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A u s g a b e 2/200 2/2011 Ausgab

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Denkbar. Planbar. Machbar.

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Editorial

Thomas Berchtold Firmengründer und Aufsichtsrat

Sehr geehrte LOGIN-Leser, Was ist wichtig? Was hat überhaupt Bedeutung? Präsidenten, Minister, gekrönte Häupter – sie kommen und gehen. Stars steigen empor und verlöschen, Firmen vereinen sich zu großen Konzernen. Nichts ist ewig: Was heute modern ist und State Of The Art, ist morgen ein alter Hut und vergessen. Eins bleibt jedoch immer gleich: Der Mensch. Für mich als Unternehmer bedeutet dies seit nunmehr fast vier Jahrzehnten, dass das Wohl meiner Mitarbeiter ein Hauptantrieb meiner Tätigkeit war und ist. Mit Beginn dieses Jahres haben wir daher allen Mitarbeitern den Abschluss einer privaten Zusatz-Krankenversicherung ermöglicht. Denn Gesundheit ist das Wichtigste. Die Kosten dafür trägt das Unternehmen. Solche Leistungen sind natürlich nur möglich, wenn eine gesunde, wirtschaftliche Basis vorhanden ist. Das ist bei DATALOG der Fall – dank Ihnen, unseren Kunden; von denen 98% uns erneut oder gleich mehrfach erneut beauftragen. Und hier wird aus einzelnen Faktoren ein Kreislauf: Gesunde,

zufriedene Mitarbeiter produzieren Qualität. Das wiederum bedingt erzeugt zufriedene Kunden. So soll es sein und hoffentlich auch bleiben. Sie können daher darauf vertrauen, dass DATALOG auch in 2012 Qualität durch das Engagement zufriedener Mitarbeiter für Sie, unsere Kunden, garantiert. Geändert allerdings haben wir die Erscheinungsform der LOGIN – zeitgemäß. Die können Sie sie nun am Rechner durchblättern und kommen damit direkt auf weiterführende Links. In dieser Ausgabe informieren wir Sie über Steampunk, Shackleton als Manager, Vertipper bei ebay, BusinessKnigge und über die erstaunliche Tatsache, dass Computerspielen im Dienste der Medizin tatsächlich auch Leben retten kann. Und in diesem Sinne wünsche ich Ihnen für 2012 eben das, was vor allen Dingen das Wichtigste ist: Gesundheit. Ihr Thomas Berchtold Firmengründer und Aufsichtsrat 3

Inhalt

Plastik war gestern – heute ist Steampunk Steampunk hat nichts mit Sicherheitsnadeln in der Wange und Irokesenschnitt auf dem Kopf zu tun: Als Heavy Metall wird hier allerdings gerne Messing verwendet: Computer in neuem, alten Gewand.

Vom Polarforscher zum Management-Guru Ernest Shackleton trank Whisky on the Rocks – ihm blieb gar nichts anderes übrig – bis seine Mannschaft in die Boot musste. Dort zeugte sich der Polarreisende als perfekter Krisenmanager in aussichtsloser Lage.

Vertipper Am inoffiziellen Wettbewerb „Lass keinen Rechtschreibfehler aus“ beteiligen sich täglich unzählige ebay Verkäufer. Gut für den, der Auktionen trotzdem findet und am Ende als einziger Bieter Geld spart: Vertipper im Internet. Spielend gute Ergebnisse: Gamification Falten als medizinisches Problem klingt nach Schönheits-Chirurgen. Falten für die Medizin aber ist ein ganz neuer Ansatz. Wenn der Spieltrieb von Menschen für die Forschung nutzbar gemacht wird, ist „Gamification“ im Spiel. Kiss, Bow or Shake Hands Freiherr von Knigge starb, als ihn ein Hai fressen wollte, Knigge sein Messer zog, der Hai ihn aber mahnte: „Knigge – Fisch mit dem Messer?“. Können Ratgeber helfen, damit man im internationalen Business nicht im Haifischbecken landet?

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Plastik war gestern – heute ist Steampunk

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Computer aus Messing und Edelholz im Stil von Vorgestern Stellen Sie sich vor, Sie haben mit viel Liebe und Sorgfalt die Einrichtung Ihrer Wohnung vervollständigt. Als Mischung aus modernem Design und Klassikern bilden Ihre edlen Möbel ein perfekt aufeinander abgestimmtes Ensemble. Wollen Sie nun aber noch einen Computer harmonisch in diese Landschaft einzufügen, ist die Grenze des guten Geschmacks schnell erreicht. Kann man die klobigen Rechner selbst noch relativ gut verstecken, sind die Tastaturen und Bildschirme in ihren typischen Krankenhausfarben der Schandfleck jeder Tischplatte. Das muss nun nicht mehr sein – dank Steampunk! So heißt die Design-Richtung, die modernste Technik mit dem Geschmack und den Materialien des frühen IndustrieZeitalters verbindet.

Steampunk entstand bereits Anfang der 80er Jahre. Es handelt sich um einen Stil, den seine Anhängern auf Literatur, Design, Architektur und selbst auf ihre Kleidung übertragen. Es geht dabei darum, moderne technische Funktionen unserer Zeit mit Formen und Materialien des viktorianischen Zeitalters, also der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, zu mischen. Heraus kommt ein Look, den man als retro-futuristisch bezeichnet könnte und – als enorm dekorativ!

Jules Verne und H.G. Wells Wurzeln und Vorbilder des Steampunk sind unter anderem einige Schriftsteller der Epoche vor dem ersten Weltkrieg, die in ihren Werken zum Teil bereits sehr weitsichtige technische Utopien entwickelten. Sie siedelten diese aber nicht in einer ebenfalls erdachten, futuristischen Gesellschaft an, sondern in ihrem

Die Welt Jules Vernes ist eins der Vorbilder des Steampunk.

gewohnten Umfeld. In H.G. Wells oftmals verfilmten, 1898 erschienenen Buch „War oft the Worlds“ etwa treffen die hochtechnisierten Marsianer auf ein England ohne Autos oder Flugzeuge. Eben dem

Stand von 1898 entsprechend. Auch Jules Vernes bekannteste Werke wie „Die Reise zum Mond“, „Robur der Eroberer“ oder „20.000 unter dem Meer“ nehmen mit der Mondlandung, transkontinen-

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Der passende Rechner zu Plüschsofa und Streifentapete

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talen Flügen oder dem Atom-U-Boot technische Leistungen unserer Zeit voraus, ohne im Roman ihr eigenes Zeitalter je zu verlassen: Auch zum Raketenstart fährt man mit der Kutsche; mit wissenschaftlichen Instituten auf aller Welt kommunizieren Vernes Protagonisten per Brief! Ziel des Steampunk ist es, den Stil dieser Zeit zu imitieren, alle heutigen Formen der Technik aber darin zu integrieren. Dazu kommt eine Philosophie, die man als positiven Technik- oder Fortschrittsglauben bezeichnen kann. Am Ende des 19. Jahrhunderts versprach die technische Entwicklung schließlich in erster Linie eine Verbesserung der Lebensverhältnisse – Probleme wie Raubbau, Verschmutzung oder gar Verstrahlung waren noch

Steampunk-Designer Richard R. Nagy bei der Arbeit

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in weiter Ferne. Entsprechend strahlt der im Steampunk-Stil gekleidete Zeitgenosse eine gewisse Abenteuerromantik aus, als Mischung aus Entdecker, Flieger und Börsenmakler. Typische Attribute sind Zy-

Da werden die Tastaturen alter Schreibmaschinen vom Flohmarkt geplündert, um modere Keyboards mit Buchstaben zu bestücken. Plastikgehäuse verschwinden hinter Holzvertäfelungen und Jalousien. Modernste Lasertechnik schneidet Messingbleche exakt zu und macht daraus blank polierte Oberflächen von Wählscheiben oder Umrahmungen von Bildschirmen. Der Trick liegt im liebevollen Detail. Steckt etwa später im fertigen Rechner eine Schreibfeder, könnte man meinen, Steampunk wäre auch die Abkehr vom papierfreien Schreibtisch? Aber keineswegs! Zieht man den Entenkiel heraus und druckt ihn auf ein kupfernes Plättchen, wird der Rechner herunter gefahren. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Dem Preis allerdings auch nicht. Die Laptops - oder sollte man passender Weise sagen – die „Tischspitzenkalkulatoren“ des kalifornischen Steampunk Ingenieurs Richard R. Nagy etwa werden nur auf Bestellung gearbeitet. Oder als Klein-Serie begonnen, wenn eine genügende Anzahl von Subskribenten bezahlt hat. Aber was soll´s: Ende des 19. Jahrhunderts waren die Schätze der Welt eben noch mehr als reichlich vorhanden.

LOGIN Multimedia-Tipp: linder oder Tropenhelm, Fliegerbrille, Livreen oder Bratenröcke sowie Lederjacken und - unverzichtbar: Die Taschenuhr! Erfolgreiche Filmprojekte, wie etwa die Umsetzung des reinrassigen Steampunk-Comics „Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen“ begeisterten ein Millionenpublikum. Trotzdem wird Steampunk bisher lediglich am Rande wahrgenommen. Vielleicht liegt dies an der breit gefächerten Vielfalt und den nahezu unzähligen Bereichen, in denen Steampunk gelebt und betrieben wird. Trotzdem gibt es eine kleine aber stetig wachsende, sehr enthusiastische internationale Gemeinde, deren rege Aktivitäten heute das Internet bündelt. Dieses Aktivitäten betreffen grade auch den Transfer eben jener Maschine ins viktorianische Zeitalter, die ganz klar unsere Gegenwart bestimmt, dem Computer!

Steampunk beruft sich auf eine Zeit, als die Fotografie durchaus noch Konkurrenz hatte. Hier wird die Welt des Jules Verne in fantastischen, farbigen ­Illustrationen sichtbar: Link In die Werkstatt eines SteampunkMeisters führt www.datamancer.net Link zur Website sogar als Fernsehclip: Link zum Video LOGIN-Tipp: ennen Sie noch Jeff Lynn, Kopf des „Electric Light Orchestra“? Sein Album „War of the Worlds“ nach H.G. Wells Roman war 1978 früher Steampunk – im LP-Cover befand sich sogar ein großformatiges Booklet mit entsprechenden Illustrationen. Brandneu hingegen ist ein Musical nach Lynn´s Vorlage: Link zur Website


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Vom Polarforscher zum Management-Guru „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall. Ernest Shackleton. 4, New Burlington Street“ Mit diesem Anzeigentext warb der Forscher Ernest Shackleton 1913 in der Londoner Times Begleiter für seine neue Südpolexpedition an. Er bekam über 5.000 Antworten! Der Text wurde ein Klassiker der Werbung und ist einer der Gründe, warum Shackletons Arbeit heute als Vorbild für Managementstil und Führungseigenschaften untersucht wird.

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Polarexpeditionen waren in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg eine gefährliche Sache ohne Netz und doppelten Boden. Luftfahrt und Funk steckten noch in den Kinderschuhen. Hilfe zu rufen oder schnell zu bringen, war nicht möglich. Wer sich im ewigen Eis in eine ausweglose Lage manövrierte, den konnte nur ein Wunder retten. Fatale Verluste waren entsprechend häufig. Ganze Expeditionen verschwanden spurlos – verirrt, erfroren, verhungert oder vom Packeis zerquetscht. Shackleton hatte bereits 1901 den legendären Kapitän Scott in die Antarktis begleitet und 1907 eine erste eigene Expedition begonnen, die ihn 1909 bis auf rekordhafte 180 Meilen an den Südpol heranbrachte. Den wiederum erreichte 1911 Scott, kam dabei aber auf tragische Weise um. Da das Prestigeziel Südpol wegfiel, war Shackletons nächster Plan nun eine komplette Durchquerung der Antarktis: Die Imperial Trans-Antarctic Expedition.

Geschäft mit dem Eis Warum zog es Shackleton in die Antarktis? Bestimmt nicht aus wissenschaftlichem Ehrgeiz. Shackletons war Offizier der Handelsmarine, nicht etwa Naturwissenschaftler. Sein Interesse an den klassischen Feldern polarer Forschung wie etwa Geologie, Meteorologie oder Zoologie war eher begrenzt. Ihn reizte der Ruhm als Entdecker lediglich als Grundlage für Ansehen – und damit Reichtum! Zwischen seinen Reisen agierte Shackleton als umtriebiger Geschäftsmann, der in rascher Folge diverse get-

rich-quick Schemen verfolgte. Ganz konventionelle – wie Tabakhandel, aber auch eher risikoreiche, wie die Beteiligung an einer ungarischen Goldmine. Ausgefallen war seine Idee des Verkaufs von Sammelbriefmarken mit dem Aufdruck „King Edward VII Land“. Dazu hatte er auf seiner zweiten Expedition im Winterquartier eigens ein Postamt eingerichtet. Keine dieser Unternehmungen aber war von Erfolg gekrönt – sie hinterließen lediglich Schulden. Shackleton hielt sich mit Vortragsreisen über Wasser. Allerdings war er wiederum so populär, dass er 1913 ohne Probleme erneut Sponsoren finden konnte. Die Reise musste ein Erfolg werden. Business-mäßig ging er nun zunächst die Personalplanung an.

Alle Mann zum Deckschrubben Die Auswahl an Bewerbern war gewaltig. Wie aber die richtigen herausfinden? Fehler konnten in dem kleinen, dicht miteinander lebenden Kreis fatale Folgen haben und mitten in der Wildnis gab es weder Probezeit noch Ersatz. Shackleton hatte erkannt, dass die Skills, die den Erfolg des Teams ausmachten, selten auf dem Papier zu finden waren. Oft hatten sie überhaupt nichts mit der nominalen Qualifikation des Kandidaten zu tun. Also führte er Vorstellungsgespräche, die in ihrer unkonventionellen Art schnell legendär wurden. Seine Spezialität waren überraschende Fragen. Den Physiker Reginald James etwa fragte er, ob dieser singen könne. Auf den ersten Blick ohne Relevanz, liegt der Hintergrund der Frage aber klar auf der Hand. Shackleton kannte zur Genüge Situationen, in der die Forscher Tage oder gar Wochen abgeschnitten durch Schneestürme in engen Hütten zugebracht hatten. Er wusste: Die Fähigkeit zu Optimismus und Humor entschieden im Zweifel mehr über den Erfolg als eine exakt ausgeführte Messung der Windgeschwindigkeit. Am Meteorologen der Expedition, Leonard Hussey, schätze Shackleton daher auch dessen Fähigkeit, Banjo zu spielen und erklärte ihm: „Einem fröhlichen Menschen fällt Loyalität leichter als einem, der ein langes Gesicht macht.“ Shackleton forderte zudem eine ausgewiesene Hands-On Mentalität. Er erwartete von allen Expeditionsteilnehmern, unabhängig von ihrer eigentlichen Aufgabe auf der Reise oder ihrem

gesellschaftlichen Rang zu Hause, sich an jeder denkbaren Arbeit zu beteiligen. Dazu gehörte auf dem Expeditionsschiff „Endurance“ etwa das Deckschrubben, aber auch die Hilfe in der Kombüse oder die Arbeit in der Takelage. Dieses Durchwechseln der Aufgaben in einem stringent geplanten und exakt eingehaltenen Tagesablauf gab zudem jedem Mitglied der Besatzung das Gefühl, wichtig und am Erfolg beteiligt zu sein. Aus einem Haufen von Individualisten, der Herkunft nach vom Grafen bis zum einfachen Matrosen, formte Shackleton ein Team. Dieses erwartete hoch motiviert seine Aufgabe – der Antarktisdurchquerung. Allerdings musste es sich dann auf ganz unerwartete Weise bewähren.

Katastrophe im Packeis. Während in Europa der erste Weltkrieg ausbrach, startete die „Endurance“, am anderen Ende der Welt, Richtung Antarktis. Es kam aber gar nicht zu der geplanten Expedition. Im Januar 1915 steckte das Schiff – nur eine Tagesreise vom geplanten Landepunkt auf dem arktischen Festland entfernt, im Packeis fest. Bis September des Jahres überwinterte man dort. Da begannen die Eismassen das Schiff zu zerdrücken. Die Besatzung siedelte mit Proviant und Ausrüstung auf das Eis über; das Wrack sank im November. Mehrere Versuche, über das Treibeis Land zu erreichen, scheiterten. Die immer noch relativ sichere Situation eskalierte, als im April 1916 auch die Eisscholle

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auseinander brach. Shackleton verteilte die Mannschaft auf die drei vorhandenen Rettungsboote. Die Fahrt in den offenen Booten durch das winterliche Eismeer war ein Alptraum, der 5 Tage später auf Elephant Island, im Südatlantik, endete. Nach 497 Tagen auf See und Eis hatten die 28 Männer zwar wieder festen Boden unter den Füssen. Aber welchen! Die unbewohnte und karge Insel liegt nicht nur jenseits jeder Schifffahrtsroute - ihre Oberfläche besteht zudem durchgängig aus stinkenden Pinguin-Exkrementen. Eine furchtbare Sackgasse! Shackleton wählte fünf Begleiter aus, die mit ihm in einem der Boote die Walfangstation auf der 1300 km entfernten Insel Südgeorgien ansteuern sollten, um dort Hilfe zu holen. Nach 15 Tagen im Sturm erreichten sie die Insel und Shackleton organisierte von dort die Rettung seiner zurückgebliebenen Kameraden. Er hatte zwar keines seiner Ziele erreicht, aber er hatte alle seine Männer aus einer aussichtslosen Situation gerettet und lebend wieder nach Hause gebracht.

der mit seiner Person zu beschäftigen. Die Verfasser von Managementratgebern untersuchten seine Führungsqualitäten und deren mögliche Übertragung auf den Berufsalltag. Von der erfolgreichen Werbe-Anzeige, über Recruiting und Teambildung bis zu jeder einzelnen Entscheidung in Extrem-Situationen wurden Ratschläge für die Arbeit in Unternehmen abgeleitet. Trägt solch ein Ansatz, um die Tätigkeit einer Persönlichkeit neu zu bewerten? Shackleton stand am Ende eines Zeitalters der Entdeckungen, in dem in den Polarregionen, vor allem aber auch in Asien und Afrika die letzten weißen Flecken von der Erdkarte verschwanden. Nun machten sich in dieser Epoche viele Organisatoren von Forschungs-Expeditionen - gerade wegen ihrer zielgerichteten Durchsetzungsfähigkeit - einen Namen. Der Afrikaforscher Henry Morton Stanley etwa wurde von seinen afrikanischen Begleitern „Bula Matari“ genannt – Felsenbrecher. Warum erfährt heute gerade Shackleton diese Neubewertung? Die Gründe, die zum Beispiel genannten Stanley als Vorbild für moderne Management-Theorien ausschließen, liegen auf der Hand. Er pflegte sich bei Problemen den Weg freizuschießen und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Für Shackleton hingegen blieb es leicht, auch nach heutigen Maßstäben noch politisch korrekt zu handeln. Seine Erfahrungen fanden in einer menschenleeren Umgebung statt – die Arktis ist in diesem Falle quasi steril wie ein Labor. Vielleicht ist dies auch immer zu berücksichtigen, wenn man seine Handlungen als Anleitung für die Gegenwart verwenden möchte.

LOGIN Multimedia-Tipp: Lesen Sie mehr über Shackletons Management-Prinzipien: Buch: Margot Morrell, Stephanie Capparell; „Shackletons Führungskunst“ ist bei Rowohlt als Taschenbuch erschienen. ISBN: 978-3-499-61548-1 Link zum Buch Oder, hören Sie über das Thema einen Vortrag: Video auf YouTube Später Ruhm: Lesen Sie, welche erstaunliche Karriere ein Original-Shackleton-Keks inzwischen gemacht hat. Beitrag auf BBC News Oder hat Sie, wie damals die „Endurance“, nun die Antarktic gepackt? Ein wirklich heißer Filmtipp zum ewigen Eis: „Shackleton - Verschollen im ewigen Eis.“ Regie Charles Sturridge, mit Kenneth Branagh in der Hauptrolle. Die Geschichte der fatalen Expedition in einem spannenden, aufwendig produzierten 200 Minuten Film, gibt es auf DVD. Ausschnitte sehen Sie auf YouTube. Video auf YouTube Die Expedition begleitete ein Fotograf, Frank Hurley. Er machte sogar einige Filmaufnahmen - schließlich sollte die Expedition später auch entsprechend vermarktet werden. Die Männer schleppten sie über das Eis und in den Booten zurück in die Zivilisation. Einige Original-Filmaufnahmen sind ebenfalls bei YouTube eingestellt. Video auf YouTube Verschenken Sie doch zu Weihnachten oder zum Geburtstag ein ShackletonSet aus Buch und DVD? Vergessen Sie aber auch den Shackleton-Whisky nicht. Link zum Beitrag und Link zum Beitrag

Neubewertung nach fast einem Jahrhundert Shackleton starb 1922 und stand in den nächsten Jahrzehnten im öffentlichen Ansehen eher im Schatten Kapitän Scotts. Erst in jüngster Zeit begann man sich wie-

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Suchen Sie ein günstiges – Schnäppchen durch Falschschreibung. Alles ist richtig. Sowohl LOGIN Korrektor also auch Layouter haben das Notebook ohne e bemerkt und den Autor darauf hingewiesen. Doch handelte es sich um Absicht. Denn tatsächlich geht es hier um verborgene Schätze, die man im Internet heben kann, wenn man Suchbegriffe absichtlich falsch eingibt.

Ein Beispiel: Das Notebook. Rund 276.000 Mal wird das „Notebook“ in Deutschland angeboten. Aber: Auch fast 350 Mal ein „Notbook“ - ist das eine abgespeckte Version aus IT-Krisenzeiten? Nein, ein Fehler, der für den Verkäufer am Ende sehr kostspielig sein kann, weil Angebot und potentieller Käufer sich nicht treffen. Beileibe kein Einzelfall! Und keine Zeit des Jahres ist besser geeignet für statistische Erhebungen über Rechtschreibung im E-Commerce, als die vor Weihnachten. Auf ebay steigt die Anzahl der Angebote täglich, denn auch die Nachfragekurve geht pünktlich zum Fest des Schenkens steil nach oben.

Falschschreibung findet sich bei einem weiteren Geschenkklassiker. Was erfreut Mann und Frau unter dem Christbaum gleichermaßen? Natürlich Unterwäsche! Die Rede ist hier aber weniger von wollenen Wamsen für kalte Tage, als vielmehr von der Ganzjahres-Bekleidung, bei der der Preis umso höher steigt, desto weniger Stoff verarbeitet ist: Dessous. Da finden wir rund 2200 Stücke. Immerhin aber auch 60 Desous. Die werden von keinem gefunden und gehen daher sehr günstig weg. Oder - drunter geht, sozusagen, nichts mehr! Tchibo weiter verkauft längst nicht mehr nur Kaffee.

Produkte aller Art kommen in die Filialen – und gelangen so schließlich auch in den Internet-Verwertungs-Kreislauf. 9000 „Tchibo“ Einträgen stehen immerhin rund 1000 „Tschibo“ entgegen. 10 % Fehler – Rekordverdächtig! Generell kann man kann feststellen, dass komplizierte Eigennamen oder Worte aus fremden Sprachen die höchste Fehlerquote aufweisen – und damit dem Verkäufer die größten Chancen bieten, dass

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er das Versehen als einziger bemerkt, konkurrenzlos bieten und zu einem günstigen Preis kaufen kann. Ein Beleg dafür sind Sport- und Freizeitschuhe. Puma wird offenbar einfach nicht falsch geschrieben. Vielleicht liegt das daran, dass die meisten Kinder schon einmal im Zoo waren, bevor sie Schulpflichtig wurden. Anders beim Mitbewerber Adidas. Der Name des Gründers, Adolf Dassler, floss in den Firmennamen ein. Vielleicht denken viele Internet-Sucher an Addi Dassler? Oder sie verwechseln die „Marke mit den drei gleichen Streifen“ mit „den drei gleichen Buchstaben“? Wahr ist: Bei Adidas finden sich diverse Varianten der D-Verteilung, sowohl vorne, als auch gegen Ende des Wortes. Der Variantenreichtum – oder sollte man besser sagen, die Rechtschreibkreativität, ist überhaupt unerschöpflich. Alle Produktgruppen und Segmente sind betroffen. „Armani“ steht da mit einem Mal in Konkurrenz zu „Amani“; „Dolce Gabbana“ zu „Dolce Gabana“. Diverse Exemplare der Bücher eines

gewissen englischen Krimiautors mit dem Namen Edgar Walace warten vergeblich auf Leser. Übrigens: Auch wer nicht nach dem Autor Edgar Wallace sucht, sondern vielleicht gezielt einzeln Titel von dessen Werken eingibt, muss damit nicht unbedingt den ebenfalls angebotenen „Frosch mit der Make“ finden. Richtig lustig wird es aber erst, wenn im Ausland deutsche Produkte angeboten werden. Ein erstaunliches Beispiel ist das Gefangbuch! Hintergrund: Hundertausende deutscher Auswanderer verließen im 19. Und 20. Jahrhundert ihre Heimat in Richtung der USA. Sofern sie sich überhaupt mit Büchern belasteten, handelte es sich meist um Bibeln, oder eben – Gesangbücher. Es gibt sie in den USA in großen Mengen und deshalb werden sie dort auch häufig angeboten Woher aber das f? Der Grund ist die so genannte Frakturschrift, die hierzulande bis 1945 bei fast allen Büchern üblich war. Einmal daran gewöhnt, kann man sie zwar fließend lesen – dennoch hakt

man bei Eigennamen gelegentlich. Denn es gibt zwei kleine „s“. Das am Ende eines Wortes sieht so aus, wie wir es kennen. In der Wortmitte aber sind s und f nahezu identisch. So kommt es zum Gefangbuch. Sie interessieren sich nicht für alte Gesangbücher? Macht nichts, dies war auch nur ein Beispiel – entscheidend ist es, für sein eigenes Suchgebiet oder die eigenen Kaufinteressen die richtigen Schlechtschreiberegeln zu finden. Bei Fehlern muss es sich ja nicht nur um komplizierte Firmennamen, altertümliche Schriftarten oder Sprachprobleme handeln. Oft sind ja einfach nur die Finger schneller als der Verstand. Und weil kein Sucher so kreativ sein kann, wie die, die die Fehler machen, gibt es schon seit Jahren Plattformen im Internet, die dem Käufer das Denken abnehmen. So wie zum Beispiel www.Vertippdich.de. Das funktioniert so: Sucht man zum Fest zum Beispiel noch ein wenig oder, weil günstiger, vielleicht

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Impressum Herausgeber: DATALOG Software AG Zschokkestraße 36 80687 München www.datalog.de

Verantwortlich: Roland Gruschka Josef Dunzinger E-Mail: marketing@datalog.de www.datalogin.de Redaktion: Roland Gruschka

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Bildnachweis: Datamacer Jules Verne Club Foldit


1346 wurde die Schlacht von Crecy, im sogenannten „Hundertjährigen Krieg“ zwischen England und Frankreich, durch die englischen Langbogenschützen entschieden. Wikipedia dazu: „Die enormen Verluste der französischen Seite waren ausschlaggebend für die weitere französische Geschichte. Große Teile des französischen Adels waren gefallen oder in englische Gefangenschaft geraten. Die französische Politik litt seither am Fehlen führender Köpfe.“ Vielleicht bewirkten Jahrhunderte der durch Pfeile hervorgerufenen Traumatisierung auch diesen Vertipper eines französischen ebay-Verkäufers. Der unter Sammlern sehr gesuchte Bausatz der „Ariel Arrow“ hielt sich so monatelang.

sogar noch ein wenig mehr Kaviar zu kaufen, gibt man „Kaviaer“ ein und der Rechner liefert folgende Liste: kavvar, kvviar, kaiiar, kaviarr, kaiar, kavar, laviar, kavisr, kaivar, kaaiar, akviar, kvaiar, kavuar, kaaviar, kaviiar, kaviae, kaviaar, kavoar, kaviaa, kaviir, kavviar, kviar, kaviat, ksviar, aviar, kkviar, kavia, aaviar, kavaar, kavirr, kabiar,

LOGIN Multimedia-Tipp: Damit Sie den Link zu vertippdich nicht in den Browser eintippen müssen, brauchen Sie lediglich hier zu klicken: Link zur Website Hier kommen Sie direkt zu Dessous und Desous: Link zur Website Wie? Noch immer nicht genug gespart? Dann noch schnell zu den dicken Fingern:: Link zur Website

kavair, kavira, kavir, kaciar, kkaviar, javiar. Die kann man nun durch Anklicken ausprobieren. Übrigens, auf dieser Plattform, auch auf Englisch, Spanisch oder Französisch. Eine Alternative ist zudem übrigens noch www.fatfingers.com . Machen wir zum Schluss den Test auch im französischen ebay und geben

wir „Dessous“ ein: 15.000 Treffer - 100 bei Desous! Das Ergebnis spricht Bände! Die Franzosen tragen mehr Wäsche und – die Rechtschreibung ist prozentual offensichtlich besser, als hier zu Lande!

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Spielend gute Ergebnisse: Gamification 1 4

Das Spiel www.foldit.it ist eine Revolution. Nicht unbedingt auf dem Gebiet der Computerspiele, aber in der Verknüpfung von Spiel und ernster medizinischer Forschung. Es klingt unglaublich, ist aber wahr: Durch die stundenlange Beschäftigung mit einem Online-Spiel ist es möglich, der Wissenschaft zu helfen! Wie funktioniert das? Über Gamification - eine neue Art, Wissen zu generieren oder aber auch, ganze Arbeitsprozesse neu zu gestalten.

Jeder, der nur mal eben ein Computerspiel testen wollte, kennt den Effekt: Man bleibt förmlich vor dem Rechner kleben. Aus fünf Minuten werden zehn, daraus eine Stunde. Nicht selten wird dann die Nacht zum Tage. Eine Runde noch und noch eine und noch eine – bis zum nächsten Morgen! Der Reiz liegt darin, immer besser zu werden und durch Ausprobieren und Lerneffekte einen immer höheren Level zu erreichen. Dass dabei nicht selten ein verbissener Ehrgeiz entwickelt wird, hat jeder Spieler wohl schon an sich selbst beobachtet. Diesen Effekt haben sich Forscher zu Nutze gemacht. Sie entwickelten mit Unterstützung staatlicher von Gesundheitsbehörden und Großunternehmen wie etwas Microsoft eine Internetplattform mit einem kostenlosen Online-Game, bei L O G I N

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dem die Spieler Proteine falten. Alleine oder in gegeneinander antretenden Teams werden dreidimensionale Modelle von menschlichen Proteinen durch Falten in ihrer Form verändert. Aber wozu? Wie kann das medizinisches Wissen erweitern? Proteine sind, wenn man es sehr stark vereinfacht ausdrückt, die Bestandteile der Zellen, die die Arbeit machen. Unter anderem wandeln sie Nahrung um, senden Signale aus und


schicken das Blut auf den Weg. Der menschliche Körper besteht aus Milliarden unterschiedlichster Zellen, wie etwa denen für Muskeln, Gehirn oder Blut. Entsprechend der Vielfalt ihrer Aufgaben in den verschiedenen Zellen gibt es daher auch Proteine in unzähligen Varianten. Allen gemeinsam aber ist, dass sie aus Aminosäure-Ketten bestehen. Um kompakter und damit in stabilerer Form optimal arbeiten zu können, verändern diese Ketten ihre Form: Sie ziehen sich durch Falten zusammen. Für Gesundheit oder Krankheit eines Menschen haben die Formen dieser kleinsten Bausteine des Körpers entscheidende Bedeutung. Könnte man hier weitere Erkenntnisse gewinnen, wäre die Entwicklung völlig neuer TherapieVerfahren möglich und die Chance

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zur Heilung schrecklichen Krankheiten wie Alzheimer, Krebs oder Aids deutlich höher. Die Forscher erkannten, dass spielende Menschen eine ungeheure kreative Energie entwickeln und beim virtuellen Falten von Proteinen auf Varianten kommen, die selbst entsprechend programmierten Rechnern nicht möglich sind. Erweitert man die Programme dieser Rechner aber wiederrum durch diese neuen Variationen, wird das Wissen über Proteine immer umfangreicher. Entscheidend ist, dass durch den riesigen Zeitaufwand einer großen Anzahl kreativer Spieler ein entsprechend gewaltiger Input möglich wird. Überträgt man den positiven Effekt von fold.it aus der Medizin auf andere Bereiche, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten für die zielgerichtete Bündelung von Energie. Dass ein Wettbewerb schnellere oder bessere Resultate zeitigt, ist ja kein ganz neuer Effekt. In der Gamification aber liegt die Chance auch darin, das sich auch ansonsten wenig herausfordernde oder


die zwei Parameter „Meaning“ und „Learning“ für langfristigere intrinsische Motivation sorgen: „A game is a problemsolving activity, approached with a playful attitude“ Fold.it ist auf jeden Fall ein großartiges Beispiel dafür, wie Spiele sinnvoll für die Gemeinschaft eingesetzt werden können. Denn: die Menschheit spielt drei Milliarden Stunden pro Woche OnlineGames. Man stelle sich vor, sie würde alle realen Probleme „spielend“ lösen.

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als monotone empfundene Aufgaben in großem Rahmen umsetzen lassen und durch die Befriedigung des Spieltriebes, den am Ergebnis beteiligten sogar Spaß machen. Aktuell gibt es für Gamification zwei Ansätze. Eins Ziel kann es sein, komplexe Sachverhalte durch die Integration in Spiele einfacher verständlich und somit für jedermann nutzbar zu machen. Hierbei spricht man von man „serious games“, so wie bei fold.it Einen anderen Weg beschreitet das „motivational design“ Hierbei integriert man nicht den Kontext in ein Spiel, sondern dreht das Ganze um und bringt

Roman Rackwitz, 27, ist Gründer und Geschäftsführer von „Engaginglab – Motivational Design“, einem Consulting-Unternehmen im Bereich Gamification. Er gewann im August 2011 den Award beim ersten International Gamification Contest mit einem Spiel für SETI@home. SETI („Search for extraterrestrial intelligence“) ist ein Experiment, bei dem internetverbundene Privatcomputer an der Suche nach außerirdischer Intelligenz teilnehmen. Dazu installieren sie ein Programm, das Radioteleskopdaten herunterlädt und analysiert. Beim Contest ging es um die Frage „how to gamify SETI“; wie also Teilnehmer für das langwierige und mitunter monotone Filtern von Signalen aus Geräuschen durch

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Spielelemente zum Kontext. Im besten Fall hat dann der „Nutzer“ gar nicht das Gefühl, im normalen Arbeitsalltag in einem Spiel integriert zu sein, ist aber dennoch ebenso engagiert und motiviert wie beim Spielen. Weltweit sind erst wenige Unternehmen auf Gamification spezialisiert. Sie beschränken sich meist darauf, einfach nur Punkte und Level in irgendwelche Tätigkeiten zu integrieren – Thema: Scorecard-Systeme. Das ist zwar durchaus ein Einsatzgebiet, allerdings wird hier lediglich eine kurzzeitige extrinsische Motivation ausgelöst. Rchtig angewandt kann Gamification aber besonders durch

eine Spielkomponente zu motivieren. Rackwitz über die Chancen von Gamification: „Mitarbeiter von Unternehmen sind heute in der Regel Angehöriger der „Generation Games“, also der Computerspiele-Generation. Sie sind mit breit angelegten Spielaufbauten und enorm hohen Mitspielerzahlen aufgewachsen und können diese Erfahrungen nahtlos in ihr Business-Leben übertragen. Die psychologischen Resourcen von Games liegen zurzeit noch Brach, in der nahen Zukunft wird sich hier aber einiges bewegen. Der Einbau von Spielen in wirtschaftliche Abläufe wird zudem dadurch erleichtert, dass aufwendigste Software und Experten für die Programmierung bereits existieren.“

LOGIN Multimedia-Tipp: Sie wollen auch ein Wochenende durchfalten? Kein Problem: Link zum Projekt Mehr zu Gamifikation findet sich spielend leicht hier: Link zur Website und auf dem Gipfel: Link zur Website


Wie viel nützt ein Knigge für das Business?

Jedes Zeitalter hat seine Ratgeber-Bücher zu verschiedenen Themen. Auch für das Business erscheinen immer wieder Sammlungen mit Tipps, wie Sie ein Auslands-Geschäft zum Anschluss bringen, aber auch Warnung vor Handlungen, mit denen Sie Ihre eigenen Anstrengungen mit Sicherheit torpedieren. Die einen halten solche Ratgeber für eine geistlose Ansammlung von Stereotypen, die letztendlich der Realität, getreu dem Kölner Motto „Jeder Jeck ist anders“, eben doch nicht Stand halten. Für andere sind solche Leitfäden aber unverzichtbare Begleiter auf jeder Reise. Was stimmt? Vor allem: Wie geht man mit solch komprimierten Auflistungen zur interkulturellen Kommunikation um? “Kiss, Bow or Shake Hands” etwa erscheint in immer neu aktualisierten Auflagen seit vielen Jahren. Auf knapp 600 Seiten listet der Band Gewohnheiten auf, die in rund 60 Staaten der Erde im Geschäftsleben herrschen. Zwei Beispiele: „Ziehe einen Pakistani nie am Ohr, denn das ist heilig. Bringe einem Norweger Spirituosen mit, denn die sind vor Ort stark besteuert.“ Klingt zwar plausibel – aber wären Sie überhaupt auf die Idee gekommen, Ihren Lieferanten aus Peshawar am Ohr zu ziehen? Vielleicht macht Ihr Kunde in Oslo auch gerade eine Entziehungskur und ist über die Flasche überhaupt nicht amused? Das fatale an Stereotypen ist, dass sie oft einen wahren Kern haben. Trotzdem muss ihre Kenntnis nicht unbedingt nützen oder wenigstens vor Schaden bewahren. Was aber tun? Kennen Sie Länder wie Pakistan oder Norwegen vielleicht selbst nicht, wie können Sie den Informations- oder Wahrheitsgehalt von Ratgebern bewerten? Wahrscheinlich am ehesten, wenn Sie den Teil des Buches prüfen, der Ihre eigene Umgebung behandelt. Was also verrät zum Beispiel „Kiss, Bow or Shake Hands” über Deutschland? Und stellen Sie sich vor: Ihr nächster internationaler Business-Besucher war zuvor noch nie in Deutschland und „Kiss, Bow or Shake Hands“ seine Haupt-Informationsquelle! Kennen Sie diese Quelle nun aber auch, nützen die hier enthaltene Information Ihnen vielleicht mehr als dem Besucher.

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Der glaubt nämlich - Zitat: „Der Entscheidungsfindungsprozess in deutschen Unternehmen kann für Ausländer ein Mysterium sein. Neben der offiziellen Hierarchie existieren oft weitere, „versteckte“ Ebenen von Beratern und Entscheider. Das Einverständnis dieser „Küchenkabinette“ ist aber zwingend erforderlich.“ Fordert Ihr Gast also eine Entscheidung, bitten Sie um eine Pause, gehen zum nächstbesten Kollegen und tuscheln leise mit diesem: „Herr Krause – finden Sie nicht auch, dass die Kantine einen Saufraß kocht?“ Krause wird mit entschiedener Gestik nicken, Ihr Gast wird dies sehen, ein „Küchenkabinett“ erkennen und sich freuen, dass er sich über die wahren Verhältnisse in Deutschland vorab so umfassend informiert hat. Gewarnt ist er ja auch schon - Zitat: „Offenheit wird begrüßt! Deutsche werden Ihr Produkt oder Ihr Unternehmen frei heraus kritisieren. Nehmen Sie das nicht persönlich!“ Lassen Sie also nach Herzenzlust Dampf ab, streuen Sie kurze Sätze ein, wie: „Your dump produces only trash!“ – „Ihr Saftladen macht nur Müll!“. Ihr gegenüber wird nicht beleidigt sein – er erwartet dies geradezu und wird sich nun in Sicherheit wiegen. Das ist Ihre große Stunde, denn - Zitat: „Das Geschäft ist eine ernste Sache. Deutsche schätzen Humor in geschäftlichen Dingen nicht.“ Überfallen Sie Ihren Geschäftspartner nun mit einem Witztrommelfeuer! Am besten über die Themen, die absolut Tabu sind, wie – Zitat: „Do not ask about the Second World War!“. Jetzt haben Sie ein gutes Blatt auf der Hand und dazu alle Asse im Ärmel.

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L O G I N

#1_2011

Sie kennen nun die Ängste und Sorgen Ihrer Besucher, und – wenn Sie das Buch geschickt lesen, auch die Ihrer zukünftigen Gastgeber. Und vor allem – die im Ausland wissen es auch, denn die müssen ja damit rechnen, dass Sie das Buch „Kiss, Bow or Shake Hands“ gelesen haben und wollen Ihre Erwartungen keinesfalls enttäuschen. In Ungarn zum Beispiel müssen Sie mehr Zeit als sonst einkalkulieren – rund zwei Tage! Denn Ihr ungarischer Geschäftspartner wird, auch wenn er dies vielleicht gar nicht vorhatte, Gulasch, Tokaier und Zigeunermusik auffahren. Denn – Zitat: „Egal ob die Verhandlungen rasch laufen oder langwierig sind: In Ungarn wird kein Deal abgeschlossen, ohne das es dabei eine Menge zu Essen, zu Trinken und Geselligkeit gibt.“ Das dauert mindestens 2 Tage, denn nun sind Sie an der Reihe – Zitat: „Ist ein Vertrag dann abgeschlossen, laden Sie zu einer Cocktail Party in ein nobles Hotel.“ Welcher Rat aber bleibt noch, wenn alle wissen wie alle ticken? Am besten: „Business as usual“ – sonst werden Sammlungen von Stereotypen schnell satireverdächtig. Nun aber die LOGIN zuschlagen und schnell ins nächste Meeting, denn – Zitat: „Nowhere in the world is punctuality more important than in Germany“

LOGIN Multimedia-Tipp: Hier gibt es mehr Informationen zum Buch „Kuss, Verbeugung, Handgeschüttel: Link zur Website Knigge übrigens wird in der Regel als Synonym missbraucht – so auch der Einfachheit halber in diesem LOGIN Artikel. Die Wahrheit über den bedeutenden Geist der Aufklärung aber kann man hier erfahren: Link


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