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N E B O R P E S E L 1212EINS


Leseproben aus Markus Gleims neuem Buch

MIXTAPE STORIES Erinnerungen auf Chromdioxyd

1212EINS


ISBN 978-3-9817377-1-4 © 2018 Markus Gleim 1. Auflage © 2018 1212EINS Verlag, Aschaffenburg • www.12121.de Umschlaggestaltung und Satz: Robert Fietzek Druck: Frick Kreativbüro & Onlinedruckerei e.K. • Brühlstraße 6 • 86381 Krumbach


INHALT

Kassette einlegen Starttaste 1. Lied: Rock around the clock 2. Lied: Ruf Teddybär 1-4 3. Lied: Los Paul 4. Lied: Sabine,Sabine,Sabine 5. Lied: Schifoan 6. Lied: Another brick in the wall 7. Lied: I Just Called to Say I love You 8. Lied: Der Watzmann ruft 9. Lied: It´s a Long Way 10. Lied: Don´t you 11. Lied: Our House 12. Lied: Nellie the Elephant 13. Lied: Verdamp lang her. Bandsalat 14. Lied: Skandal im Sperrbezirk 15. Lied: Hier in der Kneipe 16. Lied: It´s Tricky 17. Lied: Mein Gott Walter 18. Lied: Somebody Bandsalat 19. Lied: Berlin 20. Lied: Polizisten 21. Lied: König von Deutschland 22. Lied: Westerland 23. Lied: Caravan of Love 24. Lied: Hier kommt Alex 25. Lied: Sexcrime - 1984 26. Lied: Fight for your right 28. Lied: November Rain Bandsalat Stopptaste Rückspultaste Kassette rausnehmen


Ruf Teddybär 1- 4 (Jonny Hill) Wie immer am Donnerstagabend, kündigte uns bei der deutschen Hitparade auf HR3, Werner Reinke, die Lieder der Top Fourty an. Und Werner war unser Freund, Werner war unser Held, denn Werner quatschte weder in den Anfang, noch in das Ende eines Liedes hinein und garantierte uns eine echt astreine Aufnahme. Ich mochte deutsche Lieder. Ich verstand den Text und konnte sie mitsingen, wenn ich wollte und darum nahm ich mir das angekündigte Lied halt einfach mal auf. Das Thema schien erst mal recht harmlos zu sein. Es klang zumindest nicht nach abgetrennten Körperteilen oder rasselnden Kettensägen. Aber was sollte ein Teddybär 1 – 4 sein? Um was ging´s da? Ein Roboter-Teddy, mit starren, toten Roboteraugen und mit einem 4.0 USB-Anschluss? Quatsch, gab´s damals noch nicht. Teddybär mit Rechenaufgabe? Eins minus Vier gleich minus Drei? Hm, auch eher nicht. Oder so ein seltener, 4-teiliger russischer Matrojschka-Teddy zum Auseinanderbauen? Machte jetzt auch irgendwie keinen Sinn. Ich meine, der Titel klang auf alle Fälle irgendwie nach Kinderlied. Aber dieser Titel hatte es, wie es sich herausstellen sollte, faustdick hinter den Ohren, mein lieber Scholli. ...

Leseproben Mixtape-Stories


I Just Called to Say I love You (Stevie Wonder) Ich gehörte ja nun seit einiger Zeit zum festen Ensemble der Schulband. Wir nannten uns „The Fourskins“, was bei den anderen für höchst albernes Gelächter sorgte. Wir verstanden es damals nicht. Selbst die Schülerzeitung verarschte unseren Bandnamen gebührend und als selbst der Englischlehrer auf die Frage, wer sich den Namen ausgedacht hatte, laut lachend und kopfschüttelnd das Klassenzimmer verließ, war der Rest von uns echt am Zweifeln, ob es eine gute Idee war, jemanden mit dem Namen Frederick Huckenberger, Keyboarder und Chef der Schulband, den Bandnamen aussuchen zu lassen. Aber, ok, Hucki, wie wir ihn nannten, hatte gesprochen und so sollte es sein. „The Fourskins rolling all night long“ stand auf dem Plakat über der Bühne. Alle lachten. Wir verstanden es damals nicht. Wir waren eifrig dabei, für unseren Auftritt auf dem jährlichen Schulsommerfest zu proben, bei dem sich normalerweise alle 700 Realschüler, vielleicht nochmal 100 Gymnasiasten aus dem Gymnasium im Nachbarhaus, die gesamte Lehrerschaft, plus willige Eltern und Gäste auf dem Schulgelände tummeln würden. ...

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It´s a Long Way... (AC/DC) „Ja, musst der Junge denn so ne aggressive Musik hören, wie? Was ist denn mit den schönen Sachen, die er früher mal gehört hat, was? Dieses Lied da, mit dem kleinen Jungen im Rollstuhl und dem LKW-Fahrer? Das war doch so schön.“ Ja, am Arsch. Ich war jetzt cool. Ich trug jetzt ein Nietenarmband und hatte klobige Bundeswehrstiefel an den Füßen und trug eine schwarze Bomberjacke, ok? Ich war ein verdammter Outlaw. Ein Gesetzloser. Ich war ein Teenager in der Pubertät, alles klar? In den Pfingstferien kamen alle 8. Klassen in den Genuss, in der ersten Ferienwoche eine Woche nach England fahren zu dürfen. Natürlich stand schon Tage vorher meine Gitarre, verpackt in einem Gitarrenkoffer, für die Fahrt über den Kanal bereit. Ein Mann. Eine Gitarre. Ein Lied. Das war ich. Ein junger Liedermacher auf dem Weg nach ganz oben. Ein steiniger, langer Weg würde das werden, das war mir klar. Ich meine, haben es nicht damals schon AC/DC gesungen? Man wird ausgenutzt, verarscht, beschissen, verprügelt, unterbezahlt, ausgeraubt und man wird dabei alt und grau. Sehr alt und sehr grau: „Ich sach euch, Freunde, es is härter, wie´s aussieht ... es is´n ganz langer Weg, wenn man ganz nach oben will.“ ...

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Nellie the Elephant (Toy Dolls) Klingt erst mal wie ein Bimmel-Bammel-Bummel-Kinderlied, richtig?: „Nellie the Elephant …. trumpety trump, trum trum trump.“ Nellie, der intelligente Elefant, packt seine Sachen und haut aus dem Zirkus ab und verschwindet nach Hindustan und der kleine Markus mit seinem roten Bobbycar, vermisst seine Mutter. Er kann an der Parkhauskasse abgeholt werden. Bollocks! Wir sind beim Punk angekommen, Freunde. Jawollo. Right in the face, bitch. Schlechte Musiker, mit verzerrte Gitarren, ein verrostetes Ludwig-Schlagzeug und ein alter Fender-Bass mit drei Saiten. Egal, denn der Punk kennt nur drei Akkorde, wofür also vier Saiten? Lieder beginnen, wenn der Schlagzeuger so was ähnliches, wie: „One, two, three, four....“ ins Mikro bellt. Haben sie sich von Tommy Ramone, abgeschaut. Geschwindigkeit ist beim Punk relativ. Ziel ist es, nach Möglichkeit irgendwie gleichzeitig anzufangen und zum Ende hin, auch gemeinsam, aufzuhören. ...

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Somebody (Depeche Mode) Anja war eigentlich meine erste, richtig, feste Freundin. Ich musste wohl gerade so 18 geworden sein, denn ich hatte auch gerade mein erstes, eigenes Auto. Einen schneeweißen VW-Käfer, mit Weißwandreifen, roter Innenausstattung und Schiebedach. Oh, natürlich hatte ich auch schon vorher Beziehungen mit Mädchen gehabt, aber ich glaube, das nannte man da noch eher „miteinander gehen“, als das es eine wirkliche Beziehung war. Das mit Anja war anders. Fester, intensiver, es fühlte sich „richtig“ an. Bei dem Lied „Somebody“ lernten wir uns eigentlich eher durch Zufall kennen. Auf der Tanzfläche tanzten Mädchen zusammen mit anderen Mädchen so, wie Paare in Tanzschulen miteinander tanzten. Die Pärchen schoben sich einander eng umschlungen über die Tanzfläche des Aladins, unserer damaligen In-Disco und erkundeten dabei wahrscheinlich Körperregionen, auf die der Biounterricht erst im nächsten Jahr eingehen würde. Anja und ich tanzten eben einfach darauf oder vielmehr tanzte sie und ...

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Marus Gleims neues Buch soll per Crowdfunding finanziert werden. Wer es lesen möchte, geht auf die Seite www.startnext.com/12121 und unterstützt das Projekt, d.h. man bestellt das Buch und erhält es zum Vorzugspreis per Post nach Hause, sobald es im Sommer 2018 gedruckt wird. Auf der Startnext Seite gibt es außer dem Buch noch weitere schöne Angebote (Dankeschöns), die ihr als Unterstützer haben könnt. Die Aktion endet am 31. Mai 2018

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MIXTAPE STORIES Leseprobe  

Das neue Buch von "Dorfelvis" Markus Gleim

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