

Ihre Kontaktaufnahme mit dem ROKPA-Hauptsitz in Zürich

7003, 7016, 7047, 7064, 7071, 7076, 7094, 7158, 7163,

(044 262 68 88 oder info@rokpa.org).

7178, 7188, 7202, 7212, 7213, 7234, 7241, 7243, 7267,

Für Ihre wertvolle Unterstützung – in der Vergangenheit und

7320, 7530, 7548, 9370.

hoffentlich auch in der Zukunft – danken wir Ihnen herzlich. 11


ROKPA

Helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Nachhaltig, seit über 30 Jahren.

Für mehr Chancen im Leben. Viele Kinder und Jugendliche – aktuell nahezu 10’000 – erhalten in jedem einzelnen Jahr dank ROKPA in Tibet und Nepal eine Ausbildung. Das geht nur mit Ihrer Hilfe! Dank Ihren Spenden können wir unzählige Biografien positiv beeinflussen: Über 50 Kinder leben im ROKPA-Kinderhaus in Kathmandu. In der Werkstatt bieten wir in Not geratenen Müttern eine Berufsausbildung und bereiten sie auf ein selbstbestimmtes Leben vor. Mit Ihrer finanziellen Unterstützung können wir die Ärmsten der Armen wirkungsvoll unterstützen – helfen Sie uns, ihre Chancen auf ein würdevolles Leben zu erhöhen.

de SMS-Spen 9.– bis CHF 9

X ROKPA X hl) an a Z r u n , (Betrag 4 r e 88. Zielnumm : r CHF 20.– Beispiel fü an 488 0 ROKPA 2

So können Sie spenden: Credit Suisse: IBAN CH73 0483 5045 5090 1100 1, Konto 455090-11-1

In der Schweiz sind Spenden zugunsten von ROKPA steuerbefreit. Zudem ist ROKPA seit 2004 ZEWOzertifiziert.

Clearing Nummer 4835 Postfinance: IBAN CH54 0900 0000 8001 9029 5 Konto CHF 80-19029-5

ROKPA

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Telefon +41 44 262 68 88 | info@rokpa.org | www.rokpa.org | www.facebook.com/ROKPA.org

ROKPA Times November 2013  

Unser Magazin „ROKPA Times“ erscheint mehrmals pro Jahr und berichtet ausführlich über aktuelle und geplante ROKPA-Projekte in Tibet und Nep...

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