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Der Charme von Marrakesch weckt westliche Begierden. Unrenovierte Hofhäuser werden in der marokkanischen Stadt für eine Million Euro verkauft vor HAns-voLKi,rAR Frr{DErsEN

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In der Lurr i.ie5 der Geruch von Scharvarma. .-:nd die erhisren Kö1per der Jugendlichen ueiben au,:h '§Tinter im die Temperaturen in dem engen fu::rn schnell nach oben. Oft siuen zwei oder dreiJugen& liche vor einem Bildschirm und sucheil nach Kor> takten mit Frauen aus Europa. Selten sclauen Frernde herein. Denn am Eingang der ladenpassage sitz auf einem Stuhl ein Hzindler. Er verkauft Handtücher und Push-ups, trdgt den Bart eines Frömmlers und hat defliegendeAugen. Sein Blickwirkt unnahbar und geringschäzig, sodass die Touristen einen Bogen um ihn machen oder nur freitags kommen, wenn er als einer der wenigen in der Straße seise.

nefubeit unterbricht, um in die MosClee zu gehen. Der banige Mann vermittelt den Eindruck, als treibe ihn ein finsteres Geft.ihl um und als mi.isse er schüuenvor den Fremden, die über seine Stadt herfallen wie die Heuschrecken. Sdt Marrakesch Lieblingssujet von Airline-Gazenen, cofee-ubh books :und Schöner-wohnen-Postillea ist, kommen die Touristen scharenweise auf der fuche nach dc orientalischenTiadition oder dem, rryrs ihnen als 'olche auf Hochglanzpapier verkauft xird. §Telche dcr etwas

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Marrakesch wird meist im hmen von Marokko-Studienreisen a ngeboten, zu m Beispiel von Marco Polo:,,Lebend iger Orient am Rande Europas" -9-Tage ab 1099 Euro. Biblische Reisen: ,Oasen, Kasbahs, Königsstädte" - 10 Tage ab 1370 Euro Ra

zahllosen Facetten von Marrakesch rs die anmudgr te? Das erdige Rot der Stadtmauern, das satte Gnrl

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Staatliches Marokkanisches Fremdenverkehrsamt, Graf-Adolf-Straße 59, 40210 Düsseldorf, Tel.021.L/37 05 51, www.tourismus inmarokko.de

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Walter M. Weiss (Hrsg.): "Orient erlesen: Marrakesch"; Wieser Verlag, Klagenfurt 2003;270 S.,12,95 Euro Paradies - Ausländer in der Medina von Marrakesch"; Ergon Verlag, Würzburg(erscheint 2005)

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Aufklärung. Doch von Austausch redet heute kaum mehr jemand, wenn es um den Orient und seine kulturellen Zentren geht. Stattdessen kursiert das bittere '§7'ort vom Ausverkauf ,Auf den Altstädten ist unheimlich Druck draufu, sagt die Stuttgarter StädteplanerinAnnette Gangler. Von Marokko bis Usbekistan verfolgt sie seit Jahren die Enmicklung in den Medinas. Orientalische Altstädte wirken auf den ersten Blick oft unattraktiv. Nach außen hin entbieten sie die kalte Schulter. Öffendiches und Privates trennt ein garstiger Graben. Niemand rveiß, was sich hinter den Myriaden von Mauern, Türen irridToren verbilgt, ob ein winziges, dunkles und heruntergekommenes Hofhaus mit einem kaminartigen Lichthof oder ein Palast, dessen säulenumstandener Patio daran erinnert, dass die orientalische'§?'elt Gärten inszenierte als Spiegelbilder des Kosmos und des Paradieses. Die )C(L-Version des Altstadthauses, Riad genannt, kann 1000 oder mehr Quadratmeter messen. So viel Großzügigkeit und Schönheit weckt die Begierde, sich im orientalischen Paradies einzukaufen und sein eigener Pascha zu sein.

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Bereits unter dem alten König Hassan ll. hat Marokko ein, an den Maßstäben der arabischen

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gemessen, ungewöhnlich freizügiges Bodenrecht eingeftihrt. Man braucht nur einen Makler, der aufArabisch simsarherßt, und Simsalabim, stehen einem dieTüren offen, vorausgesetzt natürlich, man kann sich so etwas auch leisten. Unrenovierte Riads ordentlicher Größe werden heute bereits zu Preisen von einer Million Euro über den Maklertisch gereicht. Ein einfaches Hofhaus freilich gibt es schon ab 50 000 Euro. In den letzten Jahren ist die Nachfrage ftirmlich explodiert. 1999 noch belief sich dieZahl ausländischer Hauseigentümer in

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