SkiPresse Nr. 11

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Titelfoto: © Chris McLennan für Völkl, Location: Neuseeland













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Abfahrt morgens um sieben Uhr von München Richtung Süden. Erstes Ziel: das westlichste Skigebiet der Kitzbühe­ ler Alpen, das Alpbachtal. Während sich unser Auto nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt mühsam die Serpentinen in das versteckte Tal hinauf kämpft, steigt die Vorfreude auf einige richtige Powdertage. Kurz darauf parken wir auf dem kleinen Parkplatz vor der Wiedersberger­hornbahn. Das Abenteuer kann beginnen. Die typische Tiroler Architektur ist es, für die das Alpbachtal über die Landesgren­ Familien mit kleineren Kindern dominieren die überschau­

zen hinaus berühmt ist. Immer wieder errang Alpbach in der Vergangenheit Aus­

bare Liftschlange. Beim genaueren Hinsehen entdecken

zeichnungen als besonders schönes Bergdorf. Zurückzuführen ist dieses heimelige

wir zwei Locals, die ebenfalls mit breiteren Latten unter­

Flair auf Alfons Moser, der als Bürgermeister in den 1950er-Jahren eine Bau­ordnung

wegs sind. Wir sind also nicht die Einzigen, und wegen

erließ, nach der ein Haus nicht mehr als zwei Stockwerke haben durfte und über­

des Neuschnees begrüßen uns schon direkt am Gondel­

wiegend aus Holz gebaut sein musste.

ausstieg die ersten Tiefschneehänge. Nicht schlecht für den Anfang. Nach zwei, drei Abfahrten schultern wir die

Doch noch geben wir uns nicht damit zufrieden, „nur“ durch das Dorf zu schlen­

Ski und machen uns an den Aufstieg auf den Gipfel des

dern. Mit Skibus und Gondel geht es wieder hinauf. Nach einer kurzen Jause auf der

Wiedersbergerhorns, an dessen Ostflanken sich das Ski­

Sonnenterasse der Asthütte nehmen wir die Hornbahn 2000 und traversieren den

gebiet befindet. Etwa 15 Minuten dauert der Aufstieg. Vom

Grat entlang zur gekennzeichneten Baumgartenroute. Über weite Almwiesen führt

Gipfelkreuz aus können wir erstmalig erkennen, dass von

uns diese hinunter nach Inneralpbach. Genug Platz, um auch noch nachmittags

hier oben Abfahrten in alle vier Himmelsrichtungen mög­

eine eigene Line in den Schnee legen zu können. Gerade für Off-Piste-Einsteiger ist

lich sind. Wir entscheiden uns für die nordseitig gelegene

diese Variante bestens geeignet. Am zweiten Tag führt unser Weg in die Bezirkshaupt­ stadt Kitzbühel. Nicht jedoch der große Skizirkus rund um Hahnen­kamm und Pengel­ stein ist unser Ziel, sondern das

kleine

Ski­gebiet

am

­genau 2.000 Meter hohen Kitzbüheler

Horn.

­Gerade

während der ­Hauptsaison, wenn

man

drüben

an

Hahnen­kamm und Fleckalm­ bahn mit 30 Minuten War­ tezeit rechnen muss, kann man am Horn in aller Ruhe seine Spuren in den Schnee ziehen. An der Mittelstation wechseln wir in die „große“ Gondel, die direkt auf den Powder Bowl und gelangen nach 400 Höhenmetern in

Gipfel fährt. Ein phantastischer Rundblick über Kaisergebirge, Loferer Steinberge

staubendem Tiefschnee zum Vierersessel Kohlgruben­

bis hin zu den hohen Tauern lässt uns dort einige Minuten ausharren. Dann stürzen

lift, fahren wieder hinauf und beschließen, uns dieses Mal

wir hinein ins Vergnügen. Denn auf der Rückseite des Horns wartet ein Freeride-

­weiter links zu halten und über die Lichtungen bis hinunter

Hang der Superlative. Ganz nach Gusto können wir zwischen kurzen Couloirs, Cliffs

nach Reith zu fahren. Vom 2.128 Meter hohen Gipfel sind

in jeder Größe, steilen Passagen oder einem weiten Hang auswählen. Herrlich! Was

es gut 1.400 Höhenmeter bis nach Reith auf 700 Metern.

für ein Spielplatz. Der mittelalterlich anmutende Sessellift Raintal lässt auf der rund

Es ist zwar nicht besonders steil, dafür aber eine absolu­

zwanzigminütigen Bergfahrt die Muskeln wieder regenerieren.

te Genussfahrt. Wer hätte solch einen langen Run im be­ schaulichen Alpbachtal erwartet?

Nach mehreren Abfahrten zieht es uns hinüber zum Hornköpfl, wo wir zuvor lichte Baumabfahrten erspäht haben. Auf dem Weg dorthin kann man noch eine KickerLine im Funpark mitnehmen. Doch der krönende Abschluss des Tages steht erst noch bevor. Vom Gipfel aus stechen wir erneut in unseren Lieblingshang. Diesmal halten wir uns jedoch möglichst weit links und traversieren. Statt am Ende wieder rechts zum Raintallift abzubiegen, überqueren wir den Hoferschneit Grat


und n ­ ehmen Kurs in einem komplett unverspurten Hang Richtung St. Johann. Der Schnee staubt in alle Richtungen, als wir uns mit Hochgeschwindigkeit in den Hang werfen. Pulvrig und fluffig – einfach fein! Jessica hat als Kitzbühel-Local zum Abendessen einen echten Geheimtipp parat: Die Saukaserstub’n in Jochberg. In der heimeligen Atmosphäre lassen wir uns das sternewürdige Essen so richtig schmecken. Schließlich müssen wir ja gestärkt sein für Tag drei unseres Roadtrips. Mit Alpbach hatten wir ja bereits den westlichsten Teil der Kitzbüheler zu schätzen gelernt. Jetzt wollen wir auch der östlichsten Ecke einen Besuch abstatten: Fie­ berbrunn. Das ruhige Dorf im Pillerseetal ist vom Mas­ sentourismus nach wie vor größtenteils verschont ge­ blieben. Familien schätzen die Abgeschiedenheit des wohl am besten versteckten Skigebiets ­Österreichs sicherlich auch wegen der moderaten Liftpreise. Seit einigen Jahren hat sich das Skigebiet an Henne und Wildseeloder aber auch unter Freeridern einen aus­ gezeichneten Namen erarbeitet. Mit „Snowfever“ orga­ nisieren die Fieberbrunner den größten Big Mountain Contest Österreichs und lo­ cken mit ihm Jahr für Jahr einige der besten Freerider ins Tiroler Unterland. Über Nacht hat es wieder einige Zentimeter geschneit. Da wir keine Aufstiegs­ fanatiker sind, machen wir zunächst einige Runs neben den Pisten von Reckmoos und Hochhörndllift. Doch dann wollen wir mehr und besteigen noch den ­Gipfel der Henne (2.078 m). Der Run hinunter zur Teehütte, den die Locals „Marokker“ nennen, bietet gute 500 Höhenmeter. Doch damit nicht genug. Anschließend geht es hoch auf den Wildseeloder. Nach der kurzen Abfahrt zum Wildseeloder Haus befes­tigen wir die Ski am Rucksack und marschieren in 30 Minuten zum Gipfel. Der Finalhang des Snowfever Contests kann es durchaus mit einigen großen Hängen in den Alpen aufnehmen. Steilheit und Cliffs garantieren jede Menge Spaß auch für hartgesottene Fahrer. Bei unserem zweiten Gipfelsturm legen wir am Gipfel die verdiente Rast ein und las­ sen die Blicke gen Westen über die Kitzbüheler Alpen schweifen. Lieblich sehen sie aus, die Grasberge in weißem Gewand. Kaum zu glauben, dass sich hier so manch ein Leckerbissen für Variantenfahrer und Freerider versteckt.



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Fürst Albert wohnt in der Nähe, Flavio Briatore lässt sich auch zuweilen sehen. Wer im Chalet Talon wohnt, muss sich um die Prominenz seiner Nachbarn keine Sorgen machen. Hier im französischen Wintersportort Courchevel im riesigen Skizirkus Trois Vallées verbringen die Rei­ chen und Schönen ihre Skiferien. Das kleine Skidorf gilt mittlerweile als eine der teuersten Adressen in den Alpen, und wer hier zum Establishment gehören will, geht nicht ins Hotel sondern in seine eigene Lodge. So wie das Chalet Talon. Ein rustikaler Bau mit schweren Holzbalken, dicken Gaubenfenstern, drinnen eine große, voll verglaste Wohngalerie, Designermöbel, Pool, Hamam, und was man so braucht zum privaten Après-Ski. In der Garage parkt der Edel-SUV – das Sport Utility Vehicle – , zur Piste geht man ein paar Schritte. Ein solcher Zweitwohnsitz kostet nicht nur im teuren Courchevel ein paar Millionen Euro. Wer das nicht ausgeben will oder kann, der könnte es auch mieten. Luxus-Lodges und Nobelhütten auf Zeit für den exklusiven Skiurlaub – das kommt immer mehr in Mode. Leute, die Geld haben und an den wenigen freien Tagen auf der Piste möglichst viel Ruhe und Entspannung haben wollen, ­ziehen die private Lodge dem Fünf-Sterne-Hotel vor. Statt am Frühstücksbüffet Schlange zu stehen, lässt man sich vom Butler das Morgenmahl im Salon servieren. Am Nachmittag räkelt man sich nicht im überfüllten HotelSpa sondern im privaten Jacuzzi, schwitzt in der eigenen Sauna und schwimmt allein im hauseigenen Pool. Einige wenige Spezialagenturen wie Indigo Lodges in der Schweiz haben sich auf dieses lukrative Geschäft spezialisiert und vermarkten die Nobeldomizile, die übli­ cherweise von betuchten Besitzern angemietet werden. Wie bei einem Luxusauto kann man sich das Ganze mit aufpreispflichtigen Extras noch verschönern: privater Koch und Butler, Chauffeurservice der Oberklasse, HelikopterShuttle ... Der Spaß hat natürlich seinen Preis. Richtige Luxushäuser kosten 5.000 bis 50.000 Euro und mehr pro Woche. Teuer? Alles eine Frage des Standpunkts. Mancher solvente Mieter sieht das als Schnäppchen. Mit der achtköpfigen Familie in den gemeinsamen Winterurlaub und dann ins erste Fünf-Sterne-Hotel am Platz? Da sind pro Woche auch schnell 15.000 Euro weg. In der eigenen Luxus-Lodge für 5.000 bis 10.000 Euro lebt man also billiger und vor allem ruhiger. Von reichen Leuten kann man sparen lernen, heißt es im Volksmund.





Bei der Kreuzeckbahn handelt es sich um eine Zweiseil-Umlaufbahn mit Tragseil und Zugseil. Diese werden alle vier Wochen nach Drahtbrüchen visuell untersucht. Ebenso wie der 48 Meter lange Spleiß (spezieller Knoten), der die beiden Seilenden zu einem 4.600 Meter langen Endlosseil (Zugseil) verbindet. Dieser wird von der ­Talstation aus mit einem Hammer geprüft, während das Seil durchläuft. Das Tragseil, das fest verankert ist, wird mit Hilfe eines Korbs, der sich entlang der Strecke mit

Wie ein Türsteher. „Manche Leute sind Morgenmuffel, ­haben miese Laune – die wir direkt abkriegen – und ­wollen so schnell wie möglich auf die Piste. Aber da be­

0,3 Metern pro Sekunde bewegt, von Xaver und einem Mitarbeiter begutachtet.

wirkt ein Lächeln oft Wunder.“ Bis zu 1.600 Leute werden

„Das sind die ganz normalen, regelmäßigen Prüfungen, die so genannten RP’s“,

momentan pro Stunde auf den Berg transportiert. 1.400

erklärt Herterich. Fehlen noch die MI’s. Was?

schaffte die alte Pendelbahn an einem Tag.

Eine „magnetinduktive Prüfung“ – die erfolgt für das Zugseil alle zwei und für das

Gerade einmal 70 Fahrgäste waren es gestern. „Kein

Tragseil alle vier Jahre. Dabei wird das Innere der Seile durchleuchtet. „Ein relativ

Wunder, bei dem Wetter“, sagt Herterich und schüttelt

schwerer Kasten, doppelt so groß und breit wie ein Videorekorder, wird um das Seil geklappt und erkennt mögliche Risse und Brüche“, erklärt Herterich. Darum küm­ mert sich die IFT, das Institut für Fördertechnik und Logistik der Universität Stuttgart, eine anerkannte Sachverständigenstelle für Seilbahnen. Ansonsten setzt der TÜV Süd jedes Jahr seinen Stempel auf alle restlichen Gerätschaften – Kabinen und

den Kopf, während er in eine der Kabinen steigt. Graue, schwere Wolken hängen im Tal, es regnet. Ein fieser, kalter Wind bläst ihm an diesem Oktobertag ins Gesicht. Doch der Betriebsleiter will sich oben vor der Bergstation die letzte große Stütze anschauen. Auf den Stufen liegt schon

Stahlstützen sowie Rollen und Lager. Damit nicht genug. Wenn es zu einem „beson­

etwas Schnee. Gerade rollt eine Kabine knapp unter

deren Ereignis“ kommt, einem Bahnstillstand oder größeren Drahtbruch, muss Xaver

seinen Füßen vorbei in Richtung Tal. Leider versperren

Herterich umgehend die Regierung von Oberbayern in Form eines Berichts darüber

die Wolken die schöne Aussicht. Dann deutet er auf eine

in Kenntnis setzen – viel Bürokratie für eine Bergbahn. „Aber das gehört dazu“, sagt

Kanzel, zehn Meter unter ihm. „Damit bergen wir die Leute

er und betont: „Das Wort Risiko gibt es bei uns nicht.“

aus den Kabinen – im Notfall.“

Plötzlich legt Xaver Herterich seine Papiere beiseite, schmunzelt und erzählt mit

Einen kleinen Notfall gab es vor ein paar Jahren: „An

glänzenden Augen: „Unsere alte Pendelbahn, die bis vor sechs Jahren noch die

einem sonnigen Wintertag rollte ein 500er-Mercedes über

Leute rauf und runter beförderte, lief von 1926 bis 2002 mit ein und demselben Seil.

den Parkplatz“, erinnert sich Herterich. „Daraus kletterte

Das ist doch toll.“ Mittendrin, genauer

eine Blondine, die mit

gesagt 1963, wurde ein Junge namens

ihrem Skilehrer in eine

Xaver in Oberammergau geboren. Er

Kabine der Kreuzeck­

wuchs in Altenau auf, einem kleinen

bahn stieg. Ihr Freund

Dorf, 30 Kilometer von Garmisch-Par­

blieb im Auto sitzen. Er

tenkirchen entfernt. Und er träumte be­

war so 25 Jahre alt und

reits während seiner Grundschulzeit da­

kam nach einer halben

von, einmal bei einer Seilbahn arbeiten

Stunde völlig fertig

zu dürfen. Er durfte. Nach seiner Lehre

angekrochen: ‚Ich habe

zum Rundfunk- und Fernsehtechniker

Platzangst, ich kann mit der Bahn nicht fahren.‘

(1984) raste er vier Jahre für die Bun­ deswehr als Hochgebirgsjäger durch die Berge, schraubte noch ein paar Jahre an

Kein Problem, sagte ich, ich bin der Xare und nehme dich

Fernsehern herum, ehe er 1991 bei der Zugspitzbahn als Betriebselektriker anfing.

mit hoch. Und so kauerte er während der Fahrt am Boden

Nun ist er Betriebsleiter der Kreuzeckbahn. Nach seiner Fortbildung zum Elektro­ techniker in München ist er auch noch für die Bergbahnen Alpspitze und Hausberg verantwortlich. Für die Bergung der Fahrgäste im Notfall, Sprengungen von Lawinen

und fragte immer wieder, wie weit es noch ist. Oben hat er seine Ski angeschnallt und ist die Piste runtergeschos­ sen, auf der Suche nach seiner Freundin. Am nächsten

und Hubschraubereinsätze in seinem Gebiet ebenfalls. „Ich bin Mädchen für alles“,

Morgen fand das Schauspiel seine Fortsetzung.“ Solche

sagt Herterich und lacht. Genau das will er auch sein. Er will sich nicht einfach nur

Anekdoten sind keine Seltenheit. Ab und zu hilft der Xare

in sein Büro setzen und seinen Computer anstarren. Das macht keinen Spaß. Xaver

auch verzweifelten Fahrgästen in die Skistiefel, gibt ihnen

will mitten drin sein, statt nur dabei. „Ich möchte meine Fahrgäste nicht nur gut und

den Tipp, ihre Ski für die Fahrt in der Kabine doch lieber

sicher transportieren“, sagt er, „ich möchte sie auch empfangen und ihnen einen guten Morgen wünschen.“

auszuziehen oder beruhigt aufgebrachte Skifahrer, die nicht einsehen, dass während der Weltcuprennen die Rennläufer bevorzugt behandelt werden. „Das geht nicht

So kann es sein, dass der Betriebsleiter im Winter bereits morgens um 5.30 Uhr auf

anders“, meint Herterich. „Bei den Weltcuprennen und ge­

dem Parkplatz steht und Schnee schaufelt. Um 7.30 Uhr fährt die erste Kabine Rich­

rade bei der WM 2011 stehen die Rennläufer unter großer

tung Bergstation. Herterich hat seine Schaufel dann bereits weggepackt und weist die ersten Fahrgäste zu ihren Parkplätzen. „Das mache ich so zwei Stunden lang.

Anspannung. Da geben wir unser Bestes, um den Profis ihre Fahrt mit der Kreuzeckbahn so angenehm wie nur

Danach helfe ich in der Talstation. Ich liebe es, wenn morgens die Bude voll ist und

möglich zu machen. Und dafür haben auch die meisten

hunderte Menschen auf den Berg wollen. Da musst du den Überblick behalten.“

Fahrgäste, die nicht gerade um eine Medaille kämpfen, Verständnis.“ Der Winter und die WM 2011 können also kommen – das Team der Kreuzeckbahn, der Xare und Xare’s Hirn sind bereit.






SAAC hat den geringen Frauenanteil bei ihren Camps zum Anlass genommen, mit der Aktion „Girlpower at SAAC“ Mädchen und Frauen zum Mitmachen zu animie­ ren. Fünf Camps in diesem Winter werden speziell als Girlpower-Camps beworben. Bei diesen Camps bilden die beiden Bergführerinnen eigene Damengruppen, mit denen sie am Praxistag des Camps im Gelände unter­ wegs sein werden. So können spezifische Fragen besser besprochen werden und die Damen unabhängig von ih­ ren Begleitern eine eigene Risikostrategie entwickeln, um bei der nächsten gemeinsamen Tour die Entscheidungen des Partners kritisch hinterfragen zu können. Aus dieser „Girlpower“Aktion erhofft sich SAAC eine steigende Nachfrage durch die Damen und erklärt sich bei entsprechendem Interesse von Free­ riderinnen und Touren­ geherinnen bereit, in Zukunft eigene GirlsCamps zu veranstalten. Mit­machen können bei SAAC alle FreeriderInnen und SkitourengeherInnen ab 14 Jahren, die über das Die Initiative SAAC gibt es bereits seit mehr als 10 Jahren. Bei diesem Projekt

nötige fahrtechnische Können im freien Gelände verfügen

können sich Skifahrer und Snowboarder in Wochenendkursen kostenlos über die

und sich rechtzeitig anmelden. Die Anmeldung funktio­

Risiken und die richtigen Verhaltensweisen im alpinen Gelände informieren. Dieses

niert ganz einfach online über die Website www.saac.at.

einzigartige Angebot – es gibt im deutschsprachigen Raum keine andere Insti­ tution, die Lawinencamps gratis anbietet – wird hauptsächlich von Männern und Burschen angenommen. Frauen besuchen die Camps eher spärlich. Mit den zwei Bergführerinnen Martina und Christine als Guides soll sich das nun ändern.

Allerdings muss man mit der Anmeldung schnell sein: Die 50 Plätze pro Camp sind schnell weg. Bei allen ­Girl-Power-Camps sind je 20 Plätze nur für Frauen reser­ viert. Zudem gilt bei SAAC die Platzgarantie für Mädels. Allen Freeriderinnen und Tourengeherin, die Interesse

Wir haben zusammen mit den beiden Bergfexen versucht, herauszufinden, was die Damen davon abhält, sich intensiv mit den alpinen Gefahren zu beschäftigen.

haben, an einem SAAC Basic Camp teilzunehmen, ­verspricht SAAC auf jeden Fall einen fixen Platz.

An der Beliebtheit des Freeridens und Tourengehens bei den Damen kann es nicht liegen, sieht man sie doch sehr oft mit ihren männlichen Begleitern die Berge bezwingen. Als risikofreudiger wird der Großteil der weiblichen Bevölkerung auch

SAAC erfreut sich jeden Winter eines noch höheren Interesses von Seiten der Skifahrer und Snowboarder, so

nicht eingeschätzt. Woher kommt es also, dass sich das Interesse der Damen sich

dass es mittlerweile um die 50 Plätze pro Camp ein rich­

in diesem Bereich weiterzubilden in Grenzen hält?

tiges Gerangel gibt. Mit einer erhöhten Anzahl an Camps – 25 österreichweit – will der Verein zur Information über

Martina glaubt, dass es daran liegt, dass die Frauen mehr ihren männlichen Be­

alpine Gefahren, der hinter der Initiative SAAC steckt,

gleitern vertrauen und mit denen mitfahren, statt selbst die Initiative zu ergreifen.

versuchen die große Nachfrage an kostenloser Lawinen­

Aus Erzählungen von Campteilnehmerinnen weiß sie, dass Frauen zumeist mit

information diesen Winter etwas mehr zu befriedigen.

ihrem Partner auf Touren gehen und er dann sagt, wo man fahren darf und wo nicht. Die Frauen folgen einfach. „Mich wundert es schon, dass bei den SAAC nur

Neu bei SAAC sind heuer auch die „SAAC series“ im

etwa 20 Prozent der Teilnehmer Frauen sind. Klar, es sind generell weniger Frauen

Skigebiet Warth-Schröcken. Mit einer Serie von insge­

als Männer im Gelände unterwegs. Trotzdem gibt es viele Freeriderinnen, die sich gut im Gelände auskennen. Im Gelände beobachte ich aber sehr oft Paare, bei denen der Mann die Initiative ergreift“, meint sie.

samt 9 Camps – 5 Basic und 4 weiterführenden SAACnd Step Camps – baut SAAC gemeinsam mit den Skiliften Warth und dem Tourismusverband Warth-Schröcken ein Freeride-Kompetenz-Center im Bregenzerwald auf.

Dieses blinde Vertrauen kann aber im alpinen Gelände sehr gefährlich sein. Der Partner sieht die Dinge vielleicht anders und hat ein anderes Risiko­empfinden. Da­ her ist es wichtig, dass jede Skifahrerin und Snowboarderin abseits der ­markierten Pisten weiß, wo die Gefahrenstellen sind, wie diese zu beurteilen sind, und wie man sich richtig verhält.