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Blueprints Blueprint nennt sich ein Kopierverfahren, das bereits 1839 von dem englischen Naturwissenschaftler John Herschel erfunden wurde. Das auch als Cyanotypie bekannte Verfahren war nach Daguerreotypie und Kalotypie die die dritte Methode zur Herstellung von stabilen fotografischen Bildern. Sie basiert auf die Verwendung von Eisenverbindungen, die dem Endergebnis die charakteristische Blautönung verleihen. Aufgrund seiner prinzipiell einfachen Anwendungsweise hat sich die “Blaupause” bis zur Erfindung der Fotokopie relativ schnell zu einem der wichtigsten Reproduktionsverfahren vor allem für Baupläne und Konstruktionszeichnungen entwickelte. Heutzutage steht der Begriff Blueprint synonym für jedwede Form von technischen Vorlagen, Bauanleitung und Konzepten, wenngleich das Verfahren als solches zumindest für eine kommerzielle Nutzung in Wissenschaft und Technik längst ausgestorben ist.

Ebensolche Pläne, Handlungsanweisungen und konzeptionelle Skizzen sind es nun, die der Kölner Künstler R.J.Kirsch bereits seit Ende der 90 Jahren immer wieder aufgegriffen hat, um sie in teils absurden Bildergeschichten nachzuerzählen. Unter dem Titel „HOW TO USE THE WORLD“ persiflieren diese Collagen die oftmals irritierenden Handlungsanweisungen oder Bauanleitungen zu technischen Geräten aller Art: „Zusammenfügungen aus verschiedensten Gebrauchsanweisungen, die hier eine inhaltliche Überdimensionierung zu einem Globalkomplex erfahren, den es zu handhaben gilt wie Dosenöffner: Ethische Verantwortung muss vor der Unübersichtlichkeit kapitulieren.“ schrieb Jürgen Raap im Kunstforum und in der Tat tragen Kirschs Collagen zur Verunklärung des allgemeinen Überblicks ebenso bei wie sie hierüber auch einen gewissen Spot zelebrieren.


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R.J.Kirsch

1959 geb. in Kirchen, Studium an den Kölner Werkschulen bei Prof. Franz Dank 2012 2012 2011 2010 2010 2009 2009 2008 2008 2008 2007 2007 2006 2006 2006 2005 2005 2005 2004 2004 2004 2004 2004 2003 2003 2003 2002 2001 1999 1999 1998 1995 1996 1994 1991

ABSTRACTS, Art Galerie 7, Köln Das verortete Verlangen, Feuerwache Friedrichshain, Berlin HOT SPOT BERLIN, Georg Kolbe Museum, Berlin, Katalog ZIVILCOLLAGE, Berufsverband Bildender Künstler Köln LEERLAUF, zusammen mit Max Scholz, Bellevuesaal Wiesbaden REANIMATION, Galerie Jürgen Kalthoff, Essen REANIMATION, Kreon-Vectron Showroom, Köln-Art, Köln Still Life Pieces, Art Galerie 7, Köln PASSAGEN, Galerie Abel Neue Kunst, Berlin Im Konjunktiv der Dinge, Galerie Jürgen Kalthoff, Essen Rhythmus der Statistik, Allianz Global Corporate and Specialty AG, München Gropius Stories, Galerie im körnerpark, Berlin preview 2006, Abel Neue Kunst, Berlin Rhythmus der Statistik, Abel Neue Kunst, Berlin Rhythmus der Statistik, Galerie Rachel Haferkamp, Köln 2.Berliner Kunstsalon, Galerie Neues Problem, Berlin cars and races, Galerie Foert/Garanin, Berlin Kunst Köln art fair international, Köln Mit den Füßen zuerst, Galerie v.d. Milwe, Aachen Temporary Bell Tone Laboratory, Pilotprojekt Gropiusstadt, Berlin Rot, Art Galerie 7, Köln Status Quo, Galerie Murata&friends, Berlin Zu Hause bleiben, Installation, Moltkerei-Werkstatt, Köln Mikrokosmos, Art Galerie 7, Köln The Merry Waitingroom, opening event, Kulturhauptstadt Graz nominiert für das Villa Aurora Stipendium Sammlung SK Köln Goethe-Institut, Brüssel/Evere, Belgien PHANTOM, Museum Albstadt Eins von Hundert, Dumont Kunsthalle, Köln Sammlung DG-Bank, Frankfurt Meta Weber Galerie, Krefeld Galerie Paszti-Bott, Köln nominiert für das Peter Mertes Stipendium

Dank an Dr. Sabine Schütz, Köln © 2013 exp.edition und Autoren Text und Gestaltung: büro blau. exp.edition Sülzburgstr.120 50937 Köln www.exp-edition.de exp.edition@netcologne.de


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Blaupausen „Zusammenfügungen aus verschiedensten Gebrauchsanweisungen, die hier eine inhaltliche Überdimensionierung zu einem Globalkomplex...

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